BERLIN IM WANDEL grüner, mobiler und klimafreundlicher Bilanz 2017-2021 - Berlin.de

 
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BERLIN IM WANDEL
grüner, mobiler und klimafreundlicher
Bilanz 2017–2021
BERLIN IM WANDEL grüner, mobiler und klimafreundlicher Bilanz 2017-2021 - Berlin.de
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WIR MACHEN BERLIN LEBENSWERTER

Liebe Berlinerinnen und Berliner,

Berlin muss sich verändern, damit es attraktiv und lebenswert bleibt. Genau dies haben
wir in den vergangenen Jahren in Angriff genommen – beim Klimaschutz, beim Verkehr,
beim Thema Umwelt.

Wir arbeiten dabei für eine Stadt, in der viele Bürger*innen kein eigenes Auto mehr benötigen, weil sie mit Bus, U-Bahn,
Straßenbahn, S-Bahn, Fahrrad und zu Fuß überall sicher und schnell hinkommen. Wir arbeiten für eine Stadt, in der
unsere urbane Natur trotz des Baubooms erhalten bleibt und üppig wächst – in den Landschaftsschutzgebieten, ebenso
wie im Park um die Ecke. Eine Stadt, in der das Regenwasser nicht die Kanalisation überlaufen lässt, sondern das Grün
versorgt und in Hitzesommern Abkühlung bringt. Wir arbeiten für ein Berlin, das sauberer und leiser ist, mit weniger Luft-
schadstoffen und Umweltgiften, dafür mit Oasen der Ruhe und der Erholung. Wir wollen eine Stadt, die sparsamer um-
geht mit kostbaren Ressourcen, in der mehr mit Holz gebaut und recycelt wird. Ein Berlin, in dem wir alle weniger Abfall
produzieren, wo Stadtsauberkeit und mehr Klimaschutz zusammengehören. Ein Berlin, das seine Energie für Strom,
Wärme und Mobilität ohne fossile Brennstoffe bereitstellt. Ein Berlin, das sich erneuert, indem es erneuerbar wird.

Vieles davon ist heute schon sichtbar: Neue geschützte Radwege, leise Elektro-Busse, kostenlose Trinkbrunnen, zwei
abgeschaltete Kohlekraftwerke und frisch angelegte Blühwiesen sind nur einige Beispiele, an denen dieser Wandel spür-
bar wird. Anderes ist noch nicht so greifbar, aber wir haben die Weichen neu gestellt: Viele Milliarden Euro sind für den
Ausbau des ÖPNV bereits festgeschrieben. Neue S-Bahn-Wagen werden kommen, moderne U-Bahn-Wagen sind be-
stellt, bessere Schienenverbindungen für Pendler*innen und viele zusätzliche Tramstrecken sind geplant.

Lang gewachsene Strukturen zu ändern, braucht Zeit. Und es geht nicht ohne Konflikte, denn viele berechtigte Interessen
müssen zum Ausgleich gebracht werden. Das nehmen wir ernst, die Beteiligung der Bürger*innen ist uns sehr wichtig.

In dieser Broschüre möchte ich Ihnen gerne zeigen, welchen Weg wir eingeschlagen, welche Fortschritte wir erzielt
haben und wohin es gehen soll.

Ich freue mich sehr über Ihr Interesse.

Herzliche Grüße

Ihre Regine Günther
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INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort.................................................................................................................................. 1
Klimafreundliches Berlin..................................................................................................... 3
Mobiles Berlin...................................................................................................................... 9
Grünes Berlin..................................................................................................................... 37
Sauberes Berlin.................................................................................................................. 45
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KLIMAFREUNDLICHES BERLIN
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BERLIN WIRD
KLIMAFREUNDLICH
Das Ziel steht fest: Berlin muss klimaneutral werden – so schnell wie möglich
und bis spätestens 2050, um seinen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz zu
leisten. Zugleich müssen wir die Stadt rasch an die Folgen der Klimaverände-
rungen anpassen, damit Berlin auch in Zukunft lebenswert ist.
KLIMASCHUTZ                                                      ›   die Solarpflicht für alle öffentlichen Gebäude ein-
                                                                     geführt,
» Ein wichtiger Baustein für mehr Klimaschutz in Berlin ist      ›   deutlich strengere Energiestandards für öffentliche
  der Kohleausstieg bis spätestens 2030, den wir gesetz-             Gebäude vorgegeben.
  lich festgeschrieben haben. Das letzte Braunkohlekraft-
  werk ging in Berlin 2017 vom Netz, das Steinkohlekraft-     » Berlin hat zudem 2019 als erstes Bundesland die
  werk Reuter C zwei Jahre später. Im Jahr 2019 haben           Klimanotlage anerkannt. Mit der Klimanotlage müssen
  wir im Rahmen einer umfassenden Machbarkeitsstudie            künftig alle Entscheidungen des Senats auf ihre Klima-
  gezeigt, wie eine kohlefreie Wärmeversorgung bis              folgen geprüft werden (Klimacheck).
  2030 möglich ist. Rund zwei Millionen Tonnen CO2
  werden so ab 2030 jährlich eingespart.                      » Der Verkehrsbereich muss dringend seinen Anteil für
  Ziel ist die schnelle Dekarbonisierung der gesamten           den Klimaschutz leisten. Mit der Mobilitätswende
  Strom- und Wärmeversorgung.                                   sorgen wir dafür, dass immer mehr Menschen den Um-
                                                                weltverbund aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr nutzen.
» Um die vollständige Dekarbonisierung beschleunigt zu          Dabei haben wir:
  realisieren, haben wir eine Novelle des Energiewende-         › dem Umweltverbund mit dem bundesweit ersten
  gesetzes (EWG) auf den Weg gebracht, die im Laufe                Mobilitätsgesetz Vorrang eingeräumt,
  des Jahres 2021 verabschiedet werden soll. Darin              › den Ausbau des ÖPNV, Rad- sowie des Fußver-
  werden unter anderem:                                            kehrs in bislang beispielloser Größenordnung
  › die Klimaziele Berlins deutlich verschärft, um Berlin          vorangetrieben,
     auf den 1,5 Grad-Pfad zu bringen,                          › den schnellen und umfassenden Abschied vom Ver-
  › erstmals in Deutschland ein Einspeisevorrang für               brennungsmotor eingeleitet.
     Wärme aus erneuerbaren Energieträgern in die
     Wärmenetze festgelegt,
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» Beispielhaft stehen die sauberen und leisen Elektro-             dächer – aber auch Beratungsangebote zur saube-
  Busse für die von uns begonnene Umstellung des                   ren Energieversorgung, für mehr Klimaschutz in den
  öffentlichen Fuhrparks auf emissionsfreie Antriebe.              Bezirken und in privaten Haushalten.
  Bereits heute fährt fast jeder zehnte Linienbus elekt-
  risch, das ist schon jetzt die größte Flotte Deutschlands.   ›   Zudem werden von 2017 bis 2023 mit unserem
  Bis 2030 wird die Umstellung komplettiert.                       BENE-Programm (Berliner Programm für nach-
  → Ab Seite 9 findet sich unsere umfassende Bilanz der            haltige Entwicklung) mehr als 220 Millionen Euro in
      Fortschritte im Mobilitätsbereich.                           konkrete Vorhaben investiert. Beispielsweise wurden
                                                                   durch das Programm 10.400 Gaslaternen auf
» Um die Klimaschutzziele zu erreichen, brauchen wir               LED-Beleuchtung umgerüstet, die Entwicklung und
  aber auch deutlich mehr finanzielle Mittel. Wir haben            Anschaffung des weltweit ersten hybriden Lösch-
  daher die für Klimaschutz zur Verfügung stehenden                fahrzeugs für die Berliner Feuerwehr gefördert, die
  Gelder massiv aufgestockt – nicht zuletzt durch um-              Verlängerung der Tram in Adlershof unterstützt, der
  fangreiche Förderprogramme:                                      Bau eines Blockheizkraftwerkes für den Rundfunk
  › Mit dem Berliner Energie- und Klimaschutzpro-                  Berlin Brandenburg kofinanziert und Projekte wie
     gramm (BEK) haben wir mehr als 100 ressortüber-               in der Reginhard-Grundschule in Reinickendorf
     greifende Maßnahmen angestoßen. Dazu gehören                  unterstützt, wo der Schulhof entsiegelt und grün-
     konkrete Förderprogramme – etwa für den Aus-                  und naturnahe Spielflächen für die Schüler*innen
     tausch von Ölheizungen oder innovative Grün-                  angelegt wurden.

