Antike Realität mobil erleben - ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum

Antike Realität mobil erleben - ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum
– Archäologentage Otzenhausen 2, Archäologie in der Großregion –
 Beiträge des internationalen Symposiums zur Archäologie in der Großregion in der Europäischen Akademie Otzenhausen vom 19. - 22. 02. 2015




                               Antike Realität mobil erleben –
                             ein Augmented Reality Media Guide
                             für den Archäologiepark Belginum
                                      von Sascha David Schmitz und Angelika Kronenberg




Bauliche Voll- und Teilrekonstruktionen sind seit Lan-
gem ein beliebtes Mittel der Vermittlung des kulturellen
Erbes. Insbesondere wer nicht zum Kreis der Fachleute
gehört, bekommt hier einen besseren Eindruck von der
Lebenswirklichkeit unserer Vorfahren als er durch in den
Boden eingelassene Grundrisse, textliche Beschreibun-
gen, zeichnerische Rekonstruktionen oder selbst mo-
derne 3D-Grafiken je gewinnen könnte. Doch aus der
Sicht von Denkmalpflege, Wissenschaft und Tourismus
bringen Rekonstruktionsbauten auch Nachteile mit sich,
die häufig die Verantwortlichen von derartigen Vorhaben
                                                                        Abb. 1: Eine 3D-Rekonstruktion des gallo-römischen Umgangs-
Abstand nehmen lassen. Durch die neue Technologie der                   tempels der Hauptphase des Tempelbezirks 2 in Belginum,
Augmented Reality wird nun ein Erlebnis möglich, das                    eingeblendet am ursprünglichen Standort. Die Montage ver-
diese Nachteile umgeht und gleichzeitig den Vermitt-                    anschaulicht die Idee hinter dem Projekt ARmob (Foto: S.D.
lungsmöglichkeiten der baulichen Rekonstruktion nahe-                   Schmitz).
zu ebenbürtig ist.
    Mit Hilfe von Augmented Reality wird es möglich,
am Computer erstellte 3D-Rekonstruktionen nicht mehr                        Das Pilotprojekt ARmob wurde mit LEADER-Mit-
nur als 2D-Bilder oder Videosequenzen zu erfahren, son-                 teln gefördert und unter der Trägerschaft der Gemeinde
dern diese mittels eines Smartphones oder Tablets ähn-                  Morbach, zusammen mit den Instituten der Klassischen
lich eines Hologrammes in den Raum einzublenden. Bei                    Archäologie und der Geoinformatik/Kartographie der
ARmob handelt es sich um eine Machbarkeitsstudie, in                    Universität Trier, sowie der Firma GeoBoden durch-
der überprüft wurde, unter welchen Bedingungen sich                     geführt, um die Machbarkeit eines Augmented Reality
Rekonstruktionen von historischer Architektur an ihrem                  Media Guides zu prüfen. Sowohl aus dem Fach Geoin-
ursprünglichen Standort und in Originalgröße anzeigen                   formatik als auch aus dem Fach Klassische Archäologie
lassen.                                                                 waren Studierende im Rahmen von Lehrveranstaltungen
    Die Vorteile dieser Methode liegen klar auf der Hand.               daran beteiligt. Dabei wurden mehrere Objekte rekon-
Nicht nur ist es sowohl bei der ersten Einrichtung als                  struiert und in Form einer App für Smartphones und Ta-
auch bei der Instandhaltung weitaus kostengünstiger,                    blets eine Programmstruktur geschaffen, in die sich diese
3D-Modelle zu erstellen, als die historischen Gebäude                   und auch zukünftige Modelle schnell integrieren lassen.
baulich zu rekonstruieren. Auch aus denkmalpflegeri-                    Dies ermöglichte, den Zeitaufwand für einzelne Schritte
scher Sicht ist sie zu bevorzugen, da keine Eingriffe in                besser einzugrenzen und Lösungen für verschiedene auf-
den Boden oder Anbauten an noch erhaltene Teile des                     tretende Probleme zu entwickeln. Rekonstruiert wurden
Gebäudes nötig sind. Somit wird der originale Befund                    unter anderem zwei Objekte aus dem Archäologiepark
nicht gefährdet. Ebenso hat die Vermittlung mithilfe von                Belginum, der Gallo-Römische Umgangstempel aus
Augmented Reality für die Wissenschaft deutliche Vor-                   dem Tempelbezirk 2 und das römische Pfeilergrabmal
züge. Zum einen sind die im Original erhaltenen Teile                   aus dem Gräberfeld sowie die Wasserburg Baldenau, die
eines Gebäudes häufig kaum von der baulichen Rekon-                     heute als Ruine auf dem Gebiet der Gemeinde Morbach
struktion zu trennen, wodurch Nachuntersuchungen so                     erhalten ist.
gut wie unmöglich werden, zum anderen frieren bauliche                      Augmented Reality, zu Deutsch «erweiterte Reali-
Rekonstruktionen gewissermaßen den Forschungsstand                      tät», ist die Ergänzung der Realität durch virtuelle In-
ihres Erbauungszeitpunktes ein. Neuere Erkenntnisse,                    halte. Seit einiger Zeit gelangt sie zunehmend in unseren
die vielleicht ein völlig anderes Bild zeigen, können nun               Alltag und wird vielen, z.B. durch die eingeblendete Ab-
kaum mehr berücksichtigt werden. 3D-Modelle lassen                      seitslinie bei Fußballübertragungen oder die App eines
sich dagegen schnell und mit vergleichsweise geringem                   großen schwedischen Möbelhauses, mit der man sich die
Aufwand an den Stand der Forschung angleichen und                       Objekte aus dem Katalog in Originalgröße anschauen
können so stets ihre Aktualität behalten.                               kann, bereits bekannt sein, wenn auch nicht dem Namen

                                                                                                                                      297
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Abb. 2: Eine 3D-Rekonstruktion des Pfeilergrabmals 1259 vom Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. im keltisch-römischen Gräberfeld
Belginum. Nach einer Rekonstruktion von B. Numrich (Foto: S.D. Schmitz).


