Beteiligungsbericht 2015 - Anlage 1 zu Vorlage 133/2016 - Landkreis Esslingen

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Anlage 1
                                              zu Vorlage 133/2016

Landratsamt Esslingen
Kreiskämmerei
Pulverwiesen 11
73726 Esslingen am Neckar

                            Beteiligungsbericht ‫ ׀‬2015
INHALTSVERZEICHNIS

1. Vorbemerkungen ........................................................................................................... 3

2. Beteiligungen an Unternehmen in der Rechtsform des Privatrechts ....................... 4

3. Einführung ..................................................................................................................... 5

         3.1 Allgemeines ....................................................................................................... 5
         3.2 Unternehmensformen ....................................................................................... 5
         3.3 Begriffsdefinitionen .......................................................................................... 6
         3.4 Erläuterung von Kennzahlen ........................................................................... 7
4. Unmittelbare Beteiligungen ab 25 % ............................................................................ 9

         4.1 Kreiskliniken Esslingen gemeinnützige GmbH .............................................. 9
         4.2 Kompostwerk Kirchheim u. T. GmbH ............................................................ 27
5. Unmittelbare Beteiligungen unter 25 % ..................................................................... 34

         5.1 Rechenzentrum Region Stuttgart GmbH ...................................................... 34
         5.2 DEULA Baden-Württemberg gGmbH ............................................................ 37
         5.3 Energieagentur Landkreis Esslingen gGmbH .............................................. 39
         5.4 Neckarhafen Plochingen GmbH..................................................................... 41
         5.5 Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart GmbH (VVS) ..................................... 43
         5.6 Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck eG .................................. 45
         5.7 Wohnbaugenossenschaften .......................................................................... 47
6. Mittelbare Beteiligungen ab 25 % ............................................................................... 53

         6.1 Vitalcenter am Paracelsus-Krankenhaus Ruit GmbH .................................. 53
7. Mittelbare Beteiligungen unter 25 % .......................................................................... 61

         7.1 Rechner-Betriebs-GmbH Stuttgart ................................................................ 61
         7.2 Entwicklungs- und Vertriebs-GmbH für kommunale Software Stuttgart ... 61
         7.3 Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH ............................................. 61

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1. Vorbemerkungen

Gemäß § 105 Abs. 2 der Gemeindeordnung (GemO) i.V.m. § 48 der Landkreisordnung
(LKrO) hat der Landkreis Esslingen zur Information des Kreistags und seiner Einwohner
jährlich einen Bericht über die Unternehmen in der Rechtsform des privaten Rechts,
an denen er unmittelbar oder mit mehr als 50 % mittelbar beteiligt ist, zu erstellen.

Der Beteiligungsbericht hat die wesentlichen Unternehmensdaten zu enthalten. Bezugs-
größen sind die Jahresabschlüsse, Geschäftsberichte und Prüfungsberichte des Ge-
schäftsjahres 2015, auch wenn Jahresabschlüsse einzelner Unternehmen noch nicht for-
mell von der Gesellschafterversammlung beschlossen wurden.

Der Bericht enthält folgenden Mindestinhalt:

Allgemeine Unternehmensdaten

   Gegenstand des Unternehmens
   Beteiligungsverhältnisse
   Besetzung der Organe
   Beteiligungen des Unternehmens

Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks des Unternehmens

Verlauf des letzten Geschäftsjahres

   Grundzüge des Geschäftsverlaufs
   Lage des Unternehmens
   Kapitalzuführungen und -entnahmen des Landkreises

im Vergleich mit den Werten des Vorjahres:

   durchschnittliche Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer getrennt nach Gruppen,
   die wichtigsten Kennzahlen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage,
   gewährte Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats
    oder der entsprechenden Organe für jede Personengruppe; § 286 Absatz 4 des Han-
    delsgesetzbuchs gilt entsprechend.

Bei unmittelbaren Beteiligungen mit weniger als 25 % können die Angaben im Beteili-
gungsbericht auf wenige Eckdaten beschränkt werden. Darzustellen sind jedoch:

Allgemeine Unternehmensdaten

   Gegenstand des Unternehmens
   Beteiligungsverhältnisse

Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks des Unternehmens

                                          Seite 3
2.                 Beteiligungen an Unternehmen in der Rechtsform des Privatrechts – 31.12.2015

                                                              - ÜBERSICHT -

                                            4.1                                                       5.2
                               Kreiskliniken Esslingen                                              DEULA
                               gemeinnützige GmbH                                          Baden-Württemberg gGmbH
                                5.000.000 € = 100 %                                            3.834,69 € = 15 %

                                                           Landkreis
                           6.1
                        mittelbar:                                                                     5.3
               Vitalcenter am Paracelsus-                                                        Energieagentur
                Krankenhaus Ruit GmbH                                                      Landkreis Esslingen gGmbH
                     35.000 € = 70 %                                                            1.550 € = 6,2 %

                                          4.2
                                 Kompostwerk Kirchheim                                               5.4
                                      u.T. GmbH             Abfallwirtschaftsbetrieb des    Neckarhafen Plochingen
                                    40.000 € = 80 %           Landkreises Esslingen                 GmbH
                                                                                              110.000 € = 6,25 %
Seite 4

                                        5.1
                                  Rechenzentrum
                               Region Stuttgart GmbH                                                   5.5
                                 140.000 € = 20 %                                          Verkehrs- und Tarifverbund

                                                           Esslingen
                                                                                             Stuttgart GmbH (VVS)
                                                                                               9.300 € = 3,75 %
                          7.1 + 7.2
                          mittelbar:
                 - Rechner-Betriebs-GmbH
                   Stuttgart         20 %                                                             5.6
                  - Entwicklungs- und Ver-                                                 Weingärtnergenossenschaft
               triebs-GmbH für kommunale                                                    Hohenneuffen-Teck eG
               Software Stuttgart 2,778 %                                                       500 € = 2,80 %

                              Kommunaler Pool Region
                                  Stuttgart e.V.                                                       5.7
                                                                                           Wohnbaugenossenschaften
                                                                                            - Kreisbaugenossenschaft
                                                                                            Kirchheim-Plochingen eG
                            7.3
                                                                                                1.000 € = 0,236 ‰
                        mittelbar:
                                                                                           - Siedlungsbau Neckar-Fils
               Wirtschaftsförderung Region
                                                                                           Bau- und Wohnungsgenos-
                Stuttgart GmbH (24,6 %)
                                                                                                   senschaft eG
                                                                                                  500 € = 0,274 ‰
3. Einführung

3.1 Allgemeines

Der Landkreis Esslingen erfüllt seine Aufgaben im Bereich der Leistungsverwaltung auch
außerhalb des Kreishaushalts. Er bedient sich dabei Unternehmen in Organisationsformen
des öffentlichen und des privaten Rechts. Die privatrechtlich gestaltete Aufgabenerfüllung
erfolgt vorwiegend mittels Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaft und Gesellschaft mit
beschränkter Haftung), an denen der Landkreis beteiligt ist, aber auch durch die Beteiligung
an Genossenschaften.

Eine (unmittelbare) Beteiligung im gemeindewirtschaftlichen Sinne liegt dabei vor, wenn
eine Kommune zur Aufgabenerfüllung Anteile an einem rechtlich selbständigen Unterneh-
men mit der Absicht erwirbt, einen dauernden Einfluss auf die Betriebsführung des Unter-
nehmens auszuüben. Eine mittelbare Beteiligung liegt vor, wenn ein Unternehmen, an dem
die Kommune unmittelbar beteiligt ist, an einem anderen Unternehmen beteiligt ist.

Die grundlegenden Bestimmungen für Unternehmen und Beteiligungen, insbesondere
erforderliche Voraussetzungen, enthalten die §§ 102 ff. GemO.

3.2 Unternehmensformen

3.2.1 Aktiengesellschaft (AG)

Die AG ist eine Handelsgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (juristische Person),
deren Gesellschafter (Aktionäre) mit Einlagen auf das in Aktien zerlegte Grundkapital betei-
ligt sind, ohne persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften.

An der Feststellung des Gesellschaftsvertrages (der Satzung) müssen sich eine oder meh-
rere Personen beteiligen, welche die Aktien gegen Einlagen übernehmen. Das Grundkapital
muss mindestens 50.000 Euro betragen. Organe der AG sind die Hauptversammlung, der
Aufsichtsrat und der Vorstand.

3.2.2 (Gemeinnützige) Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH, gGmbH)

Die GmbH ist eine Handelsgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit, deren Gesell-
schafter mit Stammeinlagen am Stammkapital beteiligt sind, ohne persönlich für die Ver-
bindlichkeiten der Gesellschaft zu haften.

