Geschäftsbericht Berichtszeitraum 2019 / 2020 - www.albert-schweitzer-verband.de Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke e.V. Bundesverband

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                                Geschäftsbericht
                                Berichtszeitraum 2019 / 2020

Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke e.V. Bundesverband
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    Albert Schweitzer
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INHALT

                                              1

                     Über uns         2
        Vorwort des Vorstandes
                 Unser Auftrag
Der Bundesverband im Überblick
             Unsere Mitglieder

                  Förderung           8
         Förderung der Mitglieder
             Internationale Hilfen

                     Projekte 34
Starke Kinder kennen ihre Rechte
         25 Jahre Bundesverband
           Werte als Orientierung
    Gratis-Ferien mit Privatkonzert
      Neue Kolleg*innen gesucht
   Menschen, Musik und gute Tat
             So sind wir zu sehen
   Gleiche Chance für jedes Kind

                       partner 48
                        Stiftungen
		               Mitgliedschaften

               organisation 50
   Organe des Bundesverbandes
                Geschäftsstelle

                      finanzen 53
               Finanzbericht 2019
                      Transparenz
            Freistellungsbescheid
              Selbstverpflichtung
                      Prüfvermerk
                       Impressum

       zahlen und fakten 58
       Mitgliedsvereine in Zahlen
     Standorte der Einrichtungen

                      ausblick 61
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ÜBER UNS

   2                    Vorwort des Vorstandes
                        Liebe Leser*innen,

                        2020 jährt sich der Geburtstag unseres            – die größere war und bleibt es, die
                        Bundesverbandes der Albert-Schweit-               Gesundheit jedes uns anvertrauten
                        zer-Kinderdörfer und Familienwerke                Kindes, von Behinderung betroffenen
                        zum 25. Mal. Damit reihen wir uns                 und älteren Menschen zu bewahren.
                        nur bescheiden ein in eine Reihe von              Mit Hochachtung begegnen wir allen
                        Jubiläen unserer Mitglieder:                      Fachkräften, die rund um die Uhr
                        • 60 Jahre Kinderdorf Berlin                      Menschen betreuen, besonders in den
                        • 30 Jahre Kinderdörfer Thüringen                 Kinderdörfern und der Behinderten-
                           und Sachsen und Familienwerk                   und Altenhilfe hohe Hygienestandards
                           Sachsen-Anhalt                                 umsetzen – und täglich Trost spenden.
                         • 25 Jahre Familienwerke Meck-
                           lenburg-Vorpommern und Rhein-                  Schweitzer musste sich ähnlichen
                           land-Pfalz/Saarland                            Problemen stellen. Die Begegnungen
                                                                          mit Kranken im Lepradorf hatten für
                        Konnte das Berliner Kinderdorf im                 ihn einen höheren Stellenwert als Ab-
                        Januar mit einer Albert-Schweitzer-               schottung aus Angst um die eigene
                        Vernissage sein Jubiläumsjahr noch                Sicherheit. Im Sinne seiner Ehrfurcht
                        eröffnen, war es uns nicht vergönnt,              vor dem Leben zu handeln, ist für
                        im Mai Gleiches zu tun. Wir hatten                uns ein besonderer Anspruch. Trotz
                        uns sehr auf Gespräche mit För-                   fehlender gebührender gesellschaft-
                        der*innen, Nachbar*innen und Weg-                 licher Anerkennung der Leistungen
                        gefährt*innen gefreut, umgeben von                in Pflege und Erziehung ist es mit
                        der Aura Schweitzers und Werken                   Optimismus und Tatkraft aller gelun-
                        der Malerin Sabine Schultze.                      gen, die uns Anvertrauten zu schüt-
                                                                          zen. Dafür sagen wir DANKE! Auch
                        Die Corona-Pandemie beherrschte                   den Menschen, die uns mit Taten und
                        früh im Jahr alles gesellschaftliche,             Wertschätzung zur Seite standen und
                        private und berufliche Leben. Voller              stehen und uns halfen und helfen,
                        Wehmut und Vernunft wurden Zu-                    finanzielle Mehrbelastungen aufzufan-
                        sammenkünfte abgesagt. Den Büro-                  gen, sind wir von Herzen dankbar.
                        betrieb weitgehend auf Homeoffice                 Wir wünschen Ihnen Gesundheit und
                        umzustellen, war eine Herausforderung             Zuversicht!

Heiner Koch                Inka Peters                    Martin Kupper                    Wolfgang Bartole
Vorstandsvorsitzender      Stellv. Vorstandsvorsitzende   Stellv. Vorstandsvorsitzender    Schatzmeister
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    Albert Schweitzer
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ÜBER UNS

    4                 Unser Auftrag
                      Der Bundesverband ist ein Zusammenschluss von Organisationen, die
INDIVIDUELLE HILFEN
                      Albert-Schweitzer-Kinderdörfer oder Familienwerke betreiben oder fördern.
                      Er verfolgt ausschließlich gemeinnützige und mildtätige Zwecke.
                      Als Dachverband fördert er in den 25 Jahren seines Bestehens die Kinder-,
                      Jugend-, Behinderten- und Altenhilfe sowie den Schutz von Familien.

                      Insbesondere
                      • wirbt der Bundesverband Mittel für die steuerbegünstigten Zwecke seiner
                        Mitgliedsvereine ein
                      • vertritt der Bundesverband deren gemeinschaftliche Interessen
                      • fördert der Bundesverband die fachliche, methodisch-pädagogische
                        Arbeit
                      • vertritt der Bundesverband die zusammengeschlossenen Organisationen
                        in der Öffentlichkeitsarbeit
                      • konzipiert und realisiert der Bundesverband überregionale Werbung.

                      Die humanitäre Geisteshaltung Albert Schweitzers gilt uns als Richtschnur,
                      um zum Wohle hilfebedürftiger Menschen zu handeln - unabhängig von
                      ethnischer Herkunft, Religion, Nationalität, sexueller Identität oder partei-
                      politischer Bindung.
                      Menschen sollen wieder Vertrauen in sich selbst und ihr Lebensumfeld
                      gewinnen. Der Bundesverband unterstützt gewaltfreies, eigenverantwort-
                      liches Handeln und sieht im respektvollen Umgang des Miteinanders eine
                      herausragende Bedeutung.

                      Verbindlich sind in der Satzung des Bundesverbandes Zweck und
                      Aufgaben beschrieben. Das Leitbild verdeutlicht die Grundwerte und
                      Ziele seines Handelns.

                      Satzung und Leitbild finden Sie im
                      Internet unter:
                      https://albert-schweitzer-verband.de/
                      ueber- uns/informationsmaterial/
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ÜBER UNS

                                   Unsere Mitglieder                                                      5

             Ordentliche Mitglieder:
             Albert-Schweitzer-Kinderdorf e.V. in Baden-Württemberg
             Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern e.V.
             Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V.
             Albert-Schweitzer-Familienwerk Brandenburg e.V.
             Albert-Schweitzer-Familienwerk Mecklenburg-Vorpommern e.V.
             Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. in Niedersachsen
             Albert-Schweitzer-Familienwerk Rheinland-Pfalz/Saarland e.V.
             Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Sachsen e.V.
             Albert-Schweitzer-Familienwerk Sachsen-Anhalt e.V.
             Albert-Schweitzer-Kinderdorf und Familienwerke Thüringen e.V.

             Außerordentliche Mitglieder im Ausland:
             Albert-Schweitzer-Familienwerk Foundation in Cebu City, Philippinen
             Stiftung „Przystanek-Dziecko“ im Alberta Schweitzera, Polen
             Albert-Schweitzer-Familienfonds in Puschkin, Russland

Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist die dem Bundesverband durch Zweck und Aufgabe gleichgerichtete Ziel-
setzung, die Anerkennung als gemeinnützige oder mildtätige Organisation und die Anerkennung der Satzung des
Bundesverbandes.
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ÜBER UNS

6          Der Bundesverband im Überblick
            Die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke bieten seit 63
            Jahren hilfsbedürftigen Menschen - ob jung oder alt, gesund oder krank -
            Chancen für eine günstige Entwicklung und ein selbstbestimmtes
            Leben. Sie nehmen in der familienorientierten Jugendhilfelandschaft
            der Bundesrepublik einen bedeutenden Platz ein. Der Bundesverband
            unterstützt sie in ihrer Tätigkeit vor allem finanziell. Beispielhaft und stell-
            vertretend für zahlreiche geförderte Projekte in unseren zehn Mitglieds-
            vereinen möchten wir einige davon auf den folgenden Seiten vorstellen.

