IN EUROPA EUROPA IN DORTMUND - Stadt Dortmund
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Büro für Internationale Beziehungen
(v.l.) Christoph Struß, Helga Jänsch, Felicia Schenkelberg, Claudia Schütz, Martin van der
Pütten, Sara Stjepic, Alessa Heuser, Bild: Roland Gorecki, Dortmund Agentur
„Gemeinsam.
Europa wieder stark machen.“
Das war das Motto der deutschen EU-Ratsprä- Dr. Stephan Holthoff-Pförtner und der Europa-
sidentschaft (01.07.–31.12.2020). Gemeinsam. abgeordnete Prof. Dr. Dietmar Köster über die
Dafür stehen auch wir als Büro für Internationale Ratspräsidentschaft und ihre Bedeutung auch für
Beziehungen der Stadt Dortmund. Wir sind Kommunen. Mit einem Beitrag von Frau Prof.
Ansprechpartner*innen für Fragen in den Be- Dr. Ulrike Guérot erhalten wir einen fundierten
reichen Internationales, Europa und Nachhaltige Einblick in die Wichtigkeit der Europäischen
Entwicklung aus der Stadtgesellschaft aber auch Union aus Sicht einer Politikwissenschaftlerin.
innerhalb der Stadtverwaltung. Der Dortmunder Diplomat Kai Hennig berichtet
Vor dem Hintergrund weltweiter Krisen und über seinen Einsatz als stellvertretender deutscher
Herausforderungen ist es wichtig, dass Kommu- Botschafter in Bukarest, stets die Vorzüge seiner
nen außerhalb ihrer Stadt- und Landesgrenzen Heimatstadt Dortmund im Ausland zu präsentie-
Verbindungen und Beziehungen mit anderen ren. Weitere Gastautor*innen aus Wissenschaft,
Städten und Ländern knüpfen und in einem Studierenden- und Jugendorganisationen und
engen Austausch mit ihnen stehen. Denn nur Schulen informieren über ihr Engagement für eine
gemeinsam können wir herausfordernde Zeiten starke Europäische Union. Die Wichtigkeit der
überwinden. Wir als Büro für Internationale Bezie- Europäischen Union und ihre Einheit sind heute
hungen zeigen insbesondere durch unsere Arbeit, mehr denn je von Bedeutung. Wir alle sollten uns
wie wichtig der Stadt Dortmund Offenheit, für ihr Bestehenbleiben einsetzen, denn durch ein
Vielfalt, Nachhaltigkeit und die Zusammenarbeit starkes Europa profitieren wir auch in Dortmund.
mit anderen Städten, Regionen und Ländern ist.
Anlässlich der vergangenen deutschen EU-Rats- Ihr Büro für Internationale Beziehungen
präsidentschaft sowie darüber hinaus legen wir
mit dieser Ausgabe von „Dortmund in Europa
– Europa in Dortmund“ dar, welche Bereiche der
Stadtverwaltung und der Dortmunder Zivilgesell- Martin van der Pütten (Leitung)
schaft sich für Europa engagieren. In Interviews mvanderpuetten@stadtdo.de
sprechen Bundesaußenminister Heiko Maas, der Tel. (0231) 50-2 57 84
4 Europaminister des Landes Nordrhein-Westfalen international.dortmund.deVorwort
Liebe Europainteressierte,
Dortmund ist eine Stadt, die in langer und fördern diesen. Dortmund pflegt Städtepart-
Tradition mit Europa verbunden nerschaften zu neun Städten in der ganzen
ist. Als Handelsstadt unterhielten Welt, darunter Amiens, Leeds und Zwickau in
Dortmunder Kaufleute schon seit Europa liegend. Für die Europaarbeit wurde
dem 10. Jahrhundert internationale Dortmund bereits im Jahr 2014 als „Europaaktive
Handelsbeziehungen wie im Kommune“ ausgezeichnet und es freut mich
heutigen europäischen Binnenmarkt. sehr, dass unsere Stadt den Titel nun seit 2019
Schon damals zählte Dortmund zu den dauerhaft trägt. Das Engagement der Stadt
führenden Hansestädten. Der Zusammen- im europäischen Netzwerk EUROCITIES und in
schluss mit Soest, Münster und Lippstadt im Jahr der Arbeitsgruppe EU-Zuwanderung im Deut-
1253 zum Werner Städtebund zur Sicherung des schen Städtetag wurde mit einem Sonderpreis
Friedens und des freien Handels belegt schon früh ausgezeichnet. Mit dem Signal Iduna Park und
Dortmunds überregionale Verbundenheit. Dort- seiner Südtribüne besitzt Dortmund Europas
mund liegt historisch im Wegekreuz von Handels- größte Stehplatztribüne und zieht bei Spielen
und Pilgerrouten wie dem Hellweg und versteht des BVB immer wieder Fans aus aller Welt an.
sich als europäische und internationale Stadt. Die Hier trafen sich die Europaminister*innen 2019
wirtschaftliche Entwicklung des Ruhrgebiets ist und riefen zur Beteiligung an der Europawahl
geschichtlich eng mit der Entstehung der Europäi- auf. Denn Europa ist Teamsport, es kommt auf
schen Union verknüpft. Obwohl die Gründung alle an. Ohne die gemeinsame grenzübergreifen-
der Montanunion wirtschaftliche Opfer für die de Zusammenarbeit sind die heutigen und
Akteure des Ruhrbergbaus bedeutete, war die zukünftigen Probleme nicht mehr zu lösen. Es ist
hohe wirtschaftliche und politische Bedeutung unsere Aufgabe, Europa gemeinsam voranzutrei-
des Ruhrbergbaus in Europa eines der Motive für ben, das Bewusstsein für Europa zu stärken und
die Bemühungen einer europäischen Einigung Europa zu einem Symbol für Solidarität werden
nach 1945. zu lassen. Dann kann die Vision eines geeinten
Heute ist Dortmund eine internationale und und friedlichen Europas dauerhaft Realität sein.
weltoffene Stadt, in der sich Menschen aus Lassen Sie sich auf den folgenden Seiten beein-
über 160 Nationen zuhause fühlen und aus drucken, wie vielfältig das Engagement der
unterschiedlichen Kulturen zusammenkommen. Stadt Dortmund für Europa ist. Sie werden
Hier wird das Motto der EU „In Vielfalt geeint“ überrascht sein, wie viele Menschen sich für
gelebt. Die EU spielt für die Entwicklung Dort- den europäischen Gedanken einsetzen.
munds eine wichtige Rolle. Mit der Einrichtung
des Büros für Internationale Beziehungen richten Wir sind eine Großstadt der Nachbarn, lassen
wir unsere Arbeit noch stärker im Sinne der 17 Sie uns Europa gemeinsam mitgestalten.
Nachhaltigkeitsziele aus, die im Jahr 2015 von
den Vereinten Nationen beschlossen wurden. Die Mit herzlichen Grüßen
vielen internationalen Projektpartnerschaften zei-
gen unser globales nachhaltiges Engagement. Die
Dortmunder Stadtverwaltung und Stadtgesell-
schaft stehen hinter dem europäischen Gedanken Thomas Westphal
von einem geeinten und friedlichen Europa Oberbürgermeister der Stadt Dortmund
5„Wenn ich an Dortmund denke,
denke ich also gleichzeitig
unweigerlich an Europa“
Ein Gespräch mit Dr. Stephan Holthoff-Pförtner,
Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten
sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen
Die Fragen stellten Sara Stjepic und Martin van der Pütten Bild: Land NRW/
R.Sondermann
Herr Minister, Deutschland hat die
EU-Ratspräsidentschaft zu einer Zeit
übernommen, in der die Europäische
Union mit der Corona-Pandemie vor
einer schicksalhaften Herausforderung
stand und heute wieder steht. Wie
kann und sollte sich die EU auf mög-
liche weitere Krisen vorbereiten?
