Kommentar für die Lehrperson und Lösungen zum Unterrichtsdossier zur Ausstellung #misläbe - die Ausstellung über dich - Stufe Sek I und Sek II - ZHAW

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Kommentar für die Lehrperson und Lösungen zum Unterrichtsdossier zur Ausstellung #misläbe - die Ausstellung über dich - Stufe Sek I und Sek II - ZHAW
Kommentar für die Lehrperson und
Lösungen zum Unterrichtsdossier
zur Ausstellung #misläbe – die Ausstellung über dich

Stufe Sek I und Sek II
Kommentar für die Lehrperson und Lösungen zum Unterrichtsdossier zur Ausstellung #misläbe - die Ausstellung über dich - Stufe Sek I und Sek II - ZHAW
Autorinnen

Rahel Skelton, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Nachhaltigkeitskommunikation und Umweltbildung,
merh@zhaw.ch
Laura Schmid, Wissenschaftliche Assistentin Nachhaltigkeitskommunikation und Umweltbildung,
shml@zhaw.ch

Realisation

Forschungsgruppe Nachhaltigkeitskommunikation und Umweltbildung
ZHAW Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen IUNR
Grüentalstrasse 14
CH – 8820 Wädenswil
www.iunr.ch/nachhaltigkeitskommunikation

Kontakt

1. Auflage April 2020
Rahel Skelton, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Nachhaltigkeitskommunikation und Umweltbildung,
merh@zhaw.ch

Die Ausstellung #misläbe wurde ermöglicht
durch die Förderung des Instruments Agora
vom Schweizerischen Nationalfonds SNF.

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Kommentar für die Lehrperson und Lösungen zum Unterrichtsdossier zur Ausstellung #misläbe - die Ausstellung über dich - Stufe Sek I und Sek II - ZHAW
Inhaltsverzeichnis
Kurzbeschreibung                                                      4

Konzeption und methodisch-didaktische Umsetzung                       4

  Empfohlene Schulstufe und Teilnehmerzahl                             4
  Lernziele                                                            4
  Übersicht Inhalt                                                     5
  Zeitbedarf                                                           5
  Benötigte Arbeitsmaterialien                                         6
  Bezug zum Lehrplan 21                                                6

Material im Lehrerkommentar                                           7

  Hintergründe zur Ausstellung misläbe                                 7
  Thema Umweltbelastung                                                7
  Thema Lebensstil                                                     9

Lektionsplanung                                                       10

  Block 1: Besuch Ausstellung misläbe und Diskussion Umweltmythen     10
  Block 2: Ökobilanzierung und Lebenszyklusdenken                     11
  Block 3: Arbeitsaufträge                                            14
  Block 4: Zusammenfassen der Handlungsmöglichkeiten und Commitment   18

Anhang                                                                19

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Kommentar für die Lehrperson und Lösungen zum Unterrichtsdossier zur Ausstellung #misläbe - die Ausstellung über dich - Stufe Sek I und Sek II - ZHAW
Kurzbeschreibung
Die hier vorliegenden Unterrichtsmaterialien beziehen sich auf den virtuellen Besuch der
Ausstellung #misläbe. Die Ausstellung #misläbe ist auf dem Campus Grüental der ZHAW in
Wädenswil aufgebaut. Die vorliegenden Unterrichtsmaterialien ermöglichen den Besuch der
Ausstellung von zu Hause aus.
Dein Leben, dein Alltag und dein Verhalten stehen im Zentrum der Ausstellung #misläbe. Ziel
der Ausstellung ist es, wissenschaftliche Fakten zu Umweltbelastungen auf spielerische Art
aufzuzeigen und damit zum Weiterdenken und Handeln anzuregen. Zudem können die SuS
die eigenen Daten der Forschung zur Verfügung stellen und sich so an einem Citizen Science
Projekt beteiligen.

Konzeption und methodisch-didaktische Umsetzung
Die Unterrichtsmaterialien erlauben den Schülerinnen und Schüler (SuS) den selbständigen
Besuch der virtuellen Ausstellung von zu Hause aus, sowie die thematische Nachbereitung
und Vertiefung. Dies umfasst einen Input der Lehrperson (LP) sowie verschiedene Arbeits-
aufträge für die SuS. Die Arbeitsaufträge sind in einem Dossier für die SuS zusammengestellt.
Der Transfer des Gelernten in konkrete Handlungstipps für die SuS rundet den Besuch ab.
Die Nachbereitung und Vertiefung kann von der Lehrperson begleitet oder durch die SuS
selbständig durchgeführt werden.

