Jubiläumsprogramm für die 20. Positiven Begegnungen 2018 - Positive - Deutsche AIDS-Hilfe
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018
IMPRESSUM
Herausgeberin: Alle Rechte vorbehalten, Nachdruck (auch
Deutsche AIDS-Hilfe e.V. in Auszügen) nur mit schriftlicher Genehmi-
Tel: 030 / 69 00 87-0 gung der Deutschen AIDS-Hilfe e.V.
Fax: 030 / 69 00 87-42
E-Mail: dah@aidshilfe.de Die DAH ist als gemeinnützig und besonders
Internet: www.aidshilfe.de förderungswürdig anerkannt; Spenden
sind daher steuerlich abzugsfähig.
2018
Sie können die DAH auch unterstützen,
Bestellnummer: 119051 indem Sie Fördermitglied werden.
Dieses Magazin ist auch im Internet Nähere Informationen erhalten Sie unter
abrufbar: www.aidshilfe.de www. aidshilfe.de
Konzept: Heike Gronski Spendenkonto:
Berliner Sparkasse
Redaktion: Heike Gronski IBAN: DE27 1005 0000 0220 2202 20
Autor_innen: jana maria knoop,
Heike Gronski, Dennis Wulf
Alle Fotos, sofern nicht anders angegeben:
Johannes Berger
Gestaltung: Dominik Alois Strasser,
Freier Grafiker Berlin
Druck: WIRmachenDRUCK GmbH, Backnang
2POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
INHALTSVERZEICHNIS
Impressum ……………………………………………… 2
Inhaltsverzeichnis …………………………………… 3
Grußwort Schirmfrau ……………………………… 8
Grußwort Vorstand ……………………………… 10
Grußwort Vorbereitungsgruppe ………… 12
Programmübersicht ……………………………… 14
Wie begegnen wir uns? ………………………… 18
Themenstränge……………………………………… 21
Jugendprogramm ………………………………… 40
Rahmenprogramm………………………………… 42
Service …………………………………………………… 54
Dankeschön …………………………………………… 58
Sponsoren ……………………………………………… 60
3PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 GRUßWORT SCHIRMFRAU LAURA HALDING-HOPPENHEIT Liebe Freund_innen, liebe Teilnehmer_innen und Gäste der 20. Positiven Begegnungen, ich bin sehr stolz und glücklich, eure Schirmfrau zu sein – es ist mir eine große Ehre! Dass dieses Treffen zum dritten Mal in Stuttgart stattfindet, ist eine Hommage an die Landes- hauptstadt Baden-Württembergs und an die Gastfreundlichkeit ihrer Menschen. Unser roter Faden ist das Motto der Veranstaltung: „Wir sind überall!“ Wir sind ein Teil der Gesellschaft. Wir kämpfen gegen Stigmatisierung und Vorurteile. Und wir wollen zeigen, wie sehr sich das Leben mit HIV verändert hat. Dass wir leben und lieben wie andere Menschen auch. Manche ganz normal, manche ganz anders. Niemand verdient es, ausgrenzt zu werden. Niemand sollte auf seine Infektion reduziert werden. Jeder Mensch braucht die Chance auf ein Leben, wie er es möchte. Auf ein Leben ohne Angst vor Diskriminierung. Wenn man mit HIV ganz selbstverständlich leben kann, nimmt das Menschen auch die Angst vor dem HIV-Test. Schon in den Schulen sollten Menschen über HIV aufgeklärt werden. Über den Schutz genauso wie über das Leben mit HIV. Die Prävention muss dabei auf Panikmache und Schuldzuweisungen verzichten, denn sonst entsteht neue Diskriminierung. Das sind unsere Ziele. Um sie zu erreichen, wollen wir sichtbar sein. Deswegen werden wir uns auch laut und deutlich mit unserer Demonstration in der Öffentlichkeit zeigen. Zugleich freue ich mich sehr, wieder mit so vielen wunderbaren Menschen zusammen zu kommen. In Lauras Café werden mein Personal und ich euch empfangen und umsorgen. Wir freuen uns sehr auf dieses Familientreffen! Ich wünsche euch allen unvergessliche Tage in Stuttgart. Meine Liebe, mein Respekt und meine Energie gehören euch. Seid herzlich willkommen! Eure Laura Ehrenmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe Stuttgart 8
PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 GRUßWORT VORSTAND Liebe Teilnehmer_innen der 20. Positiven Begegnungen, wir haben Grund zu feiern: Unsere Konferenz in Stuttgart ist die 20. Veranstaltung, bei der Menschen mit HIV, ihre Angehörigen und Unterstützer_innen zusammenkommen. Hervorgegangen aus der Bundesversammlung von Menschen mit HIV und AIDS bezie- hungsweise der Bundespositivenversammlung, sind die Positiven Begegnungen (kurz: PoBe) heute eine europaweit einmalige Selbsthilfekonferenz. Die Veranstaltung schafft Sichtbarkeit, trägt die Forderung nach einem diskriminierungs- freien Leben mit HIV in die Öffentlichkeit und erarbeitet Strategien, um dieses Ziel zu erreichen. Die PoBe sind dabei der regelmäßige Kristallisationspunkt vielfältiger HIV-Selbst- hilfe-Aktivitäten in Deutschland. Darauf können wir alle stolz sein! 10
POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
„Wir sind überall!“ lautet das Motto der Jubiläumsveranstaltung. Damit machen wir
deutlich: Menschen mit HIV sind in allen gesellschaftlichen Bereichen zu finden. Sie sind nur
nicht immer sichtbar. Die PoBe sollen das reale Leben mit HIV im Jahr 2018 unübersehbar
machen und zeigen: Mit HIV kann man heute leben wie alle anderen Menschen auch.
Unser Ziel kann daher nur eines sein: Ein ganz selbstverständlicher Alltag mit HIV in allen
persönlichen und gesellschaftlichen Bereichen – von der Arbeitswelt übers Gesundheits-
wesen bis zu privaten Kontakten. HIV darf keine Rolle spielen, wo es keine Rolle spielen
muss. Zugleich ist HIV dort respektvoll zu thematisieren und zu berücksichtigen, wo es noch
zu gesundheitlichen, ökonomischen oder sozialen Schwierigkeiten führt.
Der Veranstaltungsort der 20. Positiven Begegnungen ist dabei kein Zufall: Aus dem
Südwesten Deutschlands hören wir besonders häufig, wie schwer es Menschen fällt, offen
HIV-positiv zu leben, zum Beispiel am Arbeitsplatz. Zugleich haben wir hier besonders viele
und starke Unterstützer_innen – von der AIDS-Hilfe Stuttgart über Wirtschaftsunterneh-
men wie IBM bis hin zu unserer Laura, die in ihrer Heimatstadt nicht nur ihr berühmtes
PoBe-Café betreiben wird, sondern die auch unsere Schirmfrau für die gesamte Veranstal-
tung sein wird.
Darum ist Stuttgart besonders geeignet, um zu sagen und zu zeigen: Wir sind überall.
In diesem Sinne: Lasst uns kraftvoll zusammenarbeiten und feiern!
