Von der Idee zum Produkt - Mit - Wissenstransfer - IHK Oldenburg
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05 2020 Magazin der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer
Wissenstransfer
Von der Idee
zum Produkt
Firmen kreativ in
Krisenzeiten
Weiterbildung: neue
Online-Angebote
Khalitov -
Foto: Erik
iStock
te -
Up oro it
da na
C M
sGemeinsam da durch.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage trifft Sie, liebe
Unternehmer*innen und Selbständige, gerade besonders stark.
Aber eines sei Ihnen versichert: Wir tun alles dafür, Ihnen in dieser
schwierigen Zeit als verlässlicher Partner zur Seite zu stehen.
Genauso wie Sie, arbeiten auch wir unter ganz besonderen
Bedingungen – teilweise im Homeoffice, mit unseren Kindern
zu Hause, mit neuen Herausforderungen jeden Tag.
Wir helfen, die umfangreichen Fördermittel dahin zu bringen,
wo sie am dringendsten gebraucht werden – zu Ihnen liebe Kundinnen
und Kunden – egal ob Sie Freiberufler, BusinessLiner, Mittelständler
oder Großunternehmer sind. Wir helfen Ihnen aber auch mit
individuellen und vor allem schnellen, unbürokratischen Lösungen,
wie zum Beispiel dem Aussetzen der Tilgung für Ihre LzO-Darlehen.
Ihr Firmenkundenberater ist weiterhin
per Telefon und E-Mail für Sie erreichbar.
Bleiben Sie gesund!
Ihr Team der LzO
lzo.com/firmenkundenkommentiert
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Durchstarten statt Notlandung
Unzweifelhaft befinden wir uns in der Mitte, vielleicht auch möglichen. Nicht nur das, sie bieten andere Formen der Ar-
erst am Anfang der schwersten Wirtschaftskrise, die unse- beit und neue Geschäftsmodelle. Viele Unternehmen nutzen
re Generationen erlebt haben. Die Wirtschaft ist im Sinkflug. diese Möglichkeiten zur Überbrückung, aber steckt nicht viel
Wir konzentrieren uns auf Liquidität, Betriebssicherung und mehr Potenzial in der Krise? Stellen wir nicht Veränderun-
Szenarien für die Wiederaufnahme eines normalen Betriebs. gen in unseren Wertesystemen fest? Erfahren wir nicht eine
Normal muss aber nicht zwingend heißen wie zuvor. Denn neue Wertschätzung für frühere Selbstverständlichkeiten?
jede Krise bietet die Chance zur Reflextion, für einen Neu- Überdenken wir nicht etablierte Verhaltensweisen und Pro-
anfang – zum Durchstarten mit neuen Geschäftsprozessen, zesse? All dies sind Chancen auch für neue Geschäftside-
adaptierten Geschäftsmodellen und innovativen Produk- en, für die Infragestellung etablierter Prinzipien – Raum für
ten oder Dienstleistungen. Wie sich die deutsche Wirtschaft Innovationen und Chancen für eine gestärkte Zukunft und
nach dem zweiten Weltkrieg zu einer der weltweit stärks- Kraft für den notwendigen Mut, sich von Gewohnheiten zu
ten Ökonomien entwickelt hat, wie sie die Wirtschaftskri- trennen, die Komfortzone zu verlassen, für eine neue Auf-
se 2008/2009 gestärkt überwunden hat, so könnte sie auch bruchsstimmung. Wirtschaftswunder sind keine Wunder, sie
2020/2021 in eine erfolgreiche Zukunft durchstarten. sind menschengemacht!
Gerade vor diesem Hintergrund ist der aktuelle KfW-In- Viele Innovationen werden im Kern oder am Rande auf
novationsbericht Mittelstand 2019 mit Sorge zu lesen. Der Digitalisierung beruhen. Und unsere Region verfügt mit ih-
Anteil der Innovatoren, also der Unternehmen, die im Ver- rer Universität sowie der Jade Hochschule, den Forschungs-
gleichszeitraum Produkt- oder Prozessinnovationen einge- instituten DFKI, DLR und OFFIS, dem Zentrum für Digitale
führt haben, sank zum zweiten Mal in Folge auf nun 19 %. Innovationen Niedersachsen mit seiner Koordinierungsstel-
Diese Quote lag im Vergleichszeitraum 2004/2006 noch bei le am OFFIS, über die besten Kompetenzen zum Thema Di-
43 %. Zu viele scheuen, die Komfortzone zu verlassen. Jetzt gitalisierung. Sie wurden auch mit Steuergeldern auf- und
verlassen wir sie gemeinsam und gezwungenermaßen. ausgebaut. Sie stehen der Wirtschaft zur Verfügung – es gibt
Stellen wir uns einmal kurz vor, Covid-19 sei Covid-99, keinen Grund sie nicht in Anspruch zu nehmen! Perspekti-
also 1999 erstmals aufgetreten: Homeoffice? War einge- visch werden die Angebote der Wissenschaftseinrichtungen
schränkt und hieß Heimarbeit, wenn zuhause genug Platz auf dem geplanten IT-Campus Oldenburg noch stärker ge-
für Drucker, Fax und viele Ordner war. Videokonferenzen? bündelt und bereits ab Anfang nächsten Jahres im derzeit
Fehlanzeige! Erst 2006 gab es die Videokonferenzerweite- im Aufbau befindlichen regionalen Innovationssystem Inno-
rung von Skype. Online-Shopping? Fehlanzeige! Außer Bü- Sys NordWest als Online-Marktplatz noch stärker kunden-
cher bei Amazon ab 1998. orientiert angeboten werden.
Dies sind nur einige digitale Innovationen der letzten 20 Nutzen Sie aber bereits jetzt die Chance, durch Innovati-
Jahre, die heute die Aufrechterhaltung unseres wirtschaft- onen Ihr Unternehmen gestärkt aus der Krise in eine erfolg-
lichen und sozialen Lebens erleichtern, ja teilweise erst er- reiche Zukunft zu führen! Wann, wenn nicht jetzt!
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Nebel
Vorstandsvorsitzender, OFFIS e. V. Institut für Informatik (Oldenburg)
oldenburgische wirtschaft 05 2020 3Anzeige
WAS DENKT
DIESER MANN
ÜBER SIE?
Das können wir Ihnen auch nicht sagen – schließlich ist es
nur ein gekauftes Stockbild. Wenn Sie aber wissen wollen, wie
Ihre Zielgruppe tickt, ob Ihre Werbekampagne einschlagen
wird – oder wie Ihr neues Logo ankommt, helfen wir Ihnen
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Befragungssystem und einer individuellen Begleitung von
der Konzeption bis zur Auswertung. Schnell, datensicher und
ƺǔˡɿǣƺȇɎِ0ȸǔƏǝȸƺȇ³ǣƺȅƺǝȸɖȇɎƺȸɖȅǔȸƏǕƺǝƺǼƳِƳƺٖƫאƫِ Clever fragen ist die Antwort.8
Die IHK fördert
eine stärkere
Vernetzung von
Wissenschaft
und Wirtschaft.
Foto: nanuvision - AdobeStock
Unser Thema
IHK fördert Innovationsfähigkeit 8
Wie funktioniert Wissenstransfer? 10
3D-Drucker für Firmennutzung 12
Innovation – Best Practice 13
26
Foto: Jutec
Foto: Andreas Burmann
Transferstellen 15
Unsere Region
Kreativ & produktiv in Corona-Zeiten 16
Dr. Thomas Hildebrandt
Interview über Live-Marketing 18
über Solidarität in
der Krise Unternehmensmeldungen 20
Ihre IHK
16
Wir unterstützen Sie in der Krise! 22
Tourismusbranche braucht Soforthilfe 25
Solidarität macht stark 26
Termine 24
Kreativ & produktiv: Regionale Seminare und Lehrgänge 29
Firmen helfen in der Krise.
