WAHL Berufs Ausbildungswege
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Berufswahl Ausbildungswege
Lehre Schule Studium
BILD © LUKAS BISCHOFBERGER • WWW.BLOGONADE.DE
AUSGABE 2014/2015
Berufs
WAHL
Ausbildungswege
AusbildungswegeKarrierevideos
die AMS-Webseite für Filme über die Arbeitswelt
Auf dieser Plattform www.ams.at/karrierevideos finden Sie ca. 300
interessante Filme.
Sie interessieren sich für einen bestimmten Beruf oder möchten sich
einen allgemeinen Überblick über beruflichen Möglichkeiten schaf-
fen. Dann wählen Sie aus unseren ca. 300 Videos jene Themen aus,
die Ihnen bei der Beantwortung Ihrer beruflichen Fragen helfen
können.
Zu folgenden Themenbereichen stehen Filme zur Verfügung:
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Orientierung
Betriebsbesuche
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DESIGN: WWW.WERBEKUNST.AT | FOTO: © STEPHEN EASTOP: STEPHENEASTOP@GMAIL.COM
BE R U F S -I N F OS ON LIN E
www.ams.at/karrierevideosImpressum
Medieninhaber: A rbeitsmarktservice Österreich
Bundesgeschäftsstelle, 1200 Wien,
Treustraße 35-43
2. Auflage 2013
Stand: Juli 2013
Druck: September 2013
Redaktion: M ag. Karin Hackensöllner-Ali, Arbeitsmarktservice Österreich
Abteilung Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation/ABI
Text: M
ag. Dagmar Achleitner, Mag. Helmut Dornmayr, ibw
Olja Alvir, Biber Verlagsgesellschaft mbH
Überarbeitung: Mag. Heike Arlt
Grafische Gestaltung: Mehmet Sel, dil.at & Biber Verlagsgesellschaft mbH
Überarbeitung und Reinzeichnung: Daniela Toth, D-Punkt, www.d-punkt.at
Fotos: AMS, Fotolia, Lucia Bartl, Michaela Tubikanec
Umschlag: Ideenmanufactur, 1020 Wien
Überarbeitung: Werbekunst, www.werbekunst.at
Inserate: Werbekunst, www.werbekunst.at
Gesamtherstellung: Druckerei Berger & Söhne Ges.m.b.H., 3580 Horn
2
ISBN: 978-3-85495-546-4Ausbildungswege
inhalt
Vorwort ............................................................................................4
Allgemeine Informationen ...........................................................6
Kindergarten ..................................................................................8
Volksschule .................................................................................. 10
Sonderschule ................................................................................ 12
Neue Mittelschule....................................................................... 16
Hauptschule.................................................................................. 20
Allgemeinbildende höhere Schule (AHS) = Gymnasium........ 22
Polytechnische Schule (PTS)..................................................... 26
Lehre .............................................................................................. 28
Berufsbildende mittlere Schule (BMS) ..................................... 32
Berufsbildende höhere Schule (BHS) ........................................ 36
Fachhochschule (FH),
Pädagogische Hochschule und Universität ........................... 40
Nostrifikation von Bildungsabschlüssen................................. 42
Unterstützung bei der Wahl der richtigen Ausbildung ........ 44
Bereit für eine Lehre? 5 Tipps zur Berufswahl ..................... 46
Glossar und Abkürzungen .......................................................... 47
Hilfreiche Internetseiten ........................................................... 48
Wichtige Adressen ....................................................................... 50
3vorwort
Liebe Leserinnen und Leser!
Eine gute Ausbildung ist ein wichtiger Grund-
stein für Ihre berufliche und persönliche Zukunft.
Bestimmt möchten Sie später auf eigenen Beinen
stehen und einen Beruf ausüben, der Ihnen Spaß
macht. Daher ist es wichtig, dass Sie sich rechtzei-
tig über mögliche Ausbildungswege informieren.
Doch bei der Vielzahl an unterschiedlichen Schul-
formen und Berufsausbildungen ist es gar nicht so
einfach, den Überblick zu behalten. Vielleicht kom-
men Sie oder Ihre Familie ursprünglich aus einem
anderen Land und sind mit dem österreichischen
Bildungssystem noch nicht ganz vertraut. Diese
Broschüre bietet Ihnen einen Überblick über Aus-
bildungsmöglichkeiten in Österreich.
Vom Kindergarten bis zur Universität werden in
Österreich viele unterschiedliche Ausbildungen
angeboten. Welche Schul- oder Berufsausbildung
für Sie persönlich in Frage kommt, hängt in erster
Linie von Ihren Interessen, Stärken, Vorausset-
zungen und Zielen ab. Sind Sie handwerklich
begabt und eher praktisch veranlagt? Dann ist
vielleicht eine Lehre das Richtige für Sie. Wenn
Sie gerne studieren möchten, bereitet Sie eine AHS
oder eine andere höhere Schule optimal darauf
vor. Ein großer Vorteil am österreichischen Bil-
dungssystem ist, dass meist mehrere Wege zum
Ziel führen können. Diese Broschüre soll Sie dabei
unterstützen, Ihren persönlichen Weg zu finden.
Wenn Sie sich für eine bestimmte Ausbildung
interessieren, erhalten Sie in den BerufsInfo-
Zentren (BIZ) des AMS weitere Informationen
dazu.
Nutzen Sie Ihre Chance und gestalten Sie Ihre
Zukunft mit der richtigen Ausbildung!
4allgemeine
informationen
Diese Broschüre gibt einen groben Überblick über die Ausbil-
dungsmöglichkeiten in Österreich. Weitere Informationen erhalten
Sie in den BerufsInfoZentren (BIZ) des AMS, beim Bundesmini-
sterium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) und bei vielen
anderen Organisationen. Auf den letzten Seiten dieser Broschüre
finden Sie Angebote, die Sie bei der Wahl der richtigen Ausbildung
unterstützen sowie hilfreiche Adressen und Links zur Orientierung.
Viele Schulen und Universitäten haben Internetseiten und auch zur
Lehre finden Sie viele Informationen im Internet.
Schulpflicht
In Österreich müssen alle Kinder neun Jahre die
Schule besuchen. Diese Zeit bezeichnet man als Öffentliche Schulen und Privatschulen
Schulpflicht. Sie beginnt in der Regel im Alter von
6 Jahren und endet im Alter von 15 Jahren. Da- In Österreich kann man zwischen öffentlichen und
nach stehen den Jugendlichen zahlreiche weitere privaten Schulen wählen, wobei die Mehrheit aller
Ausbildungsmöglichkeiten offen. Sie können zum Schulpflichtigen eine öffentliche Schule besucht.
Beispiel eine weiterführende Schule besuchen
oder einen Lehrberuf erlernen. Der Besuch einer öffentlichen Schule ist kosten-
los. Beim Besuch einer öffentlichen Pflichtschule
Vor dem Schuleintritt müssen alle Kinder ein Jahr (Volksschule, Neue Mittelschule/Hauptschule, Son-
den Kindergarten besuchen. Die meisten Kinder derschule, Polytechnische Schule, Berufsschule)
besuchen den Kindergarten bereits ab dem gibt es keine freie Schulwahl. Das heißt, die Kinder
3. Lebensjahr oder auch schon früher. müssen die Schule besuchen, die ihrem Wohnort
zugeteilt ist (Schulsprengel). In der Regel ist das die
Schule, die am nächsten beim Wohnort liegt. Die
Hinweise Städte Wien, Linz, Graz und Salzburg gelten jeweils
als ein Schulsprengel. Bei den Neuen Mittelschulen/
» Die Schulpflicht gilt für alle Kinder, die dauernd Hauptschulen mit einem besonderen Schwerpunkt
in Österreich leben, egal welche Staatsbürger- (zum Beispiel Musik oder Sport) gibt es in der Regel
schaft sie haben. keinen Schulsprengel, das heißt, hier kann die
Schule frei gewählt werden. In der Praxis können
» Die Schulpflicht ist nach neun Schuljahren auch darüber hinaus Ausnahmen von der Schul-
erfüllt, egal ob man das letzte Schuljahr positiv sprengelregelung beantragt werden.
