November - Dezember 2020 - SRF

 
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November – Dezember 2020

Wir bieten ausgewählte Hörspiele und Schreckmümpfeli zum Download und als Podcast an:
srf.ch/hoerspiel
srf.ch/schreckmuempfeli
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November – Dezember 2020

Mo, 02.11.2020, 14.00 Uhr   Grauen: Folge 1 – Geistergeschichten                  Produktion: SRF 2020      Seite 4
Radio SRF 1                 von Sibylle Burkart und Päivi Stalder                 20'

Fr, 06.11.2020, 20.00 Uhr   Frost                                                 Produktion: DLR 2018      Seite 5
Radio SRF 1                 von John Rector                                       51'

Sa, 07.11.2020, 20.00 Uhr   Die dritte Arbeitskraft, mein Geld                    Produktion: SRF 2019      Seite 16
Radio SRF 2 Kultur          von Michael Stauffer                                  56'

Mo, 09.11.2020, 14.00 Uhr   Hörspiel-Premiere | SRF-Radiokrimi                    Produktion: SRF 2020      Seite 6
Radio SRF 1                 Schattenschnitt 1/4                                   30'
                            nach einem Roman von Sunil Mann

Fr, 13.11.2020, 20.00 Uhr   Haller und Helen                                      Produktion: SRF 2012      Seite 7
Radio SRF 1                 von Jürg Schubiger                                    43'

Sa, 14.11.2020, 20.00 Uhr   Äthersachen. Das Hörspielmagazin: Best of PiNball     Produktion: SRF 2020      Seite 17
Radio SRF 2 Kultur          Kurzhörspiele aus dem ARD Hörspielwettbewerb 2020     58'

Mo, 16.11.2020, 14.00 Uhr   Hörspiel-Premiere | SRF-Radiokrimi                    Produktion: SRF 2020      Seite 6
Radio SRF 1                 Schattenschnitt 2/4                                   30'
                            nach einem Roman von Sunil Mann

Fr, 20.11.2020, 20.00 Uhr   Das Jahr magischen Denkens                            Produktion: MDR 2019      Seite 8
Radio SRF 1                 von Joan Didion                                       50'

Sa, 21.11.2020, 20.00 Uhr   Wir sind schön, für hässliche Leute                   Produktion: SRF 2018      Seite 18
Radio SRF 2 Kultur          von Dany Boudreault                                   52'

Mo, 23.11.2020, 14.00 Uhr   Hörspiel-Premiere | SRF-Radiokrimi                    Produktion: SRF 2020      Seite 6
Radio SRF 1                 Schattenschnitt 3/4                                   30'
                            nach einem Roman von Sunil Mann

Fr, 27.11.2020, 20.00 Uhr   Mein Ein und Alles                                    Produktion: SWR 2015      Seite 9
Radio SRF 1                 von Dawn King                                         48'

Sa, 28.11.2020, 20.00 Uhr   Überfluss Wüste                                       Produktion: WDR 2019      Seite 19
Radio SRF 2 Kultur          von Robert Woelfl                                     55'

Mo, 30.11.2020, 14.00 Uhr   Hörspiel-Premiere | SRF-Radiokrimi                    Produktion: SRF 2020      Seite 6
Radio SRF 1                 Schattenschnitt 4/4                                   30'
                            nach einem Roman von Sunil Mann

Fr, 04.12.2020, 20.00 Uhr   ARD Radio Tatort                                      Produktion: WDR 2020      Seite 10
Radio SRF 1                 Wie, weiss keiner                                     50'
                            von Dirk Schmidt

Sa, 05.12.2020, 20.00 Uhr   Hörspiel-Premiere                                     Produktion: SRF 2020      Seite 20
Radio SRF 2 Kultur          Der mechanische Türke                                 ca. 50'
                            von Petr Šourek

Mo, 07.12.2020, 14.00 Uhr   Roll Over Beethoven. Eine Sitcom aus dem alten Wien   Produktion: SRF/BR 2020   Seite 11
Radio SRF 1                 in neun Aufzügen 1/2                                  25'
                            von Johannes Mayr und Ulrich Bassenge

Fr, 11.12.2020, 20.00 Uhr   Astoria                                               Produktion: SRF 1979      Seite 12
Radio SRF 1                 von Jura Soyfer                                       50'

Sa, 12.12.2020, 20.00 Uhr   Zum 100. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt          Produktion: SRF 1968      Seite 21
Radio SRF 2 Kultur          Das Unternehmen der Wega                              62'
                            von Friedrich Dürrenmatt
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November – Dezember 2020

Mo, 14.12.2020, 14.00 Uhr   Roll Over Beethoven. Eine Sitcom aus dem alten Wien   Produktion: SRF/BR 2020    Seite 11
Radio SRF 1                 in neun Aufzügen 2/2                                  30''
                            von Johannes Mayr und Ulrich Bassenge

Fr, 18.12.2020, 20.00 Uhr   Zum 70. Geburtstag von Thomas Hürlimann               Produktion: SRF 2004       Seite 13
Radio SRF 1                 Mein liebstes Krokodil                                50'
                            von Thomas Hürlimann nach Anton Tschechow

Sa, 19.12.2020, 20.00 Uhr   Die weite weite Sofalandschaft                        Produktion: DLF 2019       Seite 22
Radio SRF 2 Kultur          von Malte Abraham                                     56'

Mo, 21.12.2020, 14.00 Uhr   Zum 100. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt          Produktion: SRF 1986       Seite 14
Radio SRF 1                 Der Richter und sein Henker 1/4                       48'
                            von Friedrich Dürrenmatt

Fr, 25.12.2020, 20.00 Uhr   Em Godi Muurer si Geischt                             Produktion: SRF 2006       Seite 15
Radio SRF 1                 von Heinz Stalder                                     48'

Sa, 26.12.2020, 20.00 Uhr   Koslik ist krank                                      Produktion: NDR/ORF 2020   Seite 23
Radio SRF 2 Kultur          von Julia Rothenburg                                  58'

Mo, 28.12.2020, 14.00 Uhr   Zum 100. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt          Produktion: SRF 1986       Seite 14
Radio SRF 1                 Der Richter und sein Henker 2/4                       50'
                            von Friedrich Dürrenmatt
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November – Dezember 2020

Hörspiel SRF 1

Montag, 02.11.2020, 14.00 Uhr, Radio SRF 1

Grauen: Folge 1 – Geistergeschichten
von Sibylle Burkart und Päivi Stalder

In jeder Vollmondnacht versammeln sich vier Freunde um ein Lagerfeuer – und erzählen
Gruselgeschichten. Vom Spuk im Haus des Grossvaters, von verstörenden Anrufen beim Babysitten,
vom wahnsinnig netten, vor allem aber wahnsinnig wahnsinnigen Nachbarn.