Die GmbH wird durch einen notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag von einem oder
mehreren Gesellschaftern im Wege der Bar- und/oder Sachgründung errichtet. Das
Stammkapital muss mindestens 25.000 Euro betragen. Organe der GmbH sind die Gesell-
schafterversammlung und die Geschäftsführung. Die Bildung eines Aufsichtsrats ist mög-
lich, aber erst ab einer bestimmten Arbeitnehmerzahl nach der Mitbestimmungsgesetzge-
bung zwingend.
Die gGmbH ist keine eigene Gesellschaftsform. Sie verfolgt satzungsgemäß einen gemein-
nützigen Zweck. Sie unterliegt besonderen Steuervergünstigungen.

                                           Seite 5
3.2.3 Genossenschaft (eG)

Die eingetragene Genossenschaft ist eine Gesellschaft von nicht geschlossener Mitglieder-
zahl (mindestens 7 Genossen), welche die Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft ihrer
Mitglieder mittels des gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebs bezweckt, deren Genossen mit
Einlagen beteiligt sind (Geschäftsanteil). Für die Verbindlichkeiten der Genossenschaft haf-
tet den Gläubigern nur das Vermögen der Genossenschaft. Organe sind die Generalver-
sammlung der Genossen, der Aufsichtsrat und der Vorstand. Bei Genossenschaften mit
mehr als 1.500 Mitgliedern kann das Statut bestimmen, dass die Generalversammlung aus
Vertretern der Genossen (Vertreterversammlung) besteht.

3.3 Begriffsdefinitionen

Abschreibung:              Betrag, der die gebrauchsbedingte Wertminderung an
                           Vermögensgegenständen erfasst.

Anlagevermögen:            Vermögensgegenstände, die dem Unternehmen dauerhaft oder
                           langfristig dienen (z.B. Grundstücke, technische Anlagen, Betei-
                           ligungen).

Bilanz:                    Kontenmäßige Gegenüberstellung der Aktiva (Vermögen) und
                           der Passiva (Kapital) eines Unternehmens zu einem bestimmten
                           Stichtag (daher “Zeitpunktsrechnung” genannt).

Gewinn- und Verlust-       Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge zur Ermitt-
rechnung:                  lung des Gewinns bzw. Verlusts in einem bestimmten Zeitraum,
                           i.d.R. dem Geschäftsjahr (daher “Zeitraumrechnung” genannt).

Kennzahlen:                Mittel zur Darstellung von Informationen in konzentrierter Form.
                           Durch sie können betriebswirtschaftliche Zusammenhänge auf-
                           gezeigt werden.

Rückstellungen:            Verbindlichkeiten, deren Eintritt wahrscheinlich oder sicher ist,
                           jedoch Ungewissheit bezüglich ihrer Höhe oder des Zeitpunkts
                           ihres Eintritts besteht.

Umlaufvermögen:            Vermögensgegenstände, die dem Unternehmen nicht dauerhaft
                           dienen (z.B. Vorräte, Forderungen, Bankguthaben).

                                           Seite 6
3.4 Erläuterung von Kennzahlen

Kennzahlen zur Vermögenslage:

                                                   Prozentualer Anteil des Anlagever-
                                                   mögens am Gesamtvermögen.
Anlagenintensität =     Anlagevermögen * 100       Eine hohe Anlagenintensität ist ein
                             Gesamtvermögen        Indiz für einen kostenintensiven (Fix-
                                                   kosten) Betrieb des Unternehmens.
                             (= Bilanzsumme)

                        Umlaufvermögen * 100
                                                   Prozentualer Anteil des Umlaufver-
Umlaufintensität =                                 mögens am Gesamtvermögen.
                             Gesamtvermögen
                             (= Bilanzsumme)

Kennzahlen zur Finanzlage:

                                                   Prozentualer Anteil des Eigenkapitals
                         Eigenkapital 1 * 100      am Gesamtkapital.
Eigenkapitalquote =                                Eine hohe EK-Quote gilt als Indikator
                              Gesamtkapital
                                                   für die Bonität eines Unternehmens.
                             (= Bilanzsumme)

                          Fremdkapital * 100       Prozentualer Anteil des Fremdkapitals
Fremdkapitalquote =                                am Gesamtkapital.
                              Gesamtkapital
                             (= Bilanzsumme)

                                                   Prozentualer Anteil des Eigenkapitals
                                                   am Anlagevermögen.
                                                   Die Anlagendeckung dient der Beur-
                             Eigenkapital * 100
Anlagendeckung I =                                 teilung der langfristigen Liquidität
                                                   (langfr. gebundene Vermögenswerte
                             Anlagevermögen        sollen durch langfristiges Kapital fi-
                                                   nanziert werden).

                        (Eigenkapital + langfr.
                         Fremdkapital) * 100       Prozentualer Anteil des langfr. Kapi-
Anlagendeckung II =                                tals am Anlagevermögen.

                             Anlagevermögen

1
    Lt. Bilanz

                                         Seite 7
Kennzahlen zur Ertragslage:

                                                                 Prozentualer Anteil des Jahresüber-
                               Jahresüberschuss 2 * 100          schusses an den Umsatzerlösen.
Umsatzrentabilität =                                             Die Umsatzrentabilität misst den Be-
                                      Umsatzerlöse               triebserfolg an der Umsatztätigkeit.

                                                                 Prozentualer Anteil des Jahresüber-
                                Jahresüberschuss * 100           schusses am Eigenkapital.
Eigenkapitalrentabilität =                                       EK-Rentabilität gibt an, in welcher
                                                                 Höhe sich das eingesetzte Eigenkapi-
                                       Eigenkapital              tal im Geschäftsjahr verzinst hat.

                                 (Jahresüberschuss +
                                                                 Prozentualer Anteil des Jahresüber-
                                 Fremdkapitalzinsen) *
                                                                 schusses am Gesamtkapital.
Gesamtkapitalrentabil. =                 100                     GK-Rentabilität gibt an, in welcher
                                                                 Höhe sich das eingesetzte (Gesamt-)
                                     Gesamtkapital               Kapital im Geschäftsjahr verzinst hat.

                                                                 Prozentualer Anteil der Umsatzerlöse
                                  Umsatzerlöse * 100             am    Gesamtaufwand.       Kostende-
                                                                 ckungsgrad gibt an, in welchem Maße
Kostendeckung 3 =                                                ein Unternehmen seine Aufwendun-
                                   Gesamtaufwand 4               gen am Markt über Umsatzerlöse
                                                                 decken kann.

Cash-Flow =                    Jahresüberschuss                  Der Cash-Flow beschreibt den Mittel-
                               + Abschreibung auf An-            zufluss des Geschäftsjahres, dem
                                                                 kein unmittelbarer Mittelabfluss ge-
                                   lagevermögen                  genüber steht. Er zeigt, in welchem
                               + Erhöhung der langfr.            Umfang Finanzmittel für das Folgejahr
                                   Rückstellungen 5              zur Verfügung stehen.
                               ./. Verminderung der
                                   langfr. Rückstellun-
                                   gen

2
    Für alle folgenden Kennzahlen gilt: Jahresüberschuss/-fehlbetrag = Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach
    Steuern, vor Abführung oder Verlustübernahme.
3
    Gemäß § 103 Abs.1 Ziff.1 GemO
4
    Gemäß § 275 Abs. 2 Nrn.: 5. - 8., 12., 13., 16., 18. und 19. HGB
5
    I.d.R. Pensionsrückstellungen

                                                 Seite 8
4. Unmittelbare Beteiligungen ab 25 %

4.1 Kreiskliniken Esslingen gemeinnützige GmbH

Charlottenstraße 10                                        Telefon: 07021/8844000
73230 Kirchheim unter Teck                                 www.kk-es.de

Gegenstand des Unternehmens

Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb der Kreiskrankenhäuser im Landkreis Ess-
lingen. Zu den Kreiskliniken gehören folgende Krankenhäuser:

    Klinikum Kirchheim-Nürtingen
    Paracelsus-Krankenhaus Ruit

Die Kreiskliniken Esslingen sind mit ihren Kliniken an den Standorten Kirchheim, Nürtingen,
Ruit und mit einer Tagesklinik in Filderstadt-Bernhausen vertreten.

Beteiligungsverhältnisse

Stammkapital zum 31. Dezember 2015                         5.000.000 EUR

Gesellschafter Landkreis Esslingen                                  100 %

Rechtliche Verhältnisse

Gründungsdatum: 01. Januar 2009 (Eintrag Handelsregister: 31. August 2009)
Beteiligt seit: 01. Januar 2009

Gesellschaftsvertrag vom 15. Juni 2009.

Organe der Gesellschaft sind die Gesellschafterversammlung, der Aufsichtsrat und die Ge-
schäftsführung.

