ZUKUNFT INNOVATIV GESTALTEN
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St. Pölten University of Applied Sciences
ZUKUNFT
INNOVATIV
GESTALTEN
Geschäftsbericht 2016
Innovationsraum Der Campus 20 Jahre
Hochschule der Zukunft Fachhochschule
Round Table: Die Rolle Innovative Raumkonzepte Entwicklung zur bedeutenden
der FH im Innovations- für das Lernen und Bildungs- und Forschungs-
system Arbeiten 4.0 institutionGESCHÄFTSBERICHT 2016 –
ZUKUNFT INNOVATIV GESTALTEN
Mit moderner Lehre und richtungsweisender Forschung nimmt die Fachhochschule St. Pölten
eine wichtige Rolle im regionalen Innovationssystem ein – und setzt schon heute wesentliche
Schritte, um unsere Zukunft innovativ zu gestalten.
Impressum | Herausgeberin, Medieninhaberin und Verlegerin: Fachhochschule St. Pölten GmbH, Matthias Corvinus-Straße 15, 3100 St. Pölten | www.
fhstp.ac.at | Für den Inhalt verantwortlich: Dr. M. Gabriela Fernandes, DI Gernot Kohl, MSc | Konzept: Mag. Eva Marchhart, Bakk., Mag. Daniela Kaser,
MAS | Redaktion: Mag. Eva Marchhart, Bakk. | Übersetzungen: Don Ferguson | Lektorat: Mag. Mark Hammer, Mag. Eva Marchhart, Bakk. | Gestaltung:
Dipl.-Ing. Julia Machan, BA | Grafik Facts & Figures: Christoph Almasy, www.almasy.at | Fotos: Werner Jäger (Seite 6), Katarina Balgavy (Seite 10, 27, 36,
45, 46, 86), Martin Lifka Photography (Seite 4, 5, 7, 12, 13, 14, 15, 21, 22, 23, 29, 32, 35, 41, 42, 49, 51, 64), NMPB Architekten (Seite 19), FH-Archiv
(Seite 28, 29), Foto Kraus (40, 42, 44, 46, 48, 50), Jakob Gramm (Seite 54), Maximilian Döringer (Seite 57), Brian Horsak (Seite 59), Lisa Gringl (Seite 59),
Christoph Musik (Seite 61), Klöbö (Seite 66) | Druck: Gerin, Gerinstraße 1-3, 2120 Wolkersdorf | Vorbehaltlich Druck- und SatzfehlerINHALT
25
Highlights
53
20 Jahre FH St. Pölten:
Das Jubiläumsjahr bringt Forschung und
erfolgreiches Wachstum Wissenstransfer
Aktuelles aus Forschung,
Wissensvermittlung und
30
dem Start-up-Programm
creative pre-incubator
63
09
Studium und
Weiterbildung International
69
Best Place to Learn: Grenzenloser Erfahrungs-
Erweitertes Ausbildungs- austausch durch Koope-
angebot und innovative rationen, Studierenden-
Zukunft innovativ
75
Didaktik und Lehrendenmobilität
gestalten
Die Hochschule als Innovations-
38
motor: Von zukunftsweisender Preise und
Lehre und Forschung bis hin zur
Förderung von Start-ups
Auszeichnungen
Ausgezeichnete
Leistungen von Facts & Figures
Studierenden, Lehrenden
und ForscherInnen
Aktuelle Zahlen,
Daten und Fakten zur
Departments FH St. Pölten
Neuigkeiten und Ent-
wicklungen in den sechs
DepartmentsVORWORT Zukunft innovativ gestalten – das ist Auftrag
und gelebte Praxis an der Fachhochschule
St. Pölten und Schwerpunktthema des vorlie-
genden Geschäftsberichts.
An Hochschulen entstehen täglich neue Ideen und Auch unsere internationale Vernetzung wurde intensi-
Kontinuierliches Wachstum ebnet Weg für neues Wissen – und damit auch bedeutende Beiträge viert und durch neue Kooperationen mit Hochschulen
erfolgreiche Zukunft für das regionale Innovationssystem. Denn Hoch- und Institutionen auf der ganzen Welt erweitert. Zudem
schulen machen durch Lehre und Forschung Wissen konnten wir im Wintersemester 2016/17 bereits die
regional verfügbar, sie nehmen Ideen und konkrete eintausendste Outgoing Studentin verzeichnen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Fragestellungen aus ihrer Umgebung auf und erar-
beiten gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und Unsere Forschungsaktivitäten konnten wir im Jahr
Das Jahr 2016 war für die Fachhochschule St. Pölten stehen, um den steigenden Studierendenzahlen und -partnern innovative Produkte und Dienstleistungen. 2016 ebenso weiterentwickeln. Die Erlöse aus dem
ein weiteres erfolgreiches Jahr. Seit ihrer Gründung vor den zunehmenden Forschungsaktivitäten den nöti- Der enge und wechselseitige Austausch mit Wirt- Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation lagen
20 Jahren ist die Fachhochschule St. Pölten bis weit gen Raum zu bieten. Im Rahmen dessen ist auch die schaft und Gesellschaft ist in diesem Sinn ein wichtiger mit knapp 2,5 Millionen Euro auf einem konstant hohen
über die Grenzen der Landeshauptstadt bekannt und Gründung einer Privatuniversität gemeinsam mit dem Innovationsmotor. Wir laden Sie ein, im ersten Kapitel Niveau, die Anzahl an veröffentlichten Publikationen
genießt einen ausgezeichneten Ruf. Österreichischen Arbeitskreis für Gruppentherapie und mehr über das Thema Innovation sowie die Rolle der und Forschungsprojekten stieg weiter an. Die FH St.
Gruppendynamik (ÖAGG) geplant. Diese Entwicklun- Hochschule im Innovationssystem zu lesen und darü- Pölten gehört damit nach wie vor zu den forschungs-
St. Pölten hat sich wirtschaftlich als dynamische gen untermauern einmal mehr den Status St. Pöltens ber, wie wir an der FH St. Pölten innovatives Denken stärksten Fachhochschulen in Österreich.
Stadt entwickelt, die sich zusehends als attraktiver als Bildungs-Hotspot und Hochschulstandort. und Handeln fördern.
Standort für die Ansiedelung von Unternehmen in der Wir möchten abschließend dem Förderverein sowie
verkehrsgünstigen Achse Wien-Linz etabliert hat. Für Ich wünsche der FH St. Pölten auch weiterhin eine Mit dem vorliegenden Bericht möchten wir Ihnen auch allen Sponsorinnen und Sponsoren unseren Dank
die Stadt bedeutet der Campus mit all seinen Einrich- positive Entwicklung und allen Studierenden und dem einen Überblick über unsere zahlreichen Aktivitäten im aussprechen, da ohne deren Beiträge viele Projekte
tungen einen der wichtigsten Inputs für diese urbane gesamten Team viel Erfolg. Jahr 2016 bieten. Wenn wir auf die letzten Monate zu- und Aktivitäten nicht möglich gewesen wären. Unser
Entwicklung und eine große Aufwertung des Bildungs- rückblicken, können wir festhalten: Das Jahr 2016 war besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mit-
und Wirtschaftsstandorts mit einzigartigen Möglichkei- Ihr Mag. Matthias Stadler wieder ein sehr erfolgreiches Jahr für die Fachhoch- arbeitern, den Lektorinnen und Lektoren sowie Partne-
ten für junge Menschen. Auch als Austragungsstandort Bürgermeister der Stadt St. Pölten schule St. Pölten. Unsere Studierendenzahlen sind rinnen, Partnern und Studierenden für ihre Motivation,
für besondere Veranstaltungen hat sich die moderne weiter gestiegen, die Forschung wurde intensiviert, ihren Einsatz und die gute Zusammenarbeit.
