Ein Waschbär - und nun? - WissensWertes rund um die Waschbär-Vor- ort-beratung berlin
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Waschbär- So einfach funktioniert es:
Vor-Ort-Beratung
Waschbären polarisieren. Die einen halten 1. Sie haben Probleme mit Waschbären
sie für eine Plage, die man bekämpfen muss, auf Ihrem Grundstück und benötigen
die anderen schauen mit einem verklärten Hilfe.
Blick, finden sie einfach nur niedlich und
fangen an, sie zu füttern.
2. Rufen Sie das Wildtiertelefon an (Tele-
Beides ist falsch!
fonnummer siehe unten). Dort erhalten Sie
Was also ist die Lösung? eine erste Beratung und bei Bedarf den
Kontakt zu unserer Waschbärexpertin.
Das im Jahr 2021 laufende Pilotprojekt
„Waschbär-Vor-Ort-Beratung“ der Se-
natsverwaltung für Umwelt, Verkehr und
3. Sie vereinbaren mit der Waschbärexper-
Klimaschutz möchte Ihnen hierzu kostenfrei
tin einen Termin für eine Vor-Ort-Beratung.
beratend zur Seite stehen.
Die Beratung ist für Sie kostenlos.
4. Vor Ort wird die Biologin das Wasch-
bärproblem einschätzen und mit Ihnen
über geeignete und für Sie durchführbare
Maßnahmen sprechen.
Wir schauen vor Ort 5. Zwei bis drei Monate später wird eine
auf Ihr Waschbär- telefonische Befragung über die Erfolge
der umgesetzten Maßnahmen und gege-
problem und schlagen benenfalls eine Nachberatung stattfinden.
fachkundig geeignete
Maẞnahmen zur 6. Die Erkenntnisse der Beratung und Be-
Abhilfe vor. fragung fließen anonym in die Auswertung
des Pilotprojektes ein.
Wir helfen Ihnen, Lösungen Kontakt über das Wildtiertelefon des NABU:
für Ihr Waschbärproblem zu
030 54712891
finden.
Sie helfen uns, herauszufin-
den, inwieweit die Berliner
Bevölkerung ein derartiges
Mo. bis Do. von 9 bis 17 Uhr | Fr. von 9 bis 15 Uhr
Angebot annimmt und bereit
ist, mitzuwirken.Warum ein
PilotProjekt?
Wer einen Waschbären auf dem Dachboden hat, hat
auch den Schaden. Denn Waschbären nutzen gerne die Rechtlicher Hintergrund
Dämmung, um sich einen gemütlichen Schlafplatz oder
auch eine Wurfhöhle zu bauen. Zudem legen sie an einer 2015 ist die EU-Verordnung über die „Präventi-
anderen Ecke des Dachbodens üblicherweise ihre Latri- on und das Management der Einbringung und
ne an. Schnell wird dann der Ruf nach einer Beseitigung Ausbreitung invasiver und gebietsfremder Arten“
des Tieres und am besten gleich nach einer Bestands- in Kraft getreten. In der 2016 hinzugekommenen
dezimierung bis hin zur Ausrottung dieser Tiere laut. Durchführungsverordnung, der sogenannten Uni-
onsliste, ist auch der Waschbär aufgeführt. Das
Diesen Wünschen nachzukommen, ist aber in der Reali- Bundesamt für Naturschutz hat ihn für Deutsch-
tät gar nicht so einfach. Die Fähigkeiten der Waschbä- land als bereits „weit verbreitete invasive
ren, eine Reduzierung ihres Bestandes auszugleichen, gebietsfremde Art“ eingestuft. Somit ist laut der
machen es sogar unmöglich. EU-Verordnung eine Beseitigung nicht verpflich-
tend und Managementmaßnahmen sollten sich
Wir sollten also anfangen, zu akzeptieren, dass der auf eine Kosten-Nutzen-Analyse stützen.
Waschbär wie Fuchs und Marder ein in Deutschland
wild lebendes Raubtier darstellt und uns um eine fried- Aufgrund dieser Abwägungen ist eine nach-
liche Koexistenz mit diesen durchaus auch spannend zu haltig bestandsreduzierende Bejagung für den
beobachtenden Tieren bemühen. Waschbären in Deutschland nicht praktikabel
und somit ausgeschlossen. Für Berlin und andere
Ein erster sinnvoller Schritt für ein entspanntes Nebenein- städtische Regionen ist also vor allem die Um-
ander wäre, den Tieren das Schlaraffenland Stadt unge- setzung der Maßnahme „Öffentlichkeitsarbeit
mütlicher zu machen und somit dafür zu sorgen, dass sich zur Verminderung der direkten und indirekten
der Bestand von selber reduziert. anthropogenen Förderung der Art“ von beson-
derer Bedeutung.
