Gestational trophoblastic disease (GTD) - Frauenheilkunde ...

 
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                                                                                  Prof. Luigi Raio; Dr. Franziska Siegenthaler;
                                                                                                     Prof. Micheal D. Mueller
                                                                                       Universitätsklinik für Frauenheilkunde
                                                                                                               Inselspital Bern

Gestational trophoblastic disease (GTD)

Das ist das letzte Thema aus der Reihe von vaskulären         die hydatiformen Molen und das Chorionkarzinom
Uterusanomalien. Wir haben uns in den letzten Ausga-          vom Cyto- und Syncytiotrophoblasten entstam-
ben der FHA über primäre und erworbene uterine arte-          men [3].
rio-venöse Malformationen, Aneurysmata und über Pla-
zentapolypen unterhalten [1, 2].                              Die klinische Präsentation dieser Tumore hat sich seit
                                                              der Einführung der Ersttrimestersonographie gewan-
Trophoblasttumoren oder eben GTD sind eine hetero-            delt. Die Frauen sind oft asymptomatisch, wobei
gene Gruppe von schwangerschaftsassoziierten Kom-             aber eine vaginale Blutung weiterhin das häufigste
plikationen, welche einhergehen mit einer abnormen            Symptom darstellt (Tab. 1). Die transvaginale Sono-
Proliferation von Trophoblastgewebe. Eingeteilt wer-          graphie, das humane Choriongonadotropin (hCG)
den sie in prämaligne und maligne Formen (Grafik 1)           und gelegentlich auch CT, MRI oder PET helfen bei
Zur ersteren Gruppe gehören die partiellen und kom-           der Diagnosesicherung und Stadieneinteilung. Die
pletten Blasenmolen und die selteneren Formen,                malignen Formen werden auch als Gestational tro-
genannt „hyperplastische Implantationsstelle“ (exag-          phoblastic Neoplasia (GTN) bezeichnet (Grafik 1).
gerated placental site; EPS) und „Plazentabettknoten“         Die selteneren Formen weisen untereinander histolo-
(placental site nodule; PSN). Zu den GTNs (Gestatio-          gisch viele Ähnlichkeiten auf und nicht selten ist eine
nal trophoblastic neoplasia) werden die invasive Bla-         Zweitmeinung notwendig [3, 4]. Das hat auch mit der
senmole, die postmolare GTN, das Chorionkarzinom,             niedrigen Inzidenz dieser Pathologie zu tun. Man
der Plazentabettumor (placental site trophoblastic            geht davon aus, dass in der Schweiz lediglich
tumor; PSTT) und der epitheloide Trophoblasttumor             150 GTD pro Jahr diagnostiziert werden. Statistisch
(epithelial trophoblastic tumor; ETT) gerechnet. Diese        gesehen wird ein Schweizer Pathologe durchschnitt-
selteneren Formen (PSTT, ETT, EPS, PSN) entsprin-             lich einen Fall pro Jahr sehen, ein Gynäkologe einen
gen aus dem intermediären Trophoblasten, während              Fall alle fünf Jahre und der Onkologe wird alle

                                      GTD

        prä-maligne                                           maligne/GTN
                                                                                        Grafik 1. Einteilung der Gestatio-
                                                                                        nal trophoblastic diseases (GTD).
 EPS und PSN         Blasenmolen               Chorionkarzinom       PSTT   ETT         EPS: „hyperplastische Implantati-
                                                                                        onsstelle“ (exaggerated placental
                                                                                        site) und PSN: „Plazentabettkno-
                                               Invasive Blasenmole                      ten“ (placental site nodule); seltene,
                                                                                        prämaligne Formen. Die PSTT
        partielle Mole    komplette Mole                                                (placental site trophoblastic tumor)
                                                                                        und ETT (epithelial trophoblastic
                                                                                        tumor) hingegen gehören zu den
                                                                                        malignen GTN, Gestational tro-
                                                postmolar GTN
                                                                                        phoblastic neoplasia.