      10    Mitgliedsvereine vertritt und
            fördert der Bundesverband

    511          Einrichtungen sind in ganz
                 Deutschland verteilt

19.297
                         Kinder und Jugendliche haben die Kinderdörfer
                         und Familienwerke im vergangenen Jahr mit ihren
                         Angeboten erreicht

    15.641
                              Menschen haben die Kinderdörfer und
                              Familienwerke darüber hinaus mit ihren
                              weiteren sozialen Angeboten erreicht

                                Euro gab der Verband für Projekte in den Kinder-

6.801.443                       dörfern und Familienwerken sowie im Rahmen
                                der Fachkräfteinitiative und der bundesweiten
                                MITEINANDER-Schulaktion aus

    2.382             Mitarbeiter*innen in Voll- und Teilzeit
                      stellen die Arbeit der Einrichtungen
                      bundesweit sicher
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    Albert Schweitzer
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Kinderdorf Baden-Württemberg
  FÖRDERUNG                                                                                                UMSETZUNG
                                                                                                              UNSERES
                                                                                                   Gründungsjahr  1957
                                                                                                           AUFTRAGES
                                                                                                 Mitarbeiter*innen   160
  8                                                                                                                   01

                                                                          Förderung unserer Mitglieder

  EINRICHTUNGEN

          Kinderdorffamilien

Wohngruppe für Mädchen

   Wohngruppe für Kinder
        und Jugendliche

        Informations- und
 Kooperationsstelle gegen
   häusliche und sexuelle
                   Gewalt

               Frauen- und
          Kinderschutzhaus

          Betreutes Wohnen
             für Jugendliche

Ambulante Erziehungshilfen

             Jugendreferate
                                                              Homeschooling im Kinderdorf
               Kindergarten
                                                              Das Waldenburger Kinderdorf
          Bewegungsgarten                                     liegt inmitten des Hohenlohe-
              Waldenburg
                                                              kreises. Die Corona-Fallzahlen
 Schulsozialarbeit, soziale                                   waren hier besonders hoch,
       Gruppenarbeit und
   berufliche Orientierung
                                                              der Hohenlohekreis im Früh-
                                                              jahr 2020 ein Corona-Hot-
              Ehemalige –
   Kontakt ein Leben lang                                     spot. Die Pandemie kam somit
                                                              auch im Kinderdorf unerwartet
       Unbegleitete minder-
          jährige Ausländer                                   und plötzlich an. Beschäftigte
                                                              fielen aus, weil sie krank oder
                 Stiftungen
                                                              in Quarantäne waren. Die Be-
Stiftung Albert-Schweitzer-
    Kinderdorf Waldenburg
                                                              treuung musste jedoch immer
                                                              gewährleistet bleiben.
       Kocher-Klein-Stiftung
                                                              Der Lockdown bedeutete für
   Anneliese-Kau-Stiftung
                                                              die Kinderdorffamilien, plötz-
        Stiftung Rotary Club                                  lich mit bis zu zehn Kindern zu-
        Backnang-Marbach
                                                              hause zu bleiben. Der Betreu-
   Ein Lächeln für Kinder-                                    ungsbedarf vervielfachte sich
                  Stiftung
                                                              drastisch. Schulen und Kin-
         Franz-Birn-Stiftung                                  dergärten waren geschlossen,
      Familie-Huber-Stiftung                                  die gewohnte Alltagsstruktur
                                                              fehlte. Auf klare Strukturen
                                                              sind gerade unsere Kinder            Auf dem Weg zur „Schule“,
                                                              jedoch stark angewiesen. In           dem Saal des Kinderdorfs
                                                              Krisensituationen können bei
FÖRDERUNG

                                                                                               9
ihnen tiefsitzende Ängste aufkommen.       starten. Mit Unterstützung unserer
Eine intensive – auch schulische – För-    Mitarbeiter*innen aus den Bereichen
derung war also besonders wichtig.         Schulsozialarbeit und Jugendreferat
Das Problem: Für eine Beschulung           wurde am Vormittag eine schulähnliche
zuhause waren die Kinderdorfhäuser         Betreuung für die Jüngeren organisiert.
nicht ausgestattet. In jeder Familie gab   Das brachte den Familien Entlastung
es nur einen Computer, zum Teil veral-     und den Kindern konnte ein Stück All-
tet und nicht brauchbar für die aktuel-    tagsstruktur erhalten werden.
len Programme. In kurzer Zeit mussten
Notebooks und Drucker angeschafft          Auch dank unserer Spender*innen
werden, WLAN-Router wurden ausge-          konnten wir die Krise letztlich gut meis-
tauscht und Internetleitungen überprüft.   tern – eine wichtige Erfahrung, nicht
Dann erst konnte der digitale Unterricht   nur für die Kinder.

Familie Fellinger zieht ein – eine Erfolgsgeschichte

Das sind die Erfolgsgeschichten der
Kinderdorfarbeit: Zsuzsanna Fellinger,
selbst im Kinderdorf aufgewachsen,
zieht mit ihrer eigenen Familie in das
frisch renovierte Kinderdorfhaus 18
ein. Sie weiß, was es bedeutet, nicht
bei den leiblichen Eltern aufwachsen
zu können. Mit einer gesunden Mi-
schung aus Herz und Pragmatismus
freut sie sich nun auf die verantwor-
tungsvolle Aufgabe als Kinderdorf-
mutter.
Die gelernte Erzieherin hat berufsbe-
gleitend Soziale Arbeit studiert und
schon viele Jahre in den Kinderdorf-
familien mitgearbeitet. Ihre eigenen
Kinder sind bereits groß – der richtige
Zeitpunkt, um eine neue Herausforde-
rung anzunehmen.
Sieben Kinder wurden bereits nach
und nach aufgenommen, die Zimmer
mit Leben gefüllt. In der Eingewöh-        wurden vergrößert. In über 60 Jahren
nungszeit ist es wichtig, dass nicht       beherbergte das Haus schon viele
alle Kinder gleichzeitig kommen. Die       Bewohner*innen und könnte mittler-
neue Familie muss langsam zusam-           weile Geschichten erzählen. Nun wird
menwachsen – eine spannende Zeit.          Familie Fellinger eine Generation lang
Finanziert durch Spenden wurden            unter diesem Dach Kindern ein neues
am Haus größere Sanierungsmaß-             Zuhause geben – und sicher weitere
nahmen vorgenommen, die Bäder              Erfolgsgeschichten schreiben.
Familienwerk Bayern
  FÖRDERUNG

                                                                                              Gründungsjahr     1996
                                                                                            Mitarbeiter*innen   170
  10

                                                               Förderung unserer Mitglieder

  EINRICHTUNGEN

 Albert-Schweitzer-Stern-
        stundenhaus und
 Albert-Schweitzer-Stern-
        schnuppenkrippe
           in Rückersdorf

       Albert-Schweitzer-
  Pegnitztalhaus in Velden

    Kindergarten Maxfeld-
        Minis in Nürnberg

    Erziehungsstellen im
 Großraum Nürnberg und
          Aschaffenburg

  Flexible Hilfen im Raum
           Aschaffenburg:
  Einzelbetreutes Wohnen
      Sozialpädagogische                            Das Kinderdorf wächst und gedeiht
              Familienhilfe
     Erziehungsbeistand-
                                                    Es geht voran im Kinderdorf      Zum Jahresende 2020 wird der Bau
                   schaften
                                                    Neubeuern. Im März 2020          fertiggestellt, ebenso der Anbau im
   Offene und gebundene
   Ganztagsschule in den
                                                    rollten die Bagger an und es     Kinderhaus Kerb. Dort entstehen
             Landkreisen                            ging endlich los. Direkt ne-     zwei neue Kinderdorfplätze und die
Aschaffenburg, Starnberg,                           ben dem Rosenhof entsteht        Familie wächst von sieben auf neun
 Bad Tölz-Wolfratshausen
                                                    ein Neubau mit zwei Appar-       Kinder.
      Albert-Schweitzer-                            tements für Jugendliche.         Dies ist nur möglich durch Ihre Spen-
 Kinderhaus Kerb, unweit
                                                    Dort können sie lernen, was      den! Wir sagen von ganzem Herzen
         von Rosenheim
                                                    es heißt, mit dem Beginn         Dankeschön für Ihre Begleitung und
 Albert-Schweitzer-Kinder-
haus Rosenhof, in unmittel-
                                                    des Erwachsenenalters al-        Unterstützung!
 barer Nachbarschaft zum                            lein zurecht zu kommen. Mit
         Kinderhaus Kerb                            18 Jahren müssen sie das
      Waldkindergärten in                           Kinderdorf verlassen, daher
   Bad Tölz-Wackersberg,                            ist es wichtig, dass sie früh-
  Penzberg, Lenggries und
                                                    zeitig ausprobieren, für sich
   Mürnsee-Bad Heilbrunn
                                                    selbst verantwortlich zu sein,
        Albert-Schweitzer-
 Kinderkrippe Zwergerlnest
                                                    zu putzen, zu waschen, zu
      und EagleBurgmann                             kochen und allein für sich zu
             Kinderburg in                          sorgen. Wie gut, dass die
           Wolfratshausen
                                                    vertraute    Kinderdorffamilie
                                                    gleich nebenan ist und die
                                                    Jugendlichen nach wie vor
                                                    gut im Kinderdorf eingebun-
                                                    den sind!
FÖRDERUNG