Fachhochschule etabliert. So wurden im Jahr 2016 um bestehende Studiengänge aktualisiert sowie neue, zu-
die 260 große und kleine Veranstaltungen wie auch kunftsweisende Lehrgänge zur Weiterbildung in unser Das Hochschulmanagement
Kongresse an der FH abgehalten. Ausbildungsangebot aufgenommen.
Dr. Maria Gabriela Fernandes
Eine neuerliche Steigerung der Anzahl der hauptberuf- So ist etwa der Masterlehrgang „Film, TV und Media – Dipl.-Ing. Gernot Kohl, MSc
lichen MitarbeiterInnen um sechs Prozent unterstreicht Creation and Distribution“ in Kooperation mit dem WIFI Geschäftsführung Fachhochschule St. Pölten
die Relevanz der FH – nicht nur als Bildungseinrich- Salzburg neu gestartet sowie der Lehrgang „Sozialar-
tung, sondern auch als wichtige Arbeitgeberin in beit mit AsylwerberInnen und Konventionsflüchtlingen“, FH-Prof. Dipl.-Ing. Hannes Raffaseder
der Stadt. Für das Land NÖ trägt die FH St. Pölten der sich an PraktikerInnen der Sozialen Arbeitet richtet. Prokurist
aufgrund ihrer international anerkannten Leistungen in Erarbeitet wurde zudem unter anderem ein neues FH-Prof. Dipl.-Ing. Johann Haag
Forschung und Entwicklung zum gesamten Innovati- Weiterbildungsangebot zu Digital Marketing, das im Mitglied des Hochschulmanagements
onsprozess und zur Steigerung der Wettbewerbsfähig- Studienjahr 2017/18 starten wird.
keit des Landes bei. Dass die Fachhochschule über-
dies auch wirtschaftlich ausgezeichnete Arbeit leistet, Unser stetiges Wachstum verlangt künftig auch nach
beweist die Tatsache, dass die Gesamterlöse im Jahr einer räumlichen Erweiterung: Das Projekt „FH-Cam-
2016 um neun Prozent und damit auf insgesamt 24,6 pus der Zukunft“ wurde im Jahr 2016 weiter vorange-
Millionen Euro gestiegen sind. trieben und die Pläne gemeinsam mit dem Architekten-
team konkretisiert. Bis 2020 wird mit einem Zubau im
Das erfolgreiche Wachstum der FH St. Pölten in den Verbund mit dem bestehenden Gebäude ein innovati-
vergangenen Jahren ebnet den Weg für eine ebenso ver Vorzeigecampus entstehen.
erfolgreiche Zukunft: Bis 2020 wird ein Zubau ent-
6 7Schwerpunktthema: Zukunft innovativ gestalten
11 Innovationsraum
Hochschule 19 Der Campus
der Zukunft 22 Die Hochschule als
GründerschmiedeROUND TABLE:
INNOVATIONS-
NACHGEFRAGT RAUM
Welche Rolle kann Qualitäts-
management bei Innovations-
prozessen spielen?
HOCHSCHULE
Innovation ist der wesentliche Motor wirt-
Festgelegte Qualitätsstandards und -pro-
schaftlicher Entwicklung. Hochschulen
zesse werden oftmals als wenig stimu-
können einen entscheidenden Beitrag dazu
lierend für Kreativität und Innovation
angesehen. Denn um im zunehmenden
leisten: durch qualitative Lehre, zukunftswei-
hochschulischen Wettbewerb die führende
sende Forschung und die gezielte Verbreitung
Position zu halten sowie den Erfolg mittel-
wissenschaftlicher Erkenntnisse über die
und langfristig zu sichern, sind kontinu- Grenzen der Disziplinen hinweg.
ierliche und nachhaltige Innovations- und
Veränderungsprozesse nötig. Ein ganzheit- Die Hochschule als Innovationsraum – darüber disku-
liches Qualitätsmanagement-System und tieren Gabriela Fernandes und Gernot Kohl, Geschäfts-
ein damit verbundenes Qualitätsverständnis führung der FH St. Pölten, Kollegiumsleiterin Monika
kann hier unterstützend wirken, denn es Vyslouzil und Prokurist Hannes Raffaseder.
stellt den beteiligten und verantwortlichen
Akteurinnen und Akteuren Informationen zur
Verfügung, auf deren Grundlage Verbesse- Wie können Hochschulen
rungspotenziale erkannt und Maßnahmen Innovationen fördern?
oder gar innovative Ideen zur Zielerreichung
entwickelt werden können. Raffaseder: Dies kann auf sehr vielfältige Weise und
auf verschiedenen Ebenen geschehen. Einen großen
Entwicklungen 2016 Teil nimmt die Lehre ein, also die Aus- und Weiterbil-
dung von jungen Menschen. In der Forschung ist die
Das FH-Service Qualitätsmanagement Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen wichtig.
setzte auch 2016 eine Reihe an Maßnah- Als dritten Punkt möchte ich noch die Förderung von
men zur Sicherung und Weiterentwicklung Start-ups nennen. Wir leisten hier einen wesentlichen
der Qualität in Lehre und Forschung um. Beitrag und hoffen, dass Unternehmen, die an der
Neben der erfolgreichen Validierung des Fachhochschule entstehen, dies wiederum in der
EFQM Committed to Excellence (C2E) war Region tun.
das Jahr von den Vorbereitungen für den
in 2017 durchgeführten FH-Quality-Audit Vyslouzil: Zudem können Studierende im Rahmen von
geprägt. Darüber hinaus hat sich die praxisorientierten Projekten durchaus auch Impulse
Prozessreife der FH St. Pölten substanziell setzen – einerseits mit Ideen, die von „draußen“ herein-
weiterentwickelt. Im Bereich der Evaluie- kommen, andererseits werden neue Projektideen aber
rungen konnte die FH St. Pölten ebenfalls auch hinausgetragen und in der Praxis umgesetzt.
eine Vielzahl an erfolgreichen Auswertungen
Ein Ort moderner Lehre und
verzeichnen, darunter etwa Erhebungen im wegweisender Forschung: Die Fernandes: Von der Wirtschaft und Industrie wissen
Rahmen des Evaluierungszyklus sowie eine FH St. Pölten bringt innovatives wir – vor allem, weil viele unserer Aus- und Weiterbil-
Potanzial nach St. Pölten und
zentral gesteuerte FH-weite Praktikums- steigert so die Attraktivität der dungsangebote in Kooperationen mit Unternehmen
firmenbefragung. Zudem erfolgte erstmals gesamten Region. entwickelt werden –, dass sie sich wünschen, dass
eine Imagemessung der FH St. Pölten. Hochschulen sehr nah an ihren Standorten angesiedelt
10 11sind. Die Gesamtentwicklung Niederösterreichs in den Landeshauptstadt St. Pölten jene, dass man ganz
Geschäftsführerin Gabriela
letzten 20 Jahren ist deshalb auch so erfolgreich, weil bewusst überlegt hat: Wie gelingt es, Innovationskraft Fernandes: „Für den Standort
Hochschuleinrichtungen verteilt – mit Fachhochschulen hier in St. Pölten zu generieren und zu halten? Hier St. Pölten haben wir sicher auch
einen Beitrag im Bereich der
in St. Pölten, Krems und Wiener Neustadt mit weite- gibt es mehrere Ebenen: Einerseits bringt die FH junge Internationalisierung geleistet.“
ren Standorten in Tulln und Wieselburg – gegründet Studierende in die Stadt und damit auch innovatives
wurden. Aus der Politik- und Wirtschaftsperspektive ist Potenzial, zum anderen steigt dadurch die Attraktivität
das absolut notwendig: Ausbildungsangebote können für Unternehmensansiedelungen. Und nicht zuletzt
so genau an die Bedürfnisse der Unternehmen ange- geht es um die Wechselwirkung zwischen Fachhoch-
passt werden, sodass sie jene Arbeitskräfte bekom- schule und Stadt: Einerseits profitiert die FH St. Pölten
men, die sie für ihre Wettbewerbsfähigkeit brauchen. von der entsprechenden Unterstützung der Stadt,
andererseits hat die FH mit ihrem positiven Image auch
das Image der Stadt St. Pölten in den letzten Jahren
Welche Rolle schreiben Sie der FH St. Pölten positiv beeinflusst.
im regionalen Innovationssystem zu?