Online-Ausgabe: ihk-oldenburg.de/owi
oldenburgische wirtschaft 05 2020 5spektrum
Ausbildungslauf
Förderprogramm
Sportliches Ereignis abgesagt Digitalbonus
Der „Ausbildungslauf“ das Covid-19-Virus ausgeweitet
um das Zwischenah- ausschließen müs-
ner Meer, seit 16 Jah- sen“, erläutert Ste- Das Förderprogramm Digitalbo-
ren ein sportliches fan Bünting, bei der nus Niedersachsen ist an den
Event für viele Firmen und ihre Auszubil- IHK Leiter des Geschäftsbereichs Bil- Bedarf von Unternehmen in der
denden, fällt in diesem Jahr aus. Der Lauf dung, die Absage. „Wir danken allen, die Corona-Krise angepasst wor-
zieht jährlich rund 1000 Teilnehmerinnen uns Unterstützung schon zugesagt hat- den: Jetzt können niedersächsi-
und Teilnehmer an. Vielfach treten sie in ten.“ „Gesund bleiben und weiter trainie- sche Unternehmen den Zuschuss
Firmenteams an. ren!“, ermuntert Bünting die vielen Lau- von bis zu 10.000 Euro expli-
„Die Absage ist sehr bedauerlich, aber finteressierten. Der nächste Lauf ist für zit auch für Homeoffice-, Video-
es ist völlig klar, dass Gesundheitsschutz September 2021 angesetzt. konferenz- und Telemedizintech-
vorgeht und wir eine Gefährdung durch ausbildungslauf.de nik beantragen. Wer einen Antrag
gestellt hat, kann diese Technik
umgehend beschaffen – ohne wie
sonst üblich auf den Förderbe-
130 scheid warten zu müssen.
Wirtschaftsminister Dr. Bernd
120 Althusmann: „Wer digital arbei-
tet, einen Webshop besitzt oder
110
seinen Mitarbeitern Homeoffice
106,2
5-Jahres-Durchschnitt: 112,3 ermöglichen kann, steht deut-
100
lich zukunftssicherer da als ohne
90 diese Technik.“ Den Digitalbonus
hatte das Land bereits vor der Co-
80 rona-Pandemie als Förderpro-
gramm aufgelegt.
70
Er kann bei der NBank bean-
60
tragt werden. Die Investitionen
55,3 müssen mindestens 5000 Euro
50 betragen. Der Zuschuss beträgt
bis zu 50 Prozent für kleine Unter-
2016 2017 2018 2019 2020
nehmen und bis zu 30 Prozent für
Der IHK-Konjunkturklimaindex setzt sich zusammen aus den Angaben zur Lage und zu den Erwartungen.
mittlere Unternehmen.
ihk-oldenburg.de/digitalbonus
Konjunkur
Steil nach unten
Die Unternehmen im Oldenburger Stimmung der regionalen Unterneh-
Land sind von der Corona-Pandemie men wiedergibt, fällt steil fast um die Verbraucherpreisindex
deutlicher stärker betroffen als durch Hälfte von 106,2 Punkte auf aktuell Basis 2015 = 100 %*)
die Auswirkungen der Finanzkrise im 55,3 und ist damit deutlich geringer 2018 Jahresdurchschnitt 103,8 + 1,8
Jahr 2009. Das zeigt die Auswertung als zum Höhepunkt der Finanzkrise 2019 Jahresdurchschnitt 103,8 + 1,5
der IHK-Konjunkturumfrage im ers- (erstes Quartal 2009: 73,3 Punkte). 2019 März 104,2 + 1,3
ten Quartal 2020 auf Basis von rund Niedersachsenweit fällt die Stimmung 2020 Februar 105,6 + 1,7
2020 März 105,7 + 1,4
300 Unternehmensantworten. Der auf 47,9 Punkte. *) Veränderungen gegenüber dem Vorjahresmonat, Quelle: Statistisches
Bundesamt
IHK-Konjunkturklimaindex, der die ihk-oldenburg.de/konjunkturumfrage
6 oldenburgische wirtschaft 05 2020Infrastruktur Ausbilden trotz Corona
Gigabitausbau ist Krisenprävention AzubiSharing
Die Corona-Krise zeigt, dass zuver- die Region krisen- und zukunftssi- Zahlreiche Betriebe sind derzeit gezwun-
lässige Breitband- und Mobilfunk- cher zu machen“, appelliert Felix gen, ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit zu ent-
netze zur unverzichtbaren Basisin- Jahn, Geschäftsführer der IHK für lassen oder müssen ihren Betrieb vorü-
frastruktur unseres Landes zählen. Verkehr und Digitale Infrastruktur. bergehend schließen. Dadurch können sie
Ohne Cloud-Anwendungen und Vi- „Auch nach Überwindung der Kri- ihre Auszubildenden nicht praxisgerecht
deokonferenzen – oftmals aus dem se müssen die Finanzierung des Gi- ausbilden. Andererseits gibt es Unterneh-
Homeoffice – wären im Rahmen des gabitausbaus trotz erheblicher fi- men, die Unterstützung benötigen. Die
Shutdowns wirtschaftliche Aktivitä- nanzieller Belastungen weiterhin IHK schlägt in diesem Fall AzubiSharing
ten nahezu unmöglich geworden mit sichergestellt und Hürden bei der vor und bietet den betroffenen Unterneh-
noch weitaus drastischeren negati- Fördermittelbeantragung abgebaut men Unterstützung an. Das IHK-Konzept:
ven Folgen der Krise für Wohlstand, werden“, unterstreicht Jahn. Ein Betrieb gibt seinen Auszubildenden
Wertschöpfung und Arbeitsplätze. „Trotz der Fortschritte beim vorübergehend an einen anderen Ausbil-
„In der Krise wurde seitens der Breitband- und Mobilfunkausbau dungsbetrieb ab. So können die Azubis
öffentlichen Hand richtig gehandelt gibt es nach wie vor Netzlücken in ihre Berufsausbildung in der Zwischenzeit
und an vielen Stellen unbürokra- der Region zu schließen. Die Kri- weiterführen und zugleich neue Erfahrun-
tisch umfassende Förderung bereit- se, in der sich für viele die Arbeit ins gen und Qualifikationen sammeln. Die Un-
gestellt. Dies muss auch zukünftig Homeoffice verlagert hat, hat ge- ternehmen unterstützen sich durch diese
für den Ausbau digitaler Infrastruk- zeigt, wie dringend dies notwendig Art von Verbundausbildung gegenseitig.
tur im Oldenburger Land gelten, um ist“, betont Jahn. ihk-oldenburg.de/azubisharing
vr.de/weser-ems
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oldenburgische wirtschaft 05 2020 7Unser Thema
Wissenstransfer
Neue Ideen
umsetzen
Innovationsfähigkeit wird für viele Unternehmen
immer wichtiger. Die IHK setzt sich für eine stärkere
Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft ein.
Von Kathrin Siemer
Foto: nanuvision - AdobeStockE
Einen neuen Schwer- Transferstellen und Projekte Neben solchen neuen Formaten wur-
punkt setzt die IHK bei Zu diesen Strukturen zählen vor al- de die Kommission Wirtschaft-Wis-
der Innovationsförde- lem die Transfermöglichkeiten zwi- senschaft einberufen, die nicht nur
rung: Neben der in- schen regionalen Unternehmen und die von der IHK geförderte Stiftungs-
dividuellen Beratung Hochschulen. Eine enge Zusammen- professur „Veränderungsmanage-
und Begleitung von arbeit bringt beiden Seiten Vorteile: ment im ländlichen Raum“ an der
Unternehmen in Inno- Unternehmen können gemeinsam Universität Vechta begleitet, son-
vationsprozessen engagiert sich die mit Wissenschaftlern neueste Tech- dern aktiv auch weitere Projekte an-
IHK nun verstärkt dafür, die Innova- nologien, Verfahrenstechniken und regen wird. Eine weitere Aufgabe der
tionsfähigkeit der Wirtschaft zu för- anwendungsbezogene Innovationen Kommission wird es sein, für bes-
dern, indem sie passende Rahmenbe- entwickeln, testen und zur Marktrei- sere Rahmenbedingungen in Politik
dingungen schafft. Im Fokus steht die fe bringen. Gleichzeitig können sie auf und Wirtschaft zu sorgen und für ei-
bessere Vernetzung von Wirtschaft diesem Weg Kontakt zu gut ausgebil- nen engeren Kontakt zu Hochschu-
und Wissenschaft, denn hier sehen deten Nachwuchskräften knüpfen. len und weiteren wissenschaftlichen
Unternehmen und IHK noch „viel Luft Die Hochschulen wiederum können Einrichtungen.