                                                                                      11

Alles, was das Leben schöner macht

                                                                                   Bayern
Es gibt Dinge im Leben, die über das      An Weihnachten wurden
dringend Notwendige hinausgehen.          dank Ihrer Unterstüt-
Ihre großzügigen Spenden haben das        zung Herzenswünsche
Leben unserer Kinder und Jugendli-        wahr und die Kinder er-
chen im Sternstundenhaus in Rück-         hielten die Geschenke,
ersdorf verschönert und ihnen echte       die sie sich sehnsüchtig
„Sternstunden“ beschert:                  gewünscht hatten. Die
Dank Ihrer Unterstützung konnte ei-       Kinderdorffamilie konnte
nes unserer großen, fast erwachse-        erlebnisreiche Ausflüge
nen Mädchen einen Zuschuss zum            in die Umgebung ma-
Führerschein erhalten. Sie brauchte       chen und einmal durften
ihn dringend für ihre Berufsausbil-       die kleinen fußballbe-
dung. Es ist prima, dass es auf An-       geisterten Jungs sogar
hieb geklappt hat und sie nur wenige      nach München ins Sta-
Fahrstunden benötigte, um die Prü-        dion zum Rekordmeister
fung zu bestehen.                         FC Bayern.
Unseren schwer traumatisierten Kin-       Auch die Mitgliedsbei-
dern haben Ihre Spenden zusätzliche       träge der Kinder im
Förderung ermöglicht. Sie konnten         Turnverein wurden mit
an Musiktherapie, Kunsttherapie und       Ihren Spenden bezahlt und sie hal-
Reittherapie teilnehmen. All dies hilft   fen, den ab und zu dringend not-
ihnen, die Schatten der Vergangen-        wendigen Nachhilfeunterricht zu
heit zu heilen und mutig in die Zukunft   finanzieren.
zu blicken.                               Vielen Dank dafür!
Kinderdorf Berlin
  FÖRDERUNG

                                                                                        Gründungsjahr    1960
                                                                                     Mitarbeiter*innen   281
  12

                                                          Förderung unserer Mitglieder

  EINRICHTUNGEN

  7 Familienwohngruppen
          in Reinickendorf

  4 Familienwohngruppen
 und Schichtdienstgruppe
              in Spandau

  4 Familienwohngruppen
und 1 Intensivwohngruppe
            in Lichtenberg

        4 Apartments für
         Jugendliche zur
       Verselbständigung

       2 Erziehungsstellen

        Albert-Schweitzer
            Familienhaus                          Abenteuer am Beetzsee
        Kindertagesstätte
             „Die Brücke“                                                     Reisen in die PerspektivFabrik der
           in Lichtenberg                                                     Henry-Maske-Stiftung bereiten un-
         Kindertagesstätte                                                    seren Kindern und Erzieher*innen im-
   „Kikiflo“ in Lichtenberg                                                   mer wieder große Freude.
         Familienzentrum                                                      Auch in den Sommerferien 2019
             „Die Brücke“                                                     konnten 40 Kinder aus dem Kinder-
           in Lichtenberg
                                                                              dorf Berlin in der letzten Ferienwoche
          Familienzentrum                                                     an den Beetzsee nach Brandenburg
   „Kikiflo“ in Lichtenberg
                                                                              fahren. Dort verbrachten sie eine
  Tochtergesellschaft JuLi
                                                                              entspannte Zeit und erlebten nach
Jugendhilfe in Lichtenberg
                   gGmbH                                                      einem vorab abgestimmten päda-
                                                                              gogischen Konzept tolle Abenteuer.
                                                                              In diesem Jahr hieß das Thema „Auf
                                                                              der Suche nach der goldenen Stadt“.
                                                                              Allein das tägliche Sammeln aller im
                                                                              großen Zelt war ein Event für sich: Zu
                                                                              dem Song „I like to move it“ aus dem
                                                                              Film „Madagaskar“ stürmten die Kids
                                                                              das Zelt durch eine aufwändig deko-
                                                                              rierte Dschungellandschaft.
                                                           Viel emotionale    Auf dem mehr als 35.000 Quadrat-
                                                    Zuwendung erlebten die    meter großen Areal der Perspektiv-
                                                        Kinderdorfkinder...   Fabrik – mitten im Naturschutzgebiet
                                                                              und mit eigenem Badestrand – wurde
                                                                              während der Ferienfreizeit jeden Tag
FÖRDERUNG

                                                                                        13
geklettert, gesungen und gelacht.         Unsere Kinder und Jugendlichen er-
Auch ein Lagerfeuer veranstaltete         lebten am Beetzsee Annahme und
unsere Reisegruppe. Darüber hinaus        Zuwendung – in einem geschützten
hatten die Kinder die Möglichkeit,        Rahmen, mit klaren Regeln, kompe-

                                                                                      Berlin
Aqua-Yoga und Standup-Paddeln             tenten Betreuer*innen, altersgemä-
auszuprobieren. Dass die Perspek-         ßen Angeboten und einer sicheren,
tivFabrik direkt am Wasser liegt, war     gastfreundlichen und wohnlichen
sehr praktisch - vor allem in den ers-    Unterkunft. Und auf die nächste Ge-
ten Tagen zur gelegentlichen Abküh-       legenheit, ein solches Abenteuer zu-
lung. „Es war teilweise so warm, dass     sammen zu erleben, freuen sich alle
einem mitgebrachten Teddy-Bären           schon sehr!
die Augen geschmolzen sind“, erin-
nern sich die Erzieher*innen.
Die pädagogischen Fachkräfte, die
die Kinder auf solche Ferienfreizeiten
begleiten, melden sich freiwillig dafür
und arbeiten an der Ausgestaltung
des pädagogischen Programms kon-
kret mit. Vor Ort tauschen sie sich
intensiv mit dem Teamleiter und an-
deren Pädagog*innen aus.
Reisen wie diese organisiert das Kin-
derdorf Berlin standort-übergreifend.
Die Ferienfreizeit war somit eine sel-
tene Gelegenheit für die Kinder, auf
Kinderdorfkinder von anderen Stand-
orten zu treffen. So entstehen auch
zwischen den Kinderdorffamilien
Freundschaften. Da zudem oft weite-
re Gruppen vor Ort sind, werden die
Kinder ganz nebenbei in ihrer Sozial-
kompetenz geschult.

                                                  ... und auch der
                                                  Spaß kam nicht
                                                  zu kurz während der
                                                  Ferienfreizeit
Familienwerk Brandenburg
  FÖRDERUNG
                                                                                                           Gründungsjahr    1996
                                                                                                        Mitarbeiter*innen   153
  14

                                                                         Förderung unserer Mitglieder

  EINRICHTUNGEN

    Interdisziplinäre mobile
 und ambulante Frühförder-
       und Beratungsstelle

   Flexible ambulante Hilfen
              zur Erziehung

        Praxis für Logopädie

    Kita in Graustein, Groß
Luja, Sellessen/ Haidemühl
     und Schwarze Pumpe

 Hort Sellessen/ Haidemühl

   Grundschule „Lausitzer
Haus des Lernens“ mit Hort

   Projekt Familienarbeit im
              Verbund (FIV)

 Offener Jugendtreff, Street-                                Innovatives Projekt sorgt für Schutz ...
     work, Schulsozialarbeit

                Einzelfallhilfe                              Inzwischen gehören Schutz-          und Pflegekräfte – vorbereitet wurden.
 Erziehungs- und Familien-                                   masken zum gewohnten Bild           „Die Apotheke hat die Initialzündung
           beratungsstelle                                   in der Öffentlichkeit. Doch zeit-   gegeben. Inzwischen kommen unsere
           Vermittlungsstelle                                weise war Schutzausrüstung          Masken an vielen Stellen zum Einsatz“,
       Täter-Opfer-Ausgleich                                 nahezu überall Mangelware.          berichtete Volkmar Kantor aus der Of-
Projekt „Zentrum für Bildung                                 Das      Albert-Schweitzer-Fa-      fenen Werkstatt im Sommer. „Zusätz-
     und Austausch“ (ZBA)
                                                             milienwerk Brandenburg ist          lich zu einem Mundschutz kann der
  Selbsthilfezentrum (KISS)                                  daher kreativ geworden. Die         Gesichtsschutz helfen, eine Tröpfchen-
       Tafeln in Spremberg,                                  Offene Werkstatt des Famili-        infektion mit Corona zu verhindern. Er
Welzow, Drebkau, Cottbus,                                    enwerkes Brandenburg und            wurde vom 3D-Drucker-Hersteller Pru-
Golßen, Lübben und Luckau
                                                             die Stadt-Apotheke Sprem-           sa in Zusammenarbeit mit Ärzten entwi-
       Eltern-Kind-Treffs in                                 berg haben gemeinsam ein            ckelt und als Download zur Verfügung
   Spremberg und Welzow
                                                             innovatives Projekt auf den         gestellt.“
        Projekte „Arbeit statt                               Weg gebracht: Sie produzier-        Die Aktion fand schnell Unterstützung,
           Grundsicherung“
                                                             ten Gesichtsschutz mit dem          das Familienwerk bekam viele positive
             Sozialakademie
                                                             3D-Drucker.                         Rückmeldungen. Bundestagsmitglied
Spremberger Stadtchor und                                    Mehrere Hundert Schutzmas-          Ulrich Freese erfuhr durch die Zeitung
 Kinder- u. Jugendensemble
                                                             ken sind so entstanden. Täg-        von dem Projekt und fragte gleich nach,
     „Die Sternschnuppen“
                                                             lich brachte das Team der Of-       wie er unterstützen könne. Die Glasma-
     Offene Werksatt „Mint“
                                                             fenen Werkstatt Halterungen         nufaktur Brandenburg stellte Druckzeit
                                                             für die Masken in die Apothe-       an ihren 3D-Druckern zur Verfügung.
                                                             ke, wo sie noch einmal desinfi-     Wir bedanken uns bei den vielen Unter-
                                                             ziert und für die Empfänger*in-     stützer*innen, Spender*innen und Eh-
                                                             nen – vor allem Ärzt*innen          renamtlichen, ohne deren Engagement
FÖRDERUNG

