Jedermann - n2020 - Theater für ...
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2020
Zu jeder Zeit
Jedermann
Saison
Hofmannsthal
von
Hugo
Premieren:
03. und 04. September 2020
Aufführungen: 05., 06., 11. und 12. September 2020
Ersatztermine: 10. und 13. September 2020Gr ußwor te
Grußwort Sigrid Heising
Mit dieser aktuellen Aufführung des Jedermann durfte ich nun das
siebte Mal ein klassisches Stück inszenieren. Einige der Schauspie-
ler der ersten Stunde sind ebenso heute noch dabei: So Berthold
Knipper, der erste Jedermann, Wilhelm Hagena, der erste Teufel,
Doris und Bernhard Steinkamp, Petra Pekeler und Jutta Lüske. Sie
alle spielten unterdessen viele verschiedene andere Rollen und
Annette Schüßler als Souffleuse half ihnen dabei. Diesen Mitwir-
kenden kommt deshalb und wegen ihrer unbeirrbaren Loyalität
ein besonderes Dankeschön zu: Danke für ihre nicht nachlassende
Freude am Theaterspiel!
Eine Menge an praktischer, handwerklicher oder organisatorischer
Arbeit wird seit dieser langen Zeit von einer großen Anzahl weiterer
Mitglieder übernommen. Manchmal haben Einzelne wirklich bis
kurz vor dem Umfallen vor Müdigkeit gearbeitet, damit eine Pre-
miere pünktlich stand. Danke, danke an alle diejenigen!
Ging es oftmals um besonders große Requisiten, gab es bisher im-
mer Firmen und Menschen in unserer Stadt, die sofort halfen: die
sägten, bauten, schweißten und ausliehen – sogar zwei Esel und
ein Pferd. In unserem aktuellen Stück kommt noch ein weiteres
Großrequisit dazu!
Nicht zu vergessen sei das Theater Bremen. Angefangen von eini-
gen Tafelaufsätzen, auch Unterröcken, Hüten und Männerkleidung „Nun, deine Rede tut mir weh,
bis zu mittelalterlichen Waffen haben wir für unsere unterschied-
dass ich dich gar nicht mehr versteh.
lichen Stücke immer Hilfe bekommen, wenn wir sie brauchten.
Steh nicht auf grüne Buben an,
Nun ist es also das siebte Stück, das wir mit einer großen Anzahl
„neuer“ Mitwirkender sowie denjenigen, die schon einige Male
du bist mein Schatz und lieber Mann!“
Herzlichen Dank sagen wir der St. Laurentius spielten – ich wette(!) – einem Stammpublikum präsentieren.
(Geliebte zu Jedermann)
Mögen die Voraussetzungen und Umstände, das Wetter und die
Kirchengemeinde dafür, dass wir vor dem
Zuneigung unserer Zuschauer uns wohl gewogen sein!
Dom „Jedermann“ aufführen dürfen.
2 3Theater für Je der mann Gr ußwor te
Grußwort der Schirmherrin Grußwort der Stadt Vechta
Auf dem beeindruckenden Langfördener „Dom“- Vorplatz wird die Im Namen der Stadt Vechta grüße ich alle Mitwirkenden, Gäste
Theateraufführung des „Jedermann“ gespielt. Mir ist es eine gro- und Besucher der Hugo von Hofmannsthal Inszenierung „Jeder-
ße Ehre, die Schirmherrschaft übernehmen zu dürfen. mann“ des Vereins Theater für Jedermann e. V. In der Zeit vom
03.09. bis zum 12.09.2020 werden sie vor die beeindruckende
Theater bewegt, Theater macht stark! Das gilt für Kinder und Ju- Kulisse der Pfarrkirche St. Laurentius in Langförden zur Auffüh-
gendliche noch mehr als für Erwachsene. Wer schon in jungen rung kommen. Mein besonderer Gruß gilt allen an der Vorberei-
Jahren den Zauber von Bühne und Phantasie entdeckt, wird auch tung und Durchführung dieser großartigen Freilichtaufführungen
später davon stark profitieren. Kreativität, Teamwork, neue Ideen beteiligten Akteure.
und Emotionen, Musik und Tanz – das alles bietet das Theater.
