Geschäftsbericht 2012 - Gesundheitsförderung Schweiz

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Geschäftsbericht 2012 - Gesundheitsförderung Schweiz
Geschäftsbericht 2012

103 943	Arbeitnehmende
        sind in Friendly Work Space® Betrieben beschäftigt.

132 792	Kinder und Jugendliche
        können durch kantonale Aktionsprogramme erreicht werden.

407 000	Teilnehmende
        am «slowUp» – familienfreundlichen Bewegungstagen in der ganzen Schweiz.
Inhaltsverzeichnis   2

Inhaltsverzeichnis

3 Vorwort

4 Gesundheitsförderung Schweiz

6 ORGANISATION                   8 Gesundes Körpergewicht
7 Highlights 2012

                                     Psychische Gesundheit
                                  15 und stress

                                     Gesundheitsförderung und
                                  22 Prävention stärken

                                  29 Zahlen und fakten
Vorwort   3

Zukunftsperspektiven
Auch ohne entsprechendes Gesetz werden    «Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man           Das markanteste Ereignis des vergangenen Jahres
Prävention und Gesundheitsförderung       kann den Grund für etwas Zukünftiges legen,                war zweifellos die knappe Ablehnung des Präventions-
im Gesundheitswesen noch an Bedeutung     denn Zukunft kann man bauen». Diese Aussage von            gesetzes durch die Eidgenössischen Räte. Doch
gewinnen. Mit gezielten und gut koor­     Antoine de Saint-Exupéry ist treue Begleiterin in          auch ohne Gesetz können wir Prävention und Gesund-
dinierten Massnahmen können die Gesund­   der alltäglichen Arbeit der Stiftung.                      heitsförderung in der Schweiz besser verankern.
heitschancen in allen Bevölkerungs­
schichten verbessert werden.              Denn auch die Gesundheit kann man nicht voraus­            • A
                                                                                                        uf nationaler Ebene muss die Aufgabenteilung
                                          sehen. Wir können ihr aber Sorge tragen und sie              zwischen BAG und Gesundheitsförderung Schweiz
                                          pflegen. Sie ist kein Selbstzweck. Vielmehr gehen            klar definiert werden.
                                          Prävention und Gesundheitsförderung uns alle etwas         • D
                                                                                                        as Zusammenspiel zwischen nationaler Ebene
                                          an. Durch den Stellenwert, den wir der Gesundheit            und den Kantonen muss besser geregelt werden.
                                          heute verleihen, können wir die künftige Entwicklung       • U
                                                                                                        nd schliesslich muss jede Organisation für sich
                                          von Gesellschaft und Umwelt wesentlich beeinflussen          überlegen, welchen Beitrag sie zu einer verbesserten
                                          und damit auch nachhaltige Grundlagen für einen              Koordination leisten kann.
                                          ­gesunderhaltenden Arbeits- und Lebensraum schaffen.
                                                                                                     Diese Herausforderungen sind nicht neu, sie gehören
                                          Als Politikerin freue ich mich, einer Stiftung vorstehen   zu unserem Arbeitsalltag. An dieser Stelle möchte ich
                                          zu dürfen, welche die Menschen motiviert und er­           allen unseren Partnern, Mitarbeitern und Mitarbeite-
                                          mutigt, in ihrem täglichen Leben Verantwortung zu          rinnen ganz herzlich für die konstruktive Zusammen-
                                          übernehmen, um die Zukunft aktiv mitzugestalten.           arbeit danken.

                                          Heidi Hanselmann                                           Dr. Thomas Mattig
                                          Präsidentin des Stiftungsrates                             Direktor
                                          Gesundheitsförderung Schweiz                               Gesundheitsförderung Schweiz
Gesundheitsförderung Schweiz 4

Gesundheitsförderung Schweiz
auf einen Blick
Was ist Gesundheit?                                    was ist unser Auftrag?                                   Wie finanziert sich die Stiftung?
Gesundheitsförderung Schweiz orientiert sich an        Mit gesetzlichem Auftrag initiiert, koordiniert und      Jede obligatorisch versicherte Person in der Schweiz
der Gesundheitsdefinition der WHO. Demnach             evaluiert Gesundheitsförderung Schweiz Massnahmen        leistet einen jährlichen Beitrag von CHF 2.40 zuguns-
ist Gesundheit mehr als das Freisein von psychischen   zur Förderung der Gesundheit und zur Verhütung von       ten von Gesundheits­förderung Schweiz, der von den
oder physischen Beeinträchtigungen. Sie ist auch       Krankheiten (Krankenversicherungsgesetz, Art. 19).       Krankenversicherern eingezogen wird (KVG Art. 20).
nicht ein «Kapital», das nach und nach aufgebraucht
wird. In jeder Lebensphase und in jeder Verfass-
ung können Elemente der Gesundheit verwirklicht        Wer ist die Stiftung?                                    Meilensteine
werden. Darum ist ein Mensch nicht entweder            Gesundheitsförderung Schweiz wird als privatrecht­       1986 «Ottawa Charta» für Gesundheitsförderung
gesund oder krank, sondern er kann gemäss seinen       liche Stiftung von Kantonen und Versicherern getragen.   1989 «Schweizerische Stiftung für Gesundheits-
Kräften und Möglichkeiten Verantwortung über­          Sie vereint zudem Vertreter des Bundes, der Suva,             förderung» von 26 Kantonen gegründet
nehmen für seine Gesundheit.                           der ­Ärzteschaft, der Wissenschaft, der auf dem Gebiet   1996 Gesundheitsförderung und Prävention im
                                                       der Krankheitsverhütung tätigen Fachverbände und              Krankenversicherungsgesetz (KVG Art. 19/20)
                                                       ­weiterer Organisationen.                                1998 «Stiftung 19» gegründet von Versicherern
Was ist Gesundheitsförderung?                                                                                        und Kantonen mit Auftrag KVG Art. 19/20
Prävention und Gesundheitsförderung dienen der                                                                  2002 «Gesundheitsförderung Schweiz» geht aus der
­Erhaltung und Stärkung der Gesundheit.                Was ist unsere Strategie?                                     «Stiftung 19» hervor
 Prävention umfasst Massnahmen zur Verhütung           Gesundheitsförderung Schweiz verfolgt eine langfristi-   2007 Langfristige Strategie 2007–2018 von Gesund-
 von ansteckenden oder nicht ansteckenden              ge Strategie (2007 – 2018). Damit die Stiftung ihren          heitsförderung Schweiz verabschiedet
 ­Krankheiten. Gesundheitsförderung setzt sich zum     Auftrag mit den ihr anvertrauten Mitteln effizient um-   2009 Entwurf zum «Bundesgesetz über Prävention
  Ziel, gesundheitliche Re­ssourcen und Potentiale     setzen kann, konzentriert sie sich auf drei Themen.           und Gesundheitsförderung» (Präventionsgesetz)
  von Menschen zu stärken. Beide Ansätze ergänzen      • G
                                                          esundes Körpergewicht bei Kindern und                2012 Ständerat lehnt das Präventionsgesetz äusserst
  sich gegenseitig im Be­streben, möglichst vielen       Jugendlichen                                                knapp ab, der Nationalrat ist stets deutlich dafür
  ­Menschen ein gesundes Leben zu ermöglichen.         • Psychische Gesundheit / Stress                         2018 Messung der in langfristiger Strategie defi­­-
                                                       • Gesundheitsförderung und Prävention stärken                 n­ierten Ziele von Gesundheitsförderung Schweiz
Gesundheitsförderung Schweiz 5

DER ANSATZ VON GESUNDHEITSFÖRDERUNG SCHWEIZ

                                                            GESUNDHEITSFÖRDERUNG
                                                                  SCHWEIZ
                                        Di
                                             ens
                                                   tleis                                   af   te n
                                                        tunge                         rsch
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                                                                                                                 o rganis
                                                                                                             Fach
                                    Versich
                                            erunge      n          Kantone         Gemeinden

                                                                  Bevölkerung

                                                                                        Gesundheitsförderung Schweiz kann ihre Ziele nur mit starken
                                                                                        Partnern aus Politik, Wirtschaft und Fachwelt erreichen.
                                                                                        Gesundheit wird in Kantonen und Gemeinden, Schulen und
                                                                                        ­Fa­milien, am Arbeitsplatz und in der Freizeit erzeugt.
                                                                                         Unsere Dienstleistungen unterstützen unsere Partner vor Ort,
                                                                                         um Massnahmen zur Gesundheitsförderung umzusetzen.
Organisation   6

Organisation
Stiftungsrat                                                                                                              GESCHÄFTSLEITUNG

Dr. med. Beat Arnet                                          Stefan Kaufmann                                              Dr. Thomas Mattig
Suva, Luzern                                                 EGK Gesundheitskasse, Laufen                                 Direktor

Fabienne Clément                                             Manfred Manser                                               Bettina Schulte-Abel
santésuisse, Solothurn, Vizepräsidentin des Stiftungsrates   Vizepräsident des Stiftungsrates                             Vizedirektorin / Programme