Die Gesellschafterversammlung besteht aus Herrn Landrat Heinz Eininger für den Land-
kreis Esslingen.

Der Aufsichtsrat besteht aus 17 stimmberechtigten Mitgliedern. Stimmberechtigte Mitglieder
sind:

    der Landrat des Landkreises Esslingen kraft Amtes
    14 Personen, die von der Gesellschafterversammlung auf bindenden Vorschlag des
     Kreistags des Landkreises Esslingen bestellt werden
    2 Arbeitnehmer der Gesellschaft, die von der Gesellschafterversammlung auf bin-
     denden Vorschlag des Gesamtbetriebsrats der Gesellschaft bestellt werden

Die Fachbedienstete für das Finanzwesen des Landkreises Esslingen ist beratendes Mit-
glied des Aufsichtsrats.
                                          Seite 9
Zusammensetzung des Aufsichtsrats im Jahr 2015:

Vorsitzender             Landrat Heinz Eininger, Kirchheim u. T.

Stv. Vorsitzender        Bernhard Richter, Reichenbach a. d. F.

Ordentliche Mitglieder   Bernhard Richter, Reichenbach a. d. F.
                         Rainer Bauer, Weilheim a. d. T.
                         Martin Fritz, Großbettlingen
                         Erwin Hees, Reichenbach a. d. F.
                         Gerhard Remppis, Plochingen
                         Werner Schmidt, Ostfildern
                         Marianne Erdrich-Sommer, Wendlingen a. N.
                         Richard Kramartschik, Esslingen a. N.
                         Frank Buß, Plochingen
                         Dr. Joachim Dinkelacker, Ostfildern
                         Claudia Grau, Nürtingen
                         Jens Timm, Neckartailfingen
                         Walburga Duong, Neckartenzlingen
                         Ulrich Fehrlen, Esslingen a. N.
                         Dr. Silke Leonhardt, Esslingen a. N.
                         Dr. Karlheinz Krancher, Altdorf

Beratendes Mitglied      Monika Dostal, Esslingen a. N.

Seit 01. Januar 2013 ist Herr Thomas A. Kräh, im Rahmen eines Krankenhausbetriebsfüh-
rungsvertrages mit der EconoMedic AG, alleiniger Geschäftsführer der Gesellschaft (Be-
schluss der Gesellschafterversammlung vom 13. Dezember 2012). Außer der Geschäfts-
führung umfasst der Krankenhausbetriebsführungsvertrag weitere Personalverstärkungen
und Managementdienstleistungen.

Beteiligungen des Unternehmens

Die Kreiskliniken Esslingen sind in Höhe von 0,035 Mio. EUR (70%) am Stammkapital der
Vitalcenter am Paracelsus-Krankenhaus Ruit GmbH beteiligt.

Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks

Zweck der Gesellschaft ist die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens mit dem öf-
fentlichen Sicherstellungsauftrag als Element kommunaler Daseinsvorsorge und der Erhalt
und die Weiterentwicklung der bestehenden Standorte.

                                        Seite 10
Der Gesellschaftszweck wird insbesondere durch bedarfsgerechte ambulante, vor-, nach-,
teil- und vollstationäre Versorgung der Bevölkerung des Landkreises Esslingen mit leis-
tungsfähigen, wirtschaftlich gesicherten Krankenhäusern sowie die Gewährleistung einer
medizinisch zweckmäßigen und ausreichenden Versorgung der in diesen Krankenhäusern
behandelten Patienten verwirklicht.
Zudem fördert die Gesellschaft den Bereich der Wohlfahrtspflege durch den Betrieb von
Medizinischen Versorgungszentren, Einrichtungen der Kurzzeitpflege (bis August 2009) und
vergleichbaren Einrichtungen.

Grundzüge des Geschäftsverlaufs im Geschäftsjahr 2015

Das Jahresergebnis 2015 (Jahresüberschuss inkl. Entnahmen aus Gewinnrücklagen in Hö-
he von 307.038,00 EUR) schließt insgesamt mit einem Überschuss in Höhe von
5.279.948,56 EUR ab.

Der Bilanzgewinn 2015 (Jahresergebnis inkl. Gewinnvortrag in Höhe von 281.802,39 EUR)
beläuft sich auf insgesamt 5.561.750,95 EUR und wird vollständig in die Gewinnrücklage
zur Finanzierung von künftigen Investitionen eingestellt.

Die aus der Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitete Gegenüberstellung der Erfolgsrech-
nung der Geschäftsjahre 2013 bis 2015 zeigt folgendes Bild der Ertragslage:

                                                                      2015         2014         2013
                                                                Mio. EUR      Mio. EUR     Mio. EUR

Umsatzerlöse                                                     200,441       190,999      181,891
+ Sonstige Erträge und Zuschüsse                                  13,000        11,891       11,431
= Gesamtleistung                                                 213,441       202,890      193,322

Personalaufwand                                                  138,517       132,340      128,182
+ Materialaufwand                                                 43,894        41,445       40,746
+ Sonstige Aufwendungen (inkl. Abschr. /nicht gefördert)          26,116        28,832       28,296
= Betrieblicher Aufwand                                          208,527       202,617      197,224

Betriebsergebnis                                                     4,914         0,273     -3,902

Förderergebnis                                                   -             -            -

Finanzergebnis                                                       -1,194     -3,360       -3,569

Neutrales Ergebnis                                                   1,250         6,802        2,927

= Jahresüberschuss/-fehlbetrag                                       4,973         3,735     -4,522

+ Entnahmen aus Gewinnrücklagen                                      0,307         0,380        0,000

= Jahresergebnis (inkl. Entnahmen aus Gewinnrückl.)                  5,280         4,115     -4,522

+ Gewinnvortrag (aus Vorjahr)                                        0,282         0,000        0,000

= Bilanzgewinn/-verlust                                              5,562         4,115     -4,522

                                                     Seite 11
Nach einer Empfehlung des von Ernst & Young erstellten Strukturgutachtens zur Unter-
nehmenszusammenführung hat der Landkreis Esslingen ab 1. Januar 2015 (Kreistagsbe-
schluss vom 11. Dezember 2014/Sitzungsvorlage 164/2014) eine weitere Finanzierungsent-
lastung der Kreiskliniken durch die Übernahme von bereits bestehenden Darlehen (Auslei-
hungen) des Paracelsus-Krankenhauses Ruit in Höhe von rd. 40,252 Mio. EUR ermöglicht.
Dadurch sollten die Kreiskliniken in der Lage sein, zukünftig ausgeglichene Jahresergebnis-
se zu erzielen und künftige Investitionen selbst zu finanzieren.

Durch die Gewährung von Investitionskostenzuschüssen hat der Landkreis die Kreiskliniken
im Betriebs- und Finanzergebnis 2015 um insgesamt 8,626 Mio. EUR entlastet.

    Entwicklung Ertragslage ohne Investitionskostenzuschuss:

                                                 2015           2014           2013
                                            Mio. EUR        Mio. EUR        Mio. EUR

Betriebsergebnis                                4,914          0,273          -3,902
Tilgungszuschuss Landkreis                     -4,637         -3,308          -2,837
= tatsächliches Betriebsergebnis                0,277         -3,035          -6,739

Finanzergebnis                                 -1,194         -3,360          -3,569
Zinszuschuss Landkreis                         -3,989         -2,199          -2,301
= tatsächliches Finanzergebnis                 -5,183         -5,559          -5,870

                                          Seite 12
     Jahresergebnis der einzelnen Kliniken:

                                                             2015           2014       2013
                                                         Mio. EUR       Mio. EUR    Mio. EUR

Klinikum Kirchheim-Nürtingen                                 4,660         7,317       2,200
darin enthalten:
Zinszuschuss Landkreis                                       1,975         2,088       2,183
Tilgungszuschuss Landkreis                                   2,611         3,101       2,629

Paracelsus-Krankenhaus Ruit                                  0,620         -3,202     -6,722
darin enthalten:
Zinszuschuss Landkreis                                       2,014         0,110       0,118
Tilgungszuschuss Landkreis                                   2,026         0,207       0,207

= Jahresüberschuss/-fehlbetrag inkl. Entnahmen aus
  Gewinnrücklagen (Jahresergebnis)                           5,280         4,115      -4,522

nachrichtlich:
Jahresüberschuss/-fehlbetrag                                 4,973          3,735      -4,522

Entnahmen aus Gewinnrücklagen                                0,307          0,380           -

Gewinnvortrag                                                0,282              -           -
Bilanzgewinn                                                 5,562         4,115      -4,522

     Rentabilität/Wirtschaftlichkeit

Im Jahr 2015 erwirtschaften die Kreiskliniken Esslingen gGmbH ein positives Ergebnis vor
Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) in Höhe von 4,8%. Im Vergleich dazu er-
wirtschafteten die Kreiskliniken im Jahr 2014 eine positive EBITDA-Marge in Höhe von
4,7% (bereinigt um den Sondereffekt 2014 „Verkauf Wohnimmobilien“).

