Pflanzenschutzmittel im Feldbau: Einsatz und Gewässerrisiken von 2009 bis 2018

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Pflanzenschutzmittel im Feldbau: Einsatz und Gewässerrisiken von 2009 bis 2018
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     Pflanzenschutzmittel im Feldbau: Einsatz und
     Gewässerrisiken von 2009 bis 2018
     Laura de Baan, Judith F. Blom und Otto Daniel
     Agroscope, 8820 Wädenswil, Schweiz
     Auskünfte: Laura de Baan, E-Mail: laura.debaan@agroscope.admin.ch

     https://doi.org/10.34776/afs11-162g Publikationsdatum: 10. August 2020

     Oberflächengewässer bereichern die Agrarlandschaft. (Fotoquelle: www.123rf.com)

     Zusammenfassung

     Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) im                      Risikopotentiale. Im Untersuchungszeitraum hat sich
     Feldbau wird im Rahmen des Agrarumweltmonito-                       das Spektrum an PSM-Wirkstoffen, die im Feldbau zur
     rings der Schweiz seit 2009 jährlich erfasst. Anhand                Verfügung standen und angewendet wurden, ver-
     dieser Daten wurde die applizierte Wirkstoffmenge                   ändert. Es zeigte sich, dass einige Wirkstoffe, obwohl
     pro Kultur von 2009 bis 2018 berechnet und mithilfe                 in geringeren Mengen eingesetzt, Risiko-dominierend
     der kulturspezifischen Anbauflächen die schweizweit                 sein können, während andere zwar in grösseren Men-
     eingesetzte Wirkstoffmenge im Feldbau ermittelt.                    gen eingesetzt werden, aber nur geringe Auswirkun-
     Die Risikopotentiale dieses PSM-Einsatzes für Ober-                 gen auf das Risikopotential für Oberflächengewässer
     flächengewässer wurden mit dem Modell SYNOPS                        haben. Die Studie zeigt, dass sich im Feldbau die
     analysiert. Der Einsatz von Herbiziden und Fungiziden               Risikopotentiale für Oberflächengewässer im Unter-
     im Feldbau nahm in diesem Zeitraum kontinuierlich                   suchungszeitraum hauptsächlich durch die Wahl der
     ab. Bei den Insektiziden machte der auf Kartoffeln                  PSM-Wirkstoffe und die vermehrt verfügten Auflagen
     eingesetzte Wirkstoff Paraffinöl den Grossteil der Ein-             verändert haben. Eine Analyse der Risiken in Spezial-
     satzmenge aus. Ohne dessen Berücksichtigung nahm                    kulturen bedarf einer grösseren Informationsbasis.
     die eingesetzte Insektizid-Menge seit 2012 ebenfalls                Eine breitere Erfassung, verbesserte Zugänglichkeit
     ab. Die Risikopotentiale zeigten bei Herbiziden einen               und die zunehmende Digitalisierung in der Landwirt-
     konstanten, bei Fungiziden einen abnehmenden und                    schaft könnten dazu beitragen, in Zukunft eine reprä-
     bei Insektiziden einen ansteigenden Trend. Wurden in                sentative Datenbasis für alle Kulturen zu schaffen.
     der Berechnung auch die Effekte der in der Zulassung
     verfügten Auflagen zur Risikominderung berücksich-                  Key words: use of plant protection products, aquatic
     tigt, zeigte sich eine teils deutliche Reduktion aller              risk, risk mitigation, time series.

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Einleitung                                                  Das Risikopotential von PSM ergibt sich aus der einge-
                                                            setzten Menge, der modellierten Konzentration der
Pflanzenschutzmittel (PSM) werden zum Schutz von            PSM in Oberflächengewässern und der Ökotoxizität
Nutzpflanzen vor Schadorganismen eingesetzt. Die            der eingesetzten PSM. Dank der Weiterentwicklung des
meisten PSM sind «biologisch aktiv» und greifen in den      Modells SYNOPS für Schweizer Umwelt- und Standort-
Stoffwechsel und die Biologie von Organismen ein. Da-       bedingungen (de Baan 2020) ist es basierend auf den
durch können auch Nebenwirkungen auf Mensch, Tier           Daten zum Einsatz der PSM im Feldbau nun möglich,
und Umwelt entstehen. Mit dem Ziel unerwünschte Ne-         die Risikopotentiale für Oberflächengewässer von 2009
benwirkungen zu verhindern, dürfen PSM erst verkauft        bis 2018 darzustellen. Damit kann erstmals die wichtige
und verwendet werden, wenn sie ein umfangreiches            Frage untersucht werden, ob sich durch die Verände-
Zulassungsverfahren durchlaufen haben. Zudem wird           rungen im Rahmen der Zulassung und der agrarpoliti-
durch agrarpolitische Massnahmen angestrebt, den Ein-       schen Massnahmen die Menge der eingesetzten PSM
satz und die Risiken von PSM zu senken. Zulassungsver-      verändert hat, oder aber auch deren Risikopotential.
fahren und agrarpolitische Massnahmen wurden in den         Zudem kann aufgezeigt werden, wie gross der Beitrag
letzten Jahrzehnten laufend verfeinert und angepasst,       der verschiedenen Kulturen an die Risikopotentiale war,
aber eine Analyse der Auswirkungen auf den PSM-Ein-         und ob es Wirkstoffe gab, welche das Risikopotential
satz in der Landwirtschaft und das damit verbundene         dominierten.
Risikopotential der PSM für Oberflächengewässer fehlt.      Die Zulassung der PSM beeinflusst das Risikopotential
Die jährlich verkaufte Menge PSM, die vom Bundes-           für Oberflächengewässer durch die Bewilligung von
amt für Landwirtschaft erfasst und veröffentlicht wird      PSM, aber auch durch Anwendungsvorschriften und
(BLW 2020a), zeigt eine allgemeine Entwicklung auf.         Auflagen, welche den PSM-Eintrag via Drift und Ab-
Von 2008 bis 2018 war der Verkauf von Herbiziden ab-        schwemmung in Oberflächengewässer reduzieren. Die
nehmend (–33 %), von Fungiziden leicht zunehmend            wissenschaftliche Grundlage solcher Auflagen wurde
(+6 %) und von Insektiziden (inklusive Mineralöle) über     kontinuierlich verbessert und seit 2011 werden solche
die Jahre schwankend ohne deutlichen Trend. Im Jahr         Auflagen vermehrt im Rahmen der gezielten Überprü-
2018 wurden anteilsmässig 28 % Herbizide, 49 % Fungi-       fung erlassen. Die Auflagen (beispielsweise unbehan-
zide, 14 % Insektizide und 9 % andere PSM verkauft. Die     delte Pufferzonen, Abstandsauflagen) haben zum Ziel,
Angaben zu den Verkaufsmengen der PSM lassen aber           das von einer PSM-Anwendung in einer Kultur ausge-
keine Rückschlüsse auf den realen Einsatz in der Land-      hende Risikopotential für Oberflächengewässer auf ein
wirtschaft zu, da PSM auch in anderen Anwendungs-           gemäss Pflanzenschutzmittelverordnung (PSMV 2020)
gebieten eingesetzt werden. Zudem fehlen mehrjährige        akzeptables Risiko zu senken. Diese Auflagen werden
Angaben darüber, welche Mengen an PSM in spezifi-           als sehr wichtig für eine Reduktion der Risiken in den
schen landwirtschaftlichen Kulturen eingesetzt werden.      Oberflächengewässern betrachtet. Ihre Wirksamkeit ist
Der Einsatz der PSM in landwirtschaftlichen Kulturen        in vielen Einzelstudien belegt, jedoch fehlt eine Analyse
wird seit 2009 im Rahmen des Agrarumweltmonitorings         ihrer Wirksamkeit im Kontext der Veränderungen der
erhoben (ZA-AUI 2020). Die Erhebungen gelten im Feld-       Zulassung und der realen Pflanzenschutz-Praxis.
bau als repräsentativ, während bei anderen Kulturgrup-      Auch im Hinblick auf den «Aktionsplan zur Risikore-
pen die Stichprobe grösser sein müsste, um regionale        duktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzen-
Unterschiede oder die grosse Variabilität der Kulturen      schutzmitteln» (AP PSM) mit dem Ziel, das Risikopoten-
und Anbauverfahren repräsentativ abbilden zu können         tial ausgehend von einer Referenzperiode bis 2027 um
(de Baan, Spycher und Daniel 2015). Da der Feldbau in-      50 % zu reduzieren (Bundesrat 2017), liefert diese Studie
klusive Wiesen und Weiden mit 83 % einen grossen An-        wichtige Erkenntnisse. Neben den kulturspezifischen
teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmacht, ist      Entwicklungen im PSM-Einsatz im Feldbau und deren
zu erwarten, dass sich die Trends der Verkaufszahlen im     Risikopotentiale für Oberflächengewässer, werden auch
Einsatz der PSM im Feldbau widerspiegeln, möglicher-        die Grenzen der Interpretation der Auswertungen aus-
weise sogar auf der Ebene von einzelnen Kulturen. Bis-      geleuchtet.
her fehlt eine Analyse der langfristigen Entwicklung des
PSM-Einsatzes in den Kulturen des Feldbaus und damit
die Möglichkeit, den PSM-Einsatz im Kontext der Ver-
änderungen von Zulassung und agrarpolitischen Mass-
nahmen darzustellen.