Anne-Claude Demierre                                         Bruno Meili                                                  René Marcello Rippstein
Direktion für Gesundheit und Soziales                        Schweizerische Gesundheitsligen-Konferenz (GELIKO), Zürich   Dienstleistungen und Kommunikation
des Kantons Freiburg, Freiburg
                                                             Beat Moll                                                    Rudolf Zurkinden
Joachim Eder                                                 CSS Versicherung, Luzern                                     Partner Relations und Support
Gesundheitsdirektion des Kantons Zug, Zug
Präsident des Stiftungsrates (bis März 2012)                 Gabriel Nusbaumer
                                                             Fédération Romande des Consommateurs (FRC), Lausanne
Barbara Gassmann
Schweizerischer Verband der Berufsorganisationen             Heinz Roth                                                   Aufsichtsbehörde
im Gesundheitswesen (SVBG), Bern                             Schweizerischer Versicherungsverband (SVV), Zürich

Guido Graf                                                   Prof. Dr. John-Paul Vader                                    Bundesrat
Gesundheits- und Sozialdepartement                                                                                        Eidgenössisches Departement des Innern EDI,
                                                             Institut für Sozial- und Präventivmedizin
des Kantons Luzern, Luzern                                                                                                Bundesamt für Gesundheit BAG
                                                             der Universität Lausanne (IUMSP), Lausanne

Heidi Hanselmann                                             Dr. Charles Vincent
Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen, St. Gallen    Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern, Luzern
Präsidentin des Stiftungsrates (ab Juli 2012)
                                                             Barbara Weil
Klaus Huber                                                  Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte, FMH, Bern
Vertreter des Bundes, Schiers (GR)

Dominique Jordan
pharmaSuisse, Bern-Liebefeld
Highlights 7

HIGHLIGHTS 2012
Zweite Staffel startet                                  Netzwerk erfolgreich                                     slowUp bewegt 407 000
Januar: 12 Kantone starten in die zweite Staffel        Juni: Die erste nationale Tagung des Netzwerks           Oktober: 18 slowUp Erlebnistage bringen in der
(2012– 2015). Diese Kantone setzen für weitere          Psychische Gesundheit Schweiz stösst bei Kantonen,       13. Saison der beliebten Freizeitsportbewegung gut
vier Jahre Massnahmen für ein gesundes Körper­          Bundesstellen, Fachorganisationen, Wirtschaft und        407 000 Menschen mit etwas Muskelkraft und viel
gewicht bei Kindern und Jugendlichen um.                Wissenschaft auf sehr grosses Interesse.                 Spass in der ganzen Schweiz motorfrei auf Touren.
www.gesundheitsfoerderung.ch/kap                       www.npg-rsp.ch                                           www.gesundheitsfoerderung.ch/slowup

Gesundheit in Zukunft                                   Preis für Gesundheitskompetenz                           neue Friendly Work SPACES ®
Januar: An der 13. Gesundheitsförderungs-Konferenz      August: Die von Gesundheitsförderung Schweiz ini­        Oktober: Acht weitere Unternehmen und Institutionen
diskutieren 310 Teilnehmende die Frage: Wie sieht die   tiierte Allianz Gesundheitskompetenz vergibt erstmals    aus der Schweiz sowie aus Liechtenstein werden
Zukunft der Gesundheitsförderung in der Schweiz         einen Preis. Gewinnerin ist das HEKS mit einem           mit dem Label ausgezeichnet. Erstmalig konnten zehn
aus, um künftigen Generationen ein gesundes Leben       Projekt zur Gesundheitskompetenz von Migrantinnen.       Label-Träger der ersten Stunde bestätigt werden.
zu ermöglichen?                                         www.allianz-gesundheitskompetenz.ch                      www.gesundheitsfoerderung.ch/label
www.gesundheitsfoerderung.ch/konferenz

«trink Wasser» lanciert                                 Arbeitsplatz der Zukunft                                 Koordination ohne Gesetz
April: Der neue vierjährige Themenschwerpunkt           August: Die nationale Tagung für betriebliche Gesund­-   November: Gesundheitsförderung Schweiz bringt
«trink Wasser» von Gesundheitsförderung Schweiz         heitsförderung ist mit 611 Teilnehmenden sehr gut        in die gesundheitspolitische Diskussion eine
soll insbesondere Kinder und Jugendliche für            besucht. Unternehmen wie Cisco, Hoffmann-La Roche,       Ideenskizze ein, um die Koordination zu verbessern,
das Wassertrinken als Alternative zu Süssgetränken      IBM, PostFinance, Swisscom oder Raiffeisen Schweiz       ­Anstrengungen zu bündeln und Doppelspurigkeiten
sensibilisieren.                                       diskutieren Herausforderungen und Lösungen.               zu vermeiden.
www.gesundheitsfoerderung.ch/wasser                     www.gesundheitsfoerderung.ch/tagung                       www.gesundheitsfoerderung.ch
Gesundes Körpergewicht    8

«Gesundheitsförderung
  bei Kindern und Jugendlichen
  ist die beste Investition
 für eine gesunde Zukunft.»       Heidi Hanselmann
                                  Präsidentin des
                                  Stiftungsrates
Gesundes Körpergewicht            9

Gesundes körpergewicht
Trotz einer Stabilisierung von Übergewicht   Ausgangslage
und Adipositas (Fettleibigkeit) in der       Mehr als ein Drittel der Schweizer Bevölkerung ist   Problemursachen. Diese haben bereits im Kindesalter
­Be­völkerung auf hohem Niveau werden die    übergewichtig. Heute ist bereits jedes fünfte Kind   negative Folgen auf das Körpergewicht. Über-
 Kosten aufgrund von Folgeerkrankungen       übergewichtig oder adipös. Mangelnde Bewegung        gewicht und Adipositas haben langfristig Auswirkun-
 weiterhin zunehmen. Diese werden das        sowie unausgewogene Ernährung gelten als zentrale    gen auf den Gesundheitszustand der Betroffenen.
 Schweizer Gesundheitssystem belasten.

                                             Ausgewählte Trends: Ernährung und Bewegung bei Kindern und Jugendlichen

                                               Ernährungs-           Ernährungs-             Konsum             Bewegungs-
                                                verhalten            botschaften           Süssgetränke          verhalten

                                               Body-Mass-            Körperwahr-              Kosten            Aktionen der
                                                Index BMI             nehmung               Übergewicht          Wirtschaft

                                                                                                                                         Quelle: siehe Seite 48
Gesundes Körpergewicht          10

Ziele
Der Bereich «Gesundes Körpergewicht» ist ein
Schwerpunkt der langfristigen Strategie 2007–2018
von Gesundheitsförderung Schweiz, der partner-
schaftlich mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG)
                                                          Massnahmen
                                                          Die Stiftung berücksichtigt in ihren Massnahmen
                                                          das Zusammenspiel von Rahmenbedingungen in
                                                          Wirtschaft, Gesellschaft und persönlichem Verhalten.
                                                          Förderliche Rahmenbedingungen, ausreichende
                                                                                                                 12
                                                                                                                 Kantone sind 2012 in
                                                                                                                 die zweite Staffel gestartet

                                                                                                                 22
und der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK)              ­Bewegung und gesunde Ernährung sind zentrale An-
betrieben wird. Ziel ist es, den Anteil der Bevölkerung    satzpunkte des Programms «Gesundes Körper­
mit einem gesunden Körpergewicht zu erhöhen.               gewicht bei Kindern und Jugendlichen». Dabei wird
Das Risiko für verschiedene Krankheiten und frühzei-       an bereits entfaltete Aktivitäten angeknüpft und
tigen Tod steigt mit zunehmendem Body-Mass-Index           auf gemachten Erfahrungen zahlreicher Programme       kantonale Aktionsprogramme
und kann durch eine Reduktion des Übergewichts             auf nationaler und internationaler Ebene aufgebaut.   für gesundes Körpergewicht
gesenkt werden. Mit einer sowohl die Verhältnisse

                                                                                                                 2500
wie das Verhalten einschliessenden Strategie will         2012 wurde die langfristige Zusammenarbeit mit
Gesundheitsförderung Schweiz zu einer Trendumkehr         20 Kantonen im Rahmen der kantonalen Akti­
in die gesunde Richtung beitragen. Alle Leute sollen      onsprogramme für ein gesundes Körpergewicht (KAP)
in ihren Fähigkeiten gestärkt werden, im Rahmen           zur Primärprävention bei Kindern und Jugendlichen
ihrer Möglichkeiten zu einem gesunden Körperge-           fortgeführt. Gesundheitsförderung Schweiz unter-       Multiplikatoren erreicht
wicht beizutragen.                                        stützt die Kantone durch Finanzierung, Koordination,

                                                                                                                 132 792
                                                          Be­ratung, Vernetzung, Informations-­und Wissens­
                                                          austausch sowie Evaluationen. So können Informatio-
                                                          nen und Wissen effizient ausgetauscht und erfol­g­
                                                          reiche Interventionsprojekte multipliziert werden.
                                                                                                                 Kinder und Jugendliche
                                                                                                                 durch die Programme erreicht
                                                                                                                                                  Quelle: siehe Seite 48
Gesundes Körpergewicht            11

