Geschäftsbericht 2013 - Landesanstalt für Kommunikation ...
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Geschäftsbericht 2013 LFK – Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg Reinsburgstraße 27 · 70178 Stuttgart Fon: 0711.66991-0 · Fax: 0711.66991-11 E-Mail: info@lfk.de · Internet: www.lfk.de
Inhaltsverzeichnis Vorwort Vorwort Thomas Langheinrich, Präsident der LFK 5 Vorwort Christa Gönner-Schwarz, Vorsitzende des Medienrates der LFK 7 1 Zulassung, Aufsicht und Förderung der privaten Rundfunkveranstalter 1.1 Hörfunk 9 1.1.1 Kommerzieller Hörfunk 9 1.1.2 Nichtkommerzieller Lokalfunk (NKL) und Lernradios 10 1.1.2.1 Nichtkommerzieller Lokalfunk (NKL) 10 1.1.2.2 Lernradios 11 1.1.3 Programmbeobachtung Hörfunk 12 1.2 Fernsehen 13 1.2.1 Lokales und regionales Fernsehen 14 1.2.2 Bundesweites Fernsehen 14 1.2.3 Kabelbelegung (Must-carry) 14 1.2.4 Campus-TV 15 1.2.5 Programmbeobachtung Fernsehen 15 2 Medienkompetenz und Medienforschung 2.1 Kooperationen 18 2.1.1 Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS) 19 2.1.2 Mediendaten Südwest 19 2.1.3 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) 20 2.1.4 Medienportal Südwest 21 2.1.5 Popakademie Baden-Württemberg 21 2.1.6 Popbüros Baden- Württemberg 22 2.1.7 MFG – Filmförderung 22 2.1.8 Informationssystem Medienpädagogik 23 2.2 Projekte der LFK 23 2.2.1 LFK-Trickfilm-Wettbewerb „Koffer-Trick“ 23 2.2.2 Schwerpunkt Ohrenspitzer 24 2.2.3 Weitere medienpraktische und Medienkompetenz-Projekte 24 2.2.4 Aus- und Fortbildungsprojekte 25 2.3 Veranstaltungen mit Medienkompetenz-Bezug 26 2.4 Jugendmedienschutz 26 2.5 Medien und Integration 26 3
Inhaltsverzeichnis 3 Neue Technologien und Planung der Kommunikationsnetze 3.1 UKW-Planungen 28 3.2 DAB-Planung für kommerzielle und nichtkommerzielle Veranstalter 28 3.3 Breitbandversorgung in Baden-Württemberg 29 3.4 Zusammenarbeit mit der Hochschule der Medien 30 3.5 Netzneutralität 30 3.6 Windenergieanlagen 30 4 Öffentlichkeitsarbeit 31 5 Nationale Arbeit/ Zusammenarbeit mit anderen Landesmedienanstalten 5.1 Organisation der Landesmedienanstalten 33 6 Auftrag und Berichtszeitraum 36 7 Aufgaben, Rechtsgrundlagen und Organisation der LFK 7.1 Aufgaben 36 7.2 Rechtsgrundlagen 37 7.3 Organe der LFK 37 7.3.1 Vorstand 37 7.3.2 Medienrat mit Berichten aus den Ausschüssen 38 7.3.3 Organisation der LFK (Stand 31.12.2013) 49 8 LFK intern 8.1 Personal 50 8.2 Ausbildung von Rechtsreferendarinnen und –referendaren sowie Praktikantinnen und Praktikanten 50 8.3 Finanzen 50 9 Anhang 9.1 Publikationen 2013 53 9.2 Programme im Pflichtbereich der Kabelbelegung („Must-carry-Bereich“) 55 9.3 Abkürzungsverzeichnis 56 4
Vorwort Vorwort Thomas Langheinrich, Präsident der LFK Heute halten Sie den Geschäftsbericht der Landesanstalt für Kommunikation für das Jahr 2013 in den Händen. Er bietet Ihnen Einblick in die Arbeit der Landesmedienanstalt. Und die ist so vielfältig wie die Medienlandschaft selbst. So steht in diesem Jahr mit der Neulizenzierung aller baden-württembergischen UKW-Sender das Radio im Mittelpunkt der Arbeit der LFK. Bis die finalen Auswahlentscheidungen getroffen werden kön- nen, mussten Sendegebiete geplant und bei der Bundesnetzagentur beantragt werden, Ausschreibungs- texte erstellt, Bewerbungen gesichtet und fachlich beurteilt werden. Möglicherweise zum letzten Mal in dieser Form. Denn niemand wagt heute zu sagen, wie die Me- dienlandschaft nach Ablauf der nächsten 10-jährigen UKW-Lizenz-Periode aussehen wird. Vielleicht ist ja dann doch auch beim Radio der Übergang vom alten analogen Übertragungsweg hin zum Digitalradio vollzogen. Auch wenn in einigen europäischen Ländern wie etwa der Schweiz und Norwegen konkrete Abschalttermine für UKW schon formuliert sind, ist der Fokus auf Deutschland gerichtet. Hier wird sich wohl entscheiden, ob DAB+ europaweit ein Erfolg werden kann. Baden-Württemberg jedenfalls hat unter Federführung der LFK und mit Unterstützung der privaten Veranstalter und des Südwestrundfunks beim Digitalradio seine Hausaufgaben gemacht. Ende des Jahres gehen voraussichtlich neun weitere Pro- gramme aus Baden-Württemberg im digitalen Radionetz auf Sendung und erweitern so das Angebot für die Hörerinnen und Hörer. Es wird jetzt auf die Autoindustrie ankommen, dass sie in absehbarer Zeit standardmäßig DAB-Empfänger in die Fahrzeuge integriert. Am besten intelligente Geräte, die selbst- ständig den optimalen Empfangsweg des gewählten Radiosenders bestimmen. Denn der Nutzer lässt sich erfahrungsgemäß nicht von abstrakter Technik, sondern von Bedienkomfort und Mehrwert begeistern. Letztendlich ist es ihm egal, aus welcher Quelle er sein Radioprogramm empfängt. Es muss gut klingen, störungsfrei zu empfangen und auch über größere Strecken auf einer Frequenz zu hören sein. Durch die Digitalisierung der Übertragungswege, durch die Vielzahl neuer Plattformen und An- gebote wandelt sich das Aufgabenfeld der LFK. Primär geht es immer weniger darum, durch Auswahlent- 5
Vorwort scheidungen für Medienvielfalt zu sorgen. Heute kommt es vielmehr darauf an, in Zeiten schier unbe- grenzter digitaler Programmplätze darauf zu achten, dass alle Sender gleiche Chancen haben, ihre Programme auch überall zu verbreiten. Und es muss möglich sein, dass ihre Angebote auch vom Zu- schauer gefunden werden. Denn bei hunderten von Programmen und Apps auf dem SmartTV besteht die Gefahr, dass die Nutzer vor lauter Bäumen nicht mehr den Wald sehen. Auch darum ist die Versuchung groß, dass solche Programmangebote in Zukunft bevorzugt auf dem Gerät positioniert und beworben werden, mit denen die Gerätehersteller finanzierte attraktive Kooperationsmodelle abschließen können. Regionale und lokale Informationsangebote drohen so unter die Räder zu kommen und unter „ferner lie- fen“ gelistet zu werden. Die modernen Fernsehgeräte bieten heute alle einen direkten Anschluss ans Internet. Sie sind „connected“. Dadurch ist es möglich, nicht nur klassisches Fernsehen, sondern auch viele zusätzliche An- gebote zu nutzen, wie etwa Mediatheken, Spielfilme und Serien auf Abruf. Fernsehen wird interaktiver und personalisierter, zeit- und ortsunabhängig. Doch die große digitale Vielfalt birgt auch nicht zu unter- schätzende Risiken. Denn die Daten über die Fernsehnutzung bleiben nicht mehr im eigenen Wohnzim- mer, sondern werden sekündlich übers Netz abgerufen. Wer diese Informationen wohin schickt und wo- für die persönlichen Daten genutzt werden, bleibt vielfach unklar. Der Zuschauer gibt Unbekannten einen Teil