Angestrebt wird bis zum Jahr 2017 mindestens eine EBITDA-Quote von 5%, damit die In-
vestitions- und Finanzierungsbelastungen ohne weitere Zuschüsse des Trägers finanziert
werden können.

Absolut stellt sich das EBITDA der Kreiskliniken wie folgt dar:

                                                     2015               2014           2013
                                               Mio. EUR              Mio. EUR       Mio. EUR

Klinikum Kirchheim-Nürtingen                         5,941              5,008          3,881

Paracelsus-Krankenhaus Ruit                          3,778              3,958          1,338
= EBITDA (absolut)                                   9,719              8,966          5,219
= EBITDA (prozentual)                                4,8%               4,7%           2,9%

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Lage des Unternehmens

Die Kreiskliniken Esslingen bieten für den Großteil der rund 524.000 Einwohner des Land-
kreises Esslingen die stationäre medizinische Versorgung auf hohem qualitativem Niveau
an. Zur Abrundung des Angebotes werden ambulante Leistungen durch die Chefärzte im
Rahmen der von der Kassenärztlichen Vereinigung ausgesprochenen Ermächtigungen,
durch die Institutsambulanz Psychiatrie und durch die Behandlung von Selbstzahlern ange-
boten. Des Weiteren gewährleisten alle Kliniken jeweils für ihren unmittelbaren Einzugsbe-
reich die ambulante Notfallversorgung.

Alle Krankenhäuser der Kreiskliniken Esslingen sind in den Krankenhausplan des Landes
Baden-Württemberg aufgenommen. Insgesamt verfügten die Kreiskliniken Ende 2015 über
folgende Planbetten/Plätze:

    1.132 Planbetten
    12 Plätze in einer gerontopsychiatrischen Tagesklinik und
    26 Plätze in einer gemischten Tagesklinik (Tagesklinik Filder).

Das Regierungspräsidium Stuttgart hat mit Feststellungsbescheid vom 7. Juli 2015 die
Planbettenreduzierung am Paracelsus-Krankenhaus Ruit von 320 auf 280 Planbetten fest-
gesetzt.

Seit Bestehen des Klinikverbundes war das Jahr 2015 sowohl medizinisch als auch wirt-
schaftlich erneut ein erfolgreiches Jahr. So konnten die Kreiskliniken Esslingen die positive
Leistungsentwicklung der Vorjahre auch im Geschäftsjahr 2015 fortsetzen und das Jahr
2015 mit einem Bilanzgewinn (Jahresüberschuss inkl. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
und Gewinnvortrag) in Höhe von rd. 5,562 Mio. EUR abschließen.

In beiden Plankrankenhäusern konnten Ergebnisverbesserungen von zusammen rd. 4,973
Mio. EUR erreicht werden. Bereinigt um die Entnahmen aus Gewinnrücklagen in Höhe von
rd. 0,307 Mio. EUR erzielte das Klinikum Kirchheim-Nürtingen ein positives Jahresergebnis
in Höhe von 4,353 Mio. EUR. Das Paracelsus-Krankenhaus Ruit schließt erstmals wieder
mit einem positiven Jahresergebnis von rd. 0,620 Mio. EUR ab.

Eine deutliche Entlastung des Investitions- und Finanzergebnisses erfolgt durch die Um-
wandlung von bereits bestehenden Darlehen (Ausleihungen) in Höhe von rd. 40,252 Mio.
EUR in einen Investitionskostenzuschuss des Landkreises.

Der Zuspruch und damit die Patientennachfrage spiegeln sich direkt in den Umsatzerlösen
wider. Diese konnten 2015 erneut um ca. 9,442 Mio. EUR auf über 200 Mio. EUR gesteigert
werden. Dies entspricht einem Erlöszuwachs von ca. 4,9%, der insbesondere vom Kernbe-
reich, den stationären Leistungen und den damit verbundenen stationären wahlärztlichen
Erlösen, getragen wurde.
Demgegenüber stehen Steigerungen im Betrieblichen Aufwand (exkl. Abschreibungen) von
rd. 8,381 Mio. EUR (+4,3%).

                                           Seite 14
Die mit den Krankenkassen vereinbarten Leistungsmengen für das Jahr 2015 wurden auf-
grund der hohen Nachfrage sowohl im somatischen als auch psychiatrischen Bereich ge-
genüber dem Vorjahr gesteigert. Dies spiegelt sich auch in der durchschnittlichen Belegung
wider. So konnte diese im somatischen Bereich deutlich um 3,3% gesteigert werden. Der
psychiatrische Bereich verzeichnete ebenfalls mit rd. 0,8% eine im Durchschnitt leicht ge-
stiegene Belegung.

Im Jahr 2015 wurden im stationären Bereich (DRG-Bereich) 42.087 Fälle behandelt und
damit 1.107 Fälle mehr als im Vorjahr. Ebenso ist die Summe der erbrachten Relativgewich-
te (Casemix) im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um ca. +1.009 Casemix-Punkte bzw.
+3,0% gestiegen. Somit wurden im Jahr 2015 knapp 43.000 Relativgewichte geleistet.

Der Bereich der Psychiatrien hat sich im vollstationären Bereich positiv entwickelt (+563
Berechnungstage).

Die Personalkosten sind der größte Kostenfaktor im Dienstleistungsbetrieb Krankenhaus
und belaufen sich bei den Kreiskliniken im Jahr 2015 auf 138,517 Mio. EUR (Vorjahr:
132,340 Mio. EUR). Ursächlich ist zum einen der tarifbedingte Anstieg des Personalauf-
wands um ca. 2,6% bzw. 2,2% gemäß der Abschlüsse TVöD 2014 und TV-Ärzte/VKA 2015
und zum anderen die Erhöhung der durchschnittlich beschäftigten Vollkräfte (VK) um
+21,15 VK im Paracelsus-Krankenhaus Ruit und um +7,37 VK im Klinikum Kirchheim-
Nürtingen.

Aufgrund der sehr guten Leistungsentwicklung wurde vor allem im Paracelsus-Krankenhaus
Ruit in allen patientennahen Diensten (Ärztlicher-, Pflege-, Medizinisch-technischer- und
Funktionsdienst) sowie im Wirtschafts- und Versorgungsdienst mehr Personal als im Vor-
jahr eingesetzt. Im Klinikum Kirchheim-Nürtingen kam in den Bereichen des Ärztlichen
Dienstes und des Funktionsdienstes mehr Personal als im Vorjahr zum Einsatz. Dagegen
ist im Wirtschafts- und Versorgungsdienst ein Rückgang zu verzeichnen.

Der Materialaufwand ist im Jahr 2015 in Folge der Leistungsausdehnung um rd. 2,449 Mio.
EUR und damit um +5,9% im Vergleich zum Vorjahr auf rd. 43,894 Mio. EUR gestiegen.
Ursächlich hierfür ist zum einen der deutliche Anstieg der Aufwendungen für Arzneimittel
(+1,475 Mio. EUR). Dieser ist hauptsächlich auf die gestiegenen Zytostatikaverabreich-
ungen zurückzuführen.

Das Finanzergebnis beträgt -) 1,194 Mio. EUR und hat sich gegenüber dem Vorjahreser-
gebnis um 2,166 Mio. EUR verbessert, insbesondere aufgrund der Übernahme von bereits
bestehenden Darlehen (Ausleihungen) durch den Landkreis Esslingen. Das negative Finan-
zergebnis resultiert überwiegend aus den Zinsbelastungen der von den Kreiskliniken eigen-
finanzierten Darlehen. Insgesamt betragen die Zinsaufwendungen 2015 für eigenfinanzierte
Investitionen 0,879 Mio. EUR.

Die Liquidität bei den Kreiskliniken war während des gesamten Jahres gewährleistet.

                                         Seite 15
Das positive neutrale Ergebnis in Höhe von 1,250 Mio. EUR (+6,802 Mio. EUR gegenüber
Vorjahr) resultiert im Wesentlichen aus:

    Erträgen für Ausgleichsbeträge Vorjahre
    Erträgen aus abgerechneten ambulanten Leistungen für Vorjahre
    Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen

Vermögenslage

Im Jahr 2015 wurden insgesamt Investitionen in Höhe von rd. 13,948 Mio. EUR getätigt,
davon rd. 3,460 Mio. EUR über Pauschale Fördermittel finanziert.

