Bericht 2013 - 2020 ZIEL 2020 25% - BASIS - Bundespublikationen
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Bericht 2013 – 2020
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BASIS
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Eidgenössisches Departement für Umwelt,
Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK
Bundesamt für Energie BFE 1
Geschäftsstelle Vorbild Energie und Klima VBEImpressum
Herausgeber
Geschäftsstelle Vorbild Energie und Klima VBE
Bundesamt für Energie BFE, 3003 Bern
www.vorbild-energie-klima.ch
Projektleitung des Berichts
Stefanie Bertschi, Bundesamt für Energie BFE, Geschäftsstelle Vorbild Energie und Klima VBE
Mitglieder der Koordinationsgruppe
Vorbild Energie und Klima KG-VBE
Alexandre Bagnoud, SIG
Monika Bigler, Suva
Daniel Büchel, Bundesamt für Energie BFE
Marc Christen, ETH-Rat
Pierre-Yves Diserens, Genève Aéroport
Thomas Geiser, SRG (ab 2021)
Saskia Günther, Swisscom
Thomas Hänggi, Flughafen Zürich AG (ab 2021)
David Lengyel, PostFinance AG (ab 2021)
Daniele Malnati, RUAG MRO Holding AG (ab 2021)
Carmen Maybud, zivile Bundesverwaltung
Christina Meier, SBB
Stefan Meyer, Skyguide
Reto Müller, SRG (ab 2021)
Andrea Riedel, Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS
Dominik Saner, PostAuto AG (ab 2021)
Anne Wolf, Die Schweizerische Post
Geschäftsstelle Vorbild Energie und Klima
Stefanie Bertschi, Leiterin Geschäftsstelle, Bundesamt für Energie BFE
Andrea Streit, stellvertretender Leiter Geschäftsstelle, Bundesamt für Energie BFE
Fachliche Beratung der Geschäftsstelle
Cornelia Brandes und Charlotte Spörndli, Brandes Energie AG, Zürich
Thomas Weisskopf und Daniel Arnet, Weisskopf Partner GmbH, Zürich
Konzept
Weissgrund AG, Zürich
Gestaltung und Texte
Polarstern AG, Luzern und Solothurn
Übersetzung
Zieltext AG, Zollikon
Vertrieb
www.bundespublikationen.admin.ch
Artikelnummer 805.075.20D
06.21 536 860486091
Bern, Juni 2021
Gedruckt auf Refutura-Papier,
HQHUJLHQHXWUDO das mit dem Umweltzeichen
Blauer Engel ausgezeichnet ist
2Inhaltsverzeichnis
Editorial 5
Ein klares Zeichen setzen 6
Die 10 Akteure 8
Auf Kurs für 2030 13
Gemeinsame Ziele deutlich übertroffen 14
Endenergieverbrauch und Energieeffizienz aller Akteure 20
Umsetzungsgrad der gemeinsamen Massnahmen 22
Individuelle Aktionspläne der Akteure 24
Die Schweizerische Post 24
ETH -Bereich 28
Genève Aéroport 32
SBB 36
SIG 40
Skyguide 44
Suva 48
Swisscom 52
VBS 56
Zivile Bundesverwaltung 60
Die 39 gemeinsamen Massnahmen im Detail 64
Aktionsbereich Gebäude und erneuerbare Energien 64
Aktionsbereich Mobilität 66
Aktionsbereich Rechenzentren (RZ ) und Green IT 68
32020 wurde das neue Verwaltungsgebäude des Bundesamts für Energie BFE und des Bundesamt für Strassen ASTRA an der Pulverstrasse 13 in Ittigen fertiggestellt. Es ist mit dem Gold-Zertifikat des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) ausgezeichnet worden. 4
Neue Wege ebnen
und beschreiten
Seit dem Start 2013 begleite ich die Initiative Ich wünsche mir, dass wir mit den Erfolgen
Vorbild Energie und Klima. Ich freue mich und Erkenntnissen der ersten Phase voller
nun am Ende der ersten Phase, dass die Elan in die zweite Phase starten. In den ver-
Akteure ihre Ziele erreicht und sogar über- gangenen Jahren hat sich auch ausserhalb
troffen haben. Gemeinsam konnten sie der Initiative viel getan. Energieeffizienz und
bereits 2015 ihre Energieeffizienz um 25 % Klimaschutz rücken seit der Annahme der
steigern. Dass es nun sogar 31,1 % sind, Energiestrategie 2050 und der Verabschie-
freut mich ausserordentlich. Zudem hat sich dung des Pariser Klimaabkommens zuse-
mein Wunsch nach weiteren Akteuren hends in die Mitte der Gesellschaft. Deshalb
erfüllt: Genève Aéroport, die Services Indus- hoffe ich, dass in den kommenden Jahren
triels de Genève (SIG), die Suva, die RUAG weitere Akteure zu uns stossen und die Initi-
MRO Holding AG, die Flughafen Zürich AG ative noch mehr Nachahmung findet, um
und die SRG haben die ursprünglich sieben die Schweiz zusammen mit uns in ein klima-
Akteure – die Schweizerische Post, den ETH- verträgliches Land zu verwandeln.
Bereich, die SBB, Skyguide, Swisscom, das
Eidg. Departement für Verteidigung, Bevöl-
kerungsschutz und Sport (VBS) und die zivile
Bundesverwaltung – ergänzt.
Wie mir die Akteure bestätigen, bietet ihnen
die Initiative mit den klaren Zielen und
Massnahmen, dem Controlling sowie dem
gemeinsamen Austausch einen unterstüt-
zenden Rahmen für grosse Fortschritte im
Energie- und Klimabereich. In den vergange-
nen sieben Jahren sind wir so den Zielen der
Daniel Büchel
Energiestrategie 2050 ein Stück näher Vizedirektor Bundesamt für Energie
gekommen. Noch liegt ein langer Weg mit Leiter der Abteilung Energieeffizienz
zahlreichen Stufen und Stolpersteinen vor und Erneuerbare Energien
Programmleiter EnergieSchweiz
uns – aber auch einer mit viel Raum für
innovative Lösungen. Als Vorbilder beschrei-
ten wir diesen Weg nicht nur, sondern
ebnen ihn auch für andere – mit guten Bei-
spielen und praxistauglichen Hilfsmitteln.
5Ein klares Zeichen setzen
Von 2006 bis 2020 verfolgte der Bundesrat das Ziel, die Energieeffizienz innerhalb der
Bundesverwaltung und in bundesnahen Unternehmen um 25 % zu steigern. Die beteiligten
Akteure planten und koordinierten einen Teil ihrer Massnahmen im Rahmen der ersten
Phase der Initiative Vorbild Energie und Klima.
Bereit für die Energiepolitik von morgen Gebäude und erneuerbare Energien
Mit dem ersten Massnahmenpaket der Massnahmen für energieeffiziente Neu- und
Energiestrategie 2050 hat der Bundesrat vor Umbauten, Strom und Wärme aus erneuer-
acht Jahren den Bund dazu verpflichtet, im baren Energien, Ökostrom und weitere.
Energiebereich mit gutem Beispiel voranzu-
gehen und seinen Energieverbrauch zu opti- Mobilität
mieren. Der Bund ist in der Schweiz für 2 % Massnahmen zur Nutzung des öffentlichen
des Gesamtenergieverbrauchs verantwortlich. Verkehrs, zur Förderung mobil-flexibler
Arbeitsformen, Ladestationen für Elektro-
In der Folge haben sich die Bundesverwal- fahrzeuge und weitere.
tung und bundesnahe Unternehmen in der
Initiative Vorbild Energie und Klima zusam- Rechenzentren (RZ) und Green IT
mengeschlossen. Eine Koordinationsgruppe Hochenergieeffiziente Rechenzentren,
definiert den verbindlichen Aktionsplan und Abwärmenutzung, Weiterverwendung von
steuert die gemeinsamen Aktivitäten. Ihre Geräten und weitere.
