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Energieforschungsprogramm - 3. Ausschreibung
Klima- und Energiefonds des Bundes – Abwicklung durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG
Energieforschungsprogramm
Publizierbarer Endbericht
Programmsteuerung:
Klima- und Energiefonds
Programmabwicklung:
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG)
Endbericht
erstellt am
30/08/2017
Projekttitel:
Innovative Energietechnologien für Sportstätten
Projektnummer: 858988
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Klima- und Energiefonds des Bundes – Abwicklung durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG
Ausschreibung 3. Ausschreibung Energieforschungsprogramm
Projektstart 01/03/2017
Projektende 31/08/2017
Gesamtprojektdauer
6 Monate
(in Monaten)
ProjektnehmerIn
e7 Energie Markt Analyse GmbH
(Institution)
AnsprechpartnerIn DI (FH) Paul Lampersberger
Postadresse Walcherstraße 11/43
Telefon +43 1 907 80 26 - 68
Fax
E-mail paul.lampersberger@e-sieben.at
Website www.e-sieben.at
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Klima- und Energiefonds des Bundes – Abwicklung durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG
Sammelband Best Practice Cases
Innovative Energietechnologien in Sportstätten
AutorInnen:
e7 Energie Markt Analyse GmbH
DI (FH) Paul Lampersberger
DI Dr. Georg Benke
DI Margot Grim
DI Walter Hüttler
Guntram Preßmair, B.Sc.
ÖISS Österreichisches Institut für Schul- und Sportstättenbau
DI Karin Schwarz-Viechtbauer
Florian Szeywerth
Mit Beiträgen von:
ESSIGPLAN GmbH
Prof. Dr. Natalie Eßig
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Klima- und Energiefonds des Bundes – Abwicklung durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG
1 Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis ..............................................................................................................................4
2 Einleitung ...........................................................................................................................................5
3 Best Practice Cases ...........................................................................................................................6
Generali Arena ......................................................................................................................................6
Sonnenarena Ansfelden ........................................................................................................................7
WWK Arena Augsburg ..........................................................................................................................9
Amsterdam Arena ...............................................................................................................................11
Sporthalle Liefering .............................................................................................................................12
Copper Box Arena ...............................................................................................................................14
Dreifachsporthalle Herrieden ...............................................................................................................15
Sporthalle Hagenberg .........................................................................................................................17
Kletterhalle Saalfelden ........................................................................................................................19
Kletterzentrum Innsbruck ....................................................................................................................20
Aqua Nova ..........................................................................................................................................21
Wellnessoase Hummelhof ...................................................................................................................22
Florian Berndl Bad ..............................................................................................................................23
Erlebnisbad Schwaz ............................................................................................................................24
Lentpark ..............................................................................................................................................25
Merkur Eisarena ..................................................................................................................................27
Max-Aicher-Arena ...............................................................................................................................28
Olympiaworld Innsbruck ......................................................................................................................29
Sportzentrum Niederösterreich ............................................................................................................30
Sportzentrum Stadt Kapfenberg ..........................................................................................................32
4 Abbildungsverzeichnis .....................................................................................................................34
5 Kontaktdaten ....................................................................................................................................35
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Klima- und Energiefonds des Bundes – Abwicklung durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG
2 Einleitung
Der Sport ist für zahlreiche Themen ein wichtiger Multiplikator. So auch für den Klimaschutz, sofern er
für die zahlreichen Nutzer und Besucher von Sportstätten erlebbar wird. Innovative Technologien, die bei
Sportstätten eingesetzt werden, haben potenziell hohe Sichtbarkeit und können so das Interesse an
einer verstärkten Nutzung dieser Technologien erhöhen.
Mit vorhandener innovativer Technologie sollte es möglich sein, diese Nachfragestruktur ökologisch und
ökonomisch optimal zu bedienen.
Der vorliegende Best Practice Sammelband stellt insgesamt 20 nationale und internationale
Energieinnovationen in Sportstätten dar. Die umgesetzten Beispiele aus den Bereichen Neubau und
Sanierung werden detailliert beschrieben und sollen als Impulsgeber für eine verstärkte Anwendung
dienen. Neben Eckdaten zu Energieverbräuchen bzw. –einsparungen finden Sie nützliche Informationen
zu den Betreibern, involvierten Planern und Technologieanbietern sowie Kontaktdaten der Sportstätten.
Die Best Practice Cases sind in Sportstättentypen gegliedert und in folgender Reihenfolge beschrieben:
• Stadion
• Sporthalle
• Kletterhalle
• Schwimmhalle
• Freibad
• Eishalle Indoor
• Eissport Outdoor
• Sportzentrum
Parallel zu diesem Sammelband finden Sie im „Leitfaden für Entscheidungsträger – Implementierung
innovativer Energietechnologien in Sportstätten“ Informationen über die Energienachfragestruktur und
Handlungsempfehlungen für die verstärkte Nutzung von innovativen Energietechnologien bei
Bauvorhaben in Sportstätten.
Zum anderen steht ein Technologiekatalog zur Verfügung, der österreichische Energietechnologie bzw.
die dazugehörigen Unternehmen vorstellt.
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3 Best Practice Cases
Generali Arena
Stadion, Sanierung, Wien - Österreich
Der Klub hat sich entschieden, das internationale
Auszeichnungssystem DGNB der Österreichischen
Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft
(ÖGNI) anzuwenden. Diese Gebäudedeklaration
beinhaltet eine Vielzahl an Maßnahmen, welche den
Nachhaltigkeitsfaktor der teilweise neu errichteten und
teilweise sanierten Immobilie sicherstellen soll. So wird
beispielhaft ein großes Augenmerk auf die Auswahl der
Lieferanten gelegt. Produkte mit optimierter CO2-Bilanz
Abbildung 1: Generali Arena 2018 (Quelle: Atelier Mauch) haben hier einen bedeutenden Stellenwert. Zur
Deckung des Wärmebedarfs entschloss man sich
Energieinnovation: weiters für eine ausschließliche Versorgung mittels
„Optimiertes Strombedarfskonzept“ (Stromerzeugung Fernwärme und zur Kühlung wurden moderne
über Photovoltaik-Anlage, Stromersparnis über Flächenkühlelemente installiert. Ein wesentlicher Aspekt
moderne LED-Beleuchtung) bei der Zertifizierung als nachhaltige Immobilie ist die
Gebäudedeklaration nach ÖGNI Optimierung des Strombedarfs. So werden auf dem
Dach der neuen Nordtribüne zwei Photovoltaikanlagen
In Betrieb ab: Juli 2018 errichtet. Der erzeugte Strom der größeren (200 kWp)
Anlage wird ausschließlich für den Eigenbedarf der
Anzahl Besucher pro Jahr: 500.000 Arena verwendet. Die kleinere Anlage (80 kWp) wird
den erzeugten Strom in das öffentliche Netz einspeisen.
Bauherr / Betreiber:
Errichtet werden beide Anlagen von der
FK Austria Wien AG
österreichischen VERBUND-Gruppe mit Sitz in Wien.
Eine weitere wichtige Maßnahme und gleichzeitig ein
Investitionskosten der Energieinnovation:
gutes Beispiel für Wechselwirkungen ist die Optimierung
€ 950.000
der Beleuchtungsenergie durch moderne Lichttechnik.