Vyslouzil: Dem regionalen Aspekt möchte ich gerne
Kohl: Die FH St. Pölten ist sicherlich ein regiona- noch einen überregionalen hinzufügen. Durch die Art,
ler Innovationsmotor – und das ist auch der Grund, wie wir Weiterbildungsangebote und berufsbegleitende
warum es die FH überhaupt gibt. Bei der Gründung Studiengänge organisieren, haben wir es geschafft,
der FH St. Pölten vor 20 Jahren war die Intention der auch etwa aus den Bundesländern und benachbarten
Geschäftsführer Gernot Kohl:
„Die FH St. Pölten ist sicherlich
ein regionaler Innovationsmotor
– und das ist auch der Grund,
warum es die FH überhaupt gibt.“
Ländern wie Deutschland Interessentinnen und Inter- lisierung geleistet, wenn man etwa die vielen interna-
essenten anzuziehen. Ich denke, dass dieser überregi- tionalen Lehrenden, Forschenden und Studierenden
onale Erfahrungsaustausch und Ideen, die von außer- bedenkt, die wir in die Region bringen.
halb der Region kommen, sehr wohl in diese regionale
Entwicklung mit einfließen.
Hochschulen werden zunehmend auch
Raffaseder: Wichtig ist hier auch das Thema Wissen- zu Gründerschmieden. Wie fördert die FH
stransfer – angefangen von der Wissenschaftsvermitt- St. Pölten die Umsetzung innovativer Ge-
lung bis hin zu Technologietransfer. Eine wesentliche schäftsideen?
Grundvoraussetzung für Innovation ist die Schaffung
eines innovativen Klimas, einer Innovationskultur. In Raffaseder: Herzstück unserer Aktivitäten im Bereich
diesem Kontext liefern Veranstaltungen wie die Lange Entrepreneurship ist der creative pre-incubator, ein
Nacht der Forschung oder unsere Projektevernissage Gründungs-Förderprogramm, das wir seit 2014 in
wesentliche Beiträge. Und sie fördern den direkten Kooperation mit accent, der Gründungsagentur des
Austausch mit der Bevölkerung, die sukzessive neugie- Landes Niederösterreich, betreiben. Er ist das Binde-
rig wird, und auf der anderen Seite auch mit Betrieben glied zwischen spannenden Ideen aus der Lehre und
in der Stadt, der Region und überregional. der konkreten Unternehmensgründung. Darüber hin-
aus bieten die einzelnen Studiengänge unter anderem
Fernandes: Für den Standort St. Pölten haben wir Lehrveranstaltungen zum Thema Unternehmensgrün-
sicher auch einen Beitrag im Bereich der Internationa- dung an. Uns ist wichtig, spannende Projekte zu ent-
12 13Innovation wird meist eher der Wirtschaft und Soziales, darunter etwa die Projekte Brelomate
Kollegiumsleiterin Monika
Vyslouzil: „Wir betreiben zahlrei-
und Technik zugeschrieben – wie bringen und Diabetes-Coach, die heute als Referenzprojekte
che Initiativen, die Innovationen Gesundheit und Soziales das Thema unter? in Österreich angesehen werden. Wir sind in vielen
in der Lehre unterstützen.“
Bereichen definitiv Trendsetter.
Vyslouzil: Wir sind auch in diesen Bereichen sehr
innovativ – und das seit Beginn. In der Lehre bieten wir Kohl: Die FH St. Pölten hat im Bereich der innovativen
im Rahmen des Bachelor Studiengangs Gesundheits- Aus- und Weiterbildungsangebote in den letzten Jah-
und Krankenpflege beispielsweise als erste Fach- ren generell eine Vorreiterrolle eingenommen. Mit dem
hochschule in Österreich die Möglichkeit, parallel die Bachelor Studiengang Smart Engineering haben wir im
Ausbildung zum/zur Notfalls- und RettungssanitäterIn Jahr 2015 als erste Fachhochschule im Osten Öster-
zu absolvieren. Im Bereich Soziales haben wir Weiter- reichs einen dualen Studiengang im Bereich Industrie
bildungslehrgänge, die am Puls der Zeit genau jene 4.0 eingerichtet. Das interdisziplinäre Masterstudium
Themen aufgreifen, die aktuell wichtig sind. Oftmals Digital Healthcare lehrt an der Schnittstelle von Ge-
werden durch Projektarbeiten auch neue Ideen in die sundheit und Digitalen Technologien. Auch bestehende
Praxis getragen, die von etablierten Unternehmen, Studiengänge setzen aktuell vermehrt Schwerpunkte
Organisationen oder Vereinen aufgegriffen werden. im Bereich der Digitalisierung.
NACHGEFRAGT
Fernandes: Auch in der Forschung laufen sehr wich- Fernandes: Als Fachhochschule müssen wir auch
Wie fördert die FH als Arbeitgeberin tige nationale Projekte in den Bereichen Gesundheit selbst stets innovativ agieren: Themen, die heute für
Innovationen?
Die FH St. Pölten setzt vielfältige Maßnah-
men zur Sicherstellung eines „Best Place Prokurist Hannes Raffaseder:
„Eine wesentliche Grundvor-
to Work“. Ein wesentlicher Eckpfeiler für die aussetzung für Innovation ist
Förderung innovativer Ideen ist die Unter- die Schaffung eines innovativen
Klimas.“
stützung und Ermöglichung individueller
Karrierewege. Im Jahr 2016 verzeichnete
die FH St. Pölten bereits elf individuelle
Qualifizierungsvereinbarungen, u. a. für
die Erstellung von Dissertationen. Damit
wird es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
decken und diese dann gezielt zu fördern. Mindestens erleichtert, sich im Rahmen ihrer Tätigkeit
genauso spannend ist und wird das Thema Gründen an der FH mit impulsgebenden, innovativen
in Zukunft im Bereich der MitarbeiterInnen aus Lehre Themen auseinanderzusetzen und diese
und Forschung bzw. auch aus den Servicebereichen weiterzuentwickeln. Auch das allgemeine
werden. Personal hat die Möglichkeit, seine Exper-
tise im Rahmen eines kompetenzgeleite-
Kohl: Die Erfolge im Bereich der Unternehmensgrün- ten Kriterienkatalogs im entsprechenden
dungen sind das Resultat von ganz bewusst gesetzten Laufbahnmodell weiterzuentwickeln. In den
Maßnahmen seitens der FH St. Pölten – von der Pro- Forschungsinstituten werden unter anderem
jektevernissage über den creative pre-incubator bis hin interdisziplinäre Forschungsvorhaben aktiv
zum zur Verfügung stellen von Räumen oder Ressour- unterstützt, beispielsweise durch die geziel-
cen. Daneben ist es auch wichtig, dass im Haus und in te interne Vernetzung und die Förderung
den Lehrveranstaltungen ein gewisser Spirit gelebt wird. eines disziplinenübergreifenden Austauschs.
In der Lehre stellt die FH St. Pölten etwa
für die Umsetzung innovativer Lehr- und
Prüfungsmethoden Ressourcen zur Ver-
fügung und bietet mit dem Service- und
Kompetenzzentrum für Innovatives Lehren &
Lernen (SKILL) auch hochschuldidaktische
Weiterbildung für die Lehrenden an.