Geschäftsstelle wird vom Bundesamt für
Energie geführt. Ausgehend vom Basisjahr Spezifische Massnahmen
2006 strebten die Akteure in der ersten Pha- Alternativ angetriebene Postautos, opti-
se bis 2020 eine Steigerung der Energieeffi- mierte Weichenheizungen, kontinuierlicher
zienz um 25 % an. Seit 2016 steht die Initia- Sinkanflug am Flughafen Genf, Frisch-
tive auch weiteren Unternehmen offen. luftkühlung in Telefonzentralen, rollwider-
standsarme Reifen, Photovoltaikanlagen
Umfassende Massnahmen und weitere.
Der Aktionsplan der ersten Phase der Initia-
tive Vorbild Energie und Klima umfasste 39
gemeinsame Massnahmen aus drei Aktions-
bereichen plus eine Reihe spezifischer Mass-
nahmen, die jeder Akteur individuell festlegte:
6Bedeutende Akteure
In der Initiative Vorbild Energie und Klima
engagieren sich ganz unterschiedliche
Anbieter öffentlich relevanter Dienstleistun-
gen:
– Der Bund ist durch die zivile Bundesverwal-
tung sowie das Eidgenössische Departe-
ment für Verteidigung, Bevölkerungsschutz
und Sport VBS vertreten.
– Von den bundesnahen Unternehmen sind
die Schweizerische Post, SBB, Skyguide,
Suva und Swisscom dabei. Der Bund macht
diesen Organisationen strategische Vorga-
ben, die zum Teil auch konkrete Energie-
ziele betreffen oder zumindest eine nach-
haltige Unternehmensstrategie fordern.
– Die beiden Eidgenössischen Technischen
Hochschulen und die vier Forschungsan-
stalten sind im ETH -Bereich gebündelt. Ihr
Zweck ist im ETH -Gesetz bestimmt und
wird jeweils durch die strategischen Ziele
des Bundesrats für den ETH -Bereich kon-
kretisiert.
– Mit Genève Aéroport und den Services
Industriels de Genève (SIG) beteiligen sich
auch zwei kantonale Unternehmen an der
Initiative.
– Für die zweite Phase ab 2021 sind zusätz-
lich folgende Akteure der Initiative beige-
treten: PostAuto, PostFinance (beide vorher
durch den Akteur Schweizerische Post
repräsentiert), die Flughafen Zürich AG, die
RUAG MRO Holding AG und die SRG.
7Anne Wolf, Leiterin Corporate Responsibility Michael Quetting, Leiter Stabsbereich Immobilien
«Ich werde es nie vergessen, als unsere Effizi- «Mit der Umsetzung innovativer Ideen für
enzzielberechnung als ‹méthode à la Poste› energieeffiziente Technologien aus Lehre und
für alle Akteure verwendet wurde – ein Forschung konnten wir unsere Energie-
ehrenhafter Lohn für die Expertise des effizienz wesentlich steigern.»
Teams!»
Die Schweizerische Post ETH-Bereich
Die Schweizerische Post ist als Mischkonzern Hochschulbildung, Forschung und Innovatio-
im Kommunikations-, Logistik-, Personenver- nen auf höchstem Niveau: Das erbringt der
kehrs- sowie im Finanzdienstleistungsmarkt ETH- Bereich mit 16 000 Mitarbeitenden,
tätig. Die Post beförderte im vergangenen mehr als 35 000 Studierenden und Doktorie-
Jahr rund 1,7 Milliarden adressierte Briefe renden sowie einer Professorenschaft von
und 184,5 Millionen Pakete. PostAuto trans- rund 890 Personen. Den ETH-Bereich bilden
portierte 127 Millionen Reisende, während die beiden Eidgenössischen Technischen
PostFinance über 4,3 Millionen Kundenkon- Hochschulen ETHZ in Zürich und EPFL in
ten betreute. Mit knapp 51 000 Angestellten Lausanne sowie die vier Eidgenössischen
im Inland ist die Post eine der grössten Forschungsanstalten Paul Scherrer Institut
Arbeitgeberinnen der Schweiz. (PSI), Eidg. Forschungsanstalt für Wald,
Schnee und Landschaft (WSL), Eidg.
Umsetzung Energiestrategie Materialprüfungs- und For schungsanstalt
Als grösstes Logistikunternehmen der Schweiz (Empa) und Eidg. Anstalt für Wasserversor-
betreibt die Schweizerische Post ein energie- gung, Abwasserreinigung und Gewässer-
intensives Geschäft. Um die Energieeffizienz schutz (Eawag). Das strategische Führungs-
weiter zu steigern, erneuert sie ihren Fahrzeug- und Aufsichtsorgan des ETH-Bereichs ist der
und Gebäudepark, setzt vermehrt alternative ETH-Rat.
Antriebe ein und optimiert Touren. Zudem
ersetzt sie fossile Energieträger Schritt für Umsetzung Energiestrategie
Schritt durch erneuerbare. Das gemeinsame Umweltleitbild des ETH-
Bereichs ist mit den Zielen der Energiestrate-
gie 2050 des Bundes abgeglichen. Die Insti-
tutionen des ETH-Bereichs unterstützen die
gemeinsamen Ziele in eigener Verantwor-
tung und mit eigenen Umweltmanagement-
systemen.
www.post.ch www.ethrat.ch
8Pierre-Yves Diserens, Verantwortlicher Entwicklung Christina Meier, Leiterin Nachhaltigkeit
und Energie
«Trotz erschwerten Navigationsbedingungen «Der Erfahrungsaustausch mit den anderen
hat der ‹Flugzeugträger› Genève Aéroport Akteuren und der Geschäftsstelle ist eine
seine Solarproduktion im Jahr 2020 deutlich Bereicherung. Ich freue mich auf die weitere
gesteigert.» Zusammenarbeit!»
Genève Aéroport SBB
Die Auswirkungen der Coronapandemie Mit rund 33 500 Mitarbeitenden bewegt die
prägten das Jahr 2020. Zum ersten Mal in SBB Menschen und Güter, erschliesst und
seiner Geschichte verzeichnete Genève verbindet Zentren sowie Landesteile. Eine
Aéroport einen massiven Verlust von Bahnfahrt ist in der Schweiz rund 6-mal
129,5 Millionen Franken gegenüber einem energieeffizienter und verursacht 27-mal
Gewinn von 84,1 Millionen Franken im Jahr weniger CO2 als eine Autofahrt auf einer
2019. Die seit dem Ende des Zweiten Welt- vergleichbaren Strecke. Mit ihren nachhalti-
kriegs beispiellose Krise hat den Luftfahrt- gen Mobilitätsangeboten trägt die SBB
sektor hart getroffen. Im Jahr 2020 sank der somit massgeblich zur Umsetzung der Ener-
Passagierverkehr um 68,8 %, während die giestrategie 2050 und der Klimastrategie
Zahl der Flugbewegungen um 53,6 % des Bundes bei.
zurückging. Die Frachtaktivität nahm im Ver-
gleich zu 2019 um 37,7 % ab. Umsetzung Energiestrategie
Ab 2025 will die SBB mit 100 % Strom aus
Umsetzung Energiestrategie erneuerbaren Energien fahren – heute sind
Die Ziele der Energiestrategie des Flughafens es 90 % Wasserkraft. Mit einem umfangrei-
basieren auf drei Säulen: das Senken des chen Massnahmenpaket sollen bis 2030
Energieverbrauchs des Flughafenbetriebs, 850 GWh Energie pro Jahr eingespart wer-
die möglichst effiziente Energieproduktion den. Zur Reduktion ihrer CO2-Emissionen
und -verteilung sowie der prioritäre Einsatz setzt sich die SBB Science Based Targets und
von erneuerbaren Energien. Im Jahr 2020 will ab 2030 klimaneutral sein.
betrugen die Einsparungen auf dem gesam-
ten Gelände des Flughafens rund 6,1 GWh.
Dies entspricht dem Jahresverbrauch von
rund 2600 Schweizer Haushalten.
www.gva.ch www.sbb.ch
9Alexandre Bagnoud, Umweltingenieur Stefan Meyer, Head of Corporate Real Estate
Management & Infrastructure
«Mit dem Aufbau eines Wärmenetzes in Genf «Dank grösserer Effizienz im Flugverkehrsma-
schafft SIG eine wichtige Infrastruktur, um nagement reduzieren wir die CO2-Emissionen
CO2-Emissionen zu reduzieren und der globa- und den Energieverbrauch in der Luftfahrt.»
len Erderwärmung entgegenzuwirken.»