Empfohlene Schulstufe und Teilnehmerzahl
Sek I und Sek II. Je nach Altersklasse und Vertiefungswunsch kann die Komplexität des Inputs
vereinfacht werden. Zudem kann je nach verfügbarer Zeit und Vertiefungswunsch ein oder
mehrere Arbeitsaufträge ausgeführt werden.

Lernziele
   -   Die SuS erklären die Begriffe Ökobilanzierung und Lebenszyklus anhand eines Bei-
       spiels, das sie selbständig durchdenken.
   -   Die SuS können Umwelteinflüsse ihres Verhaltens im Alltag zu Mobilität, Wohnen
       und Ernährung aufzählen.
   -   Mithilfe der Ausstellung können die SuS ihre eigene Ökobilanz und die grössten Ein-
       flussfaktoren bestimmen.
   -   Die SuS diskutieren über Handlungsmöglichkeiten, wie sie ihre eigene Ökobilanz ver-
       bessern können und halten fest, welche Handlungsmöglichkeiten sie in Zukunft um-
       setzen möchten.

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Kommentar für die Lehrperson und Lösungen zum Unterrichtsdossier zur Ausstellung #misläbe - die Ausstellung über dich - Stufe Sek I und Sek II - ZHAW
Übersicht Inhalt
Die Unterrichtsplanung setzt sich aus vier Themenblöcken zusammen. Diese werden im Fol-
genden kurz beschrieben.
Block 1: Virtueller Besuch der Ausstellung #misläbe
SuS beantworten die Fragen der Ausstellung mit dem eigenen Handy oder einem Tablet in
der eigenen Wohnung. Die persönliche Auswertung wird anschliessend mit Hilfe der Aufga-
ben im Dossier analysiert. Gerne können die SuS über den Feedback-Button ihre Rückmel-
dung zur Ausstellung geben. Das hilft, die Ausstellung noch besser zu machen.
Block 2: Was ist eine Ökobilanz?
Input der LP (vorgängig oder nachträglich) wird empfohlen. Hintergrundwissen zu Ökobilan-
zen und Lebenszyklusdenken wird vermittelt, indem die LP die Begriffe Ökobilanzen und Le-
benszyklusdenken anhand des Beispiels Auto erklärt. Ohne die Einführung der Lehrperson ist
die Aufgabe in Block 3 mit dem Lebenszyklus sehr anspruchsvoll.
Alternativ, d.h. ohne Input der LP, können die SuS das verlinkte Video auf S. 6 im Dossier an-
schauen.
Block 3: Arbeitsaufträge
Anhand von verschiedenen Arbeitsaufträgen werden die Inhalte der Ausstellung vertieft und
konkrete Handlungen zur Verbesserung der Ökobilanz ausgearbeitet. Die Aufträge sind im
Dossier zu finden, dauern jeweils 15-20 Minuten und können individuell von der LP zusam-
mengestellt werden.
   -   Auftrag 1: Lebenszyklus von Handy und Schoggistängeli analysieren
   -   Auftrag 2: Fokus Bereich Ernährung
   -   Auftrag 2.1.: Vertiefung Bereich Ernährung (für Stufe Sek II)
   -   Auftrag 3: Fokus Bereich Mobilität
   -   Auftrag 4: Fokus Bereich Wohnen
Block 4: Zusammenfassen der Handlungsmöglichkeiten
In diesem abschliessenden Block werden alle behandelten Themen in zusammenfassender
Form nochmals aufgegriffen. Daraus erarbeiten die SuS konkrete Handlungsmöglichkeiten.

Die SuS arbeiten mit dem Unterrichtsdossier, welches durch die Ausstellung und die folgen-
den Aufträge führt. Der zweite Themenblock wird durch die LP durchgeführt (empfohlen).
Für alle anderen Themenblöcke findet sich im Dossier eine Anleitung. Die Lösungen zu den
Fragen im Dossier werden separat abgegeben.

Zeitbedarf
Persönliche Vorbereitung der LP: virtuelle Ausstellung vorgängig selbst durchspielen, Einle-
sen in das Thema Ökobilanz und Lebenszyklusdenken, Zeitaufwand unterschiedlich je nach
Vorwissen.
Block 1 (virtueller Ausstellungsbesuch)            ½ Lektion
Block 2 (Input LP)                                 ½ Lektion
Block 3 (Auswahl von 1-5 Aufträgen)                1-2 Lektionen
Block 4 (Transfer Handlungen)                      ½ Lektion
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Benötigte Arbeitsmaterialien
   -   Eigenes Handy oder Tablet für den virtuellen Ausstellungsbesuch
   -   Tablet oder Laptop, um das digitale Dossier (PDF) mit den Arbeitsaufgaben zu bear-
       beiten

Bezug zum Lehrplan 21
WAH.3.2 ; WAH.3.3 ; RZG.2.4 ; WAH.4.3 ; NT.4.2

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Material im Lehrerkommentar
Hintergründe zur Ausstellung #misläbe
Die Ausstellung #misläbe wurde 2018 vom Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen
der ZHAW konzipiert und auf dem Campus Grüental in Wädenswil aufgebaut. Die For-
schungsgruppen Nachhaltigkeitskommunikation und Umweltbildung, Ökobilanzierung sowie
das Institut für angewandte Simulationen waren am Projekt beteiligt. Gefördert wurde das
Projekt vom Schweizerischen Nationalfonds SNF.