Der Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe
11PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 GRUßWORT VORBEREITUNGSGRUPPE Liebe Teilnehmer_innen der 20. Positiven Begegnungen, hinter uns liegt ein Jahr harter Arbeit. Vor euch liegen nun vier hoffentlich spannende, inspi- rierende und erkenntnisreiche Tage voller positiver Begegnungen – das wünschen wir uns. Ein ansprechendes Konferenzprogramm zu entwickeln, das nicht nur die vielfältigen Aspek- te des Lebens mit HIV, sondern auch die Vielfältigkeit der Menschen mit HIV wiederspiegelt, war unser Anspruch. Die Verschiedenheit von Persönlichkeiten, Arbeitsweisen, Interessen und Ideen hat uns dabei fortwährend begleitet. Vielfalt für alle lebbar zu machen, erfor- dert großen Einsatz. Aber wenn es gelingt, wirkt Vielfalt motivierend, macht neugierig und erzeugt Respekt. Hinter allen Themen, die wir erarbeitet haben, steht die Überzeugung: Jeder Mensch mit HIV ist ein vielfältiges Wesen – in einer ebenso vielfältigen Gesellschaft, in der er lebt, liebt, handelt und mitgestaltet. Unser Anliegen ist, Menschen mit HIV im Zusammenhang ihrer Gemeinschaft zu sehen und so das Leben mit HIV nicht allein als Herausforderung für Einzelne, sondern vorrangig als gesellschaftliche Aufgabe zu betrachten. Es geht uns darum, Betroffene nicht auf ihre Infektion zu reduzieren, sondern in allen ihren Lebens- wirklichkeiten wahrzunehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen wir Denkimpulse geben, Diskussionen anregen, neue Ansätze des miteinander Arbeitens vorstellen, Konflikte austragen und vor allem Raum für Begegnungen schaffen. In Stuttgart wollen wir mit euch in die Gesellschaft hineinrufen, dass wir überall sind, alles können, alles machen und alles wollen – nur eines nicht: andere anstecken. Wir wollen laut und deutlich sagen, dass auch das Leben mit HIV ein schönes, buntes, frohes, mitunter trauriges, immer „normales“ und nur sehr selten von Krankheit oder gar Siechtum gepräg- tes Leben ist. Und am Ende wird gefeiert! In diesem Jahr feiern wir das Jubiläum der inzwischen 20. Positi- ven Begegnungen und unsere großartige Schirmfrau. Dass wir Laura als Schirmfrau gewinnen konnten, ist uns eine große Ehre. Seit vielen Jahren begleitet sie mit ihrem Team alle Positiven Begegnungen und spendet immer wieder ein wunderbares Konferenzcafé. Sie unterstützt uns im Kampf für unsere Rechte, schenkt uns 12
POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
ihre Zuneigung, ist uns allen ein Vorbild an Lebensfreude, Energie, Durchsetzungskraft und
Streitbarkeit. In der diesjährigen Vorbereitung hat sie uns einmal mehr tatkräftig unter-
stützt, liebevoll umsorgt und viele Türen geöffnet – nicht zuletzt diejenige zum legendären
Kings Club, in den sie zur großen Abschlussparty einlädt.
Wir hoffen, dass die Positiven Begegnungen 2018 eine spürbare Wirkung entfalten und
euch noch lange in Erinnerung bleiben. Außerdem wünschen wir uns, dass unser Treffen
eine Konferenz der Beteiligung bleibt, die weiterhin von einem versierten Team vorbereitet
wird. Auch ihr könnt das! Traut euch, meldet euch! Die Positiven Begegnungen brauchen
euch auch 2020 wieder.
Euer Vorbereitungsteam
(Christoph Breite, Thomas Hilgers, Christoph Leder, Michèle Meyer, Thorsten Sandner,
Oliver Stein, Christian Szillat, Matthias Wentzlaff-Eggebert für die Moderation sowie Heike
Gronski, jana maria knoop und Martin Westphal für die DAH)
13PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018
PROGRAMMÜBERSICHT
Donnerstag
Ab 13:00 Check-In und Anmeldung zur Konferenz im Konferenzhotel
15:00 – 21:00 Uhr Markt der Möglichkeiten im Foyer der Liederhalle – Initiativen
und Vereine stellen ihr Projekt zur Verbesserung der Lebens-
situation von Menschen mit HIV vor
15:00 – 16:30 Uhr Treffen und Kennenlernen der Kinder, Jugendlichen, Eltern
und Betreuer_innen
16:30 – 18:30 Uhr Eröffnungsveranstaltung der 20. Positiven Begegnungen im
Schillersaal der Liederhalle
18:30 – 20:30 Uhr Abendbuffet im Speisesaal des Maritim Hotels
20:00 – 21:00 Uhr Plenarveranstaltung im Schillersaal: Die PositHIVen Gesichter
berichten von ihrer Arbeit
20:00 – 22:00 Uhr Get together der Jugendlichen
21:00 – 22:00 Uhr Get together der trans* Personen
15:00 – 01:00 Uhr Come together in Lauras Café im Foyer der Liederhalle
14POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
Freitag
09:30 – 13:00 Uhr Arbeit in den Themensträngen in den verschiedenen
Workshopräumen des Maritim Hotels und der Liederhalle
10:00 – 13:00 Uhr Jugendprogramm: Workshop Ausgrenzungserfahrungen
13:00 – 15:00 Uhr Mittagspause mit Buffet im Speisesaal des Maritim Hotels
15:00 – 18:30 Uhr Arbeit in den Themensträngen in den verschiedenen
Workshopräumen des Maritim Hotels und der Liederhalle
15:00 – 18:30 Uhr Jugendprogramm: Klettergarten
18:30 – 20:30 Uhr Abendbuffet im Speisesaal des Maritim Hotels
20:00 – 21:30 Uhr Autorenlesung mit anschließender Diskussion: Martin Reichert
liest aus seinem neuen Buch Die Kapsel – Aids in der
Bundesrepublik
20:00 – 22:00 Uhr Jugendprogramm: Kinobesuch
Ab 19:00 Uhr Straßenfest der Stuttgarter AIDS-Hilfe ( Johannesstraße 19,
70176 Stuttgart)
15PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018
PROGRAMMÜBERSICHT
Samstag
09:00 – 16:30 Uhr Wahl der PositHIVen Gesichter
09:30 – 13:00 Uhr Arbeit in den Themensträngen in den verschiedenen
Workshopräumen des Maritim Hotels und der Liederhalle
10:00 – 15:00 Uhr Jugendprogramm: Workshop Was ich schon immer über HIV
wissen wollte!
