ZIELMARKTANALYSE ECUADOR - 2013 Bio-, Solar- und Windenergie/Hybrid: Selbstversorgung, integrale und komplementäre Energielösungen für Unternehmen ...
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ZIELMARKTANALYSE ECUADOR 2013 Bio-, Solar- und Windenergie/Hybrid: Selbstversorgung, integrale und komplementäre Energielösungen für Unternehmen und kommunale Projekte mit Profilen der Marktakteure www.exportinitiative.bmwi.de
Impressum Herausgeber DEUTSCH-ECUADORIANISCHE INDUSTRIE-UND- HANDELSKAMMER Av. Eloy Alfaro N35-09 y Portugal Edif. Millenium Plaza. Piso 4. Of. 401 Telf: +593 2 3332048 ext 102 Fax: +593 2 3331637 E-Mail: proyectos@ahkecuador.org.ec Web: www.ahkecuador.org.ec Stand 23.04.2013 Gestaltung und Produktion Ulrike Stieler Leiterin Deinternational Redaktion Ulrike Stieler Leiterin DEinternational
Inhalt
I. Tabellenverzeichnis 4
II. Bildverzeichnis 5
III. Abkürzungsverzeichnis 6
IV. Zusammenfassung 7
V. Einleitung 8
1. Länderprofil 9
1.1 Politischer Hintergrund 10
1.2 Wirtschaftliche Situation 11
1.3 Struktur und Entwicklung 12
1.4 Außenhandel und Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland 12
1.5 Investitionsklima und Förderung 13
2. Energiemarkt 15
2.1 Energieerzeugung/Energieverbrauch und Energieversorgung 15
2.2 Energiepreise 17
2.3 Energiepolitische Rahmenbedingungen und Struktur des ecuadorianischen Energiesektors 18
2.4 Gesetzliche Rahmenbedingungen 20
2.5 Aktuelle Situation und neue Entwicklungen auf dem Energiemarkt 20
2.6 Allgemeiner Überblick zu erneuerbaren Energien im Zielmarkt 22
2.7 Lage und Perspektiven der erneuerbare Energien im Zielmarkt 25
13. Gesetzliche Rahmenbedingungen 27
3.1 Standards, Normen und Zertifizierung 27
3.2 Öffentliches Vergabeverfahren und Ausschreibungen 28
3.3 Finanzierungsmöglichkeiten 29
3.4 Vergütungssysteme und Fördermaßnahmen 30
3.5 Genehmigungsverfahren 31
4. Marktstruktur und Marktchancen 33
4.1 Ausgangslage und Potenziale im Zielmarkt 33
4.2 Marktstruktur und Marktattraktivität 34
4.3 Marktbarrieren und –hemmnisse 34
4.4 Überblick über bestehende und geplante Anlagen in Ecuador 35
4.5 Wettbewerbssituation 38
4.6 Markt- und Absatzpotenziale für deutsche Unternehmen 39
4.7 Mögliche Standorte für Projekte / Anlagen 39
4.8 Chancen und Risiken für eine Markterschlieβung 41
5. Marktakteure 42
5.1 Kontaktdaten des öffentlichen Energiesektors 42
5.2 Finanzinstitute, agierend in dem Bereich erneuerbarer Energien 44
5.3 Beratung und Verkauf von Ausrüstung 45
5.4 Wichtige Branchenevents und Messen in Ecuador für den Energiesektor 47
5.5 Fotovoltaik-Projekte 1 MW 49
5.7 Biogas 50
5.8 Sonstige 50
2I. Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Stromtarife in Ecuador aufgeteilt nach Sektoren 17 Tabelle 2: Energieerzeugende, verteilende und durchleitende Unternehmen 19 Tabelle 3: Einspeisevergütung für erneuerbare Energieträger 30 Tabelle 4: Fotovoltaik-Projekte in Ecuador 35 Tabelle 5: Wasserkraft-Projekte in Ecuador 36 Tabelle 6: Chancen und Risiken für eine Markterschlieβung 41 4
II. Bildverzeichnis Abbildung 1: Landkarte Ecuador 9 Abbildung 2: Ecuadors Wirtschaftssektoren in Prozent 12 Abbildung 3: Öffentliche Investitionen im gesamten Energiesektor (in USD Mrd.) 15 Abbildung 4: Ecuadors Energieerzeugung in GWh 16 Abbildung 5: Karte zur Stromversorgung der Provinzen Ecuadors 16 Abbildung 6: Preisübersicht des neuen Tarifsystems 17 Abbildung 7: Struktur des ecuadorianischen Energiesektors 19 Abbildung 8: Strategien zur Energieeffizienz 20 Abbildung 9: Investitionen in Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz 21 Abbildung 10: Übersicht Energieverbrauch in Ecuador 21 Abbildung 11: Elektrizitätserzeugung bis 2020 22 Abbildung 12: Wasserkraft- und Windanlageprojekte in Ecuador in 2011 23 Abbildung 13: Entwicklung Fotovoltaik in MW in Ecuador 36 Abbildung 14: Energiegewinnung in Ecuador bis 2020 37 Abbildung 15: Übersicht geplante und bestehende Projekte der erneuerbaren Energien in Ecuador 38 Abbildung 16: Durchschnittliche direkte Sonneneinstrahlung pro Jahr in Ecuador 39 Abbildung 17: Durchschnittliche indirekte Sonneneinstrahlung pro Jahr in Ecuador 40 Abbildung 18: Übersicht jährliche Durchschnittsgeschwindigkeit des Windes auf 80 Meter Höhe 40 5
III. Abkürzungsverzeichnis
CELEC EP Corporación Eléctrica del Ecuador – Körperschaft der Elektrizität in Ecuador
CENACE Centro Nacional de Control de Energía – Nationales Zentrum zur Energiekontrolle
CFN Corporación Financiera Nacional - Nationale Körperschaft zur Finanzierung
CNEL Corporación Nacional de Electricidad - Nationale Körperschaft für Elektrizität
CONELEC Consejo Nacional de Electricidad - Nationaler Elektrizitätsrat
GIZ Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit
INER Instituto de Eficiencia Energética y Energías Renovables – Institut für Energieeffizienz und
erneuerbare Energien
MCPEC Ministerio Coordinador de Producción, Empleo y Competitividad - Ministerium zur Koordination von
Produktion, Beschäftigung und Wettbewerb
MEER Ministerio de Electricidad y Energía Renovable - Ministerium für Elektrizität und erneuerbare
Energien
MIPRO Ministerio de Industrias y Productividad - Ministerium für Industrie und Produktion
6II. Zusammenfassung Zwischen Kolumbien und Peru gelegen ist Ecuador zwar der kleinste Andenstaat, der aber derzeit einer der politisch und wirtschaftlich stabilsten. Die seit acht Jahren wachsende Wirtschaft und die stärkere Kaufkraft der Mittelschicht steigern den Energieverbrauch des Landes. Folglich ist dieser Sektor einer der Hauptempfänger von staatlichen Investitionen, wobei zusätzliche Privatinvestitionen in erneuerbaren Energien sehr willkommen sind. Ecuadors Energiemarkt vollzieht große Veränderungen. Neben der konstant steigenden Energienachfrage hat der Staat, von der Verfassung vorgegeben, die Aufgabe die Energiematrix zugunsten von erneuerbaren Energien zu verändern. In den vergangenen Jahren ist die Regierung ihrem Ziel, bis 2020 insgesamt 96% ihres Stroms aus sauberen Energiequellen zu generieren, bedeutend näher gekommen. Neben dem Klimaschutz möchte der Staat aber auch von geringeren Subventionsausgaben für Treibstoff- und Stromimporte profitieren. Um diese Ziele zu erreichen wird insbesondere die Wasserkraft gefördert. Folglich investiert der Staat mit einer Gesamtsumme von 5 Mrd. USD. in den Bau von acht Großprojekten. Der ecuadorianische Staat unterscheidet bei den erneuerbaren Energien zwischen konventionellen und nicht- konventionellen Energieträgern. Unter zuerst genannter Kategorie sind Wasserkraftwerke ab 50 MW und Windkraftwerke klassifiziert. Bioenergie, Geothermie, Solarthermie, Fotovoltaik und Wasserkraft unter 50 MW gelten hingegen als