Mit der Inszenierung des Jedermanns geht der Verein an den Ur-
Das aktuelle Theaterstück „Jedermann“ handelt vom reichen sprung seiner Freilichtaufführungen zurück, die mit eben diesem
Herrn Jedermann, der im Angesicht des Todes sein ausschweifen- Klassiker im Jahr 2003 ihren Anfang nahmen. Es folgten die Auf-
des gottesfernes Leben bereut. Er tut Buße, und ihm wird darauf- führungen „Ein Sommernachtstraum“, „Mutter Courage“, „Faust“,
hin Gottes Gnade zuteil. Dieses Traditionsstück wird seit fast 100 „Don Quijote“ und zuletzt 2017 „Romeo und Julia“. Alle Aufführun-
Jahren auch bei den Salzburger Festspielen aufgeführt und zieht gen sorgten für große Begeisterung beim Publikum und ich bin
die interessierten Zuschauer immer wieder in seinen Bann. mir sicher, dass auch der „Jedermann 2020“ erneut auf großes
Dies ist keine leichte Aufgabe und gelingt nur, wenn alle Mitwir- Interesse stoßen wird. In den Jahren seines Bestehens hat der Ver-
Im „Theater für Jedermann“ wurde der Jedermann bereits im Jahr kenden, wie unter anderem der Autor des Stückes, die Spieler auf ein viele Menschen nicht nur an die Schauspielerei herangeführt,
2003 gespielt und begeisterte ein breites Publikum. Nun ist es wie- der Bühne, die Techniker im Hintergrund, Verkäufer an der Kasse, sondern vielmehr tiefe Leidenschaft für das Theater bei ihnen ge-
der soweit und der „Jedermann“ wird in dieser wunderschönen Bühnenarbeiter und viele, viele mehr gemeinsam an einer Sache weckt. Insoweit hat das „Theater für Jedermann“ gleich in mehre-
Umgebung erneut aufgeführt. arbeiten und – ganz wichtig – zusammenhalten! rer Hinsicht Großartiges geleistet, nämlich tausenden Besuchern
mit den Aufführungen Freude bereitet und vielen Menschen – den
Diese kulturellen Ereignisse sind ganz besondere Erlebnisse in Allen Beteiligten wünsche ich viel Freude und den Besuchern eine Schauspielern, aber auch den Technikern, den Maskenbildnern
unserer Region. Einem Publikum mitreißende Aufführungen auf unvergessliche Theateraufführung. oder Bühnenbauern – ein neues Hobby geschenkt. Helmut Gels
hohem Niveau zu präsentieren ist nicht einfach. Bürgermeister der Stadt Vechta
In diesem Sinne: Vorhang auf, das Spiel beginnt! Ich wünsche dem Vereins „Theater für Jedermann e. V.“ in Langför-
Auch Ansprüche an das Theaterstück selbst werden, nach einem den einen erfolgreichen Verlauf, allen Mitwirkenden, Besuchern
voran gegangenen großen Erfolg, hoch geschraubt. Ehrenamt und Gästen einen angenehmen Aufenthalt und den Freunden des
macht eine demokratische Gesellschaft und Wertegemeinschaft Schauspiels auch für die Zukunft weiterhin viel Freude am ge-
stark und hält sie zusammen. Glücklicherweise haben wir seit meinsamen Handeln.
Bestehen des „Theater für Jedermann“ immer wieder auf solche Silvia Breher
Menschen bauen können. Sie leisten mit ihrer Arbeit einen unver- MdB
zichtbaren Dienst für das Gemeinwohl. Dafür geben engagierte
Menschen aller Alter- und Berufsgruppen ihre Zeit und ihren Ein-
satz.
4 5Theater für Je der mann
Die Entscheidung für das Stück
Die Umsetzung
Erstaunlich war die Übereinstimmung in der Gruppe, diesmal gen Leuten, an Musik und Tanz des Charleston, an der über-
die Handlung des Stücks in den 20er Jahren anzusiedeln. Denn schwänglichen Lebensfreude, die damals über mehr als zehn
Wieder „Jedermann“? Wieder „Jedermann“!
es gibt heute sehr viele Parallelen zur Zeit der Rezession, des Jahre herrschte, an den großen Kontrasten, die sich innerhalb
Und wieder und wieder: Jedermann und Jedefrau – Jederzeit!