nach. Bei der Augmented Reality App ARmob werden die            de ist, dass der Betrachter sich frei um den Marker bewe-
3D-Rekonstruktionen in das Vorschaubild der Kamera              gen und so das Modell von allen Seiten und Blickwin-
des verwendeten Mobilgeräts eingeblendet. Es existieren         keln betrachten kann, solange sich ein Teil des Markers
verschiedene Methoden, mit denen dies erreicht werden           im Kamerafeld des Gerätes befindet. Leider ist diese Art
kann, hier wurde zunächst die Darstellung mithilfe von          von Marker sehr empfindlich, so dass man immer wieder
Markern gewählt. Ein solcher Marker wird von einer              die Kamera komplett auf den Marker richten muss, um
Bilderkennungssoftware in der App erkannt und liefert           das Modell wieder angezeigt zu bekommen. Durch die
der App den Orientierungspunkt, den sie zum Einblen-            Zylinderkrümmung verliert das Programm den Marker
den des Objektes benötigt.                                      schneller aus dem Kamerafeld, als es bei dem Bildmar-
     Die Abbildung der Rekonstruktionen wird bislang            ker der Fall ist.
durch zwei verschiedene Arten von Markern gewährleis-               Da beide Arten von Markern keine zufriedenstellen-
tet. Zum einen durch den einfachen Bildmarker, bei dem          den Ergebnisse liefern, wird für das Folgeprojekt die
das Markerbild auf einer Oberfläche, wie zum Beispiel           markerlose Darstellung mithilfe von GPS und Kompass
einer Schautafel, ausreicht, um das 3D-Modell anzuzei-          der mobilen Geräte angestrebt. Der GPS-Sensor im mo-
gen. Zum anderen durch einen zylinderförmigen Bild-             bilen Gerät empfängt die aktuelle Position des Geräts,
marker, bei dem das Markerbild um den Zylinder herum            der eingebaute Kompass die Himmelsrichtung, in die das
angebracht wurde.                                               Gerät zeigt. Diese ist gleichzusetzen mit der Blickrich-
     Der einfache Bildmarker hat den Vorteil, dass er           tung des Nutzers. Wenn nun ein Modell in der Datenbank
nicht viel Platz im Feld benötigt, eventuell kann man           des Programms gespeichert ist, welches Koordinaten in
sogar bereits vorhandene Schautafeln dafür nutzen,              der Nähe hat und in der Blickrichtung des Nutzers liegt,
weiterhin funktioniert er sehr stabil. Wenn das genutzte        wird es in das Vorschaubild der Kamera eingeblendet.
Gerät einmal den Marker erkannt hat, wird das Bild zu-          So bekommt der Nutzer den Eindruck, das Modell wür-
verlässig eingeblendet. Leider funktioniert dies nicht aus      de wirklich in der Landschaft stehen. Diese Methode ist
allen Blickwinkeln, da der Marker an sich flach ist und         komplett unabhängig vom Blickwinkel des Betrachters
die Kamera des Geräts bei einem zu flachen Winkel den           und erlaubt sogar ein „Betreten“ der 3D-Modelle, um
Marker verliert. Versuche haben gezeigt, dass eine rea-         sich ein Bild vom Inneren machen zu können. Eine real-
listisch große Darstellung mit diesen Markern bei großen        große Darstellung der Objekte ist hierbei kein Problem,
Objekten kaum möglich ist, da die Marker fast so groß           da die Modelle anhand ihrer Koordinaten gespeichert
sein müssten wie die Grundfläche des Objekts.                   sind und nicht mehr von Markern abhängen. So hat zum
     Bei dem zylinderförmigen Marker muss zuerst der            Beispiel jede Ecke eines Tempels die entsprechenden
Zylinder in der Landschaft aufgestellt werden. Auch hier        Koordinaten gespeichert und das gesamte Objekt wird
zeigte sich jedoch, dass die Zylindermarker unter Um-           anhand dieser Koordinatenpunkte aufgezogen und auf
ständen recht groß sein müssen, um eine einwandfreie            dem Gerät eingeblendet.
Darstellung zu gewährleisten. Der Vorteil dieser Metho-


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Antike Realität mobil erleben - ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum
Abb. 3: Eine 3D-Rekonstruktion der Wasserburg Baldenau aus dem frühen 13. Jahrhundert n. Chr., überblendet mit einer Aufnah-
me der heutigen Ruine. Blick nach Süden (Foto: S.D. Schmitz).

    Die App funktioniert ohne Internetanbindung, damit          weitert wird. Angedacht ist ein römischer Routenplaner
sie draußen im Feld sinnvoll genutzt werden kann, auch          mit Verknüpfung zur Projektdatenbank. Die Denkmäler
wenn kein Signal vorhanden ist. Sie wird einmalig instal-       sind darin nach verschiedenen Kategorien geordnet, so
liert und enthält dann alle Modelle des Projekts. Ein wei-      dass man Touren mit thematischen Schwerpunkten, wie
terer wichtiger Aspekt ist die Erweiterbarkeit, um neue         z.B. Religion und Kult, planen oder spontan auf einem
Modelle und dazugehörige Daten hinzufügen zu können.            Ausflug oder einer Wanderung nach Objekten in der
Diese Erweiterbarkeit ist durch die Nutzung einer Daten-        Nähe suchen kann. Gerade kleinere Denkmäler, die der-
bank gegeben, in der Links zu den 3D-Modellen, deren            zeit touristisch weniger attraktiv sind, werden so durch
Größe, Ausrichtung, weiterführende Informationen und            Augmented Reality aufgewertet und durch den Routen-
die dazugehörigen Koordinaten des Objekts gespeichert           planer zugänglich gemacht.
sind.                                                               Den Denkmälern werden Erklärungen und weiterfüh-
    Um möglichst viele Nutzer zu erreichen, wird die            renden Informationen hinzugefügt, deren Schwerpunkt
App für Android, das am weitesten verbreitete Betriebs-         im Vorhinein zielgruppenorientiert eingestellt werden
system für mobile Geräte, geschrieben. So können die            kann. So wird speziell auf die Bedürfnisse von Kindern,
Nutzer ihr eigenes Smartphone oder Tablet verwenden,            Erwachsenen und wissenschaftlich interessierten Besu-
um die Modelle zu betrachten. Ein weiterer Vorteil ist,         chern eingegangen. Während das Lernen und Erleben
dass es nicht die neusten Geräte sein müssen, da auf Ab-        des kulturellen Erbes so durch Suchspiele und Schnitzel-
wärtskompatibilität geachtet wird. Dies bedeutet, dass          jagden spannend gestaltet wird, machen Erläuterungen
auch ältere Smartphones und Tablets mit dem Betriebs-           der einzelnen Rekonstruktionsschritte, alternative Re-
system Android die App ohne Probleme nutzen können.             konstruktionsvorschläge und weiterführende Literatur
Je nach Hardware können die Ladezeiten jedoch vari-             die wissenschaftliche Arbeit für den Besucher nachvoll-
ieren. Ein zentraler Vorteil ist, dass keine Spezialgerä-       ziehbar. Letztendlich werden die Denkmäler leichter zu-
te benötigt werden, so dass sich Besucher keine Geräte          gänglich gemacht und die Lust am kulturellen Erbe bei
ausleihen müssen, sondern die App spontan herunterla-           verschiedensten Alters- und Interessensgruppen durch
den, installieren und nutzen können. Die App wird mit           die neue Vermittlungsmethode geweckt und gesteigert.
Software aus freien Lizenzen geschrieben. Dies ermög-
licht eine schnelle und problemlose Fortführung des Pro-        Weiterführende Literatur
gramms in der Zukunft.                                          E. Brück / B. Detzler, History meets Digital Media – mit
    Aufgrund der Erfahrungen aus der Machbarkeitsstu-                Smartphone, Augmentetd Reality und Oculus Rift Ge-
die können nun die Weichen für das eigentliche ARmob                 schichte neu erleben. In: M. Koch (Hrsg.), Archäologie
Projekt gestellt werden. In diesem wird das Projektgebiet            in der Großregion. Symposium Otzenhausen 7.-9. März
auf den Bereich Eifel, Hunsrück, Mosel ausgedehnt, wo-               2014 (Otzenhausen 2015) 323-328.
bei nach dem Bottom Up Prinzip die vorhandene App               W. Cellary / K. Walczak (Hrsg.), Interactive 3D multimedia
sukzessive um weitere Denkmäler und Funktionen er-                  content. Models for creation, management, search and
                                                                    presentation (London / New York 2012).