Eckdaten Energie: Gemeinsam mit der Vorarlberger Zumtobel-Gruppe wird
Strom-Erzeugung durch Photovoltaik: ein modernes Konzept zur eigentlich verbrauchs-
290.000 kWh pro Jahr intensiven Beleuchtung z.B. der Medienbereiche und
Strom-Einsparung durch Beleuchtungskonzept: VIP-Bereiche erstellt. Dieses basiert auf LED-Strahler,
70.000 kWh pro Jahr welche im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtquellen
bis zu 90% weniger Strom verbrauchen. Hinzu kommen
Technologieanbieter, Planer: intelligente Steuerungssysteme wie z.B.
VASKO + PARTNER Ingenieure Ziviltechniker für Bewegungssensoren, welche die Leuchten nur für
Bauwesen und Verfahrenstechnik GesmbH, Wien eingeschränkte Zeiträume aktivieren. In diesem Kontext
VERBUND AG, Wien wurde sehr intensiv auf die Optimierung der
ZG Lighting Austria GmbH, Wien Beleuchtung im Zuge der Gebäudetechnikplanung
geachtet. Dabei hat das Planungsteam bestehend aus
Weiterführende Informationen und Kontakt: Architekt, Technisches Planungsbüro und des Bauherrn
FK Austria Wien AG, A-1100 Wien, Horrplatz 1 mit Hilfe von Renderings viel zur Optimierung des
julia.heiduk@fk-austria.at www.fk-austria.at Konzeptes beigetragen.
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Sonnenarena Ansfelden
Stadion, Neubau, Ansfelden - Österreich
Abbildung 2: Sonnenarena aus der Vogelperspektive Abbildung 3: Thermische Solaranlage und PV-Module auf der
(Quelle: Raffael Portugal) Sonnenarena (Quelle: Raffael Portugal)
Die seit Mai 2015 neu errichtete Sonnenarena in
Energieinnovation:
Ansfelden ist Österreichs erste Sportstätte, die sich zu
Vollsolare Beheizung und Warmwasserbereitung
100 Prozent mit solarer Wärmeenergie für Heizung und
Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser der
Warmwasser selbstversorgt. Der Neubau wurde
Duschen, Photovoltaik-Anlage
notwendig, da das Bestandsgebäude in vielerlei
Energiemonitoring-System
Hinsicht nicht mehr dem Standard einer modernen
In Betrieb seit: Mai 2015 Sportstätte entsprach. Die Anlage für den modernen
Trainings- und Wettkampfbetrieb wird in zunehmendem
Anzahl Besucher pro Jahr: 15.000 Maße ganzjährig genutzt, sodass eine hochwertige
energetische Gesamtlösung des Gebäudes umso
Bauherr / Betreiber: wichtiger wurde. Die Sonnenarena benötigt für den
Sonnenarena Union Humer Ansfelden Vollbetrieb jährlich 23 MWh Wärmeenergie. Das Ziel
war es, den Warmwasserbedarf kombiniert mit der
Investitionskosten der Energieinnovation: Raumheizung, ausschließlich mit der Sonne ohne
€ 80.078 (Gesamtinvestitionskosten Solar-Heizsystem) fossile Brennstoffe abdecken zu können. Das Gebäude
besteht aus zwei Teilen, einem Kabinentrakt mit 256
Eckdaten Energie:
m² und einem Aufenthaltsbereich mit Gastronomie mit
Stromverbrauch: 30.000 kWh pro Jahr
186 m². Die thermische Solaranlage besteht aus 54 m²
Wärmeverbrauch: 23.000 kWh pro Jahr
Flachkollektoren, welche nach Süden orientiert und in
CO2-Einsparung: einem Winkel von 60° aufgeständert sind. Das
ca. 20.000 kg pro Jahr gewählte Hydraulikkonzept ermöglicht die Speicherung
von Solarenergie auf unterschiedlichen
Technologieanbieter, Planer, Installateur: Temperaturniveaus in einem Warmwasser-Puffer
Kuster Energielösungen GmbH, Anif (3000 l) und einem Heizungspuffer (1000 l). Aus den
Gasokol Solare Energiesysteme, Saxen beiden Puffern werden die Wärmeabgabesysteme und
Bmst. Kniewasser, Windischgarsten die zwei thermisch aktivierten Betonkerne (in Summe
Kaltenberger Erwin, Ansfelden etwa 420 t) versorgt. Der Betonkern in der Kantine wird
bei Bedarf über einen Wärmetauscher mit Kaltwasser
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aus der Brunnenanlage gekühlt („Stille Kühlung“).
Weiterführende Informationen und Kontakt:
Beide Pufferspeicher werden mittels elektrischer
Ing. Gerhard Petermandl
Friedhofstraße 4, 4052 Ansfelden Energie nachbeheizt, wenn die Solarenergie zur
gerhard.petermandl@rohrdorfer.at Wärmeversorgung nicht ausreicht (9 kW E-Patrone im
Warmwasserpuffer und 6 kW E-Patrone im
Heizungspuffer). Die Duschen sind mit sparsamen
Duschköpfen ausgestattet, die den Warmwasserbedarf
reduzieren sollen. Zusätzlich ist hier eine Abwasser-
Wärmerückgewinnung eingebaut. Mit der Abwärme
des Abwassers wird das Kaltwasser, das zu den
Frischwassermodulen fließt, vorgewärmt, und damit
der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung
reduziert. Zur Minimierung der Lüftungswärmeverluste
ist das gesamte Gebäude mit einer
Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
ausgestattet. Außerdem wird ein Großteil der
benötigten elektrischen Energie mit einer 30,5 kWp
Photovoltaik-Anlage abgedeckt.
Über ein im Gesamtkonzept implementiertes
Gebäudeautomatisationssystem werden alle
energierelevanten Daten in und am Gebäude sichtbar
gemacht und dienen somit zur Bewusstseinsbildung für
die überwiegend jungen Sportler sowie die Besucher
des Sportzentrums. Das Gebäude wird in erster Linie
von den verschiedenen Mannschaften der Sektion
Fußball, aber auch von den Sektionen Beachvolleyball
und Stockschießen genutzt. Ein eigener Bereich des
Gebäudes wird als Schulungsräume für vollsolares
Heizen mit dem System Bauteilaktivierung genutzt.
Für dieses innovative Energiekonzept wurde die
Sonnenarena Ansfelden mit dem
OÖ Landesenergiepreis „Energie Star 2016“
ausgezeichnet.
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WWK Arena Augsburg
Stadion, Neubau, Augsburg - Deutschland
Das 2009 eröffnete Stadion des FC Augsburg wird
energiesparend und CO2-neutral beheizt und gekühlt.
Dafür sorgen schwerpunktmäßig zwei
Großwärmepumpen, die die oberflächennahe
Geothermie nutzen. Das Gesamtkonzept macht die
Arena zum ersten CO2-neutralen Stadion der Welt.
Das Herzstück der Anlage, die zwei Wärmepumpen,
sorgt für eine maximale Heizleistung von 2 x 645 kW.
Als Wärmequelle für ihren Betrieb dient das durch
einen Sandabscheider gefilterte Grundwasser aus zwei
Tiefenbrunnen unmittelbar westlich des Stadions.
