Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht

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Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht
Vermessung & Geoinformation 1/2021, S. 3 – 18, 14 Abb.                                                       3

Unterrichten an einer äthiopischen Universität:
Ein Erfahrungsbericht
                                    Teaching at an
                                    Ethiopian University:
                                    A Field Report

Reinfried Mansberger, Gerhard Navratil, Wien; Eva-Maria Unger, Apeldoorn; Thomas Bauer, Wien

Kurzfassung
 Im Rahmen des von der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit geförderten APPEAR-
 Programms haben zwei österreichische und zwei äthiopische Universitäten gemeinsam das Projekt EduLAND2
 bearbeitet. Dieses hatte das Ziel, in Äthiopien personelle Kapazitäten im Bereich der Vermessung und speziell der
 Landadministration auszubauen. Dazu wurde an der Debre Markos Universität (DMU) ein Bachelor-Studiengang
„Land Administration und Vermessung“ samt der notwendigen personellen und instrumentellen Infrastruktur
 eingerichtet. Einige Kurse wurden auch von österreichischen Lehrenden an der DMU abgehalten. In diesem
 Beitrag werden Ziele und Erfolge des Projekts EduLAND2 dokumentiert und die von den Lehrenden gemachten
 Erfahrungen aufgezeigt. Die gewonnenen Eindrücke der österreichischen Beteiligten sollen als Motivation für
 Fachkolleg*innen dienen, sich auch an solchen Projekten zu beteiligen.
Schlüsselwörter: Entwicklungszusammenarbeit, Curriculum-Erstellung, Äthiopien, Appear-Programm

Abstract
Within the framework of the APPEAR program funded by the Austrian Development Agency, two Austrian and
two Ethiopian universities cooperated in the EduLAND2 project. The aim of this project was to build capacities in
Ethiopia in the field of surveying and especially in land administration. A bachelor study program “Land Adminis-
tration and Surveying” was established at the Debre Markos University (DMU), including the necessary personnel
and instrumental infrastructure. Austrian lecturers also taught some courses at the DMU. This article documents
the goals and successes of the EduLAND2 project and describes the experiences made by the teachers. The
impressions gained by Austrian teachers should serve as motivation for colleagues to participate in such projects.
Keywords: Development Aid, Curriculum Development, Africa, Appear-Program

1. Einleitung                                             Partnerschaft, also die gleichberechtigte Zusam-
Gleich vorweg: Das Unterrichten an Universitäten          menarbeit.
in anderen Ländern – und hier besonders im                   Wir haben im Rahmen des Projekts „Imple-
globalen Süden – ist für Lehrende eine Heraus-            mentation of Academic Land Administration
forderung aus didaktischer, organisatorischer und         Education in Ethiopia for Supporting Sustainable
technischer Sicht. Und es relativiert jene Schwä-         Development“ (EduLand2) an der Debre-Markos-
chen, welche an österreichischen Universitäten            Universität (DMU) in Äthiopien unterrichtet. Das
oft kritisiert werden (Navratil & Mansberger, 2019).      Projekt startete im Jahr 2016 und wurde 2020
   Diese Erkenntnis haben wir während unserer             erfolgreich abgeschlossen. Neben einer Curricu-
vierjährigen Tätigkeit in einem internationalen Ca-       lum-Entwicklung und kurzen Forschungsaktivitä-
pacity Building Projekt gewonnen, welches von             ten wurden im Projektplan auch Lehraktivitäten
der Österreichischen Entwicklungszusammenar-              in ausgewählten Fächern vorgesehen. Diese
beit über das APPEAR-Programm finanziert wurde            wurden von den Autor*innen innerhalb der letzten
(APPEAR, 2021). APPEAR-Projekte dienen dazu,              drei Projektjahre durchgeführt. Die dabei gewon-
Lehr- und Forschungskooperationen zwischen                nenen Erfahrungen wollen wir gerne mit unseren
österreichischen Universitäten und Universitäten          Fachkolleg*innen teilen.
in ausgewählten Entwicklungsländern zu initiieren
und zu vertiefen. Darauf weist auch das Akronym           2. Das Projekt EduLand2
APPEAR hin, welches für „Austrian Partnership             Projektpartner von EduLand2 waren das Institut
Program in Higher Education and Research for              für Geomatik der Universität für Bodenkultur Wien
Development“ steht. Wesentlich ist dabei die              (Projektkoordinator), die Debre-Markos-Universi-
Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht
4                                                             Vermessung & Geoinformation 1/2021