13:00 – 15:00 Uhr Mittagspause mit Buffet im Speisesaal des Maritim Hotels
15:00 – 16:30 Uhr Plenarveranstaltung im Schillersaal: Wir sind überall! – Die
Vollversammlung
15:00 – 18:30 Uhr Jugendprogramm: Kanufahren
16:30 – 17:00 Uhr Vorbereitung und Aufstellung zur Demo
17:00 – 19:00 Uhr Demonstration durch die Innenstadt mit anschließender
Kundgebung
18:30 – 20:30 Uhr Abendbuffet im Speisesaal des Maritim Hotels
20:00 – 22:30 Uhr Filmvorführung: 120 BPM – Französisches Filmdrama von Robin
Campillo über die Act-Up-Bewegung im Paris der 90er Jahre
Ab 21:00 Uhr Abschlussparty im Kings Club
23:00 Uhr Die Jugendlichen verabschieden sich von der Party
16POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
Sonntag
11:00 – 13:00 Uhr Abschlussveranstaltung im Schillersaal
13:00 – 14:30 Uhr Mittagsbuffet im Speisesaal des Maritim Hotels
Ab 14:00 Abreise
17PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 WIE BEGEGNEN WIR UNS? Menschen mit HIV erleben auch heute noch in den verschiedensten Lebenssituationen Diskriminierungen, Abwertungen und Ausschlüsse, die leider auch vor den eigenen Commu- nities keinen Halt machen und für viele Menschen immer noch weitreichende Folgen nach sich ziehen (können). Aus diesem Grund finden wir es wichtig, dass wir dem Namen Positive Begegnungen alle Ehre machen und uns freundlich, auf Augenhöhe, wertschät- zend und gewaltfrei begegnen (wollen). Unsere Konferenz zum Leben mit HIV ist ein Ort des Zusammenkommens, aber auch ein Schutzraum. Eine gemeinsame Verpflichtung aller Teilnehmer_innen zu inklusiverem Handeln betrachten wir deshalb für den Umgang miteinander als unverzichtbar. Konkret heißt das, dass wir uns gegenseitig mit unseren unterschiedlichen Befähigungen und Ressourcen unterstützen sowie diskriminierende, stigmatisierende, menschenfeindliche (z.B. rassistische, behindertenfeindliche, antisemitische, trans*-, inter*-, homofeindliche) Äußerungen bzw. Praktiken identifizieren und verlernen wollen. Bei den Positiven Begegnungen heißen wir grundsätzlich alle Menschen willkommen – welche Identitäten auch immer sie mitbringen oder ihnen zugeschrieben werden. (Wir meinen damit solche Merkmale oder Markierungen wie z.B. ethnische Herkunft, Nationali- tät, Hautfarbe, Religion, Sprache, Alter, Geschlecht, Aufenthaltsstatus, Erscheinungsbild, sexuelle Identität bzw. Orientierung, Bildungsstand oder soziale Stellung.) Als Leitbild orientieren wir uns dabei an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Für schwierige Situationen und Konflikte haben wir außerdem wieder ein Team von Ombudsleuten vor Ort, an die Ihr Euch im Bedarfsfall vertrauensvoll wenden könnt. Sollte es zu unlösbaren Streitfällen kommen, behalten wir uns das Hausrecht vor. 18
POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
Eröffnungsveranstaltung der 20. Positiven Begegnungen
Donnerstag, 23.08.2018 | 16:30 - 18:30 Uhr im Schillersaal
Wir beginnen die Konferenz mit einem akustischen Rückblick auf das politische HIV/Aids-Ge-
schehen seit 1990, dem Beginn der Positiven Begegnungen, die damals noch Bundespo-
sitivenversammlungen hießen. Es folgen Grußworte des Vorstands der DAH und unserer
Schirmfrau Laura Halding-Hoppenheit.
Der kanadische Tänzer, Choreograph und Musiker Eric Gauthier entführt uns in die Welt des
zeitgenössischen Tanzes, bevor wir uns abermals mit der Geschichte der PoBe beschäfti-
gen. Wir hören verschiedene Aktivist_innen der langen PoBe-Geschichte, die uns erzählen,
warum für sie diese Verunstaltung wichtig ist und was sie für sie bedeutet (hat). Ein Inter-
view mit den Mitgliedern der Vorbereitungsgruppe leitet die Übergabe der Konferenz an
die Teilnehmenden ein. Mit der symbolischen Übergabe beenden wir die Eröffnungsver-
anstaltung und legen die Konferenz in die Hände von allen, die sie nun zu einer Konferenz
der Begegnung machen werden.
Plenum der PositHIVen Gesichter
Donnerstag, 23.08.2018 | 20:00 - 21:00 Uhr im Schillersaal
In diesem Plenum stellen die PositHIVen Gesichter ihre Arbeit der letzten zwei Jahre vor und
diskutieren mit euch, welche Wünsche und Aufträge ihr den neu zu wählenden Mitgliedern
des Gremiums auf den Weg in die neue Wahlperiode geben wollt. Die PositHIVen Gesichter
stellen zudem eine Resolution zum Thema „Null Diskriminierung“ vor, die sie im Laufe der
diesjährigen Konferenz zur Abstimmung bringen wollen.
19PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 20
POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
ÜBERSICHT THEMENSTRÄNGE
Alltagsrealitäten des Lebens mit HIV … 22
Bilder von HIV ……………………………………… 25
HIV, Leben und Politik ………………………… 28
Selbsthilfe und Aidshilfen …………………… 32
Sexlife …………………………………………………… 34
Sexualität_en ………………………………………… 37
21PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 THEMENSTRANG ALLTAGSREALITÄTEN DES LEBENS MIT HIV Moderation: Gert Schilling | Plenarsaal: Bonn Arbeitsgruppenräume: T.4.4.22, T4.4.23 und T.4.4.24 Auch wenn HIV heutzutage gut behandelbar ist und im Alltag für Viele kein großes medizi- nisches Problem darstellt, spielt die Infektion dennoch in vielen Lebensbereichen eine Rolle. Mit HIV infiziert zu sein, heißt nämlich auch, chronisch krank und auf Medikamente angewiesen zu sein. Zudem kann es Menschen unter Druck setzen, unbedingt zeigen zu wollen, dass sie genauso leistungsfähig sind wie alle. Aber wie leistungsfähig sind denn die Anderen? An wem misst man sich und darf man eingestehen, auch einmal müde zu sein und nur noch die Füße hochlegen zu wollen? Können Menschen mit HIV in unserer Zeit selbstverständlich mit ihrer Infektion leben und es dem Zufall überlassen, wer davon erfährt? Gerade im Berufsleben kann HIV nach wie vor ein Karrierekiller sein. Die Erkrankung ist in einigen Berufszweigen bis heute ein Ausschluss- kriterium geblieben. Daran hat selbst das Allgemeine Gleichstellungsgesetz bislang nichts ändern können. Das Wissen um die gute Behandelbarkeit und die Nichtinfektiosität unter Therapie ist in der Mehrheitsgesellschaft noch nicht ausreichend angekommen. Dies spüren Menschen mit HIV besonders da, wo sie meist ganz offen mit ihrer Infektion umgehen (müssen): im Gesundheitswesen oder in Justizvollzugsanstalten. Hier ist Diskrimi- nierung eher die Regel als die Ausnahme – ob im Knast, in der Reha, im Krankenhaus oder beim Zahnarzt. Manch eine Ausgrenzung von Menschen mit HIV könnte sich allerdings als bloßer Mythos erweisen. Zum Beispiel: Viele Versicherungen sind möglich, aber einige sind es nicht. Hier muss genau differenziert werden. Auch im sozialen Umfeld kann die HIV-Infektion zu Veränderungen führen. So können sich Bedürfnisse und Lebensentwürfe ändern – möglicherweise durch die Infektion, vielleicht aber auch aufgrund des zunehmenden Alters oder anderer sich verändernder Rahmen- bedingungen (wie etwa nach einem Umzug oder einer Suchttherapie). Wie passen wir uns diesen Veränderungen an, um glücklich und zufrieden zu bleiben? Auf all diese Alltagsrealitäten werfen wir einen Blick, hören Inputs und stoßen Diskussionen an. 22
POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
Freitagvormittag
» Vortrag zum Leben mit einer chronischen Erkrankung
» Diskussionsrunde: Leben zwischen Optimierungswahn und dem Bedürfnis,
einfach mal die Füße hochzulegen
» Vorstellung der Ergebnisse der Themenwerkstatt Reha, wir kommen!