                                                                                Agrarforschung Schweiz 11: 162–174, 2020     163
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Material und Methoden                                        (Sommerweizen, Sommergerste, Hafer, Dinkel, Rog-
                                                             gen, Triticale) 59,7 Betriebe, Mais 129,8 Betriebe, Raps
Die Grundlage dieser Studie bilden die Feldkalender-         55,1 Betriebe, Raps Extenso 16,6 Betriebe, Kartoffeln
einträge von Betrieben, die sich am Agrarumweltmoni-         44,5 Betriebe, Zuckerrüben 55,9 Betriebe, Futter­rüben
toring beteiligen. Die Zusammensetzung der Betriebe          13,7 Betriebe, Hülsenfrüchte (Erbsen, Ackerbohnen,
änderte sich teilweise über die Zeit, da die Beteiligung     Lupinen) 30,5 Betriebe und Wiesen (Wiesen, Weiden,
zwar entschädigt wird, aber freiwillig ist. Anhand dieser    Brachen) 91,0 Betriebe.
Daten werden in der Zentralen Auswertung von Agrar-
umweltindikatoren (ZA-AUI) verschiedene Indikatoren          Berechnung PSM-Einsatz
berechnet, unter anderem zum PSM-Einsatz und zu den          Aus dem AUI-Datensatz wurden folgende Kennzahlen
PSM-Risiken. Die Feldkalender enthalten pro Schlag           zum PSM-Einsatz im Feldbau berechnet:
(eine zusammenhängende Fläche, auf der jeweils nur
eine bestimmte Kultur angebaut wird) Angaben zu den          Die Wirkstoffmenge erfasst pro Betrieb und Kultur
eingesetzten PSM, wie Produktname, Anwendungsmen-            die jährlich applizierte Wirkstoffmenge (in kg/ha) für
ge und Datum der Anwendung.                                  Herbizide, Fungizide und Insektizide. Dabei wurde pro
                                                             Betrieb, Kultur und Jahr die Summe aller eingesetzten
Charakterisierung und Repräsentativität                      Wirkstoffe pro Wirkstoffgruppe (in kg) berechnet und
der AUI-Daten                                                durch die Anbaufläche der jeweiligen Kultur auf dem
Nicht alle Anbauregionen und alle Kulturgruppen sind         Betrieb (in ha) dividiert. Für die Berechnung der Wirk-
im ZA-AUI-Datensatz gleichermassen gut abgedeckt.            stoffmenge wurden auch unbehandelte Schläge be-
Sehr viele Betriebe liefern Daten für den Feldbau (in-       rücksichtigt. Die flächengewichtete Wirkstoffmenge
klusive Wiesen, Weiden und Brachen), während andere          ist eine Hochrechnung der schweizweit in einer Kultur
Kulturtypen (Obstbau und Reben) in einem etwas ge-           eingesetzten Wirkstoffmenge (in Tonnen) für Herbizide,
ringerem Umfang vertreten sind. Untervertreten sind          Fungizide und Insektizide. Dabei wurde der Mittelwert
Betriebe, die Daten zu Freilandgemüse (Salat, Kohl, Ka-      der Wirkstoffmenge über alle Betriebe (in kg/ha), die die
rotten, Zwiebeln, Spinat, Spargel etc.), anderen Kulturen    jeweilige Kultur anbauten, gebildet und mit der gesam-
wie z. B. Beeren oder Sonnenblumen, sowie Daten zum          ten Anbaufläche der Kultur in der Schweiz (BFS 2020;
biologischen Anbau von Kulturen mit anspruchsvollem          BLW 2019) multipliziert.
Pflanzenschutz (z. B. Obst, Reben, Gemüse, Kartoffeln,
Raps) liefern. Ausserhalb der Kulturen im Feldbau ist un-    Die Anzahl an Interventionen gibt Auskunft darüber, wie
klar, wie repräsentativ die Daten für die durchschnitt-      häufig PSM eingesetzt werden. Für jeden Betrieb wurde
liche Schweizer Pflanzenschutzmittelpraxis sind.             berechnet, wie viele Spritz-Durchfahrten in einer Kultur
Daher stammen alle in dieser Studie analysierten Daten       pro Jahr für Herbizide, Fungizide und Insekti­zide statt-
(im Folgenden als AUI-Datensatz bezeichnet) aus dem          fanden (z. B. die Anzahl an Interventionen für Fungi­zide
Feldbau (inklusive Wiesen, Weiden und Brachen), wobei        im Winterweizen). Tankmischungen mit verschiedenen
Betriebe mit biologischem Anbau nicht berücksichtigt         Wirkstoffgruppen (z. B. Insektiziden und Fungiziden)
wurden. Saatbeizmittel wurden wegen der lückenhaf-           wurden getrennt gezählt und als zwei Interventionen
ten Daten ebenfalls nicht analysiert. Im Untersuchungs-      behandelt. Für die Berechnung der durchschnittlichen
zeitraum 2009 bis 2018 gab es pro Jahr zwischen 231–276      Anzahl an Interventionen wurden unbehandelte Schlä-
Betriebe (durchschnittlich 254), welche auswertbare Da-      ge berücksichtigt.
ten für den Feldbau lieferten. Im AUI-Datensatz wurde
während dieser Jahre durchschnittlich eine Fläche von        Der Anteil von PSM-Anwendungen mit Auflagen (in %)
knapp 6´500 ha im Feldbau erfasst. Das ist in etwa 0,74 %    gibt an, bei wie vielen PSM-Anwendungen im AUI-Da-
der gesamtschweizerischen Feldbau-Fläche (inklusive          tensatz eines Jahres laut jeweiligem Stand der Zulas-
Wiesen, Weiden und Brachen). Für die Berechnung des          sung eine Auflage verfügt worden ist. Hierfür wurden
Risikopotentials wurde durchschnittlich die folgende         die PSM-Angaben im AUI-Datensatz mit den im Pflan-
Anzahl an Betrieben pro Jahr und Kultur analysiert, wo-      zenschutzmittelverzeichnis aufgeführten Auflagen der
bei ein Betrieb meistens Daten zu mehreren Kulturen lie-     Jahre 2009–2018 für Drift und Abschwemmung ergänzt,
ferte: Winterweizen 55,8 Betriebe pro Jahr, Winterwei-       wobei jeweils der Stand der Zulassung am Anfang eines
zen Extenso 94,6 Betriebe, Wintergerste 43,8 Betriebe,       Kalenderjahres verwendet wurde (BLW 2020b). Falls ein
Wintergerste Extenso 45,4 Betriebe, Übriges Getreide         PSM-Produkt in einer Kultur für verschiedene Indikatio-

