Zeichnungen des 15 - 20. Jahrhunderts - Koller Auktionen AG

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Zeichnungen des 15 - 20. Jahrhunderts - Koller Auktionen AG
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts
Lot 3401 – 3488

AUKTION
Freitag, 1. Oktober 2021, 11.00 Uhr

VORBESICHTIGUNG
Freitag 24. bis Dienstag 28. September 2021, 10–18 Uhr

                  Franz-Carl Diegelmann
                  Head of department
                  Tel. +41 44 445 63 33
                  diegelmann@kollerauktionen.ch

English descriptions and additional photos:
www.kollerauctions.com
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Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

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3403

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3401
POLIDORO DA CARAVAGGIO
(NACHFOLGER)
(Bergamo 1492 - 1543 Messina)
Antike weibliche Büste gerahmt von zwei
reich dekorierten Gefässen. Feder in Braun,
Aquarell, schwarze Kreide, weiss gehöht
auf graugrünem Bütten. 19 x 27,4 cm.

Provenienz:
- Sammlung S.N. Mossoloff (1812-1880),
   Moskau/Dresden, Lugt 2362.

CHF 900 / 1 200
(€ 830 / 1 110)

3402
ITALIENISCH, UM 1600
Bildnis einer Frau im Seitenprofil nach links.
Feder in Braun. 9,7 x 7,7 cm (die unteren
Ecken angeschrägt, die oberen Bildhälfte
halbrund beschnitten.

CHF 900 / 1 200
(€ 830 / 1 110)                                  3404

3403
GIULIO CESARE PROCACCINI
(Bologna 1574 - 1625 Mailand)
Zweiseitiges Studienblatt mit Köpfen,
Körperteil- und Figurenstudien. Feder in
Braun, schwarze Kreide. 20 x 29 cm.

CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)

3404
ANTONIO MARIA VIANI
(Cremona, um 1555/60 - 1629 Mantua)
Entwurf für ein Deckengemälde mit
Engeln und Putten. Feder in Braun, Pinsel
in Graublau, schwarzer Stift, weiss gehöht
auf grauem Bütten. Mit roter Kreide qua-
diert. Unten rechts mit brauner Feder alt
bezeichnet: Lanfranco. 40,1 x 51,6 cm.
                                                 3405
Provenienz:
- aus dem sogenannten ‚Borghese Album‘
   (Beschriftung mit brauner Feder auf der
   Rückseite: S.B. no.92).
- Sotheby‘s , London, 1.7.1991, Lot 194
   (als Giovan Battista Tinti).
- Privatbesitz Schweiz.

CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 390 / 1 850)

3405
ITALIENISCH, UM 1600
Ansicht einer Stadt. Feder in Braun, Aqua-
rell. 9,5 x 14,5 cm.

CHF 600 / 800
(€ 560 / 740)

                                                 3406

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Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

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3409                                     3410

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3411                                                       3412

3406                  Abb. S. 171            3408                                          3410
OBERITALIEN, 16. JAHRHUNDERT                 RÖMISCH, 16. JAHRHUNDERT                      CHRISTOFANO ALLORI
Entwurf für ein Becken mit Girlanden,        Beidseitiges Skizzenblatt mit Figuren-,       (1577 Florenz 1621)
Grotesken und Löwen. Feder in Braun          Bewegungs-, Dekorations- und Pflanzen-        Kniender Apostel. Rote, blaue und
und Schwarz, Pinsel in Braungrau, weiss      studien. Feder in Braun und Schwarz. In       schwarze Kreide. Am unteren Rand rechts
gehöht, Spuren von schwarzem Stift.          der unteren Ecke mit brauner Feder alte       bezeichnet: Andreas del Sarto.
11,6 x 20,8 cm.                              Nummerierung: 24. 17,2 x 12,4 cm.             39,5 x 27,5 cm.

CHF 1 000 / 1 500                            CHF 1 000 / 1 500                             CHF 2 000 / 3 000
(€ 930 / 1 390)                              (€ 930 / 1 390)                               (€ 1 850 / 2 780)

3407                                         3409                                          3411
ITALIENISCH, UM 1600                         GIOVANNI BATTISTA PAGGI                       ITALIENISCH, 17. JAHRHUNDERT
Studie zu einem Madonnenantlitz und          (1554 Genua 1627)                             Die Anbetung der Hirten. Feder und Pinsel
weitere Kopfstudie. Rötel auf gräulichem     Thronende Madonna mit Jesusknaben             in Braun, weiss gehöht und mit der Nadel
Bütten. Verso mit brauner Feder alt be-      vor zwei knienden Heiligen. Feder in Braun,   überarbeitet. 31,5 x 28,5 cm.
zeichnet: di Tician. 25,6 x 18,5 cm.         schwarze Kreide. 30,2 x 21,5 cm.
                                                                                           CHF 900 / 1 200
Provenienz:                                  CHF 1 000 / 1 500                             (€ 830 / 1 110)
- Giuseppe Vallardi (1784-1863), Mailand,   (€ 930 / 1 390)
   Lugt 1223 a.
- Prinz Johann Georg von Sachsen (1869-                                                   3412
   1938) Dresden, Lugt 4483 (Inv.Nr. 5118                                                  RÖMISCH, 17. JAHRHUNDERT
   als Tintoretto) und 1162 c.                                                             Architektonische Gestaltung einer Wand
CHF 1 000 / 1 500                                                                          mit Satyr, Büste, Konsolen und Girlanden.
(€ 930 / 1 390)                                                                            Feder und Pinsel in Braun, weiss gehöht.
                                                                                           25,5 x 29 cm.

                                                                                           Provenienz:
                                                                                           - Sammlungsstempel ‚Stern‘, nicht bei
                                                                                              Lugt.

                                                                                           CHF 700 / 900
                                                                                           (€ 650 / 830)

                                                                                                                                | 173
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Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

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3415                                                                      3416

3413                                           3414                                           3415
TADDEO ZUCCARI (UMKREIS)                       NICOLAS POUSSIN (WERKSTATT)                    GIOVANNI FRANCESCO BARBIERI
(Vado 1529 - 1566 Rom)                         (Les Andelys 1594 - 1665 Rom)                  DETTO IL GUERCINO
Szene mit kniendem Märtyrer. Feder und         Ausritt zur Jagd. Feder und Pinsel in Braun.
Pinsel in Braun. 7,7 x 9,6 cm (stärker unre-   22 x 29,6 cm.                                  (UMKREIS/SCHULE)
gelmässig beschnitten).                                                                       (Cento 1591 - 1666 Bologna)
                                               Bildausschnitt nach Nicolas Poussins           Kniender Mönch in Anbetung des Kreuzes.
CHF 700 / 900                                  Gemälde ‚Die Jagd von Atalanta und Mele-       Feder in Braun, Spuren von schwarzem
(€ 650 / 830)                                  agros‘, das im Prado in Madrid aufbewahrt      Stift. 28,5 x 21,2 cm.
                                               wird.
                                                                                              Provenienz:
                                               CHF 1 000 / 1 500                              - Benedikt Moser (1898-1988), Wien, Lugt
                                               (€ 930 / 1 390)                                   1828 a.

                                                                                              CHF 900 / 1 200
                                                                                              (€ 830 / 1 110)

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Zeichnungen des 15 - 20. Jahrhunderts - Koller Auktionen AG
3417                                                          3418

3416
ANTONIO CASTILLO Y SAAVEDRA
(1603 Cordoba 1668)
Der Apostel Andreas mit seinem Kreuz,
unter einem Baum sitzend. Feder in
Rotbraun. Am linken Rand unten mono-
grammiert: AC.. Auf Unterlagenkarton mit
brauner Feder bezeichnet: 1661 Anto. del
Castillo 18 x 12,6 cm.

CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)

3417
DOMENICO MARIA CANUTI (UM-
KREIS)
(1626 Bologna 1684)
Junger Mann mit verschränkten Armen
und weitere Kopf- und Handstudien. Ver-
so: Armstudie Rötel. 15,5 x 15,5 cm.

Provenienz:
- Sammlung L. Rouzé-Huet (- 1889), Lille
   1742.
                                                  3419
CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)

3418                                              3419
GIOVANNI BATTISTA CROSATO                         GENUESISCH, UM/NACH 1600.
                                                  Mytholgische Szene mit einer Frau in
(ZUGESCHRIEBEN)                                   einem Boot, die zwei Soldaten auf etwas
(1686 Venedig 1757)                               hinweist. Feder und Pinsel in Braun,
Der Riese Polyphem mit seiner Zie-                schwarze Kreide auf blaugrauem Bütten.
gen- und Schafsherde, im Hintergrund              24,4 x 30,4 cm.
Odysseus und seinen Gefährten beim
Betreten der mythischen Insel. Pinsel in          CHF 900 / 1 200
Braun, schwarze Kreide. Verso mit brauner         (€ 830 / 1 110)
Feder alt nummeriert: 78; wohl mit altem
handschriftlichem Sammlungsvermerk
bezeichnet (nicht identifiziert). Mit Bleistift
ältere Zuschreibung an G. B. Crosato.
27,5 x 37 cm.

CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)

                                                                                            | 175
Zeichnungen des 15 - 20. Jahrhunderts - Koller Auktionen AG
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

                                         3420
                                         ITALIENISCH, 17. JAHRHUNDERT
                                         Drei musizierende Frauen, davon zwei mit
                                         Blasinstrumenten, eine dritte mit einer
                                         Triangel. Feder in Braun auf Bütten mit Wz.
                                         (fragmentiert). Am oberen Rand jede Figur
                                         jeweils mit roter Kreide bezeichnet.
                                         9,2 x 17 cm.

                                         CHF 700 / 900
                                         (€ 650 / 830)

                                         3421
                                         GIOVANNI PROSERPIO
                                         (im 18. Jh. in Mailand tätig)
                                         Trompe-l‘oeil mit Kupferstichen u.a. von
                                         Salvator Rosa und Spielkarten vor blauem
3420
                                         Hintergrund, 1788. Feder in Rot und
                                         Schwarz, Gouache auf Bütten. Unten links
                                         mit schwarzer Feder signiert, datiert und
                                         bezeichnet: Salvator Rosa invenit. Copia
                                         fata da Giovanni Proserpio a Milano 1788.
                                         33,5 x 49 cm. Gerahmt.

                                         CHF 1 200 / 1 500
                                         (€ 1 110 / 1 390)

                                         3422
                                         ITALIENISCH, UM/NACH 1775
                                         Trompe-l‘oeil mit Kupferstich, Schrift-
                                         stücken, Zeichnungen und Spielkarte vor
                                         einer Holzwand. Feder in Rot und Schwarz,
                                         Aquarell, Rötel, Gouache auf Bütten.
                                         33,5 x 47,5 cm. Gerahmt.

                                         CHF 1 200 / 1 500
                                         (€ 1 110 / 1 390)

3421                                     3423
                                         ITALIENISCH, 17. JAHRHUNDERT
                                         Studie zu einer auf Wolken thronenden
                                         weiblichen Heiligen. Feder in Braun, braun
                                         laviert, schwarzer Stift. 20,6 x 15,7 cm.

                                         CHF 500 / 700
                                         (€ 460 / 650)

                                         3424
                                         WOHL ITALIENISCH,
                                         17. JAHRHUNDERT
                                         Bewegungsstudien zu liegenden und kni-
                                         enden Männern und Frauen sowie einige
                                         Kopfstudien. Schwarzer Stift, Pinsel in
                                         Braun. Die Einfassungslinie mit schwarzer
                                         Feder. Verso alte Zuschreibung: Cantarini
                                         dit il Pesarese. 19,1 x 34,5 cm.

                                         Provenienz:
                                         - Sammlung L. Rouzé-Huet (- 1889), Lille,
                                            Lugt 1742.
3422
                                         CHF 700 / 900
                                         (€ 650 / 830)

| 176
Zeichnungen des 15 - 20. Jahrhunderts - Koller Auktionen AG
3423                                     3424

3425                                                                3426
3425                                          3426                                          3427                                Abb. S. 178
GENUESISCH, 2. H. 17. JAHR-                   PIETRO LONGHI (UMKREIS)                       MONOGRAMMIST ‚CV‘
HUNDERT                                       (1702 Venedig 1785)                           (in der 2. H.16. Jahrhundert in der Schweiz tätig)
Stehender Feldherr mit seinem Harnisch.       Studie zu einem schreitenden Mann in          König Nebukadnezar mit seinem Gefol-
Feder und Pinsel in Braun, schwarze Kreide.   Rückenansicht. Verso: Handstudie. Feder       ge, im Hintergrund die drei Jünglinge im
25,5 x 17,5 cm.                               und Pinsel in Braun, schwarze Kreide, weiss   Feuerofen. Entwurf zu einem Scheibenriss.
                                              gehöht. Spuren von Rötel. 25 x 18,7 cm.       1582. Feder in Schwarz und Braun, braun
CHF 700 / 900                                                                               laviert. Mit der Feder in rechten und linken
(€ 650 / 830)                                 Provenienz:                                   Rand monogrammiert und datiert: CV
                                              - nicht identifizierter Sammlungsstempel.    1582. Unterhalb der Darstellung mono-
                                                                                            grammiert: CV und bezeichnet: Jacob
                                              CHF 1 000 / 1 500                             Lauer(?). 32,5 x 21,5 cm.
                                              (€ 930 / 1 390)
                                                                                            CHF 600 / 800
                                                                                            (€ 560 / 740)
                                                                                                                                       | 177
Zeichnungen des 15 - 20. Jahrhunderts - Koller Auktionen AG
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

                                                3428
                                                HANS JAKOB NÜSCHELER D.Ä.
                                                (WERKSTATT)
                                                (1583 Zürich 1654)
                                                Allegorische Darstellung mit der Perso-
                                                nifikation der Regel des menschlischen
                                                Lebens. Die Gesetzestafeln vor sich, sitzt
                                                eine Frau mit Krone, Kreuz und Spiegel
                                                mit zwei Schlangen auf einer Kugel. 1646.
                                                Feder in Schwarz, graublau laviert. Im
                                                oberen und unteren Rand betitelt, datiert
                                                und bezeichnet: Regel des Menschlichen
                                                Läbens. 1646. Im Bild:-gsatz. O Mensch
                                                fürcht Gott nach seinem gsatz: den Men-
                                                schen Lieb In nit verlass/Biss Fürsichtig In
                                                glaubens sachen: Dass überig wirt Gott
                                                woll machen. 22,3 x 16,5 cm.

                                                Vgl. dazu eine undatierte und unsignierte
                                                Scheibe mit dieser Allegorie und der Auf-
                                                schrift: „Regel des Menschlichen Läbens“
3427                                     3428   (15 x 15 cm) aus der Sammlung Wessner
                                                (Auktion Zürich, 3. - 5. Nov. 1925, Nr. 135).

                                                Provenienz:
                                                - Sammlung Helblinger Schwyz.
                                                - Sammlung Otto Wessner (1851-1921),
                                                   St. Gallen, Lugt 2562a.
                                                - Auktion August Laube, Zürich, 3. Juni
                                                   1970 Lot 1056 (Beschreibung von Dr. F.
                                                   Thöne).