Langfristiges Engagement                                 Kantonale Aktionsprogramme: Stand der Umsetzung
Die kantonalen Aktionsprogramme (KAP) fokussieren
                                                                                                                                                           2012–2015: 12   Kantone
auf die Primärprävention bei Kindern und Jugendlichen                                             SH                                                       2013–2016: 6    Kantone
von 0 bis 16 Jahren. Gesundheitsförderung Schweiz                                BS                              TG                                        2014–2017: 1    Kanton
setzt nicht auf teure Individual-Therapien oder                                                                                                            2015–2018: 1    Kanton
                                                                                                      ZH
                                                                                      BL    AG
­regulatorische Eingriffe wie Verbote oder Steuern für                     JU                                          AR
                                                                                 SO                                         AI                             Keine Verlängerung:
 ungesunde Lebensmittel. Mit national koordinier-                                                                 SG                                       2 Kantone
 ten und lokal organisierten Interventionsprogrammen                                                  ZG                                                   Kein Programm:
 bauen wir auf langfristiges Engagement. Gestützt                                          LU               SZ                                             4 Kantone
                                                                     NE                                          GL
 durch kantonale und lokale Akteure entsteht so Wir-                                             NW
                                                                                BE
 kung vor Ort.                                                                              OW         UR
                                                                          FR
                                                                                                                                 GR
                                                                VD
Im Januar 2012 sind zwölf Kantone in die zweite Staf-
fel (2012–2015) gestartet. Diese Kantone setzen für
weitere vier Jahre Massnahmen um. Sechs Kantone                                                             TI
haben 2012 die zweite Staffel vorbereitet. Gesund-       GE                     VS
heitsförderung Schweiz ist somit auf Kurs in der Um-
setzung ihrer langfristigen Strategie 2007–2018.

                                                                                                                            Mit nationaler Koordination sowie engagierten und gut
                                                                                                                            ­vernetzten Partnern auf kantonaler und lokaler
Mehr Informationen:                                                                                                          Ebene der globalen Epidemie von Übergewicht und
www.gesundheitsfoerderung.ch/kap                                                                                             ­Adipositas entgegenwirken.
Gesundes Körpergewicht            12

Koordination und Flexibilität                           Koordination durch Gesundheitsförderung Schweiz
Das Konzept der kantonalen Aktionsprogramme (KAP)
ermöglicht den Kantonen eine flexible und
­bedürfnisangepasste Umsetzung. Interventionen auf
 verschiedenen Altersstufen (Module) sind als                           Wissen                                            Fachpersonen
                                                                       verteilen                                            vernetzen
 ein Stufenmodell konzipiert, das auf einem System
 der Wahl- und Ergänzungsmöglichkeiten basiert.
 Ein einheit­licher konzeptueller Rahmen dient der
 Qualitäts­sicherung auf nationaler Ebene.                                                      Gemeinden

Für die zweite Staffel haben zwölf Kantone mit
Gesundheitsförderung Schweiz im Rahmen der Stra-
                                                                                               KANTONE
tegie «Gesundes Körpergewicht» eine Vereinbarung                Spielplätze                                                      Kindergärten
abgeschlossen, die finanzielle Unterstützung vorsieht
und die Programme nach den Zielen der nationalen
Strategie ausrichtet. Die Kantone setzen so für                                    Spitäler                   Schulen
weitere vier Jahre Massnahmen auf folgenden                Wirkung                                                                              Projekte
                                                           messen                                                                              empfehlen
Ebenen um: Module (Projekte zur Förderung ausrei-
chender Bewegung und ausgewogener Ernährung
bei Kindern und Jugendlichen), Policy, Vernetzung                                             Kommunikation
und Öffentlichkeitsarbeit.                                                                     unterstützen

Mehr Informationen:
www.gesundheitsfoerderung.ch/module                                                                           Ein griffiges Konzept für die nationale Koordination ermöglicht
                                                                                                              Interventionen und Wirkung auf mehreren Ebenen.
Gesundes Körpergewicht    13

ANZAHL TEILNEHmende AM slowUp 2012                                                                                  Lust auf slowUp

407 000
                                                                                                                    Die 18 slowUp Erlebnistage – der grösste Bewegungs-
                                                                                                                    anlass der Schweiz – haben 2012 gut 407 000 Men-
                                                                                                                    schen auf Touren gebracht. Kinder und Erwachsene
                                                                                                                    haben sich auf Velos, Inline Skates, Kickboards oder
                                                                                                                    zu Fuss auf eine der motorfreien Routen gemacht
                                                                                      25000
                                                                  65000    18000                     30000          und da oder dort ein schönes Stück Schweiz in Fest-
                                                                                                                    stimmung erlebt.
                                                            30000
                                                                            25000           30000                   Gesundheitsförderung Schweiz gehört seit elf Jahren
                                                                  28000
                                                                                                       11000
                                                                                                                    zur nationalen «slowUp»-Trägerschaft. Über die
                                                                          26500     12000                           18 slowUp-Websites erreichen wir Hundertausende
                                                         40000                                                      mit unseren attraktiven Online-Rechnern zum
                                                                                                                    ­Flüssigkeitsverbrauch, zum Body-Mass-Index, zum
                                                                                                             1500    Energieverbrauch und zur Waist-to-Hip-Ratio. Die
                                    3800                  18000
                                                                                                                     ­bisher primär auf Bewegung ausgerichteten slowUp-
                                                                                                                      Events konnten wir als nationale Trägerin auf unsere
                                                                                                                      Schwerpunktthemen Ernährung und Bewegung
                                  30000                           19000                      15000                    ­ausrichten. An allen 18 slowUps bieten bereits mehr
                                                                                                                       als 50 Prozent der Essensstände Wasser, Früchte
                                                                                                                       und Gemüse an.
Die sympathische Veranstaltungsserie deckt mit ihren
mittlerweile 18 Erlebnistagen sämtliche Landesteile ab                                                              Mehr Informationen:
                                                                                                                    www.gesundheitsfoerderung.ch/slowup
Gesundes Körpergewicht        14

«trink Wasser» lanciert                                 «trink Wasser» in der ganzen Schweiz präsent (AUSWAHL)
Der Themenschwerpunkt «trink Wasser» wurde im
                                                                                                                            1	AG: Schulen
April 2012 lanciert und wird über die nächsten                                                                                  im Kanton Aargau
vier Jahre von zahlreichen Aktionen weitergetragen.                                                                         2	 AR: Guet druf-Tag
                                                                                                         9                      für Familien
Sie umfassen neben Informationsmaterialien
                                                                                               14                           3	 BE: slowUp Emmental-
eine Vielfalt von Events, Give-Aways und Social-Me-                                       1
                                                                        5                                                       Oberaargau
                                                                                                                 2
dia-Massnahmen. Dabei arbeiten wir eng mit                                                                   7              4	 GR: Handels-, Industrie-
­Kantonen, Städten und Wirtschaft zusammen. Sie                               8                                                 und Gewerbeausstellung
                                                                                              15                                HIGA
 helfen mit, dem Wassertrinken als Alternative                                        6
                                                                                                                            5	 JU: slowUp Jura
 zu Süssgetränken ein positives Image zu verleihen.                                                                         6	 LU: Purzelbaum-
                                                                                  3
                                                                                                                                Kindergärten
                                                                                               11
Prominente Auftritte erhielt «trink Wasser» 2012 an                                                                  4      7	 SG: Frühlingsmesse OFFA
                                                                                                                            8	 SO: slowUp Solothurn-
den slowUps sowie am Swiss Ice Hockey Day.                     12
                                                                                                                                Buechibärg;
Spieler der Eishockey-Nationalmannschaft sind offizi-                                                                           Kantonales Turnfest
elle Botschafter der Aktion. An Schulen oder                                                                                9	 TG: Thurgauer Messe
                                                                                                    10                          WEGA
auf öffentlichen Plätzen wurde durch die attraktive
                                                                                                                            10	TI: slowUp Ticino
Bereitstellung von kostenlosem Wasser das                                    13
                                                                                                                            11	UR: Altdorfer-
­Wassertrinken gezielt gefördert. Im November wurde                                                                             Wochenmarkt
 ein erster Roundtable zum Thema Wasser durch­                                                                              12	VD: Morges Bouge
 geführt, um mit Partnern gemeinsame Projekte zu                                                                            13	VS: slowUp Valais
                                                                                                                            14	ZH: nationale Tagung
 entwickeln.                                                                                                                    betriebliche Gesundheits-
                                                                                                                                förderung
Mehr Informationen:                                                                                                         15	ZG: Family Days
                                                                                                                                in Badeanstalten
www.gesundheitsfoerderung.ch/wasser
Gesundes Körpergewicht            15

Wirkung
Geldgeber verlangen rasche Nachweise über Wirkun-            und Optimierung unserer Massnahmen bereit.                  auf Interviews und Validierungen mit diesen. Mit den
gen. Die erwarteten Ergebnisse sind meist                    Gesundheitsförderung Schweiz hat 2012 in Zusam-             im Rahmen der Selbstevaluation eingesetzten
nur langfristig erreichbar, von vielen externen Fakto-       menarbeit mit den Kantonen und einem unab­                  ­Erhebungsinstrumenten können Wirkungen punktuell
ren mitbestimmt und schwierig zu messen.                     hängigen Institut eine Selbstevaluation der kantona-         erfasst werden.
Fachleute der Gesundheitsförderung und Prävention            len Aktionsprogramme (KAP) durchgeführt.
sind also gefordert. Mit Evaluationen und Moni-              Die Evaluation basiert auf Datenerfassungen und Be-         Mehr Informationen:
torings stellen wir Grundlagen für die Beurteilung           urteilungen durch die Programmleitenden sowie               www.gesundheitsfoerderung.ch/evaluation

