Chancen und Risiken von Routine-Check-ups
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Chancen und Risiken von Routine-Check-ups
PD Dr. med. David Fäh que la force de conviction du médecin
Institut für Sozial- und Präventivmedizin qui comptent surtout. Celui-ci peut effec-
Universität Zürich tivement en profiter pour l’encourager
Hirschengraben 84 à adopter un comportement sain ou à
8001 Zürich modifier en partie ses habitudes. L’entre-
david.faeh@uzh.ch tien peut également mettre à jour
d’autres aspects pertinents, à approfon-
Um die Lesbarkeit des Texts zu verbessern, wird nur die dir le cas échéant. Dans ces conditions
männliche Form benutzt (z. B. Arzt, Patient), die aber sowohl
die männliche als auch die weibliche Person beinhaltet. seulement, le médecin peut établir un
Ebenso wird der Begriff «Patient» auch für scheinbar Ge- profil de risque individuel et formuler
sunde verwendet, die den Arzt besuchen und auch als
«Klienten» bezeichnet werden könnten. des recommandations ad hoc. Le check-
up devrait être l’occasion de considérer
Résumé globalement la vie du patient, car la
Qu’une personne apparemment en santé ne se résume pas seulement à ne
bonne santé aille consulter son médecin pas souffrir de maladie ou d’infirmité,
peut être tout à fait raisonnable. A condi- mais à jouir d’un «état de bien-être phy-
tion que les examens effectués lors d’un sique, psychique et social complet».
check-up apportent plus de bien que de
mal, et ce en présence d’une évidence
médicale suffisante. En ce qui concerne Zusammenfassung
les maladies cardiovasculaires par Dass ein scheinbar Gesunder zum Arzt
exemple, l’examen des facteurs de risque geht, kann Sinn machen. Voraussetzung
est simple et peut être profitable. Mais dafür ist, dass die im Rahmen des Check-
pour ce qui est de la prévention du can- ups durchgeführten Untersuchungen
cer, il n’existe que peu d’examens à ce mehr nutzen als schaden und dass dafür
point probants que le médecin doive genügend Evidenz vorliegt. Risikofakto-
recommander un mode vie à faible ren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
risque. Les examens préventifs sûrs sont können vergleichsweise einfach unter-
pour la plupart simples à effectuer et sucht und angegangen werden. Zur
peu chers. Toutefois lors d’un check-up, Krebsvorbeugung gibt es nur wenige
ce sont l’entretien avec le patient ainsi empfehlenswerte Untersuchungen, wes-
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halb der Arzt hier den Fokus auf einen Jahren waren Risikofaktoren ein Fremd-
risikoarmen Lebensstil richten sollte. wort, Gesundheit und Genesung in Got-
Vorsorgeuntersuchungen, die gesichert tes Hand. Und der war nicht immer gnä-
sind, sind meist einfach durchführbar dig. Wahrscheinlich hätten nicht wenige
und kostengünstig. Das wichtigste beim Grossväter und -mütter noch einige er-
Check-up ist aber das Gespräch und die füllte Jahre erlebt, wären sie wegen ihres
Überzeugungskraft des Arztes. Dieser unerkannten Bluthochdrucks nicht an
kann die Gunst der Stunde nutzen, um einem Hirnschlag verstorben. In der
gesundheitsförderndes Verhalten zu un- Schweiz ist es heute für viele selbstver-
terstützen oder Verhaltensänderungen ständlich, zum Arzt zu gehen, auch wenn
zu erzielen. Das Gespräch kann auch sie kein Gebrechen plagt. Schliesslich
Hinweise darauf geben, ob weitere Ab- muss auch das Auto regelmässig in die
klärungen nötig und sinnvoll sind. Nur Kontrolle, auch wenn es scheinbar pro-
so kann der Arzt ein individuelles Risi- blemlos läuft. Nur wenige machen sich
koprofil erstellen und massgeschnei- aber Gedanken darüber, ob das, was der
derte Empfehlungen abgeben. Der Arzt untersucht, auch Sinn macht und
Check-up sollte die Möglichkeit bieten, nur zum Wohle der eigenen Gesundheit
das Leben des Patienten in seinem ge- geschieht. Denn Diagnosen haben Fol-
samten Spektrum zu beleuchten. Denn gen, die nicht immer absehbar sind. Im
Gesundheit ist nicht nur das Fehlen von Lichte zunehmenden Kostendrucks und
Krankheit oder Gebrechen, sondern ein steigender Krankenkassenprämien stellt
«Zustand des vollständigen körperli- sich auch die Frage nach der Effizienz
chen, geistigen und sozialen Wohlerge- von Check-ups. Können sie Krankheiten
hens». und deren Folgekosten vorbeugen oder
führen sie nur zu weiteren unnötigen
Untersuchungen und Behandlungen?