14 15Unternehmen und die Forschung aktuell sind, haben
wir schon vor drei, vier oder fünf Jahren identifiziert, um
Raffaseder: Auch die MitarbeiterInnen müssen eine
entsprechend hohe Kompetenz und Motivation mit-
INNOVATIONEN IN DEN
FACHBEREICHEN
heute die entsprechenden Ausbildungen anbieten zu bringen. Hier hat sich bei uns in den letzten Jahren
können. Diese Innovationskraft ist einer der Faktoren, ebenso viel getan, beispielsweise in der Frage, wie wir
die uns tatsächlich zu diesem Innovationsmotor macht. unser Personal auswählen, fördern und entwickeln.
Wir waren etwa eine der ersten Fachhochschulen in
Österreich, die Laufbahnmodelle für MitarbeiterInnen Die Departments und Institute der FH St. Pölten beschäftigen sich schon heute mit wesentli-
Woran machen Sie das Innovative im Bereich entwickelt hat. Durch die Förderung individueller Stär- chen Fragen der Zukunft. Besonders die Digitalisierung stellt Lehre und Forschung vor neue
der Lehre fest? ken können wir das Innovationspotenzial bestmöglich Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten. Was bedeutet Innovation für die Fachbereiche
ausschöpfen. Und in der Forschung zählen wir heute und mit welchen Innovationen beschäftigen sich die ForscherInnen und Lehrenden aktuell?
Vyslouzil: Wir betreiben zahlreiche Initiativen, die zu den forschungsstärksten Fachhochschulen in Ös-
Innovationen in der Lehre unterstützen, darunter der terreich und müssen punkto Forschungsoutput denke
jährlich stattfindende Tag der Lehre, bei dem aktuelle ich auch den Vergleich mit verschiedenen Universitäts- soziales
Themen der Didaktik aufgegriffen und mit internatio- instituten nicht scheuen.
nalen Kolleginnen und Kollegen diskutiert werden. Wir „Wir erproben neue Formen der Unterstützung selbst-
unterstützen innovative Lehre auch mit der kollegialen organisierten und konstruktiven Lernens auf Hoch-
Hospitation, bei der Lehrende einander auch depart- schulniveau. Methodische Innovation in der Praxis
mentübergreifend Feedback geben und dadurch suchen wir, holen sie an die Hochschule und präsen-
manchmal innovative Entwicklungen in Gang setzen. tieren sie in der Lehre und in neuen Tagungsformen.
Wir legen zudem großen Wert auf die Verbindung medien & wirtschaft Organisatorisch experimentieren wir selbst – und mit
zwischen Lehre und Forschung und haben als FH-Kol- Freude.“
legium ein entsprechendes Positionspapier verfasst. „Die ständige Weiterentwicklung von Technologien und FH-Prof. DSA Mag. Dr. Peter Pantuček-
Es ist aus unserer Sicht notwendig, dass einerseits neuen Tools verändert die Welt des Marketings rasant Eisenbacher, Department Soziales
Lehrende in der Forschung aktiv sind, um am Puls der schnell. Durch die zunehmende Digitalisierung können
Zeit zu bleiben, und dass andererseits Forschende in immer größere Datenmengen erhoben, andererseits „Innovation in der sozialarbeitswissenschaftlichen
der Lehre eingesetzt werden und ihr Wissen so den aber auch immer individuellere Kommunikationslösun- Forschung findet dann statt, wenn Adressatinnen und
Studierenden direkt zugänglich machen. gen geschaffen werden. Die richtige Kombination ist Adressaten als Subjekte konsequent ernst genom-
letztendlich erfolgsentscheidend.“ men werden, d.h. ihre Sichtweisen, Bedürfnisse und
Kohl: Diese innovativen Konzepte in der Lehre brau- FH-Prof. Mag. Helmut Kammerzelt, MAS, Fähigkeiten in laufenden Forschungsprozessen immer
chen auch entsprechende Rahmenbedingungen. Wir Department Medien und Wirtschaft wieder einbezogen werden.“
haben in den vergangenen Jahren sehr viel investiert, FH-Prof. Mag. Dr. Johannes Pflegerl, Ilse Arlt
um unsere Lehr- und Lernräume dahingehend optimal „In den sozialen Medien schwindet die Grenze zwi- Institut für Soziale Inklusionsforschung
zu gestalten. Aktuell planen wir einen „Campus der schen Medienproduktion und Rezeption. Immer mehr
Zukunft“, der mit Unterstützung des Raumes und der Nutzerinnen und Nutzer schlüpfen in die Rolle des gesundheit
Rahmenbedingungen optimale Lehr- und Lernumge- Unterhaltungs- und Informationsanbieters. Klassische
bungen schafft. Medienunternehmen müssen lernen, mit diesen ‚Pro- „Eine wesentliche Triebfeder für Innovation in der
dusern‘ auf Augenhöhe zu kommunizieren.“ Ausbildung zu Gesundheitsberufen als auch in den
Fernandes: Um diese Rahmenbedingungen anbie- FH-Prof. Dr. Andreas Gebesmair, Institut für Gesundheitswissenschaften ist die Digitalisierung,
ten zu können, bedarf es auch einer entsprechenden Medienwirtschaft wobei Innovation nur durch die konstruktive interdis-
finanziellen Stabilität. Zudem ist, wie vorhin angespro- ziplinäre Zusammenarbeit zwischen Expertinnen und
chen, eine enge Verschränkung von Lehre und For- Experten aus den Gesundheitsberufen und der Technik
schung wichtig, damit wir unseren hohen Qualitätsan- entstehen kann. Innovative Ausbildungsformen der
spruch erfüllen können. Zukunft werden gekennzeichnet sein durch die Kombi-
nation von ausgeklügelten didaktischen Konzepten mit
technologiegestützten Lehr- und Lernmethoden (z. B.
medizinische Simulation). In den Gesundheitswissen-
schaften wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu
neuen technologiegestützten Lösungsmöglichkeiten für
die Herausforderungen im Gesundheitswesen führen.“
Nachhören Mag. Dr. Jürgen Pripfl, Department Gesundheit,
Round Table „Innovations- Institut für Gesundheitswissenschaften
raum Hochschule“
fhstp.ac.at/roundtable
16 17medien & digitale technologien
DER CAMPUS DER ZUKUNFT
„Innovative Technologien wie Augmented Reality, Virtu-
al Reality und 360-Grad-Videos ergänzen die digitalen Im Jahr 2016 wurden die Weichen für ein weiteres erfolgreiches Wachstum der FH St. Pölten
Medientechnologien um multimediale und interaktive gestellt: Bis 2020 soll ein Zubau entstehen, der gemeinsam mit dem bestehenden Gebäude
Komponenten und schaffen neue Dimensionen der einen innovativen „Campus der Zukunft“ bilden soll. Bei der Planung der neuen Räumlichkeiten
Realität. Unsere Studierenden gestalten damit bereits setzt die FH St. Pölten auf international wegweisende Konzepte, die modernes Lernen und
jetzt neue Content-Formate und Einsatzmöglichkeiten.“
Arbeiten unterstützen.
FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Alois Frotschnig, Department
Medien und Digitale Technologien
informatik & security
„In der Zukunft geht es nicht mehr darum, wie ein/e
UserIn mit einem Computer oder digitalem Medium „IT-Angriffe auf Unternehmen und Privatpersonen Raum und Architektur wirken sowohl auf den Unter- fachübergreifenden Austausch zu fördern. Mitarbeite-
optimal interagiert. Vielmehr geht es um die User werden immer raffinierter und vielseitiger. Zukünftige richt, als auch unsere Arbeitsweise: Bei der richtigen rInnen sollen zwischen passenden Arbeitsplätzen für
Experience im Kontext der gleichzeitigen und seriellen Abwehrmaßnahmen sollen das bösartige Verhalten Gestaltung fördern sie Kreativität, Kooperation und verschiedene Situationen wählen können: stille Büros
Nutzung einer Vielzahl verschiedener intelligenter Gerä- von Schadsoftware nicht nur zuverlässig erkennen, Kommunikation und unterstützen individuelle Bedürf- zum konzentrierten Arbeiten, „kommunikative“ Büros,
te und Sensoren, neuartiger Interaktionsmöglichkeiten sondern auch die Vorgehensweise und Intention des nisse und Anforderungen. Neue didaktische Methoden in denen geredet und telefoniert werden darf, bequeme
und enormer Datenmengen. Diese neuen Rahmenbe- Angriffs verstehen können.“ können durch entsprechen-
dingungen gilt es in Bezug auf Inhaltsgestaltung, User Dipl.-Ing. Dr. Sebastian Schrittwieser, Bakk., de Raumkonzepte oftmals
Interfaces als auch Datenverarbeitung zu verstehen Josef Ressel Zentrum für konsolidierte Erkennung erst voll ausgeschöpft
und ihr Potential bestmöglich nutzbar zu machen, gezielter Angriffe werden. An Hochschulen
um Technologien für Menschen im Informationszeit- entstehen immer mehr
alter zu schaffen.“ „Neben der Fachkompetenz als Grundvoraussetzung Räume, die sich schnell
FH-Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang nimmt die Vermittlung überfachlicher Handlungskom- und flexibel an aktuelle
Aigner, MSc petenzen einen immer höheren Stellenwert ein. Durch Bedürfnisse anpassen
FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Markus Seidl, Bakk., den Wandel des Berufsbilds müssen sich zudem auch lassen: Höhenverstellba-
Institut für Creative\Media/Technologies die Lehrmethoden einem Wandel unterziehen, um re Tische und Sessel mit
auch künftig jene Kompetenzen zu vermitteln, die am Rollen ermöglichen den
Arbeitsmarkt gefragt sind.“ raschen Wechsel zwischen
bahntechnologie & mobilität FH-Prof. Dipl.-Ing. Johann Haag, Department Gruppenarbeit und Vortrag,
Informatik und Security Sitznischen und bequeme
„Eine digitale Welt verlangt immer höhere Ausbil- Bereiche dienen zum stillen Rückzug und Arbeiten in Sitzecken zum Lesen oder für kurze Treffen, Bespre-
dungsstandards. In der Beziehung Mensch-Technik „Im Zeitalter des ‚Internet of Things‘ sind immer mehr Kleingruppen, freie Räume laden zum Begegnen und chungsräume, in denen statt einem Tisch mit einheit-
wird lebenslanges Lernen zum klaren Bildungsauftrag. der Geräte, die im Alltag und in Unternehmen benutzt Austauschen ein. lichen Sesseln höhenverstellbare Sessel, Sitzpölster
Lehrinhalte und Methoden müssen sich dem Innovati- werden, mit dem Internet verbunden und sammeln und Hocker warten. Das Ziel: Jede und jeder soll einen
onstempo anpassen. Unsere Motivation ist, vernetztes sensible personenbezogene Daten. Gleichzeitig ist ein individuell angenehmen Platz finden.
Wissen zu schaffen und echtes Können zu fördern.“ Gegentrend hin zu einem immer größeren Privacy-Be- Lernen und Arbeiten 4.0
FH-Prof. Dipl.-Ing. Otfried Knoll, EURAIL-Ing., dürfnis spürbar. Diesem Spannungsfeld zwischen
Department Bahntechnologie und Mobilität immer größerer Vernetzung auf der einen und Daten- Auf derart neue Konzepte für Architektur und Raumge- MitarbeiterInnen und Studierende
schutz auf der anderen Seite müssen wir uns in der staltung setzt auch die Fachhochschule St. Pölten bei bestimmen mit
„Globalisierung, Urbanisierung, Klimawandel und Forschung stellen.“ ihrem geplanten „Campus der Zukunft“. Gemeinsam
demographischer Wandel werden die Mobilität weiter- FH-Prof. Univ.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Ernst Piller, mit dem bestehenden Gebäude soll durch einen Zubau Seit dem Frühjahr 2015 beschäftigt sich eine FH-
hin beeinflussen. Digitalisierung, Automatisierung und Institut für IT Sicherheitsforschung ein moderner Campus entstehen, der neue Lehr- und interne Projektgruppe intensiv mit dem FH-Campus
neue Services werden die Antworten darauf sein und Lernformate unterstützt, u. a. studierendenzentriertes der Zukunft. Gemeinsam mit einem externen Pla-
haben das Potential, unsere Mobilität gravierend zu Lernen, den Einsatz neuer Medien und Lehre nach nungsbüro wurden im ersten Schritt in einem partizipa-
verändern. Mobilität ist im Wandel – Innovation ist der dem Inverted-Classroom-Modell, das Studierende zum tiven Prozess mit intensiver Einbindung der Mitarbei-
Schlüssel.“ aktiven Erarbeiten des Lernstoffs motiviert. Aber auch terInnen und Studierenden Bedarf und Anforderungen
FH-Prof. Dipl.-Ing. (FH) Dipl.-Ing. Frank Michelber- die MitarbeiterInnen der Fachhochschule sollen am erhoben: In Workshops, Gruppendiskussionen und
ger, EURAIL-Ing., Carl Ritter von Ghega Institut für neuen Campus eine ideale Arbeitsumgebung vorfin- einer Zukunftswerkstatt konnten die einzelnen Ziel-
integrierte Mobilitätsforschung den: Die Arbeit in der Wissensgesellschaft braucht gruppen Wünsche, Ideen und Anregungen einbringen.
neue Räume, um Innovationen, Kooperationen und Diese wurden ausgewertet und flossen später in die
18 19Pläne für den neuen FH-Campus ein. Parallel dazu NACHGEFRAGT „Lehrende unterstützen als Coaches beim Lernprozess“
wurden verschiedene innovative Lehr- und Arbeits-
raumkonzepte bereits in Piloträumen am FH-Standort Die FH St. Pölten hat am Standort in der
in der St. Pöltner Herzogenburger Straße umgesetzt St. Pöltner Herzogenburger Straße in
und evaluiert. Piloträumen bereits verschiedene innova- Welche Rahmenbedingungen braucht moderne zu gestalten. Das wirkt sich positiv auf die Motivation
tive Raumkonzepte umgesetzt, die aktuell Didaktik? und Aktivierung der Studierenden aus. Anstatt der
getestet werden. Wie wirken sich die neu Aus meiner Sicht gibt es neben den Lehrenden drei Erwartung „Ich lasse mich vom Lehrenden berieseln“
Ein moderner FH-Campus entsteht gestalteten Unterrichtsräume auf das Leh- weitere wesentliche Faktoren, die einen Einfluss auf wissen sie, dass sie sich aktiv einzubringen haben und
ren und Lernen aus? Lehrende und Studie- den Unterricht haben: den Raum, technische Hilfs- sich den Lernstoff auch selbst erarbeiten müssen.