Der neue Hörspiel-Podcast «Grauen» bietet ein schauriges Vergnügen für die Ohren, produziert mit
allen Mitteln der Hörspielkunst: Zoey, Phil, Steffi und Besim sind Mitte dreissig und ehemalige
Schulfreunde. Einmal im Monat, immer zu Vollmond, treffen sich die vier am Lagerfeuer in Waldnähe
irgendwo in Zürich. Sie erzählen unheimliche Geschichten, von seltsamen Vorfällen, die ihnen
widerfahren sind, oder berichten von angsteinflössenden Erlebnissen, die einem Freund eines
Bekannten passiert sind.

In der ersten Folge von «Grauen» erzählt Phil die Geschichte einer Bekannten namens Anja. Diese
beobachtet abends beim Blick aus dem Küchenfenster, wie im Nachbarhaus ein seltsames Licht blinkt,
dabei ist das Haus seit längerem unbewohnt. Sie beschliesst herauszufinden, was es mit dem Licht auf
sich hat …

Mit: Lucy Wirth (Zoey), Vera Bommer (Steffi), Aaron Hitz (Phil), Dashmir Ristemi (Besim), Kaija
Ledergerber (Anja), Ueli Jäggi (Herr Hufschmied)

Intro-Musik: Lukas Fretz
Dramaturgie: Wolfram Höll
Showrunner Grusel-Podcast: Wolfram Höll und Simone Karpf
Tontechnik: Lukas Fretz und Basil Kneubühler
Regie: Wolfram Höll
Produktion: SRF 2020
Dauer: 20'
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November – Dezember 2020

Freitag, 06.11.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

Frost
von John Rector

Der ehemalige Häftling Nate und seine schwangere Freundin Sara wollen die Vergangenheit hinter sich
lassen: Mit ihrem Hab und Gut im Kofferraum machen sie sich auf in eine bessere Zukunft, doch der
Weg dahin ist voller Tücken.

An einer Tankstelle laden Nate und Sara einen sterbenskranken Typen in ihr Auto. Er nennt sich Syl
und will die Fahrt mit 300 Dollar bezahlen. Nate und die schwangere Sara haben kein Geld. Ihre
bescheidene Habe ist im Wagen verstaut, denn sie wollen irgendwo neu anfangen. An einem Ort, wo
es gut ist und die Vergangenheit sie nicht mehr verfolgt. Aber sie kommen nicht weit. Ein Schneesturm
bricht herein. Als sie ein Motel ansteuern, atmet Syl nicht mehr. In seinem Bauch steckt eine Kugel und
in seinem Koffer jede Menge Geld.

Mit: Nico Holonics (Nate), Laura Maire (Sara), Wolfgang Pregler (Syl), Martin Rentzsch (Butch), Cristin
König (Megan), Swetlana Schönfeld (Carol), Gerd Wameling (Marcus), Pit Bukowski (Aiden), Katja
Hirsch (Kellnerin)

Bearbeitung und Regie: Irene Schuck
Produktion: DLR 2018
Dauer: 51'
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November – Dezember 2020

Montag, 09.11.2020, 14.00 Uhr, Radio SRF 1, 1/4
Montag, 16.11.2020, 14.00 Uhr, Radio SRF 1, 2/4
Montag, 23.11.2020, 14.00 Uhr, Radio SRF 1, 3/4
Montag, 30.11.2020, 14.00 Uhr, Radio SRF 1, 4/4

Hörspiel-Premiere | SRF-Radiokrimi

Schattenschnitt
nach einem Roman von Sunil Mann

Vijay Kumar, der «beste und einzige indische Privatdetektiv» der Schweiz, wird Zeuge einer brutalen
Messerattacke. Auf der Suche nach den Hintergründen der Tat kommt er – unterstützt von der
Transsexuellen Miranda und seinem besten Freund José – illegalen Medikamententests in Mumbai auf
die Spur.

An der Zürcher Langstrasse wird der indischstämmige Privatdetektiv Vijay Kumar Zeuge einer brutalen
Messerattacke auf die Filmemacherin Pina Ghilardi. Gemeinsam mit der Transsexuellen Miranda und
seinem Freund José macht sich Vijay auf die Suche nach dem Täter. Zur Freude von Vijays Mutter, die
ihren Sohn gerne verheiratet sähe, führt die Spur nach Indien. Nicht nur zu Vijays Familie, die ihn samt
zukünftiger Braut am Flughafen erwartet, sondern auch in den Slum von Mumbai. Dort trifft er bei
seinen Ermittlungen sogenannte «Hijras», Menschen mit dem dritten Geschlecht, an denen in einer
ominösen Klinik illegale Medikamententests durchgeführt werden. Der Fall scheint kurz vor der
Auflösung, doch dann schlägt der Täter erneut zu, und Vijays Freundin Manju wird entführt.

Mit: Leonardo Nigro (Vijay Kumar), Mona Petri (Manju), Barbara Falter (Mama Kumar), Kaspar Weiss
(Papa Kumar), Dimitri Stapfer (Miranda), Fabian Müller (José), Agota Dimen (Fiona), Kaspar Weiss
(Dr. Shah), Anouk Petri (Jasvinder), Franziska von Fischer (Pina Ghilardi), Dominique Müller
(Priya/Salma/Auftragskiller/Polizist 1), Michael von Burg (Kiran/Polizist 3), Peter Hottinger (Clemens
Lüscher), Dani Mangisch (Polizist 2), Dashmir Ristemi (Mann/Taxifahrer), Nicole Knuth (Amita), Sunil
Mann (Maître de Cabine)

Musik: Martin Bezzola, Christian Riesen und Bijayashree Samal
Hörspielfassung: Sunil Mann und Karin Berri
Tontechnik: Roland Fatzer
Regie: Karin Berri
Dramaturgie: Simone Karpf, Wolfram Höll
Produktion: SRF 2020
Dauer: je 30'

Sunil Mann wurde als Sohn indischer Einwanderer im Berner Oberland geboren und schreibt
Kriminalromane, Kinderbücher, Kolumnen, Jugendromane und Mundarttexte. Er wurde vielfach
ausgezeichnet, zuletzt mit dem Friedrich-Glauser-Preis 2020 und dem Literaturpreis des Kantons Bern.
Nach fünfundzwanzig Jahren in Zürich lebt er nun in Aarau.
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November – Dezember 2020

Freitag, 13.11.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

Haller und Helen
von Jürg Schubiger

Eine Liebesgeschichte aus dem späten Lebensalter: Jürg Schubiger erzählt vom melancholischen
Alltag der Menschen im Alters- und Pflegeheim «Sandhalde». Er lässt sein Protagonistenpaar über das
Leben sinnieren und über das Sterben, über das Vergessen und das Vergessenwerden.

