Abtauchen - nach all den vielen Erlebnissen und Eindrücken aus dem vergangen Schuljahr

Die Seite wird erstellt Hugo Dietz
 
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27. Jahrgang · Nr. 3 · Juli 2014

  Mitteilungen des Liechtensteinischen Gymnasiums LG,
  des Gymnasiallehrervereins GLV und der Elternvereinigung EVLG

Abtauchen – nach all den vielen Erlebnissen und Eindrücken
aus dem vergangen Schuljahr
Editorial

                                               Liebe Leserinnen und Leser!

                                               Erst einmal abtauchen – nach all den vielen Erlebnissen, Aktionen,
    Titelfoto: LG-Bildarchiv Martin Walch
                                               Schulaufgaben, Veranstaltungen, Informationen und Eindrücken aus dem
                                               vergangen Schuljahr.

                                               Und dann wieder auftauchen – mit neuer Energie und Wünschen für
                                               die Zukunft. Das gilt für die gesamte Schulfamilie, v.a. aber wohl für die
                                               Maturantinnen und Maturanten, die 2014 ihr Reifezeugnis erhalten
                                               haben. Herzlichen Glückwunsch auch von unserer Seite zur bestandenen
                                               Matura! Auch von ihnen werden einige sicherlich zunächst abtauchen,
    Inhaltsverzeichnis
                                               neue Wege suchen im Zwischenjahr, im Studium, bei einer Ausbildung
          Schulintern
                                               oder sonst irgendwo – abseits der Schule, vielleicht weg aus Liechten-
      3 Über den bilingualen Unterricht
                                               stein. Aber viele werden bestimmt auch wieder auftauchen, an der
          Ein Fach stellt sich vor
                                               Schule bei öffentlichen Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Musik-
      4 Ethik
                                               abenden oder Vorträgen, in Liechtenstein während der Semesterferien
          Rückblick
                                               oder (später) für immer.
      6 SCHILF 2014 – «Man kann nicht
          nicht lernen»
                                               Wir haben mit tatkräftiger Unterstützung der Autorinnen und Autoren
      8 Matura heisst: Studierfähigkeit
          und «vertiefte Gesellschaftsreife»   der verschiedenen Artikel einen exemplarischen Überblick über die
      9 Mega Memory Day                        Aktivitäten des letzten Abschnitts des Schuljahres zusammengestellt.
    10 Architekturtag                          Vielleicht eben auch als Anreiz, um mit frischem Wind und neuer Kraft
    11 Frauenbusinesstag – Schülerinnen
                                               wieder aufzutauchen in der vielfältigen Welt des LG.
          lernen «Netzwerken»
    12 Comenius-Projekt
                                               Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die uns geholfen haben – Sie,
    14 Ein Jahr «GYMI FOR CHANGE»
    17 Italienisches Menü mit Schweizer
                                               liebe Leserinnen und Leser – über das Schulleben auf dem Laufenden
          Vorspeise                            zu halten und natürlich an alle, die das LG so bunt gestalten.
    18 Soirée musicale
    19 SHOWTIME 2014                           Wir wünschen Ihnen einen erholsamen und angenehmen Sommer.
    20 Broadway-Atmosphäre in der Aula         Auch wir tauchen ab, freuen uns aber schon jetzt, mit der nächsten
          Hinter den Kulissen                  Ausgabe im neuen Schuljahr wieder aufzutauchen und verbleiben
    22 NoFaLG – Damit das Richtige             bis dahin mit freundlichen Grüssen
          passiert, wenn etwas passiert
                                               Andrea Kühbacher und Anton Stelzer
          Buchtipps
    23 Büchersommer

          Letzte Seite
    24 Gymnasium unter Wasser

2   LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]
Schulintern

«Ich würde mich wieder für den bilingualen
Unterricht entscheiden»

In diesem Jahr maturiert am                    die mit der Wahl verbunden war. Den Ent-
Liechtensteinischen Gymnasium                  scheid erleichtert haben für drei Viertel der
zum ersten Mal eine bilinguale                 Schülerinnen und Schüler gute bis sehr gute
Klasse mit 16 Schülerinnen und                 schulische Leistungen. Für 40 % war auch
Schülern. Der bilinguale Unterricht            wichtig, dass der Kollege oder die Kollegin
am Liechtensteinischen Gymnasium               sich ebenfalls für den bilingualen Unterricht
wurde im Schuljahr 2010 / 2011 für             entschieden hat.
eine Dauer von fünf Jahren als
Schulversuch eingeführt.                       Den Entscheid erschwert hat für die
                                               16 Schülerinnen und Schüler die einge-
Bilingualer Unterricht als                     schränkte Profilwahl, die Unsicherheit
Schulversuch                                   wegen Englisch als Unterrichtssprache und        Helmut Konrad, Abteilungsleiter Mittel-
Im Rahmen des Schulversuches wurde die         wegen der Noten in den bilingualen Fächern       und Hochschulwesen (Foto: LG-Bildarchiv)
Führung einer Klasse in den Profilen Lingua    (je 20 %).
und Neue Sprachen bewilligt. Hier wird                                                          Schülerinnen und Schüler haben die einge-
Englisch als Unterrichtssprache in den         Allgemein gute Erfahrungen                       schränkte Profilwahl (Lingua und Neue
Fächern Mathematik und Geografie einge-        Die Rückmeldung der Schülerinnen und             Sprachen) als Grund genannt, warum sie
setzt. Zwischenzeitlich wurde der bilinguale   Schüler, die sich für den bilingualen Unter-     sich nicht für den bilingualen Unterricht
Unterricht auf das Fach Wirtschaft und         richt entschieden haben, ist sehr positiv.       entschieden haben. Weitere oft genannte
Recht in der 7. Klasse ausgeweitet. Für die    Mit einer Ausnahme würden sich alle wieder       Gründe (> 25 %) waren die Unsicherheit
Zulassung in die bilinguale Klasse müssen      so entscheiden. Die Schülerinnen und             bzgl. der Unterrichtssprache Englisch sowie
Schülerinnen und Schüler bestimmte An-         Schüler konnten dem bilingualen Unterricht       der Note in den bilingualen Fächern. Rück-
forderungen und Voraussetzungen erfüllen.      von Anfang an gut folgen, das Niveau der         blickend würden sich 30 % der Schülerinnen
                                               Unterrichtssprache war für 80 % der Be-          und Schüler für den bilingualen Unterricht
Am Ende des Schuljahres 2014 /2015 soll        fragten angemessen. Drei Viertel schätzen        entscheiden, wenn sie nochmals vor dieser
nach zwei abgeschlossenen Maturajahr-          ihre Sprachkompetenz in Englisch aufgrund        Wahl stünden.
gängen der Schulversuch evaluiert und im       des bilingualen Unterrichts allgemein als
positiven Fall rechtlich verankert werden.     besser ein, auch wenn sich nur bei einem         Ausblick
Als Grundlage für die Evaluation wurde         Drittel die Englischnote verbessert hat.         Diese Umfrage zum bilingualen Unterricht
bei allen diesjährigen Maturaklassen eine                                                       wird in einem Jahr mit den nächstjährigen
Umfrage zum bilingualen Unterricht durch-      Alle Schülerinnen und Schüler, die sich für      Maturaklassen sowie den nächstjährigen
geführt.                                       das Angebot entschieden haben, sind der          6. Klassen wiederholt. Das ergibt dann in
                                               Auffassung, dass der bilinguale Unterricht       der Summe ein breiter abgestütztes Bild
Gründe für die Wahl des bilingualen            weitergeführt werden sollte, für zwei Drittel    über den Schulversuch. Einbezogen in die
Angebots                                       sollte das Angebot auf weitere Fächer            Evaluation werden dann auch die Lehr-
Gründe, weshalb sich Schülerinnen und          ausgedehnt werden.                               personen, die ihr Fach immersiv unterrichtet
Schüler für den bilingualen Unterricht ent-                                                     haben. All diese Rückmeldungen werden
schieden haben, waren vor allem die Ver-       Gründe für die Nichtwahl des                     Grundlage für einen Bericht des Schulamtes
besserung der Sprachkompetenz in Englisch      bilingualen Angebots                             an die Regierung sein, die dann über die
durch das Erlernen der Sprache in einem        Von den Schülerinnen und Schülern, die den       rechtliche Verankerung des Schulversuchs
angewandten Zusammenhang, erhoffte             bilingualen Unterricht nicht gewählt haben,      zu entscheiden hat.
Vorteile für später (Studium und Beruf)        hat sich die Hälfte für das Angebot grund-
sowie die persönliche Herausforderung,         sätzlich interessiert. Mehr als die Hälfte der   Helmut Konrad, Schulamt

                                                                                                                  LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]   3
Ein Fach stellt sich vor

                                         Ethik: Es ist das Leben selbst,
                                         das die Themen vorgibt

    «Was soll ich tun?» – Mit dieser
    Titel-Frage umschrieb Kant vor
    mehr als 200 Jahren, worum es im
    Fach Ethik bzw. Moralphilosophie
    geht. Er meint damit nicht die
    Frage, die vielfach aus Langeweile
    auf Facebook gestellt wird,
    sondern: Was ist «das Richtige»,
    das zu tun ist?