                                                                                               15

... und stärkt das „Wir“-Gefühl

und finanzielle Unterstützung eine Um-
setzung des Projekts unmöglich gewe-
sen wäre. Die Spenden wurden für Ver-

                                                                                           Brandenburg
brauchs- und Wartungsmaterial beim
3D-Druck des Gesichtsschutzes einge-
setzt. Auch Schutzmasken aus Stoff für
die Kinder und Jugendlichen der Ein-
richtungen des Familienwerks konnten
produziert werden, um eine möglichst
sichere Betreuung zu gewährleisten.
Durch dieses Projekt in einer schwie-
rigen Zeit voller Einschränkungen im
alltäglichen Leben sind wir alle wieder
näher aneinandergerückt. Jede*r bot
eine helfende Hand an. Das hat das
„Wir“-Gefühl enorm gestärkt.

Familien suchen die Hilfe der Tafeln

Ein Fünftel aller Kinder und Jugend-      „Die Kinder haben sonst in der Kita
lichen in Deutschland lebt laut einer     oder der Schule ein warmes Mittag-
Studie der Bertelsmann-Stiftung in        essen bekommen – plötzlich musste
Armut – und die Corona-Pandemie           das Essen zuhause für mehr Famili-
droht die Probleme zu verschärfen.        enmitglieder reichen.“
Das haben in den vergangenen Mo-          Auch die Tafelprojekte selbst hatten         Während der
naten auch wir gemerkt, etwa bei          zu kämpfen. Kund*innen und Hel-         Corona-Krise war
den Neuanmeldungen für die Tafeln         fer*innen zu schützen, gleichzeitig    die Nachfrage nach
des Familienwerks Brandenburg.            aber die Versorgung zu gewähr-              Lebensmitteln
„Es fragen Menschen die Unterstüt-        leisten, war herausfordernd. Zumal     der sechs Branden-
zung der Tafeln nach, die zuvor nicht     die Lebensmittelspenden zeitweise      burger Tafeln höher
auf unsere Hilfe angewiesen waren“,       spürbar zurückgingen. Für die er-                 denn je
berichtet Familienwerk-Geschäfts-         haltenen Spenden und die groß-
führer Kai Noack. „Das sind Leute,        artige Unterstützung,
die aufgrund der Corona-Krise ihren       die das Familienwerk
Job verloren haben oder in Kurzar-        Brandenburg erfahren
beit sind, oder auch Selbstständi-        hat, bedankt sich Kai
ge, deren Existenz aufgrund weg-          Noack ausdrücklich:
brechender Aufträge auf dem Spiel         „Es ist ein schönes
steht. Und natürlich hängen da oft        Zeichen, dass unsere
Familien mit Kindern dran.“ Viele Fa-     Gesellschaft gerade in
milien habe die Zeit geschlossener        schwierigen Zeiten et-
Kindergärten und Schulen an ihre          was enger zusammen-
Grenzen gebracht, weiß Kai Noack.         rückt.“
Familienwerk Mecklenburg-Vorpommern
FÖRDERUNG
                                                                                                           Gründungsjahr     1995
                                                                                                         Mitarbeiter*innen   35
16

                                                                             Förderung unserer Mitglieder

EINRICHTUNGEN

     4 Albert-Schweitzer-
      Kinderdorfhäuser in
     Wolgast und Rakow

Jungenwohngruppe ab
   10 Jahre in Wolgast

     Erziehungsstellen in
     Züssow, Zarrendorf
      und Lühmannsdorf

                                                                  Spenden retten das Zuhause von sieben Kindern
                                                                  Nur durch Spenden und           Zeit, sich an die Veränderung zu
                                                                  Fördergelder war es dem         gewöhnen: Der bisherige Haus-
                                                                  Familienwerk Mecklenburg-       vater blieb zunächst noch als Team-
                                                                  Vorpommern möglich, im          leiter im Haus.
                                                                  Oktober 2019 ein seit 25        „Der Kauf des großen Wohnhau-
                                                                  Jahren bestehendes und          ses mit 1.700 Quadratmetern
                                                                  zuvor privat getragenes         Grundstück und Nebengelass war
                                                                  Kinderhaus auf Usedom           ein finanzieller Kraftakt“, sagt Inka
                                                                  zu übernehmen und damit         Peters. Auf 450.000 Euro beliefen
                                                                  das Zuhause von sieben          sich die Kosten. „Doch es hat sich
                                                                  Kindern zu retten. „Eines       gelohnt und wir sind im vollen Gan-
                                                                  der Kinder ist schon vor        ge, die ersten Renovierungen und
                                                                  neun Jahren eingezogen“,        Neuanschaffungen zu tätigen.“
                                                                  erzählt    Geschäftsführerin
                                                                  Inka Peters. „Damals war        Den Blog unserer neuen Kinderdorf-
                                                                  es vier Jahre alt, inzwischen   eltern in Mecklenburg-Vorpommern
                                                                  ein Teenager. Und auch          finden Sie auf unserer Website:
                                                                  die anderen Kinder leben        www.albert-schweitzer-verband.
                                                                  schon einige Jahre hier.        de/blog-familie-deutschmann
                                                                  Wir sind sehr froh, dass
                                                                  sie in ihrem vertrauten Um-
                                                                  feld bleiben können.“ Neue
                                                                  Hauseltern waren schnell
                                                                  gefunden. Die Kinder hatten
FÖRDERUNG

                                                                                         17
Mit guten und schlechten Gefühlen gesund umgehen
Die Kinder in unseren Kinderdorffami-
lien haben es oft nicht oder unzurei-
chend gelernt, ihre Emotionen gesund
wahrzunehmen und zu steuern. Viele
von ihnen haben Gewalt, Vernachläs-
sigung oder andere traumatisierende
Ereignisse erlebt. Gute Emotionen
wie Freude oder Stolz nehmen sie oft
überschwänglich oder aber gar nicht
wahr, negative Gefühle wie Angst
oder Überforderung hingegen sehr
fokussiert und überbetont.

                                        Das
                                        Deeskalations-
                                        training zeigt
                                        den Kindern
                                        neue Wege
                                        auf

                                        Familienwerk dank Spendengeldern             Im liebevollen
                                        realisieren konnte. Ein Trainer zeigte   und gemeinsamen
                                        den Kindern etwa durch sportliche          Umgang mit der
                                        (Outdoor-)Aktivitäten, wie ein harmo-     Natur wird vieles
                                        nisches Miteinander aussehen kann,         wieder möglich
Ob gute oder schlechte Gefühle:         wenn alle Rücksicht nehmen. Die Pä-
Lautstark und ungefiltert kommen        dagog*innen wurden mit einbezogen
diese im Alltag zum Tragen und be-      und für den Umgang mit schwierigen
dürfen einer guten Steuerung durch      Situationen geschult.
unsere Pädagog*innen. Gruppen-          „Die Kinder haben sich durch das
situationen können eskalieren, weil     Training selbst besser kennengelernt.
die Kinder das Miteinander erst be-     Und sie wissen jetzt, wie sie sich
greifen müssen. Sie müssen lernen,      selbst beruhigen und vor allem ohne
die eigenen Gefühle und Bedürfnis-      Gewalt und Lautstärke durchsetzen
se zu erkennen, diese zu kommuni-       können“, sagt Geschäftsführerin Inka
zieren und auch auszuhalten, dass       Peters. „Davon profitiert die gesam-
ihre Wünsche vielleicht nicht sofort    te Gruppe. Einzelnen Kindern, die in
erfüllt werden. Auf ein Warten folgt    ihrem Verhalten besonders auffällig
oft ein Schreien, Weinen, Toben. Hier   sind, konnte so der Platz in der Grup-
braucht es professionelle Hilfe – wie   pe erhalten bleiben. Das sind unsere
das Deeskalationstraining, das das      größten Erfolge!“
Familienwerk Niedersachsen
  FÖRDERUNG                                                                                                     UMSETZUNG
                                                                                                                   UNSERES
                                                                                                        Gründungsjahr  1961
                                                                                                                AUFTRAGES
                                                                                                     Mitarbeiter*innen         927
  18                                                                                                                                01