Red nur, sagt Helen. Ich mag es, wenn geredet wird. Und Hans Haller erzählt. Bilder einer Kindheit
stellen sich ein, brüchige Erinnerungen an entlegene Zeiten. Das alles breitet er vor Helen aus, die für
ihn mehr ist als eine Mitbewohnerin. Eine leise Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang. Sie verleiht dem
Leben von Haller und Helen einen späten Glanz. So durchzieht nicht Resignation diese Erzählung am
Rande der Dunkelheit, sondern Humor und Wärme.

Mit Ueli Jäggi (Erzähler), Hansrudolf Twerenbold (Haller), Janet Haufler (Helen)

Musik: Patricia Draeger (Akkordeon), Tobias Preisig (Geige)
Hörspielfassung: Dani Bodmer
Tontechnik: Ueli Karlen
Regie: Geri Dillier
Produktion: SRF 2012
Dauer: 43'

Jürg Schubiger studierte nach verschiedenen beruflichen Anläufen und Abbrüchen Germanistik,
Psychologie und Philosophie. Er arbeitete als Psychologe in einer eigenen Praxis, bis er sich das
Schreiben zum Beruf machte. Er wurde für sein literarisches Schaffen mit zahlreichen Preisen
ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Schweizer Jugendbuchpreis und
dem Hans Christian Andersen Preis. Mit Franz Hohler zusammen veröffentlichte er «Hin- und
Hergeschichten» und «Aller Anfang».
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November – Dezember 2020

Freitag, 20.11.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

Das Jahr magischen Denkens
von Joan Didion

Ein autobiografischer Bericht über Tod, Krankheit, Verlust und Trauer. Die 85-jährige Joan Didion gilt
als eine Ikone des amerikanischen New Journalism. Im Jahr 2004 – ein Jahr nach dem plötzlichen
Herztod ihres Mannes – beschreibt sie erschütternd präzise, wie diese Erfahrung sie fast in den
Wahnsinn treibt.

Vierzig Jahre lang war das Schriftstellerpaar Joan Didion und John Gregory Dunne verheiratet, als
Dunne eines Abends im gemeinsamen Zuhause einen Herzinfarkt erlitt und starb. «Das Jahr
magischen Denkens» erzählt von dieser Ehe, von der eigenen Welt zweier kreativer Menschen, die
einander im Leben und in der Arbeit alles waren. Und es erzählt von der schweren Krankheit der
einzigen Tochter Quintana, die zu dem Zeitpunkt, als ihr Vater starb, auf der Intensivstation eines New
Yorker Krankenhauses um ihr Leben kämpfte.

Indem sie darüber schreibt, versucht Joan Didion, dem Geschehen einen Sinn abzugewinnen, es
einzuordnen in Zusammenhänge von Ursache und Wirkung, von Ordnung und Zweck. Als sie an sich
feststellt, dass sie sich von der insgeheimen Hoffnung auf die Rückkehr ihres Mannes nicht zu lösen
vermag, stellt sie ihre Regression zum «magischen Denken» unter Beobachtung. Satz für Satz arbeitet
sie an der Rückgewinnung der Kontrolle. So lotet ihr Bericht auf klügste Weise die Grenzen der
Klugheit aus, er ist ein Aufbegehren des Verstandes gegen die existentielle Unvernunft des Todes und
eine brillante und bewegende Studie der Trauer.

«Das Leben ändert sich schnell.
Das Leben ändert sich in einem Augenblick.
Man setzt sich zum Abendessen, und das Leben, das man kennt, hört auf.
Die Frage des Selbstmitleids.»

Mit: Heidi Ecks

Aus dem Amerikanischen von Antje Rávic-Strubel
Musik: Ole Schmidt
Hörspielbearbeitung und Regie: Thomas Fritz
Produktion: MDR 2019
Dauer: 50'

Joan Didion, geboren 1934 in Sacramento, studierte Literatur in Berkeley und arbeitete als freie
Journalistin für zahlreiche grosse amerikanische Zeitungen. Sie hat vier Romane sowie zahlreiche
Essaybände veröffentlicht. «The Year of Magical Thinking» wurde in den USA zum Bestseller und 2005
mit dem «National Book Award» ausgezeichnet.
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November – Dezember 2020

Freitag, 27.11.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

Mein Ein und Alles
von Dawn King

Nur einmal ist Layla mit Noah ausgegangen. Und das auch nur, um ihren Freund, den verheirateten
Ben, eifersüchtig zu machen. Doch ihre unverbindliche Nacht mit der Internetbekanntschaft Noah
entpuppt sich schon am nächsten Morgen als Fehler.

Layla findet sich bald in ihrem schlimmsten Albtraum wieder: Denn ihr Trostpflaster ist offenkundig ein
obsessiver Charakter, ein Stalker, der ihr seit dieser einen Nacht ununterbrochen nachstellt. Mehrmals
am Tag ruft er Layla an, schickt ihr Blumen ins Büro, observiert ihre Wohnung. Layla ist zunächst
freundlich, dann irritiert, genervt, wütend, verängstigt und schliesslich panisch. Doch seit Ben ihr den
Laufpass gegeben hat, ist sie nicht nur Opfer, sondern auch Täterin. «Mein Ein und Alles» ist eine
doppelbödige Studie über obsessive Liebe, ausschliesslich über Telefonanrufe erzählt.

Mit: Katrin Wichmann (Layla), Thomas Wodianka (Noah), Holger Stockhaus (Ben), Nathalie Thiede
(Amy), Maja Beckmann (Katy), Hanna Plass (Mhairi), Astrid Meyerfeld (Floristin), Matti Krause (Jeroen),
Johann Jürgens (Billy/Polizist 2), Joachim Jung (Polizist 1)

Aus dem Englischen von Anne Rabe
Regie: Heike Tauch
Produktion: SWR 2015
Dauer: 48'
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November – Dezember 2020

Freitag, 04.12.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

ARD Radio Tatort

Wie, weiss keiner
von Dirk Schmidt

Hamm ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen – und Heimatort des schrägsten Ermittlerteams aller Radio
Tatorte: Der Task Force Hamm. Und die wird im neuesten Fall echt gefordert. Denn eine Serie von
Anschlägen hält Hamm in Atem. Und das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei schwindet stündlich.

Zum Glück gibt es einen Hoffnungsschimmer, als – wie aus dem Nichts – ein neuer Kollege auftaucht.
Auch wenn seine Herangehensweise unorthodox ist und die ersten Ergebnisse höchst fragwürdig
sind – langsam, aber sicher sehen Lenz, Latotzke und Ditters Licht am Ende eines sehr dunklen
Tunnels.