                                                                                                                  Foto: st-ktf.univie.ac.at

                                         Das griechische Wort «ethike» bedeutet          betrieben heute abzuhelfen, das erklärt
                                         wie das lateinische «mos» (Moral) eigentlich    die zahlreichen Bücher und Artikel, Radio-
                                         Gewohnheit, Sitte, Brauch. Die Beschäftigung    und Fernsehsendungen zum Thema –
                                         damit ist aber gerade zu diesem Zeitpunkt       davon brummt das Internet.
                                         aktuell geworden, als die Menschen sich
                                         nicht mehr einfach auf ihre Traditionen ver-    Und diesem Bedürfnis versuchen wir am
                                         lassen konnten. Das war spätestens seit         LG mit einem Jahr Ethik-Unterricht auf der
                                         Sokrates der Fall, der den Menschen und         5. Stufe mit zwei Wochenstunden entgegen-
                                         das für diesen angemessene, gute Leben ins      zukommen. «Lassen sich Notlügen recht-
                                         Zentrum seiner Unter suchungen rückte.          fertigen?» «Müssen wir beim Ressourcen-
                                                                                         verbrauch auf kommende Generationen
                                         Und das ist erst recht der Fall in unserer      Rücksicht nehmen?» «Was ist eine gerechte
                                         Moderne, die alles Hergebrachte auflöst, die    Lehrperson?» «Was bedeutet es für mich,
                                         Gewissheit der Religionen in Frage stellt,      glücklich zu sein?» «Darf man peinliche Fotos
                                         viele Menschen auf dem Planeten durch-          anderer Menschen veröffentlichen?»
                                         einanderwirbelt, jeden Tag neue Heraus-
                                         forderungen stellt. Und uns mit unseren         Das Fach Ethik soll unseren Schülerinnen
                                         Orientierungsbedürfnissen allein lässt. Dem     und Schülern helfen, solche und andere
                                         versuchen die vielen Ethik-Kommissionen         Fragen zu beantworten.
                                         in staatlichen Institutionen und Wirtschafts-

4   LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]
Orientierung an Werten und                       handeln können. Das beabsichtigen die          Medizinethik, Umweltethik, Wirtschaftsethik,
Normen                                           Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern       Medienethik etc. – Es ist das Leben selbst,
Ethik lehrt nicht den Umgang mit Fakten,         selbst natürlich auch – aber ein eigenes       das die Themen vorgibt.
sondern die Orientierung an Werten und           Unterrichtsgefäss kann gezielt und syste-
Normen. «Der Ethik-Unterricht schult die         matisch Situationen simulieren, in denen       Konrad Kindle
Fähigkeit, unter selbstkritischem Gebrauch       ethische Entscheidungen eingeübt, getroffen
der Vernunft über all das nachzudenken,          und begründet werden.                          Ethik unterrichten derzeit: Renate Gebele,
was uns persönlich, den Institutionen und                                                       Stefan Hirschlehner, Andrea Kühbacher,
Gemeinschaften als wert oder unwert, als         Die Dialoggemeinschaft der Klasse              Holger Marxer und Konrad Kindle.
relevant oder irrelevant gilt und erscheint.     In der Dialoggemeinschaft der Klasse wird
Er lehrt die Folgen zu bedenken, die sich        gelernt, dass nicht nur die eigenen Ideen
aus unseren Wertsetzungen für unser Tun          zählen, dass diese noch tiefer reflektiert,
und Lassen ergeben (…) Die Schüler               noch deutlicher formuliert werden können,
sollen für ihr weiteres Leben befähigt und       dass man Konsens finden und Meinungs-
willens werden, im Rahmen ihrer Möglich-         verschiedenheiten aushalten kann – und
keiten dazu beizutragen, das Leid in dieser      all das schärft die Sozialkompetenz. Damit
Welt zu reduzieren» – so steht es im             leistet der Ethik-Unterricht einen wichtigen
Lehrplan.                                        Beitrag zum Ziel des Gymnasiums: der              Literaturhinweise

                                                 Maturität als «Reife». Der Schweizer              Werfen Sie einen Blick in unser
Die Antworten, die die Ethik dazu liefert,       Bildungsforscher Franz Eberle bezeichnet          Schulbuch: «Ethik aktuell» von
sind die Ansichten und Vorschläge der            als zweiten Hauptzweck des Gymnasiums             Peters und Rolf aus dem
bedeutendsten Denker der Menschheits-            neben der Studierfähigkeit die «vertiefte         C.C.Buchner Verlag.
geschichte. Diese dürfen nicht als fixe          Gesellschaftsreife», worunter er die Vor-
                                                                                                   Für Jugendliche und Junggebliebene:
Meinungen und starre Dogmen aufgefasst           bereitung der Schüler auf anspruchsvolle
                                                                                                   «Tu was du willst» von Ernesto
werden, sondern als Anleitungen und              Aufgaben in der Gesellschaft versteht.
                                                                                                   Savater oder «Die Kunst, kein Egoist
Ermutigungen zum eigenen Vernunftge-
                                                                                                   zu sein» von Richard D. Precht.
brauch. Der Ethik-Unterricht will nicht          Was wird im Unterricht behandelt?
«moralisieren», heisere Stimmen und rote         Zum Beispiel die wichtigsten ethischen            Weiterführend: «Einführung in die
Köpfe erzeugen, auch keine Gesinnungen           Theorien: Die Tugendethik, die davon aus-         Ethik» von Annemarie Pieper und
eintrichtern. Er bleibt jedoch auch nicht        geht, dass vorgegebene Werte, Haltungen           das «Lexikon der Ethik» von
bei einem billigen Relativismus stehen à la      unser Verhalten bestimmen sollten. Bekannt        Otfried Höffe.
«Das muss jeder selbst wissen». Richtig          sind die vier Kardinaltugenden Klugheit,
daran ist: Entscheiden und verantworten –        Mut, Gerechtigkeit und Masshalten. Der            Das an grösseren Zeitungskiosken

das muss jeder, jede selbst.                     Utilitarismus, der sagt, man soll sich daran      erhältliche, anschaulich gemachte

                                                 orientieren, welche Folgen unsere Hand-           «Philosophie Magazin» enthält auch

Ethik-Unterricht kann uns nicht zwingend         lungen haben: Nutzen oder Schaden. Die            immer wieder Beiträge zur Ethik.

zu «guten Menschen» machen, wohl aber            Pflichtethik, die von unseren vernünftigen        Im Internet: Justice with Michael
haben wir Unterrichtende die Hoffnung, dass      Motiven ausgeht; hier lauert der berühmte         Sandel, Harvard University.
er das Gewissen schärft, die Urteilsfähigkeit,   kategorische Imperativ.                           Amüsante Vorlesungsreihe zum
die Rücksichtnahme und das Engagement                                                              Thema Ethik. www.youtube.com
fördert und dazu beiträgt, dass die Jugend-      Diese und andere theoretischen Ansätze            A   Justice with Michael Sandel
lichen in Konfliktsituationen Entscheidungs-     lassen sich in zahlreichen Bereichen der
möglichkeiten durchdenken und moralisch          Angewandten Ethik sodann überprüfen:

                                                                                                                 LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]   5
Rückblick

                                                 SCHILF 2014 –
                                                 «Man kann nicht nicht lernen»

