Es wurde eng vor dem Ulmer Münster - SPIRIDON - Laufmagazin

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Es wurde eng vor dem Ulmer Münster - SPIRIDON - Laufmagazin
14. Einstein Marathon                                                                                                    Was lief

Es wurde eng vor dem Ulmer Münster
Bilderbuchwetter, große Teilnehmerfelder mit insgesamt 11.978 Finishern, beste
Stimmung an der Strecke und auf dem Ulmer Münsterplatz sorgten für eine ge-
lungene Veranstaltung. Richard Schuhmacher gewann nicht überraschend den
Marathon in 2:37:42 h, insgesamt zum sechsten Mal. Siegerin über 10 km war
Lokalmatadorin Alina Reh, aber mit 34:05 min nicht so schnell wie erwartet.

A
        lina Reh hatte nach ihrem Titel-      an die Grenzen der Kapazität gelangte
        gewinn bei der DM 10 km drei          der Halbmarathon mit über 5.000 Mel-
        Wochen zuvor ihren Start in Ulm       dungen. Hier hatte Alina Reh im Vorjahr
angekündigt. Dementsprechend hoch             mit einer neuen deutschen Bestleistung
waren ihre und die Erwartung der Zu-          in der U23 für das Highlight gesorgt. Sie
schauer. Vielleicht ein wenig übermo-         lief vor den Männer seinerzeit als Ge-
tiviert ging sie das Rennen mit ihrem         samtschnellste ein. Heuer ließ es sich
Pacemaker Marcel Fehr (SG Stern Stutt-        Vereinskamerad Efrem Tadese vom SSV
gart) sehr schnell an. „Zweimal musste        Ulm 1846 nicht nehmen, als Erster die
ich von der Strecke. Der Magen streikte.      Hände in Richtung Ulmer Münster zu er-
Eine schnelle Endzeit war somit dahin“,       heben. Nach guten 70:26 h überquerte er
so später Alina im Interview. „Eine Alina     als strahlender Sieger vor weiteren 4.640
gibt nicht auf. Meine Ulmer Fans haben        Läufern die Ziellinie. Knapp dahinter
einen Anspruch darauf, mich am Müns-          Jonas Lehmann im Trikot der SG Stern
ter einlaufen zu sehen.“ Mit diesen Sät-      Stuttgart, der 70:34 min benötigte. Bei
zen hatte sie bald wieder ihr Strahlen im     den Frauen versuchte sich die Friedrichs-
Gesicht und schaut nach vorne auf den         hafenerin Katrin Reischmann erstmals
Halbmarathon in Köln und den 10 km            so richtig an der Halbmarathonstrecke.
Grand Prix in Berlin.                         Nach ihrer guten Vorstellung bei der DM
   Insgesamt erreichten 11.978 bei der        10 km in Bremen (Rang 9) unterbot sie
14. Auflage in acht Wettbewerben das          in 1:19:47 h die 1:20-h-Marke. Rang Zwei
Ziel. Ein neuer Teilnehmerrekord – aus-       ging an die Schweizerin Michela Segala-
genommen das Jahr 2015, in dem im             da vom LV Winterthur in 1:21:32 h.
Rahmen des Einstein Marathons die
Deutschen Sparkassenmeisterschaften           FANS FEIERTEN ALINA REH                        Richard Schumacher gewann nach dem Mittel-
ausgetragen wurden. Das Orga-Team                 Ab 13 Uhr erfolgten dann die übrigen       rhein-Marathon auch den Einstein Marathon in
                                                                                             Ulm.         Fotos (2): www.sportonline-foto.de
um Marcus Ebner, Wolfgang Beck und            Starts über 10 km und 5 km und den
Bernd Hummel hat den Einsteinmara-            sehr beliebten Walking-Wettbewerben
thon zur größten Laufveranstaltung in         in „der neuen Mitte von Ulm“. Die Fans
Baden-Württemberg gemacht. Eine Brei-         von Alina Reh freuten sich auf ihren Auf-
tensportveranstaltung, die von Jahr zu        tritt. Es lag ihr sehr viel daran, für ihren
Jahr immer mehr Laufbegeisterte nach          Verein, den SSV Ulm 1846, nach ihrem
Ulm bringt. Der Marathon konnte mit           4. Platz bei der Europameisterschaft eine
616 Finishern wieder einmal die 600-Teil-     gute Leistung abzuliefern. Es sollte nicht
nehmer-Marke übersteigen, nachdem             sein. Magenprobleme verhinderten an
die Laufstrecke sowohl für die Läufer         diesem Sonntag eine Spitzenleistung.
als auch die Zuschauer interessanter ge-      Sie nahm es mit Humor und bedankte
staltet wurde. Alle erhielten eine schicke    sich unter dem Ulmer Münster beim Pu-
Marathon-Finisher-Jacke im Ziel.              blikum.
                                                  Knapp am Streckenrekord vorbei lief
   Hier hielt sich der Sieger der Jahre       Thorben Dietz (LC Filstal ), der in 31:44
2008, 2009, 2011-2013 Richard Schuh-          min locker gewann. Er war in Bremen
macher (Rechberghausen) lange Zeit            als Sechster nach 29:51 min eingelaufen.
zurück. Erst drei Wochen zuvor hatte er       Thorben hat im „Schwabenland“ eine
von Krämpfen geplagt den Koblenz Ma-          Lehrerstelle gefunden und startet nun
rathon gewonnen. Er wollte nicht so viel      für den rührigen LC.
riskieren. Dementsprechend vorsichtig             Mit 3.540 Zieleinläufern konnte auch
ging er den Marathon an. Die erste Hälf-      über 10 km ein neuer Rekord verzeich-
te des Rennens wurde von Darko Tesic          net werden. Da zeitnah der 5-km-Lauf
(SSV Ulm 1846), dem Sieger des Jahres         mit über 2.300 Teilnehmern zur Austra-
2016, bestimmt. Ab km 25 war bei ihm          gung kam, wurde es so richtig eng auf
die Luft raus. Letztendlich gab er auf. Die   dem Münsterplatz. Eine tolle Stimmung
Führung hatte mittlerweile der aktuelle       zeichnete dieses Breitensportevent aus,
deutsche Marathonmeister der AK 45            welches leider durch den Tod eines 30-
von Düsseldorf, Klaas Hinnek Puls (LAV        jährigen Halbmarathonläufers kurz vor
Stadtwerke Tübingen), übernommen.             dem Ziel überschattet wurde. Abgese-
Lange Zeit sah er wie der sichere Sieger      hen von dem zutiefst bedauerlichen Vor-
aus. Ob er Richard Schuhmacher noch           fall konnten die Verantwortlichen mit der
auf der Rechnung hatte ? Dieser spielte       Veranstaltung wieder mehr als zufrieden
auf den letzten km all seine Erfahrung        sein. Am Samstag zuvor probten 6.500
aus und gewann deutlich in 2:37:42 h zu       Schüler- und Jugendliche ihren „Einstein
2:40:24 h.                                    Marathon“ auf unterschiedlichen Distan-
   Überglücklich Julia Laub von der LC        zen mit Start und Ziel im Donaustadion.
Filstal. Sie war im Vorjahr Zweite und si-    Dort wo die Läuferkarriere von Alina Reh
cherte sich den Sieg in 3:09:24 h vor Tanja   vor 13 Jahren als überlegene 7-jährige         Trotz Magenkrämpfen behielt Alina Reh über 10
Massauer, die 3:24:59 h benötigte. Fast       Siegerin begann.             Artur Schmidt     km die Oberhand.

31                                                                                                           Laufmagazin SPIRIDON 11/18
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Weltrangliste Bahn                                                                                                                                                         Was lief

