Die Diagnose von Alzheimer-Demenz mittels Biomarkern

 
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Die Diagnose von Alzheimer-Demenz mittels Biomarkern
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     Die Diagnose von Alzheimer-Demenz mittels
     Biomarkern

     Dr. Mátyás Végh                            Ziele und Merkmale einer Diagnose
     The Genetics Company, Schweiz              Unter dem Begriff Diagnose werden im
     Oliver Wildanger                           Allgemeinen drei Ziele zusammenge-
     The Genetics Company, Schweiz              fasst: Erstens soll die Diagnose in einer
     Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Beyreuther       sehr frühen Phase, idealerweise prä-
     ZMBH Universität Heidelberg, Deutschland   symptomatisch, abschätzen helfen,
                                                wie gross das Risiko des Patienten ist,
                                                krank zu werden. Zweitens soll die
     Nach neuesten Schätzungen interna-         Diagnose in einer frühen sympto-
     tionaler Experten leiden heute etwa        matischen Phase definitiv feststellen,
     24,3 Millionen Menschen weltweit an        ob der Patient an einer bestimmten
     der Alzheimer-Demenz (Ferri, 2005).        Krankheit leidet, während andere, ähn-
     Die Zahl der AD-Patienten soll sich        liche Krankheiten ausgeschlossen wer-
     dabei im Jahr 2025 beinahe verdoppelt      den können («Differentialdiagnose»).
     haben (Ferri, 2005). Diese prognos-        Drittens sollte es die Diagnose ermögli-
     tizierte, dramatische Entwicklung          chen, Aufschluss über den Verlauf einer
     unterstreicht die Notwendigkeit und        Krankheit zu erhalten, eine Prognose
     Dringlichkeit von Ursachen-, Dia-          zu stellen und eine allfällige Therapie
     gnose- und Therapieforschung auf           zu überwachen.
     dem Gebiet der Alzheimer-Demenz.
                                                Die Leistung eines Diagnostikums wird
     In diesem Artikel soll ein Überblick       v. a. an zwei Parametern gemessen:
     über die Diagnose der Alzheimer-           Sensitivität und Spezifität (s. Grafik 1).
     Krankheit (Alzheimerschen Krankheit,       Die Sensitivität ist ein Mass für die
     Morbus-Alzheimer,     Alzheimer-De-        richtig positiv getesteten Patienten und
     menz, AD) mittels Biomarkern gege-         gibt den Prozentsatz der tatsächlich
     ben werden. Biomarker stellen dabei        richtig erfassten Patienten an. Bei einer
     eine Alternative oder Ergänzung zu         Sensititivität von 90% werden 90%
     kognitiven und neuropsychologischen        der Patienten mit dem Test erfasst. Die
     Tests dar.                                 Spezifität stellt eine Grösse für die
                                                Anzahl der richtig erfassten Kontrollen

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                 dar. Liegt die Spezifität also z.B. bei          führen, jedoch meistens mit einherge-
                 80%, ist in 20% der Kontrollen fälsch-           hender niedriger Spezifität. Um einen
                 licherweise jemand als krank diagnos-            neuen Biomarker zu validieren muss er
                 tiziert worden. Die Diagnosemethode,             gegen die, zu diesem Zeitpunkt, genau-
                 hier der gewählte Biomarker, sollte              este Diagnosemethode, den «Gold-
                 möglichst direkt mit Ursache und                 standard», verglichen werden. Bei der
                 Pathologie in Verbindung stehen. Je              Betrachtung der aus dem Vergleich er-
                 grösser dieser Bezug ist, desto eher             mittelten Sensitivitäten und Spezifi-
                 kann man eine hohe Sensitivität und              täten, gilt es zu beachten, dass die
                 Spezifität der Diagnosemethode ver-              Vergleichsdiagnose, also der vermeint-
                 muten. Beruht die Diagnosemethode                liche «Goldstandard», nicht immer die
                 auf Messungen von Parametern, wel-               genaueste Methode ist. Dies ist insbe-
                 che nicht krankheitsspezifisch sind,             sondere bei der Alzheimer-Demenz der
                 sondern nur die Begleiterscheinungen             Fall. Während bei Alzheimer-Patienten
                 beschreiben, so kann dies unter Um-              auch heute noch eine endgültige Dia-
                 ständen zu einer hohen Sensitivität              gnose nur mittels Autopsie erstellt wer-

 Grafik 1        Diagnose der Krankheit nach neuen Tests
                          +                     –
                                                                                       Wahr Positiv
    Diagnose +       Wahr Positiv        Falsch Negativ   왘 Sensitivität =    Wahr Positiv + Falsch Negativ
der Krankheit
        nach
                                                                                      Wahr Negativ
Goldstandard –      Falsch Positiv        Wahr Negativ    왘 Spezifität   =
                                                                              Wahr Negativ + Falsch Positiv

                 Beispiel: Ein neuer Test erreicht eine Sensitivität von 90% und eine Spezifität von 70%.
                 • Der Test findet 90% aller kranken Patienten, d. h. 10% der kranken Patienten werden
                   fälschlicherweise als gesund klassifiziert.
                 • Der Test findet 70% aller gesunden Patienten, d.h. 30% der gesunden Patienten werden
                   fälschlicherweise als krank diagnostiziert.

                                                                             ASA SVV Alter und Lebensversicherung
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     den kann, wird nur selten die post-       nalflüssigkeit, CSF) oder technisch auf-
     mortem Analyse als Vergleichsmethode      wendige bildgebende Verfahren einen
     hinzugezogen. Meistens dienen die         mehr oder weniger direkten Einblick
     weniger genauen dafür aber einfacher      in die pathologischen Vorgänge der
     durchführbaren kognitiven bzw. neuro-     Krankheit. Weitere Schwierigkeiten bei
     psychologischen Tests als designierte     der Diagnose von AD sind das häufige
     «Goldstandards». Für die Betrachtung      Vorkommen komorbider Erkrankungen,
     der hier vorgestellten Biomarker ist      wie z. B. Depression und Entzündungen
     dies von Bedeutung, da Studien gezeigt    sowie die Koexistenz bzw. das Auf-
     haben, dass kognitive bzw. neuropsy-      treten von Mischformen von Demenzen,
     chologische Tests, selbst wenn sie von    z.B. Vaskuläre Demenz und AD.
     erfahrenen Personen durchgeführt wer-
     den, allenfalls nur Genauigkeiten von     In den letzten Jahren hat zudem
     90% erreichen (Growdon, 1999).            die Patientengruppe der so genannten
                                               leicht kognitiv gestörten Patienten
     Die im Folgenden betrachteten Bio-        (MCI, Mild Cognitive Impaired) an
     marker weisen alle eine Sensitivität      Bedeutung gewonnen. MCI-Patienten
     bzw. Spezifität in einem Bereich von      zeigen einzelne kognitive Störungen,
     zirka 80 bis 95% auf.                     sind aber in ihrem täglichen Leben
                                               wenig beeinträchtigt. Es wird heute an-
     Herausforderungen an die Alzheimer-       genommen, dass MCI ein Risikofaktor
     Diagnose                                  für AD ist. Pro Jahr entwickeln zirka
     Die Alzheimer-Krankheit ist eine neuro-   15% der MCI-Patienten eine AD, was
     degenerative Erkrankung. Das grösste      über einen Zeitraum von sechs Jahren
     Hindernis der Alzheimer-Demenz-Dia-       in einer Konversionsrate von 80%
     gnose ist somit die schlechte Zu-         resultiert. Während also die meisten
     gänglichkeit des betroffenen Organs,      MCI-Patienten in diesem Zeitraum zur
     des Gehirns. Wie später noch ausführ-     AD konvertieren, entwickelt ein Teil
     licher beschrieben wird, erlauben         andere Demenzen und nur ein sehr klei-
     Methoden wie die Analyse von Gehirn-      ner Teil erfährt eine Genesung von der
     Rückenmarks-Flüssigkeit (Cerebrospi-      Krankheit. Das Hauptaugenmerk der