» Kleingruppenarbeit zu folgenden Themen:
• Umgang mit der HIV-Infektion in Reha-Maßnahmen
• Arbeitgeber_innen-Deklaration zum Thema Umgang mit HIV-positiven
Menschen im Arbeitsleben
• Ergebnisse der Online-Umfrage Chronisch krank am Arbeitsplatz
• Late Presentation: Risikofaktoren und Strategien
Freitagnachmittag
» Kleingruppenarbeit zu folgenden Themen:
• Patientenrechte – mit Fallbeispielen und Ableitungen
• Konzepte zur Gestaltung des Arbeitslebens 3.0
• Am sozialen Netzwerk knüpfen: Was haben wir – was brauchen wir, damit’s
uns gut geht?
» HIV im Gesundheitswesen: Anhand von Fällen werden Probleme in der Gesundheits-
versorgung aufgezeigt und mit anwesenden Expert_innen diskutiert.
23PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018
Samstagvormittag
» Diskussionsrunde: Strukturelle Diskriminierung im Arbeitsleben an den
Beispielen Polizeidienst und Gesundheitswesen
» Kleingruppenarbeit:
• HIV und Versicherungen: Sachstand und To Do‘s für die Zukunft
• Kommunikation in der Arztpraxis
Gäste des Themenstrangs sind u.a.:
» Dr. Bettina Berger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für
Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin der
Universität Witten/Herdecke
» Kerstin Mörsch, Kontaktstelle für HIV-bezogene Diskriminierung der
Deutschen AIDS-Hilfe
» Dr. Sabine Schippers, Geschäftsführerin der Deutschen Multiple
Sklerose Gesellschaft NRW (DMSG NRW)
» Stephan Gellrich, Mitarbeiter im Fachbereich „Leben mit HIV“ der Aidshilfe NRW
» Steffen Taubert, Projektleiter für „Ärztefortbildungen“ der Deutschen AIDS-Hilfe
» Silke Eggers, Referentin für „Soziale Sicherung und Versorgung“ der
Deutschen AIDS-Hilfe
» Ines Perea, Leiterin des Referats „Strategie der AIDS-Bekämpfung“ im
Bundesgesundheitsministerium
» Jacob Hösl, Rechtsanwalt
» Katja Schraml, Mitarbeiterin im Fachbereich „Medizin und Beratung“
der Deutschen AIDS-Hilfe
» Thomas Ulmer, VelsPol, Verband lesbischer und schwuler Polizeibediensteter
in Deutschland, Baden-Württemberg
» Micha Helmut Schramke, Fachwirt für Finanzberatung
» Ute Krakow, Sozialarbeiterin, AIDS-Hilfe Kiel
» Wolfgang Engels, Mitmischen NRW
» Sabine Weinmann, PositHIVe Gesichter, Berlin
» Wiebke Markull, Psychologin, Ostseeklinik Schönberg-Holm
» Tobias Hilmer, Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung
» Uta Menges; Diversity & Inclusion Leader IBM
24POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
THEMENSTRANG
BILDER VON HIV
Raum: Schillersaal | Ein Planspiel zu Sichtweisen und Perspektiven
Die Ausgangssituation
Es ist eine große Chance für Projekte zur
Entstigmatisierung von Menschen mit
HIV: Nach Auflösung einer bundesweiten
Stiftung erfolgt eine Ausschreibung, derzu-
folge ein erheblicher Geldbetrag an ein
entsprechendes Projekt verteilt werden
kann. Daher wird am Samstag in Stuttgart
ein kurzfristig einberufenes Berater_innen-
gremium des Stadtrats zusammentreffen.
Hier werden namhafte Entscheidungsträ-
ger_innen gemeinsam beraten, um darüber
zu entscheiden, an welche_n Bewerber_in
diese Mittel letztlich ausgezahlt werden.
Auf Grund der Stiftungssatzung sind die
Gelder zweckgebunden für die Durchfüh-
rung einer Antistigmatisierungskampagne
zu verwenden und dürfen nicht aufgeteilt,
sondern nur an ein einzelnes Projekt verge-
ben werden.
In unserem Planspiel treffen mehrere Gruppen aufeinander, die sich um die Zuteilung
des Geldes bewerben. Die Intentionen dieser Gruppen sind dabei grundverschieden. Jede
Gruppe wird versuchen, mit möglichst klaren Zielen und gut formulierten Begründungen
das Berater_innengremium zu überzeugen. Die Geldmittel gehen an diejenige Gruppe,
die am Samstag das beste Konzept zur Mittelverwendung vorlegen kann. Hierfür kann es
sinnvoll sein, die Strategien der Mitspieler_innen zu kennen und bei Bedarf auch gruppen-
übergreifende Kooperationen einzugehen.
Als Teilnehmer_in bekommst Du die die Möglichkeit, innerhalb einer Gruppe in eine vorde-
finierte Rolle zu schlüpfen. Dann gilt es, herauszufinden, wie sich Ziele gemeinsam oder
im Schulterschluss mit anderen erreichen lassen. Die Rahmenbedingungen sind für alle
Gruppen identisch. Die Interessenslagen variieren allerdings – wie im echten Leben – je
nach Gruppe. Mit Gegenwind ist ebenfalls zu rechnen, denn nicht alle Beteiligten unter-
25PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 stützen jedes Anliegen hinsichtlich der Mittelverwendung. Für den Erfolg müssen klare Ziele formuliert und Bündnisse geschaffen werden. Innerhalb des Rollenspiels besteht am Freitag die Möglichkeit, an Strategie- und Empowerment-Workshops teilzunehmen. Jede Spielgruppe wird durch eine_n Gruppenspielleiter_in begleitet und innerhalb des Spiels durch eine_n selbstgewählte_n Sprecher_in vertreten. Teilnehmende Gruppen Spielleitung: Bei der Spielleitung laufen alle Fäden zusammen. Kommunikation zwischen den Gruppen erfolgt zunächst in Schriftform und wird von der Spielleitung weitergeleitet. Gruppenüber- greifende Gespräche müssen durch die Spielleitung erst genehmigt werden. Presse: Die Presse sorgt für Transparenz innerhalb des Spiels und kann zur Lobbyarbeit genutzt werden. Ihr Auftrag ist die redaktionelle Bearbeitung der Wandzeitung, die über den Spiel- verlauf und die Strategien der einzelnen Gruppen informiert. Das Beratergremium im Stadtrat: Innerhalb dieses Gremiums gibt es sehr unterschiedliche Meinungen dazu, nach welchen Kriterien die Mittel letztendlich vergeben werden sollten. Dies zeigt sich schon durch die unterschiedliche politische und soziale Zusammensetzung. Die HIV-Community: Sie handelt basisdemokratisch und orientiert sich vorrangig an den eigenen Interessen. Politische Befindlichkeiten stehen hinten an. Wichtig ist das Erreichen eines gemeinsamen Zieles. Hier gilt: alles oder nichts. Die Aidshilfe: Sie ist gut strukturiert und hat jahrelange Erfahrung im Umgang mit politischen Systemen und Befindlichkeiten. Als Mitarbeiter_in der Aidshilfe wisst Ihr, welche Kämpfe zu gewinnen sind und habt kein Interesse an unnötigen Auseinandersetzungen mit der Politik oder der Community. Mit dem Stiftungsgeld ließe sich eine umfassende Aufklärungs- und Antidis- kriminierungskampagne finanzieren. Ihr Ziel wird es sein, die Entscheidungsträger_innen davon zu überzeugen, ihre Stimme der Finanzierung eines gesundheitspolitischen Paketes zu geben, das die aktuellen Erkenntnisse über die Nichtinfektiosität (U = U) von HIV im Gesundheitswesen für alle verfügbar macht. Ein Ärzteverband: Hier steht die Medizin an erster Stelle. Medizinische Argumente sind naturgemäß das Beste, um die Mittel aus der Stiftung zu erhalten. Mit dem Geld könnten medizinische Informatio- nen über HIV publiziert werden, um den Schrecken der Krankheit zu bekämpfen. Zudem 26
POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
könnte das medizinische Personal im Umgang mit dieser Krankheit geschult werden. Als
Verband sind sie sicher, dass die medizinischen Auswirkungen einer HIV-Infektion mit den
Geldern effektiv zu bekämpfen wären. Mit der Verbreitung des Wissens um HIV und seine
Übertragungswege würde auch die Stigmatisierung bekämpft.