Weltbestenlisten Bahnlauf 2018
2018 war für die Leichtathletik ein Zwischenjahr ohne Weltmeisterschaf-
ten und Olympische Spiele. Oft sind solche Jahre auch Rekordjahre, da die
                                                                                                27:39,65 Shadrack Kipchirchir, Palo Alto
                                                                                                (10)
                                                                                                                                                                      FRAUEN:
Athleten weniger pokern und sich auf Titelkämpfe vorbereiten, die auf                           27:41,20 Soufiane Bouchikhi, BEL Palo Alto
Sieg und Platz zielen. So gab es nur einen Weltrekord über 3.000 m Hin-                         27:43,65 Yeneblo Biyazen, ETH Maia                   800 m: 1:54,25 Caster Semenya, RSA Paris
dernis der Frauen durch die Kenianerin Beatrice Chepkoech mit 8:44,32                           27:44,21 Yemaneberhan Crippa, ITA London             1:55,86 Francine Nyionsaba, BDI Paris
                                                                                                27:44,58 Stephen Mokoka, RSA Gold Coast              1:56,15 Natoya Goule, JAM Monaco
min. Die Höhepunkte lagen bei den Commonwealth Games in Gold Coast/                             27:44,72 Teressa Nyakora, ETH Kobe                   1:56,45 Ajee Wilson, USA Monaco
Australien im 10.000-m-Lauf der Männer, und beim 5.000-m-Finale der                             27;45,11 Daniel Kipkembo, KEN Kitakyushu             1:56,71 Habitam Alemu, ETH Monaco
Golden League der Männer in Brüssel. Die schnellsten Läufe über 1.500                           27:45,31 Joel Mwaura, KEN Osaka                      1:57,47 Rababe Arafi, MAR Monaco
m und 3.000 m Hindernis der Männer gab es traditionell in Monaco. Rabat                         27:47,35 Timothy Torotich, UGA Gold Coast            1:57,69 Raeveyn Rogers, USA Monaco
profilierte sich mit einem Superrennen über 5.000 m der Frauen.                                 27:48,35 Awet Habte, ERI Maia                        1:58,01 CeAira Brown, USA Karlstadt
Die Europäer spielten in den Läufen ab 800 m keine Rolle. Für die beste                         27:48,41 Berihu Aregam, EH Tampere                   1:58,04 Emily Tuei, KEN Nancy
Platzierung sorgte Gesa Krause mt Rang 15 über 3.000 m Hindernis. Auf                           (20)                                                 1:58,05 Chrlene Lipsey, USA Paris
Rang 17 über 5.000 m folgte Konstanze Klosterhalfen.                                            28:29,78 (104) Amanal Petros, GER Braga              (10)
                                                                                                28:44,74 (186) Sebastian Hendel, GER Leiden          1:58,07 Margaret Wambui, KEN Gold Coast
                                                                                                3.000 m Hindernis:                                   1:58,39 Halimah Nakaayi, UGA Nancy
              MÄNNER:                            3:37,74 (83) Timo Benitz, GER Marseille
                                                 3:40,00 (163) Marvin Heinrich, GER Dessau      7:58,15 Soufiane Bakkal, MAR Monaco                  1:58,83 Renelle Lamote, FRA Monaco
                                                 3:40,03 (166) Marc Reuther, GER Berlin         8:01,02 Evan Jager, USA Monaco                       1:58,96 Nelly Jepkosgei, KEN Oslo
800 m:                                                                                          8:06,19 Benjamin Kgen, KEN Rabat                     1:59,09 Laura Muir, GBR Oslo
1:42,05 Emmanuel Korir, KEN London               Meile:
                                                 3:49,87 Timothy Cheruiyot, KEN Eugene          8:07,27 Chala Beyo, ETH Rabat                        1:59,25 Eunice Sum, KEN Paris
1:42,14 Nijel Amos, BOT Monaco                                                                  8:08,40 Conseslus Kipruto, KEN Rom                   1:59,27 Malika Akkoui, MAR Rabat
1:43,12 Clayton Murphy, USA London               3:51,26 Samuel Tefera, ETH Eugene
                                                 3:52,18 Elijah Manangoi, KEN Eugene            8:10,62 Abraham Kibiwot, KEN Gold Coas               1:59,34 Lynsey Sharp, GBR London
1:43,12 Wyclife Kinyamal, KEN London                                                            8:12,20 Hillary Bor, USA Rabat                       1:59,35 Sifan Hassan, HOL Paris
1:43,20 Brandon McBride, CAN Monaco              3:52,28 Jakob Ingebrigtsen, KEN Eugene
                                                 3:52,40 Clayton Murphy, USA Eugene             8;12,24 Amos Kirui, KEN Gold Coast                   1:59,58 Natalia Prishchepa, UKR Ostrava
1:43,25 Michael Saruni, KEN Tucson                                                              8:12,33 Matthew Hughes, CAN Gold Coast               (20)
1:43,46 Jonathan Kitilit, KEN Nairobi            (5)
                                                                                                8:13,18 Nicholas Bett, KEN Dessau                    2:00,48 (45) Christina Hering, GER Tübingen
1:43,65 Saul Ordonez, ESP Monaco                                                                (10)                                                 2:02,04 (106) Sarah Schmidt, GER Kortrijk
1:43,73 Ferguson Rotich, KEN Paris               3.000 m:                                       8:14,62 Ibrahim Ezzaydouny, MAR Rabat                2:02,26 (118) Tanja Spill, GER Dessau
1:43,82 Cornelius Tuwei, KEN Monaco              7:28,00 Yomif Kejelcha, ETH Göteborg           8:15,07 Lawrence Kipsang, KN Doha                    2:02,65 (141) Katharina Trost, GER Dessau
(10)                                             7:34,26 Birhanu Balew, BRN Rabat               8:16,24 Emmanuel Kiprono, KEN Doha                   2:03,53 (191) Mareen Kalis, GER Nürnberg
1:44,15 Elijah Manangoi, KEN Birmingham          7:34,79 Stewaert McSweyn, AUS Rabat            8:16,97 Mahiedine Mekhissi, FRARom                   1.500 m:
1:44,20 Pierre Ambroise Bosse, FRAMonaco         7:34,83 Paul Chelimo, USA Rabat                8:16,97 Leonard Bett, KEN Birmingham                 3:56,68 Genzebe Dibaba, ETH Chorzow
1:44,21 Joseph Deng, AUS Monaco                  7:36,13 Muktar Edris, ETH Rabat                8:17,08 Barnabas Kipyego, KEN Nancy                  3:57,34 Shelby Houlihan, USA Lausanne
1:44,28 Alfred Kipketer, KEN Nancy               (5)                                            8:17,17 Albert Chemutai, UGA Rom                     3:57,41 Sifan Hassan, HOL London
1:44,32 Marcin Lewandowski, POL Monaco           7:55.20 (83) Richard Ringer, GER Pliezhausen   8:17,51 Tesfaye Deriba, ETH Doha                     3:57,64 Gudaf Tsegay, ETH Stockholm
1;44,42 Isaiah Harris, USA Paris                 7:56,41 (91) Florian Orth, GER Bergen          8:18,04 Kennedy Njiru, KEN Monaco                    3:58,18 Laura Muir, GBR Lausanne
1:44,56 Peter Bol, AUS Stockholm                 5.000 m:                                       8:18,76 Jairus Birech, KEN Eugene                    3:58,88 Hellen Obiri, KEN London
1;:44,59 Adam Kszczot , POL Berlin               12:43,02 Selemon Barega, ETH Brüssel           (20)                                                 3:59,15 Rababe Arafi, MAR Lausanne
1:44,61 Jake Wigthman, GBR London                12:45,82 Hagos Gebrhiwot, ETH Brüssel          8:26,18 (46) Martin Grau, GER Dessau                 3:59,37 Jenny Simpson, USA Eugene
1:44,73 Jackson Kivuva, KEN Nairobi              12:46,79 YomifKejelcha, ETH Brüssel            8:31,81 (94) Patrick Karl, GER Pfungstadt            3:59,92 Caster Semenya, RSA Doha
(20)                                             12:55,18 Muktar Edirs, ETH Brüssel             8:34,13 (107) Tim Stegemann, GER Nancy               4:00,60 Winny Chjebet, KEN Eugene
1:45,42 (38) Marc Reuther, GER Hengelo           12:56,27 Abadi Hadis, ETH Brüssel              8:43,04 (181) Konstantin Wedel, GER Nürnberg         (10)
1:46,11 (73) Christoph Kessler, GER Regensburg   12;57,55 Paul Chelimo, USA Brüssel
1;46,31 (88) Benedikt Huber, GER Goeniow         12:59,44 Richard Yator, KEN Brüssel
1:46,74 (115) Timo Benitz, GER Dessau            12:59,58 Getaneh Molla, ETH Brüssel
1;47,16 (148) Robert Farken, GER Bellinzona      13:01,09 Birhanu Balew, BRN Lausanne
1:47,51 (188) Marvin Heinrich, GER Osterode      13:03,08 Mohammed Ahmed, CAN Brüssel
1;47,56 Marius Porbst, GER Kortrijk              (10)
1.500 m:                                         13:04,11 Ben True, USA Brüssel
3:28,41 Timothy Cheruiyot, KEN Monaco            13:04,63 Telahun Bekele, ETH Huelva
3:29,64 Elijah Manangoi, KEN Monaco              13:04,91 Bashir Abdi, BEL Brüssel
3:30,01 Filip Ingebrigtsen, NOR Monaco           13:05,23 Stewart McSweyn, AUS Brüssel
3:31,18 Jakob Ingebrigtsen, NOR Monaco           13:06,98 Chala Regasa, ETH Heusden
3:31,19 Ayanleh Suleiman, DJI Monaco             13:07,27 Nibret Melak, ETH Heusden
3:31,59 Abdelaalti Guider, MAR Zürich            13:07,59 Aron Kifle, ERI Lausanne
3:31,62 Brahim Kaazouzi, MAR Monaco              13:10,14 Stanley Mburu, KEN Schanghai
3:31,63 Samuel Tefera, ETH Schanghai             13:10,65 Dawit Wolde, ETH Heusden
3:31,77 Matthew Centrowitz, USA Monaco           13;10,79 Cyrus Rutto, KEN Schanghai
3:31,90 Aman Wote, ETH Monaco                    (20)
(10)                                             13:22,48 (63) Richard Ringer, GER Tübingen
3:32,11 Chris O`Hare, GBR, Monaco                13:34,03 (136) Florian Orth, GER Heusden
3:32,49 Jakub Holusa, CZE Monaco                 13:34,15 (139) Amanal Petros, GER Oordegem
3:32,59 Yomif Kejelcha, ETH Zagreb               13;37,28 (156) Marcel Fehr, GER Tübingen
3:32,61 Charles Simotwo, KEN Paris               10.000 m:
3:33,21 Ferguson Rotich, KEN Berlin              27:19,62 Joshua Cheptegei, UGA Gold Coast
3:33,96 Jake Wightman, GBR Monaco                27:20,56 Mohammed Ahmed, CAN Gold Coast
3:34,20 Charlie Grice, GBR Rabat                 27:21,08 Rhonex Kipruto, KEN Tampere
3:34,27 Bethwell Birgen, KEN Paris               27:28,66 Rodgers Chumo, KEN Gold Coast
3:34,33 Justus Soget,KEN Schanghai               27:30,25 Jacob Kiplimo, UGA Gold Coast
3:34,38 Ryan Gregson, AUS Rabat                  27:30,90 Jake Robertson, NZL God Coast
(20)                                             27:36,52 Richard Ringer, GER London
                                                                                                Im ersten Jahr ohne den Briten Mo Farah auf der Bahn hat der Ugander Cheptegei die Führung in der dies-
3:36,03 (40) Homiyu Tesfaye, GER Nancy           27:36,80 Morhad Amdouni, FRA London            jährigen Weltrangliste über 10.000 m übernommen. 2017 gewann er knapp hinter Farah WM-Silber. Hier
3:37,07 (67) Marius Probst, GER Oordegem         27:38,16 Hassan Chani, BRN Maia                führt er das 10.000-m-Feld bei der WM an.                                                   Foto: Mast

32                                                                                                                                                         Laufmagazin SPIRIDON 11/18
Es wurde eng vor dem Ulmer Münster - SPIRIDON - Laufmagazin
Bundesliga 2018 / Tri 1-2-3                                                                                                                     Triathlon-Magazin

