Aktionen, Erfolge und Geschichte - Greenwire
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WIE ALLES BEGANN:
Im Jahr 1980 kennt kaum
Erfolge und Lösungen, die
jemand in Deutschland die Welt verändern
Greenpeace. Umweltschutz
Seit Jahrzehnten zeigt Greenpeace,
ist für die meisten ein Fremd
dass sich Siege für den Umwelt-
wort. Das ändert sich nach
schutz erreichen lassen – auch gegen
der Gründung des deutschen mächtige Konzerne und uneinsichtige
Greenpeace-Büros: In den 80er Regierungen. Mit Aktionen rund um
Jahren decken die Umwelt- den Globus, Hintergrundarbeit auf
schützer zahlreiche Umwelt- internationalen Konferenzen und
vielen Hunderttausend Unterstützern
skandale auf und benennen
weltweit gelingt es, den nötigen
Umweltsünder. Spektakuläre Druck für Veränderungen aufzubauen.
Aktionen sorgen für Schlagzei- 1981 – Aktion gegen Atommüll-Versenkung Dank vieler privater Spenderinnen
len und machen Missstände und Spender kann Greenpeace
einer breiten Öffentlichkeit be- erfolgreich arbeiten. So bleibt die Organisation wirklich unabhängig – sie akzeptiert keine
kannt. Damit setzt Greenpeace
Gelder von Regierungen, Parteien oder der Industrie.
die Verantwortlichen erfolgreich
Greenpeace-Kampagnen bringen Erfolge, etwa beim „Weltpark Antarktis”, beim Urwald-
unter Druck, ihr umweltschädli- und Meeresschutz. Greenpeace-Lösungen belegen, dass es anders geht. Beispiele dafür
ches Verhalten zu ändern. sind chlorfreies Papier, der klimafreundliche Kühlschrank „Greenfreeze”, das Sparauto
„SmILE” oder das Energiekonzept „Der Plan”, ein Energieszenario für Deutschland ohne
gefährliche Atom- und Kohlekraft.
Unterwegs zum Grünen Frieden
1971 Im kanadischen Vancouver
gründet sich Greenpeace. Eine Hand
voll Umweltschützer sticht am
15. September in See, um amerika-
1981 – Aktion gegen nische Atomwaffentests auf der
Giftschleuder Boehringer
Insel Amchitka vor Alaska zu ver-
hindern. 1972 Ausweitung des
Widerstands auf französische
Atomtests im Südpazifik. 1975
Start der Walekampagne im Pazifik:
Aktivisten fahren mit Schlauchboot- 1971 – Protest gegen Atomtests
en in die Schusslinie der Harpunen.
1976 Auftakt der Kampagne zum Schutz der Robben in Neufundland. 1977 Green-
peace kauft das erste eigene Schiff, die „Rainbow Warrior“, und erhält Beobachterstatus
bei der Internationalen Walfangkommission (IWC).
1978 Greenpeace deckt auf, dass europäische Länder Atommüll im Atlantik verklappen.
Die Crew der „Rainbow Warrior“ behindert mit wagemutigen Schlauchboot-Einsätzen
die Versenkung von britischem Atommüll. 1980 Greenpeace Deutschland geht aus dem
„Verein zur Rettung von Walen und Robben“ hervor. 13. Oktober: Erste Aktion in der
Nordsee gegen Kronos-Titan, die im Auftrag der Bayer AG Dünnsäure (verdünnte Schwefel-
säure) ins Meer pumpt. 1981 Auftakt der Chemie-Kampagne: Zwei Aktivisten verharren
26 Stunden auf dem 35 Meter hohen Schlot der Firma Boehringer, die unter anderem
lindanhaltige Pestizide herstellt. Dabei verseucht sie Luft, Wasser und Böden mit Dioxinen
und anderen hochgiftigen Chemikalien. 1984 schließen die Behörden Boehringer.1982 Greenpeace unterstützt Elbfischer gegen DOW Chemical. Der
Konzern pumpt u. a. Quecksilber in die Elbe und vergiftet die Fische. Die
IWC verbietet die kommerzielle Waljagd, in Kraft ab 1986. Krach im
deutschen Büro über den Führungsstil: Einige Ehrenamtliche steigen aus
und gründen Robin Wood.