Muss ein Gesunder zum Arzt? Nicht zu vergessen die möglichen psy-
Wer gesund ist, muss nicht zum Arzt. chischen Konsequenzen: Wiegen Vor-
Für unsere Grosseltern war das logisch. sorgeuntersuchungen Besorgte in Si-
Doch was heisst gesund? Und wie wis- cherheit oder schüren sie unnötig Angst?
sen wir, ob wir gesund sind? Vor hundert Vorteile und Risiken eines medizinischen
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Box 1. Mögliche Chancen und Risiken von Routine-Check-ups
Chancen Risiken
• Gelegenheit für eine ausführliche • «Überdiagnose»
Anamnese • «Pathologisierung» von Gesunden
• Anlass zum Aufbau einer länger • Unnötiges Schüren von Angst
fristigen Arzt-Patienten-Beziehung • Unnötiges Durchführen von
• Anlass zur Durchführung gesicherter Behandlungen
Vorsorgeuntersuchungen • Risiken durch mögliche Folge
• Erfassung von «asymptomatischen» behandlungen (z. B. Operationen)
Risikofaktoren • Scheinbare Sicherheit in Bezug auf
• Anlass, Lebensstil zu verändern Nicht-vorhanden-Sein von Risiko
• Beruhigung bei psychosomatischen faktoren und Krankheiten suggerieren
Beschwerden • Ungleichheiten in der Bevölkerung
• Information über Verlauf von fördern: Personen, die Check-ups am
Risikofaktoren nötigsten brauchen, kommen nicht in
• Auffrischung des Impfstatus den Genuss
• Unabhängige Beratung bezüglich • Folgekosten für das Gesundheits
Ernährung, Bewegung und wesen generieren
Stressmanagement • Ungenügende wissenschaftliche
• Gesundheitsinteressierte sind eher Evidenz vieler Untersuchungen
bereit, den Lebensstil zu verändern • «Eulen nach Athen tragen»
• Bestätigung: Gesundheitsbewusste • Verstärkung einer möglichen
in ihrem Handeln verstärken und Einbildung, nicht gesund zu sein
unterstützen • Ineffizienz
• Möglichkeit für einen Fitness-Test
• Zunehmend wichtiger Faktor für den
Wirtschaftsstandort Schweiz
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Check-ups sollten mit Bedacht abgewo- auch Hinweise auf zugrundeliegende
gen werden, denn schlimmstenfalls pas- Erkrankungen und damit Anlass für spe-
siert nicht einfach nichts (Box 1). zifische Zusatzuntersuchungen geben.
Nicht vergessen werden sollten Fragen
zum seelischen Befinden und zu Stress-
Das Wichtigste ist das Gespräch symptomen.
Heute steht Ärzten eine Fülle an techni- Grundsätzlich sollten Mediziner den
schen Geräten zur Verfügung, und diese Patienten nicht nur aus einer pathoge-
setzen sie auch entsprechend häufig ein. netischen, sondern auch aus einer sa-
Die vielen Möglichkeiten bringen aber lutogenetischen Perspektive betrach-
auch manch einen ver- ten und beurteilen:
meintlich gut infor- Sie sollten sich nicht
mierten Patienten
«Ärzte sollten ihre nur fragen, was ihn
dazu, den Arzt zu ei- Patienten nicht nur aus krank macht oder ma-
ner Untersuchung zu einer pathogenetischen, chen könnte. Beson-
drängen. Oft ist es ders im Rahmen eines
sondern auch aus einer
auch Mangel an Zeit Routine-Check-ups
oder Musse, welche salutogenetischen ist es meist sinnvol-
den Arzt dazu bringt, Perspektive betrachten» ler, sich zu fragen,
lieber eine zusätzli- was ihn gesund und
che Laboruntersu- glücklich hält. Dann
chung als eine gründliche Anamnese ist es Aufgabe des Arztes, die Ressour-
durchzuführen. Dabei besteht für viele cen des Patienten zu prüfen und nöti-
Risikofaktoren, die erfragt werden kön- genfalls zu stärken. So kann regelmä-