Dein Leben, dein Alltag und dein Verhalten stehen im Zentrum der Ausstellung #misläbe.
Ziel der Ausstellung ist es, wissenschaftliche Fakten zu Umweltbelastungen auf spieleri-
sche Art aufzuzeigen und damit zum Weiterdenken und Handeln anzuregen. Umgekehrt
können die Besuchenden die eigenen Daten der Forschung zur Verfügung stellen und sich so
an einem Citizen Science Projekt beteiligen.
So funktioniert die Ausstellung #misläbe: Eine Reporterin lädt die Besuchenden ein, ihr ei-
nen Einblick in ihren Alltag zu geben. Mit Hilfe einer Web-App können Besuchende mit Ge-
genständen in der Ausstellung interagieren, Unbekanntes entdecken und dabei die Fragen
der Reporterin beantworten. Diese Antworten dienen dazu, die Umweltbelastung des All-
tagsverhaltens zu berechnen. Die ganz persönliche Homestory, welche der Besucher am
Ende der Ausstellung bekommt, zeigt die eigene Umweltbelastung in den Bereichen Ernäh-
rung, Mobilität und Wohnen. Denn wie man sich im Alltag entscheidet, wie man isst, wohnt
und unterwegs ist, hat einen grossen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden und die Umwelt.
Dank der personalisierten Tipps erfährt man, wie das eigene Verhalten umweltfreundlicher
gestaltet werden kann.
Virtueller Ausstellungsbesuch: Im Rahmen der Schulschliessungen aufgrund der Corona-Epi-
demie ermöglicht die ZHAW einen virtuellen Ausstellungsbesuch. Dazu wurde die Web-App,
welche durch die Ausstellung führt, angepasst. Somit können die Fragen ortsunabhängig be-
antwortet und die persönlichen Auswertungen der Ökobilanz trotzdem berechnet und wei-
ter diskutiert werden.

Thema Umweltbelastung
Im Zusammenhang mit Verbesserungen der Nachhaltigkeit von Organisationen, Produkten
oder Prozessen ist es unumgänglich, ihre Auswirkungen auf Mensch und Natur zu beurteilen.
Ökobilanzen (Life Cycle Assessment, LCA) sind ein Instrument der Wirkungsabschätzung, das
die Umweltauswirkungen von Produkten, Dienstleistungen, Technologien und Systemen
über den gesamten Lebenszyklus umfassend nach wissenschaftlichen Kriterien quantifiziert
und bewertet. Diese Wirkungsabschätzung nimmt eine Schlüsselrolle bei der Optimierung
von Prozessen, Produkten und Dienstleistungen ein. Sie dient aber auch zur Bewertung von
unterschiedlichen Energiekonzepten und Strategien sowie für die Kommunikation von Um-
weltvorteilen.
Die Ökobilanz-Forscherin erklärt, was eine Ökobilanz ist: «Mit deinen Antworten berechne
ich deine persönlichen Umweltauswirkungen - und zwar mit einer Ökobilanz. Diese betrach-
tet den ganzen Lebensweg von Produkten von der Gewinnung der Rohstoffe bis zur Entsor-