SIG Skyguide
SIG ist ein Genfer Unternehmen, das Ver- und Skyguide sorgt mit 1500 Mitarbeitenden an
Entsorgungsdienstleistungen anbietet und im 14 Standorten für die Flugsicherung in der
Besitz der Gemeinden, der Stadt und des Schweiz und im angrenzenden Ausland. Sie
Kantons Genf ist. Es versorgt 234 000 Kun- führt jährlich über 1,3 Millionen zivile und
dinnen und Kunden im gesamten Kanton militärische Flugzeuge sicher und effizient
Genf mit Wasser, Gas, Strom und Wärme- durch den dichtestbeflogenen Luftraum
energie. Ferner bereitet das Unternehmen Europas. International gut vernetzt, arbeitet
Abwasser auf, recycelt Abfälle und bietet Skyguide eng mit der Schweizer Luftwaffe
Dienstleistungen in den Bereichen Energie sowie anderen Kunden und Partnern der
und Telekommunikation an. SIG beschäftigt Luftfahrt zusammen.
1700 Mitarbeitende.
Umsetzung Energiestrategie
Umsetzung Energiestrategie Die ressourcensparende Abwicklung des
Im Jahr 2020 belegte SIG im Ranking des Flugverkehrs hat für Skyguide eine hohe Prio-
Bundesamts für Energie BFE für Energiever- rität. Das Unternehmen verpflichtet sich, die
sorger den zweiten Platz. Das Ranking Emissionen des Luftverkehrs sowie den
bewertet die Umweltqualität der Produkte eigenverantworteten Energieverbrauch durch
und Dienstleistungen von Energieversorgern operative Verbesserungen zu reduzieren.
sowie deren Engagement für die Energiestra- Dazu investiert Skyguide am Boden in Effizi-
tegie 2050. Zuvor hatte SIG bereits dreimal enzmassnahmen und in der Luft in eine ver-
den ersten Platz belegt. Im Jahr 2020 stellte besserte Verkehrsabwicklung bei gleichblei-
der Kanton Genf seinen Masterplan Energie bender bzw. steigender Sicherheit.
(PDE) vor. Als Industriepartner des Kantons
Genf engagiert sich SIG für die Umsetzung
der kantonalen Energiepolitik.
www.sig-ge.ch www.skyguide.ch
10Christian Marfurt, Leiter Fachstelle Nachhaltigkeit Saskia Günther, Head of Corporate Responsibility
«Die Initiative hat den Themen Energieeffizi- «Die Zusammenarbeit in der ersten Phase der
enz und erneuerbare Energien einen zusätzli- Initiative hat wichtige Grundsteine gelegt,
chen Schub in der Suva verliehen und sie um eine Vorbildfunktion im Bereich Energie-
verpflichtend gemacht – gegen innen und effizienz und Klimaschutz für die Schweiz
aussen.» einzunehmen.»
Suva Swisscom
Die Suva ist mehr als eine Versicherung: Sie Mit 6,22 Millionen Mobilfunkanschlüssen,
vereint Prävention, Versicherung und Rehabi- 1,55 Millionen TV-Anschlüssen und 2,5 Millio-
litation unter einem Dach. Diese Dienstleis- nen Breitbandanschlüssen für Privat- und
tungen bietet die Suva den versicherten Geschäftskunden ist Swisscom das führende
Unternehmen und deren Mitarbeitenden Telekommunikations- und eines der führenden
ganzheitlich und integriert an: von der Verhü- IT-Unternehmen der Schweiz. Zudem sorgt
tung von Unfällen und Berufskrankheiten Swisscom für den Bau und Unterhalt der
über das professionelle Schadenmanagement Mobilfunk- und Festnetzinfrastruktur, verbrei-
bis hin zur Rehabilitation und Wiedereinglie- tet Rundfunksignale, baut und betreibt
derung. Das Unternehmen beschäftigt mehr Rechenzentren und ist im Banken-, Energie-,
als 4000 Mitarbeitende und führt neben dem Unterhaltungs-, Werbe- und Gesundheitsbe-
Hauptsitz noch 18 Agenturstandorte in allen reich tätig. Mit 19 000 Mitarbeitenden erzielte
Landesteilen sowie zwei Rehabilitationsklini- Swisscom 2020 einen Umsatz von 11,1 Milliar-
ken in Bellikon und Sion. Die Suva ist selbst- den Franken.
tragend und erhält keine öffentlichen Gelder.
Gewinne gibt sie in Form von tieferen Prä- Umsetzung Energiestrategie
mien an die Versicherten weiter. Swisscom ist eines der nachhaltigsten Unter-
nehmen der Schweiz und deckt 100 % des
Umsetzung Energiestrategie Strombedarfs aus erneuerbaren Energien. Bis
Die Suva will als Beitrag zu den Klimazielen 2025 sollen die CO2-Einsparungen bei den
der Schweiz den Ausstoss von Treibhausga- Kundinnen und Kunden die eigenen Emissio-
sen reduzieren. Für die Periode 2020 bis nen um 500 000 Tonnen übersteigen.
2030 schloss sie eine Universalzielvereinba-
rung mit dem Bund ab, mit der sie knapp
30 % Energie einsparen wird.
www.suva.ch www.swisscom.ch
11Andrea Riedel, Team- und Projektleiterin Carmen Maybud, Leiterin Energie und Klima Bund
Raum und Umwelt, Generalsekretariat
«Das VBS hat die Eigenproduktion erneuerba- «Die Bundesverwaltung will ein Vorbild sein
rer Energien stark ausgebaut und den Ersatz in den Bereichen Energie und Klima. Dazu
von Ölheizungen durch nicht fossile Wärme- engagiert sie sich und setzt sich ambitionier-
erzeuger vorangetrieben.» te Ziele, die in der ersten Phase der Initiative
auch erreicht wurden.»
VBS Zivile Bundesverwaltung
Das VBS gliedert sich in sieben Verwaltungs- Mit ihren 25 700 Vollzeitstellen unterstützt
einheiten: Generalsekretariat, Verteidigung, die zivile Bundesverwaltung den Bundesrat
Bevölkerungsschutz, Sport, armasuisse, Nach- und das Parlament bei ihrer Arbeit. Sie pflegt
richtendienst des Bundes und swisstopo. Die zwischenstaatliche Beziehungen, schafft gute
Kerngeschäfte des Departements sind die Rahmenbedingungen für Gesellschaft und
Sicherheit und der Schutz der Schweizer Wirtschaft, stellt Infrastrukturen bereit und
Bevölkerung, Hilfe bei Katastrophen und in sorgt für die Sicherheit von Staat sowie Bür-
Notlagen sowie Gesundheit durch Bewegung. gerinnen und Bürger.
2020 bot das VBS 34 549 Vollzeitstellenäqui-
valente an und die Armee leistete 4 991 440 Umsetzung Energiestrategie
Diensttage. 2020 zeigte sich, dass die zivile Bundesverwal-
tung ihre Ziele aus dem Jahr 2006 übertrof-
Umsetzung Energiestrategie fen hat und ihre Umweltbelastung um mehr
2004 verabschiedete das VBS erstmals ein als ein Drittel reduzieren konnte. In ihrem Res-
Energiekonzept für das Departement. Die sourcen- und Umweltmanagement RUMBA
Bestrebungen zur Senkung der Energiekosten hat die zivile Bundesverwaltung nun die Leit-
und des CO2-Ausstosses richtete es für die planken für die weitere Entwicklung sowie
nachfolgende Dekade im Energiekonzept VBS die Strategie 2020–2023 festgelegt und setzt
2020 neu aus. Dieses wird nun durch den sich weiterhin ambitionierte Ziele.