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AD-Frühdiagnose ist daher zur Zeit die    chemischen Markern und den Möglich-
Erkennung solcher MCI-Patienten, wel-     keiten zur Diagnose von AD soll im
che eine AD entwickeln werden.            Folgenden auf die für die Krankheit
                                          charakteristischen extrazellulären und
Pathologie der Alzheimer-Demenz           intrazellulären Ablagerungsstrukturen
Anfang des 20. Jahrhunderts erstellte     eingegangen werden.
der deutsche Psychiater und Neuro-
pathologe Alois Alzheimer einen ersten    Senile Plaques
histopathologischen Befund der später     Senile oder neuritische Plaques sind
nach ihm benannten Krankheit. Erst        unter physiologischen Bedingungen
etwa 80 Jahre danach wurden die von       unlösliche oder nur schwer lösliche,
Alzheimer beschriebenen krankheits-       dichte Proteinablagerungen von 10
typischen Proteinablagerungen, die so     bis 150 Mikrometer Durchmesser. Die
genannten senilen Plaques und neuro-      Hauptbestandteile dieser Aggregate
fibrillären Bündel (NFT für engl.         sind verschieden lange Amyloidpeptide
Neurofibrillary Tangles) erstmals auf     (Amyloid beta, Abeta oder auch Aβ).
Protein- und Genebene identifiziert und   Die Länge der Abeta-Peptide variiert
charakterisiert. Die molekulare Analyse   zwischen 38 und 43 Aminosäuren.
der Aggregatbestandteile führte im        Neben einer Vielzahl weiterer Proteine
Folgenden zur Entwicklung diverser        sind ebenfalls Astrozyten und Mikroglia
Mess- und Darstellungsmethoden, von       mit den Plaques assoziiert. Dieser
denen die meisten auf Antikörper be-      Umstand lässt darauf schliessen, dass
dingter Detektion basieren, sowie zur     mit der Bildung der Plaques eine immu-
Entdeckung genetischer Merkmale des       nologische Reaktion verbunden ist. Aβ
Krankheitsverlaufes. Somit waren die      selber resultiert aus der enzymatischen
Grundlagen für die Entwicklung von        Spaltung eines grösseren Vorläufer-
auf Biomarkern basierenden Diagnose-      proteins APP (= Amyloid Precursor
methoden mit engem Bezug zur              Protein). APP wird durch zwei enzyma-
Pathologie der Alzheimer-Krankheit        tische Scheren (Sekretasen), der beta-
geschaffen. Zum besseren Verständnis      Sekretase (auch BACE für engl. Beta
der Zusammenhänge zwischen bio-           Amyloid Converting Enzyme) und der

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     gamma-Sekretase, aufeinander fol-         왘 Grafik 2: Entstehung der Neuropathologie
                                                 in der Alzheimer-Krankheit
     gend geschnitten (siehe Grafik 2). Da
                                               Abeta (Aβ) entsteht als Schnittprodukt aus dem mem-
     die gamma-Sekretase, ein Presinilin       brangebundenen Vorläuferprotein APP. Für den Schnitt
     enthaltender Proteinkomplex, inner-       verantwortlich sind zwei ebenfalls in der Zellmembran
                                               lokalisierte Enzyme, die beta- und die gamma-Sekretase.
     halb der Membran schneidet und Mem-       Einmal produziertes Abeta-Peptid aggregiert dabei
                                               rasch zu Oligomeren und weiter zu grossen, mikrosko-
     branen unterschiedlicher Dicke vor-       pisch sichtbaren, unlöslichen und für die Alzheimer-
     kommen, resultiert eine «Ungenauig-       Krankheit typischen Ablagerungen, den senilen Plaques.
                                               Neben der Abeta-Pathologie, findet man in den Zellen
     keit» bei der Spaltung. Es entstehen      so genannte neurofibrilläre Bündel aus hochgradig
                                               phosphoryliertem Tau-Protein. Es wird heute angenom-
     Abeta-Peptide unterschiedlicher Länge.    men, dass bei der Alzheimer-Krankheit die Abeta-
                                               Pathologie die Tau-Pathologie induziert. Während die
     Das mit Abstand häufigste Produkt         Aggregation von Tau zu einer Destabilisierung der
     dieser enzymatischen Spaltung ist, mit    Mikrotubuli und somit zu einer axonalen Degeneration
                                               führt, ist die Abeta-Pathologie assoziert mit oxidativen
     Anteil von nahezu 90% Abeta40, ein        Stress und einer Exzitotoxizität. Die Plaques selber sind
                                               umgeben von Microglia und Astrocyten, was zudem
     Abeta-Peptid mit 40 Aminosäuren also.     auf eine immunologische Reaktion schliessen lässt.
                                               Diese Phänomene führen zu einem Verlust an Synapsen
     Nur zwei Aminosäuren mehr hat das,        und zum Absterben neuronaler Zellen und somit
     mit einem Anteil von etwa 10%, zweit-     schliesslich zur Neurodegeneration.