Mit: Matthias Leja (Lenz), Sönke Möhring (Latotzke), Christine Prayon (Ditters), Bernhard Schütz
(Wienau), Uwe Ochsenknecht (Scholz), Paul Herwig (Müller), Hans-Martin Stier (Tresen), Angelika
Richter (Dora), Rosa Enskat (Frau Willenweber) u.v.a.

Musik: Rainer Quade
Regie: Claudia Johanna Leist
Produktion: WDR 2020
Dauer: 50'
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November – Dezember 2020

Montag, 07.12.2020, 14.00 Uhr, Radio SRF 1
Montag, 14.12.2020, 14.00 Uhr, Radio SRF 1

Roll Over Beethoven. Eine Sitcom aus
dem alten Wien in neun Aufzügen
von Johannes Mayr und Ulrich Bassenge

Ludwig van Beethoven ist von Bonn nach Wien gezogen. Umgehend gerät der demokratisch gesinnte
Rheinländer in Konflikt mit der k. u. k. Wirklichkeit und den Vorstellungen seiner Mitmenschen. Mit
Händen und Füssen stemmt sich Ludwig gegen die Begleiterscheinungen des Star-Daseins.

Im Mittelpunkt dieser Dramedy steht Beethoven, der Mensch. Als erster freischaffender Künstler der
Geschichte hat er seine liebe Not mit adligen Mäzenen, lästigen gesellschaftlichen Verpflichtungen und
dem Ansturm vorwiegend männlicher Groupies. Ein wiederkehrender Störfaktor ist ein hartnäckiger
Schweizer Dilettant auf der Suche nach einem Kompositionslehrer.

Und so gestaltet es sich für den skrupulösen Tonsetzer äusserst schwierig, eine vernünftige Note zu
Papier zu bringen, während er vom Trubel der multinationalen Kaiserstadt überrollt wird. Nur sein
Willen, etwas Bleibendes zu schaffen, seine Liebe zur Welt und sein Freiheitsdrang retten Ludwig den
Tag. Dabei wäre es so einfach: Alles, was der arme Mann will, ist seine Ruhe.

Ein letztes Wort noch über das Personal: Es ist verheerend.

Mit: Christoph Maria Herbst (Ludwig van Beethoven), Sandra Kreisler (Erzählerin), Anikó Donáth (Frau
Schnaps), Jürg Kienberger (Schnyder), Helmut Berger (Rainer/Polizist), Gottfried Breitfuss
(Schuppanzigh/Kaiser Franz), Mona Petri (Marie Bigot/Johanna van Beethoven/Verehrerin), Martin
Ostermeier (Grillparzer), Stefan Merki (Goethe/Vermieter), Barbara Falter (Kaspar), Raphael Clamer
(Rossini/Bigot) und Barbara Horvath

Komposition: Christian Ludwig Mayer und Ulrich Bassenge, Klavier: Christian Ludwig Mayer
Tontechnik: Helge Schwarz und Basil Kneubühler
Regie: Johannes Mayr und Ulrich Bassenge
Produktion: SRF/BR 2020
Dauer Teil 1: 25', Teil 2: 30'

Johannes Mayr, geb. 1974 in Kempten. Arbeitet als Regisseur, Dramaturg und Autor für SRF und freie
Produktionen. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. bei den New York Festivals Radio
Awards.

Ulrich Bassenge, geb. 1956. Audiokünstler, Autor, Komponist. Hörspiele u.a. «shashlyk for paik»
(BR 2007), «Walk of Fame» (WDR 2007), «So fern vom Leben» (SRF 2014, u.a. Prix Nova),
«Rauschunterdrückung. Ein Aufnahmezustand» (WDR/SRF 2019), (Prix Nova, Audio Drama Award der
BBC).
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November – Dezember 2020

Freitag, 11.12.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

Astoria
von Jura Soyfer

Marxist, Dramatiker, Satiriker, Nazi-Opfer – Jura Soyfer ist eine wichtige, aber noch immer wenig
bekannte Stimme der österreichischen Literatur. In den 1930er-Jahren verfasste er politische Lieder
und Theaterstücke. 1938 wurde er beim Versuch, in die Schweiz zu flüchten, in Vorarlberg
festgenommen.

Das Stück «Astoria», 1937 in der unterhaltsamen Tradition des Wiener Volkstheaters entstanden, zeigt,
wie schlicht und effizient faschistische Propaganda ihre heilsversprechende Wirkung entfaltet.

Zwei Obdachlose suchen für die kalte Winterzeit ein warmes Quartier: Hupka möchte im Gefängnis
überwintern, der alte Pistoletti zieht das Spital vor. Doch dann kommt alles ganz anders. Wie im
Märchen wird Hupka von einer feinen Dame von der Strasse weg beauftragt, einen Staat zu gründen,
den sie ihrem Mann zum Geburtstag schenken möchte. Der listige Hupka macht gute Arbeit, er erfindet
den Staat Astoria und rekrutiert dafür Geldgeber, Aktionäre, Lakaien und ein Volk. Schliesslich landet er
mit seinem Kumpel Pistoletti wieder auf der Strasse.

Mit: Peter Simonischek (Hupka), Alfons Hoffmann (Pistoletti), Alexander Duda (Paul), Alf Breithen
(Gendarm), Jenny Rausnitz (Hortensia), Renate Müller (Rosa), Adolf Raschendorfer (Jacob), Margret
Neuhaus (Gräfin Gwendolyn Buckelburg-Marasquino), Joachim Ernst (Graf Luitpold Buckelburg-
Marasquino), Dieter Stürmer (James, Butler), Franz Dehler (Lord R.), Angela Matusch (Lady P.),
Siegfried Meisner (George Bernard Shaw), Rainer Zur Linde (Journalist), Charlotte Acklin (Sekretärin),
Klaus Degenhardt (Lautsprecher), Wolfgang Hiller (Lichtkassierer), Friedrich Giese (Mann mit
Sammelbüchse), Günter Gube (Partei Nr. 23687)

Musik: Klaus Sonnenburg
Hörspielfassung und Regie: Amido Hoffmann
Produktion: SRF 1979
Dauer: 50'

Der Wiener Autor Jura Soyfer (geboren 1912 in Charkow in der Ukraine, gestorben 1939 im KZ
Buchenwald) schrieb zahlreiche Kurzdramen, Lieder und Revuetexte. Das Theaterstück «Astoria»,
uraufgeführt 1937 in Wien, ist eine Mischung aus Komödie, Politsatire, Märchenspiel und Volkstheater.
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November – Dezember 2020

Freitag, 18.12.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

Zum 70. Geburtstag von Thomas Hürlimann

Mein liebstes Krokodil
von Thomas Hürlimann nach Anton Tschechow

Thomas Hürlimann spiegelt sich in Anton Tschechow. Der Schweizer Dramatiker und Romancier, der
im Dezember seinen 70. Geburtstag feiert, erweist seinem russischen Vorfahren und Vorbild die
Referenz. Er porträtiert den sterbenskranken Dichter als Darsteller und Beobachter des eigenen
Liebesdramas.