nach oben“. bei der Zusammenarbeit überprüfen, Voraussichtlich im Sommer wer-
ob ihre wissenschaftlichen Erkennt- den wir unsere Mitgliedsunterneh-
Warum innovieren? nisse in der Praxis wirtschaftlich ver- men einladen, an einer Umfrage
In Zeiten der Digitalisierung wird die wertbar und zukunftsorientiert sind. teilzunehmen. Darin können Betrie-
Fähigkeit zu innovieren für Unter- Unsere Region verfügt neben diesen be ihren konkreten Bedarf und ihre
nehmen zunehmend zum entschei- Transferstellen über tolle Projekte Wünsche zu Innovationen äußern.
denden Kriterium der Zukunftssiche- wie die Innovative Hochschule, das Aus den Angaben wollen wir entspre-
rung. Innovationen entstehen meist GO! Startup Zentrum, das Zentrum chende Angebote und Maßnahmen
zufällig, nämlich dann, wenn Mitar- für digitale Innovationen Niedersach- erarbeiten, die die Zusammenarbeit
beiter die Möglichkeit haben, sich in- sen oder die JadeBay. Damit bietet sie zwischen Hochschulen und Unter-
tensiv mit den Produkten, den Kun- reichlich Nährboden für Innovatio- nehmen stärken.
den oder den Wettbewerbern zu nen. Doch nicht nur Hochschulen sind
beschäftigen und Bestehendes kri- wertvolle Partner für Unternehmen.
tisch zu hinterfragen. Der Innovati- Was brauchen Unternehmen? Auch junge Start-ups können etab-
onsprozess entsteht als kreative Leis- Doch wie findet ein Unternehmen aus lierten KMU helfen, ihre Innovations-
tung in den Köpfen der Mitarbeiter. der Region passende Projektpartner kraft zu steigern. Die IHK will deshalb
Dabei muss es nicht immer das ge- aus den Hochschulen? Welche Mög- alle Akteure im Bereich des Transfers
samte Geschäftsmodell sein, das in- lichkeiten der finanziellen Förderun- enger miteinander vernetzen, ihre
noviert wird. Oft reicht es schon aus, gen gibt es für solche Innovations- Aktivitäten bündeln und diese trans-
an kleinen Stellschrauben zu drehen, projekte? Und was kann im eigenen parent für Unternehmen machen, die
um effi zienter und wirtschaftlicher Unternehmen überhaupt innoviert Unterstützung suchen.
zu werden. werden? Bei der Klärung dieser Fra-
Im Alltagsgeschäft fehlen jedoch gen und Herausforderungen unter-
rts
I m ke F o l k e
meistens die Ressourcen, um Ideen stützt die IHK, vermittelt Kontakte,
und Entwicklungen voranzutreiben. zeigt Fördermöglichkeiten auf und
to:
Gerade kleinen und mittleren Un- begleitet Sie dabei Innovationen um-
Fo
ternehmen (KMU) ohne eigene For- zusetzen. Damit Unternehmen er-
schungs- und Entwicklungsabteilung fahren, wie die Zusammenarbeit mit Seit Ende 2019 ist Kathrin Siemer
fällt es schwer, Innovationen und Hochschulen in der Praxis funktio- bei der IHK zuständig für Innovations-
langfristige Projekte umzusetzen. Da- niert, findet im September zum ers- förderung und Wissenstransfer.
bei könnten gerade sie viel häufiger ten Mal ein Matchingevent statt, bei
Kontakt: 0441 2220-443,
auf bestehende Innovationsstruktu- dem das regionale Transferangebot siemer@oldenburg.ihk.de
ren zurückgreifen. erlebbar wird. ihk-oldenburg.de/wissenstransfer
oldenburgische wirtschaft 05 2020 9Unser Thema
F oto : p v
Vom Hörsaal
in die Werkshalle
Wie können Unternehmen und Hochschule voneinander profitieren?
Prof. Dr. Thomas Lekscha leitet den Wissens- und Technologietransfer
der Jade Hochschule. Er verrät, wie das funktioniert.
Was ist das Transferangebot der Jade Warum ist der Kontakt zur Hochschule Welche weiteren Kooperationen sind
Hochschule? gerade auch für KMU sinnvoll? für KMU interessant?
Der Transfer von Wissen, Ideen und Oft haben KMU keine eigene Forschungs- Die klassischen Kooperationen mit der
Technologien aus der Hochschule in die bzw. Entwicklungsabteilung. Hier bietet Jade Hochschule sind Bachelor- oder
Region bedient sich verschiedener Ka- sich der Kontakt zur Jade Hochschule Masterarbeiten sowie Forschungs- und
näle und fokussiert sowohl Unterneh- geradezu an. Zusammen mit den For- Entwicklungskooperationen. Daneben
men als auch (kommunale) Einrichtun- schern unserer Hochschule können KMU besteht gegebenenfalls die Möglichkeit,
gen, Verbände, Vereine, Institutionen. die Infrastruktur und die Expertise nut- mit einem Start-up unserer Hochschu-
So vielfältig die Themen und Akteure zen, um eigene Ideen zu verwirklichen. le zusammenzuarbeiten. Die Grün-
sind, so vielfältig sind die Formate, in Die Jade Hochschule bietet Expertise in dungsszene wächst hier von Jahr zu
denen Transfer stattfindet. Dabei las- den Bereichen Bauwesen, Maschinen- Jahr. Aufgrund ihrer teils „unorthodo-
sen sich die jeweiligen Maßnahmen in bau, Mechatronik, Elektrotechnik, Ge- xen“ Herangehensweise, in der sie Ide-
drei Kategorien einordnen: den Trans- sundheit, Medizintechnik, Maritimes, en verwirklichen, könnten diese Un-
fer von Wissen, den Transfer von Tech- Medien und Journalismus, Tourismus, ternehmen gute „Sparringspartner“
nologien und den Transfer über Köpfe. Wirtschaft und Management. für erfahrene KMU sein. Auch das The-
ma „Unternehmensnachfolge“ könnte
ein Anknüpfungspunkt zwischen KMU
und Junggründern der Jade Hochschu-
le sein.
Neues Gesetz Was sollten Unternehmen beach-
ten, wenn sie Kontakt aufnehmen?
erleichtert Forschung Der erste Kontakt erfolgt in der Re-
gel über den Wissens- und Techno-
Wer in Zeiten der Digitalisierung langfristig erfolgreich sein logietransfer. Um es kurz zu sagen:
will, sollte in die Weiterentwicklung seines Unternehmens in- Unternehmen benötigen dazu keine
vestieren. Mit dem neuen Forschungszulagengesetz ermög- besonderen Vorkenntnisse. Eventuel-
licht der Staat nun mehr Unternehmen den Zugang zu Mitteln le Hemmschwellen bauen wir schon im
für Forschung und Entwicklung. Die steuerliche Forschungs- ersten Telefonat ab. Wünschenswert ist
förderung begünstigt Unternehmen jeder Größe und unabhän- es dennoch, dass das KMU seine (Ent-
gig vom Forschungsschwerpunkt. Sie fördert anteilig die im wicklungs-) Idee in eigenen Worten auf
Rahmen des Forschungsprojektes entstandenen Personalkos- einer DIN A4-Seite darstellt. Beim ers-
ten. Bemessungsgrundlage für die Zulage sind die entstande- ten Treffen – in der Jade Hochschu-
nen förderfähigen Forschungs- und Entwicklungsaufwendun- le und/oder im KMU – können wir
gen für Löhne und Gehälter bis maximal zwei Millionen Euro, gemeinsam und zeitnah an der Ver-
davon beträgt die Forschungszulage 25 Prozent, höchstens je- wirklichung der Idee arbeiten.
doch 500.000 Euro. ihk-oldenburg.de (Nr. 4637746) jade-hs.de/forschung/transfer
Interview: Kathrin Siemer
10 oldenburgische wirtschaft 05 2020Förderprogramme ebnen den Weg
Unternehmen, die Ideen weiterentwickeln ten bessere Unterstützungsmöglichkei- setzen, bei denen Produkte, Produktions-
und innovieren wollen, finden dafür eine ten, um den Weg hin zu anspruchsvollen verfahren oder Dienstleistungen weiter
ganze Reihe an Förderprogrammen. Diese Forschungs- und Entwicklungsprojekten entwickelt oder verbessert werden sol-
drei sind für KMU besonders interessant: zu ebnen. Kleine Unternehmen aus allen len. Ein Zuschuss von 35 Prozent der zu-
strukturschwachen Regionen profitieren wendungsfähigen Ausgaben bzw. maxi-
Zentrales Innovationsprogramm Mittel- zudem von erhöhten Fördersätzen. Auch mal 100.000 Euro ist möglich.