     häufigste Peptid Abeta42. Mit Hilfe der
     Massenspektrometrie konnten noch          Abeta42, an das sich dann auch
     weitere Formen von Abeta identifiziert    Abeta40 anlagern kann.
     werden (Lewzcuk, 2004b), welche aber
     bislang nur wenig erforscht sind. Ob-     Neben den senilen Plaques findet man,
     wohl sich die beiden Hauptbestandteile    auch in gesunden Menschen, so ge-
     der neuritischen Plaques nur an einem     nannte diffuse Plaques als extrazellu-
     Ende durch zwei Aminosäuren unter-        läre Amyloidablagerungen. Diese dif-
     scheiden, zeigen Abeta40 und Abeta42      fusen Plaques bestehen ebenfalls aus
     sehr unterschiedliche physikalische       Abeta42, sind aber im Vergleich zu den
     und physiologische Eigenschaften.         senilen Plaques löslicher und ihre
     Während Abeta40 gut löslich ist und       Entstehung scheint nicht unbedingt mit
     kaum aggregiert, ist Abeta42 sehr         einer einhergehenden Immunreaktion
     «klebrig» und neigt zur Aggregation.      verbunden zu sein. Zwischenformen
     Folgerichtig startet die Bildung neu-     der diffusen und der senilen Plaques
     ritischer Plaques vornehmlich mit         bei Alzheimer-Patienten lassen ver-

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Grafik 2

                                                                  APP

                                                                              Aβ-Produktion

                                                             β-Sekretase

                                                         γ-Sekretase

                                                                
                                                      Aβ
                        

                                                                           Aβ-Oligomerisierung

                                                                               
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                                             lä

                                                                           Aβ-Plaquebildung
                                               re

           Destabilisierung
                                                 rB

           der Mikrotubuli
                                                 ün
                                                   de
                                                     l
                

                                                             

           Verlust von
                                                                                   

           axonalem Transport                         Exzitotoxizität         Oxidativer Stress
                                                                        

                         왔
                                                                Aktivierung von
                                                                Microglia & Astrozyten

                                                            Neurodegeneration
                   Verlust von Synapsen
                   Neuronaler Zelltod

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     muten, dass diffuse Plaques Vorläufer       allem aus aggregierten Tau-Proteinen.
     der senilen Plaques darstellen.             Tau-Proteine sind ursprünglich, durch
                                                 die Bindung an Zytoskelett-Proteine
     Obwohl Nervenfasern, die in senile          (sog. Mikrotubuli), für die Stabilität der
     Plaques münden, Schädigungen zei-           axonalen «Sendearme» der Nerven-
     gen, ist die schädliche Wirkungsweise       zellen mitverantwortlich. Bei der Bil-
     der senilen Plaques bislang unklar.         dung der fibrillären Stukturen sind
     Neuere Studien machen indes deutlich,       vor allem diejenigen Tau-Proteine aus-
     dass senile Plaques inerte Aggregate        schlaggebend, die als mehrfach phos-
     eines an sich neurotoxischen Abeta-         phorylierte Formen vorliegen. Aus noch
     Peptides darstellen. Hinweise darauf        ungeklärten Gründen wird Tau durch
     lieferten Zellkulturversuche, die zeigten   verschiedene Kinasen an den Binde-
     das Abeta im oligomeren nicht aber          stellen für Mikrotubuli phosphoryliert,
     im monomeren und polymeren Zustand          löst sich von den Mikrotubuli ab und
     neurotoxisch ist (Kirkitadze, 2002;         verklumpt zu fibrillären Strukturen in
     Lesne, 2006). Die Bildung der Plaques       den Neuronen. Als Folge davon ver-
     als Peptidaggregate, könnte somit als       lieren die Mikrotubuli an Integrität,
     natürliche Massnahme zur Beseitigung        so dass der axonale Transport in den
     der toxischen Abeta-Peptide erklärbar       Neuronen gestört und die Zellstabilität
     sein. Allerdings wird vermutet, dass        nicht mehr vollumfänglich gewährleis-
     Plaques toxische Abeta-Peptide wieder       tet ist. Die Nervenzellen sterben darauf-
     freisetzen können und deshalb auch          hin ab, die neurofibrillären Bündel
     bei einer wirksamen Therapie entfernt       werden freigesetzt. Folglich kann phos-
     werden sollten.                             phoryliertes Tau auch extrazellulär
                                                 nachgewiesen werden. Lange Zeit war
     Neurofibrilläre Bündel                      nicht klar, wie bzw. ob die verschiede-
     Neben den extrazellulären Abeta-Abla-       nen Aggregatstrukturen, die senilen
     gerungen werden auch intrazelluläre         Plaques sowie die neurofibrillären
     Aggregatstrukturen für die Entwicklung      Bündel, miteinander in Verbindung ste-
     von AD verantwortlich gemacht. Diese        hen. Obwohl auch heute noch nicht
     neurofibrillären Bündel bestehen vor        alle Fragen geklärt sind, geben ver-

     ASA SVV Alter und Lebensversicherung
37

schiedene Studien Hinweise darauf,       altersbedingten Faktoren die lebens-
dass die neurofibrillären Bündel wo-     lange Akkumulation schädigender Ein-
möglich eine Folge des Abeta-Meta-       flüsse und deren Konsequenzen ge-
bolismus sind. So wurde z.B. in Maus-    meint sind (Hofman, 2006).
modellen gezeigt, dass eine Gehirn-
injektion von synthetischem Abeta die    Genetische Faktoren
Bildung einer Tau-Pathologie beschleu-   Erst Rückschlüsse auf genetisch be-
nigt (Götz, 2001).                       dingte AD-Krankheitsfaktoren lieferten
                                         Untersuchungen an Patienten mit der
Veränderung neuronaler Funktionen        sogenannten familiären also vererb-
Neben den beschriebenen histologi-       baren Alzheimer-Demenz (FAD) und an
schen Befunden, findet man bei einem     Down Syndrom (DS) Patienten. Bei
AD-Patienten auch Veränderungen neu-     FAD-Patienten können erste Symptome
ronaler Funktionen. Hier ist vor allem   der AD schon relativ früh, d.h. in der
ein verminderter Glukosemetabolis-       Regel in der 6. Lebensdekade, auftre-
mus, der zum eingeschränkten Ener-       ten. Oftmals lassen sich erste An-
gieumsatz führt, eine verringerte        zeichen einer Demenz auch schon vor
Synapsendichte und schliesslich der      dem 50. Lebensjahr erkennen. Die
Verlust neuronaler Zellen zu beachten.   Umstände, dass FAD-Patienten häufig
                                         Verwandte ersten Grades mit AD vor-
Ursachen der Alzheimer-Demenz            weisen, lässt auf eine genetische Ver-
Trotz des scheinbar einfachen und        anlagung der Krankheit schliessen. Ein
eindeutigen pathologischen Befundes,     wichtiger Hinweise für solch genetische
wird heute vermutet, dass es sich bei    Veranlagungen kam auch von der Un-
der Alzheimer-Demenz eher um ein         tersuchung an Down-Syndrom Patien-
multifaktorielles Syndrom, denn um       ten. Bei DS-Patienten ist das 21. Chro-
eine homogene Krankheit handelt.         mosom in dreifacher Ausführung vor-
Nach dem heutigen Wissensstand wer-      handen (Trisomie 21). Alle Gene die
den vor allem genetische und alters-     sich auf diesem Chromosom befinden,
bedingte Faktoren für den Ausbruch       sind somit drei- statt zweifach vorhan-
verantwortlich gemacht. Wobei mit        den und daher überdosiert. DS-Patien-