tät, der Forschungsbereich Geoinformation der        „Landadministration und Vermessung“ noch vier
Technischen Universität Wien und das Institut für    weitere Schwerpunkte:
Landadministration der Bahir-Dar-Universität. Im     ƒƒWeiterbildung von Angestellten der äthiopi-
März 2016 haben die Projektpartner das Institut        schen Landesverwaltung und Expert*innen aus
für Landadministration an der Debre-Markos-            naheliegenden Fachbereichen, basierend auf
Universität (DMU) mit der finanziellen Unterstüt-      den Grundsätzen der Fit-For-Purpose Land Ad-
zung von APPEAR gegründet. Gemeinsam wurde             ministration (FFPLA) Methode (FIG/World Bank,
ein in Äthiopien bestehendes Bachelor-Programm         2014; UN-Habitat/GLTN/Kataster, 2016). Auch
„Land Administration and Surveying“ für die DMU        diese Aktivität unterstützt die Deckung des Be-
adaptiert und bereits im Oktober 2016 startete         darfs an qualifizierten Fachkräften und setzt das
das vierjährige Studium an der DMU mit 50 Stu-         Konzept des lebenslangen Lernens um.
dierenden. Das Programm wurde in adaptierter
Form auch für externe Studierende angeboten          ƒƒErhöhung der Qualifikation von Akademiker*­
                                                       innen an der Debre-Markos-Universität (DMU)
und bisher haben rund 200 Studierende die ange-
                                                       zur Sicherstellung der akademischen Lehre.
botenen Kurse (im Gesamtumfang von 249 ECTS)
                                                       Nur damit kann langfristig die Kontinuität und
besucht.
                                                       Qualität der Studien sichergestellt werden.
  Die geodätische Ausbildung ist in Äthiopien          Zu Beginn des Projektes hatten an der DMU
sehr gefragt und es herrscht ein hoher Bedarf          einige der vorgesehenen Lehrenden einen Ba-
an Absolvent*innen, da im Land derzeit ein flä-        chelorabschluss. Nach äthiopischer Rechtslage
chendeckendes System zur Registrierung von             benötigen sie aber einen Masterabschluss, um
Landrechten (Grundbuch) und zur Kartierung             in einem Bachelorstudiengang unterrichten zu
von Grundstücken (Kataster) aufgebaut wird.            dürfen.
Dies erfordert viele Fachexpert*innen aus den        ƒƒHeranführung der DMU-Lehrenden an die
verschiedenen Bereichen der Geodäsie. Schät-           akademische Forschung. Mittelfristig sollen
zungen von USAID ergaben 2014 (USAID,                  Kolleg*innen der DMU in der Lage sein, selb-
2014) einen zusätzlichen Bedarf von ca. 50.000         ständig Forschungsprojekte zu beantragen und
Landadministrations-Spezialisten*innen auf allen       diese eigenständig durchzuführen.
Ebenen (gelernte Vermessungstechniker*innen bis
Akademiker*innen mit Doktorat). Dieser enorme
                                                     ƒƒErhöhung des Frauenanteils bei Studierenden,
                                                       Lehrenden und in der äthiopischen Landes-
Bedarf begründet sich sowohl im Umfang der Auf-
                                                       verwaltung. Durch gezielte Werbemaßnahmen
gabe (Aufbau eines flächendeckenden Landad-
                                                       und eine spezielle Förderung von Frauen bei
ministrationssystems) als auch in der Größe des
                                                       der Aufnahme in das Bachelorprogram soll der
Landes, welches etwa die 10-fache Fläche von
                                                       Anteil an weiblichen Studierenden erhöht wer-
Österreich einnimmt.
                                                       den. Mittelfristig soll sich diese Maßnahme auch
   Vor Start des EduLand2-Projektes gab es in          positiv auf die Gleichstellung von Frauen und
Äthiopien eine akademische Geodäsie-Ausbil-            Männern in der Landesverwaltung auswirken.
dung nur an drei äthiopischen Universitäten. Eine       Alle zu Projektbeginn definierten Ziele konnten
davon war unsere Projektpartneruniversität, die      in der für EduLAND2 vorgesehenen Projektzeit
Bahir-Dar-Universität (BDU). An dieser wird schon    erreicht werden. Die wichtigsten davon sind im
seit mehreren Jahren ein Bachelor- und Master-       Folgenden angeführt:
studiengang angeboten. Seit kurzer Zeit gibt es in
                                                     ƒƒGründung des Instituts für Landadministration
Bahir Dar auch die Möglichkeit ein Doktorat-Studi-     (ILA) an der DMU inklusive der Rekrutierung von
um im Fachbereich der Geodäsie zu belegen. Die         Fachpersonal und die akademische Förderung
Einrichtung der Kurse an der BDU wurde finan-          des Personals durch APPEAR-Stipendien an
ziell von der Schwedischen Entwicklungsagentur         der Universität für Bodenkultur (ein Master- und
(SIDA) sowie von der Deutschen Gesellschaft für        zwei PhD-Stipendien) sowie sieben von der
Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt.       DMU finanzierte Masterstipendien an äthiopi-
Fachlich wurden der Aufbau der Studien vorrangig       schen Universitäten. Die beiden Dissertationen
von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH)         wurden fachlich an die Inhalte von EduLAND2
in Stockholm begleitet.                                angepasst.
  EduLAND2 hatte neben dem Aufbau und                ƒƒAusstattung des Instituts für Landadministration
der Implementierung des Bachelor-Programms             der DMU mit einem Computerlabor (25 Arbeits-
Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht
R. Mansberger et al.: Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht           5

Abb. 1.: Graduierungsfeier 2021 an der Debre-Markos-Universität

  plätze), Vermessungsinstrumenten sowie mit               sammenlegungen“ und zwei weitere auf der
  photogrammetrischer Ausrüstung (Hard- und                Weltbank-Konferenz „Land and Poverty 2019“
  Software). Auch Fachliteratur wurde für die Bib-         präsentierte und im Konferenzband veröffent-
  liothek an der DMU angeschafft.                          lichte Beiträge (Mansberger et al., 2019; Ageg-
                                                           nehu & Mansberger, 2019) belegen die erfolgrei-
ƒƒErstellen eines Studienplans für das Bachelor-           che Durchführung der Forschungskooperation.
  studium „Landadministration und Vermessung“,
                                                           Dazu kommen noch zwei weitere Veröffentli-
  dessen Bewerbung sowie die Rekrutierung von
                                                           chungen (Agegnehu & Mansberger, 2020; Nega
  Studierenden und die Abwicklung der Lehre.
                                                           et al., 2021) neben den vier Artikeln im Rahmen
  Bisher haben insgesamt 230 Studierende das
                                                           der beiden Dissertationen (Gedefaw et al., 2019;
  reguläre Studium belegt und 260 Studierende
                                                           Mengesha et al., 2019; Gedefaw et al., 2020a;
  besuchten Kurse im Rahmen des Weiterbil-
                                                           Gedefaw et al., 2020b;). Alle sechs Veröffentli-
  dungsangebots. 30 Studierende des regulären
                                                           chungen sind peer-reviewed, fünf davon SCI-
  Kurses haben – trotz COVID-19 – das Studium
                                                           Publikationen. Zwei weitere Publikationen sind
  Ende Jänner 2021 abgeschlossen (Abbildung 1).
                                                           derzeit in Begutachtung.
ƒƒKonzeption und Durchführung von Kurztrainings
  für Mitarbeiter*innen von Verwaltungsbehörden          3. Die Debre-Markos-Universität
  samt Zusammenstellen von Schulungsunterla-
                                                         Die Stadt Debre Markos mit ihren mehr als 300.000
  gen (LLL – Life Long Learning).
                                                         Einwohner*innen liegt ca. 300 km nordwestlich
ƒƒRealisierung von zwei Machbarkeitsstudien,             der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Sie ist
  um die äthiopischen Kolleg*innen in den Wis-           Teil der Region Amhara, welche eine der neun
  senschaftsbetrieb einzuführen. Die beiden              Verwaltungseinheiten in Äthiopien ist. Debre
  Forschungsberichte zu den Themen „Semi-                Markos weist eine Seehöhe von 2.500 m auf und
  automatische Extrahierung von Grundstücks-             ist umgeben von den Choke-Mountains, dem
  grenzen“ und „Potentiale von Grundstückszu-            Quellgebiet des Blauen Nils (siehe Abbildung 2).
Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht
6                                                                Vermessung & Geoinformation 1/2021

Abb. 2.: Karte von Äthiopien

Abb. 3.: Überblick Campus der Debre Makos Universität (UAV-Aufnahme von R. Mansberger)