stand (ZIM) der nationale und internationale Wis-
Das ZIM ist mit jährlich über 3000 neuen senstransfer sowie der Transfer der For- Innovationsförderprogramm für For-
Technologieentwicklungs-Projekten das schungsergebnisse in die Praxis wurden schung und Entwicklung in Unterneh-
größte Programm der Bundesregierung intensiviert. men
zur Förderung des innovativen Mittelstan- Dieses Programm fördert Unternehmen
des. 2020 stehen hierfür Haushaltsmittel Niedrigschwellige Innovationsförde- der gewerblichen Wirtschaft sowie koope-
in Höhe von 555 Millionen Euro zur Verfü- rung für KMU und Handwerk rierende Forschungseinrichtungen dabei,
gung. Kleine und mittlere Unternehmen können neue Produkte, Prozesse oder Dienstleis-
Das neue ZIM ersetzt die bisherige För- mit der Realisierung innovativer Vorha- tungen zu entwickeln. Auch die experi-
derrichtlinie, die am 31. Dezember 2019 ben ihre Marktchancen erhöhen. Das Land mentelle Entwicklung von Pilot- oder De-
ausgelaufen ist. Junge und Kleinstunter- Niedersachsen unterstützt sie mit diesem monstrationsanlagen ist förderfähig.
nehmen sowie Erstinnovatoren erhal- Programm dabei, solche Vorhaben umzu- ihk-oldenburg.de (Nr. 3374838)
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oldenburgische wirtschaft 05 2020 11Unser Thema
Innovative Hochschule Jade-Oldenburg!
Metall-3D-Drucker lockt Firmen
Eine neue Werkstatt für den Transfer von Ideen, Wissen und Technologie
lädt Unternehmen zum Experimentieren ein.
Die Innovative Hochschule Jade-Oldenburg! (IHJO)
hat neben dem Schlauen Haus einen zweiten Stand-
ort: Der „Innovation(s)Campus“ auf dem Campus
Haarentor der Universität Oldenburg ist Anlaufpunkt
bei Fragen rund um das Thema Ideen-, Wissens- und
Technologietransfer. Das Angebot baut auf drei Säu-
len auf: Infrastruktur, Veranstaltungen und Vernet-
zung. Es gibt eine Metallwerkstatt, ein Digitallabor,
Seminarräume und einen Co-Working Space.
Das Herzstück der Werkstatt ist ein Metall-3D-
Drucker. Mit diesem können im Laserschmelzverfah-
ren Bauteile und Prototypen mit einer Kantenlänge
Foto: IHJO/Mohssen_Assanimoghaddam
von bis zu 12,5 Zentimetern gefertigt werden. Auch
die weitere Ausstattung der Werkstatt ist vorrangig
Florian Juds
auf Metallbearbeitung ausgelegt, erlaubt aber auch von der Inno-
die Arbeit an Kunststoffen. Die Werkstatt steht Wis- vation(s)-
Werkstatt
senschaftlern sowie Mitarbeitern von Start-Ups und
stellt den
Unternehmen mit Vorerfahrung in der Metallbearbei- neuen 3D-
tung offen. Drucker vor.
ihk-oldenburg.de (Nr. 4461878)
Wettbewerb
Neuer Klima-Innovationspreis
2020 wird erstmals von der Niedersäch- einer Vorreiterrolle des Preisträgers zur Dem Sieger winken 10.000 Euro Preis-
sischen Allianz für Nachhaltigkeit (NAN) Einhaltung des 2-Grad-Ziels auf dem Weg geld, eine Trophäe und eine breit ange-
der Klima-Innovationspreis Niedersach- zur klimaneutralen Wirtschaft. Offen ist, legte mediale Berichterstattung. Alle wei-
sen vergeben. Der landesweite Wettbe- ob es sich bei den Innovationen um Pro- teren Teilnehmer erhalten die Möglichkeit
werb im Auftrag des Niedersächsischen zesse oder Dienstleistungen materieller einer medialen Berichterstattung und wer-
Ministeriums für Umwelt, Energie, Bau und oder immaterieller Art handelt. den auf der Homepage der NAN vorgestellt.
Klimaschutz prämiert Innovationen, die Bewertet werden die Innovationen Bewerben können sich „gewerblich
primär dem Klimaschutz und der Nachhal- anhand des Beitrags zum Klimaschutz, tätige Unternehmen aller Größen und
tigkeit dienen. der Vorreiterrolle zur klimaneutralen Rechtsformen mit Sitz in Niedersachsen“
Im Fokus der Auszeichnung steht da- Wirtschaft sowie des Beitrags zur so- bis zum 31. Mai.
bei nicht nur technische Innovation, son- zialen und wirtschaftlichen Nachhal- nachhaltigkeitsallianz.de/klima-
dern vielmehr der Nachweis der Einnahme tigkeit. innovationspreis
12 oldenburgische wirtschaft 05 2020Wissenstransfer
Wie bleiben Sie innovativ?
Unternehmen, die nah an der Forschung dran sind, profitieren von innovativen Ansätzen
und neuestem Know-how. Zwei Firmen berichten, wie das bei ihnen funktioniert.
F o t o s: p v
„embeteco ist ein innovationsgetriebenes Unterneh- „Das Klinische Innovationszentrum für Medizintechnik
men mit Wurzeln in der Forschung und Entwicklung. Oldenburg (KIZMO) ist durch forschungsnahe Entwick-
Wir sind darauf spezialisiert, Kommunen und Un- lungsdienstleistungen für die Medizintechnik-Branche
ternehmen bei der digitalen Transformation, Strate- Katalysator dieses Innovationsprozesses. Für uns ist
gieentwicklung, dem Innovationsmanagement, der es neben Technologie-Scouting und Prototyping be-
Fördermittelakquise und Produktentwicklung zu un- sonders wichtig, die Anwender systematisch und früh-
terstützen. Dafür kooperieren wir intensiv mit der Wis- zeitig in den Entwicklungsprozess einzubinden. So
senschaft: Wir nehmen an Forschungsprojekten mit verbessern wir die Marktorientierung und vermeiden
regionalen und überregionalen Wissenschaftsorgani- Fehlinnovationen.
sationen teil, können so die Entwicklung eigener Pro- Aktuell wirken wir an einer Vielzahl von For-
dukte über Fördermittel finanzieren und bleiben bei schungsprojekten des Bundesministeriums für Bildung
technologischen Entwicklungen am Ball. und Forschung mit. Dabei geht es darum, neuartige
Darüber hinaus vergeben wir Bachelor- und Mas- Ansätze in verschiedenen medizinischen Disziplinen zu
terarbeiten an Studierende und betreuen studentische erarbeiten, etwa in der Chirurgie, HNO-Heilkunde oder
Projektgruppen an Fachhochschulen und Universitäten. Pneumologie. Der Austausch mit der Forschung ist ein
Auf diese Weise bleibt das Unternehmen innovativ und wesentlicher Baustein. So entstehen Grundlagen für
sichert sich Talente für die eigene Weiterentwicklung.“ Hightech-Produkte von morgen und übermorgen.“
Matthias Brucke, Geschäftsführer embeteco, Dr. Michael Buschermöhle, Geschäftsführer
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Oktober 2017; repräsentative Befragung von 15 Tsd. Personen ab 16 Jahren. Ihr Gelbe Seiten VerlagUnser Thema
Gewusst, wo ...
Welche Forschungsstellen gibt es? In welchen Bereichen sind sie aktiv?
Und an wen kann ich mich wenden? Die folgende Tabelle gibt Auskunft.