Wirkungskette Kantonale Aktionsprogramme

  INPUT GESUNDHEITS-                ERBRACHTE                               UNMITTELBARE                       MITTELFRISTIGE                    LANGFRISTIGE
  FÖRDERUNG SCHWEIZ                 LEISTUNGEN                              WIRKUNG                            WIRKUNG                           WIRKUNG

 ∤ 5,3 Mio. CHF                     ∤ Koordination, Evaluation          Evaluationsergebnisse 2012 (Auswahl)   ∤ Stabilisierung Übergewicht,     ∤ Reduktion Übergewicht
   Kantonale Aktionsprogramme         und Kommunikation                 ∤ Bewegungsverhalten verbessert         Wissenszuwachs                     und Folgekrankheiten
                                                                        ∤ Zunahme multiplizierte Projekte
                                                                        ∤ 2500 Multiplikatoren erreicht
                                                                        ∤ Empfehlungen übernommen

                                                                                                                                                                  Quelle: siehe Seite 48
Psychische Gesundheit und Stress 16

«Das Label hilft uns bei
 der Re­krutierung und
 Bindung von qualifizierten
 Mitarbeitenden.»  Christof Gassner
                   CEO Kuhn Rikon
Psychische Gesundheit und Stress 17

Psychische Gesundheit und Stress
Die psychische Gesundheit umfasst persön­   Ausgangslage
 liches Wohlbefinden, Zufriedenheit,        In den letzten Jahren hat der Anteil an Personen,    psychisch belastet. Psychische Störungen verursa-
­Selbstbewusstsein, Beziehungsfähigkeit,    die sich sehr häufig optimistisch, kraft- und        chen volkswirtschaftliche Kosten von über 11 Milliar-
 Alltagsbewältigung und Arbeitsfähigkeit.   ­energievoll fühlen, um ein Drittel abgenommen.      den Franken pro Jahr, wobei indirekte Kosten (z. B.
 Sie hat deshalb nicht nur grosse indi­      Etwa 4 Prozent der Schweizer Bevölkerung            durch Arbeitsabsenzen und Frühpensionierungen)
 viduelle, sondern auch gesellschaftliche    fühlen sich stark, rund 13 Prozent mittelstark      von grosser Bedeutung sind.
 und volkswirtschaftliche Bedeutung.

                                            PSYCHISCHE GESUNDHEIT                                Inanspruchnahme

                                            4%                    der Bevölkerung fühlen sich
                                                                  stark psychisch belastet
                                                                                                 +5 %                         Hospitalisierungsrate

                                            13 %                       fühlen sich mittelstark
                                                                       psychisch belastet
                                                                                                 +9 %                         ambulante psychische
                                                                                                                              Behandlungen

                                            19 %                       haben schwache
                                                                       bis starke Depressions-
                                                                       symptome                  +18 %                             psychische
                                                                                                                                   Behandlungen in
                                                                                                                                   Praxen

                                                                                                                                          Quelle: siehe Seite 48
Psychische Gesundheit und Stress 18

Ziele
Der Bereich «Psychische Gesundheit – Stress» ist ein
Schwerpunktthema der langfristigen Strategie
2007–2018 von Gesundheitsförderung Schweiz. In
jeder Generation und in jeder Lebensphase sind
                                                         Massnahmen
                                                          Arbeit hat für die psychische Gesundheit einen zent-
                                                          ralen Stellenwert. Mit über 4,5 Mio. Arbeitnehmenden
                                                          ist mehr als die Hälfte der Schweizer Wohnbevöl­ke­
                                                          rung erwerbstätig. Ein Grossteil aller Erwerbstätigen
                                                                                                                  33
                                                                                                                  Firmen per Ende 2012 mit dem Label
                                                                                                                  Friendly Work Space ® ausgezeichnet
­andere psychische Herausforderungen zu bewältigen.       steht 40 Jahre und mehr im Arbeitsprozess. Deshalb

                                                                                                                  270
 Psychische Gesundheit muss in einem lebens-              konzentriert sich Gesundheitsförderung Schweiz auf
 langen Prozess stets aufs Neue wiederhergestellt         die betriebliche Gesundheitsförderung. 2012 wurden
 werden. Ziel der Aktivitäten von Gesundheitsförde-       das Label Friendly Work Space ® sowie das online
 rung Schweiz ist es, dass mehr Menschen über eine       ­verfügbare Stressbarometer S-Tool gemeinsam mit
 bes­sere Fähigkeit verfügen, ihr Leben zu gestalten      der Wirtschaft weiterentwickelt.                        Firmen interessieren sich für
 und zu kontrollieren. Dies verbessert die psychische                                                             das Label Friendly Work Space ®
 ­Gesundheit und verringert die stressbedingten Krank-   Die nationale Tagung für betriebliche Gesundheits­

                                                                                                                  285
  heitsfolgen. So setzen wir unseren gesetzlichen        förderung zog zahlreiche Grossfirmen und
  ­Auftrag um (Krankenversicherungsgesetz, Art. 19).     KMU an, um Herausforderungen und Lösungen am
                                                         «Arbeitsplatz der Zukunft» zu diskutieren.
                                                         Gesundheits­förderung Schweiz hat sich 2012 gemein-
                                                         samt mit drei Bundesämtern (BAG, BSV, SECO)              Firmen interessieren sich für das
                                                         und der Schweizerischen Gesundheitsdirektorenkon-        Online-Stressbaromter S-Tool
                                                         ferenz (GDK) beim Aufbau des Netzwerks Psych-

                                                                                                                  103 943
                                                         ische Gesundheit Schweiz engagiert.

                                                                                                                  Mitarbeitende arbeiten in einem Betrieb
                                                                                                                  mit dem Label Friendly Work Space ®
Psychische Gesundheit und Stress 19

Label-Unternehmen – ERSTVERGABE 2012                                                                                 Langfristiges Commitment
                                                                                                                     Im Oktober wurden acht weitere Unternehmen und
                                                                                                                     Institutionen aus der Schweiz und aus Liechten-
                                                                                                                     stein für ihr Engagement im betrieblichen Gesund-
                                                                                                                     heitsmanagement mit dem Label Friendly Work
                                                                                                                     Space ® ausgezeichnet. Ab sofort tragen auch die
                                                                                                                     Feldschlösschen Getränke AG, die Bethesda Pflege­
Die Schweizerische Post,      Helsana Versicherungen AG   CSS Versicherung AG,             Lundbeck (Schweiz) AG
                                                                                                                     residenz AG, die Genossenschaft Migros Basel, das
Management-                   Versicherungen              Vaduz                            Lundbeck
und Servicebereiche                                       Versicherungen                                             General­sekretariat des EDI, die Lundbeck (Schweiz)
Kommunikation und Logistik                                                                                           AG, die CSS Versicherung AG mit Sitz in Vaduz sowie
                              Grossbetrieb                KMU                              KMU                       die Management- und Servicebereiche der Schweize-
Grossbetrieb                  3000 Mitarbeitende          50 Mitarbeitende                 48 Mitarbeitende
                                                                                                                     rischen Post und die Helsana Versicherungen AG
3022 Mitarbeitende            Hauptsitz in Zürich         Hauptsitz in Vaduz               Hauptsitz in Glattbrugg
                                                                                                                     die begehrte Auszeichnung.

                                                                                                                     Zudem wurden 2012 erstmalig zehn Label-Träger der
                                                                                                                     ersten Stunde noch einmal bestätigt: Sie haben
Genossenschaft Migros Basel
                                                                                                                     den Assessmentprozess erneut erfolgreich durchlau-
                                                                                                                     fen und so bewiesen, dass sie langfristig und
                                                                                                                     ­nachhaltig in die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden
Genossenschaft Migros         Generalsekretariat          Feldschlösschen                  Bethesda
                                                                                                                      ­investieren.
Basel                         Eidgenössisches             Getränke AG                      Pflegeresidenz AG
Detailhandel                  Departement des Innern      Getränkeproduktion / -vertrieb   Gesundheitswesen
                              Öffentliche Verwaltung                                                                 Mehr Informationen:
Grossbetrieb                                              Grossbetrieb                     KMU                       www.friendlyworkspace.ch
3359 Mitarbeitende            94 Mitarbeitende            1300 Mitarbeitende               244 Mitarbeitende
Hauptsitz in Münchenstein     Hauptsitz in Bern           Hauptsitz in Rheinfelden         Hauptsitz in Küsnacht
Psychische Gesundheit und Stress 20