Das Pilotprojekt „Waschbär-Vor-Ort-Beratung“ der
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
setzt genau dort an. Vor Ort werden die bestehenden
Probleme sowie geeignete Maßnahmen zur Abhilfe
besprochen. Zudem wird mittels Fragebögen untersucht,
wie hoch die Bereitschaft der Berliner Bevölkerung zur
Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen ist. Weitere Informationen:
Dafür sind wir auf Sie angewiesen und bitten Sie um www.berlin.de/invasive-arten
Ihre Mithilfe.Perfect little
urban warriors
Suzanne MacDonald
In der Folge kann die Waschbärendichte in Städten um
Die Groẞstädter ein Vielfaches über der im ländlichen Bereich liegen,
denn je besser ein Lebensraum hinsichtlich Nahrung
unter den und Unterschlupfmöglichkeiten ausgestattet ist, desto
mehr Waschbären können dort mit- und nebeneinander
Waschbären leben.
Waschbären kombinieren hohe Intelligenz mit einem
sehr guten Gedächtnis und ausgezeichneter Fingerfer-
tigkeit. Dadurch sind sie bei der Nahrungssuche perfekte
und effiziente „Banditen“, die auch vor vermeintlich
gesicherten Futterquellen keinen Halt machen, wenn
eine besondere Belohnung zu erwarten ist. Es lässt sich
Waschbären gehören neben anderen Arten wie zum sogar vermuten, dass wir Menschen die städtischen
Beispiel Füchsen und Krähen zu den sogenannten Kul- Waschbären noch intelligenter machen. So zeigten
turfolgern. Mut, Neugierde und Intelligenz ermöglichen Verhaltensstudien von Dr. Suzanne MacDonald von der
es dem Waschbären, sich schnell und meist erfolgreich York Universität in Toronto, dass städtische Waschbären
neue Gebiete zu erschließen. verschlossene Mülltonnen öffnen konnten, um an den
Inhalt zu kommen, während ihre ländlichen Artgenossen
Waschbären fressen am liebsten das, was sie ohne sich deutlich zögernder näherten und sehr schnell auf-
große Anstrengungen bekommen können. Sie profitie- gaben. In einer anderen Studie wurde gezeigt, dass sich
ren enorm von dem hochwertigen Nahrungsangebot, Waschbären auch nach drei Jahren noch an eine ihnen
das wir Menschen ihnen schaffen. Die Mülleimer an gestellte Aufgabe erinnern und diese lösen konnten. Sie
Imbissbuden oder in Parks stellen eine fast endlose und sind somit in ihrer Denk- und Problemlösungsfähigkeit
ganzjährige Nahrungsquelle für viele Tierarten dar. Nicht gleichauf mit Primaten.
zu vergessen sind auch vernachlässigte Kleingärten mit
ihren Obstbäumen und das – für geliebte Haustiere oder Die Berliner Waschbären gehören übrigens zu der
tatsächlich gezielt für Wildtiere – bereitgestellte Futter. mecklenburgisch-brandenburgischen Population.
Diese hervorragende Versorgung versetzt städtische Diese hat ihren Ursprung in Wolfshagen, nordöstlich von
Waschbären in die Lage, mit deutlich kleineren Streifge- Berlin. Ende des Zweiten Weltkrieges sind dort einige
bieten als auf dem Land zurechtzukommen. Exemplare aus einer Pelztierfarm freigekommen.Vorurteile Waschbären übertragen gefährliche
Krankheiten
gegen Fakten Eingeschränkt richtig
Der Waschbärspulwurm, der auch auf den Menschen übertrag-
bar ist, wurde in der mecklenburgisch-brandenburgischen Popu-
lation, zu welcher auch die Berliner Waschbären gehören, bisher
nicht nachgewiesen. In der mitteldeutschen Population kommt er
bei knapp drei Viertel aller Waschbären vor. Es gibt bisher aber
in Deutschland erst einen Nachweis für die Übertragung auf den
Menschen. Dieser Mensch hatte engen Kontakt zu handaufgezo-
genen Waschbären.