Schwarzen Freitags, des finanziellen Elends auf der einen Seite der Gesellschaft zeigten, besonders zwischen Arm und Reich,
Es geht alle Menschen an.
und des Reichtums auf der anderen, die damals, besonders in an ihren Ausdrucksweisen, nicht nur in der Musik, auch in den
den Großstädten, zu finden waren. Texten, der Kleidung, in Darstellungen der seit langem schon
Im Jahr 2003 spielten wir in Langförden vor dem Dom die erste In-
Woher kommt nun zurzeit das große Interesse, auch bei jun- hoch geschätzten Bildenden Kunst? S.H
szenierung dieses Stücks, klassisch, im Sinne des Autors Hugo von
Hoffmannsthal in die Renaissance-Zeit gesetzt. Das Echo auf diese
Aufführung war groß. Zuerst herrschte Skepsis beim Bekanntwer-
den des Planes, dann Akzeptanz bei den zunehmend ausgeweiteten
Proben und zuletzt Begeisterung nach den Aufführungen. Bis zum
heutigen Tag, über all die langen Jahre, wurden wir auf dieses Stück
angesprochen: Spielt es doch bitte noch einmal!
Natürlich mussten wir einen größeren Abstand zwischen der ers-
ten Aufführung und einer Wiederaufnahme dieses Stücks einhalten.
Schließlich sind wir nicht das Ensemble des Wiener Burgtheaters
oder sonstige Größen, die jedes Jahr in Salzburg die Zuschauer auf
der Tribüne aus aller Welt begrüßen können!
So haben wir fast eine Generation lang abgewartet und andere, nicht
minder erfolgreiche Klassiker gezeigt. Nun ist es also soweit: Der Je-
dermann kommt vor dem Dom in Langförden in Dramaturgie und
Regie in neu gefasster Form auf die Bühne!
S.H
6 7Theater Für Je der mann Wir machen Progr amm
Form, Inhalt und Aussage
Die Handlung verläuft einerseits einfach und gradlinig, anderer- In einer sich langsam steigernder Verzweiflung sucht er nun ange-
seits durch viele symbolische Elemente, die als auftretende Perso- sichts des Todes einen Begleiter für seine unausweichlich letzte
nen sichtbar werden, sehr anspruchsvoll. Jedermann und Jedefrau Reise – ohne Erfolg. Niemand von all den bisherigen Freunden und
können sich als Zuschauer unauffällig zurücklehnen und den Ab- Verwandten hilft ihm. Allein, aber endlich reumütig, geht er, vorbei
lauf passiv beobachten. Aber man kann sich auch wiedererkennen an einer letzten Versuchung des Teufels, in Gottes Reich ein.
und mit sich selbst auseinandersetzen. Der Dichter erhebt nicht
den drohenden Zeigefinger gegenüber dem Einzelnen, sondern er S.H.
bietet über den Inhalt jedem von uns Vergleichsmöglichkeiten an.
Der Text ist in Form von Reimen geschrieben; die Knittelverse,
einfach gebaut und zu verstehen, beinhalten jedoch intensive Aus-
sagen.
Das Stück erfährt durch sie eine derart dynamische Steigerung,
dass sie einen Handlungsablauf darstellen, der auch heute der gel-
tenden Lebenswirklichkeit entspricht: Wie steht´s um das Verhält-
nis von Besitzenden und in Armut Lebenden? Wie überraschend
kann ein Herzinfarkt mitten im selbstinszenierten Spaß verstanden
werden? Wer ist zuletzt Weggefährte, Helfer, Anwalt?
So kann der Jedermann jeder Mann, auch jede Frau sein: Ein Unter-
nehmer oder eine Unternehmerin, ein Akademiker, ein wohlhaben-
der Handwerker oder Landwirt, einfach jemand, der zum Leben
mehr zur Verfügung hat als er selbst mitsamt seinen Nächsten
braucht.