Der örtliche Wohlfahrtverband:
Hier steht verbandliche Fürsorge für eine Vielzahl von unterschiedlichen Interessens-
gruppen im Vordergrund. Neben den teilweise belastenden Alltagsaufgaben bestehen nur
geringe Ressourcen, alle Interessensgruppen von einer Kampagne zur Entstigmatisierung
von HIV zu überzeugen. Der Verband fordert eine entsprechende Weitsicht und legt keinen
Wert auf Konflikte zwischen den Gruppen. Bei der Politik jedoch ist Buckeln angesagt – da
ein großer Teil des jährlichen Budgets aus den kommunalen Kassen kommt.
Die „besorgten“ Bürger:
Natürlich respektieren Sie Minderheiten. Nach ihrer Ansicht darf das Geld aus der Stiftung
aber auf keinen Fall in fragwürdige, unnötige Kampagnen von irrelevanten Gruppen mit
zweifelhaftem sozialen Status gehen. Es gäbe so Vieles zu tun im Bereich der öffentlichen
Ordnung oder zur Instandhaltung wichtiger Infrastrukturprojekte. Leider sehen Sie Ihren
Einfluss auf die Politik als grundsätzlich beschränkt an. Ihre Stärke ist die Beeinflussung der
öffentlichen Meinung.
Gäste des Themenstrangs sind u.a.:
» Ulf Hentschke Kristal, Vorstand Deutsche AIDS-Hilfe
» André Riedl, Projekt Andre´s Ride – Mit dem Rennrad gegen HIV/Aids
» Fabian P. Dahinten, Projekt Andre´s Ride – Mit dem Rennrad gegen HIV/Aids
» Nils Gerken, Buddy
» Sven Christian, Buddy
» Frank Hofmann, Buddy
» Claus Lucas Letsch, Buddy
» Muriel Aichberger, Kunst-, Medien- und Sozialwissenschaftler, München
» Michael Dyrna, Software-Architekt und Berater, Buddy, München
» Matthias Kuske, Projektkoordinator ESTICOM, Deutsche AIDS-Hilfe
» Christoph Schreiber, Buddy und Rollenmodell der WAT Kampagne 2017
» Maik Schöneich, PositHIVe Gesichter
» Felix Martin, Vorstandssprecher Buendnis 90/Die Gruenen Werra-Meissner
» Thomas Hilgers, Mitglied der Vorbereitungsgruppe Positive Begegnungen 2018
27PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 THEMENSTRANG HIV, LEBEN UND POLITIK Moderator: Reinhard Thole | Plenarsaal: Köln Kleingruppenräume: Mannheim und Darmstadt Wenn wir die Gesellschaft mitgestalten und auch politisch agieren wollen, kommen wir an Themen wie Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus nicht vorbei. Rechtspopulist_innen greifen zwar häufig die relevanten gesellschaftlichen Themen auf, geben aber selten die „richtigen“ Antworten. Wenn von rechtsextremistischer bzw. rechts- populistischer Seite bestimmte Missstände angeprangert werden, dann ist das natürlich nicht immer falsch, jedoch gehen die geforderten Lösungssansätze weit an dem vorbei, was geeignete Maßnahmen für uns und unsere Lebenssituationen (z.B. Schutz vor Diskriminie- rung, Kriminalisierung und Stigmatisierung) sein könnten. Häufig geht es in erster Linie darum, eine bestimmte öffentliche Meinung zu platzieren – nicht aber um eine echte inhaltliche und vernünftige Auseinandersetzung mit sozialen Problemen. Auch wir tragen keine moralisch weiße Weste, die uns davor schützt, dass mitunter auch in unseren eigenen Reihen solches Gedankengut Verbreitung findet. Von der antimuslimischen, ausländerfeindlichen und nationalistischen Haltung rechts- populistischer Parteien und Bewegungen fühlen sich durchaus auch Schwule und Lesben, trans*, inter* und/oder queere Menschen angesprochen. Das gilt ebenso für Drogenge- braucher_innen und andere sozial Benachteiligte, die einen Verteilungskampf mit Migrant_ innen und Geflüchteten fürchten. Aber die Schwachen dürfen nicht gegen die noch Schwächeren ausgespielt werden. In einer schwierigen Lebenssituation hilft es niemandem weiter, wenn es anderen auch schlecht oder noch schlechter geht. Das Ziel muss sein, allen zu helfen. Es sind gerade die Zielgruppen der Selbsthilfe- und Aidshilfearbeit, die durch das Erstarken rechter populistischer Kräfte besonders gefährdet sind: Menschen mit HIV, schwule Männer und alle anderen Mitglieder der LSBTIQ*-Community, Drogen konsumierende Menschen, Migrant_innen, Sexarbeiter_innen und Inhaftierte. Wenn Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung, ihrer geschlechtlichen Identität oder ihrer Herkunft abgewertet werden, müssen wir widersprechen. Ausgrenzung und 28
POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
Diskriminierung machen krank. Selbsthilfearbeit und Aidshilfearbeit haben immer das Ziel,
Menschen stark und selbstbewusst zu machen – denn dies ist eine wichtige Grundlage, um
auf die eigene Gesundheit achten zu können.
Daher wollen wir uns in diesem Themenstrang mit dem gesellschaftlichen Rechtsruck und
dessen Auswirkungen auf unsere Leben beschäftigen.
In einem zweiten Teil des Themenstrangs beschäftigen wir uns mit der Zukunft. Ein
Zukunftsforscher wirft einen Blick auf die Folgen kommender sozialer Ungleichheit. Auf
dieser Basis entwickeln wir Visionen über das zukünftige Leben mit HIV: Welche Themen
werden uns beschäftigen? Welche nicht mehr? Welche Herausforderungen ergeben sich?
Welche Pfade müssen wir schon heute anlegen?
Außerdem wenden wir den Blick zurück und diskutieren über die HIV-Bewegung als soziale
Bewegung. Wir klären, was eine soziale Bewegung ist und fragen, ob die soziale HIV-Bewe-
gung auch heute noch gebraucht wird oder ob sie in Zeiten von PrEP, guter Behandelbarkeit,
Nichtinfektiosität und Ehe für alle überflüssig geworden ist.
Freitagvormittag
» Diskussionsrunde zum Thema Welchen Einfluss hat der Rechtsruck auf
soziale Bewegungen und Organisationen?
» Diskussion in drei Gruppen zu den Themenschwerpunkten:
• Gefahr von Rechts: Gestern, heute, morgen. Woher kommt gesellschaftlicher
Druck und wer hält dagegen?