oder negativ abschließt. Für die weitere Aus-
bildung oder das Berufsleben ist es jedoch be- Privatschulen können frei gewählt werden. Es muss
sonders wichtig, einen positiven Pflichtschul- ein monatliches Schulgeld bezahlt werden. Für
abschluss zu erreichen, das heißt ein Zeugnis Privatschulen gelten nicht immer dieselben Aufnah-
ohne „Nicht genügend“. mevoraussetzungen wie für öffentliche Schulen. Die
6
Voraussetzungen müssen bei der jeweiligen Schule
nachgefragt werden.Ausbildungswege
Diese Möglichkeiten gibt es, die Schulpflicht zu erfüllen:
Volksschule Sonderschule
4 Jahre 8 bzw. 9 Jahre
Danach kann gewählt werden zwischen:
• Neuer Mittelschule/Hauptschule oder
• AHS-Unterstufe (Gymnasium)
4 Jahre
Als 9. Schuljahr kann gewählt werden zwischen:
• Polytechnischer Schule (PTS) oder
• erste Klasse einer berufsbildenden Schule (BMS oder BHS) oder
• fünfte Klasse einer AHS (= Gymnasium)
Nach der Schulpflicht gibt es folgende
weiterführenden Ausbildungsmöglichkeiten:
• Lehre (mit verpflichtender Berufsschule)
• Allgemeinbildende höhere Schule (AHS) = Gymnasium
• Berufsbildende mittlere Schule (BMS) = z.B. HAS, Fachschulen
• Berufsbildende höhere Schule (BHS) = z.B. HAK, HTL
Mit der Matura (Reifeprüfung), Berufsmatura
(Berufsreifeprüfung) beziehungsweise
Studienberechtigungsprüfung gibt es folgende
weiterführenden Ausbildungsmöglichkeiten:
• Kolleg • Fachhochschule
• Pädagogische Hochschule • Universität
7kindergarten So klein, und schon beginnt der Ernst des Lebens? Allerdings, in Österreich gibt es nämlich ein verpflich- tendes Kindergartenjahr vor dem Schuleintritt. Dafür aber gratis: Fünfjährige werden ein Jahr lang kostenlos betreut. Natürlich ist es auch möglich, mehrere Jahre in den Kindergarten zu gehen, Mindestalter ist hier 2,5-3 Jahre. Besonders wichtig ist die Vorbereitung auf die Schule und das Erlernen der deutschen Sprache. Außerdem soll früh gelernt sein, wie man richtig mitei- nander umgeht. Wenn du aufgehört hast, es durch die Gegend zu werfen, bekommst du auch ein Mittagessen.
Ausbildungswege
Dauer / Altersgruppe Der Besuch ist je nach Bundesland für Kinder ab 2,5 beziehungsweise
3 Jahren bis 6 Jahren möglich. Vor dem Schuleintritt müssen alle Kinder
ein Jahr den Kindergarten besuchen.
Das verpflichtende Kindergartenjahr beginnt immer im September und gilt
für alle Kinder, die bis zum 31. August des jeweiligen Jahres 5 Jahre alt
geworden sind.
Nutzen Der Kindergarten ist eine gute Vorbereitung auf die Schule und unter-
stützt die Eltern bei der Kindererziehung. Die Kinder finden hier andere
Kinder, mit denen sie spielen können und lernen so, mit anderen richtig
umzugehen. Besonders wichtig ist auch das Erlernen und Vertiefen der
deutschen Sprache. Der Kindergarten bietet den Kindern viele Möglich-
keiten, sich zu bewegen, kreativ zu sein und Neues zu lernen. Dadurch
sollen die Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung optimal gefördert
werden.
Der Kindergarten kann entweder nur am Vormittag oder auch den ganzen
Tag besucht werden. Gegen Bezahlung bekommen die Kinder ein Mittag-
essen.
Kostenlose In ganz Österreich ist für alle Fünfjährigen der Besuch des Kindergartens
Besuchsmöglichkeiten im Ausmaß von 20 Stunden pro Woche gratis (= verpflichtendes letztes
Kindergartenjahr). In den meisten Bundesländern ist darüber hinaus ein
kostenloser Besuch des Kindergartens auch in einem höheren Stunden-
ausmaß beziehungsweise für andere Altersgruppen möglich. Ansonsten
ist für den Kindergartenbesuch zu zahlen.
Hinweis: Mehr Infos dazu finden Sie unter
www.help.gv.at
> Familie und Partnerschaft
> Kinderbetreuung
> Formen der Kinderbetreuung
> Kindergärten
Anmeldung Die Anmeldung für einen Platz in einem öffentlichen Kindergarten erfolgt
im Kindergarten selbst oder am zuständigen Gemeindeamt beziehungs-
weise Magistrat.
Tipps: » Erkundigen Sie sich möglichst bald, welche Kindergärten es in Ihrer
Nähe gibt. Sehen Sie sich die Einrichtungen persönlich an und
sprechen Sie mit den verantwortlichen Personen.
» Vergessen Sie nicht, Ihr Kind rechtzeitig anzumelden. In vielen Kin-
dergärten muss man das Kind bereits 1 bis 2 Jahre vorher anmelden,
um einen Platz zu bekommen. Fragen Sie am besten im Kindergarten
nach, wann Sie Ihr Kind anmelden sollen.
Link www.kinderbetreuung.at
9
Wie könnte es weitergehen?
Volksschule______________________________________ Seite 10
Sonderschule____________________________________ Seite 12volksschule Grundgerüst für dein restliches, folgendes Lesen, Schreiben, Rechnen – ohne geht’s eben nicht. Und damit das alles mal Wissen vorstellen. Wenn deine Mutter- ordentlich sitzt, dafür ist die Volksschule sprache gut ausgebaut ist, dann kannst zuständig. Außerdem gibt’s auch schon du auch sicher Deutsch und andere Sachunterricht, Englisch, Turnen, Musik, Sprachen darauf bauen. Dafür wird in der Werken und Zeichnen im Stundenplan. Volksschule mit Zusatzunterricht gesorgt Damit alle sicher unterwegs sind, wird (für deine Religion gilt das übrigens auch). auch noch das richtige Verhalten im Aber keine Angst, wenn das anfangs mit Straßenverkehr erlernt. Für einen guten dem Deutsch noch nicht so gut klappt: im Start ins Bildungsleben ist es unbedingt Förderunterricht holst du bestimmt schnell notwendig, dass du deine Muttersprache auf. Genug Grundwissen? Dann auf ins gut beherrschst. Das kannst du dir wie ein Bildungsgetümmel!
Ausbildungswege
Dauer 4 Jahre
Altersgruppe Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren
Nutzen Die Volksschule legt den Grundstein für den weiteren Bildungsweg. Hier
lernen die Kinder Schreiben, Lesen, Rechnen und sich allmählich in der
Welt des Wissens zurechtzufinden. Auch erlernen die Kinder das richtige
à Förderunterricht, Verhalten im Straßenverkehr. Wer Unterstützung beim Lernen braucht,
Förderstunden
zusätzliches Angebot kann den wöchentlichen à Förderunterricht besuchen. Die Volksschüle-
für SchülerInnen außer- rInnen sollen auch lernen, in der Gruppe mit anderen Kindern zurechtzu-
halb des normalen Unter- kommen und mit Konflikten umzugehen.
richts zur Verbesserung
ihrer Leistungen
Für Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, gibt es à Förder-
stunden in Deutsch. Wenn möglich, erhalten sie Zusatzunterricht in ihrer
Muttersprache sowie ihrer Religion.
In der 4. Klasse besprechen die LehrerInnen mit den Eltern, welche wei-
terführende Schule für das Kind geeignet ist.
Voraussetzung • Wird das Kind bis zum 31. August 6 Jahre alt, dann ist es
mit 1. September des gleichen Jahres schulpflichtig.
• Schulreife: Bei der Anmeldung in der Schule wird festgestellt,
ob das Kind schulreif ist, das heißt, ob es schon fähig ist,
am Unterricht teilzunehmen.