Der im Stück sehr Reiche ist nicht bereit, anderen von seinem Geld
abzugeben. Er gibt seinen Überfluss ausschließlich für sein Vergnü-
„Was läuten die Glocken zu dieser Zeit? gen aus: Die Geliebte wird ausgehalten, Feste werden gefeiert. Da
- Ist nichts zu hören weit und breit - tritt, fast unmerklich, dann immer deutlicher, der Tod an ihn heran.
Er soll nun vor Gott Rechenschaft ablegen. Da merkt er, dass er kei-
- hat einer von euch was läuten hören? - ne guten Werke vorzuweisen hat und er auch den Glauben nicht
mehr in seine Nähe gelassen hat. Stattdessen ist er vom Mammon,
- lasst euch beim Singen doch nicht stören -“
dem Besitz, dem Kapital, abhängig geworden.
(Dialog der Gäste auf Fest)
8 9Wir machen Progr amm
Ursprung und Geschichte des Spiels
Das Stück „Jedermann“ ist in seinem Ursprung ein mittelalterli- Am 01. Dezember 1911 wurde das Stück in Berlin in einem Zirkus-
ches Mysterienspiel. Die Figuren gehören der christlich geprägten, zelt als evangelisch akzentuiertes Werk zur Aufführung gebracht.
alltäglichen Gedankenwelt der damaligen, auch durchaus noch Seit dem 22. August 1920 werden die Salzburger Festspiele, die der
der heutigen Menschen an. Besonders die Figur des Teufels hat in große Regisseur Max Reinhard mit dem „Jedermann“ gründete, vor
Bezug auf Menschen bis heute einen prägenden Einfluss auf Emp- allem mit den wechselnden Inszenierungen und bekannten Schau-
findungen und Gewissen. spielern in Verbindung gebracht. Dabei war der Domplatz als ein
Bühnenprovisorium gedacht. Aber die Wirkung des christlichen
Das Kernmotiv des Jedermann-Stoffes, die unvermittelte Konfron- Inhalts und der konfessionsübergreifende Gehalt des Stückes wa-
tation des Menschen mit dem Tod, gehört wegen seiner unaus- ren so groß, dass bis heute keine andere Bühne dem maßgeblichen
weichlichen existenziellen Unausweichlichkeit zweifellos zu den Vorbild, der Kirche, wie jetzt wieder in Langförden, vergleichbar ist.
zeitlos zwingenden Themen, die immer wieder auch nach sinnfälli-
ger, künstlerischer Veranschaulichung drängen. S.H.
Bedeutende Zeugnisse hierfür sind etwa die unter dem Eindruck
verheerender Pestepidemien entstandenen Totentanzzyklen.
Neben die literarische und bildhafte Gestaltung tritt gegen Ende
des 15. Jahrhunderts die erste szenisch-dramatische Bewältigung
des Themas vom Sterben des Menschen. Der wahrscheinlich zwi-
schen 1461 und 1483 entstandene „Everyman“ eines unbekannten,
„Fast fühl ich mich so jung wie du englischen Verfassers sowie der vermutlich 1477 niedergeschrie-
bene flämische „Elckerlye“ eines Mönchs in seiner einfachsten,
und richtig bubenhaft dazu. frömmsten und ursprünglichsten Form legen Zeugnis davon ab.
Und wenn ich auch kein Bub mehr bin,
Hans Sachs gab dem Spiel durch seine fast wortgetreue Übernah-
so zärtlicher ist drum mein Sinn.“ me eine solch überzeugende Bedeutung, dass daraufhin Hugo von
Hoffmannsthal den Text als Vorlage für seinen „Jedermann“ nutzte.
(Jedermann zu Geliebter)
Die Wiederaufnahme des Stoffes war viele Jahrhunderte erst über
das Schultheater erfolgt, bis schließlich reformfreudige Regisseure
in England und Holland ihn wiederbelebten. Der Dichter Hugo von
Hoffmannsthal brachte den Text , den er dem zuletzt 1509 erschie-
nenen englischen und dem Spiel von Hans Sachs aus dem Jahr
1549 entnommen hatte, in eine dem heutigen Verständnis gültige
Form und Aussage.