seiner Privatsphäre preis. Bewusst oder unbewusst. Der Einsatz für Transparenz und Datensi- cherheit in einer globalisierten Medienwelt ist darum ein wichtiges Aufgabenfeld der Landesmedienan- stalten geworden – gerade auch auf europäischer Ebene. Zu wissen, wie Medien arbeiten, welche Angebote sinnvoll sind und wo Fußangeln lauern, das er- fordert oftmals den Blick hinter die Kulissen. Die LFK unterstützt und fördert in erheblichen Maße Lern- radios und nichtkommerzielle Rundfunkveranstalter, die Jedem den Zugang zum Medium Radio ermög- lichen sollen. Seit vielen Jahren sind die Förderung von Medienkompetenzprojekten in ganz Baden-Württemberg und Kooperationen in ganz Deutschland ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld der LFK. Auch der Jugendmedienschutz ist vor dem Hintergrund globaler Gewalt-, Extremismus- und Porno- grafieseiten im Netz eine der größten Herausforderungen. Ich wünsche Ihnen beim Rückblick auf das vergangene Medienjahr eine facettenreiche Lektüre. Ihr Thomas Langheinrich 6
Vorwort Vorwort Christa Gönner-Schwarz, Vorsitzende des Medienrates der LFK Global / Lokal – von diesen beiden Begriffen scheint nicht nur die Welt der Medien vorrangig be- stimmt zu werden. Eine völlig neue Dimension hat sich im Berichtsjahr ergeben, als einer breiten Öffent- lichkeit die Verflechtung der technischen Entwicklungen und Möglichkeiten mit deren Auswirkungen auf die große Welt und den kleinen Mikrokosmos jedes einzelnen schlagartig unübersehbar wurden. Die Di- mensionen der Zusammenhänge wurden – und werden – nur ganz allmählich mehr ahnbar als erkennbar. Nicht nur Freaks und Insider diskutierten die Macht der Medien; auch notorisch Uninteressierte an Wirk- mechanismen in der konvergenten Welt – nicht nur der Medien – konnten Augen und Ohren nicht mehr verschließen. Chancen und Gefahren der „schönen neuen Welt“ sind Chancen und Gefahren für das selbst bestimmte Leben jedes Einzelnen und des sozialen Gesamtgefüges – lokal, national und global. Die Komplexität der technischen Möglichkeiten, die die wenigsten erkennen und nachvollziehen können, beinhaltet die Gefahr der Gleichgültigkeit angesichts weitgreifender Überforderung. „Altes“, herkömmliches Denken und Wissen über die Welt reicht vielfach zur Beherrschbarkeit nicht mehr aus. Suchmaschinen sind schneller, liefern in Fülle und Umfang beste Ergebnisse. Wir müssen nicht mehr in Bibliotheken gehen, in Gemäldegalerien, in den Konzertsaal, ins Kino, oder auch nur zu einer bestimmten Zeit vor den Fernseher. Wir bekommen vieles, oft mehr als wir wollen und in bester Qualität „im Netz“, zu jeder Zeit an fast jedem Platz: Die Welt bei uns vor Ort. Was ist der Preis? Auch der wird nur ganz allmählich erkennbar und in Anbetracht der großen Vorteile nur sehr zögerlich wahrgenommen. Können wir ihn überhaupt berechnen, erkennen und wollten wir ihn dann noch bezahlen? Diese Fragen stehen im Raum. Am liebsten möchte man sie nicht sehen, nicht hören und nicht über sie sprechen, weil angemessene Antworten schwierig sind und es „die“ Antwort nicht gibt. 7
Vorwort Aber: Bewertung, Orientierung und sachkundige Information sind unverzichtbar für alle Medien- nutzer, sind Grundlage für verantwortungsbewusste Entscheidungen jedes Einzelnen und jeder Gemein- schaft, ob groß oder klein. Trotz oder gerade wegen der Vielschichtigkeit der Thematik haben wir als Me- dienräte auch den Auftrag der uns entsendenden Vereinigungen und Organisationen, uns im Rahmen der Möglichkeiten um sachkundige Hilfestellung, Rat und Begleitung im medialen Umfeld vor Ort zu bemü- hen. Mit dieser Aufgabe, einem kleinen begrenzten Ausschnitt der Welt der Medien, haben wir uns auch im vergangenen Arbeitsjahr intensiv auseinandergesetzt: im Gesamtgremium, vertiefend in den Ausschüs- sen des Medienrates – Haushaltsausschuss/ Medienpädagogischer Ausschuss/ Ausschuss für Medienkon- vergenz und Digitale Gesellschaft – und überregional im Zusammenschluss der Ländermedienanstalten, der Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK). Zu den Themen gehörten regulatorische und kontrollierende Aufgaben ebenso wie Fragen der Förderung im kommerziellen und im nichtkommerziellen Bereich von Hörfunk und Fernsehen sowie Tele- medien im Blick auf Vielfalt und Qualität. Intensive inhaltliche Begegnungen mit Vertreterinnen und Ver- tretern des öffentlich-rechtlichen Rundfunkrats, aus Hochschulen und Bildungseinrichtungen und mit den Nichtkommerziellen Lokalradios im Land haben den Diskurs angeregt, der durch die plurale Zusammen- setzung des Gremiums in die Breite der Verbände und Institutionen getragen und weiter verfolgt wird. 8
1 Zulassung, Aufsicht und Förderung der privaten Rundfunkveranstalter 1 Zulassung, Aufsicht und Förderung der privaten Rundfunkveranstalter 1.1 Hörfunk Baden-Württemberg verfügt im Bundesvergleich über eine sehr vielfältige und vitale private Radio- landschaft. In der Grundstruktur sind an jedem Ort drei Programme hörbar, nämlich ein Lokalprogramm, ein Bereichssender und ein landesweites Programm. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg 13 Lokalsender, drei Bereichssender und ein landesweites Jugendradio. Das tatsächliche Angebot ist dank der Überreichweiten benachbarter Sender inner- und außerhalb Baden-Württembergs noch deutlich höher. Ergänzt wird diese Struktur durch derzeit vier private Programme auf dem landesweiten DAB-Multiplex, durch nichtkommer- zielle Radios und Lernradios und durch weitere Programme wie Klassikradio, die dort ausgestrahlt werden, wo Frequenzen nicht für die sonstige Versorgung benötigt werden. Eine zunehmende Gefahr für diese Landschaft ist die fortschreitende Schieflage des Dualen Systems, die sich darin zeigt, dass die technische Versorgung mit Frequenzen des SWR bei weitem besser ist und sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk insbesondere mit seinem Programm SWR3 klar als massenwirksames kommerzielles Radio positioniert, ohne etwa, was den Werbeaufwand und das Veranstaltungssponsoring betrifft, in vergleichbarer Weise an ökonomische Kriterien gebunden zu sein. Das Ungleichgewicht könnte sich weiter verschärfen, da der SWR, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk wohl insgesamt (Beispiele in Hessen und Bayern zeigen dies), die UKW-Versorgung seines Ju- gendprogramms weiter vorantreibt und dabei auch Reichweitenverluste bei der Kulturwelle in Kauf nimmt, indem er deren Frequenzen umwidmet. 