    Im Gespräch mit Referent Dr. Heinz Brunner   In der zweitägigen schulinternen                Evaluation des Unterrichts und damit die
    Fotos: LG-Bilarchiv Eugen Nägele             Fortbildung vom 16. und 17. April               Gestaltung des Unterrichts naturgemäss
                                                 beschäftigte sich das Kollegium des             einen besonderen Stellenwert ein. Die
                                                 LG im Rahmen der Unterrichts-                   diesjährige schulinterne Fortbildung am LG
                                                 entwicklung schwerpunktmässig                   war also als Vertiefung im Rahmen dieses
                                                 mit SOL, d.h. selbst organisiertem              Prozesses zu sehen.
                                                 Lernen.
                                                                                                 Brunner nahm die einleitenden Worte des
                                                 «Das Hirn lernt das, was es selbst              Rektors gerne auf und wies seinerseits auf
                                                 lernen will»                                    die Bedeutung von SOL hin: In der Balance
                                                 Das ist eine der Hauptaussagen des Refe-        von Konstruktion und Instruktion liege
                                                 renten Dr. Heinz Brunner in seinem Ein-         nach Meinung der aktuellen Unterrichts-
                                                 gangsreferat zum Thema SOL. Dr. Brunner         forschung das Geheimnis eines erfolgreichen
                                                 ist u.a. Referent in der Lehrpersonen-Weiter-   Unterrichts. SOL könne hierzu einen grossen
                                                 bildung an der Universität Zürich und der       Beitrag leisten, da das Hirn eben das lerne,
                                                 PH Bern. In seinem anschaulich gestalteten      was es selbst lernen wolle – es konstruiere
                                                 Vortrag erläuterte er theoretische und          sich also immer selbst die eigene Wirklich-
                                                 praktische Grundlagen zur Umsetzung             keit und Wahrheit. Das bedeute aber nicht,
                                                 von SOL.                                        dass die Lehrpersonen im Lernprozess
                                                                                                 überflüssig werden würden – im Gegenteil.
                                                 In seiner Begrüssung betonte Rektor Eugen       Die Lehrpersonen seien gefordert als
                                                 Nägele die Bedeutung der intensiven             «Regisseure»,
                                                 Beschäftigung mit innovativen Unterrichts-      – die günstige Lernumgebungen mit
                                                 formen. Im Rahmen des Evaluationspro-             angemessenen Arbeitsaufträgen gestalten,
                                                 zesses der gesamten Schule nehmen die

6   LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]
Gemeinsames Erarbeiten –
                                                                                             Mitglieder der Fachschaft Englisch

– das selbstständige Lernen im Rahmen            Die Lehrpersonen, die nicht an diesen
  von Lerncoaching begleiten,                    Workshops teilnahmen, beschäftigten sich
– zur Lernprozessreflexion anleiten              selbstständig mit SOL und erarbeiteten
– und Leistungen schliesslich beurteilen.        in Teams Unterrichtseinheiten, die dem
                                                 Anspruch dieser Unterrichtsform im
Die Lehrpersonen seien also dafür zuständig,     besonderen Masse gerecht werden können.
das Gehirn möglichst dazu zu bringen, etwas      Die Arbeit wurde in diesem Sinne am
Sinnvolles lernen zu wollen.                     zweiten Tag der schulinternen Lehrerfort-
                                                 bildung fortgesetzt.
Im Laufe des Vortrags und der anschliessen-
den Diskussion zeigte sich, dass viele Aspekte   Anton Stelzer
von SOL bereits Eingang in den Unterricht
am LG gefunden haben: angefangen von
bestimmten Arbeitsaufträgen in einzelnen
Lektionen über Projekte im Rahmen des
Unterrichts bis hin zur Projektwoche und
nicht zuletzt natürlich die Begleitung der
Facharbeiten.

In weiteren Workshops informierte Brunner
die anwesenden Lehrpersonen über
spezielle Themen zu SOL. Im Zentrum
der vier Wahlangebote standen die Fragen,
wie man als Lehrperson das Lernen starten,
begleiten, reflektieren und beurteilen kann.

                                                                                                              LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]   7
Rückblick

                                                  Matura heisst: Studierfähigkeit und
                                                  «vertiefte Gesellschaftsreife»

                                                  Zu diesem Schluss kam Prof. Dr.                 dringlich vor Zulassungsprüfungen an den
                                                  Franz Eberle (Universität Zürich)               Universitäten, denn diese hätten zur Folge,
                                                  bei seinem Vortrag «Aktuelle Heraus-            dass die Gymnasien sich – auf Kosten des
                                                  forderungen an das Gymnasium»                   Vermittelns von breitem Allgemeinwissen –
                                                  anlässlich der Lehrerinnen und Lehrer-          zu fachspezifisch ausrichteten. Die Matura
                                                  konferenz des Liechtensteinischen               muss nicht härter werden. Viel wichtiger ist
                                                  Gymnasiums im Frühjahr 2014.                    es, dass Maturanden neben der Vorbereitung
                                                                                                  auf eine Studierfähigkeit auch lernen, sich mit
                                                  Das Gymnasium ist immer wieder                  gesellschaftlichen Problemen auseinanderzu-
                                                  zu begründen                                    setzen. Fachspezifisches Wissen und Können
                                                  Eberle begann mit einem provokantem             soll nur dann vorausgesetzt werden dürfen,
                                                  Statement: «Absolventen von Fachuni-            wenn es dem Ziel der vertieften Gesell-
                                                  versitäten sollen keine Fachidioten sein. –     schaftsreife nicht nur dient, sondern für
    Franz Eberle plädiert für eine vertiefte      Wo lernen sie das? Im Gymnasium!»               dieses auch notwendig ist. Nur so könne
    Gesellschaftsreife.                                                                           später ein verantwortungsvoller Manager
    (Foto: LG-Bildarchiv Eugen Nägele)            Das Gymnasium heute muss garantieren,           auch die ethischen oder nichtökonomischen
                                                  dass seine Absolventen über eine Studierfä-     Aspekte seiner Entscheidungen abschätzen
                                                  higkeit verfügen. Die Frage ist aber, für       können.
                                                  welches Fach sollten sie studierfähig sein?
                                                  Weil mit der Matura die Zutrittsberechti-       Trotz guter Vorbereitung – die kalte
                                                  gung für alle Studienfächer verliehen wird,     Dusche kommt
                                                  sollte Maturanten – konsequent gedacht –        Es bleibt für Eberle daher nur ein Weg, um
                                                  dazu befähigt sein, jedes Studium erfolgreich   die allgemeine Studierfähigkeit für alle zu
                                                  aufzunehmen. Damit aber nicht genug: Im         verbessern. In Zukunft sollte es zumindest
                                                  Gymnasium müssen die Schülerinnen und           bei überfachlichen Studierkompetenzen –
                                                  Schüler nicht nur die Studierfähigkeit          wie zum Beispiel Zeitmanagement oder SOL
        Zur Person                                erwerben, sondern auch lernen, anspruchs-       (Selbstorganisiertes Lernen) – sowie bei
        Franz Eberle ist ordentlicher Professor   volle Aufgaben in der Gesellschaft zu           zentralen Fachkompetenzen keine Lücken
        für Gymnasialpädagogik und Direktor       übernehmen. Eberle nennt dies die Förde-        mehr geben dürfen. Konkret meint er
        der Abteilung Lehrerinnen- und            rung einer «vertieften Gesellschaftsreife».     damit die Erstsprache, Englisch, Mathematik
        Lehrerbildung Maturitätsschulen des                                                       und Informatik-Anwendung. In diesem Zu-
        Instituts für Erziehungswissenschaft      Nicht härter, sondern besser werden             sammenhang müsste aber auch über die
        der Uni Zürich. Eberle war Leiter         Wie viel Geschichtskenntnisse verlangt          Möglichkeit, schlechte Noten kompensieren
        der Evamar-II-Studie und ist Mitglied     die Universität für ein Geschichtsstudium,      zu können, nachgedacht werden. Ganz
        der Schweizerischen Maturitäts-           wie viel Geografiewissen für ein Geografie-     pragmatisch tröstet Eberle am Schluss die
        kommission. In dem 2013 erschiene-        studium? Wenn jedes Studienfach seine           Zuhörer: Bei noch so guter Vorbereitung
        nen Buch «Bildung am Gymnasium»           Spezialvoraussetzungen haben will, besteht      durch die Schule, die kalte Dusche am
        beschreibt Eberle die Ziele und           die Gefahr überfrachteter Lehrpläne im          Studienbeginn lasse sich nicht vermeiden.
        Ausgestaltung des Gymnasiums am           Gymnasium. So wäre die Forderung nach           Da müsse jede Studentin, jeder Student
        Beispiel Schweiz und gibt einen           mehr Eingangswissen in Chemie fraglich,         durch, denn Universität und Gymnasium
        Überblick über die Diskussion der         wenn dieses nur der Entlastung des Chemie-      sind nicht dasselbe.
        letzten Jahre.                            studiums dienen würde, nicht aber für das
                                                  Verständnis nötig wäre. Eberle warnte ein-      Andrea Kühbacher

8   LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]
Mega Memory Day: Wo bleibt der Trick?

«Lernen lernen» war das Thema
der Vorträge von Gregor Staub,
die er im März in der Aula des
Liechtensteinischen Gymnasiums
viermal hielt. Er zeigte Schülerinnen
und Schülern der Unterstufe und
Oberstufe, Lehrpersonen sowie
Eltern, wie man das Gedächtnis
besser trainieren kann.