                                                                                 Agrarforschung Schweiz 11: 162–174, 2020     164
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nen (d.h. Schadorganismen) zugelassen war, wurde die         ETR durch zehn dividiert, um akute und chronische Ef-
jeweils maximal verfügte Auflage berechnet. Schliesslich     fekte gleichwertig zu berücksichtigen. Die Risikopoten-
wurde pro Kultur, Jahr und Wirkstoffgruppe der Anteil        tiale wurden getrennt berechnet für Herbizide, Fungi-
an allen Wirkstoffapplikationen berechnet, bei denen         zide und Insektizide.
das entsprechende Produkt laut PSM-Verzeichnis eine          Da der Eintrag von PSM in Gewässer von Umweltbe-
Auflage bezüglich Abschwemmung oder Abdrift hatte            dingungen (z. B. Hangneigung oder Klima) beeinflusst
(z. B. der Anteil an PSM-Anwendungen mit Auflagen bei        wird, wurden für die Schweiz repräsentative Umwelt-
Insektiziden auf Raps).                                      szenarien definiert. Im Rahmen einer Sensitivitätsana-
                                                             lyse wurden pro untersuchter Kulturgruppe 618–9193
Berechnung des Risikopotentials                              verschiedene Umweltszenarien getestet und am Schluss
für Oberflächengewässer                                      eine Auswahl von einem repräsentativen Set an Umwelt-
Die Berechnung des Risikopotentials für Oberflächenge-       bedingungen pro Kultur definiert (de Baan 2020). Für
wässer erfolgte mit dem Modell SYNOPS (Gutsche und           den Feldbau wurden 79 Umweltszenarien definiert, mit
Strassemeyer 2007; Strassemeyer et al. 2017). Das Modell     denen jeweils die Risiken für jede Spritzfolge im AUI-Da-
berechnete für jede Pflanzenschutzmittelanwendung            tensatz berechnet wurden. Für jede Spritzfolge wurde
aus dem analysierten AUI-Datensatz den potenziellen          schliesslich das 90. Perzentil über die 79 errechneten Ri-
Eintrag aus einem behandelten Schlag in Oberflächen-         sikopotentiale ermittelt, wobei als Gewichtungsfaktor
gewässer (Exposition) über die vier Eintragspfade Drift,     berücksichtigt wurde, wie häufig diese Umweltbedin-
Abschwemmung, Erosion und Drainage. Anschliessend            gungen jeweils in der Schweiz auftreten. Dem 90. Per-
wurde das Risikopotential berechnet, welches mit der         zentil liegt eine bestimmte Kombination an Umweltbe-
so modellierten Konzentration im Oberflächengewässer         dingungen und Bodeneigenschaften zugrunde, die als
verbunden ist. Das heisst, dass das Risikopotential lokal    realistisches worst-case-Szenario betrachtet wird. Für
das von einem behandelten Schlag ausgehende Risiko           das Oberflächengewässer wurde ein 1 m breites und
für Gewässerorganismen beschreibt. Für jede Applika-         30 cm tiefes Gewässer angenommen mit konstantem
tion wurde das Risikopotential mit und ohne die verfüg-      Gewässervolumen. Um die Risiko-dominierenden Wirk-
ten spezifischen Auflagen für Drift und Abschwemmung         stoffe zu identifizieren, wurde jeweils pro Spritzfolge
berechnet.                                                   pro Schlag berechnet, welcher Wirkstoff die höchsten
In SYNOPS wurde das Risikopotential pro Wirkstoff als        Risikopotentiale zeigte (ohne Berücksichtigung von Mi-
«exposure-toxicity-ratio» (ETR) berechnet, d. h. als der     schungseffekten).
Quotient aus Exposition und Toxizität. Für die Toxizität     Falls auf einem Betrieb mehrere Felder mit derselben
wurden in standardisierten Laborexperimenten ermit-          Kultur bestellt wurden, wurde zuerst das Risikopotential
telte toxische Konzentrationen von Stellvertreterorga-       pro Kultur, Betrieb und Wirkstoffgruppe berechnet. In
nismen verwendet (z.B. LC50, d.h. die Konzentration bei      einem weiteren Schritt wurde der Median der Risiko-
der 50 % Mortalität beobachtet wurde; NOEC, d. h. die        potentiale über alle Betriebe, die diese Kultur angebaut
Konzentration, bei der keine chronischen Effekte fest-       haben, ermittelt. Berechnet wurde demnach das mitt-
gestellt wurden). Als Stellvertreterorganismen für akute     lere Risikopotential einer Kultur über alle ZA-AUI Be-
und chronische Effekte wurden Wasserflöhe, Fische und        triebe. Am Schluss wurde der Median-Wert pro Kultur
Sedimentorganismen, bei den akuten Effekten wurden           mit der Anbaufläche der Kultur im jeweiligen Jahr (in
zudem Algen und Wasserlinsen betrachtet. Die Daten           ha) multipliziert (flächengewichtete Risikopotentiale).
zur Toxizität sowie zu den chemischen Eigenschaften          Um das Risikopotential von PSM zu senken, wurden im
stammen aus der Pesticide Property Database (PPDB:           Rahmen der Zulassung von PSM für Anwendungen, bei
Lewis et al. 2016). Diese Daten wurden überprüft und         denen allfällige Einträge via Drift und Abschwemmung
teilweise korrigiert. Neben den Effekten von einzelnen       ein Risiko für Wasserorganismen darstellen, ein Abstand
Wirkstoffen, wurden auch Effekte von Mischungen von          zu Oberflächengewässern vorgeschrieben. Der Ab-
mehreren Wirkstoffen, welche auf dem gleichen Schlag         stand für Drift variiert mit dem möglichen Risiko eines
appliziert wurden, berücksichtigt. Schliesslich wurde pro    PSM-Einsatzes und kann je nach Produkt 6, 20, 50 oder
Spritzfolge (d.h. die Abfolge von PSM-Applikationen auf      100 m betragen, in früheren Jahren gab es in einzelnen
einem Schlag in einem Anbaujahr) der maximale ETR            Fällen auch Abstandsauflagen von 10 m. Gleichermassen
(akut und chronisch) über alle Wirkstoffe einer Wirk-        gibt es Auflagen, um das Risiko von PSM durch allfällige
stoffgruppe und über alle Organismengruppen wäh-             Abschwemmungseinträge auf Parzellen, die weniger als
rend eines Jahres ermittelt. Dabei wurden chronische         100 m von einem Oberflächengewässer entfernt sind,

                                                                                 Agrarforschung Schweiz 11: 162–174, 2020     165
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zu mindern, wenn die PSM-Anwendung nicht auf einer                                                                                                         Resultate
ebenen Fläche mit < 2 % Neigung erfolgt, oder die Flä-
che niedriger liegt als das Oberflächengewässer. Bis 2018                                                                                                  Flächengewichtete Wirkstoffmengen
wurden Produkte mit einem potentiellen Risiko wegen                                                                                                        Die flächengewichteten Wirkstoffmengen im Feldbau
Abschwemmung mit der Auflage versehen, einen 6 m                                                                                                           (Abb. 1) unterscheiden sich stark je nach Kultur und
breiten bewachsenen und unbehandelten Pufferstrei-                                                                                                         Wirkstoffgruppe der PSM. Bei den Herbiziden wurden
fen entlang von Gewässern einzurichten. Um den Effekt                                                                                                      im Untersuchungszeitraum im Feldbau je nach Erhe-
von Risikominderungsmassnahmen auf die Risikopoten-                                                                                                        bungsjahr zwischen 328 und 476 t verwendet, wobei die
tiale aufzuzeigen, wurden zwei separate SYNOPS-Be-                                                                                                         eingesetzten Wirkstoffmengen kontinuierlich von 2012
rechnungen durchgeführt: einmal mit und einmal ohne                                                                                                        bis 2018 um knapp 31 % sanken. Generell lässt sich eine
Berücksichtigung der im PSM-Verzeichnis des jeweiligen                                                                                                     Reduktion des Herbizideinsatzes in fast allen Kulturen
Jahres festgelegten Auflagen zur Reduktion der Drift                                                                                                       beobachten, eine grössere Abnahme gab es zwischen
und Abschwemmung für die einzelnen PSM-Anwendun-                                                                                                           2009 und 2018 bei Wiesen und Weiden (–16,9 t) und
gen. Dabei wurde angenommen, dass ein 6 m breiter                                                                                                          in den Kulturen Mais (–28,4 t), Winterweizen (–20,1 t)
bewachsener Pufferstreifen den Eintrag von Abschwem-                                                                                                       und Winterweizen Extenso (–19,8 t). Bei den Fungiziden
mung um 50 % reduziert (Weisung BLW 2020c; basierend                                                                                                       wurden im Feldbau pro Jahr zwischen 99 und 146 t ein-
auf Hanke et al. 2013). Der Driftreduzierende Effekt von                                                                                                   gesetzt. Verglichen mit 2009 sank 2018 die eingesetzte
unbehandelten Pufferstreifen wurde basierend auf den                                                                                                       Fungizid-Menge um knapp 27 %. Während der Fungizid-
Drift–Messungen von Rautmann, Streloke und Winkler                                                                                                         einsatz beim Winterweizen trotz der jährlichen Schwan-
(2001) berechnet und lag je nach Distanz vom Feld zum                                                                                                      kungen insgesamt um fast 19 t rückläufig war, stieg der
Gewässer und Auflage zwischen 0 % und 94 %).                                                                                                               Fungizideinsatz bei Zuckerrüben während dieser Zeit

                                                                     Herbizide                                                                                                              Fungizide

                                                                                                                                                            140
                                                                                                                    flächengewichtete Wirkstoffmenge [t]
flächengewichtete Wirkstoffmenge [t]

                                       400                                                                                                                  120
                                                                                                                                                            100
                                       300
                                                                                                                                                             80
                                       200                                                                                                                   60
                                                                                                                                                             40
                                       100
                                                                                                                                                             20
                                         0                                                                                                                    0
                                             2009

                                                    2010

                                                           2011

                                                                  2012

                                                                         2013

                                                                                2014

                                                                                       2015

                                                                                              2016

                                                                                                     2017

                                                                                                            2018

                                                                                                                                                                   2009

                                                                                                                                                                          2010

                                                                                                                                                                                 2011

                                                                                                                                                                                         2012

                                                                                                                                                                                                2013

                                                                                                                                                                                                       2014

                                                                                                                                                                                                              2015

                                                                                                                                                                                                                     2016

                                                                                                                                                                                                                            2017

                                                                                                                                                                                                                                   2018

                                                                    Insektizide
                                        50
flächengewichtete Wirkstoffmenge [t]

                                                                                                                                                                      Zuckerrüben
                                                                                                                                                                      Futterrüben
                                        40                                                                                                                            Raps
                                                                                                                                                                      Raps Extenso
                                        30                                                                                                                            Mais
                                                                                                                                                                      Winterweizen
                                        20                                                                                                                            Winterweizen Extenso
                                                                                                                                                                      Wintergerste
                                        10                                                                                                                            Wintergerste Extenso
                                                                                                                                                                      Wiesen, Weiden, Brachen
                                         0                                                                                                                            Kartoffeln
                                                                                                                                                                      Hülsenfrüchte
                                             2009

                                                    2010

                                                           2011

                                                                  2012

                                                                         2013

                                                                                2014

                                                                                       2015

                                                                                              2016

                                                                                                     2017

                                                                                                            2018

                                                                                                                                                                      Übriges Getreide

Abb. 1 | Flächengewichtete Wirkstoffmenge von 2009 bis 2018 im Feldbau, getrennt nach Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden.