nen, gute Evidenz. Gerade der Lebensstil ssige körperliche Aktivität nicht nur
birgt etliche Risiken und bietet bei den helfen, Stress abzubauen, sondern
Meisten Optimierungspotenzial. Da auch die Widerstandskraft dagegen
chronische Krankheiten eine erbliche stärken. Um ein möglichst breites Spek-
Komponente haben, sollte auch einer trum an Risiko- und Schutzfaktoren ab-
Familienanamnese Zeit gewidmet wer- zudecken, sollte alleine für Anamnese
den. Ein ausführliches Gespräch kann mindestens eine Stunde eingerechnet
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werden. In vielen Fällen ist eine weitere den meisten Asymptomatischen macht
Stunde für die Besprechung der Be- auch eine Osteoporose-Abklärung wenig
funde nötig und sinnvoll. Nur so ist es Sinn. Vorsicht ist auch angebracht bei
möglich, ein individuelles Risikoprofil neuen klinischen Risikofaktoren: Bei vie-
zu erstellen und massgeschneiderte len von ihnen ist unklar, ob sie ursächlich
Empfehlungen bezüglich weiteren Ab- mit der Entstehung von Krankheiten ver-
klärungen und Lebensstilveränderun- bunden sind. Homocystein beispiels-
gen abzugeben. weise wurde lange als «Cholesterin des
21. Jahrhunderts» gehandelt. Klinische
Studien konnten jedoch beweisen, dass
Häufig fehlende Evidenz oder eine Senkung von Homocystein durch
gegenteilige Empfehlung Vitamineinnahme das Risiko für Herzin-
Für einige häufig durchgeführte Untersu- farkt und Hirnschlag nicht zu reduzieren
chungen bei Gesunden gibt es heute nur vermochten. Homocystein ist also ein
ungenügende Evidenz oder sie bringen Marker, aber kein Risikofaktor (1 – 6).
wenig oder keinen Nutzen. Dazu gehört
beispielsweise die Messung des PSA und
anderer Krebsmarker oder Untersuchun- Fundierte Vorsorgeuntersuchungen:
gen von Hormonen oder Vitaminen ohne Empfehlungen, aktueller Stand
konkreten Verdacht. Problematisch sind Die U.S. Preventive Services Task Force
auch Ganzkörperuntersuchungen mit PET (USPSTF) gibt Empfehlungen zu Vorsor-
oder MRI. Erhebt der Arzt einen scheinbar geuntersuchungen ab. Weil diese dem
pathologischen Befund, steht er unter Forschungsstand unterliegen, können
Zugzwang. Jedoch kann er selten sicher sie sich kontinuierlich verändern. Dies
beurteilen, ob eine Behandlung wirklich bedeutet, dass sich Ärzte laufend infor-
nötig ist oder nur Risiken birgt und Mehr- mieren müssen, wollen sie auf dem neu-
kosten verursacht. Auch für einfachere esten Stand bleiben. Die USPSTF gibt
Untersuchungen wie EKG oder LUFU gibt auch an, welcher Nutzen zu erwarten ist
es bei Gesunden mit günstigem Risiko- (Klasse I: Nutzen › Schaden, bis Klasse III:
profil nicht genügend Evidenz, die eine kein Nutzen oder schädlich) und wie gut
Durchführung rechtfertigen würde. Bei die Evidenz (Grad A: gesichert, bis Grad
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E: ungenügend) dafür ist (5). Grundsätz- zwei Drittel aller Sterbefälle aus (7). Da
lich macht eine Vorsorgeuntersuchung diese Erkrankungen vor allem in höhe-
dann Sinn, wenn: rem Alter auftreten, macht ein Check-up
bei älteren Personen deutlich mehr Sinn
• die gesuchte Krankheit ein bedeu- als bei jüngeren. Unter www.epss.ahrq.
tendes und häufiges Gesundheits- gov kann der Arzt rasch und einfach ab-
problem ist. schätzen, welche Untersuchungen er
• die Krankheit in einer frühen Entste- durchführen sollte und welche nicht.
hungsphase einfach und sicher
erkannt werden kann.