Hochschulen/Projekte Forschungsschwerpunkte Kontakt für Unternehmen
Universität Oldenburg Biodiversität und Meereswissenschaften Manfred Baumgart
Nachhaltigkeit 0441 798-2914
Energie der Zukunft manfred.baumgart@uni-oldenburg.de
Hörforschung
Kooperative sicherheitskritische Systeme
Neurosensorik
Diversität und Partizipation
Partizipation und Bildung
Lehrerbildung
Soziale Transformation und Subjektivierung
Universität Vechta Bildungswissenschaften Dr. Daniel Ludwig
Kulturwissenschaften 04441 15-642
Agrar und Ernährung daniel.ludwig@uni-vechta.de
Soziale Dienstleistungen
Gerontologie
Jade Hochschule, Bauwesen Prof. Dr.-Ing. Thomas Lekscha
Wilhelmshaven, Architektur 04421 985-2211
Oldenburg, Elsfleth Maschinenbau thomas.lekscha@jade-hs.de
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und Technik (PHWT)/Zentrum für Maschinenbau, insb. Simulations- und Werkstofftechnik (Kunst- 05441 992-151
Werkstoffe und Technik (ZWT), stoffe und Metalle) bye@phwt.de
Vechta Mechatronik
Wirtschaft
Wirtschaftsingenieurwesen
Zentrum für digitale Kern des ZDIN sind die Zukunftslabore, Plattformen, Dr. Ing. Marius Brinkmann
Innovationen Niedersachsen auf denen sich Wissenschaft und Unternehmen 0441 972- 563
(ZDIN), Oldenburg austauschen und gemeinsame Projekte initiieren. marius.brinkmann@offis.de
Dies erfolgt in Bereichen Agrar, Energie, Gesellschaft
und Arbeit, Gesundheit, Mobilität und Produktion.
Jade Bay, Wilhelmshaven Die Jade Bay unterstützt KMU bei der Suche nach Dr. Michael Schuricht
Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. Sie ist Lotse 04421 500488-0
und Verbindungsstelle zwischen Experten, Unternehmen m.schuricht@jade-bay.com
und wissenschaftlichen Einrichtungen der Region.
Steinbeis-Transferzentrum Das Transferzentrum bietet allgemeine Beratung und Dipl. -Ing Hermann Blanke
Oldenburger Münsterland, Vermittlung von Kontakten für Firmenkooperationen 0441 921827
Vechta zu Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sowie hermann.blanke@tzom.de
Projektbegleitung.
3N-Kompetenzzentrum Das Kompetenzzentrum fördert und berät beim Einsatz Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer
nachwachsender Rohstoffe sowie bei der Entwicklung 05951 9893-12
nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen. info@3-n.info
Hörtech Kompetenzzentrum Das Hörzentrum realisiert Forschungsprojekte im Dr. Jörg-Hendrik Bach
Auftrag der Industrie (Hörgeräte-Hersteller, Hersteller 0441 2172-205
audiologischer Technik) sowie Unternehmen der J.Bach@HoerTech.de
Hörgeräteakustik.
oldenburgische wirtschaft 05 2020 15Unsere Region
Kreativ & produktiv
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen vor dem Oldenburger
Land nicht halt. Einige Unternehmen haben sich umgestellt und tragen
zur Versorgung mit Schutzmaterial bei. Neun Beispiele.
Casamoda, Oldenburg Remmers, Löningen
Sechs Wochen Ladenschließung sind auch im Umsatz Als das Baustofftechnik-Unternehmen seine Bestän-
des Oldenburger Hemdenherstellers Casamoda Hein- de an Desinfektionsmitteln hochfahren musste, lieferte
rich Katt spürbar. Um den wirtschaftlichen Einbruch ein es die Rohstoffe, und eine lokale Apotheke produzierte
wenig zu lindern, hat das Unternehmen seine Pro- die Mittel. Dann kamen Anfragen, z. B. vom Rettungs-
duktion um textile Mund-Nasen-Masken mit Vlies- dienst. Seitdem produziert Remmers Desinfektionsmittel
einlage erweitert. Sie werden aus den gleichen selbst, nach WHO-Rezeptur und mit Ausnahmeverfügung
Baumwollstoffen wie die Hemden im haus- der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
eigenen Werk in Nordmazedonien genäht. Die Herstellung ist einfacher als etwa die von Hochleis-
Casamoda verkauft die Masken priva- tungslacken. Die Kapazität umfasst bis zu 15 Tonnen pro
ten Endkunden zum kleinen Preis Woche. Kurios: Ein Lieferant für Ethanol ist die Berent-
stationär und online. Mit der In- zen-Gruppe. Alle Anfragen und vorwiegend die regionale
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itiative will das Unternehmen Distribution wird über einen Mitarbeiter koordiniert. Über
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Solidarität in der Krisenzeit gute Beziehungen zu einem chinesischen Lieferanten hat
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zeigen. Pro online ver- Remmers zudem 500.000 FFP2-Masken bei einem Pro-
kaufter Maske geht ein duzenten gekauft. Diese gingen an Krankenhäuser, Ret-
Euro an das Deut- tungsdienste und Krisenstäbe in der Region.
sche Rote Kreuz.
Fa. Dr. Dietrich Müller, Ahlhorn
Köhn & Plambeck, Das Unternehmen ist eine Forschungskooperation
Oldenburg mit dem Laboratorium Fertigungstechnik an Foto: Dr. Dietrich Müller GmbH
der Helmut-Schmidt-Universität der Bun-
Bei Köhn & Plambeck wird der Mineralölhan- deswehr eingegangen. Ziel ist die Entwick-
del derzeit durch die niedrigen Ölpreise getra- lung und Produktion persönlicher Schutz-
gen. „Das Tankstellengeschäft ist jedoch be- ausstattung für medizinisches Personal,
reits um rund 30 Prozent eingebrochen“, sagt unter anderem mittels 3D-Druck. Ers-
Geschäftsführer Klauspeter Köhn. Für das tes Produkt der Kooperation ist ein Ge-
zweite Halbjahr 2020 rechnet der Oldenbur- sichtsschild, das als Spritzschutz über
ger Heizöl- und Dieselhändler mit einem wei- dem Mundschutz getragen und die Si-
teren Einbruch seines Ölgeschäfts. „Um die cherheit des medizinischen Personals
zu erwartenden schlechten Zeiten ein Stück verbessern soll. Dazu liegt bereits
weit abzumildern, nutzen wir unser geschäft- eine EU-Baumuster-Prüfbescheinigung vor. Mit dem Labora-
liches Netzwerk nach China“, so Köhn. „Von torium Fertigungstechnik will die Dr. Dietrich Müller GmbH
dort beziehen wir Mund-Nasen-Masken und als erfahrenes Produktionsunternehmen auch Entwicklungen
verkaufen sie in Chargen von 500 bis 500.000 der sogenannten Maker-Szene aufgreifen und professionali-
Stück an Mittelstand und Apotheken.“ sieren. Diese entwickelt Produkte „Open Source“ und stellt
sie in FabLabs mittels 3D-Druck her.
16 oldenburgische wirtschaft 05 2020Jutec, Rastede
DSJ, Wilhelmshaven Einen nachhaltigen Beitrag, um den enormen Bedarf an Mund-Nasen-
Masken in der Corona-Krise zu decken, leistet die Jutec GmbH aus Raste-
Auf den neuen Bereich der Beatmungsgerä- de. Während das Hauptgeschäft derzeit bei rund 70 Prozent weiterläuft,
te hat sich Frederik Wittenfeld verlegt. Der Ge- baut der Hersteller von Hitzeschutz-Produkten mit der
schäftsführer von DSJ aus Wilhelmshaven und Fertigung von wiederverwendbaren Masken ein kom-
sein Vater Manfred nutzen ihre internationalen plett neues Geschäftsfeld auf. Die selbst entwickelten
Handelskontakte, um die derzeit stark nachge- Masken werden im Rasteder Werk aus einem zertifi-
fragten medizinischen Geräte vorwiegend aus zierten, medizinischen Hightech-Gewebe hergestellt.
Foto: Jutec
China zu beziehen und an Medizingerätehändler Ein atmungsaktives Membransystem sorgt für be-
weltweit weiter zu verkaufen. Der Maschinen- sondere Hygiene und Trockenheit beim Atmen. Der
händler, der regulär Dentallabore beliefert, hat Umwelt zuliebe sind die Masken waschbar und somit
inzwischen zudem Schutzausrüstung in seinem langlebig einsetzbar. „Die nächsten drei bis fünf Jahre
Lagerbestand, die er an Firmen verkauft. wollen wir den Bereich der Gesundheitsmedizintech-
nik weiter ausbauen“, sagt Geschäftsführer Axel Jung. Derzeit beliefere
man Firmen, die Schutzausrüstungen für ihre Mitarbeiter benötigen.