                                                CHF 600 / 800
                                                (€ 560 / 740)

                                                3429
                                                JOST AMMAN (ZUGESCHRIEBEN)
                                                (Zürich 1539 - 1591 Nürnberg)
                                                Joseph erzählt Jakob seinen Traum. Jakob
                                                wird in den Brunnen geworfen. Feder in
3429                                            Schwarz, Pinsel in Grau. Verso mit brauner
                                                Feder nict identifizierte Sammlerparaphra-
                                                se und nummeriert: 54. 9 x 13,7 cm.

                                                Provenienz:
                                                - Hugo Helbings Kunstauktion XVII Cata-
                                                   log No. 4 (laut handschriftlichem Vermerk
                                                   auf Unterlagenkarton).
                                                - Privatbesitz Schweiz.

                                                CHF 500 / 700
                                                (€ 460 / 650)

                                                3430
                                                MEISTER DER GEWANDSTUDIEN
                                                (UMKREIS)
                                                (tätig Strassburg, 1470 - 1500)
                                                Der Evangelist Lukas mit dem Stier. Feder
                                                in Schwarz auf Bütten mit Wz. Hohe Krone
                                                (fragmentiert), vergl. Heawood 1166-
                                                1169; Meder 21), um 1500/20. 16,5 cm
                                                (im Rund).

                                                CHF 1 200 / 1 500
                                                (€ 1 110 / 1 390)

   3430

| 178
3431
CHRISTOPH MURER
(Zürich 1558 - 1614 Winterthur)                     Die Zeichnungen und Glasscheiben der          vollständig dem Blatt ‚Im Tanz schreiten-
Die drei Grazien. Um 1585/87. Feder in              Auktion von August Laube in Zürich im         des Paar‘. Die Zeichnung ‚Die drei Grazien‘
Schwarz, grau laviert, weiss gehöht, auf            Juni 1970 wurden alle von Dr. Friedrich       mag Christoph Murer um 1585/87 ge-
grau grundiertem Bütten. 20,4 x 15,1 cm.            Thöne bearbeitet. Für die Beschreibung        zeichnet haben.“ In seinem Katalogtext zur
                                                    der vorliegenden Clairobscurzeichnung         Zeichnung ‚Im Tanz schreitendes Paar‘, die
Provenienz:                                         verfasste Dr. Thöne den folgenden Text:       in der gleichen Auktion angeboten wurde,
- Sammlung Engel-Gros, um 1920.                    „Die drei Grazien sind dargestellt als        gab Thöne weitere Argumente für seine
- Auktion Hotel Druot, Paris, 19./20.12.           weibliche Aktfiguren, die linke nach rechts   Zuschreibung an Christoph Murer. Er wies
   1921, Nr. 66 als Daniel Lindtmayer.              im Profil, die mittlere von hinten und die    darin auf den stärkeren Einfluss von Tobias
- August Laube, Zürich, Auktion 3.6.1970,          rechte schräg von vorn gesehen. Auf dem       Stimmer auf Murer hin, der von 1583/85
   Lot 1048 als Christoph Murer.                    Hinterkopf der linken und der mittle-         ebenfalls in Strassburg lebte und führte
                                                    ren Kränze. Die Zuschreibung an Daniel        aus: „Die starke plastische Modellierung
Literatur:                                          Lindtmayer d. J. von Schaffhausen (1552       kannte Lindtmayer nicht, auch nicht das
- P. Ganz, L‘oeuvre d‘un Amateur d‘Art.            - ca. 1607) scheint erst in diesem Jahr-      breite Aufsetzen der Lichter“.
   la collection de Mons. Engel-Gros,               hundert erfolgt zu sein. Lindtmayer hat
   Genf-Paris (1925) I. S. 147 f., II. Tavel 83 b   weibliche Akte dieser Art kaum dargestellt,   CHF 6 000 / 8 000
   als Lindtmayer.                                  jedoch finden sich verschiedene verwand-      (€ 5 560 / 7 410)
- Friedrich Thöne, Daniel Lindtmayer               te Zeichnungen im Werk des Zürchers
   1552-1606/07: die Schaffhauser Künst-            Christoph Murer. Gerade Murer liebte
  lerfamilie Lindtmayer, Zürich/München             Frauen mit hohen Stirnen darzustellen, die
  1975, Nr. 536 Abb. 453 als Christoph              fast wie Stirnglatzen erscheinen. Art und
  Murer.                                            Ausführung der Zeichnung entsprechen

                                                                                                                                        | 179
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

3432                                     3433

3434                                     3435

| 180
3432
INNERSCHWEIZ, UM 1600
Das Jüngste Gericht. Entwurf für einen
Scheibenriss. Um 1600. Feder in Braun und
Rot. 32,3 x 20,9 cm.

CHF 900 / 1 200
(€ 830 / 1 110)

3433
SCHWEIZ, 16. JAHRHUNDERT
Entwurf zu einem Scheibenriss mit un-
gedeuteter Szene. Feder in Schwarz, grau
und braun laviert. Unten mittig mit schwar-
zer Feder datiert: 1542. 31,4 x 21 cm.

Provenienz:
- Nicht identifizierter Sammlungsstempel,
   A. Rump oder Amsler & Ruthard, Lugt
   168.

CHF 900 / 1 200
(€ 830 / 1 110)

3434
GROSSHANS THOMANN
(1525 Zürich 1567)
Scheibenriss mit Aristoteles und Phyllis.
Wappen Walder-Zürich, 1560. Feder in
Schwarz. Auf Bütten mit Wz. Zürichschild
zwischen Leuen. Am oberen Rand num-
meriert und bezeichnet: N.2. Aristoteles
bist du gsyn wys vnd Kunstrich / So düst im
zwar hie vngelyck. Unterhalb der Darstel-
lung bezeichnet: M(eister). Felix Wallder
1560. 29,7 x 20,9 cm

Der Glasmaler und Reisser Grosshans
Thomann war um 1550/60 der einfalls-
reichste Zeichner in Zürich, vor allem
als Erfinder figürlicher Darstellungen,
Historienbilder, auf Rissen. Bei Zyklen
(daher N.2.), wie in diesem Fall, wohl einem
Weibermachtszyklus, riss er nur jeweils auf
dem ersten Blatt die für die Folge gleich-
mässige Umrahmunng. Der Riss lälsst ei-         3436
nige eigenhändige Korrekturen erkennen.
Der Stifter, Felix Walder, war in Zürich 1548
Zunftmeister.                                   3435                                           3436
                                                BERNER MEISTER, UM 1580                        HANS BRAND (ZUGESCHRIEBEN)
Provenienz:                                     Lilienwappen flankiert von zwei Bannerträ-     (1522 Basel 1576)
- Sammlung Otto Wessner, St. Gallen, Lugt      gern in einer Säulenhalle. Entwurf für einen   Scheibenriss mit Wappen. Feder in
   2562 a.                                      Scheibenriss. Feder in Schwarz auf Bütten      Schwarz, grau laviert. 31,7 x 22 cm.
- August Laube, Auktion 3. Juni 1970, Lot      mit Wz. Basler Stab (Heawood Nr. 1179,
   1080.                                        um 1578). 38,6 x 29,3 cm.                      Provenienz:
                                                                                               - Sammlung Schindler
CHF 1 000 / 1 500                               CHF 900 / 1 200                                   (verso alt bezeichnet).
(€ 930 / 1 390)                                 (€ 830 / 1 110)                                - Sammlung Otto Wessner, St. Gallen, Lugt
                                                                                                  2562 a.

