Thüringen: Arbeitsmarkt im Januar trotz Lockdown robust
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Bundesagentur für Arbeit
Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen
Presseinformation
011/2021 – Halle (Saale), 29.01.2021
Sperrfrist 29.01.2021 09:55 Uhr
Thüringen: Arbeitsmarkt im Januar trotz
Lockdown robust
+++ 6.200 Arbeitslose mehr als im Dezember +++ Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent
+++ Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit etwas weniger stark als im
Vorjahr +++ 3.100 neue Anzeigen auf Kurzarbeit für 23.400 Beschäftigte +++ Markus
Behrens: „Aktueller Lockdown hinterlässt weniger Spuren auf dem Arbeitsmarkt
als die Beschränkungen im vergangenen Frühjahr. Kurzarbeit wirkt weiter
beschäftigungssichernd. Wir müssen verhindern, dass Menschen wegen der
Pandemie dauerhaft den Anschluss verlieren.“+++
Die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen ist zum Jahresbeginn weiter gestiegen. Das
entspricht aber dem typischen Saisonmuster. So waren im Januar 2021 71.000
Arbeitslose registriert, 6.200 mehr als im Vormonat (+9,5 Prozent). Der Anstieg ist etwas
weniger stark als im Vorjahr. Die Zahl der Arbeitslosen war zwischen Dezember und
Januar 2019/20 um 6.600 (+11,7 Prozent) gestiegen. Die Arbeitslosigkeit im aktuellen
Berichtsmonat lag aber weiterhin über dem Niveau des Vorjahres. So waren 7.700
Arbeitslose mehr registriert als im Januar 2020. Die Arbeitslosenquote lag im
Berichtsmonat bei 6,4 Prozent. Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als im Dezember 2020
und 0,7 Prozentpunkte mehr als im Januar 2020. Der „Corona-Effekt“, also die Zahl der
Arbeitslosen, die aufgrund der Pandemie-Folgen zwischen März 2020 und Januar 2021
ihre Arbeit verloren haben, nicht vermittelt werden konnten oder eine
Qualifizierungsmaßnahme nicht antreten konnten, lag bei 9.500. Der „Corona-Effekt“ bei
der Arbeitslosenquote betrug 0,9 Prozentpunkte. Im Quotenranking der Länder lag
Thüringen im Januar hinter Niedersachsen, Schleswig-Holstein vor Nordrhein-Westfalen,
Hamburg sowie vor allen Ost-Ländern, Berlin und Bremen.
Mehr Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist wie bereits in den vergangenen Monaten weiter
gestiegen. Im Januar waren 24.200 Männer und Frauen länger als ein Jahr ohne Job und
galten daher als langzeitarbeitslos. Das waren 1.600 mehr als im Dezember und 5.900
mehr als im Januar 2020. Grund für den deutlichen Anstieg: Der Arbeitsmarkt war im
vergangenen Jahr durch die Pandemiefolgen weniger aufnahmefähig, insbesondere für
Menschen mit geringerer Qualifikation, eingeschränkter Mobilität, gesundheitlichen
Schwierigkeiten und Sprachdefiziten.
.
Arbeitsmarkt trotzt dem Lockdown
„Der Arbeitsmarkt in Thüringen zeigt sich zu Jahresbeginn verhältnismäßig robust. Der
Dezember-Lockdown hinterlässt derzeit deutlich weniger Spuren als die
Eindämmungsmaßnahmen im vergangenen Frühjahr. Der aktuelle Anstieg der
Arbeitslosigkeit ist vor allem auf die üblichen saisonalen Effekte, wie etwa
witterungsbedingte Freisetzungen auf dem Bau und auslaufende Jahresverträge
zurückzuführen. Viele Unternehmen halten an ihren Mitarbeitern fest. Auch weil sie durch
den Impfstart eine realistische Perspektive auf eine Verbesserung der Situation haben.