BÜFA, Oldenburg
Dass die Oldenburger Unter-
Pöppelmann, Lohne
nehmensgruppe unter an-
derem Desinfektionsmittel Unter dem Namen „FaireMasken“ hat das Lohner Kunststoffunter-
herstellt, war nicht ganz un- nehmen Mund-Nasen-Bedeckungen auf den Markt gebracht und
bekannt. Vor allem die Le- vertreibt sie über einen Webshop. Sie seien hochwertig und mehr-
bensmittelbranche beliefert fach verwendbar, heißt es. Kunden aus Gesundheitswesen, Hilfsor-
Foto: BÜFA
sie seit langem mit Hand- ganisationen und öffentliche Verwaltung erhalten die Masken nach
und Flächendesinfektions- Firmenangaben zu Sonderkonditionen. „Wir wollen mit dieser Pro-
mittel. Gleich zu Beginn duktentwicklung im Kampf gegen die Pandemie unser Know-how
der Corona-Zeit wandten und unsere Technologien einsetzen und kurzfristig den Engpass an
sich dann aber auch Kliniken, Altenheime und andere Masken ein wenig lindern“, sagt Matthias Lesch, Pöppelmann-Ge-
regionale Einrichtungen vielfach an BÜFA. Für den CEO schäftsführer. Die Idee entstand Mitte März: Die Frau eines Pöp-
Felix Thalmann und sein Team war klar: Die Produkti- pelmann-Mitarbeiters arbeitet in einer Arztpraxis und hatte von
on musste drastisch hochgefahren werden – und das eklatanten Versorgungsengpässen berichtet. Bei Gesprächen, u. a.
in einer Zeit, in der sich das Unternehmen auch sonst mit einem Spezialisten aus dem Pöppelmann-Bereich Medizintech-
coronabedingt schnell intern reorganisieren muss- nik und Pharma, kamen Entwicklung und Produktion ins Rollen.
te. „Wir haben etwa mehrere isolierte Schichtsyste-
me eingerichtet, um unsere Beschäftigten zu schützen
und um zugleich die Versorgung mit Desinfektionsmit-
Fa. Peter Kenkel, Holdorf
teln gewährleisten zu können“, erläutert Thalmann.
Heute liefert BÜFA täglich rund 100 Tonnen Desin- Die Corona-Pandemie gab für Geschäftsführer Peter Kenkel den
fektionsmittel und Hygieneprodukte aus, vor allem an Ausschlag, seine bereits vorhandene Idee eines Mobilen Desin-
das regionale Gesundheitssystem. Beteiligt sind die fektionsraums in ein Produkt umzusetzen. Mittlerweile ist das
Standorte Oldenburg, Altmoorhausen und Almelo (NL). Digitalisierungsunternehmen aus Holdorf mit dem „MobiDes“ auf
dem Markt. „Die mobilen Schleusen in fünf Varianten können an
Airports, Krankenhäusern, Altenheimen, Schu-
len, Kitas und Unternehmen aufgestellt werden“,
so Kenkel. Personen und Gegenstände passie-
ren die Schleuse und werden mit einem speziel-
len Kaltnebel-Desinfektionsmittel benetzt. „Wir
rechnen aufgrund der neuen Hygienestandards
mit einer langfristigen Nachfrage weltweit.“
Grafik: Peter Kenkel
oldenburgische wirtschaft 05 2020 17Unsere Region
Live-Kommunikation
F oto : p v
ist ein Lebenselixir
Fragen an Reinhard Pommerel, geschäftsführender Gesellschafter
der Pommerel Live-Marketing GmbH, Berne. Er ist Mitglied im FAMAB
Kommunikationsverband e. V. und im Vorstand des RIFEL-Instituts.
Herr Pommerel, Ihr Unternehmen Klassische Security gehört bei Ih- duzieren. Wir denken, dass wir mit
plant und organisiert Business-Ver- ren Veranstaltungen dazu. Aber nun unserem Stufenleitplan zur Durch-
anstaltungen. So genannte Groß- geht es um Schutz vor Infektionen – führung von Veranstaltungen dazu
veranstaltungen sind bis 31. August ein großer Unterschied. beitragen können und die Politik
untersagt, und weit über dieses Da- Hygiene- und Sicherheitsvorschrif- überzeugen sowie einen Weg zurück
tum hinaus hagelt es Absagen. Wie ten für unsere Veranstaltungen sind zur Re-Normalisierung gehen kön-
sehr trifft Sie und die gesamte Mes- der Branche nichts Neues. Jetzt ha- nen.
se- und Eventbranche diese Ent- ben wir mit unserem Kommuni-
wicklung? kationsverband, dem FAMAB, und Kann die Wirtschaft, die erst lang-
Sie trifft unsere gesamte Branche dem RIFEL-Institut sowie Fach- sam wieder in Gang kommt, nicht
hart. Die Folge von COVID-19 sind bis leuten aus unterschiedlichen Be- vorläufi g auf solche Events ver-
zu 100 Prozent Umsatzausfall, ins- reichen angesichts COVID-19 fun- zichten?
besondere bei Messebaufirmen. In dierte Vorschläge erarbeitet – in Darauf verzichtet die Wirtschaft
der Eventbranche sind es bis zu 80 Form eines von Medizinern und Viro- schon seit Ende Februar 2020.
Prozent. logen geprüften Stufenleitplanes zur Auf Dauer wird das nicht funktio-
Minimierung von Risiken bei unter- nieren, Business-Events gehören
Sie und der Branchenverband nehmensbezogenen Events. dazu, wenn man die Wirtschaft
FAMAB fordern eine Differenzie- wieder ankurbeln will. Natürlich
rung. Veranstaltung sei nicht gleich Was beinhaltet der Plan? gibt es digitale Werkzeuge, die zur
Veranstaltung. Was ist gemeint? Zur Verdeutlichung zähle ich gern Zeit ergänzend eingesetzt werden.
Das Problem: Alle Business-Events, einige Punkte aus dem detaillier- Aber, die leibhaftige Begegnung
also unternehmensbezogene Events ten Konzept auf: Erstens Erstellung von Menschen ist entscheidend,
wie Tagungen, Workshops, Incen- einer manipulationssicheren Teil- wenn es um die Anbahnung, den
tives, Festakte, Preisverleihungen, nehmerliste, zweitens Einführung Abschluss und die Nachbereitung
Fach-Messen werden in einen Topf von Schnelltests (wenn marktfä- von Geschäften geht. Dies gilt ins-
geworfen mit anderen Arten von hig), drittens Erstellung einer do- besondere für das Erfahren und Er-
Großveranstaltungen, also Frei- kumentierten Risikoanalyse und leben von Produkten und Dienst-
zeit-Events wie Festivals, Sport- viertens Erstellung eines Hygiene- leistungen. Live-Kommunikation
events, Stadtfeste. Wir meinen, dass konzeptes. Wünschenswert wäre es ist ein Lebenselixir der Wirtschaft.
unternehmensbezogene Events ein natürlich, wenn man vor dem Ein- Es kommt zukünftig darauf an, die
Stück weit systemrelevant sind. Sol- lass durch Schnelltests grundsätz- Live-Momente, wo wir uns sehen
che Veranstaltungen gibt es ja auch lich eine Infizierung ausschließen müssen, inhaltlich so wertvoll und
schon mit 100 Teilnehmern, sie sind könnte. Diese Tests werden hof- ebenso sicher zu machen wie mög-
überschaubar und lassen sich ge- fentlich bald kommen. Die Forscher lich. Unserer Verantwortung sind
gebenenfalls einteilen in Gruppen, sind dran, aber so weit sind wir wir uns dabei voll bewusst.