1983 Greenpeace übergibt der Bundesregierung eine Million Unterschrif-
ten gegen das Robbenschlachten. Der EG-Umweltrat beschließt den
Einfuhrstopp für Jungrobbenfelle. Start der Arbeit gegen Treibnetz-
fischerei und Beginn der Antarktis-Kampagne. Greenpeace fordert einen
„Weltpark Antarktis“, um den eisigen Kontinent vor Ressourcen-Abbau Seit 1983 – Aktionen gegen Treibnetzfischerei
und Zerstörung zu bewahren.
1984 Gegen sauren Regen und Waldsterben: Greenpeacer
besetzen zeitgleich in acht europäischen Ländern die
Schlote von Kohlekraftwerken.
1985 Die „Beluga“, mit Chemielabor an Bord, nimmt ihre
Arbeit gegen Flussverschmutzung auf. Im Visier sind vor
allem die Papierhersteller, die Chlorbleiche-Abwässer
einleiten. Die „Rainbow Warrior“ wird in Auckland vom
französischen Geheimdienst versenkt. Ein Greenpeace-
Fotograf stirbt.
1984 – Protest an Kohlekraftwerken
1986 Nach dem Super-GAU von Tschernobyl verstärkt
Greenpeace die Kampagne gegen die zivile Nutzung der Atomkraft. Das Verbot des kommerziellen Walfangs,
1982 von der IWC beschlossen, tritt in Kraft.
1987 Greenpeace eröffnet eine eigene Antarktis-Station, um Umweltschäden zu dokumentieren. Greenpeace
startet das „Bergwaldprojekt“. Freiwillige pflanzen Bäume gegen das Waldsterben. Aktivisten protestieren mit
einem Transparent auf der Georgij-Dimitroff-Brücke in Dresden gegen die Verschmutzung der Nordsee durch
Elbanrainer.
1987 – Greenpeace
eröffnet Antarktis-StationGREENPEACE BRINGT 1988 Das deutsche Büro startet eine Kampagne gegen illegalen Giftmüllexport aus
NICHT NUR UMWELT- Industrieländern nach Afrika, Lateinamerika sowie Osteuropa und veröffentlicht brisante
SKANDALE ANS LICHT Recherchen zu den Müllschiebereien. Eine halbe Million Protestpostkarten an das
der Öffentlichkeit, sondern Auswärtige Amt fordern den „Weltpark Antarktis“.
entwickelt auch Lösungen. Die
beweisen, dass es anders geht 1989 Auftakt der Kampagne gegen die
– sehr zum Ärger der Industrie. Ozonkiller FCKW. 250 Greenpeacer besetzen
1992 zeigt der „Greenfreeze“: das Gelände von Hoechst. Das Greenpeace-
Kühlschränke lassen sich Magazin erscheint auf chlorfrei gebleichtem
ohne FCKW und FKW und Papier. 20 Aktivisten empfangen einen
somit ozon- und klimascho- nuklear bewaffneten britischen Flugzeugträger
nend herstellen. 2002 zeigt es im Hamburger Hafen und fordern „Atomfreie
Greenpeace der deutschen Meere“. Beginn der Kampagne für den Schutz
Autoindustrie und präsentiert des Regenwaldes: Deutsche Baumärkte sollen
ein Dieselauto mit nachträglich kein Tropenholz mehr verkaufen. Die Dünn-
eingebautem Dieselrußfilter. säure-Verklappung in der Nordsee wird ein-
Dieser hält die gefährlichen gestellt.
Rußpartikel zurück und
1990 Die Giftmüllverbrennung auf der
schützt die Menschen vor
diesem Feinstaub und damit
Nordsee wird eingestellt. Das Greenpeace-
vor Dieselkrebs und anderen
Büro in Ostberlin nimmt nach der Wende seine
Krankheiten.