Hinweis: » Schulpflichtige Kinder, die noch nicht schulreif sind, werden in die Vor-
schulstufe aufgenommen. Gegen diese Entscheidung kann von den
Eltern Berufung eingelegt werden. In der Vorschule werden die Kinder
langsam auf den Besuch der ersten Volksschulklasse vorbereitet.
Anmeldung Schulpflichtige Kinder müssen von den Eltern in der Volksschule ange-
meldet werden (= Schuleinschreibung).
Das Kind muss zur Schuleinschreibung mitgenommen werden, damit der/
die DirektorIn feststellen kann, ob das Kind bereits schulreif ist.
Die Einschreibfristen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden.
Der genaue Termin wird öffentlich bekannt gegeben und ist meist auch
am Schultor ausgehängt. Der Termin kann bis zu einem Jahr vor Schul-
beginn sein.
Hinweise: » Sie werden vom Kindergarten informiert, wann und in welcher Volks-
schule Sie Ihr Kind einschreiben müssen.
» In der Regel erhalten Sie von Ihrer Gemeinde oder vom Stadtschulrat
einen Brief, wann die Einschreibtermine in Ihrer Volksschule sind und
welche Dokumente mitzubringen sind.
Link www.schulen-online.at
Wie könnte es weitergehen?
11
Neue Mittelschule_______________________________________________ Seite 16
Hauptschule___________________________________________________ Seite 20
Allgemeinbildende höhere Schule (AHS) = Gymnasium_________________ Seite 22
Sonderschule__________________________________________________ Seite 12sonderschule
Kinder mit Benachteiligungen (bei körperlicher
oder geistiger Behinderung sowie Lernschwächen)
können anstelle einer Volksschule und/oder Neuen
Mittelschule/Hauptschule eine Sonderschule besu-
chen. Speziell ausgebildete LehrerInnen betreuen
die SchülerInnen, der Unterricht ist genau auf die
Bedürfnisse der Einzelnen angepasst. Eine andere
Möglichkeit für Kinder mit Förderbedarf ist es, in
Integrationsklassen zu gehen, wo sie gemeinsam
mit Kindern ohne Behinderung von Sonderpäda-
gogInnen unterrichtet werden.
Ganz wichtig: Schlechtes Deutsch ist kein Grund
für die Sonderschule! Du kannst natürlich Förder-
unterricht in deiner Volksschule/Neuen Mittel-
schule/Hauptschule/Polytechnischen Schule
bekommen – musst nur danach fragen!
12Ausbildungswege
Dauer 8 bis 9 Jahre
Mit Bewilligung der Schulbehörde kann die Sonderschule maximal zwölf
Jahre besucht werden.
Altersgruppe Kinder/Jugendliche von 6 bis 15 Jahren
Nutzen Kinder/Jugendliche mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung
oder einer Lernschwäche haben die Möglichkeit, eine Sonderschule zu
besuchen. Hier sind weniger SchülerInnen in einer Klasse. Die Kinder/
à Förderunterricht, Jugendlichen erhalten – je nach ihren Fähigkeiten – eine ähnliche Aus-
Förderstunden bildung wie in der Volksschule, Neuen Mittelschule/Hauptschule bezie-
zusätzliches Angebot hungsweise Polytechnischen Schule und werden auf das Berufsleben
für SchülerInnen außer-
halb des normalen Unter- vorbereitet. Sie werden von speziell ausgebildeten Sonderschullehre-
richts zur Verbesserung rInnen unterrichtet und erhalten eine individuelle Förderung. Falls nötig
ihrer Leistungen werden auch spezielle Möbel sowie Unterrichts- und Hilfsmittel einge-
setzt.
à Integrationsklasse/
Integrativer Unterricht:
gemeinsames Lernen In den letzten beiden Schuljahren findet eine Berufsorientierung statt.
und Arbeiten von Kindern/ Dabei lernen die SchülerInnen die verschiedenen Berufs- und Ausbil-
Jugendlichen mit und ohne
dungsmöglichkeiten kennen und finden heraus, in welchen Bereichen
Behinderung
ihre Interessen und Begabungen liegen. Das soll sie bei der späteren
à Pädagoge, Pädagogin: Berufswahl unterstützen. Als neunte Schulstufe kann in der Sonderschule
Erzieher, Erzieherin; ein „Berufsvorbereitungsjahr“ absolviert werden.
Lehrer, Lehrerin
Für Kinder/Jugendliche, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, gibt es
à Förderstunden in Deutsch, und, wenn möglich, Zusatzunterricht in
ihrer Muttersprache sowie ihrer Religion.
Hinweise: » Kinder/Jugendliche mit speziellem Förderbedarf können auch eine
à Integrationsklasse in der Volksschule, Neuen Mittelschule/Haupt-
schule oder AHS-Unterstufe besuchen. In einer Integrationsklasse
werden Kinder/Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam
von einem/einer LehrerIn und einem/einer Sonder à pädagogIn
unterrichtet und somit intensiver betreut und gefördert.
» Während oder nach dem Besuch der Sonderschule besteht die
Möglichkeit, den Abschluss der Neuen Mittelschule bzw. den Haupt-
schulabschluss nachzuholen.
» Die Arbeitsmarktchancen sind mit einem Sonderschulabschluss
geringer als mit anderen Schulabschlüssen (z.B. Hauptschule, Neue
Mittelschule, AHS). Für die berufliche Zukunft ist eine weiterführende
Ausbildung (z.B. Lehre) besonders empfehlenswert.
Voraussetzung Beim Kind muss ein Sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt
werden. Dazu muss beim Bezirksschulrat beziehungsweise Stadtschulrat
ein Antrag gestellt werden. Dieser kann bereits vor Schuleintritt oder erst
später im Laufe der Schulzeit gestellt werden. Der Antrag wird in der Re-
gel von der Schulleitung eingebracht, er kann aber auch von den Eltern
gestellt werden.
Geringe Deutschkenntnisse sind KEINESFALLS ein Grund für den Be-
such der Sonderschule. In diesem Fall stehen Förderstunden in Deutsch
und, wenn möglich, Zusatzunterricht in der Muttersprache in den Volks-
schulen und Neuen Mittelschulen/Hauptschulen zur Verfügung.
13
Gegen die Einstufung des Kindes in die Sonderschule kann von den
Eltern Berufung eingelegt werden.sonderschule 14
Ausbildungswege
Anmeldung Schulpflichtige Kinder sollten von den Eltern in der Volksschule ange-
meldet werden (= Schuleinschreibung, siehe Seite 10). Wird beim Kind
ein sonderpädagogischer Förderbedarf vermutet, wird es in ein Sonder-
pädagogisches Zentrum geschickt. Wird dort ein Sonderpädagogischer
Förderbedarf festgestellt, werden gemeinsam mit den Eltern die Möglich-
keiten (Sonderschule oder Integrationsklasse) und die weitere Vorgehens-
weise besprochen.
Kinder mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung beziehungs-
weise Kinder, bei denen bereits ein sonderpädagogischer Förderbedarf
festgestellt wurde, können auch direkt in der Sonderschule angemeldet
werden.
Abschluss je nach den individuellen Leistungen:
Jahres- und à Abschlusszeugnis beziehungsweise nur à Jahreszeugnis
à Abschlusszeugnis
escheinigung über den
B
positiven Abschluss der Im Zeugnis ist angeführt, nach welchem à Lehrplan und nach welcher
letzten Schulstufe; wird Schulstufe die einzelnen Gegenstände benotet wurden. Je nach den indi-
entweder zusätzlich viduellen Leistungen können einzelne Gegenstände auch nach anderen
zum Jahreszeugnis oder
gemeinsam mit diesem
Schulstufen oder auch nach dem Lehrplan der Neuen Mittelschule oder
ausgestellt Hauptschule unterrichtet und benotet werden.