• für die Krankheit Diagnostik und Herz-Kreislauf-Krankheiten
Therapie breit verfügbar und die Hierzulande erleiden jährlich 30 000 Men-
Kosten dafür vertretbar sind. schen ein akutes koronares Ereignis und
12 500 einen Hirnschlag. Im 2008 waren
Die Bemühungen der USPSTF, Vorsor- Herz-Kreislauf-Krankheiten für rund
geuntersuchungen nach wissenschaft- 135 000 Hospitalisationen verantwort-
licher Beweislage zu beurteilen, ist löb- lich. Obwohl sie im Verhältnis zu anderen
lich. Dies darf aber nicht darüber Todesursachen an Bedeutung verloren
hinwegtäuschen, dass die USPSTF auch haben, sind Herz-Kreislauf-Krankheiten
Empfehlungen herausgibt, die unter nach wie vor die häufigste Todesursache
Fachleuten umstritten sind. Dazu gehört in der Schweiz. Möglicherweise ist die
beispielsweise die Mammographie. starke Abnahme der Mortalität von Hirn-
USPSTF-Empfehlungen mit Evidenzgra- schlag und Herzinfarkt in der Schweiz
den A oder B sind in Tabelle 1 zusam- eine Folge einer intensiveren Früherken-
mengefasst, zusätzliche Herz-Kreislauf- nung der damit verbundenen Risikofak-
Untersuchungen in Tabelle 2 (6). Zu toren. Tatsächlich hat die medikamen-
jedem Check-up gehört, dass Risikofak- töse Behandlung von Bluthochdruck und
toren für häufige chronische Erkrankun- Dyslipidämie in der Schweiz zugenom-
gen erfasst und besprochen werden. In men. Das präventive Potenzial einer
der Schweiz machen Herz-Kreislauf- möglichst frühen Erfassung der wich-
Krankheiten, Diabetes und Krebs rund tigsten Risikofaktoren ist aber noch nicht
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ausgeschöpft. Ein grosser Teil der Herz- Bevölkerung vorhersagen können, kön-
Kreislauf-Krankheiten wäre vermeidbar. nen Sie bei der individuellen Einschät-
Die hauptsächlichen vermeidbaren Ri- zung danebenliegen. Trotzdem macht
sikofaktoren sind neben dem Rauchen, es Sinn, diese Tests bei allen durchzu-
körperlicher Inaktivität und Adipositas führen, denn sie bestätigen und moti-
auch Bluthochdruck, Diabetes mellitus vieren Personen mit niedrigem Risiko,
und Dyslipidämie. weiterhin gesund zu leben. Menschen
mit hohem Risiko zeigen sie das theore-
Individuelles Risiko tische Reduktionspotenzial auf. Risiko-
Das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Ri- rechner können für den Arzt also ein
sikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krank- Werkzeug sein, um seine Patienten vom
heiten erhöht das Risiko für ein Ereignis Nutzen einer Lebensstilveränderung zu
in synergistischer Art und Weise. Sind überzeugen.
drei Risikofaktoren anstatt nur einer vor-
handen, erhöht sich das Risiko um deut- Rauchstopp
lich mehr als den Faktor 3. Der Arzt sollte Rauchen ist ein Risikofaktor, der sich
die Anzahl und die Konstellation der Ri- vergleichsweise einfach eliminieren
sikofaktoren bei der Beurteilung berück- lässt. Im Verhältnis dazu senkt ein
sichtigen. Mit Hilfe von Kohortenstudien Rauchstopp das Risiko zu erkranken
konnten Forscher Algorithmen entwi- oder zu sterben erheblich. Das gilt nicht
ckeln, die eine Risikoabschätzung erlau- nur für Hirnschlag oder Herzinfarkt, son-
ben. Diese Tests berücksichtigen neben dern auch für fast alle Krebsformen und
Alter und Geschlecht die klassischen viele andere Krankheiten. Ein Check-up
Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Dys- ist eine gute Gelegenheit, um den Pati-
lipidämie, Rauchen und Diabetes und enten von einem Rauchstopp zu über-
berechnen daraus das prozentuale zeugen. Diagnosen wie Hypercholeste-
10-Jahres-Risiko für ein Ereignis (www. rolämie oder Bluthochdruck bieten
agla.ch, http://www.bnk.de/transfer/ «Gelegenheitsfenster», in denen Betrof-
framingham.htm). Obwohl diese Tests fene besonders gewillt und fähig sind,
ziemlich zuverlässig den Anteil Personen mit dem Rauchen aufzuhören (8). Ein-
mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko in einer drücklich für manchen Raucher ist auch
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die Berechnung des geschätzten Herz- Sterberisiko verbunden ist, nicht im nor-
Kreislauf-Risikos. Besonders bei älteren malgewichtigen Bereich liegt, sondern
Rauchern verringert sich dieses um den zwischen 25 und 29.9 kg / m2 (9).