Die Covid-19-Krise hat Europa und den
europäischen Bürgerinnen und Bürgern in den
letzten Wochen und Monaten viel abverlangt.
In dieser kritischen Zeit geht es nun mehr
denn je um grundlegende Weichenstellungen
für die Zukunft unseres Kontinents. Ob wir
die Corona-Pandemie dabei ausschließlich als
Krise oder auch als Chance begreifen, liegt
allein in unserer Hand. Die Covid-19-Krise hat
uns vor allem aufgezeigt, was wir gemeinsam
als Europäerinnen und Europäer schaffen
können. Auch wenn der Start etwas holprig
verlief, haben wir doch unter Beweis stellen
können: Europa hält zusammen. „Europa“,
das bedeutet „Solidarität“.
Wir werden nicht jede Krise in Zukunft verhin-
dern können. Aber wir können dafür sorgen,
dass wir sie nicht alleine bewältigen müssen,
Dortmunder U sondern ihr als europäische Gemeinschaft
6entgegentreten werden. Konkret bedeutet Aber vor allem, indem wir immer wieder „Ja“
das, zukünftig noch schneller und einheitlicher zu Europa sagen – zuletzt hier in NRW durch
zu handeln, Grenzen innerhalb der EU nach die Einfügung eines Europabezugs in unsere
Möglichkeit offen zu halten, denen zur Seite Landesverfassung.
zu stehen, die unsere Hilfe am dringendsten Wir werden das europäische Gemeinschafts-
benötigen und europäisch zusammenarbei- gefühl nachhaltig stärken, wenn wir in und
ten. Mit der ‚Cross-Border Taskforce Corona‘ nach der Krise an europäischer Solidarität fest-
haben wir ein Instrument etabliert, das einen halten und das Momentum des gemeinsamen
schnellen Informationsaustausch zwischen uns Kräftebündelns nutzen, wichtige Zukunfts-
und unseren belgischen und niederländischen entscheidungen voranzutreiben. Wir müssen
Partnern ermöglicht, und so auch die Grund- einen zweiten Schuman-Moment des europäi-
lage dafür bot, dass wir die Grenzen zu beiden schen Geistes herbeiführen.
Ländern offenhalten konnten.
Unsere Krisenresilienz wird zukünftig in
entscheidendem Maße davon abhängen, Wie kann die deutsche EU-Ratsprä-
wie umfangreich wir finanzielle Mittel und sidentschaft dafür genutzt werden,
Engagement in Innovation, Digitalisierung den Bürger*innen zu verdeutlichen,
und nachhaltige Strukturen investieren. Hier wieso die EU so wichtig für uns alle
appellieren wir an einen modernen EU-Haus- und auch die Kommunen in Deutsch-
halt, der den Herausforderungen unserer Zeit land ist?
gerecht wird.
Indem wir die Planungen zur Konferenz zur
Zukunft Europas vorantreiben. Die Konferenz
Zu Beginn der Corona-Krise hat sich muss breit angelegt sein. Wir müssen Themen
gezeigt, dass die EU-Mitgliedstaaten diskutieren: Der Kampf gegen den Klimawan-
schnell in nationale Verhaltensweisen del, die Rolle der EU in der Welt, die Digitali-
zurückgefallen sind und das gegen- sierung. Wir müssen aber auch die Weiterent-
seitige Vertrauen gelitten hat. Denken wicklung der EU, unser Verständnis der Union,
Sie, dass es unter der deutschen Rats- gemeinsame Ziele und Unterschiede diskutie-
präsidentschaft gelingen wird, wieder ren. Diese Konferenz muss konkret werden.
ein Gemeinschaftsgefühl in Europa zu Sie muss den Spagat zwischen Einbindung und
schaffen? Ergebnisorientierung schaffen, damit von ihr
wirkliche Veränderungen ausgehen. Wenn das
Den europäischen Gedanken mit Leben gelingt, kann sie dazu beitragen, die Identi-
füllen ist fortwährende Aufgabe. Wir erfüllen fikation der Bürgerinnen und Bürger mit der
diese viel öfter als wir denken. Indem wir die EU zu stärken. Aber auch über die Grenzen der
Entscheidung treffen, Corona-Patienten aus Konferenz über die Zukunft Europas hinaus
anderen Ländern in unseren Krankenhäusern sollte im Zuge der deutschen Ratspräsident-
aufzunehmen und als Bürgerinnen und Bürger schaft der Fokus auf einer offenen und trans-
diese Maßnahme aktiv mittragen. Indem wir parenten Kommunikation mit den Bürgerinnen
social distancing praktizieren und damit nicht und Bürgern liegen. Dazu gehört anhand ganz
nur uns selber, sondern auch alle anderen konkreter Beispiele deutlich zu machen: Jede
Europäerinnen und Europäer schützen. Indem und jeder Einzelne von uns profitiert auch im
wir uns mit unseren europäischen Partnern Alltag ganz konkret von der EU. Das haben uns
austauschen. Indem wir als Landesregierung vor allem in der Covid-19-Krise die vielerorts ge-
den Vorschlag eines europäischen Wieder- schlossenen Ländergrenzen verdeutlicht.
aufbaufonds unterstützen, der die von der >>
Pandemie am stärksten betroffenen EU-Länder
finanziell unterstützen soll.
7Welche Schwerpunkte sind für das Wenn Sie an Dortmund denken, gibt
Land NRW während der deutschen es Themen, die Sie mit „Dortmund in
EU-Ratspräsidentschaft besonders Europa“ in Verbindung bringen?
wichtig und wie bringt sich das Land
NRW während der deutschen EU-Rats- Dortmund war Startpunkt zweier wichtiger
präsidentschaft ein? Initiativen der Landesregierung: Zusammen mit
den Europaministern der Länder, Schülerinnen
Das Motto der deutschen Ratspräsidentschaft und Schülern, Sportlern, Atze Schröder und
lautet „Gemeinsam. Europa wieder stark vielen mehr haben wir im Signal Iduna-Park im
machen“ – eine zentrale Botschaft, die wir März 2019 einen Wahlaufruf zur Europawahl
als Landesregierung nicht nur unterstützen, gestartet. Zudem haben 21 Unternehmen aus
sondern in NRW seit Langem umsetzen. Wir unserem Bundesland feierlich die Absichtserklä-
erwarten von der deutschen Ratspräsident- rung zur Unterstützung der Auslandsmobilität
schaft einen konsequenten Einsatz für euro- von Auszubildenden „Europa – Erleben und Ler-
päische Solidarität. Das muss die Grundlage nen“ unterzeichnet. Dortmund ist für mich auch
für alle Herausforderungen sein, denen wir die Auslandsgesellschaft.de e.V., die gerade beim
uns derzeit gegenübergestellt sehen. Sei es Thema „Städtepartnerschaften“ über 70 Jahre
die Bewältigung der Folgen der Corona-Pan- Erfahrung hat, und Träger eines der neun Europe
demie, die Einigung auf einen mehrjährigen Direct Information Center in Nordrhein-Westfalen
Finanzrahmen oder die Klimapolitik mit dem ist. Wenn ich an Dortmund denke, denke ich
Europäischen Grünen Deal. Von zentraler Be- also gleichzeitig unweigerlich an Europa, an das
deutung für NRW ist darüber hinaus natürlich Engagement für politische Bildung und für ein
auch die Rolle der europäischen Kommunen. europäisches Gemeinschaftsgefühl.
Wir brauchen gesamteuropäische Ansätze mit
regionaler Verantwortung. Nur so lässt sich
Europa von uns allen erleben und erfahren. Zu guter Letzt die Frage:
Ein wichtiger Aspekt ist für uns in diesem Was ist Ihr Lieblingsplatz in Europa?