                                                 ASA SVV Alter und Lebensversicherung
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     ten entwickeln, ähnlich wie FAD-Patien-    schliesslich gezeigt werden, dass sol-
     ten, schon sehr früh Demenzsymptome.       che Mutationen zu einer erhöhten
     Dies liess zunächst nur die Vermutung      Abeta-Peptidproduktion und zwar
     zu, dass sich auf Chromosom 21 Gene        hauptsächlich des Abeta 42 führen.
     befinden könnten, welche die Krank-        Inzwischen konnten weitere autosomal
     heitsentwicklung von AD beeinflussen.      dominant vererbte Mutationen kartiert
     Später konnte dasjenige Gen auf            und die entsprechenden Gene, Pre-
     Chromosom 21 lokalisiert werden,           sinilin-1 und -2, identifiziert werden.
     welches für das so genannte Amyloid        Mutationen im Presinilin-1 Gen sind die
     Precursor Protein (APP), also das Vor-     häufigste Ursache der familiären AD.
     läuferprotein der Abeta-Peptide, ko-       Presiniline sind, als Teil des gamma-
     diert. Die Überdosierung des APP-          Sekretase-Komplexes, Enzyme, die bei
     Genes führt offenbar zu einer gesteiger-   der Freisetzung von Abeta aus APP die
     ten Synthese der beta-Amyloidpeptide.      entscheidende Rolle spielen (siehe
     Tatsächlich konnten in Hirnen von          Grafik 2). Sowohl die identifizierten
     jungen DS-Patienten (< 20 Jahre) erste     Mutationen in Presinilin-1 als auch die-
     Anzeichen einer beta-Amyloidaggrega-       jenigen in Presinilin-2 sind so genannte
     tion beobachtet werden. Dementspre-        «missense» Mutationen, welche bei der
     chend entwickeln diese Patienten eine      Preoteinsynthese zu einem Austausch
     Demenz im prä-senilen Alter, in der        von Aminosäuren führen. Im Fall von
     Regel zwischen dem 50. und dem 60.         Presinilin-1 und -2 bewirken diese
     Lebensjahr.                                Änderungen in der Primärstruktur der
                                                Enzyme eine Effizienzsteigerung und
     Auch bei Patienten mit der vererbba-       somit ebenfalls eine vermehrte Bildung
     ren Form der Alzheimer-Demenz (FAD)        von Abeta42-Peptiden.
     konnten Mutationen im APP-Gen ge-
     funden werden. Die gefundenen Mu-          Im Gegensatz zu FAD assozierten
     tationen verändern vor allem diejeni-      Mutationen, welche zu Steigerungen
     gen Sequenzen von APP, in denen die        der Abeta42-Produktion führen, konnte
     Sekretasen das Protein zur Bildung von     bislang noch keine Genmutation bei
     Abeta spalten. In Versuchen konnte         FAD-Patienten nachgewiesen werden,

     ASA SVV Alter und Lebensversicherung
39

welche mit der Tau-Pathologie direkt       ApoE kommt in drei verschiedenen
korrelieren. Im Gegenteil, Patienten mit   Allelen (Genvarianten) vor, die als
bestimmten Mutationen im Tau-Gen,          Epsilon2-, -3- und -4-Varianten bezeich-
welches auf Chromosom 17 lokalisiert       net werden. Mehrere Studien zeigen,
ist, entwickeln eine so genannte fronto-   dass das Epsilon4-Allel bei sporadi-
temporale Demenz mit Parkinsonismus        scher AD überproportional häufig ver-
und Kopplung an Chromosom 17 (FTDP-        treten ist und etwa drei Mal häufiger
17, engl. frontotemporal dementia with     gefunden wird als bei der Normal-
parkinsonism linked to chromosome          bevölkerung (40 – 50 Prozent gegen-
17). In post-mortem-Gehirnen von Pa-       über 15 Prozent). Epsilon4 wird daher
tienten mit frontotemperaler Demenz,       allgemein als Risikofaktor für die spo-
die zu den Tauopathien gerechnet wird,     radische Alzheimer-Demenz betrach-
sind keine Amyloide Plaques, sondern       tet. Zudem wird angenommen, dass
nur zahlreiche Neurofibrillenbündel        das ApoE-Epsilon4-Allel auch beim
nachweisbar.                               Abeta-Metabolismus eine Rolle spielt.
                                           Im Gegensatz zu den anderen ApoE-
Wie verschiedene wissenschaftliche         Allelen werden durch das Epsilon4-Allel
Studien ergeben haben, beruhen die         Abeta-Aggregate stabilisiert und da-
meisten AD-Fälle jedoch nicht auf der      durch die Klärung des Abetas über die
vererbbaren sondern auf einer sporadi-     CSF behindert. Ableitbar sind diese
schen Erkrankung. Inwieweit die Er-        Zusammenhänge beispielsweise aus
kenntnisse der FAD Genmutationen auf       der Tatsache, dass APP-transgene
eine sporadische AD übertragbar sind,      Mäuse Plaques entwickeln, wenn sie
ist bislang offen. Zwar konnten einige     mit ApoE-Epsilon4-Allele tragenden
Genloci identifiziert werden, die wohl     transgenen Mäusen gekreuzt werden,
mit der sporadischen Erkrankung zu-        während ApoE-knock-out-Mäuse kaum
sammenhängen. Die Bedeutung und            Plaques entwickeln (Bales 1997).
insbesondere die Spezifität dieser
Genmutationen sind aber noch wenig         Nicht-genetische Risikofaktoren
erforscht. Der wohl am besten unter-       Neben den diskutierten genetischen
suchte Genlocus ist das ApoE-Gen.          Risikofaktoren ist das Hauptrisiko an