Faktor 2 oder mehr, wenn der Raucher- Sind die Risikofaktoren im grünen Be-
status aus der Berechnung genommen reich, gibt es aus gesundheitlicher Sicht
wird (www.agla.ch). Auch das Argument, keinen Anlass, um eine Gewichtsreduk-
dass sich ein Rauchstopp nur bei jünge- tion anzustreben. Da diese in den meis-
ren Personen, die noch nicht so lange ten Fällen nicht nachhaltig ist und starke
rauchen, lohnt, konnte entkräftet wer- Gewichtsschwankungen mehr schaden
den. Selbst bei einem 60-jährigen Rau- als nutzen, sollten sich Ärzte darauf kon-
cher erhöht ein Rauchstopp die Lebens- zentrieren, das Gewicht zumindest kon-
erwartung um 3 Jahre. stant zu halten. Bei den meisten Men-
schen steigt das Gewicht mit dem
Gewichtskontrolle Älterwerden normalerweise automa-
Überschüssiges Körpergewicht erhöht tisch und eine Stabilisierung ist in vielen
das Risiko für verschiedene Krankheiten Fällen das sinnvollste. Der Arzt sollte
(9). Meistens werden Übergewicht und deshalb bereits bei Normalgewichtigen
Adipositas mit dem Body-Mass-Index Risikosituationen für eine Gewichtszu-
(BMI) definiert. In der Schweiz scheint nahme ausloten und die Betroffenen
Übergewicht (BMI 25 – 29.9 kg / m2) nicht entsprechend beraten. In diesem Sinne
mit einem erhöhten Sterberisiko verbun- ist die wirkungsvollste Massnahme ge-
den zu sein. Ab einem BMI von 30 kg / m 2 gen Adipositas, diese erst gar nicht ent-
steigt das Sterberisiko hingegen konti- stehen zu lassen. Bei Adipositas Klasse
nuierlich an. Verglichen mit Nichtrau- II und III sind konservative Ansätze zur
chern mit einem BMI zwischen 20 und Gewichtsreduktion meist erfolglos, wes-
22.4 kg / m2 haben adipöse Nichtraucher halb bei Patienten mit Wunsch zur Ge-
ein etwa zweifach, adipöse Raucher ein wichtsabnahme die bariatrische Chirur-
3 bis 4.5-fach höheres Sterberisiko (9). gie offen besprochen werden sollte. Die
Studien aus anderen Ländern zeigen, Kriterien für die Kostenübernahme durch
dass bei älteren Menschen der BMI, der die Krankenkassen wurden per Anfang
mit dem geringsten Erkrankungs- und 2011 gelockert. Bei Adipösen ist eine
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regelmässige Kontrolle der damit ver- ten und Diabetes, während episodischer,
bundenen Risikofaktoren ebenso wich- exzessiver Konsum das Gegenteil be-
tig wie die Beratung bezüglich eines ge- wirkt. Zu bedenken ist aber das generell
sunden Lebensstils. Bei vielen verbessern erhöhte Risiko für Krebs, Unfälle und
sich die Risikofaktoren durch mehr Be- Sucht, das mit jedem Alkoholkonsum
wegung und eine ausgewogenere Er- verbunden ist. Deshalb gehört neben
nährung, auch wenn das Körpergewicht der konsumierten Menge an alkoholi-
nicht sinkt. Allerdings fordert es vom schen Getränken auch das Trinkmuster
Arzt Zeit und Erfahrung herauszufinden, und das Suchtpotenzial des Konsums
wo und wie eine Person ihre Kalorien- zur Anamnese eines Check-ups. Bei man-
einnahme nachhaltig senken und ihren chen Personen kann auch eine Reduk-
-verbrauch erhöhen kann. tion der Salzzufuhr den Blutdruck sen-
ken und damit verbundene Risiken
Ernährung, Alkoholkonsum und mindern.
Bewegung
Unabhängig vom Körpergewicht birgt Wer sich regelmässig und intensiv bewegt,
die Ernährung Präventionspotenzial, vor senkt sein Erkrankungsrisiko im Vergleich
allem bei der Vorbeugung von Herz- zu körperlich Inaktiven deutlich. Dies gilt
Kreislauf-Krankheiten und Diabetes. nicht nur für Herz-Kreislauf-Krankheiten,
Zahlreiche Studien konnten zeigen, dass sondern für die meisten chronischen Er-
eine mediterrane Ernährungsweise nicht krankungen. Die meisten Menschen in
nur für eine erfolgreiche Gewichtskon- der Schweiz bewegen sich aber zu wenig,
trolle geeignet ist, sondern auch das um davon zu profitieren. Die Aufgabe des
Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Arztes ist es, den Patienten von den Vor-
Diabetes und Krebs senken kann. Diese teilen körperlicher Aktivität zu überzeu-
Ernährungsweise entspricht auch weit- gen, nicht nur was die Senkung von Krank-
gehend der DASH-Diät, die nachweislich heitsrisiken anbelangt, sondern auch
Blutdruck und Blutfettwerte verbessert bezüglich Wohlbefinden und Lebensqua-
(www.dashdiet.org). Regelmässiger, lität. Die wichtigsten Aspekte eines Herz-
aber moderater Alkoholkonsum senkt Kreislauf-protektiven Lebensstils sind in
das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankhei- Box 2 zusammengefasst.