nicht-konventionell. Der Verfassung entsprechend hat der Staat bei konventionellen Energieträgern eine führende Entscheiderrolle. Die nicht-konventionellen Energieträger sind vom Staat vornehmlich zur Diversifizierung der erneuerbaren Energiematrix vorgesehen und sollen durch diverse Anreizsysteme von der Privatwirtschaft aufgebaut werden. Neben einer Einspeisevergütung bietet der Staat Privatinvestoren vielfältige steuerliche Vergünstigungen. So entfällt beispielsweise die Einfuhrumsatzsteuer auf nicht-konventionelle erneuerbare Energien und Anschaffungs- sowie Abschreibekosten können von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Ebenso gibt es eine Kreditlinie von der staatlichen Bank CFN und der deutschen Filiale der ProCredit Bank in Ecuador, die sich auf die Finanzierung von Projekten im Bereich erneuerbare Energien spezialisiert haben. Trotz den extrem günstigen klimatischen Bedingungen für erneuerbare Energien, ist dieser Markt in Ecuador noch jung. Gehemmt wird die Entwicklung des Marktes durch geringe Strompreise, fehlende technologische Kenntnisse und einer geringen Bereitschaft für langfristige Investitionen. Gute Absatzvoraussetzungen bieten die Industrie und der Staat. Gleichzeitig ist in den vergangenen Jahren als Folge des veränderten Tarifsystems ein Nischenmarkt für private Großkonsumenten entstanden. Insgesamt bietet Ecuador für deutsche Unternehmen gute geschäftliche Voraussetzungen: politische und wirtschaftliche Stabilität und der politische Wille zur Förderung von erneuerbaren Energien. 7
III. Einleitung Ecuadors außergewöhnliche geografische Bedingungen und der politische Wille die hiesige Energiematrix zu verändern haben bereits im Jahr 2009 das Interesse von deutschen Unternehmern geweckt. Mittels der ersten AHK-Geschäftsreise zu den Themen Solarthermie und Fotovoltaik konnten sich fünf deutsche Unternehmen vor Ort ein Bild über die Entwicklungen und Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen im Land machen. Bis heute hat sich der ecuadorianische Energiemarkt signifikanten Veränderungen und Fortschritten unterzogen. Deutsche Unternehmen, wie COARASOLAR, die den Einstieg in den ecuadorianischen Markt gewagt haben, erreichten eine erfolgreiche Integration. Trotz einer sich intensivierenden Wettbewerbssituation ist deutsche Qualität und die Marke „Made in Germany“ in Ecuador bekannt und begehrt. Während in den vergangenen Jahren insbesondere die Fotovoltaik im Fokus der ecuadorianischen Energiematrix lag, nehmen derzeit darüber hinaus Investitionen in Windkraft, Mini-Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie zu. Folglich zielt die vorliegende Analyse darauf ab, die entstehenden Potenziale aufzuzeigen und deutschen Unternehmern den Einstieg in den hiesigen Markt zu erleichtern. Beruhend auf den Erfahrungen der AHK-Geschäftsreise zu den Themen Solarthermie und Fotovoltaik und den damit einhergehenden Erfolgen der deutschen Unternehmen in Ecuador, fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen der Exportinitiative Erneuerbare Energien und in Zusammenarbeit mit der AHK Ecuador, mittels einer neuen Geschäftsreise zum Thema „Bio-, Solar- und Windenergie/Hybrid“, deutsche Unternehmer bei der Erschließung des ecuadorianischen Marktes. Wichtiger Bestandteil des Projektes ist die vorliegende Zielmarktanalyse, welche den teilnehmenden Unternehmen einen allgemeinen Überblick über die Situation Ecuadors, dessen Energiesektor, die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die Marktstruktur und Marktchancen aufzeigt. Die folgende Arbeit ist dementsprechend in sechs Kapitel unterteilt. Informationen über die politische und wirtschaftliche Lage sind im ersten Kapitel dargelegt. Der zweite Teil der Zielmarktanalyse behandelt die Eigenschaften des ecuadorianischen Energiemarktes. Die Erzeugung, die Tarifpolitik, die energiepolitischen Rahmenbedingungen sowie dessen Entwicklungen sind wichtige Bestandteile dieses Kapitels. Dem dritten Kapitel sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Fotovoltaik, Fördermöglichkeiten und Genehmigungsverfahren zu entnehmen. Das vierte Kapitel setzt sich komplementär mit den Potenzialen, der Marktstruktur, der Wettbewerbssituation, geeigneten Projektorten sowie den Chancen und Risiken einer Markterschließung auseinander. Das vorletzte Kapitel bietet deutschen Unternehmen einen umfassenden Überblick über die in Ecuador aktiven branchenrelevanten Unternehmen und Organisationen sowie über die zuständigen Behörden. Das sechste und letzte Kapitel spiegelt die wichtigsten Schlussbetrachtungen wieder. 8
1. Länderprofil
Ecuador liegt an der Westküste Südamerikas und erstreckt sich über eine
Gesamtfläche von 256.370 km2. Der somit kleinste Andenstaat grenzt im
Norden an Kolumbien und im Süden und Osten an Peru. Im Westen begrenzt
der Pazifische Ozean das Land. Insgesamt erstreckt sich die Landesgrenze
Ecuadors über 2.010 km und die Seegrenze über 2.237 km Länge (The World
Factbook 2013).
Ecuadors Geografie ist durch vier Regionen gekennzeichnet, die eine sehr hohe
landschaftliche, klimatische und ethnischen Vielfalt vorweisen. Bezogen auf
seine Fläche verfügt Ecuador über die weltweit höchste Biodiversität.
Die Anden durchziehen Ecuador von Norden nach Süden und beherbergen
Abb. 1: Landkarte Ecuador nicht nur auf 2.800 m Höhe Quito, die Hauptstadt und den Regierungssitz
Quelle: AHK Ecuador Ecuadors, sondern weitere wichtige Städte, wie z. B. Ambato und Cuenca.
Letztere ist insbesondere aufgrund ihrer Handwerkskunst bekannt. Südlich von
Quito beginnt die sogenannte Straße der Vulkane, welche die höchste Dichte an Vulkanen weltweit vorweist. Das Klima
im zentralen Hochland zeichnet sich durch relativ milde Temperaturen von ca. 20°C tagsüber und ca. 8°C nachts aus. Die
Monate Juni-September gelten als relativ trocken, wohingegen die Monate Dezember-April, mit durchschnittlich 150
mm/Monat, als niederschlagsreiche Zeit bekannt sind (Barret et al. 2011, INAMHI 2012).
Die westlich der Anden gelegene Küstenregion wird im Norden durch tropisches Klima, mit Temperaturen von bis zu
30°C und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit geprägt. Im Küstengebiet nehmen die Niederschlagsmengen von Norden
nach Süden ab, sodass die Südküste Ecuadors durch Trockenwälder, Savannen und Wüsten geprägt ist. In dieser Region
befindet sich ebenfalls Ecuadors Handelszentrum Guayaquil, welches mit 2,6 Mio. Einwohnern die bevölkerungsreichste
Stadt Ecuadors ist. Umgeben ist die Stadt von dem Río Guayas, welcher in einem breiten Delta in den Golf von Guayaquil
mündet und dort den größten natürlichen Hafen der Pazifikküste Südamerikas bildet (INEC 2012a).