„So knapp wie noch nie“                                                                                                 Lange verteidigt Titel, Haug Dritte
                                                                                                                        40. Ironman Hawaii, 27. Ironman-Weltmeisterschaften 3,8-
                                                                                                                        180-42,2 km (14.10.)
Ejot Buschhütten hat auch 2018 das Mann-                                                                                Sensationell hat Patrick Lange seinen WM-Titel auf Hawaii verteidigt
                                                                                                                        in neuer Rekordzeit von 7:52:39. Die Deutsche Anne Haug kam wie
schaftsmeisterschafts-Double geschafft. Für                                                                             bei der WM 70.3 hinter Daniela Ryf und Lucy Charles auf dem Bron-
die Männer war es der neunte Titel in Folge,                                                                            zerang ein. Siehe Bericht.
                                                                                                                        Männer:
ein neuer Rekord in der Bundesligageschich-                                                                             1. Patrick Lange, GER 7:52:39 (50:37/4:16:05/2:41:32)
                                                                                                                        Rekordzeit
te. Dennoch rückt das Leistungsniveau der                                                                               2. Bart Aernouts, BEL 7:56:41 (54:07/4:12:26 /2:45:42)
                                                                                                                        3. David McNamee, GBR 8:01:03 (51:36/4:21:19/2:46:03)
30 Teams dichter zusammen. Bei den Frauen                                                                               4. Tim O´Donnell, USA 8:03:17 (47:45/4:18:46/2:52:34)
kam das Team Witten den Führenden emp-                                                                                  5. Braden Currie, NZL 8:04:41 (49:28/4:17:18/2:53:39)
                                                                                                                        6. Matt Russell, USA 8:04:45 (54:02/4:12:58/2:52:57)
findlich nah. Zwei Neuzugänge sicherten                                                                                 7. Joe Skipper, GBR 8:05:54 (50:53/4:15:41/2:54:16)
                                                                                                                        8. Andy Potts, USA 8:09:34 (49:33/4:18:51/2:56:27)
zum Ende der Saison mit Olympiateilnehme-                    In Binz fand das Bundesligafinale statt.                   9. Cameron Wurf, AUS 8:10:32 (50:51/4:09:06/3:06:19)
rin Lucy Hall und der deutschen Meisterin von                                              Foto: DTU/ Kutsche           10. Michael Weiss, AUT 8:11:03 (54:14/4:11:28/3:03:03)
                                                                                                                        11. Javier Gomez, ESP 8:11:41 (47:46/4:19:44/2:59:25)
2016 Lena Meißner die nötigen Punkte beim                    Jung: „Man hat wieder einmal gesehen, wie wichtig die      12. Tim van Berkel, AUS 8:13:47 (50:39/4:27:47/2:50:37)
                                                                                                                        13. Andreas Dreitz, GER 8:14:02 (50:56/4:15:18/3:02:51)
Finale auf Rügen für die Siegländerinnen.                    Platzierung der dritten Frau bzw. des vierten Mannes       14. Ruedi Wild, SUI 8:14:31 (50:48/4:19:48/2:58:05)
                                                             beim Triathlon-Team-Rennen ist. Ein großer Kader wird

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                                                                                                                        15. Philipp Koutny, SUI 8:15:58 (50:39/4:19:58/3:00:17)
       ur einmal, in Düsseldorf, wurde die Siegesserie der   ebenfalls benötigt, um alle Rennen besetzen zu können.“    16. Mike Philips, NZL 8:17:54 (50:45/4:25:05/2:57:36)
       Buschhüttener bei Männern wie Frauen unterbro-        Und so gab es in den Buschhüttener Reihen wichtige Neu-    17. James Cunnama, RSA 8:18:18 (50:41/4:21:03/3:02:01)
                                                                                                                        18. Tim Reed, AUS 8:19:13 (50:45/4:19:57/3:03:49)
       chen. Das war eine kleine Sensation, denn fünf        zugänge mit DTU-Perspektivkaderathletin Lena Meißner       19. Maurice Clavel, GER 8:19:40 (47:43/4:19:01/3:08:42)
Jahre lang hatte Rekord- und Serienmeister ein Bundes-       und Olympiateilnehmerin Lucy Hall, um die siebte deut-     20. Giulio Molinari, ITA 8:21:52 (47:51/4:18:39/3:10:08)
ligarennen nach dem anderen gewonnen. Beim zweiten           sche Meisterschaft in Serie perfekt zu machen. Das Team    DNF Sebastian Kienle, GER (50:42/4:20:07/-)
von fünf Rennen wurden Murray, Lührs & Co. erstmals          Witten um Anja Knapp lag nach vier Rennen nur zwei         DNF Ronnie Schildknecht, SUI (54:08/4:29:05/-)
                                                                                                                        DNF Marc Duelsen, GER (54:13/-/-)
wieder entzaubert von den Saarländern Ian Manthey,           Punkte zurück und so blieb es spannend bis zum Schluss.    Frauen:
Maximilian Schwetz, Jonas Breinlinger und Gregor Pa-         Doch obwohl Knapps Teamkollegin Kovacs vor Lucy Hall       1. Daniela Ryf, SUI 8:26:16 (57:26/4:26:07/2:57:05)
yet. Die Jungs vom KiologIQ Team Saar/LTF Marpingen          den Sieg in Binz an sich riss und Knapp auf dem dritten    2. Lucy Charles, GBR 8:36:32 (48:13/4:38:11/3:05:50)
um Jonas Breinlinger, der im Ergänzungskader der DTU         Rang einkam, siegten mit den Plätzen 4 (Charayron) und     3. Anne Haug, GER 8:41:57 (54:19/4:47:45/2:55:22)
                                                                                                                        4. Sarah True, USA 8:43:42 (52:04/4:49:19/2:57:38)
in Hamburg beim Team Relay zum Einsatz kam (6. Platz),       5 (Lena Meißner) in Folge die Buschhüttener Frauen.        5. Mirinda Carfrae, AUS 8:50:44 (58:16/4:46:05/3:01:41)
sicherten sich durchgehend Podiumsplätze und erreich-        Witten belohnte sich mit dem Vize-Meistertitel vor dem     6. Sarah Crowley, AUS 8:52:29 (54:17/4:43:09/3:10:30)
ten punktgleich hinter dem Triathlon Potsdam Rang 3.         Schwalbe Team Krefelder Kanu Klub. Die Einzelwertung       7. Kaisa Sali, FIN 8:54:26 (58:21/4:44:32/3:06:06)
Die wiederum stellten mit Jorik van Egdom 2x den Sieger      entschied wie 2017 Weltcup- und WTS-Starterin Anja         8. Angela Naeth, CAN 8:57:34 (58:27/4:42:26/3:11:13)
                                                                                                                        9. Corinne Abraham, GBR 8:57:34 (58:42/4:38:16/3:16:27)
der Einzelwertung. Der Niederländer überspurtete als         Knapp für sich. Zur Team-Vizemeisterschaft hatte sie mit   10. Linsey Corbin, USA 8:58:57 (58:22/4:48:30/3:07:15)
Düsseldorf-Sieger den Favoriten Richard Murray (Busch-       guten Platzierungen in vier Rennen (2. in Düsseldorf, 4.   11. Sarah Piampiano, USA 9:01:55 (65:03/4:52:01/2:59:26)
hütten) und entschied auch das Folgerennen in Münster        in Münster, 7. in Tübingen, 3. beim Finale) beigetragen    12. Liz Blatchford, AUS 9:06:19 (52:08/4:53:33/3:15:17)
für sich. Podiumsplätze im Kraichgau und Tübingen            und lag in der Finalwertung vor Emmie Charayron (2.500     13. Mareen Hufe, GER 9:06:33 (58:33/4:43:51/3:18:40)
                                                                                                                        14. Heather Jackson, USA 9:09:14 (58:16/4:44:46/3:21:56)
machten ihn zum erfolgreichsten Athleten der Saison,         € für Platz zwei) und Gillian Backhouse. (red)             15. Maja Nielsen, DEN 9:10:21 (58:24/4:59:55/3:07:00)
sodass er die Einzelwertung gewann, was ihm eine                                                                        16. Helle Frederiksen, DEN 9:11:50 (52:00/4:54:06/3:21:01)
Prämie von 3.500 € bescherte. Mit 86 Punkten aus vier                             Männer                                17. Laura Siddall, GBR 9:12:08 (58:38/4:54:42/3:14:14)
Rennen lag er vor Ejot-Akteur Lasse Lührs. Beide fehlten                                                                18. Teresa Adam, NZL 9:12:52 (51:59/4:52:25/3:22:13)
                                                             Platz Mannschaft           Punkte                          19. Asa Lundstrom, SWE 9:16:30 (64:44/4:50:58/3:15:31)
jedoch beim Finale auf Rügen wegen der Teilnahme am                                                                     20. Jodie Robertson, USA 9:16:35 (65:44/4:58:22/3:06:35)
                                                             1. EJOT Team TV Buschhütten   99
Weltcup-Finale in Australien. Dritter wurde Maximilian                                                                  29. Lisa Huetthaler, AUT 9:46:50 (58:33/4:44:59/3:58:25)
                                                             2.Triathlon Potsdam           93
Schwetz.                                                                                                                32. Katja Konschak, GER 10:55:27 (54:40/5:20:15/4:33:56)
                                                             3. KiologIQ Team Saar         93                           AK-Männer:
                                                             4. WMF BKK-Team AST Süßen 76                               U25: 1. Timo Schaffeld 8:51:50 (57:49/4:32:30/3:17:20)
     Marco Göckus, Leiter der Buschhüttener, charakte-       5. Triathlon Witten           73                           U30: 1. Rasmus Svennigsson, SWE 8:34:01 (55:23/4:28:08/3:05:17)
risierte die Saison als entwicklungsreich: „Es war dieses    6. Schunk Team TV Mengen      73                           U35: 1. Mikkel Olsen, DEN 8:37:15 (55:24/4:34:19/3:03:13)
Jahr so knapp und so schwer wie noch nie. Die Konkur-                                                                   U40: 1. Dan Plews, NZL 8:24:36 (54:47/4:32:55/2:50:56)
renz hat sich deutlich nach vorne entwickelt.“                                                                          U45: 1. Bruno Clerbout, BEL 8:47:40 (56:04/4:30:28/3:15:47)
                                                                                                                        U50: 1. Koen van Rie, BEL 8:55:33 (63:18/4:36:55/3:09:02)
     Bei den Frauen holte Laura Lindemann, die größte                             Frauen                                U55: 1. Carl Brummer, SWE 9:05:37 (56:06/4:42:02/3:21:19)
Hoffnung der DTU auf internationale Medaillen, den                                                                      U60: 1. Richard Sweet, USA 9:14:23 (61:08/4:45:30/3:19:34)
Titel. Im Kampf um einen Endplatz fehlte das Potsda-         Platz Mannschaft            Punkte                         U65: 1. Hermann Scheiring, GER 9:52:08 (64:44/5:10:41/3:30:10)
mer Team der deutschen Meisterin krankheitsbedingt           1. EJOT Team TV Buschhütten    97                          U70: 1. Markus Jochum, AUT 11:00:54 (77:30/5:22:58/4:09:47)
                                                             2. SG Triathlon Witten         94                          U75: 1. Bob Knuckey, CAN 11:55:03 (78:12/5:47:37/4:38:37)
beziehungsweise fehlten die am ITU Grand Final in Gold                                                                  U80: 1. Robert Plant, USA 13:06:03 (91:38/6:22:23/5:02:28)
Coast teilnehmenden Lindemann (Elite) sowie Nina Eim         3. Schwalbe Krefelder Kanu     87
                                                                                                                        U90: 1. Hiromu Inada, JPN 16:53:49 (1:51:25/8:02:40/6:28:17)
(U23) (siehe Bericht zum WTS-Finale). Ohne Antritt rut-      4. ProAthletes- KTT 01         80                          AK-Frauen:
sche Potsdam von Rang 4 auf 9. Passend dazu hallte der       5. TuS Neukölln Berlin         73                          U25: 1. Joanna Ryter, SUI 9:59:35 (69:44/5:16:23/3:28:23)
                                                             6. TSV Amicitia Viernheim      72                          U30: 1. Ruth Purbrook, GBR 9:33:46 (63:20/4:52:43/3:32:23)
Kommentar der Buschhüttener Team-Managerin Sabine                                                                       U35: 1. Tessa Kortekaas, NED 9:36:26 (65:06/4:56:43/3:29:50)
                                                                                                                        U40: 1. Christina Svejstrup, DEN 9:28:48 (69:12/4:55:10/3:17:13)
         Siegerteams der fünf Bundesliga Rennen                                                                         U45: 1. Sione Jongstra, NED 9:46:18 (59:40/5:04:51/3:36:37)
                                                                                                                        U50: 1. Janette Dommer, DEN 9:23:25 (63:28/4:58:36/3:15:22)
                                                                                                                        U55: 1. Michelle Enslin, RSA 10:12:02 (66:49/5:16:27/3:41:35)
Ort                             Männer                                           Frauen                                 U60: 1. Kaisa Jakobsen, FIN 10:47:57 (75:54/5:32:10/3:51:50)
Kraichgau                EJOT Team TV Buschhütten                        EJOT Team TV Buschhütten                       U65: 1. Julia Daggett, USA 11:41:44 (81:10/5:52:33/4:19:49)
Düsseldorf               KiologIQ Team Saar                              Schwalbe Team Krefelder KK                     U70: 1. Missy Lestrange, USA 12:28:43 (71:54/6:02:33/5:03:26)
Münster                  EJOT Team TV Buschhütten                        EJOT Team TV Buschhütten                       U75: 1. Bobbe Greenberg, USA 14:28:50 (97:39/7:01:55/5:35:25)
Tübingen                 EJOT Team TV Buschhütten                        EJOT Team TV Buschhütten                       Die Krone ging ins Siegerland
Ostseebad Binz           EJOT Team TV Buschhütten                        EJOT Team TV Buschhütten                       Bundesliga Finale, Osteseebad Binz,
                                                                                                                        Rügen 0,75-20-5 km (8.9.)
Nur in Düsseldorf war die Büschhütten-Serie unterbrochen.                                              Quelle: DTU      Stimmungsreich mit vielen Zuschauern verlief das Finalrennen der