10 11Dar s teller / Mit wir kende Dar s teller / Mit wir kende
Mitwirkende Die Personen & ihre Darsteller
Mitwirkende Tontechnik Teufel Der Koch Engel Sänger
Panirama Tontechnik Berthold Knipper (I) Franz-Bernd Schüssler (I + II) Ines Tabeling, Birgit Sieverding (I) Helmut Backer (I + II)
Dramatisierung / Inzenierung Wilhelm Hagena (II) Lara Malenz, Gesine Janku (II)
Sigrid Heising Kantinenkoch Der arme Nachbar Weitere Gäste
Franz-Bernd Schüssler Empfang Jedermann Jörg Kasten (I) Dicker Vetter Gesine Janku, Lara Malenz, Niels Oster
Regieassistenz Ariane Cramer (I) Berthold Knipper (II) Jörg Brandt (I) loh, Amelie Tschapke, Ines Tabeling,
Jutta Lüske, Uwe Salewski Sicherheitsdienst Jannes Thamer (II) Dirk von Frommann (II) Birgit Sieverding, Dirk von Frommann,
AGS Vechta Ein Schuldner Ines Ross, Andreas Tschapke, Stephan
Abendregie Jedermann Werner Spille (I) Dünner Vetter Piper, Caroline Jansen, Gesine Janku,
Agnes Brockmann, Ursula Gels Veranstalter Uwe Salewski (I) Michael Koke (II) Martin Denzinger (I) Christine Krimpenfort, Henrik Joost (I)
Theater für Jedermann e.V. Holger Meyer (II) Andreas Tschapke (II)
Souffleusen Des Schuldners Frau Niels Osterloh, Clara Denzinger, Jule
Renate Warnke, Annette Schüssler Geschäftsführerin Jedermanns Freundin/Freund Christine Krimpenfort (I) 1. Fräulein Pekeler, Lara Malenz, Gesine Janku,
Elisabeth Vatterodt Nicola Jansen (I) Jennifer Malenz (II) Clara Denzinger (I)
Kostüme Ines Tabeling, Birgit Sieverding,
Hanno Dasenbrock (II) Caroline Jansen (II) Michaela Lienesch, Christof Lienesch,
Daniela Sander sowie Susanne Fritsch Historischer Markt 1. Kind
und Helferinnen Gertrud Nyhuis 2. Fräulein Justus Reise, Jenny-Marie Busse,
Geliebte Linda Krimpenfort (I + II)
Jenny-Marie Busse (I) Michael Koke (II)
Schatzmeister Petra Pekeler (I)
Maske 2. Kind
Greta Milz (II) Christine Krimpenfort (II) Hausangestellte
Elke Milz, Edelgard Röbcke und Werner Spille Jannes Thamer (I)
Helferinnen 3. Fräulein Michaela Lienesch, Jan-Bernd Sieve,
Jedermanns Mutter Ariane Cramer (II)
Jule Pekeler (I) Nicolas Elsner, Susanne Niemann,
Ruth Seegers (I)
Bühnenbild Polizist mit Kollegen Maria Zwick, Hendrik Joost
Amelie Tschapke (II)
Sigrid Heising Die Personen und Doris Steinkamp (II)
Niels Osterloh, Christof Lienesch (I)
Bühnenbau/Requisiten
ihre Darsteller Der Begleiter der Mutter Christof Lienesch, Helmut Backer (II) 1. Gast Kinder
Justus Reise (I) Linda Krimpenfort, Ariane Cramer,
Sara Langfermann (I)
Paul-Günther Meyer, Ansager Mammon Maja Zwick, Marie Zwick, Paula Nie-
Ariane Cramer (II) Helmut Backer (II)
Bernhard Steinkamp und Helfer Justus Reise (I + II) Jutta Lüske (I) mann, Hanna Niemann, Sophie Zwick
Der Hausverwalter Yvonne Grüner (II) 2. Gast
Tribüne Stimme Gottes Musiker
Dirk Brockmann (I) Michael Koke (I)
TS Tribünenservice Bernd Winter (I + II) Werke Gerhard Koch, Erich A. Radke,
Niels Osterloh (II) Jörg Brandt (II)
Tanja Nitschke-Wingen (I) Nils Gerhardts
Bühne Tod
Knecht Ines Ross (II) 3. Gast
Zelte Kühling Alfons Gierse (I)
Niels Osterloh (I) Wilhelm Hagena (I)
Stephan Piper (II) Glaube Christof Lienesch (II)
Lichtdesign Nicolas Elsner (II) Es spielen die Ensembles I und II.