In der Aula wird noch gemurmelt, ein paar
irren umher und suchen nach Plätzen.
Gespannt, voller Vorfreude und auch kritisch
warten alle Schülerinnen und Schüler der
3. und 4. Klassen darauf, dass der gross       Eigentlich kennt man sie schon: Eselsbrücken.      Wie merkt man sich 20 Begriffe?
angekündigte Gregor Staub auf die Bühne        Man verknüpft Bilder oder Vokabeln mit             (Foto: LG-Bildarchiv Eugen Nägele)
tritt. Werden das zwei langweilige, lustige    lustigen Worten in der eigenen Sprache,
oder spannende Stunden? Nach einer             die ähnlich klingen. Oder man prägt sich
kurzen Begrüssung durch Prorektor Roland       eine seltsame Geschichte ein und kommt
Hilti beginnt Gregor Staub seinen Vor-         drauf, dass man dadurch nun alle Staaten
trag – ganz altmodisch mit einer Flipchart     in Nord- und Südamerika gelernt hat.
und Stiften.
                                               Nachdem sich das Publikum mit seiner
«Weiss jemand, was jetzt kommt?», so           Methode Körperteile auf Thailändisch
startet er den Vortrag. «Habt ihr mich schon   gemerkt hat, ist es begeistert. Es scheint
gegoogelt?» Gleich nimmt er Kontakt mit        gar nicht zu merken, wie schnell die Zeit
dem Publikum auf und erzählt von seinen        vergeht. Nach spannenden zwei Lektionen
klugen Töchtern, den neuen Krokodilleder-      ist der Vortrag zu Ende und die Schüle-
schuhen aus Venedig und dem Handyspiel         rinnen und Schüler gehen mit einer Menge
«Candy Crush». Wenn er es spiele, vergässe     neuem Wissen in die Mittagspause.
er vor lauter Spass am Spiel die Zeit. Das
nennt sich Flow. Sein Ziel ist es, dass man    Es stellt sich aber die Frage, ob es nicht
beim Lernen auch in einen Flow kommt.          leichter ist, alles auswendig zu lernen, anstatt
                                               noch eine Geschichte erfinden zu müssen?
Der erste Eindruck: sympathisch, gekonnt       Und Eselsbrücken kannte man ja schon
im Vortrag – vielleicht etwas zu selbst-       vorher.
bewusst? Motivation, Selbstbewusstsein und
der Glaube an sich selbst sind der Weg zum     Hat der Gedächtnistrainer alle Tricks zum
erfolgreichen Lernen. Mit seiner Methode –     besseren Lernen überhaupt verraten?
so verspricht er es – könne man einen          Er sagt, die stehen in seinen Büchern, die
Spickzettel auswendig lernen, sich in          die Eltern bestellen sollen.
45 Minuten 150 Englischvokabeln merken
und Ähnliches. Was ist nun seine Methode?      Christina Ritter und Juliette Strehlau, 3e

                                                                                                                       LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]   9
Rückblick

                                            Architekturtag: Idee, Plan, Modell
                                            und Präsentation

     Originelle Lösungen für Rückzugsorte   Am Dienstag, den 15. April 2014,               «Produktionsphase» war viel zu schnell
     (Fotos: Jeremy Näscher)                fand zum ersten Mal ein Architek-              vorbei.
                                            turtag für die fünften Klassen am LG
                                            statt. Es war dies eine Kooperation            Daraufhin präsentierten die Gruppen ihre
                                            mit dem Institut für Architektur und           Projekte, die Idee dahinter und erklärten
                                            Raumentwicklung der Universität                die detailgetreuen und originellen Model-
                                            Liechtenstein. Ziel des Architektur-           le. Von Unterwasser-Sitzplätzen bis UFO-
                                            tages war es, den Schülerinnen und             artigen Baumhäusern war alles vorhanden.
                                            Schülern einen Einblick in dieses              Die besten Modelle wurden von den
                                            Thema zu geben.                                Schülerinnen und Schülern nominiert und
                                                                                           mit kleinen Präsenten belohnt. Für Hannes
                                            Nach der Präsentation des Studienganges        Albertin, Initiator des Projekts, war der
                                            Architektur durch Dipl.-Arch. ETH Conradin     Architekturtag ein voller Erfolg. «Mit nichts
                                            Clavuot, Gastprofessor an der Universität      stellt man Schülern eine Studienrichtung
                                            Liechtenstein, und einer allgemeinen Ein-      besser vor, als sie selber ausprobieren
                                            führung in die Möglichkeiten und Aufnahme-     lassen.» Eine Neuauflage ist geplant.
                                            bedingungen von Mag. arch. Cornelia Faisst,
                                            der Verantwortlichen für Öffentlichkeits-      Jeremy Näscher, 6Na
                                            arbeit, stellte die Studentin Sarah Hermann
                                            das Studium aus ihrer Sicht dar.

                                            Dann ging es los: Die Aufgabe, für die man
                                            drei Lektionen zur Verfügung hatte, lautete:
                                            Entwurf und Bau eines Modells für einen
                                            Ort des Rückzugs in der Schule. Alle hatten
                                            sichtlich ihren Spass und die Zeit der

10   LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]
Frauenbusinesstag –
Schülerinnen lernen «Netzwerken»

                                                                                                  Schülerinnen der Klasse 7Wa mit
                                                                                                  Markus Goop von der Agentur «Skunk»
                                                                                                  (Foto: LG-Fotoarchiv Elvira Schoch)

Für einige Schülerinnen der Klasse                Pause und beim anschliessenden Apéro
7Wa war Montag, der 12. Mai, ein                  konnten die Schülerinnen live miterleben,
besonderer Tag. Sie durften auf Ein-              wie angeregt die Gespräche unter den An-
ladung der Veranstalter «Boja 19»                 wesenden waren. Sie erfuhren, was es heisst,
und der Agentur «Skunk» am                        Netzwerke aufzubauen und zu pflegen.
«Businesstag – Das Wirtschafts-                   Mit ein paar Give-aways verschiedener
forum für Frauen» im Vaduzersaal                  Sponsoren des Businesstages und vielen
teilnehmen. Dabei hörten sie                      Eindrücken traten sie den Heimweg an.
interessante Vorträge, erfuhren                   Wer weiss, ob sie sich auf dem Nachhause-
aber auch, wie «Netzwerken» in                    weg auch über ihre eigenen Vorbilder und
der Praxis von statten geht.                      Netzwerke Gedanken gemacht haben?

Teilnahme am Businesstag –                        Den Schülerinnen ist bewusst, dass der
ein besonderes Erlebnis                           Besuch solcher Veranstaltungen nur möglich
Die diesjährige Veranstaltung stand unter         ist, weil auf Seiten der Veranstalter eine
dem Titel «Wege zum Erfolg: Vorbilder             grosse Bereitschaft und Motivation vorhan-
beflügeln – Netzwerke tragen». Namhafte           den ist, Ressourcen zur Verfügung zu stellen.
Referentinnen wie Marie-Gabrielle Ineichen-       Dank gebührt daher Nina Schwarzkopf-Hilti
Fleisch, Direktorin des SECO, Karin Keller-       von «Boja 19» und Markus Goop von der
Sutter, Ständerätin, oder Petra Jenner, welche    Agentur «Skunk», die mit ihrem Entgegen-
Microsoft Schweiz leitet, traten auf. Im vollen   kommen Frauenförderung betrieben haben.
Saal fühlten sich die Schülerinnen unter all
den andern Teilnehmerinnen und einigen            Elvira Schoch
wenigen Teilnehmern wohl. Sie folgten den
Vorträgen gespannt und hörten dem
Businesstalk interessiert zu. In einer kurzen

                                                                                                                        LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]   11
Rückblick

                                         Comenius-Projekt – Beyond our Borders

     In der Woche nach den Osterferien
     reisten sechs Schülerinnen und
     Schüler des LGs zusammen mit
     Teresa Goop und Andreas Aczel im
     Rahmen des Comenius-Projekts
     nach Andújar, Spanien. Das Motto
     lautet «Beyond our Borders»,
     was soviel bedeutet wie «über
     unsere Grenzen hinaus». In die-
     ser Woche stand das Thema
     «Nonverbale Kommunikation»
     im Zentrum. Neben den Liechten-
     steinern nahmen auch noch Deut-
     sche, Slowaken und natürlich auch
     die Spanier, die in dieser Woche
     die Gastgeber waren, teil.