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Es wurde eng vor dem Ulmer Münster - SPIRIDON - Laufmagazin
Marathon Kiew/Ukraine                                                                                                    Was lief

Goldene Kuppeln und grobes Pflaster
Die ukrainische Hauptstadt Kiew liegt
nur knapp 1400 km südöstlich von
Berlin, von Frankfurt aus sind es zwei
Flugstunden. Die gefühlte Distanz von
Deutschland aus scheint jedoch größer
zu sein. Liegt es an der von uns weit-
gehend unverständlichen kyrillischen
Schrift des Ukrainischen? An der unsi-
cheren politischen Lage des Landes mit
Krim-Konflikt und Krieg in den östlichen
Landesteilen Donezk und Luhansk? An
den noch gegenwärtigen Bildern der ge-
waltsamen Unruhen 2013/2014 auf dem
Kiewer Majdan-Platz? Dabei gab es 2012
hier die Fußball-Europameisterschaft
und 2017 den „Eurovison Song Contest“
(ESC). Und es gibt seit neun Jahren den
Kiew-Marathon, bei dem deutsche Läu-
fer aber fast „Exoten“ bleiben.

                                            Kuppel, Kirchen, Klöster: Am Rand gibt es viel zu sehen.
Von Udo Möller (Text und Fotos)
                                            am Museum der Nationalgeschichte                      aber keinerlei Abbruch. Sie liegt ohne-

D
        och der Lauf ist keine rein uk-     präsentiert und unterhalb der gewalti-                hin über der ganzen Veranstaltung, ins-
        rainische Angelegenheit. Auch       gen „Mutter Heimat“-Statue verläuft.                  besondere auch wegen überaus freund-
        wenn man dies beim Betrach-         Ein Wendepunktstück führt über den                    licher und motivierter Helfer. Wem nach
ten der Siegerlisten zunächst vermuten      hier gut 1 km breiten Dnjper-Strom,                   dem Lauf nicht die Füße wehtun, dann
könnte. Bei allen bisherigen Auflagen,      dessen Aussprache Deutschen meist                     zumindest die Hände vom vielen „Ab-
einschließlich der diesjährigen, siegten    erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Je               klatschen“. Der Zuschauerzuspruch ist
sowohl bei den Männern als auch bei         nach Transkription schreibt man Euro-                 gut, wenn auch nicht übermäßig, immer
den Frauen ausschließlich Ukrainer. In      pas drittlängsten Fluss Dnepr oder Dn-                wieder spielen Bands und Militärkapel-
diesem Jahr hießen die Gewinner Ar-         jepr, gesprochen wird er etwa „Njäpa“.                len. Ein Kurs mit Erlebnischarakter, die
tem Pidubbnyi in 2:28:29 h und Yuliya       Er wird gequert, kaum auf der anderen                 sportlichen Gesichtspunkte stehen eher
Tarasova in 2:54:14 h und obwohl die        Seite läuft man schon wieder zurück                   an zweiter Stelle und so kommen auch
Streckenrekorde aus dem Jahr 2013           und macht einen weiten Bogen vorbei                   nur 21 Männer und 3 Frauen unter 3 h
mit 2:19 h und 2:44 h besser ausfallen,     an Kirchen und dem neuen Stadion zu-                  ins Ziel.
wird schon deutlich: Hier werden keine      rück zum Majdan, der nach 21 km wie-                     Nach 6:22 h schließt die äußerst
internationalen Top-Zeiten gelaufen. Es     der erreicht ist. Für die meisten Starter             akribische Ergebnisliste, die auch ge-
gibt nichts zu verdienen, es gibt keine     ist hier Schluss, knapp 2.700 Halbmara-               nau ausweist, wer nicht angetreten ist,
eingeladenen Läufer, Afrikaner fehlen       thonläufer werden im Ziel registriert.                aufgegeben hat und wer disqualifiziert
völlig und der Kurs ist auch alles ande-        Die Marathonis gehen auf eine zwei-               wurde. Das ist einigen Startern wider-
re als schnell. Und doch lohnt es sich,     te, nicht mit der ersten identischen Run-             fahren, die sich - kaum unabsichtlich
hier zu laufen. Der Zuschnitt der Strecke   de. Mit Sophienkathedrale, St. Micha-                 möglich - eine kleine Schleife um das
ist weniger darauf ausgerichtet, schnell    elskloster und St. Andreaskirche geht                 Michaelskloster gespart haben. Sie
laufen zu können, sondern möglichst         es mit den Sehenswürdigkeiten und                     flogen nicht nur aus der Wertung, son-
viel von der mit drei Millionen Einwoh-     goldenen Kuppeln Schlag auf Schlag.                   dern haben auch einen tiefen Blick in
nern siebtgrößten Stadt in Europa zu        Und doch ist diese zweite Schleife eher               die ukrainische Seele verpasst. Dort an
sehen. Das beginnt im wahrsten Sinne        etwas sonderbar: Mehr noch als auf                    der Klostermauer befindet sich eine
des Wortes schon am Start am Majdan,        dem ersten Abschnitt gibt es zwar mo-                 schier endlos lange und mit Blumen
dem      Unabhängigkeitsplatz, der so-      derate, aber langgezogene Steigungen                  geschmückte Galerie der seit 2014 im
wohl während der „Orangenen Revolu-         und diese auf zum Teil recht schlecht                 Donezk-Luhansk-Konflikt gestorbenen
tion“ 2004 als auch bei den sogenann-       zu belaufendem Kopfsteinpflaster. Die                 Ukrainer. Das ist ebenso beklemmend
ten „Euromajdan-Unruhen“ 2013/2014          Folge: Die meisten Teilnehmer weichen                 wie die allgegenwärtige Erinnerung
eine zentrale Rolle spielte. Das Herz der   auf die Fußwege aus und bahnen sich                   an die „Himmlischen Hundert“ rund
Stadt ist auch Mittelpunkt des Laufes,      etwas „Urban-Trail-mäßig“ ihren Weg                   um den Majdan. 100 Menschen waren
alle Strecken beginnen und enden hier.      durch Zuschauer und Passanten. Gro-                   während der Unruhen dort ums Leben
                                            ße, breite und für den Verkehr gesperrte              gekommen. Der Kontrast der fröhlichen
STADTBESICHTIGUNG ZU FUSS                   Straßen wirken so an vielen Stellen läu-              und bunten Laufveranstaltung fällt ver-
   Marathon und Halbmarathon werden         ferleer, zumal das Feld der Marathon-                 mutlich besonders Ausländern auf. Die
gemeinsam auf eine abwechslungs-            läufer mit 1.346 Finishern auch deutlich              sind hier ebenso zahlreich vertreten wie
reiche Reise geschickt, die am alten        kleiner ausfällt. Ausgebremste Autofah-               bei jedem anderen Lauf dieser Art, nur
Dynamo-Stadion und am weltberühm-           rer an den Absperrungen quittieren die-               Deutsche sind äußerst rar. Keine 20 sind
ten Höhlen-Kloster entlangführt, etwas      ses Bild nicht immer eben freundlich.                 bei der Gesamtveranstaltung dabei, die
skurril Panzer und anderes Kriegsgerät      Der hervorragenden Stimmung tut das                   mit allen Nebenstrecken (Staffel, 5 km

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SPIRIDON-Laufschuhtest Normalschuhe                                                                                                                                                         Rat und Tat

Zwölf Neutral-Laufschuhe im Test
Von Prof. Dr. Alexander Weber (Text und Fotos)

Im Fokus unserer SPIRIDON-Laufschuhtestserie standen zuletzt im Oktoberheft neue                                                                       len angegeben), während des Schrittzyklus
Trailschuhe. In dieser Ausgabe sind es die Trainingsschuhe der Kategorie Neutral/Dämp-                                                                 in der Lande- und Standphase von der Sohle
                                                                                                                                                       aufgenommen, in der Abstoßphase an den
fung, „Wer die Wahl hat, hat die Qual“ lautet ein geläufiges Sprichwort. Wir haben eine                                                                Läufer wieder zurückgegeben wird. Somit das
Auswahl der besten aktuellen Trainingsschuhe für die SPIRIDON-Leserinnen und –Leser                                                                    Laufen befördert. Das also unter dem Stich-
in der Praxis getestet, stellen die Ergebnisse hier vor. Dazu die Kurzbeschreibungen der                                                               wort „Energierückgewinnung“. Ich habe in
Modelle mit den Abbildungen. Das zusammengenommen soll die Entscheidung für den                                                                        dieser Hinsicht erhebliche Zweifel, bleibe so
individuell richtigen Schuh erleichtern statt zur Qual werden zu lassen.                                                                               lange skeptisch, bis valides empirisches Da-
                                                                                                                                                       tenmaterial vorliegt. Das ist auch der Grund,
                                                                                                                                                       warum werbeträchtige Statements und Her-

