Selbstevaluation des strategischen Projekts "Lehre 2020" - TU Graz
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TECHNIK ◼
LEIDENSCHAFT
Selbstevaluation des
strategischen Projekts
„Lehre 2020“
Jänner 2019TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Inhaltsverzeichnis
Vorwort .................................................................................................................................. 3
1. Struktur des strategischen Projekts „Lehre 2020“ ....................................................... 4
2. Methodik der Projektevaluation .................................................................................. 6
3. Evaluation des Projekts.............................................................................................. 8
3.1. Kontext ...................................................................................................................... 9
3.2. Incomes ................................................................................................................... 11
3.3. Inputs ....................................................................................................................... 13
3.4. Struktur .................................................................................................................... 13
3.5. Konzeptions-/Strategiephase und Zielsystem .......................................................... 15
3.5.1. Leitziele (Strategie der Lehre) .......................................................................... 17
3.5.2. Mittlerziele und Detailziele ................................................................................ 18
3.6. Outcomes ................................................................................................................ 22
Handlungsfeld 1: Lehrinnovation ................................................................................ 22
Handlungsfeld 2: Lehrqualifikation.............................................................................. 26
Handlungsfeld 3: Reputation der Lehre ...................................................................... 29
Handlungsfeld 4: Lehrbetrieb und Lehr- und Lerntechnologien .................................. 34
Handlungsfeld 5: Unterstützung des Life Long Learning ............................................ 38
Handlungsfeld 6: Qualitätssicherung und -entwicklung ............................................... 41
Quellenverzeichnis .............................................................................................................. 45
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis .................................................................................. 47
2TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Vorwort
LEHRE 2020
WE CARE ABOUT EDUCATION
~ ein Projekt für, mit und von Lehrenden und Studierenden zur Weiterentwicklung
der Lehre und des Lernens an der TU Graz~
Andrea Bernhard, Martin Ebner, Katharina Salicites
Um die Qualität der Lehre und des Lernens an der TU Graz zu stärken, wurde unter der Leitung
von Martin Ebner das strategische Projekt „Lehre 2020“ in den letzten drei Jahren
vorangetrieben. Das Projekt hat der Lehre viele (neue) Akzente gegeben und mehrere
Teilprojekte bzw. Maßnahmen umgesetzt. Im Sinne einer strategischen Lehrentwicklung
waren folgende Themen im Fokus: Stärkung der Lehre als zentrale Säule, Schärfung des
Lehrprofils, Weiterentwicklung und Integration innovativer Lehr- und Lernformen,
studienrechtliche Sicherheit durch TU-weite Standards oder Analysen und Evaluation des
Lehr- und Lernbetriebs.
Im Zentrum von Lehre 2020 standen und stehen die Anforderungen und Bedürfnisse von
Studierenden und Lehrenden, die in vielfältigen Dialog-Formaten wie Lunch & Lehre, dem
Studierendenstammtisch oder dem LEHR-Stammtisch eingebunden wurden. Gemeinsam mit
den Stakeholdern wurde die Strategie der Lehre (orientiert am Student-Lifecycle) entwickelt,
welche die Basis für alle gesetzten Maßnahmen bildet. Teilprojekte von Lehre 2020 waren z.B.
die Richtlinie zur Lehrerhebung, das „Booklet: Lehre an der TU Graz“, die Teaching Academy,
das TeachCenter 2.0, Maßnahmen zur Verbesserung des Studieneinstiegs (Guided Start), die
Institutsgespräche, uvm.
Mit all diesen Aktivitäten konnten folgende Ergebnisse erzielt werden:
• Verbesserung der Kontinuität und Qualität in der Lehrentwicklung und im Lehrbetrieb
• fundierte Daten und Fakten für zielgerichtete und ressourcenschonende
Entscheidungen
• Weiterentwicklung der Bedingungen für Studium und Lehre
• Sicherheit bei relevanten Prozessen durch universitätsweite Standards in der Lehre
3TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
1. Struktur des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Die Weiterentwicklung der Lehre an einer Universität unterliegt unterschiedlichsten Einflüssen.
So liegt die Verantwortung innerhalb der Institution zur Initiierung neuer Prozesse und
Maßnahmen zunächst bei der Universitätsleitung (i.e. den drei obersten Leitungsgremien
Universitätsrat, Rektorat und Senat), jedoch wirken bestimmte Personengruppen bzw.
engagierte Universitätsangehörige entscheidend mit. Entscheidungen zur Umsetzung von
Einzelmaßnahmen oder der Einführung neuer Prozesse in der Lehre werden häufig aufgrund
nationaler- und internationaler Trends und Entwicklungen, wirtschaftlicher Beweggründe
und/oder gesetzlicher Vorgaben getroffen. Demnach ist die Auseinandersetzung mit aktuellen
hochschulischen Thematiken und Strategien notwendig, um vorausschauend und zielgerichtet
handeln zu können. Ebenso von zentraler Bedeutung sind Kenntnisse über die Institution: die
Kultur der Hochschule, die internen Prozesse und Abläufe, die (historisch) entstandenen
Strukturen und die Bedarfe der Stakeholder, die die Lehre gestalten und umsetzen.
Die TU Graz hat sich in ihrer Gesamtstrategie insbesondere einer Steigerung der Qualität in
der Lehre verpflichtet. Im Fokus stehen die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer
Studienangebote und das Anwerben geeigneter Studierender und Lehrender über die
Landesgrenzen hinaus. Dabei wird die Weiterentwicklung der Lehre als zentrale strategische
Aufgabe gesehen und im Folgenden als ‚strategische Lehrentwicklung‘ bezeichnet.
Strategische Lehrentwicklung verfolgt die Zielsetzung, den Lehrbetrieb zu optimieren sowie
innovative Lehr- und Lernmethoden zu erproben, zu evaluieren und entsprechend
anzupassen. Im Zentrum stehen Grundsatzfragen zur Weiterentwicklung des Lehrens und
Lernens und deren Qualität zu sichern und zu optimieren. Vor diesem Hintergrund wurde im
Rahmen der Leistungsvereinbarungsperiode 2016-18 das strategische Projekt „Lehre 2020“
aufgesetzt. Um die qualitativ hochwertige Ausbildung an der TU Graz für zukünftige Jahre zu
stärken, setzte das Projektteam „Lehre 2020“ in der Lehrentwicklung umfangreiche Aktivitäten,
die folgende Eckpunkte umfassten1:
• Stärkung der Lehre als zentrale Säule der TU Graz und Grundlage für eine gute
wissenschaftliche Praxis (Stichwort u. a.: Optimierung von Anreiz- und
Anerkennungssystemen)
• Curriculaentwicklung (z. B. internationale Ausrichtung, Kooperationen, Analysen
zum Thema Geschlechterdimension in Lehre und Studium)
1 Entwicklungsplan 2015plus, S. 57f; Ziel- und Leistungsvereinbarung 2016-2018, S. 7
4TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
• Schärfung des Lehrprofils des Lehrpersonals durch hochschuldidaktische Ausbildung
und weitere Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen von Weiterbildung, Trainings
oder Vorträgen
• Innovationsentwicklung in der Lehre (kontinuierliche Weiterentwicklung und
Integration innovativer Lehr- und Lernformen)
• Lehrbetrieb im Zeichen ständiger Optimierung und Weiterentwicklung des
bestehenden Angebots sowie Öffnung des Bildungsangebotes für weitere Zielgruppen
• Evaluation (Rückkopplung zur Beurteilung getroffener Maßnahmen)
Das Projekt definiert sechs Handlungsfelder, in denen sich die gesetzten Maßnahmen
einordnen lassen: Lehrqualifikation, Lehrbetrieb und Lehr-/Lerntechnologien, Lehrinnovation,
Qualitätssicherung und -entwicklung, Reputation der Lehre sowie Unterstützung von
lebenslangem Lernen. Eine detaillierte Darstellung der Handlungsfelder findet sich in Abschnitt
3.5. Die angestrebten Projektergebnisse sollen folgende drei Hauptziele verwirklichen:
1. Strategische Ausrichtung der Lehre: Eine strategische Ausrichtung der Lehre unter
Einbeziehung aller relevanten Stakeholder ist notwendig, um Maßnahmen in einem
Gesamtkontext zu sehen und zu implementieren. Die strategische Lehrentwicklung
wird dabei als Querschnittsmaterie in allen lehrerelevanten Angelegenheiten
angesehen, welche zentral durch das Vizerektorat Lehre verwaltet wird.