Über den Waschbär kursieren viele Vorurteile. Schnell
wird er als alleiniger Verursacher eines Problems vor- Die terrestrische Tollwut gilt in Deutschland als ausgerottet.
verurteilt. Dass andere, „heimische“ Tierarten eventuell Im Labor infizierte Tiere zogen sich in ihren Bau zurück. Eine
ebenso oder sogar zu einem größeren Teil daran betei- Übertragung der Tollwut durch Waschbären ist zumindest in
ligt sein könnten, wird oft verdrängt. Deutschland somit mehr als unwahrscheinlich.
Waschbären erkranken sehr viel seltener an Räude als bei-
Häufig hängt ein derartiges Missverständnis damit
spielsweise Füchse. Sie stellen nur in Einzelfällen Überträger
zusammen, dass Korrelation (ein statistischer Zusam-
dieser Krankheit dar.
menhang) und Kausalität (Ursache und Wirkung) ver-
wechselt werden. So wird beispielsweise behauptet, der In Nordamerika stellt Staupe die häufigste Todesursache für
Waschbär trüge die Schuld an der Dezimierung einer Waschbären dar. Sie sind potenzielle Überträger, aber nicht
Vogelkolonie, da seine Zahlen in dem Gebiet steigen die Verursacher. So wurde der Staupeausbruch 2012/2013 in
würden, während der Bestand der Vogelart zurückginge. Berlin nachweislich durch eingeführte ungeimpfte Hunde aus-
Ein Zusammenhang wäre theoretisch möglich. Solange gelöst und auf Wildtiere übertragen.
aber keine belegbaren Daten dazu vorliegen, sollte er Insgesamt spielt der Waschbär aufgrund seiner wenigen Infek-
nicht einfach als erwiesen dargestellt werden. tionskrankheiten eine untergeordnete Rolle bei der Krankheits-
übertragung.
Waschbären können Waschbären zerstö-
Wir möchten ein paar Bäume nicht wieder ren Bremsleitungen
der gängigsten Vorurteile herunterklettern von Autos
aufklären. Falsch Falsch
Waschbären sind exzellente Steinmarder zerbeißen
Kletterer. Schläuche im Motorraum
von Autos.
Sie können ihre Hinterfüße
um fast bis zu 180 Grad
drehen. Somit können sie
sogar kopfüber von Bäumen
und anderen Strukturen
herunterklettern.Waschbären fressen alle Singvögel Waschbären plündern Vogel- und Fledermaus-
kästen
Falsch
Richtig
Waschbären fressen sicherlich auch Vögel. Sie sind aller-
dings eher Sammler als Jäger. Bei Kotprobenanalysen wurde Dies passiert allerdings nicht besonders häufig, und auch an-
festgestellt, dass lediglich 3,1 Prozent der Gesamtnahrung von dere Tiere wie beispielsweise Marder tun dies. Zudem präsen-
Waschbären aus Vögeln und deren Eiern bestehen. Freigänger- tieren wir Menschen durch Aufstellen von Nistkästen Nahrung
Hauskatzen richten in der Vogelwelt einen erheblich größeren auf dem Silbertablett und ärgern uns, wenn es von schlauen
Schaden an. Zudem bedeutet das Insektensterben, dass Vögel Tieren entdeckt wird. Einfache Lösung: Kästen so anbringen,
immer weniger Nahrung finden. dass sie von Waschbären und anderen Räubern nicht erreicht
werden können.
Waschbären bedrohen geschützte Amphibien und
Reptilien Wie problematisch
Teilweise richtig
Kotanalysen aus dem Müritz-Nationalpark zeigen, dass Am-
sind die Bären
phibien 5,7 Prozent und Reptilien sogar nur 0,11 Prozent der
gesamten Jahresnahrung aller Waschbären in dem naturnahen
denn nun?