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Tab. 1. Symptome von GTD                                             tielle Mole (PM). Beide Formen unterscheiden sich in
Blasenmole               mögliche Symptome                           ihrer Klinik, histologisch, genetisch und auch was die
                                                                     Prognose anbelangt [3, 7]. Die KM ist diploid, aber
Anamnese                 Bauchschmerzen
                                                                     vollständig paternalen Ursprungs. Nach einer norma-
                         Vaginale Blutungen
                         Nausea, Erbrechen                           len Fertilisierung mit einem Spermium gehen die müt-
                         Dyspnoe, Palpitationen                      terlichen Chromosomen verloren und die paternalen
                         Präeklampsie                                werden verdoppelt (uniparenterale Disomie) oder die
Klinische Untersuchung   Vergrösserter, aufgelockerter Uterus        Eizelle wird durch zwei Spermien befruchtet mit
                         Vaginale Blutung, gel. Gewebeabgang         anschliessendem Verlust der mütterlichen DNA. Die
                         Ovarialzysten                               PM sind meist triploid, d. h. die normale Eizelle wird
                         Tachykardie und Tachypnoe
                                                                     durch zwei Spermien befruchtet. Im Gegensatz zur
Laborbefunde             Erhöhtes hCG                                KM sind bei der PM meist ein Embryo/Fetus oder
                         Hinweise für Hyperthyreose                  fetale Erythrozyten nachweisbar (Tab. 2 und Abb. 1).
                         Anämie

16 Jahre mit einem solchen Fall konfrontiert wer-                    Gestational trophoblastic neoplasia (GTN)
den [5].
                                                                     Meist reicht die Saugcurettage zur Behandlung einer
Die Blasenmolen                                                      Blasenmole (Abb. 2). Bei fehlendem Abfall, Plateau-
                                                                     bildung oder erneutem Anstieg des hCG’s muss man
Diese Gruppe stellt, mit einer Inzidenz in Europa von                von einer postmolaren GTN ausgehen. Die FIGO hat
0.5–3 auf 1000 Schwangerschaften, die häufigste Vari-                festgehalten, dass – falls eine der folgenden Situatio-
ante eines GTD dar [5, 6]. Es werden zwei Typen                      nen vorliegen sollte – die Kriterien für eine postmolare
unterschieden: die komplette Mole (KM) und die par-                  GTN erfüllt sind:

Tab. 2. Vergleich zwischen partiellen und kompletten Blasenmolen; GTN: Gestational trophoblastic neoplesia

Eigenschaften                             partielle Mole                             komplette Mole

Karyotyp                                  69 XXX oder 69 XXY                         46 XX, 46 XY (paternale DNA)
Pathologie
Fetus                                     Oft vorhanden                              Nicht vorhanden
Amnion, fetale Erythrozyten               meist vorhanden                            fehlend
Zottenodem                                variabel, fokal                            diffus
Trophoblastproliferation                  fokal, moderat                             diffus, leicht bis schwer
Klinik
Diagnose                                  schwere FGR, Hydrops, Missed abortion      molare Schwangerschaft
Uterusgrösse                              Nicht zeitentsprechend                     50% grösser als erwartet
Theca lutein Zyste                        selten                                     15-25%
medizinische Komplikationen               selten                                     < 25%
Risiko für GTN                            selten                                     hoch

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                       8 SSW                            13 SSW                         19 SSW
 A                                                                                               spiele von kompletten (A)
                                                                                                 und partiellen (B) Blasen-
                                                                                                 molen zu unterschiedli-
                                                                                                 chen Schwangerschafts-
                                                                                                 wochen (SSW). Panel A:
                                                                                                 Cavum uteri ausgefüllt
                                                                                                 mit solid-kleinzystischer
                                                                                                 Tumormasse. Im Panel
                                                                                                 B sieht man immer
 B                     15 SSW                           16 SSW                         10 SSW    einen Embryo/Fetus
                                                                                                 im Hydrops oder eine
                                                                                                 Fruchtblase mit Missed
                                                                                                 abortion; alles Fälle mit
                                                                                                 Triploidie.