Mögliche Schultypen • Allgemeine Sonderschule
(für leistungsbehinderte und lernschwache Kinder)
• Sonderschule für körperbehinderte Kinder
à Jahreszeugnis • Sonderschule für sprachgestörte Kinder
escheinigung über die
B
Leistung eines Schülers/
• Sonderschule für hörbehinderte Kinder
einer Schülerin am Ende • Sonderschule für gehörlose Kinder
eines Schuljahres (Institut für Gehörlosenbildung)
• Sonderschule für sehbehinderte Kinder
à Lehrplan • Sonderschule für blinde Kinder (Blindeninstitut)
Hier sind Lernziele und
Lerninhalte festgehalten. • Sondererziehungsschule
(für erziehungsschwierige Kinder)
• Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder
• Sonderschulklassen für mehrfach behinderte Kinder
• Heilstättenschulen
Link www.schulen-online.at
Wie könnte es weitergehen?
Polytechnische Schule (PTS)______________________________________ Seite 26
Allgemeinbildende höhere Schule (AHS) = Gymnasium_________________ Seite 22
Berufsbildende mittlere Schule (BMS)_______________________________ Seite 32
Berufsbildende höhere Schule (BHS)_______________________________ Seite 36
Nach Erfüllung der Schulpflicht:
15
Lehre________________________________________________________ Seite 28
Direkter Einstieg ins Berufsleben und berufliche Weiterbildung
Informationen und Tipps zur Berufswahl: www.ams.at/karrierekompass
Tipps zur Bewerbung und Musterbewerbungen unter: www.ams.at/bewerbungneue mittelschule
Die Neue Mittelsschule ist hoch im tagsbetreuung mit vielen interessanten
Kurs und hat schon viele Hauptschu- Freizeitaktivitäten und Lernhilfen. Der
len ersetzt. Was kann man sich ei- wichtigste Unterschied zur Hauptschu-
gentlich unter einer Neuen Mittelschu- le ist, dass du hier nach Abschluss
le vorstellen? Nun, prinzipiell ist die ein Zeugnis bekommen kannst, das
Neue Mittelschule eine Mischform aus gleichwertig mit dem AHS-Unterstu-
Hauptschule und Unterstufengymna- fenzeugnis ist. Das aber natürlich nur,
sium. AHS-/BHS- und Hauptschulleh- wenn du besonders fleißig bist.
rerInnen unterrichten gemeinsam. Der
Einsatz von modernen Unterrichts- Ansonsten sehen die Möglichkeiten
methoden (Projekte, Gruppenarbeit, nach Abschluss der Neuen Mittelschu-
selbstständiges Lernen) und verschie- le ähnlich aus wie bei der Hauptschu-
dene Fördermaßnahmen stehen am le: Übertritt in AHS-Oberstufe, HAK,
Programm. Und weil das noch nicht HAS, HTL, Lehre … das Bildungs-
genug ist, gibt es auch noch Nachmit- büffet ist eröffnet!
16Ausbildungswege
Dauer 4 Jahre
Altersgruppe Kinder/Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren
Nutzen Die SchülerInnen erhalten in der Neuen Mittelschule eine gute à Allge-
meinbildung und werden auf die künftige Berufswahl vorbereitet. Sie
werden von Hauptschul-, AHS- und/oder BHS-LehrerInnen unterrichtet.
à Allgemeinbildung Der à Lehrplan der Neuen Mittelschule unterscheidet sich fachlich nicht
mfassende Bildung in
u vom AHS-Lehrplan.
möglichst vielen Lebens-
bereichen
In der Neuen Mitteschule wird jede/r SchülerIn speziell gefördert. Dazu
à Lehrplan werden moderne Unterrichtsmethoden wie z.B. Unterricht in Kleingrup-
Hier sind Lernziele und pen, Durchführung von Projekten und selbstständiges Lernen eingesetzt.
Lerninhalte festgehalten. Braucht ein Kind/Jugendlicher mehr Unterstützung, gibt es verschiedene
Fördermaßnahmen.
à Leistungsgruppen
System zur Einstufung von
SchülerInnen nach ihren Im Unterschied zur Hauptschule gibt es in der Neuen Mittelschule keine
Leistungen in den Haupt- à Leistungsgruppen mehr. Stattdessen werden immer wieder neue
gegenständen Deutsch,
Mathematik, Lebende Lerngruppen gebildet, in denen ein bestimmtes Thema oder eine Aufgabe
Fremdsprache; in vielen gemeinsam erarbeitet wird.
Hauptschulen werden Die Noten 1 bis 5 gibt es auch in der Neuen Mittelschule. Neu ist die Un-
3 Leistungsgruppen geführt terscheidung zwischen „grundlegender Allgemeinbildung“ und „vertiefter
à Förderunterricht, Allgemeinbildung“ in den Hauptgegenständen Deutsch, Mathematik und
Förderstunden Lebende Fremdsprache (meist Englisch).
zusätzliches Angebot Die vertiefte Allgemeinbildung richtet sich nach den Anforderungen des
für SchülerInnen außer-
AHS-Lehrplans. Bei der grundlegenden Allgemeinbildung werden zwar
halb des normalen Unter-
richts zur Verbesserung dieselben Inhalte gelernt, aber der Schwierigkeitsgrad ist nicht so hoch.
ihrer Leistungen Ab der 3. Klasse steht im Zeugnis, ob nach vertiefter oder grundlegender
Bildung benotet wurde. Zusätzlich zum Zeugnis bekommen die Schüle-
rInnen eine Leistungsbeschreibung, in der ihre Stärken, Fähigkeiten und
Begabungen beschrieben werden.
In der 3. und/oder 4. Klasse findet eine Berufsorientierung statt. Dabei
lernen die SchülerInnen die verschiedenen Berufs- und Ausbildungsmög-
lichkeiten kennen und stellen fest, in welchen Bereichen ihre Interessen
und Begabungen liegen. Die Jugendlichen sollen dadurch herausfinden,
ob sie eine weiterführende Schule besuchen oder eine Lehre machen
möchten.
Für Kinder/Jugendliche, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, gibt es
à Förderstunden in Deutsch und, wenn möglich, Zusatzunterricht in ihrer
Muttersprache sowie ihrer Religion.
In der Neuen Mittelschule gibt es zudem eine umfassende Nachmittags-
betreuung mit Lernhilfen und Freizeitangeboten.
Info Seit dem Schuljahr 2012/13 ist die Neue Mittelschule Regelschule. Das
heißt, sie ist kein Modellversuch mehr, wie in den Jahren davor. Bis zum
Schuljahr 2015/16 müssen alle 1. Klassen der Hauptschule als Neue
Mittelschule geführt werden.
17neue mittelschule
Ausbildungswege
Voraussetzung Positiver Abschluss der 4. Klasse Volksschule
Für den Besuch einer Neuen Mittelschule mit dem Schwerpunkt Musik
oder Sport muss eine à Eignungsprüfung abgelegt werden.
Anmeldung Die Anmeldung findet in der Regel in den ersten zwei Wochen nach den
Semesterferien (Februar) direkt in der Neuen Mittelschule statt.
à Eignungsprüfung
meist praktische Prüfung, Für die Anmeldung sind meist folgende Unterlagen mitzubringen:
mit der die Eignung
(Fähigkeit, Begabung ...)
einer Person für eine • Schulnachricht (Halbjahreszeugnis) der 4. Klasse Volksschule
bestimmte Schulart (Original und Kopie)
festgestellt wird
• Meldezettel
Abschluss à Abschlusszeugnis der Neuen Mittelschule
Mögliche Schwerpunkte In der Neuen Mittelschule gibt es vier mögliche Schwerpunktbereiche:
beziehungsweise • sprachlich-humanistisch-geisteswissenschaftlich
Schulformen • naturwissenschaftlich-mathematisch
• ökonomisch-lebenskundlich
à Abschlusszeugnis • musisch-kreativ
escheinigung über den
B
positiven Abschluss der Link www.neuemittelschule.at
letzten Schulstufe; wird
entweder zusätzlich
zum Jahreszeugnis oder
gemeinsam mit diesem
ausgestellt
Wie könnte es weitergehen?