Der berühmte Schriftsteller und Arzt Anton Tschechow (1860–1904) und die begnadete Schauspielerin
Olga Knipper (1868–1959) liebten sich. Doch ihre Liebe lebten sie hauptsächlich in leidenschaftlichen
Briefen aus. Sie stand in Moskau auf der Bühne, spielte in seinen Stücken. Er musste sich immer
wieder auf die Krim nach Jalta zurückziehen, um seine Krankheit zu kurieren. Ihr eindrücklicher
Briefverkehr steht im Zentrum des Hörspiels von Thomas Hürlimann, in das er, szenisch geschickt,
auch Tschechows Erzählung «Die Dame mit dem Hündchen» eingebaut hat. Liebe, Sehnsucht,
Melancholie, aber auch Humor und nüchterner Realismus prägen diese letzten Lebensjahre des
grossen russischen Schriftstellers.

Das Hörspiel ist eine Radiofassung des gleichnamigen Bühnenstücks von Thomas Hürlimann.

Mit: André Jung (Tschechow), Désirée Meiser (Olga Knipper), Hanspeter Müller-Drossaart (Herr
Gurov), Ulrike Knospe (Die Dame mit dem Hündchen)

Musik: John Wolf Brennan, Arkady Shilkloper
Tontechnik: Martin Weidmann, Fabian Lehmann
Regie: Geri Dillier
Produktion: SRF 2004
Dauer: 50'

Thomas Hürlimann wurde am 21.12.1950 in Zug geboren. Ein Studium der Philosophie brach er ab, um
als freier Schriftsteller zu leben. Hürlimann ist für seine Prosa (beispielsweise «Fräulein Stark», «Der
grosse Kater» und zuletzt «Heimkehr») ebenso bekannt wie für seine Theaterstücke («Das Einsiedler
Welttheater» u.v.a.).

Anton Tschechow wurde 1860 im russischen Taganrog geboren. Er wuchs in einem armen Elternhaus
auf, brachte es aber mit dem Medizinstudium und alsbald seinem Schreiben zu einem gewissen
Wohlstand. Mit Stücken wie «Iwanow, «Drei Schwestern» oder «Der Kirschgarten» wurde er zum
Klassiker der Theaterliteratur, der bis heute gespielt wird. Tschechow starb 1904 an den Folgen einer
Lungentuberkulose, die ihn seit 1884 begleitet hatte.
14

November – Dezember 2020

Montag, 21.12.2020, 14.00 Uhr, SRF 1, 1/4
Montag, 28.12.2020, 14.00 Uhr, SRF 1, 2/4
Montag, 04.01.2021, 14.00 Uhr, SRF 1, 3/4
Montag, 11.01.2021, 14.00 Uhr, SFR 1, 4/4

Zum 100. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt

Der Richter und sein Henker
von Friedrich Dürrenmatt

1950/51 als Experiment des Autors gewagt, gilt «Der Richter und sein Henker» heute als Dürrenmatts
erfolgreichster und wichtigster Kriminalroman.

Über fünf Millionen Mal verkaufte sich der Roman in allen Weltsprachen. Er wurde mehrfach verfilmt
und gehört seit Generationen zur Pflichtlektüre in der Schule. Sprachlich kurz und sachlich gehalten,
führt der Autor seine Leser mehrmals in die Irre und erzählt eine originelle und spannende Kriminal-
geschichte, ohne simple Schwarz-Weiss- oder Gut-Böse-Muster.

Der moralisch ambivalente Inspektor Bärlach und der raffinierte Verbrecher Gastmann liefern sich seit
Jahren einen Kampf. Dem todkranken Bärlach bleibt aber nicht mehr viel Zeit, seinen ewigen Gegen-
spieler zu überführen. Da bietet ihm ein Mord, den Gastmann nicht begangen hat, die Möglichkeit, sein
Ziel zu erreichen: Bärlach setzt einen kleinen Verbrecher auf einen grossen an, schwingt sich selbst
zum Richter auf und missbraucht einen ahnungslosen Mörder als Henker.

Mit: Hans Gerd Kübel (Erzähler), Ingold Wildenauer (Kommissär Bärlach), Michael Gempart (Polizist
Tschanz), René Scheibli (Untersuchungsrichter Lutz), Inigo Gallo (Nationalrat von Schwendi), Walter
Hess (Gastmann), Heinz Bühlmann (Schriftsteller), Alice Brüngger (Frau Schönler), Mario Hindermann
(Polizist Clenin), Walter Baumgartner (Polizist Charnel), Günther Ziessler (Dr. Samuel Hungertobel)

Musik: Robert Weber, Fernando Fantini
Regie: Franziskus Abgottspon
Produktion: SRF 1986
Dauer Teil 1: 48', Teil 2: 50', Teil 3: 48', Teil 4: 45'

Friedrich Dürrenmatt (1921–1990) zählt zu den bedeutendsten Schweizer Schriftstellern des
20. Jahrhunderts. Weltruhm erlangte er 1956 mit seiner pechschwarzen Komödie «Der Besuch der
alten Dame» und festigte ihn 1962 mit «Die Physiker».
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November – Dezember 2020

Freitag, 25.12.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

Em Godi Muurer si Geischt
von Heinz Stalder

Im Dorf Allenwolken lebt der Bauer und Geschäftsmann Karl Maurer. Er ist ein griesgrämiger alter
Mann, der keine Sympathie und Liebe kennt und seine Mitmenschen nur ausnutzt. Auch an
Weihnachten.

An Feiertagen kennt Karl Maurer ebenso keine Freude und Milde wie an ganz gewöhnlichen
Arbeitstagen. Da erscheint ihm sein Bruder, der gute Godi Maurer, der viel zu früh verstorben ist. Godi
war ein guter Mensch, und ihn haben die Leute in Allenwolken geliebt. Trotzdem findet Godi als Geist
keine Ruhe. Er kommt nun, um seinen übellaunigen Bruder zu warnen. Er zeigt seinem Bruder Karl drei
Weihnachtsabende: einen alten, den jetzigen und einen künftigen.