Aktionsplan Energie und Klima VBS mit einem
Zeithorizont bis 2030 abgelöst. Zur Verbesse-
rung seiner Umweltleistungen betreibt das
VBS zudem ein modernes und ressourcen-
schonendes Umwelt- und Energiemanage-
ment.
www.vbs.admin.ch www.admin.ch
12Auf Kurs für 2030
Dieser Bericht bildet den Abschluss der ersten Der Übergang in die neue Phase ist der per-
Phase von Vorbild Energie und Klima. Die Ini- fekte Zeitpunkt für den Anschluss weiterer
tiative wird bis 2030 fortgesetzt. Auch diese Organisationen oder Unternehmungen. Post-
neue Phase ist an der Energiestrategie 2050 Auto sowie PostFinance sind neu neben der
ausgerichtet. Neben der Steigerung der Ener- Schweizerischen Post eigenständige Akteure
gieeffizienz rückt der Klimaschutz neu stärker geworden. Die Flughafen Zürich AG, die
in den Fokus. Dies zeigt sich auch am neuen RUAG MRO Holding AG und die SRG sind als
Namen, den die Initiative seit 2019 trägt: Vor- neue Akteure dazugestossen.
bild Energie und Klima.
Haben wir auch Ihr Interesse geweckt? Kom-
Das Zielsystem der Initiative wurde für die mende Herausforderungen im Energie- und
zweite Phase erweitert und besteht zukünftig Klimabereich lassen sich am besten gemein-
aus fünf Grössen: Energieeffizienz, Anteil sam meistern. Als Akteur der Initiative Vor-
erneuerbarer Energien, ökologische Strompro- bild Energie und Klima nehmen Sie eine inno-
duktion, fünfzehn gemeinsame Massnahmen vative, vorbildliche Rolle bei der Umsetzung
aus den drei Bereichen Management, Beschaf- der Energiestrategie 2050 ein. Gleichzeitig
fung und Betrieb sowie spezifische, auf die profitieren Sie von bewährten Instrumenten
Akteure zugeschnittene Massnahmen. Bezüg- zur Umsetzung Ihrer Massnahmen sowie vom
lich Energieeffizienz, ökologischer Strom- Austausch mit anderen Akteuren. Für weitere
produktion und des Anteils an erneuerbarer Auskünfte wenden Sie sich bitte gerne an:
Energie ohne Strom haben die Akteure indivi-
duelle Ziele beschlossen, während der Strom-
bezug aus erneuerbaren Quellen bei allen
100 % betragen soll. Ein vierstufiges System
wird der Evaluation der gemeinsamen Mass-
nahmen dienen. Es gewährleistet, dass die
Akteure gemeinsam den erwarteten Beitrag
zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 leis-
ten. Gleichzeitig trägt es den unterschiedli-
chen Situationen der Akteure Rechnung.
Auch im kommenden Jahrzehnt wird die Initi-
ative nicht nur Zielvorgaben machen, sondern Stefanie Bertschi
Leiterin Geschäftsstelle
mit Austauschgelegenheiten, Expertise und Vorbild Energie und Klima
Hilfsmitteln die Zielerreichung erleichtern. Die Bundesamt für Energie BFE
Koordinationsgruppe Vorbild Energie und
+41 58 467 88 54
Klima mit je einer Vertreterin oder einem Ver-
stefanie.bertschi@bfe.admin.ch
treter der Akteure wird die Aktivitäten koor-
dinieren und von der Geschäftsstelle operativ
unterstützt werden.
13Gemeinsame Ziele
deutlich übertroffen
2013 startete die Initiative Energie-Vorbild Bund mit sieben Akteuren und dem Ziel, den Energiever-
brauch von Bund und bundesnahen Betrieben zu senken und deren Energieeffizienz zu steigern. Sieben
Jahre, drei weitere Akteure und einen neuen Namen später endete die erste Phase erfolgreich.
Das Ziel, ihre Energieeffizienz bis 2020 um 25 % gegenüber 2006 zu steigern, haben die Akteure längst
erreicht und übertroffen.
Die Initiative Vorbild Energie und Klima kann auf sieben Erfolge, die sich sehen lassen können
erfolgreiche Jahre zurückblicken: Die zehn Akteure konnten Bereits 2015 erreichten die Akteure das Energieeffizienzziel
einen relevanten Beitrag zum Erreichen der Ziele der Ener- von 25 %. Dennoch setzten sie ihr Engagement fort und rea-
giestrategie 2050 leisten und als Vorbild für andere Institu- lisierten weitere Massnahmen. Die Resultate sind beträchtlich:
tionen und Unternehmen dienen. Die Initiative stiess auf Im Vergleich zum Basisjahr 2006 steigerten sie die Energie-
Anklang: Drei weitere Akteure schlossen sich während der effizienz bis Ende 2020 im Schnitt um 31,1% und liegen
ersten Phase an. Auch ausserhalb der Initiative hat sich in damit klar über dem vereinbarten Ziel. Parallel dazu sorgten
diesem Zeitraum viel getan: Mehr denn je geht es nicht mehr die Akteure dafür, dass ihr Energieverbrauch mehrheitlich aus
nur darum, Energie bewusster einzusetzen, sondern auch erneuerbaren Quellen gedeckt wurde: Dies war 2020 für
darum, welche Energiequellen gewählt werden, um das 60,2 % der Fall. Nahezu der gesamte Strom stammte aus
Klima zu schützen. Die Initiative wurde konsequenterweise erneuerbaren Quellen.
in Vorbild Energie und Klima unbenannt. Im Jahr 2020
endete die erste Phase dieser Initiative.
2019
2020
31,1%
energieeffizienter waren die Akteure 2020.
2018
Die Akteure übertrafen am Ende der ersten Phase das ursprüngliche
2017 Ziel von 25 % deutlich. Allerdings sank die Energieeffizienz im
2016 Vergleich zum Vorjahr um 1,2 %.
2015
2014
2013
Ziel 2020
25 %
2006
BasisGemeinsam mehr erreichen
Die Initiative Vorbild Energie und Klima verdeutlicht,
dass das Ganze oft mehr als die Summe seiner Teile ist.
Denn sie ging weit über ein blosses Sammelbecken für
Erneuerbare Energie Energie- und Klimamassnahmen hinaus. Stattdessen
bot sie einen motivierenden Rahmen, schaffte
Verbindlichkeiten und Klarheit und ermöglichte die
Bündelung von Kräften sowie die Nutzung von
Synergien, um sich komplexen Herausforderungen im
Klima- und Energiebereich zu stellen.
36 % 60,2 %
Regelmässige Erfahrungsaustausche und Arbeitsgrup-
pen-Sitzungen schafften geschützte Räume, in denen
2006 2020 frei und ohne Konkurrenzverhältnis über verschiedene
Massnahmen diskutiert werden konnte: Welche
Der durchschnittliche Anteil der erneuerbaren Energien am
Schwierigkeiten und Herausforderungen treten auf?
Gesamtverbrauch blieb mit 60,2% auf einem ähnlichen Niveau Welche Lösungen gibt es? Und an welchen Bench-
wie im Vorjahr.
marks werden die Massnahmen gemessen? Dadurch
war ein Fachaustausch möglich, der zweifellos viel
zum Erfolg der Initiative beitrug. Aus dieser fachlichen
Umfassender Massnahmenmix Zusammenarbeit resultierte eine Sammlung von Hilfs-
39 gemeinsame Massnahmen aus den Aktionsbereichen mitteln, die frei zur Verfügung stehen:
Gebäude und erneuerbare Energien, Mobilität sowie
Rechenzentren und Green IT trugen zu diesen Resultaten bei. – Anwendungen wie die LCC-Tools zur Berechnung
Die Akteure setzten diese Massnahmen im Durchschnitt zu der Lebenszykluskosten von IKT-Geräten, Gebäude-
87% um und haben damit das gemeinsame Ziel von 80% technikanlagen und Personenfahrzeugen
deutlich übertroffen. Sie profitierten vom fachlichen Aus- – Best Practices mit Empfehlungen und Faktenblättern
tausch innerhalb der Initiative und entwickelten praktische wie die Zertifizierung der Europaallee in Zürich nach
Hilfsmittel zur Umsetzung der Massnahmen (s. Box rechts). dem Standard der Deutschen Gesellschaft für Nach-
Um das Potenzial ihrer unterschiedlichen Branchen voll auszu- haltiges Bauen
schöpfen, setzten die Akteure neben den 39 gemeinsamen – Richtlinien und Empfehlungen wie die Vorgaben
Massnahmen auch 117 betriebsspezifische Massnahmen um. der Bundesverwaltung zu Energieoptionen von
IKT-Geräten
Gleichzeitig schaffte die Initiative über Medien und
Gemeinsame Massnahmen
80 (Ziel)
Events Aufmerksamkeit für die Energiestrategie 2050
und ihre Umsetzung. So trug sie auch dazu bei,
100
40
60
20
0
dass die Themen Energieeffizienz und erneuerbare
Energien kontinuierlich an Akzeptanz und Bedeutung
2013
43 % gewannen und Schlüsselpersonen zum Handeln
angeregt wurden. Die Initiative hat somit mitgeholfen,
die gesellschaftliche Entwicklung voranzutreiben,
2020
87 % damit Klimaschutzlösungen nach und nach selbstver-
ständlich werden.