2. Lehrerhebung und -entwicklung: Der Lehrbetrieb wird laufend qualitativ überprüft
und evaluiert, um auf Basis von qualitätssichernden Instrumenten entsprechende
Verbesserungsmaßnahmen zu treffen. Wichtige Grundlagen zur Gewährleistung
langfristiger Qualitätsentwicklung sind die Sammlung, Einführung sowie der Austausch
zu TU-weiten Standards in der Lehre, welche unter anderem folgende Eckpunkte
umfassen: Studienrecht, Infrastruktur, Lehrveranstaltungs-Organisation, Interaktion
zwischen Lehrenden und Studierenden, neue Lehr-/Lerntechnologien, Zugänglichkeit
zur Bildung, lebenslanges Lernen und Internationalisierung.
3. Lehrbetrieb und -innovation: Innovative Lehr- und Lernmethoden werden laufend
(weiter-)entwickelt und erprobt, in den Lehrbetrieb integriert und nachhaltig in den
Studienplänen verankert.
5TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Diese drei Hauptziele inklusive der daran gekoppelten Maßnahmen führen
• zu Kontinuität und Qualität in der Lehrentwicklung und im Lehrbetrieb,
• zur Bereitstellung fundierter Daten und Fakten als Basis für zielgerichtete und
ressourcenschonende Entscheidungen,
• zu ausgezeichneten Studierenden und Lehrenden durch hervorragende Bedingungen
in Studium und Lehre sowie
• zu (rechtlicher) Sicherheit bei relevanten Prozessen sowohl für das Lehrpersonal, als
auch für die Studierenden und das administrative Personal der TU Graz durch
universitätsweite Standards in der Lehre.
Durch die Umsetzung einer qualitätsgesicherten Lehrentwicklung wird die Basis für eine
hervorragende international ausgerichtete (Aus-)Bildung der Absolvent/innen für Berufsfelder
in Wirtschaft und Forschung geschaffen. Somit wird gewährleistet, dass der Studienstandort
TU Graz seine Attraktivität kontinuierlich steigert, sich mittelfristig im deutschsprachigen und
langfristig im internationalen Spitzenfeld behaupten kann.
2. Methodik der Projektevaluation
Die Evaluation des Projekts „Lehre 2020“ orientiert sich an den Empfehlungen der Gesellschaft
für Evaluation e.V., die international angesehene Standards für Evaluationen entwickelt hat
und auf ihrer Webseite2 zur Verfügung stellt. Diese Standards für Evaluation basieren auf vier
grundlegenden Eigenschaften: Nützlichkeit, Durchführbarkeit, Fairness und Genauigkeit.
Die Nützlichkeit ist gegeben, wenn bereits zu Beginn der Evaluation möglichst alle relevanten
Stakeholder und ihre jeweiligen Informationsbedürfnisse identifiziert wurden. Damit können
die Evaluationszwecke, die Auswahl und der Umfang der Informationen, die Werthaltungen
der Stakeholder und der Nutzen der Evaluation klar definiert werden.
Für die Durchführbarkeit der Evaluation ist entscheidend, angemessene Verfahren zu
verwenden, die eine optimale Balance zwischen der Erhebung notwendiger Informationen und
der Minimierung des Aufwands auf Seiten der Beteiligten anstreben. Dadurch ist eine hohe
Akzeptanz sowie Effizienz der Evaluation gewährleistet.
2 siehe: https://www.degeval.org/degeval-standards/standards-fuer-evaluation/
6TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Unter dem Begriff Fairness wird verstanden, dass möglichst viele Perspektiven auf den
Evaluationsgegenstand dargestellt werden sollen, um umfassend Stärken und Schwächen zu
prüfen und eine möglichst neutrale Position einnehmen zu können. Dafür werden die
Evaluationsergebnisse und -berichte den Stakeholdern zugänglich gemacht.
Um den Punkt der Genauigkeit zu erfüllen, müssen eine Reihe von Prinzipien der sorgfältigen
Durchführung der Evaluation eingehalten werden: Der Evaluationsgegenstand inkl. Kontext
muss klar beschrieben werden. Bei der Auswahl und Bearbeitung der Informationen müssen
Zweck, Quelle und Erhebungsmethode beschrieben werden. Die erhobenen Daten müssen
auf ihre Validität, Reliabilität und systematische Fehler kontrolliert werden und ihre Bewertung
transparent und begründet erfolgen.
Um den Standards der Gesellschaft für Evaluation e.V. gerecht zu werden, folgt die Evaluation
des strategischen Projekts „Lehre 2020“ dem Programmbaum-Schema von Bartsch, Beywl &
Niestroj3. Dabei werden auf Ebene der Bedingungen Kontext, Incomes, Inputs und Struktur
des Evaluationsgegenstandes beschrieben:
• Der Kontext beschreibt die Systemumwelt des Projekts auf lokaler bis internationaler
Ebene.
• Unter Incomes sind die Voraussetzungen zu verstehen, mit denen die Stakeholder
das Projekt bereichern wie z. B. Wissen, Einstellungen und Bedürfnisse.
• Die Inputs sind alle finanziellen, personalen und anderen Ressourcen, die in das
Projekt investiert wurden.
• Mit Struktur ist die mittelfristig stabile Aufbau- und Ablauforganisation gemeint, die die
Umsetzung des Projekts ermöglichte.
Auf Ebene des Projektplans wird das Konzept inklusive seiner Ziele und Wirkannahmen
dargelegt.
• Das Konzept besteht aus dem zu Projektstart festgelegten gedanklichen Entwurf,
welche Resultate wann/wo/bei wem ausgelöst und welche Aktivitäten dafür gesetzt
werden sollen.
3 Bartsch, Samera/Beywl, Wolfgang/Niestroj, Melanie (2016): "Der Programmbaum als Evaluationsinstrument". In:
Giel, Susanne/Klockgether, Katharina/Mäder, Susanne (Hrsg.): Evaluationspraxis. Professionalisierung - Ansätze
- Methoden. 2. Auflage. Münster: Waxmann. S. 89-112.
7TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
• Die Ziele sind Vorstellungen davon, was mit den gesetzten Aktivitäten erreicht werden
soll. Diese lassen sich in abstrakte Leitziele, greifbarere Mittlerziele und konkrete
Detailziele ausformulieren. Die Definitionen der Ziele beinhalten wiederum sogenannte
Wirkannahmen darüber, wie durch die gesetzten Aktivitäten die Erreichung der Ziele
positiv beeinflusst werden kann.
Die Darstellung der Aktivitäten und der daraus resultierenden Outputs sowie eine
Interpretation und Bewertung des gesamten Projekts im Hinblick auf die Outcomes sind für
Abschnitt 3.6 vorgesehen. Dennoch sollen diese Konzepte hier kurz beschrieben werden:
• Aktivitäten sind jene Handlungen, die im Rahmen des Projekts initiiert wurden, um
Schritte in Richtung Zielerreichung zu setzen.
• In Verbindung damit stehen die Outputs, die durch die Interventionen erzeugten
Resultate und (zählbaren) Leistungen und Produkte (inkl. Teilnahme-
/Nutzungsmengen, Zufriedenheit).
• Die Beschreibung der Outcomes umfasst zuletzt eine Bewertung der Aktivitäten und
ihrer Outputs in Hinblick auf die Zielerreichung und den erzeugten Vorteilen für
Stakeholder(gruppen).
Die Evaluation baut auf eine ausführliche Excel-Tabelle auf, welche die Outputs des Projekts
im Zeitraum von Jänner 2016 bis einschließlich Oktober 2018 abbildet (Anlage 1). Die Tabelle
gibt mittels quantitativer und qualitativer Indikationen einen Überblick über das Gesamtprojekt,
zeigt den Programmbaum der Evaluation und beschreibt die Aktivitäten innerhalb des
Projekts.
3. Evaluation des Projekts
Wie bereits oben beschrieben, werden nun die einzelnen Aspekte des Programmbaums
dargestellt, um den Verarbeitungsprozess der investierten Ressourcen darzustellen. Es wird
illustriert, wie Kontext, Incomes und Struktur konkrete Konzepte und Strategien sowie
Zielsysteme generiert haben. Diesen Zielen wurde daraufhin mit gezielten Aktivitäten und
Maßnahmen nachgegangen und ihr Erfolg auf Basis von Indikatoren als Outcomes bewertet.
8TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
3.1. Kontext
Die TU Graz ist die älteste technische Universität und Teil der Kooperationsgemeinschaft aller
technischen Universitäten Österreichs (TU Austria4). Sie steigert wesentlich die
Leistungsfähigkeit und Attraktivität des Technologie-, Wissenschafts- und Bildungsstandorts
Steiermark. An der TU Graz studieren hauptbelegend etwa 13.500, unter Einrechnung von
Mitbelegungen sogar an die 16.000 Studierende (Stand Sommersemester 2018). Etwa 2.300
Beschäftigte arbeiten im Wissenschafts- und Lehrbetrieb, während das allgemeine
Universitätspersonal in etwa 1.000 Mitarbeitende (Stand 2017) umfasst. Somit ist die TU Graz
eine der bedeutendsten Arbeitgeberinnen der Region. Die Universität ist an drei
Campusstandorten – der Alten Technik, der Neuen Technik und dem Campus in der
Inffeldgasse – und aufbauorganisatorisch in sieben Fakultäten gegliedert, in denen sich die
wissenschaftliche Forschung und Lehre an der TU Graz konzentriert. Die Fakultäten werden
von den Dekan/innen geleitet und umfassen gemeinsam über neunzig Institute.5
Die Mission der TU Graz formuliert den Organisationszweck der TU Graz:
• Die TU Graz hat fünf international sichtbare wissenschaftliche Stärkefelder. Sie pflegt
ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Grundlagenforschung, erkenntnis- und
anwendungsorientierter Forschung.
• Die TU Graz deckt ein breites Spektrum der ingenieur- und naturwissenschaftlichen
sowie gestalterischen Studien ab. Aufbauend auf grundlagen-orientierten Bachelor-
Programmen konzentriert sie sich auf forschungsorientierte, weitgehend
englischsprachige Master- und PhD-Programme.
• Die TU Graz bietet ihren Studierenden hochqualifizierte Ausbildung, fördert kritisches
und kreatives Denken und verantwortungsvolles Handeln und begeistert für
Wissenschaft und Beruf.
• Die TU Graz bringt ihren Mitarbeitenden hohe Wertschätzung entgegen und fördert
deren persönliche Entwicklung.5
• Die TU Graz trägt als innovationstreibende Forschungs- und Bildungspartnerin
signifikant zur Standortattraktivität und -entwicklung bei.
4Webseite der TU Austria: http://www.tu-austria.at/
5KURZ & BÜNDIG: Die Strategie der TU Graz, Stand Mai 2018. S. 1. siehe:
https://tu4u.tugraz.at/fileadmin/Studierende_und_Bedienstete/Information/Unsere_TU_Graz/TU_Graz/Strategie_d
er_TU_Graz.pdf
9TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“ Aktuell wird die TU Graz sowie die Hochschullandschaft in Österreich als Gesamtes mit unterschiedlichen internationalen und nationalen Entwicklungen und Trends konfrontiert, wobei im Folgenden die wichtigsten kurz zusammengefasst werden: Universitätsfinanzierung NEU: Mit Inkrafttreten der Universitätsfinanzierungsverordnung (UniFinV)6 im August 2018 wird eine kapazitätsorientierte, studierendenbezogene Universitätsfinanzierung seitens des BMBWF umgesetzt. Die Änderung des Universitätsgesetzes zur Implementierung des neuen Finanzierungsmodells beruht auf langjährigen und intensiven Vorbereitungen. In der Budgetsäule Lehre wird als Basisindikator zur Darstellung der österreichweit von den Universitäten mindestens anzubietenden Studienplätze der Indikator „Ordentliche Bachelor-, Master- und Diplomstudien, die mit mindestens 16 ECTS-Anrechnungspunkten oder 8 positiv beurteilten Semesterstunden pro Studienjahr prüfungsaktiv betrieben werden“ (Basisindikator 1) herangezogen. Neben dem Basisindikator 1 werden gemäß dieser Verordnung in der Budgetsäule Lehre zwei weitere Wettbewerbsindikatoren vorgesehen: Anzahl der Studienabschlüsse in ordentlichen Bachelor- , Master- und Diplomstudien mit Gewichtung nach Fächergruppen pro Studienjahr sowie Anzahl der mit mindestens 40 ECTS-Anrechnungspunkten oder 20 Semesterstunden prüfungsaktiv betriebenen ordentlichen Bachelor-, Master- und Diplomstudien pro Studienjahr mit Gewichtung nach Fächergruppen. Mit diesen Wettbewerbsindikatoren sollen Anreize für die Universität gesetzt werden, mehr Studierende schneller zu einem Studienabschluss zu bringen. Des Weiteren wird neben diesen quantitativen Indikatoren die Mittelvergabe im Bereich der Lehre an die Sicherstellung der Umsetzung von Qualitätsmaßnahmen gekoppelt und somit an qualitative Kriterien geknüpft. Digital TU Graz: Im Konzeptionsprojekt “Digital TU Graz”7 wurde ein Meinungsbildungsprozess initiiert, der die Auswirkungen und Chancen der Digitalisierung für die TU Graz in allen Handlungsfeldern beleuchtet. Dieser 360º-Blick über die Handlungsfelder Forschungs- und Wissensmanagement, Lehre, Verwaltung und Transformation hat das Thema Digitalisierung in seiner Gesamtheit betrachtet. Aus diesem Prozess entstand eine Policy zur digitalen TU Graz. Darauf aufbauend wird in einer weiteren Phase des Projektes eine Roadmap für die Umsetzung der Policy und das strategische Projekt “Digitale TU Graz” definiert. Die Umsetzung erfolgt in der Leistungsvereinbarungsperiode 2019-21. 6 siehe: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20010276 7 siehe: https://godigital.tugraz.at/ 10
TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Hochschulmobilitätsstrategie: Im Jänner hat das BMBWF die „Hochschulmobilitätsstrategie
zur Förderung transnationaler Mobilität an österreichischen Universitäten, Fachhochschulen
und Privatuniversitäten“8 veröffentlicht. Maßnahmen in den einzelnen Aktionslinien werden im
Rahmen der Leistungsvereinbarung 2019-21 seitens des Ministeriums von den Universitäten
eingefordert.