                                                                                Berlin wird klimafreundlicher – unter anderem, weil
                                                                                bald jedes Neubau-Dach zum sauberen Kraftwerk
                                                                                wird. Und Berlin wird klimarobuster – beispielsweise
                                                                                dank neu gepflanzter Mischwälder.
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KLIMAANPASSUNG

» Die Berliner Wälder sind krank. Drei Dürresommer in
  Folge führten dazu, dass in Berlin nur noch 7 Prozent
  der Bäume gesund sind. Wir steuern dagegen. Um Ber-
  lin robuster gegenüber den Folgen des Klimawandels
  zu machen, bauen wir die Berliner Wälder um, weg von
  einer Kiefernmonokultur hin zu widerständigen Misch-
  wäldern: Allein in den vergangenen vier Jahren haben     » Wir haben einen Paradigmenwechsel beim Umgang
  wir rund 2 Millionen Setzlinge gepflanzt und dem Wald-     mit dem Regenwasser eingeleitet. Um auf Starkregen-
  umbau einen neuen Impuls gegeben.                          ereignisse besser reagieren zu können, sorgen wir
                                                             dafür, dass Wasser im Boden und auf grünen Dächern
» Mit unserer Stadtbaumkampagne haben wir bereits            gespeichert wird und wieder verdunstet. Dadurch er-
  über 10.000 Straßenbäume neu gepflanzt und mit             zielen wir auch mehr Kühlung für die Stadt.
  dem Programm „Maßnahmen zur Ökologisierung der
  Grünflächenämter und Sanierung von Parkanlagen und       » Um den Berliner*innen genügend Trinkwasser im
  Gartendenkmälern“ unterstützen wir die Bezirke bei der     öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellen, haben wir
  Sanierung ihrer Parkanlagen und sorgen so für grüne        bisher mehr als 170 Trinkwasserbrunnen in der Stadt
  und klimaangepasste Kieze.                                 installiert.

WASSER – DIE GRUNDLAGE
UNSERES LEBENS
Klimaerhitzung, die Folgen der jahrzehntelangen Kohle-Förderung in der
Lausitz sowie der Bevölkerungszuwachs stellen Berlin vor die Herausforde-
rung, die lebenswichtige Ressource Wasser verstärkt zu schützen. Dies
gehen wir entschlossen an.
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» Mit dem Masterplan Wasser sorgen wir dafür, dass die                » Wir haben mit der Renaturierung von Flüssen begon-
  Wasserver- und Abwasserentsorgung auch in Zeiten                      nen: So erhalten Fische und Wasserpflanzen in Wuhle,
  von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Braun-                      Panke und Erpe ihre Lebensräume zurück. Mit unserem
  kohleausstieg gesichert ist. Auf dieser soliden Grund-                neuen Programm „Blaue Perlen für Berlin“ werten wir
  lage können wir in den kommenden Jahren wissen-                       zudem Berliner Kleingewässer wie Teiche und Seen auf.
  schaftlich gestützt die dafür notwendigen konkreten                   So sorgen wir dafür, dass die vielen Berliner Gewässer
  Maßnahmen ergreifen. So stellen wir die Versorgung                    wieder artenreicher werden.
  mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser auch noch in
  50 Jahren sicher.                                                   » Seit Sommer 2020 ist Berlin zudem Teil der Blue
                                                                        Community. Mit diesem weltweiten Verbund setzen wir
» Wir wollen in unserer Metropole intelligenter mit Regen-              uns für Wasser als öffentliches Gut und den Schutz von
  wasser umgehen. Weniger Regen insgesamt, dafür                        Gewässern ein.
  mehr Starkregenereignisse verlangen ein Umdenken.
  Wir haben deshalb eine Regenwasseragentur gegrün-
  det, mit der wir das Konzept der Schwammstadt ver-
  folgen: Das Regenwasser soll lokal gehalten werden,
  verdunsten und so die Stadt kühlen – wichtig vor allem
  in den Hitzemonaten. Beim Neubau sorgt jetzt eine
  Einleitbeschränkung dafür, dass Regenwasser größ-
  tenteils versickert oder zurückgehalten wird. Das hilft
  der Vegetation und bewahrt davor, dass bei starkem
  Regen ungeklärtes Wasser aus der Kanalisation in die
  Flüsse gelangt.

» Um überlaufendes Mischwasser zu verringern, hat
  Berlin zudem in den vergangenen vier Jahren 260.000
  Kubikmeter neuen Stauraum für Abwasser gebaut,
  etwa unter dem Mauerpark.

» Mit einem Gründach-Programm wollen wir mehr Dach-
  flächen für Versickerung und Verdunstung nutzbar ma-
  chen und bieten Hauseigentümer*innen eine attraktive
  finanzielle Unterstützung.

                              Immer mehr Trinkbrunnen versorgen die
                              Berliner*innen kostenlos mit frischem
                              Trinkwasser.
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H2GO! – ERFRISCHUNG FÜR UNTERWEGS
Unser Ausbauprogramm für Trinkbrunnen schafft in ganz Berlin eine immer bessere Versorgung mit frischem
Trinkwasser direkt aus den Leitungen der Berliner Wasserbetriebe. Die Qualität wird laufend überwacht.

    174        TRINKWASSERBRUNNEN

                                                                                   0,00
    gibt es jetzt schon. Viele weitere sind
    geplant.                                                                                       EURO
                                                                                   kostet die Erfrischung an Berlins
                                                                                   Trinkwasserbrunnen: Das Wasser-
                                                                                   zapfen ist gratis.

6    MONATE
im Jahr sind die Trinkbrunnen
geöffnet, von Mai bis Oktober.
                                    1   MILLION EURO
                                    stellt der Senat bis 2022 für weitere
                                    Trinkbrunnen zur Verfügung.
MOBILES BERLIN
10

EIN FUNDAMENT FÜR DIE
MOBILITÄT DER ZUKUNFT
Das Mobilitätsgesetz ist die Basis der Verkehrswende: Berlin hat als erstes
Bundesland den Vorrang des Umweltverbunds aus ÖPNV, Rad- und Fußver-
kehr vor dem Autoverkehr gesetzlich festgeschrieben. Wir haben damit den
Wechsel zu einer klimafreundlichen, sozial ausgewogenen, zuverlässigen und
für alle Menschen verfügbaren Mobilität eingeleitet.

» Weltweit arbeiten Metropolen daran, ihren Bewoh-       » Das deutschlandweit einzigartige Mobilitätsgesetz,
  ner*innen eine stadtverträgliche und nachhaltige         verabschiedet 2018, ist in intensiven Debatten von
  Mobilität zu ermöglichen. Trotz lokaler Unterschiede     Politik und Verwaltung mit der Zivilgesellschaft ent-
  haben die Ideen und Projekte gemeinsame Ziele:           standen. Das Mobilitätsgesetz sorgt für ein Umdenken
  Klimaschutz, Verkehrssicherheit sowie barrierefreie,     in der Verkehrspolitik: Der öffentliche Nahverkehr, der
  zuverlässige und bezahlbare Mobilität für alle.          Radverkehr und der Fußverkehr werden gefördert und

Der ÖPNV ist das Rückgrat der Berliner
Mobilität und wird deswegen durch
das Mobilitätsgesetz und zusätzliche
Investitionsmittel gestärkt.
11

ausgebaut, der Straßenraum neu verteilt zugunsten         » Diese Abschnitte des Mobilitätsgesetzes sind bereits
derer, die ohne Auto mobil sind. Wir organisieren darü-     verabschiedet: allgemeiner Teil, ÖPNV, Radverkehr,
ber hinaus den Wirtschaftsverkehr neu, indem klima-         Fußverkehr. Der fünfte und sechste Teil zu den Themen
schonende Transporte zu Wasser und auf der Schiene          Wirtschaftsverkehr und Neue Mobilität sollen im Som-
bis hin zu Lastenrad-Mikrohubs im Kiez gefördert            mer 2021 im Abgeordnetenhaus verabschiedet werden.
werden. Das Mobilitätsgesetz ist offen für technische
Innovationen, die der Verkehrswende dienen, und soll
mit seinem Schwerpunkt Barrierefreiheit gleichwertige
Mobilitätsmöglichkeiten in ganz Berlin gewährleisten.
Mit der Vision Zero im Mobilitätsgesetz – die in der
Straßenverkehrsordnung fehlt – verfolgen wir das Ziel,
im Straßenverkehr keine Toten oder Schwerverletzte
mehr beklagen zu müssen.

                                                                             Die umgestaltete Kolonnenstraße.
12

MOBILER MIT BUS & BAHN
Wir haben für den öffentlichen Nahverkehr eine stadtweite Investitions-
offensive gestartet, wie es sie seit Jahrzehnten nicht gab: Immer mehr
Menschen sollen auch ohne eigenes Auto sicher und komfortabel mobil
sein können. Das nützt insbesondere ärmeren Haushalten, die besonders
auf einen guten ÖPNV angewiesen sind.