Polytechnische Schule (PTS)______________________________________ Seite 26
Allgemeinbildende höhere Schule (AHS) – z.B. Oberstufenrealgymnasium__ Seite 22
Berufsbildende mittlere Schule (BMS)_______________________________ Seite 32
Berufsbildende höhere Schule (BHS)_______________________________ Seite 36
Nach Erfüllung der Schulpflicht:
(wenn jemand z.B. nach der 4. Klasse Neue Mittelschule oder Hauptschule
bereits 9 Jahre die Schule besucht hat, da eine Klasse wiederholt wurde,
oder im ersten Jahr seiner/ihrer Schulpflicht die Vorschule besucht hat):
19
Lehre___________________________________________ Seite 28
Direkter Einstieg ins Berufsleben und berufliche Weiterbildung
Informationen und Tipps zur Berufswahl: www.ams.at/karrierekompass,
Tipps zur Bewerbung und Musterbewerbungen unter: www.ams.at/bewerbunghauptschule
Die Hauptschule gibt es nicht Wahl nach der Hauptschule eine
mehr lange. Sie wird auf die Neue Aufnahmsprüfung machen – es
Mittelschule umgestellt, was schon lohnt sich also, sich schon hier
oft der Fall ist. In der Hauptschule anzustrengen!
gibt es Unterricht in sogenannten
Leistungsgruppen. Somit ist si- Aber Achtung! Mit einem Haupt-
cher, dass alles auf deine Bedürf- schulabschluss alleine wirst du
nisse abgestimmt ist. Im Zeugnis dir sehr schwer am Arbeitsmarkt
werden dann Gruppe und Note tun. Deshalb ist es besonders
vermerkt. Damit du später weißt, wichtig, dass du danach noch
was du mit dir anfangen sollst, gibt eine Ausbildung machst. Ob dies
es in der 3. und 4. Klasse Berufs- nun eine weiterführende Schule in
orientierung. Je nachdem, was Großbuchstaben (HAK, HAS, HTL,
in deinem Zeugnis steht, musst AHS ...) oder lieber eine Lehre
du vielleicht an der Schule deiner sein soll, bleibt dir überlassen.
20Ausbildungswege
Dauer 4 Jahre
Altersgruppe Kinder/Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren
Nutzen In der Hauptschule erhalten die SchülerInnen eine gute à Allgemeinbildung. Die Kinder/
Jugendlichen werden auf den Besuch einer weiterführenden Schule und das Berufsleben
à Allgemeinbildung vorbereitet.
mfassende Bildung in
u
möglichst vielen Lebens- In den meisten Hauptschulen gibt es für die Gegenstände Deutsch, Lebende Fremdsprache
bereichen (z.B. Englisch) und Mathematik drei verschiedene Leistungsgruppen. Die à Lehrpläne der
ersten (= höchsten) Leistungsgruppe entsprechen jenen einer AHS (= Gymnasium). In der
à Lehrplan dritten Leistungsgruppe werden den SchülerInnen leichtere Aufgaben gestellt und der Lern-
Hier sind Lernziele und
Lerninhalte festgehalten. stoff wird langsamer erlernt.
Bei Bedarf wird für die Pflichtgegenstände – vorwiegend jedoch für Deutsch, Lebende
à Förderunterricht, Fremdsprache und Mathematik – ein à Förderunterricht angeboten, der die SchülerInnen
Förderstunden beim Lernen unterstützt.
zusätzliches Angebot
für SchülerInnen außer-
In der 3. und 4. Klasse findet eine Berufsorientierung statt. Dabei lernen die SchülerInnen die
halb des normalen Unter- verschiedenen Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten kennen und stellen fest, in welchen
richts zur Verbesserung Bereichen ihre Interessen und Begabungen liegen. Die Jugendlichen sollen dadurch heraus-
ihrer Leistungen finden, ob sie eine weiterführende Schule besuchen oder eine Lehre machen möchten.
à Eignungsprüfung Für Kinder/Jugendliche, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, gibt es à Förderstunden in
meist praktische Prüfung, Deutsch und, wenn möglich, Zusatzunterricht in ihrer Muttersprache sowie ihrer Religion.
mit der die Eignung Der Hauptschulabschluss allein ist am Arbeitsmarkt zu wenig. Für die berufliche Zukunft ist
(Fähigkeit, Begabung ...) eine weiterführende Ausbildung (Lehre, Schulen wie HAS, HAK, HTL) unbedingt nötig.
einer Person für eine
bestimmte Schulart
festgestellt wirdHinweis: » Viele Hauptschulen sind bereits auf die Neue Mittelschule umgestellt. Bis zum Schuljahr
2015/16 müssen alle 1. Klassen der Hauptschule als Neue Mittelschule geführt werden.
Voraussetzung Positiver Abschluss der 4. Klasse Volksschule
Für den Besuch einer Musik-Hauptschule, Sport-Hauptschule oder Ski-Hauptschule muss
eine à Eignungsprüfung abgelegt werden.
Anmeldung Die Anmeldung findet in der Regel in den ersten zwei Wochen nach den Semesterferien
(Februar) direkt in der Hauptschule statt.
Für die Anmeldung sind meist folgende Unterlagen mitzubringen:
• Schulnachricht (Halbjahreszeugnis) der 4. Klasse Volksschule (Original und Kopie)
• Meldezettel
Abschluss Hauptschul-à Abschlusszeugnis
Mögliche Neben den speziellen Sonderformen (Musik-Hauptschule, Sport-Hauptschule und Ski-Haupt-
Schwerpunkte schule) gibt es viele Hauptschulen, die einen bestimmten Schwerpunkt haben, z.B. Fremd-
sprachen, musisch-kreativer Bereich, Sport, naturkundlich-technischer Bereich, Informatik.
à Abschlusszeugnis
escheinigung über den
B
positiven Abschluss der Link www.schulen-online.at
letzten Schulstufe; wird
entweder zusätzlich
zum Jahreszeugnis oder Wie könnte es weitergehen?
gemeinsam mit diesem
ausgestellt Polytechnische Schule (PTS)______________________________________ Seite 26
Allgemeinbildende höhere Schule (AHS) – z.B. Oberstufenrealgymnasium__ Seite 22
Berufsbildende mittlere Schule (BMS)_______________________________ Seite 32
Berufsbildende höhere Schule (BHS)_______________________________ Seite 36
Nach Erfüllung der Schulpflicht:
(wenn jemand z.B. nach der 4. Klasse Neue Mittelschule oder Hauptschule
bereits 9 Jahre die Schule besucht hat, da eine Klasse wiederholt wurde,
oder im ersten Jahr seiner/ihrer Schulpflicht die Vorschule besucht hat):
Lehre___________________________________________ Seite 28
Direkter Einstieg ins Berufsleben und berufliche Weiterbildung
Informationen und Tipps zur Berufswahl: www.ams.at/karrierekompass,
Tipps zur Bewerbung und Musterbewerbungen unter: www.ams.at/bewerbungallgemeinbildende
hohere schule
(ahs)
= Gymnasium
Möchtest du nach der Schule studieren? Dann
ist die AHS genau das Richtige für dich. Aber
auch wenn du dich noch nicht genau festlegen
willst, ist eine Allgemeinbildung keine schlechte
Idee. Denn am Arbeitsmarkt ist die Matura ein
großes Plus. Zudem kommen Gymnasien auch
noch in vielen verschiedenen Geschmacksrich-
tungen: wirtschaftskundlich, Realgymnasium,
mit musischem, bildnerischem oder sportlichem
Schwerpunkt – da ist für jeden etwas dabei.
Die Vielfalt an Möglichkeiten ist wohl der größte
Vorteil der AHS. Nach der Unterstufe kannst du
nämlich auch in eine HLW, HAK oder HTL wech-
seln, wo du eine Berufsausbildung bekommst –
mit Matura obendrauf!