Arbeit auf. Die „Beluga“ setzt auf einer
zwei-monatigen Elbfahrt Flussverschmutzer in
Ost und West unter Druck. Das Kinder- und
Jugendprojekt wird aus der Taufe gehoben.
1700 Großplakate prangern die Chefs der 1989 – FCKW-Aktion bei Hoechst
Chemie-Industrie an: „Alle reden vom Klima
– wir ruinieren es“. Greenpeace veröffentlicht geheim gehaltene Routen, auf denen in
Deutschland Atommüll transportiert wird.
1991 Aktivisten stoppen einen Transport mit radioaktiver Fracht aus dem Atomkraft-
werk Unterweser in die Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield. Riesenerfolg: 26 Staaten
unterzeichnen das Antarktis-Schutzprotokoll, das den Rohstoffabbau für 50 Jahre verbie-
tet. Greenpeace bringt ein Plagiat des „Spiegel“ heraus: als erste Zeitschrift auf chlorfrei
gebleichtem Tiefdruck-Papier.
1991 – Protest gegen
Atommülltransporte1992 Greenpeace entwickelt zusam-
men mit einer ostdeutschen Firma den
„Greenfreeze“, den weltersten Kühl-
schrank ohne FCKW und FKW.
Aktivisten bringen dem deutschen
Umweltminister radioaktiv verseuchten
Sand vom Strand nahe der britischen
Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield, die
deutschen Atommüll verarbeitet. Green- 1992 – Giftmüll-Aktion in Rumänien
peace entdeckt in Rumänien Fässer mit
GEWALTFREI,
Altpestiziden und bringt sie zurück nach Deutschland. Umweltminister Töpfer lässt
INTERNATIONAL
daraufhin den ganzen Giftmüll zurückholen.
UND UNABHÄNGIG –
1993 Die London Dumping Convention beschließt, die Entsorgung von radioakivem das sind die Grundprinzipien
und industriellem Müll auf See ganz zu verbieten. Kampagne für die letzten Urwälder von Greenpeace. Die Umwelt-
Kanadas, die für die Papiergewinnung kahl geschlagen werden sollen. Aktivisten riegeln schutzorganisation arbeitet
den Zugang zu den Wäldern ab. Der Ökokühlschrank „Greenfreeze“ setzt sich in unabhängig von Regierungen,
Deutschland und Europa durch und startet seinen weltweiten Siegeszug – unter anderem Parteien und wirtschaftlichen
in China und Japan. Interessengruppen.
Internationalität mit heute über
1994 Die Basler Konvention beschließt das Verbot aller Müllexporte der Industrie- 40 Ländervertretungen welt-
nationen in die Entwicklungsländer und nach Osteuropa. Die IWC richtet ein Wal- weit ist dabei eine besondere
schutzgebiet in antarktischen Gewässern ein. Erste Aktionen gegen Castor-Transporte. Stärke – und in Zeiten zu-
Greenpeace entwirft das Konzept für eine ökologische Steuerreform. Mit dem Stadt- nehmender Globalisierung
forst Lübeck präsentieren die Umweltschützer das erste Waldgebiet in Deutschland, das unverzichtbar. Weltweit hat
ökologisch bewirtschaftet wird. Der Luftmessbus von Greenpeace Deutschland ist Greenpeace rund 2,9 Millionen
unterwegs in Mexico-City, wo die Luft extrem belastet ist. Unterstützer, allein in Deutsch-
land sind es heute über
580.000 Fördermitglieder. Sie
sichern die finanzielle und
1994 – Luftmessbus in Mexico-City
politische Durchschlagskraft
– und machen erfolgreiche
Greenpeace-Kampagnen über-
haupt erst möglich.GREENPEACE FÖRDERT 1995 Mehrere Wochen hält Greenpeace die ausgediente Ölplattform „Brent Spar“
DIE WEITER- besetzt, die Shell in der Nordsee versenken will. Der Ölmulti gibt schließlich bekannt, die
ENTWICKLUNG DER „Brent Spar“ an Land zu entsorgen. Kampagne für regenerative Energie: Greenpeace
GESELLSCHAFT stellt mit „Cyrus“ den Prototyp einer Photovoltaik-Anlage für ein Einfamilienhaus vor.