Zusammenhang die Konferenz zur Zukunft
Europas, welche wir als Landesregierung aktiv Meine Heimat, das Ruhrgebiet. In seiner Ge-
mitgestalten werden. schichte spiegelt sich die europäische Geschich-
te wieder – von Krieg über die Montanunion bis
zum Zusammenleben in Vielfalt, Respekt und
Freundschaft.
Minister Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, 1. v.r. mit Vertreterinnen und Vertretern
der 16 Bundesländer zur Europaministerkonferenz im März 2019 in der Kabine des BVB.
Foto: Land NRW / Mark Hermenau
8Der Rat der Europäischen Union
Der Rat der Europäischen Union ist eines Der Vorsitz im Rat der Europäischen Union
der Entscheidungsorgane der Europäischen (auch Ratspräsidentschaft) wird von den EU-
Union (EU) und dient der Repräsentation der Mitgliedstaaten wahrgenommen und wechselt
Mitgliedstaaten. Er ist nicht zu verwechseln alle sechs Monate jeweils am 1. Januar und am
mit dem Europäischen Rat, in dem sich die 1. Juli. Während einer Ratspräsidentschaft kann
Staats-und Regierungschef*innen der EU-Mit- der jeweilige EU-Staat Prioritäten setzen, aber
gliedstaaten treffen. Im Rat der Europäischen nicht eigenständig Entscheidungen treffen.
Union kommen die Fachminister*innen der 27 Die Tagungen des Rates werden nach Themen-
Mitgliedstaaten zusammen, um die Gesetzge- bereichen organisiert. So gibt es insgesamt
bungsakte der EU zu beschließen. Der Rat der zehn unterschiedliche Formationen, wie zum
EU ist u.a. für die Außen- und Sicherheitspoli- Beispiel den Rat für Auswärtige Angelegen-
tik der EU verantwortlich und verabschiedet heiten, den Umweltrat und den Sozialrat, an
nach Zustimmung des Europäischen Parla- denen die Minister*innen mit den entspre-
ments auch den EU-Haushalt. Der Rat zählt chenden Zuständigkeiten teilnehmen. Jedes
neben dem Parlament und der Europäischen Jahr finden ca. 70 bis 80 Ratstagungen statt.
Kommission zu den drei interagierenden Den Vorsitz der jeweiligen Tagungen führt
Gremien im Rechtsetzungsprozess der Union: der/die für den Themenbereich zuständige
Gemeinsam mit dem Parlament entscheidet Minister*in des Mitgliedstaates, der gerade
der Rat über Vorschläge der Kommission. den halbjährlichen Vorsitz innehat. Der vorsit-
zende Mitgliedstaat organisiert die Tagungen
des Rates und seiner Vorbereitungsgremien
und arbeitet Kompromisse aus. Das Land,
welches den Vorsitz innehat, vertritt den Rat
auch gegenüber den anderen EU-Organen,
insbesondere gegenüber der Kommission und
dem Europäischen Parlament.
Text: Sara Stjepic
Bilder: Europäische Union
9Deutschland steht vor
großen Herausforderungen
Seit dem 1. Juli 2020 hatte Deutschland für Die Staats- und Regierungschef*innen trafen
ein halbes Jahr den Vorsitz im Rat der Euro- sich vom 17. bis 21. Juli 2020 zum EU-Gipfel in
päischen Union inne. Bis zum 31. Dezember Brüssel. Es handelte sich dabei um den längsten
2020 leiteten Vertreter*innen der deutschen Gipfel der Geschichte der Europäischen Union.
Bundesregierung somit die Verhandlungen der Dabei standen der Haushalt für die nächsten
27 nationalen Regierungen auf europäischer sieben Jahre und das Wiederaufbauprogramm
Ebene. nach der Corona-Krise, welches von der EU-
Eine schwierige Zeit, die Deutschland während Kommission geplant wurde, im Mittelpunkt.
der Ratspräsidentschaft aufgrund der Corona- Ergebnis der mehrtägigen Sitzung war die
krise bewältigen musste. Die Krise hat Europa Einigung der Mitgliedstaaten auf das bisher
weiterhin fest im Griff und bringt nicht nur größte Finanzpaket der EU. Das Paket umfasst
gesundheitliche, sondern auch wirtschaftliche insgesamt 1,8 Billionen Euro. Hiervon entfallen
Folgen mit sich. Unter dem Motto „Gemein- 1.074 Milliarden Euro auf die EU-Haushalte der
sam. Europa wieder stark machen“ hatte die Jahre 2021 bis 2027 und 750 Milliarden Euro
dauerhafte Überwindung der Corona-Pandemie auf den Wiederaufbaufonds. Zum Ende der
und die wirtschaftliche Erholung oberste Priorität deutschen Ratspräsidentschaft hat das Euro-
während der deutschen Ratspräsidentschaft. päische Parlament diesem Paket zugestimmt.
Neben der Bewältigung der Corona-Krise stand Die Auszahlung von Mitteln ist dabei erstmals
Deutschland vor der Herausforderung, den an die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit in den
Mehrjährigen Finanzrahmen der EU für 2021 Mitgliedstaaten gebunden.
bis 2027 auszuhandeln und zu verabschieden.
Nun geht es darum, aus den Erfahrungen dieser
Krise zu lernen und gemeinsam die Grundlage
dafür zu schaffen, dass die EU noch besser auf
zukünftige Herausforderungen reagiert. Dazu
hat Deutschland während der Ratspräsident-
schaft seinen Beitrag geleistet.
Text: Sara Stjepic
Rathaus
Novi Sad
10Corona und die Zukunft Europas
Prof. Dr. Ulrike Guérot,
Politikwissenschaftlerin und Professorin für Europapolitik und Demokratie-
forschung an der Donau-Universität Krems, Gründerin und Leiterin des
European Democracy Lab
Wie lange ist es flogen wären, anstatt medizinisches Material an
her, dass alle in Grenzen zu konfiszieren und zuzuschauen, wie
Europa auf kubanische Ärzte in der Lombardei aushalfen.
den Balkonen
geklatscht und Warum sollte die Europäische Union gerade
Solidarität ge- jetzt zusammen halten? Diese Frage wurde
schworen haben? mir für diesen kurzen Beitrag gestellt. Nun,
Bild: WOZ
Es war erst im Frühjahr niemand zwingt die europäischen National-
2020, aber man möchte fast meinen, es sei staaten zu Europa, das sei vorab erwähnt.
eine Ewigkeit her. Die Solidarität hat zu Beginn Die EU ist keine Zwangsvereinigung, wie man
von Covid-19 lange auf sich warten lassen. Zu- manchmal denken könnte, wenn wieder ab-
nächst wurden in nationalem Reflex im Hand- schätzig über das europäische Projekt geredet
umdrehen Grenzen geschlossen. Es gab wieder wird, über den (vermeintlichen) „EU-Super-
semi-militarisierte Grenzen mit Stacheldraht, staat“, den keiner will, über die gescholtene
wie Europa sie lange nicht mehr gesehen hatte. „Brüsseler Bürokratie“ (die in etwa so groß ist
Im Kampf gegen ein Virus, das sich wiederum wie die Stadtverwaltung von Köln), oder über
an Grenzen überhaupt nicht stört ... das „kolossale EU-Budget“, über das auf dem
EU-Gipfel Mitte Juli 2020 wieder einmal fast
Selten hat man deutlicher gesehen, dass Europa aggressiv gestritten wurde. Die Briten treten ge-
ganz und gar nicht selbstverständlich ist, ja, dass rade aus der EU aus – es wird ihnen wirtschaft-
der natürliche Reflex, die natürliche Form, wie lich ganz und gar nicht gut tun – und jedes
Emmanuel Macron in einem Interview mit der EU-Land könnte das auch tun. Im Prinzip.