Abbildung 4: WWK Arena Augsburg (Quelle: FC Augsburg 1907) Weniger als 10 Prozent der benötigten Wärmeenergie
werden zusätzlich über einen Erdgas-Brennwertkessel
Energieinnovation:
erzeugt, welcher eine Heizleistung von etwa 900 kW
CO2-neutrales Stadion mit Großwärmepumpen
hat. Dieser wird ausschließlich mit Erdgas betrieben,
In Betrieb seit: 2009 das nachweisbar aus nachwachsenden Rohstoffen
erzeugt und in das Erdgasnetz eingespeist wird. Die
Anzahl Besucher pro Jahr: ca. 650.000 Wärmepumpen und der Heizkessel versorgen einen
Warmwasserpufferspeicher (12.000 Liter), welcher
Bauherr / Betreiber: Wärme an die Lüftungsregister, an die Raumheizung
FC Augsburg Besitz und Betriebsgesellschaft mbH und bei Bedarf an die Rasenheizung abgibt. Der
Bioerdgas-Kessel ist dabei nur wenige Tage im Jahr in
Investitionskosten der Energieinnovation: Betrieb, vor allem dann, wenn die Rasenheizung neu
€ 45.000.000 (Gesamtkosten des Stadions) zugeschaltet wird.
Allein diese hat einen Leistungsbedarf von 1.200 kW.
Eckdaten Energie: Sie gibt Wärme mit einer Temperatur von bis zu 30
Stromverbrauch Heizzentrale: ca. 400 MWh/a Grad an das Erdreich ab, wodurch der Rasen auch im
Wärmelieferung: ca. 1300 MWh/a Winter bespielbar bleibt. Zur Frostfreihaltung außerhalb
Kältelieferung: ca. 100 MWh/ a der Spieltage kann die Anlage sogar ohne Einbindung
der Wärmepumpen mittels Wärmetauscher direkt aus
CO2-Einsparung:
dem Grundwasser bedient werden, was einen
ca. 700.000 kg pro Jahr
kostengünstigen Betrieb garantiert.
Die Lüftungsregister und Luftkanäle sorgen an
Technologieanbieter, Planer:
Spieltagen dafür, dass der Restaurant-, Logen- und
Lechwerke AG, Augsburg
Verwaltungstrakt mit frischer, gut temperierter Luft
Stadtwerke Augsburg, Augsburg
bedient werden. Im Winter wird die Luft durch die
econ AG, Memmingen
Heizungsanlage angewärmt, im Sommer erfolgt die
Weiterführende Informationen und Kontakt: Kühlung durch zehngradiges Grundwasser – sogar
Ingo Butters ohne Kältemaschine.
Pressesprecher Lechwerke AG Der Strom für das Stadion stammt ausschließlich aus
ingo.butters@lew.de heimischer Wasserkraft und auch die
Notstromaggregate können CO2-neutral mit Rapsöl
betrieben werden.
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Klima- und Energiefonds des Bundes – Abwicklung durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG
Die Nutzung des Grundwassers durch den Einsatz von
zwei Wärmepumpen, Bioerdgas aus der Region und
Ökostrom erzeugt aus heimischer Wasserkraft sorgen
für jenen Ressourcenmix zur Deckung des
Energiebedarfs des Stadions, der den Prädikaten
„erneuerbar“ und „nachhaltig“ gerecht werden.
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Amsterdam Arena
Stadion, Sanierung, Amsterdam - Niederlande
Mit 55.000 Sitzplätzen ist die Amsterdam Arena nicht nur
die Heimstätte des bekannten Fußballclubs Ajax
Amsterdam, sondern auch das größte Stadion in den
Niederlanden und wird daher regelmäßig auch für
Konzerte, und andere Großveranstaltungen genutzt. Von
einem Konsortium der Unternehmen The Mobility House,
Nissan und Eaton wird in der Amsterdam Arena derzeit
ein innovativer Batteriespeicher namens „xStorage“
implementiert.
Dieses System nutzt second-life Batterien, also
gebrauchte Batterien aus Elektrofahrzeugen, und kann
Abbildung 5: Amsterdam ArenA (Quelle: The Mobility House)
Energie aus Solarzellen oder aus dem öffentlichen
Stromnetz speichern. Der Speicher in der Amsterdam
Energieinnovation:
Arena verfügt über 147 Batteriepakete, die ursprünglich
Second-Life Batteriespeicher
vom Nissan Leaf stammen, und über bidirektionale
In Betrieb ab: Ende 2017 Wechselrichter von Eaton. Damit können bis zu 3 MWh
elektrische Energie gespeichert werden, was diese
Anzahl Besucher pro Jahr: 2 Mio. Anlage zu einem der größten gewerblich genutzten
Energiespeichersysteme in Europa macht, das
Bauherr / Betreiber: wiederaufbereitete Batterien verwendet. Vom Betreiber
Stadion Amsterdam N.V The Mobility House wird von einer Nutzungsdauer von bis
zu 15 Jahre ausgegangen, eine Garantie gibt es für 10
Eckdaten Energie: Jahre. Der Batteriespeicher soll vor allem das Stromnetz
Energiespeicherkapazität Strom: 3 MWh stabilisieren, als Back-up bei Großveranstaltungen zum
Einsatz kommen und eine CO2-freie Notstromversorgung
Technologieanbieter, Planer: des Stadions gewährleisten. Die vorhandenen
The Mobility House Dieselgeneratoren werden dadurch überflüssig.
Eaton Industries Außerdem kann das xStorage-System auch die
Nissan Europe umliegende Nachbarschaft mit Energie versorgen, um
Royal BAM Group hier Lastspitzen bei erhöhtem Energiebedarf zu
verhindern.
Weiterführende Informationen und Kontakt:
Bereits jetzt ist die Amsterdam Arena energietechnisch
The Mobility House GmbH
auf dem neuesten Stand: Am Dach befinden sich 4.200
Presseabteilung
Photovoltaik-Panele, die Wärmebereitstellung erfolgt über
St.-Cajetan-Str. 43 , 81669 München
Fernwärme, gekühlt wird mit Wasser eines
Telefon: +49 89 4161 430 76
nahegelegenen Badesees und für die Stromversorgung
E-Mail:communication@mobilityhouse.com
wird Windenergie bezogen. Das Hauptgebäude ist mit
www.mobilityhouse.com
einem modernen Gebäudemanagementsystem
ausgestattet und die LED Beleuchtung wird über
Bewegungsmelder gesteuert.
Für die umfangreichen Nachhaltigkeits-Bemühungen
wurde die Amsterdam Arena mit dem internationalen
Golden Green Key Zertifikat ausgezeichnet.