Östlich der Anden gelegen befindet sich das Amazonasbecken, welches ca. 50% der Staatsfläche ausmacht. Die
Durchschnittstemperaturen liegen bei 27°C. Im Gegensatz zum Hochland und zur Küstenregion gelten die Monate
zwischen Dezember und April als relativ trocken, jedoch ist bei einer jährlichen Niederschlagsmenge von 3000 mm das
ganze Jahr über mit viel Regen zu rechnen. Von Bedeutung sind im Amazonasbecken ebenfalls die von den Anden
herabfließenden Flüsse. Insbesondere der Río Napo dient als wichtige Verkehrsader (Barret et al. 2011).
Zuletzt, aber biologisch umso bedeutsamer, sind die Galapagosinseln zu erwähnen, welche 1000 km vom Festland
entfernt, im Pazifischen Ozean gelegen sind. Der Archipel besteht aus 13 größeren, 6 kleineren sowie einigen Dutzend
winziger Vulkaninseln und gilt als lebendiges Museum der Evolutionsgeschichte (Barret et al.2011, Exploring Ecuador
2012).
Ecuador ist in 24 Provinzen unterteilt, welchen jeweils ein vom Präsidenten ernannter Gouverneur vorsteht, der die
nationalen Interessen koordiniert und kontrolliert. Zudem wird in jeder Provinz für jeweils vier Jahre ein Präfekt
gewählt, der dem Provinzrat vorsteht und über maximale behördliche Autorität verfügt (Constitución del Ecuador 2008).
Die größte Provinz ist Guayas mit 3,6 Mio. Einwohnern, anschließend folgt die Provinz Pichincha mit 2,6 Mio.
Einwohnern. Insgesamt leben in Ecuador 15,4 Mio. Menschen, von denen sich 71,9% als Mestizen, 7,4% als Montubios,
7,2% als Afroecuadorianer, 7,0% als Indígenas und 6,1% als Weiße bezeichnen (INEC 2012a, The World Factbook 2013).
Das Durchschnittsalter beträgt 28,4 Jahre. 6,8% der Bevölkerung sind Analphabeten und 95% der Bewohner gehören der
römisch-katholischen Kirche an (INEC 2012a). Die Bevölkerungsdichte stellt mit etwa 50 Einw./km2 die höchste
Südamerikas dar. 67% der Ecuadorianer wohnen in Städten, davon 2,6 Mio. in Guayaquil und 2,2 Mio. in Quito.
Gleichwohl ist das Amazonasbecken relativ dünn besiedelt. Spanisch ist die Amtssprache in Ecuador. Zudem sind in
9unterschiedlichen indigenen Gemeinden das Quechua und das Shuar weit verbreitet. Seit dem Jahr 2000 gilt der US- Dollar als offizielle Landeswährung (The World Factbook 2013, INEC 2012a). Die derzeitige Länge des Straßennetzes beträgt 43.670 km, von denen 6.741 km asphaltiert sind (MTOP 2012). Des Weiteren verfügt Ecuador über 1.500 km Wasserwege und 965 km Eisenbahnschienen, welche jedoch vorwiegend für touristische Zwecke verwendet werden. Der Andenstaat hat zudem vier internationale Flughäfen: Guayaquil, Quito, Latacunga und Manta. Östlich der ecuadorianischen Hauptstadt befindet sich der am 20. Februar eröffnete internationale Flughafen, welcher den im Stadtgebiet Quitos liegenden und langjährig genutzten Flughafen ersetzt. Insgesamt gibt es in Ecuador 431 Flughäfen, von denen 101 asphaltiert sind. Der wichtigste und größte Seehafen befindet sich in Guayaquil. Weitere Seehäfen befinden sich in Manta, Esmeraldas und Puerto Bolivar (The World Factbook 2013). Im Bereich der Infrastruktur plant die ecuadorianische Regierung unter Rafael Correa Delgado weitreichende Investitionen. Unter anderem soll das asphaltierte Straßennetz um 1.996 km Länge erweitert werden, wofür 6,3 Milliarden USD vorgesehen wurden. Durch ein nationales System an Autobahnen sollen insbesondere die wirtschaftlich wichtigen Straßen zwischen den Hafenstädten, aber auch die Verbindungen zwischen Küstengebiet, Andenhochland und dem Amazonasbecken verbessert werden. Von großer Bedeutung ist das Manta-Manaos-Projekt, durch welches eine Logistikachse zwischen dem natürlichen Tiefseehafen Manta in Manabí und der Stadt Manaos im brasilianischen Amazonasgebiet geschaffen werden soll. Durch dieses Projekt ist somit eine direkte Verbindung zwischen dem Pazifischen Ozean und dem Atlantischen Ozean in Planung (Bank Information Center 2013, MTOP 2011) Aufgrund der beschriebenen geografischen Gegebenheiten und seiner Nähe zum Äquator bietet Ecuador ideale Nutzungsmöglichkeiten im Bereich der erneuerbaren Energien. Insbesondere die hohen Niederschlagsmengen an den Andenhängen, die starke Sonneneinstrahlung am Äquator und die geothermischen Quellen von aktiven Vulkanen weisen enorme Potenziale auf. Das in der ecuadorianischen Verfassung dargelegte Interesse an dem Ausbau und der Diversifizierung von Energiequellen führt zudem zu deutlich steigenden Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien. 1.1 Politischer Hintergrund Die politische Lage des Landes hat sich in den letzten Jahren stabilisiert. Staatspräsident Rafael Correa genießt seit seinem Amtsantritt im Jahr 2007 eine Akzeptanz von 85% bei der Bevölkerung (PDO 2012). Ecuador ist eine Präsidialdemokratie mit einem Einkammerparlament. Die 124 Parlamentarier der Nationalversammlung werden über Partei-Listen für einen Zeitraum von vier Jahren gewählt. Bei den letzten Wahlen vom 17. Februar 2013 erhielt die Partei von Präsident Rafael Correa „Alianza País“ 91 Sitze und verfügt somit über 2/3 des Parlaments. Zweitstärkste Fraktion ist die Partei „Creando Oportunidades“ von Guillermo Lasso mit 11 Sitzen. Die Partei „Partido Sociedad Patriótica 21 de Enero” von Lucio Gutiérrez erhielt 7 Sitze. (El Comercio 2013). Die politische Macht ist zentralisiert und liegt beim Präsidenten, der zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef ist. Präsident und Vize-Präsident werden direkt für eine vierjährige Amtszeit vom Volke gewählt (The World Factbook 2013). Wie in seiner Wahlkampagne versprochen berief Correa im Jahr 2007 eine verfassungsgebende Versammlung ein. Die neue Verfassung trat dementsprechend nach einer Volksabstimmung Ende 2008 in Kraft. Durch sie wird die Rolle des Staates bei öffentlichen Investitionen in strategische Sektoren wie Energie, Telekommunikation, Landwirtschaft, Bergbau etc. gestärkt. Ebenso fokussiert die neue Verfassung den Ausbau des stark vernachlässigten Sozialbereichs des Landes. Die Gesundheitsfürsorge und das Bildungssystem sind seit in Kraft treten der neuen Verfassung kostenlos. Die Rechte von Arbeitnehmern wurden durch das weitreichende Verbot von Personaldienstleistern gestärkt. In Ausnahmefällen, wie z. B. Sicherheits- oder Reinigungsdienste, sind diese jedoch noch weiterhin erlaubt. Außerdem hat die Verfassung die diesjährige Wiederwahl Correas für eine zweite und gleichzeitig letzte Amtsperiode von vier Jahren ermöglicht (Constitución del Ecuador). Bei der Wahl vom 17. Februar 2013 erhielt Rafael Correa 56,7% der Stimmen. Den zweiten Platz belegte Guillermo Lasso mit 23,3% der Stimmen (Elecciones Ecuador 2013). Im internationalen Rahmen fördert die Regierung vorwiegend die regionale Integration, aber auch die zunehmende Diversifizierung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen mit Ländern Europas und Asiens. Ecuador ist Mitglied der wichtigsten internationalen Organisationen, darunter der Vereinten Nationen und der Sonderorganisationen, der 10