Der ÖPNV ist das wichtigste Verkehrsmittel für die Mobili-      » Erstmals seit Jahrzehnten haben wir die Busspuren in
tätswende. Sie wird dann gelingen, wenn der öffentliche           Berlin deutlich ausgeweitet: Ein Viertel (rund 25 Kilo-
Nahverkehr attraktiv für alle ist, das bedeutet: verlässlich,     meter) mehr als bisher an Busspuren vorhanden ist
komfortabel, schnell und sicher.                                  (rund 100 Kilometer), wurde bereits angeordnet, weitere
                                                                  Kilometer sind in Prüfung.
» Unser Nahverkehrsplan, 2019 vom Senat beschlossen,
  beschreibt beispiellose Ausbauziele für den ÖPNV in
  Berlin bis 2035. Diese Ziele haben wir bereits konkreti-
  siert und in großen Teilen finanziert:
  › Der neue Vertrag mit den Berliner Verkehrsbetrie-
      ben (BVG) hat ein Volumen von 19 Milliarden Euro.
  › Die S-Bahn-Ausschreibung für zwei Drittel des Net-
      zes samt neuem landeseigenem Fuhrpark umfasst
      rund acht Milliarden Euro.
  › Das Schienen-Pendler*innenprojekt i2030 (gemein-
      sam mit Brandenburg, dem Verkehrsverbund und
      der Deutschen Bahn) umfasst weitere acht Milliar-
      den Euro.
  › Die S-Bahn modernisieren wir in den nächsten Jah-
      ren mit mehr als 1.300 neuen Wagen (mit der Op-
      tion auf mehr), die U-Bahn mit 1.500 Wagen. Die
      Flotten werden so runderneuert und aufgestockt.
13

» Der Einstieg in die Elektrifizierung der größten Bus-
  flotte Deutschlands ist gelungen. Mit sauberen und
  klimaschonenden E-Bussen werden wir den ÖPNV bis
  2030 komplett elektrifizieren. Schon heute sind rund
  140 Elektro-Busse unterwegs, mehr als in jeder anderen
  deutschen Stadt. In zehn Jahren werden es 1.600 sein.
  Die Umrüstung der Betriebshöfe mit Ladesäulen läuft
  auf Hochtouren.

» Wir haben für stabile Preise bei nahezu allen Abos
  im ÖPNV gesorgt. Für Menschen mit wenig Geld und
  Lernende haben wir die Preise sogar gesenkt oder die
  Tickets kostenlos gemacht:
  › Mehr als 360.000 Schüler*innen nutzen das 2019
     eingeführte kostenlose Schüler*innen-Ticket.
  › Die Azubis sind inzwischen für nur einen Euro pro      » 2017 haben wir das Schienen-Ausbauprojekt i2030
     Tag in ganz Berlin und Brandenburg unterwegs.           beschlossen. Damit planen und bauen wir gemeinsam
  › Das Sozialticket haben wir 2017 um ein Viertel           mit Brandenburg, Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg
     verbilligt.                                             und Deutscher Bahn über die Berliner Landesgrenzen
  › Rund 60 Prozent aller Berliner*innen haben An-           hinaus. Diese Vorhaben sind für die Mobilität der
     spruch auf Tarifrabatte.                                Metropolregion Berlin-Brandenburg zentral (siehe
                                                             Seiten 18 und 19).

Die neue Heidekrautbahn bringt die Menschen
im Nordosten Berlins und in den Landkreisen Ober-
havel sowie Barnim schneller in die Innenstadt. Es ist
das erste i2030-Projekt in der Umsetzungsphase.
14

» 2017 haben wir zusammen mit Brandenburg die Elektri-
  fizierung sowie den zweigleisigen Ausbau der Strecke
  Berlin-Stettin angestoßen. Mit der Dresdner Bahn im
  Süden Berlins schaffen wir neue und schnelle Verbin-
  dungen nach Brandenburg, nach Dresden und darüber
  hinaus bis nach Prag. So rücken Berlin und seine Nach-
  barn noch mehr zusammen.

» 2020 eröffnete der Lückenschluss der U5 in Mitte nach
  langjähriger Bauzeit. Die Linie verbindet barrierefrei
  die äußere Stadt im Osten mit dem Zentrum und dem
  Hauptbahnhof. Neue Umsteigemöglichkeiten zum
  U- und S-Bahn-Netz bringen schnellere Verbindungen
  und entlasten frequentierte Routen.                      Verkehrssenatorin Regine Günther hat 2017 die Elektrifizierung und
                                                           den zweigleisigen Ausbau der Strecke Berlin-Stettin ermöglicht –
                                                           zusammen mit dem Land Brandenburg, dem Bundesverkehrsministe-
                                                           rium und der Deutschen Bahn.
15

                                                                               Mit einem leistungsstarken und zuverlässigen
                                                                               Regionalverkehr machen wir Zugfahrten in der
                                                                               Metropolregion Berlin-Brandenburg attraktiver für
                                                                               immer mehr Menschen.

                                                             mögen für das Land.
» Auch die Erweiterung und Verbesserung der U-Bahn ist     » Damit der ÖPNV für alle gut erreichbar ist, stellen wir
  für den Nahverkehr einer Metropole essenziell. Daher       allein in den Jahren 2020 und 2021 Mittel in Höhe von
  haben wir für die Verlängerung von vier U-Bahn-            rund 85 Millionen Euro für barrierefreie Haltestellen
  Linien – erstmals seit den 1990er-Jahren – die techni-     und Bahnhöfe bereit. Unsere neuen Busse und Bahnen
  sche Machbarkeit untersucht: Tiefergehende Analysen        sind ohnehin barrierefrei.
  folgen jetzt für die U7 und die U3.
                                                           » Mit einer neuen Mobilitätsgarantie mit barrierefreien
» Mit dem wettbewerblichen S-Bahn-Vergabeverfahren           Kleinbussen sichern wir die Bewegungsfreiheit aller im
  für die Teilnetze Nord-Süd und Stadtbahn sichert sich      Nahverkehrssystem. Wenn beispielsweise durch einen
  Berlin bestmögliche Leistungen, ohne wie bisher Mono-      ausgefallenen Aufzug die Barrierefreiheit eingeschränkt
  polpreise zahlen zu müssen. Eine wichtige Erneuerung       ist, garantieren wir künftig, dass trotzdem ein barriere-
  ist in diesem Zusammenhang die Entscheidung, dass          freier Anschluss im ÖPNV gesichert ist.
  die S-Bahnwagen zukünftig dem Land Berlin gehören
  und hierfür ein landeseigener Fuhrpark gegründet wird.   » Ein neues System mit digital gesteuerten Rufbussen
  Damit schaffen wir Unabhängigkeit und neues Ver-           steht vor der Erprobung. Es soll die ÖPNV-Erschließung
                                                             in ausgewählten Bezirken an der Peripherie verbessern
                                                             und so günstige Alternativen zum eigenen Pkw bieten.
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GELBE BUSSE
UNTER STROM
Auf zehn Linien ist Berlin bereits elektrisch unter-
wegs – und bis 2030 in der ganzen Stadt. So
reduzieren wir die klimaschädlichen Emissionen,
die Abgase und den Verkehrslärm, so steigern
wir die Lebensqualität.

1.600            ELEKTRO-BUSSE
werden künftig in Berlin für leise und
klimafreundliche Mobilität sorgen.

                            2030
                            ist das Zieljahr. Dann soll unsere
                            gesamte Busflotte elektrisch fahren.

          10    PROZENT
          der BVG-Busse fahren bereits elektrisch.

3.000             TONNEN
CO2 haben unsere 140 E-Busse bereits
eingespart, Zahl steigend.

Auf dem BVG-Omnibusbetriebshof Indira-Ghandi-Straße ist der erste
zentrale Ladeplatz für die Elektro-Busse entstanden. In den kommen-
den Jahren werden weitere Depots im Stadtgebiet gebaut.
17
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MEHR SCHIENE IN DER
METROPOLREGION – MIT i2030
Immer mehr Menschen pendeln täglich zwischen Berlin und Brandenburg.
Mit dem milliardenschweren Schienen-Ausbauprojekt i2030 sorgen wir dafür,
dass diese Wege in der Metropolregion künftig bequem und viel umwelt-
freundlicher mit leistungsfähigen Bahnverbindungen statt mit dem Auto
zurückgelegt werden können.