Agnes Hake (I)
Panirama Illuminationsmanufaktur
Nicola Jansen (II)
12 13Theater Für Je der mann Dar s teller / Mit wir kende
Darsteller
Justus Reise Bernd Winter Alfons Gierse Stephan Piper Berthold Knipper
Ansager / 1. Gast Stimme Gottes Tod Tod Teufel / Der arme Nachbar
Ariane Cramer Jannis Thamer Uwe Salewski
Wilhelm Hagena Holger Meyer
Empfang Jedermann / Empfang Jedermann / Jedermann /
Teufel / 3. Gast Jedermann
Begleiter der Mutter / 2. Kind 2. Kind Regieassistenz
„Das Leben flieht
wie Sand dahin ...“
Nicola Jansen Hanno Dasenbrock Petra Pekeler Greta Milz Ruth Seegers
Jedermanns Freundin /
(Mutter) Glaube Jedermanns Freund Geliebte Geliebte Jedermanns Mutter
14 15Dar s teller / Mit wir kende Dar s teller / Mit wir kende
Darsteller Darsteller
Nils Osterloh
Doris Steinkamp Sara Langfermann Dirk Brockmann Nicolas Elsner Yvonne Grüner Tanja Nitschke-Wingen Ines Ross Agnes Hake Ines Tabeling
Hausverwalter /
Jedermanns Mutter Begleiterin der Mutter Hausverwalter Knecht / Hausangestellter Mammon Werke Werke Glaube Engel / Gast
Knecht / Polizist
Werner Spille Christine Krimpenfort
Franz-Bernd Schüssler Jörg Kasten Michael Koke Birgit Sieverding Lara Malenz Gesine Janku Jörg Brandt Dirk von Frommann
Ein Schuldner / Schuldners Frau /
Koch Der arme Nachbar Ein Schuldner / 2. Gast Engel / Gast Engel / Gast Engel / Gast Dicker Vetter / 2. Gast Dicker Vetter
Schatzmeister 2. Fräulein
Jennifer Malenz Linda Krimpenfort Christof Lienesch Helmut Backer Jutta Lüske Matin Denzinger Andreas Tschapke Clara Denzinger Caroline Jansen Jenny-Marie Busse
Schuldners Frau 1. Kind Polizist / 3. Gast Polizist / 1. Gast / Sänger Mammon / Regieassistenz Dünner Vetter Dünner Vetter 1. Fräulein / Gast 1. Fräulein / Gast 2. Fräulein / Gast
16 17Dar s teller / Mit wir kende Dar s teller / Mit wir kende
Darsteller / Mitwirkende Mitwirkende
Titel
Jule Pekeler Amelie Tschapke Michaela Lienesch Jan-Bernd Sieve Susanne Niemann Sigrid Heising Agnes Brockmann Annette Schüssler Bernhard Steinkamp Paul Günther Meyer
Dramatisierung /
3. Fräulein / Gast 3. Fräulein / Gast Hausangestellte / Gast Hausangestellter Hausangestellte Inszenierung / Bühnenbild Abendregie Souffleuse Bühnenbau / Requisiten Bühnenbau / Requisiten
Hendrik Joost Maria Zwick Paula Niemann Hanna Niemann Sophie Zwick Daniela Sander Susanne Fritsch Sarah Winkler Rebecca Stein Elke Milz
Hausangestellter Hausangestellte Kind Kind Kind Kostüme Kostüme Kostüme Kostüme Maske
Maja Zwick Marie Zwick Erich A. Radke Gerhard Koch-Darkow Nils Gerhardts Gertrud Nyhuis Elisabeth Vatterodt
Organisation
Kind Kind Musik Musik Musik Historischer Markt Geschäftsführerin
18 19Theater Für Je der mann Wir machen Progr amm
Gruppenbilder Probenbilder
„Der Vater wird in’n Turm geschmissen!
Hast du kein Ehr und kein Gewissen?
Kannst du das sehen und stehst wie Stein?