Ende des Jahres wurden die Pläne für den neuen rende berichten. mittel – überwiegend zur Vor- und Nachbereitung und
Campus, der bis 2020 fertiggestellt werden soll, Betreuung der Studierenden – und die Bereitschaft der In welche Richtung wird sich die Didaktik in den nächs-
sowie das Architektenteam präsentiert. Insgesamt 16 „Die Räume wirken durch die verschiedenen Studierenden, sich aktiv einzubringen. Moderne Lehr- ten Jahren weiterentwickeln?
zusätzliche Seminarräume sollen flexibel und interaktiv Farben viel freundlicher und anregender und methoden verlangen daher nach flexibel gestaltbaren Ich denke, dass es künftig eine noch stärkere Individu-
nutzbar eingerichtet werden. Zahlreiche Gruppen- steigern so die Motivation.“ Unterrichtsräumen, die kollaboratives und studieren- alisierung in der Lehre geben wird. Individuelles Lernen
arbeits-, Projekt- und Selbstlernplätze werden den Stu- Lisa Berke, Studentin, denzentriertes Lernen ermöglichen und fördern. Denn und Begleiten braucht technische Unterstützung – so
dierenden Raum für vertiefendes Lernen geben. Eine Medienmanagement (BA) in der Lehre hat in den letzten Jahren ein Paradigmen- werden IT und Medientechnologien in der Lehre immer
moderne Bibliothek sowie ein Lernlab und Lerncafe wechsel stattgefunden: Anstatt der Lehrenden ste- wichtiger. Auch die Vermittlung digitaler Kompetenzen
stehen zusätzlich zur Verfügung. Eine großzügige und „Die Seminarräume sind mit großen Dis- hen heute viel mehr die Studierenden im Mittelpunkt. nimmt künftig eine zentrale Rolle ein. Zudem wird das
offene Aula sowie öffentliche Flächen bieten Platz für plays ausgestattet, die die Darstellung von Lehrende fungieren zunehmend als Anleitende oder projekt- bzw. problembasierte Lernen immer wichtiger,
Aufenthalt und Kommunikation. Auch der umgebende Inhalten erleichtern. Auch die höhenverstell- Coaches, die beim Lernprozess unterstützen. Faktenwissen verliert dagegen zunehmend an Bedeu-
Außenbereich wird zum Lernen und Verweilen einla- baren Tische sind angenehm und lassen tung. Entscheidend sind Analyse- und Anwendungs-
den. Zudem werden „State-of-the-art“-Labore einge- mehr Flexibilität im Unterricht zu.“ Auf welche neuen Lehrkonzepte setzt die FH kompetenzen. Diese sind in Zukunft unverzichtbar.
richtet und ein Showroom bietet die Möglichkeit, For- Dipl.-Ing. Herfried Geyer, FH-Dozent, St. Pölten?
schungsprojekte und -ergebnisse vorzustellen. Auch Department Informatik und Security Wir setzen auf eine große Methodenvielfalt, die auch FH-Prof. Dipl.-Ing. Johann Haag ist Mitglied des Hoch-
den Teams im Förderprogramm creative pre-incubator, zahlreiche innovative Lehrmethoden beinhaltet. Darun- schulmanagements der FH St. Pölten sowie Leiter des
mit dem die FH St. Pölten Studierende und Alumni bei „Die mobile Einrichtung ermöglicht es, ter etwa das Inverted-Classroom-Modell, Game Based Departments Informatik und Security und des Studien-
der Unternehmensgründung unterstützt, sowie Start- den aktuellen Anforderungen an die Lehre Learning, Blockunterricht oder das sogenannte „Blen- gangs IT Security.
ups wird der neue „Campus der Zukunft“ Platz bieten. gerecht zu werden. Je nach Setting kön- ded Learning“ unter Einsatz von digitalen Lernplattfor-
nen die Tische verändert und verschoben, men. Bei all diesen neuen didaktischen Konzepten ist
Gruppen gebildet und wieder aufgelöst es wichtig, die Lehrenden beim methodischen Wechsel
sowie freie Flächen geschaffen werden, um vom Unterrichten zur Lernunterstützung – dem „Shift
aktiv kreativ zu werden.“ from Teaching to Learning“ – bestmöglich zu unter-
DSA Mag. (FH) Andrea Pilgerstorfer stützen. Wir bieten daher allen unseren Lehrenden die
FH-Dozentin, Department Soziales Möglichkeit zur didaktischen Weiterbildung und unter-
stützen sie auch aktiv bei der Entwicklung innovativer
„Ein großer Vorteil ist die helle und bunte Lehr- und Lernszenarien.
Atmosphäre, die aktivierend auf die Stu-
dierenden wirkt. Die Qualität der Wissens- Wie wirken sich die neuen Lehrmethoden aus?
vermittlung wird durch die Flexibilität und Neben den innovativen Lehrmethoden haben auch die
Beweglichkeit der Bildschirme sowie die neuen Raumkonzepte, die wir an der FH St. Pölten
exakte Bilddarstellung deutlich verbessert.“ bereits seit einigen Monaten testen, einen Einfluss auf
FH-Prof. Dipl.-Ing. Thomas Strassmayer, die Lehre: Flexibel nutzbares Mobiliar bietet Lehrenden
BSc, EURAIL-Ing., FH-Dozent, Depart- die Möglichkeit, den Unterricht abwechslungsreicher
ment Bahntechnologie und Mobilität
„Die Unterrichtsräume wirken insgesamt
sehr positiv auf mich.“
Annika Boos, Studentin,
Medienmanagement (BA)
20 21DIE HOCHSCHULE ALS
GRÜNDERSCHMIEDE Ein Tag im Leben eines Gründers
Immer mehr Studierende der Fachhochschule St. Pölten begeben sich mit ihren Projektideen Kacheata Eath ist Absolvent des Bachelor Studiengangs Physiotherapie und des interdisziplinären
auf den Weg zum eigenen Unternehmen. Die FH St. Pölten fördert und unterstützt sie dabei Masterstudiums Digital Healthcare. Sein Projekt physiobox, eine Assistenz-Applikation für Physiothe-
mit zahlreichen Maßnahmen – darunter etwa der creative pre-incubator, ein zweisemestriges rapeutinnen und -therapeuten, wurde im Herbst 2015 in den creative pre-incubator aufgenommen und
Förderprogramm für Studierende und Alumni mit Gründergeist. weiterentwickelt. Heute ist die App erfolgreich am Markt. Der selbständige Physiotherapeut und Unternehmens-
gründer gibt Einblick in einen typischen Arbeitstag.
Insgesamt elf Teams wurden im Rahmen des creati- Geschäftsideen. Eine unabhängige Jury wählt einmal
ve-pre-incubator-Programms seit dessen Gründung jährlich die Teams aus, die im Rahmen des creative 07:30 Uhr 13:30 Uhr
im Herbst 2014 bereits auf dem Weg in Richtung pre-incubator bei der Unternehmensgründung unter- Ich werde von meinen beiden Kindern geweckt, Ich starte mit der Vorbereitung einer Messe in
Unternehmensgründung begleitet. Aus einigen Stu- stützt sowie in die Start-up-Szene eingeführt werden. mache Frühstück und bereite sie für den Kin- Stuttgart, bei der wir die physiobox präsentie-
dierendenprojekten sind so bis heute bemerkenswerte Die Start-ups bekommen in dem zweisemestrigen dergarten vor. Nebenbei checke ich die ersten ren. Es müssen neue Drucksorten besorgt, die
Start-ups geworden. Programm unter anderem einen Co-Working-Space E-Mails. Reise und der Messeauftritt geplant werden.
zur Verfügung gestellt, nehmen an Workshops und Viele Anrufe sind notwendig. Danach stehe ich
Das innovative Förderprogramm, das von der FH St. Trainings teil und erhalten individuelle Coachings sowie im E-Mail-Verkehr mit Physiotherapie-Studie-
Pölten in Kooperation mit der accent Gründerservice eine laufende Betreuung. 09:00 Uhr renden der FH, die im Rahmen eines Projekts
GmbH ins Leben gerufen wurde, bietet Studierenden Die Kinder sind im Kindergarten. Ab jetzt gilt mit uns gemeinsam die physiobox-Software
sowie Absolventinnen und Absolventen eine gezielte meine ganze Aufmerksamkeit der Arbeit. Auf weiterentwickeln.
und intensive Unterstützung bei der Realisierung ihrer dem Weg in meine neu eröffnete Physiothera-
pie-Praxis plane ich die „To dos“ für den Tag. 16:30 Uhr
Ich widme mich wieder meiner Physiothera-
pie-Praxis: Ich muss noch Rechnungen schrei-
10:30 Uhr ben und Interessentinnen und Interessenten für
Der creative pre-incubator bietet Der erste Patient des Tages kommt in meine Schnupperstunden für mein neues Trainings-
Unterstützung bei der Unterneh-
mensgründung.