D
         as Herzstück eines Laufschuhs ist die                              fallen nach der bislang üblichen Einteilung                                stellerformulierungen zum Komplex „Energie-
         Mittel- oder Zwischensohle. Die Art                                zwei Drittel in die Lightweight-Kategorie.                                 rückgewinnung“ in unseren Laufschuhtests
         und Weise ihrer Konstruktion, die Aus-                             Begründung: die Materialien zur Herstellung                                kein Gehör finden.
wahl und Beschaffenheit der verwendeten                                     der Laufschuhe wurden insbesondere in den
Materialien (Kunststoffe, Schäume) bestim-                                  letzten Jahren immer leichter. Somit auch                                      Die Spannweite der zwölf hier getesteten
men im Wesentlichen ihre Wirkweise, inbe-                                   die der Mittelsohlen. Nun wurde in jüngster                                Laufschuhe in der Kategorie Neutral/Dämp-
griffen das Lauffeeling der Läufer/innen. Dass                              Vergangenheit nicht nur die Qualität der Zwi-                              fung bezüglich Dämpfungseigenschaften,
das Wohlgefühl noch von anderen Variablen,                                  schensohlenschäume und –kunststoffe ange-                                  Flexibilität, Einsatzmöglichkeiten und Verwen-
wie Passform und spezielle Materialien, Form-                               hoben, was sich relativ leicht überprüfen lässt                            dungszwecke ist sehr groß. Das Laufschuhtes-
gestaltung des Schafts, beeinflusst wird, sei                               – etwa bezüglich Belastbarkeit, Haltbarkeit,                               terteam, mich eingeschlossen, gibt mit seinen
hier nur erwähnt.                                                           Elastizität, Flexibilität, Dämpfungseigenschaf-                            Beobachtungen und Erkenntnissen aus der
    Die für diesen Test ausgewählten Trainings-                             ten u.a. Viele Hersteller verweisen in letzter                             alltäglichen, vergleichenden Praxiserfahrung
schuhe sind herkömmlich der Kategorie Neu-                                  Zeit betont auf eine ganz besondere Quali-                                 in gebündelter Darstellung Hinweise auf die
tral/Dämpfung zugeordnet. Das mittlere Ge-                                  tät, betreiben damit ein sehr auffälliges Mar-                             Vorzüge und gegebenenfalls Schwächen der
wicht dieser Laufschuhe liegt signifikant unter                             keting. Die Mittelsohlen ihrer Produkte seien                              in diesem Heft vorgestellten neuen Laufschu-
300 Gramm (US-Herrengröße 9). Der Median                                    so konzipiert, dass sie einen großen Teil der                              he. Möge die Lektüre mit dazu beitragen, die
beträgt exakt 285 g. Von den 12 Testschuhen                                 Energie (da werden sogar hohe Prozentzah-                                  individuell richtige Wahl zu treffen.

Asics DynaFlyte 3                                                                                                 Asics Gel-Cumulus 20
                                                                                                                 
Empf. Verkaufspreis: 160,00 EUR (Damen- und Herrenmodell)                                                         Empf. Verkaufspreis: 139,95 EUR (Damen- und Herrenmodell)
Größen: 6 – 16 (m), 5 – 12 (w) Gewicht: 267 g (m); 255g (w)                                                       Größen: 7 – 13, 14, 15 (m), 6 – 12 (w) Gewicht: 310 g (m); 250 g (w)
Laufschuhtechnologie: Flytefoam-Mittelsohle in ganzer Schuhlänge; 8 mm Sprengung                                  Laufschuhtechnologie: FlyteFoam Mittelsohle; Gel-Element im Rückfuß; 10 mm Sprengung

Die dritte Auflage des Dynaflyte weist leichte Veränderungen auf. Der Schaft wurde überarbeitet; dank Ad-         Den Bestseller Cumulus von Asics gibt es jetzt als 20. Update. Ein Erfolgs-Modell mit langer Tradition. Der
apt-Mesh 2.0-Technologie passt er sich dem Fuß geschmeidig an, drückt an keiner Stelle. Die neue FlyteFoam        Sohlenbereich bei der jetzigen Auflage wurde insofern verändert, als die Zwischensohle mit zweiteiligen
–Mittelsohle ist leichter als beim Vorgänger, der Fuß rollt gut ab. Die Testläufer beurteilen den DynaFlyte       Schäumen ausgestattet wurde: der untere, weichere weiße Teil aus FlyteFoam Lyte, der obere, dunkelblaue
unterschiedlich. Ein Teil bevorzugt den DynaFlyte für schnelle Läufe, ein anderer für mäßige Tempi.               und etwas festere aus FlyteFoam Propel. Im Fersenbereich dann noch das Gel-Kissen. Ob dieser Kunstoffmix
Insgesamt: ein leichter Trainingsschuh mit gutem Tragekomfort für Läufe auf Asphalt und ebenen Böden.             sich direkt auf das Laufverhalten und -erlebnis auswirkt, ist wohl kaum messbar. Keine Frage: der Cumulus
Testläufer: „So wie der DynaFlyte optisch daherkommt, so läuft er sich auch: unauffällig, aber stets ein treuer   20 zählt zu den Komfort-Laufschuhen. Der Schaft wurde ebenfalls überarbeitet. Auffallend die neue äußere
Begleiter.“                                                                                                       Fersenkappe, die dem Fuß zusätzliche Stütze gibt. Der Cumulus bleibt, was er stets war: ein zuverlässiger
Testläuferin: „Der Schuh bringt mich leichtfüßig, sicher und angenehm über meine Laufstrecken.“ Primär für        Allrounder. Testläufer: „Der Cumulus passte von Beginn an zu mir. Er zählt auch heute noch zu meinen Lieb-
Normalfußläufer mit mittlerem und höherem Körpergewicht.                                                          lingsschuhen.“ - Testläuferin: „Ein unproblematischer, sehr solider Schuh für den Trainingsalltag.“ Für Läufer/
                                                                                                                  innen mit neutralem Fußaufsetzverhalten, die einen gut gedämpften, komfortablen Allrounder suchen.

Komfortables Laufen                                          Fersenläufer * * *                                   Komfortables Laufen                                         Fersenläufer * * * *
„Gesundheit und Fitness“ *** **                              Überpronierer **                                     „Gesundheit und Fitness“ * * * * *                          Überpronierer * *
Hohe Trainingsumfänge                                        Leichtere Läufer *****                               Hohe Trainingsumfänge                                       Leichtere Läufer * * **
Zielrichtung „Wettkampf“ *** **                              Schwerere Läufer ***                                 Zielrichtung „Wettkampf“ * * * *                            Schwerere Läufer * * **
Wettkampfeinsatz ****                                        Straße, Asphalt; Ebene Flächen * * * * *             Wettkampfeinsatz * * *                                      Straße, Asphalt; Ebene Flächen *****
Vorfußläufer ****                                            Gelände; unebene Wege; Wald* *                       Vorfußläufer * * * *                                        Gelände; unebene Wege; Wald **
Mittelfußaufsetzer ****                                      Orthopädische Einlagen *                             Mittelfußaufsetzer * * * *                                  Orthopädische Einlagen ***

                     ***** sehr gut geeignet * * * * gut geeignet * * * geeignet * * weniger gut geeignet * bedingt geeignet                                                15 // Laufmagazin SPIRIDON 11/18
Es wurde eng vor dem Ulmer Münster - SPIRIDON - Laufmagazin
45. Internationaler Hochfelln-Berglauf                                                                                                          Was lief
              45. Internationaler Hochfelln-Berglauf                                                                                                         Was lief

 AndreaMayr
Andrea  Mayrgelingt
             gelingtWM-Revanche
                    WM-Revanche
   Den 45. Internationalen Hochfelln-Berg-                  „Ich war von meiner Leistung bei der
Denlauf
      45.gewannen   die mehrfache
          Internationalen          Berglauf-
                           Hochfelln-Ber-                 WMWMsehrsehrenttäuscht
                                                                        enttäuscht(Anmerkung:
                                                                                     (Anmerkung:Platz  Platz
   Welt-
glauf     und Europameisterin
       gewannen                Andrea
                    die mehrfache     Mayr
                                    Berg-                   23). Deshalb   wollte  ich heute    unbedingt
                                                          23). Deshalb wollte ich heute unbedingt
lauf(Österreich)
     Welt- und Europameisterin
                 und der KenianerAndrea
                                   Geoffrey                 ganzweit
                                                          ganz     weitvorne
                                                                         vornesein.
                                                                                 sein.„“ Auf
                                                                                          Auf die
                                                                                                diePlätze
                                                                                                     Plätze
Mayr   (Österreich)
   Ndungu.            und der
              Bei den Frauen    Kenianer
                             erkämpfte  sich                2  und   3  kamen   Francesco
                                                          2 und 3 kamen Francesco Puppi und    Puppi    und
Geoffrey   Ndungu.    Bei den  Frauen er-                   Bernard    Dematteis.  Puppi   lief mit
                                                          Bernard Dematteis. Puppi lief mit einem    einem
   Michelle  Maier (PTSV   Rosenheim)  zum
kämpfte sich Michelle Maier (PTSV Ro-                       Rückstandvon
                                                          Rückstand      vonnur
                                                                             nur8 8sec
                                                                                     secauf
                                                                                          aufPlatz
                                                                                                Platzzwei.
                                                                                                      zwei.
   dritten Mal hintereinander den dritten
senheim) zum dritten Mal hintereinan-                     Auch
                                                            Auch Europameister
                                                                   EuropameisterDematteis
                                                                                     Dematteiswar  warmit
                                                                                                        mit
derPlatz.
     den dritten Platz.                                   einem
                                                            einemRückstand
                                                                    Rückstandvon von1717secsecnahnahdran.
                                                                                                      dran.
                                                          Einen
                                                            Einensehr
                                                                    sehrguten
                                                                          gutenvierten
                                                                                 viertenPlatz
                                                                                            Platzbelegte
                                                                                                   belegte
VonVon Winfried
    Winfried    Stinn
             Stinn                                        Filmon
                                                            FilmonAbraham
                                                                      Abrahamaus  ausEritrea,
                                                                                        Eritrea,derder für
                                                                                                         für
                                                          die
                                                            dieLGLGRupertiwinkel
                                                                      Rupertiwinkelstartet.
                                                                                       startet.DerDerVier-
                                                                                                       Vier-