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Sporthalle Liefering
Sporthalle, Neubau, Salzburg - Österreich
Abbildung 6: Plusenergiebau Sportzentrum Nord (Quelle: Stadt Abbildung 7: Sportzentrum Nord - Innenansicht (Quelle: Stadt
Salzburg, Hannes Killer ) Salzburg, Hannes Killer )
Die Anlage ist eine moderne Multifunktionssporthalle
Energieinnovation:
und beinhaltet eine Dreifach-Turnhalle mit einer Fläche
Plusenergie-Sporthalle mit vollsolarer Beheizung und
von 30 x 50 Metern und 9 Metern Höhe, außerdem eine
Warmwasserbereitung
Zuschauertribüne mit 400 Sitzplätzen und ein
In Betrieb seit: 2017 Multifunktionsraum für Tanz, Yoga usw. mit einem
angeschlossenen Kraftraum. Um den Smart-City-Zielen
Anzahl Besucher pro Jahr: noch nicht bekannt
der Stadt Salzburg gerecht zu werden, wurde die Halle
als Plusenergie-Objekt ausgeführt, das bedeutet, dass
Bauherr / Betreiber:
der jährliche Primärenergieverbrauch unter der vor Ort
Salzburg Immobiliengesellschaft
produzierten erneuerbaren Energie liegt. Durch dieses
Investitionskosten der Energieinnovation: ambitionierte Vorhaben entstand in Liefering die erste
Plusenergie-Sporthalle Österreichs. Die Halle ist
ca. 9 Mio.€ (gesamte Baukosten)
außerdem klimaaktiv zertifiziert und hat den
Eckdaten Energie: Ausführungsstandard klimaaktiv gold erreicht.
Stromverbrauch: ca. 214.000 kWh pro Jahr In diesem Fall wurde das Plusenergie-Kriterium durch
Wärmeverbrauch: ca. 169.000 kWh pro Jahr eine vollsolare Beheizung mittels aktiver Nutzung der
Speichermassen und einer Abdeckung des
CO2-Einsparung:
Jahresstromverbrauchs durch Sonnenstrom erreicht.
ca. 110.000 kg pro Jahr
Die vollsolare Beheizung und Warmwasserbereitung
erfolgt durch eine Solarthermieanlage mit einer Fläche
Technologieanbieter, Planer:
von 350m². Als Wärmespeicher wird dazu die
Karl und Bremhorst Architekten, Wien
Betonmasse der Bodenplatte aktiviert. Beton speichert
Gasokol Solare Energiesysteme, Saxen
sehr gut die solaren Wärmeenergiegewinne, sodass
Kuster Energielösungen GmbH, Anif
über alle Jahreszeiten der solaraktivierte Betonteil den
Ing. Malli Planungs GmbH, Vöcklabruck
gesamten Heizwärmebedarf für 4.610 m² Sport- und
pm1 Projektmanagement GmbH, Salzburg 3
Nutzfläche bzw. 33.770 m Raumvolumen deckt.
Weiterführende Informationen und Kontakt: 15.000 Liter Pufferspeicher-Volumen sorgen für die
Ing. MSc Franz Huemer Warmwasserbereitung - wiederum vollsolar gespeist.
Energie und Smart City Salzburg Koordination Der Heizwärmebedarf wird mit 51,2 MWh pro Jahr und
franz.huemer@stadt-salzburg.at der Warmwasserbedarf mit 118 MWh pro Jahr
+43 (0)662 8072-2484 angegeben. Energieüberschüsse aus diesem System
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werden im Sommer an das benachbarte ASKÖ Gebäude geliefert. Als Back-Up dient zusätzlich zur Solarthermie
eine 50 kW Wasser/Wasser Wärmepumpe.
Der von der hauseigenen PV-Anlage erzeugte Strom wird entweder unmittelbar verwendet oder gespeichert bzw.
in den nahgelegenen Bauhof der Stadt eingespeist.
Durch die kompakte, schwere Bauweise, Nachtkühlung, Freecooling und Licht-/Wärme-geregelte Beschattung ist
der außeninduzierte Kühlbedarf der Halle minimal. Falls erforderlich, ist eine aktive Kühlung mit Grundwasser aus
der bestehenden Brunnenanlage möglich. Die Be- und Entlüftung regeln mechanische Lüftungsanlagen mit
hocheffizienter Wärmerückgewinnung. Die tatsächlich durch das System eingebrachte Luftmenge kann mittels
Luftqualitätsfühler und Volumenstromregelung an die jeweilige Notwendigkeit angepasst werden. Um unnötig
große Lüftungsgeräte zu vermeiden, werden die Nassräume, Garderoben und Nebenräume mit einer Grundlüftung
beaufschlagt und nur im Bedarfsfall bei Überschreitung von Grenzwerten (CO2, Feuchte) durch Verlagerung der
Hallenzuluft in die Nassräume quasi stoßgelüftet. Das wird damit begründet, dass die volle Luftmenge nicht
gleichzeitig in den Nebenräumen als auch in der Halle benötigt wird. Es werden kombinierte Zu- und Abluftanlagen
mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung eingesetzt. Dadurch ist nur eine geringfügige Nachwärmung der Zuluft
über das Solar-/Wärmepumpensystem notwendig.
Auch das Abwasser aus den Nassräumen wird über einen Wärmetauscher geführt, bevor es in das Kanalsystem
geleitet wird. Über den Sekundärkreis des Abwasserwärmetauschers wird das Kaltwasser, bevor es als Zulauf in
den Warmwasserspeicher geführt wird, auf bis zu 20°C vorgewärmt.
Die Regelung und Steuerung aller haustechnischen Anwendungen wird durch eine zentrale Leittechnik mit
Visualisierung, Trenderfassung, Monitoring, Wärmemengenzählung und Volumenstrom-Messung bewerkstelligt.
Mit der Durchführung des Projekts wurde ein hochkarätiges Konsortium österreichischer Planer und
Technologielieferanten betraut.
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Copper Box Arena
Sporthalle, Neubau, London – Großbritannien
Abbildung 8: Copper Box Arena (Quelle: Populous Architects) Abbildung 9: Lichtröhren, Copper Box Arena (Quelle: Populous Architects)
Die Sporthalle „Copper Box Arena“ wurde für die
Energieinnovation:
Vorrunden der Handballbewerbe der Olympischen Spiele
Lichtröhren zur optimalen Tageslichtnutzung
2012 in London errichtet und ist eine von vier permanenten
In Betrieb seit: Mai 2011 Sportstätten im Olympischen Park. Die Nachnutzung
erfolgt nun als eine öffentliche Mehrzweck-Sporthalle. Die
Investitionskosten: ca. £ 30.000.000 (gesamte Halle ist 43m x 65m groß und wird sowohl von Amateuren
Baukosten) als auch von Profisportlern als Trainingsort genutzt.
Außerdem stellt sie mit ihren 7500 Sitzplätzen einen
Planer: Veranstaltungsort für verschiedene nationale und
Populous Architects, London internationale Events dar. Die Arena wurde mit einer
BREEAM ‘Excellent’ Zertifizierung ausgezeichnet. Dafür ist
Weiterführende Informationen und Kontakt:
unter anderem das innovative Energiekonzept
Queen Elizabeth Olympic Park
verantwortlich. Das Gebäude ist vollständig in das
London, E20 3HB
kombinierte Wärme-, Kälte- und Stromnetz des
+44 (0)20 8221 4900
Olympiaparks integriert, das hauptsächlich von
copperboxarena@gll.org
Hackschnitzelkesseln betrieben wird. Der Bedarf an
copperboxarena.org.uk
künstlicher Beleuchtung wurde durch die Integration
innovativer Lichtröhren im Dach des Gebäudes reduziert,
welche die Halle mit Tageslicht versorgen. Es wurden 88
Lichtröhren eingebaut, wobei jede einen Durchmesser von
750 mm aufweist. Sie wurden so positioniert, dass sie das
Spielfeld optimal ausleuchten und mit der Stahlkonstruktion
des Daches, der HDTV-Beleuchtung und anderen an der
Decke montierten Einrichtungen vereinbar sind. Die
Lichtröhren sind mit der Gebäudeleittechnik verbunden,
welche automatisch die künstliche Beleuchtung abschaltet,
wenn genug Tageslicht zur Verfügung steht. Außerdem
verfügen die Röhren über sogenannte „Shutter“, durch die
die Röhren abgeschaltet werden können. Eine solche
Blackout-Funktion wird auch bei Konzerten benötigt.