Es ist die wohl bekannteste Weihnachtsgeschichte der Welt: Der geizige alte Geschäftsmann, der eines
Nachts von drei Geistern besucht wird, die sein Leben komplett verändern. In Heinz Stalders Version
von Charles Dickens' «A Christmas Carol» heisst Ebenezer Scrooge Karl Maurer, und auch er blickt in
einen Spiegel, der ihm ein schauriges Schauspiel vorführt.

Mit: Silvia Jost (Erzählerin), Dieter Stoll (Karl Maurer), Daniel Ludwig (Godi Maurer, Geist), Marlies
Fischer (Rosy Gerber/Gast im Wirtshaus Bären), Liliana Heimberg (Judith Châtelain, Wirtin), Ernst C.
Sigrist (der junge Karl/Gast im Bären), Stefano Wenk (der junge Godi/Gast im Bären), Sonja Gertsch
(Ruth Baumgartner), Frank Demenga (Gast im Bären), Florian Amacher (Peter Gerber), Janine
Amacher (Susi Gerber), Franziska Willi (Lucy Châtelain), Kevin Graber (Robert Châtelain)

Musik: Martin Bezzola
Tontechnik: Norbert Elser
Regie: Päivi Stalder
Produktion: SRF 2006
Dauer: 48'
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November – Dezember 2020

Hörspiel SRF 2 Kultur

Samstag, 07.11.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die dritte Arbeitskraft, mein Geld
von Michael Stauffer

Eine Anleitung zum Geldvermehren? – Nicht unbedingt. Zumindest ein spielerisches Plädoyer zum
angstfreien Jonglieren mit Aktien und anderen verpönten Börseninstrumenten. Eine Art Lehrstück
gegen die selbstverschuldete Unmündigkeit in Finanzfragen. Stauffers kategorischer Imperativ.

Michael Stauffer und ein illustres Team aus Experten, Laien und Betroffenen gehen der Frage nach,
warum die Geldanlage in Aktien nicht des Teufels und warum auch die Börse per se nicht böse ist.
Nirgends in der Welt ist das Pro-Kopf-Vermögen so hoch wie in der Schweiz. Gemäss der
Eidgenössischen Steuerverwaltung liegt es bei 323 700 Franken pro Person! Da wäre es doch wichtig
zu wissen, was mit solchen Summen alles angestellt wird.

«Wieso verwalten viele ihr Vermögen nicht selbst?», fragt sich ein Protagonist in Stauffers Hörspiel. Ein
anderer schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, wenn er nur schon online ein Broker-Konto zu
eröffnen sucht. Und eine Dritte erfindet ein Smiley-Terminal, wie man es in Flughafentoiletten findet, um
zu dokumentieren, wie sie sich beim Geldeinnehmen, -ausgeben, beim Geldverlieren und
-gewinnen fühlt.

Die Schar Menschen in Stauffers Hörspiel begibt sich auf eine Reise nach einem bewussteren,
angstfreien Umgang mit Geld und dessen Wertschöpfung. Sie lösen sich allmählich von klischierten
Vorstellungen und werden aktiv, lassen ihr – wie auch immer erworbenes Vermögen – für sich arbeiten.
Sogar Stauffers Steuerkommissar hört auf, die Bürger zu drangsalieren, und beginnt ein neues, freies
Leben. Stauffers Lehrstück ist entstanden aus Interviewtranskriptionen, Tagebucheinträgen und einem
Briefwechsel mit der Steuerbehörde. Natürlich dürfen «echte» O-Töne von Experten aus der Finanzwelt
nicht fehlen.

Mit: Mona Petri, Lutz Wengorz, Nils Althaus, Michael Stauffer, Anne Sauvageot, Mark Ginzler, Susanne
Janson; sowie im O-Ton: Peter Schwendner (Professor for Banking and Finance), Tobias Heitkötter
(Trader, Speaker, Coach), Dr. Florian Koschat (Investment Banker, Andreas Müller (Trading Coach)

Musik: Michael Stauffer, Hanspeter Pfammatter, André Pfammatter, Kevin Chesham, Julian Sartorius
Aufnahme Musik: Benoît Piccand, Edit Musik: Michael Stauffer
Tontechnik: Basil Kneubühler
Dramaturgie und Regie: Mark Ginzler und Michael Stauffer
Produktion: SRF 2019
Dauer: 56'
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November – Dezember 2020

Samstag, 14.11.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Äthersachen. Das Hörspielmagazin:
Best of PiNball
Kurzhörspiele aus dem ARD Hörspielwettbewerb 2020

Das Magazin mit Kurzhörspielen. Es ist wieder so weit! Die freie Hörspielszene zeigt, was sie kann –
und im November wird der Sieger bei den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe gekürt.

Hörspiele werden nicht nur von den offiziellen Sendeanstalten oder kommerziellen Produktionsfirmen
gemacht, sondern auch von unabhängig arbeitenden Künstlern, Studenten und Schülern oder
passionierten Hörspielfans.

Es bleibt zu vermuten, dass der «Corona-Lockdown» der freien Hörspielszene eher Auftrieb verschafft
als geschadet hat. Denn diese Künstler, Hörspielmacher, Freaks und Tüftler arbeiten schon immer
vorrangig daheim: in kleinen, oft improvisierten Studios. Am Küchentisch und im Kleiderschrank
entstehen ihre Kunstwerke, die jedes Jahr mit ihrer Farbe, ihrem Witz und ihrem Mut die Hörspielwelt
bereichern.

Alljährlich haben alle Interessierten Gelegenheit, ihre frei produzierten Arbeiten in einem Wettbewerb
der freien Szene zu präsentieren: beim ARD PiNball. Er findet immer im Herbst in Karlsruhe, im
Rahmen der ARD Hörspieltage, statt. Eingereicht werden kann jedes frei produzierte Hörspiel, das nicht
länger als 15 Minuten und bis dato ungesendet ist. Bewertet und gekürt werden die Produktionen von
Hörspielverantwortlichen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus Deutschland, Österreich und der
Schweiz sowie von Mitarbeitern des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) und der Hochschule für
Gestaltung Karlsruhe (HfG).

SRF-Hörspiel-Redaktorin Susanne Janson ist seit einigen Jahren eines dieser Jurymitglieder. Und auch
dieses Jahr wird sie aus den rund 100 Einreichungen wieder ihre ganz persönlichen Favoriten
auswählen und präsentieren – nebst dem offiziellen Gewinnerstück des «ARD PiNball 2020».