                                                   ASA SVV Alter und Lebensversicherung
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     einer Alzheimer-Demenz zu erkranken,         bekannt. Wie schon angesprochen, ist
     das Alter. Zudem ist die Prävalenzrate       für die sporadische Alzheimer-Demenz
     bei Frauen höher als bei Männer,             nur ein besonders häufiges Vorkom-
     was vielleicht auch mit der höheren          men des Epsilon4-Allels des ApoE-
     Lebenserwartung bei Frauen zusam-            Genes beobachtet worden. Epsilon4
     menhängt. Die tatsächliche Diskrepanz        wird allerdings auch bei rund 15 Pro-
     bezüglich der weltweiten Verteilung von      zent aller gesunden Patienten gefun-
     AD zwischen Entwicklungs- und Indu-          den und umgekehrt sind etwa 40 bis
     strieländern scheint ebenso auf dem          50 Prozent aller AD-Patienten keine
     Zusammenhang von höherer Lebens-             Träger des Epsilon4-Allels (Mayeux,
     erwartung und höherer Prävalenzrate          1999). ApoE-Epsilon4-Träger oder nicht
     zu beruhen. Weitere Faktoren, wie            kann daher nicht als Ausschlusskri-
     Bildung, Rauchen, vorangegangenes            terium dienen und nur als Hinweis für
     Schädel-Hirn-Trauma oder Aluminium-          ein möglicherweise erhöhtes Risiko be-
     Exposition werden zwar immer wieder          trachtet werden. Zusammenfassend gilt
     diskutiert, lassen aber bislang keine ein-   demnach: es gibt zur Zeit keine vali-
     heitlichen Schlüsse zu (Hofman, 2006).       dierten genetischen Marker für die spo-
                                                  radische AD. Noch ist auch unbekannt,
     Biomarker für Alzheimer-Demenz               ob spontane Mutationen ebenfalls zur
                                                  Entstehung von AD beitragen können,
     Genetische Marker                            wie dies z. B. bei Krebserkrankungen
     Genetische Marker haben nicht nur das        der Fall ist. Die Erforschung von geneti-
     Potenzial zur Frühdiagnose sondern           schen Ursachen und somit genetischen
     könnten auch, da keine ethischen Be-         Biomarkern für AD beschränkt sich
     denken bestehen, kostengünstig und           nicht auf zahllose akademische Insti-
     routinemässig bei prä-symptomati-            tutionen, sondern wird auch in zahl-
     schen Patienten angewendet werden,           reichen Firmen mit hohen Investitionen
     sobald es eine wirksame Therapie gibt.       betrieben. Letzteres auf Grund der
     Leider sind, wie schon einleitend er-        möglichen Potenziale als Diagnostika
     wähnt, solche genetischen Marker nur         und zur Identifizierung und Validierung
     für Angehörige der FAD-Risikogruppe          neuer Therapieansätze.

     ASA SVV Alter und Lebensversicherung
41

Biochemische Marker                       logischen Befunden bei AD-Patienten.
Bei der Diagnose mittels biochemischer    Wie schon erwähnt, bringt das Messen
Marker werden solche Proteine, Pep-       hirnspezifischer Marker ein substan-
tide oder andere chemische Stoff-         zielles Problem mit sich. Das Gehirn
wechselprodukte gemessen, deren           eines Patienten ist vor seinem Tod nur
Konzentrationen in Geweben oder           mit sehr hohem Aufwand zugänglich.
Körperflüssigkeiten im Krankheitsfall     Eine Alternative stellt, wie bereits er-
verändert sind. Für die quantitative      wähnt, das Messen von Biomarkern im
Bestimmung solcher biochemischer          Liquor, der Gehirn-Rückenmarks-Flüs-
Marker gibt es kostengünstige, leicht     sigkeit (Cerebrospinalflüssigkeit, CSF)
skalierbare Methoden, die mit relativ     dar. CSF wird dabei im Plexus chorioidei
geringem Arbeitsaufwand durchgeführt      produziert und umgibt sowohl das Ge-
werden können oder sogar automati-        hirn als auch das Rückenmark. Durch
sierbar sind. Im Gegensatz zu gene-       den direkten Kontakt mit den Hirnzellen
tischen Markern korrelieren die Ver-      wird die Zusammensetzung von CSF
änderungen biochemischer Marker           von den pathologischen Vorgängen im
zeitlich und meistens sogar örtlich.      Gehirn beeinflusst. In gewissem Sinne
Wobei letzteres nur gültig ist, solange   ist es eine Erweiterung des neuroextra-
der Marker nicht durch Flüssigkeits-      zellulären Raumes. CSF kann durch
zirkulationen im Körper verschleppt       eine so genannte Lumbalpunktion ver-
wird. Häufig kann auch ein Zusammen-      gleichsweise sicher entnommen wer-
hang zwischen der Markerkonzentra-        den. Lumbalpunktionen sind mit ge-
tion und der Entwicklung der Krankheit    ringerem Risiko behaftet als z. B.
festgestellt werden. Da die AD-Patho-     Darmspiegelungen. Folglich sind in den
logie auf das Gehirn beschränkt ist,      letzten Jahren mehrere CSF-Biomarker
kann davon ausgegangen werden, dass       in zahlreichen Studien getestet worden
biochemische Marker möglichst hirn-       (Blennow, 2004). Wie erwähnt, zeigen
spezifisch sind. Tatsächlich stehen die   vor allem solche Biomarker, die direkt
zur Zeit am besten validierten Bio-       mit den beiden AD-Histopathologien
marker, Tau und Abeta, im direkten        Abeta und Tau im Zusammenhang ste-
Zusammenhang mit den neuropatho-          hen, viel versprechende Ergebnisse:

                                                  ASA SVV Alter und Lebensversicherung
42

     CSF-Abeta42                              heiten, z. B. Depression oder Parkinson.
     Die enge Korrelation mit der Entwick-    Zudem zeigen neuere Studien vermehrt
     lung der Alzheimer-Demenz macht          auch das diagnostische Potenzial von
     das Abeta-Peptid zu einem viel ver-      Abeta42 zur Früherkennung von AD bei
     sprechenden Kandidaten für einen AD-     MCI-Patienten (Hansson, 2006).
     Biomarker. Senile Plaques bestehen
     v. a. aus Abeta42. Entsprechend wer-     CSF-Abeta42/40-Ratio
     den post-mortem im Gehirn auch hohe      Es wurde bereits darauf hingewiesen,
     Abeta42-Werte gefunden, die zudem        dass CSF-Abeta zu etwa 10 Prozent aus
     mit der Entwicklungsstufe der Krank-     Abeta42 und zu zirka 90 Prozent aus
     heit korrelieren. Erstaunlicherweise     Abeta40 besteht. Im Gegensatz zu CSF-
     sind bei einem AD-Patienten die Werte    Abeta42 scheinen CSF-Abeta40-Kon-
     von löslichem (und damit im CSF mess-    zentrationen nicht krankheitsspezifisch
     baren) Abeta42 im CSF gegenüber Kon-     zu sein. Dementsprechend verändern
     trollpersonen nicht höher sondern tie-   sich die CSF-Abeta40-Konzentrationen
     fer. Dies steht auch im Widerspruch zu   während des Krankheitsverlaufes nicht
     den Werten von Abeta42 im Gehirn. Der    oder nur geringfügig. CSF-Abeta40 al-
     Grund für diese Diskrepanz ist bislang   lein ist demnach für die AD-Diagnose
     unklar. Es wird vermutet, dass bei       ungeeignet. Es hat sich aber gezeigt,
     fortgeschrittener Krankheit, durch die   dass einzelne Patienten von Natur aus
     zunehmende Plaquebildung neu gebil-      höhere oder niedrigere CSF-Gesamt-
     detes Abeta 42 von den Plaques ge-       Abeta-Werte haben. Dabei ist die Art
     bunden wird und deshalb nicht in         der Abeta-Subspezies nicht von Be-
     die Cerebrospinalflüssigkeit gelangt.    deutung. Da Abeta40 und -42 bei sol-
     Mehrere Studien haben das grosse         chen Patienten gleich stark erhöht
     Potenzial von Abeta42 als AD-Bio-        bzw. erniedrigt sind, können Konzen-
     marker beschrieben. Mit Sensitivitäten   trationsvarianzen durch Einbezug von
     und Spezifitäten im Bereich von rund     Abeta40 als intrinsische Kontrolle
     90% ist Abeta42 sehr erfolgreich bei     der Gesamt-Abeta-Produktion ausge-
     der Differenzierung zu anderen psy-      glichen werden. Es wird also der
     chiatrischen und neurologischen Krank-   Verhältniswert zwischen Abeta40 zu