Wo bett’ ich heut die Kinder mein?“
(Schuldners Frau zu Jedermann)
20 21Dar s teller
Theater Für/ Mit
Je der
wirmann
kende Wir machen Progr amm
Was steckt hinter der
Theatergruppe „Jedermann“??
Seit November 2018 gehöre ich dem Vorstand des Vereins als Ge- Die intensivsten Proben finden die letzten beiden Jahre im Mai auf Nicht nur auf der Bühne sind die Mitglieder des Vereins gefragt.
schäftsführerin an. Was habe ich schon seitdem beobachten und dem Gelände des Jugendhofs Vechta statt. An einem Wochenende Genauso verantwortungsvoll geht es hinter der Bühne zu.
erleben können. wird das Theaterstück in der vollen Länge gespielt. Da zwei Beset-
zungen vorgesehen sind, beobachten sich die jeweiligen Schauspie- Wenn der Spieltermin feststeht und die Kostenvoranschläge ein-
Meine erste Aufgabe sah ich darin, die Spieler kennenzulernen und ler gegenseitig genau. Beim lockeren Grillabend am Ende des ersten geholt sind, weiß jeder, dass es bald heißt: fertig nähen, anprobie-
Ihr Vertrauen zu gewinnen; das kann man am besten, wenn man Tages schweißt sich die Gruppe noch mehr zusammen. Genau diese ren, Programm, Flyer und Plakate drucken lassen, zur rechten Zeit
die Proben besucht. Vertrautheit und Verlässlichkeit brauchen sie, wenn sie auf der Büh- aufhängen und vieles mehr. Zuletzt noch an all die Kleinigkeiten
ne stehen. Jeder trägt Jeden. denken, die dann durchaus keine mehr sind: Maske, Tanzschritte,
Wussten Sie, dass jeden Mittwochabend, außer in den Ferien, Requisiten …
ein bis zwei Stunden lang geprobt wird und das drei Jahre lang? Theaterspielen heißt, aus sich herausgehen, in eine Rolle schlüpfen
Respekt! und gemeinsam das Stück zum Erfolg bringen. Zuletzt wird dann der (wichtigste) Gedanke laut ausgesprochen:
Wie sieht denn nun so eine Probe aus? Gut vorbereitet treffen sich Nicht jeder ist als Theaterspieler auf die Welt gekommen, aber bei „Hoffentlich regnet es nicht, wenn wir spielen!“
die Spieler der einzelnen Szenen. In einem gemeinsamen Erpro- den Proben werden alle versteckten Talente heraus gekitzelt. Versu-
ben und Vertiefen in die Rollen, vorsichtig, aber zielstrebig gelenkt chen Sie, liebe Zuschauer, es doch auch einmal. Gerne werden neue Elisabeth Vatterodt
von der Regie, erarbeiten sie die Szenen. Textlücken werden von Mitspieler aufgenommen, Mädchen und Jungen, Frauen und auch
den Mitspielern oder von der Souffleuse gefüllt, neue Spielideen ausprobiert und vielleicht wieder verworfen. Oft werden so Ände- gestandene Männer!
rungen im Spielverlauf eingeführt. Bei der Regie laufen dann alle
Fäden zusammen, durch sie sind anfangs auch alle Rollen verteilt
worden.
Während der Proben sind Satzstücke wie „ … ich weiß meinen Text
nicht weiter … ich brauch‘ Hilfe … hat einer schon an den Tisch
gedacht … ich hab noch keinen Anzug, meiner passt nicht mehr
… kannst von mir einen haben … und die richtigen Schuhe,
kriegen wir die?“ zu hören und manchmal ein kurzes Gelächter.
Danach herrscht sofort wieder hohe Konzentration.
So wird mit der Zeit aus einem lockeren Herantasten an den Text
ein hohes niveauvolles Theaterstück mit besonderen Nuancen,
einfach durch die Spielfreude.