Redaktion: Susanne Janson
Produktion: SRF 2020
Dauer: 58'
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November – Dezember 2020

Samstag, 21.11.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Wir sind schön, für hässliche Leute
von Dany Boudreault

Eine Jugend in der Provinz. Es gibt die Schule, das Rumhängen und das Bowling am Samstagabend.
Es gibt Jungs, und es gibt Mädchen, und dazwischen: Da gibt es nichts. Doch dann geht eine Tür auf –
eine Autotür. Also einsteigen und hoffen, dass der Fahrer einen bedrängt …

Für die Hauptfigur von «Wir sind schön, für hässliche Leute» beginnt mit der Autofahrt eine wahre
Odyssee. Auf der Suche nach einer eigenen Identität, nach einem Platz in der Gesellschaft, aber auch
nach dem Mann, der hinterm Steuer sass. Und «Odyssee» ist das richtige Wort, denn das Stück ist voll
von Referenzen an die griechische Antike. Aber auch an Nana Mouskouri, die mit ihren Schlagern der
Leitstern für die Suche ist. «Ein Schiff wird kommen, und das bringt mir den einen …»

Mit: Hanna Plass und Julian Greis (Ich), Lina Hoppe (Anna), Dinah Hinz (Mutter), Martin Butzke (Fuchs)

Aus dem Französischen von Wolfram Höll
Musik: Ulrich Bassenge
Hörspielfassung: Susanne Janson und Wolfram Höll
Tontechnik: Tom Willen
Regie: Susanne Janson
Produktion: SRF 2018
Dauer: 52'

Dany Boudreault (*1983) verbrachte seine Jugend im ländlichen Quebec, in Métabetchouan am Lac-St-
Jean. Er studierte an der École nationale de théâtre du Canada in Montréal. Boudreault ist ein
vielbeschäftigter Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler, schreibt aber auch Gedichtbände und
Theaterstücke.

Die Übersetzung von «Wir sind schön, für hässliche Leute» wurde gefördert vom Centre des auteurs
dramatiques (CEAD) in Montréal.
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November – Dezember 2020

Samstag, 28.11.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Überfluss Wüste
von Robert Woelfl

Ein unterhaltsames Hörspiel über die Esoterik der Digitalisierungsgläubigen und den absurden Wahn
der puren Datensammler. Wie es aussieht, siegt am Ende doch das Menschliche über das Genie.

Vier Informatiker treffen sich in der Wüste von Nevada. Ort und Augenblick sollen sie inspirieren.
Sebastian und Finn, IT-Spezialisten aus Stuttgart, und Zoe und Josh aus San Francisco stossen mitten
im Nichts aufeinander – an einer Stelle mit dem Namen «Die Quellen der Unsterblichkeit». Angeblich
wird jeder, der dorthin kommt, mit einer fantastischen Idee belohnt. Alle grossen Computerpioniere und
Internetunternehmer sollen schon da gewesen sein. Während Finn und Sebastian die deutsche
Autoindustrie retten wollen, testen Zoe und Josh ihre selbstgeschriebenen Programme – das eine sagt
den Zeitpunkt des Weltuntergangs voraus, das andere, ob man Gefühle füreinander hegt. Und so
wartet man mehr gegen- als miteinander darauf, dass etwas Besonderes geschieht.

Robert Woelfl: «Die Messias-Ersatzfiguren aus dem Silicon Valley werden die Welt nicht retten.
Vielleicht hatten sie das einmal vor, aber es scheint ihnen etwas dazwischengekommen zu sein. Wir
sollten unsere Heilserwartungen an sie nehmen, in die Wüste fahren und diese Heilserwartungen dort
in einem Loch vergraben. Lieber allein und desillusioniert durch die Wüste laufen, als noch länger an
die grosse Lüge von der Demokratisierung durch das Netz zu glauben. Das Werkzeug, das die Macht
hätte blossstellen sollen, ist längst zu einem Instrument der Macht geworden. Unternehmer sind keine
Politiker und keine Revolutionäre, sie wollen bloss ihre Äpfel und Birnen verkaufen.»

Mit: Niklas Draeger (Finn), Patrick Mölleken (Sebastian), Nagmeh Alaei (Zoe), Jonas Baeck (Josh)

Musik: Steffen Jahn und Sebastian Nohl
Tontechnik: Jürgen Glosemeyer und Jeanette Wirtz-Fabian
Regie: Jörg Schlüter
Produktion: WDR 2019
Dauer: 55'
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November – Dezember 2020

Samstag, 05.12.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Hörspiel-Premiere

Der mechanische Türke
von Petr Šourek

Ein modernes Märchen von einem, der auszog, ein Tech-Start-up zu gründen. Und eine kluge Satire
auf die Zumutungen des digitalen Kapitalismus.

Kevin Knecht träumt davon, ein ganz Grosser zu sein, mindestens der nächste Steve Jobs. In Wahrheit
betreibt er eine marode Astrologie- und Sex-Hotline. Die Türen sind klapprig, die Mitarbeiter mürrisch.
Sein Coach rät ihm, die Firma zu verkaufen und ins Silicon Valley zu gehen. Gesagt, getan. Doch
während Kevin in den Mülltonnen der Tech-Firmen nach neuen Ideen sucht, sucht sich seine Freundin
zuhause einen neuen Partner.

Der mechanische Türke war ein lebensgrosser Schachroboter, der 1770 erfunden wurde. Der Clou: Im
Inneren des Schachroboters versteckte sich ein Mensch. Etwa zur gleichen Zeit fingen Textilfabrikanten
in Nordengland an, ihre Arbeiter durch Maschinen zu ersetzen – die Geburtsstunde des Kapitalismus.
Heutzutage gibt es den «Mechanical Turk» von Amazon: eine Crowdworking-Website, auf der
Unternehmen Arbeiter aus der Ferne einstellen können, um für wenig Geld Arbeiten auszuführen, die
Maschinen noch nicht erledigen können.

Mit: Susanna Clasen (Türe), Oliver Wnuk (Kevin), Mona Petri (Ella), Barbara Falter (Emma) und Erich
Räuker (Coach)

Musik: Karl Atteln
Tontechnik: Basil Kneubühler
Regie: Johannes Mayr
Produktion: SRF 2020
Dauer: ca. 50'

Petr Šourek wurde 1974 in Prag geboren. Er ist Autor, Regisseur, Übersetzer, Kunst- und
Theaterkritiker. Šourek ist Gründer von «Corrupt Tours». Das Reisebüro bietet seit 2012
Stadtführungen auf den Spuren der Korruption in Prag an.
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November – Dezember 2020

Samstag, 12.12.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Zum 100. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt

Das Unternehmen der Wega
von Friedrich Dürrenmatt

Dürrenmatts düstere Zukunftsvision: Im Jahr 2068 konzentriert sich das weltpolitische Machtgefüge auf
eine östliche und eine westliche Weltregierung. Beide Weltmächte benutzen den Planeten Venus als
Internierungsort für Verbrecher und politische Häftlinge.