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Antike Realität mobil erleben - ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum
R. Cordie (Hrsg.), Belginum. 50 Jahre Ausgrabungen und For-           A. Mehler-Bicher / M. Reiß / L. Steiger, Augmented Reality.
     schungen. Schriftenreihe des Archäologieparks Belginum               Theorie und Praxis (München 2011).
     5 (Mainz 2007).                                                  B.R. Olson / W.R. Caraher (Hrsg.), Visions of Substance. 3D
J. Klimke / B. Hagedorn / M. Trapp / J. Döllner, Web-based and             Imaging in Mediterranean Archaeology (University of
      Mobile Provisioning of Virtual 3D Reconstructions. In:               North Dakota 2015).
      R. Franken-Wendelstorf / E. Lindinger / J. Sieck (Hrsg.),       A. Posluschny / K. Lambers / I. Herzog (Hrsg.), Layers of per-
      Kultur und Informatik: Reality and Virtuality (Glückstadt            ception. Proceedings of the 35th International Conference
      2014) 17-27.                                                         on Computer Applications and Quantitative Methods in
M. Torsten, Die virtuelle Vergangenheit. In: J. Sieck / M.A.               Archaeology (CAA), Berlin, Germany, April 2-6, 2007.
    Herzog (Hrsg.), Kultur und Informatik. Entwickler, Ar-                 Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte, Bd. 10 (Bonn
    chitekten und Gestalter der Informationsgesellschaft                   2008).
    (Frankfurt a. M. / Berlin / Bern / Bruxelles / New York /
    Oxford / Wien 2006) 73-80.


                                                                  


Zusammenfassung / Résumé / Abstract1

Antike Realität mobil erleben – ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum. Aug-
mented Reality, die Erweiterung der Realität durch virtuelle Inhalte, ist derzeit in verschiedensten Lebensbereichen
auf dem Vormarsch. Dass diese Technologie sich auch in den Bereichen kulturelles Erbe, Denkmalpflege und Archäo-
logie als attraktive und kostengünstige Vermittlungsmethode anbietet, liegt auf der Hand. Mit dem Projekt ARmob
wurde nun eine Machbarkeitsstudie zur Realisierung einer Augmented Reality App für private Mobilgeräte durchge-
führt. Auf Basis der an Objekten aus dem Archäologiepark Belginum gewonnenen Erkenntnisse kann nun ein größer
dimensioniertes Projekt folgen.

Vivre la réalité de l’antiquité sous forme virtuelle – un guide réalité augmentée (Augmented Reality Media
Guide) pour le parc archéologique de Belginum. La réalité augmentée qui rend possible l’enrichissement de la
réalité par des contenus virtuels se répand de plus en plus dans les différents secteurs de la vie quotidienne. Il est évi-
dent que cette technologie représente une méthode éducative à la fois attractive et avantageuse dans les domaines du
patrimoine culturel, la conservation des monuments historiques et l’archéologie. Grâce au projet ARmob, une étude de
faisabilité a été effectuée afin d’implémenter une application mobile en réalité augmentée pour les appareils mobiles
privés. Sur la base des connaissances acquises en travaillant avec les objets du parc archéologique « Archäologiepark
Belginum » on peut maintenant réaliser un projet à plus grande échelle.

Virtual experience of ancient reality – an augmented reality media guide for Belginum archaeology park. Aug-
mented Reality, adding virtual content to reality, is used in more and more areas of daily life. It is out of question that
this technology offers an attractive and affordable means of presenting cultural heritage and archaeological finds. With
the project ARmob a feasibility-study to implement an Augmented Reality App for private mobile devices was recently
undertaken. According to the insights that were gained working with objects from the Archäologiepark Belginum a
larger dimensioned project can follow now.


Adresse der Verfasser
Sascha David Schmitz M. A.                                            Dipl.-Umweltwiss. Angelika Kronenberg
FBIII – Klassische Archäologie                                        FBVI – Kartographie
Universität Trier                                                     Universität Trier
D-54286 Trier                                                         D-54286 Trier
schm4136@uni-trier.de                                                 kronenb@uni-trier.de




1   Für die Übersetzung danken wir herzlich Friederike Karstens M. A.


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Antike Realität mobil erleben - ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum
Archäologie in der Großregion




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Antike Realität mobil erleben - ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum
Archäologentage Otzenhausen


               herausgegeben

                    von

                Michael Koch




               Band 2
                 2015




              Nonnweiler 2016




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Antike Realität mobil erleben - ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum
- Archäologie in der Großregion -

     Beiträge des internationalen Symposiums zur
             Archäologie in der Großregion
     in der Europäischen Akademie Otzenhausen
              vom 19. - 22. Februar 2015




                   Nonnweiler 2016




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Antike Realität mobil erleben - ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum
Veranstalter:
                       Europäische Akademie Otzenhausen gGmbH
                                 Gemeinde Nonnweiler

                                  Kooperationspartner:
                      Freundeskreis keltischer Ringwall Otzenhausen e.V.
                         D‘Georges Kayser Altertumsfuerscher a.s.b.l.
             Institut national de recherches archéologiques préventives (Inrap)
                      Service régional d‘Archéologie (SRA) de la Lorraine

               Die Tagung wurde durchgeführt mit der Unterstützung von:
                KulturLandschaftsInitiative St. Wendeler Land e.V. (KuLanI)
              Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes
    Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER):
    Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete. Dieses Projekt wird im Rahmen des
                LEADER-Programms der Region St. Wendeler Land gefördert.
                          Stiftung europäische Kultur und Bildung
                              Zentrum für Biodokumentation
                       Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim

                  Die Drucklegung dieses Bandes wurde ermöglicht von:
                                  Gemeinde Nonnweiler
                       Europäische Akademie Otzenhausen gGmbH
                    Freundeskreis keltischer Ringwall Otzenhausen e.V.
              Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes
    Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER):
    Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete. Dieses Projekt wird im Rahmen des
                LEADER-Programms der Region St. Wendeler Land gefördert.




               Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

          Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
         Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im
                       Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

                                 ISBN 978-3-941509-13-9




              Copyright 2016, Europäische Akademie Otzenhausen gGmbH,
          Europahausstraße 35, 66620 Nonnweiler - www.eao-otzenhausen.de
                                  Redaktion: Michael Koch
    Übersetzungen und Lektorat: Kerstin Adam sowie Denise Caste-Kersten, Geneviève
     Daoulas, Priscille Dhesse, Nathalie Froeliger, Béatrice Panisset, Julian Wiethold
            Titelbild: Treppe keltischer Ringwall Otzenhausen (Foto: M. Koch)
       Umschlaggestaltung, Satz und Druck: Archäologie Büro & Verlag Glansdorp




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Antike Realität mobil erleben - ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum
Inhaltsverzeichnis


   Grußwort von Stefan Mörsdorf, Geschäftsführer der Europäischen Akademie Otzenhausen
Grenzen überschreiten!                                                                                                                                   .
Franchir les frontières ! ............................................................................................................................... 8

   Grußwort von Dr. Franz Josef Barth, Bürgermeister der Gemeinde Nonnweiler
Raum für Begegnung
Espace de rencontres .............................................................................................................................. 10

  Grußwort von Claude Gitta, Directeur interrégional Inrap Grand Est Nord, Metz
Zum Geleit
Mot de bienvenue ................................................................................................................................... 12

   Vorwort von Werner Feldkamp, Vorsitzender der KulturLandschaftsInitiative St. Wendeler Land e.V.
Die Archäologentage Otzenhausen –                                                                                           .
eingebunden in die Lokale Entwicklungsstrategie (LES) der KuLanI
Les Journées archéologiques d‘Otzenhausen –                                                                                 .
partie intégrante de la stratégie de développement local de la KuLani ................................................... 14


   Vorwort von Michael Koch, Projektleiter
Auf zu neuen Ufern – die Archäologentage vergrößern ihr Format
Vers de nouveaux horizons – un format élargi pour les Journées archéologiques .................................. 16