Seite 14 von 35Energieforschungsprogramm - 3. Ausschreibung
Klima- und Energiefonds des Bundes – Abwicklung durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG
Dreifachsporthalle Herrieden
Sporthalle, Neubau, Herrieden - Deutschland
In der Stadt Herrieden in Mittelfranken wurde 2008 eine
neue Dreifach-Sporthalle eröffnet. Ziel war es, eine
Halle im Passivhausstandard zu errichten, durch die
zusätzliche Photovoltaikanlage am Dach entstand
jedoch sogar die erste Plusenergie-Dreifachsporthalle
Deutschlands.
Der Schwerpunkt des Energiekonzepts der Halle liegt
auf einer Verminderung des Heizenergie- und
Stromverbrauchs des Gebäudes. Eine umlaufende
Dämmung der Gebäudehülle mit Dämmstärken
zwischen 24 und 28 cm gewährleistet einen geringen
Energieverlust, zahlreiche Bauteil-Details wurden
hinsichtlich der Wärmebrücken optimiert.
Abbildung 10: Sporthalle Herrieden Südansicht (Quelle: ING+ARCH Der Heizenergieverbrauch der Sporthalle liegt bei
Partnerschaft)
lediglich 15 kWh pro m² und Jahr. Mit dem Anschluss
Energieinnovation: an das örtliche Nahwärmenetz, das mit Hackschnitzeln
betrieben wird, wird die nötige Wärme CO2-neutral
Plusenergie-Sporthalle im Passivhausstandard
gedeckt. Das Ergebnis der energieoptimierten
Photovoltaik
Bauweise ist eine Reduzierung des Heizenergiebedarfs
Beleuchtungskonzept inkl. Tageslichtnutzung
auf ca. ein Viertel und eine Verminderung des
Energiemonitoring
Stromverbrauchs auf fast die Hälfte des üblichen
In Betrieb seit: 2008 Standards im Baujahr.
Zur Verringerung des Stromverbrauchs trägt unter
Bauherr / Betreiber: anderem eine energieeffiziente und
Landkreis Ansbach, Stadt Herrieden tageslichtabhängige Beleuchtung bei. Zusätzliche
Steuerungssysteme wie Präsenzmelder erlauben es,
Investitionskosten der Energieinnovation: die Beleuchtung an die tatsächliche Nutzung
Gebäudekosten gesamt: € 4.967.000 anzupassen. Zudem wird die Halle je nach gerade
Kosten für Energieoptimierung: € 155.000 ausgeübter Sportart unterschiedlich beleuchtet. So
findet Tischtennis bei einer Beleuchtungsstärke von
Eckdaten Energie: 500 Lux und Turnen bei nur 150 Lux statt. Eine
Stromverbrauch: 24.000 kWh pro Jahr Überbeleuchtung wird durch Schlüsselschalter
Heizwärmeverbrauch: 42.000 kWh pro Jahr verhindert: Lehrkräfte und Trainer können mit ihren
CO2-Einsparung: Schlüsseln nur die für ihre jeweilige Sportart zulässige
ca. 100.000 kg pro Jahr Beleuchtung einschalten. Verschattungslamellen vor
der Glasfassade werden je nach Sonnenstand aktiviert.
Im Sommer schützen sie bei maximaler
Tageslichtnutzung vor zu hoher Sonneneinstrahlung
und Blendung, im Winter sorgen sie für eine maximale
Sonnennutzung und somit einen hohen Wärmeeffekt.
Durch das Beleuchtungskonzept werden ca. 50 %
Strom eingespart.
Seite 15 von 35Energieforschungsprogramm - 3. Ausschreibung
Klima- und Energiefonds des Bundes – Abwicklung durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG
Durch die zusätzliche Installation einer
Technologieanbieter, Planer:
Photovoltaikanlage auf dem Dach der Turnhalle wurde
ING+ARCH Partnerschaft mbB Regner/Bodem,
das Plusenergiekriterium erfüllt. Die Anlage mit einer
Nürnberg/Ehingen, Deutschland
Modulfläche von 780 m² verfügt über eine
Gesamtleistung von 98 kWp und erzeugt jährlich rund
Weiterführende Informationen und Kontakt: 105.000 kWh Solarstrom. Dies sind rund 10.000 kWh
ING+ARCH Partnerschaft mbB Regner/Bodem, mehr, als die Halle insgesamt an Endenergie
Pia Regner verbraucht.
Büro Ehingen Kussenhof 2, 91725 Ehingen Die Lüftung erfolgt über zwei hocheffiziente
info@ingplusarch.eu Lüftungsanlagen mit einem
Wärmerückgewinnungsanteil von über 85%. Sie
versorgen die Sportler mit Frischluft und verteilen die
Wärme im Gebäude. Im Sommer wird die Belüftung
über die Fenster gesteuert.
Im Vergleich zu einer Halle nach dem in Deutschland
vorgeschriebenen EnEV-Standard mit einem jährlichen
Gesamtenergiebedarf von rund 204.200 kWh benötigt
die Dreifachsporthalle mit nur rund 77.700 kWh pro
Jahr weniger als die Hälfte der Energie. Durch die
Nutzung der Photovoltaikanlage und die damit
verringerten Treibhausgasemissionen spart die neue
Halle wiederum im Vergleich zu einer Turnhalle nach
EnEV-Standard über 100 Tonnen CO2 pro Jahr ein.
Von 2008 bis 2010 wurde die Dreifachsporthalle
energetisch überwacht und nachjustiert.
Energieverbrauchsmessungen über die 3-jährige
Monitoringphase haben ergeben, dass der tatsächliche
Energieverbrauch unter dem errechneten
Energiebedarf liegt. Der Verbrauch unterschreitet die
Berechnungsergebnisse durch Optimierung der
Regelungstechnik im Bereich Wärme (Warmwasser
und Heizwärme) um 31% und im Bereich Strom um
42%.
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Klima- und Energiefonds des Bundes – Abwicklung durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG
Sporthalle Hagenberg
Sporthalle, Neubau, Hagenberg - Österreich
Durch das Engagement der Marktgemeinde
Hagenberg entstand Anfang 2009 die Idee die erste
Sporthalle in Passivtechnologie Oberösterreichs zu
errichten. Im Mai 2012 wurde die 3-fach Sporthalle
ohne Mehrinvestitionen gegenüber konventionellen
Sporthallen und mit mehr als 70 %
Gesamtenergiekosten-Einsparungen pro Jahr (Wärme
und Strom) fertig gestellt. Wie der Energieausweis der
Halle zeigt, liegt der spezifische Heizwärmebedarf bei
5,4 kWh/m²a (bezogen auf 3,1 m Bruttoraumhöhe).
Damit wird das Passivhaus-Kriterium von max.