Organisation Amerikanischer Staaten, der Andengemeinschaft, der Interamerikanischen Entwicklungsbank, dem Mercosur (assoziiert), der WTO, der Río-Gruppe (seit 1990) und der OPEC (erneut seit November 2007) (The World Factbook 2013). Die Ergebnisse der Wahl vom 17. Februar 2013 bestätigen den politischen und wirtschaftlichen Kurs von Rafael Correa. Es ist somit davon auszugehen, dass Gesetze und Regulierungen zugunsten von erneuerbaren Energien verabschiedet werden und der Staat weiterhin Investitionen in diesem Bereich fördern wird. 1.2 Wirtschaftliche Situation Die Wirtschaftspolitik des Landes zielt auf die Entwicklung einer sozialen Marktwirtschaft unter einer führenden Rolle des Staates in den strategischen Sektoren ab. Ecuadors Wirtschaft verzeichnet seit Jahren Stabilität und ein konstantes Wachstum. Für 2011 verzeichnete das Land einen Anstieg von 8% des BIPs und erzielte, nach Argentinien, die höchste Wachstumsrate Südamerikas (BCE 2012a). Ecuador erreichte somit ein BIP im Wert von 66,5 Mrd. USD, was einem Pro- Kopf-Einkommen von 4,430 USD entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaft im dritten Quartal 2012 um 4,7% (BCE 2012b; GTAI 2012). Das BIP im Jahr 2013 wird auf 74,23 Mrd. USD prognostiziert. Für die kommenden Jahre erwartet das ecuadorianische Finanzministerium weiterhin stabile Wachstumsraten zwischen 3-5%. Die Inflation pendelte sich im November 2012 bei 4,77% ein. Das hiesige Finanzministerium geht auch für die nächsten Jahre von ähnlichen Inflationsraten zwischen 3-4% aus (BCE 2012a; MFE 2012; GTAI 2012). Die Arbeitslosenquote ist weiterhin rückläufig und lag im September 2012 bei 4,6%. Auch die Unterbeschäftigung ist im September 2012 im Vergleich zum Vorjahr von 45,7% auf 42,3% gesunken. Dieser leichte Rückgang spiegelt sich ebenfalls im Armutsindex und im Ginikoeffizienten wieder. So ist der Armutsindex im September 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 1,9% gesunken und auch der Ginikoeffizient ist im selben Zeitraum von 0,46 auf 0,44 Punkte zurückgegangen (BCE 2012a). Der Mindestlohn liegt derzeit bei 318 USD. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im November 2012 im Vergleich zum Vormonat um 16,9 Punkte und erzielte insgesamt 899,4 Punkte (BCE 2012d). Des Weiteren verbesserte sich das Vertrauen der Konsumenten im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 % und erreichte insgesamt 45% (BCE 2012c, 2012d). Außenwirtschaftlich konnte Ecuador im zweiten Quartal 2012 insgesamt 172 Mio. USD an ausländischen Direktinvestitionen anziehen. Hauptherkunftsländer der Investitionen sind Mexiko (64,2 Mio. USD), China (22,4 Mio. USD), Spanien (22,2 Mio. USD), Kanada (21,7 Mio. USD) und Barbados (21,7 Mio. USD). Ausländische Unternehmen investieren ihr Kapital vornehmlich in den Sektoren Erdöl/Bergbau, Dienstleistungen, Handel und Transportwesen. Im zweiten Quartal 2012 hat Mexiko größtenteils im Sektor Transportwesen und Kommunikation investiert. China und Kanada hingegen investierten in den Sektoren Erdöl/Bergbau, Spanien hauptsächlich im Handel und Barbados im Bauwesen (BCE 2012a). Die Auslandsverschuldung Ecuadors beträgt 14,7% des BIPs (Gesamtverschuldung des Staates liegt bei 22% des BIPs). Die Außenhandelsbilanz verzeichnete im Jahr 2012 ein leichtes Defizit von 143 Mio. USD (BCE 2012a). Im selben Zeitraum exportierte der Andenstaat Waren im Wert von ca. 23,9 Mrd. USD. Dies bedeutet einen Zuwachs von 7% im Vergleich zum Vorjahr. Für die kommenden Jahre erwartet das ecuadorianische Finanzministerium ebenfalls eine leicht defizitäre Außenhandelsbilanz (MFE 2012). Hauptexportgüter sind Rohöl, Bananen, Kaffee, Shrimps, Kakao, Meeresfrüchte und Blumen. Hauptabnehmerländer sind die USA, Peru, Chile und Kolumbien. Auch der Import hat im Vergleich zu 2011 im selben Zeitraum um 4,5% zugenommen und erreicht somit einen Wert von 24,04 Mrd. USD. Hauptlieferländer sind die USA, China, Kolumbien und Panama (BCE 2012e, 2012f, BCE 2013b). Die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre ist Resultat der politischen Kontinuität und Stabilität. Insgesamt zeichnet sich die wirtschaftliche Situation durch eine ausgeglichene Handelsbilanz, stabile Wachstumsraten und eine relativ niedrige Inflation aus. Trotz expansiver Fiskalpolitik hat sich die ecuadorianische Staatsverschuldung, insbesondere aufgrund des gestiegen Ölpreises, nur leicht erhöht. Auch auf dem Arbeitsmarkt und bei der Einkommensverteilung ist die positive wirtschaftliche Entwicklung erkennbar. 11
1.3 Struktur und Entwicklung
Ecuadors Wirtschaft wird durch
folgende Sektoren geprägt:
Bergbau
Bergbau (14,8%), Baugewerbe
14.8 Baugewerbe (12,0%), Handel (11,2%),
28.2
Handel Industrie (9,4%), Transport und
12 Logistik (6,4%), Land-
Land und
Industrie
Forstwirtschaft (6,1%) und
Transport und Logistik sonstige Dienstleistungen
6.1 11.2
6.4 Land- und Forstwirtschaft (28,2%).
9.4
Sonstige Dienstleistungen
Ein bedeutendes
Wirtschaftswachstum wird für
Abb. 2: Ecuadors Wirtschaftssektoren in Prozent 2013 in der Industrie (+8,5%),
Quelle: GTAI (2012
dem Handel (+8,0%), dem
Baugewerbe (+7,4%) und der Landwirtschaft (+6,8%) erwartet (GTAI 2012). Die arbeitsfähige Bevölkerung ist mit 38,3%
mehrheitlich in privaten Unternehmen beschäftigt.
beschäftigt. 29,2% sind selbstständig und 12,2% arbeiten bei öffentlichen
Institutionen. Zwischen Januar und September 2012 beliefen sich die öffentlichen Investitionen auf 6,96 Mrd. USD,
wobei die Steuereinnahmen durch ein verbessertes Erfassungssystem um 9% stiegen. Im Vorjahresvergleich meldet auch
der Finanzsektor ein stabiles Wachstum. Vor allem die Kreditvergabe an den Produktions-
Produktions und Konsumsektor, Segmente,
die für das Wirtschaftswachstum des Landes von großer Bedeutung sind, stieg um 7,6%. Insgesamt wurden w im Jahr 2012
Kredite im Wert von 20,427 Mio. USD vergeben (BCE 2012g). Der durchschnittliche Zins im Produktions- Produktions und
Konsumsektor liegt zwischen 8 und 12% (BCE 2013a).
Die ecuadorianische Wirtschaft konzentriert sich insbesondere auf die zwei bevölkerungsreichsten
bevölkerungsreichsten Provinzen des Landes:
Pichincha und Guayas. Zusammen erwirtschaften die beiden Provinzen ca. 72% der Verkäufe und beschäftigen 55% der
Bevölkerung (El Comercio 2011). In der Provinz Guayas und der Provinzhauptstadt Guayaquil, befindet sich
si das Handels-
und Finanzzentrum Ecuadors, sowie der überwiegende Teil der hiesigen Industrie (Alcaldía de Guayaquil 2011).