22Ausbildungswege
Dauer Die AHS gliedert sich in • die AHS-Unterstufe: 4 Jahre und
• die AHS-Oberstufe: 4 Jahre
Altersgruppe AHS-Unterstufe: Kinder/Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren
AHS-Oberstufe: Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren
Nutzen In der allgemeinbildenden höheren Schule (AHS) erhalten die SchülerInnen eine
umfassende und vertiefende à Allgemeinbildung. Die AHS schließt mit der
à Allgemeinbildung Matura (Reifeprüfung) ab und ist vor allem dann eine gute Wahl, wenn man weiß,
mfassende Bildung in
u dass man nach der Schule studieren möchte. Wer nach der Matura direkt ins
möglichst vielen Lebens- Arbeitsleben einsteigen möchte, sollte eher den Besuch einer BHS überlegen. Man
bereichen
kann natürlich auch nach der AHS direkt ins Berufsleben einsteigen, allerdings
à Pflichtschule werden in der AHS keine speziellen Berufskenntnisse vermittelt.
Zu den Pflichtschulen
zählen: Volksschule, Neue
Die Matura ist am Arbeitsmarkt auf jeden Fall vorteilhaft. Im Vergleich zu Per-
Mittelschule/Hauptschule,
Sonderschule, Polytechni- sonen, die nur die à Pflichtschule abgeschlossen haben, sind à AbsolventInnen
sche Schule, Berufsschule einer AHS viel seltener arbeitslos.
à Absolvent/Absolventin Info: Nach erfolgreichem Besuch der AHS-Unterstufe kann die AHS-Oberstufe fort-
Person, die eine Ausbil-
dung/Schule erfolgreich gesetzt oder in eine berufsbildende mittlere oder höhere Schule (z.B. HAS, HTL,
abgeschlossen hat HAK) gewechselt werden.
Neben den 8-jährigen AHS-Schulformen gibt es auch das 4-jährige Oberstufen-
Realgymnasium (ORG), das erst ab der 9. Schulstufe beginnt. Es ist vor allem für
SchülerInnen nach der 4. Klasse Neuen Mittelschule/Hauptschule geeignet. Sie
können aber auch in die 8-jährigen AHS-Schulformen wechseln.
Voraussetzung AHS-Unterstufe:
• Positiver Abschluss der 4. Klasse Volksschule
à
Grundlegende und ver- • In Deutsch, Lesen und Mathematik muss die Note „Sehr gut“ oder „Gut“ erreicht
tiefte Allgemeinbildung worden sein. Bei einem „Befriedigend“ können die LehrerInnen die AHS-Reife
System zur Einstufung von
SchülerInnen der Neuen feststellen und den Besuch der AHS empfehlen. Ansonsten ist eine Aufnahms-
Mittelschule nach ihren prüfung abzulegen.
Leistungen in den Haupt- • Bei AHS mit sportlichem beziehungsweise musischem Schwerpunkt muss eine
gegenständen Deutsch,
Eignungsprüfung gemacht werden.
Mathematik und Lebende
Fremdsprache
Wechsel von der Neuen Mittelschule in die AHS- Oberstufe:
àKlassenkonferenz • Ein Übertritt ist möglich, wenn der/die SchülerIn in Deutsch, Mathematik
findet immer in der zweiten und einer lebenden Fremdsprache nach der à vertieften Allgemeinbildung
Woche vor Schulschluss
statt. Die LehrerInnen einer
benotet wurde. Wenn er/sie in einem Gegenstand nach der à grundlegenden
Klasse entscheiden hier Allgemeinbildung benotet wurde, entscheidet die à Klassenkonferenz,
unter anderem, ob ein/eine ob der/die SchülerIn für die AHS-Oberstufe geeignet ist.
SchülerIn bei einem „Nicht • Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ein Wechsel von der Neuen Mittel-
Genügend“ aufsteigen darf.
schule in die AHS-Unterstufe möglich.
Wechsel von der Hauptschule in die AHS- Oberstufe:
• Abschlusszeugnis mit „ausgezeichnetem Erfolg“ oder
• Abschlusszeugnis der Hauptschule: In Deutsch, Lebende Fremdsprache und
Mathematik gibt es eine positive Beurteilung in der ersten Leistungsgruppe oder
mindestens die Note „Gut“ in der zweiten Leistungsgruppe. Die anderen Pflicht-
gegenstände sind mindestens mit „Befriedigend“ benotet. Bei einem „Befriedi-
gend“ in der zweiten Leistungsgruppe können die LehrerInnen die AHS-Reife
feststellen und den Besuch der AHS empfehlen.
• Treffen die Voraussetzungen nicht zu, muss eine Aufnahmsprüfung gemacht
werden.
• In Gegenständen, die in der Hauptschule nicht im gleichen Ausmaß wie in der
AHS-Unterstufe unterrichtet werden, kann eine Aufnahmsprüfung verlangt wer-
den (z.B. in Latein bei Übertritt in ein Gymnasium). Bei einem Eintritt ins Ober-
stufenrealgymnasium (ORG) existiert dieses Problem nicht, diese Schulform
baut auf dem Lehrplan der Hauptschule auf.
• Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ein Wechsel von der Hauptschule
in die AHS-Unterstufe möglich.allgemeinbildende
hohere schule
(ahs)
= Gymnasium
24Ausbildungswege
Anmeldung Die Anmeldung findet in der Regel in den ersten zwei Wochen nach den
Semesterferien (im Februar) direkt in der AHS statt.
Hinweise: » Die AHS ist keine Pflichtschule, daher kann die Schule frei gewählt
werden. Es kann jedoch sein, dass aus Platzgründen nicht alle Kinder/
à
Landesschulrat/ Jugendlichen von der Schule aufgenommen werden können.
Stadtschulrat
Schulbehörde, die für die
» Die Anmeldung erfolgt in der Schule, die Sie am liebsten
Verwaltung des Schul- besuchen möchten (= „Erstwunschschule“).
wesens zuständig ist; » Überlegen Sie sich, welche Schulen sonst noch in Frage kommen. In
in jedem Bundesland gibt manchen Bundesländern können Sie weitere Schulwünsche bei der
es einen Landesschulrat
und in Wien den Stadt- Anmeldung in der „Erstwunschschule“ anführen oder sich bei anderen
schulrat. Schulen vormerken lassen. Eine richtige Anmeldung ist jedoch immer
nur in einer Schule möglich.
àMatura (Reifeprüfung) » Die „Erstwunschschule“ gibt Ihnen Bescheid, ob Sie aufgenommen
erfolgreicher Abschluss
einer AHS oder BHS; werden oder nicht. Bei einer Absage ist es wichtig, selbst aktiv zu wer-
berechtigt zum Studi- den. Der à Landesschulrat bzw. Stadtschulrat informiert Sie über
um an einer Universität, freie Plätze an anderen Schulen. Melden Sie sich so rasch als möglich
Fachhochschule, Pädago-
bei einer Schule mit offenen Schulplätzen an (zweite Anmelderunde).
gischen Hochschule oder
an einer anderen Hoch- Bitte achten Sie darauf, die Anmeldefristen einzuhalten.
schule » Bei Fragen hilft Ihnen der Landesschulrat bzw. die Schulinfostelle des
Stadtschulrats gerne weiter.
Abschluss à Matura (= Reifeprüfung)
Mögliche 8-jährige Schulformen mit AHS-Unter- sowie Oberstufe
Schulformen (E instieg nach der 4. Schulstufe, also nach der Volksschule):
Gymnasium: Latein, später Griechisch oder eine zweite lebende Fremd-
sprache (z.B. Französisch oder Italienisch) neben der ersten lebenden
Fremdsprache (meist Englisch)
Realgymnasium: Insgesamt mehr Mathematik und Schwerpunkte in den
naturwissenschaftlichen Fächern. In der Unterstufe: mehr Technisches
oder Textiles Werken, zusätzlich Geometrisches Zeichnen. In der Ober-
stufe: zweite lebende Fremdsprache oder Latein, Darstellende Geometrie
oder mehr Biologie und Umweltkunde, Chemie und Physik.
Wirtschaftskundliches Realgymnasium: Hier gibt es ergänzenden Unter-
richt in Chemie. In der Unterstufe: mehr Technisches oder Textiles Wer-
ken. In der Oberstufe: zweite lebende Fremdsprache oder Latein, mehr
Geografie und Wirtschaftskunde, zusätzlich Psychologie und Philosophie
sowie Haushaltsökonomie und Ernährung.