22 23Theater Für Je der mann Spender, Sponsoren, Förderer
JVA für Frauen und Jedermann Bühne frei für meisterhaften
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Die großartige Initiative des „Theater für Jedermann“ hat inzwi- Sei es, dass es um eine Unterstützung bei der Dekoration, den
schen sechs Inszenierungen mit jeweils etwa 100 Laiendarstellern Kostümen oder um Sitzkissen geht, interessierte und motivierte
aus Vechta und Umgebung auf die Bühne gebracht. Der Einsatz inhaftierte Frauen werden sicherlich unter Anleitung der profes-
aller Beteiligten ist einmalig und sehr besonders. Die Aufführun- sionellen Kostümschneiderinnen des Vereins einen ganz eigenen
gen unterscheiden sich in der Stückauswahl, der Ausstattungs- Beitrag als Helferinnen leisten.
Qualität und der Aufführungs-Praxis doch erheblich von anderen
Freilichtbühnen. Auf jeden Fall wird es innerhalb des Vollzuges ein eigenes JEDER-
MANN-Projekt geben. Die beteiligten Inhaftierten erhalten neben Wir wünschen viel Spaß im Theater!
Besonders ist nun die für die JEDERMANN-Inszenierung 2020 ge- der handwerklichen Tätigkeit die Gelegenheit, sich auch inhaltlich
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plante neue Kooperation mit der Justizvollzugsanstalt für Frauen mit dem Stück zu befassen und sich mit der Frage nach der per-
(JVAfF) in Vechta. sönlichen Betroffenheit auseinandersetzen können. Die JVA für Ludger Wedemeyer
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Frauen betritt mit dieser völlig anderen Projekt-Form neue Wege
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vollzug, der insgesamt nur knapp 6% des gesamten Justizvollzu- darauf, ein kleiner Teil der Inszenierung 2020 zu sein zu können. 49377 Vechta · Telefon: 04441/4098 info@wedemeyer.lvm.de
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ges ausmacht, ist die Anstalt auch etwas Besonderes. Unter der
Überschrift „Alles unter einem Dach“ lässt sich das Arbeitsfeld Petra Huckemeyer
gut umschreiben. Die JVAfF ist zuständig für weibliche Inhaftierte stv. Anstaltsleiterin der JVAfF
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zwischen Jugendlichen ab 14 Jahren und Senioren bis über
80. Dabei bleiben die Frauen von zwei Tagen bis lebenslang
bei uns, sogar Mütter, die mit ihren Kindern ihre Haft an-
treten. Ein großes Problem, das viele Frauen ins Gefängnis
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bringt, sind alle Arten von Suchtmitteln. Mit der Aufgaben- GERÜSTBAU
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Gerade deshalb hat die Verantwortlichen der JVA für
Frauen die Anfrage vom „Theater für Jedermann“ sehr
gefreut. Es ist uns ein besonderes Anliegen, unseren uns
anvertrauten Inhaftierten als Mitwirkende an der neuen
Aufführung eine ganz neue Idee von ehrenamtlichem En-
gagement zu vermitteln.
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32 33Platz für Notizen Spender, Sponsoren und Förderer
Besonders dankbar sind wir wieder einmal den vielen Firmen, Institutionen und
Menschen, die unsere Projekte und Arbeit immer wieder auf so vielfältige Weise
fördern und unterstützen, damit dies alles auch realisierbar ist. So sagen wir
„DANKE“ für die außerordentliche Hilfe bei:
Autohaus-Anders | bauXxpert-Gr.-Beilage | ELO-Erzeugergroßmarkt | EWE-Stiftung |
Exxon-Mobil | LzO | Big Dutchman | Nemann Einrichtungshaus | NW Niemann |
Kulturförderung der Oldenburgischen Landschaft | Kirchengemeinde St. Laurentius |
Wessendorf GmbH | Mühlenbau H. Wolking GmbH | Buch Vatterodt |
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und bitten um Beachtung der Anzeigenpartner in unserem Programmheft.
Ganz besonders bedanken wir uns beim:
„Es ist schon so,
ich fleh dich an:
Sei Mitmensch mir,
o Jedermann!“
(Armer Nachbar
zu Jedermann)
Impressum
Veranstalter: Theater für Jedermann e.V.
Geschäftsführer: Elisabeth Vatterodt
Info: www.theater-fuer-jedermann.de
info@theater-fuer-jedermann.de
Redaktion: Sigrid Heising
Layout & Druck: Druckerei Rießelmann GmbH
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Bildnachweise: Sigrid Heising, Kira Meyer, Petra Pekeler,
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