BB
         ei eiwunderschönem,
                   wunderschönem,spätsom-   spätsom-      teteder
                                                               derdiesjährigen
                                                                    diesjährigenBerglauf-DM,
                                                                                    Berglauf-DM,Marc  Marc
         merlichen
              merlichen  Wetter
                             Wetterstellten
                                       stelltensichsich   Schulze
                                                            Schulze aus Dresden,kam
                                                                     aus  Dresden,      kamals  alsbester
                                                                                                     bester
         rund    350350dem   Starter,  umum  diedie
                                                 8,98,9   Deutscher auf Platz 15. Damit rangiert
              rund        dem   Starter,                    Deutscher auf Platz 15. Damit rangiert
kmkm lange     Strecke mit einem Höhenun-                 er einen Platz vor Jonas Lehmann aus
          lange Strecke mit einem Höhenun-                  er einen Platz vor Jonas Lehmann aus
terschied von 1.074 m zu bewältigen.                      Heltersberg.
    terschied von 1.074 m zu bewältigen.                    Heltersberg.
Mehr Teilnehmer gab es nur bei den
    Mehr Teilnehmer gab es nur bei den                         Bei den Frauen gab es das span-
deutschen            Berglaufmeisterschaften.                                                                          Andrea Mayr
                                                                                                                       Andrea Mayr siegte
                                                                                                                                   siegte am
                                                                                                                                          am Hochfelln.
                                                                                                                                             Hochfelln.      Foto:
                                                                                                                                                              Foto:Stinn
                                                                                                                                                                   Stinn
    deutschen           Berglaufmeisterschaften.          nende Bei Duell
                                                                       den Frauen
                                                                               zwischen    gabAndrea
                                                                                                  es das Mayrspan-
Der Lauf zählte wie in den beiden Jah-
                                                             nende      Duell    zwischen         Andrea      Mayr      Antonia    Niedermaier.      DieNiedermaier.
                                                                                                                                                           Bad Aiblin-
ren zum Berglaufwie
    Der    Lauf   zählte       in den Nicht
                           Weltcup.      beidennurJah-    und Lucy Wambui Murigi. Wiedergut-                           erst   15jährigen      Antonia
    ren   zuvor    zum    Berglauf
deshalb standen auch diesmal wieder  Weltcup.    Nicht       und    Lucy    Wambui        Murigi.
                                                          machung war für Mayr angesagt und          Wiedergut-         gerin,   die  in   diesem    Jahr
                                                                                                                       Die Bad Aiblingerin, die in diesem   den Kam-
                                                                                                                                                                   Jahr
    nur deshalb
einige                standen
           zur absoluten        auch diesmal
                              Weltspitze          wie-
                                              gehö-       wasmachung
                                                                 lag da war näher fürals Mayr
                                                                                            ein angesagt
                                                                                                  Sieg bei und  ih-    den Kampenwandlauf gewinnenwurde
                                                                                                                        penwandlauf      gewinnen      konnte,    konn-
renden Bergläufer an der Startlinie. ge-
    der   einige    zur  absoluten    Weltspitze          remwas„Hausberg“
                                                                    lag da näher      demals Hochfelln.
                                                                                               ein Sieg bei      ih-
                                                                                                              Hier      damit
                                                                                                                       te,  wurdezweitbeste      Deutsche Deutsche
                                                                                                                                      damit zweitbeste        und ließ
    hörenden
     Bei den FrauenBergläufer
                          warenanmit der  Startlinie.
                                        der  sechs-          rem „Hausberg“
                                                          gewann       sie achtmal   , demund Hochfelln.
                                                                                                 hält seit 2008Hier     die  national   und    international
                                                                                                                       und ließ die national und international  starken
fachenBeiBerglauf-Weltmeisterin
              den Frauen waren mit der          sechs-
                                            Andrea        den    Streckenrekord.
                                                             gewann      sie achtmalSo      und ging
                                                                                                  hältsie
                                                                                                        seithoch-
                                                                                                              2008      deutschen
                                                                                                                       starken         Läuferinnen
                                                                                                                                  deutschen             Melanie Mela-
                                                                                                                                                  Läuferinnen       Noll
Mayr,    die Berglauf-Weltmeisterin
    fachen     bei der WM in AndorraAndrea       nur      motiviert     an den Start,So
                                                             den Streckenrekord.              sich  zeitnah
                                                                                                 ging          für
                                                                                                        sie hoch-       (TuS
                                                                                                                       nie     Heltersberg/8.)
                                                                                                                            Noll                   und Sarah
                                                                                                                                  (TuS Heltersberg/8.)      undKistner
                                                                                                                                                                  Sarah
Sechste
    Mayr, geworden
              die bei derwar WMund        der am-nur
                                    in Andorra            das    schlechte
                                                             motiviert     an WM-Ergebnis
                                                                               den Start, sichzu         rehabi-
                                                                                                      zeitnah    für   Kistner   (9.) deutlich
                                                                                                                        (9.) deutlich             hinter
                                                                                                                                        hinter sich.      sich. Erfreu-
                                                                                                                                                        Erfreulich   aus
tierenden
    SechsteWeltmeisterin
                 geworden war,    Lucyund Wambui
                                              der am-     litieren.    Auf denWM-Ergebnis
                                                             das schlechte            anfänglichen zu    flachen
                                                                                                              reha-    lich  aus deutscher
                                                                                                                        deutscher    Sicht ist derSicht
                                                                                                                                                     Siegist
                                                                                                                                                           beider
                                                                                                                                                                denSieg
                                                                                                                                                                     Ju-
Murigi     (Kenia)Weltmeisterin
    tierenden        die erfolgreichsten      Berg-
                                      Lucy Wambui         Passagen
                                                             bilitieren.liefAufsieden noch    recht verhalten
                                                                                           anfänglich      flachen     bei   den Juniorinnen
                                                                                                                        niorinnen     durch FranziskadurchSchmieder
                                                                                                                                                              Franziska
läuferinnen
    Murigi (Kenia)der vergangen       zehn Jahre
                         die erfolgreichsten     Berg-    („Auf
                                                             Passagen lief sie noch ich
                                                                   dem     Flachen       bin        nicht
                                                                                                recht       mehr
                                                                                                        verhalten      Schmieder      (LG Brandenkopf).
                                                                                                                        (LG Brandenkopf).
amläuferinnen
     Start. Mit dabei       die beidenzehn
                      der vergangen        interna-
                                                 Jahre    die   Schnellste“).      Als   es   erstmals
                                                             („Auf dem Flachen bin ich nicht mehr          steiler          Von der perfekten Organisation und
tional                                                    wurde, lief sie sich recht schnell einen                     derVonguten
                                                                                                                                 der Stimmung,        vor allemund    im
    am erfolgreichsten
          Start. Mit dabei deutschen
                               die beiden Berg-
                                              interna-       die Schnellste“). Als es erstmals steiler                                perfekten Organisation
läuferinnen       Michelle    Maier    und Sarah          sicheren Vorsprung heraus. Nach 47:44                        Zielbereich     und    bei  der  Siegerehrung
    tional erfolgreichsten deutschen Berg-                   wurde, lief sie sich recht schnell einen                   der guten Stimmung, vor allem im Ziel-
Kistner (Kronberg). Auch das Männer-                      min erreichte sie zum 9. Mal als Siege-                      in der vollbesetzten Festhalle, konnten
    läuferinnen Michelle Maier und Sarah                     sicheren Vorsprung heraus. Nach 47:44                      bereich und bei der Siegerehrung in der
feld mit den Italienern, u.a. dem Vorjah-                 rin das Ziel auf den Hochfelln-Gipfel.                       sich mit dem Präsidenten Jonathan
    Kistner (Kronberg). Auch das Männer-                     min war
                                                                   erreichte   sieein zum   9. Mal alsSieg
                                                                                                         Siegerin       vollbesetzten Festhalle, konnten sich
res-Weltmeister über die Langdistanz                      „Das           heute            wichtiger            für     Wyatt, Wolfgang Münzel, Tomo Sarf
    feld mit den Italienern, u.a. dem Vorjah-             mich“, war dann auch ihre erste „Das
                                                             das   Ziel auf   dem     Hochfelln-Gipfel.        Re-      mit dem Präsidenten Jonathan Wyatt,
Francesco Puppi, dem amtierenden                                                                                       und dem neu ins Präsidium gewählten
    res- Weltmeister        überDematteis
                                   die Langdistanz           war heute
                                                          aktion.    „Ich einhabewichtiger       Sieg für mich“
                                                                                       mir bewiesen,         dass ,     Wolfgang
                                                                                                                       Giorgio       Münzel,
                                                                                                                                  Bianchi       Tomo
                                                                                                                                             gleich     Sarf
                                                                                                                                                     vier     und dem
                                                                                                                                                          Präsidiums-
Europameister         Bernard                   und
    Francesco        Puppi,
dem Vorjahressieger Antonio    dem     amtierenden
                                            Tonielli         war   ihre   erste   Reaktion.
                                                          ich doch noch gewinnen kann. Ich war    „Ich  habe    mir     neu   ins  Präsidium      gewählten
                                                                                                                       mitglieder des Berglauf Weltverbandes    Giorgio
warEuropameister
       stark besetzt.Bernard         Dematteis
                           Dazu gesellten          und
                                                sich         bewiesen,      dass   ich   doch
                                                          heute 14 Sekunden langsamer als bei   noch   gewinnen         Bianchi    gleich   vier  Präsidiumsmitglie-
                                                                                                                       WMRA überzeugen. OK-Chef Jürgen
    dem      Vorjahressieger       Antonio
einige Kenianer, u.a. mit dem Sieger           Tonielli      kann. Ich
                                                          meinem           war heute 14 Sekunden
                                                                        Streckenrekord           2008. 14 lang-sec      der des Berglauf
                                                                                                                       Schmid      konnte Weltverbandes
                                                                                                                                               eine positive WMRA Bilanz
    war stark
Geoffrey           besetzt.
              Ndungu,      derDazu
                                wie gesellten
                                      Lucy Wam-    sich      samer alsinbei
                                                          Zeitverlust            meinem
                                                                              zehn      Jahren, Streckenrekord
                                                                                                   da hält sich         überzeugen.
                                                                                                                       ziehen:   „Das warOK-Chef
                                                                                                                                               wieder Jürgen    Schmid
                                                                                                                                                        ein toller  Tag.
buieinige
     MurigiKenianer,        u.a. mit demTeam
                für das österreichische         Sieger    der   Leistungsabfall
                                                             2008.    14 sec Zeitverlust in Grenzen“
                                                                                                   in zehn, fügte
                                                                                                               Jah-     zog eine
                                                                                                                       Das    Wetterpositive    Bilanz: „Das
                                                                                                                                        hat wieder             war ein
                                                                                                                                                         gepasst,    wir
„run2gether“
    Geoffrey Ndungu, startet. der
                                Dabei
                                   wie warLucyeine
                                                 Wam-     sie  schmunzelnd
                                                             ren,  da hält sichhinzu.  der Leistungsabfall in           toller Tag.
                                                                                                                       hatten    ein Das
                                                                                                                                      großesWetter    hat wieder und
                                                                                                                                                 Teilnehmerfeld      ge-
große      Anzahlfür
    bui Murigi        von
                        dasVolksläufern.
                             österreichische   Vom
                                                 Team          Mit einem
                                                             Grenzen“          Rückstand
                                                                         , fügte                von rundhinzu.
                                                                                   sie schmunzelnd            ein-     eine
                                                                                                                        passt,Reihe
                                                                                                                                 wir von   Spitzenläufern
                                                                                                                                       hatten    ein großesam     Start.
                                                                                                                                                               Teilneh-
Start   bei der Hochfellnbahn
    „run2gether“                        führtebei
                        startet. Vom Start       dieder   einhalb
                                                             Mit einemmin Rückstand
                                                                             belegte Lucy    von Wambui       Mu-
                                                                                                    rund einein-       Auch
                                                                                                                        merfelddieund
                                                                                                                                    Verbindung
                                                                                                                                        eine Reihe  von
                                                                                                                                                      vonSpitzen-   und
                                                                                                                                                           Spitzenläu-
anspruchsvolle
    HochfellnbahnStrecke          vorbei
                         führte die         an der
                                      anspruchsvol-       rigi  den
                                                             halb   minzweiten
                                                                           belegtePlatz.         „AndreaMurigi
                                                                                        Lucy Wambui           war      Breitensport
                                                                                                                        fern am Start.ist    unsdie
                                                                                                                                          Auch     wieder    gelungen.
                                                                                                                                                     Verbindung     von
Mittelstation
    le Strecke vorbeiund Bründlingalm           zum
                             an der Mittelstation         heute     eindeutig       die    Bessere.
                                                             den zweiten Platz. „Andrea war heute       Auf    der     Es   zeigt sich
                                                                                                                        Spitzen-          aber, dass der
                                                                                                                                   und Breitensport       ist Aufwand
                                                                                                                                                              uns wie-
Zielund
      knapp    unterhalb des
            Bründlingalm      zum 1.674
                                     Zielmknapp
                                             hohenun-     steilen    Strecke    hatte     ich   keine
                                                             eindeutig die Bessere. Auf der steilen     Chance.        immer    größer    wird.   Auch  die
                                                                                                                        der gelungen. Es zeigt sich aber,    Forderun-
                                                                                                                                                                   dass
Hochfelln-Gipfels         mitmeinem     traumhaf-         Mit dem zweiten Platz bin ich zufrie-                        gen    seitens des
                                                                                                                        der Aufwand      immerWeltverbandes
                                                                                                                                                   größer wird.inAuchBe-
    terhalb des 1.674            hohen     Hochfelln-        Strecke hatte ich keine Chance. Mit dem
ten Blick auf die Alpen und den Chiem-                    den“, so eine faire Verliererin. Als beste                   zug   auf  den   Weltcup     werden    mehr.   Da
    Gipfels mit einem traumhaften Blick                      zweiten Platz bin ich zufrieden“, so eine                  die Forderungen seitens des Weltver-
see unterwegs.                                            Deutsche kam, wie in den beiden ver-                         müssen wir uns schon Gedanken ma-
    auf die Alpen und den Chiemsee unter-                    faire Verliererin. Als beste Deutsche                      bandes in Bezug auf den Weltcup wer-
                                                          gangenen Jahren, Michelle Maier auf                          chen, ob und wie wir das hohe Niveau
    wegs.                                                    kamdrei.wie Sie
                                                                           in den       beiden     vergangenen          den mehr. Da müssen wir uns schon
     Das Rennen der Männer blieb bis                      Platz                 hatte      sich bereits      nach      künftig halten können und ob wir wei-
zum Schluss spannend. Auf den letz-                          Jahren     Michelle       Maier
                                                          dem 4. km auf den dritten Platz        auf  Platz    drei.
                                                                                                           vorge-       Gedanken machen, ob und wie wir das
                                                                                                                       ter beim Weltcup mitmachen.“ Es wäre
tenD500EBÜTANT
          m hatteGEWINNT
                  der Kenianer Geoffrey                      Sie  hatte   sich  bereits      nach
                                                          kämpft. „Hinter zwei Weltmeisterinnen     dem     vierten     hohe Niveau künftig
                                                                                                                       bedauerlich,      wenn halten      können und
                                                                                                                                                   der international,
        Das
Ndungu die  Rennen   der Männer
                größeren           blieb bis
                           Kraftreserven                     km auf
                                                          Dritte        den dritten
                                                                   zu werden,       ist fürPlatz
                                                                                             mich  vorgekämpft.
                                                                                                     ein großer         ob   wir   weiter    beim    Weltcup
                                                                                                                       nach einer Weltmeisterschaft, bestbe-    mitma-
    zum   Schluss spannend.   Auf
und konnte sich in 43:48 min bei   densei-
                                        letz-             Erfolg“, so Michelle Maier. VierteDritte
                                                             „Hinter    zwei   Weltmeisterinnen            wurde  zu    chen. “  Es  wäre    bedauerlich,
                                                                                                                       setzte Berglauf nicht mehr zum Weltcupwenn    der
nem tenHochfelln-Debüt
         500 m hatte derden
                         Kenianer  Geoffrey
                            Sieg sichern.                    werden,
                                                          Sarah          ist für mich
                                                                     McCormack              ein großer
                                                                                         (Irland).          Erfolg“,
                                                                                                        Gerade-         international     nach    einer
                                                                                                                       gehören würde. Für den Weltcup wäreWeltmeister-
„IchNdungu
      war vondiemeiner  Leistung
                   größeren       bei der
                              Kraftreserven               zusosensationell
                                                                  Maier. Vierte  ist wurde
                                                                                        der fünfteSarah    McCor-
                                                                                                       Platz   der      schaft
                                                                                                                       das      bestbesetzte
                                                                                                                             eine  Abwertung.    Berglauf nicht mehr   ■
    und konnte sich in 43:48 min bei sei-                    mack (Irland). Geradezu sensationell                       zum Weltcup gehören würde. Für den
    nem Hochfelln-Debüt den Sieg sichern.                    ist der fünfte Platz der erst 15-jährigen                  Weltcup wäre das eine Abwertung.“