Im Wesentlichen betreffen die Zugänge im Sachanlagevermögen im Jahr 2015:

    Neubau des Klinikgebäudes in Nürtingen im Rahmen der Restabwicklung nach Inbe-
     triebnahme mit rd. 0,348 Mio. EUR,
    Wohnraumsanierung des Personalwohngebäudes Auf dem Säer Nürtingen mit rd.
     1,806 Mio. EUR,
    Neu- und Umbauten Kirchheim mit rd. 2,356 Mio. EUR,
    Erweiterungsbau Psychiatrie am Standort Kirchheim mit rd. 3,695 Mio. EUR,
    Nachnutzung des alten Klinikgebäudes Plochingen mit rd. 2,427 Mio. EUR sowie
    Planungskosten in Höhe von rd. 0,311 Mio. EUR für die anstehende Sanierung mit
     Teilneubau am Paracelsus-Krankenhaus Ruit.

An größeren medizinischen Geräten wurden im Jahr 2015 an allen Standorten Ultraschall-
geräte angeschafft. Die Klinik Nürtingen hat zudem ein OP-Mikroskop erhalten und eine
Durchleuchtungsanlage für die Radiologie geleast. Die Klinik Kirchheim hat über einen Lea-
singvertrag den Herzkathetermessplatz aufgerüstet.
Am Paracelsus-Krankenhaus Ruit wurden zudem Endoskopiegeräte und ein Mammogra-
phiegerät angeschafft. Um die anhaltend positive Leistungsentwicklung des Paracelsus-
Krankenhauses Ruit sicherzustellen, wurde auch einer der beiden bisherigen Linearbe-
schleuniger ersetzt. Ein neuer Linearbeschleuniger wurde über einen Leasingvertrag ange-
schafft und 2015 in Betrieb genommen.

Das Anlagevermögen hat sich im Wesentlichen aufgrund von Abschreibungen in Höhe von
rd. 18,999 Mio. EUR – denen die Zugänge 2015 gegenüberstehen – auf rd. 255,714 Mio.
EUR gegenüber dem Vorjahr verringert.

Das Umlaufvermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um rd. 4,633 Mio. EUR auf rd.
73,503 Mio. EUR erhöht. Wesentliche Ursache ist der Anstieg bei den Forderungen nach
Krankenhausfinanzierungsrecht, aufgrund der bewilligten jedoch noch nicht abgerufenen
Fördermittel für den Erweiterungsbau der Psychiatrie in Kirchheim.

                                         Seite 16
     Entwicklung des Eigenkapitals

                                                          2015       2014        2013
                                                    Mio. EUR      Mio. EUR    Mio. EUR

Stammkapital                                              5,000      5,000       5,000
Kapitalrücklage                                           3,005      3,005      24,143
Gewinnrücklage                                            3,526      0,000       0,676
Verlustvortrag                                            0,000      0,000      -2,423
Ausgleichsposten nach KHG (Aktivseite)                    0,000      0,000     -19,214
Bilanzgewinn/-verlust (2014+2015: inkl.
Entnahmen aus Gewinnrücklagen und -vortrag)               5,562      4,115      -4,522

Eigenkapital (nach Abzug Ausgl.posten)                   17,092     12,120       3,660
nachrichtlich:
Eigenkapitalquote (vor Abzug Ausgl.posten)               5,20%     3,70%       6,40%
Eigenkapitalquote (nach Abzug Ausgl.posten)              5,20%     3,70%       1,02%

Das Eigenkapital erhöhte sich im Jahr 2015 um den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres
in Höhe von rd. 4,972 Mio. EUR auf 17,092 Mio. EUR.

     Entwicklung der Gewinnrücklage

                                                                             Mio. EUR
Gewinnrücklage Stand 01.01.2015                                                  3,833
Entnahme für Sanierungsmaßnahmen Wohngebäude                                    -0,307

Gewinnrücklage Stand 31.12.2015                                                  3,526

                                              Seite 17
Übersicht über den voraussichtlichen Schuldenstand 2014 - 2018

                           2014             2015                2016          2017             2018
                       Mio. EUR         Mio. EUR          Mio. EUR        Mio. EUR         Mio. EUR
Stand 01.01.             70,995           67,096               24,694       40,233           47,918

Zugang                     0,000                0              17,557       10,638             4,600

Abgang *)                      0          40,252                0,000             0                0

Tilgung                    3,899            2,150               2,018         2,952            3,578

Stand 31.12.             67,096           24,694               40,233       47,918           48,941
*) Mit Kreistagsbeschluss vom 11.12.2014 (Sitzungsvorlage 164/2014) übernimmt der Landkreis Esslingen
   zum 01.01.2015 weitere bereits bestehende Darlehen (Ausleihungen) in Höhe von 40,252 Mio. EUR.

Zusammenfassung

Mit Abschluss eines Krankenhausbetriebsführungsvertrages mit der EconoMedic AG ist seit
1. Januar 2013 die Geschäftsführung im Rahmen dieses Vertrages in den Kreiskliniken tätig
(Beschluss des Kreistags vom 13. Dezember 2012, Sitzungsvorlage 164/2012).

Die Kreiskliniken Esslingen unternimmt bereits seit dem Jahr 2012 erhebliche Anstrengun-
gen, die Krankenhausstrukturen innerhalb und zwischen den Standorten zu verbessern.
Nach erfolgreichem Abschluss des Stabilitätsprogramms im Frühjahr 2014 setzt das Strate-
gie- und Qualitätsprogramm „Fit für 2020“ mit über 80 verschiedenen Projekten und Maß-
nahmen den eingeschlagenen Kurs fort und soll auch in den nächsten Jahren die hohe me-
dizinische und pflegerische Behandlungsqualität durch einen gezielten Wachstumskurs bei
gleichzeitiger Kostensenkung sicherstellen.

Die bestehenden Darlehen, welche ab dem 1. Januar 2015 in einen Investitionskostenzu-
schuss umgewandelt wurden, standen bisher als „Ausleihung“ in den Büchern des Land-
kreises Esslingen. Zins- und Tilgungsleistungen wurden bisher von den Kreiskliniken an den
Landkreis Esslingen erstattet. Seit 1. Januar 2015 übernimmt der Landkreis den Schulden-
dienst aus Zins und Tilgung dieser Darlehen.

Mit Datum vom 11. April 2016 wurde dem Jahresabschluss 2015 der uneingeschränkte Be-
stätigungsvermerk durch die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stutt-
gart, erteilt.

                                                    Seite 18
Bürgschaftsverpflichtungen des Landkreises aus Verbindlichkeiten gegenüber Kre-
ditinstituten zum 31.12.2015

                                                        Tatsächliche           Stand
 Genehmigte Bürgschaften (Höchstbetrag)            Inanspruchnahme        31.12.2015
                                                               EUR              EUR
 Erlass RPS vom 10.06.2009 und 08.01.2010:
 81.626.098 EUR                                            4.419.000        2.985.822
                                                           4.419.000        2.985.822

 Erlass RPS vom11.01.2010:
 44.897.0000 EUR                                           1.580.000          577.760
                                                           5.999.000        3.563.582

 Erlass RPS vom 30.12.2010:
 28.297.000 EUR                                           14.128.000      11.347.845
                                                          20.127.000      14.911.427

 Erlass RPS vom 28.12.2011:
 14.195.000 EUR                                            1.530.000       1.202.136
                                                          21.657.000      16.113.563

 Erlass RPS vom 19.12.2012:
 2.670.000 EUR                                                     0               0
                                                          21.657.000      16.113.563

 Erlass RPS vom 18.12.2013:
 4.646.000 EUR                                                     0               0
                                                          21.657.000      16.113.563

 Erlass RPS vom 12.01.2015:
 8.733.000 EUR                                             2.586.000       2.586.000
                                                          24.243.000      18.699.563

Im Rahmen der jeweiligen Genehmigungen der Haushaltssatzungen hat das Regierungs-
präsidium Stuttgart dem Landkreis Esslingen die Übernahme von Bürgschaften für die in
den jeweiligen Wirtschaftsplänen der Kreiskliniken Esslingen gGmbH ausgewiesenen Kredi-
termächtigungen sowie die Bürgschaften für die Aufnahme von Kassenkrediten genehmigt.

Vorgaben des Europäischen Beihilferechts

Zum 1. Januar 2015 gewährte der Landkreis Esslingen den Kreiskliniken Esslingen einen
Investitionskostenzuschuss in Höhe von 40.252.198,47 EUR durch die Umwandlung von
Darlehen (Ausleihungen).