Ein ähnlich großer Teil der ecuadorianischen Industrie befindet sich in Quito, das zudem Regierungssitz ist und somit die
administrative Verwaltung Ecuadors beherbergt. Im Bereich Handel und Landwirtschaft ist des Weiteren die Provinz
Manabí von Bedeutung, welche nach Guayas und Pichincha den drittgrößten Beitrag zum ecuadorianischen BIP leistet.
Durch die Logistikachse Manta-Manaos,
Manaos, wird voraussichtlich die Relevanz des Tiefseehafens Manta weiter gestärkt
werden. In der Provinz Azuay, in welcher die Andenstadt Cuenca liegt, ist das produzierende Gewerbe besonders
signifikant für die wirtschaftlichen Erträge (INEC 2012b).
Die ecuadorianische Wirtschaft weist für die kommenden Jahre insbesondere in den Sektoren Industrie, Handel,
Baugewerbe und Landwirtschaft auf eine positive Entwicklung hin. Auch die zunehmenden Investitionen und die
Kreditvergabe an Unternehmen unterstützen das Wirtschaftswachstum. Lediglich im Bergbau wird für 2013 ein leichter
Rückgang der Wirtschaftsleistung erwartet (GTAI 2012).
1.4 Außenhandel und Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland
Die Bundesrepublik Deutschland nimmt eine wichtige Rolle als Handelspartner
Handelspartner innerhalb der Europäischen Union ein.
Die Exporte von Ecuador nach Deutschland betrugen zwischen Januar und November 2012 einen Wert von 347 Mio.
USD und sind somit im Vergleich zum Vorjahr um 11% gesunken. Jedoch konnte Deutschland im selben Zeitraum
Ze Waren
im Wert von 527 Mio. USD nach Ecuador liefern und folglich den Export im Vergleich zum Vorjahr um 8% erhöhen.
Ecuador exportiert vornehmlich Südfrüchte, Meeresfrüchte, Kakao, Kaffee, pflanzliche Öle und Fette. Wohingegen der
12Andenstaat vor allem Düngemittel, Maschinen, pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Geräte aus Deutschland importiert (BCE 2012h, BCE 2012i). Laut ecuadorianischer Zentralbank gingen die Direktinvestitionen der Bundesrepublik in Ecuador im zweiten Quartal 2012 um 1,3 Mio. USD zurück (BCE 2012j). Es sei an dieser Stelle anzumerken, dass die ecuadorianische Zentralbank nur neue Kapitalzuflüsse aus dem Ausland als ausländische Direktinvestitionen bezeichnet. Die deutsche Zentralbank hingegen stellt lediglich Daten bis 2010 zur Verfügung. Demnach investierte Deutschland in diesem Jahr insgesamt 28 Mio. EUR (DBB 2012). Die Zahl beinhaltet dabei un- sowie mittelbare Kapitalzuflüsse. Zum Vergleich: Ecuador verzeichnet für 2010 ein Direktinvestitionsrückgang von 2.9 Mio. USD (BCE 2012j). 1.5 Investitionsklima und –förderung Ecuador ist Gründungsmitglied der seit 1969 existierenden Andengemeinschaft (Comunidad Andina). Für alle Länder der Andengemeinschaft gelten die 1991 in Kraft getretenen Richtlinien 291 (Régimen Común de Tratamiento a los Capitales Extranjeros y sobre Marcas, Patentes, Licencias y Regalías) und 292 (Régimen Uniforme para Empresas Multinacionales Andinas) des Abkommens von Cartagena als Gesetzesgrundlage für Auslandsinvestitionen. Die Richtlinien unterscheiden zwischen unmittelbaren, subregionalen und neutralen ausländischen Investitionen. Das Außenhandels- und Investitionsgesetz (Ley de Comercio Exterior e Inversiones) hat unter anderem das Ziel nationale und ausländische Direktinvestitionen zu fördern. Drei institutionelle Säulen dienen der Umsetzung der Außenhandels- und Investitionspolitik: der Rat für Außenhandel und Investitionen (Consejo de Comercio Exterior e Inversiones), das Außenministerium (Ministerio de Relaciones Exteriores, Comercio e Integración) sowie das Institut zur Förderung von Exporten und Investitionen (Instituto de Promoción de Exportaciones e Inversiones). Durch nationale Regelungen bezüglich Auslandsinvestitionen wurden beinahe sämtliche Restriktionen, die der Anlage ausländischen Kapitals im Wege standen aufgehoben (Reglamento sobre Inversión Extranjera Directa y sobre Contratos de Transferencia de Tecnología, Marcas, Patentes, Licencias y Regalías). Gleichzeitig wurden die Formalitäten für ausländische Investitionen vereinfacht: Diese erfordern nun nicht mehr einer Genehmigung des Ministeriums für Industrie und Produktivität (Ministerio de Industrias y Productividad-MIPRO), müssen jedoch zu statistischen Zwecken und zum Erhalt des gesetzlichen Status eines einheimischen Unternehmens (verbunden mit rechtlichen Vorteilen) innerhalb von 45 Arbeitstagen bei der Zentralbank registriert werden. Darüber hinaus ist die ecuadorianische Zentralbank zuständig für die Vergabe von Import- und Exportlizenzen sowie die Registrierung ausländischer Kredite. Inländer und Ausländer die ihren Wohnsitz in Ecuador haben sowie Gesellschaften die, obwohl sie von inländischen juristischen Personen gegründet wurden und nach dem Vertrag von Cartagena als ausländische juristische Personen gelten, trifft die Verpflichtung der Registrierung nicht. Neben der Registrierung bei der hiesigen Zentralbank muss jedes neue Unternehmen aus steuerlichen Gründen innerhalb von 30 Tagen bei der lokalen Steuerbehörde (Servicio de Rentas Internas) registriert werden, um eine Steuernummer (Registro Único de Contribuyentes) zu erhalten. Weitere nationale Institutionen, die im Zusammenhang mit ausländischen Investitionen stehen, sind das MIPRO, die Nationale Entwicklungsbank (Corporación Financiera Nacional-CFN) als auch die Firmen- und die Bankenaufsichtsbehörde (Superintendencia de Compañías und die Superintendencia de Bancos). Bei genannter Aufsichtsbehörde werden nicht nur der Firmenname und das Aktionsfeld, sondern die Namen sämtlicher Aktionäre vermerkt. In Ecuador werden einheimische und ausländische Unternehmen grundsätzlich gleich behandelt. Der hierfür geschaffene rechtliche Rahmen garantiert insbesondere die Vertrags- und Rechtssicherheit (vor allem auf dem Gebiet der Steuern), die Risikoteilung und den Technologietransfer. Ausländische Investoren genießen unter anderem folgende Rechte und Garantien: Die freie Rückführung aller Gewinne ins Heimatland, unbeschränkter und voller Zugang zum Finanzsystem und Wertpapiermarkt, Schutz des Eigentums vor Nationalisierung oder Privatisierung sowie Recht die hergestellten Produkte inner- und außerhalb Ecuadors frei zu vertreiben. Auf die Ausfuhr von Devisen wurde eine Steuer (Impuesto a la Salida de Divisas) von 5% erhoben, welche jedoch nur dann anfällt, wenn die Devisenausfuhr nicht für den Kauf von Investitionsgütern gedacht ist. Es existiert eine Vielzahl investitionsfördernder Maßnahmen, die für Investitionen in 13
bestimmten Sektoren Steuerbefreiungen und die Reduktion kommunaler Steuern ermöglichen. Beispiele hierfür sind die zollfreien Einfuhren von Maschinen und Ausrüstungen als auch deren teilweise Befreiung von der Einfuhrumsatzsteuer. Im August 2011 ist in Ecuador das neue Rahmengesetz für Wirtschaft und Produktion (Código de la Producción) in Kraft getreten. Das neue Gesetzbuch schreibt die neuen Rechte und Pflichten als auch das Aufgabengebiet der Institutionen vor. Des Weiteren beinhaltet das Gesetz neue Steuerbegünstigungen für Unternehmen, die in gewissen Märkten operieren. Solche, die beispielsweise in erneuerbare Energien investieren, werden für fünf Jahre vollständig von der Einkommenssteuer befreit. Es ist hervorzuheben, dass das Gesetzbuch den Staat dazu verpflichtet, die Produktion mit Hilfe von wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu koordinieren und zu regulieren. Gemäß dem neuen Regelwerk übernimmt der Staat hierbei eine unterstützende und keine Wettbewerbsrolle. Durch die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen zielt die Regierung auf die Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen ab. Diese können z.B. Ausgaben zur Weiterbildung des Personals und zur Verbesserung der Produktivität von der Einkommenssteuer absetzen. Ebenso sollen einheimische und ausländische Investitionen gesteigert werden. Die Förderung von priorisierten Sektoren die die Wirtschaftsleistung besonders steigern, gehört gleichermaßen zu den erklärten Zielen. Insgesamt soll durch die finanziellen Anreize insbesondere das Interesse von Investoren an wirtschaftlich schwachen Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit und an Grenzregionen gefördert werden. Folglich garantiert der Staat in diesen Gebieten weiterhin die Möglichkeit, für einen Zeitraum von fünf Jahren Sozialabgaben soziale Vergünstigungen und Löhne vollständig von der Einkommenssteuer abzusetzen. 14
2. Energiemarkt
Ecuadors Energiemarkt vollzieht eine große Wende. Neben der konstant steigenden Energienachfrage hat der Staat, von
der Verfassung vorgegeben, die Aufgabe die Energiematrix zugunsten von erneuerbaren Energien zu verändern. In
diesem Kontext fördert die derzeitige
zeitige Regierung neue gesetzliche Rahmenbedingungen, hohe Investitionen und die
Einführung von Pilotprojekten. Die Dringlichkeit dieser Reformen wurde durch die letzte Energiekrise im Jahr 2009
deutlich. Diese wurde durch fehlende Investitionen der vergangenen
vergangenen zwanzig Jahre und Planungsschwierigkeiten
verursacht. Zudem strebt die hiesige Regierung die Energiesouveränität an und möchte somit vom Elektrizitätsimporteur
zum Elektrizitätsexporteur werden. Die folgende Abbildung zeigt die steigenden öffentlichen
n Investitionen im
ecuadorianischen Energiesektor:
Abb. 3: Öffentliche Investitionen im gesamten Energiesektor (in USD Mrd.)