                                                                                               CHF 700 / 900
                                                                                               (€ 650 / 830)

                                                                                                                                      | 181
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

3437                                                              3438

                                                                                          3439
                                                                                          DAVID TENIERS II (NACHFOLGER
                                                                                          DES 18. JAHRHUNDERTS)
                                                                                          (Antwerpen 1610 - 1690 Brüssel)
                                                                                          Die Versuchung des hl. Antonius in einer
                                                                                          Felsengrotte. Feder und Pinsel in Grau und
                                                                                          Braun, schwarze Kreide, mit schwarzem
                                                                                          Stift quadriert. Verso auf der Rückwand
                                                                                          ältere Zuschreibung: David Teniers le vieux.
                                                                                          43,8 x 57,5 cm.

                                                                                          CHF 900 / 1 200
                                                                                          (€ 830 / 1 110)

                                                                                          3440
                                                                                          ROMEYN DE HOOGHE
                                                                                          (Amsterdam 1645 - 1708 Haarlem)
                                                                                          Drei teils bekrönte weibliche Allegorien, die
                                                                                          Schriftbänder halten. Feder in Braun, Pinsel
                                                                                          in Braun, Blau, Weiss und Gold auf blauem
                                                                                          Bütten. Auf der Montierung mit Bleistift
                                                                                          bezeichnet: Roman de Hooge. 15,5 x 9 cm.

3439                                                                                      Provenienz:
                                                                                          - nicht identifizierter Sammlungsstempel,
                                                                                             Lugt 3539.
3437                                         3438
NIEDERLÄNDISCH,                              NIEDERLÄNDISCH,                              CHF 700 / 900
                                                                                          (€ 650 / 830)
17. JAHRHUNDERT                              18./19. JAHRHUNDERT
Joseph flieht vor Potiphars Frau. Verso:     Der Kuchenverkäufer. Schwarze Kreide,
Karikatur eines Soldaten. Schwarze Kreide,   Feder in Braun und Schwarz, braun laviert.
Pinsel in Grau, weiss gehöht auf blauem      27,2 x 23 cm.
Bütten. Verso: Feder in Braun.
27,5 x 21,5 cm.                              CHF 900 / 1 200
                                             (€ 830 / 1 110)
CHF 1 200 / 1 500
(€ 1 110 / 1 390)

| 182
3440                                     3441

3441
JAN WYNANTS
(Haarlem 1632 - 1684 Amsterdam)
Hügelige Landschaft mit Bauernhaus, im Hin-
tergrund ein Dorf. Schwarze Kreide, grau laviert.
Die noch teilweise sichtbare Einfassungslinie
mit brauner Feder. Auf dem Passepartout älter
bezeichnet: Wynants. 12 x 17,8 cm.

CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)

3442
HENDRICK GOLTZIUS (UMKREIS)
(Brüggen 1558 - 1617 Haarlem)
Junge Frau mit geschlossenen Augen, den Kopf
auf einen Arm abgestützt. Wohl Porträt der Soph-
ia Goltzius. Feder in Braun. 16,1 x 18,3 cm.

Holm Bevers, dem wir für seine Hilfestellung bei
der Zuordnung der Zeichnung danken, hat auf
die grosse Ähnlichkeit der Dargestellten mit der
Metallstiftzeichnung ‚Lesende Frau (1591)‘ von
Hendrick Goltzius hingewiesen, die im Berliner
Kupferstich-Kabinett aufbewahrt wird. Nach alter
                                                    3442
Tradition und Überlieferung soll es sich dabei um
die Schwester des Künstlers Sophia handeln (Rez-
nicek 1961, K 347). Sie ist wohl auch dargestellt
auf den Zeichnungen (Reznicek K 358 und K 373).
Gut vergleichbar sind die leicht geschwungenen
Lippen sowie die Nase. Auch nach Haltung und
Gesichtsausdruck haben die beiden Frauen etwas
sehr Verwandtes.

Stilistisch steht die Zeichnung dem Werk von
Hendrik Goltzius nahe, weisst aber in einigen
Partien wie z.B. der Gestaltung der Wangenpartie
auch Unterschiede auf. Ob es sich um ein Werk
des Goltzius-Kreises oder einer alten Kopie nach
einem alten Original handelt, muss vorerst offen
bleiben.

CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)

                                                           | 183
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

                                         3443
                                         NIEDERLÄNDISCH,
                                         UM/NACH 1600
                                         Die Flucht nach Ägypten. Feder in Braun,
                                         graubraun laviert, schwarzer Stift. Die
                                         Einfassungslinie mit brauner Feder. Mit
                                         schwarzem Stift quadriert. 16,5 x 30,2 cm.

                                         Provenienz:
                                         - Sammlung Jean Camille Jammes (geb.
                                            1888), Paris, Lugt 1430 a.

                                         CHF 700 / 900
                                         (€ 650 / 830)

                                         3444
                                         WILLEM VAN DE VELDE II
3443                                     (ZUGESCHRIEBEN)
                                         (Leiden 1633 - 1707 Greenwich)
                                         Dreimaster und weitere Boote bei ruhiger
                                         See. Feder in Braun, schwarze Kreide. Un-
                                         ten rechts und verso mit schwarzem Stift
                                         bezeichnet: Vandevelde. 20 x 28 cm.

                                         CHF 700 / 900
                                         (€ 650 / 830)

                                         3445
                                         CHARLES-NICOLAS COCHIN II
                                         (ZUGESCHRIEBEN)
                                         (1715 Paris 1790)
                                         Interierur mit einer Hochzeitsgesellschaft.
                                         Aus dem Leben von Henry IV. Rötel. Alte
                                         zeitgenössische Montierung. Dort rück-
                                         seitig mit brauner Feder alt bezeichnet:
                                         Par, Raoux. un épisode du temps d‘ Henry
                                         IV.- Dessin d‘ un grand nombre de figures
                                         precisement terminés a la sanguine. No.2.
                                         23,7 x 35,5 cm. Gerahmt.

3444                                     Wohl Umzeichnung für einen Stich zu
                                         einem Gemälde - ein von zwei Gegenstü-
                                         cken - von Johann Georg Platzer (1741-
                                         1761). Beide Gemälde haben nahezu die
                                         gleiche Masse wie die vorliegende Zeich-
                                         nung und sind in Öl auf Kupfer ausgeführt.
                                         Sie befanden sich in der Sammlung von
                                         Schloss Fuschel in Österreich und wurden
                                         als Wiederentdeckung im Jahr 2000 bei
                                         Sotheby‘s in London versteigert. Die
                                         Zeichnung nach dem Gegenstück wurde
                                         2010 im englischen Kunsthandel angebo-
                                         ten.

                                         CHF 1 000 / 1 500
                                         (€ 930 / 1 390)

                                         3446
                                         JOHANN GEORG WILLE
                                         (Giessen 1715 - 1808 Paris)
                                         Landschaft mit eine Gruppe von Personen
                                         im Gespräch. Schwarze Feder, grau laviert.
                                         Die Einfassungslinie mit schwarzer Feder.
3445                                     Oben rechts signiert: Wille d. 17,2 x 23 cm

                                         CHF 500 / 700
                                         (€ 460 / 650)

| 184
3446                                                 3447

3447
ANTOINE COYPEL
(ZUGESCHRIEBEN)
(1661 Paris 1722)
Herakles umarmt die befreite Deïaneira,
daneben der auf dem Boden liegende
getötete Kentauren Nessos. Rote und
schwarze Kreide auf Bütten mit Wz. Nar-
renkappe. Mit brauner Feder unten rechts
alt nummeriert: 47; verso mit brauner Fe-
der alt bezeichnet: Jordans. 20,2 x 25 cm.

CHF 900 / 1 200
(€ 830 / 1 110)

3448*
CLAUDE JOHN-BAPTISTE HOIN
(1750 Dijon 1817)
Le Rende-vous d‘amour. Aquarell, Spuren
von schwarzer Kreide. 47 x 33,5 cm. Alter
Lous XVI- Goldrahmen.