                                        Seite 19
Der Zuschuss bezieht sich ausschließlich auf die Erbringung der Dienstleistungen von all-
gemeinem wirtschaftlichen Interesse nach § 2 Abs. 1 des erteilten Öffentlichen Auftrags
(Betrauungsakt).

Finanzielle Beziehungen zum Landkreis Esslingen

Investitionskostenzuschuss 2015

Maßnahme                                 Schuldenstand               Zinsen 2015   Tilgung 2015
                                     ursprünglich zum 31.12.2015
                                           EUR               EUR           EUR            EUR

Paracelsus-Krankenhaus Ruit
- Zweiter Linearbeschleuniger -        2.828.000         1.301.713       42.210        141.400

Paracelsus-Krankenhaus Ruit
- Hubschrauberlandeplatz -             1.962.000         1.698.201       61.054         65.950

Paracelsus-Krankenhaus Ruit
- PPP-Projekt -                       44.107.567      32.426.565       1.651.666     1.354.779

Paracelsus-Krankenhaus Ruit
- Verschiedene Projekte -              9.747.000         6.006.958      258.687        463.896

Neubau Nürtingen                      57.417.900      47.557.435       1.609.251     1.999.964

Neu- und Umbauten Klinik Kirchheim    13.281.820      11.346.214        364.256        597.048

Wohnbereich (Altdarlehen bis 1996)      911.378           342.369         1.817         13.559

                                     130.255.665     100.679.455       3.988.940     4.636.596

Kapitalzuführungen und -entnahmen des Landkreises

Im Rahmen der Rechtsformänderung wurde das Stammkapital in Höhe von 5,0 Mio. EUR
festgesetzt.

Durchschnittliche Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während des Jahres 2015 beschäftigten Mitarbeiter betrug
2.430.

                                              Seite 20
Jahresbilanzen
                                                                        Bilanz zum 31.12. …
                                                                             2015             2014
                                                                             EUR              EUR
Aktiva
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände                                   532.849,00        523.785,00
II. Sachanlagen
     1. Grundstücke mit Betriebsbauten                              200.844.978,00   205.421.928,99
     2. Grundstücke mit Wohnbauten                                    6.459.211,03     6.892.722,03
     3. Grundstücke ohne Bauten                                         922.619,80       922.619,80
     4. Technische Anlagen                                           13.646.101,62    15.077.641,62
     5. Einrichtungen und Ausstattungen                              24.089.162,71    27.563.079,71
     6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau                     9.102.714,35     4.771.709,16
                                                                    255.064.787,51   260.649.701,31
III. Finanzanlagen
      Anlagen an verb. Unternehmen                                     116.200,00        116.200,00

                                                                    255.713.836,51   261.289.686,31
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte                                                            5.848.913,48     5.856.184,19
II. Forderungen und Sonst. Vermögensgegenstände                      48.983.712,50    43.738.162,67
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten                    18.670.592,90    19.276.124,26
                                                                     73.503.218,88    68.870.471,12
C. Ausgleichsposten nach dem KHG                                              0,00             0,00
D. Rechnungsabgrenzungsposten                                          408.796,68        336.869,91

                                                                    329.625.852,07   330.497.027,34
Passiva
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital                                               5.000.000,00     5.000.000,00
II. Kapitalrücklagen                                                  3.004.519,41     3.004.519,41
III. Gewinnrücklagen                                                  3.525.962,00             0,00
IV. Bilanzgewinn                                                      5.561.750,95     4.114.802,39
                                                                     17.092.232,36    12.119.321,80
B. Sonderposten aus Zuwendungen zur
   Finanzierung des Sachanlagevermögens
   1. Sonderposten aus Fördermitteln nach KHG                       100.912.026,01   105.379.902,01
   2. Sonderposten aus öffentlichen Zuschüssen                      118.443.869,72    83.892.731,24
   3. Sonderpsoten aus Zuwendungen Dritter                              499.672,94       493.108,61
                                                                    219.855.568,67   189.765.741,86
C. Rückstellungen
   1. Rückstellungen für Pensionen und ähnl. Verpfl.                          0,00     8.385.343,01
   2. Sonstige Rückstellungen                                        32.442.888,77    26.458.653,23
                                                                     32.442.888,77    34.843.996,24
D. Verbindlichkeiten
   1. Verbindlichkeiten gg. Kreditinstituten                         16.620.227,13    18.024.832,81
   2. Erhaltene Anzahlungen                                              31.677,30        31.918,09
   3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen                4.928.915,96     6.985.081,64
   4. Verbindlichkeiten gg. dem Krankenhausträger                     8.074.077,50    49.094.223,26
   5. Verbindlichkeiten gg. verbundene Unternehmen                       33.736,43       138.822,99
   6. Verbindlichkeiten nach dem KH-Finanz.recht                     18.754.858,72     7.290.202,12
   7. Verbindlichkeiten aus sonstigen Zuwendungen                       840.029,75     2.191.079,67
   8. Sonstige Verbindlichkeiten                                     10.274.814,51     9.199.045,45
                                                                     59.558.337,30    92.955.206,03
E. Ausgleichsposten für Darlehensförderung                             657.417,98        801.169,98
F. Rechnungsabgrenzungsposten                                            19.406,99        11.591,43

                                                                    329.625.852,07   330.497.027,34

                                                         Seite 21
Gewinn- und Verlustrechnungen
                                                                       Zeitraum 01.01. bis 31.12. …
                                                                                 2015               2014
                                                                                 EUR                EUR
1. Erlöse aus Krankenhausleistungen                                    164.328.516,52    158.225.582,49
2. Erlöse aus Wahlleistungen                                             7.579.196,45       6.663.835,95
3. Erlöse aus ambulanten Leistungen des Krankenhauses                    6.984.654,24       6.838.868,41
4. Nutzungsentgelte der Ärzte                                           21.548.639,61      19.270.567,90
Umsatzerlöse                                                           200.441.006,82    190.998.854,75

5. Bestandsveränderungen an unfertigen Leistungen                          -16.772,27        393.673,00
6. Zuweisungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand                         192.425,24        200.000,00
7. Sonstige betriebliche Erträge                                        16.082.277,93     18.458.020,69
                                                                       216.698.937,72    210.050.548,44

8. Personalaufwand
   a.) Löhne und Gehälter                                              111.122.152,92    105.775.459,67
   b.) Soziale Abgaben und Aufw.für Altersvers.u.Unterst.               27.395.397,40     26.564.825,63
                                                                       138.517.550,32    132.340.285,30

9. Materialaufwand
   a.) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe                 37.350.437,02     35.329.044,42
   b.) Aufwendungen für bezogene Leistungen                              6.543.383,59      6.115.666,72
                                                                        43.893.820,61     41.444.711,14

Zwischenergebnis                                                        34.287.566,79     36.265.552,00

10. Erträge aus Zuwend.zur Finanzierung von Investitionen               17.393.898,79      3.589.759,79
11. Erträge aus Einstellung in Ausgleichsposten nach KHG                         0,00        252.337,75
12. Erträge aus Auflösung Sonderposten nach KHG aufgrund
    sonstiger Zuwendungen zur Finanzierung des Anlageverm.              15.735.248,65     17.779.163,81
13. Erträge aus Auflösung Ausgleichsposten für Darl.förderung             143.752,00         668.208,83
14. Aufwend.aus Zuführ. Sonderposten nach KHG und aufgrund
    sonstiger Zuwendungen zur Finanzierung des Anlageverm.              16.573.068,50      2.469.065,18
15. Aufwend.für nach dem KHG geförderte Nutzung von
    Anlagegegenständen                                                    822.882,70       1.106.482,51
                                                                        15.876.948,24     18.713.922,49

16. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
    des Anlagevermögens und Sachanlagen                                 18.998.867,54     19.806.365,70
17. Sonstige betriebliche Aufwendungen                                  24.949.602,07     28.338.410,34
                                                                        43.948.469,61     48.144.776,04

Zwischenergebnis                                                         6.216.045,42      6.834.698,45

18. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge                                    77.447,56        188.598,91
19. Zinsen und ähnliche Aufwendungen                                     1.270.022,85      3.443.935,32
                                                                        -1.192.575,29      -3.255.336,41

20. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit                         5.023.470,13      3.579.362,04

21. Sonstige Steuern                                                        53.231,88        -136.261,99
22. Steuern vom Einkommen und Ertrag                                        -2.672,31         -19.649,36