   Der Campus der Universität liegt im Osten der       studierende sind. Die restlichen Studierenden
Stadt (siehe Abbildung 3). Die Debre Makos Uni-        besuchen Weiterbildungs- und Distance-Learning
versität (DMU) wurde im Jahr 1999 gegründet und        Programme. Alle Studierenden werden von etwa
seit damals gibt es eine rasante und kontinuierli-     1.600 akademischen Mitarbeiter*innen betreut
che Entwicklung im Hinblick auf Studienangebot,        (Stand März 2021). Die Universität wird von einem
Mitarbeiter*innen, Studierende und auch der Ge-        Präsidenten geführt, der gemeinsam mit vier Vize-
bäude. Derzeit werden von der BDU 51 Bachelor-,        Präsident*innen die vielfältigen Managementauf-
47 Master- und 2 PhD Programme angeboten.              gaben leitet. Neben Lehre und Forschung betrifft
Die Anzahl der Studierenden liegt bei fast 27.500      dies auch die Leitung der am Campus angesie-
(Stand März 2021), von welchen 15.000 Vollzeit-        delten Betriebe.
Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht
R. Mansberger et al.: Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht     7

   Das Universitätsgelände ist von einer Mauer          15.000 Vollzeitstudierende wohnen am Campus
begrenzt. Ein Sicherheitsdienst kontrolliert den     in den zahlreichen Wohngebäuden. Die Studieren-
Zugang und sorgt für die Sicherheit der Lehren-      den sind nach Geschlechtern getrennt unterge-
den und Studierenden. An Infrastruktur stehen
                                                     bracht. Besuche von Mädchen in den Burschen-
Gebäude für unterschiedlichste Zwecke zur
                                                     Unterkünften und umgekehrt sind strengstens
Verfügung. Neben den für Forschung und Admi-
nistration in den Instituten nötigen Gebäude sind    verboten und werden mit einem Verweis aus dem
das verschiedene Labore, Seminarräume und            Campus geahndet, was de facto ein Ende des
Versammlungsorte.                                    Studiums bedeutet.

Abb. 4.: Injeraküche (Foto R. Mansberger)

Abb. 5.: Küche (Foto R. Mansberger)
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Abb. 6.: Bäckerei (Foto G. Navratil)

Abb. 7.: Mensa (Foto R. Mansberger)
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R. Mansberger et al.: Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht         9

   Die Studierenden werden täglich (auch am Wo-          Der Campus hat sehr viele und äußerst schöne
chenende) von zwei universitätseigenen Küchen         Grünflächen, welche von den universitätseigenen
und einer universitätseigenen Bäckerei verpflegt.     Gärtner*innen gepflegt werden. Die Bepflanzung
In einer der beiden Küchen wird an 24 Öfen mit        erfolgt mit den in den Glashäusern selbst gezüch-
jeweils vier Platten das äthiopische Fladenbrot,      teten Sträuchern und Blumen.
Injera, hergestellt (Abbildung 4). Das dafür benö-       Die Regierung investiert große Summen in
tigte Teff, eine spezielle glutenfreie und fast nur   die Errichtung von Gebäuden und Infrastruktur.
in Äthiopien angebaute Getreidesorte, wird auch       So wurden in den letzten Jahren beispielsweise
vor Ort gemahlen. In der anderen Küche werden         zwei neuen Unterrichtsgebäude, ein zentrales
die anderen Speisen, wie z. B. Shiro (ein Gemüse-     Gebäude für die Universitätsverwaltung, eine
gericht) gekocht (Abbildung 5). Die Verpflegung       Mitarbeiter*innen-Lounge und auch mehrere
von 15.000 Studierenden wäre schon mit einer          Glashäuser errichtet.
modernen Küchenausstattung eine Herausforde-
rung. In Äthiopien ist diese Herausforderung um         Leider hinken die Investitionen für die Anschaf-
vieles größer, da – aufgrund der häufigen Strom-      fung und Instandhaltung technischer Ausstattung
ausfälle – das Kochen ausschließlich auf großen       (Computerräume, Labors, u. ä. m.), Lehrbücher,
mit Holzfeuer betriebenen Öfen durchgeführt wird.     wissenschaftlicher Literatur und anderer Lehrbe-
Nur in der Bäckerei gab es moderne elektrische        helfe etwas nach.
Backöfen (Abbildung 6). Die Milchprodukte für die
Studierenden kommen von der universitätseige-         4. Erfahrungen während der akademischen
nen Molkerei. Drei große Speisesäle (Abbildung 7)         Tätigkeit in Debre Markos
ermöglichen die reibungslose Einnahme der Mahl-       4.1 Lehraktivitäten
zeiten.
                                                      An den äthiopischen Universitäten gibt es eine
   Für körperlichen Ausgleich ist ebenfalls ge-       Richtlinie, dass der Ausbildungsgrad des Lehr-
sorgt: Sportstätten können von den Studierenden       personals um eine Stufe höher als das jeweilige
für diverse Ballspiele genutzt werden und eine        Ausbildungsprogramm sein muss. So müssen alle
Laufbahn ist ebenfalls vorhanden. Als Treffpunk-      Lehrenden von Bachelorprogrammen mindestens
te und für den Erwerb der Dinge des täglichen         einen Master haben, jene im Masterprogramm
Gebrauchs sind am Institutsgelände Kaffeehäuser       mindestens ein Doktorat. Diese Vorgabe ist für
und kleine Shops zu finden. Gleich außerhalb des      Universitäten speziell bei der Einrichtung von neu-
Universitätsgeländes haben sich viele Handwerker      en Studienprogrammen eine Herausforderung,
und Händler angesiedelt, und auf dem Gelände          da qualifiziertes Personal schon mit dem ersten
neben der Universität wird der große Wochen-          Durchgang eines neuen Kurses erfordert wird.
markt abgehalten.                                     Für das Bachelorprogramm „Landadministration
                                                      und Vermessung“ konnten alle Grundlagenfächer
   Neben Vermessung und Landadministration            (Sprachen, Mathematik, Physik, Chemie, Compu-
wird an der Universität auf vielen Gebieten ge-       terwissenschaften, Recht, Ökonomie, Statistik,
forscht. Ein Forschungsschwerpunkt liegt in der       Umweltwissenschaften, Planungswissenschaften)
Nahrungsmittelproduktion. Es stehen Stallungen        mit entsprechend qualifizierten Lehrenden der
für Tiere zur Verfügung, damit z. B. die Eignung      DMU abgedeckt werden. Für die Kernfächer
unterschiedlicher Rinderrassen für die äthiopische    – wie Höhere Geodäsie, Vermessungskunde,
Situation geprüft werden kann. Untersucht werden      Fernerkundung, Photogrammetrie, GIS, und
aber auch einheimische Nutzpflanzen und deren         Landadministrationssysteme – gab es jedoch nur
Verwendung für die Nahrungsproduktion. Auch           drei qualifizierte Lehrende mit abgeschlossenem
Methoden der Schädlingsbekämpfung werden              Masterstudium. Diesem Engpass begegnete man
wissenschaftlich untersucht und die gewonnenen        durch insgesamt zwei Maßnahmen:
Ergebnisse im Rahmen der Lehre an Studierende         ƒƒWeiterbildung des eigenen Personals: Wie oben
weitergegeben. Umweltschutz und Abfallbeseiti-          bereits dokumentiert, erhielten im Rahmen von
gung ist ein neuer Bereich an der DMU, nicht            EduLAND2 insgesamt acht an der DMU ange-
nur in der akademischen Forschung und Lehre,            stellte Kolleg*innen mit einem Bachelorgrad die
sondern auch in der praktischen Umsetzung. So           Möglichkeit eines Masterstudiums sowie zwei
wurde vor einigen Jahren eine universitätseigene        weitere die Möglichkeit eines PhD-Studiums.
Kläranlage am Campus errichtet.                         Mit Ende von EduLAND2 haben alle Lehrenden
Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht
10                                                             Vermessung & Geoinformation 1/2021