Mehr als 300.000 Menschen pendeln derzeit täglich in       » Für viele weitere Projekte laufen die Planungen auf
der Metropolregion Berlin-Brandenburg – Tendenz stei-        Hochtouren, darunter sind die:
gend. Viele davon sind bereits mit der Bahn unterwegs,       › Potsdamer Stammbahn,
andere noch im Pkw. Um die umweltfreundliche Schiene         › Siemensbahn,
auszubauen, haben die beiden Bundesländer, die Deut-         › Strecken nach Nauen, Bernau, Strausberg.
sche Bahn und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg
2017 das Großprojekt i2030 gestartet. Es wird die Schie-   » Das sind komplexe und aufwendige Projekte, deren
nenverbindungen zwischen den Ländern auf ein bislang         Realisierung ihre Zeit braucht. Wichtig ist: Die Weichen
nicht gekanntes Qualitätsniveau heben.                       sind gestellt und das Ziel ist klar: Die für 2030 erwar-
                                                             teten 380.000 Pendler*innen sollen mit zusätzlichen
» Erstmals seit Jahrzehnten werden wieder neue Bahn-         Schienenverbindungen, mit mehr Platz in den Zügen
  strecken gebaut oder reaktiviert, Bahnhöfe moderni-        pünktlich, zuverlässig und klimaschonend unterwegs
  siert oder neu errichtet, mehr Züge eingesetzt.            sein. Damit erweitern wir die Mobilitätswende über die
                                                             Berliner Grenzen hinaus und geben dem umweltfreund-
» Rund acht Milliarden Euro fließen in 180 Kilometer         lichen Schienenverkehr klaren Vorrang.
  Schienen, neue Technik und Infrastruktur. Bis zu 99
  Bahnhöfe werden in Berlin und Brandenburg gebaut,        Weitere Informationen unter
  erneuert, verbessert.                                    www.i2030.de

» Mit dem Spatenstich zum Ausbau der Heidekrautbahn
  im Nordosten Berlins ist das Projekt i2030 erstmals in
  die Umsetzungsphase gekommen.
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DIE WEICHEN FÜR DIE ZUKUNFT
Mit neuen Strecken, höherer Taktung und mehr Komfort bauen wir den Regionalbahnverkehr zwischen Berlin und Branden-
burg massiv aus. Das bringt nicht nur den Klimaschutz voran, sondern auch alle Pendler*innen schneller von A nach B.

99      BAHNHÖFE
werden um-, aus- oder neu
                                                                                                             Oranienburg
                                                                                                                                      ≥ Rostock
                                                                                                                                        Stralsund
                                                                                                                                                                         Wensickendorf/ ≥
                                                                                                                                                                      Schmachtenhagen
                                                                                                                                                                                                  ≥ Groß Schönebeck
                                                                                                                                                                                                    (Schorfheide)
                                                                                                                                                                                                                                                                          Mögliche Lösungen bei den neun Teilprojekten

                                                                                                                                                                                                                                                                          Strecken-
                                                                                                                                                                                                                                                                           ausbau
                                                                                                                                                                                                                                                                                       Verlängerung
                                                                                                                                                                                                                                                                                          S-Bahn
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Um- bzw. Neubau
                                                                                                                                                                                                                                                                                                           von Stationen

gebaut.                                                                                                                           S-Bahn
                                                                                                                                                                                                Basdorf                                                                        Wichtiger Knotenpunkt
                                                                                                                                                                                 Nord                                                                                          Bestehende Station S-Bahn/Regionalverkehr
                                                                   RE6 Richtung Wittenberge                                                                                                                                                                                    (Auswahl)
                                                                                                        ≥ Neuruppin
                                                                       Neuruppin West                     Wittenberge                               Birkenwerder                                                                                                               Mögliche Station S-Bahn/Regionalverkehr
                                                                                                                                                                 Schönwalde                                                       > Stralsund
                                                                       N. Rheinsberger Tor                                                          (bei Berlin)       West                    Schönwalde                           Stettin                                    Halt mit Bahnsteiglänge
                                                                           Wustrau-
                                                                                Radensleben
                                                                                                                Velten (Mark)                                                                                         S-Bahn
                                                                                                                                                                                                                                                                               unter 220m (RE1) bzw. 140m (RE6)
                                                                                                                                                                                                                                                                               Bestehende / bereits in Bau befindliche
                                                                                 Beetz-                                                                                                                                                                                        Strecke S-Bahn/Regionalverkehr
                                                                                  Sommerfeld                                                                                                                                        Bernau
                                                                                                                                                                                  Mühlen-                                                                                      Mögliche Strecke S-Bahn/Regionalverkehr
                                                                Kremmen                                                                                                           beck                                              (bei Berlin)
                                                                                                                        Hennigsdorf                                                            Schönerlinde                                                                    Zweigleisiger Ausbau S-Bahn/Regionalverk.
                                                                        Schwante                                        Nord                                   Schildow
                                                                                                                                                   Frohnau         Nord                                       Buch
                                                                           Vehlefanz                                                                                                                                                                                    © VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH 01-2020
                                                                                                                          Hennigsdorf                        Schildow
                                                                             Bärenklau                                    (bei Berlin)

                                                                                                                                                                                                                                                                    35
                                                                               Velten                    Nord-West

                                                                                                                                                                             Blankenfelde                     Karow
                              Nauen
          < Hamburg
            Schwerin                                                                                                                                                     Rosenthal
                                                                                                                                                                                                           Karower Kreuz                                                    PROJEKTE
                                                                                                                                                                                                              Sellheimbrücke                         > Werneuchen
                                                                                                                                                                                                                                                                    sind geplant, um den
                                                  Brieselang                                                                               Tegel                        PankowPark
                            West                                                                                                                                         Wilhelmsruh                             Malchow Nord
                                                                                                                                    Borsigwalde
                                                                  Finkenkrug                                                                                                                            S-Bahn
                                                                            Falkensee                                             Siemensbahn
                                                                                                                                                                                                                       Warten-
                                                                                                                                                                                                                        berg            Ahrensfelde                 S-Bahnverkehr zu stärken.
                                                                                       Seegefeld          Falkenseer
           < Hannover                                                                                     Chaussee
                                                                                                                                      Gartenfeld
                                                                                                                                                                      Gesund-                                                                                                                          Strausberg Nord
                                                                                                                                                            brunnen
                                                                             Albrechtshof                Seegefelder Straße                Siemensstadt
                           Wustermark
                                                                                                                 Spandau                        Jungfernheide
                                                                                                                                   Werner-                                                                                                                                   S-Bahn
                                                                                                                                     werk
                                                                                                                                                                                                                                                         Hoppegarten                                       > Kostrzyn
                                                                        Klosterbuschweg       Nauener Straße                                           Berlin Hbf                                                                                             (Mark)                                         Gorzów W.
                                                                                                    Charlottenburger                                                                     Alexanderplatz
                                                                                                                                               Zoologischer
                                                                                                            Chaussee                                Garten                    Fried-          Ostbahnhof                                                                                  Strausberg
                                                                                                                                                                              richstr.
                                                                                                                                 Westkreuz                                   Potsdamer                                Lichtenberg
                                                            Brandenburg                                 Berlin                                      Charlottenburg              Platz       Ostkreuz

                                                                                                                                                      Schöneberg
            RE1 Richtung Magdeburg
                                                                                                                                                                           Südkreuz                                    RE
                                                                                                                                                                                                                         1
                                   Götz                                                                   West-Ost
             Wusterwitz                                                                                                                                                                                                                      Köpenick
                                       Groß Kreutz
                                                                                                                             1

               Kirchmöser                                                                                                           Rathaus Steglitz
                                                                                                                          RE

                           Brandenburg                   Potsdam                                                                                      Südende              Kamenzer                                                                          RE1
                                                                                                                                                                           Damm                                                         Spindlersfeld                                                     > Frankfurt (Oder)
                           Hbf                           Hbf                                                                                                                                                                                                                                                Warschau
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Zielona Góra
                                                                                                                                      Zehlendorf                                                                                                                                   Erkner
                                                                                           Wannsee                                                           S-Bahn
                                                                                                                                                                                                                                                                                              RE
                                                                                                                           Zehlendorf Süd                                        Buckower                                                                                                          1
                                                                                       S-Bahn                                                                                    Chaussee
  < Magdeburg                   P. Park Sanssouci                                                                    Düppel-
    Braunschweig   RE                                                     Babels-                                    Kleinmachnow                                                                                Terminal 5                                            RE1 Richtung Eisenhüttenstadt
                       1                                                    berg                        Europarc-
                                                     RE1                                                Dreilinden                       Teltow                                                                                     BER                                                         Frankfurt (Oder)
                Werder (Havel)                                                                                                           Stadt
                                                    P. Charlottenhof    Potsdam          Griebnitzsee                                                                                                                                                                                         F.-Rosengarten
                                                                                                                            Teltow Iserstr.                                                                                                                                    Hangelsberg
                                        P. Pirschheide                    Hbf                                                                                                                                                        Terminal
                                                                                                                                                                                                                                                                                                   Pillgram
                                                                                                        Stahnsdorf         Süd-West                                                                                                    1-2                          Erkner                    Jacobsdorf
                                                                                                   Sputendorfer Str.                                                                                                                                                   Fangschleuse
                                                                                                                                                                                                                         RE2 Richtung                                           Fürstenwalde
                                                                                                                                                                                                                             Cottbus                                                  Berkenbrück Briesen
                                                                                                                                                                                                                                               Zeuthen                             Kraftwerk Finkenheerd
                                                                                                                                                                                                                     Königs                                                                   Finkenheerd
                                                                                                                                                                                                                     Wusterhausen                                                                 Wiesenau
                                                                                                                                                                Blankenfelde                                                                                                                        Ziltendorf
                                                                                                                                                                                                                                           Süd-Ost