Nationale Strategie zur sozialen Dimension in der der Hochschulbildung: Im Februar
2017 hat das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) die
gemeinsam mit den Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und
Privatuniversitäten, Interessensvertretungen, Serviceeinrichtungen und Sozialpartnern
erarbeitete „Nationale Strategie zur sozialen Dimension in der Hochschulbildung" 9
veröffentlicht. Maßnahmen in den einzelnen Aktionslinien werden im Rahmen der
Leistungsvereinbarung 2019-21 seitens des Ministeriums von den Universitäten eingefordert.
Nachhaltige Entwicklung - Agenda 2030/Sustainable Development Goals: Die TU Graz
ist Teil des Projekts UniNEtZ, ein von der „Allianz Nachhaltiger Universitäten“10 in Österreich
initiiertes Projekt. Das Ziel des Projekts ist die Erstellung eines Optionenpapiers für die
österreichische Bundesregierung zu den Sustainable Development Goals (SDGs), um
zukunftsorientierte Lösungswege zu identifizieren und zu bewerten, nicht aber um konkrete
Handlungsempfehlungen zu geben.11 Die TU Graz hat im Rahmen des UniNEtZ-Projekts die
Patenschaft für das SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) sowie die Mitwirkung für
weitere SDGs übernommen (mitunter SDG 4 zum Thema „Hochwertige Bildung“) und dies in
der Leistungsvereinbarung 2019-21 verankert. Im April 2018 wurde dazu bereits ein
Nachhaltigkeitsbeirat12 an der TU Graz eingerichtet.
3.2. Incomes
Zur Erreichung der Projektziele von „Lehre 2020“ ist es unumgänglich strategische
Lehrentwicklung als Querschnitt zu verstehen, die in allen lehrerelevanten Angelegenheiten
innerhalb und außerhalb der Institution eine wichtige Rolle spielt und nicht nur die Aufgabe
eines ausgewählten Personenkreises ist, da die Weiterentwicklung von der gesamten
Institution getragen werden muss. Daher ist es für die Umsetzung einer qualitätsgesicherten
8 siehe: https://www.bmbwf.gv.at/studium/der-europaeische-hochschulraum-und-die-europaeische-
union/hochschulmobilitaetsstrategie/
9 siehe: https://www.bmbwf.gv.at/studium/nationale-strategie-zur-sozialen-dimension/
10 siehe: http://nachhaltigeuniversitaeten.at/gesellschaftliche-verantwortung/sdg/
11 siehe: https://www.bundeskanzleramt.gv.at/entwicklungsziele-agenda-2030
12 Siehe: https://online.tugraz.at/tug_online/wborg.display?pOrgNr=34786
11TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Lehre von essentieller Bedeutung, dass alle beteiligten Stakeholder die Maßnahmen zur
Weiterentwicklung der Lehre unterstützen und mittragen. Um dies gewährleisten zu können,
wurde ein projektbegleitender Stakeholder- und Change-Management-Prozess (siehe dazu
Abschnitt 3.5. Konzept-/Strategiephase und Zielsystem) entwickelt, mit der zugrundeliegenden
Frage: Wie kann strategische Lehrentwicklung für alle Akteur/innen der Hochschule zum
Thema gemacht werden?
Abbildung 1 zeigt einen Entwurf einer Stakeholder-Landkarte für die Lehre an der TU Graz,
ausgehend von den an der Universität tätigen Personen (Lehrende, Studierende, allgemeines
Personal). Die Landkarte beschreibt wie die Akteur/innen mit unterschiedlicher Intensität
direkter, bzw. indirekter in Entwicklungsprozesse an der TU Graz involviert sind. Die
Universität im engeren Sinne, als Summe ihrer direkt zugeordneten Personen (Studierende
und Bedienstete) als Schlüsselakteur/innen, organisiert sich auf einer übergeordneten Ebene
in Gremien mit differenzierten Aufgabenbereichen und Verantwortungen (primäre
Akteur/innen). Diese wiederum stehen in ständiger Wechselwirkung mit weiteren Stakeholdern
(sekundäre Akteur/innen), die eine spezifische Außenperspektive auf die
Veränderungsprozesse an der Universität haben.
Abbildung 1: Stakeholder-Landkarte für die Lehre der TU Graz
12TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
3.3. Inputs
Das Projekt wurde im Rahmen der Leistungsvereinbarungsperiode 2016-2018 als
strategisches Projekt mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Millionen Euro ausgestattet, wodurch
hauptsächlich zusätzliches Personal aber auch Sach- und Investitionskosten budgetiert
wurden (siehe Tabelle 1).
Tabelle 1: Gesamtbudget „Lehre 2020“
Kalenderjahr 2016 2017 2018
Personalkosten 160.816 € 307.486 € 380.283 €
Sach- und Investitionskosten 28.226 € 118.531 € 204.657 €
SUMME 189.043 € 426.017 € 584.940 €
In Summe wurden insgesamt sieben Vollzeitäquivalente für die Laufzeit des Projekts finanziert
(siehe Tabelle 2). Für die Abwicklung des Projekts wurden neben dem zusätzlichen
Projektpersonal auch Inkind-Leistungen des bestehenden Personals parallel zum
Tagesgeschäft investiert. Der zusätzliche Arbeitsaufwand wurde primär von den Leitungen der
Organisationseinheiten des Vizerektorats Lehre sowie der Assistenz des Vizerektors für Lehre
übernommen.
Tabelle 2: Vollzeitäquivalente (VZÄ) inklusive Inkind-Leistungen
Kalenderjahr 2016 2017 2018
VZÄ 1* 6,50 7,00 7,00
VZÄ 2** 1,25 0,90 1,25
* Vollzeitäquivalente, interne personelle Kapazitäten, die exklusiv dem strategischen Projekt gewidmet sind
(Projektmitarbeiter/innen „Lehre 2020“): V. Amin, Ch. De Marinis, S. Fackner/H. Müller, E. Grün, M. Haas, R.
Hafner, T. Hell, S. Klein, B. Reszler, K. Salicites, S. Schweighofer, M. Zechner, P. Leitner.