Abbildung 11: Sporthalle Hagenberg (Quelle: STIWA Group) 10 kWh/m²a deutlich erfüllt.
Bei der Wärmeversorgung wurde auf eine maximale
Energieinnovation:
Ausnutzung der Energieressourcen geachtet und
Passivhaus-Sporthalle
daher eine Pelletsheizung mit Brennwertnutzung
In Betrieb seit: 2012 eingebaut. Dadurch kann der Brennstoffeinsatz um ca.
10 % verringert werden. Unterstützt wird die
Bauherr / Betreiber: Pelletsheizung durch eine thermische Solaranlage zur
Verein zur Förderung der Infrastruktur der Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung.
Marktgemeinde Hagenberg Hydraulisch optimiert wurde das System durch
drehzahlgeregelte Hocheffizienz-Pumpen und den
Investitionskosten:
Einsatz eines Zortström-Verteilzentrums, welches eine
Bauwerkskosten: € 3,2 Mio.
effiziente Energieverteilung von der Heizung und
Errichtungskosten: € 4,2 Mio.
Solaranlage zu den Verbrauchern sicherstellt.
Eckdaten Energie: In Verbindung mit Brennwert-Systemen bieten sich zur
Stromverbrauch (2015): 32.000 kWh pro Jahr Wärmeverteilung Niedertemperaturflächenheizungen
Wärmeverbrauch (2015): 45.000 kWh pro Jahr an. Durch den intelligenten Einsatz von thermisch
aktivierten Bauteilen und teilweiser Doppelnutzung
CO2-Einsparung:
konnte ein exergetisch äußerst sinnvolles
ca. 100.000 kg pro Jahr (gegenüber OIB-
Temperaturniveau erreicht werden. Somit ist eine
Standardgebäude)
Beheizung der Sporthalle mit mittleren
Technologieanbieter, Planer: Vorlauftemperaturen von 28°C möglich. Bei der
Architektur: Architekten Diplomingenieure Baumgarten Warmwasserbereitung wurde auf die
Mensdorff-Pouilly, Linz Wassererwärmung im Durchlaufverfahren mit
Energie- und Haustechnikplanung: STIWA AMS GmbH, Frischwassermodulen gesetzt.
Hagenberg i. M Zur Vermeidung sommerlicher Überwärmung wurden
Heizung und Solaranlage: ÖkoFEN, Niederkappel die solaren Einträge durch ausreichende
Dachüberstände im Süden und durch motorisierte
Weiterführende Informationen und Kontakt: Jalousien im Osten und Westen minimiert. Die
STIWA AMS GmbH Jalousien werden bei hoher Einstrahlungsstärke über
Softwarepark 37, 4232 Hagenberg im Mühlkreis die zentrale Leittechnik automatisiert
Thomas Führer, thomas.fuehrer@stiwa.com heruntergefahren. Bei ausreichend kühlen
Sommernächten wird die Wärme mittels Öffnen der
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Brandrauchentlüftung im Dach und der großzügig dimensionierten Lamellenfenster im Bodenbereich abgeführt. Die
Öffnungen werden anhand von Temperaturdifferenzen und Regensensor über die zentrale Leittechnik gesteuert.
Bei den Aushubarbeiten stellte sich heraus, dass der massive Granit flächig bis an die Bodenplatte reicht. Dadurch
bot sich die Gelegenheit, kostengünstig einen sehr effizienten Flächenkollektor als Kältequelle zu realisieren. Dabei
wurde die unter der Wärmedämmung liegende Bodenplatte mit wasserführenden Rohrleitungen „thermisch
aktiviert“. Diese ist wiederum thermisch mit dem Granitmassiv verbunden. Das dadurch gewonnene Kaltwasser
wird in die Niedertemperaturheizflächen geleitet und die Halle dadurch aktiv still gekühlt.
Die Lüftung dient ausschließlich zur Versorgung mit Frischluft und zur Abfuhr der Feuchtelasten im Gebäude. Die
Luftmengen werden bedarfsgerecht über (CO2- und Feuchtefühler) gesteuert. Dadurch sind Energieeinsparungen
bis zu 80 %, im Vergleich zu zeitgesteuerten Systemen, möglich. Zur Rückgewinnung der Wärme aus der Abluft,
wurde die Lüftung mit einem Rotationswärmetauscher mit einer sensiblen Rückwärmzahl von > 80 % ausgestattet.
Die Versorgung mit elektrischer Energie erfolgt aus dem regionalen Stromnetz. Ungefähr ein Drittel der benötigten
Strommenge wird durch die, auf dem Dach befindliche 10 kWpeak Photovoltaikanlage, selbst erzeugt.
Der Schlüssel für nachhaltige Effizienz sind eine gewerkübergreifende Gebäudeautomation und ein
Energiemonitoring, welches laufend den effizienten Betrieb und Energieverbrauch sicherstellt. Die Eckpunkte der in
der Sporthalle Hagenberg realisierten Gebäudeautomatisierung sind u.a. außenhelligkeitsgeregelte Beleuchtung,
luftqualitätsgeregelte Belüftung, Beschattungssteuerung, automatisches Öffnen/Schließen einzelner Fenster, auf
Betriebskalender abgestimmtes Energie- und Betriebsverhalten und ein integriertes Energiemonitoring.
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Kletterhalle Saalfelden
Kletterhalle, Neubau, Saalfelden - Österreich
In den Jahren 2011/12 wurde in Saalfelden eine der
modernsten Kletterhallen Österreichs errichtet. Der
Turm ist fast 19 m hoch und bietet auf knapp 400 m²
Grundfläche 1.700 m² Kletter- bzw. Boulderfläche für
jährlich ca. 20.000 Kletterfans.
Mit seinem Energiekonzept stellt das Projekt ein
innovatives Beispiel für die Beheizung von Gebäuden
dieser Art dar. Die Kletterhalle mit einem
Bruttovolumen von 6.419 m³ und einem
Heizwärmebedarf in der Höhe von 46.800 kWh pro
Jahr wird ausschließlich durch die Sonne beheizt. Das
Abbildung 12: Kletterhalle Saalfelden (Quelle: Georg Kysela) erfolgt mit einer 130 m² großen thermischen
Solaranlage mit Großflächen-Flachkollektoren, die mit
Energieinnovation:
einem Neigungswinkel von 65° am Dach des
Vollsolare Beheizung
Gebäudes positioniert sind.
In Betrieb seit: 2012 Die Grundlage für die ganzjährige solare Beheizung
bietet die aktivierte Bodenplatte mit 52 cm
Anzahl Besucher pro Jahr: 20.000 Gesamtstärke. Mehr als 150 m³ Beton mit einer Masse
von 442 t dienen als Langzeitspeicher. Der
Bauherr / Betreiber: Wärmespeicher Beton bietet einerseits die Möglichkeit
Kletterhalle Saalfelden Betriebs GmbH sommerliche Energieüberschüsse in die Heizperiode
zu transferieren und hat andererseits den Vorteil im
Investitionskosten der Energieinnovation: Herbst und Winter jahreszeitenbedingte, niedrige
Umwelttechnik: € 135.000 Wärmeeinträge optimal aufzunehmen. Zur
Warmwasserversorgung des Nebengebäudes, in dem
Eckdaten Energie: sich die Duschen befinden, wurde ein 5.000 l
Wärmeverbrauch: ca. 55.000 kWh pro Jahr Pufferspeicher mit Hygiene-Frischwassermodul
CO2-Einsparung: installiert. Die Solarkollektoranlage wird während der
ca. 17.000 kg pro Jahr Heizperiode in einem extremen High-Flow-Betrieb
geführt, sodass einerseits sehr niedrige Verluste am
Technologieanbieter, Planer: Kollektorfeld produziert werden und andererseits die
sitka.kaserer.architekten ZT GmbH, Saalfelden niedrigen Rücklauftemperaturen aus dem
Kuster Energielösungen GmbH, Anif Betonspeicher zu einem besonders hohen
Heizungstechnik Wilhelm Brugger, Hallwang Wirkungsgrad führen.