     ASA SVV Alter und Lebensversicherung
43

Abeta42 bestimmt. Erste Studien zei-       hat. Bislang sind zirka 30 solcher
gen, dass eine solche Abeta42/40-          Phosphorylierungsstellen beschrieben
Ratio gegenüber der Messung von            worden und fast ebenso viele mögliche
Abeta42 allein eine verbesserte diag-      Kinasen, welche für die Phosphory-
nostische Aussage hat. Mit der Bildung     lierung von Tau verantwortlich sind
des Verhältnisses der beiden Abeta-        (Bueé, 2000). Dementsprechend gross
Peptide lassen sich Sensitivitäten und     ist das Marktangebot für Antikörper,
Spezifitäten von bis zu 96% erreichen      die die verschiedenen Phosporylie-
(Lewczuk, 2004a; Hansson, submitted).      rungsstellen an Tau selektiv erkennen.
                                           Es hat sich jedoch gezeigt, dass für die
CSF-tTau                                   Diagnose von AD vor allem pTau181
Im CSF erhöhtes tTau-Protein oder total    (Tau phosphoryliert an der Aminosäure
Tau, also die Gesamtmenge aller Tau-       der Position 181), pTau199 und
subspezies, ist ein Zeichen neuronaler     pTau231 relevant sind. Als separate
Degeneration. Folglich werden tTau-        Parameter zeigen die verschiedenen
Konzentrationen nicht nur als Dia-         Tau-Subspezies ähnliche Sensitivitäten
gnoseparameter für die Alzheimer-          und Spezifitäten (Hampel, 2004), die
Demenz, sondern auch für andere            zwischen zirka 81 bzw. 91 Prozent
neurodegenerative Erkrankungen wie         liegen. Im Vergleich zum tTau-Marker
z. B. der Creutzfeld-Jakob-Krankheit ge-   verfügt pTau anscheinend über das
nutzt. Sensitivitäten und Spezifitäten     grössere Potenzial, da einige Phos-
liegen bei diesem Parameter bei durch-     phorylierungen, die in anderen Tau-
schnittlich 81 – 91%.                      opathien nicht vorkommen, doch eher
                                           AD-spezifisch sind.
CSF-pTau
Neurofibrilläre Bündel bestehen haupt-     Plasma-Abeta
sächlich aus hyperphosphorylierten         Leider gibt es zurzeit keine einheitli-
Tau-Proteinen, also aus Tau welches        chen Daten bezüglich einer Korrelation
an diversen Stellen, vornehmlich an        der Konzentrationen von Plasma-Abeta
den beiden Aminosäuren Serin und           und CSF-Abeta (Irizarry, 2004). Wäh-
Threonin, Phosphatgruppen gebunden         rend CSF-Abeta42 mit der Entwicklung

                                                   ASA SVV Alter und Lebensversicherung
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     der Alzheimer-Demenz sehr gut korre-      in einer gross angelegten klinischen
     liert, besteht Grund zur Annahme, dass    Studie herausgefunden, dass hohe
     nicht alles Abeta im Blut neurologi-      Plasma-Abeta40-Werte, vor allem in
     schen Ursprungs ist. Zudem stossen        Kombination mit tiefen Plasma-Abe-
     derzeit Versuche zur Bestimmung von       ta42-Werten, ein erhöhtes Demenz-
     Plasma-Abeta an technische Grenzen,       risiko darstellen (van Oijen, 2006). Die
     da die Gesamt-Abeta-Konzentration im      Anwendbarkeit dieser Schlussfolge-
     Blut etwa zehnmal geringer ist als im     rung zur Risikobeurteilung eines ein-
     CSF. Zudem ist die Konzentration von      zelnen Patienten muss jedoch noch in
     Abeta42 im Plasma, genauso wie in         weiteren Studien bestätigt werden.
     CSF, etwa um einen Faktor 10 tiefer ist
     als die Konzentration von Abeta40.        Andere biochemische Plasma-Marker
     Die zur Zeit erhältlichen Messmethoden    Die im vorherigen Abschnitt dargestell-
     erreichen die notwendigen statistisch     ten Probleme bei der zuverlässigen
     absicherbaren Detektionslimits für        Messung von Abeta-Peptiden in Plas-
     Abeta42 somit nicht.                      maproben, veranlasste viele Wissen-
                                               schafter zur Suche nach weiteren
     Hinzu kommt, dass Abeta42, bedingt        krankheitspezifischen Biomarkern. Zahl-
     durch seine physikalischen Eigen-         reiche molekulare Nebenprodukte der
     schaften, mit einer Vielzahl von ver-     Alzheimer-Demenz-Pathologie wurden
     schiedenen Proteinen interagiert, so      als Alternativen zu Abeta untersucht
     z.B. mit Albumin oder Heparin, welche     (Teunissen, 2003). Zu den potenziellen
     natürlich in hohen Mengen im Plasma       AD-Markern gehören unter anderem
     vorkommen oder zu den Blutproben zu-      Isoprostan, 3-Nitrotyrosin (oxidativer/
     gesetzt wurden. Diese Bindung mit an-     nitrativer Stress); alfa1-Antichymotryp-
     deren Plasmabestandteilen verhindert      sin, Interleukine (Entzündungen); C-
     die genaue Bestimmung sowie die           reaktives Protein, C1q (Komplement-
     Reproduzierbarkeit der Daten. Neuere      system); 24S-Hydroxycholesterol (spe-
     Studien zeigen aber, dass zumindest       zisches Produkt des Cholesterin Meta-
     für Plasma-Abeta40 gewisse Trends         bolismus des Gehirns) und Homo-
     auszumachen sind. So wurde kürzlich       cystein. Auf Grund niedriger Sensi-

     ASA SVV Alter und Lebensversicherung
45

tivitäten und v.a. Spezifitäten erreicht   Bei den bildgebenden Verfahren wird
jedoch keiner dieser Marker das not-       im Allgemeinen zwischen drei Ansätzen
wendige Potenzial eine zuverlässig         unterschieden. Die Visualisierung und
Diagnose von AD zu stellen. Zudem          Auswertung struktureller oder funktio-
können die Konzentrationen mancher         neller Veränderungen des Gehirns so-
Markerkandidaten im Blutplasma, z.B.       wie die Plaqueentwicklung dienen hier-
durch die Einahme von Vitaminprä-          bei als Parameter der pathologischen
paraten, Begleitmedikamenten oder          Entwicklung. In den folgenden Ab-
komorbiden Erkrankungen stark beein-       schnitten werden diese Ansätze weiter
flusst werden.                             erläutert.