                                         Flashmob auf der «Plaza de España» in Andújar (Fotos: LG-Bildarchiv Andreas Aczel)

                                         Im Rahmen des Comenius-Projekts                         die Stadt und trafen ausserdem den Bürger-
                                         nach Andújar, Spanien                                   meister von Andújar.
                                         Am Montagmorgen ging die Reise los.
                                         Um 8.15 Uhr standen alle schon am Bahn-                 Mittwoch war ein sehr interessanter und
                                         hof in Sargans bereit. Bald waren wir am                lehrreicher Tag. Wir besuchten die Stadt
                                         Flughafen in Zürich angelangt. Nach dem                 Cordoba und besichtigten zuerst die Ruinen
                                         Check-In und der Sicherheitskontrolle                   des alten Palasts, der im 11. Jahrhundert von
                                         ging der Flug los und zwei Stunden später               Abd ar-Rahman III erbaut worden war.
                                         landeten wir in Málaga. Nun stand eine fast             Danach hatten wir einige Stunden Zeit,
                                         dreistündige Busfahrt vor uns. Als wir dann             um in Cordoba shoppen zu gehen. Um
                                         endlich in Andújar ankamen, gingen wir zu               17 Uhr trafen wir uns wieder und besich-
                                         unserer jeweiligen Gastfamilie nach Hause,              tigen gemeinsam die «Mezquita-Catedral».
                                         um unser Gepäck abzuladen und am                        Diese ist ein Gebäude mit einer spannenden
                                         wichtigsten natürlich: die Familie kennen-              Geschichte: Anfangs stand dort ein römi-
                                         zulernen! Um 20 Uhr trafen wir uns alle bei             scher Tempel, dann eine gotische Kapelle,
                                         der Schule für ein gemeinsames Abendessen.              die aber grösstenteils abgerissen und in
                                                                                                 eine Moschee umgebaut wurde. Diese
                                         Am Dienstag trafen wir uns in der Schule,               wurde dann im Laufe der Jahrhunderte
                                         beschäftigten uns in verschiedene Gruppen-              immer wieder erweitert. Als Cordoba im
                                         arbeiten mit nonverbaler Kommunikation                  13. Jahrhundert von Christen zurück er-
                                         und probten bereits den Tanz, der dann am               obert wurde, wurde die Moschee in eine
                                         Freitag aufgeführt werden sollte. Am Nach-              Kirche umgewandelt. Nach unserem Aus-
                                         mittag unternahmen wir eine Tour durch                  flug trafen wir uns zum Abendessen in

12   LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]
Corporate Identity: Sogar auf den T-Shirts
                                                                                               steht das Motto «Beyond our Borders».

Andújar in einer kleinen Pizzeria. Es war       send hielt noch aus jedem Land ein Schüler
sehr lustig, denn wir waren sehr viele Leute    eine kurze Rede in seiner Landessprache –
und so wurden alle Tische draussen vor          so war auch der Liechtensteiner Dialekt
der Pizzeria zu einem grossen zusammen-         dabei. Beim Abschiedsessen wurden uns
geschoben.                                      dann auch Diplome für unsere Teilnahme
                                                am Projekt überreicht. Nach dem Essen
Nachdem wir uns am Donnerstag in der            hiess es: Party!
Schule wieder mit einigen Gruppenarbeiten
beschäftigt hatten, fuhren wir mit dem Bus      Am nächsten Morgen war es an der Zeit,
zur Kapelle «Virgen de la Cabeza», bei der      uns von unseren Gastfamilien, die uns für
jedes Jahr ein grosses Fest zur Verehrung       diese Woche so herzlich aufgenommen
der Jungfrau Maria stattfindet. Von der         hatten, zu verabschieden. Die Woche in
Kapelle, die auf einem Hügel liegt, liefen      Spanien hat sehr viel Spass gemacht und wir
wir in der Mittagshitze nach unten zum Fluss,   haben viele neue Menschen kennengelernt.
wo wir badeten und uns einige Stunden           Zudem haben wir viel Neues gelernt, nicht
entspannen konnten.                             nur über Kommunikation, sondern auch über
                                                andere Länder und Kulturen. Vieles von dem,
Der Freitag war schon der letzte Tag. In der    was wir gelernt und erlebt haben, lässt sich
Schule bereiteten wir Präsentationen vor,       nicht messen. Für uns alle war es eine tolle
die wir dann in Gruppen den anderen vor-        und wertvolle Erfahrung.
stellten. Später probten wir noch unseren
Tanz, denn um 12:30 Uhr war es an der Zeit,     Eliane Züger, 5Na
diesen auf der «Plaza de España» im Stadt-
zentrum von Andújar vorzuführen. Anschlies-

                                                                                                                LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]   13
Rückblick

                                                      Ein Jahr «GYMI FOR CHANGE»

     Hinschauen, hinhören und handeln –               «Gymi For Change» heisst die in                 erwachsene Dankbarkeit, das Mitgefühl für
     ein Teil der Gruppe «Gymi For Change»;           einem Wahlfach organisierte Nach-               Menschen in Not und das Bedürfnis, etwas
     das Logo des Wahlfaches hat Jaël Übersax         folgegruppe von «Break The Silence».            zu bewirken, erzeugen in den Schülerinnen
     entworfen. (Fotos: LG-Bildarchiv Peter Mennel)   Sie besteht aus Schülerinnen und                und Schülern die Motivation und die Energie,
                                                      Schülern, die sich dafür einsetzen,             sich für die Verbesserung der Situation
                                                      auf die Not von Menschen auf-                   der vom Leben oder von Strukturen und
                                                      merksam zu machen und einen                     Menschen benachteiligten Menschengruppen
                                                      Beitrag zur direkten Hilfe zu leisten.          einzusetzen. «Gymi For Change» will eben
                                                      Wie unser von Jaël Uerbersax                    «Change», einen Wandel dieser Situationen
                                                      entworfenes Logo ausdrückt, wollen              bewirken, und sei es auch nur in kleiner
                                                      wir hinschauen und hinhören,                    Form.
                                                      wo Not ist und wo Menschen Hilfe
                                                      brauchen, und wir wollen davon                  In Zusammenarbeit mit dem Liechtenstei-
                                                      erzählen und darüber informieren.               nischen Entwicklungsdienst haben wir in
                                                                                                      diesem Schuljahr zwei Projekte unterstützt,
                                                      Überall in der Welt gibt es Menschen, die       die die Lebenssituationen von Menschen in
                                                      sozial und wirtschaftlich benachteiligt sind    Burkina Faso und in Bolivien positiv ver-
                                                      und an dieser Situation leiden. Die Schüle-     ändern. Wir haben Mitarbeiter aus diesen
                                                      rinnen und Schüler der Gruppe «Gymi For         Projekten eingeladen, über ihre Arbeit in
                                                      Change» sind sich bewusst, dass sie in          diesen Ländern und in ihren Projekten zu
                                                      Liechtenstein in einer privilegierten Lebens-   berichten und über die Verwendung der
                                                      situation leben, mit ungleich besseren          Spendengelder Auskunft zu geben.
                                                      Bedingungen und Möglichkeiten, ihr Leben
                                                      zu gestalten. Die aus diesem Bewusstsein

14   LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]
«Les Saints Innocents» in                           heute nicht mehr leben!›. Genau das
Burkina Faso                                        ist unsere Motivation seit über zehn Jahren.»
Das Waisendorf «Les Saint Innocents» liegt
35 Kilometer nördlich der Hauptstadt                Die erste Aktion der Gruppe fand am
Ouagadougou. Mittlerweile beherbergt                22. Oktober 2013 auf dem Rathausplatz
das vom Verein für humanitäre Hilfe (VfhH)          Vaduz statt: Ein typisch afrikanisches Mittag-
gegründete Dorf schon 150 Kinder, die in            essen mit Reis, Linsen, Gemüse- und Fleisch-
kleinen Familien von acht bis zehn Kindern          eintopf lockte die Besucher ins Städtle.
mit einer Pflegemutter zusammenleben.               Während dieser Anlass eher spärlich Leute
Für die Waisenkinder bietet das Heim ein            anlockte, musste bei der Mottoparty «Safari
Zuhause, Nahrung, ärztliche Versorgung              Fever» am 31. Januar 2014 im SAL in Schaan
und – was für Kinder in Burkina Faso eine           der Einlass bei 450 Besuchern gestoppt
seltene Möglichkeit ist – Schulbildung.             werden. Bei ausgelassener Stimmung und
Konkret werden die Spenden in einen                 Musik von DJ Zone erfreuten sich die
Gemüse- und Obstgarten des Dorfes                   kostümierten Jugendlichen an den zahl-
investiert, da dieser aufgrund von fehlenden        reichen Getränken und an der Musik. Wir
finanziellen Mitteln und trotz stetig steigen-      möchten uns bei den Gästen, allen Sponso-
der Anzahl der Kinder nicht vergrössert             ren und Gönnern, freiwilligen Helfern
werden konnte. Wenn der Gemüsegarten                und vor allem beim SAL-Team und bei
erweitert wird, hat das Waisendorf einen            DJ Zone herzlich bedanken. Insgesamt
höheren Selbstversorgungsgrad, das heisst,          kamen CHF 4 000 an Gewinn zusammen.
es muss nicht mehr so viel Geld für teure
Lebensmittel ausgegeben werden.                     Estrellas en la calle in Bolivien
                                                    Die «Fundacion Estrellas en la calle» in
Tanja Tiama, die sich im Rahmen des Vereins         Cochabamba in Bolivien wird vom liechten-
für humanitäre Hilfe im Projekt «Les Saint          steinischen Verein «Nudos» unterstützt
Innocents» vor Ort engagiert, schreibt:             und arbeitet mit Menschen, die sozial und
«Ich erlebe hier tagtäglich Sachen, die mich        wirtschaftlich benachteiligt sind: auf der
traurig, aber auch glücklich machen. Traurig        Strasse lebende und arbeitende Kinder,
sind die Geschichten, die diese Kinder er-          Jugendliche, junge Erwachsene und Familien,
leben mussten. Manche wurden einfach                die in den von Armut gekennzeichneten
ausgesetzt, andere verstossen, weil sie krank       Randbezirken Cochabambas in schwierigen
sind, und wieder andere haben ihre Eltern           Situationen leben. Ihr Projekt «Coyera –
durch Krankheit verloren. Schön dagegen             Wiñana» dient dazu, Kinder und Jugend-
ist es zu wissen, dass es ihnen jetzt gut geht,     liche von der Strasse zu holen und die
dass sie ein neues Zuhause haben und                Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu
somit eine Chance auf eine gute Zukunft.            ermöglichen.
In Afrika ist Familie, alles was man hat. Es gibt
keine Krankenkasse, keine Arbeitslosenver-          Um «Estrellas en la calle» zu unterstützen,
sicherung und keine Pensionskasse. Unsere           organisierte «Gymi For Change» am
ehemalige Leiterin, Soeur Veronique, hat            18. März im Foyer des TAK einen Latein-
einmal gesagt: ‹Wenn es das Waisenhaus              amerika-Abend.
nicht gäbe, würde die Hälfte dieser Kinder