** interner Personaleinsatz parallel zum Tagesgeschäft (bspw. Projektleitung, etc.): A. Bernhard, M. Ebner, D.
Heck, A. M. Moisi/Ch. Dobnik, S. Prem, J. Reitbauer, Ch. Stöckler-Penz (Arbeitszeiten der Projektleiter/inn/en und
Leiter/inn/en der Organisationseinheiten des Vizerektors für Lehre)
3.4. Struktur
Für die Umsetzung des Projekts „Lehre 2020“ ist der Vizerektor für Lehre, Univ.-Prof. Dr.-Ing.
Detlef Heck als Auftraggeber verantwortlich. Die Projektleitung haben Priv.-Doz. Dipl.-Ing.
Dr.techn. Martin Ebner (Leiter der OE Lehr- und Lerntechnologien) sowie die stellvertretende
Leitung Dr.phil. Mag.phil. Andrea Bernhard (Assistenz des Vizerektors für Lehre) inne.
13TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Das Kernteam des Projekts bildet der gesamte Servicebereich des Vizerektorats Lehre (im
Speziellen, die jeweiligen Leitungen der Organisationseinheiten), das sich neben der
Assistenz des Vizerektors für Lehre in fünf weitere Organisationseinheiten gliedert:
• Internationale Beziehungen und Mobilitätsprogramme
• Lehr- und Lerntechnologien
• Life Long Learning
• Sprachen, Schlüsselkompetenzen und interne Weiterbildung
• Studienservice und Prüfungsangelegenheiten
Für die Abwicklung des Projekts wurde ein Organigramm erstellt, das die
Verantwortungsbereiche für die einzelnen Projektphasen darstellt (Abbildung 2).
Abbildung 2: Organigramm des strategischen Projekts „Lehre 2020“
14TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
3.5. Konzeptions-/Strategiephase und Zielsystem
Zu Projektstart wurden Milestones formuliert, die eine grobe Richtschnur für die angestrebten
Entwicklungen vorgaben:
1. Gesamtstrategie Lehre TU Graz
o Konzeptphase (Stakeholder- und Situationsanalyse)
o Festlegen von Zielen und Lösungsansätzen (Ableitung von Maßnahmen)
2. Strategie Ressorts Lehre TU Graz
o Blick auf bereits gestartete Maßnahmen und Einbindung aller Abteilungen
o Vorbereitung für die Leistungsvereinbarungen 2019-21
3. Profil Lehre 2020
o Evaluation der gestarteten Maßnahmen
o Follow-up von Lehre 2020
Zur Erreichung dieser Milestones war eine nachhaltige Projektkonzeption notwendig, die durch
Partizipation der Universitätsangehörigen (1) und die Integration (inter-)nationaler
Trends (2) erreicht wurde.
(1) Die Partizipation der Universitätsangehörigen bei der Entwicklung von Maßnahmen ist
von hoher Bedeutung für die Akzeptanz durch die Stakeholder. Somit wird für die gelungene
Überführung jeder Maßnahme in die operative Ebene der Miteinbezug der Lehrenden,
Studierenden und des administrativen Personals vorausgesetzt. Für das Projekt „Lehre 2020“
wurde aus diesem Grund ein Stakeholder- und Change-Management-Prozess entwickelt,
um den steten Austausch mit den Universitätsangehörigen der TU Graz zu ermöglichen und
deren Partizipation zu gewährleisten (Controlling-, Rückkopplungs- und
Informationsinstrumente). Dieser Stakeholder- und Change-Management-Prozess hat das
Projekt die gesamte Laufzeit qualitätssichernd unterstützt und vorangetrieben. Es wurde eine
Reihe an Informations- und Kommunikationsinstrumenten genutzt, die den inneruniversitären
Austausch unter bzw. mit den Stakeholdergruppen angeregt haben. Das Projekt ist von, für
und mit Lehrenden und Studierenden konzipiert, es lebt somit von deren Partizipation (siehe
auch Kapitel 3.2.). Konkret handelt sich hierbei um Dialog-Formate in unterschiedlichen
Settings: „Lunch & Lehre“, „Think Tank”, „Beirat Lehre & Internationalisierung”, „LEHR-
Stammtisch” und „Studierendenstammtisch”13. Eine essentielle Arbeit ist es, Personengruppen
13 siehe: https://www.tugraz.at/studium/lehre-an-der-tu-graz/dialog-formate-und-veranstaltungen/
15TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
und ihre Situation innerhalb der Organisation und in Kontakt mit anderen Stakeholder-
Subgruppen zu erfassen. Um hier flexibel agieren und fokussiert Input von den richtigen
Stellen einholen zu können, wird über die neuen Dialog-Formate hinaus mit Instrumenten wie
Fokusgruppen, Workshops und Arbeitsgruppen agiert (z. B. Universitätsassistent/innen ohne
Doktorat, studentische Mitarbeiter/innen, internationale Studierende). Diese Formate dienen
der Rückkopplung mit den zentralen Stakeholdern sowie dem Erfahrungs- und
Ideenaustausch. Der Output aller Veranstaltungen wird dokumentiert, aufbereitet, und auf der
internen Informationsplattform TU4U veröffentlicht (siehe Abbildung 3).
Abbildung 3: Stakeholder- und Change-Management-Prozess des Projekts „Lehre 2020“
(2) Die Weiterentwicklung der TU Graz wird stark von (inter-)nationalen Trends (siehe Kapitel
3.1.) beeinflusst und fließt in die strategische Planung ein. Eine frühe Auseinandersetzung mit
diesen Trends ermöglicht eine passgenaue Adaption für die TU Graz. Äußere Einflüsse auf
die Weiterentwicklung der Lehre werden durch das Projektteam in Form von Benchmarking,
der Teilnahme an Informationsveranstaltungen des Ministeriums oder an facheinschlägigen
(internationalen) Tagungen aufgenommen (siehe Handlungsfeld 6). Besonders
hervorzuheben sind hier zuvor beschriebene Kontextentwicklungen, wie die Strategie zur
sozialen Dimension oder die neue Studienplatzfinanzierung. Das Projektteam hat sich bereits
sehr früh mit diesen Themen auseinandergesetzt und eine Integration in die Maßnahmen der
Leistungsvereinbarung 2019-21 vorangetrieben.
16TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Zu Beginn des Projektes wurde ein Situations- und Ist-Analyse-Workshops durchgeführt,
um potentielle Entwicklungsbereiche zu identifizieren und erste Anregungen aufzugreifen.
Etwa bei der Hälfte des Projektzeitraumes wurde ein Zwischenevaluierungsworkshop mit
denselben Teilnehmer/innen veranstaltet, wobei der Kreis um Vertreter/innen aus den
Bereichen Marketing & Kommunikation, Personal-/Kompetenzentwicklung sowie dem
Rektorat erweitert. Auf Basis einer Rückblende zu den bisherigen bzw. Ausblick auf die
geplanten Vorhaben, wurde ein Stimmungsbild zum Projekt sowie Feedback an das gesamte
Projektteam formuliert. Beispielsweise wurden die vorgelagerte Konzeptionsphase sowie der
Stakeholder- und Change-Management-Prozess im strategischen Projekt „Lehre 2020“
besonders positiv hervorgehoben. Darüber hinaus wurden in diesen Workshops priorisierte
Handlungsempfehlungen an das Projektteam erarbeitet.