Financial Times sagte, der Nationalstaat ist. Wa-
rum eigentlich, möchte man fragen? Betreiben Öxit, Italexit, Polexit, Ungarexit, Frexit: jedes
wir nicht seit nunmehr 70 Jahren, seit 1950 (!), Land diskutiert ab und an munter über eine
das Projekt einer politischen Integration auf die- Zukunft ohne EU. Das ist erlaubt, führt aber
sem Kontinent? Wurde nicht 1992 ein Vertrag nicht wirklich weiter. Der Klimawandel, der
über eine ever closer union geschlossen? Teilen chinesische Appetit auf europäische Innovatio-
wir nicht seit 2002 die Währung, zumindest nen und Häfen zugleich, die Abkehr Amerikas
die meisten europäischen Staaten, wobei eine von allem, was den Westen einst aus gemacht
Währung eigentlich schon ein Gesellschaftsver- hat: welche Argumente soll man eigentlich
trag ist? Wieso ist die Nation da eigentlich noch noch ins Feld führen müssen, um den Punkt
normal? Ebenso normal hätte sein können, dass zu machen, dass Europa besser geschlossen
man Europa zu Beginn von Covid-19 als ein ein- agiert, von der Digitalisierung über die euro-
heitliches Gebiet betrachtet und dass im Februar päische Außenpolitik bis hin zum Green New
2020 europäische Ärzte nach Bergamo ausge- Deal? >>
11Weiterführen würde statt Exit-Diskussionen Das eigentliche Problem ist, dass die EU so,
eine Reflexion darüber, warum sich so viele wie sie ist, tatsächlich institutionell nicht (gut)
Staaten – und deren Bürger*innen – inzwi- funktioniert und sogar erhebliche demo-
schen in der EU so unwohl fühlen, obwohl kratische Defizite aufweist: die europäischen
doch alle Europa brauchen? Obgleich alle wie Bürger*innen kommen zu kurz, wenn immer
an einem Tropf am Binnenmarkt hängen, aber nur der Rat entscheidet. Die intergouverne-
kein Land ihn alleine stabilisieren kann? Dieser mentale Methode ist erschöpft, die EU in einer
Problematik sollte sich die deutsche EU-Rats- Krise der Repräsentation. 71% der Europä-
präsidentschaft zuwenden, vor allem durch er*innen z.B. könnten sich eine europäische
einen politischen Push für die geplante EU- Arbeitslosenversicherung vorstellen; im EU-Rat
Zukunftskonferenz. aber bekäme eine solche nie eine Mehrheit.
Der Spalt zwischen Staatenunion und Bürger-
union wird immer größer. Viele Österreicher
oder Niederländer haben sich während des
EU-Gipfels im Juli, auf dem über den Haus-
halt gefeilscht wurde wie auf einem Basar, für
ihre Regierungen geschämt: wer ist das Wir in
Europa? Das ist die Frage!
Zu beantworten wäre sie mit einem „Civic
Turn“, einem Europa, das von den europäi-
schen Bürger*innen und nicht den Staaten her
gedacht wird. Hierzu könnten die Kommunen
– überall in ganz Europa – einen großen, wenn
nicht entscheidenden Beitrag leisten, indem
sie sich und ihre Stadt auf Europa ausrichten,
ganz egal wie und was der Rat entscheidet.
So wie jüngst die Bürgermeister von Bratislava,
Warschau, Budapest und Prag, die mit Blick
auf die Aufnahme von Geflüchteten gesagt
haben: wir sind europäisch, egal was unsere
Regierungschefs im Rat beschließen!
Royal Armouries Museum
Leeds
12„Europa hat gezeigt:
In der Krise stehen wir solidarisch
zusammen und sind handlungsfähig.“
Bundesaußenminister Heiko Maas
über Dortmund in Europa, Vorteile einer starken EU
und Beethovens „Ode an die Freude“
Die Fragen stellten Sara Stjepic und Martin van der Pütten
Herr Bundesaußenminister, am 1. Juli Deutschland hat Bild: Susie Knoll/
SPD Saar
2020 haben Sie den Staffelstab zur nun zum insgesamt
EU-Ratspräsidentschaft von Kroatien 13. Mal den Vorsitz im Rat der EU über-
vor dem Brandenburger Tor überge- nommen. Sehen Sie das, wegen der Un-
ben bekommen. Was war das für ein glückszahl 13, als ein schlechtes Omen
Gefühl zu wissen, dass nun Deutsch- oder sind sie dennoch zuversichtlich,
land so eine wichtige Aufgabe über- dass Europa gemeinsam den Weg aus
nimmt? der Corona-Krise schaffen wird?
Ein gutes Gefühl – trotz der enormen Heraus- Ganz und gar nicht. Wenn überhaupt, dann
forderungen, vor denen die Welt steht. Die ist die Einigung auf den Haushalt für die
Ratspräsidentschaft erlaubt Deutschland, nächsten Jahre und auf den Wiederaufbau-
gerade jetzt Verantwortung zu übernehmen für fonds im Juli eher ein gutes Omen für die
die EU. Drei Themen sind mir dabei besonders nächsten Monate. Wir haben zum Beispiel
wichtig. Erstens eine europäische Antwort auf erstmals vereinbart, dass 30% aller Ausgaben
die Corona-Krise. Da haben wir Anfang Juli der EU zum Klimaschutz beitragen müssen.
mit der Einigung auf den Haushalt der nächs- Und der Wiederaufbaufonds stützt die Corona-
ten Jahre und den Wiederaufbaufonds „Next geschwächte Wirtschaft in ganz Europa. Alles
Generation EU“ bereits einen echten Quanten- in allem ist das ein historischer Schritt. Europa
sprung getan. Wir wollen aber auch die Defizite hat gezeigt: In der Krise stehen wir solidarisch
abstellen, die es gerade zu Anfang der Krise zusammen und sind handlungsfähig.
gab, zum Beispiel bei der Versorgung mit Medi-
kamenten und medizinischer Schutzausrüstung.
Zweitens wollen wir Europa fit machen für die Das Motto der Ratspräsidentschaft
Herausforderungen des 21. Jahrhunderts – vom ist: „Gemeinsam. Europa wieder
Klimawandel über die Digitalisierung bis hin stark machen.“ Wenn am 31.12.2020
zum neuen Wettstreit der Großmächte auf Deutschland die EU-Ratspräsident-
der Weltbühne. Und drittens müssen wir die schaft an Portugal übergibt, wie sieht
Zusammenarbeit mit Großbritannien nach dem dann für Sie ein „starkes“ Europa aus?
Brexit neu gestalten. Das ist alles nicht einfach.
Aber wir setzen uns mit voller Kraft dafür ein, Eine starke EU ist solidarisch nach innen und
dass die EU stärker aus der Krise hervorgeht, als souverän nach außen. EU-Solidarität heißt
sie hineingegangen ist. gegenseitige Unterstützung zwischen den Mit-
gliedstaaten. Kein Staat kann auf Dauer
erfolgreich sein, wenn es den anderen schlecht
geht. Das gilt besonders für den Exportwelt-
>>
13meister Deutschland in der Mitte Europas – wir schaft für Kohle und Stahl die Montanindustrie
brauchen eine wirtschaftlich und politisch stabile in der Region zum Vorreiter der europäischen
Nachbarschaft. EU-Souveränität heißt, unsere Integration. Heute liegt Dortmund im Ruhrgebiet
Kräfte in Europa zu bündeln, um auf der Welt- mitten im Herzen Europas. Die Niederlande und
bühne unsere Werte und Interessen zu vertreten. Belgien sind nur einen Katzensprung entfernt.
Das gilt gegenüber Ländern wie China und Russ- Und kaum eine Region ist so eng vernetzt, was
land, aber manchmal auch den USA. Einzelne Wirtschaft, Infrastruktur, Universitäten, Sport-
Mitgliedstaaten allein sind dafür zu schwach – vereine, Museen, Schulen und Partnerstädte
selbst das vermeintlich starke Deutschland. angeht. All das verdanken wir Europa.