Untersuchungsgebiet ausmachen. Bei Funden von gehäute-
ten Erdkröten an Gewässern nahe Berlin und abgebissenen
Gliedmaßen von Sumpfschildkröten in Linum liegt der Verdacht
Die wenigen wissenschaftlichen Studien, die bisher zu
aber nahe, dass Waschbären diese Schäden verursacht haben.
diesem Thema in Europa durchgeführt wurden, deuten
Eine größere Bedrohung für diese Tierarten besteht allerdings
darauf hin, dass der Waschbär global keine negativen
in anderen Faktoren, zum Beispiel im Klimawandel sowie im
Einflüsse auf Ökosysteme naturnaher Gebiete hat, weder
Verlust von Lebensraum und geeigneten Laichgewässern, unter
als Fressfeind noch durch Nahrungs- oder Schlafplatz-
anderem zurückzuführen auf den Grundwasserrückgang.
konkurrenz. Allerdings können lokale negative Einflüsse
in weniger optimalen und durch den Menschen stark
gestörten Lebensräumen vermutet werden.
Waschbären ver- Waschbären sind Nah-
drängen Dachse und rungskonkurrenten Hätten wir Menschen unsere
Greifvögel von deren heimischer Tierarten Natur nicht
Schlafplätzen schon derar-
Falsch
Falsch tig geschä-
Waschbären sind Allesfres- digt, hätten
Waschbären nutzen un- ser, die aufgrund ihrer be- viele Arten
bewohnte Dachsbauten. sonderen Nahrungssuche sicherlich
Waschbären wurden schon mithilfe ihrer sehr sensiblen deutlich weni-
schlafend in Greifvogel- Vorderpfoten eine ökologi- ger Probleme
horsten gesichtet, allerdings sche Nische eingenommen mit Neuankömm-
nie zur Brutzeit dieser Vögel. haben, die vorher nicht be- lingen im Tierreich.
Somit waren diese Plätze setzt war. Sie stellen somit
ebenfalls ungenutzt. keine Nahrungskonkurrenz
zu anderen, „heimischen“
Arten dar.Der Waschbär
(Procyon lotor)
Körperbau
• Körperlänge: 50 bis 70 Zentimeter
• Schwanzlänge: 20 bis 28 Zentimeter
• Gewicht (stark abhängig von der
Jahreszeit): fünf bis zehn Kilogramm
• Schulterhöhe: 23 bis 30 Zentimeter
• Männchen und Weibchen bei bloßer
Fortpflanzung
Betrachtung der Statur nicht sicher
voneinander unterscheidbar • Geschlechtsreife: mit zwei Jahren
• Hauptpaarungszeit: Ende Januar bis
Anfang März, späte Paarungen im
Mai/Juni selten, aber möglich (zum
Sinneswahrnehmung
Beispiel nach Verlust des ersten Wurfes)
• enorm ausgebildeter Tastsinn, einzig- • Tragzeit: ungefähr 65 Tage
artig im Tierreich → macht fast zwei • Wurfgröße: zwei bis fünf Welpen
Drittel der für Sinneswahrnehmung • Nesthocker: Welpen verlassen nach
zuständigen Großhirnrinde aus acht Wochen das erste Mal die Wurf-
(beim Menschen sind es ungefähr höhle
zehn Prozent) • Brutfürsorge: ausschließlich durch die
• Geruchssinn ist am zweitwichtigsten Fähen (Weibchen), Welpen werden
und sehr gut ausgeprägt zwei Monate lang ausschließlich
• gut ausgeprägtes Gehör → können gesäugt und sind mindestens vier
Würmer und Insekten unter der Erde Monate von der Mutter abhängig
hören • Besonderheit: kompensatorische Ferti-
• untergeordnete Rolle des Sehsinns lität. Das bedeutet, dass bei einer Be-
• sehr gutes Gedächtnis standsreduktion/hohen Sterblichkeits-
rate der Waschbären (zum Beispiel
durch Krankheit oder Bejagung) auch
Fähen Nachwuchs produzieren, die
Lebenserwartung
eigentlich noch zu jung sind, um sich
• in freier Wildbahn durchschnittlich an der Fortpflanzung zu beteiligen.