Mobilisierung                                         Teilnehmer an der Nationalen Tagung Betriebliche
Trendforscher prognostizieren aufgrund technolo­      Gesundheitsförderung 2012 (Auswahl)
gischer, demographischer und ökonomischer Entwick-
lungen: Jeder Ort kann jederzeit Arbeitsplatz sein.
                                                                                                                     Credit   Swiss Re            Siemens              Migros      Mobiliar
Wie und wo Menschen arbeiten, hat Einfluss auf ihre            Kuhn       Bosch        Nespresso
                                                                                                                     Suisse
                                                               Rikon                                                                                                                   RUAG
physische und psychische Gesundheit. Gesundheits-
                                                                                                Raiffeisen
förderung Schweiz hat die Bedürfnisse von Schweizer
Unternehmen aufgenommen und die Tagung dem                                                                              Kambly
                                                                                               Visana
Thema Gesundheit am Arbeitsplatz der Zukunft ge-
                                                                                                                        Feldschlösschen
widmet.                                               CSS
                                                                                                             AXA
                                                                                                                                                                                       UBS
                                                                                                                                         Implenia
                                                                                                  Sympany                                                                           Schindler
Die Nachfrage war entsprechend gross. Unter
                                                            Rolex                                                                Swisscom
dem Titel «Arbeitsplatz 2020 – Gemeinsam in die
Zukunft» setzten sich 611 Teilnehmende mit den
­Herausforderungen zukunftstauglicher Arbeitsplätze                                                                     BGF-                                                         Novartis
                                                      SRG
 auseinander. Namhafte Schweizer Gross­unter-                                                                          TAGUNG
                                                                                           Helvetia                                        Hoffmann-        SBB
 nehmen und KMU waren ebenso vertreten wie die
                                                                                                                                           La Roche
 ­öffentliche Verwaltung und Wissenschaft.
                                                                                   Swissport                                                                         IBM
                                                                                                        Allianz                   PostAuto
Mehr Informationen:                                    Globus                                                                                    Patek
www.gesundheitsfoerderung.ch/tagung                                                   Hugo Boss                                                  Philippe                                Swiss
                                                                                                                                                                                          Life
                                                                       Bernmobil                                                                                                   PwC
                                                                                                                                                            Zürcher
                                                                                                                                                            Kantonalbank
                                                            PostFinance
                                                                                                                                         Hotteleriesuisse           Die Schweizerische Post
                                                                                   Agroscope                 Cisco       Nestec
Psychische Gesundheit und Stress 21

praxistauglichkeit
Gesundheitsförderung Schweiz bietet mit dem S-Tool             an und ermöglicht auf der Organisationsebene              erstellt. Unternehmen können so wählen zwischen
seit 2010 ein webbasiertes Tool, welches einen                 ­Interventionen.                                          der Basis- und der kürzeren Light-Version. Die
­detaillierten Überblick über das Stressgeschehen                                                                        Sprachversionen wurden umfassend ausgebaut. Nach
 in einem Unternehmen ermöglicht. S-Tool liefert               2012 wurde S-Tool in Zusammenarbeit mit der Uni-          verstärktem Engagement in der Westschweiz wird das
 ­automatisch generierte Ergebnisse auf Team-, Abtei-          versität Bern und den S-Tool-Beratungsfirmen weiter       S-Tool 2013 auch im Tessin aktiver verbreitet.
  lungs- und Unternehmensebene. Das S-Tool                     entwickelt. Aufgrund von Rückmeldungen aus
  bietet Mitarbeitenden auf der Verhaltensebene Tipps          der Unternehmenspraxis wurde eine «Light-Version»         Mehr Informationen: www.s-tool.ch

S-Tool – Stressbarometer

  AUSWAHL                             EINGABE                              TIPPS                              RESULTATE                             MASSNAHMEN

 Bisher Basis-Version                 Bisher Eingabe 20 bis 45 Minuten     Mitarbeitende erhalten Tipps für   Bisher Anzeige Resultate zu den       Management kann Massnahmen auf
                                                                           individuelle Massnahmen            Themen Organisation, Abteilung und    Organisationsebene umsetzen
 Neu Einführung einer Light-Version   Neu Eingabe in max. 10 Minuten,                                         Team
                                      neue Sprachversionen
                                                                                                              Neu Spezialauswertungen möglich
Psychische Gesundheit und Stress 22

Wirkung durch Vernetzung                                das netzwerk psychische gesundheit schweiz
Die Förderung der psychischen Gesundheit ist in der
Schweiz möglich. Drei Bundesämter (BAG, BSV,
SECO), die Schweizerische Gesundheitsdirektoren-
                                                                                                                      Bildung
konferenz (GDK) und Gesundheitsförderung                             Intervention
                                                                     Gesundheits-
Schweiz haben deshalb die Zusammenarbeit beim                         förderung
Aufbau des Netzwerks Psychische Gesundheit
                                                                                         Versorgung
Schweiz vereinbart. Das Netzwerk fördert den Wis-                                                                                        Forschung

senstransfer geeigneter Massnahmen sowie den
­Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den
                                                             Prävention
 Akteuren im Bereich psychische Gesundheit.
                                                                                                                                                       Stiftung
                                                                                                       NETZWERK                                      Gesundheits-
Die Arbeit der bei Gesundheitsförderung Schweiz                                                                                                       förderung
                                                                                                      PSYCHISCHE
angesiedelten Netzwerk-Koordinationsstelle                                                                                                             Schweiz
                                                                                                      GESUNDHEIT
zeigt bereits nach dem ersten Jahr Wirkung. Die erste                                                   SCHWEIZ

nationale Tagung des Netzwerks im Juni ist mit
161 Teilnehmenden auf grosses Interesse gestossen.                  Bund
                                                                                                                         Fachorgani-
Die neue Netzwerk-Website wurde aufgeschaltet.                                                                            sationen
Alle wichtigen Akteure im Bereich haben deutlich In-
teresse am Netzwerk bekundet.

                                                                               Kantone
Mehr Informationen:
                                                                                                       Verbände
www.npg-rsp.ch                                                                                                     Betroffene
Gesundheitsförderung und Prävention stärken 23

«In der Prävention muss jede
 Organisation einen Bei­-
 trag zu einer verbes­serten
 Koordination leisten.»    Dr. Thomas Mattig
                           Direktor
                           Gesundheitsförderung Schweiz
Gesundheitsförderung und Prävention stärken 24

Gesundheitsförderung und
Prävention stärken
Die Gesunderhaltung der Bevölkerung         Ausgangslage
durch Gesundheitsförderung und Prävention   Das Schweizer Gesundheitswesen wird oftmals als         zifische Daten zu Krankheiten, Behandlungserfolgen
ist aufgrund der sich abzeichnenden Ver­    das beste der Welt dargestellt. Der zunehmenden         und Überlebensraten. Vergleicht man die hohe
knappung der Ressourcen in der kurativen    Zahl von chronisch Kranken kann das Schweizer Ge-       Lebens­erwartung mit den pro Kopf eingesetzten Kos-
Medizin von entscheidender Bedeutung.       sundheitssystem längerfristig aber nicht mehr           ten der Gesundheitsversorgung, macht sich Er­-
Ein Paradigmenwechsel ist notwendig.        ­gerecht werden. In der Schweiz fehlen nicht nur spe-   n­üchterung breit.

                                            Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen

                                            Traditionelles Verwalten                                                                         Aktives Gestalten

                                                                         Kosten                                            Gesundheit

                                              Leistungen
                                                                                                                                                    langfristig
                                                Output

                                                                                                                                        Wirkungen
                                                           kurzfristig
                                                                                                                                         Outcome

                                                                                                                Nutzen
                                                                                  Krankheit                      Wert-
                                                                                                               schöpfung
Gesundheitsförderung und Prävention stärken 25

Ziele
Der Bereich «Gesundheitsförderung und Prävention
stärken» ist ein Schwerpunktthema der langfristigen
Strategie 2007–2018 von Gesundheitsförderung
Schweiz. Gesundheitsförderung und Prävention sollen
                                                        Massnahmen
                                                        Der Aufbau und die Weiterentwicklung von Partner-
                                                        schaften wurden 2012 erfolgreich umgesetzt. Neu
                                                        konnte mit der SWICA eine vielversprechende Partner-
                                                        schaft eingegangen werden. Die SWICA hat als
                                                                                                               87
                                                                                                               Teilnehmende, nationale Netzwerk­
                                                                                                               tagung kantonale Aktionsprogramme
besser etabliert, institutionell verankert und ver-     eine der führenden Kranken- und Unfallversicher­

                                                                                                               161
netzt werden. So setzen wir unseren gesetzlichen Auf-   ungen in der Schweiz mehr als eine Million Ver­
trag um (Krankenversicherungsgesetz, Art. 19).          sicherte und 26 500 Unternehmenskunden. Partner-
­Gesundheitsförderung Schweiz kann diese Ziele aber     schaften wie diese werden weiter ausgebaut, um
 nur mit starken Partnern aus Politik, Wirtschaft       ­unsere Dienstleistungen im betrieblichen Gesund-
 und Fachwelt erreichen. Partnerschaften werden ein-     heitsmanagement Unternehmen anzubieten.               Teilnehmende, nationale Netzwerk-
 gegangen, um Gesundheitsförderung und Prä­ven-          2012 erfolgten diesbe­züglich auch erste Gespräche    tagung Psychische Gesundheit Schweiz
 tion möglichst breit zu verankern. Auch werden damit   mit Arbeitgeber- und Branchenverbänden.