23. Jahresüberschuss                                                     4.972.910,56      3.735.273,39

24. Entnahmen aus Gewinnrücklagen                                         307.038,00         379.529,00

25. Gewinnvortrag                                                         281.802,39               0,00

26. Bilanzgewinn                                                         5.561.750,95      4.114.802,39

                                                            Seite 22
Ausgewählte Kennzahlen                                                        Jahresabschluss Jahresabschluss
                                                                                   2015            2014
1. Leistungen DRG- Bereich
    Planbetten 1) 2)                                                                           945         985
    Fallzahlen (stationäre Patienten)                                                       42.087     40.980
    Veränderungen zum VJ                                                                     2,7%        3,4%
    Verweildauer in Tagen                                                                      5,9         5,8
    Veränderungen zum VJ                                                                     1,7%       -4,9%
    Relativgewichte                                                                         42.881     41.872
    Veränderungen zum VJ                                                                     2,4%        3,8%
2. Leistungen Psychiatrie-Bereich
    Planbetten (vollstationär) 2)                                                               187        187
    Plätze (teilstationär) 2)                                                                    38         38
    Fallzahlen (vollstationärer Bereich)                                                      2.792     2.866
    Veränderungen zum VJ                                                                     -2,6%       8,6%
    Verweildauer in Tagen                                                                      24,2       23,4
    Veränderungen zum VJ                                                                      3,6%      -5,0%
    Berechnungstage                                                                         67.520     66.957
    Veränderungen zum VJ                                                                      0,8%       3,2%
    Fallzahlen (teilstationärer Bereich)                                                        304        295
    Veränderungen zum VJ                                                                      3,1%      -4,5%
    Verweildauer in Tagen                                                                      34,4       34,9
    Veränderungen zum VJ                                                                     -1,4%       5,7%
    Berechnungstage                                                                         10.469     10.305
    Veränderungen zum VJ                                                                      1,6%       0,9%
3. Erlöse in Mio. EUR
    Krankenhausleistungen                                                               164.329       158.226
    Wahlleistungen                                                                        7.579         6.664
    Ambulante Leistungen                                                                  6.985         6.839
    Nutzungsentgelte Ärzte                                                               21.549        19.271
    Umsatzerlöse                                                                        200.441       190.999
    Veränderungen zum VJ                                                                  4,9%          5,0%
4. Personal- und Materialaufwand in Mio. EUR
    Personalaufwand                                                                     138.518       132.340
    Veränderungen zum VJ                                                                  4,7%          3,2%
    Materialaufwand                                                                      43.894        41.445
    Veränderungen zum VJ                                                                  5,9%          1,7%
5. Abschreibungen in Mio. EUR
    Abscheibungen                                                                           18.999     19.806
    Veränderungen zum VJ                                                                     -4,1%      -7,4%
    Erträge aus der Auflösung von Sonderposten u.
                                                                                            15.468     14.237
    Ausgleichsposten aus Darlehensförderung
     Veränderungen zum VJ                                                                     8,6%      -6,4%
     Eigenfinanzierte Abschreibungen                                                          3.531      5.570
     Veränderungen zum VJ                                                                   -36,6%     -10,1%
6. Instandhaltungsaufwendungen in Mio. EUR
     Summe                                                                                   8.289      7.922
     Veränderungen zum VJ                                                                    4,6%       0,6%
7. Ergebnisentwicklung in Mio. EUR
       Jahresergebnis inkl. Steuern 3)                                                       4.973      3.735

       Bilanzergebnis 4)                                                                     5.562      4.115
       Zinszuschuss Landkreis                                                                3.989      2.199
       Tilgungszuschuss Landkreis                                                            4.637      3.308
1)
     ab 01.08.2015 Planbettenreduzierung Paracelsus-Krankenhaus Ruit
2)
     ab 01.04.2016 Planbettenerweiterung Psychiatrie sowie Planbettenanpassung Kirchheim-Nürtingen
3)
     Jahresergebnis 2014: inkl. Sondereffekt Veräußerung Wohnimmobilien i.H.v. 3.683 TEUR
4)
     inkl. Entnahmen aus Gewinnrücklagen

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Kennzahlen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

In der folgenden Übersicht sind die Kennzahlen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
unter Ausschluss der Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlage-
vermögens aufgestellt.
                                         Angaben in         2015          2014
Bilanzsumme                                   Mio. EUR        329,626      330,497
Jahresüberschuss                              Mio. EUR           5,280       4,115
(inkl. Entnahmen aus Gewinnrücklagen)
Bilanzgewinn (2015: inkl. Gewinnvortrag)      Mio. EUR           5,562       4,115
Anlagenintensität                                     %           32,8        50,9
Umlaufintensität                                      %           67,2        49,1
Eigenkapitalquote                                     %           15,6          8,6
Fremdkapitalquote                                     %           84,4        91,4
Kostendeckung                                         %           94,6        90,5
Cashflow                                      Mio. EUR           9,281       8,821

Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats

Angaben bezüglich der Geschäftsführung unterbleiben entsprechend § 286 Abs. 4 HGB
(Schutzklausel), da sich anhand dieser Angaben die Bezüge eines Mitglieds dieses Organs
feststellen lassen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten gemäß § 9 Abs. 3 des Gesellschaftsvertrages eine
monatliche Aufsichtsratsvergütung, die wie folgt gestaffelt ist:

      Aufsichtsratsvorsitzender                            300 EUR
      Stv. Aufsichtsratsvorsitzender                       250 EUR
      Ordentliche Mitglieder                               200 EUR
      Stv. Mitglieder                                      100 EUR
      Beratende Mitglieder                                  50 EUR

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Jahr 2015 insgesamt 0,078 Mio. EUR und wur-
den anteilig auf die einzelnen Kreisklinken umgelegt.

Jahresabschluss/Lagebericht 2015

Prüfungsvermerk Abschlussprüfer                       11. April 2016
Behandlung Aufsichtsrat                               23. Juni 2016
Feststellung Gesellschafterversammlung                14. Juli 2016

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Ausblick auf das Jahr 2016

Für die Kreiskliniken Esslingen zeichnet sich die Leistungsentwicklung für das Geschäfts-
jahr 2016 weiterhin positiv ab.

In der Mehrzahl der Fachabteilungen im Klinikum Kirchheim-Nürtingen und im Paracelsus-
Krankenhaus Ruit werden teilweise erhebliche Leistungssteigerungen erreicht. Im Bereich
der Psychiatrischen Abteilungen wird für das Gesamtjahr 2016 ein weiterer Leistungsan-
stieg angestrebt. Durch die Planbettenerhöhung von 190 auf 206 Betten kann der gesteiger-
ten Nachfrage entsprochen werden.

Das prognostizierte Jahresergebnis 2016 beträgt vorläufig ca. 4,885 Mio. EUR. Dieses ba-
siert auf der abteilungsübergreifenden guten Leistungsentwicklung und einem im Verhältnis
zu dieser Leistungsentwicklung moderaten Anstieg des Personal- und Materialaufwands.

Für das Jahr 2016 wurden die Budgetverhandlungen bereits erfolgreich abgeschlossen. In
beiden Bereichen - DRG nach Krankenhausentgeltgesetz und Psychiatrie nach Bundes-
pflegesatzverordnung - konnte im Rahmen der Verhandlungen eine Budgetausdehnung
vereinbart werden.

Allerdings gestalten sich die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen für die Kliniken
nach wie vor schwierig. Die Finanzierung der Betriebskosten bedarf einer dringenden Wei-
terentwicklung. Seit Jahren steigen die Löhne stärker als die Krankenhausvergütung: mit
15,0% Preiszuwachs können 26,4% Tariflohnanstieg nicht bezahlt werden (Jahre 2006 bis
2016). Diese Differenz bedeutet bei den Kreiskliniken eine nicht finanzierte Personalkosten-
steigerung von rd. 11,4%.
Bei Personalausgaben von rd. 144 Mio. EUR ergibt sich somit eine Finanzierungslücke
(sog. „Tariflohn-Schere“) von fast 17 Mio. EUR.

Mit dem Strategieprogramm „Fit für 2020“ soll auch in den nächsten Jahren ein gezielter
Wachstumskurs bei gleichzeitiger Kostenoptimierung sichergestellt werden. Im Fokus des
Strategieprogramms steht die Sicherstellung der hohen medizinischen und pflegerischen
Behandlungsqualität unter wirtschaftlichen Strukturen.

Die Bewältigung des Fachkräftemangels und die Bindung des ärztlichen, pflegerischen und
sonstigen medizinischen Fachpersonals ist eine höchst prioritäre Aufgabe der Zukunftssi-
cherung. Zunehmend fehlende Fachkräfte im ärztlichen und pflegerischen Bereich könnten
dazu führen, dass die angestrebten Leistungszahlen nicht erreicht werden. Mit einem breit
angelegten Projekt zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität versuchen die Kreiskliniken
hier gegenzusteuern. Auch die mittelfristig angestrebte Etablierung eines Bildungscampus
am Klinikstandort Nürtingen soll die pflegerische und medizinische Behandlungsqualität
nachhaltig sichern.