Umgesetzt
Differenz zum durchschnittlichen Ziel von 80 % Gemeinsam mehr erreichen – das soll auch die zweite
Phase der Initiative auszeichnen. Die Ziele der Energie-
Bis Ende 2020 setzten die Akteure die 39 gemeinsamen Massnahmen
im Durchschnitt zu 87 % um. Sie haben damit das Ziel erreicht. strategie 2050 sind noch nicht erreicht. Deshalb ist
es zentral, Wissen, Erfahrungen und Fertigkeiten zu
bündeln und zu teilen, damit die Schweiz rasch klima-
freundlich wird.
15Covid-19
Massive Auswirkung
auf Kennzahlen
> 70
Neubauten
realisierten die Akteure während der ersten Phase
der Initiative gemäss vorbildlichem Standard.
Das Jahr 2020 war nicht nur mit Blick auf den Abschluss
der ersten Phase besonders. Aufgrund der Covid-
19-Pandemie wurden physische soziale Kontakte über
mehrere Monate stark reduziert. Homeoffice, Video-
konferenzen und digitale Events ersetzten Pendler-
verkehr, Geschäftsreisen und physische Treffen. Der Gebäude und erneuerbare Energien
öffentliche Verkehr lief nur noch eingeschränkt,
Geschäfte wurden für längere Zeit geschlossen. Die Vielfältige Lösungen für Immobilien
Covid-19-Pandemie und der Lockdown wirkten sich Zwölf gemeinsame Massnahmen aus dem Aktionsbereich
stark auf die Aktivitäten und Messwerte der Initiative Gebäude und erneuerbare Energien trugen zum Erreichen
aus: Der Energieverbrauch sank bei vielen Akteuren. der Ziele bei. In der Schweiz sind Gebäude für rund 38%
des Endenergieverbrauchs verantwortlich. Durch vorbildliche
Die Daten des Abschlussjahrs der ersten Phase von Neubauten, Sanierungsmassnahmen, energetische Betriebs-
Vorbild Energie und Klima fallen somit aus der Reihe optimierung und bewusste Verwendung oder eigene Erzeu-
und lassen sich nur beschränkt mit den vorangegan- gung von Strom aus erneuerbaren Quellen verbesserten die
genen Jahren vergleichen. Dies zeigt sich in aller Akteure ihren CO2-Fussabdruck erheblich.
Deutlichkeit am Energieverbrauch des Geschäftsver-
kehrs, der durch den Lockdown, Homeoffice, die Die Vielfältigkeit ihrer Gebäude stellte die Akteure vor
temporäre Grenzschliessung und strikte Quarantäne- besondere Herausforderungen und bot gleichzeitig neue
regeln stark begrenzt wurde. Chancen. Nicht nur klassische Bürokomplexe, sondern auch
Flugzeughangars, Rechenzentren oder unterirdische Anlagen
wurden energetisch modernisiert. Dies machte individuelle
Lösungen notwendig, die auf die Funktion der Gebäude und
Geschäftsverkehr
ihre Nutzerinnen und Nutzer zugeschnitten sind, insbeson-
dere im Hinblick auf erneuerbare Energien. Während etwa
41 % der Hangar auf dem Militärflugplatz Alpnach reichlich Platz
2019 19 % für Photovoltaikanlagen bietet, nutzt SIG mit dem Projekt
47 %
233 GWh/a GeniLac Wasser aus dem Genfersee für die Kühlung und
2020
9% Heizung von Wohn- und Bürogebäuden. Mit der gleichen
110 GWh/a
Methode heizt die SBB den Bahnhof in Zug (s. Seite 39).
Um einen Beitrag für noch klimafreundlichere Immobilien zu
12 % 72 %
leisten, erforschen die Eidg. Materialprüfungs- und Forschungs-
anstalt (Empa) und die Eidg. Anstalt für Wasserversorgung,
Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) im modula-
Auto Bahn / Bus Flugzeug
ren Gebäude NEST gemeinsam Baumaterialien.
Auf Basis des Endenergieverbrauchs zeigen die Diagramme den Gesamt-
energieverbrauch für den Geschäftsverkehr über alle Akteure und die
durchschnittliche Aufteilung nach Verkehrsmitteln. Der Transport von
Energieeffiziente Neu- und Umbauten
Kundinnen und Kunden wird nicht zum Geschäftsverkehr gezählt. Die Akteure legen bei der Sanierung bestehender Gebäude
Nicht enthalten sind die Daten des VBS.
und bei der Umsetzung neuer Gebäude nach wie vor ein
besonderes Augenmerk auf die Steigerung der Energieeffizi-
Es wird sich in nächster Zeit zeigen, ob die bisherigen enz. Von der Wirksamkeit dieser baulichen Massnahmen
Arbeitsformen und Mobilitätsmuster nach der Pandemie zeugen die Zertifizierungen nach unterschiedlichen Standards:
vollständig zurückkehren oder ob neue Gewohnheiten Zahlreiche Gebäude der Schweizerischen Post, des ETH-
wie Homeoffice und virtuelle Treffen teilweise beibehal- Bereichs, der SBB, des VBS und der ZBV erfüllen den Minergie-
ten werden. Für das Klima würden sich daraus chancen- Standard oder den Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz
reiche Perspektiven eröffnen. (SNBS). Die Armeesporthalle auf dem Waffenplatz Thun ist
sogar Minergie-P-ECO-zertifiziert (s. Seite 59). Die zivile Bun-
desverwaltung plant und baut ihre Gebäude basierend auf den
Empfehlungen des Nachhaltigen Immobilienmanagements der
16> 120
erneuerbare Heizungen
installierten die Akteure 2020.
Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der wärme: Das mit dem Watt d’Or ausgezeichnete Anergienetz
öffentlichen Bauherren (KBOB) sowie auf den Grundlagen des versorgt den Campus Hönggerberg mit Wärme und Kälte
SNBS. Allerdings können nicht nur Neubauten zertifiziert wer- (s. Seite 28).
den: Bestehende Labor- und Verwaltungsgebäude der Eidg.
Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in
Birmensdorf erreichten mit neuen, gut gedämmten Fassaden-
Mobilität
elementen, dem Austausch von Fenstern und einem Solardach Klimafreundlich reisen und pendeln
eine Doppelzertifizierung nach Minergie-P-ECO und Minergie- Im Aktionsbereich Mobilität verbesserten die Akteure ihre Kli-
A-ECO (s. Seite 30). mabilanz in den Bereichen Pendler- und Geschäftsverkehr. Hier
galt es, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, damit
Mehr Effizienz durch Gebäudeoptimierungen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klimafreundlich bewe-
Neben einer Sanierung kann durch energetische Optimierun- gen können. Deshalb wurden beispielsweise neue Ladesta-
gen im laufenden Betrieb die Energieeffizienz gesteigert tionen für Elektroautos installiert, an zahlreichen Standorten
werden. Mittlerweile verbessern zahlreiche Akteure ihre E-Bikes zur Verfügung gestellt oder Abonnements für den
Gebäudetechnik kontinuierlich. Dabei zeigen bereits verhält- öffentlichen Verkehr finanziell unterstützt. In einem Pilotpro-
nismässig kleine Investitionen grosse Wirkung: Die Suva jekt stellten das UVEK und der Akteur VBS unter anderem
tauschte konsequent die Beleuchtung im City-Parking Luzern E-Bikes für Dienstreisen zur Verfügung (s. Seite 60). SIG konnte
und im Hauptsitz Fluhmatt aus (s. Seite 50). Dies reduziert seit Beginn der Initiative die CO2-Emissionen der eigenen Fahr-
den jährlichen Energieverbrauch um 65 %. Durch Optimie- zeugflotte halbieren (s. Seite 43).
rungsprozesse und neue Technologien für die Forschungsinf-
rastruktur können im Paul Scherrer Institut (PSI) jährlich
7,5 GWh Strom eingespart werden (s. Seite 31).