                                                                                                     LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]   15
Rückblick

     Fortsetzung: Ein Jahr «GYMI FOR CHANGE»

     Die interessierten Gäste des Bolivienabends   Das Programm beinhaltete Informationen           Für das nächste Schuljahr haben sich erfreu-
     lauschen den musikalischen Einlagen von       über «Gymi For Change» und über das              licherweise über 20 Schülerinnen und Schüler
     Blackwood Cherrypie.                          Bolivienprojekt, von unserem Mitglied Katrin     für das Wahlfach «Gymi for Change» an-
                                                   Negele gekochtes ausgezeichnetes bolivia-        gemeldet, und so können wieder mit viel
                                                   nisches Essen, das sehr schnell weg war,         Energie einige neue Projekte und Aktionen
                                                   sowie Live-Musik mit Antonio Villavicencio       geplant und durchgeführt werden.
                                                   und Blackwood Cherrypie, bei denen wir
                                                   uns vielmals bedanken. Zudem konnten von         Peter Mennel
                                                   Primarschülerinnen und -schülern bemalte
                                                   Osterkerzen gegen eine Spende erworben
                                                   werden. Der gesamte Erlös des Abends
                                                   in Höhe von CHF 3 000 ging an das Projekt
                                                   «Estrellas en la calle».

                                                   Ich möchte allen Mitgliedern der Gruppe
                                                   «Gymi For Change» und all unseren Unter-            Mitglieder des Wahlfachs im

                                                   stützern danken. Besonderes danken möchte           Schuljahr 2013/2014

                                                   ich Elisabeth Buj, Jasmin Beck, Sabrina Dalla       Lea Beck, Jasmin Beck, Elisabeth Buj,
                                                   Rosa, Laura Eitzinger, Cassandra Kind, Flurina      Sabrina Dalla Rosa, Laura Eitzinger,
                                                   Kranz, Sophia Marxer, Anna Meier, Katrin            Anna Hoch, Sophia Hürlimann,
                                                   Negele, Isabella Ospelt und Jaël Übersax,           Cassandra Kind, Flurina Kranz,
                                                   die sich in beeindruckender Weise in «Break         Meret Majendie, Sophia Marxer,
                                                   The Silence» und «Gymi For Change»                  Anna Meier, Katrin Negele,
                                                   engagierten. Euer Tun hat das Leben von             Isabella Ospelt, Gina Senteler,
                                                   Menschen in Not ein wenig bereichert,               Julia Sommerauer und Jaël Übersax.
                                                   es hat Menschen in Liechtenstein den Geist          Begleitung: Peter Mennel, Dorothea
                                                   und die Herzen geöffnet und oft auch mein           Rössner.
                                                   Herz berührt.

16   LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]
Italienisches Menü mit Schweizer Vorspeise

Das Projekt «Kochen mit der 2a»
begann für uns mit einer doppel-
stündigen Deutschprüfung, genauer
gesagt, mit einer Vorgangsbeschrei-
bung, in der wir ein Drei-Gänge-
Menü zu Papier bringen sollten.
Um uns schon einmal auf diese
Prüfung vorzubereiten, haben wir
uns in Dreiergruppen aufgeteilt.
Jede Person musste entweder ein
Rezept für seine Lieblingsvorspeise,
Hauptspeise oder Nachspeise                     Volle Konzentration bei allen Köchinnen und Köchen (Foto: LG-Bildarchiv Anke Nowak)
mitbringen. Ziel der Aktion war es,
dass jede Gruppe ein komplettes                 einen Kochkurs bei Ruth Eller besucht                 Stunde belegten sie die Pizzen mit den
Drei-Gänge-Menü vor der ganzen                  hatten, war die Idee nicht so abwegig.                Zutaten ihrer Wahl, welche bei dem Einkauf
Klasse präsentieren konnte.                     Ruth Eller fand die Idee gut und war bereit           im Vorfeld nicht ganz so einfach in den
Anschliessend haben wir aus jeder               mitzumachen, und so mussten nur noch                  Regalen zu finden gewesen waren. Einige
Vorstellung unsere Lieblingsrezepte             die besten Gerichte ausgewählt werden.                wollten Schweine-, andere Rinder- und
herausgesucht, um ein schmack-                                                                        wiederum andere scharfe Salami haben.
haftes Menü zu kreieren, das wir                Die Präsentation der Speisen im Deutsch-
selbst kochen durften. Das Ergebnis             unterricht war dann sehr unterschiedlich,             Nachdem die Klasse den Tisch auch noch
war ein wohlschmeckendes Mittag-                einige haben die Zubereitung der Vorspeise,           geschmackvoll gedeckt hatte und alles fertig
essen, über das sich jeder gefreut              des Hautgerichts oder der Nachspeise sehr             zubereitet war, konnten alle um Punkt
hat. Gerne würden wir dieses Er-                lebendig und sprachgewandt mit einigen                12.00 Uhr das schmackhafte Drei-Gänge-
eignis wiederholen, weil wir an                 Kochutensilien vorgeführt, andere sind                Menü gemeinsam geniessen. Alle liessen
diesem Mittag herausgefunden                    durch die Präsentation durchgerast wie ein            sich die Flädlisuppe, die Spezialpizzen und
haben, dass das Kochen vor allem                kalifornischer Hausbewohner auf der Flucht            die Pannacotta schmecken. Letztendlich zog
zusammen Spass macht.                           vor dem Feuer und einige haben es mit                 sich das Mittagessen bis 13.05 Uhr hin und
Carolina Bever, Eva Vogt, 2a                    den Masseinheiten auch nicht ganz genau               wenngleich man sich beim Aufräumen
                                                genommen.                                             beeilen musste, um fast pünktlich zum
Im Rahmen des Deutschunterrichts haben                                                                Französischunterricht zu kommen, wirkten
die Schülerinnen und Schüler der 2a in          Man einigte sich jedoch erstaunlich schnell           alle doch sehr zufrieden.
kleinen Gruppen jeweils ein Menü zusam-         auf Elias’ Flädlisuppe, Jans Pizza und Claudias
mengestellt, das aus Zutaten besteht, die sie   Pannacotta. Einzige Schwierigkeit: Wie                Auch für die Lehrpersonen Julia Konrad,
gernhaben und selbst auch essen würden.         können 20 Personen satt werden? Die                   Ruth Eller und Anke Nowak war es eine
Das gesamte Menü haben sie anschliessend        Rezepte und die erstellte Einkaufsliste kor-          sehr angenehme Erfahrung, zu sehen,
vor der Klasse beschrieben, mit dem Ziel,       rigierte Ruth Eller und glich sie mit ihren           wie ein gemeinsames Mittagessen die Klasse
dass ihr Menü als bestes ausgewählt wird        Geheimrezepten ab.                                    zusammenbringt.
und sie es in ihrer Familie oder bei Freunden
ausprobieren können. Dabei kamen sie auf        An einem Freitag war es soweit: Die Klasse            Anke Nowak
die Idee, dieses Menü in der Schulküche         2a, Ruth Eller, Julia Konrad und Anke Nowak
zuzubereiten und sodann zu essen. Da            verbrachten die ersten drei Stunden mit
bereits einige Schülerinnen und ein Schüler     der Vorbereitung des Menüs. In der dritten