1.1.1 Kommerzieller Hörfunk Im Vorgriff auf die Neuausschreibung der UKW-Frequenzen hat die LFK die bestehende Struktur der Lokalsendegebiete geprüft. Im Ergebnis entschied sie sich dafür, zwölf statt bisher 13 Lokalgebiete auszuschreiben. Das bisherige Lokalverbreitungsgebiet L11, das die Landkreise Calw, Freudenstadt und Böblingen sowie den östlichen Enzkreis umfasste, wurde so auf die bisherigen Gebiete verteilt, dass die Landkreise Calw und Freudenstadt zum Lokalgebiet L2 (Karlsruhe, Baden-Baden, Pforzheim) hinzukamen und der Landkreis Böblingen mit dem östlichen Enzkreis sowie dem Landkreis Ludwigsburg und dem Rems-Murr-Kreis das neugefasste Lokalgebiet 13 bildet. Die Ausschreibung für die Lizenzperiode ab 2016 erfuhr eine rege Nachfrage. Auf die insgesamt 16 Gebiete erreichten die LFK insgesamt 29 Bewerbungen. Die Bewerbungen neuer Veranstalter konzentrier- ten sich dabei im Wesentlichen auf mehrere Lokalgebiete; für das landesweite Jugendradio, die drei Be- reichssender und sechs Lokalgebiete bewarb sich jeweils nur der bisherige Veranstalter. In Stuttgart konnte eine Hörfunkfrequenz für einen Sender, der sich an Hörer mit Migrationshin- tergrund wenden sollte, an den Veranstalter MetropolFM vergeben werden. MetropolFM wendet sich im Schwerpunkt an türkischstämmige Mitbürger und hat als Medium, das die Lebenssituation der Deutsch- türken gezielt aufgreift und Hilfestellung bietet, in Deutschland fast eine Alleinstellung. 9
1 Zulassung, Aufsicht und Förderung der privaten Rundfunkveranstalter Eine sehr erfreuliche Entwicklung zeigte die Nachfrage nach Kapazitäten auf dem landesweiten digitalen Multiplex. Die ursprüngliche Planung der LFK war es, in Absprache mit dem SWR drei weitere Kapazitäten auf dem gemeinsam genutzten DAB-Multiplex für private Programme auszuschreiben und eine vierte Kapazität für Nichtkommerzielle Veranstalter und Lernradios vorzuhalten. Auf die entspre- chende Ausschreibung bewarben sich neun private Veranstalter. Mit dem SWR, der durch den parallelen Ausbau zunehmend weniger auf den gemeinsamen Mul- tiplex angewiesen ist, konnte daraufhin die weitere Inanspruchnahme von Kapazitäten für den privaten Rundfunk vereinbart werden. Ab Ende 2014 wird deshalb mit 13 Programmen in Baden-Württemberg ein privates regionales Angebot für die DAB+ Hörer bereitstehen, das in anderen Ländern nicht vergleichbar besteht bzw. nur durch gesetzliche Bestimmungen und massive Förderung erreicht werden konnte. Es ist zu hoffen, dass sich neben dem Angebot auch die Rahmenbedingungen weiter verbessern, insbesondere durch eine aktivere Beteiligung der Automobilindustrie und durch eine für die Vermarktung unabdingbare Erfassung der Hörerzahlen. Auch die weitere Entwicklung des bundesweiten Multiplexes ist ein kritischer Punkt für die weitere Etablierung von DAB+. 1.1.2 Nichtkommerzieller Lokalfunk (NKL) und Lernradios 1.1.2.1 Nichtkommerzieller Lokalfunk (NKL) In Baden-Württemberg senden seit 1995 an neun Standorten insgesamt zwölf NKL-Veranstalter. Sie sollen durch Zugangsoffenheit in ihren Programmen zur Meinungsvielfalt in der Hörfunklandschaft von Baden-Württemberg beitragen. Aufgrund der 2012 beschlossenen Änderungen des LMedienG konn- te die Sockelförderung der NKL-Veranstalter wesentlich erhöht werden. Für die Verteilung der Mittel wurde das Förderkonzept im Bereich NKL insofern verändert, als unter anderem jetzt auch Maßnahmen zur Digitalisierung der Sender gefördert werden können. Konkret gingen hier wesentliche Investitionen der Radios in den Bereich Online-Präsenz und die nutzerfreundliche Gestaltung der eigenen Webplatt- formen. Daneben wurden wieder zahlreiche Projekte mit Einrichtungen und Initiativen aus den lokalen Räumen verwirklicht. Eine besondere Rolle spielen dabei auch Projekte mit Schulen und Sendungen zum Thema Integration und Partizipation. Die Umsetzung der neuen NKL-Förderrichtlinien spielte auch auf dem 9. NKL-Medientag am 16.07.2013 eine wichtige Rolle. Hier ging es vor allem um die Frage nach dem geeigneten Content Ma- nagement System für die Websites der Veranstalter. Nachdem 2013 die bisherige gesetzliche Begrenzung der Förderung auf zehn Prozent der der LFK zufließenden Rundfunkgebührenmittel aufgehoben wurde, sah der Haushalt der LFK eine deutliche Stei- gerung der Förderung der nichtkommerziellen Radios von 960.000 Euro (2012) auf ca. 1,5 Mio. Euro für 2013 vor. 10
1.1.2.2 Lernradios Seit 2004 erhalten die NKLs für lokale Projekte jährlich insgesamt 100.000 Euro. Diese Projektför- derung der LFK hat mit dazu beigetragen, dass die NKL-Veranstalter sich stärker in ihrem lokalen Umfeld orientieren, sei es durch regelmäßige Berichterstattung in lokalen Magazinsendungen oder Kooperati- onen mit lokalen Partnern. Im Jahr 2013 wurden folgende neun NKL-Projekte gefördert: 1. Projekt: ‚Fokus Südwest‘ von Radio StHörfunk in Schwäbisch Hall 2. Projekt: ‚Von überall her‘ von Querfunk in Karlsruhe 3. Projekt: ‚Going Europe – Focus Europe II‘ von Radio Dreyeckland in Freiburg 4. Projekt: ‚RegioMusik‘ von der Wüsten Welle in Tübingen/ Reutlingen 5. Projekt: ‚Gastspiel‘ von Free FM in Ulm 6. Projekt: ‚Schools on air – Mikrokosmos Schule II‘ vom Freien Radio für Stuttgart 7. Projekt: ‚Lüt vo Hüt‘ vom Freien Radio Wiesental in Schopfheim 8. Projekt: ‚Rhein Neckar Babylon‘ von bermuda.funk in Mannheim/ Heidelberg 9. Projekt: ‚Mein Verein im Radio II‘ vom Freien Radio Freudenstadt Bei der Zusammenarbeit der NKL mit Schulen bzw. Schülern reicht das Spektrum von Projekten im Rahmen der Ganztagesschule über Schulradio-AGs bis zu Angeboten im Rahmen der Ferienbetreu- ung. Menschen mit Migrationshintergrund sind bei den NKL mit ihren jeweiligen muttersprachlichen Sendungen stark vertreten. Schließlich kommen auch viele lokale Nachwuchskünstler (Musikbands, Au- toren etc.) hier zu ihrem ersten öffentlichen Auftritt. In den Programmen der NKL gibt es auch Beiträge von Menschen mit Handicaps. Die LFK unterstützt darüber hinaus seit 2008 die Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Radi- omacher bei den NKL mit 60.000 Euro pro Jahr. Dies führte zu einer deutlichen Steigerung sowohl der Anzahl der Seminare als auch der Qualität der angebotenen Fortbildungsmaßnahmen. Im Schnitt wer- den 120 Workshops mit rund 1.100 Teilnehmern pro Jahr durchgeführt, d.h. ein Drittel der in Radioverei- nen organisierten NKL-Mitglieder nimmt an diesen Bildungsmaßnahmen teil. Die nichtkommerziellen Radios produzieren 60 Prozent ihrer Sendezeit, insgesamt wöchentlich 644 Stunden Programm, in Erst- ausstrahlung. Das ist Programm, das live oder als vorproduzierte Sendung erstmals ausgestrahlt wird. Pro Standort sind das täglich ca. 10 Stunden neues Programm. 