180
                                                                                                                                                                                                                      Brand                                                                     Eisenhüttenstadt
                                               ≤ Jüterbog                                                                                                                                   Dahlewitz                 Tropical                                S-Bahn
                                                 Dessau                                                                                                                                                               Islands
                                                                                                                                                                           Süd                                            Lübben
          STRECKENKILOMETER                                                                                                            Ludwigsfelde                                         D.-Rolls-
                                                                                                                                                                                            Royce                         (Spreewald)
                                                                                                                                                                                                                                                             Königs
                                                                                                                                                                                                             Lübbenau                                        Wusterhausen
werden reaktiviert, umgebaut oder                                                                                                  ≤ Halle, Leipzig
                                                                                                                                                                            Rangsdorf                      (Spreewald)
                                                                                                                                                                                                                             Cottbus Hbf                      ≤ Cottbus

ganz neu verlegt.
                                                                                                                                     München                                                                                                                    Görlitz
                                                                                                                                                                            ≤ Dresden, Prag
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MEHR STRAßENBAHN
FÜR BERLIN
Straßenbahnen sind klimafreundlich und effizient. Deshalb hat Berlin hier eine
Investitionsoffensive gestartet. Zahlreiche neue Strecken sind in Planung oder
bereits im Bau, weitere folgen in den kommenden Jahren.
So viel Straßenbahn wie heute war noch nie: Mit dem           ›   Neubaustrecke zum Bahnhof Ostkreuz, Fertigstel-
neuen Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr und             lung im 4. Quartal 2023 geplant.
dem Nahverkehrsplan haben wir einen beispiellosen Aus-        ›   Neue Straßenbahnstrecke von Pankow nach
bau des Berliner Tram-Netzes beschlossen:                         Weißensee, Fertigstellung für 2028 geplant.
                                                              ›   Neubaustrecke vom Alexanderplatz zum Kultur-
» Das Straßenbahnnetz, jetzt schon eines der größten              forum, Inbetriebnahme für 2028 geplant, Verlänge-
  weltweit, werden wir in den nächsten Jahren mit 20              rung bis Rathaus Steglitz vorgesehen.
  neuen Strecken um fast 40 Prozent erweitern.                ›   Verlängerung der Straßenbahn von der Warschauer
                                                                  Straße zum Hermannplatz, Fertigstellung für 2028
» Die Anzahl der Straßenbahnen werden wir ebenfalls               geplant.
  um knapp 40 Prozent erhöhen – der Wagenpark wird            ›   Neue Straßenbahn zum neuen Stadtquartier Blan-
  um rund 130 neue Straßenbahnen wachsen.                         kenburger Süden, Fertigstellung 2028 geplant.
                                                              ›   Beim Projekt Jungfernheide – Schumacher-Quar-
» Seit 2017 haben wir 16 neue Straßenbahnlinien auf den           tier läuft die Grundlagenermittlung.
  Weg gebracht, davon sind bereits 13 Linien konkret in       ›   Bei zwei Projekten ist die Grundlagenermittlung in
  Planung oder im Bau:                                            Vorbereitung (Johannisthal – Zwickauer Damm,
  › Umbau Straßenbahnführung am S-Bahnhof Karls-                  Anbindung Wasserstadt/Gartenstadt), Inbetrieb-
     horst/Treskowallee ist abgeschlossen, die Eröff-             nahmen sind in den Jahren ab 2028 geplant.
     nung war Ende 2020.                                      ›   Nur bei drei Projekten ist der erste Planungsschritt –
  › Neubaustrecke von Adlershof zum S-Bahnhof                     die Grundlagenermittlung – noch nicht gestartet
     Schöneweide ist seit 2020 im Bau, Fertigstellung im          (Potsdamer Platz – Schöneweide, Spittelmarkt –
     4. Quartal 2021 geplant.                                     Mehringdamm, Zoo – Potsdamer Platz).
  › Verlängerung der Straßenbahn vom Hauptbahn-
     hof zur Turmstraße, Fertigstellung Anfang 2023        » Übrigens: Selbstverständlich werden alle Haltestellen
     geplant, die Verlängerung bis zur Jungfernheide         und Züge barrierefrei gestaltet.
     befindet sich in der Vorplanung.
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DIE BERLINER TRAM MACHT STRECKE
Die Straßenbahn ist sicher, komfortabel und schnell.

16     NEUE STRAßENBAHNVERBINDUNGEN
beschlossen.
                                                                                                                                                                  Straßenbahn: geplante Erweiterung
                                                                                                                                                                  des Berliner Tram-Netzes
                                                                                                                                                                                 Linie/Strecke mit Umsetzung
                                                                                                                                                                                 bis 2035 (ÖPNV-Bedarfsplan)
                                                                                                                                                                                 Linie/Strecke
                                                                                                                                                                                 im Bestand
                                                                                                                                                                 Quelle: Eigene Darstellung CNB
                                                             (M27): Linienführung noch offen       M2: Verlängerung bis Blankenburg

                                               M10: Verlängerung bis Jungfernheide

                                     Neue Linie: Linienführung noch offen
                                                                                                                            27: Linienführung noch offen
                                                                                                                                                                     RUND               40
                                                                                                                                                                                   PROZENT
                                                                                                                                                                     mehr Straßenbahnwagen
        Neue Linie: Linienführung noch offen
                                                                                                                                                                     werden angeschafft.

        (M37): Linienführung noch offen                                                         *Neue Linie: Linienführung noch offen

                                                M10: Verlängerung bis                                                     M13: Verlängerung
                                                     Turmstraße                                                            bis Ostbhahnhof

                                                         (M41): Potsdamer
       (M37): Linienführung noch offen                                                                                    M10: Verlängerung
                                                   Platz  Zoologischer Garten
                                                                                                                          bis Hermannplatz

                                M4: Verlängerung bis Rathaus Steglitz                 (M6/18): Linienführung noch offen

                                                                                               (M41): Schöneweide  Potsdamer
                                                                                                             Platz

                                                                                           (60/67): Linienführung noch offen

                                                                                                                          M17: Verlängerung bis Adlershof
                                                                                                                       61/63: Verlängerung bis Schöneweide

RUND     40               PROZENT
mehr Strecken
     Stand: Februar 2019
                         wird
Straßenbahn künftig haben.
                              die
                                                                   UM       73  AUF DANN 267 KILOMETER
                                                                   wird das Straßenbahnnetz bis 2035
                                                                                                                                                                             Vorzugstrassen nach derzeitigem Planungsstand,
                                                                                                                                                      Karte dient zur Visualisierung und legt keine endgültige Trassierung fest

                                                                   wachsen.
22

     Sicherheit geht vor:
     Mit den neuen Pop-
     up-Radwegen schaf-
     fen wir geschützte
     und komfortable
     Spuren für Radfah-
     rer*innen.
     Schöneberger Ufer
23

SICHER PER RAD UNTERWEGS
Berlin ist groß, aber aufgrund seiner Kiezstruktur dennoch eine Stadt der kur-
zen Wege – ideal für Fahrten mit dem Fahrrad. Doch auch als Verkehrsmittel
auf längeren Strecken wird das Fahrrad für viele Berliner*innen immer inter-
essanter. Wir bauen Berlins Radinfrastruktur massiv aus, damit sich noch mehr
Menschen für das gesunde, umweltfreundliche und klimaschonende Radfah-
ren entscheiden.

Das Fahrrad wird beliebter: Immer mehr Menschen jeden                                sauber und klimafreundlich und damit als individuelles
Alters und in allen Bezirken entdecken das Rad als bevor-                            Verkehrsmittel besonders stadtverträglich. Viele Städte
zugtes Verkehrsmittel, weil sie gesund, günstig, komfor-                             weltweit haben daher begonnen, den Fahrradverkehr
tabel und klimafreundlich unterwegs sein wollen. Im Jahr                             intensiv zu fördern, manche – wie Amsterdam und Kopen-
2020 haben Berlins Zählstellen rund 14 Prozent mehr Fahr-                            hagen – tun dies bereits seit Jahrzehnten. Wir haben in
ten als im Vorjahr registriert.                                                      dieser Wahlperiode Berlin auf den Weg zur deutschen
                                                                                     Fahrrad-Hauptstadt gebracht, mit nie dagewesenem Ein-
Radverkehr ist platzsparend und effizient und damit dem                              satz von Personal und Geld, mit gesetzlichen Grundlagen,
Pkw in vielen Aspekten überlegen. Das Fahrrad ist leise,                             mit umfangreichen Planungen und Regelwerken.