drei Jahre, selten älter als zehn Jahre Rückgang wird durch Steigerung der
• in Gefangenschaft ungefähr 20 Jahre Geburtenrate ausgeglichen.Lebensraum Ernährung
• natürliches Verbreitungsgebiet: Nord- • Allesfresser (omnivor), Opportunisten
amerika → fressen das, was sie am einfachsten
• bevorzugter Lebensraum: naturna- erreichen können
he Auen-, Laub- und Mischwälder; • grundsätzlich: vor allem Wirbellose
alternativ auch in Agrarlandschaften (wie Schnecken, Würmer, Insekten:
oder in Siedlungsbereichen bis hin zu 44 Prozent), Pflanzliches (wie Beeren,
Städten verbreitet (Kulturfolger) Nüsse, Obst: 34 Prozent), weniger
• wichtig: Nähe zu Wasser (und sei es Wirbeltiere (wie Vögel, Amphibien,
nur ein kleiner Gartenteich) Kleinsäuger: 22 Prozent)
• sehr anpassungsfähig • täglicher Nahrungsbedarf: 200 bis
• Unterschlupf: sicher, trocken und 400 Gramm (stark abhängig von der
dunkel Jahreszeit)
• ernähren sich in der Stadt viel von
Speiseresten
• mehr Sammler als Jäger
Lebensweise
• dämmerungs- und nachtaktiv
• hält Winterruhe. Körpertemperatur und exzellenter Kletterer
Herzschlagrate bleiben größtenteils und guter Schwimmer
unverändert. Bei Störungen wacht er schlechter Sprinter und
sofort auf. → Frisst sich im Herbst eine Springer
Fettschicht an.
extrem intelligent
enormes Lernvermögen
gutes Gehör
faul: geht den
Weg des geringsten
Widerstands
Allesfresser
extrem hohe soziale
Toleranz und Flexibilität
extrem empfindliche Vorderpfoten,
Tasthaare (Vibrissen) an den Krallen
→ „Sehen mit den Pfoten“
→ taktile Nahrungssucheein Waschbär –
was nun?
Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie erste Maßnah-
men bei Waschbären auf Ihrem Grundstück. Dabei gilt
grundsätzlich:
Schutzmaẞnahmen
sind sinnvoller und
vor allem nachhaltiger
als die Bekämpfung!
Tipps zur
Waschbäridentifikation
• Legen Sie eine Sandspur und untersuchen
Sie die Trittspuren.
• Umwickeln Sie Baumstämme mit Klebeband
(Klebeseite nach außen) und untersuchen Sie
die Pfotenabdrücke.
• Stellen Sie Wildtierkameras auf.
• Prüfen Sie das Dach auf verschobene Ziegel.
• Kontrollieren Sie den mutmaßlichen Unter-
schlupf: Waschbären halten ihre Schlafplätze
sauber. Gibt es Federn oder zum Beispiel
Reste toter Mäuse, handelt es sich eher um
einen Marderschlafplatz.auf keinen fall ...
... füttern! Ein Verstoß dagegen könnte Sie bis zu
50.000 Euro kosten. Das Entfernen von
Füttern Sie keine Waschbären. Das Waschbären wird Ihnen auch keine dau-
Füttern von Wildtieren kann in Berlin mit erhafte Ruhe verschaffen. Wo es einem
einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro Waschbären gefallen hat, kommt auch
geahndet werden. recht bald der nächste.
... eigenmächtig ... Unbefugte um
einfangen, Beseitigung bitten!
umsetzen oder Es kann grundsätzlich bei der zuständigen
gar töten! Behörde ein Antrag gestellt werden. Die-
ser Bitte auf Beseitigung durch Jagdaus-
Waschbären gehören zum jagdbaren übungsberechtigte wird jedoch nur in
Wild. „Die Jagdausübung erstreckt sich seltenen Fällen nachgekommen. Denn
auf das Aufsuchen, Nachstellen, Erle- auch sie müssen sich an Gesetze halten:
gen und Fangen von Wild“ (§ 1 Abs. 4
BJagdG). Verfügen Sie nicht über die • Jegliche Jagdausübung im besiedel-
entsprechenden Erlaubnisse, machen Sie ten Bereich ist verboten bzw. nur in
sich der Wilderei schuldig und können Ausnahmefällen gestattet.
mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei • Fallenjagd ist in Berlin ebenfalls im
Jahren (in schweren Fällen bis zu fünf Grundsatz verboten.
Jahre) oder einer Geldstrafe von fünf bis • Waschbären in Berlin haben eine
360 Tagessätzen bestraft werden. Zudem Schonzeit von Februar bis September.
verstoßen Sie gegen das Tierschutz- und
das Bundesnaturschutzgesetz. Ein Verstoß gegen diese Vorschriften
kann mit Bußgeldern bis zu 5.000 Euro,
Das Fangen, Verletzen oder Töten von Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder
Wildtieren ohne vernünftigen Grund wird Geldstrafen verfolgt werden. Auch ein von
mit bis zu 10.000 Euro Bußgeld oder bis einer jagdausübungsberechtigten Person
zu drei Jahren Haft geahndet. eingefangener Waschbär darf nicht an
anderer Stelle wieder freigelassen wer-
Waschbären, die sich einmal in Menschen- den. Ein Umsetzen kann auch sie bis zu
hand befanden, dürfen seit Einführung der 50.000 Euro kosten.