42 42                                                                                                                                   Laufmagazin
                                                                                                                                          LaufmagazinSPIRIDON
                                                                                                                                                      SPIRIDON11/18
                                                                                                                                                               11/18
Es wurde eng vor dem Ulmer Münster - SPIRIDON - Laufmagazin
Steffnys Lauftipps                                                                                       Rat und Tat

Die Jahresuhr des Langstreckenläufers

D
         ie Uhr hier zeigt bewusst        Von MANFRED STEFFNY
         eine neutrale Zeit an, irgend-
                                          Smartwatches sind in. Sie zählen u.a. auch unsere Schritte und unsere
         wo zwischendrin. „Fünf vor       Lauf-km, mit einer App werfen sie ggf. auch Trainingspläne aus. Doch
Zwölf“ ist zwar ein eindrucksvolles       mit einer einfachen Bahnhofsuhr und ihrem simplen Duodezimal-
Druckmittel, bei uns geht es aber         System kann man auf Papier auch eine überzeugende Jahresplanung
ganz easy um fünf vor zwölf alias         darstellen. Hier mein entsprechender Vorschlag, der zum erfolgreichen
November los. Das Schöne dieser           Allround-Laufen über den Zeitraum von zwölf Monaten animiert.
Jahresuhr ist: man kann jederzeit
einsteigen und im Kreis laufen.
   Also Auftakt im November. Ge-
rade ist die Straßenlauf-Saison zu
                                                                       V                         JA
                                                                                    DEZ               N
                                                                  NO
Ende gegangen. Regeneration ist

                                                       Straße
angesagt, kurz für die Marathonläu-
fer, die im Oktober noch im Einsatz
waren. Jetzt stehen die Zeichen auf
                                                                                            Cross

                                                                                                           FE
Crosslauf, Basis und oft Erfolgsga-
                                                             T

                                                                                                              B
                                                           OK

rant für erfolgreiche Läufer auf jeder
Laufstrecke ab 5.000 m. Empfeh-
lenswert für jeden, der ganzjährig

                                                                                                               MAR
läuft und nicht nur Asphalt unter
                                                       SEP

den Füßen haben will mit Einheits-
schritt. Cross als uralter Vibrator für
die gesamte Muskulatur! Wir schrei-
                                                        Bahn/
                                                                                                               AP
ten fort auf unserer Uhr mit einigen

                                                                                                             R
Crosslauf-Wettkämpfen, von denen
                                                                                           Straße
                                                 G