                                                                                                               310
 Multiplikatoreffekte erzielt.
                                                        Im Rahmen der neuen Partnerschaft mit der Univer-
                                                        sität Genf konnten erste Projekte realisiert werden.
                                                        Die bestehende Zusammenarbeit mit dem Bundesamt
                                                        für Gesundheit (BAG), der Gesundheitsdirektoren-       Teilnehmende, nationale Gesundheits-
                                                        Konferenz (GDK) und der Vereinigung der kantonalen     förderungs-Konferenz
                                                        Beauftragten für Gesundheitsförderung in der

                                                                                                               611
                                                        Schweiz (VBGF) konnte weiter vertieft werden.

                                                                                                               Teilnehmende, nationale Tagung
                                                                                                               betriebliche Gesundheitsförderung
Gesundheitsförderung und Prävention stärken 26

Partnerschaften in Allianzen und Netzwerken

                                                      Konferenz der kantonalen
                     Bundesamt für                                                                                                                         Universität            Universität
                                                      Gesundheitsdirektorinnen und                   Hepa Schweiz – Netzwerk für
                     Landwirtschaft                                                                                                                        Genf                   Basel
                                                      -direktoren (GDK)                                     Bewegungsförderung
Bundesamt für
Raumentwicklung
                                  Politik                                     SECO
                                                                                                                                                                                                       FMH
                                                                                                          Public Health                                      Fachwelt
    Bundesamt für
                                                                                                               Schweiz
       Gesundheit
                                                                Conférence latine des affaires
                                                                sanitaires et sociales (CLASS)
                                                                                                                                                                                                Careum
                                                                                                                                                                                                Stiftung
                                                                                                                                             Équiterre
                                                                                                                  Allianz
Bundesamt für
                                                       GESUNDHEITS-                                               Gesundheits-
Sozialversicherung                                                                                                                      BGMnetzwerk.ch
                                                        FÖRDERUNG                            BGM Forum            kompetenz
                                                         SCHWEIZ
                                                                                             Aargau                                                      Schweizer Verein
                                      Suva                                                                                                               zur Gesundheitsfolgen-    Fédération romande
                                                                                                                                                         abschätzung (GFA)         des consommateurs FRC
                                                                                                                                  Schweizerischer
Vereinigung der kantonalen                                                           Wirtschaft                                   Bauernverband (SBV)
                                             Atupri
Beauftragten für Gesundheitsförderung
in der Schweiz VBGF

                                                                                                                          Drogisten-       Mit bewährten und neuen Partnern aus Politik, Wirtschaft,
                                                                                                                          verband          Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen und der Zivilgesell-
                                                                                                                                           schaft kann Gesundheitsförderung Schweiz ihren Auftrag
                                                                                                                                           umsetzen. Um ihre langfristigen Ziele zu erreichen, engagiert
                     Schweizerischer Verein des                                                                 BGM Forum
                     Gas- und Wasserfaches SVGW              Relève PME            MSD            SWICA                                    sich Gesundheitsförderung Schweiz in Netzwerken, Allianzen und
                                                                                                                Ostschweiz
                                                                                                                                           Trägerschaften mit geteilten Verantwortungen.
Gesundheitsförderung und Prävention stärken 27

Via – Gesundheitsförderung                                Ansatz Interkantonales Projekt Via – Gesundheitsförderung im Alter
im Alter
Initiieren, koordinieren und evaluieren! Mit dem inter-
kantonalen Projekt «Via – Gesundheitsförderung
im Alter» setzen wir unseren gesetzlichen Auftrag
mit starken Partnern um. Gesundheitsförderung                                                  GESUNDHEITSFÖRDERUNG
                                                                                                     SCHWEIZ
Schweiz bringt ihr Knowhow ein in den Bereichen                                       K oo                                                en
                                                                                             rdina                                 un g
­nationale Strategie, Koordination, Vernetzung                                                    tion Pa                   tleist
                                                                                                         rtnerschaften Diens
 und Evaluation. Kantone und Gemeinden haben die
                                                                                    Wirts                                                e
                                                                                         chaft                                      ojekt
 Fachleute für Planung und Koordination, die NGOs                                                     Partner-Kantone       Pilot-Pr
 und Anbieter die Fachleute für die Umsetzung.
                                                                                         Partner-N                               ung
                                                                                                  GOs und -Anbieter in der Umsetz

2012 befinden sich mehrere Partner-Kantone in
                                                                                                        Ältere Menschen
der Vorbereitung für die Umsetzung. Vier Pilot­­-
gemeinden konnten für die Umsetzung gewonnen
werden. Am Via-Netzwerktreffen im November
nahmen u. a. 14 Kantone, Pro Senectute Schweiz und
neun kantonale Pro Senectute-Organisationen,
das Schweizerische Rote Kreuz sowie der Schwei­
zerische Seniorenrat teil. Die Partner befinden
sich nun im Entscheidungs­prozess zur Fortführung
nach der Projektphase 2010 –2013.

Mehr Informationen:
www.gesundheitsfoerderung.ch/via
Gesundheitsförderung und Prävention stärken 28

2012 unterstützte innovative Projekte (Auswahl)                                                                                                Innovative Projekte
                                                                                                                                               Gesundheit wird in Kantonen und Gemeinden, in
                                                                                                                 Nationale Projekte
                                                                                                                 Regionale Projekte            Schulen und Familien, am Arbeitsplatz sowie in der
                                     2117                                                                        Lokale Projekte               Freizeit erzeugt. Der Fonds Innovative Projekte soll
                                                                 23                                                                            Aktivitäten zur Stärkung von Gesundheitsförderung
                                         16
                                                             7        9
                                                                                                                                               und Prävention in der ganzen Schweiz anregen. Der
                                                         4       5                                             12 Qualité de vie pour toutes
                                8                                                                                                              Fonds unterstützt ausgewählte Projekte in Kantonen
                                                                                                                  et tous, Yverdon-les-Bains
                                                                                                               13 Salute mentale dei           und Gemeinden.
                                 19 11                                                                            giovani eritrei, Lugano
                                                                                                               14 Promuovere la salute
                                                                                                                                               Mit einem Gesamtbetrag von CHF 1 037 063 konnten
                               22 6 15                       1                                                    infantile, Lugano
                                                                                                               15 Mentoring bei Kindern        2012 insgesamt 61 Projekte unterstützt werden. Neu
               12                                                                                                                              wurden 2012 insgesamt 33 Projekte ausgewählt. Fast
                                                                                                                  und Jugendlichen, Bern
             20
                                                                                                               16 Stopp! Häusliche Gewalt,     jedes zweite Projektgesuch konnte so gutge­heissen
                           3
                    10                                                                                            Münchenstein
                2                                                                                                                              werden. Die meisten Projekte wurden eingereicht zu
                                                                                                               17 Gemeinschaftliche
                                                                                                                  Selbsthilfe, Basel           den Themenbereichen Alter, psychische Gesundheit
                                                                                                               18 Pairs aidants en             sowie Dialog- und Gemeinschaftsförderung.
 18                                                                        14                                     santé mentale, Genf
                                                                                                               19 Früherkennung von Gewalt
                                                                                                                  an kleinen Kindern, Bern
                                                                                                                                               Mehr Informationen:
                                                                           13
                                                                                                               20 Qualité de vie des           www.gesundheitsfoerderung.ch/ip
                                                                                                                  migrants âgés, Lausanne
      1   Angehörige pflegen,                 5   Gesundheitsfördernde          8  Problèmes de santé          21 Gesundheitsförderung
          Sarnen                                  Alterspolitik in Gemeinden,      pour l’aidant, Delsberg        im Alter, Basel
      2   App pour prévention,                    Zürich                        9 Gift und Ernährung, Zürich   22 Bewegungsbasierte
          Lausanne                            6   Informationsbroschüre         10 Santé et intégration           Altersarbeit in Alters­-
      3   App für Eltern, Freiburg                Kaiserschnitt, Bern              durable, Lausanne              heimen, Bern
      4   Dialogförderung                     7   Umwelt und Gesundheit,        11 Gesundheitsförderung        23 Reizüberflutung
          in Gemeinden, Aarau                     Baden                            im Alter, Ittigen              bei Kindern, Zürich
Gesundheitsförderung und Prävention stärken 29

Wissenstransfer durch partizipation          Mobilisierung
                                             Wie sieht die Zukunft der Gesundheitsförderung in
                                             der Schweiz aus? Wie können wir sicherstellen,
       Experten- und Praxiswissen            dass unsere Enkelkinder gesund sind und sich diese
        Studien und Erfahrungen              Gesundheit in einem möglichst idealen Umfeld
                                             ­erhalten können? Diese Fragen standen im Zentrum
                                              der nationalen Gesundheitsförderungs-Konferenz,
                      UPPEN                   die von Gesundheitsförderung Schweiz mit Unterstüt-
                    GR
                  SS
                       Plenum                 zung des Kantons Basel-Stadt durchgeführt wurde.
              O
            GR

                     Fishbowls
                     Marktplatz
                                             Die 310 Teilnehmenden befassten sich mit drei The-
                   Diskussionen
                    Workshops                menbereichen: Freizeit, Erziehung und Bildung
                                        EN

                                             sowie Arbeitswelt. Entsprechend breit war der Hinter-
                                    PP

                                        U
                                   GR        grund der Referenten und Teilnehmenden: Neben
                         K L EIN
                                             Fachleuten für Gesundheit und Gesundheitsförderung
                                             waren Vertreter aus Unternehmen, Politik und Ver-
                    Handlungs-
                                             waltung sowie Forschung vertreten. Das aufgrund von
                    empfehlung,              Evaluationen auf Partizipation ausgerichtete Konfe-
                     Szenarien
                                             renzformat ermöglichte den Teilnehmenden, Wissen
                                             und Erfahrungen direkt in die Erarbeitung von Zu-
                                             kunftsszenarien einzubringen.