(a) fehlendes Absinken um mind. 10 % über 4 Mes-                 A                                                    B
    sungen über 3 Wochen (Tag 0, 7, 14 und 21);
(b) Anstieg des hCG’s um mind. 10 % über 3 Messun-
    gen über 2 Wochen (Tag 0, 7 und 14);
(c) histologisch wurde ein Chorionkarzinom diagnos-
    tiziert [7].

Natürlich kann sich eine GTN auch nach einem
Abortgeschehen, nach einer extrauterinen Gravidität
oder sogar nach einer Termingeburt entwickeln [3].               C                                                    D
Von einer invasiven Mole redet man, wenn eine PM
oder KM das Myometrium invadiert bzw. in Lymph-
oder Blutgefäßen oder seltener nach vaskulärer Ver-
schleppung in extrauterinen Lokalisationen wie
Vagina und Lunge gefunden wird. Oft kann eine inva-
sive Mole erst nach Hysterektomie diagnostiziert wer-
den [9].
                                                              Abb. 2. Komplette Blasenmole: (A) sonographisches Bild:
                                                              Cavum ausgefüllt mit zystischem Tumor; (B) 3D Inversion
Die seltenen GTN, PSTT und ETT, entstammen vom                Mode: die zystischen Anteile sind hervorgehoben; (C) Tumor-
intermediären Trophoblasten und entsprechend fehlen           gewebe nach operativer Evakuation (Saugcurettage);
Chorionzotten. Verglichen mit der PSTT zeigt das              (D) hydropische, molare Zotten in der Histologie

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ETT ein ausgesprochen noduläres Wachstum. Beide                         motherapieresistenz spricht. Da die seltenen PSTT
Formen zeichnen sich durch niedrigere hCG-Werte                         und ETT ein anderes biologisches Verhalten auswei-
aus, meist 1000–2500 IU/l und sind schwierig zu diag-                   sen, ist das Scoringsystem nicht hilfreich und das ana-
nostizieren, u. a. weil sie sehr langsam wachsen, z. T.                 tomische Stagingsystem sollte verwendet werden. (9)
Jahre nach einer Geburt auftreten und selten auch
spät metastasieren können. Selten können sie mit                        Um das FIGO-Stadium festzulegen, sind neben dem
einem Chorionkarzinom kombiniert auftreten. Da                          hCG die transvaginale Sonographie (TVS) kombiniert
diese Formen eine limitierte Chemosensitivität auf-                     mit Doppler und Farbdoppler und ein Röntgenthorax
weisen, ist die Chirurgie die zu bevorzugende Thera-                    von zentraler Bedeutung. Speziell mit der TVS kön-
pie [10].                                                               nen – in den Händen von erfahrenen und aufmerksa-
                                                                        men Schallern – wichtige und nützliche Informationen
                                                                        erhoben werden. GTD zeichnen sich durch eine mas-
Scoring- und Stagingsystem                                              sive uterine Hypervaskularisation aus (Abb. 3). So
                                                                        konnten Yalcin et al. und Oguz et al. zeigen, dass der
Die FIGO hat ein prognostisches Scoring- (Tab. 3)                       Doppler der Aa. uterinae hilfreich ist für die Überwa-
und ein anatomisches Stagingsystem (Tab. 4) entwi-                      chung von GTD-Patientinnen und für die Diagnose
ckelt. Das Scoringsystem erfasst das Risiko einer                       von invasiven Molen und postmolaren GTN (Abb. 4)
Resistenz bei single-agent Chemotherapie bei GTN.                       [11, 12, 13]. Eine Invasionstiefe von >4 cm oder tiefe
Ein Wert zwischen 0-6 spricht für ein niedriges Risiko                  Resistance- oder Pulsatilitätsindices sind mit einem
während ein Score ≥7 für ein hohes Risiko einer Che-                    reduzierten Ansprechen auf eine Chemotherapie, mehr