                                                                                                                        LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]   17
Rückblick

                                          Soirée musicale –
                                          Pop, Rock, Jazz und klassische Musik

                                                                                        Die Maturandinnen der 7Ma nützten die
                                                                                        «Soirée musicale» als Generalprobe für ihre
                                                                                        Maturaprüfung: Andrea Marogg hatte sich für
                                                                                        «Plane» von Yason Mraz entschieden. Sie
                                                                                        begann das Lied mit bewusst weicher, leiser
                                                                                        Stimme und steigerte sich immer mehr in
                                                                                        der Intensität. Alexandra Ospelt sang
                                                                                        «Superwoman» von Alicia Keys. Auch sie
                                                                                        erreichte mit ihrer Darbietung das Publikum
                                                                                        und zeigte ausdrucksvoll ihre Persönlichkeit.
                                                                                        Mit Stefanie Müllers Klarinetteninterpretation
                                                                                        von «Meister Lampe» von Volkart Leimert
     Chor mit und in vollem Einsatz       Die diesjährige «Soirée musicale»             und Esra Eris Gitarrenstück «Vals no.3» von
     (Foto: LG-Bildarchiv Eugen Nägele)   bot Eltern, Schülerinnen und                  Jaime Zenamon kamen Stücke von zeit-
                                          Schülern und Lehrpersonen erneut              genössischen Komponisten zur Aufführung.
                                          eine eindrucksvolle Leistungsschau.
                                          Unter der bewährten Begleitung                Dann war es mit den leisen und subtilen
                                          und Leitung von Karl Marxer und               Tönen vorbei, denn die LG-Band mit
                                          Rest Tuor zeigten musikalisch                 17 Musikerinnen und Musikern übernahm
                                          besonders engagierte Schülerinnen             die Bühne. Die ungewöhnliche Besetzung –
                                          und Schüler, was in ihnen steckt.             Geige, Querflöte, Klarinette, Saxophon,
                                          Und das bei nur einer Stunde                  Trompete, Posaune, E-Bass, Keyboard und
                                          Probenzeit in der Woche.                      Schlagzeug – kombiniert mit der Experimen-
                                                                                        tierfreudigkeit von Karl Marxer bescherten
                                          Gleich am Beginn des Abends sang der Chor     dem Publikum überraschende Interpretatio-
                                          des LG das Lied «Circle of life» aus dem      nen von Klassikern wie «Gonna fly now» –
                                          Musical «The Lion King» von Elton John. Als   der Titelmusik aus «Rocky» – oder Neu-
                                          bei «Somewhere», dem Ohrwurm aus der          arrangements wie des «C-Jam Blues» von
                                          «West Side Story», der eine oder andere       Duke Ellington, «What’d I say» von Ray
                                          Ton «somewhere» blieb, kommentierte dies      Charles oder der «Cantina Band» aus «Star
                                          Rest Tuor humorvoll und launig. Damit war     Wars», die Karl Marxers Handschrift trugen.
                                          der Bann der Aufregung gebrochen, denn
                                          die aufgeregten Musikerinnen und Musiker      Schülerinnen und Schüler der Maturaklassen
                                          hatten erlebt, dass bei einem solchen         verabschiedeten sich mit diesem Auftritt
                                          «Hoppala» nichts passiert. Nun legte sich     von Chor und Band des LGs und vom
                                          die Nervosität und machte souveränen          Publikum. Karl Marxer und Rest Tuor werden
                                          Darbietungen Platz.                           ab nun erneut intensiv mit den Schülerinnen
                                                                                        und Schülern arbeiten, damit die nächst-
                                          Fünf Schülerinnen der 6Ma sangen in einem     jährige «Soirée musicale» sich in gewohnter
                                          anspruchsvollen Arrangement «Something        Qualität präsentieren kann.
                                          I need» von OneRepublic und Elena Gjogieva
                                          aus der 5Ma berührte stimmgewaltig mit        Andrea Kühbacher
                                          ihrem Lied «All of me» von John Legend.

18   LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]
SHOWTIME 2014

                                                                                             Zeit für eine grosse Show –
                                                                                             Tänzerinnen aus der 3. Klasse
                                                                                             zeigen ihre Choreographie.
                                                                                             (Foto: LG-Bildarchiv Christa Kessler)

Am 22. Februar 2014 fand die                  stunden, die die Schülerinnen mit ihren
traditionelle Schulsportveran-                Sportlehrerinnen geleistet haben.
staltung SHOWTIME statt.
Hier zeigten dieses Jahr insgesamt            Die SOS organisierte erneut den Pausen-
13 Gruppen der weiterführenden                verkauf. Der Erlös, den die initiativen Mit-
Schulen des Fürstentum Liechten-              glieder der SOS erwirtschaften konnten,
steins ihre tänzerischen und                  kommt ihrem diesjährigen Projekt zugute.
gestalterischen Fähigkeiten.
                                              Herzlichen Dank an alle Beteiligten für den
Das LG war mit acht Gruppen nicht nur         aussergewöhnlichen Einsatz und Gratulation
zahlenmässig sehr gut vertreten, sondern      zu den wirklich guten Shows.
auch mit sehr schönen Choreographien.
                                              Christa Kessler und Martina Zufferey
Alle drei Sportklassen der 1. Stufe Mädchen
zeigten eine Kombination aus Boden-
akrobatik und Tanz. Drei Gruppen aus der
2. Stufe tanzten mit verschiedenen Materia-
lien wie Jutesäcken und Bällen, Skootern
oder Pompons. Zwei Teams aus den
3. Klassen führten ihre selbst entworfenen
Choreographien vor.

Die Schülerinnen des LG zeigten tolle Leis-
tungen, was auch vom zahlreichen Publikum
mit viel Applaus bestätigt wurde. Da diese
Veranstaltung ganz ohne Bewertung und
Rangierung durchgeführt wird, ist die An-
erkennung der Leistungen durch die Zu-
schauerinnen und Zuschauer und ein T-Shirt
zur Erinnerung der «Lohn» für die vielen
guten Ideen und die zahlreichen Trainings-

                                                                                                  LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]       19
Rückblick

                                                   Broadway-Atmosphäre in der Aula

     Valentina Vogt – der Wahrheit auf der Spur?
     (Fotos: LG-Bildarchiv Klaus Koppe)

                                                   Die Theatergruppe Sisyphus mit                  Da die «feine Gesellschaft» bestehend aus
                                                   ihrem Regisseur Klaus Koppe bot                 der betrunkenen Anwältin (Nina Willi), des
                                                   mit «…und die Leiche hört zu»                   steifen Harvardabsolventen (Levy Corba),
                                                   von Neil Simon ein mitreissendes                der Literaturprofessorin (Meret Majendie),
                                                   Boulevardstück. Standing Ovations!              des Exrennfahrers Lenny (Rudolf Lanter),
                                                   Und zu recht!                                   der Geschwindigkeitsbegrenzung als Angriff
                                                                                                   auf die Freiheit wahrnimmt, der skurillen
                                                   Charley, stellvertretender Bürgermeister        Starköchin (Valentina Vogt), des renommier-
                                                   von New York, den man nie zu Gesicht            ten Psychoanalytikers (Linus Vogt), des
                                                   bekommt, der aber trotzdem immer präsent        Topmodels (Livia Wenaweser) und des
                                                   ist, hat mit seiner Frau Myra (Lisa Oehri)      Starpolitikers (Wellington Röckle) höchstes
                                                   zur Feier des 10. Hochzeitstages vier be-       Interesse daran hat, dass nach aussen der
                                                   freundete Ehepaare eingeladen. Kurz nach        Schein der Heiligkeit gewahrt wird, werden
                                                   dem Beginn des Theaters fallen bereits          alle möglichen Möglichkeiten der Mani-
                                                   Schüsse, die sehr schnell klar machen:          pulation durchgespielt. Missverständnisse,
                                                   Das wird grosse Schwierigkeiten bringen.        Streit, Eifersucht, Selbstzweifel des Psycho-
                                                   Ob diese Schüsse Charley gelten oder nicht,     analytikers, Unfälle sowie ein Gehörverlust
                                                   bleibt bis zum Schluss ein ungelöstes Rätsel.   sind die Folge. Der scheele Inspektor Welch
                                                   Die Freunde bemühen sich, den vermeint-         (Jan Hoch) bringt all dies auf den Punkt:
                                                   lichen Selbstmordversuch des Gastgebers         «Ich glaube Ihnen kein Wort, aber ich mag
                                                   voreinander zu vertuschen. Dabei ver-           Sie.»
                                                   stricken sie sich zunehmend in einem Ge-
                                                   strüpp von Lügen. Im Verlauf der Auffüh-        Klaus Koppe, langjähriger Leiter von Sisyphus,
                                                   rung wird Lenny scheinbar zum Schützen,         suchte bereits im Sommer vergangenen
                                                   aber – und hier liegt eine grosse Stärke        Jahres nach einem neuen Theaterstück, das
                                                   der Inszenierung – sicher ist sich unter        einerseits viele gute Rollen bietet, anderseits
                                                   den Zuschauern niemand, ob dem auch             bei aller Leichtigkeit und Witz Tiefgang hat.
                                                   wirklich so ist.                                Für ihn passte dieses Stück «wie die Faust