Praxis. Die angewendeten physiotherapeuti- konzept „Sensofit“ einteilen.
schen Maßnahmen dokumentiere ich mit der
physiobox-App. So kann ich wichtige Daten 17:15 Uhr
und Übungen mit dem Patienten teilen. Die ersten Kunden treffen zum Training ein.
20:45 Uhr
11:15 Uhr Nach zwei Trainingseinheiten sperre ich meine
Dank der physiobox habe ich keine langwieri- Praxis zu. Der Arbeitstag ist für mich beendet
gen Nachlaufzeiten und kann mich wieder den und ich freue mich auf Zeit mit meiner Familie.
organisatorischen Tätigkeiten zuwenden. Ich
muss einige Anrufe tätigen. Da ich im physi-
obox-Team für Kooperationen zuständig bin,
stehe ich ständig im Austausch mit verschiede-
nen potenziellen Partnerinnen und Partnern.
13:00 Uhr
Eine Telefonkonferenz mit dem physiobox-Team
steht an. Es werden Neuigkeiten besprochen
und neue Tasks vergeben.
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fhstp.ac.at/cpi
22 23Kapitel: Highlights
HÖHE-
PUNKTE
27 Erweitertes
Ausbildungsangebot 27 Forschung im
Wachstum 28 20 Jahre
FH St. PöltenAUF EINEN BLICK HIGHLIGHTS 2016
6 Departments
In den Departments Bahntechnologie und Mobilität, Ausbau des Bildungsangebots
Gesundheit, Informatik und Security, Medien und
Digitale Technologien, Medien und Wirtschaft sowie Weiteres Wachstum Die FH St. Pölten hat auch im Jahr 2016 ihr Ausbil-
Soziales bietet die FH St. Pölten praxisorientierte Lehre dungsangebot laufend weiterentwickelt und ausge-
und Forschung am Puls der Zeit. Die Zahl der ordentlichen und außerordentlichen baut. Im Herbst starteten zwei neue Weiterbildungs-
Studierenden ist im Jahr 2016 auf insgesamt 2.880 lehrgänge – „Film, TV und Media – Creation and
33 Studien- und Lehrgänge gestiegen. Das ist ein Zuwachs von acht Prozent bei
den ordentlichen Studierenden und von 37 Prozent bei
den außerordentlichen Studierenden in Weiterbildungs-
Distribution“ sowie „Sozialarbeit mit AsylwerberInnen
und Konventionsflüchtlingen“. Zudem wurden beste-
hende Curricula zum Teil überarbeitet und an aktuelle
An der FH St. Pölten werden aktuell 17 Studien- lehrgängen. Die Anzahl der hauptberuflichen Mitarbei- Anforderungen angepasst.
2.880 Studierende
gänge und 16 Weiterbildungslehrgänge angeboten. terInnen wurde um sechs Prozent auf insgesamt 297
Das gesamte Ausbildungsangebot weist eine hohe gesteigert, die Gesamterlöse um neun Prozent.
Praxisorientierung auf, die Curricula werden laufend an
Knapp 3.000 Studierende absolvieren aktuell ein aktuelle Anforderungen des Arbeitsmarktes angepasst.
Bachelor- oder Masterstudium oder einen Weiterbil-
dungslehrgang an der FH St. Pölten. Starke Forschung
5.932 Alumni Die FH St. Pölten erzielte 2016 mit insgesamt 101
Forschungsprojekten einen Umsatz von knapp
Campus der Zukunft
Die knapp 6.000 Absolventinnen und Absolventen der 2,5 Millionen Euro, das entspricht etwa zehn Prozent Bis 2020 soll die FH St. Pölten einen Zubau bekom-
FH St. Pölten sind am Arbeitsmarkt sehr gefragt und der Gesamterlöse. Die Anzahl der wissenschaftlichen men, der im Verbund mit dem bestehenden Gebäude
815 Lehrende
in Unternehmen und Einrichtungen im In- und Ausland Publikationen stieg um 24 Prozent. einen „Campus der Zukunft“ bilden soll. Vergangenes
tätig. Jahr wurden Anforderungen und Raumbedarf erhoben
und das Architekturbüro im Rahmen eines Wettbe-
Derzeit lehren 114 Dozentinnen und Dozenten sowie werbs beauftragt.
701 nebenberufliche Lektorinnen und Lektoren an der
FH St. Pölten. Ein Großteil der Lehrenden kommt direkt Europa-Nostra-Preis für 3D Pitoti
126 Partnerhochschulen
aus der Praxis.
Das Archäologie-Medientechnik-Projekt „3D Pitoti“
der FH St. Pölten wurde vergangenes Jahr mit dem Festakt 20 Jahre FH St. Pölten
Durch die enge Vernetzung mit Hochschulen auf der Europa-Nostra-Award ausgezeichnet. Der internatio-
7 Forschungsinstitute
ganzen Welt bietet die FH St. Pölten Studierenden nale Weltkulturerbe-Preis wurde von der Europäischen Die Fachhochschule St. Pölten hat sich in den vergan-
sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zahlreiche Kommission und der Organisation Europa Nostra in genen 20 Jahren zu einer bedeutenden Bildungs- und
Möglichkeiten, Auslandserfahrung zu sammeln. Madrid vergeben. Das EU-Projekt macht prähisto- Forschungsinstitution entwickelt. Dieser erfolgreiche
Die FH St. Pölten zählt zu den forschungsstärksten rische Steinbilder mit moderner Medientechnik für Weg wurde im September im Rahmen eines Festakts
Fachhochschulen in Österreich und arbeitet mit nati- interessierte Menschen zugänglich. mit rund 350 Gästen gefeiert, darunter zahlreiche Eh-
onalen und internationalen Partnerinnen und Partnern rengäste wie die damalige Landeshauptmann-Stellver-
an anwendungsbezogenen Projekten. treterin Johanna Mikl-Leitner, Sektionschef Elmar Pichl
vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung
und Wirtschaft sowie Bürgermeister Matthias Stadler.
26 2720 JAHRE FH ST. PÖLTEN –
2004
EINE ERFOLGSGESCHICHTE Offizielle Verleihung der Bezeichnung „Fachhochschule“.
Voraussetzung: Mindestens zwei Studiengänge und rund
Die Fachhochschule St. Pölten feierte vergangenes Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. 1.000 Studierende
Seit der Gründung im Jahr 1996 hat sie sich zu einer bedeutenden Bildungs- und
Forschungsinstitution entwickelt.
2007
Eröffnung des
1993 heutigen FH-Campus
Gründung des „Vereins zur
Errichtung einer Fachhoch-
schule in St. Pölten“
2014
1996 Start des Gründungs-Förderpro-
gramms creative pre-incubator
Gründung der Fachhochschule St. Pölten
mit dem ersten Studiengang „Telekommuni-
kation und Medien“
2015
Gründung des ersten
Josef Ressel Forschungs-
2001 zentrums in Niederösterreich
Gründung des
FH-Kollegiums
2003 2016
Erste institutionelle Beschluss über die
Evaluierung Errichtung eines Zubaus
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fhstp.ac.at/20jahre
28 29Kapitel: Studium und Weiterbildung
BEST
PLACE
TO
LEARN
33 Innovative
Lehre 35 Ausgezeichnetes
Karriereservice 37 Vielfältiges
AusbildungsangebotSTUDIEREN AM PULS DER ZEIT
Auch im Jahr 2016 hat die Fachhochschule St. Pölten zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um
weiterhin ihrem hohen Anspruch – „Best place to Learn“ – gerecht zu werden: Das Angebot an
Studien- und Lehrgängen wurde aktualisiert und ausgebaut, innovative Lehr- und Lernmetho-
den noch stärker in den Unterricht integriert sowie neue didaktische Konzepte eingesetzt und
gefördert.