Als besonders innovativ stellt sich die ganzjährige
Weiterführende Informationen und Kontakt: vollsolare Beheizung der Kletterhalle Saalfelden dar,
Kuster Energielösungen GmbH wenn man berücksichtigt, dass Saalfelden auf einer
Hellbrunnerstraße 41, 5081 Anif Seehöhe von 740 m liegt und eine Anzahl von 4333
www.kuster.co.at Heizgradtagen aufweist.
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Kletterzentrum Innsbruck
Kletterhalle, Neubau, Innsbruck
Die 2017 neu eröffnete Kletterhalle wurde mit
Passivhauskomponenten errichtet. Der spezifische
Heizwärmebedarf am Standort liegt bei 23 kWh/m²
und Jahr. Die komplette Halle steht auf 16 cm XPS
Platten mit einem U-Wert von 0,16 W/(m²K). Die
Außenwände erreichen mit einer Dämmung von 22
cm einen U-Wert von 0,13 W/(m²K). Das Dach der
Halle wurde mit einer 20 cm starken druckfesten
Mineralwolle (auf KLH Holzplatte) gedämmt, es liegt
hier ein U-Wert von 0,13 W/(m²K) vor. Die Fenster
weisen einen durchschnittlichen U-Wert von
0,85 W/(m²K) auf.
Für die umweltverträgliche Warmwasserbereitung
Abbildung 13: Kletterzentrum Innsbruck (Quelle: IIG) wurden 150 m² Solarkollektoren am Dach montiert,
Energieinnovation: die einen Pufferspeicher mit 10.000 Liter beladen.
Gebäudehülle mit Passivhaus Komponenten, Die energetische Grundversorgung erfolgt über die
hochmoderne Lüftungsanlage, 150 m² Solarthermie- Fernwärme der IKB/Tigas Innsbruck. Die Fernwärme
Anlage mit 10.000 Liter Pufferspeicher, LED Beleuchtung. hat einen 70%-igen Anteil an Abwärmenutzung.
Die Belüftung der Kletterhalle erfolgt über ein
Thermische Simulation des Gebäudes,
Lüftungsgerät mit einem maximal möglichen
Strömungssimulation der Lüftungsanlage.
Luftvolumenstrom von 27.000 m³/h. Der
Wärmerückgewinnungsgrad des Lüftungsgeräts liegt
In Betrieb seit: 2017
bei >75%.
Anzahl Besucher pro Jahr: noch keine Angaben Das thermische Verhalten und die
Strömungsverhältnisse der Lüftungs- und
Betreiber: Alpenverein Kletterzentrum Innsbruck GmbH Heizungsanlage wurden im Planungsstadium mittels
Errichtung: Innsbrucker Immobilien GmbH&CoKG Simulation überprüft und eingearbeitet. Besonderes
Augenmerk wurde auf die Temperaturverteilung und
Eckdaten Energie: Temperaturschichtung (Heizung durch
Wärmeverbrauch: ca. 50.000 kWh pro Jahr (Heizung) Lüftungsanlage) in der Halle gelegt. Aus der
Simulation konnte abgeleitet werden, dass sich die
CO2-Einsparung:
Architektur hervorragend eignet, die während des
ca. 87.000 kg pro Jahr
Tages anfallende Wärme mittels Nachtlüftung
Technologieanbieter, Planer: abzutransportieren. Die Kletterwände bieten zudem
Haustechnik: Stiefmüller Hohenauer&Partner eine gute speicherwirksame Masse, die nachts
Elektroplanung: Technisches Büro Obwieser vorgekühlt werden kann.
Lichtplanung: Ragg Christian Die Strömungssimulation ergab, dass sowohl im
Thermische Gebäudesimulation und Volllastbetrieb als auch im Teillastbetrieb es zu einer
Strömungssimulation: Ingenieurbüro P. Jung guten Durchmischung der Luftschichten kommt. Es
werden keine Hitzestauungen auftreten und keine
Weiterführende Informationen und Kontakt: unangenehmen Luftgeschwindigkeiten vorherrschen,
Innsbrucker Immobilien GmbH & CoKG die zu unangenehmen Zugerscheinungen führen.
6020 Innsbruck, Rossaugasse 4
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Aqua Nova
Hallenbad, Sanierung, Wiener Neustadt - Österreich
Im Rahmen eines Energiespar-Contractings
wurden im Sommer 2013 die haustechnischen
Anlagen des Hallenbades Aqua Nova in Wiener
Neustadt umfassend optimiert.
Die umgesetzten Maßnahmen umfassen:
• Erneuerung der Filtertechnik und
Wasseraufbereitung
• Erneuerung der Regelungstechnik
• Umbau und Trennung von
Wasserkreisläufen
• Einbau neuer und Optimierung
Abbildung 14: Außenansicht Hallenbad (Quelle: IFP – Immobilien
Freizeit Parken
bestehender
Wärmerückgewinnungsanlagen
Energieinnovation:
Energiespar-Contracting • Optimierung der Lüftungsanlagen
• Aufbau von Frequenzumformern bei
In Betrieb seit (nach Sanierung): 2013 Pumpen und den Zu- und Abluft-
ventilatoren der Lüftungsanlagen
Anzahl Besucher pro Jahr: 297.000
• Umstellung der gesamten Beleuchtung auf
Bauherr / Betreiber: LED-Leuchten (850 Leuchten)
IFP-Immobilien Freizeit Parken - Wiener Neustadt GmbH • In Teilbereichen Beleuchtungssteuerung
mittels Anwesenheits- und
Investitionskosten der Energieinnovation: € 1.450.000
Helligkeitssensoren, Zonensteuerung
Eckdaten Energie:
Garantierte Energieeinsparung: Durch die Maßnahmen konnte eine
Strom: 323.850 kWh pro Jahr Gesamtenergieeinsparung von 32% realisiert
Wärme: 2.045.000 kWh pro Jahr werden, was einer Energiekostenreduktion von
€ 214.000 jährlich entspricht.
Wassereinsparung: 35.540 m³ pro Jahr
Garantierte jährliche Energiekostenreduktion: € 214.000 Eine große Herausforderung in diesem Projekt war
die kurze Umbauphase. Die gesamte Umsetzung
CO2-Einsparung:
erfolgte während des laufenden Betriebes bzw. im
ca. 220.000 kg pro Jahr
Zuge der jährlichen Revision. Als technisch
anspruchsvoll stellte sich außerdem die
Technologieanbieter, Planer:
Feinabstimmung der Lüftungsanlage heraus.