                                                                                                                                                                                        Agrarforschung Schweiz 11: 162–174, 2020          166
Pflanzenschutzmittel im Feldbau: Einsatz und ­G ewässerrisiken von 2009 bis 2018 | Umwelt

 kontinuierlich um über 8 t an. Insektizide, die häufig                                                           Flächengewichtete Risikopotentiale von PSM
 schon in niedrigen Dosierungen hochwirksam sind, wur-                                                            in Oberflächengewässern
 den in viel geringeren Mengen als Herbizide und Fun-                                                             Die flächengewichteten Risikopotentiale (ETR × Flächen
 gizide eingesetzt. Eine Ausnahme war der Einsatz von                                                             der Kulturen im Feldbau) zeigten, dass Herbizide grös-
 Paraffinöl im Kartoffelanbau, welches > 99 % der jähr-                                                           sere Risikopotentiale als Insektizide, und Insektizide
 lich eingesetzten Wirkstoffmenge ausmachte. Abgese-                                                              grössere als Fungizide aufwiesen (Abb. 2). Bei den Her-
 hen vom Insektizid-Einsatz in Kartoffeln (graue Farbe in                                                         biziden traten die höchsten flächengewichteten Risiko-
 Abb. 1), konnte über alle anderen Kulturen gesehen ein                                                           potentiale im Mais, Raps und Wintergerste (inklusive
 Anstieg des Insektizid-Einsatzes bis 2012 auf 10,8 t und                                                         Extenso) auf. Dagegen führten Herbizidanwendungen
 ein Rückgang bis 2018 auf 4,0 t verzeichnet werden. Dies                                                         in Wiesen und Weiden nur zu einem sehr geringen flä-
 entspricht einer Reduktion von 63 % seit 2012.                                                                   chengewichteten Risikopotential. Bei den Fungiziden

                                                           Herbizide                                                                                                    Herbizide
                        3500                                                                                                      3500
                        3000                                                                                                      3000
Risikopotential × 10³

                                                                                                          Risikopotential × 10³
 flächengewichtetes

                                                                                                           flächengewichtetes

                        2500                                                                                                      2500
                        2000                                                                                                      2000
                        1500                                                                                                      1500
                        1000                                                                                                      1000
                         500                                                                                                       500
                           0                                                                                                         0
                               2009
                                      2010
                                             2011
                                                    2012
                                                            2013
                                                                   2014
                                                                          2015
                                                                                 2016
                                                                                        2017
                                                                                               2018

                                                                                                                                            2009
                                                                                                                                                   2010
                                                                                                                                                          2011
                                                                                                                                                                 2012
                                                                                                                                                                         2013
                                                                                                                                                                                2014
                                                                                                                                                                                       2015
                                                                                                                                                                                              2016
                                                                                                                                                                                                     2017
                                                                                                                                                                                                            2018
                                                           Fungizide                                                                                                    Fungizide
                          70                                                                                                        70
                          60                                                                                                        60
Risikopotential × 10³

                                                                                                          Risikopotential × 10³
 flächengewichtetes

                                                                                                           flächengewichtetes

                          50                                                                                                        50
                          40                                                                                                        40
                          30                                                                                                        30
                          20                                                                                                        20
                          10                                                                                                        10
                           0                                                                                                         0
                               2009
                                      2010
                                             2011
                                                    2012
                                                            2013
                                                                   2014
                                                                          2015
                                                                                 2016
                                                                                        2017
                                                                                               2018

                                                                                                                                            2009
                                                                                                                                                   2010
                                                                                                                                                          2011
                                                                                                                                                                 2012
                                                                                                                                                                         2013
                                                                                                                                                                                2014
                                                                                                                                                                                       2015
                                                                                                                                                                                              2016
                                                                                                                                                                                                     2017
                                                                                                                                                                                                            2018

                                                           Insektizide                                                                                                  Insektizide
                         300                                                                                                       300

                         250                                                                                                       250
Risikopotential × 10³

                                                                                                          Risikopotential × 10³
 flächengewichtetes

                                                                                                           flächengewichtetes

                         200                                                                                                       200

                         150                                                                                                       150

                         100                                                                                                       100

                          50                                                                                                        50

                           0                                                                                                         0
                               2009
                                      2010
                                             2011
                                                    2012
                                                            2013
                                                                   2014
                                                                          2015
                                                                                 2016
                                                                                        2017
                                                                                               2018

                                                                                                                                            2009
                                                                                                                                                   2010
                                                                                                                                                          2011
                                                                                                                                                                 2012
                                                                                                                                                                         2013
                                                                                                                                                                                2014
                                                                                                                                                                                       2015
                                                                                                                                                                                              2016
                                                                                                                                                                                                     2017
                                                                                                                                                                                                            2018

                               Zuckerrüben                  Raps                        Mais          W.Weizen Ext.                      W.Gerste Ext.             Kartoffeln                   Übr. Getreide
                               Futterrüben                  Raps Extenso                W.Weizen      W.Gerste                           Wiesen                    Hülsenfrüchte

 Abb. 2 | Flächengewichtete Risikopotentiale für Oberflächengewässer von 2009 bis 2018, ausgehend von Herbizid-, Fungizid-
 und Insektizidanwendungen ohne Abstandsauflagen (links) und mit Abstandsauflagen (rechts). Der schwarze Pfeil zeigt den Mittelwert
 des Risikopotentials zwischen 2012 und 2015, der graue Pfeil markiert 50 % dieses Mittelwertes (W.Weizen = Winterweizen;
 W.Gerste = Wintergerste; Ext. = Extenso; Übr. Getreide = Übriges Getreide)

                                                                                                                                                          Agrarforschung Schweiz 11: 162–174, 2020                 167
Pflanzenschutzmittel im Feldbau: Einsatz und ­G ewässerrisiken von 2009 bis 2018 | Umwelt

    wurden in Winterweizen und Wintergerste die höchs-                                                                                      Risikopotentials im Jahr 2014 im Vergleich zum Jahr 2013
    ten flächengewichteten Risikopotentiale beobachtet;                                                                                     zu verzeichnen. Dies war deutlich sichtbar ohne Berück-
    einen eher geringen Anteil am Risikopotential hatte                                                                                     sichtigung der Abstandsauflagen, jedoch weniger stark
    der Einsatz von Fungiziden in Kartoffeln und «Übri-                                                                                     mit deren Berücksichtigung, da sich beim Insektizidein-
    gem Getreide». Bei den Insektizidanwendungen wurde                                                                                      satz im Raps das Risikopotential durch die Auflagen der
    das flächengewichtete Risikopotential hauptsächlich                                                                                     PSM-Zulassung stark reduzierte. Das Risikopotential be-
    durch die PSM-Applikationen im Raps verursacht. Die                                                                                     rechnet mit Auflagen war im Raps im Jahr 2018 45 %
    Insektizid-­Applikationen in Kartoffeln und Zuckerrüben                                                                                 tiefer als ohne Auflagen.
    hatten nur sehr geringe Auswirkungen auf das flächen-
    gewichtete Risikopotential.                                                                                                             Einsatz von PSM im Feldbau mit Abstandsauflagen
    Ohne Berücksichtigung der Abstandsauflagen der                                                                                          Im Zeitraum von 2009 bis 2018 wurden viele neue Auf-
    PSM-Zulassung (Abb. 2, links) blieb das Risikopotential                                                                                 lagen verfügt. Bei allen Kulturen nahm der Anteil der
    durch Herbizide zwischen 2009 und 2018 relativ unver-                                                                                   PSM-Anwendungen im AUI-Datensatz, bei welchen die
    ändert, jedoch mit jährlichen Schwankungen. Die Ab-                                                                                     eingesetzten PSM Abstandsauflagen hatten, deutlich
    standsauflagen der PSM-Zulassung zeigten eine deut-                                                                                     zu, so zum Beispiel auch bei den Insektiziden, welche
    liche risikomindernde Wirkung, das Risikopotential sank                                                                                 in Raps eingesetzt wurden (Abb. 3). Der Anteil der In-
    kontinuierlich seit 2012 mit einer grösseren Reduktion                                                                                  sektizid-Anwendungen in Raps mit Driftauflagen lag
    im Jahr 2013 bei fast allen Kulturen. Das Risikopotential                                                                               während 2009 bis 2012 zwischen 13,2–15,8 % (Abb. 3,
    konnte durch die Auflagen im Jahr 2018 bei Mais um                                                                                      links), der grösste Teil davon waren PSM mit 20 m-Ab-
    42 % gegenüber einer Berechnung ohne Auflagen ge-                                                                                       standsauflagen. Ab 2013 stieg der Anteil der Anwen-
    senkt werden, bei Wintergerste und Wintergerste Ex-                                                                                     dungen, die eine Drift-Abstandsauflage besassen,
    tenso war das Risikopotential 2018 um 49 %, resp. 44 %                                                                                  stark an, seit 2015 lag deren Anteil zwischen 76,5 und
    und bei Kartoffeln um 44 % tiefer als ohne Auflagen                                                                                     85,3 %. Seit 2015 wurden zudem viele Insektizide mit
    (Abb. 2; rechts mit Auflagen). Bei den Fungiziden war                                                                                   sehr hohen Abstandsauflagen verwendet, knapp 20 %
    kein eindeutiger Trend ersichtlich, auffällig war hier nur                                                                              der 2015 und 2016 eingesetzten Insektizide hatten eine
    eine grössere Reduktion des Risikopotentials vom Jahr                                                                                   Abstandsauflage von 100 m. Seit 2013 wurden bei der
    2012 zum Jahr 2013, sichtbar sowohl mit als auch ohne                                                                                   Behandlung von Raps Insektizide verwendet, bei denen
    Berücksichtigung der Abstandsauflagen der PSM-Zulas-                                                                                    eine 6 m-Abschwemmungsauflage verfügt worden ist
    sung. Bei den Fungiziden verringerte sich das Risikopo-                                                                                 (Abb. 3, rechts). Zwischen 2013 und 2016 stieg deren
    tential durch die Anwendung von Abstandsauflagen vor                                                                                    Anteil von 19 % auf knapp 62 %. Im Jahr 2018 waren ca.
    allem beim Winterweizen um etwa 37 % im Jahr 2018                                                                                       50 % aller verwendeten Produkte mit solch einer Auf-
    verglichen mit dem Risikopotential berechnet ohne Auf-                                                                                  lage versehen.
    lagen. Bei den Insektiziden war ein starker Anstieg des