Kommunalpolitik ist „direkte Arbeit Und jetzt Hand aufs Herz:
vor Ort“ – Europapolitik scheint für Wie oft summen Sie die Europahymne
viele Bürger*innen weit weg, obwohl „Freude, schöner Götterfunken“ wenn
in Brüssel entscheidende Politik für Sie auf dem Weg nach Brüssel sind?
„daheim“ gemacht wird. Wie kann das
Gefühl, dass Europapolitik immer noch Es gibt für mich kein Lied, das so sehr für das Ver-
„weit weg“ ist, überbrückt werden? bindende in Europa steht wie Beethovens „Ode
an die Freude“. Das Musizieren überlasse ich aber
Ich bin mir nicht sicher, ob die Bürgerinnen und trotzdem besser anderen. Und auf dem Weg
Bürger das heute wirklich noch so empfinden. Die nach Brüssel warten meist dicke Akten auf mich –
EU steht seit Jahren im Zentrum politischer und da bleibt zum Summen ohnehin wenig Zeit.
wirtschaftlicher Debatten in unserem Land. Die
Mobilisierung bei der Europawahl im letzten Jahr
war hoch. Und Umfragen zeigen: Die Bürgerin- Zu guter Letzt die Frage:
nen und Bürger verstehen die Vorteile der EU für Was ist Ihr Lieblingsplatz in Europa?
Deutschland: vom Binnenmarkt über die Reisefrei-
heit bis hin zum Frieden, in dem wir in Europa seit Davon gibt es viele – das ist ja das Schöne an
Jahrzehnten leben. Umgekehrt gilt: Die EU muss Europa und seiner Vielfalt. Ein ganz besonde-
nicht für alles zuständig sein. Die Entscheidung, rer Ort für mich ist aber die Moselbrücke von
ob und wo in Dortmund eine neue Straße gebaut Schengen – im Dreiländereck zwischen Luxem-
wird, ist bei den Kommunalpolitikerinnen und burg, Frankreich und Deutschland. Die Brücke
-politikern viel besser aufgehoben als in Brüssel. verbindet meinen Wahlkreis im Saarland mit
dem kleinen Ort Schengen auf der luxemburgi-
schen Seite. Dort wurde 1985 das Schengener
Wie erklären Sie einer 4. Klasse in Abkommen unterschrieben. Damit fielen die
einem Satz den Sinn einer starken EU? gegenseitigen Grenzkontrollen weg in Europa,
Schlagbäume waren mit einem Mal Geschich-
Wer mit anderen zusammenhält kann Dinge te. Deshalb hat es mich geschmerzt, dass die
erreichen, die er allein nicht schafft – da ist die Schengen-Brücke wie viele andere Grenzen in
EU dem Mannschaftssport ganz ähnlich. Europa während der Corona-Krise zeitweise ge-
schlossen war. Zur Wiedereröffnung im Mai bin
ich deshalb persönlich auf die Brücke gekom-
Wenn Sie an „Dortmund in Europa – men, zusammen mit meinem luxemburgischen
Europa in Dortmund“ denken, welcher Amtskollegen Jean Asselborn. Das war ein
Gedanke kommt Ihnen da sofort? schöner – ein europäischer – Moment.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war
das Ruhrgebiet der Zankapfel Europas. In den
1950er Jahren machte die Europäische Gemein-
Florianturm
Dortmund
14Europa und die Stadt Dortmund
Getreu dem Motto „Global denken, lokal handeln“ setzt
sich die Stadtverwaltung Dortmund für ein starkes Europa ein.
In vielen Bereichen der Stadt Dortmund werden europa-
weit Kontakte sowie Freundschaften geknüpft und es wird
an europäischen Projekten, Wettbewerben und Koalitio-
nen teilgenommen. Wo steckt „Europa“ in der Stadtver-
waltung Dortmund?
Europa vor Ort
Büro für Internationale Beziehungen
Städte gewinnen auf internationaler Ebene bei entwicklungspolitischen Fragestellungen zu-
zunehmend an Einfluss, so bringt sich die Stadt sammen, koordiniert den Nachhaltigkeitsprozess
Dortmund aktiv in die Ausgestaltung europäischer und unterstützt Projekte und Ideen nachhaltiger
Politik ein und arbeitet in regionalen und inter- Entwicklung in der Stadt Dortmund und über die
nationalen Netzwerken mit. Aus diesem Grund Stadtgrenzen hinaus.
ist im Büro für Internationale Beziehungen der
Stadt Dortmund der Bereich „Europa“ fest ver-
ankert. Hier wird u.a. das Engagement der Stadt Ansprechpartner*innen:
Dortmund in zahlreichen Netzwerken, wie zum
Beispiel EUROCITIES, Rat der Gemeinden und
Regionen Europas – Deutsche Sektion (RGRE),
Martin van der Pütten
European Cities for Fair and Ethical Trade und
Europabeauftragter
dem Mediterranean City-to-City Migration Project
Stadt Dortmund
(MC2CM) koordiniert. Durch die Zusammenarbeit
mvanderpuetten@stadtdo.de
mit anderen Städten und Verbänden werden
Tel. (0231) 50-2 57 84
lokale Themen auf die internationale Agenda
gesetzt.
Damit Dortmunder Bürger*innen nicht das Ge-
fühl haben, das Thema Europa betreffe sie nicht,
„weil die Politik nicht vor Ort stattfindet, sondern Felicia Schenkelberg
in Brüssel“, ist Bürgernähe besonders wichtig. Aus Europäische Netzwerke,
diesem Grund rückt das Büro für Internationale Projekte und Wettbewerbe
Beziehungen mit vielfältigen Veranstaltungen und fschenkelberg@stadtdo.de
Projekten europäische Themen in den Fokus und Tel. (0231) 50-2 67 59
bietet ein Forum für Information und Diskussion,
wie zum Beispiel bei den Europa-Projektwochen
zusammen mit dem Europe Direct Dortmund zum
Thema „Klima-und Umweltpolitik in der Europäi- Sara Stjepic
schen Union“ im Frühling 2020. Entwicklung und
Neben europäischen Themen betreut und ko- Koordination v on Städte- und
ordiniert das Büro für Internationale Beziehungen Projektpartnerschaften Europa
außerdem internationale Projektpartnerschaften, sstjepic@stadtdo.de
arbeitet mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen Tel. (0231) 50-2 71 70
Bilder: Roland Gorecki
15Nord-Süd-Gefälle war gestern
Die Koordinierungsstelle „nordwärts“ Das Team der Koordinierungsstelle "nordwärts"
Bild: Roland Gorecki
Das auf zehn Jahre angelegte Dialog- und
Beteiligungsprojekt "nordwärts" entwickelt
mit 250 Einzelprojekten die Potenziale der
nördlichen Stadtbezirke mit dem Ziel, die
Lebensqualität in ganz Dortmund zu harmo-
nisieren. "nordwärts" genießt europaweite
Anerkennung und wurde 2017 vom Europäi-
schen Institut für Öffentliche Verwaltung (EIPA)
mit dem European Public Sector Award (EPSA)
ausgezeichnet. Auch das Teilprojekt „Smart
Service Power“ überzeugte im europäischen
Vergleich, ihm wurde der RegioStars Award in
der Kategorie CityStars verliehen. Der einzigarti-
ge Versuch, die Lebensqualität für die alternde
Generation mit modernster Technologie zu Dortmund-nordwaerts.de
steigern, wurde mit dem DC Information nordwaerts@dortmund.de
Society Award des Diplomatic Council (DC) ge- Ansprechpartnerin: Michaela Bonan
würdigt. Mit dem Preis war die Nominierung Tel. (0231) 50-2 74 90
für den World Summit on the Information So-
ciety (WSIS) Prize 2017 der Vereinten Nationen
verbunden, die den herausragenden Beitrag
des Projektes zur Umsetzung der 17 Sustainable
Development Goals (SDG) würdigte.