und eine Teilnahme ist rückverfolg- noch nicht. Man kann das Risiko
bar. aber trotzdem auf ein Minimum re- Interview: Michael Bruns
18 oldenburgische wirtschaft 05 2020Anzeige Unsere Häfen. Ihre Zukunft. www.nports.de
Unsere Region
Dr. Rainer Polster
Jubiläen
Dr. Rainer Polster (50) ist seit 1. April ordentli-
ches Mitglied des Vorstands der Oldenburgi-
25 Jahre Ute Ukena schen Landesbank (OLB) und verantwortlich
(Medizinische Fußpflege) für das Geschäft mit mittelständischen Un-
Frank Worthmann Rebhuhndamm 1, 26676 Barßel ternehmenskunden im Süden Deutsch-
(Metallkonstruktionen) lands, für Spezialfinanzierungen und
Zum Möhlenkamp 13 Heinrich Themann Treasury. Polster war seit Oktober 2018
26683 Saterland (Unternehmensberatung) Generalbevollmächtigter der OLB. Damit
Calhorner Str. 17 besteht der Vor-
Andreas Jürgens 49632 Essen stand der Bank
(Garten- und Landschaftsbau) aus Dr. Wolfgang
Foto: OLB/Reinhold
Brandenburger Str. 2 ULLRICH & KOLLEGEN Klein (Vorsitzen-
27798 Hude Steuerberatungsgesellschaft mbH der) sowie Ka-
Buschstr. 1, 26127 Oldenburg rin Katerbau, Hil-
Dietmar Reesing ger Koenig und
(Landtechnisches Theodor Hilwers Dr. Rainer Pols-
Dienstleistungsunternehmen) (Transportunternehmen) ter. Generalbe-
Schüttingsweg 2 Eisenbahnstr. 7 vollmächtigter ist
26969 Butjadingen 26683 Saterland Peter Karst.
Kinder‐ und Jugendhospiz Löwenherz
Eine Insel für schwerstkranke Kinder und Jugendliche
Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung
Sung Kinderhospiz Löwenherz
Konto: Bankhaus Hallbaum
IBAN: DE53 2506 0180 1001 1902 20
Kennwort: Zusung Stiftung Kinderhospiz
20 oldenburgische wirtschaft 05 2020ecopark wächst gen Westen
Emstek. Das Gewerbegebiet eco- Europäischen Fonds für regionale
park in Emstek wird in Richtung Wes- Entwicklung. Die Flächen befin-
ten erweitert. Bis Jahresende den sich mittlerweile im Eigentum
sollen gut 150.000 Quadratmeter des Zweckverbands. „Wir haben
neue Gewerbeflächen entstehen. schon erste Anfragen von Unterneh- Geschäfts-
Der interkommunale Zweckver- men verschiedener Branchen nach führer
Foto: vrg
Sönke (l.)
band ecopark investiert in die Grundstücken in diesem Bereich“,
und Ole
Erschließung rund 3,5 Millionen so ecopark-Geschäftsführer Uwe Vaihinger
Euro, gefördert mit Mitteln des Haring.
VRG Unternehmensgruppe
Inke Onnen-Lübben
Erweiterung
Seit 1. April leitet Inke Onnen-
Lübben (38) die Niederlassung Oldenburg. Die VRG Unternehmensgruppe aus
Wilhelmshaven des Automobil- Oldenburg übernimmt die baden-württember-
Foto: pv
Logistikers Mosolf (Hauptsitz in gische SYS Softwaresysteme GmbH. Ihren bis-
Baden-Württemberg). Sie verant- herigen Service-Schwerpunkt rund um Perso-
wortet dort das gesamte Produkt- nalabrechnungen und -management weitet die
portfolio und begleitet den Aufbau VRG GmbH damit auf den Bereich des Reisekos-
eines Autoumschlagterminals für Niedersachsen GmbH tätig. Mosolf tenmanagements und A1-Bescheinigungen aus.
die Schiffsverladung im Innen- plant in diesem Jahr hohe Inves- Zu den bisher rund 3500 vorwiegend mit-
hafen sowie die Lagerung von titionen in Wilhelmshaven. Ne- telständischen Kunden kommen nun einige
Fahrzeugen im Güterverkehrs- ben der Automobillogistik ver- prominente DAX-Konzerne aus dem süddeut-
zentrum JadeWeserPort. treibt das Unternehmen über die schen Raum hinzu. VRG-Geschäftsführer Sönke
Die Wirtschaftsingenieurin dortige Niederlasung Elektro- und Ole Vaihinger wollen mit ihren 430 Mitar-
war zwölf Jahre für die Hafen- nutzfahrzeu-ge seiner Tochter Tro- beitern auch weiterhin mittelstandsorientiert
marketinggesellschaft Seaports of pos Motors Europe. bleiben.
Bauen mit
System Schnell, wirtschaftlich
und nachhaltig.
GOLDBECK Nord GmbH, Niederlassung Bremen
Haferwende 7, 28357 Bremen konzipieren bauen betreuen
Tel. +49 421 27658-0, bremen@goldbeck.de goldbeck.deIhre IHK
Fotos: Imke Folkerts
Das Serviceteam der IHK. Es beantwortet spezielle Fragen im Kontext der
Corona-Krise und wird bei Bedarf durch weitere Spezialisten unterstützt.
Corona
Das Team,
das unterstützt
Praktische Fragen und existenzielle Sorgen kommen
in der Hotline der IHK zur Corona-Krise zur Sprache. Denn
die Auswirkungen betreffen nahezu alle Branchen.
Von Michael Bruns
22 oldenburgische wirtschaft 05 2020S
Seit Mitte März ist Die Auslegung von Corona-Ver- die „Niedersachsen-Soforthilfe
317 die Durchwahl ordnungen, Kurzarbeit, Öffnungs- Corona“: Wie fülle ich das da-
der IHK für alle zeiten, arbeits-, vertrags- und für notwendige Formular der
Mitgliedsunterneh- steuerrechtliche Fragen sowie Ar- NBank aus? Was ist sonst zu be-
men, die Rat und beitsschutz kommen vor allem zur achten? Für diesen Zuschuss, wie
Unterstützung un- Sprache. Es sind Themen, die von für die Liquiditätsdarlehen der
ter den Vorzeichen den Fachleuten der IHK aus den NBank, hat die IHK Tutorials mit
der Corona-Krise suchen. 18 Mitar- Bereichen Förderung und Finan- einem Tool der Oldenburger Soft-
beiterinnen und Mitarbeiter der zierung, Recht und Steuern teils warefirma readyplace entwi-
IHK arbeiten seitdem in Teams schnell zu beantworten sind. Teils ckelt – Onlinehilfen zum Bearbei-
wechselweise für diese Hotline. Er- sind sie aber auch mit einigem Re- ten der NBank-Formulare. Diese
reichbar sind sie auch unter coro- chercheaufwand verbunden. „Die Tutorials werden mittlerweile nie-
na@oldenburg.ihk.de. ganze Bandbreite von praktischen dersachsenweit tausendfach ge-
„Wichtig ist uns, dass zu den Fragen bis zu schierer Verzweif- nutzt.
Betriebszeiten unter 317 oder der lung und Angst um die betriebli- Weit mehr als 100.000 Sofort-
E-Mail-Adresse immer jemand che Existenz hat uns erreicht“, so hilfe-Anträge hat die NBank be-
erreichbar ist. Denn wir haben IHK-Berater Michael Höller. Als reits bewilligt. Zehntausende An-
erlebt, wie die Hotlines der Arbeits- Kurzarbeit ein Topthema war, hat träge sind noch in Bearbeitung.
agenturen und der NBank völlig die IHK die Arbeitsagenturen be- Deshalb ist ein Team der IHK jetzt
überlastet waren“, so Peter Well- sonders unterstützt. von Oldenburg aus dabei, die För-
mann, der die Hotline der IHK ko- Im Mittelpunkt steht bei den derbank mit Sitz in Hannover zu
ordiniert. Anfragen an die IHK unverändert unterstützen.
Tipps und Infos im Netz
Ein Klick zu Corona-spezifischen Informationen und Tipps für
Firmen im Oldenburger Land: ihk-oldenburg.de/corona.