• Gibt es rechte Tendenzen innerhalb der HIV-positiven Community?
• Reagieren oder Ignorieren? – Welche Strategien sind wirksam gegen
Anfeindungen aus dem rechten Spektrum?
Freitagnachmittag
» Drei parallele Workshops zum Thema Argumentationsstrategien gegen Rechts!
• „Social Media“: Wie kann man auf Äußerungen von Rechts in den sozialen
Medien reagieren?
• „Real Life“: Wie kann man auf rechte Äußerungen im öffentlichem Raum, in
Freund_innen- und Bekanntenkreisen und in der Familie reagieren?
• „Veranstaltungen“: Wie geht man mit Rechten Äußerungen von Teil-
nehmer_innen auf Veranstaltungen (Demonstrationen, Seminaren etc.) um?
29PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018
Samstagvormittag
» Vortrag zu sozialer Ungleichheit und ihren Folgen
» Anschließende Fragerunde und Diskussion zum Vortrag: Was sind die
Zukunftsthemen für Menschen mit HIV? Welche Themen haben sich
(wahrscheinlich oder hoffentlich) erledigt? Welche haben sich verschärft?
Was können wir tun, um eine Verschärfung zu verhindern?
» Kurzvortrag und Kontroverse: Was ist eine soziale Bewegung? Brauchen wir
im HIV-Bereich noch soziale Bewegungen oder ist es heute an der Zeit,
sich anderen gesamtgesellschaftlichen Themen zu widmen?
Gäste des Themenstrangs sind u.a.:
» Leo Wild, TransInterQeer e.V., Berlin und Stand Up – Antidiskriminierungsprojekt
der Schwulenberatung Berlin
» Jochen Kramer, Türkische Gemeinde Baden-Württemberg, Stuttgart
» Olcy Miyanyedi, Türkische Gemeinde Baden-Württemberg, Stuttgart
» Sven Warminsky, Vorstand, Deutsche AIDS-Hilfe
» Andreas Hässler, Mobile Beratung gegen Rechts, Stuttgart
» Arbnora Kastrati, Mobile Beratung gegen Rechts, Stuttgart
» Dirk Hetzel, Referent für internetgestützte Prävention, Deutsche AIDS-Hilfe
» Corinna Gekeler, Kommunikationsberatung, Berlin
» Ralf Döblitz, Dipl. Pflegewirt, Frankfurt
» Manuel Hofmann, Mitarbeiter der Kampagne „ICH WEISS WAS ICH TU“,
Deutsche AIDS-Hilfe
» jana maria knoop, Mitarbeiterin im Fachbereich „Leben mit HIV“ der
Deutschen AIDS-Hilfe
» Charlotte Kunath, Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche AIDS-Hilfe
» Martin Reichert, Journalist und Buchautor
» Dirk Ludigs, Redakteur und Autor
30POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
31PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018
THEMENSTRANG SELBSTHILFE UND AIDSHILFEN –
AUF DEM WEG ZUM PERFEKTEN DUO
Moderation: Johannes Terwitte | Plenarsaal: T.4.3.10
Gruppenräume: T. 4.3.15 und T.4.3.16
Das Spannungsfeld zwischen einer aktiven Selbsthilfe und den Aidshilfen hat in den
vergangenen Jahren immer wieder für Frustrationen, Konflikte und gegenseitige Anschul-
digungen gesorgt. Deshalb möchten wir uns in diesem Jahr intensiv der Frage widmen, wie
aus Selbsthilfe und Aidshilfe ein perfektes Duo werden kann. Unser Ziel ist, dass nach den
Positiven Begegnungen 2018 sowohl bei den Aktivist_innen – und jenen, die es werden
wollen – als auch bei den Aidshilfe-Mitarbeitenden große Zufriedenheit und ein Gefühl des
gegenseitigen Verständnisses herrscht.
Unsere Vision lautet: Wir haben erkannt und geklärt, wie sich beide optimal ergänzen und
wie wir die Zusammenarbeit partnerschaftlich gestalten können. Wir haben das Vertrauen
für eine offene Kommunikation mit ehrlicher und konstruktiver Kritik aufgebaut sowie
Möglichkeiten für Austausch geschaffen. Wir wissen, wer was „besser“ kann und macht
und wer welche Aufgaben übernimmt, um einem gemeinsamen Ziel näher zu kommen.
Wir haben zusammen Formate entwickelt, die zur Partizipation einladen und Partizipation
attraktiv machen. Alle haben ein breites Verständnis für die verschiedenen Formen parti-
zipativen Arbeitens, erkennen den Benefit und kennen die damit an alle gestellten Heraus-
forderungen. Alle sind überzeugt, dass wir gemeinsam stärker und besser sind als einzeln.
Für die Verwirklichung dieser Zielvorgabe haben wir das offene Format des Open Space
gewählt, um direkt zu genau den Themen vorzudringen, die uns auf der Seele liegen. Wir
wollen keine Umwege gehen und scheuen keinen Konflikt, denn wir haben große und sehr
wichtige Ziele.
Gäste des Themenstrangs:
» Franziska Borkel, Aktivistin, Berlin
» Holger Kleinert, Sozialarbeiter, AIDS-Hilfe Gießen
» Ute Krakow, Sozialarbeiterin, AIDS-Hilfe Kiel
» Christoph Schreiber, Buddy, Berlin
» Silke Klumb, Geschäftsführerin, Deutsche AIDS-Hilfe
» Wolfgang Engels, Mitmischen NRW
» Nico Ehrhardt, Koordination „Positiv Leben“, Münchner AIDS-Hilfe
32POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
» Denis Leutloff, Referat „Sekundär- und Tertiärprävention“, AIDS-Hilfe Halle
» Maik Schöneich, PositHIVe Gesichter, München
» Kadar Ahmed Mohamed, Afro-Leben-Plus
» Patrick Maas, Geschäftsführer, Aidshilfe NRW
» Edgar Kitter, Projektkoordination und Beratung, AIDS-Hilfe Weimar
» Timo Stegemann, Buddy, Münster
33PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018
THEMENSTRANG
SEXLIFE, DRUGS UND SAFER SEX 3.0
Moderation: Christian Zacharias | Plenarsaal: T.4.3.10
Gruppenräume: T.4.3.14, T.4.3.15 und T.4.3.16
In diesem Themenstrang wollen wir uns zum einen mit gelebtem Sex im Zeitalter von PrEP
und Schutz durch Therapie sowie mit den neuen Safer-Sex-Botschaften und deren Bedeu-
tung für die Positiven-Community beschäftigen. Führt die „neue“ Kombination von Schutz
durch Therapie und PrEP zu einer sexuellen Revolution, die nach 30 Jahren der Angst und
Kondomisierung endlich alle Blockaden im Kopf löst? Und welche Bedeutung spielen STI
und HCV dabei?
Zum anderen wollen wir auch einen Blick auf den Körper im sexualisierten Setting werfen.
Was ist Sex heute und welche Funktionen soll er erfüllen? Welche Erwartungen, Normen
und vorgelebten Skripte haben wir verinnerlicht? Wodurch baut sich Druck auf und welche
Rolle spielt Substanzkonsum – angefangen vom Alkohol bis hin zu Crystal Meth – für eine
erfüllte Sexualität?
Menschen mit HIV wird oft ein ausschweifendes Sexleben nachgesagt, sie werden sexua-
lisiert. Aber ist das auch so? Oder ist es oft viel weniger spannend als vermutet? Welchen
Einfluss haben zum Beispiel die Medikamente auf die Libido?