Beratung und Ausschreibung: Grazer Energieagentur
Aufgrund der Gegebenheiten im Schwimmbad, war
GmbH, Graz
dies eine nicht zu unterschätzende
Umsetzung: GWT Contracting GmbH, Sollenau
Herausforderung. Bei zukünftigen ähnlichen
Weiterführende Informationen und Kontakt: Projekten sollte hierauf besonderes Augenmerk
DI Gerhard Bucar, Grazer Energieagentur gelegt werden.
Tel.: +43 (0)316/811848-13, E-Mail: bucar@grazer-ea.at
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Wellnessoase Hummelhof
Schwimmbad, Sanierung, Linz - Österreich
In der Wellnessoase Hummelhof wurde ein
Abwasserwärmerückgewinnungssystem der Firma
Rain-o-Tec für die Badewasserkreisläufe installiert.
Bei der permanenten Beckenwasserzirkulation saugen
Pumpen das Wasser an, welches durch einen Filter
gereinigt wird. Danach wird das gereinigte und gechlorte
Wasser in das Schwimmbecken geschickt. Von dort läuft
das Wasser über die beckenumlaufende Überlaufrinne in
einen Ausgleichsbehälter zurück und die Wasserpumpen
saugen von dort das Wasser wieder an und der Kreislauf
beginnt erneut.
Pro Badegast müssen jedoch täglich mindestens 30 Liter
Frischwasser diesem Zyklus zugeführt werden. Ebenso
muss der Filter in regelmäßigen Abständen durch
Rückspülen gereinigt werden. Alle diese Wässer, die dem
Kreislauf zugeführt werden, führen zu einem Überschuss
Abbildung 15: „Wärmetower“ im Rückhaltebecken (Quelle: Dieter an Beckenwasser. Dieses überschüssige Wasser wird
Klammer) normalerweise direkt in den Kanal eingeleitet.
Energieinnovation: Bei der Abwasserwärmerückgewinnung im
Abwasserwärmerückgewinnung Hummelhofbad gelangt dieses Wasser jedoch zuerst in
ein Rückhaltebecken, in welchem die Wärme des
In Betrieb seit: 2012 Abwassers zurückgewonnen wird und zur Vorwärmung
des zugeführten Frischwassers genutzt wird.
Betreiber: Um eine kontinuierliche Wärmerückgewinnung zu
LINZ AG Bäder gewährleisten, muss für einen möglichst konstanten
Durchfluss gesorgt werden. Hierbei spielt die Erfahrung
Investitionskosten der Energieinnovation:
des technischen Betreibers im Umgang mit diesem
€ 83.000 System eine wichtige Rolle.
Das besonders Anspruchsvolle an einer
Eckdaten Energie:
Abwasserwärmerückgewinnung ist, dass diese Wässer
Einsparung Wärme: 200.000 kWh pro Jahr
teilweise extrem verschmutzt sind und somit jeder
CO2-Einsparung: Standardwärmetauscher versagen würde. In diesem
ca. 48.000 kg pro Jahr Wärmerückgewinnungssystem wird daher ein
Glattrohrwärmetauscher eingesetzt (siehe Abbildung).
Technologieanbieter, Planer: Um eine Verschmutzung dieses Wärmetauschers und
RAIN-O-TEC, A-3664 Martinsberg damit einen Effizienzverlust zu vermeiden, werden die
Weiterführende Informationen und Kontakt: Rohre einmal täglich automatisch durch einen Schieber
LINZ AG Bäder gereinigt.
A-4021 Linz, Wiener Straße 151 Um eine erfolgreiche Abwasserwärmerückgewinnung zu
Hr. Dieter Klammer ermöglichen, spielen einerseits die baulichen
d.klammer@linzag.at Gegebenheiten wie die Größe des Ausgleichs- und
Rückspülbeckens und andererseits die Erfahrung des
technischen Personals eine bedeutende Rolle.
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Florian Berndl Bad
Schwimmbad, Sanierung, Korneuburg-Bisamberg - Österreich
Das Florian Berndl Bad ist ein Hallen- und Freibad der
Gemeinden Korneuburg und Bisamberg. Das 1976
errichtete Hallenbad musste 2008 aufgrund von
Schäden an tragenden Betonbauteilen gesperrt
werden.
Zur Diskussion standen damals der Abriss, der
vermutlich das Ende dieses Standortes bedeutet
hätte, oder eine umfassende Generalsanierung. Unter
Leitung des Architekten Werner Zita wurde ein
detailliertes Sanierungskonzept erarbeitet. Eine von
Herrn DI Dr. Schütz erstellte Studie zeigte einen
Abbildung 16: Florian Berndl Bad (Quelle: Hannes Zita)
Katalog begleitender energetischer Maßnahmen und
deren Verhältnis zu den Errichtungs- und
Energieinnovation:
Betriebskosten. Gemäß dem Baualter waren die
Generalsanierung
haustechnischen Anlagen abgelebt, sodass
Sanierung der thermischen Gebäudehülle
entsprechend den heutigen Zielvorstellungen eine
Umfangreiches Energie-Monitoring
energieeffiziente Haustechnik bis hin zu einer
Solarthermie
Solarthermieanlage (1.300 m² Absorbermatten)
geplant werden konnte. Durch die neue Gestaltung
In Betrieb seit: 1976 / saniert 2010 bis 2012
der baulichen Hülle mit einem zeitgemäßen
Anzahl Besucher pro Jahr: 85.000 Fassadendesign und einem integriertem Wärmeschutz
2
sank der Heizwärmebedarf von 383 kWh/m a auf
2
Bauherr / Betreiber: 70 kWh/m a, was einer Reduktion um 82% entspricht.
Frei-und Hallenbad Korneuburg-Bisamberg In den Jahren nach der Sanierung war der
BetriebsgmbH Fernwärmeverbrauch, der seit 2016 durch das
Biomasseheizwerk Korneuburg erfolgt, um 55%
Investitionskosten der Sanierung: geringer als vor der Sanierung.
€ 6.200.000 Der Stromverbrauch blieb trotz erhöhter
Anschlussleistung und den höheren Anforderungen
Eckdaten Energie: der Bäderhygiene (z.B. höherer Stromverbrauch durch
Stromverbrauch: ca. 1.950.000 kWh pro Jahr höhere Pumpenleistung für die Bewegung des
Wärmeverbrauch (Biomasse-Fernwärme): Wassers über Filteranlagen) in ähnlicher
ca. 2.000.000 kWh pro Jahr Größenordnung wie vor der Sanierung. Dem
gegenüber stehen Ersparnisse bei den jährlichen
Fassadenanbieter:
Heizkosten von mehr als € 200.000.
Pasteiner GmbH, Tiroler Straße 6,
Erwähnenswert ist das Energie-Monitoring System,
A-3105 St.Pölten - Unterradlberg
welches den Nutzen hat den Betrieb energietechnisch
zu überwachen und zu kontrollieren. Dabei werden
Weiterführende Informationen und Kontakt:
täglich alle Wärme-, Strom- und Wasserzähler erfasst
Architekt Dipl. Ing. Werner Zita
und die Verbräuche ausgewertet. Dadurch konnten
Korneuburger Str. 14, 2103 Langenzersdorf
seit Betriebsbeginn weitere Einsparungen erreicht
Tel: 02244 42700
werden.
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