  ihr Masterstudium abgeschlossen und auch ein       Teil auch als Feldarbeiten. Dabei wurden wir von
  PhD-Studium wurde im Februar 2021 beendet.         den in Ausbildung stehenden Kolleg*innen der
                                                     DMU im Hinblick auf organisatorische, technische
ƒƒAushilfe durch Fach-Expert*innen von anderen       und sprachliche Belange unterstützt. Dies war
  Universitäten: Während der Ausbildungszeit
                                                     eine Win-Win-Situation, da die uns beigestellten
  des DMU-Personals wurden zahlreiche Lehr-
                                                     äthiopischen Kolleg*innen in Zukunft die jeweilige
  veranstaltungen von Lehrenden der EduLAND2-
                                                     Lehrveranstaltung selbst betreuen werden. Umso
  Partneruniversitäten abgehalten. Geodäsie- und
                                                     mehr, da wir versuchten, die Lehre abwechslungs-
  Vermessungs-Lehrveranstaltungen wurden zum
                                                     reich zu gestalten und auch moderne Lehr- und
  Teil von Kolleg*innen der Bahir-Dar-Universität
                                                     Lernelemente (wie Flipped Classroom, World-
  übernommen, jene aus den Bereichen Gender
                                                     Cafe, projektbezogene Methoden) einzusetzen.
  und Landrechte, Geographische Informations-
  systeme, Kartographie, Fernerkundung, Ländli-         Sowohl von Studierenden als auch von äthio-
  che Neuordnung und Photogrammetrie wurden          pischen Fachkolleg*innen erhielten wir sehr gutes
  von österreichischen Projekt-Mitarbeiter*innen     Feedback zu unserer Lehre. Die Qualität unserer
  übernommen.                                        Lehre hat auch die höchsten Stellen der Universi-
                                                     tät neugierig gemacht und so wurde eine unserer
   Die von externen Expert*innen durchgeführten
                                                     Lehrveranstaltungseinheit vom Präsidenten der
Lehrveranstaltungen wurden geblockt über drei,
                                                     DMU besucht.
sechs oder zehn Tage abgehalten (siehe Abbil-
dungen 8, 9 und 10). Zum Teil wurde auch an
                                                     4.2 Unterrichtsbedingungen
den Wochenenden unterrichtet. Jeden Tag gab
es acht Stunden teils intensiven Unterricht. Die     Die technischen Voraussetzungen für den Unter-
Leistungsüberprüfung erfolgte während des Un-        richt sind in Äthiopien anders als in Mitteleuropa.
terrichts durch die Beurteilung der aktiven Mitar-   Das umfasst sowohl die Ausstattung der Lehrsäle,
beit und durch Prüfungen jeweils im Anschluss an     als auch die organisatorischen und logistischen
den letzten Tag der Lehrveranstaltung.               Rahmenbedingungen. Viele Gebäude sind – für
                                                     mitteleuropäische Verhältnisse – in keinem guten
   Neben den regulären Kursen haben die öster-
                                                     Zustand. Innerhalb weniger Jahre musste mit
reichischen Projekt-Mitarbeiter*innen auch Wei-
                                                     den zur Verfügung stehenden Geldmitteln eine
terbildungskurse für äthiopische Landadministra-
                                                     große Anzahl an Gebäuden errichtet werden mit
tions-Expert*innen abgehalten. Diese Kurse waren
                                                     dem Resultat, dass einerseits bei der Qualität
auf drei Tage beschränkt und sollten die Kennt-
                                                     der Baumaterialien gespart werden musste und
nisse und Kompetenzen von Mitarbeiter*innen
                                                     andererseits die Wartung der älteren Bauwerke
der lokalen sowie regionalen Landadministrati-
                                                     vernachlässigt wurde. Schlecht schließende
onsbehörden im Bereich der Kartographie/CAD,
                                                     Türen, fehlende und mit Spanplatten ersetzte
Fernerkundung, Ländlichen Neuordnung und der
                                                     Fensterscheiben, alte und wackelige Stühle sowie
Landrechte vertiefen (Abbildung 11).
                                                     unseren technischen Standards nicht entspre-
   Für alle von den österreichischen Expert*innen    chende elektrische und technische Einrichtungen
abgehaltenen Lehrveranstaltungen und Weiter-         geben Zeugnis über die finanziellen Engpässe.
bildungskurse wurden Lehr- und Lernmaterialien       Tische stehen in den meisten Hörsälen nur den
in englischer Sprache zusammengestellt und           Vortragenden zur Verfügung. Studierende sitzen
zur Verfügung gestellt. Dazu gehören Foliensät-      auf Stühlen mit integrierten Schreibboards. In den
ze, Übungsaufgaben, Ablaufdiagramme, Case            von uns benützten Computerräumen sowie in
Studies (im Fall von technischen Fallstudien mit     vielen anderen Universitätsräumen gibt es WLAN,
Ablaufdiagrammen und dafür benötigten Geoda-         wobei die Verbindung nicht immer sehr stabil ist.
ten) sowie Prüfungsfragen. Auf die Erstellung von       Eine praktische Herausforderung in der Lehre
kompletten Skripten wurde bis auf eine Ausnahme      sind die unregelmäßig auftretenden Stromausfäl-
(Ländliche Neuordnung) verzichtet, da dies zeit-     le. Während unserer Aufenthalte hatten wir fast
lich als auch finanziell im Rahmen des Projekts      täglich ein bis zwei kürzere oder längere Strom-
nicht möglich gewesen wäre. Wo sinnvoll, wurde       ausfälle – manchmal auch öfters. Die Verwendung
Fachliteratur aus eigenen oder fremden Publikati-    unserer Notebooks hat zwar gewährleistet, dass
onen bereitgestellt.                                 wir als Vortragende weiterhin den Rechner benut-
   Die Abwicklung der Lehrveranstaltungen erfolg-    zen konnten, allerdings nicht den Projektor und
te in Form von Vorlesungen, Übungen und zum          so konnten die Studierenden unsere Präsenta-
Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht
R. Mansberger et al.: Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht             11