                             100          100 m                                                                                           100
                                          50 m
                              80          20 m                                                                                            80
% Anwendungen mit Auflagen

                                                                                                             % Anwendungen mit Auflagen

                                          10 m
                              60          6m
                                                                                                                                          60

                              40                                                                                                          40

                              20                                                                                                          20

                               0                                                                                                           0
                                   2009
                                          2010
                                                 2011
                                                        2012
                                                               2013
                                                                      2014
                                                                             2015
                                                                                    2016
                                                                                           2017
                                                                                                  2018

                                                                                                                                                2009
                                                                                                                                                       2010
                                                                                                                                                              2011
                                                                                                                                                                     2012
                                                                                                                                                                            2013
                                                                                                                                                                                   2014
                                                                                                                                                                                          2015
                                                                                                                                                                                                 2016
                                                                                                                                                                                                        2017
                                                                                                                                                                                                               2018

    Abb. 3 | PSM-Anwendungen mit Abstandsauflagen 2009–2018 am Beispiel des Insektizid-Einsatzes im Raps.
    links: Drift, rechts: Abschwemmung.

                                                                                                                                                                            Agrarforschung Schweiz 11: 162–174, 2020   168
Pflanzenschutzmittel im Feldbau: Einsatz und ­G ewässerrisiken von 2009 bis 2018 | Umwelt

   Risiko-dominierende Wirkstoffe                                                                                                         in 2014), Spiroxamine aus der Gruppe der Spiroketalami-
   Eine Kultur kann mit einer unterschiedlichen Auswahl                                                                                   ne (maximal 33,8 % in 2011), Fenpropidin aus der Gruppe
   an PSM behandelt werden. Je nach Spritzfolge domi-                                                                                     der Piperidine (maximal 18,7% in 2009) und Prochloraz,
   nierten andere Wirkstoffe das Risikopotential. Welche                                                                                  welches zu den Imidazolen gehört (maximal 11,6 % in
   Wirkstoffe Risiko-dominierend waren und wie sich der                                                                                   2009; Abb. 4, oben rechts). In fast allen analysierten Jah-
   Anteil der von ihnen dominierten Spritzfolgen von 2009                                                                                 ren dominierten diese vier Wirkstoffe die Risiken auf
   bis 2018 veränderte, ist in Abbildung 4 anhand von drei                                                                                58 bis 70 % der Schläge im Winterweizen, im Jahr 2015
   Beispielen dargestellt.                                                                                                                waren es dagegen nur 42 % der Schläge. Dagegen stieg
   Bei den Herbiziden für den Anbau von Wintergerste war                                                                                  im Jahr 2015 der Anteil Schläge, auf denen das Poly-
   zu Beginn des Untersuchungszeitraums das Harnstoff-                                                                                    saccharid Laminarin die Risiken dominierte, von 3,7%
   derivat Isoproturon der Risiko-dominierende Wirkstoff                                                                                  (2014) auf 12,8 %.
   (maximal 44,7 % der Schläge in 2009, Abb. 4, oben links).                                                                              Bei den in Raps eingesetzten Insektiziden waren bis 2011
   Während dessen Anteil kontinuierlich kleiner wurde (8 %                                                                                am häufigsten die Pyrethroide Bifenthrin und Cyperme-
   in 2018), stieg zeitgleich der Anteil an Spritzfolgen, der                                                                             thrin und das Neonikotinoid Thiacloprid Risiko-dominie-
   durch das Diflufenican, einem Pyridincarbonsäureamid,                                                                                  rend (Abb. 4, unten). Der Anteil von Schlägen, bei denen
   dominiert wurde (von 13,7 % in 2009 auf 44,2 % in 2018).                                                                               Bifenthrin das Risiko dominierte lag maximal bei 40,5 %
   Der Phenylharnstoff Chlorotoluron war in durchschnitt-                                                                                 (2011), der von Cypermethrin bei 41,5 % (2009) und der
   lich 18.5 % der Spritzfolgen der dominierende Wirkstoff                                                                                von Thiacloprid bei 18,3 % (2011). Ab 2013 waren die
   (minimal 4,3 % in 2010, maximal 24,1 % in 2014).                                                                                       Organophosphate Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl
   Die Risiko-dominierenden Fungizide im Winterweizen                                                                                     als Insektizide im Raps zugelassen und dominierten oft
   waren auf vielen Schlägen Chlorothalonil, welches zu                                                                                   das Risiko in den Spritzfolgen in den darauffolgenden
   den Chloronitrilen gehört (maximal 33,3% der Schläge                                                                                   Jahren (zusammen maximal bei 58,7 % in 2017).

                                                           Wintergerste: Herbizide                                                                                                                        Winterweizen: Fungizide
                                       100                                                                               Andere                                                       100                                                                         Andere
                                                                                                                         Flufenacet                                                                                                                               Laminarin
bei denen Wirkstoff Risiko dominiert

                                                                                                                                               bei denen Wirkstoff Risiko dominiert

                                        80                                                                               Pendimethalin                                                 80                                                                         Chlorothalonil
                                                                                                                         Glyphosat                                                                                                                                Spiroxamine
       Anteil Spritzfolgen (%)

                                                                                                                                                      Anteil Spritzfolgen (%)

                                                                                                                         Diflufenican                                                                                                                             Fenpropidin
                                        60                                                                               Ioxynil                                                       60                                                                         Prothioconazol
                                                                                                                         Isoproturon                                                                                                                              Prochloraz
                                        40                                                                               Chlortoluron                                                  40                                                                         Epoxiconazol
                                                                                                                         Tribenuron                                                                                                                               Cyproconazol
                                                                                                                         Thifensulfuron                                                                                                                           Pyraclostrobin
                                        20                                                                               Florasulam                                                    20                                                                         Bixafen

                                         0                                                                                                                                              0
                                             2009
                                                    2010
                                                           2011
                                                                   2012
                                                                          2013
                                                                                 2014
                                                                                        2015
                                                                                               2016
                                                                                                      2017
                                                                                                             2018

                                                                                                                                                                                            2009
                                                                                                                                                                                                   2010
                                                                                                                                                                                                          2011
                                                                                                                                                                                                                 2012
                                                                                                                                                                                                                        2013
                                                                                                                                                                                                                               2014
                                                                                                                                                                                                                                      2015
                                                                                                                                                                                                                                             2016
                                                                                                                                                                                                                                                    2017
                                                                                                                                                                                                                                                           2018

                                                                  Raps: Insektizide
                                       100                                                                               Andere
                                                                                                                         Chlorpyrifos−methyl
bei denen Wirkstoff Risiko dominiert

                                        80                                                                               Chlorpyrifos
                                                                                                                         Pymetrozin
       Anteil Spritzfolgen (%)

                                                                                                                         Thiacloprid
                                        60                                                                               Etofenprox
                                                                                                                         Bifenthrin
                                        40                                                                               lambda−Cyhalothrin
                                                                                                                         Deltamethrin
                                                                                                                         Cypermethrin
                                        20

                                         0
                                             2009
                                                    2010
                                                           2011
                                                                   2012
                                                                          2013
                                                                                 2014
                                                                                        2015
                                                                                               2016
                                                                                                      2017
                                                                                                             2018

   Abb. 4 | Anteil der Spritzfolgen (%) von 2009 bis 2018, bei denen der jeweilige Wirkstoff unter Berücksichtigung der Abstandsauflagen das
   Risiko dominierte, am Beispiel Herbiziden in der Wintergerste, Fungiziden im Winterweizen und Insektiziden im Raps.