Provenienz (laut Angaben/Etiketten auf
der Rückseite der alten Rückwand):
- Collection Alphonse Kann, vente 6./7./8.
   Dezember 1920, Katalog No.114. Dort
   vermerkt: ‚Important dessin de l‘artiste
   on mentionné par le Baron Portalis‘.
- Galerie G. Petit, vente du 4. Juin 1921.
- Galerie Cailleux, Paris, Exposition: Le
   Dessins francais de Watteau a Prud‘hon,
   April 1951, No. 90.
- Privatbesitz Schweiz.

CHF 3 000 / 4 000
(€ 2 780 / 3 700)

                                              3448

                                                            | 185
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

                                         3449*
                                         NORDEUROPÄISCH,
                                         19. JAHRHUNDERT
                                         Drei Männer bringen einer vornehmen Ge-
                                         sellschaft einen erlegten Hasen. Feder und
                                         Pinsel in Braun und Grau, schwarze Kreide,
                                         weiss gehöht. Verso alt bezeichnet: Early
                                         17th century after a Tintoretto painting.
                                         26,8 x 57 cm.

                                         CHF 900 / 1 200
                                         (€ 830 / 1 110)

3449
                                         3450
                                         SCHULE VON FONTAINEBLEAU,
                                         UM 1600
                                         Ornamentaler Bogen mit zwei liegenden
                                         weiblichen Figuren. Feder und Pinsel in
                                         Braun auf Pergament. 9,8 x 20,5 cm.

                                         CHF 900 / 1 200
                                         (€ 830 / 1 110)

                                         3451
                                         FRANZÖSISCH,
                                         18. JAHRHUNDERT
                                         Putten navigieren ein mit Muscheln und
                                         Schätzen beladenes Boot. Schwarze Krei-
                                         de. 23,7 x 21 cm.
3450
                                         CHF 700 / 900
                                         (€ 650 / 830)

                                         3452
                                         ANTOINE-FÉLIX BOISSELIER
                                         (Paris 1790 - 1857 Versailles)
                                         Blick auf die Kirche SS. Trinita dei Monti in
                                         Rom, wohl von der Villa Ludovisi aus gese-
                                         hen. Feder in Braun, Aquarell. Unten rechts
                                         signiert, bezeichnet und datiert: Boisselier
                                         Roma 1810. 18,5 x 25,5 cm.

                                         Beigabe: Derselbe. ‚San Pancracio a Rome
                                         1810‘. Schwarzer Stift, Feder und Pinsel
                                         in Braun. Unten links mit brauner Feder
                                         bezeichnet und datiert. 17 x 24 cm.

                                         CHF 400 / 600
                                         (€ 370 / 560)

3451

| 186
3452                                                                    3453

3454                                                           3455

3453                                           3454                                           3455
HANS JAKOB OERI                                HANS JAKOB OERI                                DEUTSCH, 18. JAHRHUNDERT
(Kyburg 1782 - 1868 Zürich)                    (Kyburg 1782 - 1868 Zürich)                    Zwei Reiter vor einem Torbogen. Feder
Huldigungsszene mit römischen Soldaten         Mann mit Fernrohr an einem geöffneten          und Pinsel in Grau. 20,8 x 19,5 cm.
und Senatoren. Feder in Schwarz, Pinsel in     Fenster, dahinter Aussichtsterrasse mit
Graubraun, schwarzer Stift, weiss gehöht,      tafelnder Gesellschaft und mit Blick in die    CHF 900 / 1 200
mit Spuren von Rot. Unten rechts mit Blei-     Berge. Verso: Studie zu einer hügeligen        (€ 830 / 1 110)
stift signiert: H.J.Oeri. Am rechten Rand      Waldlandschaft. Feder in Schwarz, Braun
mit schwarzer Feder nummeriert: 12 und         und Rot, Aquarell, schwarzer Stift, weiss
16. 28 x 36,8 cm. Gerahmt.                     gehöht. Unten rechts mit Bleistift signiert:
                                               H.J.Oeri. 25 x 19,5 cm. Gerahmt.
Beigabe: Derselbe. Die Schaustellung
Christi. Feder und Pinsel in Schwarz und       Beigabe: Derselbe. Studie zu einer russi-
Braun, schwarzer Stift, weiss gehöht. Un-      chen Hochzeit. Feder in Schwarz, Pinsel in
ten rechts signiert: Hans Jakob Oeri. 26,5 x   Grau, schwarzer Stift, Aquarell. Unten links
31,6 cm. Gerahmt.                              signiert: H.J.Oeri. 19,5 x 29 cm. Gerahmt.

CHF 500 / 700                                  CHF 500 / 700
(€ 460 / 650)                                  (€ 460 / 650)

                                                                                                                                  | 187
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

3456                                                            3457

                                                                                          3458
                                                                                          WOLFGANG-ADAM TÖPFFER
                                                                                          (1766 Genf 1847)
                                                                                          Schattiges Felsental mit Bäumen und Weg,
                                                                                          im Hintergrund ein Wasserfall. Feder und
                                                                                          Pinsel in Braun und Grau, weiss gehöht. Die
                                                                                          Einfassungslinie mit schwarzer Feder. Mit
                                                                                          schwarzer Feder am unteren Rand rechts
                                                                                          monogrammiert (ligiert): AT. Mit brauner
                                                                                          Feder von fremder Hand unterhalb der
                                                                                          Darstellung auf dem Unterlagenbogen be-
                                                                                          zeichnet: Dessin par M. Töpffer pére 1825.
                                                                                          45,5 x 60,8 cm. Gerahmt.

                                                                                          Provenienz:
                                                                                          - Galerie Niederhauser, Morges, 1981.
                                                                                          - Privatbesitz Schweiz.

                                                                                          CHF 1 500 / 2 000
                                                                                          (€ 1 390 / 1 850)

                                                                                          3459
3458
                                                                                          GEORG EMANUEL OPIZ
                                                                                          (Prag 1775 - 1841 Leipzig)
3456                                          3457                                        Sechs Szenen aus dem Leben in der Bie-
                                                                                          dermeierzeit. Dabei: 1. Auf dem Jahrmarkt;
PIERRE-LOUIS DE LA RIVE                       WOLFGANG-ADAM TÖPFFER                       2. Die Weinprobe; 3. Die Musterung; 4. Die
(Genf 1753 - 1817 Presinge)                   (ZUGESCHRIEBEN)                             Schulstunde; 5. Die Kartenlegerin in der
Ruhiger Flusslauf mit der Einschiffung von    (1766 Genf 1847)                            Küche; 6. Die Herrenrunde im Lesesaal.
Bauern und ihrer Herde auf eine Fähre. Um     Waldstück mit rastenden Personen an ei-     Aquarell, Feder in Schwarz. Alle Blätter mit
1800. Feder und Pinsel in Braun, Bleistift.   nem Weg. Schwarze Kreide, Pinsel in Braun   schwarzer Feder signiert: Opiz. inv. & del.
Die Einfassungslinie mit brauner Feder.       und Weiss. Auf braun grundiertem Papier.    Von 21,7 x 26,7 bis 23,3 x 31,5 cm.
Nicht signiert. 42,8 x 53,8 cm. Goldrahmen.   30,9 x 42 cm. Gerahmt.
                                                                                          CHF 2 000 / 3 000
Prov. :                                       CHF 400 / 600                               (€ 1 850 / 2 780)
- Galerie Niederhauser, Morges, 1982.        (€ 370 / 560)
- Privatbesitz Schweiz.

CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)

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3460                                                                  3461
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LOUIS LÉOPOLD ROBERT                            Literatur:                                  BARTHÉLEMY MENN
(La Chaux-de-Fonds 1794 - 1835 Vene-            Centenaire Leopold Robert 1835-1935,        (1815 Genf 1893)
dig)                                            Catalogue de L‘exposition de ses oeuvres,   Studie zu einer Personengruppe. Feder
Studie zu einem tanzenden Italiener, 1830.      La Chaux-de-Fonds, 1935, Nr.107.            und Pinsel in Braun und Graubraun.
Schwarze und weisse Kreide auf braun                                                        14 x 11 cm. Gerahmt.
grundiertem Papier. 54 x 41 cm. Gerahmt.        Provenienz:
                                                - Sammlung Gabus-Quatier, La Chaux-de-     Provenienz:
Studie zu Roberts berühmten Gemälde                Fonds bis 1935.                          - Sammlung Jules Crosnier (1843-1917),
‚Die Ankunft der Schnitter in den Pon-          - Privatbesitz Schweiz.                       Genf.
tinischen Sümpfen‘ von 1830, das sich           - Koller Auktionen, Zürich, September      - Galerie de Loës, Genf.
heute im Musée du Louvre befindet. Eine            2009, Lot 3490.
veränderte Wiederholung des Gemäldes                                                        Ausstellungen:
befindet sich in der Berliner Nationalgalerie   CHF 1 000 / 1 500                           - Barthélemy Menn, Kunsthaus Zürich,
(ehemals Sammlung Raczynski).                   (€ 930 / 1 390)                                März/April 1923.

                                                                                            CHF 600 / 800
                                                                                            (€ 560 / 740)

                                                                                                                                | 189
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

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GUSTAVE COURBET                                Gustave Courbet’ (Lugt 463a) auf der          schliesst. Umringt ist er von einer Gruppe
(Ornans 1819 - 1877 La Tour-de-Peilz)          Studie hin, mit denen damals verschiedene     junger, schöner und mehr oder weniger
Selbstporträt in einer Hängematte, umge-       Zeichnungen und Dokumente des Malers          bekleideter Frauen, die in einer an einen
ben von einer Frauengruppe. Um 1843-           gekennzeichnet wurden. Sie dokumen-           Harem erinnernden Inszenierung den träu-
1855. Schwarze, rote und weisse Kreide.        tieren damit die Anwesenheit der Zeich-       menden Künstler rahmen und damit den
Mit dem Trockenstempel „Latelier de            nung im Atelier des Künstlers. Neben der      „orientalischen Geschmack der Zeit her-
Gustave Courbet“ unten links und rechts.       Provenienz sprechen vor allem aber die        aufbeschwören“. Jedenfalls wirkt die ganze
43,5 x 42 cm (unregelmässig beschnitte-        künstlerische Qualität des Blattes für die    Szene wie eine träumerische Vision und als
nes Fragment).                                 Zuschreibung an Gustave Courbet, der als      wäre sie dem irdischen Dasein entrückt.
                                               Hauptvertreter der realistischen Malerei in   Ob es sich hier um die Vorstudie zu einem
Provenienz:                                    Frankreich gilt.                              Gemälde oder künstlerischen Projekt ge-
- Atelier Gustave Courbet, Lugt 463a.                                                       handelt hat, ist heute nicht mehr belegbar.
- Privatbesitz Frankreich.                    Wegen seiner Beteiligung am Aufstand          Es lassen sich weder Werke auffinden, auf
                                               der Pariser Commune und am Sturz der          die sich die fragmentierte Studie beziehen
Literatur:                                     Vendôme-Säule im Jahr 1871 verbüsste          könnte, noch andere geplante Projekte
- Gustave Courbet. Les Dessins suos la        Courbet eine mehrmonatige Gefängnis-          rekonstruieren.
   direction de Niklaus Manuel Güdel. Ka-      strafe. Seine gesundheitlichen Probleme
   talog zur Ausstellung im Musée Gustave      bewirkten aber, dass er bald in eine Klinik   Der Besitz einer Hängematte und ihre Auf-
   Courbet, Ornans und Musée Jenisch           in Neuilly verlegt wurde. Nach weiteren       hängung im Künstleratelier bezeugt nicht
   Vevey, 2019/2020, S.102/103, Nr.14 (mit     Prozessen und der Verurteilung zu hohen       nur der Maler selbst in Briefen und Bildern,
   ganzseitiger Abbildung).                    Restitutionszahlungen verliess der Künst-     sondern ist auch durch Künstlerfreunde
                                               ler 1873 Frankreich und ging ins Schweizer    verbürgt. So taucht sie z.B. als Motiv in
Ausstellungen:                                 Exil. In La Tour-de-Peilz verlebte er, von    Courbets berühmten allegorischen Ge-
- Musée Gustave Courbet, Ornans, 2019.        Geldsorgen geplagt und gerichtlichen          mälde „Das Atelier des Künstlers“ aus dem
- Musée Jenisch, Vevey, 2020.                 Verfahren verfolgt, seine letzten Jahre und   Jahr 1855 auf, das sich im Musée d’Orsay
                                               starb hier 1877.                              in Paris befindet. Als Entstehungszeit-
Die aus einer französischen Privatsamm-                                                      raum der Zeichnung hat Niklaus Manuel
lung stammende Zeichnung wurde zum             Von glücklicheren und sorgloseren Tagen       Güdel die Jahre zwischen 1843-1855
ersten Mal durch die beiden Ausstellungen      scheint dagegen die Darstellung der vorlie-   vorgeschlagen, als Courbet auch „andere
im Musée Courbet in Ornans (2019) und          genden Zeichnung zu erzählen, „bewahrt        Kompositionen mit romantischem Verve“
im Musée in Vevey (2020) einer breiten Öf-     sie doch noch Spuren des romantischen         konzipierte. (Alle Zitate sind dem Text zur
fentlichkeit bekannt. Vermutlich stammte       Erbes und verkörpert eine idealisierte        Zeichnung von Niklaus Manuel Güdel im
sie aus dem Verkauf von Werken aus dem         Vision der Pariser Bohème-Szene“. Sie         Ausstellungskatalog von 2019 entnom-
vom französischen Staat beschlagnahm-          zeigt den jungen und noch bartlosen Maler     men).
ten Pariser Atelier des Künstlers in der Rue   entspannt in einer Hängematte liegend,
                                               während der angedeutete rechte Arm wie        CHF 30 000 / 40 000
Notre-Dame de Champs. Darauf deuten                                                          (€ 27 780 / 37 040)
die beiden Trockenstempel ‘ L’atelier de       ein Heiligenschein um sein Haupt um-

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3462

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Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

3463                                     3464
                                                3463
                                                ADRIAN LUDWIG RICHTER
                                                (1803 Dresden 1884)
                                                Erzählstunde vor einer Biedermeiervitrine. Verso:
                                                Landschafts- und Figurenstudie. Bleistift auf Büt-
                                                ten. 11,6 x 16 cm.

                                                Provenienz:
                                                - Sammlung des Fürsten von und zu Liechtenstein,
                                                   Lugt 4398.
                                                - Galerie Feilchenfeldt, Zürich.
                                                - Privatsammlung Schweiz.

                                                CHF 500 / 700
                                                (€ 460 / 650)

                                                3464
                                                ADRIAN LUDWIG RICHTER
                                                (1803 Dresden 1884)
                                                Studie zu Schneewittchen im Sarg. Verso: Figuren-
                                                studien. Bleistift. 10,4 x 14,1 cm.

                                                Provenienz:
                                                - Sammlung des Fürsten von und zu Liechtenstein,
                                                   Lugt 4398.
                                                - Galerie Feilchenfeldt, Zürich.
                                                - Privatsammlung Schweiz.