Abschließen wollen wir den Themenstrang mit einer Diskussion über die seit dem EKAF-Sta-
tement vergangenen 10 Jahre und die Frage: Wo stehen wir heute?
Freitagvormittag
» Vorträge zu den Themen „Was ist Sex?“ und „Gelebter Sex“ mit anschließenden
Diskussionsrunden.
34POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
Freitagnachmittag
» Kleingruppenarbeit zu folgenden Themen:
• Sex, Drogen und andere Sehnsüchte
Welche Wünsche und Sehnsüchte verbinden wir mit Sex und Drogen und
warum ist beides gesellschaftlich tabuisiert und sanktioniert?
• Safer Sex 3.0 – mit PreP, Schutz durch Therapie und Kondom
Ist das die Kombination, die Menschen ins Gespräch über Sex bringt oder ist
damit alles Reden überflüssig geworden? Welche Bedeutung hat die PrEP
für die Positive Community? Löst Safer Sex 3.0 alle Blockaden im Kopf und
bringt eine neue sexuelle Revolution mit sich?
• Sind HCV, Syphilis und Clamydien das neue HIV?
Schutz vor HIV ist dank PrEP und Schutz durch Therapie heute wieder
barrierefrei möglich. Treten nun die STI und die Hepatitis an die Stelle von
HIV? Verbreiten sie sich stark, werden resistent und erfordern das Kondom,
um keine Epidemien auszulösen? Oder ist das Panikmache? Sind sie vielmehr
harmlos, gut behandelbar und problemlos in Kauf zu nehmen?
Samstagvormittag
» Diskussionsrunde zu 10 Jahre EKAF-Statement – und wo stehen wir heute?
» Kleingruppenarbeit:
Wie können die relevanten Informationen zu U = U bzw. N = N
(Nichtinfektiosität = Nichtübertragbarkeit) in die Gesamtbevölkerung gelangen?
Auch zehn Jahre nach dem EKAF-Statement wissen 90% der Bevölkerung nicht,
dass Menschen mit HIV nicht infektiös sind, wenn sie in Therapie und unterhalb
der Nachweisgrenze sind. Um das zu ändern, sollen kreative Ideen und
Vorschläge entwickelt und diskutiert werden – ohne Schere im Kopf.
• Welche Aktionen und politischen Veränderungen brauchen wir, um die
Informationen zu N = N in die Gesellschaft zu tragen?
• Was kann jede_r Einzelne tun, um die Information zu N = N in die
Gesellschaft zu tragen?
• Prävention 3.0: Welche Botschaften wollen wir transportieren und
transportiert sehen?
35PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018
Gäste in diesem Themenstrang:
» Björn Beck, Vorstand, Deutsche AIDS-Hilfe
» Jan Großer, Facharzt für Psychiatrie und Künstler
» Michael Tappe, Projektkoordinator Checkpoints, Deutsche AIDS-Hilfe
» Oliver Schubert, Referat Schwule und Prävention, Aidshilfe NRW
» Swetlana Folaji, Sozialarbeiterin, Berlin
» Tim Schomann, Kampagnenleiter „ICH WEISS WAS ICH TU“, Deutsche AIDS-Hilfe
» Michael Krone, AIDS Action Europe, Berlin
» Lilian Petry, Aktivistin, Saarbrücken
» Eva Zeitler, Sozialarbeiterin, Bamberg (angefragt)
» Laura Méritt, Kommunikationswissenschaftlerin
36POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
THEMENSTRANG
SEXUALITÄT_EN
Moderation: Matthias Wentzlaff-Eggebert | Plenarraum: T4.3.12/13
Gruppenräume: Ulm und T.4.3.11
Geschlecht und Sexualität prägen uns alle,
wo auch immer wir uns selbst im Spektrum
der Möglichkeiten, also innerhalb oder
außerhalb des dominierenden binären
Modells, verorten. In unserer Arbeit an
diesem Themenstrang wollen wir Diversität
sichtbar machen und neue Räume öffnen
– für uns selbst, für unser Miteinander, für
unsere Community. Ein wichtiger Ansatz-
punkt sind dabei die Sprachräume, in denen
wir uns täglich bewegen und in denen sich
unsere Kultur spiegelt. Wir versuchen,
diesen Raum der Sprache zu vermessen,
um so unsere Konditionierung und Soziali-
sierung mittels Sprache sichtbar zu machen
und wieder zu „verlernen“. Es soll aber nicht
darum gehen, neue Regeln festzulegen,
sondern neue Ausdrucksweisen zu erschlie-
ßen, die bestimmte Annahmen bzw. darauf
basierende Geschlechtszuschreibungen
vermeiden und Achtsamkeit sowie Respekt
signalisieren. Es ist eine Frage der Übung.
Freitagvormittag
» Impulsreferate zu folgenden Themen:
• „Jenseits von Zweigeschlechtlichkeit und normativem sexuellen
Identitätsverständnis – neues Denken, neue Räume“
• „Geschlechtliche/Sexuelle Identitäten und Biografien,
HIV-Stigmatisierung, Schuld, gesellschaftliche Folgen“
Mit anschließenden Diskussionsrunden.
37PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018
Freitagnachmittag
» Vertiefungs-Inseln:
1. „Ich bastle meine Identität“ – geschlechtliche und sexuelle Vielfalt jenseits der
Cis-Homo-Hetero-Bi-Welt: Kreativer Zugang zur Vertiefung der Impulse.
Fokus sowohl auf die eigenen Identitäten als auch auf die gesellschaftlichen
Räume, in denen sie Platz finden oder auch nicht.
2. Der Körper im gesellschaftlichen und im privaten Raum: Wie die
Körperlichkeit in geschlechtlicher Vielfalt uns zu zeigen vermag, was wir sein
können. Physischer Zugang zur Vertiefung des Themas.
3. Sexuelle Biografien: HIV, Orientierung, Identität und gelebte Sexualität.
Welchen Einfluss haben historische Ereignisse und gesellschaftlicher Wandel
(Feminismus, LSBTIQ*-Bewegung, AIDS-Krise, „Ehe für Alle“)?
Samstagvormittag
» Filmbeitrag zum Thema Junge oder Mädchen? oder warum es mehr als
zwei Geschlechter gibt. Mit anschließender Diskussion.
» Diskussionsrunde: Spiel, Satz, Sieg: Geschlecht und Sexualität_en als
Spielbälle auf dem politischen Rasen
Gäste des Themenstrangs:
» Muriel Aichberger, Kunst-, Medien- und Sozialwissenschaftler, München
» Myshelle Bäriswyl, Psychologin, Kulturphilosophin & Sexualpädagogin, Schweiz
» Michèle Meyer, Aktivistin, Schweiz
» Ronnie Schmidt, Mitarbeiter der Kampagene „Ich weiß was ich tu“, Deutsche AIDS-Hilfe
» Alexander Hahne, Fachkraft für geschlechterreflektierte Pädagogik, Hamburg
» Nils Gerken, Buddy, Hamburg
» Clemens Sindelar, Mitarbeiter im Fachbereich Schwule und andere MSM,
Deutsche AIDS-Hilfe
» Leo Wild, TransInterQeer e.V., Berlin und Stand UP - Antidiskriminierungsprojekt
der Schwulenberatung Berlin
» Dirk Sander, Referent im Fachbereich Schwule und andere MSM, Deutsche AIDS-Hilfe
» Karl Lemmen, Referent für „Psychosoziales und Qualitätsentwicklung“,
Deutsche AIDS-Hilfe
» Linn Mehnert, Soziologin, Leipzig
» Dimitra Kostimpas, Soziologin, München
» Sylvia Urban, Vorstand Deutsche AIDS-Hilfe
38POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
VOLLVERSAMMLUNG
Samstag, 25.08.2018 | 15:00 – 16:30 Uhr im Schillersaal
Bevor wir am frühen Abend zur Demo aufbrechen, treffen wir uns Samstagnachmittag von
15:00 - 16:30 Uhr. Neben der Einstimmung und den organisatorischen Informationen, dient
die Vollversammlung dazu, aus allen Themensträngen wieder zusammen zu kommen.