Die FH St. Pölten passt ihr Ausbildungsangebot lau- ventionsflüchtlingen“, der sich an PraktikerInnen der
fend an aktuelle Entwicklungen und Bedürfnisse des Sozialen Arbeit richtet. Erarbeitet wurden zudem ein
Arbeitsmarktes an. Besonders die Digitalisierung stellt neuer Lehrgang zu Digital Marketing, der im Studien-
die Ausbildung vor neue Anforderungen. So wurde im jahr 2017/18 starten wird, ein neuer Zertifikatslehrgang
Jahr 2016 etwa das Curriculum des Master Studien- zur Ausbildung zum/zur Jugend-ErnährungsmentorIn
gangs Media Management überarbeitet und moderni- sowie insgesamt fünf Kurzseminare im Bereich der
siert: Ab dem Studienjahr 2017/18 wird das Studium Sozialen Arbeit, darunter „Instrumente Sozialer Dia-
unter dem Namen „Digital Media Management“ einen gnostik“, „Angewandte Psychotraumatologie“ oder
stärkeren Fokus auf den Bereich Digital Business „KlientInnen-Partizipation in der Sozialen Arbeit“.
legen. Der Master Studiengang Digitale Medien-
technologien bietet mit einer neuen Masterklasse zu
„Augmented & Virtual Reality“ künftig eine spezialisierte Innovative Lehre
Ausbildung im Bereich der augmentierten bzw. virtuel-
len Realität an. Der Einsatz innovativer Lehrmethoden und moderner
didaktischer Konzepte nimmt an der FH St. Pölten
Bereits in überarbeiteter Form gestartet ist im Herbst einen hohen Stellenwert ein. Im Jahr 2007 wurde
2016 der Bachelor Studiengang Medientechnik. daher SKILL, das Service- und Kompetenzzentrum für
Studierende können damit zwei neue Spezialisie- Innovatives Lehren & Lernen, ins Leben gerufen. Mit
rungsmöglichkeiten wählen: Digital Game Production zahlreichen Maßnahmen und Aktivitäten unterstützte
und Informationsvisualisierung. Das Masterstudium SKILL auch im vergangenen Jahr wieder die Lehren-
Information Security ist seit dem Studienjahr 2016/17 den in ihrer hochschuldidaktischen Kompetenzent-
berufsbegleitend studierbar. Die Einführung von Aus- wicklung und die Studiengänge in der Konzeption und
gleichsmodulen schafft eine Erleichterung des Ein- Umsetzung innovativer Lehr- und Lernszenarien.
stiegs für Studierende, die ein Informatik-Bachelor-
studium ohne spezifischen Security-Schwerpunkt Wegweisende Fachtagungen
absolviert haben. Ebenso überarbeitet wurde das Ein besonderes Highlight stellte die zweitägige inter-
Curriculum des interdisziplinären Master Studiengangs nationale Fachtagung „Inverted Classroom & beyond“
Digital Healthcare. dar, die Mitte Februar erstmals an der FH St. Pölten
stattfand. Die Veranstaltung wurde in Kooperation
Neue Weiterbildungsangebote mit der Universität Marburg und der Pädagogischen
Die Fachhochschule St. Pölten verfügt auch über ein Hochschule Niederösterreich entwickelt und durchge-
umfassendes Angebot im Weiterbildungsbereich, das führt. Sie widmet sich dem Inverted-Classroom-Modell
Die FH St. Pölten setzt bei der vergangenes Jahr weiter ausgebaut wurde: Neu ge- – einer Unterrichtsmethode, bei der sich Studierende
Wissensvermittlung auf innovative startet ist der Lehrgang „Film, TV und Media – Creation selbständig mit zu Verfügung gestellten Lernmaterialien
Lehrmethoden und moderne didak-
tische Konzepte. and Distribution“ in Kooperation mit dem WIFI Salzburg auf die Präsenzzeiten vorbereiten. Mehr als 150 Teil-
sowie „Sozialarbeit mit AsylwerberInnen und Kon- nehmerInnen aus ganz Europa besuchten die Konfe-
32 33renz, über 30 internationale Expertinnen und Experten
referierten in einer Vielzahl an Vorträgen und interakti-
ven Workshops zu aktuellen didaktischen Themenbe-
reichen.
Mit dem fünften Tag der Lehre fand im Herbst eine
weitere hochkarätig besetzte Fachveranstaltung an
der FH St. Pölten statt. Der Tag der Lehre widmete
sich diesmal dem Thema „Kompetenzorientiert Leh-
ren und Prüfen“. Neben einem vielfältigen inhaltlichen
Programm wurden auch methodisch neue Formate
verfolgt, wie beispielsweise eine Plenaraktion zum In-
verted-Classroom-Modell, ein interaktiver DisQ-Space
oder eine ganztägige Kompetenz-Rallye.
Die FH St. Pölten konnte mit diesen Veranstaltungen Ausgezeichnetes Karriereservice
den internationalen Know-how-Transfer fördern und
die Vernetzung mit Kolleginnen und Kollegen ande- Die FH St. Pölten begleitet ihre Studierenden aktiv am
rer Hochschulen zur hausinternen Weiterentwicklung Weg ins Berufsleben: Das Alumni und Career Center
nutzen. Zudem setzte sie einen weiteren Schritt, um unterstützt Studierende, Alumni und Young Professi-
sich in der deutschsprachigen Hochschullandschaft onals bei Bewerbung, Berufseinstieg und Unterneh-
als besonders innovativer Standort im Bereich der mensgründung. Ein aktives Netzwerk zwischen Hoch-
Lehrentwicklung zu positionieren. schule und Wirtschaft ermöglicht Studierenden, bereits
während der Ausbildung Kontakte zu Unternehmen
Stetige Weiterentwicklung und zukünftigen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zu
Neben dem Inverted-Classroom-Modell werden an der knüpfen.
FH St. Pölten unter anderem auch Elemente aus dem
Game-Based-Learning-Ansatz in den einzelnen De- Zweimal jährlich organisiert das Alumni und
partments systematisch initiiert, gefördert und beglei- Career Center spezielle Job- und Karrieremessen –
tend evaluiert. Ein wesentlicher Meilenstein war im Jahr karriere.netzwerk und Firmen-Messe der Bahnindus-
2016 die Kooperation mit Expertinnen und Experten trie –, bei denen Studierende sowie Absolventinnen
der Universität Heidelberg, im Rahmen derer das soge- und Absolventen relevante Unternehmen persönlich
nannte „SKILL Quiz“ entwickelt wurde – ein Tool, das kennenlernen und viel Wissenswertes über Job und
großes Potenzial als Ergänzung bzw. sogar als Alterna- Karriere erfahren können. Zahlreiche weitere Aktivitä-
tive zu klassischen Prüfungssettings hat. ten, darunter etwa Vorträge zu Themen wie Unterneh-
mensgründung, Workshops zu Gehaltsverhandlungen
Darüber hinaus wurde das bereits seit mehreren Jah- oder erfolgreich.bewerben, eine Informationsveranstal-
ren erfolgreiche Weiterbildungsprogramm „Zertifikat tung rund um Bewerbung und Berufseinstieg, bieten
Hochschuldidaktische Kompetenz“ um eine verkürzte zusätzliche Möglichkeiten zur Weiterbildung.
Variante für nebenberuflich Lehrende ergänzt.
Im Jahr 2016 wurde das Alumni und Career Center der
FH St. Pölten in einer weltweiten Umfrage des Bera-
tungsunternehmens Universum in der Kategorie „Best
Career Service 2016“ auf den zweiten Platz unter Ös-
terreichs Fachhochschulen und Universitäten gewählt.
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