weit über den Umweltschutz
hinaus. Immer wieder gibt es 1996 Greenpeace im Internet: Die Website www.greenpeace.de startet. Auftakt der
dafür anerkennendes Lob von Kampagne gegen Gentechnik in der Landwirtschaft: Aktionen an Schiffen, die erst-
namhafter Stelle, beispiels- mals Gen-Soja aus den USA nach Europa bringen. Aktionen gegen den finnischen
weise von UNO, Weltbank, Papierhersteller Enso, der den deut-
Regierungen und Behörden. schen Markt mit Papier bedient und
Was Greenpeace einst dafür finnische Urwälder kahl
anprangerte, wird heute von schlägt. Greenpeace präsentiert
Behörden als gesetzwidrig den „Twingo SmILE“, ein serien-
verfolgt – etwa die Giftmüllent- reifes Sparmobil, das nur 2,3 Liter
sorgung in Entwicklungsländer, Benzin auf 100 Kilometer ver-
die Verwendung von hormon- braucht. Konfrontation mit
schädigenden Schiffsan- Heringsfängern im Ärmelkanal, die
strichen, die Nicht-Kennzeich- für die Überfischung der Nordsee
nung von Gen-Lebensmitteln. mitverantwortlich sind. Greenpeace
stellt „Prinzipien für eine ökologisch 1997 – Aktion gegen Gentech-Lebensmittel
verträgliche Fischerei“ vor.
1997 Aktionen gegen deutsche Firmen, die Zellstoff aus kanadischen Urwäldern
verarbeiten. Das EinkaufsNetz, die Verbraucherorganisation von Greenpeace, startet.
Innerhalb eines Jahres steigen rund 270.000 Verbraucher ein und wehren sich gegen
genmanipulierte Lebensmittel.
1998 In Folge der „Brent Spar“-Kampagne beschließt die Konferenz der Ostatlantik-
Anrainer (OSPAR), die Entsorgung von Öl- und Gasplatt-
formen im Meer generell zu verbieten.
1995 – Brent Spar-Aktion:
Das Meer ist keine Müllkippe1998 Im „genetiXproject“ sagen Jugendliche „Nein“ zum Butterfinger, einem
Schokoriegel mit genmanipuliertem Mais. Der Produzent Nestlé nimmt daraufhin
den Riegel vom Markt. 60.000 Haushalte beteiligen sich an der „Aktion Strom-
wechsel“ und erklären gegenüber Greenpeace ihre Absicht, umweltfreundlichen
Strom zu beziehen. Aktivisten „empfangen“ einen kanadischen Zellstofffrachter
im Hamburger Hafen und fordern, die letzten Urwälder an der Westküste Kana-
das vor den Kettensägen zu bewahren.
1999 Aktivisten kennzeichnen Felder, auf denen die Raiffeisen eG heimlich 1998 – genetiXproject gegen Gentechnik
Genmais von Novartis anbaut. Deutsche Supermarktketten erklären im März, bei
ihren Lebensmittel-Eigenmarken auf Gentechnik zu verzichten. Weltweite
Kampagne zur Rettung des Amazonas, des größten tropischen Regenwaldes der
Erde.