                                             Mehr Informationen:
                                             www.gesundheitsfoerderung.ch/konferenz
       IMPULSE FÜR DIE PRAXIS
Gesundheitsförderung und Prävention stärken 30

Koordination ohne Gesetz                                sätzlich anerkannt. Im Bereich der nichtübertrag­           nation präsentiert. 2013 machen sich die Gesund-
Obwohl das Präventionsgesetz vom Ständerat äus­         baren chronischen Krankheiten steht die Schweiz             heitsdirektoren-Konferenz, das Bundesamt für
serst knapp abgelehnt wurde, werden Gesund­             weiterhin vor grossen Herausforderungen.                    ­Gesundheit sowie Gesundheitsförderung Schweiz
heitsförderung und Prävention die Politik auch wei-                                                                  ­gemeinsam Gedanken, wie zukünftig Gesund­
terhin beschäftigen. Mit dem Eintreten auf die          Gesundheitsförderung Schweiz hat im Herbst 2012               heitsförderung und Prävention effizient und effektiv
­Vorlagen haben die Räte den Handlungsbedarf grund-     eine erste Ideenskizze zur Verbesserung der Koordi-         ausgestaltet werden können.

Meilensteine: Bundesgesetz über Prävention und Gesundheitsförderung

                               2006
                               Fachkommission legt
                                                                   2008
                                                                   Gründung «Allianz
                                                                                                     2010
                                                                                                      Beginn der parlamenta-
                                                                                                                                           2012
                                                                                                                                           äusserst knappe Ablehnung
                               Bericht «Zukunft                    gesunde Schweiz» für               rischen Beratungen                   durch Ständerat
                               von Prävention und                  Präventionsgesetz                                                       nach Einigungskonferenz
                               Gesundheitsförderung
                               in der Schweiz» vor

    1980                       2006              2007              2008             2009             2010              2011                2012             2013

    1982
    Scheitern eines ersten
                                                 2007
                                                 Gründung «Allianz der
                                                                                    2009
                                                                                    Bundesrat verabschiedet
                                                                                                                       2011
                                                                                                                        Nationalrat unterstützt
                                                                                                                                                            2013
                                                                                                                                                            Ideen für eine
    Vorschlags für                               Wirtschaft für massvolle           Entwurf und Botschaft               das Präventionsgesetz               verbesserte
    ein Präventionsgesetz                        Präventionspolitik»                zum Präventionsgesetz               immer mehrheitlich                  Koordination
                                                 gegen Präventionsgesetz                                                                                    werden diskutiert
Finanzen   31

«Mit kleinen Investitionen in
 die Gesundheitsförderung
 lassen sich grosse Wirkungen
 erzielen.» Dominique Jordan
            Präsident Schweizerischer Apothekerverband
            Stiftungsrat und Leiter Auditausschuss Gesundheitsförderung Schweiz
Bilanz       32

Jahresrechnung 2012
Bilanz

AKTIVEN (CHF)                                                            PASSIVEN (CHF)
                             31. 12. 2012   31. 12. 2011	Veränderung                                     31. 12. 2012   31. 12. 2011	Veränderung
Umlaufvermögen                14 313 176    11 517 400       2 795 776   Fremdkapital                      6 228 556     3 414 803       2 813 753
Flüssige Mittel               13 245 665    10 689 065       2 556 600   Kurzfristige Verpflichtungen      1 107 293       547 872        559 421
Forderungen                    1 067 511       828 335        239 176    Offene Projektverpflichtungen     5 121 263      2 866 931      2 254 332
Forderung Mehrwertsteuer         284 507       241 307         43 200
Übrige Forderungen               783 004       587 028        195 976    Eigenkapital                     11 019 120    11 092 397	-73 276
                                                                         Stiftungskapital                    230 000       230 000               0
Anlagevermögen                 2 934 500     2 989 800	-55 300           Gewinnvortrag                    10 862 396      9 770 422      1 091 975
Mobiliar und Einrichtungen        69 200        32 400         36 800
IT-Anlagen                        35 300        47 400        -12 100    Gewinn (+) / Verlust (-)	-73 276                1 091 975	-1 165 251
Liegenschaft Bern              2 830 000      2 910 000       -80 000    Total Passiven                   17 247 676    14 507 200       2 740 477

Total Aktiven                 17 247 676    14 507 200       2 740 476
Erfolgsrechnung 33

Erfolgsrechung

ERTRAG (CHF)                                                                          AUFWAND (CHF)
                                                   2012         2011	Veränderung                                                              2012         2011	Veränderung
Betriebsertrag                                18 193 196   17 712 960      480 236    Verwaltungsaufwand                                  1 544 084    1 570 011	-25 927
Beiträge der Versicherten                     17 654 158   17 491 658      162 500    Personalaufwand / Human Resources                    795 729      879 705	-83 976
Produkte- und Dienstleistungserträge            532 277      207 177       325 100    Entschädigungen Organe + Kommissionen                  81 462       86 227          -4 765
Merchandising                                       198            0           198    Saläre, Sozialleistungen, Human Ressources           714 267      793 478         -79 211
Diverse Erträge                                    6 563       14 125        -7 562   Sonstiger Verwaltungsaufwand                         748 355      690 306          58 049
                                                                                      Raumaufwand                                          183 809      192 015           -8 206
Ertrag Finanzanlagen                             58 044      184 926	-126 882         Unterhalt Mobiliar, Maschinen                           2 124        2 327           -203
Aktivzinsen                                       58 044     184 926      -126 882    Büromaterial, Porti, Verwaltungsspesen, Versicherungen 63 321       76 583        -13 262
                                                                                      IT, Internet, Telefon                                286 127      272 448          13 679
Ausserordentlicher Ertrag                          1 972        3 129	-1 157          Übersetzungen Verwaltung                               19 345        9 756           9 589
Ausserordentlicher Ertrag                          1 972        3 129        -1 157   Honorare an Dritte                                   193 629      137 178          56 451

Total Ertrag                                  18 253 212   17 901 015      352 197    Abschreibungen                                       184 478      159 597          24 881
                                                                                      Mobiliar, Maschinen + IT                             104 478        79 597         24 881
                                                                                      Liegenschaft                                           80 000       80 000              0

AUFWAND (CHF)
                                                   2012         2011	Veränderung      Total Betriebsaufwand                              18 326 487   16 809 040       1 517 447
Projekte und Programme                        16 597 925   15 079 433     1 518 492
Wirkungs- und Wissensmanagement                1 333 908    1 025 068      308 840    Betriebsergebnis                                    -133 291      903 919	-1 037 210
Gesundheitsförderung und Prävention stärken    1 470 365    1 662 037     -191 672
Innovative Projekte                            1 254 601    1 049 526      205 075    Total Aufwand                                      18 326 487   16 809 040       1 517 447
Gesundes Körpergewicht                         5 787 109    6 029 474     -242 365    Verlust (–) / Gewinn (+)	-73 276                                 1 091 975	-1 165 251
Psychische Gesundheit, Stress                  4 065 998    3 275 071      790 927
Kommunikation                                  2 685 944    2 038 256      647 688
Anhang zur Jahresrechnung 34

Anhang zur jahresrechnung 2012
Gesetzliche Angaben                                                                                             Risikobeurteilung
Brandversicherungswerte                                                                                         Der Stiftungsrat hat periodisch ausreichende Risiko-
                                                                                         2012        2011       beurteilungen vorgenommen und allfällige sich
Liegenschaft Bern (versichert bei der Gebäudeversicherung Bern)                      2 621 600   2 621 600      daraus ergebende Massnahmen eingeleitet, um zu
Sachanlagen (versichert bei der AXA Winterthur)                                        900 000     900 000      gewährleisten, dass das Risiko einer wesentlichen
                                                                                                                Falschaussage in der Rechnungslegung als klein ein-
Die Liegenschaft Bern ist nicht belehnt.                                                                        zustufen ist.

Verpflichtungen gegenüber Vorsorge­einrichtungen                                                                Weiteres
                                                                                        2012         2011       Es bestehen keine weiteren, nach Art. 663b OR aus-
Publica                                                                                60 306       56 630      weispflichtigen Sachverhalte.

Per 01.01.2013 hat Gesundheitsförderung Schweiz die Pensionskasse gewechselt.
Die Stiftung ist neu bei der Profond Vorsorgeeinrichtung, Thalwil, angeschlossen.