Der Kreistagsbeschluss vom 12. Dezember 2013 zum Psychiatriekonzept (Sitzungsvorlage
160/2013) bietet mit der neuen medizinischen Leistungsstruktur wichtige Chancen für die
künftige strategische Ausrichtung der Kreiskliniken, insbesondere für die Kliniken Kirchheim
und Nürtingen. Mit dieser Entscheidung können die Kreiskliniken die Anzahl der Standorte
bis Anfang 2017 von fünf auf drei reduzieren.
Das Konzept sieht vor, die Psychiatriestandorte Plochingen und Nürtingen in der Klinik
Kirchheim mit direkter Anbindung an die Somatik zusammenzuführen.

                                          Seite 25
Der Umzug der Psychiatrie der Klinik Plochingen wurde im November 2014 erfolgreich voll-
zogen. Mit den Bauarbeiten für den Erweiterungsbau der Psychiatrie am Standort Kirchheim
konnte im Jahr 2015 begonnen werden. Die Fertigstellung des Gebäudes sowie der Umzug
der psychiatrischen Abteilung aus Nürtingen ist Anfang 2017 vorgesehen.

Gleichzeitig ermöglicht das neue Psychiatriekonzept an den Standorten Kirchheim und
Nürtingen moderne und patientenorientierte medizinische Leistungsstrukturen im Bereich
der Psychiatrie und der Somatik zu etablieren und weiterzuentwickeln. Dies gilt insbesonde-
re für die Fachabteilung Neurologie, die seit Sommer 2016 vom Sozialministerium als regi-
onaler Schlaganfallschwerpunkt ausgewiesen wird.

Die überwiegend dem investiven Bereich zugeordnete Wohnraumsanierung des Perso-
nalwohngebäudes Auf dem Säer in Nürtingen wurde Mitte 2016 abgeschlossen.

Für den Standort Plochingen wurde in der Kreistagssitzung am 14. April 2016 (Sitzungsvor-
lage 36/2016) ein geändertes Nachnutzungskonzept beschlossen. Dieses sieht die Nutzung
des ehemaligen Klinikgebäudes als Außenstelle des Landratsamtes vor.

Neben der wirtschaftlichen Stabilisierung der Kreiskliniken Esslingen stellt nun die bauliche
Strukturverbesserung und Sanierung des Paracelsus-Krankenhauses Ruit eine der wich-
tigsten Herausforderungen zur Sicherung der stationären und medizinischen Versorgung in
den nächsten Jahren dar.
Basierend auf einem zukunftsfähigen, medizinischen und wirtschaftlichen Konzept soll mit
der anstehenden Sanierung mit Teilneubau in erster Linie die bauliche Situation und damit
die medizinischen Betriebsabläufe für die Patienten wesentlich verbessert werden. Das
Funktions- und Raumprogramm auf Basis einer vorausgegangenen Planungs- und Wirt-
schaftlichkeitsstudie wurde vom Sozialministerium im Juli 2016 genehmigt. Mit diesen
Grundlagen wird derzeit eine detaillierte Kostenprognose weiter ausgearbeitet und der För-
derantrag vorbereitet. Unter Voraussetzung der entsprechenden Gremienbeschlüsse und
einer positiven Förderzusage könnten die Baumaßnahmen 2017 beginnen.

Chancen und Risiken bringt ebenfalls der demographische Wandel mit sich. Die Kreisklin-
ken bereiten sich auf zukünftige Anforderungen durch die gesellschaftlichen Veränderungen
vor. Dazu gehört auch eine entsprechende qualitativ hochwertige Versorgung in den Berei-
chen Akut-Geriatrie, Diabetologie bis hin zur Demenzversorgung. An entsprechenden Kon-
zepten wird derzeit gearbeitet.

Zu beobachten bleibt dennoch, dass die Krankenhauslandschaft in Deutschland für immer
mehr Kliniken existenzbedrohende Züge annimmt. Hohe Personalkostensteigerungen und
ein weiter zunehmender Investitionsstau bei nur leicht steigendem Landesbasisfallwert stel-
len insbesondere die Krankenhäuser vor Schwierigkeiten, deren Leistungsmengen stagnie-
ren oder zurückgehen.

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4.2 Kompostwerk Kirchheim u. T. GmbH

Pulverwiesen 11                                  Telefon: 0711/3902-41257
73726 Esslingen am Neckar                        www.kompostwerk-kirchheim.de

Gegenstand des Unternehmens

Gegenstand des Unternehmens ist im Rahmen seiner kommunalen Aufgabenstellung der
Bau und der Betrieb eines Kompostwerks sowie die Vermarktung des erzeugten Komposts.

Beteiligungsverhältnisse

Stammkapital zum 31. Dezember 2015:                          50.000 EUR

      Landkreis Esslingen:                                   40.000 EUR      80,0%
      Landkreis Böblingen:                                   10.000 EUR      20,0%

Das Jahr 2015 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 2.600 EUR ab, dieser soll
an die Gesellschafter nach dem Verhältnis der Geschäftsanteile ausgeschüttet werden.

Rechtliche Verhältnisse

Gründungsdatum: 25.03.1994         -   Beteiligt seit: 25.03.1994

Gesellschaftsvertrag vom 25.03.1994, geändert am 27.09.2001.

Organe der Gesellschaft sind die Gesellschafterversammlung, der Aufsichtsrat und die Ge-
schäftsführung.

Die Gesellschafterversammlung besteht aus den Landräten der beteiligten Landkreise Ess-
lingen und Böblingen.

Der Aufsichtsrat besteht aus 20 Mitgliedern. Mitglieder sind kraft Amtes die beiden Landräte
der Gesellschafter. Von den weiteren 18 Mitgliedern wählt die Gesellschafterversammlung
auf Vorschlag des Landkreises Esslingen 14 Mitglieder, auf Vorschlag des Landkreises
Böblingen 4 Mitglieder. Als beratende Mitglieder gehören dem Aufsichtsrat die jeweiligen für
die Finanzen der Abfallwirtschaft zuständigen Fachbeamten der beiden Landkreise an. Wei-
tere beratende Mitglieder sind die beiden ständigen allgemeinen Stellvertreter des Landrats,
sofern diese nicht als Stellvertreter der jeweiligen Landräte ordentliche Aufsichtsratsmitglie-
der sind.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats im Jahr 2015:

  Vorsitzender:             Landrat Heinz Eininger, Esslingen
  Stv. Vorsitzender:        Landrat Roland Bernhard, Böblingen

                                           Seite 27
ordentliche Mitglieder:

  - Landkreis Esslingen:    Richard Briem, Geschäftsführer
                            Dr. Michael Brodbeck, Diplom-Chemiker (bis 10.12.2015)
                            Gerhard Deffner, Erster Polizeihauptkommissar a. D.
                            Walter Feeß, Geschäftsführer
                            Martin Funk, Bürgermeister
                            Marianne Gmelin, Finanzbeamtin
                            Klaus Herzog, Bürgermeister a. D.
                            Albert Kahle, z. b. V. Support Wissler Technologie
                            Rainer Lechner, Bürgermeister (ab 17.12.2015)
                            Jürgen Menzel, Dipl.-Ing. (FH), Energiemanager
                            Bernd Müller, Bürgermeister
                            Peter Nester, Kriminalbeamter
                            Günter Riemer, Bürgermeister
                            Wilfried Wallbrecht, Bürgermeister
                            Matthias Weigert, Tageszeitungsredakteur

  - Landkreis Böblingen:    Michael Lutz, Bürgermeister
                            Thomas Rott, Landwirtschaftsmeister
                            Klaus Sindlinger, Fahrdienstleiter Bahn und Biobauer
                            Hans-Josef Straub, Bürgermeister a. D.

  beratende Mitglieder:

  - Landkreis Esslingen:    Monika Dostal
                            Matthias Berg (bis 31.03.2015)
                            Dr. Marion Leuze-Mohr (ab 01.07.2015)

  - Landkreis Böblingen:    Wolfgang Bagin
                            Martin Wuttke (ab 02.01.2015)

Geschäftsführer:            Manfred Kopp, Diplom-Ingenieur

Beteiligungen des Unternehmens

Die Gesellschaft hält keine Beteiligungen an anderen Unternehmen.

Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks

Die Landkreise Esslingen und Böblingen bedienen sich der Gesellschaft zur Erfüllung ihrer
Entsorgungspflicht für Bio- und Grünabfälle. Das Kompostwerk ist auf eine maximale Verar-
beitungskapazität von 60.000 Tonnen Bioabfälle (inkl. Strukturmaterial) ausgelegt. 2015
wurde das Mengenziel nicht ganz erreicht.

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