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Kommentar für die Lehrperson und Lösungen zum Unterrichtsdossier zur Ausstellung #misläbe - die Ausstellung über dich - Stufe Sek I und Sek II - ZHAW
gung: Wenn du zum Beispiel Pommes isst, dann werden Kartoffelanbau, Transport, Verarbei-
tung, Kühlung und schliesslich die Zubereitung in der Fritteuse einberechnet. Ich untersuche,
wie viele Ressourcen wie Energie, Boden, Rohstoffe oder Wasser dabei verbraucht werden
und wie viele Schadstoffe entstehen.
Die verschiedenen Umweltauswirkungen bewerte ich mit der Methode der ökologischen
Knappheit. Dabei werden diejenigen Umweltprobleme, welche von der Schweiz als dringend
eingestuft werden (z.B. Klimawandel), stärker gewichtet. Damit ist es möglich, dass ich un-
terschiedliche Umweltauswirkungen miteinander verrechnen und dies in einer Zahl ausdrü-
cken kann: 400 Umweltbelastungspunkte (UBP) entsprechen etwa der Belastung von 1 km
Autofahren.»
   -   Video «Ökobilanzierung»: Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=zg_wCq0308I
   -   Link zur Forschungsgruppe Ökobilanzierung der ZHAW: www.zhaw.ch/iunr/lca
   -   Weiterführende Informationen: https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/the-
       men/wirtschaft-konsum/fachinformationen/methodische-grundlagen-von-oekobilan-
       zen/methode-der-oekologischen-knappheit.html
Wieso liegt der Fokus in der Ausstellung #misläbe auf den Themen Ernährung, Mobilität
und Wohnen?
Die privaten Haushalte tragen massgeblich zur Umweltbelastung der Schweiz bei. Dabei fällt
mehr als die Hälfte der Umweltbelastungen auf die drei Konsumbereiche Ernährung, Mobili-
tät und Wohnen. Deshalb beschäftigt sich die Ausstellung und das Unterrichtsdossier haupt-
sächlich mit diesen Bereichen.

Weiterführende Informationen und wissenschaftlicher Hintergrund: Jungbluth, N. et al.
(2012). Umweltbelastungen des privaten Konsums und Reduktionspotenziale. Schlussbe-
richt. Esu-services, Uster.

Mobilität
Privat unterwegs zu sein mit Fahrzeugen oder im öffentlichen Verkehr – das verursacht gut
ein Zehntel der gesamten Umweltbelastung von Schweizer Haushalten. Dabei werden die
Verbrennung von Benzin oder Diesel, aber auch der Bau der Strassen und der Fahrzeuge
selbst mitgerechnet. Durchschnittlich sind wir Schweizer jährlich über 10'000 km mit dem
Auto und fast 9'000 km mit dem Flugzeug unterwegs. Da Flüge die Umwelt sehr stark belas-
ten, kann ein einzelner Langstreckenflug nach Kolumbien, Delhi oder Chicago die Umweltbe-
lastung in diesem Bereich vervielfachen!

Ernährung
Essen und Trinken verursacht mehr als ein Viertel der Umweltbelastung von Haushalten in
der Schweiz und ist damit der ökologisch wichtigste Konsumbereich. Vor allem Fleisch,
Milchprodukte und Genussmittel wie Wein, Kaffee oder Schokolade, tragen massgeblich
dazu bei. Zudem wird fast ein Drittel aller Lebensmittel als Foodwaste entsorgt.

Wohnen
Wer wohnt braucht Energie. Je grösser die Wohnung ist, desto mehr Fläche muss beheizt
werden. Am schonendsten für die Umwelt ist es, wenn in kleinen, modernen Gebäuden ge-
wohnt wird, welche dem Minergie-Standard entsprechen und anstelle von fossile Energien

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Kommentar für die Lehrperson und Lösungen zum Unterrichtsdossier zur Ausstellung #misläbe - die Ausstellung über dich - Stufe Sek I und Sek II - ZHAW
wie Gas oder Öl erneuerbare Energie zum Heizen verwenden. Am meisten Energie wird in
der Schweiz in Form von Heizöl verbraucht, gefolgt von Strom und Erdgas.

Thema Lebensstil
Um die Ausstellung zu personalisieren und die Auswertung mit den Tipps individuell auf die
Besuchenden abzustimmen, wurde die Lebensführungstypologie von Gunnar Otte verwen-
det. «Um deine persönliche Headline zu erstellen, haben wir deinen Lebensstil untersucht.
Diese Berechnung basiert auf deinen Antworten zu den Fragen von Gunnar Otte (2005), wel-
cher erforscht, wie Menschen leben. Dazu hat Herr Otte verschiedene sogenannte Lebens-
führungstypen zusammengefasst.»

Weiterführende Informationen: lebensfuehrungstypologie.wordpress.com/ubersicht/kurz-
portraits/

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Lektionsplanung
Die nachfolgenden Ideen sind als Vorschläge zu sehen und sind von der LP beliebig abänder-
bar. Es wird jedoch empfohlen, nach dem virtuellen Besuch (Block 1) einen Input zur Ökobi-
lanzierung (Block 2) und die Abschlussaufgabe zu den Handlungsmöglichkeiten (Block 4)
durchzuführen. Beim Block 3 kann die Anzahl Aufträge selbst gewählt werden.

Block 1: Virtueller Besuch Ausstellung #misläbe
Ziele:
    - Die SuS können Umwelteinflüsse ihres Verhaltens im Alltag zu Mobilität, Wohnen
       und Ernährung aufzählen.
    - Mithilfe der Ausstellung können die SuS ihre eigene Ökobilanz und die grössten Ein-
       flussfaktoren bestimmen.