   Andrea Zeeb-Lanz
Münzen – Mauern – Zangentore.
Zehn Jahre Forschungen auf dem keltischen Donnersberg in der Nordpfalz (2004-2014)
Monnaies, Murs, Portes á Ailes Rentrantes –
10 ans de recherches sur le Donnersberg celtique au nord du Palatinat (2004-2014) ............................ 21

   Anna-Sophie Buchhorn
Kastel-Staadt – keltisches Oppidum und römischer Vicus:
Neue Ergebnisse zur Besiedlungsgeschichte
Kastel-Staadt – un oppidum celte et un vicus romain :
les nouveaux résultats concernant l’histoire de son peuplement ........................................................... 57

   Rosemarie Cordie
Neue Aspekte zu den keltischen Kultanlagen in Belginum
Les zones de culte celtes à Belginum : nouveaux aspects ........................................................................ 77

   Ralf Gleser / Thomas Fritsch
Wein – Getreide – Rituale.
Ausgrabungen in der spätkeltisch-frührömischen Nekropole Bierfeld „Vor dem Erker“, Saarland
Vin – Céréales – Rituels
Fouilles dans la nécropole de La Tène finale et du gallo-romaine précoce de Bierfeld
„Vor dem Erker“, comm. de Nonnweiler, Sarre ......................................................................................... 85



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Antike Realität mobil erleben - ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum
Rouven Julien Reinhard
    Das Grab 169 aus dem gallo-römischen Friedhof „Vorm Buchenwäldchen“ in Schwarzerden,
    Gde. Freisen, Kreis St. Wendel, Saarland
    La tombe no. 169 du site funéraire gallo-romain « Vorm Buchenwäldchen » à Schwarzerden,
    commune de Freisen, landkreis de St. Wendel, Sarre ........................................................................... 109

       Simone Martini
    Viae iungunt – das Beispiel der Römerstraße Augusta Treverorum/Trier – Divodurum/Metz
    Viae iungunt – l’exemple de la voie romaine Augusta Treverorum/Trèves – Divodurum/Metz ............. 133

       Angelika Hunold
    Wie lebten römische „Industrielle“?
    Untersuchungen zur Besiedlung im Steinbruchrevier zwischen Eifel und Rhein
    L’habitat des entrepreneurs à l’époque romaine –
    Recherches dans la zone de carrières entre l’Eifel et le Rhin .................................................................. 149

       Stephan Seiler
    Repräsentation und otium in römischen Villen des Trierer Landes
    Représentation et otium dans les villas romaines dans la région de Trèves .......................................... 165

       Klaus-Peter Henz
    Ein gallo-römischer Umgangstempel im Wareswald, Gmde. Tholey, Kr. St. Wendel:
    Ein Vorbericht
    Un temple gallo-romain à galeries périphériques dans la forêt du Wareswald,
    commune de Tholey, kreis de St. Wendel : Un rapport préalable .......................................................... 183

        Thierry Dechezleprêtre
    La reconstitution graphique comme modèle critique :
    l‘exemple de l‘agglomération antique de Grand (Lorraine, Vosges)
    Die grafische Rekonstruktion als kritisches Modell
    am Beispiel des antiken Siedlungsraums von Grand (Lothringen, Vogesen) .......................................... 193

       Dominique Heckenbenner / Magali Mondy
    Les décors peints et stuqués des habitations de Metz-Divodurum du Ier au IIIe siècle
    Die Bemalungen und Stuckarbeiten in den Wohnungen von Metz-Divodurum
    vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. .................................................................................................... 203

       Diana Busse
    Die gallo-römische Villa von Reinheim (Saarpfalz-Kreis) und ihre Ausstattung.
    Beobachtungen zu den Malereifunden aus dem Hauptgebäude
    La villa gallo-romaine de Reinheim (landkreis de Saarpfalz) et son équipement.
    Observations concernant les peintures trouvées dans la bâtiment principal ........................................ 215

       Arnaud Lefebvre / Carole Lafosse
    Les sépultures plurielles mérovingiennes en Lorraine : état de la question
    Die merowingerzeitlichen Mehrfachbestattungen in Lothringen: zum aktuellen Forschungsstand ..... 221




6
Michiel Gazenbeek / Julian Wiethold
Les occupations du haut Moyen Age à Dieue-sur-Meuse, la Corvée, une présentation
Die frühmittelalterliche Besiedlung von Dieue-sur-Meuse «La Corvée».
Die Ergebnisse der Grabung 2012............................................................................................................ 237

   Hans-Joachim Kühn
Mittelalterliche Rechnungen als Quelle für die materielle Alltagskultur
Les comptes médiévaux comme sources historiques pour la vie quotidienne ...................................... 257

   Frank Wiesenberg
Rohglas, Mosaikglas, Rippenschalen und römisches Fensterglas –
Neues vom experimentalarchäologischen “römischen” Glasofenprojekt
im Archäologiepark Römische Villa Borg (Borg Furnace Project 2015, BFP 2015)
Verre brut, verre mosaïque , coupe côtelées et verres à vitre –
Nouvelles du projet expérimental archéologique « romain » de fourneau à verre
au Parc archéologique Villa romaine de Borg (Borg Furnace Project, BFP2015) ..................................... 265

   Maximilian Aydt
Ein Keltendorf wird digital – 3D-Scanning für die archäologischen Wissenschaften
Un village celte devient « numérique » – le scanning 3d au service des sciences archéologiques ....... 273

   Edith und Eric Paul Glansdorp
Archäologische Inhalte Vermitteln – 10 Jahre ArchaeologieServiceSaar.de
Transmettre des contenus archéologiques – 10 ans ArchaeologieServiceSaar.de ................................ 277

    Sascha David Schmitz / Angelika Kronenberg
Antike Realität mobil erleben –
ein Augmented Reality Media Guide für den Archäologiepark Belginum
Vivre la réalité de l’antiquité sous forme virtuelle –
un guide réalité augmentée (Augmented Reality Media Guide)
pour le parc archéologique de Belginum ................................................................................................ 297

   Bettina Kocak
Töpferwerkstatt Goldgrubenkeramik:
Keramikrekonstruktionen und Nachschöpfungen der Hallstattzeit
Atelier de poterie Goldgrubenkeramik :
reconstructions d‘objets céramiques et créations postérieures d‘objets de la période Hallstatt .......... 301

   Gliaugir mit einer Laudatio von Klaus Kell
„Bitu Matos – schöne Welt“:
Die Begleitausstellung zu den Archäologentagen Otzenhausen
« Bitu Matos – un beau monde » :
l’exposition accompagnant les Journées archéologiques d’Otzenhausen .............................................. 307