Quelle: Presidencia del Ecuador (2010)
In den nächsten Jahren soll folglich die Elektrizitätserzeugung erhöht, Verluste beim Transport verringert, die
Stromabdeckung ausgebaut und das Energiesystem effizienter und umweltfreundlicher gestaltet werden. Neben den
geografischen Gegebenheiten, begünstigt somit insbesondere der politische Wille derzeitig Investitionen in erneuerbare
Energien in Ecuador (CONELEC 2012).
2.1 Energieerzeugung/Energieverbrauch und Energieversorgung
Die Energieerzeugung ist in Ecuador in den letzten Jahren signifikant gestiegen. In 2009 erzeugte Ecuador 18.264,62
GWh. Innerhalb von drei Jahren stieg die Erzeugung um 24%, sodass im Jahr 2012 22.570,89 GWh erzeugt wurden. Die
Energieerzeugung in Ecuador setzt sich aus drei Energiequellen zusammen: Erneuerbare, nicht erneuerbare Energien
sowie Energieimporte. Die erneuerbaren Energiequellen generierten im Jahr 2012 insgesamt 12.629,21 GWh, wobei
12.390,93 GWh die Wasserkraft, 235,60 GWh die Biomasse, 2,39 GWh die Windkraft und 0,29 GWh die Fotovoltaik
generierte. Die Fotovoltaik konnte unterdessen ihre Produktion von vormals 0,01 GWh in 2009 auf 0,29 GWh in 2012
steigern. Nicht erneuerbare Energiequellen generierten hingegen 9.577,96 GWh. 5.026,59 GWh entfielen hierbei auf
Dieselgeneratoren, 2.139,53 GWh auf Gasverbrennung und 2.414,84 GWh auf Wärmeerzeugung. Aus Kolumbien und
Peru wurde insgesamt
esamt 360,72 GWh importiert. Ecuador generierte und importierte im Jahr 2011 insgesamt 22.570,89
GWh. 56% der Erzeugung stammt dementsprechend aus erneuerbaren und 42% aus nicht-erneuerbaren
nicht erneuerbaren Energiequellen
sowie 2% aus Importen (CONELEC 2013a).
15Angesichts der kontinuierlich
steigenden Nachfrage und der neuen
Energiepolitik kommt erneuerbaren
Energiequellen in Ecuador eine
besondere Rolle zu. Schätzungen
zufolge wird der Energieverbrauch
der Endkonsumenten bis 2020 auf
29.629 GWh steigen. Ein Grund
weshalb auch die Regierung unter
Rafael Correa zwischen 2007 und
2009 474 Mio. USD in den gesamten
Energiesektor investierte und für
2010-2016
2016 weitere Investitionen in
Abb. 4: Ecuadors Energieerzeugung in GWh Höhe von 7,5 Mrd. USD geplant
Quelle: CONELEC (2013a) sind. Analysen zeigen, dass im Jahr
2021 bereits ca. 27.000 GWh durch Wasserkraft erzeugt werden. Ab 2016 soll diese auch exportiert werden (CONELEC
(
2012).
Im Jahr 2012 verbrauchten die hiesigen Haushalte insgesamt 5.611 GWh, der Industriesektor 5.128 GWh und der
Gewerbesektor 3.186 GWh. Insgesamt ist die Energienachfrage im Vergleich zum Vorjahr um 5.52% gestiegen.
Gleichwohl ist der Pro-Kopf-Energieverbrauc
Energieverbrauchh um lediglich 0,66% auf 1,045 kWh/Einwohner gestiegen. (CONELEC
2013a).
Ecuadors Energieversorgung ist mit durchschnittlichen 94,82% des städtischen und 89,03% des ländlichen Bereichs
weitestgehend abgedeckt. Die Stromversorgung liegt in Ecuador in öffentlicher
öffentlicher Hand. Die folgende Abbildung (Abb.
(Abb 5)
zeigt eine Übersicht zur Stromversorgung Ecuadors. In Gelb ist eine besonders hohe Abdeckung dargestellt, wohingegen
die in Rot gekennzeichneten Regionen weiterhin Schwächen aufzeigen.
Die höchste
Energieversorgung
wird mit ca. 99% auf
den Galapagosinseln
und in der Provinz
Pichincha erreicht.
In der Küstenregion
beträgt die
Versorgung
zwischen 86% in der
Provinz Esmeraldas
und 95% in Santo
Domingo de los
Tsachilas. In Guayas
liegt die
Stromabdeckung bei
92%. Die niedrigste
Versorgung befindet
sich im
Amazonasgebiet mit
75%-80%
Abb. 5: Karte zur Stromversorgung
romversorgung der Provinzen Ecuadors (CONELEC 2012).
Quelle: CONELEC (2011)
Die aufgeführten
16Daten zeigen deutliche Fortschritte bezüglich der Erneuerungen im ecuadorianischen Energiesektor. Gleichwohl plant die
Regierung den Ausbau und die Einführung weiterer Projekte zur intensiven Förderung des strategischen Bereiches.
Folglich liegen günstige Rahmenbedingungen für Investitionen vor.
2.2 Energiepreise
Für die Festlegung der Strompreise ist der Nationale Elektrizitätsrat (Consejo Nacional de Electricidad-CONELEC)
zuständig. Die Strompreise werden nach drei Kategorien in Rechnung gestellt:
Haushalte Gewerbesektor Industriesektor
9,58 USD-Ct. / kWh 7,86 USD-Ct. / kWh 6,03 USD-Ct. / kWh
Tab. 1: Stromtarife in Ecuador aufgeteilt nach Sektoren
Quelle: CONELEC (2012)
Im Vergleich zum Vorjahr sind somit die Strompreise für Haushalte um durchschnittlich 1,64%, im Gewerbesektor um
0,43% und im Industriesektor um 0,35% gestiegen.