Ablauf der Unterrichtseinheit:
Die SuS besuchen die Ausstellung gemäss der Anleitung im Dossier von zu Hause aus mit
dem eigenen Handy oder Tablet.

Auftrag virtueller Ausstellungsbesuch
Siehe Anleitung dazu im Dossier.
Einloggen mit eigenem Handy oder Tablet, QR Code & Weblink zur Ausstellung
Selbstständiger Ausstellungsbesuch.

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Wichtig: SuS sollen Homestory (=Auswertung) unbedingt an ihre Emailadresse senden, so
dass sie für Block 3 verwendet werden kann.

                                    Beim Symbol «Brief» klicken und
                                    Auswertung an eigene Emailadresse
                                    schicken.

Sechs Beispiele für die Auswertung in der Homestory sind im Anhang zu finden. Das sind in-
dividuelle Auswertungen, die jede/-r SuS nach dem Ausstellungsbesuch erhält. Mit diesen
Auswertungen arbeiten die SuS im Dossier.

Block 2: Ökobilanzierung und Lebenszyklusdenken
Empfehlung für den virtuellen Unterricht:
Die LP erklärt die Begriffe Ökobilanzen und Lebenszyklusdenken anhand des Beispiels Auto.
Ohne die Einführung der Lehrperson ist die Aufgabe in Block 3 mit dem Lebenszyklus sehr
anspruchsvoll. Alternativ können die SuS das verlinkte Video auf S. 6 im Dossier anschauen.
In einem nächsten Schritt werden die SuS in 2er-Gruppen (z.B. in Zoom-Meeting) eingeteilt,
um zu zweit die erste Aufgabe des Block 3 zu bearbeiten.

Ziele:
    - Die SuS tragen verschiedene Umweltauswirkungen zusammen.
    - Die SuS können mindestens fünf Umweltauswirkungen genauer erläutern.
    - Die SuS erklären den Begriff «Lebenszyklus» anhand des Beispiels Auto. Die SuS kön-
       nen erklären, was eine Ökobilanz ist und welche Schritte diese beinhaltet.

Ablauf der Unterrichtseinheit:
   1. Umweltauswirkungen:
      Die LP erklärt, was Umweltauswirkungen sind, trägt die den SuS bekannten Umwelt-
      auswirkungen zusammen und klärt über weitere Umweltauswirkungen auf.
   2. Ökobilanzierung:
      Die SuS machen sich mit dem Verfahren der Ökobilanzierung vertraut, indem die LP
      entweder einen Input dazu macht oder die SuS den Text zur Ökobilanzierung von
      Seite 6 des Unterrichtsdossiers lesen und ggf. das angegebene Video schauen. An-
      schliessend wird gemeinsam der Lebenszyklus am Beispiel Auto mithilfe der Grafik
      angeschaut.

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Hintergrundwissen Umweltauswirkungen

Umweltauswirkungen sind Veränderung der Umwelt, die aufgrund menschlicher Tätigkeiten
entstehen, zum Beispiel durch Produkte oder Dienstleistungen.

In der Ausstellung haben wir 18 verschiedene Umweltauswirkungen berücksichtigt! Die
wichtigsten neun sind hier aufgelistet.
Tipp: Die Umweltauswirkungen sind im Unterrichtsdossier auf Seite 7 nochmals für die SuS
erklärt.

 Grafik Umweltauswirkungen (siehe Anhang)

Erklärung der verschiedenen Umweltauswirkungen

Klimawandel: d.h. die drastische Veränderung des Weltklimas.
Wasserverschmutzung: z.B. Pestizide, die ins Wasser gelangen.
Luftverschmutzung: z.B. Gase oder Partikel, die in die Luft freigesetzt werden wie Autoab-
gase.
Bodenverschmutzung: z.B. Schwermetalle oder Düngermittel, die in den Boden gelangen.
Abfälle: Abfälle, die entsorgt werden müssen.
Landnutzung: z.B. Land wird für die Produktion von Lebensmittel genutzt. Das Land wird
dadurch einerseits verändert und kann andererseits für nichts anderes verwendet werden,
wird zum Beispiel von weniger wilden Lebewesen bewohnt und genutzt.
Ressourcennutzung: Viele Ressourcen sind nicht unendlich. Wenn wir sie aufbrauchen, ste-
hen sie für Leute in der Zukunft nicht zur Verfügung.
Radioaktive Stoffe: Sind schädlich für Lebewesen
Ozonloch: d.h. dass die Ozonschicht, welche uns von UV-Bestrahlung schützt, zerstört wird.