                                                                                                                                                  7
Grenzen überschreiten!
                         Stefan Mörsdorf, Geschäftsführer Europäische Akademie Otzenhausen




Die Diskussion um Grenzen hat an Bedeutung gewon-               sind anregend und fruchtbar, führen manchmal hochspe-
nen. Obergrenzen, Grenzsicherung, Abgrenzung und                kulativ auf’s Glatteis. Das Denken ohne Schere im Kopf
Grenzübertritt sind Begriffe, die uns in der gegenwärti-        ist das reizvolle Prinzip der Archäologentage.
gen gesellschaftlichen Debatte tagtäglich begegnen.                 Viertens überschreiten die Archäologentage die
    Die Archäologentage Otzenhausen sind bewusst auf            Grenzen zwischen Profis und Laien. Berufsarchäologen
Grenzüberschreitung angelegt! Und das gleich mehr-              treffen auf interessierte Hobbyforscher, arrivierte Profes-
fach.                                                           soren diskutieren mit Berufsanfängern, Grabungsprakti-
    Geographisch. In der Großregion wenden wir den              ker tauschen sich mit Studenten aus. Die Schar der Teil-
Blick zum Nachbarn über die nationalstaatlichen Gren-           nehmer an den Archäologentagen ist bunt und vielfältig.
zen hinweg. Und stellen fest, dass unsere Geschichte            Gemeinsam ist das Interesse an unserer Vergangenheit.
eine gemeinsame ist. Das keltische wie das römische                 Der vorliegende Tagungsband dokumentiert die Vor-
Erbe sind ein gemeinsames großregionales, ja europäi-           träge und Präsentationen der 2. Archäologentage Otzen-
sches Erbe.                                                     hausen und macht sie damit auch denjenigen zugänglich,
    Zeitlich. Es gibt keine Festlegung auf eine geschicht-      die nicht an den Archäologentagen teilnehmen konnten.
liche Periode. Natürlich nimmt die Antike einen breiten         Die ungezählten Gespräche und „Grenzüberschreitun-
Raum bei den Archäologentagen ein, aber auch Themen             gen“ am Rande und in den Pausen, an den Abenden und
der Mittelalterarchäologie oder der Industriearchäologie        bei den Exkursionen lassen sich nicht dokumentieren.
finden ihren Platz.                                             Und doch machen gerade sie den besonderen Reiz der
    Interdisziplinär. Bei den Archäologentagen treffen          Archäologentage Otzenhausen aus.
unterschiedliche Fachdisziplinen aufeinander. Historiker            Und weiterhin gilt: Auf der anderen Seite der Grenze
und Archäologen, Geographen und Politologen, Metal-             gibt es weiter hin viel zu entdecken und auszugraben.
lurgen und Juristen, Altphilologen und Kulturwissen-            Seien Sie auch in Zukunft dabei, wenn es um die Ver-
schaftler. Die interdisziplinären Grenzüberschreitungen         gangenheit geht.




Das Symposium richtet sich an Fachleute, Heimatforscher und interessierte Laien aus der Großregion / Le symposium s’adresse
aux experts, chercheurs en histoire régionale et personnes privées passionnées par le thème venant de la Grande Région (Foto:
V. Braun).


8
Franchir les frontières !
                          Stefan Mörsdorf, Directeur de l’Académie européenne d’Otzenhausen




La discussion relative aux frontières ou limites a gagné
en importance. On parle de limite maximale, de sécurité
des frontières, de délimitation et de franchissement de
frontières. Les frontières – c’est un terme que nous ren-
controns chaque jour dans le débat social actuel.
    Les Journées archéologiques d’Otzenhausen sont dé-
libérément conçues pour franchir les frontières ! Et cela
sous plusieurs angles.
    Sous l’angle géographique. Au sein de la Grande
Région, nous tournons notre regard vers le voisin en
franchissant les frontières nationales. Pour constater que
nous partageons une histoire commune. L’héritage celte
et romain est un héritage commun au sein de la Grande
Région, même au sein de l’Europe.
    Sous l’angle temporel. Les Journées archéologiques
ne se limitent pas à une certaine période historique. Bien
évidemment, elles accordent une grande importance à
l’Antiquité, mais les thèmes relevant de l’archéologie          Stefan Mörsdorf (Foto: Ministerium für Umwelt und Verbrau-
médiévale ou industrielle sont également abordés.               cherschutz / Ministère sarrois de l‘Environnement et de la pro-
    Sous l’angle interdisciplinaire. Les différentes disci-     tection des consommateurs)
plines spécialisées se rejoignent lors des Journées arché-
ologiques. Les historiens et les archéologues, les géogra-
phes et les politologues, les métallurgistes et les juristes,   varié. Ce qu’ils ont en commun, c’est la passion de notre
les philologues spécialistes des langues anciennes et les       passé.
anthropologues. Franchir les frontières entre les discipli-         La présente publication reprend les contributions
nes, cela nous donne des idées et des résultats fructueux       et les présentations des 2ème Journées archéologiques
et nous mène parfois sur un terrain miné par les hypo-          d’Otzenhausen et les rendent ainsi accessibles à ceux qui
thèses hautement spéculatives. Penser sans pratiquer            n’ont pas pu y participer. Il est, par contre, impossible
l’autocensure, c’est le principe intéressant des Journées       de documenter les discussions et les « franchissements
archéologiques.                                                 de frontières « innombrables, le soir, dans les pauses,
    Quatrième angle, les Journées archéologiques fran-          lors des excursions et dans le contexte général des Jour-
chissent les frontières entre les professionnels et les non-    nées archéologiques. Mais c’est justement tout cela qui
spécialistes. Les archéologues professionnels rencont-          fait le charme particulier des Journées archéologiques
rent les chercheurs amateurs, les professeurs de renom          d’Otzenhausen.
discutent avec les jeunes diplômés en début de carriè-              Il sera toujours vrai que de l’autre côté de la frontière,
re, les responsables de fouilles expérimentés échangent         beaucoup de découvertes et de fouilles nous attendent.
leurs points de vue avec les étudiants. Le milieu des           Soyez à l’avenir également avec nous, quand il s’agit du
participants aux Journées archéologiques est hautement          passé.




                                                                                                                             9
Raum für Begegnung
                    Grußwort von Dr. Franz Josef Barth, Bürgermeister der Gemeinde Nonnweiler




Zum zweiten Mal haben sich in unserer Gemeinde zahl-         entdeckt sowie erste Untersuchungen im Römerlager bei
reiche Altertumswissenschaftler aus der Großregion zu        Hermeskeil vorgenommen. Die Ausgrabungen haben
den Archäologentagen in der Europäischen Akademie            sich gelohnt. Die ersten Forschungsergebnisse weisen
Otzenhausen getroffen. Sie diskutierten über ihre Aus-       auf eine beträchtliche Erweiterung der historischen Di-
grabungen und Entdeckungen.                                  mension des Ringwalls hin.
    Es ist uns eine Freude im Rahmen des Symposiums              Die aktuelle Errichtung des Keltenparks mit Kelten-
dem interessierten Publikum unser Keltengehöft, das          dorf als außerschulischem Lernort ist der nächste Schritt
nach antiken Vorbildern konzipiert wurde und unweit          zur Inwertsetzung des Denkmals, denn es bringt den Be-
des keltischen Ringwalls von Otzenhausen gelegen ist,        sucher auf eine neue Weise in Berührung mit ihm. Kel-
zeigen zu können.                                            tische Kultur soll an diesem Ort für die Besucher durch
    Das Keltendorf ist der jüngste Baustein eines um-        regelmäßig stattfindende Musik- und Kulturveranstal-
fangreichen Projektes, das sich um den keltischen Ring-      tungen spürbar werden. Auch können z.B. in Workshops
wall Otzenhausen entwickelt hat. Gestützt auf eine Viel-     zu alten Handwerkstechniken Aspekte der antiken Le-
zahl von Partnern und Institutionen versuchen wir, das       benswelt selbst erlebt und angeeignet werden. Mit wech-
archäologische Denkmal noch stärker in die Kommune           selnden Ausstellungen sollen verschiedene Bereiche aus
einzubeziehen und touristisch zu vermarkten.                 der Geschichte der Kelten und der Nationalparkregion
    Seit dem Jahr 1999 nahm sich die Gemeinde des            thematisiert werden. Der Keltenpark wird das südliche
Denkmals an und investierte kontinuierlich in dessen         Tor des neuen Nationalparks Hunsrück-Hochwald, der
wissenschaftliche Erforschung und touristische Inwert-       neben vielen Natursehenswürdigkeiten auch – wenn
setzung. Teile des Ringwalls wurden behutsam von dem         man an den Ringwall denkt – gigantische archäologische
Bewuchs befreit, der ihn im Verlauf der letzten 60 Jahre     Schätze aufweist.
überwuchert hatte, und so für Besucher besser wahrnehm-          Bildungsseminare wie die Archäologentage in Ot-
bar gemacht. Mit der Einrichtung eines archäologischen       zenhausen gehören ebenfalls in diese Entwicklung und
Rundwanderweges wurde die touristische Erschließung          flankieren sie. Diese Tagung vermittelt zahlreiche Im-
begonnen, der dann in den folgenden Jahren weitere at-       pulse und trägt zur internationalen Vernetzung von Wis-
traktive Wanderwege zum Denkmal folgten. Es wurden           senschaftlern, aber auch interessierten Laien bei. Sie
über viele Jahre hinweg Ausgrabungen sowohl in der           verbindet den Begriff Archäologie mit Otzenhausen, der
Keltenfestung als auch in der archäologischen Umge-          durch sie zu einem Ort der wissenschaftlichen Begeg-
bung unternommen, oftmals mit länderübergreifen Ak-          nung geworden ist. Dafür danke ich den Teilnehmern
teuren. Dabei wurden u.a. die Prunkgräber in Bierfeld        des Symposiums sowie auch denjenigen, die zu diesem
                                                             Tagungsband beigetragen haben.