3.5.1. Leitziele (Strategie der Lehre)
Das erste Teilprojekt von „Lehre 2020“ war die Erstellung einer Gesamtstrategie der Lehre,
um so dem Leitziel „Strategische Ausrichtung der Lehre“ zu entsprechen. In Abstimmung mit
der Strategie der TU Graz14 und steter Rückkopplung mit den Stakeholdern wurde die
„Strategie der Lehre“15 erstellt. Die Strategie der Lehre der Technischen Universität Graz stellt
den konkreten Output des Visions- und Strategieprozesses des Projekts „Lehre 2020“ dar und
bildet die Basis für die Weiterentwicklung der Lehre an der TU Graz sowie für die Ziele, die
das Projekt in den letzten drei Jahren verfolgte. Zudem bildet die Strategie der Lehre das
Fundament für den Entwicklungsplan 2018plus als auch für die Leistungsvereinbarung 2019-
21. In Anlehnung an die Strategie der Lehre entwickelten die Organisationseinheiten des
Vizerektorats Lehre individuelle Teilstrategien. Ein weiterer konkreter Output aus dieser
Strategiearbeit ist der Informationsflyer des Vizerektorats Lehre, der in der
Universitätsratssitzung am 26. April 2018 erstmals verteilt wurde und beim Einführungstag für
neue Mitarbeiter/innen als Informationsbroschüre genutzt wird.
Die Vision und Leitziele der Strategie der Lehre an der TU Graz werden durch den Student
Lifecycle (Tabelle 3) bestimmt und gliedern sich in folgende fünf Phasen: Interessierte/r,
Anfänger/in, Studierende/r, Absolvent/in, Alumnus/ae. Für jede dieser Phasen wurde eine
Vision und ein Leitziel definiert.
14 KURZ & BÜNDIG: Die Strategie der TU Graz, Stand Mai 2018. S. 3. siehe:
https://tu4u.tugraz.at/fileadmin/Studierende_und_Bedienstete/Information/Unsere_TU_Graz/TU_Graz/Strategie_d
er_TU_Graz.pdf
15 siehe:
https://tu4u.tugraz.at/fileadmin/Studierende_und_Bedienstete/Information/Lehre/Strategie_Lehre_2017_02_01.pd
f
17TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Tabelle 3: Visionen / Leitziele im Student Lifecycle aus der Strategie der Lehre der TU Graz
Interessierte/r Anfänger/in Studierende/r Absolvent/in Alumnus/ae
Vision Die TU Graz ist Die Engagierte, Absolvent/innen sind Die TU Graz ist
eine attraktive Willkommenskultur innovative am Arbeitsmarkt mit ihren
(inter-)nationale der TU Graz Lehrende sowie in der Alumni/ae in
Bildungsstätte. ermöglicht einen unterstützen Wissenschaft gefragt einem
zielorientierten Start engagierte, nach und können neue wechselseitig
ins Wissen strebende Bereiche auf Basis unterstützenden
Studium. Studierende. ihrer erworbenen Verhältnis
Qualifikationen und verbunden.
Kompetenzen
erschließen.
Leitziel Qualifizierte und Studierende sind Studierende Absolvent/inn/en Ein starkes
informierte zufrieden mit ihrer werden im können auf ein Alumni/ae-
(bestgeeignete) Studienwahl und Studienverlauf qualitätsvolles Netzwerk führt zu
Personen zeigen einen optimal betreut Studium aufbauen einer hohen und
entscheiden sich optimalen und unterstützt. und steigen aktiven Bindung
für ein Studium an Studienfortschritt in erfolgreich sowie an die Alma
der TU Graz. den ersten Semestern unmittelbar in den Mater.
ihres Studiums. Beruf ein.
3.5.2. Mittlerziele und Detailziele
Aus den Leitzielen erwachsen konkrete Mittlerziele und noch konkretere Detailziele, die zu
diesem Zweck in sechs operative Handlungsfelder überführt wurden. Aufgrund der Größe und
Komplexität des strategischen Projekts ist es nicht immer möglich, eine klare Grenze zwischen
den Maßnahmen in den Handlungsfeldern zu ziehen, vielmehr verlaufen die Grenzen
fließend. Die Kategorisierung stellt demnach eine zweckmäßige Vereinfachung dar. So ist
beispielsweise der Stakeholder- und Change-Management-Prozess Teil der Konzeptions- und
Strategiephase des Projekts (Leitziel), durch die Überführung in die operative Ebene wirkt er
maßgeblich auf die Steigerung der Sichtbarkeit der Lehre (Handlungsfeld 3).
18TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Handlungsfeld 1: Mittlerziel
Lehrinnovation
Gezielte Unterstützung und Begleitung neuer Lern- und Lehrformen.
Wirkannahme
Durch eine passende und optimierte Begleitung der Lehrenden bei der Umsetzung
innovativer Lehrkonzepte werden zum einen die Berührungsängste abgebaut, zum
anderen die erzielten Ergebnisse optimiert. Damit kann gewährleistet werden, dass
eine möglichst große Anzahl an Lehrenden sich dieser Herausforderung stellt und
zukunftsweisende Wege in der Lehre geht.
Detailziel
Integration neuer Lern- und Lehrformen in die Curricula.
Wirkannahme
Durch eine Verankerung neuer Lern- und Lehrformen in den Studien der TU Graz
ist eine nachhaltige Implementierung zukunftsweisender sozialer und didaktischer
Konzepte langfristig gewährleistet. Zudem lassen sich diese Konzepte und
Umsetzungen über geeignete Formate an die Stakeholder der TU Graz
kommunizieren und stärken somit die Position der Universität.
Handlungsfeld 2: Mittlerziel
Lehrqualifikation
Schärfung des Lehrprofils.
Wirkannahme
Durch eine kontinuierliche Weiterbildung des Lehrpersonals der TU Graz werden
die Lehrkompetenzen weiterentwickelt und ein hochwertiger Unterricht erzielt.
Lehrende können über ihr Lehrprofil besser beurteilen, wo ihre Stärken liegen bzw.
zu welchen Aspekten sie Input erhalten möchten.
Detailziel
Qualifizierungsmaßnahmen in Form von hochschuldidaktischen Aus- und
Weiterbildungen.
Wirkannahme
Ausbau und Neustrukturierung der TU Graz internen hochschuldidaktischen Aus-
und Weiterbildung tragen positiv zur Konkretisierung und Gestaltung von
individuellen Lehrprofilen bei. Lehrende der TU Graz können sich gezielt zu
Aspekten in der Lehre weiterbilden, die jeweils auf ihre Bedürfnisse und
Rahmenbedingungen angepasst sind.
19TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Handlungsfeld 3: Mittlerziel
Reputation der
Qualitativ hochwertige Lehre als fixer Bestandteil des Portfolios einer/eines
Lehre Hochschullehrenden.
Wirkannahme
Um die Motivation und das Engagement bei Studierenden, Lehrenden und
administrativen Personal zu fördern, die notwendig sind, um die Inhalte der anderen
Handlungsfelder voranzutreiben, ist es essentiell die Reputation der Lehre zu
stärken. Qualitativ hochwertige forschungsgeleitete Lehre wird als gleichwertige
Säule zur Forschungsleistung der wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen etabliert und
somit eine dementsprechende Ressourcenallokation vorbereitet.
Detailziel
(Weiter-)Entwickeln von Anreizsystemen für gute Lehre.