Konzert- und Ballhaus Neue Welt
Zwickau
16Vielfalt tut gut!
Die Koordinierungsstelle für Vielfalt,
Toleranz und Demokratie
Der Einsatz für eine demokratische Stadtge- Stadt Dortmund, vertreten durch die vier Mit-
sellschaft und die damit verbundene offensive arbeitenden von VTD, seit 2015 Mitglied der
Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus Europäischen Städte-Koalition gegen Rassismus
wird in Dortmund als eine Querschnittsaufga- (European Coalition of Cities Against Racism).
be, der das koordinierte Zusammenwirken von Die Europäische Städte-Koalition gegen Rassis-
Zivilgesellschaft, Polizei und Stadtverwaltung mus ist eine Initiative der UNESCO aus dem
zu Grunde liegt, verstanden. Zu diesem Zweck Jahr 2004, mit dem Ziel ein Netzwerk von
hat der Oberbürgermeister einen Sonderbe- Städten aufzubauen, die Erfahrungen aus-
auftragten für Vielfalt, Toleranz und Demokra- tauschen und gemeinsame Projekte anstoßen,
tie ernannt und der Rat der Stadt Dortmund um ihre Maßnahmen zur Bekämpfung von
die Einrichtung der Koordinierungsstelle für Rassismus zu verbessern. Der europaweite
Vielfalt, Toleranz und Demokratie (VTD) sowie Austausch trägt zur Sensibilisierung bei, unter-
den "Dortmunder Aktionsplan gegen Rechts- stützt die Teilnehmenden bei ihrer Arbeit vor
extremismus" beschlossen. In Umsetzung des Ort und ist damit ein wichtiger Beitrag für ein
darin enthaltenen Handlungskonzeptes ist die weltoffenes Dortmund in Europa.
vielfalt.dortmund.de
vielfalt@dortmund.de
Sonderbeauftragter des Oberbürgermeisters:
Manfred Kossack
Ansprechpartner: Michael Plackert
Tel. (0231) 50-2 61 56
Bilder: Lukas Böhm
17Am Ende geht’s ums Geld
Stabsstelle Fördermittelmanagement
Die Stabsstelle Fördermittelmanagement un-
terstützt die Fachbereiche der Stadtverwaltung
bei der Beantragung und Abwicklung von
Fördermaßnahmen, koordiniert und vernetzt
Beteiligte, und ist Ansprechpartner für das
Berichtswesen im Bereich Fördermittel. Unser
Angebot umfasst beispielweise Fördermittelre- Immer ein Ohr in Brüssel
cherche, Entwurf und Prüfung von englischen Wirtschaftsförderung Dortmund
Dokumenten, Antragstellung, Musterdoku-
mente, Teilnahme an Netzwerktreffen. Wussten Sie, dass Dortmund bei europäi-
Die Akquise von Fördermitteln aus EU-, Bun- schen Projekten in Innovation, Wirtschaft und
des- oder Landesmitteln bietet die Möglich- Forschung in NRW mit großem Abstand zu
keit, strategisch wichtige und innovative den Verfolgern an Platz zwei (und nur knapp
Projekte der Stadtverwaltung ressourcen- hinter Aachen) steht? Grund dafür ist der ge-
schonend umzusetzen und gleichzeitig neue lungene Wandel zum Technologiestandort und
Kontakte mit Partnern im In- und Ausland zu zum Hotspot für Gründungen in den letzten
knüpfen. Dabei begleiten wir als Dienstleister 30 Jahren. Dabei haben wir auch viel Unter-
die Fachbereiche. stützung der EU erhalten. Die Wirtschaftsför-
derung Dortmund hat diese Prozesse ständig
Ansprechpartner*in:
begleitet und viele auch selbst mit Dortmunder
Anja Pehlke
Unternehmen, Hochschulen und Forschungs-
apehlke@stadtdo.de
einrichtungen initiiert. Sie entwickelt auch
Tel. (0231) 50-2 94 52
heute noch mit vielen Partnern Projekte mit
Mario Sieker
europäischer Förderung. Deswegen hat sie
msieker@stadtdo.de
auch immer ein Ohr in Brüssel und setzt sich
Tel. (0231) 50-2 94 53
dort für den Standort Dortmund aktiv ein.
Das ist gerade bei den Verhandlungen zum
neuen Haushalt der EU und dem Konjunktur-
programm der EU in der Corona-Krise für
Dortmund wichtig.
wirtschaftsfoerderung-dortmund.de
info@wirtschaftsfoerderung-dortmund.de
Tel. (0231) 50-2 20 56
Bild: Roland Gorecki
18Bild: Mike Henning Geteiltes Wissen ist Macht
Hochschul- und Wissenschaftsbüro
der Stadt Dortmund
Über international ausgerichtete Forschung
und Lehre sowie Transferprojekte und Mobili-
tätsangebote sind die Dortmunder Wissen-
schaftseinrichtungen mit der ganzen Welt
vernetzt. Internationale Wissenschaftler*innen
„Für uns als Hochschule ist Europa zugleich forschen und lehren in Dortmund, internatio-
ein Segen und eine Selbstverständlichkeit. nale Studierende, rund 7.000, finden in Dort-
Wir wollen unsere vielfältige Begeisterung mund ein breites Studienangebot, individuelle
für die europäische Idee aber noch besser Beratung und ein weltoffenes Umfeld.
in die Region tragen – als Botschafter der
Erfolgsgeschichte der EU. Die Fachhochschule Im Rahmen von Forschungsprojekten, z.B. im
Dortmund kooperiert über Erasmus+, Horizon Kontext des Rahmenprogramms der Europäi-
2020, ITEA oder einfach auch in vielen Freund- schen Union zur Förderung von Forschung und
schaften und Partnerschaften – bis hin zu Innovation, arbeiten Dortmunder Wissen-
Erasmus-Ehe und Erasmus-Baby. Europa ist für schaftler*innen gemeinsam mit ihren Kol-
uns unverzichtbar und 75 Jahre internationaler leg*innen aus anderen europäischen Städten
Freundschaft statt Feindschaft sind ein Segen – an bedeutenden Zukunftsfragen.
nicht nur für junge Menschen.“ Das Hochschul- und Wissenschaftsbüro bildet
die Schnittstelle zwischen der Stadt, den
Prof. Dr. Katrin Löhr sieben Hochschulen und den rund 20 außer-
Prorektorin für Internationalisierung und Diversity universitären Forschungsinstituten in der Stadt.
Fachhochschule Dortmund Das Büro ist gleichzeitig Geschäftsstelle für
den gemeinschaftlich getragenen Masterplan
Wissenschaft.
Bild: Roland Baege
dortmund.de/wissenschaft
wissenschaft@stadtdo.de
Ansprechpartnerinnen:
Angela Märtin
Tel. (0231) 50-2 25 86
Laura Berndt
Tel. (0231) 50-2 59 45 Bild: Roland Gorecki,
Dortmund-Agentur
EuropeanSpirit@TUDortmund.
„Europas Geist ist fest auf dem Campus der
TU Dortmund verankert. Die TU punktet mit
einem erfolgreichen Erasmus-Programm für
Studierenden- und Dozentenmobilität und
zahlreichen Forschungskooperationen und
Konferenzteilnahmen. Für die Zukunft sehen
wir die durch die Corona-Krise beschleunigte
Campus-Digitalisierung mit neuen virtuellen
Formaten als Chance, unser europäisches Net-
working weiter zu dynamisieren.“
Prof. Dr. Tessa Flatten
Prorektorin Internationales
TU Dortmund
19„Ich bleib dann mal hier“ –
Herausforderung EU-Binnenmigration
Das Sozialdezernat der Stadt Dortmund
Die EU-Erweiterung geht für viele mit wirt-
schaftlichen Chancen, steigender Wettbe-
werbsfähigkeit und Wohlstand einher – in
den neuen Mitgliedstaaten trifft dies auf
einige Gruppen jedoch weniger zu. Die Folge
ist ein sich verstetigendes Wohlstandsgefälle
innerhalb der EU und ihrer Mitgliedstaaten
und eine Binnenmigration insbesondere in die
westlichen EU-Länder. Neben allen positiven
Effekten führt das auch zu teils großen Her-
ausforderungen in den Zielstädten.