4-jährige Schulform (E instieg nach der 8. Schulstufe,
z. B. nach der Neuen Mittelschule oder Hauptschule):
Oberstufenrealgymnasium: mit naturwissenschaftlichem, musischem
oder bildnerischem Schwerpunkt
Link www.schulen-online.at
Wie könnte es weitergehen?
Fachhochschule (FH), Pädagogische Hochschule oder Universität____Seite 40
Kolleg____________________________________________________Seite 36
25
Lehre_____________________________________________________Seite 28
Direkter Einstieg ins Berufsleben und berufliche Weiterbildung
Informationen und Tipps zur Berufswahl: www.ams.at/karrierekompass
Tipps zur Bewerbung und Musterbewerbungen unter: www.ams.at/bewerbungpolytechnische
schule (pts)
Das Poly kann man sich wie einen fehlenden Legostein im
Ausbildungsbauwerk vorstellen – die Schulpflicht umfasst
9 Jahre, Volksschule, Neue Mittelschule/Hauptschule/AHS-
Unterstufe zusammen aber … nun, das kannst du dir ja
selbst ausrechnen. Aber nicht, dass du denkst, dies wäre
ein „Zwischenjahr“, in dem man auf der faulen Haut liegen
kann! Ganz im Gegenteil, es gibt viel zu tun: Schnupperleh-
ren und Betriebsbesuche erwarten dich. Schließlich sollst
du gerade in diesem Jahr herausfinden, was dein Wunsch-
beruf ist. Du wählst einen von 7 Fachbereichen, in dem
du erste Schritte machen wirst. Ziel ist es, dich so gut wie
möglich auf das Berufsleben vorzubereiten.
Aber Vorsicht! Ein Poly-Abschluss alleine ist am Arbeits-
markt zu wenig. Du solltest danach auf jeden Fall noch eine
Lehre machen oder nach dem Poly in eine BMS oder BHS
einsteigen – das ist nämlich auch möglich und noch dazu
ganz ohne Aufnahmsprüfung!Ausbildungswege
Dauer 1 Jahr
Altersgruppe Jugendliche im Alter von 14 bis 15 Jahren
Nutzen Die Polytechnische Schule (PTS) wird vor allem von Jugendlichen be-
sucht, die nach der à Schulpflicht eine Lehre machen möchten. Die Ju-
à Schulpflicht gendlichen werden sehr gut auf das Berufsleben vorbereitet: Sie erhalten
ist erfüllt, wenn Schüle-
rInnen nachweislich neun
eine vertiefende à Allgemeinbildung, eine Berufsgrundbildung und ha-
Jahre eine Schule besucht ben viele Möglichkeiten, die Berufswelt kennenzulernen (Betriebsbesuche,
haben. Achtung: Die Erfül- Schnupperlehre, Besuch von Berufsinformationsveranstaltungen etc.)
lung der Schulpflicht und
der Pflichtschulabschluss
sind nicht dasselbe! Die
Jeder/jede Jugendliche muss einen Fachbereich wählen und kann darin
Schulpflicht ist nach neun grundlegende berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten erlernen.
Jahren auch bei einem
negativen Abschluss erfüllt, Mögliche Fachbereiche sind:
während ein Pflichtschul-
abschluss nur erreicht wird, • Metall • Handel-Büro • Elektro • Dienstleistungen
wenn die 8. Schulstufe po- • Bau • Tourismus • Holz
sitiv abgeschlossen wurde.
Für Jugendliche, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, gibt es
à Allgemeinbildung
mfassende Bildung in
u à Förderstunden in Deutsch und, wenn möglich, Zusatzunterricht in ihrer
möglichst vielen Lebens- Muttersprache sowie ihrer Religion.
bereichen
Der Abschluss der Polytechnischen Schule allein ist am Arbeitsmarkt zu
wenig. Für die berufliche Zukunft ist eine weiterführende Ausbildung, z.B.
eine Lehre, unbedingt notwendig.
Voraussetzung Abschluss des 8. Schuljahres
Hinweise: » Der Besuch der PTS ist auch mit einem negativen oder ohne Haupt-
à Förderunterricht, schulabschluss/Abschluss der Neuen Mittelschule möglich.
Förderstunden » Wer die 9-jährige Schulpflicht bereits erfüllt hat, aber keinen positiven
zusätzliches Angebot à Pflichtschulabschluss hat, kann die PTS in einem freiwilligen
für SchülerInnen außer- 10. Schuljahr besuchen, um den positiven Pflichtschulabschluss zu
halb des normalen Unter-
richts zur Verbesserung erlangen. Achtung: Die 3. Klasse Hauptschule/Neue Mittelschule/AHS
ihrer Leistungen muss aber auf alle Fälle positiv abgeschlossen worden sein!
Anmeldung Die Anmeldung findet in der Regel in den ersten zwei Wochen nach den
Semesterferien (Februar) direkt in der Polytechnischen Schule statt.
Abschluss à Abschlusszeugnis
Wer die Polytechnische Schule positiv abschließt, kann:
àPflichtschulabschluss
ositiver Abschluss der 8.
p
Schulstufe (4. Klasse Neue • mit Aufnahmeprüfung in die 2. Klasse einer berufsbildenden mittleren
Mittelschule, Hauptschule Schule gleicher Fachrichtung (BMS) einsteigen
oder AHS); berechtigt zum
Besuch einer weiterführen- • ohne Aufnahmsprüfung die 1. Klasse einer berufsbildenden
den Schule (AHS, ORG, höheren Schule (BHS) besuchen
BHS, BMS ...) • unter bestimmten Voraussetzungen die 5. Klasse einer AHS oder die
1. Klasse eines Oberstufenrealgymnasiums besuchen.
à Abschlusszeugnis
escheinigung über den
B
positiven Abschluss der Link http://pts.schule.at
letzten Schulstufe; wird
entweder zusätzlich
zum Jahreszeugnis oder
gemeinsam mit diesem
ausgestellt Wie könnte es weitergehen?
Lehre_____________________________________________________Seite 28
Allgemeinbildende höhere Schule (AHS) = Gymnasium_____________Seite 22
27
Berufsbildende mittlere Schule (BMS)___________________________Seite 32
Berufsbildende höhere Schule (BHS)___________________________Seite 36
Direkter Einstieg ins Berufsleben und berufliche Weiterbildung
Informationen und Tipps zur Berufswahl: www.ams.at/karrierekompass
Tipps zur Bewerbung und Musterbewerbungen unter: www.ams.at/bewerbungLehre Jetzt wird’s spannend: Sogar 214 verschiedene Lehrberufe gibt es in Österreich. Vom Augen- optiker/in zur Werkzeugbautechniker/in ist alles dabei. Und wenn du dich in dieser Hülle und Fülle dann mal für einen entschieden hast, geht’s rund: Du verbringst die meiste Zeit in deinem Lehrbetrieb und wirst dort direkt aus- gebildet. Zusätzliches Wissen zu deinem Fach- gebiet wird in der Berufsschule vermittelt. Und weil du ja schließlich schon arbeitest, gibt es auch Kohle für dich: Die so genannte Lehrlings- entschädigung liegt je nach Beruf und Lehrjahr zwischen etwa 340 (am Anfang deiner Ausbil- dung) und 1900 Euro (als erfahrener Lehrling). Als ausgebildete Fachkraft bist du am Arbeits- markt auf jeden Fall gesucht – ganz besonders, wenn du dir einen Lehrberuf aussuchst, der am Arbeitsmarkt gefragt ist. Außerdem kannst du dem Ganzen durch die Berufsmatura das Sahnehäubchen aufsetzen – dann wirst du erst recht unwiderstehlich. Wenn dir jetzt schon das Wasser im Mund zusammenläuft, dann pack deine 9 Pflichtschuljahre zusammen und mach dich auf die Suche nach deinem Lehrbetrieb! 28
Ausbildungswege
Dauer 2 bis 4 Jahre, die meisten Lehrberufe dauern 3 Jahre
Altersgruppe Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren
Hinweis: Auch für SchulabbrecherInnen und à AbsolventInnen mittlerer oder
à Absolvent/Absolventin höherer Schulen stellt die Lehre eine interessante Möglichkeit für den Ein-
Person, die eine Ausbil- stieg in die Arbeitswelt dar. Der Vorteil für MaturantInnen: Für sie verkürzt
dung/Schule erfolgreich sich die Lehrzeit in der Regel um ein Jahr.