Wirkannahme
Um der Lehre eine entsprechende Position neben der Forschung einräumen zu
können, werden Lehrleistungen besser dargestellt, stärker berücksichtigt und breiter
kommuniziert. So können aus einzelnen mehr oder weniger großen Zellen von
Lehrenden und Instituten, die hervorragende Leistungen in der Lehre bringen bzw.
erfolgreiche Strategien im Umgang mit herausfordernden Situationen entwickelt
haben, Best-Practice-Beispiele werden, die Innovation in der Lehre der gesamten
TU Graz entfachen.
Handlungsfeld 4: Mittlerziel
Lehrbetrieb und
Beobachtung und Adaption des Lehrbetriebs.
Lehr- und
Lerntechnologien Wirkannahme
Der Lehrbetrieb der TU Graz stellt einen komplexen Mechanismus an
organisatorischen, technischen und sozialen Zahnrädern dar, die durch
transparente Prozessabläufe und Verantwortungen ineinandergreifen und damit die
Rahmenbedingungen für die Erforschung und Vermittlung von Wissen gestalten.
Um Optimierungen und Anpassungen anstellen zu können, muss dieser
Mechanismus möglichst klar und umfassend abgebildet werden. Nur durch das
vollständige Durchdringen der vielschichtigen, teils historisch und organisch
gewachsenen Zusammenhänge, lässt sich Verbesserungspotential entdecken,
beschreiben und geeignete Anpassungen entwickeln. Der Einsatz von
zukunftsweisenden Lehr- und Lerntechnologien unterstützt dabei Prozesse zu
vereinfachen, zu beschleunigen oder neu aufzusetzen.
Detailziel
Sorgfältige laufende Betreuung und Sicherstellung der alltäglichen Lehre.
Wirkannahme
Die Beobachtung und ständige Adaption des Lehrbetriebs wird durch einen regen,
lebendigen Austausch mit Lehrenden, Studierenden und dem administrativen
Personal gewährleistet. Dabei werden vor allem die zentralen Prozesse des
alltäglichen Lehrbetriebs durch laufende Betreuung und Qualitätssicherung in den
Fokus genommen. Auf einer soliden Basis eines optimierten Zusammenspiels der
diversen Aspekte im Lehralltag, lassen sich Veränderungen und Anpassungen
wagen.
20TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Handlungsfeld 5: Mittlerziel
Unterstützung des
Weiterentwicklung des postgradualen Weiterbildungsangebots der TU Graz.
Life Long Learning
Wirkannahme
Mit der Einrichtung von Universitätslehrgängen erfüllt die TU Graz gem. § 3 Z 5 UG
die gesetzliche Aufgabe, Weiterbildungsangebote - insbesondere für
Absolvent/innen von Universitäten - bereitzustellen. Durch die laufende
Weiterentwicklung des Portfolios wird die Positionierung der TU Graz als exzellente
Lehr- und Forschungseinrichtung unterstützt und Weiterbildung auf universitärem
Niveau für Absolvent/innen sowie Partner/innen aus Industrie und Wirtschaft zur
Verfügung gestellt.
Detailziel
Umsetzung von strategischen Maßnahmen in den Bereichen Markenbildung,
Qualitätsentwicklung und Programmausbau.
Wirkannahme
Sowohl Alumni/ae der TU Graz bzw. anderer Hochschulen, als auch qualifizierte
nationale und internationale Fachkräfte zählen zu den Teilnehmer/innen des
Weiterbildungsangebots von TU Graz Life Long Learning. Durch eine verstärkte
Markenbildung und attraktive, innovative Weiterbildungsangebote wird die
Zielgruppenansprache optimiert. Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung dienen der
Anpassung von Richtlinien bzw. Prozessen an aktuelle Rahmenbedingungen und
verbessern interne Abläufe.
Handlungsfeld 6: Mittlerziel
Qualitäts-
Optimierung des Lehrbetriebs durch laufende qualitative Überprüfungen und
sicherung und - Rückkopplungen
entwicklung
Wirkannahme
Zur Optimierung des Lehrbetriebs werden nicht nur die Prozessabläufe, die die
Durchführung der Lehre ermöglichen, beobachtet, dokumentiert, angepasst und
mittels technologischer Unterstützung verbessert, sondern auch ihre Qualität
diskutiert. Es geht um eine Überprüfung und Rückkopplungen mit allen
Stakeholdern der TU Graz bezüglich der Ausrichtung, Werte und Einstellungen in
Bezug auf “qualitätsvolle” Lehr- und Lernkultur. TU-weite Standards und individuelle
Freiräume müssen diskutiert und entwickelt werden, damit eine produktive Balance
zwischen Orientierung und Kreativität entsteht.
Detailziel
Evaluation und Abstimmen der Curricula und der Lehrveranstaltungen
Wirkannahme
Die systematische und transparente Evaluation von Curricula und
Lehrveranstaltungen schafft eine gemeinsame Ausgangsbasis, um auf dieser
Grundlage etwaige Anpassungen und Abstimmungsprozesse zu besprechen. Eine
multiperspektivische Bewertung und Darstellung eröffnet Gesprächskanäle, die sich
über die organisationalen und hierarchischen Strukturen einer Universität
hinwegsetzen können. Eine geeignete Evaluation und Qualitätssicherung schafft es,
mehrere Sichtweisen auf die Lehre der TU Graz zu würdigen und dadurch zu
besseren Entscheidungen zu gelangen, die eine größere Gruppe an Personen
zufriedenstellt.
21TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“ 3.6. Outcomes Im Folgenden werden auf Basis einer ausführlichen Excel-Tabelle (Anlage 1) mit den konkreten Outputs des Projekts im Zeitraum von Jänner 2016 bis Oktober 2018 die zentralen Maßnahmen der einzelnen Handlungsfelder herausgezogen und kurz dargestellt, in welcher Form diese zur Zielerreichung beigetragen haben. Weiters wird darauf eingegangen, welche Maßnahmen abgeschlossen sind bzw. inwiefern sie im Folgeprojekt „Lehre 2020plus“ in der kommenden Leistungsvereinbarungsperiode 2019-21 weiterlaufen werden. Handlungsfeld 1: Lehrinnovation MZ Gezielte Unterstützung und Begleitung neuer Lern- und Lehrformen. DZ Integration neuer Lern- und Lehrformen in die Curricula. Das Vorantreiben des Einsatzes neuer Lehr- und Lernmethoden sowie die Integration dieser in die Curricula ist notwendig, um sich optimal an den sich verändernden gesellschaftlichen Gegebenheiten sowie den neuen Anforderungen/Bedürfnisse von immer heterogener werdenden Studierenden auszurichten. Im Handlungsfeld 1 Lehrinnovation wurden unter Miteinbezug interner und externer Stakeholdergruppen erste Akzente in der Weiterentwicklung des Einsatzes neuer Lehr- und Lernmethoden sowie der strategischen Entwicklung von Studien gesetzt. Das Dialog-Format „Think Tank“ stellte in diesem Bereich eine besondere Unterstützung dar. Eine ausgewählte Gruppe Angehöriger der TU Graz gab in extern moderierten Workshops Input zu den Handlungsfeldern des Projekts „Lehre 2020“ sowie den großen strategischen Themenfeldern „Feedbackkultur“, „Digitale TU Graz“ und „Strategische Studienentwicklung“. Der „Think Tank” wurde im Projekt zweimal jährlich durchgeführt, wobei die durchschnittliche Teilnehmer/innenzahl 23,6 Personen betrug. Zusammenfassungen der Diskussionen wurden auf der Informationsplattform TU4U16 veröffentlicht. 1. HRSM-Projekte und daraus entstandene Initiativen Die Projektleitung und das Team „Lehre 2020“ konnten zu Beginn des Jahres 2016 zwei Lead- Projekte sowie neun Projekte als Kooperationspartnerin im Rahmen der Hochschulraum- Strukturmittel-Ausschreibungen des BMWFW einwerben. Ein Teil dieser Projekte wurde in den Projektstrukturplan von Lehre 2020 integriert und mit der strategischen Ausrichtung der Lehre an der TU Graz abgestimmt. Durch diese erfolgreichen Projektgenehmigungen stellt die TU Graz erneut ihre außerordentlich hohe Kooperationsaktivität in der Lehre unter Beweis. 16 siehe: https://www.tugraz.at/studium/lehre-an-der-tu-graz/dialog-formate-und-veranstaltungen/ 22
TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“
Bei folgenden Aktivitäten ist besonders der innovative Charakter hervorzuheben:
• MOOC-Aktivitäten: MINT-MOOCs (HRSM, TU Austria); MOOCs zur
Pädagog/innenbildung Neu (HRSM, Uni Innsbruck).