20   LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]
Rudolf Lanter, Meret Majendi und
                                                 Nina Willi – schweigend ins Gespräch vertieft!

aufs Auge». Daher konnten schon pünktlich
am Anfang des Jahres die Proben beginnen,
mit dem Textlernen startete man bereits im
Winter. Die lange Probezeit zahlte sich aus,
denn mit dieser Aufführung wurde die
Theatergruppe den hohen Anforderungen
des Boulevardtheaters von Neil Simon
gerecht. Mit Leichtigkeit und Präzision mimte
man perfekt gespielte Taubheit, produzierte
Missverständnisse und liess sich auf
Wortduelle ein, Anforderungen bei denen
sich selbst Topschauspieler mitunter die
Zähne ausbeissen. Die Schauspieler der
Gruppe Sisyphus meisterten auch die
«Mauerschau», verloren nie den geringsten
Ernst und schafften es, die hohe Geschwin-
digkeit, die durch die vielen kurzen Dialoge
entsteht, durchzuhalten.

Da das Wort bei Neil Simon die Haupt-
rolle spielt, waren Bühnebild, Licht- und Ton-
technik auf das nötigste reduziert.

Jeremy Näscher, 6Na

                                                                  LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]    21
Hinter den Kulissen

                                          NoFaLG – Damit das Richtige passiert,
                                          wenn etwas passiert

     Sie können immer und überall
     passieren – Unfälle und Verletzun-
     gen. Auch am LG ereignen sich
     immer wieder kleinere, manchmal
     aber auch grössere Zwischenfälle.
     Um Verletzte rasch und profes-
     sionell behandeln zu können, ver-
     fügt das LG seit Anfang des Schul-
     jahres über das Erste-Hilfe-Team
     «NoFaLG». Michael Meister,
     der Koordinator der Gruppe,
     gab Auskunft.

                                          Überaus realistische Simulation (Fotos: LG-Bildarchiv Eugen Nägele)

                                          Ob im Werkunterricht, im Sportunterricht                 Um in Zukunft professionell handeln zu
                                          oder in der Mittagspause – überall lauern                können, beschloss das Rektorat, die Ent-
                                          kleine und grosse Gefahrenquellen. Und                   wicklung eines Konzeptes für ein Notfallteam
                                          nicht selten kommt es trotz aller Vorsicht vor,          voranzutreiben. Seither bemühen sich das
                                          dass sich eine Schülerin oder ein Schüler                Rektorat und insbesondere das Team von
                                          verletzt. Um bei Verletzungen, bei welchen               NoFaLG um eine professionelle und rasch
                                          ein kleines Pflaster und eine Wunden-                    erfolgende Behandlung von verletzten
                                          desinfektion nicht genügen oder der                      Personen in der Schule.
                                          Fachlehrer mit der Situation überfordert
                                          ist, professionell handeln zu können, wurde              Seit Anfang Schuljahr einsatzfähig
                                          vor einiger Zeit das Team «NoFaLG» –                     Momentan steht das Team von zwölf Frei-
                                          kurz für «Notfall am LG» – ins Leben gerufen.            willigen – Lehrpersonen, Mitarbeiter des
                                                                                                   Hausdienstes und des Sekretariats sowie
                                          Frühere Vorfälle zeigen                                  der Koordinator Michael Meister – während
                                          Notwendigkeit                                            des täglichen Schulbetriebs für Notfälle
                                          Vorfälle in der Vergangenheit demonstrierten             zur Verfügung. Das Team selber gibt es schon
                                          dem Rektorat des LG die Notwendigkeit                    länger, allerdings waren erst Schulungen für
                                          einer Notfallgruppe. Bei einem kurzeitigen               bestimmte Notfälle und Verletzungen nötig,
                                          Herzstillstand eines Schülers im Dezember                was eine bestimmte Zeit in Anspruch nahm.
                                          2011 konnte dank des raschen Eingreifens                 Deshalb war der offizielle Start erst auf
                                          zweier Lehrpersonen das Schlimmste                       Beginn des Schuljahres 2013/2014 angesetzt.
                                          verhindert werden. Dennoch war eine
                                          gewisse Unsicherheit bei allen Beteiligten
                                          vorhanden, da sich ein derartiger Vorfall
                                          am LG zuvor noch nie ereignet hatte.

22   LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]
Buchtipps

                                              Büchersommer

                                                                                         Mariette, Lehrerin einer schwierigen
                                                                                         Klasse und Ehefrau eines mächtigen
                                                                                         Politikers, Mike, ein desertierter Soldat,
                                                                                         der als Clochard lebt, und die Gelegen-
                                                                                         heitsarbeiterin Millie kennen sich nicht,
                                                                                         sind aber am Tiefpunkt ihres Lebens
                                                                                         angekommen. Sie begegnen dem
                                              John Boyne:                                rätselhaften Monsieur Jean, der ihnen
                                              So fern wie nah                            Hilfe verspricht. In seinem «Atelier der
                                              (Fischer Verlag)                           Wunder» sei alles möglich. Aber die
                                              John Boyne, bekannt durch sein Buch        Schicksalsgemeinschaft entdeckt, dass
                                              «Der Junge mit dem gestreiften             auch Monsieur Jean ein Geheimnis
                                              Pyjama», schrieb dieses sehr berüh-        hütet. Ein wunderbares Buch vom
                                              rende Buch: Alfi wird fünf Jahre alt,      Glauben an sich selbst, von Freund-
                                              als der 1. Weltkrieg ausbricht. Sein       schaft und von Entscheidungen, die
                                              Vater verspricht ihm, nicht in den Krieg   man nicht rückgängig machen kann.
Sitzen die Pads für den Defibrillator?        zu ziehen. Schon am nächsten Tag gilt
                                              sein Wort nicht mehr. Alfi lebt lange
Fortbildung der Mitglieder                    Jahre allein mit seiner Mutter in
Jedes Teammitglied hat den für den Führer-    ärmlichen Verhältnissen. Er beschliesst,
schein obligatorischen Nothelferkurs. Diese   selbst arbeiten zu gehen, um seine
Kenntnisse werden dann in sechs Einheiten     Mutter zu unterstützen. Als Schuh-
pro Schuljahr in verschieden Notfallbe-       putzer am Bahnhof verdient er gut.
reichen vertieft und die Mitglieder der       Eines Tages erfährt Alfi, wo sich sein
NoFaLG-Gruppe mit bestimmten Vorgangs-        Vater befindet. Er hofft inständig, dass   Aran Goyoaga: Familienrezepte
weisen und theoretischem Wissen vertraut      sich sein grösster Wunsch erfüllen wird.   glutenfrei, pikant und süss
gemacht. Hilfreich ist dort natürlich auch                                               (At Verlag)
das Fachwissen diverser Lehrpersonen, so                                                 Die Autorin ist gelernte Köchin und
dass zum Beispiel ein Biologe den anderen                                                selbst betroffen. Sie musste ihre Er-
Teammitgliedern das Thema Allergien,                                                     nährung auch komplett umstellen.
ein Sportler hingegen das Thema Sport-                                                   Daraus ist dieses tolles Buch ent-
verletzungen näherbringen kann und den                                                   standen: Glutenfrei durch Frühling,
anderen so die Möglichkeit gibt, ihr Wissen                                              Sommer, Herbst und Winter. Das
in diesen Bereichen zu erweitern.                                                        reich bebilderte Sachbuch gibt einen
                                              Valérie Tong Guong:                        genauen Einblick in ein glutenfreies
Kenneth Vogt, 6Na                             Atelier der Wunder                         Leben. Viele Rezepte und Informa-
                                              (Thiele Verlag)                            tionen zeichnen dieses Buch aus.
                                              Valérie Tong Guong hat bereits             Ein Kochbuch, das sich für alle lohnt,
                                              mehrere Bücher geschrieben. «Das           auch um die saisonale Küche neu zu
                                              Atelier der Wunder» ist der erste          entdecken.
                                              Roman, der in deutscher Sprache
                                              erschienen ist und mit dem «Prix           Ursula Oehri, Bibliothekarin
                                              d’optimisme» ausgezeichnet wurde:

                                                                                                    LGnachrichten 27 / 3 [ 2014]      23
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