2000 Greenpeace enthüllt, dass das Europäische Patentamt (EPA) ein Patent auf
die Züchtung menschlicher Embryonen erteilt hat. Aktivisten mauern die
Eingänge des EPA zu und fordern „Stoppt Patente auf Leben“. „Greenpeace
energy“ wird gegründet, die Genossenschaft für sauberen Strom, der nicht aus
Atomanlagen und Kohlekraftwerken stammt. Das Schiff „Amazon Guardian“
startet eine mehrmonatige Expedition im Amazonas. In Deutschland stoppen
Aktivisten Schiffe, die illegal gefälltes Urwaldholz geladen haben. Ebenso kämp-
fen sie für den Schutz des hessischen Kellerwaldes. Mit Erfolg: Ab 2004 wird
dieser einzigartige Buchenwald zum Nationalpark.
2001 Aktionen gegen das Ultragift Tributylzinn (TBT) in Schiffsanstrichen
haben Erfolg: Die Internationale Organisation für die Seeschifffahrt (IMO)
beschließt ein weltweites Verbot von TBT, gültig ab 2003.
2000 – Protest am Europäischen Patentamt
2002 Greenpeace kämpft für den Schutz der sieben letzten großen Urwaldge-
biete weltweit. Aktionen gegen den Ölmulti Exxon (Esso), der den Klimaschutz
blockiert. Die Kampagne gegen Krebs erregenden Dieselruß soll deutsche
Autobauer dazu bewegen, endlich Dieselrußfilter in ihre Fahrzeuge einzubauen.
2003 „Nein“ zum Irakkrieg! Weltweit setzen sich Greenpeacer mit Aktionen für
den Frieden ein. Das EinkaufsNetz, ein Verbraucherprojekt von Greenpeace,
startet eine Kampagne gegen Gift und Gentechnik im Essen. Die Umweltstiftung
Greenpeace unterstützt den Tierpark Warder, um seltene europäische Nutztier-
rassen vor dem Aussterben zu bewahren.
2004 Rund 1,5 Millionen Ratgeber „Essen ohne Gentechnik“ werden verteilt. Er
enthält Listen mit Firmen, die gentechnikfreie Lebensmittel garantieren. Gegen
Gen-Pflanzen in Futtermitteln protestiert Greenpeace beim Konzern Müllermilch.
Kampagne für die Meere: Greenpeace ist in Nord- und Ostsee unterwegs und
fordert Meeresschutzgebiete.
2004 – Meeresschutz-Aktion2005 Der Ratgeber „Essen ohne Pestizide“
erscheint – mit Tipps für den Einkauf von
Obst und Gemüse ohne giftige Spritzmittel.
Die „Esperanza“ startet eine einjährige
Weltreise zur Kampagne „SOS Weltmeer“,
dokumentiert u. a. die Überfischung und
Verschmutzung der Meere und fordert
echte Schutzgebiete weltweit. Mit einem
fünf Meter hohen Dinosaurier aus Schrott
tourt Greenpeace durchs Land, um gegen
die geplante Laufzeitverlängerung für
deutsche Atomkraftwerke zu protestieren.
2005 – „Esperanza“ auf der Tour „SOS Weltmeer“ 2006 An der Ostseeküste strandet ein 17
Meter langer toter Finnwal. Greenpeace
transportiert das Tier nach Berlin und protestiert damit vor der japanischen Botschaft ge-
gen den Walfang. Greenpeacer nehmen Proben gentechnisch veränderter Maispflanzen
auf einem Feld bei Borken (Nordrhein-Westfalen). Der Mais der Firma Monsanto enhält
Gift, das nicht nur Schädlinge, sondern auch Schmetterlinge und andere Insekten töten
kann.
GREENPEACE 2007 Mit der Studie „Plan B“ stellt Greenpeace ein fundiertes Energie- und Klimaschutz-
WICHTIGER DENN JE: konzept für Deutschland vor – ganz ohne Atom- und Kohlestrom. Greenpeace belegt,
Umwelt und Wirtschaft werden dass die hohe Nachfrage nach Palmöl, z. B. von der Kosmetik- oder Lebensmittelbranche,
heute zunehmend gegen- die Urwälder Indonesiens zerstört. Der kostbare Urwald muss riesigen Ölpalm-Plantagen
einander ausgespielt, ökologi- weichen. An deutschen Autobahnen stellen Greenpeacer Verkehrsschilder mit „120 km/h
sche Probleme verschwinden Höchstgeschwindigkeit – Klimaschutz“ auf. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deut-
von der politischen Tagesord- schen Autobahnen ist längst überfällig.
nung und aus den Medien.