Wer nur gelegentlich ein Lastenrad benötigt, ist bei dem Projekt „fLotte Kommunal“
richtig. Rund 150 Lastenräder können an vielen Orten in Berlin kostenlos ausge-
liehen werden.
24

Logistikprojekt KoMoDo                                                           Schloßstraße

» Die neue Radinfrastruktur planen, finanzieren und          » Um schnell mehr Sicherheit durch mehr Platz zu schaf-
  bauen wir mit der landeseigenen Fahrrad-Gesellschaft         fen, wurden 2020 ebenfalls erstmals in Deutschland
  infraVelo sowie mit inzwischen mehr als 70 neuen Stel-       sogenannte Pop-up-Radwege eingerichtet, kurzfristig
  len auf Landes- und Bezirksebene – das sind gut 20           und mit provisorischen Mitteln auf bisher rund 27 Kilo-
  Mal mehr als noch 2016. Auch die nötigen Finanzmittel        metern. Sie werden jetzt nach und nach zu sicheren
  haben wir in dieser Hochlaufphase vervielfacht: Mit fast     Radfahrstreifen verstetigt.
  35 Millionen Euro steht 2021 siebenmal soviel für den
  Radverkehr zur Verfügung wie noch 2016.                    » Auf neuen grün beschichteten Radfahrstreifen sind
                                                               Radfahrer*innen heute besser sichtbar und somit
Konkrete Verbesserungen sind bereits an vielen Stellen der     sicherer unterwegs. Rund 30 Kilometer wurden bisher
Stadt sicht- und erfahrbar:                                    markiert, dabei wurden viele Radfahrstreifen verbrei-
» Mit geschützten Radstreifen wie an der Hasenheide            tert. Mit grüner Farbe signalisieren wir den Anspruch
   oder in der Kolonnenstraße trennen wir den Fahrrad-         von Radfahrer*innen auf ihren Anteil am Straßenraum.
   verkehr klar vom Autoverkehr ab und sorgen so für
   mehr Sicherheit. Berlin hat hier verkehrsplanerisches     » Dass ihre Stadt immer fahrradfreundlicher wird, spüren
   Neuland betreten: Als erste Kommune deutschlandweit         die Berliner*innen in ihrem Alltag: Beim aktuellen Fahr-
   haben wir diese breiten Rad-Fahrbahnen („Protected          radklima-Test des ADFC ist Berlin von Rang 12 (von 14
   Bike Lanes“) eingeführt, zunächst im November 2018          Großstädten) auf Rang 9 vorgerückt. 60 Prozent sagen,
   an der Holzmarktstraße.                                     seit 2018 habe sich die Lage klar verbessert.
25

                   Wisbyerstraße

» Insgesamt konnten wir in den letzten vier Jahren bereits
  125 Kilometer neue beziehungsweise sanierte Radwege
  umsetzen.

» Wir haben dafür gesorgt, dass der Radverkehr durch
  getrennte Ampelschaltungen künftig sicherer wird. So-
  genannte Fahrradweichen werden in Berlin nicht mehr
  gebaut.

» Und der Ausbau geht weiter: Das neue Berliner Radver-
  kehrsnetz ist als Zielnetz in seinem Umfang und seinen
  Standards deutschlandweit einmalig. Es wird inklusive
  aller Hauptstraßen rund 3.000 Kilometer betragen, gut
  900 Kilometer davon beträgt allein das Vorrangnetz
  mit besonderen Ausbaustufen: Die Standardbreite wird
  hier 2,50 Meter sein, auf Radschnellverbindungen sogar
  drei Meter und mehr. Aber auch das Ergänzungsnetz mit
  fast 1.500 Kilometern bekommt ein Regelmaß von 2,30
  Meter bei einer Mindestbreite von 2,00 Metern.
26

» Um Innenstadt und Außenbezirke besser miteinander          » Radverkehr boomt: Das zeigen die automatischen
  zu verbinden und den Radverkehr auf größerer Dis-            Zählstellen des Landes. Wir werden neue Radbaro-
  tanz komfortabler zu machen, plant Berlin mit Hoch-          meter installieren, die die Zahl der vorbeifahrenden
  druck rund 100 Kilometer Radschnellverbindungen.             Fahrräder anzeigen. An zunächst 10 Stellen machen wir
  Mit diesen bis zu vier Meter breiten, beleuchteten           den Radverkehr noch sichtbarer, weitere werden folgen.
  Strecken wollen wir gerade auch Pendler*innen neue
  Verbindungen bieten. Sternförmig aus der Innenstadt in     » Das landeseigene Leihradsystem umfasst mittlerweile
  Richtung Stadtgrenzen werden ab 2023 die ersten von          5.000 Leihräder und und 350 Stationen. Innerhalb des
  insgesamt zehn Routen gebaut. Unsere neu gegründe-           S-Bahn-Rings kann man das Rad auch abseits der Sta-
  te landeseigene Fahrrad-Gesellschaft infraVelo setzt         tionen abstellen. Die spontane Radfahrt wird so immer
  diese wichtigen Vorhaben um.                                 einfacher.

» Mit unserem Leitfaden können die Bezirke neue Fahr-        » 2019 haben wir das Logistikprojekt KoMoDo gestar-
  radstraßen schnell rechtssicher einrichten. Seit 2017        tet: Auf der letzten Meile übernehmen Lastenräder die
  sind 12 neue Fahrradstraßen entstanden. Hier haben           Pakete – und ersparen den Kiezen Lärm und Dieselruß.
  Fahrräder Vorfahrt.                                          Nach erfolgreichem Test gibt’s die ersten beiden Mikro-
                                                               Hubs.
» Wer nur gelegentlich ein Lastenrad benötigt, ist bei dem
  Projekt „fLotte Kommunal“ richtig. Rund 150 Lasten-        » Rund 30.000 neue Abstellplätze bieten die von uns
  räder können an vielen Stellen in Berlin kostenlos aus-      und den Bezirken aufgestellten Fahrradbügel. Fahrrad-
  geliehen werden.                                             parkhäuser sind in Planung und ergänzen künftig das
                                                               Angebot.

                                                                                Mehringdamm: Wer mit dem Rad fährt, möchte es
                                                                                auch sicher abstellen. Unser Ausbauprogramm für
                                                                                Radbügel schafft dafür deutlich mehr Angebote.
27

WIR KRIEGEN BERLIN AUF DIE KETTE
Mit mehr als 100 Kilometern neuen Radschnellverbindungen bringen wir die Hauptstadt in Schwung und sorgen für ein
ganz neues Lebensgefühl – von Pankow bis Spandau. Wir treiben mit Hochdruck die Planungen voran, um in den nächs-
ten Jahren den Bau aller Strecken fertigzustellen.

ÜBER  100         KILOMETER
Radschnellverbindungen
                                                                                      BIS ZU 4    METER
                                                                                      breite Radwege sorgen für
werden aktuell erarbeitet.                                                            sicheres Überholen.

                       Heiligensee
                                                     Mitte – Tegel –
                                                     Spandau
                                                                        Panke Trail
                                                                                                10    TRASSEN
                                                                                                wurden untersucht.
    Nonnendammallee –                                              Landsberger Allee –
    Falkenseer Chaussee                                            Marzahn
  Spandauer Damm –
  Freiheit
                                                          West-Route

                                           Teltowkanal-
                                           route
                                                             Y-Trasse

                                 Königsweg –
                                 Kronprinzessinnenweg

  JEWEILS  5     KILOMETER
  oder länger sind die Radwege
  außerhalb des S-Bahn-Rings.
28

 Spielstraßen eröffnen
 neue Räume für die
 Nachbarschaft: Ber-
 lin wird so in immer
 mehr Kiezen wieder
 zu einem Ort für die
 Menschen.
29

GUT ZU FUß
Auf keine andere Art und Weise legen die Berliner*innen im Alltag so viele
Strecken zurück wie mit ihren eigenen Füßen: fast ein Drittel aller Wege.
Damit sie dabei gut vorankommen, fördern wir den Fußverkehr seit 2021 auf
gesetzlicher Grundlage.

Berlin definiert als erstes Bundesland den Fußverkehr als   » Das leichtere Überqueren von Straßen ermöglichen wir
zentralen Teil urbaner Mobilität. Mit einem eigenen Ab-       durch direkte Wege an Kreuzungsarmen.
schnitt im Mobilitätsgesetz sichern wir der umweltfreund-
lichsten Mobilitätsform umfangreiche Verbesserungen, die    » Wir schaffen
in den kommenden Jahren umzusetzen sind. Und bereits          › mehr Zebrastreifen,
2021 investieren wir mit rund neun Millionen Euro so viel     › zusätzliche Mittelinseln,
wie nie zuvor in den Fußverkehr.                              › abgesenkte Bordsteine (mit taktilen Elementen für
                                                                 Seheingeschränkte).