Das Keltendorf im dritten Bauabschnitt, Februar 2015. / L‘hameau celte en février 2015. Troisième phase de construction
(Foto: M. Koch).


10
Espace de rencontres

                    Mot de bienvenue par Franz Josef Barth, maire de la Commune de Nonnweiler




C’est pour la deuxième fois que de nombreux historiens
de l’Antiquité se sont réunis dans notre commune lors
des Journées archéologiques organisées à l’Académie
européenne d’Otzenhausen. Ils ont discuté de leurs fouil-
les et de leurs découvertes.
    C’est avec plaisir que, dans le cadre du sympo-
sium, nous avons pu profiter de l’occasion pour mon-
trer au public intéressé notre hameau celte inspiré par
des modèles antiques et situé non loin du rempart celte
d’Otzenhausen.
    Le hameau celte est l’élément le plus récent d’un
important projet qui s’est développé autour du rempart
celte d’Otzenhausen. Soutenus par de nombreux parte-
naires et institutions, nous essayons d’intégrer davantage
le monument archéologique dans la commune et de le
‘commercialiser’ sous un angle touristique.
    Depuis 1999, la commune s’est consacrée au monu-
ment en investissant continuellement dans la recherche
scientifique et sa valorisation touristique. La végétation
qui a recouvert le monument au cours des 60 dernières
années, a été délicatement enlevée de certaines parties du
rempart pour bénéficier d’une meilleure visibilité auprès
des visiteurs. La valorisation touristique a commencé par
la mise en place d’un chemin archéologique de randon-
née circulaire et, au cours des années suivantes, d’autres
chemins de randonnée intéressants qui mènent au mo-
nument ont suivi. Pendant de nombreuses années, des
fouilles ont été organisées aussi bien à l’intérieur de la
fortification celte que dans les environs archéologiques,
et ce souvent avec des acteurs venant de différents pays.    Der keltische Ringwall von Otzenhausen / Le rempart celte
Dans ce contexte, les tombes fastueuses de Bierfeld ont      d‘Otzenhausen (Foto: M. Koch).
été découvertes entre autres, et les premières analyses
du camp romain près de Hermeskeil ont été réalisées.
Les fouilles ont été fructueuses. Les premiers résultats     d’entrée au sud du nouveau parc national de l’Hunsrück-
des recherches indiquent que la dimension historique de      Hochwald qui, outre les nombreuses attractions naturel-
cette fortification celte est considérablement plus grande   les, présente des trésors archéologiques gigantesques si
qu’on ne le supposait.                                       l’on pense au rempart celte.
    La construction actuelle du parc celte avec l’hameau         Les séminaires de formation comme les Journées ar-
celte en tant que lieu d’apprentissage extrascolaire cons-   chéologiques d’Otzenhausen font également partie de ce
titue la prochaine étape en vue de la valorisation du mo-    développement. Cette conférence donne de nombreuses
nument, car elle crée un nouveau lien entre celui-ci et      impulsions et contribue à la mise en réseau internatio-
le visiteur. La culture celte doit devenir ‘palpable’ pour   nale de scientifiques aussi bien que de personnes passi-
les visiteurs grâce aux concerts et autres évènements cul-   onnées par la matière. Elle lie le terme de l’archéologie
turels organisés régulièrement à cet endroit. Ce concept     au village d’Otzenhausen qui est ainsi devenu un lieu de
permet également aux visiteurs de découvrir et apprend-      rencontres scientifiques. J’en remercie les participants
re les aspects de l’univers de l’Antiquité, par exemple      du symposium ainsi que ceux qui ont contribué à cette
lors d’ateliers axés sur les anciennes techniques artisa-    publication.
nales. Les expositions temporaires viseront à thématiser
les divers domaines de l’histoire des Celtes et de la ré-
gion du parc national. Le parc celte deviendra la porte