                                                                      Förderung unserer Mitglieder

  EINRICHTUNGEN

           Kinderdorf Uslar

       Kinderdorf Alt-Garge

        Betreuungsprojekte
                 Lüneburg

        Altenhilfe Bleckede

 Fachklinik für Kinder- und
        Jugendpsychiatrie
                Holzminden

   Seniorenzentrum Uslar

       Heilpädagogische
           Einrichtung für
 Erwachsene mit geistiger
            Behinderung                                    Lebensfreude für ein schwerkrankes Mädchen
       in Hermannsburg

   Jugendhilfeeinrichtung
                                                           Vielleicht erinnern Sie sich     Die Erlebnisse und ein Strandspazier-
         Hermannsburg
                                                           an die schwerkranke Lina*,       gang mit ihren Geschwistern gaben
  Berufsbildende Schulen
                                                           über die wir im vergangenen      ihr die Kraft, weiter gegen den Krebs
                   Uslar
                                                           Jahr an dieser Stelle berich-    zu kämpfen.
    Servicebüro Hannover
                                                           tet haben. Ein bösartiger Tu-    Aktuell geht es Lina leider nicht so
Ambulante Angebote Celle                                   mor bedeutet akute Lebens-       gut. Der Tumor wächst. Für das Mäd-
  Die Wegbegleiter in Bad                                  gefahr für das Mädchen und       chen wurde inzwischen das Bade-
  Gandersheim, Einbeck,
                                                           unbeschreibliche Belastun-       zimmer im Kinderdorfhaus mit Spen-
     Northeim, Göttingen,
 Hann. Münden und Uslar                                    gen für die Kinderdorffamilie.   dengeldern barrierefrei umgebaut,
                                                           Viele Freunde und Förder*in-     um Lina den Alltag so gut es geht zu
                                                           nen ermöglichten Lina mit        erleichtern.
                                                           ihrer Familie einen kleinen      Lina ist tapfer. Die Familie ist es auch.
                                                           Kurzurlaub und einen Kon-        Und wir danken von Herzen für die
                                                           zertbesuch der deutschen         großartige Unterstützung!
                                                           Pop-Rock-Band „Revolver-         * Name zum Schutz des Kindes geändert
                                                           held“. Der Urlaub und das
                                                           Konzert haben der Familie
                                                           unbezahlbare, wertvolle Zeit         Das Bade-
                                                           zusammen geschenkt. Als                zimmer
                                                           Lina ihre Idole auf der Büh-          wurde für
                                                           ne sah, mit ihnen in der Gar-         Lina um-
                                                           derobe sprechen durfte und              gebaut
                                                           ihre Lieblingslieder mitsang,
                                                           konnte sie für einen Moment
                                                           vergessen, wie krank sie ist.
FÖRDERUNG

                                                 19

Beim Bau des neuen
Spielplatzes helfen die
Kinder mit
Laufen, klettern, matschen, teilen,
streiten, hinfallen, aufstehen, weiter-
machen – all diese wichtigen Erfah-
rungen werden auf einem Spielplatz
möglich. Spielen ist eine wertvolle
Ressource, die gleichzeitig Erholung,
Arbeit, Lernen und Spaß bedeutet.
Im Kinderdorf Alt Garge ist durch
Spendengelder ein toller neuer Ort
entstanden, an dem sich die Kinder-
dorfkinder bewegen und ausprobie-
ren können. Die Kids haben ihr neu-
es Gelände selbst mit geplant und
beim Bau auch kräftig mitgeholfen.

Für den neuen Spielplatz wurden
einige Kubikmeter Erde bewegt.
„Selbst ist das Kinderdorf“, sagte
Jürgen Weber vom technischen
Dienst und mietete einen Radlader
und einen Mini-Bagger. Die Kinder
waren sofort bei der Sache. Gleich
nach der Schule griffen sie nach
Schaufel und Spaten. Daniel wäre
vor Stolz fast geplatzt, als er (na-
türlich unter strenger Aufsicht) den
Mini-Bagger steuern durfte.
Die Spielgeräte wurden von einer
Fachfirma aufgebaut. Nach der um-
fangreichen Sicherheitstechnischen
Abnahme durch den TÜV dürfen die
Kinder die Kletteranlage mit Dra-
chenrutsche nun ausgiebig nutzen,
spannende Abenteuer auf ihrem
neuen Spielplatz erleben und dabei
spielerisch wachsen und die Welt
entdecken.
Sehr herzlich danken wir allen Spen-
der*innen, Planer*innen und Hel-
fer*innen!
Familienwerk Rheinland-Pfalz /Saarland
FÖRDERUNG                                                                                                              UMSETZUNG
                                                                                                                          UNSERES
                                                                                                               Gründungsjahr  1995
                                                                                                                       AUFTRAGES
                                                                                                             Mitarbeiter*innen     36
20                                                                                                                                    01

                                                                                Förderung unserer Mitglieder

EINRICHTUNGEN

  Vollstationäre Gruppe
und Inobhutnahmestelle
  Schaumburger Straße

     Vollzeitgruppe I Diez

      2 Familiengruppen

                  Team
  Ambulante Hilfen Diez

                                                                      Corona hat das Leben verändert

                                                                      Das Kinderhaus für Home-        Doch wir haben auch viel Unter-
                                                                      schooling aufrüsten, den        stützung erfahren. Das Landesju-
                                                                      Ausfall von Therapie- und       gendamt, das Gesundheits- und das
                                                                      Förderstunden überbrücken,      Jugendamt Bad Ems unterstützten
                                                                      Herausforderungen bei Per-      uns dabei, mitten in dieser heraus-
                                                                      sonalplanung und Wochen-        fordernden Phase eine neue Unter-
                                                                      einkauf meistern – durch        bringungsmöglichkeit für Kinder und
                                                                      Corona gab es viel zu tun,      Jugendliche zu schaffen. So konnten
                                                                      und das stets unter hohen       wir nach kurzer Renovierung unsere
                                                                      Hygieneanforderungen. Die       Inobhutnahmestelle in Horhausen er-
                                                                      Kinder und Jugendlichen         öffnen. Auch die Einrichtung der Kin-
                                                                      konnten teils nur telefonisch   derzimmer konnte durch Spenden
                                                                      mit ihren leiblichen Eltern     schnell beschafft werden.
                                                                      kommunizieren. Ambulante        In einem dieser Zimmer schläft nun
                                                                      Angebote mussten – wie in       der fünfjährige Alexander*, der mit
                                                                      anderen Vereinen – einge-       seinen zwei älteren Geschwistern in
                                                                      schränkt oder ganz einge-       unsere Einrichtung kam. In seiner Fa-
                                                                      stellt werden.                  milie war es oft zu Streitigkeiten und
                                                                                                                     Gewalt zwischen den
                                                                                                                     Eltern      gekommen.
                                                                                                                     Insgesamt        wurden
                                                                                                                     acht Kinder aufge-
                                                                                                                     nommen.
                                                                                                                     * Name zum Schutz des
                                                                                                                     Kindes geändert
FÖRDERUNG

                                                                                        21
Viele Menschen helfen nach Brand im Kinderhaus

An einem Sonntagabend im April          gemeinde Diez und der Umgebung
2019 roch es plötzlich komisch im       sehr viel Unterstützung. Zunächst
Kinderhaus in der Schaumburger          mussten geeignete Notunterkünf-
Straße. Schnell war klar: Es brennt!    te gefunden werden – bei so vielen
Da es bereits spät war, lagen alle      Personen gar nicht leicht. Die Wä-
Kinder bereits im Bett. Die Mitarbei-   sche der Kinder, die nach Rauch
ter*innen mussten schnell reagieren:    roch, musste gewaschen, Verpfle-
Kinder wecken, Kinder evakuieren,       gung und Versorgung sichergestellt
Feuerwehr anrufen. Dank regelmäßi-      werden. Da gerade die Ferien ange-
ger Feuerübungen wussten alle zum       fangen hatten, wurde kurzfristig eine
Glück genau, was sie tun mussten.       Freizeit organisiert.
Und so standen 14 Kinder und Ju-        Zwar sind wir versichert, doch leider
gendliche um 23 Uhr im Nachthemd        wurden nicht alle entstandenen Kos-
auf der Straße.                         ten übernommen. Somit bedanken
                                                        wir uns bei allen, die
                                                        uns mit Spenden un-
                                                        terstützt haben.