                                                        Berg
                                                  AU

man sich schneller erholt als von
beinharten Straßenläufen im Winter.                                                              AI
                                                                                                    M
Im März geht die Crosslauf-Saison                                                   JUN
mit Landesmeisterschaften und nur                                  L
noch alle zwei Jahre mit Weltmeis-                                   JU
terschaften zu Ende. Im Februar gibt
es für schnellere Leute die Option
für Einsätze in der Halle, leider nur
bis 3.000 m üblich. So können die
Auftritte ohne spezielle Trainings-       dem hervorragenden halbjährigen            me an Bergläufen oder Trails. Eine
vorbereitung mit den engen Kurven         Unterbau. Straßenlauf-Spezialisten         gute Option ist auch die Teilnahme
verletzungsträchtig werden.               überprüfen ihre Grundschnelligkeit         am breit gefächerten Angebot von
   Zu kalt ist es noch für die Bahn-      mit Läufen auf der Bahn. Allein der        Triathlons und Duathlons. Da kann
läufe, die im Mai mit zögerlichen         erneute Wechsel des Bodens macht           die Quantität an Lauf-km im Training
Eröffnungen beginnen. So ist es nie       sich positiv bemerkbar, 5.000 m und        schon mal in den Hintergrund tre-
verkehrt, das zweite Quartal auf un-      10.000 m im Stadionrund erhöhen            ten.
serer Jahresuhr beim Straßenlauf zu       das maximale Sauerstoffaufnahme-              Ja, und dann beginnt um viertel
verbringen und wenn nicht längere         vermögen (VO2max) und ermögli-             vor Zwölf das vierte Quartal mit Trai-
Distanzen, so höheres Tempo anzu-         chen eine größere Schonzeit bei den        nings- und Wettkampfhöhepunkten
schlagen als Übergang auf die Bahn-       Splits für die Herbstsaison auf der        und den Einsätzen über die halbe
saison, die in den drei Sommermona-       Straße. Doppelperiodisierung ist das       und ganze Marathondistanz. Schnell
ten Juni, Juli, August ihre Hochsaison    Schlagwort der Sportwissenschaft.          dreht sich der Jahreskreis und schon
hat. Eliteläufer und Senioren legen       Eine gute Alternative, besonders in        sind wir wieder im Regenerations-
sich jetzt ins Zeug, unterfüttert mit     der heißen Jahreszeit, ist die Teilnah-    monat November…
2                                                                                                 Laufmagazin SPIRIDON 11/18
Es wurde eng vor dem Ulmer Münster - SPIRIDON - Laufmagazin
7a^ioa^X]iZgLVha~j[i
         7a^ioa^X]iZgLVhc^X]ibZ]ga~j[i

                  xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
                      Querelen um die Querung
                                                                                  LedKZeCbb[h
                                                                                   LedKZeCbb[h

M
          itte Oktober fand in Wernigerode der 41.                                                                     rung beider Veranstaltungen. Die Harzquerer
          Harzgebirgslauf mit insgesamt fast 4.000                                                                     verlassen die Stadt frühmorgens und kehren
          Teilnehmern statt. Ausgerechnet an                                                                           erst am Nachmittag per Bus zurück. Nur bei
dem wohl wärmsten Oktobertag in Deutschland                                                                            den infrastrukturellen Anforderungen könnte
seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auf dem                                                                          es eng werden: Parkplätze, Hotels, Turnhal-
1.141 m hohen Brocken herrschten 18 Grad, bei                                                                          lennutzung. Nur darauf habe man den Ver-
Start und Ziel im Ortsteil Hasserode annähernd                                                                         anstalter hingewiesen, sagt Tobias Kascha,
30 °C. Es ging also heiß her. Das war es in der Har-                                                                   der Leiter des Oberbürgermeister-Büros von
zer Laufszene allerdings auch schon in den Tagen                                                                       Werningerode, auf SPIRIDON-Anfrage. „Wir
und Wochen zuvor, wenn auch auf ganz andere                                                                            haben die Veranstaltung weder abgesagt
Art und Weise. Es wurde bekannt, dass die zwei-                                                                        noch die Genehmigung versagt“, so Kascha
te große Laufveranstaltung in Wernigerode, die                                                                         weiter. Im Gegenteil: Man betrachte den Lauf
Harzquerung, im Jahr 2019 nicht mehr stattfin-                                                                         als Highlight für die Stadt und die Unterstüt-
den soll.                                                                                                              zung sei „obligatorisch“. Bei den Veranstaltern
   Nun ist - oder soll man schon sagen war? - die-                                                                     des Skiclubs Wernigerode kam das allerdings
se Harzquerung nicht irgendein Lauf. Er ist nahe-                                                                      irgendwie ganz anders an. Dort fühlte man
zu ebenso alt wie der Harzgebirgslauf, 2019 hätte                                                                    sich ausgegrenzt und während der zunächst
die 40. Auflage angestanden. Man kann ihn zu den großen alten                                     offenbar nicht sehr fruchtbaren Gespräche über eine Genehmi-
Ikonen aus DDR-Zeiten zählen und in einem Atemzug mit dem                                         gung verstrich dann der Termin, um den Lauf beim Verband an-
Rennsteiglauf und dem Kyffhäuser Berglauf nennen. Die mögen                                       zumelden und die nötigen Vorbereitungen zu treffen. 2019 wird
zwar größer und bundesweit bekannter sein, sind aber unmittel-                                    es definitiv keine Durchführung geben. Soweit, so schade. Tobias
bare Verwandte mit einigen Parallelen. Bei allen genannten Ver-                                   Kascha ist sicher, dass es 2020 einen Neustart geben wird und
anstaltungen handelt es sich um Landschaftsläufe einer beson-                                     die Stadt wird das auch unterstützen. Ob dann aber noch die al-
deren Prägung. Lang, bergig und volkstümlich organisiert. Alle                                    ten Macher des Laufes an Bord sind, ist fraglich. Und dies ist ein
entspringen ungefähr der gleichen Gründungszeit, wobei der                                        weiterer Aspekt, warum es überhaupt lohnt, auf diese zunächst
Rennsteiglauf als Urvater (2019 die 47. Auflage) zuerst stattfand                                 nur regional interessant erscheinende Querele zu schauen. Die
und sich die anderen Läufe an ihm orientierten. Auch die Harz-                                    Urväter des Laufes sind in die Jahre gekommen. Peter Unverzagt,
querung, die zuletzt immer über 1.000 Teilnehmer hatte und mit                                    Urgestein der Querung, wird 2019 achtzig Jahre alt und erklärte
ihrer Paradestrecke von 51 km zu den schönsten Läufen dieser                                      jetzt: „Nach 36 Jahren beende ich meine Tätigkeit und bin auch
Art in Deutschland zählte.                                                                        nicht mehr Mitglied des Skiclubs“. Da klingt auch viel Frust und
   Von Wernigerode ging es recht urtümlich über Trails ins thü-                                   fehlende Anerkennung mit. Die beklagt auch Norbert Schleef,
ringische Nordhausen. Alle diese Läufe haben gemeinsam, dass                                      für die Zeitnahme zuständig und fast 70, gegenüber SPIRIDON.
sie in ihrer Geschichte gegen allerlei Widerstände ganz unter-                                    Er sieht einen Neuanfang nur außerhalb des bislang zuständigen
schiedlicher Art zu kämpfen hatten. Der DDR-Zeit mit ihren Ein-                                   Vereines.
schränkungen - der Rennsteiglauf etwa war nie „international                                         Wernigerode und seine Harzquerung werden damit zum
ausgeschrieben“ wie es hieß und für westdeutsche Läufer offiziell                                 Symbol für viele andere Veranstaltungen, wenn vielleicht auch
tabu – folgten hier und da Nachwende-Querelen und Probleme.                                       nicht so prominente. Wenn ein jahrzehntelang erfolgreiches Or-
Dem Rennsteiglauf liefen die ostdeutschen Stammteilnehmer                                         ganisationsteam aus Altersgründen an seine Grenzen kommt,
davon, weil sie sich nach dem Fall der Mauer anderen Veranstal-                                   bricht bisweilen der ganze (Volks)-Lauf weg. Mancherorts findet
tungen weltweit zuwandten, im Harz wurde ein Nationalpark                                         sich kein ehrenamtlicher Nachwuchs, manchmal integriert man
gegründet, es kam zu Verboten bei der Streckenführung beim                                        ihn auch nicht rechtzeitig oder ausreichend. Ein Problem, dass
Harzgebirgslauf. Überall bewies man jedoch Ausdauer, Trotz und                                    Agenturen, die größere Events durchführen, natürlich nicht ha-
Durchhaltevermögen – alle Läufe überlebten und wurden durch                                       ben. Laufpuristen beklagen immer wieder, dass der klassische,
ihren Zuschnitt und nicht zuletzt dank ihrer Historie „Kult“. Wenn                                von Ehrenamtlichen durchgeführte Lauf von solchen Unterneh-
nun bei einem dieser Veteranen-Läufe das Handtuch geworfen                                        men „aufgefressen“ werden. Und da diese auch Geld verdienen
wird, lohnt es sich schon genauer hinzusehen. Die Bedeutung ist                                   wollen und müssen, steigen dann die Startgebühren. Dabei kön-
überregional. Und dieses genauere Hinsehen gibt auch nur ein                                      nen beide Veranstaltungsformen nebeneinander existieren, gro-
Bild, wenn man die Historie kennt.                                                                ße Events mit all seinen Anforderungen sind ohnehin nicht mehr
   Geradezu gallig heißt es auf der Homepage des Laufes etwas                                     rein ehrenamtlich abzuwickeln. Da, wo noch rein ehrenamtlich
ungelenk wörtlich „Für 2019 haben die Verantwortlichen der                                        für Laufveranstaltungen gearbeitet wird, Stunde um Stunde und
Stadt Wernigerode entschieden findet der 61.Bundesschützentag                                     in der Summe Jahr für Jahr, mit Engagement und Herzblut, sollte
in Wernigerode statt für Läufer ist kein Platz mehr“. Und dann                                    man vielleicht noch mehr Anerkennung für die Organisatoren
wird es geradezu bitter, wenn es heißt: „32 Jahre nach dem                                        zeigen. Das gilt für die teilnehmenden Starter, die bisweilen gar
letzten Verbot der Harzquerung durch das DDR-Regime kann                                          nicht recht sehen, welcher Aufwand schon hinter einer kleinen
sich die Stadt Wernigerode rühmen, in das gleiche Fahrwas-                                        Laufveranstaltung stecken kann. Das gilt aber auch für öffent-
ser geraten zu sein“. Das ist schon recht happig. Was ist da los                                  liche Stellen, insbesondere Stadtverwaltungen. Die Unterstüt-
in der sogenannten „bunten Stadt am Harz“? Viel Frust und viel                                    zung muss ja nicht immer in Euro zu messen sein, öffentliche
Missverständnis offenbar. Tatsächlich findet am letzten April-                                    Anerkennung hat auch ihren Wert und motiviert zum Weiterma-

                HEFT 11-2018
Wochenende, dem angestammten Harzquerungstermin, der                                              chen. In Wernigerode hat zuletzt offenbar irgendwie die Chemie
auch mit den Daten der Veranstalter des Rennsteig- und des                                        nicht gestimmt. Es bleibt zu hoffen, und die Stadtverwaltung
Kyffhäuserlaufes abgestimmt ist, in Wernigerode der Deutsche                                      versichert das glaubhaft, dass es 2020 zu einem Neustart kommt.
Schützentag statt. Der hat auch Tradition, es ist der 61. seiner                                  Und Lehren aus einer zunächst vermeintlich lokalen Geschichte
Art. Im Grunde spricht nicht viel gegen die parallele Durchfüh-                                   kann man auch anderenorts ziehen.

Laufmagazin SPIRIDON 11/18                                                                                                                                                                      47
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