• Self-Assessment (HRSM TU Austria): Tool zur Studieninformation und
Selbsteinschätzung (Architektur, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Informatik,
Maschinenbau), wird mit 2019 zugänglich sein.
• Open Education Austria (HRSM Universität Wien, Universität Graz, Universität
Innsbruck): Erarbeitung eines OER-Infrastruktur-Konzepts zur Unterstützung der
Lehrenden, Sicherstellen von Lehr-Material und dessen Zugänglichkeit sowie eines
Weiterbildungsangebots für Lehrende.
Im Rahmen der MINT-MOOCs wurde der Mathematik-MOOC hauptverantwortlich an der TU
Graz erstellt. Aus dieser Initiative heraus hat sich ein umfassendes Unterstützungsangebot für
Studieninteressierte und Studienanfänger/innen entwickelt. So wird eine Brücke zwischen
Schule und Studium gebaut und der Studieneinstieg erleichtert. Auf der Plattform
www.imoox.at werden zwei Online-Kurse angeboten, mit denen man die eigenen
Mathematikkenntnisse auffrischen kann. Als Ergänzung zu den Online-Kursen „MINT-
Brückenkurs Mathematik” und „Mathe-Fit” wird der bereits lange etablierte Präsenzkurs
„Mathe-Fit“ angeboten, für den der gleichlautende MOOC die Grundlage darstellt. Beide Kurse
wurden im Rahmen von Masterarbeiten17 evaluiert. Der Erfolg dieser Maßnahme lässt sich an
den Anmeldezahlen ablesen: MINT-Brückenkurs Mathematik [731 Anmeldungen im Sommer
2018]; Mathe-Fit MOOC [922 Anmeldungen im Sommer 2018].
In Kooperation mit der TU Wien (Lead) und der Montanuniversität Leoben werden Online-Self-
Assessments für fünf Studienrichtungen erarbeitet. Diese Self-Assessments zielen auf einen
Überblick über die Studieninhalte ab und versuchen, durch den Aufbau realistischer bzw. der
Korrektur falscher Erwartungen, Studieninteressierte zu einer reflektierten Studien-
Entscheidung anzuregen18. Das vorhandene Self-Assessment der TU Wien musste stark an
die Bedarfe der TU Graz angepasst und individualisiert werden. Dieser Umstand führte zu
einer geringfügigen Projektverzögerung. Der geplante Online-Release der fünf
Studienrichtungen wurde verzögert, da sich zudem unerwartete technische Probleme bei der
Implementierung der Self-Assessments ergaben. Die fünf Online-Self-Assessments sollen
Anfang 2019 für Studieninteressierte der TU Graz zugänglich sein.
17 Schulte, J. (2018): „Didaktische und technische Integration von interaktiven Matlab-Komponenten in Massive
Open Online Courses.“; Lienhart, T. (2018): „Konzept und Umsetzung für Online-Brückenkurse an Hochschulen.“
18 siehe: http://studienwahl.tuwien.ac.at
23TU Graz I Selbstevaluation des strategischen Projekts „Lehre 2020“ 2. Digitalisierung Ein wichtiger Schritt für die Verankerung neuer Lehr- und Lernmethoden an der TU Graz war die Einrichtung der “Richtlinie zur virtuellen Lehre an der TU Graz”19. Diese Maßnahme schaffte einerseits Bewusstsein für die Möglichkeiten von Online-Lehre aber auch eine flexiblere Gestaltung der Lehre und die notwendige Anpassung an die sich verändernden gesellschaftlichen Bedarfe. Die Begleitung der Lehrenden bei der Nutzung von Online- Lehrmethoden ist von hoher Relevanz für die Akzeptanz (siehe Handlungsfeld 2 und 4). Wiederholt wurde der Wunsch an Informationen zu Urheberrecht und dem Umgang mit Open Educational Resources (OER) geäußert, weshalb eine eigene Weiterbildung dazu eingerichtet wurde. Darüber hinaus wurden und werden neue Tools und Methoden beispielsweise im „LEHR-Stammtisch” vorgestellt (z.B. feedbackr, Matlab-Tutor, etc.). Die Umstellung des TeachCenters (siehe Handlungsfeld 4) wurde sehr positiv wahrgenommen und die zunehmenden Anfragen für weitere Kurserstellungen zeigen, dass Lehrende das System nun vermehrt in ihrer Lehre verwenden. Darüber hinaus ist die TU Graz in Kooperation mit der Karl-Franzens-Universität Graz weiterhin die einzige Universität in Österreich, die über eine MOOC-Plattform verfügt und kann diese Erfahrungen sowohl intern als auch (inter-)national nutzen. Das dort aufgebaute Know-How war vor allem für das Konzeptionsprojekt „Digitale TU Graz“ sehr bedeutend. Teammitglieder des Projekts „Lehre 2020“ beteiligen sich an der Entwicklung des „Chancenfeldes: Virtuelle und technologiegestützte Lehre”20. 3. Weiterentwicklung der Studien Bei der Einrichtung neuer bzw. der Überarbeitung bereits bestehender Studienpläne sowie deren konkreter Umsetzung sind viele universitäre Gremien und Servicebereiche der TU Graz involviert. Die inhaltliche und organisatorische Abwicklung, ausgehend von einem Vorschlag über die Einrichtung eines neuen Studiums bis hin zur konkreten Ausgestaltung des Curriculums und der Beauftragung und Abhaltung von Lehrveranstaltungen, setzt eine Einbindung und Zusammenarbeit von Rektorat (insb. Vizerektor für Lehre), Senat, Universitätsrat, der jeweils zuständigen Curricula-Kommission bzw. Arbeitsgruppe Studienkommission sowie mehreren Servicebereichen (insb. Studienservice und Prüfungsangelegenheiten, Internationale Beziehungen und Mobilitätsprogramme, Kommunikation und Marketing etc.) voraus. 19 siehe: https://tu4u.tugraz.at/fileadmin/public/Studierende_und_Bedienstete/Richtlinien_und_Verordnungen_der_TU_Gra z/Virtuelle_Lehre_Richtlinie.pdf 20 siehe: https://godigital.tugraz.at/ 24
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