Tab. 3. FIGO-Risikoscore (Anzahl Lungenmetastasen gemäss Röntgen-Thorax). Low risk GTN Score von 0-6, high risk GTN 7-12
und ultra high risk >12; GIT, Gastrointestinaltrakt

Score                                                 0             1                       2             4

Alter                                                 40                     –             –
Typ Schwangerschaft                                   Mole          Abort                   Termin        –
Intervall zur Index-SS (Monate)                       12
hCG vor Therapie (IU/l)
Gestational trophoblastic disease (GTD) - Frauenheilkunde ...
Forum                                                                                                                 30/1/2021

Chemotherapie-Zyklen und Kombinationen von Che-                      Humanes Choriongonadotropin (hCG)
motherapien assoziiert. Emoto M et al. konnten zei-
gen, dass auch die gynäkologische Kontrastmittelso-                  Das hCG ist zentral in der Diagnose, Prognoseein-
nographie wertvolle Informationen liefern kann [14].                 schätzung und Verlaufskontrolle von Frauen mit
                                                                     GTD. Jedoch sind auch falsch positive oder negative
Ein CT Lungen/Abdomen oder MRI kann hilfreich                        Befunde beschrieben worden. So können heterophile
sein, fortgeschrittene Situationen zu diagnostizieren.               Antikörper oder hCG, welches selten auch aus der
                                                                     Hypophyse sezerniert werden kann, falsch positive
                                                                     Resultat liefern [15]. Daneben können sehr hohe hCG-
                                                                     Werte in sog. „sandwich“ Immunoassays die Bin-
                                                                     dungskapazität überfordern und somit falsch niedrige
                                                                     Werte liefern. Eine Verdünnung der Analyse ist hier
                                                                     meist zielführend. Es ist immer wichtig, dem Labor
                                                                     mitzuteilen, dass man hohe hCG-Werte erwartet!

                                                                     In normalen Schwangerschaften zeigt das hCG einen
                                                                     steilen Anstieg bis etwa 10–12 Wochen, um dann kon-
                                                                     tinuierlich, langsamer abzufallen. Auch in normalen
                                                                     Situationen werden z. T. hCG-Maximalwerte bis
                                                                     >150000 IU/l gefunden [16] (Tab. 5)!

                                                                     Therapie und Nachkontrolle

                                                                     Aufgrund der niedrigen Inzidenz dieser Erkrankung
                                                                     empfiehlt die ESMO (European Society of Medical
Abb. 3. Beispiele von postmolaren GTN und invasive Blasen-
mole: Cavuminhalt wenig auffällig und Myometrium stellen-            Oncology) die zentrale Überwachung solcher Fälle in
weise zystisch. Im Farbdoppler massive Vaskularisationsdichte        Referenzzentren. Zur sorgfältigen Diagnostik und Fest-
im tumorinfiltrierten Myometrium                                     legung der bestmöglichen Therapie ist ein erfahrenes

  A                                        B

                                                                                   Abb. 4. Panel (A): Uterinadoppler mit hoher
                                                                                   diastolischer Komponente und entsprechend
                                                                                   tiefer Pulsatilität vor der Chemotherapie bei
                                                                                   Chorionkarzinom; Panel (B): Nach Chemo-
                                                                                   therapie Cavum uteri strichförmig und hoch-
                                                                                   pulsatiles Flussmuster mit typischer postsysto-
                                                                                   lischer Inzisur als Hinweis einer deutlichen
                                                                                   (normalen) Abnahme der Tumordurchblutung

                                                                24
Gestational trophoblastic disease (GTD) - Frauenheilkunde ...
30/1/2021                                                                                                       Forum