Sie schafft Raum, um miteinander das Wichtigste zum Motto aus den Themensträngen ins
Plenum und in die Demo zu tragen. Moderiert und durchgeführt wird die Versammlung von
Johannes Terwitte und der Vorbereitungsgruppe.
DEMONSTRATION
Samstag, 25.08.2018 | 17:00 – 19:00 Uhr, Demonstrationszug in die Stuttgarter Innen-
stadt mit anschließender Kundgebung
Die Positiven Begegnungen wollen nicht nur nach Innen wirken, sondern sie wollen öffent-
lich gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstrieren und – getreu unserem Motto –
zeigen, dass Menschen mit HIV überall leben, lieben, lernen, lehren, lachen, laufen, laborie-
ren und manchmal auch leiden, aber auf jeden Fall mittendrin sind.
DIE GROßE ABSCHLUSSVERANSTALTUNG
Sonntag, 26.08.2018 | 11:00 Uhr – 13:00 Uhr im Schillersaal
Nach zwei Tagen voll von Input, Diskussionen, Vorträgen, Begegnungen und Austausch
wollen wir ein Resümee ziehen. Wir wollen die wichtigsten Ergebnisse vorstellen, einen
auf der PoBe entstandenen Film zum Thema N = N (Nichtinfektiosität = Nichtübertragbar-
keit) ansehen und die Wahlergebnisse zu den PositHIVen Gesichtern verkünden. Mit einem
gemeinsamen Mittagessen enden die Positiven Begegnungen 2018 in Stuttgart.
39PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018
PROGRAMM FÜR JUGENDLICHE
Auf den Positiven Begegnungen 2018 bieten wir erneut HIV-positiven Jugendlichen und
Jugendlichen ab 14 Jahren, die Angehörige von Menschen mit HIV sind, ein umfangreiches
Workshop- und Freizeitprogramm an.
In der Kategorie „Spaß“ haben wir mit den Betreuer_innen ein abwechslungsreiches Freizeit-
programm ausgearbeitet. Dazu gehören: Kanufahren, Klettergarten, Kino und Vieles mehr.
Während der gesamten Konferenz stehen Euch Ansprechpartner_innen zur Verfügung. Das
erste Kennenlerntreffen mit ihnen findet am Donnerstag statt.
Freitag und Samstag bieten wir je einen Workshop an, der sich ausschließlich an Jugendliche
richtet. Die Workshops finden vormittags von 10:00 – 13:00 Uhr statt.
Donnerstag
15:00 – 16:30 Uhr, Kennenlernen mit Eltern – Eltern, Jugendliche und
Raum Mannheim Bertreuer_innen lernen sich kennen, treffen Absprachen und
unterschreiben nötige Formulare
16:30 – 18:30 Uhr Große Eröffnungsveranstaltung der Positiven Begegnungen
20:00 – 22:00 Uhr, Come together – Die Jugendlichen lernen sich untereinander
Raum Mannheim kennen
40POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
Freitag
10:00 – 13:00 Uhr, Seminar 1: Viele von uns wurden schon einmal wegen ganz
Raum Ulm unterschiedlichen Dingen ausgegrenzt – weil ich mir keine teuren
Markenklamotten leisten kann oder weil ich noch nicht so gut
Deutsch spreche oder weil ich eine andere Hautfarbe habe. Auch
Menschen mit HIV machen oft schlechte Erfahrungen, wenn sie
über ihre Infektion reden. In diesem Seminar wollen wir uns darüber
austauschen, welche Erfahrungen ihr mit Ausgrenzung gemacht
habt und wie ihr damit umgegangen seid. Wie kann man sich am
besten vor Ausgrenzung schützen? Wie soll man reagieren?
15:00 – 18:30 Uhr Gemeinsames Klettern im Klettergarten
20:00 – 22:00 Uhr Gemeinsamer Kinobesuch
Samstag
10:00 – 13:00 Uhr, Seminar 2: Die Positiven Begegnungen sind eine Konferenz
Raum Ulm zum Leben mit HIV. Was wisst ihr, was bewegt euch und was
wollt ihr über HIV und das Leben mit HIV wissen?
15:00 – 19:00 Uhr Kanufahren
21:00 – 23:00 Uhr Party im Kings Club
23:00 Uhr Gemeinsamer Aufbruch ins Hotel und Chill-Out bis 00:00 Uhr
im Hotel
Sonntag
11:00 – 12:00 Uhr, Time to say good bye – die große Abschiedsrunde
Raum Ulm
12:00 – 13:00 Uhr Teilnahme an der Abschlussveranstaltung
13:00 – 14:30 Uhr Gemeinsames Mittagessen und Abreise
41PROGRAMMHEFT | POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 RAHMENPROGRAMM 42
POSITIVE BEGEGNUNGEN 2018 | PROGRAMMHEFT
Die Sprache der leeren Stühle
Kunstinstallation von Jean-Luc Tissot
Wie in den letzten Jahren hat Jean-Luc Tissot wieder eine Gedenkinstallation errichtet.
Diese ist vor dem Nebeneingang des Bettenhauses des Maritim-Hotels zwischen Hotel und
Liederhalle aufgebaut.
100 gebrauchte Holzstühle werden zuerst aufgetürmt und dann so gruppiert, dass sie
eine lange Kette leerer Stühle bilden. Die leeren Stühle weisen auf die Lebensgeschichten
von mehr als 90 000 Menschen hin, die bis heute an den Folgen einer HIV-Infektion in
Deutschland verstorben sind. Es sind große und kleine Geschichten, aber eines haben
sie gemeinsam: es sind Lebensgeschichten. Deshalb wird Jean Luc auf jeden Stuhl
den Imperativ „LEBE!“ schreiben. Die Kunstinstallation wird der Öffentlichkeit und der
Presse zugänglich sein und auf das Motto der Konferenz Wir sind überall aufmerksam
machen.
Ombudsleute
Auch bei den Positiven Begegnungen 2018 stehen Euch Ombudsleute zur Verfügung: Es
sind Unparteiische für Euch im Einsatz, die bei Diskriminierungserfahrungen während der
Konferenz Eure Ansprechparter_innen sind und bei der (Auf)Lösung von Konflikten helfen.
Kontakt könnt Ihr zu ihnen über den Counter aufnehmen.
Donnerstag
Markt der Möglichkeiten
Donnerstag, 23.08.2018 | 15:00 – 22:00 Uhr im Foyer der Liederhalle
Hier stellen Initiativen, Vereine und Projekte ihre Arbeit zur Stärkung der Selbsthilfe und
Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit HIV vor. Mitarbeitende stehen für
Gespräche und Fragen zur Verfügung und suchen neue Unterstützer_innen.
43Sie können auch lesen