Seit Mitte 2007 existiert in Ecuador ein Tarif für Geringverbraucher (Tarifa Dignidad). In den Genuss des
subventionierten kWh- Preises von 4,0 USD-Ct./kWh kommen Geringverbraucher, die nicht mehr als 110 kWh im
Hochland und 130 kWh an der Küste und den Galapagosinseln monatlich konsumieren. Bisher haben zwei Mio.
Ecuadorianer von diesem speziellen Programm profitiert. Der Preis von 4,0 USD-Ct./kWh gilt bei ländlichen Gebieten für
die Feldbewässerung. Die Regierung will mit diesen Maßnahmen gering verdienende und abgelegene Gemeinde fördern.
Gemäß des Energieplans (Plan Maestro de Electrificación 2009-2020) des CONELEC sind folgende Maßnahmen für die
kommenden Jahre geplant:
1. Vereinheitlichung des Zuschusssystems.
2. Anwendung neuer Instrumente für die effiziente Berechnung der Produktionskosten und Verbrauchertarifen.
3. Definition von Einheitstarifen und den dazu gehörenden Kosten.
4. Einführung von speziellen Tarifen für Verbraucher mit Vorauszahlungsverträgen.
Im Vordergrund der
Maßnahmen steht die
Reformierung des
Tarifsystems. Der Abbau des
defizitären Zustands ist hier
oberste Priorität. Die
Stromerzeugungskosten lagen
in Ecuador mit 10,7 USD-
Ct./kWh höher als die für den
Endkunden geltenden
durchschnittlichen Tarife von
9,31 USD-Ct./kWh.
Aus diesem Grund wurde
bereits im Juli 2011 ein neues
Tarifsystem eingeführt. So
gelten für Privathaushalte
Abb. 6: Preisübersicht des neuen Tarifsystems welche mehr als 500 kWh
Quelle: El Universo (2012)
verbrauchen höhere
17Strompreise als die gewohnten 9,5 USD-Ct. Haushalte, die zwischen 500 und 750 kWh im Monat verbrauchen, werden
fortan 11,85 USD-Ct. in Rechnung gestellt. Verbraucher mit 1.001 bis 1.500 kWh zahlen 16,09 USD-Ct. und bei mehr als
3.500 kWh sind 67,12 USD-Ct. zu entrichten (vergleiche Abb.6) (El Universo 2012).
Als Folge des veränderten Tarifsystems ist in den vergangenen Jahren ein neuer Nischenmarkt entstanden. Insbesondere
Großkonsumenten suchen nach Alternativen, um nicht die höchste Tarifklasse von 67,12 USD-Ct. eingestuft zu werden.
Folglich wird insbesondere in Mini-Fotovoltaik Projekte investiert, um somit einen günstigeren Tarif zu erhalten.
2.3 Energiepolitische Rahmenbedingungen und Struktur des ecuadorianischen
Energiesektors
Die energiepolitischen Rahmenbedingungen in Ecuador werden vom Ministerium für Elektrizität und Erneuerbare
Energien (Ministerio de Electricidad y Energía Renovable – MEER) festgelegt. Folglich gelten seit dem 30. Januar 2009
folgende Rahmenbedingungen:
a) Zurückgewinnung der Planungsobrigkeit des Energiesektors für den Staat.
b) Stärkung der Beziehungen zwischen Zentralstaat und Gemeinden.
c) Entwicklung eines neuen Energiemodels, das umweltfreundliche Technologien einschließt.
d) Verfassung eines nationalen Entwicklungsplans, der eine effiziente Ausweitung des Energiesektors unter einer
nachhaltigen Entwicklung garantiert.
e) Förderung von strategischen Partnerschaften zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor (national
und/oder ausländisch), um die Realisierung von Projekten unter einer Rechtssicherheit zu garantieren.
f) Die Entwicklung von nachhaltigen Energiequellen fördern und erneuerbare Projekte
vorantreiben: z.B. Wasserkraft, Geothermie, Solarenergie und Windkraft.
g) Vergabe von Staatsgarantien zur Sicherung der Zahlungen an Stromerzeugungs- und
Stromverteilungsunternehmen.
h) Stärkung des nationalen und regionalen Verteilernetzes durch konstante Investitionen sowie
Kostensenkungsmaßnahmen bei der Erzeugung und durch einen intensiveren Austausch mit Ländern aus der
Region.
i) Stärkung des nationalen Verteilernetzes, um eine reibungslose und qualitativ hochwertige Energiedistribution
von den Kraftwerken bis zu den städtischen Verteilerunternehmen zu gewährleisten.
j) Stärkung der öffentlichen Institutionen im Energiesektor.
k) Neugründung von effizienten und wettbewerbsfähigen staatlichen Verteilungsunternehmen, die im Rahmen
einer Sozialwirtschaft serviceorientiert arbeiten.
l) Einführung von energieeffizienten Technologien, Entwicklung von energiesparenden Maßnahmen und
Fortbildung der Bevölkerung für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Energie zur Reduzierung
von Energieverlusten.
m) Reduktion des Treibstoffverbrauchs bei der Stromerzeugung durch die Einführung von Hybridtechnologien.
Im Jahr 2007 wurden die Ministerien für nicht erneuerbare Ressourcen (Ministerio de Recursos No-Renovables) und für
Elektrizität und Erneuerbare Energien getrennt. Letzterem unterstehen weitere Behörden, die die effiziente und
umweltfreundliche Energieerzeugung und Verwendung strukturieren, regulieren und kontrollieren. Abbildung 7
verdeutlicht die Strukturierung.
Das Ministerium für Koordination und Strategische Sektoren (Ministerio de Coordinación de Sectores Estratégicos-
MCPEC) gibt allgemeine politische Richtlinien vor, welche vom MEER in Gesetzesvorlagen und Projekte umgesetzt
werden. Letzteres beauftragt das nationale Institut für Energieeffizienz und erneuerbare Energien (Instituto Nacional de
Eficiencia Energética y Energías Renovables-INER) mit der Durchführung von Forschungsprojekten und der
Entwicklung von neuen Technologien.
18Dem MEER untersteht der CONELEC. Dieser ist mit
der Regulierung und der Kontrolle der Stromerzeugung
sowie dessen Distribution beauftragt. Des Weiteren
kontrolliert der CONELEC die Netzabdeckung und legt
gemäß seiner Funktion die Tarifpreise fest. Er verfasst
zudem Entwicklungspläne für den ecuadorianischen
Energiesektor. Diese Regulierungen werden von dem
Staatsunternehmen für Elektrizität in Ecuador
(Corporación Eléctrica del Ecuador-CELEC EP), dem
nationalen Zentrum für die Energiekontrolle (Centro
Nacional de Control de Energía-CENACE) und der
nationalen Körperschaft für Elektrizität (Corporación
Nacional de Electricidad-CNEL) umgesetzt. Letztere
besteht aus zehn Staatswerken und integriert
verschiedene Werke aus den ecuadorianischen
Provinzen. CELEC EP ist insbesondere mit der
Energieerzeugung, der Distribution und dem Import
und Export beauftragt. CENACE ist der Verwalter des
nationalen Stromnetzes und dessen Verbindungen mit
Abb. 7: Struktur des ecuadorianischen Energiesektors
Kolumbien und Peru. (MEER 2013a)
Quelle: MEER (2013a)
Die nachfolgende Tabelle listet diesbezüglich energieerzeugende, verteilende und durchleitende Unternehmen auf:
Energieerzeugende Unternehmen Verteilerunternehmen
Corporación para La Administración Temporal Eléctrica de Empresa Eléctrica Ambato S.A.
Guayaquil
Empresa Generadora del Austro S.A. Empresa Eléctrica Azogues C.A.
Compañía de Generación Termoeléctrica Guayas S.A Empresa Eléctrica de Bolívar S.A.