Überleitung zu Ökobilanzierung
In der Ausstellung wird eine spezielle Methode verwendet, um diese Umweltauswirkungen
zu berechnen. Die Methode heisst Ökobilanzierung. Dabei werden Produkte angeschaut, wie
z.B. ein Auto oder ein Hamburger oder auch Dienstleistungen, wie z.B. eine Zugfahrt oder ein
Flug, und es wird berechnet, wie gross die daraus entstehenden Umweltauswirkungen sind.

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Inhalt Ökobilanz

                                    Ein Vergleich zwischen zwei Produkten kann nur fair
                                    sein, wenn wirklich alle Umweltauswirkungen mitein-
                                    gerechnet werden. Das machen Ökobilanzen: Sie be-
                                    trachten die Umweltbelastung auf dem gesamten Le-
                                    bensweg von Produkten.

                                    Das heisst von der Gewinnung der Rohstoffe bis zur
                                    Entsorgung: Wenn du zum Beispiel Pommes isst, dann
                                    werden der Anbau der Kartoffeln, der Transport mit
                                    dem Traktor, die Verarbeitung wie Waschen, Schälen
                                    und Schneiden der Kartoffeln, die Kühlung und
                                    schliesslich die Zubereitung in der Fritteuse einberech-
                                    net. Man untersucht, wie viele Ressourcen wie Ener-
                                    gie, Boden, Rohstoffe oder Wasser dabei verbraucht
                                    werden und wie viele Schadstoffe dabei in die Natur
                                    gelangen.

    Grafik LCA Übersicht (siehe Anhang)

Beispiel Auto
                                           Am Beispiel Auto den Lebenszyklusgedanken
                                           erklären.
                                           Beispiel Auto: * Herstellung aller Rohstoffe wie
                                           z.B. Metall für das Chassis, Kunststoff für die
                                           Verschalung.
                                           *Herstellung des Autos aus den Bauteilen in
                                           Fabrik: z.B. Stromverbrauch, Luftverschmut-
                                           zung beim Lackieren, etc.
                                           * Nutzung: Benzin fürs Fahren (Rohstoff),
                                           Feinstaubemission und Kohlendioxid beim Ver-
                                           brennen
                                           * Entsorgung: Deponie; Verbrennen (Plastik)
                                           [Recycling für nächste Nutzung angerechnet]

    Grafik Beispiel Auto (siehe Anhang)

Kurz:
   - Eine Ökobilanz betrachtet alle Lebensphasen von Produkten: Vom Abbau der Roh-
      stoffe über die Nutzung bis zur Entsorgung.
   - Eine Ökobilanz kann die Auswirkung auf verschiedene Umweltbereiche beurteilen,
      wie zum Beispiel auf das Klima oder die Überdüngung.

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Block 3: Arbeitsaufträge
Das Dossier wird den SuS als PDF zur Verfügung gestellt. Dort können sie die Aufgaben direkt
beantworten. Die SuS benötigen dazu ein Tablet oder einen Laptop. Ein Auftrag dauert je-
weils 15-20 Minuten. Die Aufträge sind so konzipiert, dass die SuS sie selbständig lösen kön-
nen. Ein Auftrag geht in der Regel über zwei Seiten. Die Lösungen für die Aufgaben sind am
Ende dieses Lehrerkommentars sowie im separaten Lösungs-Dossier zu finden.
    -    Auftrag 1: Lebenszyklus von Handy und Schoggistängeli analysieren
    -    Auftrag 2: Fokus Bereich Ernährung
    -    Auftrag 2.1.: Vertiefung Bereich Ernährung (für Stufe Sek II)
    -    Auftrag 3: Fokus Bereich Mobilität
    -    Auftrag 4: Fokus Bereich Wohnen

Auftrag 1: Lebenszyklus von Handy und Schoggistängeli analysieren
Ziele:

    -    Die SuS erklären die Begriffe Ökobilanzierung und Lebenszyklus anhand des Beispiels
         Schoggistängeli.
    -    Die SuS füllen den Lebenszyklus eines Handys selbständig aus.
    -    Die SuS können beim Lebenszyklus von Handy und Schoggistängeli erklären, bei wel-
         cher Phase und warum die grösste Umweltbelastung entsteht.

Ablauf der Unterrichtseinheit:
Als Repetition kann, falls nicht bereits bei Block 2 gemacht, der Text auf Seite 6 im Unter-
richtsdossier gelesen werden. Anschliessend schauen die SuS auf Seite 8 den Lebenszyklus
eines Schoggistängelis an. Orange markiert ist der Schritt, der bei der Ökobilanz des Schog-
gistängelis am meisten ins Gewicht fällt. In einem nächsten Schritt versuchen die SuS den Le-
benszyklus des Handys auszufüllen. Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe für die SuS, daher
kann hier zum Beispiel eine Partnerarbeit erwägt werden.