Bildgebende Verfahren                      Visualisierung struktureller
Im Gegensatz zur Messung von Bio-          Veränderungen
markern im CSF und Blutplasma, bieten      Strukturelles Neuroimaging dient vor
bildgebende Verfahren (engl. Neuro-        allem der Entdeckung und Vermessung
imaging) die Möglichkeit die pathologi-    von Atrophien des Gehirns bzw. Teilen
schen Vorgänge der Alzheimer-Demenz        des Gehirns. In Verbindung mit AD ist
schon in sehr frühen Stadien direkt im     vor allem die Volumenabnahme des
Gehirn zu beobachten. Hohe Anschaf-        Hippokampus zu nennen. Zur Visua-
fungs-, Betriebs- sowie Messkosten         lisierung derartiger Strukturen werden
verhindern jedoch zur Zeit noch die        sowohl Computertomographen (CT) als
schnelle Verbreitung dieser Methode        auch immer häufiger Magnetresonanz-
in der präklininischen und klinischen      Tomographen (MRT) benutzt. Neben
Forschung sowie in der klinischen oder     der sensitiven Diagnose von Alzheimer-
ambulanten Diagnostik. An der Weiter-      Demenz, erlauben diese Verfahren
entwicklung dieser Methode wird da-        auch die Erforschung und Differenzie-
her umso intensiver in vielen akade-       rung anderer Ursachen kognitiver Stö-
mischen und industriellen Institutionen    rungen wie zum Beispiel Wasserkopf
gearbeitet.                                (Hydrocephalus) oder Gehirntumore
                                           (z.B. Glioblastome). Das Auflösungsver-
                                           mögen heutiger MRT-Anlagen ist dabei

                                                   ASA SVV Alter und Lebensversicherung
46

     schon so gross, dass selbst kleinste        sions-Tomographie (PET) bildlich dar-
     strukturelle Veränderungen nachge-          gestellt. SPECT ermöglicht die Visua-
     wiesen werden können. Dennoch eig-          lisierung der Blutzirkulation im Gehirn
     net sich die Visualisierung struktureller   durch Gammastrahlen detektierende
     Veränderungen des Gehirns generell          Kameras. Als Quelle der Gamma-
     nur für die post-symptomatische Dia-        strahlen dient 99mTc markiertes Hexa-
     gnose, da ein gewisser Degenerations-       methylpropylen-Amin-Oxim (HMPAO),
     grad von neuronalem Gewebe erreicht         ein fettlösliches Radionuklid, das dem
     werden muss, um eine zuverlässige           Patienten vor der Untersuchung inji-
     Diagnose stellen zu können. Werden          ziert wird. Die Auswertung der Bilder
     jedoch serielle Messungen vorgenom-         ergibt eine semiquantitative Analyse
     men um die Degenerationsrate zu be-         des Blutdurchflusses. Gegenüber Kon-
     stimmen, kann die Magnetresonanz-           trollpersonen, weisen AD-Patienten vor
     Tomographie schon früh zu einer zuver-      allem in den tempoparietalen Regionen
     lässigen Diagnose beitragen. Serielle       einen verminderten Blutdurchfluss auf.
     Messungen sind zudem zur Evaluierung        Trotz relativ guter diagnostischer Dif-
     von möglichen neurodegenerationsver-        ferenzierung zwischen AD und ande-
     zögernden oder -stoppenden Therapien        ren Demenzformen, zeigt sich bislang
     geeignet.                                   nur wenig klinisch valider Nutzen des
                                                 SPECT-Verfahrens zur AD-Früherken-
     Funktionelle Veränderungen                  nung. Mehr als SPECT hat die 18FDG
     Im Vergleich zum strukturellen Neuro-       PET in verschiedenen Studien ihr
     imaging wird allgemein dem so genan-        Potenzial als AD-Früh- und -Differen-
     ten funktionellen Neuroimaging ein          zialdiagnosemethode unter Beweis ge-
     noch grösseres Potenzial zur frühen         stellt (Silvermann, 2001). AD-Patienten
     AD-Diagnose sowie zur Differentialdia-      zeigen schon früh einen verminderten
     gnose zu gesprochen. Bei diesem Ver-        Metabolismus in bestimmten Hirn-
     fahren wird die Durchblutung oder           regionen (z.B. tempoparietal). Mittels
     der Stoffwechsel des Gehirns mittels        18F-markierter Fluor-2-deoxy-2-D-Glu-
     Single - Photonen - Emissions -Tomogra-     cose (18FDG) kann die Glucoseauf-
     phie (SPECT) bzw. Positronen-Emis-          nahme und damit der Energiebedarf

     ASA SVV Alter und Lebensversicherung
47

neuronaler Regionen bestimmt werden.      und Abeta40 mit einbeziehen, sind je-
18FDG wird dabei in Zellen in FDG-6-      doch geplant.
Phosphat umgewandelt, welches nicht
mehr weiter glycolytisch metabolisiert    Darstellung von Plaques
wird und in den Neuronen akkumuliert.     Um die Korrelation zur pathologischen
Die über einen Zeitraum von 30 bis 40     Entwicklung der Alzheimer-Demenz
Minuten akkumulierte Menge korreliert     noch zu erhöhen, wurden in letzter Zeit
mit dem Glucosedurchsatz und somit        PET-Tracer zur Visualisierung seniler
mit dem Energiebedarf bzw. der Akti-      Plaques entwickelt. 8FFDDNP (2-(1-
vität der Zellen.                         (6-(2-(18F)fluoroethyl)(methyl)amino)-
                                          2naphtyl)ethyliden)malononitrile) (Ag-
Das Diagnosepotenzial sowohl von          deppa, 2001) und PIB (Pittsburgh
SPECT als auch von PET ist durch die      Compound-B, ein Thioflavin-T-Derivat)
räumliche Auflösung der Methoden          (Klunk, 2004) sind zwei Beispiele von
begrenzt. Die gemessenen Werte sind       Substanzen, die an senile Plaques
Mittelwerte eines bestimmten Volu-        binden und für das PET detektierbar
mens. Sie können durch die ungenü-        machen. Erste Resultate sind sehr viel
gende Auflösung und durch die zu-         versprechend, jedoch fehlen noch grös-
nehmende Atrophie des Gewebes ver-        sere Studien, insbesondere auch Kor-
fälscht werden. Teilweise können ver-     relationsstudien unter Einbeziehung
fälschte Werte durch simultane CT oder    des CSF-Abeta42/Abeta40-Verhältnis-
MRT korrigiert werden.                    ses, die den diagnostischen Nutzen
                                          dieser Methode belegen.
Obwohl einige publizierte Studien vor
allem für die 18FDG PET sehr viel ver-
sprechende Resultate zeigen, sind die-
se Methoden erst wenig standardisiert
und klinisch validiert. Mehrere umfang-
reiche Studien, die einer Standardi-
sierung und Validierung dienen können
und biologische Marker wie Abeta42