7%
Eigene Stromproduktion
Die Akteure verpflichteten sich dazu, Strom aus erneuerba-
ren Quellen oder sogar zertifizierten Ökostrom zu beziehen. Pendler verkehr
Pendler -
Ergänzt wurde dies durch die eigene Produktion von Strom verkehr
44 %
45,5% 49 %
aus erneuerbaren Quellen. Auf dem Dach der Armeesporthal-
le des VBS in Payerne befindet sich neu eine Photovoltaikanla-
ge (s. Seite 58) und die Schweizerische Post besitzt mittlerwei-
le schweizweit 22 Photovoltaikanlagen (s. Seite 26). Bei der
eigenen Stromproduktion gab es auch Synergien zwischen
Akteuren: Genève Aéroport realisierte zum Beispiel gemein- Auto Bahn / Bus Fuss / Velo
sam mit SIG eine Photovoltaikanlage (s. Seite 35).
Das Diagramm zeigt für den Pendlerverkehr die durchschnittliche Aufteilung
nach Verkehrsmitteln über alle Akteure, wobei die Daten in unterschied-
Gebäude heizen und kühlen lichen Jahren erhoben worden sind. Nicht enthalten in den Daten sind das
VBS und der ETH-Bereich.
Für die Erzeugung von Kälte und Wärme wurden moderne
Lösungen eingesetzt, um den Einfluss auf das Klima zu redu-
zieren: Die Suva stattete zum Beispiel das D4 Business Village – Klimafreundliche Mobilität wird am Flughafen Genf auch zu
ein Businesscenter für rund 2000 Mitarbeitende – mit einem ungewöhnlichen Zeiten ermöglicht: Die mit den Transports
der grössten geothermischen Diffusionsspeicher der Schweiz publics genevois realisierte Buslinie ermöglicht Reisenden
aus. Mit ihm wird Wasser durch Erdwärme in einem geschlos- und Mitarbeitenden bereits vor sechs Uhr morgens eine kosten-
senen Kreislauf erwärmt. Auch der ETH-Bereich setzt auf Erd- lose und umweltfreundliche Anfahrt zum Flughafen. Verschie-
17989
Ladestationen
49 %
für Elektroautos
befinden sich an den verschiedenen Standorten.
Rechenzentren (RZ) und Green IT
Server für die Zukunft rüsten
Durch die Nutzung von Abwärme konnten die Akteure die
Energieeffizienz ihrer Server und Rechenzentren deutlich
erhöhen. Das VBS schlug beispielsweise einen neuen Weg
dene Akteure realisierten auch Schulungen und Kampagnen ein, um über 70 % der eingesetzten Energie direkt in
für ihre Mitarbeitenden. Neben gezielten Eco-Drive-Schulungen Rechenleistung umzusetzen und die Abwärme zu nutzen:
kam hier beispielsweise bei der zivilen Bundesverwaltung Das RZ CAMPUS der Bundesverwaltung wurde an einem
die RUMBA Move Challenge zum Tragen, die für klimaver- Standort errichtet, an dem die erzeugte Abwärme für die
trägliche Mobilität im Berufsalltag sensibilisiert. Beheizung einer Kaserne verwendet werden kann. Zusätzlich
fungieren die Kältemaschinen für die Server als Wärmepum-
pen und ein Teil des Stroms stammt von Photovoltaikanla-
gen. Ein Rechenzentrum der Swisscom produziert wiederum
so viel Abwärme, dass damit ein neues Ver waltungsgebäude
Flexibles Arbeiten 2013 2019 2020
der zivilen Bundesverwaltung in der Nähe beheizt werden
kann. Die Kühlung erfolgt klimafreundlich mit Regenwasser.
Wasser kann jedoch noch mehr als Server kühlen: Mikrotur-
binen generieren aus dem Kühlwasser für das Rechenzent-
rum CSCS der ETH, das aus dem Lago di Lugano stammt,
rund 217 MWh Strom pro Jahr.
Energieeffiziente Virtualisierung
Zentrale Rechenzentren und entsprechende Virtualisierungen
Das Diagramm zeigt die Anzahl Akteure, bei denen
2013, 2019 und 2020 mindestens ein Drittel können den Stromverbrauch ebenfalls deutlich reduzieren.
der Mitarbeitenden mit geeignetem Jobprofil Im Rechenzentrum von Skyguide werden die Systeme der
regelmässig mobil-flexible Arbeitsformen ein-
setzten. Flugverkehrsprognosen der beiden Standorte Genf und
Dübendorf virtuell zusammengeführt (s. Seite 44). Der inno-
vative Ansatz führte sogar zu einer Auszeichnung der Euro-
päischen Kommission. Dass sich dies lohnt, zeigt sich auch
Flexibles Arbeiten bei Swisscom: Durch die geteilte Nutzung von Servern sparte
Mobil-flexible Arbeitslösungen sind von zentraler Bedeutung, das Unternehmen allein 2016 17,9 GWh Strom. Neben der
um die notwendige Flexibilität zu schaffen, damit Mitarbei- Virtualisierung unterstützte die Initiative mit den gemeinsa-
tende ihre Arbeitswege klimaverträglicher gestalten können. men Massnahmen und einem LCC-Tool auch die Beschaffung
Die Schweizerische Post hat durch die Förderung von Work- energieeffizienter IT-Geräte. Ein neues Drucksystem im BBL
Hubs an unterschiedlichen Schweizer Standorten den Arbeits- reduziert den Stromverbrauch beispielsweise um 60 %.
weg für Mitarbeitende deutlich verkürzt. Die SBB entlastete
durch die Schaffung flexibler Arbeitsformen für orts- und Elektronik ein zweites Leben einhauchen
zeitunabhängige Aufgaben den öffentlichen Verkehr wäh- Bei Neuanschaffungen stellt sich die Frage, was mit den aus-
rend der Stosszeiten. Die Akteure sind mit ihren Lösungen gedienten Geräten geschieht. Das trifft insbesondere auf EDV-
auf einem guten Weg: Sie haben ihren Mitarbeitenden Geräte zu, die beim Austausch oft noch funktionsfähig sind.
bereits vor der Covid-19-Pandemie flexibles und ortsunabhän- Die Akteure der Initiative fördern die Weiterverwendung sol-
giges Arbeiten ermöglicht und waren somit auch bestens auf cher Geräte, indem sie diese Mitarbeitenden, gemeinnützigen
die neuen Arbeitsformen während der Pandemie vorbereitet. Organisationen oder auf dem freien Markt anbieten. Swisscom
1814 122 Abwärme
MWh
aus Rechenzentren von Swisscom, Skyguide und
der zivilen Bundesverwaltung wurden 2020 extern
genutzt.
geht noch einen Schritt weiter. Auch Kundinnen und Kunden energetischer Hinsicht modernisiert. Weitere Einsparungen
können ihre Mobilfunkgeräte weiterverkaufen (s. Seite 54). sind mit Apps für Lokführer und Geschwindigkeitsopti-
Es zeigt sich insbesondere in diesem Bereich deutlich, dass mierungen möglich – insgesamt 62 GWh pro Jahr (s. Seite 36).
Energieeffizienzsteigerung und Klimaschutz auf allen Ebenen Die Suva setzt einen Lastwagen mit Biogas ein (s. Seite 51).
stattfinden: vom Rechenzentrum mit Hochleistungsrechnern Dieser spart rund 7 t CO2 pro Jahr ein.
bis zum Mobilfunkgerät, das in den Kreislauf überführt wird.