                                                                                                                                                                                                    Agrarforschung Schweiz 11: 162–174, 2020                                       169
Pflanzenschutzmittel im Feldbau: Einsatz und ­G ewässerrisiken von 2009 bis 2018 | Umwelt

        Variabilität von Einsatz und Risiko                                                                                                                 gen und die durch den Fungizid-Einsatz resultierenden
        zwischen den Betrieben                                                                                                                              Risikopotentiale sehr stark. Die oberen Quartile (25 %
        Sowohl der Einsatz als auch die Risiken von PSM schwank-                                                                                            der Daten liegen über diesem Wert) und die unteren
        ten nicht nur stark zwischen den Jahren, sondern auch                                                                                               Quartile (25 % der Daten liegen unter diesem Wert) in
        zwischen den einzelnen Betrieben im gleichen Anbau-                                                                                                 den Boxplots liegen teilweise sehr weit auseinander. Im
        jahr. Abbildung 5 zeigt dies am Beispiel vom Einsatz und                                                                                            Untersuchungszeitraum wurde durchschnittlich eine
        Risiken von Fungiziden auf Winterweizen, wobei pro                                                                                                  11,7-mal höhere Wirkstoffmenge durch die Betriebe
        Jahr durchschnittlich 55,8 Betriebe ausgewertet wurden                                                                                              des oberen Quartils als durch die Betriebe des unteren
        (42 bis 70 Betriebe, nur nicht-Extenso betrachtet). Die                                                                                             Quartils eingesetzt. Das durch den Einsatz von Fungi-
        Häufigkeit des Einsatzes von Fungiziden auf den Betrie-                                                                                             ziden verursachte Risikopotential schwankte ebenfalls
        ben im Weizenanbau reichte von 0 bis > 3,5 Interventio-                                                                                             zwischen den Betrieben eines einzelnen Jahres sehr
        nen pro Jahr. Am Häufigsten wurde 1–2 Mal pro Jahr mit                                                                                              stark. Zwischen 2009 und 2013, mit insgesamt höheren
        Fungiziden behandelt. Im Zeitraum 2009–2018 hat sich                                                                                                unteren und oberen Quartilen, lag das Risikopotential
        die Häufigkeit der Fungizid-Anwendungen verändert:                                                                                                  der oberen Quartile durchschnittlich 26,4-mal so hoch
        Der Anteil Betriebe mit ≤ 0,5 Interventionen stieg von                                                                                              wie das der unteren Quartile. In den darauffolgenden
        wenigen Prozent in den Jahren 2010 bis 2012 auf über                                                                                                Jahren sank das Risikopotential vor allem der unteren,
        20 % im Jahr 2018 (Abb. 5, links). In diesem Zeitraum                                                                                               aber auch der oberen Quartile. Durchschnittlich war
        haben auch die eingesetzten Wirkstoffmengen und die                                                                                                 das Risikopotential der Betriebe des oberen Quartils
        Risikopotentiale (Mediane pro Betrieb) abgenommen                                                                                                   dadurch in den Jahren 2014 bis 2018 über 7500-mal so
        (Abb. 5, Mitte und rechts). Einzelne Jahre zeigten grös-                                                                                            hoch wie das der Betriebe des unteren Quartils.
        sere Abweichungen. So lag der Anteil an Betrieben mit
        einer Anzahl von ≥ 1,5 Fungizid-Interventionen im Jahr                                                                                              Diskussion
        2012 bei 63,3 %, im Jahr 2015 aber nur bei 35,7 %. Im                                                                                               und Schlussfolgerungen
        Jahr 2012 lag zudem der Median-Wert der aufgewen-
        deten Wirkstoffmenge pro Betrieb bei 1,17 kg/ha und                                                                                                 Einsatz von PSM
        der des Risikopotentials bei 1,23, während im Jahr 2015                                                                                             Bei den Herbiziden waren deutliche Abnahmen ab 2012
        beide Werte sehr viel niedriger waren (0,42 kg/ha und                                                                                               sowohl bei den Verkaufsmengen (BLW 2020a) als auch
        Median-ETR von 0,13). Aber auch innerhalb eines Jahres                                                                                              beim Einsatz von PSM zu verzeichnen. Da bei den Herbi-
        schwankten die pro Betrieb eingesetzten Wirkstoffmen-                                                                                               ziden der Feldbau ein wichtiges Anwendungsgebiet ist

                                                100
                                                                                                                   7     ●
                                                                                                                                                                                                                      6                                                     ●
Anteil Betriebe mit Anzahl Interventionen (%)

                                                                                                                                                                                                                                                ●

                                                80                                                                 6                                                                                                                     ●

                                                                                                                                                                                                                      5           ●
                                                                                                                                ●
                                                                                          Wirkstoffmenge [kg/ha]

                                                                                                                                                                                                                                                              ●

                                                                                                                   5                                                                                                                     ●
                                                                                                                                                                                                                                         ●
                                                                                                                                                                                              Risikopotential [ETR]

                                                                                                                         ●
                                                                                                                                                                                                                      4                                ●      ●

                                                60                                                                                                                                                                                                            ●
                                                                                                                                                                                                                                                                                          ●

                                                                                                                   4
                                                                                                                                                                                                                                                       ●      ●
                                                                                                                                ●
                                                                                                                                                     ●                                                                                                 ●      ●                           ●
                                                                                                                                                                                                                                         ●                                         ●

                                                                                                                                                                          ●
                                                                                                                                                                                                                      3                                                                   ●

                                                                                                                   3
                                                                                                                                                                                                                                                              ●             ●      ●      ●
                                                                                                                                                                                                                                                       ●                    ●      ●

                                                40
                                                                                                                                                                                                                                                                     ●                    ●
                                                                                                                                                                                                                                                                            ●
                                                                                                                                                                                 ●
                                                                                                                                                                                 ●
                                                                                                                                                                                 ●

                                                                                                                                                                                                                      2
                                                                                                                                                                                                                                                                            ●      ●

                                                                                                                   2
                                                20                                                                                                                                                                    1
                                                                                                                   1

                                                                                                                   0                                                                                                  0
                                                 0
                                                       2009
                                                       2010
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                                                       2016
                                                       2017
                                                       2018

                                                                                                                        2009
                                                                                                                               2010
                                                                                                                                      2011
                                                                                                                                             2012
                                                                                                                                                    2013
                                                                                                                                                           2014
                                                                                                                                                                  2015
                                                                                                                                                                         2016
                                                                                                                                                                                2017
                                                                                                                                                                                       2018

                                                                                                                                                                                                                          2009
                                                                                                                                                                                                                                 2010
                                                                                                                                                                                                                                        2011
                                                                                                                                                                                                                                               2012
                                                                                                                                                                                                                                                      2013
                                                                                                                                                                                                                                                             2014
                                                                                                                                                                                                                                                                    2015
                                                                                                                                                                                                                                                                           2016
                                                                                                                                                                                                                                                                                  2017
                                                                                                                                                                                                                                                                                         2018

                                                      3 Fung.
                                                      1,5 Fung.

        Abb. 5 | Relative Häufigkeit der Anzahl Interventionen (links), Wirkstoffmenge (Mitte) und Risikopotential (rechts) pro Betrieb für Fungizide
        im Winterweizenanbau. Die Boxplots zeigen den jeweiligen Median, das untere und obere Quartil (untere und obere Begrenzung der braunen
        Box, welche 50% der Betriebsdaten umfasst), die Antennen (1,5-facher Interquartilabstand) und einzelne Punkte (Ausreisser mit > 1,5-fachem
        Interquartilabstand).