1.1.2.2 Lernradios In Baden-Württemberg gibt es insgesamt vier lizenzierte Lernradios, die in die Lehre von Hochschu- len integriert sind und deren Programme über jeweils eine UKW-Frequenz verbreitet werden. Schwerpunkt der Lernradios ist die Förderung von Medienkompetenz sowie entsprechende Aus- und Fortbildungsmaß- nahmen im Medienbereich. Die UniWelle in Tübingen und das LernRadio der Hochschule für Musik in Karlsruhe sind bereits seit 18 Jahren auf Sendung. Seit 2006 teilen sich die Universität Freiburg (echo-fm 88,4) und die Pädagogische Hochschule Freiburg (PH 88,4) eine Frequenz in Freiburg. Die Bachelorstudie- renden können sich die Mitarbeit bei echo-fm 88,4 als Prüfungsleistung anrechnen lassen. Ein Schwerpunkt der PH Freiburg ist die Einbeziehung von örtlichen Schulen, so dass Kinder und Jugendliche unter Anlei- tung von Studierenden Sendungen erstellen können. 2013 haben die beiden Freiburger Lernradios echo-fm 88,4 und PH 88,4 einen Kooperationsvertrag geschlossen, nach dem die Universität Freiburg nun alleinige Lizenzinhaberin ist. 11
1 Zulassung, Aufsicht und Förderung der privaten Rundfunkveranstalter Schließlich sendet seit Herbst 2009 horads 88,6 (Hochschulradio Stuttgart) ein 24-stündiges Pro- gramm auf einer eigenen UKW-Frequenz. horads 88,6 bietet Studierenden der Stuttgarter und Ludwigs- burger Hochschulen die Möglichkeit, das Medium Radio praxisnah kennen zu lernen und eigene Sen- dungen zu gestalten. Der 2. Lernradiotag am 15.10.2013 wurde gemeinsam von horads 88,6 und der LFK vorbereitet und an der HdM (Hochschule der Medien in Stuttgart) durchgeführt. Erstmals kamen Absolventinnen und Absolventen der Lernradios zu Wort. In sehr beeindruckenden Statements berichteten sie übereinstim- mend über diese für ihre Vita wichtige Station, die entweder direkt oder indirekt ihren künftigen beruf- lichen Werdegang beeinflusst hatte. Der 2. Lernradiotag wurde über die komplette Tagungszeit (14 bis 18 Uhr) live über die Frequenz 88,6 UKW ausgestrahlt. 2012 wurde das IHR-Portal (Internethochschulradio-Portal) komplett neu gestaltet (www.ihr- portal.de) und im selben Jahr Mitte Oktober gestartet. Bis Oktober 2013 wurden 3.100 Nutzer und 16.240 Zugriffe (im Schnitt 16 Minuten Verweildauer) registriert. Es wurden 420 neue Radiobeiträge hochgeladen, es gab 320 Downloads im Rahmen des Beitragsaustauschs und es wurden über 9.200 Radiobeiträge ange- hört. Alles in allem ein erfolgreicher Neustart des IHR-Portals, welches das Ziel verfolgt, Beiträge der ein- zelnen Lernradios einzustellen, die von anderen Redaktionen abgerufen und für ihr Programm verwertet werden können. 1.1.3 Programmbeobachtung Hörfunk Für die Programmbeobachtung wurden 2013 alle kommerziellen regionalen und lokalen Hörfunk- veranstalter, das überregionale Jugendradio sowie die nichtkommerziellen und Lernradios (NKL 530 Stunden und Lernradios 190 Stunden) aufgezeichnet und von geschulten Codierern systematisch katego- risiert und ausgewertet. Von der Abteilung Medienkompetenz, Programm und Forschung werden die von der LFK lizen- zierten Hörfunkprogramme regelmäßig in Stichproben untersucht. Gegenstand der Analysen sind hierbei vor allem die Umsetzung der im jeweiligen Lizenzantrag dargelegten Programmausrichtung sowie die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben, insbesondere der Werbevorschriften, wie sie in den Werberichtli- nien konkretisiert sind. Im Jahr 2013 wurden im Bereich der Programmbeobachtung kommerzieller Hör- funk insgesamt 630 Stunden aufgezeichnet, systematisch kategorisiert und ausgewertet. Durch die breite inhaltliche Ausrichtung der Untersuchungen konnten die gesendeten Inhalte aller Veranstalter adäquat abgebildet und Verstöße gegen gesetzliche Richtlinien identifiziert werden. Besonde- re Relevanz bei der Programmbeobachtung im Hörfunk hat die Sendeschiene am Vormittag, insbesondere die Morningshow. Besondere Aufmerksamkeit galt hier dem Lokalbezug der Programme und der Ausge- staltung von Sponsorhinweisen. Die Analysen wurden in 53 ausführlichen Berichten protokolliert. Im Bereich der kommerziellen Radiosender betrafen die meisten festgestellten Verstöße Sponso- ringhinweise, die nicht (mehr) den gesetzlichen Vorgaben entsprachen, da sie zu werblich gestaltet oder zu lang waren und damit nicht die „gebotene Kürze“, welche der RStV fordert, hatten. Hier wurden in allen 12
1.2 Fernsehen Fällen die Veranstalter in Form eines Hinweisschreibens auf die geltende Rechtslage hingewiesen und ihnen wurde erläutert, welche konkreten Formulierungen die LFK als unzulässig ansah. Auch ein Schleichwerbeverstoß beschäftigte die LFK. Hier wurde innerhalb der Lokalnachrichten in Form eines Beitrags auf die kommerzielle Torwandschießen-Aktion eines Elektronikmarktes hingewie- sen. Die LFK beanstandete diesen Verstoß förmlich im Verwaltungsverfahren und verhängte zudem ein Bußgeld. In der letzten Zeit ist bei der Programmbeobachtung der Hörfunkveranstalter in Einzelfällen auch ein Aufweichen der Grenzen zwischen Werbung und Programm festzustellen. So ist bei verschiedenen Sendern die Tendenz zu journalistisch anmutender Werbung zu erkennen. Da diese allerdings innerhalb des gekennzeichneten Werbeblocks gesendet wurde und für die Sender aufgrund der Rundfunkfreiheit keine rechtlichen Vorgaben bestehen, wie Werbung zu gestalten ist, ist ein rechtliches Einschreiten hier schwierig. Die LFK teilte den betroffenen Sendern insoweit mit, dass Werbung, die sich einer vom Hörer gelernten Formensprache von redaktionellen Elementen bedient, sehr kritisch gesehen wird, da die Gren- zen zwischen Werbung und Programm verschwimmen und ein Durchschnittshörer nicht mehr klar unter- scheiden kann, ob es sich hier um Werbung oder redaktionell gestaltetes Programm handelt. 