Zusätzlich schliessen solche Massnahmen auch Stoffkreisläufe, Sensibilisierung von Mitarbeitenden
indem Geräte weiterverwendet oder recycelt werden, und Die Umsetzung all dieser Massnahmen funktioniert nur,
schonen so Ressourcen und Umwelt. wenn die Mitarbeitenden dafür sensibilisiert werden. Das
VBS schult in jeder Truppe eine Umweltbeauftragte oder einen
Umweltbeauftragten (s. Seite 59), die Suva ihre Agenturen
Papierverbrauch 2013 2019 2020 und Abteilungen (s. Seite 51). Die Swiss Climate Challenge
13 kg 9 kg 8 kg App, die von Swisscom mitentwickelt wurde, sensibilisiert
über Mitarbeitende hinaus die gesamte Bevölkerung für klima-
freundliche Bewegung (s. Seite 55).
Aufbauend auf diesen Erfahrungen engagieren sich die
Akteure auch künftig im Rahmen der Initiative. Sie werden
weiterhin mit einer Fülle an spannenden und wegbereiten-
den Massnahmen zur Umsetzung der Klima- und Energie-
strategie 2050 beitragen.
Das Diagramm zeigt den jährlichen Papier-
verbrauch pro Mitarbeiter/in in Kilogramm.
Spezifische Massnahmen
Individuelle Lösungen
Bestandteil der Initiative waren seit jeher nicht nur gemeinsa-
me Massnahmen mit Zielen für alle Akteure, sondern auch
spezifische Massnahmen mit individuellen Zielen. Mit diesen
konnten die zehn Akteure der Initiative Handlungsmöglichkei-
ten in ihren spezifischen Bereichen wahrnehmen. Skyguide
reduziert mit bisher 63 direkten und optimierten Flugrouten
den Kerosinverbrauch (s. Seite 47). Die Post setzt auf Elektro-
fahrzeuge (s. Seite 24). Sie hat bis jetzt 6000 benzinbetriebe-
ne Roller durch Elektroroller ersetzt. Waren sie zu Beginn des
betrachteten Zeitraums noch ungewöhnlich, so sind sie heute
ein fester Bestandteil der Schweizer Landschaft. Die SBB hat
ihre Waggons und Lokomotiven während der Initiative auch in
19Endenergieverbrauch und Energieeffizienz
Akteur Jahr Endenergieverbrauch GW h/a
Die Schweizeri-
2006 1056
sche Post
2019 1000
2020 1025
ETH-Bereich
2006 407
2019 433
2020 437
2006 111
Aéroport
Genève
2019 102
2020 82
2006 2296
SBB
2019 2339
2020 2169
2006 237
SIG
2019 143
2020 150
2006 15
Skyguide
2019 13
2020 13
2006 25
Suva
2019 25
2020 24
2006 499
Swisscom
2019 562
2020 546
2006 1164
VBS
2019 1003
2020 931
Zivile Bundes-
verwaltung
2006 136
2019 110
2020 98
Brennstoffe (Wärme) Treibstoffe Strom Bahnstrom
Erneuerbar und Abwärme Konventionell Erneuerbar Konventionell Erneuerbar Konventionell Erneuerbar Konventionell
202019
32,3 %
Steigerung
der Energieeffizienz
(Basis 2006) Bezugsgrössen
2019 34,1 %
Abhängig von der Unternehmens einheit:
Anzahl Sendungen, Kundengeschäfte, Personen- 2020
kilometer, Transaktionen, Energiebezugsfläche,
Vollzeitäquivalente (FTE ). 31,1 %
2020 29,2 %
2019 31,4 %
Basiert auf Vollzeitäquivalenten (FTE ),
Energiebezugs fläche, Anzahl Instrumententage,
Patientenbehandlungen (PSI).
2020 32 %
Ziel 2020
25 %
2019 26,4 %
Abhängig von der Anzahl Benutzereinheiten
(Passagiere und Fracht), Energiebezugsfläche.
Effizienzziel übertroffen
Mit einer durchschnittlichen Steige-
2020 14,5 % rung der Energieeffizienz um 31,1 %
liegen die Akteure insgesamt über
2019 23,3 % Effizienzkennzahl 1: -6,3 %. Basiert auf der Betriebs-
ihrem bis 2020 angepeilten Ziel von
leistung in Personen- und Nettotonnenkilometern sowie
dem Traktionsenergieverbrauch (Endenergie). 25 %. Auch bei einer Zunahme des
Effizienzkennzahl 2: 31,5 %. Berechnung wie 1, aber auf absoluten Energieverbrauchs kann ein
Basis der Primärenergie.
2020 -6,3 % Akteur die Effizienz gesteigert haben,
wenn seine Organisation gewachsen ist.
2019 19,5 %
Abhängig von der Unternehmenseinheit: Kubikmeter
geliefertes Trinkwasser, Kubikmeter gereinigtes Abwasser, Berechnungsmethodik
Tonnen verarbeiteter Abfall, Vollzeitäquivalente (FTE). Den Energieverbrauch und die Energie-
2020 16,8 % effizienz berechnet jeder Akteur für
die eigenen Gebäude, die Infrastruktur
2019 40,5 %
und die Fahrzeuge in der Schweiz.
Abhängig von der Unternehmen s einheit: Vollzeit- Die genauen Systemgrenzen variieren
äquivalente ( FTE ), Energiebezugsfläche, Anzahl Flüge.
von Akteur zu Akteur. Auch die
2020 52,4 % Berechnungsmethoden und Bezugs-
grössen legen die Akteure individuell
2019 24,3 % fest, damit sie diese auf ihre bestehen-
Vollzeitäquivalente (FTE) für Hauptsitz und Agenturen den Umweltreportings abstützen
sowie Pflegetage für die beiden Kliniken. können. Weitere Informationen gibt es
2020 28,9 % unter www.vorbild-energie-klima.ch.
2019 57,1 %
Effizienzberechnung basierend auf den umgesetzten
Energieeffizienzmassnahmen (Methodik Energie-
Agentur der Wirtschaft En AW ).
2020 68,9 %
2019 -4,2 %
Personalbestand in Vollzeitäquiva lenten (FTE );
Diensttage werden in FTE umgerechnet.
2020 7,6 %
2019 70,4 %
Vollzeitäquivalente (FTE ).