Längere Ampelphasen sorgen künftig
für entspannteres und sicheres Über-
queren der Straßen – dank des neuen
Fußverkehrsgesetzes.
30

» An die 60 Kreuzungen haben wir in den vergangenen
  Jahren bereits so umgebaut, dass sie komfortabler und
  sicherer für Fußgänger*innen und für den Radverkehr
  sind, also für die schwächsten Verkehrsteilnehmenden.
  Diesen Weg setzen wir fort.

» Für mehr Komfort und ein größeres Sicherheitsgefühl
  sorgen künftig auch längere Grünphasen. Im Fußver-
  kehrsteil des Mobilitätsgesetzes haben wir festgelegt,
  dass sie deutlich verlängert werden müssen. So ist
  mehr Zeit, in Ruhe die Straße zu überqueren. Die rund
  2.100 Berliner Ampelanlagen werden dafür nach und
  nach neu programmiert.

                                                           Sicht- und fühlbare Elemente machen die Straßenüberquerung gerade für Men-
                                                           schen mit Sehbehinderungen leichter. Neue Mittelinseln und Gehwegvorstreckungen
                                                           sorgen für mehr Sicherheit.

                                                                                      Neue Räume für Menschen statt Stau und Lärm:
                                                                                      Davon profitieren auf der Flaniermeile Friedrichstraße
                                                                                      Gastronomie und Einzelhandel.
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» Wir verteilen die öffentlichen Räume zugunsten der      »
  schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen um: Die auto-
  freie Flaniermeile Friedrichstraße hat international
  Aufmerksamkeit erhalten. Wir haben hier mehr Raum
  für Fußgänger*innen und Radfahrende geschaffen.
  Berlin macht sich damit auf einen vergleichbaren Weg
  wie andere große Städte, ob Wien, Madrid oder Brüs-
  sel, die mehr Platz für Menschen schaffen und so ihre   »
  Innenstädte neu beleben.

» Aber auch jenseits der Innenstadt stellen wir den
  öffentlichen Raum wieder den Menschen zur Verfügung.
  Mit zahlreichen Projekten in den Kiezen, wie für den
  Durchgangsverkehr gesperrten Straßen im Wrangel-
  oder Samariterkiez und mit temporären Spielstraßen,
  schaffen wir Gelegenheiten zur Begegnung in den
  Nachbarschaften und zur neuen Nutzung des öffent-
  lichen Raums.

                                                              Senatorin Regine Günther eröffnet im September
                                                              2020 in der Rüdesheimer Straße eine der vielen neuen
                                                              temporären Spielstraßen.
32

SPIELSTRAßEN SCHAFFEN NEUE RÄUME
                        Temporäre Spiel-/Nachbarschaftsstraßen 2020 in Berlin
                        Charlottenburg-Wilmersdorf
                        1     Babelsberger Straße
                        2     Nestorstraße
                        3     Rüdesheimer Straße
                        4     Sigmaringer Straße
                        5     Windscheidstraße
                        Friedrichshain-Kreuzberg
                        6     Bänschstraße
                        7     Böckhstraße
                        8     Chamissoplatz
                        9     Cuvrystraße
                        10 Dresdener Straße
                        11    Forsterstraße
                        12 Friedrichstraße
                        13 (Gärtner-) Krossenerstraße
                        14 Kinzigstraße
                        15 Lausitzer Platz
                        16 Liebigstraße
                        17 Lilienthalstraße
                        18 Lübbener Straße
                        19 Richard-Sorge-Straße
                        20 Rudolfstraße
                        21 (Helmerdinger-)Simplonstraße
                        22 Waldemarstraße
                        23 Wassertorstraße
                        24 Antwerpener Straße
                        25 Freienwalder Straße
                        26 Große Hamburger Straße
                        27 Pohlstraße
                        Neukölln
                        28 Anzengruberstraße
                        29 Hobrechtstraße
                        30 Neckarstraße
                        31 Richard-/Karl-Marx-Platz
                        32 Selkestraße
                        Pankow
                        33 Bötzowstraße
                        34 Choriner Straße
                        35 Gneiststraße
                        36 Göhrener Straße
                        37 Gudvanger Straße
                        38 Jacobsohnstraße
                        39 Tassostraße
                        40 Templiner Straße
                        Steglitz-Zehlendorf
                        41    Baseler Straße
                        Tempelhof-Schöneberg
                        42 Barbarossastraße
                        43 Brünnhildestraße
                        44 Frankenstraße
                        45 Goltzstraße (Lichtenrade)
                        46 Niedstraße
                        47 Steinmetzstraße
                        Treptow-Köpenick
                        48 Krüllsstraße
33

STILLE ÖRTCHEN IN DER
GANZEN STADT
Gute öffentliche Toiletten gehören
zu einer funktionierenden, lebenswer-
ten Stadt. Wir haben die öffentlichen
Toiletten Berlins modernisiert und
erweitert.

Mittlerweile gibt es von ihnen bereits
281 in der ganzen Stadt. Bis Ende
2022 werden es 366 barrierefreie
City-Toiletten sein. Damit haben wir
die Zahl der Toiletten gegenüber den
letzten 25 Jahren um mehr als
40 Prozent gesteigert.

Zudem haben wir dafür gesorgt, dass
die öffentlichen Toiletten nicht mehr
wie zuvor im Tausch für Werbeflächen
angeboten werden, sondern dass
die Versorgung mit stillen Örtchen
jetzt vom Senat in der ganzen Stadt
gesteuert wird. Die Werbeeinnahmen
fließen nun zusätzlich zum erweiterten
Angebot – und finanzieren weitere
öffentliche Leistungen.

Modern, preiswert, sauber: Die neuen öffentlichen
Toiletten bieten mehr Qualität an vielen zusätzlichen
Standorten.
34

LEISE, SAUBER UND
UMWELTGERECHT
Wir machen Berlin leiser und die Luft
sauberer. Zu Beginn der Legislatur-
periode 2016 wurden die Grenz-
werte für Stickoxid an vielen Straßen
noch massiv überschritten. An rund
40 Straßenabschnitten mit etwa 22
Kilometern Länge haben wir konkrete
Maßnahmen zur Verbesserung der
Luftqualität ergriffen. Wir haben 270
Busse der BVG mit Stickoxidfiltern
nachgerüstet, wir haben Durchfahrt-
verbote für alte Dieselfahrzeuge
auf acht Straßenabschnitten und
Tempo 30 auf 20 Kilometern Straße
umgesetzt. Die Luftqualität hat sich
mittlerweile deutlich verbessert: Im
Jahr 2020 wurden die Grenzwerte
für Stickstoffdioxid erstmals an allen
relevanten Messpunkten der Stadt
eingehalten.

Mit zahlreiche Maßnahmen wie Tempo 30 und nach-
gerüsteten sowie elektrisch betrieben BVG-Bussen
konnte die Luftqualität verbessert werden.
35

                                                   » Grundsätzlich sind Menschen mit weniger Geld stärker
                                                     von Umweltbelastungen betroffen, weil sie häufiger an
                                                     den vielbefahrenen Ausfallstraßen oder in dicht be-
                                                     siedelten Quartieren ohne viel Grün leben. Deswegen
                                                     sind weniger Lärm und bessere Luft auch eine soziale
                                                     Frage. Dies adressiert unser Umweltgerechtigkeits-
                                                     atlas. Er macht sichtbar, wo besonders belastete
                                                     Gebiete liegen und zeigt zudem, wie der räumliche
                                                     Zugang zu Grün- und Freiflächen (ungleich) verteilt ist.
                                                     Er ist damit eine wichtige Grundlage, um Lösungen zu
                                                     erarbeiten.

                                                   » Neben der Mobilitätswende sind der neue Lärm-
                                                     aktionsplan und der überarbeitete Luftreinhalteplan
                                                     die wichtigsten Instrumente für ein leises Berlin und
                                                     eine saubere Luft. Zu den darin enthaltenen Maß-
                                                     nahmen zählen etwa lärmoptimierter Asphalt, leisere
                                                     Schienen, ein auf E-Mobilität umgerüsteter öffentlicher
                                                     Fuhrpark, Tempo-30-Beschränkungen und die Förde-
                                                     rung von Schallschutzfenstern.

Auch im Haltestellenbereich spielen die neuen
E-Busse ihre Vorteile aus: Fast lautlos und ohne
Abgase fahren sie an und vermeiden so Lärm und
Luftverschmutzung.
36

BERLINER UMWELTGERECHTIGKEITSATLAS
GRÜNES BERLIN
38

MEHR STADTNATUR
Weitläufige Parks, städtische Wälder und Naturschutzgebiete, Hundert-
tausende Stadtbäume und viele geschützte Tierarten: Unsere Stadt ist ein
grüner, lebendiger und auch deswegen so lebenswerter Ort. Damit dies
unter den Bedingungen der wachsenden Stadt und der Klimakrise auch
künftig so bleibt, haben wir wichtige Veränderungen vorgenommen.
39

Das Berliner Stadtgrün ist ein Schatz, den es zu bewah-
ren, zu pflegen und zu mehren gilt. Daher haben wir die
Charta für das Berliner Stadtgrün erarbeitet – per Senats-
beschluss als konkrete Selbstverpflichtung aller Behörden,
aber auch der Stadtgesellschaft. Mit einem Handlungs-
programm setzen wir die Charta um und sorgen dafür,
dass in einer wachsenden Stadt die Belange des Stadt-
grüns zur Geltung kommen. Wenn Berlin wächst, muss
unsere grüne Infrastruktur geschützt werden und mit-
wachsen.