                                              14
Auftrag 2: Fokus Bereich Ernährung
Ziele:

    -    Die SuS können die grössten Verursacher von Umweltbelastung durch die Ernährung
         nennen.
    -    Die SuS können über ihren eigenen Ernährungsstil und dessen Umweltbelastung dis-
         kutieren.
Ablauf der Unterrichtseinheit:

Ausgehend von der Homestory «So ernährst du dich» wird Auftrag 2 bearbeitet. Auftrag 2
beinhaltet zudem Informationen über die verschiedenen Ernährungsstile und ihre Umwelt-
belastung. Ausserdem erfahren die SuS in einem Text mehr über die Ernährung als Konsum-
bereich mit dem höchsten Wasser- und Landverbrauch.

                                            15
Aufgabe 2.1 (Zusatz): Ernährung «Kein Fleisch, kein Protein?» wird Klassen der Sek II emp-
fohlen.

Ziele:
    -    Die SuS wissen, wie viel Proteine sie pro Tag benötigen.
    -    Die SuS kennen alternative Proteinquellen zum Fleisch.
    -    Die SuS können ein proteinreiches, vegetarisches Menü selbst planen.
Ablauf der Unterrichtseinheit:
Mit Hilfe der Tabelle berechnen die SuS ihren täglichen Proteinbedarf und überlegen sich,
mit welchen Lebensmitteln sie diesen decken können. Neben Fleisch als Proteinlieferant
werden pflanzliche Proteinquellen und deren Einsatz besprochen.

Auftrag 3: Fokus Bereich Mobilität
Ziele:
    -    Die SuS können die verschiedenen Fortbewegungsmittel ihrer Ökobilanz entspre-
         chend ordnen.
    -    Die SuS können erklären, warum die jeweiligen Fortbewegungsmittel eine hohe oder
         tendenziell geringe Umweltbelastung aufweisen.
    -    Die SuS rechnen mithilfe des Mobilitätsrechners aus, wie gross die Umweltbelastung
         verschiedener Verkehrsmittel auf einer bestimmten Strecke ist.
Ablauf der Unterrichtseinheit:

Ausgehend von der Homestory «So bist du unterwegs» wird Auftrag 3 bearbeitet. Mithilfe
eines Mobilitätsrechners lernen die SuS die unterschiedlichen Umweltbelastungen von ver-
schiedenen Verkehrsmitteln kennen.

                                             16
Auftrag 4: Fokus Bereich Wohnen
Ziele:

    -    Die SuS vergleichen ihre Ökobilanz hinsichtlich des Wohnens untereinander und mit
         dem CH-Durchschnitt.
    -    Die SuS machen sich Gedanken zum Wohnen der Zukunft und informieren sich dar-
         über.
    -    Die SuS tauschen sich über potenzielle Wohnformen der Zukunft aus.
    -    Die SuS notieren Ideen, wie das Wohnen in Zukunft umweltfreundlicher sein könnte.
Ablauf der Unterrichtseinheit:
Ausgehend von der Homestory «So wohnst du» wird Auftrag 4 bearbeitet. Die SuS machen
sich Gedanken zum Wohnen der Zukunft und lesen einen Text mit verschiedenen Thesen
dazu. Ausserdem machen sie sich Gedanken, welche dieser Wohnformen eine geringe Um-
weltbelastung aufweist bzw. wie umweltfreundliches Wohnen in Zukunft ausschauen
könnte.

                                             17
Block 4: Zusammenfassen der Handlungsmöglichkeiten und Commitment
Ziele:

    -    Die SuS überlegen sich Handlungsmöglichkeiten, wie sie ihre Umweltbelastung ver-
         ringern können.
    -    Die SuS halten ihre individuellen Tipps fest.
    -    Die SuS überprüfen nach einer bestimmten Zeit, inwiefern sie ihre Handlungsmög-
         lichkeiten bereits umsetzen.
Ablauf der Unterrichtseinheit:

Ausgehend von der Homestory «Tipps zum guten Leben» wird Block 4 bearbeitet. In zusam-
menfassender Form werden die Tipps nochmals aufgegriffen und von den SuS ergänzt. Die
SuS überlegen sich, welchen Tipp sie in den nächsten zwei Wochen umsetzen möchten.