Eine Delegation der westlichen Weltregierung reist in einem Raumschiff zur Venus, um die Kolonie für
ihre Machtinteressen einzuspannen. Die Venusbewohner aber erweisen sich als resistent gegen
militante Phrasen und totalitäre Vorstellungen von Volksbeglückung. Auch die Drohung mit einer
Wasserstoffbombe, die sich an Bord des Raumschiffes befindet, lässt die Strafkolonisten kalt. Die
Furcht vor der Erde, dem «Paradies, das eine Hölle ist», ist stärker als die Furcht vor der eigenen
Auslöschung.

Mit: Matthias Habich (Mannerheim), Walter Kiesler (Sir Horace Wood), Maximilian Wolters (Kapitän
Lee), Horst Christian Beckmann (Oberst Camille Roi), Walter Richter (Kriegsminister), Peter Matic
(Minister für ausserirdische Gebiete), Adolph Spalinger (Staatssekretär), Wolfgang Reinbacher (John
Smith), Klaus Henner Russius (Petersen), Katharina Tüschen (Irene), Joachim Ernst (Bonstetten), Kurt
Fischer-Fehling (Präsident), Rudolf Hofmann (John), Urs Bihler (eine Stimme) u.a.

Regie: Hans Hausmann
Tontechnik: Ernst Neukomm
Produktion: SRF 1968
Dauer: 62'
22

November – Dezember 2020

Samstag, 19.12.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die weite weite Sofalandschaft
von Malte Abraham

Homeoffice und Urlaub daheim: Das sind zwei Stichworte, die das Corona-Jahr 2020 auf den Punkt
bringen. Das Hörspiel «Die weite weite Sofalandschaft» wurde zwar vor dem Lockdown produziert,
spielt aber genau mit diesen Themen.

Dem Reisebüro TROPICK droht die Insolvenz, als dessen Chef Thomas Tropick verzweifelt versucht,
sich selbst zu entlassen. Während seine Angestellten darum kämpfen, nicht in der Konkursmasse mit
unterzugehen, versucht Arno Zilla sich zu Hause in seiner Badewanne über Wasser zu halten. Seit
zwei Wochen liegt er darin, weil hinter der Badezimmertür das Homeoffice lauert. Eine groteske
Geschichte über entgrenzte Arbeit und grenzenlosen Urlaub. Über Naherholung und Fernweh.

Mit: Esther Hilsemer (Etta Zilla), Lea Ostrovskiy (Irene Kubikel), Felix Goeser (Thomas Tropick),
Michael Hanemann (Arnold Zilla), Nicolas Lehni (Arno Zilla) und Aram Tafreshian (Tom Tropick)

Musik: Sebastian Jurchen
Tontechnik: Alexander Brennecke, Christoph Richter
Regie: Malte Abraham
Produktion: DLF 2019
Dauer: 56'

Malte Abraham, geboren 1988 in Hamburg, studierte Sprachkunst in Wien und Szenisches Schreiben
an der Universität der Künste in Berlin. Sein Kurzhörspiel «Die Vollkommenheit der Fugen» war 2018
für den ARD PiNball nominiert und gewann den Track 5' Preis von Ö1. Zuletzt erhielt er das
österreichische DramatikerInnenstipendium und für die Hörspielserie «Das Licht der Öffentlichkeit (AT)»
das Arbeitsstipendium der Film- und Medienstiftung NRW. In der Spielzeit 2019/2020 ist er Hausautor
am Theater Koblenz. «Die weite weite Sofalandschaft» wurde im Februar 2020 als Hörspiel des Monats
ausgezeichnet.
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November – Dezember 2020

Samstag, 26.12.2020, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Koslik ist krank
von Julia Rothenburg

Verstörendes Kammerspiel auf Linoleumboden. René Koslik ist ein Durchschnittsmann, der sein Leben
genauso wenig hinterfragt wie die meisten von uns, sondern es einfach lebt. Doch dann gerät alles aus
den Fugen: Koslik kommt – ins Krankenhaus. Und darf nicht mehr hinaus …

Alles war in bester Ordnung, bis René Koslik, ein Mann Anfang vierzig mit geregeltem Alltag, plötzlich
mit Verdacht auf Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wird. Ab sofort befindet er sich in einer
klaustrophobischen Situation: Er darf – aus versicherungsrechtlichen Gründen – nicht nach draussen,
ist quasi gefangen. Und so bleibt ihm nichts übrig, als zu warten. Auf was? Auf die nächste
Untersuchung? Auf das nächste Testergebnis? Auf den Urteilsspruch? Seine Exekution? Seinen
Freispruch? Von einem Augenblick zum nächsten hat er die Entscheidungshoheit über sein Leben
verloren.

Mit ihren labyrinthartigen Gängen und ihrer undurchschaubaren Choreografie von Ärzten und Pflegern
erscheint ihm die Klinik wie eine Parallelwelt. Die übrigen Patienten gleichen Schauspielern in einem
absurden Theaterstück: Kosliks duldsamer Bettnachbar Friese, der redselige Rheinländer Bude, die
esoterische Maltherapeutin Klemm. Die angekündigten Untersuchungen verzögern sich, und eine
diffuse Unruhe ergreift von ihm Besitz; er fühlt sich wie ein Angeklagter, der vergeblich auf sein Urteil
wartet. Als dann auch noch seine Exfreundin Marlies auftaucht, droht alles aus den Fugen zu
geraten …

Doch dann läuft ihm im Bademantel ein ehemaliger Kommilitone über den Weg und ein Kapitel im Buch
seines Lebens wird aufgeschlagen, das er lange verdrängt hatte.

«Koslik ist krank» ist der Debütroman der 1990 geborenen Julia Rothenburg.

Mit: Jens Harzer (Koslik), Gloria Endres de Oliveira (Sprecherin), Bernd Gajkowski (Pfleger 1/Friese),
Philipp Kronenberg (Pfleger 2), Philippe Graber (Arzt), Theresa Berlage (Charlotte), Ulrich Bähnk
(Frank), Annelore Sarbach (Marlies), Josefine Israel (Schwester Nadine), Till Butterbach (Bude),
Christoph Hagen Dittmann (Pfleger Mark), Cornelia Schirmer (die Rothaarige), Marie Löcker (Melinda
Krause), Monika Barth (Marina Koslik), Ingrid Dohse (Frau Klemm), Anne Moll (Ärztin)

Hörspielfassung und Regie: Elisabeth Weilenmann
Tontechnik: Angelika Körber, Christian Alpen und Martin Leitner
Produktion: NDR/ORF 2020
Dauer: 58'
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November – Dezember 2020

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