                                                       14 Kinder und
                                                       Jugendliche standen
                                                       mitten in der Nacht
                                                       auf der Straße -
                                                       Kleidung und Kuschel-
                                                       tiere rochen nach
                                                       Rauch

Die Rettungskräfte konnten den
Brand löschen, doch das Haus war
vorübergehend nicht mehr bewohn-
bar. Die Kleinsten fragten Feuer-
wehrleute und Erzieher*innen: „Was
wird jetzt mit uns? Was ist mit mei-
nen Sachen und dem Kuscheltier,
das ich in der Eile vergessen habe?“
Beruhigend für alle war, dass das
Feuer nur im Keller gewütet hat-
te. Nach aufwändiger Renovierung
konnte das Haus wieder bezogen
werden. Dabei erhielten wir von vie-
len Menschen aus der Verbands-
Kinderdorf Sachsen
FÖRDERUNG
                                                                                            Gründungsjahr     1990
                                                                                          Mitarbeiter*innen   36
22

                                                            Förderung unserer Mitglieder

EINRICHTUNGEN

     Kinderdorf Moritz-
       burg-Steinbach:

      1 Kinderdorffamilie

         3 Wohngruppen

   2 Wohneinheiten zur
 Verselbständigung von
  Jugendlichen bzw. für
Betreutes Einzelwohnen
             bei Bedarf

  Kinderdorf Dresden:

     3 Kinderdorffamilien

Betreutes Einzelwohnen
nach jeweiligem Bedarf                           Neue Matratzen und Möbel

                                                 Nachts verarbeiten Kinder         mehr zu denken war.“ Doch selbst mit
                                                 Eindrücke vom Tag, der Kör-       einer Rabattaktion des Möbelhauses
                                                 per regeneriert sich. Unab-       kommt eine enorme Summe zusam-
                                                 dingbar ist daher eine gute       men, wenn man alle Kinder mit einer
                                                 Schlafumgebung. Dazu ge-          neuen Matratze ausstatten möchte.
                                                 hören auch ordentliche Ma-        „Das konnten wir nur durch Spenden
                                                 tratzen. „Da Matratzen teuer      stemmen“, sagt Daniela Bachmann.
                                                 sind, nutzen wir sie so lange     „Für eines unserer Mädchen konnten
                                                 wie möglich“, sagt Daniela        wir dank der Spenden in diesem Jahr
                                                 Bachmann, Bereichsleiterin        außerdem neue Kinderzimmermöbel
                                                 im Kinderdorf Steinbach.          anschaffen“, freut sich die Bereichs-
                                                 „Aber dieses Jahr waren ein-      leiterin.
                                                 fach mal neue fällig. Die alten   „Auch hier gilt: Wir nutzen die Möbel
                                                 Matratzen waren schon so          natürlich solange es geht und achten
                                                 durchgelegen, dass an ein         bei der Neuanschaffung auf ein gutes
                                                 bequemes Schlafen nicht           Preis-Leistungs-Verhältnis.“
FÖRDERUNG

                                                            23

Ein Glück: Das „grüne Baby“ fährt wieder

Mobilität spielt besonders im länd-
lichen Raum eine große Rolle. Nur
mit Fahrzeugen können wir unsere
Kinderdorfkinder zu Therapien oder
dem geliebten Vereinssport fahren.
Denn nicht immer lassen sich diese
Wege mit öffentlichen Verkehrsmit-
teln bewältigen. Und damit die gan-
ze Kinderdorffamilie auch gleich-
zeitig etwas unternehmen kann,
müssen die Autos mindestens neun
Sitze haben.

Ende 2019 hatte der elf Jahre alte
VW-Bus einer unserer Familien ei-
nen Getriebeschaden. Die Kinder-
dorfmutter erinnert sich: „Solange
die Großen denken können, fuhren
wir immer und überall hin mit un-          Fahrtüchtige Autos
serem grünen Bus. Ich liebe diesen         sind in den Kinder-
Bus. Die Kinder auch. Natürlich hat        dörfern zwingend
er einige Schwachstellen, aber die         notwendig -
sind zu vernachlässigen. Ende No-          insbesondere im
vember ging der geliebte Bus ka-           ländlichen Raum
putt und war auch nicht gleich zu
reparieren. Von nun an fuhren wir
mit einem etwas kleineren Bus und
standen jedes Mal neu vor der Fra-
ge: Was laden wir ein? Kinder oder
Einkauf? Badetaschen? Nur die
Hälfte der Kinder?“

Und als die Kinderdorffamilie aus-
gerechnet an Weihnachten nach
dem Besuch bei den Großeltern
auch noch mit dem Ersatzauto lie-
genblieb, war der Frust besonders
groß. Wie gut, dass der Getriebe-
schaden dank der Unterstützung
unserer Spender*innen inzwischen
behoben werden konnte. „Zum
Glück ist unser Auto repariert und
die Kinder stellten zufrieden fest:
‚Unser grünes Baby ist wieder da‘.“
Familienwerk Sachsen-Anhalt
  FÖRDERUNG

                                                                                                             Gründungsjahr          1990
                                                                                                          Mitarbeiter*innen         444
  24

                                                                         Förderung unserer Mitglieder

 EINRICHTUNGEN

  Wohngruppen für Kinder
        und Jugendliche

         Heilpädagogische
             Wohngruppen

       Heilpädagogische
    Mädchenwohngruppe

           Kleinkindgruppe

   Wohnen für Gehörlose/
        Hörgeschädigte

    Intensivpädagogische
            Wohngruppen

       Mutter-Kind-Gruppe

             Tagesgruppen

Verselbständigungsgruppen                                     Endlich wieder zusammen
         Betreutes Wohnen
                                                              Es war eine traumatische          Auch die Kinder wurden zunächst
Schulische Erziehungshilfe
                                                              Erfahrung für die Geschwis-       voneinander getrennt – und litten
               Schutzstelle
                                                              ter Kevin, Nadja, Christo-        sehr darunter. Jetzt sind die sechs
         Flexible Elternhilfe                                 pher, Eileen, Samantha und        Jungen und Mädchen endlich wie-
 Wohnheim für behinderte                                      Nils*, ihren Vater zu verlieren   der zusammen.
              Menschen                                        und von der überforderten
  Heilpädagogisch-thera-                                      Mutter getrennt zu werden.        * Namen zum Schutz der Kinder geändert
      peutisches Zentrum

Erziehungs- und Familien-
          beratungsstelle

       Sozialpädagogische
              Familienhilfe

          Schulsozialarbeit

    Werkstatt für kreatives
                 Gestalten

        Kindertagesstätten

       Kinder- und Jugend-
         begegnungsstätte
FÖRDERUNG

                                                                                                     25

Der nicht altersgerechte Entwick-           Beschäftigungszimmer eingerichtet.
lungsstand sowie massive gesund-            Mobiliar, Spielsachen und Beschäf-
heitliche Probleme der Kinder hatten        tigungsmaterialien wurden ange-
das Jugendamt veranlasst, sofort zu         schafft, außerdem Fahrräder, Lauf-
reagieren und die Kinder in verschie-       räder und passende Fahrradhelme.
denen Kinder- und Jugendhilfeein-           Besonders schön: Den sechs Ge-             Kevin, Nadja, Nils,
richtungen unterzubringen. Eileen           schwistern, die Urlaub bisher nicht    Eileen, Samantha und
und Samantha, die beiden jüngsten           kannten, wurde ein gemeinsamer             Christopher haben
Mädchen, wurden in unserem Haus             vierzehntägiger Gruppenurlaub er-         im Familienwerk in
in Zerbst in Obhut genommen, Ke-            möglicht.                                   Zerbst ein neues
vin, Nadja, Christopher und Nils wur-                                                  Zuhause gefunden
den anfangs in anderen Einrichtun-
gen betreut.

Die Erzieher*innen in Zerbst berührte
es sehr, wie stark die beiden Mädchen
unter der Situation, vor allem aber un-
ter der Trennung von ihren Geschwis-
tern litten. Der Einrichtungsleiter setz-
te sich daher mit Nachdruck dafür
ein, die gesamte Geschwistergruppe
in seiner Einrichtung aufzunehmen
und geeignete Wohnmöglichkeiten
für alle sechs Kinder zu schaffen. In
Absprache mit dem zuständigen Ju-
gendamt wurde schließlich entschie-
den, nicht genutzte Räume entspre-
chend umzubauen und zu sanieren.