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Box 2. Aspekte eines Herz-Kreislauf-protektiven Lebensstils
Aspekt Ziel
Rauchstopp, falls nötig, mit weiterer Unterstüt-
zung. Mit Rauchen verbundene Erhöhung des
Rauchen
Herz-Kreislauf-Risikos und weitere Nachteile
aufzeigen.
Massvollen Konsum tolerieren, da er mehr
Alkohol gesundheitliche Vor- als Nachteile hat.
Potenzial für Missbrauch / Sucht abklären.
Gewichtszunahme verhindern. Mögliche
Risikosituationen für Gewichtszunahme
ausloten. Mit Übergewicht verbundene
Körpergewicht
Risikofaktoren im Auge behalten. Bei starkem
Übergewicht operative Massnahmen nicht
ausschliessen.
Potenzial eruieren, beispielsweise auf dem Weg
von und zur Arbeit. Bewegungsmeidendes
Bewegung im Alltag
Verhalten erkennen und Alternativen vorschla-
gen.
Passende Formen besprechen, die auch Spass
Gezielte Bewegung bereiten. Vorteile (nicht nur gesundheitliche)
in der Freizeit von regelmässiger körperlicher Aktivität
aufzeigen.
Mit Esstagebuch Schwächen in Ernährung und
Ernährung Essverhalten erkennen, Annäherung an die
mediterrane Ernährung. Individuelle Beratung.
Psychosomatische Nach möglichen Auslösern suchen, Lösungen
Beschwerden besprechen.
Einnahme von Supplementen,
Mögliche Risiken erörtern.
Medikamenten oder Drogen
Nach Fällen von Diabetes, Herzinfarkt und
Familienanamnese Hirnschlag in der Familie fragen, Augenmerk
auf das Alter bei Diagnose richten.
Beispielsweise Zahnfleisch untersuchen,
Weiteres
Fragen zu möglicher Schlafapnoe stellen.
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Diabetes mellitus und vor allem mehr Bewegung können
In der Schweiz haben wahrscheinlich diesen Prozess verlangsamen oder gar
5 – 6 % der Männer und 4 – 5 % der Frauen stoppen.
Diabetes (10). Die Prävalenz nahm beson-
ders bei älteren Menschen und bei Män- Krebs
nern zu. Weil die Schweizer Bevölkerung Jährlich erkranken in der Schweiz über
immer älter wird, gewinnt die routine 19 000 Männer und über 16 000 Frauen an
mässige Kontrolle des Blutzuckers an Krebs, und 8500 Männer und 7000 Frauen
Bedeutung. Auch die Familienanamnese sterben daran. Krebs ist nach Herz-Kreis-
ist wichtig, weil Typ-2-Diabetes eine lauf-Krankheiten die zweithäufigste To-
starke genetische desursache. In der
Komponente hat. In Schweiz steigt die Inzi-
der Schweiz bleibt Di- denz einiger Krebsfor-
abetes wahrscheinlich Wer sich regelmässig und men, und von vielen
bei 25 – 35 % uner- intensiv bewegt, stagniert sie auf ho-
kannt. Schätzungs- hem Niveau. Hingegen
senkt sein
weise kommt zu jedem sank die Mortalität der
Diabetes-Patienten Erkrankungsrisiko deutlich meisten Krebsformen
nochmals eine Person in den vergangenen
mit einem erhöhten Jahren (www.nicer.
Blutzuckerspiegel un- org). Anders als bei
terhalb des Schwellenwertes für die Di- Herz-Kreislauf-Krankheiten gibt es bei
agnose von Diabetes hinzu. Diese Perso- Krebs keine einfachen klinischen Unter-
nen haben ein erhöhtes Diabetes-Risiko. suchungen und Messungen, die eine in-
Deshalb sollte der Arzt schon bei Werten dividuelle Risikobeurteilung erlauben.
unterhalb der Diabetesschwelle Lebens- Selbst bei Untersuchungen wie Abtasten
stilveränderungen erzielen. Dies gilt be- der Brust, der Hoden und der Prostata
sonders bei positiver Familienanamnese und der Untersuchung der Haut durch
und wenn die Blutzuckerwerte im Steigen den Arzt ist unklar, ob sie zur Kresbvor-
begriffen sind. Rauchstopp, Gewichts- beugung sinnvoll sind, und derzeit spricht
kontrolle, Anpassungen in der Ernährung mehr gegen als für eine Messung und
ASA | SVV Medinfo 2011/2 Facetten der Vorsorgeuntersuchungen19
Box 3. Schutzfaktoren im Lebensstilbereich, kung liefern. So sollten beispielsweise
die Krebs vorbeugen ungewollter Gewichtsverlust oder plötz-
(www.nicer.org, www.wcrf.org) liche Veränderungen der Stuhlgewohn-
heiten hellhörig machen. Da Krebs eine
• Auf Rauchen verzichten starke erbliche Komponente hat, ist die
• Keinen Alkohol trinken Familienanamnese wichtig.