                                                CHF 300 / 400
                                                (€ 280 / 370)

                                                3465
                                                DANIEL NIKOLAUS CHODOWIECKI
                                                (Danzig 1726 - 1801 Berlin)
                                                Vier Szenen auf einem Blatt: Theologische Dis-
                                                putation; der schlafende Plato; Vorschmack der
                                                künftigen Glückseligkeit; Abschied. Silberstift,
                                                Feder in Braun, weiss gehöht. Die Einfassungslinien
                                                mit Feder in Gold. Über den Darstellungen jeweils
                                                betitelt, am unteren Rand rechts mit dem Silberstift
                                                signiert und datiert: gez: von D. Chodowiecki in
3465                                            Dantzig 1780. 19,2 x 12,5 (Blattgrösse). Gerahmt.

                                                Provenienz:
                                                - Sotheby‘s London, Lot 1458 (Aufkleber o. J.
                                                   verso).
                                                - Privatbesitz Schweiz.

                                                CHF 1 000 / 1 500
                                                (€ 930 / 1 390)

| 192
3466
ADRIAN LUDWIG RICHTER
(1803 Dresden 1884)
Zwei Männer mit Kind und Hund im Ge-
spräch vor einem Bauernhaus. Verso: Zwei
Studien zu einem Mann. Schwarze Kreide,
Pinsel in Braun und Grau. Unten rechts
mongrammiert: L.R. 12,2 x 17,5 cm.

Provenienz:
- Sammlung des Fürsten von und zu Liech-
   tenstein, Lugt 4398.
- Galerie Feilchenfeldt, Zürich.
- Privatsammlung Schweiz.

CHF 500 / 700
(€ 460 / 650)

3467
ADRIAN LUDWIG RICHTER
(1803 Dresden 1884)
Idyllische Szene mit Bauernfamilie, Esel
und Hund, im Hintergrund ein Gehöft.
                                                3466
Feder in Braun, schwarzer Stift, Aquarell auf
festem Velin. Mit brauner Feder unten links
datiert: 12. May 1843. Mit rotem Stift auf
dem Getreidesack monogrammiert: LR.
13,5 x 20,1 cm.

Provenienz:
- Sammlung des Fürsten von und zu Liech-
   tenstein, Lugt 4398.
- Galerie Feilchenfeldt, Zürich.
- Privatsammlung Schweiz.

CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)

3468
ADRIAN LUDWIG RICHTER
(1803 Dresden 1884)
Begrüssungsszene auf einem Weg, im
Hintergrund ein Bauernhaus. Feder in
Schwarz und Grau, schwarzer Stift, Aqua-
rell auf festem Velin. Unten rechts signiert:
L. Richter. Verso alt nummeriert: 1862.         3467
11,4 x 17,8 cm.

Provenienz:
- Sammlung des Fürsten von und zu Liech-
   tenstein, Lugt 4398.
- Galerie Feilchenfeldt, Zürich.
- Privatsammlung Schweiz.

CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)

                                                3468

                                                       | 193
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

3469                                       3470

3471                                     3472

| 194
3469
CARL SPITZWEG
(1808 München 1885)
Studie zu einem Mann in Uniform mit Ge-
wehr. Bleistift auf braunem Papier. Mit dem
Nachlassstempel unten links. 22 x 15 cm
(licht). Gerahmt.

Provenienz:
- Privatbesitz Schweiz.

CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)

3470
CARL SPITZWEG
(1808 München 1885)
Studienblatt zu einem Mönch, Händen und
einer strickenden Frau. Verso: Studie zu
einem sitzenden Mönch. Bleistift. Unten
rechts mit dem Nachlassstempel des
Künstlers. 31 x 20 cm (licht). Gerahmt.
                                                3473
CHF 600 / 800
(€ 560 / 740)

3471
CARL SPITZWEG
(1808 München 1885)
Neubeuern im Inntal. Bleistift. Mit dem
Nachlassstempel unten links. Am unteren
Rand bezeichnet und datiert: Neubeuern
Montag, d. 30. Aug. 59. 20 x 14 cm (licht).
Gerahmt.

Provenienz:
- Privatbesitz Schweiz.

CHF 600 / 800
(€ 560 / 740)

3472
                                                3474
MORITZ VON SCHWIND
(Wien 1804 - 1871 Niederpöcking)
Also mit Weydmanns Heil, die Jagd:              3473                                       3474
angeblasen. Sechs Karikaturen mit Text          CARL SPITZWEG                              CARL SPITZWEG
zur Jagd über zwei Bögen. Bleistift, braun      (1808 München 1885)                        (1808 München 1885)
laviert auf Karton. Der Text mit schwarzer,     Umzäunte Bergwiese mit Baumstümpfen.       Brunnen vor einem Haus. Schwarze Kreide.
roter und grüner Feder. Fünf Karikaturen je-    Bleistift. Mit dem Nachlassstempel unten   Mit dem Nachlassstempel unten links und
weils mit Bleistift unten rechts signiert und   rechts. 29 x 39 cm. Gerahmt.               unten rechts. 21 x 33,3 cm. Gerahmt.
bezeichnet: M.Schwind München. Jeweils
32,5 x 23,6 cm (Bogengrösse).                   Hofmann 79.                                Provenienz:
CHF 600 / 800                                                                              - Privatbesitz Schweiz.
(€ 560 / 740)                                   Provenienz:
                                                - Auktionshaus Neumeister, München,       CHF 800 / 1 000
                                                   Sept. 2015, Lot 185.                    (€ 740 / 930)
                                                - Privatbesitz Schweiz.

                                                CHF 700 / 900
                                                (€ 650 / 830)

                                                                                                                              | 195
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

3475                                                              3476

3477                                                                  3478

3475                                         3476                                       3477
ALBERT ANKER                                 ALBERT ANKER                               ALBERT ANKER
(1831 Ins 1910)                              (1831 Ins 1910)                            (1831 Ins 1910)
Bauernhaus. Verso: Bewegungsstudien          Emmentaler Frühlingslandschaft. Feder in   Sitzendes Mädchen beim Stricken.
zur Feldarbeit. Schwarze Kreide, Pinsel in   Schwarz. Unten rechts monogrammiert: A.    Schwarze Feder. 24 x 18,7 cm (licht).
Braun. 18 x 24,5 cm. Gerahmt.                9,7 x 13,7 cm (licht). Gerahmt.            Gerahmt.

CHF 600 / 800                                Provenienz:                                Verso mit einer Echtheitsbestätigung
(€ 560 / 740)                                - Dobiaschofsky Auktionen, Bern, Nov.     von Cecile du Bois. Anker, der Tochter von
                                                2021, Lot 1004.                         Albert Anker, vom 21. Juni 1938.
                                             - Privatbesitz Schweiz.
                                                                                        Provenienz:
                                             CHF 700 / 900                              - Dobiaschofsky Auktionen, Bern, 13. Mai
                                             (€ 650 / 830)                                 2016, Lot 35.
                                                                                        - Privatbesitz Schweiz.

                                                                                        CHF 1 500 / 2 000
                                                                                        (€ 1 390 / 1 850)

| 196
3478
ALBERT ANKER
(1831 Ins 1910)
Bildnis einer jungen Frau im Seiten-
profil nach rechts. Bleistift. An der
linken Schulter signiert: Anker. 24 x
18,5 cm (licht). Gerahmt.

Provenienz:
- Privatbesitz Schweiz.

CHF 900 / 1 200
(€ 830 / 1 110)

3479
ADOLPH MENZEL
(Breslau 1815 - 1905 Berlin)
Vorgebeugte weibliche Figur in
Tracht von vorn (Maria Cocozza). Um
1881/82. Zimmermannsbleistift auf
Papier. Unten rechts monogrammiert:
A.M. 20,7 x 13,3 cm.

Provenienz:
- Schweizer Privatbesitz.