Die Kurzarbeit unterstützt sie dabei. Ein Großteil der pandemiebedingten Entlassungen
haben bereits im vergangenen Jahr nach dem ersten Lockdown stattgefunden. Die so im
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Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen Pressesprecher
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06110 Halle (Saale) Diana Smikalla 0345 – 1332 473
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vergangenen Jahr aufgebaute „Corona-Arbeitslosigkeit“ schmilzt trotz der aktuell
vorherrschenden saisonalen Einflüsse weiter ab. Lockerungen von Maßnahmen, damit
verbundene Nachholeffekte und die zu erwartende saisonale Belebung in den
kommenden Monaten könnten dem Arbeitsmarkt einen kräftigen Schub geben, der zu
einem spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit führen würde. Das hängt aber im
Wesentlichen von der weiteren Dauer des Lockdowns ab. Ein besonderes Augenmerk
muss der Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit gelten. Wir müssen mit gezielter
Qualifizierung verhindern, dass Menschen wegen der Pandemie dauerhaft den
Anschluss verlieren. Das gilt etwa für Geringqualifizierte oder auch Menschen mit
Sprachdefiziten“, erklärte der Geschäftsführer der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-
Thüringen, Markus Behrens.
Einstellungen und Entlassungen
8.100 Menschen meldeten sich im Januar aus einer Beschäftigung am ersten
Arbeitsmarkt arbeitslos. Das waren 3.300 mehr als im Vormonat und knapp 1.800
weniger als im Januar 2020. Die meisten Arbeitslosmeldungen von
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kamen aus dem Baugewerbe (1.300) gefolgt
vom verarbeitenden Gewerbe (1.200), den wirtschaftlichen Dienstleistungen (1.000) und
der Arbeitnehmerüberlassung (900). 3.100 arbeitslose Männer und Frauen fanden im
Januar eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, das waren 400 weniger als im
Vormonat und 400 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitgeber meldeten im Januar
knapp 3.300 neue Stellen, das waren etwa 500 weniger als im Vormonat und rund 300
weniger als im Vorjahr. Fast ein Drittel der gemeldeten Stellen kam aus dem Bereich der
Zeitarbeit. 16 Prozent kamen aus dem verarbeitenden Gewerbe, 10 Prozent aus dem
Gesundheits- und Sozialwesen sowie knapp 9 Prozent aus dem Handel.
Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Monatsvergleich gestiegen
Stand November 2020 waren laut Hochrechnung in Thüringen 804.300 Menschen
sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 600 mehr als im Oktober 2020 und
fast 7.900 weniger als im November 2019.
Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit steigt
Die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit ist im Januar im Vergleich zum Dezember
gestiegen. Die Arbeitsagenturen registrierten im Berichtsmonat etwa 3.100 Anzeigen für
23.400 Beschäftigte. Zum Vergleich: Im Dezember 2020 hatte es knapp 2.000 Anzeigen
für 16.800 Beschäftigte gegeben. Zu den im aktuellen Berichtsmonat am stärksten
betroffenen Wirtschaftszweige gehörten etwa der Einzelhandel mit knapp 700 Anzeigen
für etwa 4.300 Beschäftigte, der Bereich „persönliche Dienstleistungen“, zu dem auch
Friseure und Kosmetikstudios gehören, mit 600 Anzeigen für 1.700 Beschäftigte und die
Bereiche Gastronomie und Beherbergung mit insgesamt knapp 200 Anzeigen für 1.100
Beschäftigte.
Unterbeschäftigung gestiegen
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den Arbeitslosen auch die Personen
abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus (etwa
kurzfristige Arbeitsunfähigkeit) innehaben und damit nicht als arbeitslos zu zählen sind.
Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Januar 2021 bei
89.600. Das waren knapp 4.200 mehr als im Dezember und 3.400 mehr als im
Vorjahresmonat. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Berichtsmonat bei 7,9 Prozent,
und damit 0,4 Prozentpunkte über dem Niveau des Vormonats.