Greenpeace und andere Nicht- 2008 Mit Hilfe der „Beluga II“ und einem Arbeitsschiff versenkt Greenpeace Hunderte
Regierungsorganisationen Natursteine am Sylter Außenriff (Nordsee) auf dem Meeresgrund, um das Naturschutz-
haben daher eine größere gebiet vor Grundschleppnetzfischerei zu bewahren. Das Meeresmuseum Ozeaneum in
Bedeutung als je zuvor. Denn Stralsund wird eröffnet, darin die spektakuläre Greenpeace-Ausstellung „1:1 Riesen der
sie sind die Einzigen, die sich Meere“ – mit Wal-Modellen in Originalgröße und vielen Infos über die bedrohten
noch für die elementarsten Meerestiere.
Anliegen einsetzen: den Schutz
der Lebensgrundlagen – und
damit für eine lebenswerte
Zukunft nachfolgender
Generationen.
2008 – Aktion am Sylter
Außenriff für den Schutz der
Fischbestände2009 Deutschland und die Welt ereilt eine Banken- und
Wirtschaftskrise. Als Reaktion auf die milliardenschweren
Bürgschaften der Bundesregierung für kriselnde Geldinsti-
tute erklettern Aktivisten die Zentrale der Deutschen Bank
in Frankfurt. Auf ihrem Banner der Slogan: „Wäre die Welt
eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet.“ Proteste unter
dem Motto „Atomkraft schadet Deutschland“ richten sich
gegen Pläne der Energiekonzerne, die Laufzeit alter
Atommeiler zu verlängern.
2011 – Nach dem Gau im japanischen Fukushima
messen Greenpeace-Experten die Strahlenbelastung
2010 In Finnland werden acht große Urwaldgebiete
unter Schutz gestellt – großer Erfolg nach jahrelanger
Greenpeace-Arbeit in Deutschland und weltweit. Um die letzten Urwälder Indonesiens GREENPEACE
zu retten – Heimat der bedrohten Orang-Utans – fordert Greenpeace vom Lebensmit- MOTIVIERT ZUM UM-
telkonzern Nestlé, kein Palmöl aus Urwaldzerstörung zu verarbeiten. Im Mai lenkt Nestlé WELTENGAGEMENT,
ein. Der Greenpeace-Kühlschrank „SolarChill“ wird von der Weltgesundheitsorganisa- zum kritischen Umgang mit
tion (WHO) für den weltweiten Einsatz zugelassen. Der Impfstoffkühlschrank ist FCKW- Institutionen und damit gegen
und FKW-frei und läuft mit Sonnenenergie. Politik-Verdrossenheit und Re-
signation. Tausende Kinder, Ju-
2011 Im März kommt es im japanischen Fukushima zum atomaren Super-GAU.
gendliche und Erwachsene, die
Greenpeace entsendet Expertenteams, um Lebensmittel, Böden und Meereslebewesen zu
sich ehrenamtlich für Green-
untersuchen. Für Deutschland zeigt Greenpeace mit dem Energiekonzept „Der Plan“,
peace-Themen einsetzen,
dass eine Versorgung ohne Atom- und Kohlestrom möglich ist. Greenpeace startet im
tragen die Arbeit der Organisa-
Spessart die Kampagne zum Schutz der deutschen Buchenwälder. Auftakt des Projekts
tion bis in die letzte Ecke der
„Detox“ für giftfreie Kleidung – erste große Firmen verpflichten sich, bis 2020 giftige
Republik und sind Beweis einer
Chemikalien aus ihrer Produktion zu verbannen.
lebendigen demokratischen
Gesellschaft. Greenpeace ist
2012 Proteste gegen Riesentrawler, die vor Westafrika die Meere plündern. Greenpeace
überzeugt, dass jeder und jede
fordert eine nachhaltige europäische Fischereipolitik. Weltweite Aktionen für den
Einzelne zur Veränderung der
Schutz der Arktis. Shell, Gazprom und andere Konzerne sollen ihre Ölförderpläne stoppen.