» Deshalb haben wir endlich wichtige Landschaftsräume
  unter Schutz gestellt und erstmals seit Jahren rechtlich
  gesichert, zum Beispiel
  › das Landschaftsschutzgebiet Köpenicker Wälder
     nördlich der Müggelspree,
  › den Tegeler Fließ,
  › den Grunewald,
                                                             » Und damit die grüne Infrastruktur auch weiter wächst,
  › den Spandauer Forst.
                                                               werden wir weitere Landschaftsräume aufwerten und
                                                               sie zu Oasen der Biodiversität weiterentwickeln:
                                                               › die Malchower Auenlandschaft,
                                                               › die Wald-Weide-Landschaft von Hobrechtsfelde,
                                                               › die Rieselfeldlandschaft Karolinenhöhe und Gatow,
                                                               › das Wuhletal,
                                                               › der Mauerstreifen Süd und
                                                               › die Weidelandschaft Lichterfelde Süd.

                                                             » Mit diesen Projekten und vor allem unserem Ökokonto
                                                               wollen wir das Stadtgrün sichern. So entwickeln wir
                                                               auf zusammenhängenden Flächen, derzeit in der Mal-
                                                               chower Auenlandschaft und im Wuhletal, das Berliner
                                                               Stadtgrün, das wir dringend brauchen, um die Folgen
                                                               des Klimawandels abzumildern, um Orte der Erholung
                                                               und der guten Luft für die Berliner*innen zu schaffen.
                                                               Mit dem Ökokonto, das im Voraus für Ausgleich sorgt,
                                                               können wir zugleich wichtige Bau- und Infrastrukturvor-
                                                               haben beschleunigen.
40

» Die Berliner Kleingärten stehen zu 82 Prozent dauer-         ›   Das Tempelhofer Feld entwickeln wir mit neuen
  haft unter Schutz, und trotz Bauboom haben wir dafür             Bäumen und Bänken, modernisierten Toiletten und
  gesorgt, dass weitere 9,4 Prozent der Anlagen, die auf           Sportangeboten zu einem noch attraktiveren Ort für
  Bauland liegen, bis 2030 gesichert sind.                         Erholung und Sport.
                                                               ›   Die Umbaumaßnahmen im Spreepark haben be-
» Wir haben mehr Parks und attraktivere Grünanlagen                gonnen. Er wird ein attraktiver Erholungsort für alle
  zur kieznahen Erholung eingerichtet:                             Berliner*innen und soll Natur- und Kulturgenuss in
  › Den Mauerpark haben wir auf die doppelte Größe                 einzigartiger Weise verbinden.
      erweitert.
  › Den Anita-Berber-Park haben wir neu gestaltet und       » Das muss es uns wert sein: Rund 60 Millionen Euro
      für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.              zusätzlich hat Berlin in den vergangenen vier Jahren in
  › Der neue 600.000 Quadratmeter große Kienberg-             das Stadtgrün investiert: Für die Sanierung und Pflege
      park ist ein bleibender Gewinn für Marzahn-Hellers-     von Parks, die Bewässerung von Bäumen im Hitze-
      dorf nach der Internationalen Gartenausstellung         stress, vor allem aber, damit die Bezirke wieder ihre
      2018.                                                   wichtigen Aufgaben für die Grünpflege voll wahrneh-
                                                              men können.

                                                                                           Das markante Riesenrad des Berliner
                                                                                           Spreeparks lassen wir gerade restaurie-
                                                                                           ren, damit auch künftige Generationen
                                                                                           den Plänterwald von oben bestaunen
                                                                                           können.
41

                                                                                         Für die zahlreichen Wildbienenarten
                                                                                         legen wir in der ganzen Stadt art-
                                                                                         gerechte Wiesen an – wie hier im
                                                                                         Spreebogen.

» Wir haben mit allen Berliner Bezirken erstmals eine     In allen Bezirken haben wir Blühwiesen angepflanzt, um
  gesamtstädtische Zielvereinbarung für die quali-        Bestäubern wie Bienen und anderen Insekten mehr Le-
  tätsvolle Pflege von Straßenbäumen abgeschlossen.       bensräume zu geben – insgesamt auf bereits 40 Flächen.
  Die Bezirke verpflichten sich darin unter anderem auf   Im Rahmen der Berliner Bienenstrategie kommen immer
  regelmäßige Kontrollen und Nachpflanzungen.             mehr Projekte hinzu.

» Wir schützen das urbane Grün zudem vor den Folgen       Dass sich Wildbienen in Berlin wohlfühlen, liegt auch
  des Klimawandels etwa mit robusten Baumarten.           daran, dass wir als pestizidfreie Kommune den Einsatz
                                                          von Glyphosat im öffentlichen Raum gestoppt haben.
» Im Rahmen unserer Stadtbaumkampagne, die Spen-
  den mit öffentlichen Mitteln aufstockt, wurde 2020      Seit 2020 ist unsere Stadt offiziell eine Kommune der bio-
  bereits der 10.000. neue Straßenbaum gepflanzt.         logischen Vielfalt und engagiert sich in diesem wichtigen
                                                          Städtebündnis für mehr Biodiversität.
42

GROßE TATEN FÜR DIE ALLERKLEINSTEN
Gemeinsam mit den Bezirken schaffen wir Wildblumenwiesen in ganz Berlin. Und geben bestäubenden Insekten damit
einen Freiraum.

       323          WILDBIENENARTEN
                                                                                      RUND   80        PROZENT
                                                                                      unserer Pflanzen müssen
       sind bisher in Berlin bekannt.                                                 von Bienen bestäubt werden,
                                                                                      um Samen auszubilden.

40       BIENENFREUNDLICHE BLUMENWIESEN
wurden seit 2018 in Berlin angelegt, viele weitere sind in
Planung.
                                                             BIS ZU 5.000          BLÜTEN
                                                             am Tag bestäuben manche Wild-
                                                             bienenarten.
43

MEHR WERTSCHÄTZUNG FÜRS
STADTGRÜN
Fast vier Millionen Berliner*innen und viele Besucher*innen aus aller Welt
schätzen unser Stadtgrün. Doch die hohe Beanspruchung durch sehr viele
Nutzende führt auch zu Problemen. Gemeinsam wollen wir daher mehr
Sauberkeit, eine bessere Pflege und eine wirksame Wertschätzung
unserer Grünanlagen erreichen. Hierfür haben wir ein ganzes Bündel an
Projekten gestartet.
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» Mit der Wertschätzungskampagne „Zusammen sind                            » Für mehr Wertschätzung des Stadtgrüns arbeiten vor
  wir Park“ wollen wir darauf hinwirken, dass die Berli-                     allem die neuen Park-Manager*innen und Stadtnatur-
  ner*innen und die Gäste unserer Stadt der Stadtnatur                       Ranger*innen. Sie sorgen für ein besseres Miteinander
  mehr Aufmerksamkeit schenken und achtsamer mit                             von Mensch und Umwelt, sind Ansprechpartner*innen
  dem urbanen Grün umgehen. Denn je weniger Geld                             und im besten Sinne Kümmer*innen vor Ort.
  für die Beseitigung von Vandalismusschäden und Müll
  ausgegeben werden muss, desto mehr bleibt für die                        » Mit dem Handbuch „Gute Pflege“ haben wir den Be-
  Pflege und Gestaltung.                                                     zirken eine Handreichung zur Verfügung gestellt, um
                                                                             mehr Qualität und Artenvielfalt in die grünen Oasen zu
» Um möglichst vielen die Bedeutung des Stadtgrüns                           bringen.
  näherzubringen, haben wir die Umweltbildung aus-
  geweitet und mit einer neuen Koordinierungsstelle die                    » Mit einer Anlaufstelle für Urban Gardening und
  Grundlagen gelegt, dass jede Grundschulklasse und                          unserem Handlungsprogramm Gemeinschaftsgärten
  immer mehr Kitakinder mindestens einmal im Jahr eine                       sorgen wir dafür, dass Naturerfahrung ganz praktisch
  wichtige Naturerfahrung machen können – ob in einem                        gelebt werden kann.
  der von uns geförderten Umweltbildungszentren oder
  in ihrem Park im Kiez um die Ecke.

                    Ob für Sport, zur Erholung oder als Treffpunkt: Die
                    Berliner Parks sind grüne Oasen mitten in der Stadt.
                    Der Mauerpark ist heute doppelt so groß wie 2017.
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