Team aus Gynäkologen, Pathologen, Onkologen, Mole-                phischer Kontrolle. Dem Pathologen sollte der V. a.
kularbiologen und Radiologen unerlässlich. In der                 Trophoblasterkrankung und die Höhe des hCGs mit-
Frauenklinik des Inselspitals Bern gibt es seit zwei Jah-         geteilt werden. Das gewonnene Material sollte mög-
ren ein solches GTD-Referenzzentrum (www.insel.ch/                lichst nativ zur Histologie gesandt werden. Kein prä-
gtd), in enger Kollaboration mit dem „Centre des Mala-            operatives Priming mit Prostaglandinen. Intraopera-
dies Trophoblastiques“ des HUG (hopital universitaire             tive Tonisierung des Uterus mit Oxytocin. Bei rhesus-
de Genève). Das Ziel ist, niedergelassene Ärztinnen bei           negativen Patientinnen muss die Rhesusprophylaxe
der Beurteilung, dem Erstellen des Behandlungsplans               durchgeführt werden.
und dem Monitoring des hCGs zu unterstützen. Zudem
werden GTNs am interdisziplinären Tumorboard                      Bei abgeschlossener Familienplanung und histologisch
besprochen und die Diagnostik und Therapieformen                  gesicherter Blasenmole kann auf ausdrücklichen
laufend den aktuellsten Forschungsresultaten angepasst.           Wunsch der Patientin eine Hysterektomie durchge-
Die Behandlung der Patientin bleibt jedoch weiterhin in           führt werden, falls sich die Trophoblasterkrankung
der Verantwortung des niedergelassenen Arztes.                    auf den Uterus beschränkt. Die hCG-Verlaufskontrol-
                                                                  len sind jedoch trotzdem notwendig.

Blasenmole                                                        Die prophylaktische Chemotherapie mit einem
                                                                  Zyklus Methotrexat (MTX) bei Patientinnen mit
Die Therapie der Wahl ist die Saugcurettage (falls                hohem Risiko für eine Trophoblastpersistenz (hCG
möglich 12er- oder 14er-Saugcurette) unter sonogra-               >100 000 U/l, Alter >40j, stark vergrösserter Uterus,
                                                                                 Thekaluteinzysten >6 cm) ist grund-
Tab. 5. hCG-Normwerte [15]                                                       sätzlich nicht empfohlen. Gemäss den
                                                                                 aktuellen Daten überwiegen die Nach-
  Gestational week    N      Median    Minimum    2.5th    97.5th   Maximum      teile (therapiebedingte Toxizität und
        25            244    13.852        518    2.228    58.125      74.719
                                                                                 hCG-Werte) wöchentlich kontrolliert

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werden. Anschliessend sollte bei partieller Blasenmole        1 %. Durchschnittlich tritt nach einer Polychemothera-
noch eine Kontrolle nach einem Monat durchgeführt             pie mit EMA/CO die Menopause drei Jahre früher
werden. Bei kompletter Blasenmole muss nach Nor-              ein. MTX hat keinen Einfluss auf das Menopausenal-
malisierung das hCG über sechs Monate monatlich               ter. Im Falle einer erneuten Schwangerschaft ist eine
kontrolliert werden.                                          Ultraschall- sowie hCG-Kontrolle in der Frühschwan-
                                                              gerschaft empfohlen. Nach der Geburt sollte eine his-
Für den Zeitraum der Nachkontrolle sollte eine                tologische Aufarbeitung der Plazenta erfolgen sowie
sichere Kontrazeption verwendet werden, am besten             eine hCG-Kontrolle sechs Wochen postpartal. Unab-
eine orale, hormonelle Kontrazeption (Kombinations-           hängig von der Therapie ist das Fehlbildungs-, Früh-
oder Gestagen-only Präparate können verwendet wer-            geburts-, EUG- und Abortrisiko bei Patientinnen mit
den). Auch eine Verhütung mit Spirale ist möglich,            St. n. Trophoblasterkrankung nicht erhöht (auch
diese kann sechs Wochen postoperativ eingelegt wer-           nicht, wenn die Schwangerschaft innerhalb weniger als
den.                                                          12 Monate nach Abschluss der Therapie eintritt).