abgeschlossen hat
Nutzen Die Lehre bietet Jugendlichen eine solide Berufsausbildung in 214 ver-
schiedenen Lehrberufen. Die Lehre ist für alle die richtige Wahl, die nicht
mehr weiter in die Schule gehen möchten, sondern eine Ausbildung in der
à Pflichtschule
Zu den Pflichtschulen Praxis bevorzugen. Die meiste Zeit lernen und arbeiten Lehrlinge direkt
zählen: Volksschule, Neue im Lehrbetrieb. Rund 20 % der Ausbildungszeit verbringen sie in der
Mittelschule/Hauptschule, Berufsschule. Dort wird das theoretische Wissen für den gewählten Beruf
Sonderschule, Polytechni-
sche Schule, Berufsschule
erworben.
Obwohl beim Lehrverhältnis die Ausbildung im Vordergrund steht, handelt
Berufsmatura
à es sich um ein Arbeitsverhältnis. Die Lehrlinge erhalten daher eine Lehr-
(Berufsreifeprüfung) lingsentschädigung für ihre Leistung. Die Höhe der Lehrlingsentschädi-
auch „Lehre mit Matura“
genannt; entspricht einer
gung ist vom gewählten Beruf und vom Lehrjahr abhängig und steigt mit
vollwertigen Matura (Reife- jedem Lehrjahr an. Sie liegt im ersten Lehrjahr ca. zwischen 350 und
prüfung); 3 von 4 Teilprü- 850 Euro brutto monatlich; im letzten Lehrjahr ca. zwischen 550 und
fungen können bereits vor 1600 Euro brutto monatlich (Stand 2013).
der Lehrabschlussprüfung
abgelegt werden. Mit einer abgeschlossenen Lehre ist man eine gesuchte Fachkraft. Im
Vergleich zu Personen, die nur die à Pflichtschule abgeschlossen
haben, sind LehrabsolventInnen seltener arbeitslos.
Hinweis: Lehrlinge haben die Möglichkeit, kostenfrei und parallel zur Lehre die
à Berufsmatura (Berufsreifeprüfung) zu machen.
Voraussetzung Erfüllung der 9-jährigen Schulpflicht
Hinweis: Ein positiver Abschluss (also ein Zeugnis ohne „Nicht Genügend“) der
Neuen Mittelschule/Hauptschule oder Polytechnischen Schule ist zwar
nicht verpflichtend, erhöht aber die Chancen auf eine Lehrstelle erheblich.
Bewerbung Wer eine Lehre machen möchte, muss eine Lehrstelle in einem Lehrbe-
trieb finden, sich bei diesem bewerben und dort einen à Lehrvertrag
abschließen.
Für die Anmeldung in der Berufsschule ist der Lehrbetrieb beziehungs-
weise die Ausbildungseinrichtung zuständig.
Hinweise: Es gibt in Österreich ein großes Angebot an Lehrberufen. Informieren Sie
sich über die verschiedenen Lehrberufe, damit Sie die richtige Berufswahl
à Lehrvertrag treffen können. Einen guten Überblick über die Lehrberufe erhalten Sie
befristeter Arbeitsvertrag,
unter:
der zwischen dem Lehrling
und dem Lehrberechtigten www.ams.at/berufslexikon
(Betrieb) abgeschlos- www.bic.at
sen wird; minderjährige
Lehrlinge brauchen die
Zustimmung eines/einer
Beginnen Sie rechtzeitig mit der Suche nach einer Lehrstelle! Am besten
Erziehungsberechtigten. bereits im vorletzten Schuljahr oder zu Beginn des letzten Schuljahres,
spätestens aber vor den Semesterferien (im Februar).
29Lehre
Ausbildungswege
Tipps zur Es gibt viele Möglichkeiten, eine passende Lehrstelle zu finden. Je mehr
Lehrstellensuche: Möglichkeiten Sie bei der Suche nützen, umso größer ist die Chance, die
richtige Lehrstelle zu finden!
à
Überbetriebliche Das Arbeitsmarktservice (AMS) kontaktieren
Lehrausbildung Das AMS hilft Ihnen bei der Suche nach einer Lehrstelle. Viele Unter-
Diese vom AMS geförderte nehmen melden beim AMS, wenn sie eine freie Lehrstelle haben. Für
Lehrausbildung findet nicht
in einem Betrieb, sondern Jugendliche, die keine Lehrstelle in einem Betrieb finden, bietet das AMS
in den Lehrwerkstätten von die Möglichkeit der à überbetrieblichen Lehrausbildung. Das AMS
überbetrieblichen Ausbil- informiert Sie auch, welche Lehrberufe für Sie geeignet sind und steht
dungseinrichtungen und Ihnen in den BerufsInfoZentren (Adressen finden Sie im hinteren Teil
bei Praktikumsbetrieben
statt. Die Berufsschule dieser Broschüre) mit Rat und Tat zur Seite.
muss, wie bei einer norma-
len Lehre, besucht werden. Das Internet als Informationsquelle nützen
Lehrlinge, die eine überbe-
- Lehrstellenbörse
triebliche Lehrausbildung
absolvieren, erhalten keine Hier finden Sie alle freien Lehrstellen, die dem AMS oder der Wirt-
Lehrlingsentschädigung, schaftskammer gemeldet werden:
sondern eine geringere www.ams.at/lehrstellen
Ausbildungsbeihilfe.
- Lehrbetriebsübersicht
Alle Betriebe, die in Österreich Lehrlinge ausbilden, finden Sie unter:
http://wko.at/lehrbetriebsuebersicht
Direkt bei B etrieben nachfragen
Auch wenn bei einem Betrieb keine freien Lehrstellen ausgeschrieben
sind, können Sie dennoch anrufen und nachfragen. Vielleicht haben Sie
Glück und es wird gerade ein Lehrling gesucht.
Zeitungsinserate lesen
In Tageszeitungen, Regionalzeitungen, Stadtmagazinen befinden sich oft
Anzeigen über freie Lehrstellen.
B erufspraktische Tage/Wochen („ Schnupperlehre“) nützen
Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihren Wunschberuf und den möglichen Aus-
bildungsbetrieb kennenzulernen. Dabei können Sie zeigen, was in Ihnen
steckt und den Ausbildungsbetrieb auf Sie aufmerksam machen.
Mit Verwandten, B ekannten, Freunden reden
Informieren Sie Verwandte, Bekannte und Freunde darüber, dass Sie auf
der Suche nach einer Lehrstelle sind. Je mehr Menschen wissen, dass
Sie eine Lehrstelle suchen, desto besser.
Abschluss Lehrabschlussprüfung (LAP)
Links ww.ams.at/lehrstellen
w www.ams.at/berufslexikon
www.arbeitszimmer.cc/lehre www.berufsschule.at
Wie könnte es weitergehen?
Weitere Beschäftigung im Lehrbetrieb
Wechsel in einen anderen Betrieb, offene Stellen: www.ams.at/ejobroom
Tipps zur Bewerbung: www.ams.at/bewerbung
Berufliche Weiterbildung (z.B. Kurse, Meisterprüfung)
Berufsreifeprüfung (BRP)
Studienberechtigungsprüfung (SBP)
Besuch einer Fachhochschule durch den Nachweis von Berufspraxis___Seite 40
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Mit der Berufsmatura (Berufsreifeprüfung)
könnte es auch so weitergehen:
Kolleg ____________________________________________________Seite 36
Fachhochschule (FH), Pädagogische Hochschule oder Universität____Seite 40Sie können auch lesen