1.2 Fernsehen Um eine Versorgung aller Bürger und Bürgerinnen in Baden-Württemberg mit regionalem Fernse- hen sicherzustellen, fördert die LFK anteilig die Verbreitungskosten der regionalen Must-Carry-Pro- gramme. Die Ausstrahlung über Satellit ist mit sehr hohen Kosten verbunden und kann zumindest mittel- fristig nicht durch entsprechende Werbeerlöse der Veranstalter finanziert werden. Um eine weitere maßgebliche Förderung zu ermöglichen, haben sich die Gremien der LFK erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Mittel der LFK erhöht werden. Durch die vom Gesetzgeber beschlossene Verminderung des Vorwegab- zugs standen 2013 erstmals mehr Haushaltsmittel zur Verfügung, so dass die Förderung in diesem Bereich wesentlich erhöht werden konnte. Die Fernsehveranstalter ihrerseits haben wesentliche Anstrengungen unternommen, um die Bekanntheit ihrer Programme zu steigern, insbesondere durch die Entwicklung ei- gener Apps sowie die Integration von HbbTV-Anwendungen. Die Zuschauer der regionalen Fernsehsender können damit neben dem Liveangebot auch über den roten Knopf ihrer Fernbedienung jederzeit auf das hinterlegte Programmangebot zugreifen und die einzelnen Sendungen auf dem Fernsehbildschirm aufru- fen. Voraussetzung ist allein, dass das Fernsehgerät auch mit dem Internet verbunden ist. Die LFK beteiligt sich neben anderen Landesmedienanstalten auch an dem von der BLM initiierten „Lokal TV Portal“, über das alle baden-württembergischen regionalen Fernsehsender über einen zentralen Satellitenkanal (Kanal 99) aufgerufen und gefunden werden können. Im Laufe des Jahres konnten zahl- reiche Hersteller für die Voreinstellung dieses Portals auf dem Kanal 99 gewonnen werden. 13
1 Zulassung, Aufsicht und Förderung der privaten Rundfunkveranstalter 1.2.1 Lokales und regionales Fernsehen Die LFK hat die Zuweisung für das grenzüberschreitende Must-carry-Gebiet Ulm/ Neu-Ulm nach einem durchgeführten Ausschreibungsverfahren in Abstimmung mit der BLM erneut an RegioTV Schwa- ben vergeben. Der Veranstalter war der einzige Bewerber auf das Sendegebiet. Die Zulassung zugunsten des RTL-Regionalfensters RNFlife sowie des Regionalprogramms RNF- plus wurden antragsgemäß um zwei Jahre bis März 2016 verlängert. Die Laufzeit wurde damit an die Laufzeit der Lizenzierung in Rheinland-Pfalz angepasst. RNF ist der Programmveranstalter für das länderübergreifende Regionalprogramm und Regionalfenster der Rhein-Neckar-Region, die Teile der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen umfasst. Weitere Zulassungen ohne Kapazitätszuweisung (Medien-Führerschein) wurden erteilt an „Stroh- gäuwelle TV“ und „BW Land und Leute“. Die wirtschaftliche Situation des regionalen Fernsehens gestaltet sich weiter schwierig. Die LFK unterstützt die Veranstalter mit einer Förderung der Verbreitungskosten. Sie setzt sich darüber hinaus auch für eine bessere Auffindbarkeit der regionalen TV-Angebote ein. 1.2.2 Bundesweites Fernsehen Im Herbst 2013 erteilte die LFK der Marco Polo TV GmbH die Lizenz zur Veranstaltung und Ver- breitung des bundesweiten Fernsehspartenprogramms „Marco Polo“. Bei dem Programm handelt es sich um ein 24-stündiges Spartenprogramm zu den Themenbereichen Reise, Kultur und Natur. Zielgruppe des Programms sind Erwachsene ab 20 Jahren mit einem Basisinteresse an den Themen Reise, Natur und Kul- tur. Das von der ProSieben-Gruppe im Jahr 2012 avisierte Vorhaben, das bundesweite Programm zu- gunsten regionaler Werbung aufzusplitten, scheiterte im September 2013 am Verwaltungsgericht Berlin, das auf die bundesweite Lizenz verwies. Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts handele es sich bei regional differenzierten Werbefenstern nicht mehr um ein bundesweit empfangbares Fernsehprogramm und das Vorhaben sei damit von den derzeitigen Lizenzen nicht gedeckt. Die ProSieben-Gruppe hat ihren Antrag auf Veranstaltung von regionalisierter Werbung bei der LFK mittlerweile zurückgenommen. Stattdessen setzt die Sendergruppe nun auf das Revisionsverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht. 1.2.3 Kabelbelegung (Must-carry) Der größte Kabelnetzbetreiber im Land, die Unity Kabel BW, streitet sich mit dem öffentlich- rechtlichen Rundfunk über die Frage, ob eine Zahlungspflicht zur Einspeisung auch für ein Must-carry- Programm besteht. ARD und ZDF haben sämtliche Einspeiseverträge gekündigt. In der Folge hat der Ka- belnetzbetreiber die Dritten Programme anderer Länder aus der analogen Belegung herausgenommen und durch andere Programme wie RTL Nitro und Pro7Maxx belegt. Diese Dritten Programme werden verpflich- tend im digitalen Kabel ausgestrahlt. Die sehr verhaltene Reaktion der Zuschauer zeigt, dass die Digitali- sierung des Kabels schon weit fortgeschritten ist und sich die analoge Verbreitung dem Ende zuneigt. Gleichwohl sind die Pläne der KabelBW, analoge Plätze schrittweise ins Digitale zu überführen, gerade für 14
1.2.4 Campus-TV kleinere Spartenprogramme, die nicht auf die Verhandlungsmacht im Geleitzug eines großen Muttersen- ders (wie RTL oder Sat.1) hoffen können, kritisch zu betrachten. Aus Sicht der LFK ist für das grundsätzlich zu begrüßende Ende der analogen Verbreitung ein klarer Zeitplan mit Abschaltdatum und fairen Bedin- gungen für alle Sender erforderlich. 1.2.4 Campus-TV 2013 endete die erste dreijährige Projektförderphase des Gemeinschaftsprojektes „HD Campus TV (HDC)“. Studierende von Hochschulen produzieren in diesem Projekt regelmäßig Filmbeiträge in HD- Qualität, die mit Unterstützung von Kabel BW in einem eigenen TV-Kanal im digitalen Kabel ausgestrahlt werden. Die ca. 30-minütigen Beiträge befassen sich mit hochschulspezifischen und regionalen Themen. Überwiegend haben die Hochschulen das HDC-Projekt in der Lehre verankert (und vergeben damit auch studienrelevante ECTS-Punkte), so dass im Laufe des Projektzeitraums die Anzahl der studentischen Re- daktionsmitglieder deutlich gesteigert werden konnte. Neben den Magazin-Beiträgen wurden zudem TV- Magazine mit Regionalbezug erstellt, die ebenfalls im Kabel ausgestrahlt werden. Alle Beiträge können über die Homepage www.hd-campus.tv abgerufen werden. Die im Förderzeitraum aufgebaute Mediathek um- fasste bis Ende 2013 106 Landesmagazine, 272 Regionalmagazine sowie 115 weitere Hochschulprodukti- onen (z.B. Bachelorarbeiten, Filmproduktionen, Musikdokumentationen etc.), auf die über 250.000 Mal zugriffen wurde. Mit knapp 650 Teilnehmern waren die im Rahmen des HDC angebotenen rund 60 Jour- nalistik-Workshops, davon 15 überregional für alle Hochschulredaktionen, erfolgreich. Einer weiteren Förderung des Projektes über drei Jahre mit den Schwerpunkten tri- und crossmediale Beitragserstellung sowie neue Formatentwicklungen wurde seitens des Vorstands zugestimmt. Das Projekt HDC steht auch anderen interessierten Hochschulen zur Teilnahme an den Seminaren sowie zur Beitragszulieferung offen. 