                                                                                                                                                                                                                 Agrarforschung Schweiz 11: 162–174, 2020                                       170
Pflanzenschutzmittel im Feldbau: Einsatz und ­G ewässerrisiken von 2009 bis 2018 | Umwelt

(je nach Jahr wurden 50–60% der verkauften Herbizide         Zwischen 2009 und 2018 sank die Verkaufsmenge der
im Feldbau eingesetzt), ist diese parallele Entwicklung      Herbizide, die der Fungizide nahm leicht zu. Bei den
plausibel. Die grösste Wirkstoffmenge an Herbiziden          Insektiziden schwankten die verkauften Mengen stark
wurde in Zuckerrüben und Mais eingesetzt, es folgten         zwischen den Jahren und wiesen keinen deutlichen
Wiesen, Weiden und Brachen, Raps, Winterweizen Ex-           Trend auf. Der Anteil der eingesetzten (flächengewich-
tenso und Kartoffeln. Ausser in Raps Extenso hat die         teten) Wirkstoffmenge von PSM im Feldbau (ohne bio-
Wirkstoffmenge bei den Herbiziden in allen Kulturen          logischen Anbau) an der gesamthaft verkauften Menge
abgenommen.                                                  machte im 2018 bei den Herbiziden 56 %, den Fungiziden
Die im Feldbau eingesetzte Fungizid-Menge nahm ab,           11 % und den Insektiziden 13 % aus. Bislang ist nicht be-
obwohl zeitgleich die verkauften Mengen anstiegen            kannt, welcher Anteil die verschiedenen Anwendungs-
(BLW 2020a). Rund die Hälfte der im Feldbau einge-           gebiete (konventioneller und biologischer Feld-, Obst,
setzten Fungizide wurden in Kartoffeln eingesetzt. Die       Wein-, Gemüsebau sowie nicht-landwirtschaftliche An-
Wirkstoffmengen in Winterweizen und Wintergerste             wendungen) an den Verkaufsmengen ausmachen. Wür-
waren etwas geringer; jene in Zuckerrüben und Raps am        de man nur landwirtschaftliche Anwendungen betrach-
geringsten. Es zeigte sich, dass innerhalb des Feldbaus      ten, wäre der Anteil der im Feldbau eingesetzten PSM
neben den Kulturen mit einem vergleichsweise hohen           noch höher. Während der Einsatz in den Spezialkulturen
Wirkstoffeinsatz pro Fläche (wie z. B. Kartoffeln) auch      eher durch die Vielzahl an Interventionen geprägt ist,
Kulturen mit einer grossen Anbaufläche (Winterweizen,        ist im Feldbau die vergleichsweise viel grössere Anbau-
Mais) für die Wirkstoffmenge relevant waren. Bei fast        fläche bestimmend.
allen Kulturen war eine Abnahme der Wirkstoffmenge           Die detaillierte Analyse der eingesetzten Wirkstoffmen-
zu sehen, ausser bei Zuckerrüben. Diese Zunahme kann         gen im Feldbau erlauben es, den Beitrag der einzelnen
wahrscheinlich mit dem angestiegenen Schadensdruck           Kulturen im Kontext des Pflanzenschutzes besser zu
der Cercospora-Blattfleckenkrankheit erklärt werden,         verstehen. Nicht alle Kulturen haben die gleichen Erfor-
deren Bekämpfung statt einer einzigen nun mehrere            dernisse, eine Verringerung der eingesetzten Wirkstoff-
Fungizid-Behandlungen erforderte.                            menge ist teilweise nicht ohne Ertragseinbussen mög-
Bei den Insektiziden nahmen die eingesetzten Wirk-           lich, und durch gewisse Schadorganismen, die Bildung
stoffmengen mit Ausnahme des Kartoffelbaus bis 2012          von Resistenzen, periodische klimatisch ungünstige
zu und danach ab. Bei Kartoffeln, welche die Kultur mit      Jahre und andere Faktoren kann die eingesetzte Wirk-
dem grössten Einsatz von Insektiziden war, machte vor        stoffmenge auch wieder ansteigen. Kulturen und deren
allem der Wirkstoff Paraffinöl einen Grossteil der ein-      Anbauflächen spielen demnach eine grosse Rolle, wenn
gesetzten Wirkstoffmenge aus. Paraffinöl, das auch im        Strategien zur Reduktion des PSM-Einsatzes gesucht
biologischen Anbau zugelassen ist, muss für eine wirksa-     werden, auch um zu verstehen, wie Reduktionsziele er-
me Behandlung in hoher Dosierung eingesetzt werden.          reicht werden können. Dieses Verständnis, welches auch
Obwohl nur in durchschnittlich 47 % der Insektizid-Inter-    für Spezialkulturen wichtig wäre, erlaubt es, in Zukunft
ventionen pro Jahr Paraffinöl bei Kartoffeln eingesetzt      Massnahmen zielgerichtet weiterzuentwickeln und zu
wurde, lag dessen Anteil an der flächengewichteten           priorisieren.
Wirkstoffmenge aber durchschnittlich bei > 99 %.
Neben Veränderungen in der Zulassung der PSM und der         Risikopotential für Oberflächengewässer
Umsetzung von agrarpolitischen Massnahmen (Zunah-            Die Möglichkeit, Risikopotentiale für Oberflächenge-
me der Anbaufläche von Bio- und Extenso-Getreide) war        wässer basierend auf den in den Betrieben eingesetzten
auch der Rückgang der gesamten Anbaufläche von Ge-           Wirkstoffmengen und dem für die Schweiz angepassten
treide zwischen 2009 und 2018 ein Grund für die Abnah-       Modell SYNOPS zu berechnen, hat bisher gefehlt. Die
me der flächengewichteten Wirkstoffmenge im Feldbau.         bis anhin vorhandenen Daten zu den Mengen (Verkauf
Beim Bio-Getreide Anbau werden kaum PSM eingesetzt,          oder Einsatz) widerspiegeln meist nicht eine Ab- oder
beim Extenso-Anbau muss auf Insektizide und Fungizide        Zunahme von Risiken. Zwar gab es in unserer Studie
verzichtet werden. Zudem werden beobachtete Trends           gewisse Parallelen, indem beispielsweise die Herbizide
oder Schwankungen der eingesetzten Wirkstoffmengen           die höchsten Verkaufsmengen und die höchsten Risiko-
auch durch den Einsatz anderer PSM, beispielsweise den       potentiale aufwiesen. Mehrheitlich zeigten sich aber
Ersatz von hochwirksamen PSM mit tiefen Anwendungs-          unterschiedliche Verläufe bei den eingesetzten Wirk-
raten (z. B. Pyrethroide) durch weniger wirksame PSM mit     stoffmengen und den Risikopotentialen. So war das
hohe Anwendungsraten (z.B. Paraffinöl) verursacht.           Risikopotential bei den Insektiziden höher als bei den

                                                                                 Agrarforschung Schweiz 11: 162–174, 2020     171
Pflanzenschutzmittel im Feldbau: Einsatz und ­G ewässerrisiken von 2009 bis 2018 | Umwelt