tionsfolien nicht mehr sehen. Aber auch dieser             puter-Programme keine automatische Sicherung
Herausforderung konnten wir durch die Verteilung           durchführten, haben wir die Studierenden nach
von Handouts begegnen. Schwieriger war es bei              jedem Bearbeitungsschritt immer wieder an eine
der Durchführung praktischer Übungen in den                manuelle Sicherung erinnert. „Save Project“ wur-
Computerlabors (Abbildung 12). Hier kam es im-             de ein geflügeltes Wort im Unterricht. Bei einem
mer wieder zu den sprichwörtlichen Black-Outs.             Stromausfall funktioniert auch die Internetverbin-
Die Universität hat zwar ein Notstromaggregat,             dung sowie das WLAN nicht mehr. Daher wurden
welches aber separat gestartet werden muss.                Online-Demonstrationen (z. B. Verwendung von
Dies konnte jedoch bis zu einer halben Stunde              online-Videos) während der Lehreinheiten tun-
dauern. Da einige der von uns verwendeten Com-             lichst vermieden.

Abb. 8.: Lehrveranstaltung Fernerkundung im Computerlabor (Foto T. Bauer)

Abb. 9.: Lehrveranstaltung Kartographie im Hörsaal (Foto G. Navratil)
Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht
12                                                                  Vermessung & Geoinformation 1/2021

Abb. 10.: Lehrveranstaltung Gender & Landrights (Foto E. M. Unger)

Abb. 11.: Weiterbildungskurs Fernerkundung (Foto R. Mansberger)

Abb. 12.: Computerlabor (Foto R. Mansberger)
R. Mansberger et al.: Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht       13

   Tafel und Kreide standen uns in den Hörsälen          Für den von uns benutzten Computerraum des
bzw. White-Board und Marker im Computer-Labor         Instituts für Landadministration stand auch eine
zur Verfügung. Die Oberfläche der Tafel ist jedoch    eigene Technikerin bereit, welche uns – gemein-
sehr glatt und die Kreide hart. Diese Kombina-        sam mit den Fachkolleg*innen, welche zukünftig
tion bewirkt, dass auf der Tafel Geschriebenes        die Lehrveranstaltung abhalten werden, tatkräftig
nur schwer lesbar ist. Dies wurde verstärkt, da       unterstützte. Wir hatten auch das Glück, dass
aufgrund des Fehlens von Wasser in den Hörsälen       einer der Vizepräsidenten der DMU sowohl unse-
die Tafel nur mit einem trockenen Tuch gereinigt      rem Projektteam als auch dem Institut für Landad-
werden konnte.                                        ministration der DMU angehörte. Dadurch waren
                                                      die Kommunikationswege zur Universitätsleitung
   In den Computerlabors waren die Rechner des        sehr kurz.
Öfteren mit Computerviren verseucht. Zwar ha-
ben die IT-Verantwortlichen der DMU vor Beginn           Während der Durchführung der Lehrveranstal-
unseres Lehrveranstaltungs-Blocks die Computer        tung wurden wir auch physisch von äthiopischen
immer neu aufgesetzt, aber durch das Anstecken        Kolleg*innen betreut. Sie waren sehr darauf
von USB-Sticks der Studierenden wurden Viren          bedacht, dass wir immer wieder Pausen hatten
unkontrolliert auf die Rechner übertragen. Virener-   und sie haben uns laufend mit Trinkwasser ver-
kennungsprogramme sind – wenn vorhanden – oft         sorgt. Sobald die Wasserflaschen halbleer waren,
veraltet und können aktuelle Viren nicht erkennen.    wurden diese durch neue ersetzt. Für das Mit-
Unser Workaround war, da wir mehrere Projektda-       tagessen wurden wir jeden Tag in ein benach-
ten auf die Rechner bringen mussten und Clouds        bartes Restaurant gebracht, welches neben der
aufgrund der mangelnden Internet-Geschwindig-         äthiopischen Küche auch internationale Speisen
keit für einen Download nicht einsetzbar waren,       angeboten hat. Dabei hätten wir gerne einmal in
dass wir eine größere Anzahl an USB-Sticks mit        der Mensa gegessen. Mehr als ein Besuch in der
uns hatten und jene Memory Sticks, welche wir         Bäckerei mit Verkostung der Brötchen war aber
einmal in einen Laborrechner steckten, nicht mehr     nicht möglich.
für den eigenen Rechner nutzten. Dies ist der Er-       Bei zwei Lehrveranstaltungen waren auch Feld-
fahrung geschuldet, dass auch eine Neuforma-          arbeiten bzw. Begehungen im Gelände vorgese-
tierung des USB-Sticks nicht alle Viren beseitigt.    hen (Abbildung 13). Die Anfahrt dorthin erfolgte

Abb. 13.: Feldarbeiten (Foto T. Bauer)
14                                                                 Vermessung & Geoinformation 1/2021