• Normalgewicht halten Die Abklärung von allgemeinen Risiko-
• Energiedichte Nahrung limitieren faktoren deckt Präventionspotenzial im
• Zuckerhaltige Getränke meiden Lebensstilbereich auf. Rauchen ist ein
• Rotes Fleisch und Fleischprodukte bedeutender Risikofaktor für praktisch
reduzieren alle Krebsformen, und ein Rauchstopp
• Konsum von Früchten und Gemüse gehört bei Rauchern zur wichtigsten Prä-
• Faserreiche Kost ventionsmassnahme. Weitere Schutz-
• Salzkonsum reduzieren faktoren sind in Box 3 zusammengefasst.
• Vorsicht bei Vitamin-Supplementen Obwohl eine individuelle Einschätzung
• Schimmel meiden kaum möglich ist, ist es legitim, dem Pa-
• Körperlich aktiv sein tienten aufzuzeigen, dass er mit einem
• Vernünftig mit der Sonne umgehen entsprechenden Lebensstil sein Krebs-
• Radonexposition minimieren risiko erheblich senken kann.
• Risiken am Arbeitsplatz so gering
wie möglich halten Weitere häufige Risiken und
• Infektion mit Papilloma- und Beschwerden
Hepatitisviren vorbeugen Der Druck am Arbeitsplatz nimmt stetig
zu, und auch im Privaten wird das Zusam-
menleben komplizierter. Dieser Aspekt
Beurteilung des PSA, der Durchführung darf deshalb nicht vergessen werden.
von Thorax-Röntgenbildern und der Viele Menschen leiden deshalb an Burn-
Selbstuntersuchung der Brust (5). Auch out oder an einer latenten Depression,
Genanalysen machen nur in Einzelfällen die sich oft auch in Form von körperlichen
Sinn. Hingegen kann eine gezielte Be- Beschwerden bemerkbar machen.
fragung Hinweise auf eine Krebserkran- Indizien dafür sind Rückenbeschwerden,
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Tabelle 1. Empfehlungen für Vorsorgeuntersuchungen mit Evidenzgraden A oder B, nach (5)
Empfehlungen Bemerkungen
Herz-Kreislauf-Krankheiten (HKK)
Rauchen und dadurch verursachte
Alle nach Raucherstatus fragen und Rauchern Rauchstopp-Interventio-
Krankheiten, Beratung und Interven-
nen anbieten; Beratung mit Nachdruck bei schwangeren Rauchenden
tion
Intensive Beratung und Verhaltensintervention, um nachhaltigen
Adipositas, Screening
Gewichtsverlust bei Adipösen zu fördern
Asymptomatische Erwachsene mit Blutdruck konstant über
Typ-2-Diabetes, Screening
135 / 80 mmHg
Hoher Blutdruck, Screening Alle
Männer zwischen 20 und 35 Jahren und Frauen über 20 mit erhöhtem
Dyslipidämie, Screening
Risiko für koronare Herzkrankheit; alle Männer über 35 Jahre
Einmaliges Screening mit Ultraschall bei Männern zwischen 65 und 75,
Aneurysma der Bauchaorta
die jemals geraucht haben
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Wenn der potentielle Nutzen einer Reduktion des Herzinfarkt-Risikos
(Männer zwischen 45 und 79 Jahren) oder des Risikos für ischämischen
Aspirin zur Vorbeugung von HKK
Hirnschlag (Frauen zwischen 55 und 79 Jahren) den potenziellen Schaden
gastrointestinaler Blutungen überwiegt
Krebs
Mammographie-Screening alle zwei Jahre bei Frauen zwischen 50 und
Brustkrebs, Screening
74 Jahren
Prädisposition für Krebs der Brust
Frauen mit positiver Familienanamnese bezüglich Risiko für schädliche
und der Eierstöcke, Einschätzung
Mutationen in BRCA1- und BRCA2-Genen, genetische Beratung und
des genetischen Risikos und Test für
Evaluation eines BRCA-Tests
BRCA-Mutation
Frauen zwischen 21 und 65 Jahren, die sexuell aktiv waren und eine
Gebärmutterhalskrebs
Zervix habenErwachsene zwischen 50 und 75 Jahren mit Test für okkultes Blut im
Colorektalkarzinom
Stuhl, Sigmoidoskopie oder Colonoskopie
Andere nichtübertragbare Krankheiten
Frauen über 65 Jahre und Frauen über 60 Jahre mit erhöhtem Risiko für
Osteoporose, Screening
osteoporotische Frakturen
Alkoholabusus, Screening und
Alle
Beratung bezüglich Verhalten