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48

     Schlussfolgerungen                         Angehörigen früh auf die Krankheit
     Obwohl die meisten hier beschriebe-        einstellen und gemeinsam allfällige
     nen Methoden bislang eher zu For-          Massnahmen ergreifen (Leifer, 2003).
     schungszwecken eingesetzt werden,
     stehen den spezialisierten Kliniken        Untersuchungen und Umfragen in den
     heutzutage neben neuropsychologi-          USA haben aber gezeigt, dass viele
     schen und kognitiven Tests eine ganze      AD-Patienten zu spät, im Schnitt erst
     Batterie an Prüfmethoden für eine frühe    4 Jahre nach Ausbruch der Krankheit,
     Erkennung der Alzheimer-Demenz zur         erkannt werden. Die Gründe dafür sind
     Verfügung.                                 vielfältig und reichen von der Stig-
                                                matisierung der Krankheit über das
     Stellt sich die Frage, warum eine frühe    Negieren erster Symptome durch den
     Diagnose von AD überhaupt sinnvoll         Patienten bis hin zur Fehldiagnose
     ist, obwohl die Krankheit bislang als      durch den Arzt. Hier wird deutlich,
     nicht heilbar gilt. Tatsache ist jedoch,   dass Aufklärung über die Krankheit
     dass etwaige Medikamente, die zur Zeit     ebenso wichtig ist wie die Fortsetzung
     auf dem Markt angeboten werden, ihre       der Forschung an Diagnosemethoden
     palliativen Wirkungen umso besser ent-     und Therapieansätzen der Alzheimer-
     falten, je früher die Diagnose gestellt    Demenz.
     und das Medikament eingenommen
     wurde (Chang und Silvermann, 2004).        Alle hier vorgestellten Diagnoseme-
     Somit trägt die Früherkennung der          thoden haben ihre Vor- und Nachteile.
     Krankheit auch zu einer Verbesserung       Letztere    betreffen     beispielsweise
     der Lebensqualität des Patienten und       Infektionsrisiken bei Lumbalpunktio-
     häufig auch der Angehörigen bei. Die       nen oder Strahlenbelastung beim
     Verbesserung der Lebensqualität bei        Neuroimaging. Es scheint, dass die
     frühzeitiger Diagnose von AD erhöht        einzelnen Tests nur selten über
     zudem die Möglichkeit, bei Früherken-      Sensitivitäten bzw. Spezifitäten von
     nung die hohen Finanzaufwendungen          90 Prozent hinauskommen. Auf den
     der Krankenpflege zu reduzieren. Zu-       ersten Blick gibt es, abgesehen von den
     dem können sich der Patient und die        Kosten, keinen wirklichen Vorteil der

     ASA SVV Alter und Lebensversicherung
49

Biomarker gegenüber den kognitiven          erster Schritt auf dem Weg zu einer
Tests. Das eigentliche Potenzial der        personalisierten und hoffentlich wirk-
Biomarker liegt neben dem Kosten-           samen und gut verträglichen Therapie
vorteil jedoch klar in der prä-sympto-      eingesetzt zu werden.
matischen Früherkennung der Krank-
heit. Der Aspekt des quantitativen          Referenzen
Monitorings des Krankheits- bzw. Hei-       • Agdeppa ED, Kepe V, Liu J, Flores-
lungsverlaufes durch Biomarker wird           Torres S, Satyamurthy N, Petric A,
bei der Zulassung erster zielgerichteter      Cole GM, Small GW, Huang SC,
und somit krankheitsverändernder Me-          Barrio JR. Binding characteristics of
dikamente (targeted drugs) deutlich           radiofluorinated 6-dialkylamino-2-
werden. Therapieansätze, die auf die          naphthylethylidene derivatives
Verhinderung der Bildung von Abeta-           as positron emission tomography
Peptiden, die Entfernung von Plaques          imaging probes for beta-amyloid
durch z. B. Impfung oder die Unter-           plaques in Alzheimer’s disease.
bindung der Phosphorylierung von Tau          J Neurosci.
fokussieren, sind Beispiele, für die          2001 Dec 15; 21(24): RC189.
quantitatives Monitoring schon heute        • Bales KR, Verina T, Dodel RC, Du Y,
eingesetzt wird. Wenn auch erst in den        Altstiel L, Bender M, Hyslop P,
klinischen Phasen der Medikamenten-           Johnstone EM, Little SP, Cummins DJ,
entwicklung.                                  Piccardo P, Ghetti B, Paul SM.
                                              Lack of apolipoprotein E dramatically
Vorstellbar wäre zukünftig auch eine          reduces amyloid beta-peptide
Einteilung der Demenzen basierend auf         deposition. Nat Genet.
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dem den Vorteil, dass eine Behandlung         protein biomarkers for Alzheimer’s
entsprechend früher und zielgerichte-         disease. NeuroRx.
ter bzw. spezifischer eingeleitet werden      2004 Apr; 1(2):213 – 25.
könnte. Wir sind überzeugt, dass Bio-       • Buee L, Bussiere T, Buee-Scherrer V,
marker das Potenzial haben, als ein           Delacourte A, Hof PR. Tau protein

                                                    ASA SVV Alter und Lebensversicherung
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• Teunissen CE, Lutjohann D, von           auch für das Fachpublikum:
  Bergmann K, Verhey F, Vreeling F,        http://www.alzforum.org/
  Wauters A, Bosmans E, Bosma H,
  van Boxtel MP, Maes M, Delanghe J,     • Öffentliche Datenbank für mit AD
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  Aging.                                   (Englisch und Französisch):
  2003 Nov; 24(7):893 – 902.               Viel Information und grafische
                                           Darstellungen über Tau- und Abeta-
                                           Pathologie:
                                           http://www.alzheimer-adna.com/
                                           english.html

                                                 ASA SVV Alter und Lebensversicherung
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