mit universitätseigenen Bussen. Für die Studie-         ausstellte. Generell war zu beobachten, dass das
renden war das eine willkommene Abwechslung,            Nachfragen bei Unklarheiten für die Studierenden
da Exkursionen sehr selten in deren Studium             eine große Überwindung war.
stattfinden.
                                                           Besondere Freude machte den Studierenden
4.3 Studienplan                                         das praktische Arbeiten am Computer und die
                                                        von uns initiierten Round-Table Diskussionen in
Eine Überraschung war die Geschwindigkeit mit           Kleingruppen. Bei praktischen Arbeiten stellten
welcher der Studienplan in Kraft gesetzt werden         sich die Studierenden sehr geschickt an, wenn-
konnte. Bereits nach dem Projektbeginn im März          gleich die Übungen am Computer oft durch die
2016 wurde nach einer regionalen Bedarfserhe-           mangelhaften IT-Grundkenntnisse beeinträchtigt
bung und basierend auf dem Studienplan der              waren. Dies war auch bedingt durch die einge-
Bahir-Dar-Universität in Zusammenarbeit mit an-         schränkte Möglichkeit der Studierenden mit dem
deren Interessensgruppen der endgültige Studi-          Computer zu arbeiten. Von den 90 von uns un-
enplan erstellt. Dieser wurde Anfang August 2016        terrichteten Studierenden hatten nur zwei einen
von den äthiopischen Autoritäten genehmigt. Im          eigenen Computer. Hier zeigte sich aber immer
September 2016 wurden 50 Studierende nach ei-           die große Kooperationsbereitschaft zwischen
nem Aufnahmetest zum Studium zugelassen. Für            den Studierenden, wodurch diese Defizite inner-
uns alle überraschend mit einer Frauenquote von         halb der Gruppen teilweise ausgeglichen werden
ca. 70 %. Begründen lässt sich der hohe Frauen-         konnten.
anteil einerseits durch die für Frauen zielgerichtete
Bewerbung des Kurses und andererseits durch                Die Kenntnisse, Kompetenzen und Fähigkeiten
die speziellen Förderungsprogramme. Beide               der äthiopischen Studierenden in Grundlagenfä-
Maßnahmen waren von Seiten des EduLAND2-                chern (wie Mathematik, Geometrie und Physik) lie-
Projekts vorgegeben.                                    gen im Schnitt unter jenen der an österreichischen
                                                        Universitäten inskribierten Hörer*innen. Dies lässt
   Der Studienplan selbst ist ein 225 Seiten umfas-
                                                        sich durch andere Lehrschwerpunkte in der se-
sendes Konvolut, welches sehr detailliert die Hin-
                                                        kundären Ausbildungsebene begründen. Jedoch
tergründe des Programms, das Absolvent*innen-
                                                        wurde dieses Manko durch eine hohe Konzent-
Profil, das fachliche Anforderungsprofil sowie eine
                                                        ration in den Lehreinheiten, durch extremen Fleiß
detaillierte Beschreibung der elf Module und 47
                                                        und durch gemeinsame Lernaktivitäten zwischen
Lehrveranstaltungen umfasst. Auch eine Liste der
                                                        den Studierenden in der Freizeit gemindert.
Lehrenden sowie die für jede einzelne Lehrver-
anstaltung vorgesehene Leistungsbeurteilung ist            Die Verständigung zwischen den äthiopischen
fixer Bestandteil dieses Studienplans.                  Studierenden und den Lehrenden aus Europa war
                                                        – speziell zu Beginn – nicht immer einfach. Wir hiel-
4.4 Studierende                                         ten alle unsere Unterrichtseinheiten in englischer
Die von uns unterrichteten Studierenden kamen           Sprache ab. Viele unserer äthiopischen Studieren-
aus unterschiedlichen Teilen von Äthiopien, der         den kamen aus ländlichen Regionen, wo vorran-
überwiegende Teil aber aus der Amhara-Region.           gig in der regionalen Sprache (im Bereich Debre
Generell sind die Studierenden für die Möglichkeit      Markos ist dies „Amharisch“) kommuniziert wird.
einer akademischen Ausbildung sehr dankbar,             In den Primär- und Sekundär-Schulen wird zwar
welche durch die äthiopische Regierung finanziert       Englisch gelehrt, jedoch kommt eine große Anzahl
wird. Im Speziellen spürten auch wir eine sehr          der Studierenden nur mit Grundkenntnissen in der
hohe Dankbarkeit, da wir die DMU im Hinblick            englischen Sprache an die Universität. Zusätzlich
auf ihre Ausbildung unterstützten und die Studie-       führte auch der Unterschied in der Dialektik und
renden auch unsere Art des Unterrichtens sehr           der verschiedenen Aussprache zwischen „äthi-
schätzten.                                              opischem und mitteleuropäischem Englisch“ zu
                                                        gewissen Verständnisschwierigkeiten – in beide
   Im Unterricht waren die Studierenden sehr mo-
                                                        Richtungen. Nach einer Eingewöhnungsphase
tiviert und begeisterungsfähig. Konzentriert hörten
                                                        (Reduzierung des Sprechtempos, einfacher Satz-
sie den Ausführungen der Vortragenden zu und
                                                        bau, Wiederholen der Informationen) hat die Kom-
machten zahlreiche Notizen. Sie nickten immer
                                                        munikation dann letztlich gut funktioniert.
wieder, was – wie es sich manchmal bei Zwi-
schenfragen herausstellte – nicht immer als Geste         Zu Beginn waren die Studierenden sehr
des Verständnisses zum vorgetragenen Stoff her-         schüchtern und distanziert. Aber nach ersten
R. Mansberger et al.: Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht          15

Abb. 14.: Drohnenflug (Foto R. Mansberger)

persönlichen Gesprächen in Pausen sowie durch             Von den äthiopischen Studierenden wird eine
die intensive Kommunikation während der prak-          hohe Flexibilität gefordert. Um die Zeit zu optimie-
tischen Übungen und Exkursionen hat sich die           ren, wurden unsere im Block abgehaltenen Lehr-
Scheu gelegt. Dies liegt auch daran, dass das          veranstaltungen zum Teil auch an Wochenenden
Lehrpersonal generell und speziell ausländische        durchgeführt. Die Studierenden haben dieses An-
Lehrende bei den Studierenden als etwas Beson-         gebot dankbar angenommen. Dies ist wohl auch
deres gesehen werden.                                  darauf zurückzuführen, dass die Studierenden die
                                                       meisten Wochenenden während des Semesters
   Die Studierenden haben ein Faible für Neues:        in Unterkünften am Campus verbringen. Kurze
Reinfried Mansberger hatte eine kleine Drohne im       Ausflüge in die Stadt und vereinzelte Reisen zu
Gepäck, mit welcher er am Universitätscampus           ihren Heimatorten bilden die Ausnahme.
das Prinzip photogrammetrischer Bildflüge de-
monstrierte. Obwohl die Drohne nach österreichi-       4.5 Sonstiges
schen Regeln in die Kategorie Spielzeug fällt und      Unsere Zusammenarbeit mit äthiopischen Pro-
damit auch nicht sehr attraktiv ist, waren nicht nur   jekt-Kolleg*innen war geprägt durch eine gleich-
die Photogrammetrie-Studierenden bei den Bild-         berechtigte Partnerschaft. Gemeinsam wurden
flügen anwesend. Durch den „Lärm“ der Drohne           alle Aktivitäten geplant, durchgeführt und auch
neugierig gemacht, war Reinfried Mansberger            bewertet. Dies war Teil unserer Erfolgsgeschichte
innerhalb weniger Minuten von einer riesigen           im Projekt.
Menge an Studierenden aller Studienrichtungen
umringt (Abbildung 14).                                   Die internationale Zusammenarbeit ist für viele
                                                       in den letzten Jahrzehnten gegründeten Univer-
Aber nicht nur die Drohne hat unterschiedliche         sitäten sehr schwierig. Die hohe Steigerungsrate
Studierende angelockt. Auch andere praktische          bei Studierenden und der rasche Ausbau von In-
Demonstrationen wurden von Hörer*innen fremder         frastruktur am Universitätscampus erfordert hohe
Fachbereiche am Campus begeistert beobachtet.          Lehrkapazitäten, welche im Bereich der wissen-
Und bei Übungen im Feld haben sich große Teile         schaftlichen Arbeit und auch für den Aufbau eines
der lokalen Bevölkerung als Zaungäste eingefun-        internationalen Netzwerkes fehlen. Im Bereich von
den.                                                   Vermessung und Landinformation ist diese Situati-
16                                                              Vermessung & Geoinformation 1/2021