                                                                                                                   11
Zum Geleit

                          Claude Gitta, Directeur interrégional Inrap Grand Est Nord, Metz




Die Hinterlassenschaften vor- und frühgeschichtlicher           Die Europäische Akademie Otzenhausen hat nicht
Kulturen halten sich nicht an heutige politische Grenzen.   nur die Initiative ergriffen, die Archäologentage der
So finden sich Siedlungen und Zeugnisse der frühesten       Großregion dauerhaft zu etablieren, sondern stellt auch
Ackerbauern, der frühneolithischen Bandkeramischen          einen idealen Rahmen für eine derartige Veranstaltung
Kultur sowohl im Saarland, in Rheinland-Pfalz und im        dar, bei der sich Exkursionen und wissenschaftliche Vor-
Großherzogtum Luxemburg als auch in Belgien, im be-         träge abwechseln. Dabei scheint mir persönlich der Ex-
nachbarten Lothringen und im Elsass. Die umfangrei-         kursionsteil ein wichtiges Element der Veranstaltung zu
chen Zeugnisse der römischen Okkupation Galliens, die       sein, da erst im Gelände, bei Ausgrabungen oder Gelän-
mit der Etablierung eines ausgedehnten Straßensystems       deexkursionen viele offene Fragen beantwortet werden
und der Errichtung zahlreicher Villenanlagen einher-        können.
ging, sind ebenfalls in allen Teilen der Großregion Saar-       Anlässlich der Archäologentage in Otzenhausen ist
Lor-Lux zu beobachten.                                      es mir auch ein Anliegen, an die Politik zu appellieren,
    Deshalb liegt es nahe, auf einer gemeinsamen Ver-       wichtige archäologische Forschungsinstitutionen in der
anstaltung Archäologen und archäologisch interessier-       Großregion zu erhalten. So darf ich Sie alle darum bit-
te Laien und Heimatforscher zusammenzubringen, um           ten, sich dafür einzusetzen, dass an der Universität des
neueste Forschungsergebnisse zu präsentieren und zu         Saarlandes das Institut für Vor- und Frühgeschichte und
diskutieren. Die Initiative der Europäischen Akade-         Vorderasiatische Archäologie und auch die anderen Be-
mie Otzenhausen, gemeinsame, grenzüberschreitende           reiche der Altertumswissenschaften erhalten bleiben.
Archäologentage zu organisieren, ist schon 2014 auf         Wir brauchen archäologische Forschung in der Region,
fruchtbaren Boden gefallen und hat zahlreiche Besucher      und das geht nur mit unseren fachkundigen universitären
aus der Großregion angezogen. Nun beginnen nach dem         Partnern!
erfolgreichen Probelauf im vergangenen Jahr bereits die         Ich wünsche Ihnen in den folgenden vier Tagen viele
zweiten Archäologentage von Otzenhausen.                    spannende Vorträge und eine interessante Exkursion im
    Das Institut national des recherches archéologiques     Verlauf dieser zweiten Archäologentage von Otzenhau-
préventives (Inrap), ein dem französischen Kultusminis-     sen.
terium angeschlossenes Institut, das in Frankreich einen        Nehmen Sie sich auch die Zeit und Muße zum Aus-
bedeutenden Teil der Rettungsgrabungen durchführt, hat      tausch mit Fachkollegen und Kolleginnen sowie mit ar-
sich deshalb besonders gefreut, im Jahr 2015 neben dem      chäologisch interessierten Laien und Heimatforschern
Service régional de l’Archéologie der Region Lothrin-       und entdecken Sie das reiche archäologische Erbe der
gen einer der beiden französischen Projektpartner dieser    Großregion Saar-Lor-Lux auf diesen - und auf hoffent-
grenzübergreifenden Archäologentage sein zu dürfen.         lich noch vielen folgenden - Archäologentagen!
Das Institut national des recherches archéologiques pré-        Wir bedanken uns bei der Europäischen Akademie
ventives ist die größte französische archäologische Or-     Otzenhausen für die Initiative und die Organisation der
ganisation und zählt zu den führenden Institutionen in      Archäologentage 2015 und wünschen Ihnen viele neue
Europa. Es verwirklicht jedes Jahr rund 1500 archäolo-      Anregungen und interessante Diskussionen!
gische Untersuchungen und 250 Ausgrabungen mit pri-
vaten und öffentlichen Partnern.




12
Mot de bienvenue

                           Claude Gitta, Directeur interrégional Inrap Grand Est Nord, Metz




L’héritage des cultures pré- et protohistoriques s’étend         L’Académie européenne d’Otzenhausen est à
bien au delà des frontières actuelles.                       l’initiative de l’inscription durable de ce congrès dans
    Ainsi, les premières cultivateurs, de la culture ruba-   le cadre de la Grande Région. Elle offre un cadre idéal
née du Néolithique le plus ancien, se sont établit tant en   pour la présentation des recherches en cours, de fructu-
Sarre, en Rhénanie-Palatinat et au Grand-Duché de Lux-       eux échanges mais également pour la découverte de sites
embourg, qu’en Belgique, Alsace et Lorraine. La Grande       archéologiques. A ce titre, je souligne tout l’intérêt des
Région SarLorLux a également été fortement marquée           visites de sites organisées par nos hôtes.
par la présence romaine, comme en témoignent le vaste            A l’occasion de ces Journées archéologiques
système routier et les nombreuses villas.                    d’Otzenhausen, permettez-moi de rappeler toute
    Quoi de plus légitime que de réunir les archéologues,    l’importance et le rôle citoyen essentiel que revêtent les
les passionnés de cette discipline ainsi que les cher-       institutions d’archéologie au sein de notre Grande Ré-
cheurs locaux afin de présenter et discuter de l’actualité   gion. Je nourris avec vous cet espoir de voir préservés
de la recherche. L’initiative lancée par l’Académie euro-    l’Institut de la pré- et protohistoire et de l’archéologie
péenne d’Otzenhausen, visant à organiser des Journées        du Proche-Orient (Institut für Vor- und Frühgeschichte
archéologiques communes transfrontalières, avait trouvé      und Vorderasiatische Archäologie) ainsi que les autres
un écho très favorable dès 2014, et avait attiré de nom-     départements des sciences de l’Antiquité au sein de
breux participants venant de toute la Grande Région. Ap-     l’Université de la Sarre. La dynamique de recherche ar-
rès ce galop d’essai, nous nous retrouvons aujourd’hui       chéologique régionale ne peut s’entendre sans le soutien
pour une nouvelle session des Journées archéologiques        de nos partenaires universitaires.
d’Otzenhausen.                                                   Nous saluons l’initiative de l’Académie européenne
    L’Institut national des recherches archéologiques        d’Otzenhausen pour l’organisation des Journées archéo-
préventives (Inrap), est particulièrement heureux d’être,    logiques 2015.
avec le Service régional de l’Archéologie de la région           Je souhaite à tous les congressistes de très fructueux
Lorraine, l’un des deux partenaires français présents        échanges durant ce séjour dont le point d’orgue sera il-
dans le cadre des Journées archéologiques transfronta-       lustré par une excursion passionnante. N’hésitez pas à
lières de 2015.                                              mettre à profit ces Journées archéologiques pour échan-
    Comme vous le savez l’Inrap est la plus importan-        ger vos connaissances sur le patrimoine archéologique
te structure de recherche archéologique française et         de la Grande Région SarLorLux.
l’une des toutes premières en Europe. Institut national          Nous vous remercions chaleureusement pour votre
de recherche, il réalise chaque année quelque 1500 di-       accueil de qualité exemplaire et vous remercions plus
agnostics archéologiques et 250 fouilles en partenariat      encore pour votre engagement en faveur du patrimoine
avec les aménageurs privés et publics.                       archéologique. Souhaitons à toutes et à tous un bon con-
                                                             grès !




                                                                                                                    13
Die Archäologentage Otzenhausen -
      eingebunden in die Lokale Entwicklungsstrategie (LES)
                           der KuLanI
               Werner Feldkamp, Vorsitzender der KulturLandschaftsInitiative St. Wendeler Land e.V.