Aus dem Inhalt:
➜ Corona-Soforthilfe des Landes Wirtschaft und Aus-
Niedersachsen/der NBank fuhrkontrolle) für
(kann noch bis 31. Mai Firmen in der Krise
beantragt werden!) ➜ Digitalbonus des Landes
➜ Liquiditätshilfe des Landes (u. a. für betriebliche Home-
(NBank) office-Investitionen)
➜ Förderprogramme der KfW ➜ Arbeitsschutzregelungen
➜ Unternehmen mit Hilfs-
für Betriebe über zehn Mit- ➜ Verordnungen für Handel, angeboten für andere
arbeiter Gastronomie, Tourismus Unternehmen
➜ Beratungskostenzuschuss ➜ Praxistipps für die Digita-
➜ Ausbildung im Verbund:
des BAFA (Bundesamt für lisierung im Handel Azubisharing
Das Corona-Serviceteam ist über die Hotline 0441 2220-317 oder per E-Mail unter corona@oldenburg.ihk.de zu
erreichen (montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 16 Uhr). Fragen zu betrieblicher Ausbildung,
insbesondere zu Prüfungen: 0441 2220-485, bildungs-corona@oldenburg.ihk.de
oldenburgische wirtschaft 05 2020 23Ihre IHK
Termine
Anmeldung und weitere Veranstaltungen: ihk-oldenburg.de/termine
Unsere Angebote finden telefonisch, online oder als Webinar statt. Bitte informieren Sie sich
darüber online. Auf unserer Hompage finden Sie ggf. auch Änderungen, die sich aus der
aktuellen Entwicklung und verändertem Bedarf unserer Mitgliedsunternehmen ergeben.
Thema Datum Uhrzeit Veranst.-Nr.
Neuordnung Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement Do, 14. Mai 16 Uhr 161135785
Exportsprechtag* Do, 14. Mai ab 9 Uhr 161131306
Unterstützung im Krisenfall: Runder Tisch Fr, 15. Mai ab 9 Uhr 161102338
Sprechtag Unternehmensnachfolge* Di, 19. Mai ab 9 Uhr 16195600
Ideenklau? Nein, danke! (Erfindersprechtag) * Di, 19. Mai ab 9 Uhr 16188855
Das digitale Büro Di, 26. Mai 14 bis 16 Uhr 161133590
NBank-Finanzierungssprechtag* Mi, 27. Mai ab 9 Uhr 16188865
Regionalkonferenz Logistik Mi, 27. Mai 16 Uhr 161132779
Sprechtag Gesundheit im Betrieb* Mi, 3. Juni ab 10 Uhr 16190107
Handelsvertretersprechtag* Mi, 10. Juni ab 9 Uhr 161119099
Unternehmens- und Gründersprechtag* Mi, 10. Juni ab 9 Uhr 16188853
Sprechtag: Das digitale Büro* Do, 11. Juni ab 9 Uhr 161105495
Exportsprechtag* Do, 11. Juni ab 9 Uhr 161131306
*45-minütige Einzeltermine zur individuellen Beratung
27. Mai, online
26. Mai, Webinar
Grüner Wasserstoff
Das digitale Büro
Die diesjährige
Die Digitalisierung bleibt ein zentra- Regionalkonfe-
les Thema für viele Unternehmen. renz Logistik wid-
Effektives Arbeiten, schnelles Fin- met sich dem
den und systematisches Archivieren Schwerpunkt
von Dokumenten und Daten werden „Grüner Wasserstoff – alternativer Kraftstoff
auch für KMUs immer wichtiger. Das für den Nordwesten“. Vormittags sprechen
Webinar „Das digitale Büro“ stellt sechs Referenten aus verschiedenen Bran-
den Mehrwert digitaler kaufmänni- chen zum Thema. Am Nachmittag tauscht sich
scher Prozesse für den Unternehmer Minister Olaf Lies mit dem EWE-Vorstands-
Foto: © Elnur - AdobeStock
dar. Auch die Anforderungen der Fi- vorsitzenden Stefan Dohler sowie Vertretern
nanzverwaltung an die Aufbewah- aus Wissenschaft und Wirtschaft in einer Podi-
rung und rechtliche Regelungen wer- umsdiskussion aus.
den veranschaulicht. ihk-oldenburg.de/event/161132779
ihk-oldenburg.de/event/161105495
24 oldenburgische wirtschaft 05 2020Tourismusbranche
„Hilfe ist sofort nötig!“
Die niedersächsischen IHKs fordern kurzfristige weitere Hilfeleistungen für die
Tourismusbranche. Sie sehen eine dramatische Situation für das Gastgewerbe.
Oldenburg. Angesichts der Corona-Krise ne Unternehmen oftmals nicht aus. Eine Monate von entscheidender Bedeutung,
sehen die niedersächsischen Industrie- zweite mittel- bis langfristig angeleg- da der größte Umsatzanteil in den Früh-
und Handelskammern die touristische te Förderrunde oder ein separater Ret- lings- und Sommermonaten erwirtschaf-
Branche in großen Teilen existenziell tungs- und Entschädigungsfonds für die tet wird. Deshalb brauchen die Betriebe
bedroht. „Seit sechs Wochen praktisch Tourismusbranche sei daher dringend jetzt möglichst schnell verbindliche Pla-
null Einnahmen und Betriebskosten, die und kurzfristig erforderlich. nungszeiträume für die einzelnen Phasen
weiterlaufen. Den Unternehmen bleibt des Modells. Auch sei ein zeitlich abge-
die Luft weg“, so Carola Havekost, Ge- Auch weiterhin Einbußen stimmtes Vorgehen der norddeutschen
schäftsführerin für Tourismus bei der Das durch die Bundesländer Nieder- Länder wichtig, damit es nicht zu Wettbe-
Oldenburgischen Industrie- und Han- sachsen, Baden-Württemberg und Nord- werbsverzerrungen kommt.
delskammer. Im Oldenburger Land sind rhein-Westfalen erarbeitete 3-Phasen- Die IHKs appellieren zudem an das fi-
2019 in Betrieben mit mehr als zehn Bet- Konzept zum Wiederanfahren der Tou- nanzielle Entgegenkommen staatlicher
ten mehr als sechs Millionen Übernach- rismusbranche in Deutschland sei der Einrichtungen. Dazu gehörten Stundun-
tungen gezählt worden. Das heißt auch: erste Schritt in die richtige Richtung, gen bei Steuern und Sozialversicherungs-
Viele Arbeitsplätze hängen vom Gastge- kommentiert Hendrik Schmitt, Haupt- beiträgen. Auch weitere Einnahmen, die
werbe ab, die mit jeder Woche weiterer geschäftsführer der IHK Niedersachsen. die Branche grundsätzlich belasteten,
Schließung gefährdet sind. „Allerdings darf man nicht aus den Au- wie Fremdenverkehrsbeiträge und Son-
In einem gemeinsamen Papier haben gen verlieren, dass der verminderte Be- dernutzungsgebühren, sollten in der jet-
sich die sieben niedersächsischen IHKs trieb auch weiterhin zu erheblichen Um- zigen Situation grundsätzlich auf den
deshalb an die Landespolitik gewandt. satzeinbußen bei den Unternehmerinnen Prüfstand gestellt werden. (Stand der
Darin heißt es, dass die bisherigen Hilfs- und Unternehmern der niedersächsi- Information: Redaktionsschluss 5. Mai
programme auf Bundes- und Landese- schen Tourismusbranche führen wird“, 2020)
bene zwar schnell auf den Weg gebracht mahnt er. Papier „Jetzt die Tourismusbranche in
worden seien. Allerdings reichten die Für die niedersächsische Tourismus- Niedersachsen retten!” und aktuelle
Mittel für direkt vom Shutdown betroffe- wirtschaft sind die nächsten Wochen und Richtlinien: ihk-oldenburg.de/corona
Unternehmen helfen Unternehmen
Die aktuelle Corona-Krise erfordert von men unkonventionelle Unterstützung Auf unserer Homepage finden Sie eine
uns allen viel Durchhaltevermögen, Mut verschiedenster Art an. Unter den An- laufend aktualisierte Übersicht der An-
und Solidarität untereinander. Eine gan- geboten finden sich etliche kostenfreie gebote. Haben auch Sie ein Unterstüt-
ze Reihe von Unternehmen macht be- oder reduzierte Dienstleistungen und zungsangebot, dann füllen Sie gerne
reits aus der Not eine Tugend und han- Produkte im B2B oder B2C, gemeinsa- online unser Formular aus. Wir prüfen
delt kreativ und mit Gemeinschaftssinn. me kreative Aktionen oder technische kurzfristig, ob wir es ebenfalls veröf-
Die Firmen bieten anderen Unterneh- Services. fentlichen. ihk-oldenburg.de/b2b
oldenburgische wirtschaft 05 2020 25Sie können auch lesen