1.2.5 Programmbeobachtung Fernsehen Im Bereich Fernsehen teilt sich die Programmbeobachtung in bundesweit orientierte und landes- bezogene Aufsicht. Im Jahre 2013 verabschiedeten die Werbereferenten ein neues Kriterienpapier zu Kindersen- dungen. Das Kriterienpapier soll sowohl den Veranstaltern als auch den Werbereferenten bei der Einord- nung einer Sendung als Kindersendung helfen. Eine Angleichung an die Vorschriften der AVMD-Richtlinie wird vom Gesetzgeber nach wie vor nicht für notwendig erachtet. Im Gegensatz zum Rundfunkstaatsver- trag erlaubt die AVMD-Richtlinie Werbeunterbrechungen in Kindersendungen, die länger als 30 Minuten Dauer haben. Mitte des Jahres 2013 wurde eine umfangreiche Schwerpunktuntersuchung zum Thema Werbeverstöße durchgeführt. Das Ergebnis war zufriedenstellend. Es wurden zwar einige Werbedauer- überschreitungen festgestellt, andere Verstöße blieben aber die Ausnahme. Nachdem Produktplatzierungen nunmehr seit rund drei Jahren zulässig sind und erste Erfahrungs- werte zu Rate gezogen werden konnten, erarbeiteten die Werbereferenten im Jahr 2013 ein internes Krite- rienpapier zur Bewertung von Produktplatzierungen. Das Kriterienpapier konkretisiert die gesetzlichen Regelungen und soll eine bundesweit einheitliche Bewertung sichern. Im September 2013 hat das OVG Rheinland-Pfalz in Koblenz schließlich eine richtungsweisende Entscheidung zu Produktplatzierungen im 15
2 Medienkompetenz und Medienforschung Fall „Hasseröder Männercamp“ getroffen. Streitpunkt war hier die Frage gewesen, wann eine Produktplat- zierung zu stark herausgestellt und damit unzulässig ist. Die wichtigste Kernaussage der Entscheidung geht dahin, dass „die Rundfunkveranstalter und die werbetreibenden Unternehmen sich die eine Produktplat- zierung rechtfertigende Realität nicht selbst schaffen können“. Im Rahmen der ALM („die medienanstalten“) unterstützen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der LFK die ZAK bei der Durchführung von bundesweiten Stichtagsanalysen. Alle bundesweit lizenzierten Fernsehprogramme werden mehrmals im Jahr für mehrere Tage nach einem gemeinsamen Untersuchungs- schema nach inhaltlichen Schwerpunkten, wie beispielsweise Schleichwerbung, untersucht. Inhaltlicher Schwerpunkt war 2013 eine Stichprobe zum Thema „Werbung“. Untersucht wurden die Werbezeiten, Unterbrechergebote bei Spielfilmen sowie die Trennung von Werbung und Programm in Einzelspots. Au- ßerdem gab es eine Stichprobe zum Thema „CD-Tipps, rundfunkfremde Crosspromotion, Spendenaufrufe und Sponsorhinweise“. Das zweite Feld der TV-Programmbeobachtung betrifft die in Baden-Württemberg lizenzierten TV- Programme. Von allen Veranstaltern wurden 2013 insgesamt etwa 287 Sendestunden aufgezeichnet und ausgewertet. Im Fokus standen vor allem die aktuellen Nachrichtenjournale der baden-württembergischen TV-Programme sowie die im baden-württembergischen digitalen Kabel verbreiteten Non-must-carry-Pro- gramme. Analog zum Hörfunk wurde besonderes Augenmerk auf den Lokalbezug und die werblichen Elemente gelegt. Bei den baden-württembergischen Fernsehveranstaltern betrafen die meisten beanstandeten Ver- stöße nicht ausreichend oder nicht richtig gekennzeichnete kommerzielle Kommunikation. So wurde in verschiedenen Fällen Werbung nicht ausreichend gekennzeichnet, z.B. weil die Werbeeinblendung schlecht lesbar war. In anderen Fällen wurden Dauerwerbespots bzw. Teleshopping zwar im Werbeblock gesendet. Sie waren aber nicht – wie nach den gesetzlichen Vorgaben erforderlich – explizit als „Dauerwerbesendung“ bzw. „Teleshopping“ gekennzeichnet. Ein Fall, in dem die Trennung von Werbung und Programm nicht beachtet wurde und der damit gegen das Schleichwerbeverbot verstieß, wurde im Verwaltungsverfahren formell beanstandet. Ferner wurde bei einem Regionalveranstalter ein Fall nicht-gekennzeichneter Pro- duktplatzierung festgestellt. Ebenso wie bei den Hörfunksendern gab es auch bei den Fernsehveranstaltern verschiedene Fälle, in denen Sponsoringhinweise zu werblich und/ oder zu lang waren. Auch hier wurden die Veranstalter per Schreiben auf die Rechtslage hingewiesen. 2 Medienkompetenz und Medienforschung Eine zentrale Aufgabe der LFK ist die Vermittlung von Medienkompetenz. Die Medienentwicklung der letzten Jahre ist geprägt von technischen Neuerungen und Weiterentwicklungen. Die Digitalisierung hat immer mehr Bereiche erfasst und die technischen Systeme wachsen weiter zusammen. Viele Fernseher bieten heute bereits einen Internetzugang an. Tablet-PCs werden zum „second screen“. Das Smartphone als Multi- funktionsgerät ist Kamera, Ortungsgerät, Wetterstation, Navigationsgerät, Spielkonsole, Lexikon und umfasst fast alle Formen der Kommunikation, Unterhaltung und Organisation im beruflichen wie privaten Leben. Mit der Konvergenz der Medien steht die Gesellschaft auch vor neuen Herausforderungen. Der Umgang mit dem 16
2 Medienkompetenz und Medienforschung Medienrepertoire will gelernt sein und angesichts der Komplexität der Angebote bedarf es oft Hilfestellung, um die Medienoptionen sinnvoll und zum persönlichen Vorteil einzusetzen. Ziel bei der Vermittlung von Medienkompetenz ist, einen verantwortungsvollen und kreativen Um- gang mit Medien zu fördern. Aus Sicht der LFK werden daher sowohl medienpädagogische wie medienprak- tische Projekte initiiert oder unterstützt. Hierbei ist es notwendig, bereits im jüngsten Kindesalter passende Angebote bereitzuhalten, Projekte für Kinder und Jugendliche anzubieten und über berufsbegleitende Quali- fizierung von Pädagogen und entsprechende Informationsangebote für Eltern diesen Prozess flankierend zu begleiten. Eine Leitlinie der LFK ist hierbei, Anschlüsse an das Mediensystem zu ermöglichen. Möglichst nah an der Praxis sollen die Teilnehmer durch eigene Erfahrungen und Produktionen die mediale Welt besser verstehen und folglich kompetenter damit umgehen können. Die Bandbreite reicht dabei von der Förderung von eigenen Musik-, Film- und Hörfunkproduktionen bis zu kritischen Auseinandersetzungen mit Filminhal- ten, Internetangeboten oder dem Umgang mit dem Handy. Vorrangiges Ziel ist dabei, Kinder und Jugendliche aller Bildungsschichten und sozialen Milieus bei der Vermittlung von Medienkompetenz zu erreichen, u.a. durch Projekte mit Kindern aus sozialen Brennpunkten oder Kindern mit Migrationshintergrund. Dies ge- schieht sowohl im schulischen Bereich wie in der außerschulischen Jugendarbeit. Die Medienanstalten unterstützen Eltern und Pädagogen bei der Medienerziehung mit bundesweit orientierten professionellen Angeboten. So bietet das Internetportal FLIMMO Programmberatung für Eltern in Fragen der Fernsehnutzung. Eine App informiert über das aktuell laufende Fernsehprogramm und bietet eine pädagogische Empfehlung zu den Sendungen. Beim