Das Dortmunder Sozialdezernat hat die Ge-
samtstrategie Neuzuwanderung entwickelt,
die den Austausch aller zentralen Akteure, von
der operativen bis zur Lenkungsebene, und die
Koordinierung und Steuerung ihrer Aktivitäten
im Handlungsfeld Neuzuwanderung gewähr-
leistet. Gemeinsam mit den freien Trägern
konnte so ein Gesamtangebot entwickelt
werden, das Menschen, die aus der EU oder
als Geflüchtete nach Dortmund kommen,
bessere Zugänge zu Bildung, Arbeit, Wohnen
und Gesundheit ermöglicht und somit ihre ge-
sellschaftliche Teilhabe unterstützt.
Ansprechpartnerinnen:
Christiane Certa,
ccerta@stadtdo.de
Tel. (0231) 50-2 74 74
Rabea Süllow
Tel. (0231) 50-2 60 24
rsuellow@stadtdo.de
Bild: Jennifer Noelle, Bild: Rabea Süllow
Unna
Belfried von Amiens
20Das Team „Repräsentation
und Städtepartnerschaften“
Bild: Roland Gorecki
Mehr als eine Brieffreundschaft
Die Städtepartnerschaften der Stadt
Dortmund
Seit über 60 Jahren pflegt die Stadt Dortmund
freundschaftliche Beziehungen mit Städten auf
der ganzen Welt. Ausgehend von der ersten
Städtepartnerschaft mit Amiens (Frankreich)
im Jahre 1960 sind wir inzwischen national
und international mit neun Kommunen auf
drei Kontinenten freundschaftlich verbunden.
So unterschiedlich sich die einzelnen Beziehun-
gen auch gestalten, und so verschieden die
Motivation jeweils war, sie einzugehen, eines
ist ihnen allen gemein: Sie stehen für den ge-
lebten Willen zur Völkerverständigung.
Über die Grenzen Europas hinaus kommt den Die Koordination der partnerschaftlichen
Städtepartnerschaften als Instrument kommu- Arbeit erfolgt im Team "Repräsentation und
naler Außenpolitik ebenfalls eine besondere Städtepartnerschaften" im Amt für Angele-
Bedeutung zu. Eine Bedeutung, die mit zu- genheiten des Oberbürgermeisters und des
nehmender Globalisierung und Urbanisierung Rates. Dabei stehen die Pflege und Weiter-
weiter wachsen wird. entwicklung der partnerschaftlichen Aktivi-
Innerhalb Europas dienen die Partnerschaften täten im Fokus. Neben den offiziellen Zu-
mit Amiens (Frankreich), Leeds (Großbritanni- sammentreffen der Repräsentant*innen der
en) sowie zum EU-Beitrittskandidaten Serbien partnerschaftlich verbundenen Städte, dem
mit der Stadt Novi Sad dazu, den europäischen kommunalen Fachaustausch sowie gemein-
Gedanken zu festigen und ein geeintes Europa samen Projekten auf der Arbeitsebene, leben
zu stärken. aktive Städtepartnerschaften von der direkten
Bürgerbegegnung, z.B. im Rahmen von Schü-
ler*innenaustauschen.
Wir greifen Anregungen aus der Zivilgesell-
schaft, der Vereinslandschaft, der Verwaltung
und Politik gerne auf und unterstützen bei der
Koordinierung neuer Formate.
Jede Partnerschaft hat in der Entstehungsge-
schichte, dem Aufbau und bei der laufenden
Zusammenarbeit seine Besonderheiten, doch
sie verfolgen alle das Ziel, den stetigen Dialog
zu pflegen und zu vertiefen. Die unterschied-
lichen Begegnungen zu fördern und dabei die
Außendarstellung unserer Stadt positiv zu ge-
stalten, ist das Ansinnen der Arbeit des Teams
"Repräsentation und Städtepartnerschaften".
Oberbürgermeister a.D. Sierau mit Vertreter*innen der
Partnerstädte beim Stadtfest DORTBUNT! 2019 städtepartnerschaften@dortmund.de
Bild: Gaye Suse Kromer
Ansprechpartnerin: Bärbel Masurat
Tel. (0231) 50-2 20 16
21Deusenberg
Bild: Dagmar Knappe
Grüne Aussichten:
EU-Forschungsprojekt zur produktiven
grünen Infrastruktur
Das Amt für Stadterneuerung der
Stadt Dortmund
Beim EU-Projekt proGIreg (proGIreg – produc- Das Dortmunder Projektkonsortium besteht
tive Green Infrastructure for post-industrial aus folgenden Partnern: Stadt Dortmund, Die-
urban regeneration) geht es um die Stärkung Urbanisten e.V., Fachhochschule Südwestfalen,
der grünen Infrastruktur in ehemals industriell citybotanicals GmbH, Aquaponik Manufaktur
geprägten Bereichen. Inhaltlich stehen die GmbH, lohrberg stadtlandschaftsarchitektur. In
urbane Landwirtschaft, verbesserte Wege- das EU-Projekt sind insgesamt 35 europäische
verbindungen und hochwertige Aufenthalts- und chinesische Projektpartner eingebunden,
qualitäten im Huckarder Siedlungsraum, auf die Gesamtkoordination erfolgt über die
der Kokerei Hansa sowie am Deusenberg RWTH Aachen.
im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Huckarder Dortmund ist dabei neben Turin (Italien), Za-
Bürger*innen werden verschiedene Projekte in greb (Kroatien) und Ningbo (China) einer von
den nächsten Jahren umgesetzt. vier internationalen Standorten für „lebendige
Labore“ in post-industriellen Stadtquartieren.
Ein zentrales Anliegen ist es, die Bürger*innen Mit weiteren interessierten Städten, darunter
in die Projektumsetzung einzubeziehen. Daher auch Cluj-Napoca (Rumänien), mit der wir eine
sind sie herzlich willkommen, bei einzelnen Projektpartnerschaft führen, findet ein enger
Projekten aktiv mitzuarbeiten. Insgesamt soll inhaltlicher Austausch statt.
die Bedeutung der grünen Infrastruktur und
naturbasierter Lösungen im Alltag stärker in das progireg.dortmund.de
Bewusstsein der Bevölkerung gerufen werden. hansagruen.de
progireg.eu
Ansprechpartnerin: Dagmar Knappe
dagmar.knappe@stadtdo.de
Tel. (0231) 50-2 75 79
22Europaschulen in Dortmund
– Europa von klein auf kennenlernen
Das Thema Europa betrifft nicht nur Politi- Zur Europawahl haben im Jahr 2019 aus
ker*innen oder Stadtverwaltungen, sondern allen acht Dortmunder Europaschulen
auch Schüler*innen. Es ist wichtig, dass gera- Grundschüler*innen zusammen mit
de junge Menschen, die die Zukunft der Euro- Schüler*innen der Sekundarstufe I und II
päischen Union sind, verstehen, wie wichtig Plakate entwickelt. Hier rufen die
sie für uns alle ist. Besonders Schüler*innen, Schüler*innen zur Wahl auf.
die eine Europaschule besuchen, befassen
sich mit dem Thema Europa im Unterricht. In
Dortmund sind insgesamt acht Schulen als
Europaschule zertifiziert. Zusammen mit dem Rapper Gandhi Chahine
haben die Schüler*innen der Europagrund-
Drei dieser Europaschulen in Dortmund sind schule Siegfried-Drupp den Europasong
das Robert-Schuman-Berufskolleg, die Gilden „Wir sind Europa!“ verfasst. Zwei Strophen
Europagrundschule und die Europagrundschule des Songs zeigen besonders, wofür Europa für
Siegfried-Drupp. Die Kinder und Jugendlichen die Schüler*innen steht.
berichten, singen und basteln in unterschied-
lichen Projekten, wofür die Europäische Union „Grenzen überwinden, statt begrenzt zu sein
steht, was sie sich von ihr wünschen, aber auch Und das weiß auch jeder, Grenzen sind gemein.
welche Sorgen sie haben. Hier zu sehen sind Grenzen überwinden, auch die im Kopf
kleine Auszüge aus den einzelnen Projekten: Wirf nicht alle Menschen in den gleichen Topf.