Wenn professionelle Unterstützung vorhanden ist zur Gewährleistung
Depression, Screening
von akkurater Diagnosestellung, effektiver Behandlung und Nachsorge
Übertragbare Krankheiten
Sexuell übertragbare Krankheiten, Alle sexuell Aktiven mit erhöhtem Risiko für sexuell übertragbare
Beratung Krankheiten
Syphilis Personen mit erhöhtem Risiko und alle Schwangeren
Sexuell aktive Frauen (auch Schwangere) unter 26 Jahren und solche mit
Gonorrhoe
erhöhtem Infektionsrisiko
Hepatitis-B-Virus-Infektion Schwangere Frauen bei erster vorgeburtlicher Kontrolle
HIV-Screening Alle mit erhöhtem Risiko für eine HIV-Ansteckung und alle Schwangeren
Sexuell aktive Frauen (auch Schwangere) unter 25 Jahren und andere
Chlamydieninfektion
asymptomatische Frauen mit erhöhtem Infektionsrisiko
Übriges
Folsäuresupplementierung Frauen, die eine Schwangerschaft planen (400 – 800 ug Folat / Tag)
Eisenmangelanämie, Screening Routinemässig bei asymptomatischen Schwangeren
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2122
Schlaf- oder Verdauungsstörungen, Libi- bei Personen ab 65 Jahren werden zwar
doverlust, unspezifischer Schwindel, empfohlen, sind aber unter Experten
Kopfschmerzen oder chronische Müdig- umstritten. Schliesslich gehört zum
keit und Erschöpfung. Differentialdiag- Check neben der Erfassung der Seh-
nostisch kommt für Letzteres auch eine schärfe auch die Messung des Augen-
Eisenmangelanämie oder eine Hypothy- drucks zur Glaukom-Früherkennung.
reose in Betracht, weil diese – besonders
bei Frauen – häufig sind. Bei Männern ist
indes eine Schlafapnoe nicht selten. Rü-
ckenschmerzen sind oft auch Folge von
mangelnder Bewegung oder schlechter
Ergonomie am Arbeitsplatz. Bei manchen
manifestiert sich Stress auch in Form von
psychosomatischen Symptomen wie Epi-
soden von Tachykardie, Schwindel oder
Stechen in der Brust.
Ein Check-up sollte auch Gelegenheit
bieten, den Impfstatus zu überprüfen.
Bei Erwachsenen sollten Diphterie und
Tetanus alle 10 Jahre aufgefrischt wer-
den. In manchen Fällen kann bei erwach-
senen Frauen eine HPV-Impfung indiziert
sein. Vor allem für häufig Reisende
macht die Triple-Impfung mit zusätzli-
chem Polio-Impfstoff Sinn. Je nach Ex-
position oder bereits durchgemachten
Erkrankungen sollten beispielsweise
auch Impfungen gegen FSME, MMR, He-
patitis, Gelbfieber oder Tollwut disku-
tiert werden (www.infovac.ch). Impfun-
gen gegen Grippe und Pneumokokken
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Tabelle 2. Empfehlungen für zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen zur Prävention von Herz-
Kreislauf-Krankheiten mit Evidenzgraden A oder B, nach (6)
Empfehlungen Bemerkungen
HKK-Risiko-Scores berechnen,
Alle asymptomatischen Erwachsenen ohne
Resultat beurteilen, entspre-
Vorgeschichte einer koronaren Herzkrankheit
chende Beratung
Männer (unter 50) und Frauen (unter 60) mit
Messung des C-reaktiven
mittlerem HKK-Risiko, bei älteren Personen
Proteins (CRP)
gelten zusätzliche Einschränkungen
Messung des glykosylierten
Asymptomatische Erwachsene ohne Diabetes
Hämoglobins (HbA1C)
Mikroalbuminurie Erwachsene mit Bluthochdruck oder Diabetes
Echokardiographie zur
Asymptomatische Erwachsene mit Bluthoch-
Untersuchung einer linksvent-
druck
rikulären Hypertrophie (LVH)
Intima-Media-Dicke (IMT) der
Halsschlagader; Knöchel-Arm-
Index (ABI); Belastungs-EKG; Asymptomatische Erwachsene mit mittlerem
Computer-Tomographie zur HKK-Risiko
Beurteilung von koronarem
Kalzium (CAC)
Erfassung der Familienanam-
Bei allen asymptomatischen Erwachsenen
nese bezüglich HKK
ASA | SVV Medinfo 2011/2 Facetten der Vorsorgeuntersuchungen24
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