Unionsliste nicht mehr frei- und somit auch
nicht mehr umgesetzt werden.Sinnvolle
Maẞnahmen
Simpel (Es könnte sich insbes. bei Efeu um ei-
nen Schlafplatz von Spatzen handeln
• Werfen Sie keine Speisereste auf den oder um eine sonstige dauerhafte
offenen Kompost. Lebensstätte.)
• Füttern Sie Ihre Haustiere nicht drau-
ßen oder lassen Sie zumindest keine
Reste liegen. profi
• Sichern Sie Ihre Mülltonnen mit einem
schweren Stein oder einem starken Nutzen Sie das Know-how von Profis, die
Gummi.
• Stellen Sie „Gelbe Säcke“ erst mor- • ein stabiles Gitter über dem Schorn-
gens an die Straße. stein anbringen.
• Sammeln Sie Fallobst direkt ein. • die Hausfassade und/oder Obst-
• Ernten Sie zeitnah reifes Obst und bäume gegen Heraufklettern mittels
Gemüse. großer Blech- oder Acrylplatten bzw.
• Vermeiden Sie es, Vogelfutter für an- -manschetten sichern.
dere Tiere erreichbar auszulegen. • sog. Wildabwehrnetze mit Leiterdräh-
• Bringen Sie keine Nistkästen an, ten installieren, um Ihren Gartenteich
wenn sie nicht gewährleisten können, oder Ihre Rasenfläche zu sichern.
dass Waschbären nicht heranreichen
können.
fortgeschritten Vergessen sie’s!
• Nutzen Sie nur chipgesteuerte Waschbären lassen sich nicht durch Geräusche,
Katzenklappen oder bringen Sie die Gerüche oder Licht vertreiben und dauerhaft
Katzenklappe so an, dass diese nur fernhalten. Diese hochintelligenten Tiere werden
springend zu erreichen ist. bereits nach kürzester Zeit feststellen, dass ihnen
• Schneiden Sie Fassadenbegrünung keine Gefahr droht.
und Äste bis mindestens einen Meter
vom Dach zurück. Beachten Sie Vermeiden Sie es, Fallrohre oder Bäume mit han-
dabei: Der Rückschnitt ist nur von Ok- delsüblichen Baumspiralen oder Stacheldraht zu
tober bis Februar erlaubt. Es empfiehlt „sichern“. Diese Maßnahmen werden gerne als
sich hierbei, mit der zuständigen Unte- Kletterhilfen genutzt.
ren Naturschutzbehörde zu sprechen.Richtiges
Verhalten ...
... Bei Fund eines
Waschbärwelpen
Sie sollten erst einmal wissen, dass
Waschbärmütter ihre Jungtiere durchaus
auch mal bis zu 48 Stunden allein lassen,
wenn sie auf Nahrungssuche gehen. Neh-
men Sie einen Welpen also nicht einfach
mit nach Hause! Sie können sich auch der
Wilderei schuldig machen. Bitte bedenken
Sie, dass auch ein Waschbärwelpe, der
sich einmal in Menschenhand befunden
hat, nicht wieder freigesetzt werden darf!
Bei Zuwiderhandlung kann es mit bis zu
50.000 Euro bestraft werden.
MaSSnahmen, die Sie ergreifen
können:
Beobachten Sie aus einer gewissen Ent-
fernung und für eine längere Zeit, ob sich
die Mutter eventuell in der Nähe befindet
und wiederkommt.Öffentlichkeitsarbeit
Am Köllnischen Park 3
10179 Berlin
www.berlin.de/sen/uvk
twitter.com/senuvkberlin
instagram.com/senuvkberlin
Fotos: Außenseite Flyer v.l.n.r.:
vilma3000, Jenny Thompson,
Anne, Eric Isselée/alle stock.
adobe.com; Innenseite Flyer:
lifeonwhite/freepik.com
Stand 03/2021
Kontakt über das Wildtiertelefon des NABU:
030 54712891
Mo. bis Do. von 9 bis 17 Uhr | Fr. von 9 bis 15 UhrSie können auch lesen