Europa ist bunt und nicht schwarz und grau.
Respekt, Liebe, Hoffnung – worauf ich vertrau.
Die Schüler*innen der Oberstufe Servicekaufleute Europa heißt teilen, auch teilen mit der Welt
im Luftverkehr des Robert-Schuman-Berufs- Und wenn wir das begreifen, ist jeder ein Held.“
kollegs sagen, was für sie die Europäische Union
bedeutet und was sie sich von ihr wünschen:
Die Europagrundschule Siegfried-Drupp
„Für uns bedeutet Europa, dass wir grenzen- und die Gilden Europagrundschule haben
los reisen und die kulturelle Vielfalt erleben unter der Leitung des Künstlers Jannis Laroussi
können.“ Welten für das Projekt „Our future belongs to
us“ gebastelt. (Bilder: Eser Alper)
„In Europa können wir uns auf die Einhaltung
der Menschenrechte verlassen und überall unse- Diese Welt fordern die Grundschulkinder Wovor sie Angst haben, wenn wir so
rer Meinung frei äußern.“ für ihre Zukunft: weitermachen wie bisher:
„Wir wünschen uns von der EU mehr Einheit-
lichkeit in Sachen Gesundheitssystem, Tierrechte
und Strafsystem.“
„Wir wollen, dass unser Sicherheitsgefühl erhöht
wird – von der Politik vorgegeben sowie der
Polizei umgesetzt wird.“
„Wir hoffen, dass die EU einheitliche Regelun-
gen für die Aufnahme von Flüchtlingen schafft.“
23Europa in der Auslandsgesellschaft.de
Die Auslandsgesellschaft bietet bürgernahe die Bildung und Unterstützung von Netzwer-
Informationen, Dialoge und Austausche zur ken? Das sind die Grundfragen unseres Projekts
Gestaltung der europäischen Zukunft. „Europaarbeit kleiner und mittlerer Kommunen:
Netzwerke unter europäischen Städtepartnern –
Unsere Angebote für dich im Überblick Erhebung – Auswertung und nächste Schritte“.
Eurodesk Dortmund/Europäisches Europa bei uns zuhause
Solidaritätskorps (Freiwilligendienst) Mit dem Wettbewerb „Europa bei uns zuhau-
Ob Freiwilligendienst, Work & Travel, Work- se“ prämiert die Landesregierung NRW Projek-
camp oder Au Pair in Spanien, Neuseeland oder te der europäischen Städtepartnerschaftsarbeit
China – unsere Ansprechpartner*innen beant- sowie der grenzüberschreitenden Zusammen-
worten alle Fragen zu Programmen, Anbietern arbeit mit Partnern in den Niederlanden und
und Fördermöglichkeiten. Wir sind Aufnah- Belgien. Für innovative, vernetzende, beispiel-
me- und Entsendeplattform des Europäischen gebende, nachhaltige und öffentlichkeitswirk-
Solidaritätskorps (ehem. Freiwilligendienst) same Projekte/Veranstaltungen können sich
Kommunen und zivilgesellschaftliche Akteure
Europa vor Ort erleben – Studienreisen aus Nordrhein-Westfalen um eine nachträg-
Seminare in Brüssel, Straßburg und in Grenz- liche Kostenerstattung von bis zu 5.000 Euro
gebieten, findest du auf unserer Homepage pro Projekt bewerben.
unter „Studienreisen und Austausch/Semi- Für die administrative Durchführung des Wett-
nare“. Hinzu kommen Austauschprogramme bewerbs ist die Auslandsgesellschaft zuständig.
(Städtepartnerschaften) und Studienreisen.
Kompetenzzentrum Städtepartnerschaf- Auslandsgesellschaft.de e.V.
ten und europäische Zivilgesellschaft Steinstraße 48
Städtepartnerschaften leisten einen wichtigen 44147 Dortmund
Beitrag, dass sich Menschen aus verschiedenen www.auslandsgesellschaft.de
Nationen kennen und schätzen lernen. Wir Ansprechpartnerinnen:
legen großen Wert auf die Praxis dabei. Alle Pascale Gauchard
zwei Jahre führen wir den „Tag der Städte- gauchard@auslandsgesellschaft.de
partnerschaften“ durch. Tel. (0231) 838 00 26
Was sind die zentralen Themen der kommunalen Martina Plum
Europaarbeit und welche Möglichkeiten der Zu- plum@auslandsgesellschaft.de
sammenarbeit sind möglich und förderlich durch Tel. (0231) 838 00 72
24Europaquiz beim Stadtfest
Hier kannst du dich DORTBUNT! 2019
Bild: Felicia Schenkelberg
über Europa informieren
Das Europe-Direct-Informationszentrum
der Auslandsgesellschaft.de
Das Europe-Direct-Informationszentrum oder per E-Mail zu Fragen, die Sie zur Europäi-
Dortmund (EDIC) ist eines von rund 50 Infor- schen Union haben. Lehrer*innen haben die
mationszentren in Deutschland und über 400 Möglichkeit, Materialien und Broschüren zur EU
Zentren in allen EU-Mitgliedstaaten, die eine bei uns im Klassensatz zu bestellen.
Schnittstelle zwischen Bürger*innen und der
EU auf lokaler und regionaler Ebene darstel- Worin bestehen unsere Schwerpunkte dieses
len. Die EDICs sind ein von der Europäischen Jahr? Neben unseren Europa-Projektwochen
Kommission ins Leben gerufenes und von der zur „Klima- und Umweltpolitik in der EU“
EU kofinanziertes Projekt. In Dortmund ist das ist ein weiterer Schwerpunkt die deutsche
Europe-Direct-Informationszentrum seit 2013 EU-Ratspräsidentschaft, wozu wir neben viel-
in der Auslandsgesellschaft.de e.V. in der Nähe fältigen Informationen Planspielworkshops für
des Dortmunder Hauptbahnhofes direkt neben Jugendliche mit dem Schwerpunkt Klima oder
der Steinwache beheimatet. Im Haus der Aus- Digitalisierung anbieten. Weitere Angebote für
landsgesellschaft werden seit über 70 Jahren Schüler*innen ab der 10. Klasse/Jahrgangs-
Völkerverständigung und politische Bildung stufe EF sind Zukunftswerkstätten zur EU,
gelebt und vermittelt. Planspiele zur EU-Flüchtlings- und Asylpolitik
sowie Stadtrallyes zur EU-Kohäsionspolitik in
Worin besteht unsere Arbeit konkret? Wir Dortmund. Sprechen Sie uns bei Interesse oder
informieren zu aktuellen europapolitischen Ge- Fragen gerne an!
schehnissen über unsere Facebook- und Twit-
ter-Kanäle, unseren monatlichen Newsletter, euorpe-direct-dortmund.de
unsere Website sowie in zahlreichen europapo- facebook.com/Europazentrum/
litischen Abendveranstaltungen, die sich an die twitter.com/EdicDo
breite Öffentlichkeit richten, und Workshops für Leiter: Joris Duffner
Schüler*innen und Jugendgruppen. Außerdem duffner@auslandsgesellschaft.de
beraten wir Sie gerne persönlich, telefonisch Tel. (0231) 8 38 00 47
Text: Svenja Hennigfeld
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