Neue Räume für die Geschwister
Getan werden musste mehr als zu-
nächst gedacht. Fenster und Fuß-
bodenbeläge      wurden     erneuert,
Zwischendecken eingezogen, alle
Räume gestrichen. Die Kosten belie-         In dem neu entstandenen und abge-
fen sich am Ende auf 122.000 Euro.          schlossenen Wohnbereich werden
Dank Spenden konnten wir die Sum-           die Geschwister nun von einem fes-
me aufbringen.                              ten Erzieher*innenteam betreut, das
Entstanden sind ein Einzel- und zwei        sich behutsam ihren diversen Prob-
Doppelzimmer mit anliegenden Bä-            lematiken widmet. Auch die Mutter
dern sowie ein Kleinkindzimmer.  Für        der sechs hat in Absprache mit dem
die Entwicklung der sprachlichen und        Jugendamt die Möglichkeit, ihre Kin-
motorischen Fähigkeiten der Kinder          der regelmäßig zu besuchen und
und zur Förderung ihrer Denkfähig-          kann somit an deren Entwicklung
keit wurde außerdem ein Spiel- und          teilhaben.
Kinderdorf und Familienwerke Thüringen
 FÖRDERUNG

                                                                                                           Gründungsjahr     1990
                                                                                                         Mitarbeiter*innen   140
  26

                                                                                   Förderung unserer Mitglieder

 EINRICHTUNGEN

        Albert-Schweitzer-
       Kinderdorf in Erfurt:
          Kinderdorffamilien

           Familienanaloge
             Wohngruppen

       Verselbständigungs-
                   wohnen

   Tochterunternehmen
 Sunshinehouse gGmbH:

          Stationäre Kinder-
            und Jugendhilfe

 Intensiv-Sozialtherapeu-
      tische Wohngruppe

Jugendwohngemeinschaft
                                                                        Ein Jahr im Leben eines Schulkindes
Mutter/Vater-Kind Wohnen

             Inobhutnahme                                               Der siebenjährige Leon* hat
      Erziehungs-, Ehe-,                                                ein aufregendes Jahr voller
   Familien- und Lebens-                                                unvergesslicher Momente
   beratungsstelle Gotha
                                                                        erlebt – seine Einschulung
       Kinder- und Jugend-
                                                                        war dabei einer der Wich-
        schutzdienst Gotha
                                                                        tigsten.
Netzwerk frühe Hilfen und
     Familienhebammen
                                                                        Seit vier Jahren lebt Leon
           Schulsozialarbeit
                                                                        in der Thüringer Kinderdorf-
                                                                        familie „Wiesenhof“, zusam-
                                                                        men mit fünf Mädchen und
                                                                        Jungen sowie seinen Kin-
                                                                        derdorfeltern. Dass Leon
                                                                        außergewöhnlich intelligent
                                                                        ist, bemerkten seine Kin-
                                                                        derdorfeltern bereits, als er-
                                                                        noch im Kindergarten war.
                                                                        „Besonders beeindruckend
                                                                        war der stets überdurch-
                                                                        schnittlich große Wortschatz
                                                                        und dass sich Leon das Le-
                                                                        sen und Schreiben teilweise
                                                                        selbst beibrachte“, erinnert
                                                                        sich Kinderdorfmutter Petra.
FÖRDERUNG

                                                                                   27

Viele Monate vorher freute sich der
heute Siebenjährige auf den Tag sei-
ner Einschulung. Für seine Kinder-
dorfeltern war es aus diesem Grund
besonders wichtig, dass Leon auch
individuelle Wünsche erfüllt bekommt.
„Die Anteilnahme und Unterstützung
so vieler Menschen hat uns wirklich
beeindruckt. Briefe, die Leon bekam,
las er neugierig und freute sich über
die Glückwünsche und Geschenke“,
sagt seine Kinderdorfmutter. In seinen
Antwortschreiben an die Engagierten
berichtet Leon meist über Dinge, die
er im Kinderdorf erlebt. Ende 2019
gab es beispielsweise gleich zwei tol-
le Veranstaltungen: das Sportfest und
den Weihnachtsmarkt im Kinderdorf.
Hier trat Leon mit seinen fünf Kinder-
dorfgeschwistern auf einer Bühne vor
dem Weihnachtsmann auf.

„Leon hilft gerne den Kleineren oder
erklärt ihnen Dinge, die er selbst erst
vor Kurzem gelernt hat. Philipp*, der
auch bei uns im Wiesenhof lebt, wur-
de im Herbst eingeschult. Leon übt

                                                                                Thüringen
mit ihm das Erkennen von Buchsta-
ben oder sie packen zusammen den          Aus Spenden finanziert:
Ranzen“, freut sich seine Kinderdorf-     170 € Ranzen, Sportbeutel,
mutter.                                         Federetui
                                           50 € Bücher, Stifte, Hefte
Sowohl die Förderung von Leons             25 € Bastelmaterialien und
Potenzial durch seine Kinderdorfel-             Tuschkasten
tern als auch der Schulalltag haben        50 € Sportschuhe und -kleidung
im vergangenen Jahr vor allem seine        15 € Brotdose und Trinkflasche
soziale Entwicklung positiv beein-         30 € Schultüte mit Füllung
flusst. Kinderdorfmutter Petra sagt:      120 € Familien-Einschulungsfest
„Ich hoffe, dass Leon auch weiterhin      460 € Gesamtsumme
so viel Freude an der Schule hat und
dadurch eine gute Basis für seinen        Tatsächliche Ausgaben der
späteren Berufswunsch erhält!“ Leon       Kinderdorffamilie Wiesenhof für
möchte später einmal Arzt werden.         Leons Einschulung: 596,28 €

* Namen zum Schutz der Kinder geändert
FÖRDERUNG

  28                    Internationale Hilfen

                        Philippinen
Albert Schweitzer war   Seit 23 Jahren engagiert sich       Heute leben 82 Jungen und Mäd-
zeitlebens zwischen     der Bundesverband der Albert-       chen im Kinderdorf auf Cebu. Sie
den Kontinenten         Schweitzer- Kinderdörfer und        wurden als Straßenkinder, Waisen
unterwegs. Grenzen      Familienwerke mit der Albert-       oder aus verarmten Haushalten auf-
zu überschreiten        Schweitzer-Familienwerk Foun-       genommen. Viele mussten Gewalt
entsprach dem           dation auf den Philippinen.         oder Vernachlässigung erfahren. Ein
Wesenskern seines       Martiniana Mercado und Bernd        13-köpfiges Team unter der Leitung
Denkens.                Papke legten mit ihrer Vision von   von Martiniana Mercado, die 2018
Wir sind bestrebt, im   einem Ort für benachteiligte Kin-   mit dem Albert-Schweitzer-Preis
Sinne seiner humani-    der auf der Insel Cebu den Grund-   der Kinderdörfer für ihr Lebenswerk
tären Geistes-          stein für die Erfolgsgeschichte     ausgezeichnet wurde, leistet Groß-
haltung zum Wohle       des philippinischen Vereins.        artiges für die Grundversorgung der
hilfsbedürftiger                                            Kinder, für ihre medizinische Betreu-
Menschen zu arbeiten.                                       ung, Bildung und Werteerziehung.
FÖRDERUNG

                                                                                                           29

An der Seite des Kinderdorfes ste-
hen zahlreiche Helfer*innen und
großzügige Förder*innen. Ihnen allen
möchten wir Danke sagen. Und sei-
tens des Bundesverbandes können
wir versichern: Wir sind mit einem
jährlichen Zuschuss von 800.000
Philippinischen Pesos (entspricht
etwa 65.000 Euro) auch weiterhin für
die Einrichtung da.

Die Unterhaltung des Kinderdorfes
in 2019 kostete 106.403 Euro, das
sind ca. 3,55 Euro pro Tag und Kind
– in Europa undenkbar und selbst
auf den Philippinen nur bei einer
sehr bescheidenen Lebensweise re-
alisierbar. Der Bundesverband trug
davon 65 Prozent – sieben Prozent                                                               Hier können Sie
wurden aus zwölf persönlichen Pa-                                                                sich selbst ein
tenschaften generiert, 58 Prozent                                                                  Bild machen:
aus nicht zweckgebundenen Spen-                                                   https://youtu.be/d6o_5ExiBdM
den und Nachlässen. Elf Bildungs-
pat*innen tragen mit 32 Euro monat-
lich die Kosten für die Ausstattung
eines Kindes mit Lernmaterialien,
Schulkleidung und Schulgeld.

 AUFWENDUNGEN 2019
 Albert-Schweitzer-Familienwerk Foundation CEBU
                                                                                                        Philippinen
          Versorgung der Kinder und Jugendlichen
13,7 %    für Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel der Kinder (14.572 €)
27,0 %    für die Ausbildung (28.746 €)
 0,3 %    für die Versorgung der College-Student*innen und Auszubildenden (314 €)
 0,5 %    für Arztkosten und Medikamente (550 €)
 2,2 %    für Transporte der Kinder zur Schule und zu Freizeitaktivitäten (2.316 €)
          Personalkosten
39,5 % für Leitung, Hauseltern, Sozial- u. Hilfsarbeiter*innen, Küchenpersonal (42.053 €)
       Immobilien / Investitionen
 8,1 % für Hausnebenkosten und technische Wartungsarbeiten (8.657 €)
       Verwaltung
 8,6 % für Personalkosten Büroangestellte, Büroverwaltung, inkl. Büroausstattung
          (9.193 €)
FÖRDERUNG

     30

  Felix (20) hat im
  Kinderdorf auf den
  Philippinen ein mehr-
  wöchiges Praktikum
  absolviert.
  „Wenn ich reise,
  möchte ich auch et-
  was Gutes bewegen“,
  so der junge Mann aus
  Pforzheim, der sowohl
  das Feuer im Januar
  als auch viele schöne   Praktikum auf den Philippinen
  Augenblicke miter-
  lebt hat. Über seine    „Immer wieder fällt mir, wenn ich das Kinderdorf verlasse, die extreme Armut
  Erfahrungen hat Felix   auf. Zu den schönsten Erfahrungen gehören die dankbaren Gesichter der
  für uns gebloggt.       Leute und vor allem der Kinder aus den ärmeren Gegenden, wenn ich mit den
  Hier einige Auszüge:    anderen aus dem Kinderdorf übriges Essen verteile oder den Kindern Früchte,
                          Süßigkeiten oder Eis schenke. Auch einfache Dinge wie Wasser und Brot las-
                          sen die Augen leuchten, denn die Armutsrate ist landesweit sehr hoch, sodass
                          viele nicht genügend Geld für Essen oder Kleidung haben. Im Kinderdorf sieht
                          es anders aus: Hier gibt es regelmäßige Mahlzeiten und Snacks für zwischen-
                          durch.“