Projekt Internet-Abc erfahren Kinder, Eltern und Pädagogen Unterstützung beim Einstieg in das Medium Internet. Neben der bundesweiten Ausrichtung er- folgt auch eine länderspezifische Schwerpunktsetzung durch die einzelnen Landesmedienanstalten. Im Jahr 2013 wurde das im länderübergreifen- den LMA-Projekt Internet-Abc initiierte Projekt „Inter- net-Abc-Schule“ weiter gefördert. Zehn Schulen nahmen das Angebot der Internet-Abc-Referenten in Anspruch und ermöglichten ihren Lehrkräften einen Internet-Abc-Workshop. Ziel ist, dass die Schulen die vielfältigen Internet-Abc-Materialien im Unterricht regelmäßig einsetzen. Insgesamt wurden 430 Handbücher und rund 1250 CDs für den Einsatz im Unterricht angefordert. In Kooperation mit der Donauschwäbischen Kulturstif- tung konnte die Elternbroschüre in die rumänische Sprache übersetzt werden und ein Internet-Abc-Referent eine Fortbildung mit zehn Lehrkräften in Hermannstadt (Rumänien) durchführen, so dass dort künftig das Material ebenfalls genutzt werden kann. In Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium wurde das Konzept den Staatlichen Schulämtern vorgestellt. Eine weitere Zielsetzung der LFK besteht in der Vernetzung der Kooperations- und Förderpartner in Baden-Württemberg, so dass u.a. innovative Projekte unter verschiedenen Bedingungen erprobt und opti- miert werden, bis sie schließlich flächendeckend Anwendung finden. Der Transfer der Projektideen und -erfahrungen, beispielweise über Materialien oder Dokumentationen, ist ein wichtiger Aspekt der Projekt- förderung. Neben der Vermittlung von innovativen Ideen wird dem auch durch entsprechende Fortbil- dungsmaßnahmen von Multiplikatoren Rechnung getragen. 17
2 Medienkompetenz und Medienforschung 2.1 Kooperationen Neben der Beteiligung an bundesweiten Medienkompetenzprojekten der Landesmedienanstalten fördert die LFK landesspezifische Medienprojekte und ist Teil verschiedener Netzwerke. Zusammen mit der LMK und dem Südwestrundfunk bildet die LFK die Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS, www.mkfs.de), die für die Bundes- länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Projekte konzipiert und reali- siert, Materialien erstellt und medienpädagogische Initiativen fördert. Die LFK führt die Geschäftsstelle des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs), der zusammen mit der LMK und dem Südwestrundfunk die Studien JIM, KIM, miniKIM und FIM herausgibt. Mit diesen kontinuierlichen Basisdaten zur Mediennutzung von Kindern und Jugend- lichen leistet der mpfs einen wichtigen Beitrag zur medienpädagogischen Forschung in Deutschland. Partner der LFK ist ebenfalls die MFG-Filmförderung, mit der ge- meinsam zahlreiche schulische und außerschulische Praxis-Pro- jekte im Bereich der Filmbildung unterstützt werden. Gemeinsam mit der LMK, dem SWR, der MFG Innovationsagentur und der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) stellt die LFK das Online-Angebot Mediendaten Südwest bereit. Weitere Kooperationspartner der LFK sind die Popakademie Baden-Württemberg sowie das Popbüro Baden-Württemberg. Das Kindermedienland Baden-Württemberg ist eine Initiative des Staatsministe- riums Baden-Württemberg, der Medien und Filmgesellschaft (MFG), des Landes- medienzentrums Baden-Württemberg (LMZ) und der LFK. Neben der Finanzie- rung zahlreicher praktischer Projekte zur Vermittlung von Medienkompetenz und Aspekten der Elternbildung ist ein Ziel die Vernetzung bestehender Initiativen, Projekte und Akteure auf der Plattform www.kindermedienland-bw.de. Ein langfristiger Kooperationspartner der LFK ist jugendschutz.net. Um den vielfältigen Anforderungen des Jugendschutzes im Internet gerecht zu werden, unterstützt die LFK jugendschutz.net in der systematischen Recherche im Internet insbesondere in den Bereichen Kommunikation und soziale Netzwerke. Neben der Verfolgung von Verstößen steht hier die Information und Bereitstellung von medienpädagogischen Konzepten über Gefahren und Hinweise zum richtigen Umgang im Internet sowie der Dialog mit Anbietern im Vordergrund. 18
2.1.1 Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS) 2.1.1 Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS) Die im Jahr 2001 gegründete Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS) hat sich zum Ziel gesetzt, Medienkompetenz im Südwesten Deutschlands zu fördern. Träger der Stiftung sind die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), der Südwestrundfunk (SWR) und die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK), die auch 2013 die Geschäftsführung innehatte. Die Stiftung fördert medienpraktische Projekte in allen schulischen und außerschulischen Bereichen, die zum Teil durch wissenschaftliche Forschung und Entwicklung entsprechender Informations- und Arbeitsmaterialien, u.a. auch seitens des Medienpädago- gischen Forschungsverbundes Südwest, flankiert werden. Mit Unterstützung der Stiftung MKFS wird auch der Einsatz von Tablet-PCs an Schulen erprobt. Von Bedeutung ist bei der Stiftung die Nutzung von länderübergreifenden Synergieeffekten, dazu zählt der Transfer von erfolgreichen Medienprojekten, wie zum Beispiel das Projekt „Tatort Bodensee“, das seinen Ursprung im „Tatort Eifel“ hat. Mit den „Medienzwergen“ wurde Kindertageseinrichtungen in Baden- Württemberg und Rheinland-Pfalz ein Projekttag zum Thema Medienkompetenz angeboten, um vor Ort die Möglichkeiten des Medieneinsatzes in den Einrichtungen praktisch darzustellen. 2013 wurde der „Förderpreis Medienpädagogik“ zum elften Mal an Schulen und Projekte von Kin- dern und Jugendlichen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vergeben. Die Preisverleihung war am 29.11.2013 im Musikpark Mannheim. Preisträger aus Baden-Württemberg waren die Klasse 3/ 4 der Gotthilf-Vollert-Schule in Tuttlingen, die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Baden-Württem- berg mit dem Projekt „Radio im Klassenzimmer“ sowie das Kinderhaus „Am Bürgle“, March. Einen Son- derpreis für die Einzelleistung eines Schülers erhielt Simon Hoffmann aus Adelberg für seinen Film „Jeder muss sterben“. Die Internetseite www.ohrenspitzer.de der Stiftung MKFS bündelt und vernetzt die Angebote zur Hörerziehung in Baden- Württemberg und Rheinland-Pfalz. Über die Stiftung kooperiert auch SWR 2 mit seinen Hörspielsendungen und dem pädagogischen Begleitprogramm mit Ohrenspitzer. Die Stiftung MKFS ist bei der Stiftung Zuhören beteiligt. 2013 wurde das Angebot um eine Ohrenspitzer-App erweitert. 2.1.2 Mediendaten Südwest Die Mediendaten Südwest sind ein Angebot der Landesanstalt für Kommunikation, der Landes- zentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK), der Landeszentrale für politische Bil- dung Baden-Württemberg und der MFG Baden-Württemberg. Die Geschäftsstelle der Mediendaten liegt bei der LFK. Das Angebot bietet einen Überblick über die Datenlage in fast allen Medienbereichen und verlinkt auf die entsprechenden Originalquellen. 2013 wurde das 15-jährige Bestehen der Kooperation mit einem Fachtag am 11. März in der Popakademie Mannheim gefeiert. 19