on nicht so dramatisch. Vor zwei Jahrzehnten gab      DMU und wurde der Präsident des äthiopischen
es kaum eine universitäre Ausbildung in diesem        staatlichen Fernsehens. Derzeit ist Dr. Tafere ME-
Fachbereich und äthiopische Studierende muss-         LAKU Präsident der DMU.
ten für ein facheinschlägiges Studium ins Ausland        Alle Präsidenten der DMU und auch die wäh-
gehen; viele davon mit Stipendien an europäische      rend der Projektzeit agierenden Präsidenten der
Universitäten, wie für den Bereich Landmanage-        Bahir-Dar-Universität haben wir persönlich ge-
ment (welcher auch die Landadministration bein-       troffen. Ihr Anliegen war sowohl auf persönlicher
haltet) zum Beispiel an das International Training    als auch auf institutioneller Ebene die internati-
Centre in Enschede (ITC – heute eine Fakultät der     onale Vernetzung. Im Sinne einer gleichwertigen
Universität Twente), an die Königlich-Technische      Partnerschaft haben wir auch Treffen zwischen
Hochschule Stockholm (KTH), an die Technische         äthiopischen Kolleg*innen und österreichischen
Universität München (TUM), aber auch an die Uni-      Führungskräften aus dem akademischen und
versität für Bodenkultur (BOKU). Absolvent*innen      dem öffentlichen Bereich initiiert.
dieser ausländischen Ausbildungsstätten bilden
derzeit einen bedeutenden Teil des nationalen         5. Zusammenfassung und Empfehlungen
äthiopischen Landadministrations-Netzwerks und
                                                      Es war für uns alle eine unbezahlbare Erfahrung,
sind als Führungskräfte im akademischen Bereich
                                                      in Äthiopien gelehrt zu haben. Die Unterrichtswo-
aber auch in der öffentlichen Verwaltung tätig.
                                                      chen waren intensiv, da am Tag insgesamt fast 8
   Ein Problem der Debre-Markos-Universität ist       Stunden unterrichtet werden musste und bei den
die Erreichbarkeit. Debre Markos hat keinen ei-       längeren Blöcken von 10 Tagen es nur einen freien
genen Flughafen und so mussten wir von Addis          Tag in der Woche gab. Aber wir Lehrenden haben
Abeba eine Tagesreise (sechs bis acht Stunden)        sehr viel Positives und viele neue Erkenntnisse
Autofahrt nach Debre Markos in Kauf nehmen. Für       aus Äthiopien mitgenommen.
uns war das kein Problem, da wir nur einmal pro
                                                         Im Folgenden fassen wir die während unserer
Jahr diese beschwerliche Reise machen muss-
                                                      Lehrtätigkeit an der Debre-Markos-Universität in
ten. Mitglieder der Universitätsleitung müssen zu
                                                      den letzten drei Jahren gewonnenen Erfahrungen
Besprechungen oder Verhandlung oft mehrmals
                                                      zusammen und versuchen daraus auch Empfeh-
im Monat nach Addis Abeba reisen. Die universi-
                                                      lungen für heimische Kolleg*innen zu formulieren
tätseigenen Autos sind zwar geländegängig und
                                                      – falls diese Lehrtätigkeiten in Äthiopien oder ge-
jede Führungskraft hat einen eigenen Chauffeur,
                                                      nerell in Ländern des globalen Südens planen.
allerdings erschwert der Zustand der Straßen
das Arbeiten im Auto und die Verwendung von              Aufgrund des nur bedingten Zugangs zu digita-
Notebooks oder auch Tablets ist nahezu unmög-         len Unterlagen und der zahlreichen Stromausfälle
lich. Somit wird die Fahrtzeit hauptsächlich für      ist auch die Vorbereitung analoger Lehrunterlagen
Telefonate und Diskussionen innerhalb des Autos       notwendig. Ideal ist ein Skriptum über den Lehr-
genutzt.                                              stoff, welches die Studierenden vor und nach der
   Lehrende mit einem höheren Ausbildungsgrad         Lehreinheit in Ruhe durcharbeiten können. Damit
sind auch an anderen Universitäten oder Instituti-    können auch gewisse sprachliche Schwierigkei-
onen sehr begehrt. In vielen Fällen wechselt das      ten hintangehalten werden, zumal die Unterlagen
Personal auch an Standorte mit einer besseren         von äthiopischen Kolleg*innen in die nationale
Anbindung (Addis Abeba, Bahir Dar, Gondar). Zum       amharische Sprache übersetzt werden können.
Glück ist das in unserem Fachbereich noch nicht          Neben den theoretischen Unterlagen sollten
der Fall, da die Finanzierung der Weiterbildung für   auch die praktischen Übungen in Form von schrift-
Kolleg*innen eine Verpflichtung zu einer mehrjäh-     lichen Anleitungen oder Lehrvideos dokumentiert
rigen Lehrtätigkeit an der DMU beinhaltete.           werden. Da Geodaten in Äthiopien nur schwer
   Wir haben jedoch die Abwanderung von hoch-         zu erhalten sind, ist die Mitnahme von Daten für
qualifizierten Personen aus Debre Markos selbst       die Durchführung von praktischen Projekten zu
wahrgenommen. Während der vierjährigen Pro-           empfehlen. Der Download großer Datenmengen
jektlaufzeit haben wir in Summe drei Präsidenten      aus Äthiopien ist aufgrund der Stromausfälle nur
der DMU kennen gelernt. Der erste, Dr. Tilaye         schwierig umzusetzen.
GETE, ging nach Addis Abeba ins Bildungsminis-          Bei der Durchführung der Lehre ist eine
terium und ist seit wenigen Jahren Bildungsmi-        hohe Flexibilität gefragt. Die Vorbereitung eines
nister. Der zweite, Dr. Niguse GELAW, verließ die     Zeitplans für die Lehrveranstaltung ist zwar ge-
R. Mansberger et al.: Unterrichten an einer äthiopischen Universität: Ein Erfahrungsbericht             17