Literatur:
- ‚Exposition des Ouevres de Adolphe
   Menzel‘, Pavillon de la Ville de Paris
   (Jardin des Tuileries), 26.April- 15
   Juni. 1885). Katalog mit Text von
   Francois-Guillaume Dumas, Librairie
   d‘Art I. Baschet Galeries des Artistes
   Modernes, Paris 1885, S. 33.
- Luciano Pelzzari. Menzel in Verona,
   Die Italienreisen des großen deut-
   schen Malers des 19. Jahrhunderts;
   Ausstellungskatalog Ingelheim
   2008, S. 217 (Nr. 264) mit ganzsei-
   tiger Abbildung nach einer groben
   Photokopie und mit dem Vermerk
   „Verbleib unbekannt“ versehen.

Bereits wenige Jahre nach ihrer Voll-
endung wurde die Zeichnung einer
jungen Italienerin für eine Adolph
Menzel gewidmete Ausstellung 1885
in Paris ausgewählt. Eine Abbildung im
damaligen Ausstellungskatalog blieb
für lange Zeit einziges Dokument
ihrer Existenz. Denn danach verlor
sich ihre Spur für mehr als einhun-
dertdreissig Jahre bis zur kürzlichen
                                            3479
Wiederentdeckung in Schweizer
Privatbesitz. Die Zeichnung gehört zu
einer Gruppe überlieferter Modellstu-       aus Mittelitalien stammenden Gruppe von hier Arbeitenden, die alle Generationen um-
dien für das Gemälde „Piazza d‘Erbe         fasste. In seinem Atelier konnte Menzel ohne Eile mit den Modellen arbeiten, im Gegensatz
in Verona“, das Menzel 1884 vollendet       zum schnellen und direkten Festhalten von Eindrücken und Posen während der Reise. Eine
hatte und das sich heute im Besitz          Variante unseres Motivs - erkennbar dasselbe weibliche Modell, ebenfalls vorgebeugt - trägt
der Gemäldegalerie Neue Meister,            die Beischrift „Maria Cocozza Alte Schützen Str.: 9“. Diese Studie wird im Berliner Kupferstich-
Albertinum in Dresden befindet. In          kabinett aufbewahrt. Die Adressangabe auf der Berliner Zeichnung zeigt an, dass sie - und
den Jahren 1881 und 1882 unter-             demnach auch die hier angebotene Zeichnung in Menzels Atelier entstanden. Für die in Italien
nahm Adolph Menzel zwei Reisen              gezeichneten Modelle notierte der Maler keine Namen. Wir danken Dr. Claude Keisch, Berlin
nach Norditalien, wo er u.a. in Verona      für seine Hilfe bei der Zuordnung der Zeichnung. - - Die Zeichnung ist für die 2023 in Verona
Station machte und vor Ort Skizzen          stattfindende Ausstellung „Menzel in Verona“ als Leihgabe angefragt.
anfertigte. Die meisten Modellstudien
entstanden aber später im Berliner          CHF 9 000 / 12 000
Atelier des Künstlers. Italienische         (€ 8 330 / 11 110)
Modelle dafür fanden sich in einer

                                                                                                                                       | 197
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

                                         3480
                                         ÉDOUARD VUILLARD
                                         (Cuiseaux 1868 - 1940 La Baule)
                                         Portrait der Madame Hessel, um 1908.
                                         Schwarzer Stift auf Papier. Unten rechts
                                         mit dem Atelierstempel des Künstlers.
                                         10,4 x 15,5 cm.

                                         Mit einer Fotoexpertise von A. Salomon,
                                         Paris, 26.10.2001.

                                         Provenienz:
                                         - Galerie Paul Vallotton, Lausanne, 1989.
                                         - Kunsthandel Sabine Helms, München.
                                         - Privatbesitz Schweiz.

                                         CHF 1 000 / 1 500
                                         (€ 930 / 1 390)

                                         3481
3480
                                         JOHAN-BARTHOLD JONGKIND
                                         (Lattrop 1819 - 1891 Saint-Egrève)
                                         Le Port Vauban Havre 1865. Schwarze
                                         Kreide auf Papier. Am unteren Rand mit
                                         brauner Feder bezeichnet, datiert und
                                         signiert: Jongkind. 11,5 x 18 cm.

                                         Wir danken Francois Auffret für zusätzliche
                                         Informationen und die Bestätigung der
                                         Eigenhändigkeit der Zeichnung. Sie wird in
                                         den ‚catalogue critique‘ des ‚Comité Jong-
                                         kind, Paris-La Haye‘ aufgenommen.

                                         Provenienz:
                                         - Auktionshaus Druot, Ader Picard Tajan,
                                            Paris, 25. Juni 1987 Lot 50.
                                         - Privatbesitz Schweiz.

                                         Literatur:
                                         - Paul Signac. Jongkind, Paris, 1927, S.88
                                            (Abb.).

                                         CHF 600 / 800
                                         (€ 560 / 740)
3481
                                         3482
                                         LÉON AUGUSTIN LHERMITTE
                                         ( Mont-Saint-Père 1844 - 1925 Paris)
                                         Le bateau. Kohlestift auf bräunlichem
                                         Bütten. Unten rechts signiert: L. Lhermitte.
                                         42 x 62 cm. Gerahmt.

                                         CHF 3 000 / 4 000
                                         (€ 2 780 / 3 700)

3482

| 198
3483                                                    3484
3483
ALEXANDRE NIKOLAJEWITSCH
BENOIS
(St. Petersburg 1870 - 1960 Paris)
Gartenterrasse in Versaille. Aquarell,
Gouache auf Karton. Unten rechts signiert,
bezeichnet und datiert: Alexandre Benois
Mai 1906 Versailles. 39 x 65,5 cm.
Gerahmt.

CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)

3484
FRANZÖSISCH, 1906
Regenhimmel über Schloss Versailles.
Gouache, weiss gehöht, schwarze Kreide.
Unten links signiert (nicht identifiziert) und
datiert: 1906. 67 x 101 cm. Gerahmt.

CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)

3485
FERDINAND HODLER
(Bern 1853 - 1918 Genf)
Die Eurythmie. Bleistift, mit Bleistift quad-
riert. Unten rechts monogrammiert: FH.
28 x 16 cm. Gerahmt.

Studie zum gleichnamigen Gemälde Hod-
lers von 1895, das sich im Kunstmuseum
Bern befindet.

CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 390 / 1 850)

                                                 3485

                                                               | 199
Zeichnungen des 15. – 20. Jahrhunderts

3486                                     3487

                                                3486*
                                                FRIEDRICH STAHL
                                                (München 1863 - 1940 Rom)
                                                Tänzerin in weissem Kleid und Betrach-
                                                ter. Grisaille auf Malkarton. Unten rechts
                                                signiert: Fried. Stahl. Verso mit Bleistift
                                                bezeichnet: Modern. Stahl. 30 x 22,8 cm.
                                                Gerahmt.

                                                CHF 400 / 600
                                                (€ 370 / 560)

                                                3487
                                                ANTON ALEXANDER VON WER-
                                                NER
                                                (Frankfurt/Oder 1843 - 1815 Berlin)
                                                Der Bernhardiner Barÿ. Schwarze Kreide.
                                                Unten links bezeichnet, monogrammiert
                                                und datiert: Barÿ AvW. 1891. 22 x 28 cm.
                                                Gerahmt.

                                                Provenienz:
                                                - Galerie de Loës, Genf.
                                                - Privatbesitz Schweiz.

                                                CHF 500 / 700
                                                (€ 460 / 650)

                                                3488
                                                JAN ROSEN
                                                (1854 Warschau 1936)
                                                Waldstück mit Husar. Aquarell, Gouache.
                                                Mit brauner Feder unten rechts signiert
                                                und datiert: J. Rosen 1909. 40 x 31,7 cm.
                                                Gerahmt.

                                                CHF 700 / 900
                                                (€ 650 / 830)

3488

| 200
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