2 Medienkompetenz und Medienforschung 2.1.3 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist ein Kooperationsprojekt der Landesan- stalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Basisuntersuchungen des mpfs JIM (Jugend, Information (Multi-)Media) und KIM (Kinder und Medien) bieten seit 1998 kontinuierlich repräsentatives Datenmaterial zur Medien- nutzung von Kindern und Jugendlichen. Bei diesen Studienreihen kooperiert der mpfs mit der SWR Medi- enforschung. Die Studienreihen JIM und KIM gehören inzwischen zum festen Studienrepertoire zur Me- diennutzung junger Menschen in Deutschland und finden bundesweit große Beachtung. Neben der häufigen Zitation in renommierten Print- und Onlinetiteln wird die Expertise auch in zahlreichen Fachver- anstaltungen abgerufen, so auch in offiziellen Anhörungen, beispielsweise beim Familienausschuss des Deutschen Bundestages. 2013 wurde erstmals die Studie miniKIM veröffentlicht. Als Ergänzung zur langjährigen Studienreihe KIM, die die Mediennutzung der sechs- bis 13-Jäh- rigen erfasst, dokumentiert die miniKIM die Medienwelt der Kleinkinder im Alter von zwei bis fünf Jahren. Hierzu wurden die Haupterzieher mit Kindern in dieser Altersgruppe zum Medienumgang ihrer Kinder und zum eigenen Medienverhalten befragt. Als eine der wenigen empirischen Studien mit einem repräsentativen Ansatz fand die Studie große Resonanz in der Fachwelt. Am 27.11.2013 wurde die JIM-Studie 2013 im Musikpark Mannheim der Öffentlichkeit präsentiert. Die Studiendokumentation beschreibt das Medienverhalten von Jugendlichen im Alter von zwölf bis 19 Jahren. Als zentrales Studienergebnis der JIM-Studie 2013 kann die enorm gestiegene Verbreitung von Smartphones bei Jugendlichen angesehen werden. Fast drei Viertel aller Jugend- lichen besitzen inzwischen ein eigenes Smartphone. In Verbindung mit einer zunehmenden Abdeckung mit WLAN-Netzen und einer überwiegend vorhan- denen Internetflatrate haben sich somit die Möglichkeiten online zu gehen deutlich erweitert. Dies zeigt sich auch in der Nutzungszeit, die mit fast drei Stunden (179 Minuten) Onlinezeit pro Tag einen Höchststand erreicht hat. Die Ergebnisse der aktuellen JIM-Studie stießen auf ein großes Medienecho; die Da- ten wurden sowohl in namhaften Printmedien als auch online in Blogs und Communities zitiert und diskutiert. Im Dezember 2013 wurde die Publikation „15 Jahre JIM-Studie“ des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest veröffentlicht. Seit 1998 dokumentiert die JIM-Studie die Mediennutzung von Jugendlichen in Deutsch- land. In dieser Zeit hat das Internet stetig Einzug in den Alltag der Zwölf- bis 19-Jährigen gehalten und ist mittlerweile fester Bestandteil des jugendlichen Medienrepertoires. Im Jahr 1998 zählten lediglich fünf Prozent der Jugendlichen zu den regelmäßigen Internetnutzern. Innerhalb der folgenden Jahre stieg diese Zahl beständig bis zum aktuellen Niveau: neun von zehn Jugendlichen nutzen 20
2.1.4 Medienportal Südwest regelmäßig das Internet. Unabhängig von den „neuen Medien“ besitzen Fernsehen, Radio und Bücher wei- terhin einen hohen Stellenwert für Jugendliche. Das Fernsehen begeistert Jugendliche mit großen Sportereig- nissen, Serien und Comedyformaten. Das Radio begleitet morgens viele beim Start in den Tag und liefert zuverlässig Nachrichten, Serviceinfos und Musik. Beim Lesen von Büchern können Jugendliche in fremde Welten eintauchen. Die Daten der letzten Jahre zeigen, dass fast alle „traditionellen Medien“ von Jugend- lichen in vergleichbarer Häufigkeit wie vor 15 Jahren genutzt werden – das Medienrepertoire von Jugend- lichen wird durch „neue Medien“ kontinuierlich ergänzt und erweitert. Das Projekt „handysektor“, das der mpfs gemein- sam mit der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) durch- führt, wurde 2013 neu ausgeschrieben und an einen neuen Anbieter vergeben. Mit dem Unternehmen Mecodia wurde ein „Startup“ aus Baden-Württemberg mit der redaktionellen und technischen Betreuung der Seite beauftragt. In der neuen Redaktion liegt ein Schwer- punkt in der visuellen Aufbereitung der komplexen Inhalte rund um das Handy. Das neu aufgelegte „Infoset Medienkompetenz: 10 Fragen – 10 Antworten“ des mpfs ist seit Jahren ein bewährtes Angebot für Elternabende und Informationsver- anstaltungen. Das Set beinhaltet 13 aktuelle Flyer, in denen wichtige Fragen zum Me- dienumgang von Kindern und Jugendlichen beantwortet werden. Das Infoset bildet ein Basisinformationspaket, das anhand von kurzen Texten renommierter Fachautoren einen guten Einstieg in verschiedene Medienthemen bietet. Unter anderem werden die Themen „Kinder und Fernsehen“, „Medien und Wirklichkeit“, „Werbung“ und „On- line-Kommunikation“ auf verständliche Art und Weise behandelt. 2.1.4 Medienportal Südwest Das „Medienportal Südwest“ vernetzt die An- medienportal gebote des Medienpädagogischen Forschungsver- bundes Südwest, der Mediendaten Südwest, des Medi- südwest enKompetenz Forums Südwest und des Infopools Medienkompetenz Südwest. Es bietet Daten und Informationen zur Nutzung, Funktion und Wirkung von Medien bei Kindern und Jugendlichen, Zugang zu den Studienreihen JIM und KIM, aktuelle Basisdaten aus den Bereichen Fernsehen, Hörfunk, Print, Film und Internet sowie Informationen zu medienpädagogischen Projekten, Materialien, Internet-Angeboten, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und Institutionen. Eine angebotsübergreifende Suchmaschine und ein regelmäßiger Newsletter runden das Medienportal Südwest ab. 2.1.5 Popakademie Baden-Württemberg Die LFK ist Gesellschafterin der Popakade- mie Baden-Württemberg (www.popakademie.de) in Mannheim und unterstützt die Veranstaltungsrei- he „Open-House“ an der Popakademie. Hier werden kreative Köpfe und spannende Visionen vorgestellt, um den Studierenden sowie der Branche neue Impulse zu geben und die Popakademie mit der Praxis des 21
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