wünscht und hilfreich, jedoch ist dieser aufgrund    Präsidenten und weiteren hochrangigen Univer-
von technischen Unzulänglichkeiten – besonders       sitätsmanagern zu einem gemeinsamen Treffen
bei Übungen im Computerlabor – oft mehrmals          eingeladen wurden.
am Tag zu adaptieren. Zeitreserven sind auf jeden       Als Fazit können wir zusammenfassen, dass wir
Fall einzuplanen.                                    die Lehraktivitäten im Rahmen unseres Projektes
  Studierende haben – in Ermangelung eigener         an der Debre-Markos-Universität sehr genossen
Computer – nicht die Möglichkeit praktische          haben. Wir hatten in den Wochen auch persönlich
Projekte außerhalb der Computerräume zu wie-         sehr viel gelernt und positive Erfahrungen mitge-
derholen und zu vertiefen. Daher gilt hier die Re-   nommen. Vielleicht nicht so sehr in den fachlichen
gel: Weniger ist mehr. Es empfiehlt sich, weniger    Belangen, aber auf jeden Fall aus didaktischer
Funktionen einer Software zu zeigen und diese        und pädagogischer Sicht. Zudem konnten wir
durch Wiederholung in den jeweiligen Lehreinhei-     in die äthiopische Kultur und den äthiopischen
ten zu vertiefen.                                    Way of Life eintauchen und damit auch unsere
                                                     Kolleg*innen besser verstehen. Natürlich hat sich
   Sprachliche Probleme verlangsamen den Un-
                                                     in den gemeinsamen Aktivitäten auch die Partner-
terricht. Langsames und deutliches Sprechen
                                                     schaft zwischen den Projektmitarbeitern erhöht.
sowie mehrmalige Wiederholungen von wesentli-
chen Lehrinhalten erhöhte das Verständnis für das       Aber es blieb auch genügend Zeit, dass wir uns
Fach bei den Studierenden. Lerneinheiten in Form     mit äthiopischen Kolleg*innen untereinander über
von Round-Table-Gesprächen, bei welchen die          Fachliches, Persönliches und auch Kulturelles
Studierenden in Kleingruppen fachliche Fragen in     ausgetauscht haben. Die Gastfreundschaft war
der Muttersprache diskutieren und anschließend       sehr groß. Dies hat unser persönliches Verhält-
in englischer Sprache schriftlich oder mündlich      nis vertieft und auch das fachliche Netzwerk in
zu beantworten haben, erwiesen sich als sehr         Äthiopien erweitert. Als Beispiel sei genannt, dass
hilfreich.                                           hochrangige äthiopische Fachkolleg*innen aus
                                                     dem Bereich Vermessung und Geoinformation im
   Ein Feedback ist von Studierendenseite direkt
                                                     Sommer 2019 einen Studienaufenthalt in Öster-
nur schwer zu bekommen. Während der Lehr-
                                                     reich initiiert haben, um österreichische Fachins-
veranstaltungen wurde das – für uns erfreuliche
                                                     titutionen (wie das Bundesamt für Eich- und Ver-
– Lob ausschließlich über Kolleg*innen der DMU
                                                     messungswesen, die Vermessungsabteilung der
an uns kommuniziert. Erst nach der Prüfung und
                                                     Stadt Wien, die Universität für Bodenkultur, die TU
zum offiziellen Abschluss der Lehrveranstaltung
                                                     Wien, die Agrarabteilung der burgenländischen
erhielten wir auch von den Studierenden selbst
                                                     Landesregierung sowie das Bürgermeisteramt in
Rückmeldungen zu unseren Lehr- und Lernme-
                                                     Oberwart) zu besuchen.
thoden sowie zu den bereitgestellten Unterlagen
– und auch diese fielen sehr positiv aus.               Aber unser Lehraufenthalt hat uns auch Demut
                                                     gelehrt. In Äthiopien haben wir weder von den
   Die gesamte Zeit in Äthiopien wurden wir von
                                                     Studierenden noch von Lehrenden irgendwelche
den DMU-Mitarbeiter*innen hervorragend unter-
                                                     Beschwerden über die vielen Unzulänglichkeiten
stützt und betreut. Organisatorische Aufgaben
                                                     in der akademischen Ausbildung gehört. Und so
wurden ausschließlich von ihnen übernommen.
                                                     können wir mit Überzeugung sagen, dass wir nie
Sie haben auch die vorbereitenden Arbeiten (wie
                                                     wieder wegen schlechter Raum- und/oder Instru-
Drucken von Skripten und Präsentationsfolien,
                                                     mentenausstattung an unseren österreichischen
Installation von benötigter Software) zu unserer
                                                     Universitäten jammern/raunzen werden – zumin-
vollsten Zufriedenheit durchgeführt. Die Anwe-
                                                     dest nicht in den nächsten Jahren.
senheit von zumindest einer Person während der
Vorlesungen und Übungen war sehr hilfreich, da
                                                     Referenzen
diese in Ausnahmefällen auch als „Dolmetscher“
                                                     Agegnehu, SK; Mansberger, R. (2020): Community Involve-
agieren konnten.
                                                       ment and Compensation Money Utilization in Ethiopia:
   Sowohl Studierende als auch Kolleg*innen            Case Studies from Bahir Dar and Debre Markos Peri-Ur-
der äthiopischen Partneruniversitäten und der          ban Areas. SUSTAINABILITY-BASEL. 2020; 12(11), 4794.
einschlägigen Fachinstitutionen schätzten un-        Agegnehu, S; Mansberger, R. (2019): Assessment of com-
                                                       munity involvement and compensation money utilization
sere Aktivitäten und die internationale Expertise      in Ethiopia: Case studies from Bahir Dar and Debre Mar-
sehr. Dies zeigte sich auch darin, dass wir bei        kos Peri-urban areas. [Annual World Bank Conference on
jedem unserer Lehrbesuche in Debre Markos vom          Land and Poverty - Catalyzing Innovation, Washington
18                                                                          Vermessung & Geoinformation 1/2021

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