Welt beitragen kann.
Autobauer VW im Fokus, Greenpeace fordert: Spritspartechnik serienmäßig in die
VW-Fahrzeugflotte – ohne Preisaufschlag.
2009 – Auf dem Atomkraftwerk
Unterweser2013 Asiens größter Papierproduzent gibt bekannt, auf
die Einschläge in indonesischen Regenwäldern zu ver-
zichten – ein Erfolg nach dreijähriger Greenpeace-Kam-
pagne. Schließung der Cellulosefabrik am sibirischen
Baikalsee: Damit ist nach 15 Jahren Greenpeace-Protest der
größte Verschmutzer des weltältesten Süßwassersees
beseitigt. Weltweite Proteste für die Freilassung der
„Arctic 30“, die friedlich gegen Ölförderung in der Arktis
protestierten und dafür rund zwei Monate in russischer
Haft sitzen. Zum Jahresende kommen alle Aktivisten frei.
2014 Detox-Kampagne: Vor der Fußball-WM fordert
Greenpeace vom Sportkonzern Adidas, endlich Sport-
artikel ohne Gift herzustellen. Nach Aktivitäten weltweit
verpflichtet sich Adidas zu mehr Transparenz in der
Lieferkette und konkreten Ausstiegszielen für fluorierte
Chemikalien bis Ende 2017. In der Lausitz demonstrie-
ren 7500 Menschen aus über 20 Ländern gegen weitere
2013 – Proteste gegen Ölbohrungen in der Arktis und für die Braunkohletagebaue und für eine echte Energiewende.
Freilassung von Aktivisten aus russischer Haft.
Die Menschenkette reicht vom deutschen Kerkwitz bis ins
polnische Grabice.
2015 Shell beendet seine Pläne, vor Alaska nach Öl zu bohren. Bei der
Klimakonferenz in Paris werden ambitionierte Ziele gesetzt: 1,5 statt zwei
Grad Klimaerwärmung im Konferenztext. Vattenfall bietet seine Braun-
kohlesparte zum Verkauf an. Zu diesen Erfolgen hat Greenpeace jahrelang
Druck gemacht, auch in anderen Branchen: Wiesenhof und McDonalds
bekennen sich wieder zu gentechnikfreiem Hühnerfutter. Tchibo, Lidl und
Aldi verpflichten sich nach Greenpeace-Verhandlungen, ihr Textilsorti-
ment zu entgiften.
2016 Erfolg in Kanada: Nach rund 20 Jahren Greenpeace-Einsatz werden
2014 – Lausitz: Demo gegen neue im Februar mehr als drei Millionen Hektar des Great-Bear-Regenwalds vor
Kohletagebaue
Abholzung geschützt. Im Mai veröffentlicht Greenpeace die bis dahin
geheim gehaltenen Vertragspapiere des Handelsabkommens TTIP: Aus-
züge als Projektionen auf dem Berliner Reichstag, den Gesamttext in
einem gläsernen Leseraum am Brandenburger Tor. Zusammen mit der
indigenen Bevölkerung stoppen Aktivisten ein zerstörerisches Staudamm-
projekt der brasilianischen Regierung am Amazonas. Greenpeace-Sieg
über den Ölkonzern Dea: Im Dezember verbietet die Politik, im National-
park Wattenmeer nach Öl zu bohren. Nach Funden von Ethoxyquin in
Speisefischen aus konventioneller Aquakultur fordert Greenpeace, das
bedenkliche Pflanzenschutzmittel als Futtermittelzusatz zu verbieten. Im
Juni 2017 tritt das Verbot in Kraft – ein großer Erfolg von Greenpeace.