Electroquil S.A. CATEG-SG
Generadora Rocafuerte S.A. Empresa Eléctrica Centro Sur C.A.
Compañía de Generación Hidroeléctrica Agoyán S.A. Empresa Eléctrica Provincial Cotopaxi S.A.
Hidroeléctrica Nacional S.A. Empresa Eléctrica Regional El Oro S.A.
Compañía de Generación Hidropastaza S.A. EMELGUR – Empresa Eléctrica Regional Guayas
Compañía de Generación Hidroeléctrica Paute S.A. Los Ríos S.A.
Machala Power Cía. Ltda. Empresa Eléctrica Esmeraldas S.A.
Compañía de Generación Termoeléctrica Esmeraldas S.A. Empresa Eléctrica Los Ríos S.A.
Termoguayas Generación S.A. Empresa Eléctrica Manabí S.A.
Compañía de generación Termoeléctrica Pichincha S.A. Empresa Eléctrica Milagro S.A.
Ulysseas Inc. Empresa Eléctrica Regional Norte S.A.
Empresa Eléctrica Quito S.A.
Empresa Eléctrica Riobamba S.A.
Empresa Eléctrica Península de Santa Elena S.A.
Durchleitungsunternehmen Empresa Eléctrica Santo Domingo S.A.
TRANSELECTRIC S.A. (Compañía Nacional de Transmisión Empresa Eléctrica Regional del Sur S.A.
Eléctrica)
Empresa Eléctrica Regional Sucumbíos S.A.
Empresa Eléctrica Provincial Galápagos S.A.
Tab. 2: Energieerzeugende, verteilende und durchleitende Unternehmen
Quelle: MEER (2013a)
19Des Weiteren werden seit 2007 diverse umweltfreundliche Projekte zur Energiegewinnung realisiert. Die Wasserkraft
spielt hier eine entscheidende Rolle. Nähere Details zu diesem Thema werden in Kapitel 2.6 erläutert.
Die Energiepolitik Ecuadors beinhaltet drei wichtige Normen: Effizienz, Rationalität und Social Responsibility -
dargestellt in der folgenden Abbildung (Abb.8):
Die energiepolitischen Strategien zielen dementsprechend auf einen
nachhaltigen und sozialverträglicheren Energiekonsum ab. So werden
Projekte durchgeführt, die eine effiziente Energienutzung und das
Umweltbewusstsein der ecuadorianischen Bevölkerung fördern. Zudem
soll durch den Austausch und die Installation neuer Haushaltsgeräte der
Stromverbrauch verringert werden. Eine detaillierte Beschreibung dieser
Strategien erfolgt in Kapitel 2.5.
Abb. 8: Strategien zur Energieeffizienz
Quelle: MEER (2013a)
2.4 Gesetzliche Rahmenbedingungen
Mit der am 20. Oktober 2008 in Kraft getretenen Staatsverfassung gab es grundlegende Änderungen für den
Energiesektor. Nachfolgend die wichtigsten verfassungsrechtlichen Grundlagen.
§ 15: Der Staat ist verpflichtet erneuerbare und nachhaltige Energiequellen mit geringen
Umweltauswirkungen sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor zu fördern. Die
Energieerzeugung darf dabei nicht die Nahrungs- und Wasserversorgung gefährden.
§313: Es ist des Staates ausschließliches Recht die strategischen Sektoren zu verwalten, zu regulieren und zu
kontrollieren. Als strategische Sektoren werden wirtschaftliche, soziale, politische und umwelttechnische
Bereiche definiert. Die Energieversorgung ist unmissverständlich als strategischer Sektor einzustufen.
§ 314: Für öffentliche Leistungen ist allein der Staat verantwortlich. Dazu zählt auch die Energieversorgung [...]
Der Staat sorgt für einheitliche Preise/Tarife von öffentlichen Dienstleistungen und ist auch für deren Einhaltung
verantwortlich.
Das Rahmengesetzbuch für den Stromsektor schreibt im Artikel 5A vor: Die politischen Entscheidungen für den
Energiesektor gehen vom Präsidenten aus und werden durch das Ministerium für Elektrizität und Erneuerbare Energien
weitergeleitet. Die Entwicklung und Umsetzung von politischen Maßnahmen übernimmt der CONELEC.
2.5 Aktuelle Situation und neue Entwicklungen auf dem Energiemarkt
Ecuadors Energiemarkt vollzieht große Veränderungen. So ist die Regierung ihrem Ziel bis 2020 die Energiematrix
zugunsten der erneuerbaren Energien zu verschieben bereits bedeutend näher gekommen. Gleichwohl sind die
Hauptenergiequellen des Landes mit 79% Ölderivate. Folglich investiert der Staat weiterhin in strategische Projekte, um
natürliche Ressourcen effizient zu nutzen, die Energieversorgung zu sichern und die Umweltverschmutzung zu
kontrollieren. Die aktuellen Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele sind unter anderem der Bau von acht neuen
Wasserkraftwerken, zwei Windparks und zahlreichen Pilotprojekten in den Bereichen Erdgas, Biodiesel, Geothermie und
Fotovoltaik. Außerdem werden Anreize für die Fuhrparkerneuerung geschaffen, bestehende Raffinerien grundlegend
modernisiert und Projekte zur Effizienzsteigerung ins Leben gerufen.
20Abb. 9: Investitionen in Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz
Quelle: MEER (2013a)
Die obenstehende Abbildung
bbildung bietet eine Übersicht über aktuelle Investitionen in Projekte zur Steigerung der
Energieeffizienz.
Für die dargestellten Projekte ist somit eine Gesamtinvestition von ca. 148 Mio. USD geplant. Diese Strategien und
Investitionen sollen insbesondere durch den geringeren Stromkonsum die Subventionsausgaben und somit die
Staatsausgaben senken (CONELEC 2012).2012). Auch beim Verbrauch von Flüssiggas gibt der Staat jährlich bis zu 638 Mio.
USD an Subventionen aus. Dies soll sich mit Hilfe des Pilotprojekts, in dem für insgesamt 1,2 Mio. USD kostenlos 6.000
Induktionsherdplatten an Haushalte der Provinz Carchi an der Grenze zu Kolumbien verteilt wurden, ändern (siehe
Abb.10). Neben einem geringeren Gasverbrauch soll somit auch der Schmuggel nach Kolumbien unterbunden werden.
Bei erfolgreichem Ende der Testphase soll das Projekt landesweit ausgeweitet werden. Des Weiteren
Weite hat der Staat am 1.
Januar 2012 eine sog. „grüne Steuer“ auf Fahrzeuge mit hohem Treibstoffverbrauch erhoben.
Die beschriebenen Veränderungen im Energiesektor sind von grundlegender Bedeutung für das Land, um den noch zum
gröβten Teil auf Erdölderivaten
lderivaten basierenden Energiekonsum zu senken. Denn obwohl Ecuador Erdölexporteur
Erd ist,
importiert es den überwiegenden
Teil der Erdölderivate.
Erd Kraftstoffe
wie Diesel, Benzin und Flüssiggas
Fl
werden in Ecuador subventioniert.
Allein für Treibstoffe hat der Staat
im Jahr 2012 ca. 2,9 Mrd. USD
ausgegeben. Dies entspricht ca. 4%
des BIPs.
BIPs Eine Zahl, die nach der
jetzigen Administration zu senken
ist. Hauptkonsumenten sind das
Transportwes
Transportwesen, gefolgt von der
Industrie und Landwirtschaft sowie
den Haushalten
Haushal und dem Handel
(siehe Abb.10).
Abb.10
Abb. 10: Übersicht Energieverbrauch in Ecuador
Eine weitere Strategie Ecuadors
Quelle: MEER (2013a)
zielt auf die Verbesserung der
Stromnetze ab. Um Verluste beim
Transport der Elektrizität zu verringern, investiert Ecuador
Ecuador in den Bau von intelligenten Stromnetzen, welche eine
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