Bei Hinweisen für eine Trophoblastpersistenz mit stei-        Literatur
genden oder persistierenden hCG-Werten sowie sono-             1.   Raio L, Mosimann B. FHA 2018; 2:20–22
graphisch V. a. Restmaterial kann eine Re-Curettage            2.   Laue J, Raio L, Müller MD. FHA 2019; 4:32–36
diskutiert werden (in einer prospektiven Phase-II-Stu-         3.   Seckl MJ, et al. Lancet 2010; 376:717e29.
                                                               4.   Shih IM, et al.. Int J Gynecol Pathol 2001; 20:31e47.
die konnte durch die Re-Curettage unabhängig von               5.   Fehlmann A, et al. Swiss Med Wkly. 2021; 151:w20406
der Höhe des hCG-Werts bei 40 % der Patientinnen               6.   Eysbouts YK, et al.. Gynecol Oncol 2016; 140:70e5.
die Chemotherapie vermieden werden [17]).                      7.   Wells M. Pathology 2007; 39:88e96
                                                               8.   Ngan HY, et al. Int J Gynaecol Obstet 2012; 119
                                                                    (Suppl 2):S130e6.
                                                               9.   Froeling FE, et al.. Curr Oncol Rep 2014; 16:408.
GTN                                                           10.   Horowitz NS, et al. Gynecol Oncol 2017; 144:208e14.
                                                              11.    HYPERLINK „https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?sort=date&
Der FIGO-Risikoscore (Tab. 3) ist ein wichtiger prog-               term=Yalcin+OT&cauthor_id=12039472“ Yalcin OT, et al.
                                                                    Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2002; 103:83–7
nostischer Faktor in Bezug auf das Ansprechen auf
                                                              12.    HYPERLINK „https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?sort=date&
eine Chemotherapie und bestimmt das nachfolgende                    term=Oguz+S&cauthor_id=15361211“ Oguz S, et al. Int J
Prozedere. Low risk GTN haben einen Risikoscore                     Gynecol Cancer 2004; 14:972–9.
von 0–6, high risk GTN von 7–12 und ultra high risk           13.    HYPERLINK „https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?sort=date&
>12. Während bei den low risk GTN mit einer Mono-                   term=Asmar+FTC&cauthor_id=28591340“ Tarabini Castel-
                                                                    lani Asmar F et al. Clinics (Sao Paulo) 2017; 72:284–288
therapie mit MTX eine Überlebensrate von beinahe              14.    HYPERLINK „https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?sort=date&
100 % erzielt wird, braucht man bei den high und ultra              term=Emoto+M&cauthor_id=21682118“ Emoto M, et al. J
high risk-Situationen kombinierte Chemotherapien                    Reprod Med: 2011; 56:224–34
mit einer Heilungsrate von 86 % [18].                         15.   Jara-Aguirre JC, et al. Clin Chem Lab Med 2019; 57:1192e6.
                                                              16.   Korevaar TIM, et al. Eur J Epidemiol 2015; 30:1057–66
                                                              17.   Osborne RJ, et al. Obstet Gynecol 2016; 128:535–542.
83 % aller betroffenen Frauen haben eine erneute              18.   Eiriksson L, et al. HYPERLINK „https://pubmed.ncbi.nlm.
Schwangerschaft. Das Wiederholungsrisiko beträgt                    nih.gov/33384141/“ J Obstet Gynaecol Can 2021; 43:91–105
                                                                                                                           ■

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Gestational trophoblastic disease (GTD) - Frauenheilkunde ... Gestational trophoblastic disease (GTD) - Frauenheilkunde ... Gestational trophoblastic disease (GTD) - Frauenheilkunde ...
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