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Grundsicherung („Hartz IV“) – Mehr Selbstständige beantragen Grundsicherung -
Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten geht im Vorjahresvergleich zurück
Im Januar haben rund 320 Selbstständige Anträge auf Grundsicherung neu bewilligt
bekommen, 130 mehr als im Vormonat. Damit bezogen seit April 2020 insgesamt rund
3.300 Selbständige neu Grundsicherung. Gut 600 Menschen haben im Januar
Grundsicherungsleistung neu bewilligt bekommen, weil sie mit ihrem Einkommen aus
abhängiger Beschäftigung den Lebensunterhalt nicht decken konnten. Das waren in etwa
genauso viele wie im Dezember 2020. Die Jobcenter in Thüringen betreuten im Januar
2021 insgesamt 84.600 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren knapp 400 mehr
als im Dezember und 2.800 weniger als vor einem Jahr.
Service für Hörfunkredaktionen: O-Töne von Markus Behrens finden Sie hier:
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Eckwerte des Arbeitsmarkts in Thüringen
Januar 2021
Veränderung gegenüber
Merkmale Jan 2021 Vormonat Vorjahresmonat1)
absolut in % absolut in %
Bestand an Arbeitsuchenden
Insgesamt 114.664 580 0,5 3.764 3,4
Bestand an Arbeitslosen
Insgesamt 71.037 6.154 9,5 7.706 12,2
57,6% Männer 40.902 4.011 10,9 3.906 10,6
42,4% Frauen 30.135 2.143 7,7 3.800 14,4
8,1% 15 bis unter 25 Jahre 5.727 426 8,0 723 14,4
1,7% dar. 15 bis unter 20 Jahre 1.195 11 0,9 -1 -0,1
39,4% 50 Jahre und älter 28.020 2.689 10,6 2.925 11,7
28,5% dar. 55 Jahre und älter 20.253 1.852 10,1 2.403 13,5
34,0% Langzeitarbeitslose 24.168 1.598 7,1 5.887 32,2
7,5% Schw erbehinderte Menschen 5.327 313 6,2 525 10,9
12,0% Ausländer 8.540 600 7,6 648 8,2
Zugang an Arbeitslosen
Insgesamt 15.353 3.284 27,2 -3.548 -18,8
dar. aus Erw erbstätigkeit 8.989 3.558 65,5 -1.835 -17,0
aus Ausbildung/sonst. Maßnahme 2.375 -204 -7,9 -538 -18,5
seit Jahresbeginn 15.353 x x -3.548 -18,8
Abgang an Arbeitslosen
Insgesamt 9.192 -2.416 -20,8 -3.038 -24,8
dar. in Erw erbstätigkeit 3.389 -461 -12,0 -602 -15,1
in Ausbildung/sonst. Maßnahme 1.378 -1.246 -47,5 -1.066 -43,6
seit Jahresbeginn 9.192 x x -3.038 -24,8
Arbeitslosenquoten bezogen auf
alle zivilen Erw erbspersonen 6,4 x x x 5,7
dar. Männer 6,9 x x x 6,2
Frauen 5,8 x x x 5,0
15 bis unter 25 Jahre 6,6 x x x 6,1
15 bis unter 20 Jahre 4,4 x x x 4,5
50 bis unter 65 Jahre 6,5 x x x 5,8
55 bis unter 65 Jahre 7,2 x x x 6,5
Ausländer 16,0 x x x 16,6
abhängige zivile Erw erbspersonen 7,0 x x x 6,2
Unterbeschäftigung 2)
Arbeitslosigkeit im w eiteren Sinne 77.926 5.463 7,5 5.894 8,2
Unterbeschäftigung im engeren Sinne 89.029 4.169 4,9 3.520 4,1
Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 89.609 4.199 4,9 3.447 4,0
Unterbeschäftigungsquote 7,9 x x x 7,6
Leistungsberechtigte 2)
Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit 31.989 4.663 17,1 6.391 25,0
Erw erbsfähige Leistungsberechtigte 84.624 388 0,5 -2.767 -3,2
Nicht Erw erbsfähige Leistungsberechtigte 28.981 -408 -1,4 -2.205 -7,1
Bedarfsgemeinschaften 67.136 3 0,0 -2.293 -3,3
Gem eldete Arbeitsstellen
Zugang 3.343 -496 -12,9 -268 -7,4
Zugang seit Jahresbeginn 3.343 x x -268 -7,4
Bestand 16.120 -166 -1,0 -3.254 -16,8
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Kreisdaten Thüringen Arbeitslosenquoten nach Kreisen
Land Thüringen
Januar 2021
bis unter 5,8
5,8 bis unter 6,9
Nordhausen 6,9 bis unter 7,9
8,3 7,9 bis einschließlich 8,9
Eichsfeld
Kyffhäuserkreis
5,1 Thüringen: 6,4 %
8,9
Unstrut-Hainich- Sömmerda
Kreis 7,8
7,1
Weimarer Land Altenburger
Erfurt Land
Eisenach Weimar 5,0 Saale-
8,3 Gotha 6,8 6,9 Jena Holzland- Gera 7,3
6,0 Kreis
Wartburg- 8,8
kreis 6,3 5,0
Ilm-Kreis Greiz
5,5
Saalfeld- Saale- 5,6
Schmalkalden- 5,8 Orla-
Suhl Rudolstadt
Meiningen
6,5 Kreis
6,5
5,4
5,5
Hildburg-
hausen Sonneberg
5,1
4,8
Veränderung gegenüber Arbeitslosenquote
Bestand Veränderung gegenüber …
an Arbeits- Vormonat Vorjahresmonat
Land Thüringen nach Kreisen in %-Punkten
losen in %
absolut in % absolut in % Vormonat Vorjahresmonat
1 2 3 4 5 6 7 8
Thüringen 71.037 6.154 9,5 7.706 12,2 6,4 0,6 0,7
Erfurt, Stadt 7.693 422 5,8 1.195 18,4 6,8 0,4 1,0
Gera, Stadt 4.081 246 6,4 113 2,8 8,8 0,6 0,3
Jena, Stadt 3.429 194 6,0 511 17,5 6,0 0,3 0,8
Suhl, Stadt 1.205 94 8,5 176 17,1 6,5 0,5 1,0
Weimar, Stadt 2.217 156 7,6 387 21,1 6,9 0,5 1,1
Eisenach, Stadt 1.809 164 10,0 367 25,5 8,3 0,8 1,7
Eichsfeld 2.744 319 13,2 301 12,3 5,1 0,6 0,6
Nordhausen 3.506 325 10,2 344 10,9 8,3 0,8 0,9
Wartburgkreis 3.378 299 9,7 547 19,3 5,5 0,5 1,2
Unstrut-Hainich-Kreis 4.246 450 11,9 276 7,0 7,8 0,8 0,6
Kyffhäuserkreis 3.328 385 13,1 10 0,3 8,9 1,1 0,1
Schmalkalden-Meiningen 3.656 338 10,2 426 13,2 5,4 0,5 0,6
Gotha 4.587 318 7,4 631 16,0 6,3 0,4 0,9
Sömmerda 2.500 208 9,1 300 13,6 7,1 0,6 1,1
Hildburghausen 1.667 198 13,5 270 19,3 4,8 0,6 0,8
Ilm-Kreis 3.243 248 8,3 332 11,4 5,8 0,4 0,6
Weimarer Land 2.211 281 14,6 251 12,8 5,0 0,6 0,5
Sonneberg 1.578 148 10,3 260 19,7 5,1 0,4 0,8
Saalfeld-Rudolstadt 3.434 327 10,5 411 13,6 6,5 0,6 0,9
Saale-Holzland-Kreis 2.164 214 11,0 184 9,3 5,0 0,5 0,5
Saale-Orla-Kreis 2.340 261 12,6 250 12,0 5,5 0,6 0,6
Greiz 2.734 287 11,7 139 5,4 5,6 0,6 0,3
Altenburger Land 3.287 272 9,0 25 0,8 7,3 0,6 0,1
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