Erreichte Steigerung der Energieeffizienz
2020 67,4%
Geplante Steigerung der Energieeffizienz
21Umsetzungsgrad der gemeinsamen Massnahmen
Aktionsbereich
Nr. Massnahme Leistungsziel
01 Energieeffiziente Neu- und Umbauten 100 % ab 1.1.2016
02 Potenzialanalysen Abwärme und erneuerbare Energien Potenzialanalysen vorhanden
03 Keine neuen fossil betriebenen Heizungen 100 % ab 2016
erneuerbare Energien
Gebäude und
04 Vollkostenrechnungen Energieeffizienz 1 bis 2 Case Studies per 1. 1. 2017 vorhanden
05 Energieeffiziente Beleuchtung 100 % ab 1.1.2016
06 Energieeffiziente Kältemaschinen 100 % ab 1.1.2016
07 Energieeffizienter Sanitärbereich 100 % ab 1.1.2016
08 Energieeffiziente Elektromotoren 100 % ab 1.1.2016
09 Gebäudetechnik mit Betriebsoptimierungsregime 60 % bis 2020
10 Beschaffung Ökostrom und Strom aus erneuerbaren Energien 20 % und 80 % bis 2020
11 Mobilitätskonzepte für Gebäude 100 % ab 1.1.2016
12 Schaffung von Ökofonds 100 % bis 2020
13 Integration Mobilitätsmanagement 100 % bis 2020
14 Zentrale Info- und Buchungsplattform 80 % der Mitarbeitenden
15 Förderung mobil-flexibler Arbeitsformen 30 % der Mitarbeitenden mit geeignetem Jobprofil
Mobilität
16 Förderung von Work-Hubs 100 % der Standorte bis 2020
17 Förderung von Video- und Webkonferenzen 30 % / 70 % der Mitarbeitenden
18 Anreize für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs Siehe Detailbeschrieb Seite 66
19 Abgabe oder Mitfinanzierung von ÖV-Abos für Mitarbeitende Halbtaxabo oder Beitrag an ÖV-Abo
20 Kriterien für die Wahl des Verkehrsmittels Weniger als 20 % Flugreisen bei Kurzdistanzen bis 2020
21 Aktive Bewirtschaftung von Parkplätzen 100 % der Parkplätze
22 Bereitstellung von Veloparkplätzen 100 % der Standorte bedarfsgerecht ausgerüstet
23 Bereitstellung von Velos und E-Bikes 100 % der Standorte mit über 100 Mitarbeitenden
24 Kriterien zur Beschaffung energieeffizienter Fahrzeuge 100 % der neu beschafften Personenwagen bis 2020
25 Besuch von Eco-Drive-Schulungen durch Vielfahrer/innen 100 % der betroffenen Mitarbeitenden
26 Förderung der Nutzung von Mitfahrzentralen 80 % der betroffenen Mitarbeitenden
27 Gemeinsame Nutzung eines Pools von Firmenfahrzeugen Siehe Detailbeschrieb Seite 67
28 Bereitstellung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge 100 % der Standorte mit über 500 Mitarbeitenden
29 Vollkostenrechnung Energieeffizienz im Einkauf 100 % der Geräte bei Neuausschreibung
30 Spezifikationen für neue Server und neue RZ-Hardware 100 % der Neuausschreibungen
31 Hochenergieeffiziente Rechenzentren Siehe Detailbeschrieb Seite 68
Rechenzentren (RZ)
und Green IT
32 Forcierung passiver Kühllösungen in RZ Siehe Detailbeschrieb Seite 68
33 Förderung der Servervirtualisierung in RZ Über 85 % bis 2020
34 Bündelung von RZ / A uslagerung von IT-Leistungen 100 % bis Ende 2015 geprüft
35 Überwachung und Evaluation neuer Technologien Mindestens eine Evaluation pro Jahr
36 Förderung der Abwärmenutzung 50 % bis 2030 (RZ > 250 m2)
37 Förderung des Sparmodus an Computer-Arbeitsplätzen Über 90 % bis 2015
38 Förderung energieeffizienter Drucklösungen Siehe Detailbeschrieb Seite 68
39 Förderung der Weiterverwendung der Geräte 100 % bis 2015
22Bundes verwaltung
Die Schweizerische
Genève Aéroport
ETH -Bereich
Swisscom
Umsetzungsgrad
80 (Ziel)
Skyguide
Zivile
100
120
Durchschnittlicher Umsetzungsgrad
Suva
40
60
20
Post
VBS
SBB
SIG
0
aller gemeinsamen Massnahmen
• • • • • • • • • • 89
• • • • • • • • • • 90
87 %
• • • • • • • • • • 99
• • • • • • • • • • 87
• • • • • • • • • • 91 Grosse Unterschiede in der Umset-
• • • • • • • • • • 86 zung von Mobilitätsmassnahmen
Die Akteure haben die gemeinsamen
• • • • • • • • • • 77
Massnahmen bis Ende 2020 im Durch-
• • • • • • • • • • 75
schnitt zu 87 % umgesetzt. Im Aktions-
• • • • • • • • • • 81
bereich Mobilität variiert die Zielerrei-
• • • • • • • • • • 84
chung am stärksten.
• • • • • – • • • • 74
• • • • • – • • – – 80
• • • • • • • • • • 86
• • • • • • • • • • 104
• • • • • • • • • • 122
• • – • • • • • • • 76
• • • • • • • • – • 113
• • • • • • • • • • 74
• • • • • • • • • • 114
• • • • • • • • – • 104
• • • • • • • • • • 97
• • • • • • • • • • 87
• • • • • • • • • • 57
• • • • • • • • • • 93
• • – • • – • • • • 31
• • • • • • • • • • 39
• • • • • • • • • • 72
• • • • • • • • • • 64
• • • • • • • • • • 83
• • • • • • • • • • 81
• • • • • • • • – • 88
• • • • • • • • • • 71
• • • • • • • • • • 100
• • • • • • • – • • 96
• • • • • • • • • • 98
• • – • – • • • • • 79
• • • • • • • • • • 103 • Umgesetzt
• • • • • • • • – • 64 • In Umsetzung
• In Umsetzung, noch keine Daten
• • • • • • • • • • 89
– Kein Handlungsspielraum
23Die Schweizerische Post
2020 betrug der Energiebedarf der Schweizerischen Post 1025 GWh. Im Vergleich zum Basisjahr 2006
ist er trotz starken Geschäftswachstums um 2,9 % gesunken, während die Energieeffizienz um 29,2 %
gesteigert wurde. Seit 2020 laufen alle Fahrzeuge der Zustellstelle in Amriswil vollelektrisch und
auch in den Logistik-Hubs wie in Zürich Enge wird die Post neu nur noch mit E-Fahrzeugen verteilt.
Bis 2025 sollen alle Pakete in Zürich CO2-frei bei den Kundinnen und Kunden ankommen. Die Post
bezieht ihren Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien aus der Schweiz, davon sind 20 % Ökostrom
mit dem Gütesiegel naturemade star.
Erfolgsgeschichte
Meilensteine auf dem Weg
zur E-Mobilität
Der neue postgelbe Lieferwagen kennt keine
lauten Motorengeräusche. Statt mit Benzin
fährt er mit Strom – wie alle sieben Liefer-
wagen und 16 Elektroroller in der Garage
der Zustellstelle Amriswil (TG). Als erste
Zustellstelle funktioniert diese seit August
2020 vollelektrisch. Schweizweit fahren
die 6000 E-Roller in der Briefzustellung seit
mehr als zehn Jahren mit Schweizer Öko-
strom mit dem Gütesiegel naturemade star.
Von den 14 700 posteigenen Fahrzeugen
sind rund 6700 mit umweltfreundlichen
Antrieben unterwegs. Bis 2030 will die Post
alle fossil betriebenen Fahrzeuge in der Brief-
zustellung durch Fahrzeuge mit umwelt-
freundlichen Antrieben ersetzen. In urbanen
Gebieten stellt das Unternehmen auch Pake-
te möglichst mit E-Fahrzeugen zu: In Basel,
Genf, Givisiez, Hinwil, Ostermundigen,
St. Gallen und Zürich sind schon heute teil-
weise E-Lieferwagen unterwegs. Und vom
neuen CityLogistik-Hub in Zürich bringen die
Pöstlerinnen und Pöstler Pakete und Briefe
sogar ausschliesslich mit E-Fahrzeugen.
24Endenergieverbrauch nach Energieträger
in GWh/a
12
2006 1056
186 661 71 125
15 8
2019 1000
84 765 128
15 11
2020 1025
84 790 125
Brennstoffe (Wärme) Treibstoffe Strom
Erneuerbar und Abwärme Erneuerbar Erneuerbar
Konventionell Konventionell Konventionell
Anteil der Steigerung der Energieverbrauch für
erneuerbaren Energie Energieeffizienz Mobilität
am Gesamtverbrauch Ziel 2020: 25 %
2%
2019 5%
34,1%
29,2 % Geschäfts-
8% 15 % verkehr
9,7 GWh/a
2006 2020 2006 2020
Basis
93 %
2020
Produktion von erneuerbarer Energie
in GWh/a Auto Bahn / Bus Flugzeug
Hinweis: Prozentanteile bezogen auf den Energie-
verbrauch. Der Transport von Kundinnen und Kunden wird
nicht zum Geschäftsverkehr gezählt. Die Kategorie Auto
beinhaltet den Energieverbrauch der eigenen Fahrzeug-
2006 flotte sowie von gemieteten und Privatfahrzeugen.
0,7
2016 23,9
18,3 4,9
2017 24,1
18,9 5,2 5%
2018 20,4
14,3 6,1
29%
2019 18,7 Pendler-
12,6 6,1
verkehr
2020 20,5 66%
12,6 7,9
Wärme / Kälte (ab 2015 inkl. Umweltenergie, ab 2018 neue Berechnungsmethode)
2020
Treibstoffe
Strom Auto Bahn / Bus Fuss / Velo
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