                          „Einige Kinder sind mir schon richtig ans Herz gewachsen, mit der Zeit haben
Philippinen

                          sie mir mehr und mehr von ihren Lebensgeschichten erzählt und mir ihre
                          Gefühle anvertraut. So träumt eines der jüngeren Mädchen, das keinen Vater
                          mehr hat und von seiner Mutter zurückgelassen wurde, von nichts mehr, als
                          wieder eine richtige Familie zu haben.“

                          „Die Einheimischen hier sind alle super freundlich und haben mich von Be-
                          ginn an herzlich aufgenommen. Einige haben mich sogar zum Essen in ihre
                          Häuser eingeladen und mir von ihrer Vergangenheit berichtet. Viele dieser
                          Geschichten waren sehr bewegend und haben mir geholfen, die Kultur und
                          die Lebens- und Verhaltensweisen der Menschen hier besser zu verstehen. In
                          der Nachbarschaft ist mein Gesicht inzwischen bekannt: Immer, wenn ich vom
                          Kinderdorf aus zu der nächstgrößeren Straße laufe, rufen die Leute neugierig
                          meinen Namen und wollen mit mir sprechen.“
Philippinen
                                                                                   FÖRDERUNG

Ein Feuer bringt das Kinderdorf in finanzielle Not                                        31

Sorgen bereitete uns das aus-           Zusammenhalten – das können auch
schließlich durch Spenden finan-        die Kinderdörfer und Familienwerke:
zierte philippinische Kinderdorf im     Nach dem Brand hat der Bundes-
Januar 2020: Bei einem nächtlichen      verband eine Soforthilfe von 5.000
Feuer ging eines der fünf Kinderdorf-   Euro überwiesen. 50.000 Euro stell-
häuser in Flammen auf. Martiniana       te das Kinderdorf Berlin für den Wie-
Mercado und unser Praktikant Fe-        deraufbau auf den Philippinen bereit.
lix, die in dem Gebäude schliefen,
bemerkten den Brand zum Glück
rechtzeitig und konnten sich selbst
und alle Kinder und Jugendlichen in
Sicherheit bringen. Ein Wohngebäu-
de, zwei Garagen und zwei Fahrzeu-
ge wurden durch das Feuer zerstört.
Allein die Kosten für den Wiederauf-
bau des Hauses belaufen sich auf
50.000 Euro. „Das einzig Positive
ist, dass niemand verletzt wurde“,
schrieb Praktikant Felix wenige Tage
nach dem Brand auf seinem Blog.
„In dieser Nacht ist mir besonders
aufgefallen, wie gut die Menschen
hier zusammenhalten, wenn eine
Katastrophe wie diese geschieht.“

Deutsch-Polnische                       Schon lange verbindet die Kinderdorf-
Begegnung                               familie Krause aus Erfurt eine enge
                                        Freundschaft mit dem Albert-Schweit-
                                        zer-Kinderdorf Daleszyce in Polen.
                                                                                       Polen
                                        Gegenseitige Besuche halten die Be-
                                        ziehung lebendig. So verbrachten fünf
                                        Familien im Sommer 2019 gemein-
                                        same Zeit an der polnischen Ostsee.
                                        Eine Reise, die sich die zwölfjährige
                                        Lena*– seit fünf Jahren im Erfurter Kin-
                                        derdorf zuhause – schon lange sehn-
                                        lich gewünscht hatte.

                                        Höhepunkte des 14-tägigen Urlaubs
                                        waren die durch das Hotel organisier-
                                        ten Familienfeste mit Hüpfburgen, Fahr-
                                        geschäften und Zuckerwatte für die
                                        Kinder. Am Ende waren sich alle einig:
FÖRDERUNG

   32
Polen
               Die herzliche Atmosphäre unter den       sogenannten „Ersatzeltern“ betreut.
               Familien und die tollen Aktionen blei-   Die Finanzierung des Unterhaltes ist
               ben unvergessen. Geplante Gegen-         durch den polnischen Staat gesichert.
               besuche der polnischen Familien etwa     Die „Ersatzeltern“ nehmen die Kinder
               zum 30. Geburtstag des Kinderdorfes      und Jugendlichen liebevoll in ihren
               Erfurt in 2020 mussten aufgrund der      Familien auf.
               Corona-Pandemie jedoch leider ab-
               gesagt werden.                           Unser Bundesverband hat 2019 ne-
                                                        ben der Sommererholung an der Ost-
               In der polnischen Stiftung „Przysta-     see diverse Aktivitäten der Stiftung
               nek-Dziecko“ im Alberta Schweitzera,     finanziell unterstützt: Für die Familien
               zu der das Kinderdorf Daleszyce ge-      wurden etwa Möbel, Haushaltsge-
               hört, werden mehr als 100 Kinder von     räte und Werkzeuge sowie ein Pick-
                                                        nick-Set für Ausflüge angeschafft.
                                                        Darüber hinaus wurden Sportwettbe-
                                                        werbe für die Kinder veranstaltet und
                                                        Schulungen für „Ersatzeltern“ durch-
                                                        geführt. Insgesamt erhielt die Stiftung
                                                        12.000 Euro.
                                                        * Name zum Schutz des Kindes geändert

               Russland
               Aus einer Städtepartnerschaft zwi-       Kauf einfacher Einrichtungsgegen-
               schen Zerbst/Anhalt und dem süd-         stände. Auch soziale Projekte werden
               lich von Sankt Petersburg gelege-        durch den Fonds gefördert, etwa Bau-
               nen Puschkin hat sich auch eine          maßnahmen in einem Waisenhaus in
               Kooperation auf sozialem Gebiet          der Region oder der Kauf von Weih-
               entwickelt: Das Albert-Schweitzer-       nachtsgeschenken für die Kinder dort.
               Familienwerk Sachsen-Anhalt und          Corona-bedingt war im ersten Halb-
Russland

               der Albert-Schweitzer-Familienfonds      jahr 2020 soziales Engagement aller-
               in Puschkin arbeiten seit vielen Jah-    dings nur eingeschränkt möglich.
               ren vertrauensvoll zusammen.
                                                        Vorstand und Geschäftsführung des
               Anders als das Familienwerk betreibt     Familienwerks Sachsen-Anhalt stehen
               der Familienfonds keine eigenen Ein-     regelmäßig in Kontakt mit dem Vorsit-
               richtungen, arbeitet jedoch eng mit      zenden des Fonds, Juri Sidorov, und
               dem Ministerium für Sozialschutz der     stimmen sich zum Einsatz der Förder-
               Bevölkerung in Puschkin zusammen         gelder für wohltätige Zwecke ab. Der
               und unterstützt bedürftige Menschen,     Bundesverband der Albert-Schweit-
               zum Beispiel mit Medikamenten und        zer-Kinderdörfer und Familienwerke
               Desinfektionsmitteln oder durch den      beteiligte sich 2019 mit 3.000 Euro.
„
    Albert Schweitzer
                        “
PROJEKTE

       34         Starke Kinder ...

                  Das Jahr 2019 stand im Fokus     Eine Kampagne für die Rechte und
                  der Kinderrechte, denn am 20.    die Teilhabe von Kindern – das wäre
                  November wurde die Kinder-       ganz nach dem Geschmack Albert
                  rechtskonvention der Vereinten   Schweitzers gewesen. Der Huma-
                  Nationen 30 Jahre alt.           nist, der nach eigenen Worten schon
                  Anlass für uns, eine #Kinder-    als Achtjähriger unter Ungerechtig-
                  rechte-Kampagne zu starten.      keit litt, die anderen widerfuhr, stellte
                                                   sein Leben in den Dienst Benachtei-
                                                   ligter und kämpfte für Fairness und
                                                   Gerechtigkeit.
KINDERRECHTE

                                                   Mit unserer Kampagne haben wir
                                                   im Jubiläumsjahr der Kinderrechte
                                                   darauf aufmerksam gemacht, dass
                                                   auch in unserem Land, das die Kin-
                                                   derrechtskonvention 1992 ratifizierte,
                                                   tagtäglich Kinderrechte missachtet
                                                   werden. Oft sind es Teilhabe und
                                                   Chancengleichheit, die Kindern nicht
                                                   oder nicht ausreichend gewährt wer-
                                                   den.
                                                   Viele der Jungen und Mädchen in
                                                   unseren Einrichtungen haben in ihrer
                                                   Vergangenheit massive Verletzun-
                                                   gen ihrer Rechte erleben müssen.
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