Projektverpflichtungen                                  Treuhandkonto
Für die Jahre 2013 bis 2016 ist Gesundheits­förderung   Gesundheitsförderung Schweiz verwaltet als Bevoll-
Schweiz bereits Projektverpflichtungen im Umfang        mächtigte das Bankkonto von: International Network
von rund CHF 12 682 000 eingegangen.                    of Health Promotion Foundations (INHPF).
82 % betreffen den strategischen Schwerpunktbereich     Das Guthaben auf diesem auf die Stiftung lautenden
«Gesundes Körpergewicht», welcher vor allem das         Konto beträgt US$ 58 073. Gesundheitsförderung
Kantonale Aktionsprogramm beinhaltet. Diese Ver-        Schweiz verwaltet dieses Konto treuhänderisch, es ist
pflichtungen sind in der Bilanz nicht aufgeführt.       daher in der Bilanz nicht aufgeführt.
                                                        Durch den Wegfall des Verwaltungsmandates wurde
                                                        dieses Treuhandkonto per 22. Januar 2013 aufgelöst.
Kommentar zur Jahresrechnung     35

Kommentar zur Jahresrechnung 2012
Bilanz

Aktiven                                                      im Zusammenhang mit Suisse Balance, S-Tool         •  Rückstellungen Ferien und Überzeit 2012
Flüssige Mittel                                              und Kantonen, CH 311 300)                              (CHF 216 300)
Die flüssigen Mittel haben im Verlaufe des Jahres        •  Forderungen gegenüber Sozialversicherungen
2012 zugenommen. In diesem Zusammenhang zu be-               (CHF 1 800)                                        Offene Projektverpflichtungen
rücksichtigen ist jedoch der Anstieg der kurzfristigen                                                          Die Bilanzposition «Offene Projektverpflichtungen»
Verbindlichkeit sowie die offenen Projektverpflichtun-   Anlagevermögen                                         umfasst die vertraglichen Verpflichtungen für Projekt-
gen (siehe unten), welche zu Beginn der neuen Rech-      Das Anlagevermögen hat leicht abgenommen. Im Be-       arbeiten (Meilensteine), die vom Projektpartner im
nungsperiode bezahlt wurden. Ende 2012 waren die         reich Mobiliar und Einrichtungen wurden Investitio-    Berichtsjahr 2012 ausgeführt, aber von ihm noch
flüssigen Mittel von Gesundheitsförderung Schweiz        nen im Zusammenhang mit Kommunikationsmaterial         nicht in Rechnung gestellt oder von der Stiftung noch
mehrheitlich auf einem Anlagekonto bei der Bundes-       sowie Büroeinrichtungen getätigt. Die Abschreibungs-   nicht bezahlt wurden.
tresorerie angelegt.                                     methoden wurden konstant weitergeführt (Mobiliar
                                                         und Einrichtungen sowie IT-Anlagen degressiv, die      Eigenkapital
Übrige Forderungen                                       Liegenschaft linear).                                  Das Eigenkapital der Stiftung schliesst sowohl das
Die übrigen Forderungen setzen sich im Wesentlichen                                                             Stiftungskapital wie auch die im Laufe der Jahre ange-
aus folgenden Positionen zusammen:                       Passiven                                               sammelten Gewinne und Verluste in einem Posten ein.
•  Transitorische Aktiven (Rechnungen von Dritten,      Kurzfristige Verbindlichkeiten
    die bereits im Jahr 2012 bezahlt wurden, jedoch      Die kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich im
    das Jahr 2013 betreffen, oder bereits erbrachte      Wesentlichen aus folgenden Positionen zusammen:
    Leistungen von Gesundheitsförderung Schweiz,         •  Kreditoren Sozialversicherungen / Quellensteuern
    welche noch nicht bezahlt sind, CHF 407 000);            (CHF 85 200)
•  Abgrenzung für Konferenzen (Rechnungen,              •  Offene Rechnungen (CHF 628 000)
    die bereits im Jahr 2012 bezahlt wurden, jedoch      •  Transitorische Passiven (Rechnungen an Dritte,
    zukünftige Konferenzen betreffen, CHF 45 500)            die bezahlt worden sind, jedoch das Jahr 2013ff.
•  Forderungen gegenüber Dritten (v. a. Forderungen         betreffen, CHF 177 800)
Kommentar zur Jahresrechnung    36

Erfolgsrechnung

ertrag                                               Aufwand                                                  Verwaltungsaufwand
Beiträge der Versicherten                            Gesamtaufwand                                            Der Verwaltungsaufwand hat im Vergleich zum Vor-
Durch die Zunahme der in der Schweiz lebenden        Der Gesamtaufwand beträgt CHF 18 326 487 und ist         jahr leicht abgenommen (1.65 %). Die grösste Auf-
Bevölkerung sind die Erträge aus dem Präventions­    damit im Vergleich zum Vorjahr um ca. CHF 1,5 Mio.       wandminderung findet sich in der Position «Saläre,
zuschlag (CHF 2.40 / Jahr und Person) gestiegen.     höher. Das Jahr 2012 stellt das erste Jahr des zweiten   Sozialleistungen, Human Ressources». In dieser Po­
                                                     Strategie-Zyklus (2012 – 2015) dar. Die Arbeiten         sition werden die Lohnkosten und Spesen der Admi-
Produkte und Dienstleistungserträge                  wurden nach der Analysephase des ersten Strategie-       nistration ausgewiesen. Im Berichtsjahr wurde der
Der Ertrag durch den Vertrieb von Produkten und      Zyklus (2007 – 2011) intensiviert und auf die lang­      Personalaufwand, der keinem Projekt zugeordnet
Dienstleistungen ist um CHF 325 100 gestiegen.       fristige Strategie ausgerichtet. Insbesondere wurden     werden konnte, separat rapportiert und somit wurden
                                                     in den Bereichen psychische Gesundheit / Stress,         die Personalkosten der Verwaltung nach effektivem
Merchandising                                        Kommunikation sowie Wirkungs- und Wissensma-             Aufwand ausgewiesen. Die Aufwandminderung ergibt
In der Jahresrechnung 2012 werden neu die Merchan-   nagement vermehrt Massnahmen umgesetzt.                  sich aus dieser Rapportierung der effektiven adminis-
dising-Erträge ausgewiesen. Das Merchandising von                                                             trativen Stunden über das Jahr 2012. In der gleichen
Produkten von Gesundheitsförderung Schweiz soll in   Projekte und Programme                                   Position ist auch der übrige Personalaufwand für das
Zukunft vermehrt gefördert werden.                   Die Ausgaben für die Projekte und Programme haben        gesamte Personal (Rekrutierungskosten, Mitarbei-
                                                     um 10.05 % zugenommen. In den einzelnen Positionen       terevents, Weiterbildungskosten, internes BGM usw.)
Aktivzinsen                                          enthalten sind die direkt in die Projekte fliessenden    enthalten.
Die Abnahme der Aktivzinsen beruht auf der Senkung   Kosten (Entwicklung, Unterstützung). Ebenfalls in
der Zinssätze.                                       diese Positionen fliessen die Personalkosten der an      Der «Sonstige Verwaltungsaufwand» hat um rund
                                                     den Projekten der jeweiligen Schwerpunkte beteiligten    58 000 zugenommen. Der Anstieg hängt vor allem
                                                     Mitarbeitenden.                                          mit dem Wechsel der Pensionskasse und den damit
                                                                                                              zusammenhängenden Abklärungen zusammen.
Kommentar zur Jahresrechnung   37

In der Position «Übersetzungen Verwaltung» sind
die Übersetzungskosten der Verwaltung enthalten.
Die projektspezifischen Übersetzungen werden
auf die Projekte umgelagert. Insgesamt wurden für
Übersetzungen rund CHF 202 000 ausgegeben.

Personelles
Der gesamte Personalaufwand (inkl. Personalauf-
wand in Projekten, übriger Personalaufwand für
das gesamte Personal wie Rekrutierungskosten,
Mitarbeiterevents, Weiterbildungskosten, internes
BGM usw.) hat gegenüber dem Vorjahr um 2.49 %
zuge­nommen und liegt bei CHF 5 184  700.
Gesundheits­förderung Schweiz beschäftigte per
31. 12. 2012 insgesamt 39 Personen bei 33.1
Vollzeit-Äquivalenten.
Projekte       38

Projekte
GESUNDES KÖRPERGEWICHT

                         Aktionsprogramm im                                       Aktionsprogramm im                                     Aktionsprogramm im
                         Kanton Basel-Landschaft                                  Kanton Basel-Stadt                                     Kanton Bern
                   2. Staffel Aktionsprogramm im Kanton Basel-Landschaft    2. Staffel Aktionsprogramm im Kanton Basel-Stadt für   Aktionsprogramm im Kanton Bern für ein gesundes
                   für ein gesundes Körpergewicht mit Schwerpunkt Kinder.   ein gesundes Körpergewicht mit Schwerpunkt Kinder      Körpergewicht mit Schwerpunkt Kinder und Jugendliche.
                                                                            und Jugendliche.
Startdatum         01.01.2012                                               01.01.2012                                             01.05.2009
Enddatum           31.01.2016                                               31.01.2016                                             31.12.2012
Gesamtbudget       712 500 CHF                                              1 672 000 CHF                                          7 216 000 CHF
Beitrag Stiftung   356 250 CHF                                              792 000 CHF                                            1 200 000 CHF
Vertragspartner    Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion               Gesundheitsdepartement Basel-Stadt, Basel              Gesundheits- und Fürsorgedirektion
                   des Kantons Basel Landschaft, Liestal                                                                           des Kantons Bern, Bern
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