2016 – Greenpeace deckt auf: Speisefische
aus Aquakulturen sind mit Pflanzengift
Ethoxyquin belastetKEIN GELD VON
INDUSTRIE UND STAAT
Greenpeace ist international, über-
parteilich und völlig unabhängig von
Politik, Parteien und Industrie. Mit
gewaltfreien Aktionen kämpft Green-
peace für den Schutz der Lebens-
grundlagen. Rund 580.000 Förder-
mitglieder in Deutschland spenden
einen regelmäßigen Beitrag an
2016 – Einsicht in TTIP-Handelsverträge: der gläserne Leseraum in Berlin Greenpeace und gewährleisten damit
schafft Transparenz unsere tägliche Arbeit zum Schutz
der Umwelt.
2017 Ein Erfolg, der die gesamte Branche verändert: Die Detox-Kampagne überzeugt Gore Fabrics, im Outdoor-
Sektor aus den gefährlichen fluorierten Chemikalien (PFC) auszusteigen. Mit einem Report zeigt Greenpeace,
wie viel Plastik aus Kosmetika in die Meere gelangt. Die Jugendlichen der Umweltschutzorganisation fordern von
Beiersdorf, Plastik aus ihren Produkten zu verbannen, und springen vor dem Hamburger Nivea-Haus in die
Binnenalster. Im März gibt der Braunkohlekonzern LEAG den Tagebau Jänschwalde Nord auf, wofür sich
Greenpeace mit der Bevölkerung jahrelang eingesetzt hatte. Drei Dörfer sind gerettet. Anfang Dezember
einigt sich die EU mit 9 Ländern – darunter Kanada, China, Russland, Norwegen und die USA – die
industrielle Fischerei im arktischen Meer zu verbieten. Das Moratorium umfasst rund 2,8 Millionen
Quadratkilometer und soll mindestens 16 Jahre gelten.
2017 – Hamburg: Jugendliche Greenpeacer protestieren in der Alster für plastikfreie Meere und gegen Mikroplastik in Kosmetik
A 0137 6
IMPRESSUM Greenpeace e.V., Hongkongstraße 10, 20457 Hamburg; Tel.: 040 - 306 18 - 0 Politische Vertretung Berlin Marienstr. 19–20, 10117 Berlin; mail@greenpeace.de,
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Hain; S. 3: Roger Grace, Greenpeace (Montage), Steve Morgan; S. 4: Diether Vennemann, Sabine Vielmo; S. 5: Sabine Vielmo, Karsten Smid; S. 6: Bernhard Wiesen, Dave Sims;
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Sie sich über Nachrichten zur Erderhitzung oder aussterbende Fischarten? Vielleicht ärgern Sie sich auch über
lapidare Erklärungen von Konzernchefs, warum überschrittene Abgas-Grenzwerte gar nicht illegal seien. Wenn
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Verbraucherarbeit vor Ort. Um kreative Aktionen zu entwickeln und Lösungen für eine bessere, saubere Umwelt
durchzusetzen – dazu braucht es Menschen jeden Alters. Gemeinsam können wir viel erreichen!
An allen Ecken Konkrete Arbeit „Mich motiviert es, zu
Deutschlands aktiv mitten im Leben sehen, dass wir etwas
In mehr als 100 Städten bieten Unsere Aktiven sind keine Öko- bewirken können. Es reicht
ehrenamtliche Greenpeace- Superfrauen oder -männer. Sie nicht immer aus, sich auf
Gruppen Möglichkeiten zum wissen, wie schwierig es ist, die Politik zu verlassen.
Mitmachen an. Ob berufstätig, einen ökologisch-nachhaltigen
Schülerin, Student oder im Lebensstil zu gestalten. Deshalb Man unterstützt sich gegen-
Ruhestand – Greenpeace braucht entwickeln sie konkrete Tipps, die seitig, lernt Gleichgesinnte
Menschen, die sich mit Talent, nah am praktischen Leben sind. kennen und ergänzt
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In großen Greenpeace-Gruppen,
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