Fungiziden, obwohl es bei der eingesetzten Wirkstoff-       der eingesetzten Fungizide im Winterweizen sehr hoch;
menge umgekehrt war. Auch zeigten sich bei den Ri-          knapp 70 % der Spritzfolgen wurden durch Chlorothalo-
sikopotentialen der Fungizide und der Insektizide von       nil, Fenpropidin, Spiroxamine und Prochloraz dominiert.
2009 bis 2018 starke Ab- respektive Zunahmen, welche        Im Jahr 2015 wurde dagegen nur ein Drittel der Wirk-
bei den eingesetzten Wirkstoffmengen nicht sichtbar         stoffmenge im Vergleich zu 2012 eingesetzt, das Risiko-
waren. Deshalb ist es wichtig, nicht nur die Mengen zu      potential war im 2015 sogar nur ein Zehntel so hoch.
betrachten, sondern explizit Risikopotentiale für die       Das Spektrum der eingesetzten Wirkstoffe hat sich von
Beurteilung von Trends in der Umweltbelastung einzu-        2009 bis 2018 teilweise verändert. Bei den Herbiziden in
beziehen.                                                   der Wintergerste gab es über die Jahre eine Verschie-
Die Veränderung der flächengewichteten Risikopo-            bung der Risiko-dominierenden Wirkstoffe von Isopro-
tentiale für Oberflächengewässer über die Zeit ist ein      turon zum risikoärmeren Wirkstoff Diflufenican. Der
Zusammenspiel von mehreren Faktoren. Wichtige Ein-          steile Anstieg des Risikopotentials bei den Insektiziden
gangsgrössen für die Berechnungen sind neben der An-        im Raps ist auf die Wirkstoffe Chlorpyrifos und Chlorpy-
baufläche die eingesetzten Wirkstoffmengen und die          rifos-methyl zurückzuführen, die 2013 zur Bekämpfung
Wirkstoffwahl. Diese sind wiederum von der Wirksam-         des Rapsglanzkäfers im Raps zugelassen wurden, da
keit der PSM gegen Schadorganismen, der Kultur und          dieser Resistenzen gegen Pyrethroide entwickelt hatte.
der angebauten Sorte, Witterung, Schaddruck, Pflan-         Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl sind mittlerweile
zenschutzstrategie der Betriebe und den Vorgaben der        wegen Umweltbedenken zurückgezogen worden und
Zulassung und der Agrarpolitik abhängig. Dazu liefert       dürfen ab Juli 2020 nicht mehr verwendet werden. Bei
der AUI-Datensatz wichtige Grundlagen. Ein weiteres         den Fungiziden wurde im 2015 ein relativ grosser Anteil
wichtiges Element ist die Berücksichtigung der für die      an Spritzfolgen vom eher risikoarmen Laminarin domi-
Schweiz relevanten Standortfaktoren (Bodentyp, Tem-         niert, wobei gleichzeitig der Anteil an Spritzfolgen, in
peratur, Neigung, Nähe zu Gewässern) zur Modellierung       denen die um etwa 3 bis 4 Grössenordnungen risiko-
der PSM-Konzentrationen in Oberflächengewässern (de         reicheren Wirkstoffe Chlorothalonil, Fenpropidin, Spi-
Baan, 2020). Zudem werden in der Zulassung Auflagen         roxamine und Prochloraz dominierten, um knapp 30 %
erlassen, welche den Austrag von PSM aus den behan-         niedriger lag als 2012. Der Einsatz von Chlorothalonil
delten Feldern, und damit den Eintrag in die Oberflä-       ist seit dem 1. Januar 2020 verboten. Die Zulassung der
chengewässer verringern. Letztendlich ist die Wahl der      PSM hat somit einen grossen Einfluss auf das Spektrum
eingesetzten Wirkstoffe auch wichtig, weil diese ein        der einsetzbaren Wirkstoffe. Dadurch werden die Risi-
unterschiedliches Verhalten in der Umwelt und eine          ken, u.a. auch für die Oberflächengewässer, stark beein-
unterschiedliche Ökotoxizität haben. Diese Faktoren         flusst. Fehlen geeignete Alternativen, kann dabei jedoch
spielen alle eine wichtige Rolle für das Verständnis der    auch der Pflanzenschutz erschwert werden.
beobachteten Trends der Risikopotentiale für Oberflä-       Auch die Auflagen, die in der PSM-Zulassung zur Re-
chengewässer.                                               duktion von Drift und Abschwemmung erlassenen
Das Risikopotential für Oberflächengewässer hat bei         werden, leisteten einen Beitrag zur Risikominderung,
den Herbiziden und den Fungiziden über die Zeit abge-       ohne Einschränkung des einsetzbaren Wirkstoffspekt-
nommen. Der Einfluss der Auflagen der Zulassung war         rums. Durch die Auflagen wurde das Risikopotential für
dabei sehr wichtig. Bei den Insektiziden hat das Risiko-    Oberflächengewässer bei Herbiziden, Fungiziden und
potential, vor allem wegen des Einsatzes der Insektizide    Insektiziden beträchtlich verringert. Sowohl die Berech-
im Raps, ab dem Jahr 2014 stark zugenommen. Diese           nung der Risikopotentiale selbst als auch der Einbezug
Zunahme wurde durch die Auflagen der Zulassung je-          der Auflagen können aber nicht alle Details berücksich-
doch stark gemindert. Für ein besseres Verständnis der      tigen. Für die Interpretation der Resultate ist es wichtig
Veränderungen der Risikopotentiale ist es notwendig,        zu verstehen, dass bezüglich der Berechnung der Effek-
die Risikopotentiale für die Wirkstoffgruppen (Herbi-       te von Auflagen einige Annahmen getroffen wurden,
zide, Fungizide und Insektizide) für die verschiedenen      die zu Über- oder Unterschätzungen der Effekte führen
Kulturen gesondert zu betrachten.                           können. Bei der Abschwemmung wurde zum Beispiel
Bei den Fungiziden im Winterweizen beispielsweise las-      nicht berücksichtigt, dass die Auflagen nur Felder mit
sen sich witterungsbedingte Schwankungen im Krank-          > 2 % Hangneigung und < 100 m Abstand zum Gewässer
heitsdruck und deren Auswirkungen gut erkennen. Im          betreffen (BLW, 2020c). Andererseits werden Auflagen
Jahr 2012, welches ein feuchtes Jahr war, war sowohl        umgesetzt, die sich nicht auf spezifische PSM beziehen,
der mengenmässige Einsatz als auch das Risikopotential      dann aber auch die Risikopotentiale von PSM ohne Auf-

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lagen reduzieren können (z. B. 6 m bewachsener Puffer-       nicht nur im Feldbau, sondern auch bei den Spezialkultu-
streifen). Teilweise wurden einzelne Massnahmen auch         ren eine repräsentative Datengrundlage vorhanden ist.
schon vor dem Erlass von Auflagen in der Zulassung um-       Der AP PSM sieht vor, das Risikopotential für Oberflä-
gesetzt. Generell würde eine bessere Kenntnis der ef-        chengewässer bis 2027 um 50 % gegenüber dem Mittel-
fektiven Umsetzung der Auflagen und zusätzlichen risi-       wert von 2012 bis 2015 zu reduzieren. In Abbildung 2
komindernden Massnahmen, zum Beispiel via Umfragen           sind sowohl der Referenzwert (schwarzer Pfeil) als auch
bei den Betrieben oder Kantonen, oder via Luftbildaus-       der Zielwert (grauer Pfeil) dargestellt. Nicht nur der
wertung helfen, die Wirksamkeit der Risikominderung          Rückgang der Einsatzmenge, sondern vor allem die Zu-
besser zu beurteilen.                                        nahme an Auflagen ist ein bedeutender Faktor bei der
Am Beispiel der Fungizide im Winterweizen wurde ge-          Reduktion des Risikopotentials für Oberflächengewäs-
zeigt, dass es «Ausreisser»-Betriebe gibt. Bei diesen Be-    ser. Unter Berücksichtigung der Abstandsauflagen der
trieben lag die eingesetzte Wirkstoffmenge und die Risi-     PSM-Zulassung war das Risikopotential der Herbizide im
kopotentiale für Oberflächengewässer um ein Vielfaches       Jahr 2018 um 28 %, das Risikopotential der Fungizide um
höher als die Median-Werte aller analysierten Betriebe       17 % und jenes der Insektizide um 19 % niedriger als der
eines Jahres. Grund für die höheren Wirkstoffmengen          Referenzwert (Abb. 2, rechts). Die Analysen der Trends
der Ausreisser-Betriebe war der Einsatz von Wirkstof-        von 2009 bis 2018 zeigen, dass sich die Risikopotentiale
fen mit hohen Aufwandmengen pro ha (zum Beispiel             schon jetzt reduziert haben.
Schwefel). Solche Wirkstoffe sind vergleichsweise wenig      Die Risikopotentiale für Oberflächengewässer haben im
toxisch für Gewässerorganismen und haben nur einen           Vergleich zu reinen Betrachtungen der Mengen (Ver-
geringen Einfluss auf das Risikopotential. Der Grund für     kauf, Einsatz) einen grossen Mehrwert. Unter anderem
die höheren Risikopotentiale der Ausreisser-Betriebe         kann der Beitrag von risikomindernden Massnahmen,
wird beim vereinzelten Einsatz von eher toxischen Wirk-      der Wirkstoffwahl und einer Reduktion im Einsatz
stoffen vermutet. Im Winterweizen waren Chlorotha-           besser verstanden werden. Mit einer grösseren Diffe-
lonil, Prochloraz und Fenpropidin Risiko-dominierend,        renzierung der Risikopotentiale, beispielsweise einer
wobei Chlorothalonil inzwischen zurückgezogen wurde.         separaten Darstellung der Risikopotentiale für Algen,
Wir gehen davon aus, dass eine verbesserte Unterstüt-        Wasserpflanzen, Krebstiere, Insekten und Fische, oder
zung der Betriebe (Aus- und Weiterbildung, Beratung,         auch dem Einbezug von terrestrischen Kompartimenten,
gezielte Entscheidungshilfen) hinsichtlich des Gebrauchs     können die Auswirkungen der PSM auf die Umwelt spe-
risikoärmerer Wirkstoffe die Höhe des Risikopotentials       zifischer analysiert werden.
merklich beeinflussen könnte. Die Entwicklung von al-        Die Methode erlaubt es, nicht nur retrospektiv die Ent-
ternativen, nicht-chemischen Pflanzenschutzmassnah-          wicklungen der Risikopotentiale mit kultur- und stand-
men kann einen weiteren wichtigen Beitrag zu Reduk-          ortspezifischem Zusatzwissen (z. B. Schaderregerauf-
tion des Risikopotentials bieten.                            treten, Witterung) besser zu verstehen, sondern auch,
                                                             die Wirkung einzelner Massnahmen im Gesamtkontext
Ausblick                                                     für die Zukunft besser abschätzen und neue Pflanzen-
Die detaillierten Analysen im Feldbau zeigen, dass es        schutzstrategien bezüglich der Optimierung des Schut-
sehr wichtig ist, genau zu wissen, welche PSM in welcher     zes der Umwelt zu beurteilen.                         n
Kultur und in welcher Menge eingesetzt werden. Bei
anderen Kulturen fehlen noch zuverlässige Daten zum
Einsatz der PSM. Im Rahmen des AP PSM sind verschie-
dene Massnahmen in Erarbeitung, um die Erfassung der
PSM-Anwendungen zu verbessern. Unter anderem wird
ein Verteilschlüssel entwickelt, mit dem Ziel, für jeden
Wirkstoff die verkaufte Menge verschiedenen Anwen-
dungsgebieten zuweisen zu können und die Relevanz
dieser Anwendungsgebiete (sowohl in der Landwirt-
schaft als auch ausserhalb) genauer zu kennen. Zudem
werden zusätzliche Daten für Gemüse- und Bio-Betriebe
erhoben. In Zukunft könnten eine breitere Erfassung,
verbesserte Zugänglichkeit und die zunehmende Digi-
talisierung in der Landwirtschaft dazu beitragen, dass

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