Mit dem vorliegenden zweiten Tagungsband blicken wir       keltischer Ringwall Otzenhausen e.V., Nationalparkamt
zurück auf die beiden in der zurückliegenden LEADER-       Hunsrück-Hochwald, Freundeskreis Nationalpark Huns-
Programmperiode geförderten Archäologentage 2014           rück e.V., Tourist-Information St. Wendeler Land sowie
und 2015. Sie sind auf eine große Resonanz gestoßen,       die Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land (Ku-
daher war eine Fortsetzung in der neuen Förderperiode      LanI).
naheliegend. Folgerichtig wurde in der Lokalen Ent-            Weitere Leitprojekte beschäftigen sich mit der Ent-
wicklungsstrategie „KuLanI St. Wendeler Land 2020“         wicklung des „Kulturfenster St. Wendeler Land“ als re-
für die neue Förderperiode 2014-2020 eine Fortführung      gionales Kulturzentrum in der Bosener Mühle (Kultur-
dieser Veranstaltungsreihe geplant. Bereits in der ers-    programm), mit dem Ausbau des Bildungsnetzwerkes
ten Projektrunde hat der Vorstand der KuLanI mit der       (Bildungsprogramm), mit der begleitenden Öffentlich-
Zustimmung zum von der Gemeinde Nonnweiler bean-           keitsarbeit der Klimaschutzinitiative Null-Emissions-
tragten Leitprojekt „Belebung des Keltenparks und des      Landkreis St. Wendel (Energieprogramm) sowie mit der
Nationalparktors Otzenhausen“ die Voraussetzungen          Weiterentwicklung des Partnerbetriebssystems des Lo-
geschaffen, dass dieses Veranstaltungsformat bis 2020      kalwarenmarktes im Hinblick auf die Zusammenarbeit
einen stabilen organisatorischen Rahmen erhält. Neben      in der Nationalparkregion (Vermarktungsprogramm).
der Durchführung der jährlichen Tagungen hat das Pro-          Da die Archäologentage Otzenhausen in Verbindung
jekt die Aufgabe, in den nächsten Jahren die Belebung      mit der Belebung des Keltenparks und dem Aufbau des
des Keltenparks zu unterstützen sowie den Aufbau des       Nationalparktors eine wichtige Rolle im Kulturpro-
Nationalparktors zu begleiten.                             gramm der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) „Ku-
    In der Nationalparkregion mit ihrem keltisch-römi-     LanI St. Wendeler Land 2020“ spielen, hat die KulanI
schen Siedlungsschwerpunkt und den herausragenden          ein großes Interesse an einer positiven Entwicklung die-
Bodendenkmälern wie dem Ringwall von Otzenhau-             ses Veranstaltungsformates und wünscht den kommen-
sen spielt die Archäologie eine wichtige Rolle. Dieses     den 3. Archäologentagen Otzenhausen einen erfolgrei-
kommt auch mit der Ausweisung einer Stelle für „Kul-       chen Verlauf.
tur- und Landschaftsgeschichte“ im Organigramm des
Nationalparkamtes zum Ausdruck.


Fünf Leitprojekte koordinieren und steuern die
Entwicklung der vier Handlungsprogramme

Das Leitprojekt zur „Belebung des Keltenparks und des
Nationalparktors“ ist eines von insgesamt fünf Leit-
projekten. In den nächsten fünf Jahren soll mit diesen
die Entwicklung in den vier Programmschwerpunkten
Bildung, Kultur, Vermarktung und Energie koordiniert
und gesteuert werden. Unter der Federführung der Ku-
LanI übernimmt in jedem Leitprojekt eine von Schlüs-
selakteuren des jeweiligen Themenbereiches besetzte
Lenkungsgruppe die Koordinierung und Steuerung des
Prozesses. Im Leitprojekt II „Belebung Keltenpark und
Nationalparktor Otzenhausen“ setzt sich die Lenkungs-
gruppe aus Vertretern folgender Institutionen zusam-
men: Gemeinde Nonnweiler, Europäische Akademie             Seit 1994 setzt sich die KuLanI für die Regionalentwicklung im
Otzenhausen gGmbH, Terrex gGmbH, Freundeskreis             St. Wendeler Land ein / Depuis 1994, la KuLanI s’engage en
                                                           faveur du développement régional au sein de la région de St.
                                                           Wendel (Foto: V. Braun).


14
Les Journées archéologiques d‘Otzenhausen –
    partie intégrante de la stratégie de développement local
                          de la KuLanI1
                                  Préface de Werner Feldkamp, président de la KuLanI




Ce deuxième volume du colloque jette un regard ré-            de représentants des institutions suivantes : Commune
trospectif sur les deux Journées archéologiques               de Nonnweiler, Académie européenne d’Otzenhausen,
d’Otzenhausen organisées en 2014 et 2015 et soutenues         Terrex, Les amis du rempart celte d’Otzenhausen3), Of-
par la dernière période financière du programme LEA-          fice du parc national Hunsrück-Hochwald, Les amis du
DER. Etant donné qu’elles ont trouvé un vif écho, leur        parc national Hunsrück4), Agence de tourisme de la régi-
poursuite dans la nouvelle période de financement était       on de St. Wendel ainsi que l’Initiative Paysage culturel
une évidence. Par conséquent, la poursuite de cette série     de la région de St. Wendel (KuLanI).
de conférences a été prise en compte dans la stratégie de         D’autres projet phares sont axés sur le développe-
développement locale « KuLanI St. Wendeler Land 2020          ment de la « Fenêtre culturelle du pays de St. Wendel «
“ pour la nouvelle période de financement de 2014-2020.       5)
                                                                 en tant que centre culturel au sein du moulin de Bosen
Dès la sélection des premiers projets, le conseil de direc-   (Programme culturel), sur l’élargissement du réseau de
tion de la KuLanI a créé les conditions nécessaires pour      formation (programme de formation), sur le travail des
donner un cadre organisationnel solide à ces manifesta-       relations publiques quant à l’initiative de protection du
tions jusqu’en 2020. Cette décision a auparavant trouvé       climat St. Wendel, landkreis à zéro émissions 6) (pro-
l’accord du projet phare « Animation du hameau celte          gramme énergétique) ainsi que sur la promotion du sys-
et de la Porte du parc national « 2) dont le financement      tème d’entreprises partenaires dans le cadre du « Marché
a été demandé par la commune de Nonnweiler. Outre             de produits locaux de la région de St. Wendel « qui vise
la réalisation des conférences annuelles, le projet vise à    à renforcer la coopération dans la région du parc national
soutenir, dans les prochaines années, l’animation du ha-      (programme de commercialisation).
meau celte ainsi qu’à accompagner le développement de             Etant donné que les Journées archéologiques
la Porte du parc national.                                    d’Otzenhausen, en association avec l’animation du ha-
    L’archéologie joue un rôle important dans la région       meau celte et le développement de la Porte du parc natio-
du parc national. Ici se trouvent les points forts en ma-     nal, constituent un point fort du programme culturel de la
tière d’urbanisation celte et romaine ainsi que les sites     stratégie de développement local « KuLanI St. Wendeler
archéologiques extraordinaires tels que le rempart cel-       Land 2020 “, la KuLanI est très intéressée par un déve-
te d’Otzenhausen. Ceci se reflète aussi dans la création      loppement positif de cette série de conférences et souhai-
d’un poste chargé de l’ « Histoire culturelle et des paysa-   te beaucoup de succès aux 3èmes Journées archéologiques
ges « à l’Office du parc national.                            d’Otzenhausen.


Cinq projets phare pour coordonner et gérer                   Remarque de la traductrice : Les noms propres ont
le développement des quatre programmes                        également été traduits afin de faciliter la lecture. Etant
d’action                                                      donné qu’ils sont connus sous leurs noms originaux, il
                                                              paraît judicieux de les retenir.
Le projet phare « Animation du hameau celte et de la          1)
                                                                 KulturLandschaftsInitiative St. Wendeler Land - Ini-
Porte du parc national « est l’un des cinq projets phares.       tiative Paysage culturel de la région de St. Wendel
Dans les cinq prochaines années, leur mission est de co-      2)
                                                                 Belebung des Keltenparks und des Nationalparktors
ordonner et gérer le développement des quatre priorités          Otzenhausen
programmatiques : la formation, la culture, la commer-        3)
                                                                 Freundeskreis keltischer Ringwall Otzenhausen
cialisation et l’énergie. Sous l’égide de la KuLanI, un       4)
                                                                 Freundeskreis Nationalpark Hunsrück e.V.
groupe de pilotage composé par les acteurs clé du secteur     5)
                                                                 Kulturfenster St. Wendeler Land
respectif se charge de la coordination et de la gestion du    6)
                                                                 Null-Emissions-Landkreis St. Wendel
processus dans chaque projet phare. Le groupe de pilo-
tage du projet phare II « Animation du hameau celte et
de la Porte du parc national Otzenhausen “ est composé




                                                                                                                     15
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