                                             18
Anhang

Anhangsverzeichnis

Ergänzendes Material                              20

  Block 1                                         20

  Block 2                                         22

Lösungen zum Unterrichtsdossier                   25

  Seite 5 - Aufgabe zum Ausstellungsbesuch        25

  Seite 9 - Aufgabe Lebenszyklus                  27

  Seite 11 - Aufgabe Ernährung                    29

  Seite 13 – Zusatzaufgabe Proteine und Fleisch   31

  Seite 15 – Aufgabe Mobilität                    33

  Seite 17 - Aufgabe Wohnen                       34

  Seite 18 - Tipps zum guten Leben                35
Ergänzendes Material
Die ergänzenden Materialien dienen bei Block 1 und 2 als Hilfe für die LP.

Block 1
Virtueller Ausstellungsbesuch
Beispiel-Homestories mit der individuellen Auswertung der Ausstellung.

                                             20
Block 2

          22
23
24
Lösungen zum Unterrichtsdossier
Alle Lösungen sind auch im separaten PDF «Unterrichtsdossier #misläbe – Lösungen» zu fin-
den.

Seite 5 - Aufgabe zum virtuellen Ausstellungsbesuch
Individuelle Antworten der SuS in den Aufgaben 3 und 4. Die Antworten können in der
Homestory gefunden werden (siehe Abbildung).

Aufgabe 5: Hier können die SuS ihre Homestory an die eigene E-Mail-Adresse schicken. So
können sie die Daten auch zu einem späteren Zeitpunkt wieder anschauen.

                                     Beim Symbol «Brief» klicken und
                                     Auswertung an eigene E-Mail-Ad-
                                     resse schicken.

Hinweis zur Verwendung des Schweizer Durchschnitts als Referenzwert
Um den Besuchern einen Vergleich geben zu können, wurde der Schweizer Durchschnitt ge-
wählt. Dieser basiert auf statistischen Daten zum Konsum, z.B. dem Durchschnittskonsum
von Fleisch vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen* oder der

                                           25
durchschnittlich von Schweizer_innen zurückgelegten Kilometer mit dem Auto vom Bundes-
amt für Statistik**.
Natürlich ist der Durchschnitt kein guter Vergleich, denn Schweizer_innen benötigen mehr
Ressourcen, als unsere Erde langfristig bereitstellen kann (Siehe z.B. das Faktenblatt zu den
Planetaren Belastbarkeitsgrenzen***). Um zu berechnen, wie viel jeder und jede Einzelne
die Umwelt belasten darf, müssen viele Annahmen getroffen werden, z.B. wie die Ressour-
cen der Welt auf die Bewohner und Bewohnerinnen oder die Länder verteilt werden sollen,
oder welche Umweltauswirkungen genau betrachtet werden sollten, denn es gibt eine
Grenze für jede Umweltauswirkung. Eine summierte Grenze für alle Umweltbelastungen gibt
es nicht, weshalb es auch bei den Umweltbelastungspunkten aktuell nicht möglich ist, eine
Zahl anzugeben, wie viel aus Umweltsicht vertretbar sind. Der Durchschnitt ist aber nicht
das Ziel.
* https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/lebensmittel-und-ernaehrung/publikationen-
und-forschung/statistik-und-berichte-ernaehrung.html
** BFS und ARE (2017) Verkehrsverhalten der Bevölkerung 2015. https://www.bfs.ad-
min.ch/bfs/de/home/statistiken/mobilitaet-verkehr/personenverkehr/verkehrsverhalten.as-
setdetail.1840604.html
*** https://www.bafu.admin.ch/dam/bafu/de/dokumente/wirtschaft-konsum/fachinfo-da-
ten/schweizer_konsumundbelastbarkeitsgrenzendesplaneten.pdf.download.pdf/schwei-
zer_konsumundbelastbarkeitsgrenzendesplaneten.pdf

                                             26
Seite 9 - Aufgabe Lebenszyklus
Lösung für den Lebenszyklus eines Handys. Rot eingerahmt ist die Phase, welche die grösste
Umweltbelastung für das jeweilige Produkt darstellt. Beim Handy ist das die Phase der Verar-
beitung.

Mobiltelefone bestehen etwa zur Hälfte (Gewichtsprozent) aus Kunststoffen (Plastik), zu
rund 30% aus verschiedenen Metallen und etwa 20% aus Glas und Keramik, dazu kommen
noch wenige Prozent sonstige Stoffe (bspw. Flüssigkristalle, Flammenhemmer). Jedes Handy
ist anders und diese Werte stellen nur einen ungefähren Durchschnitt dar, bspw. haben
Smartphones in der Regel einen höheren Glasgehalt. Insgesamt kommen in Mobiltelefonen
mehr als 45 verschiedene Elemente vor. Es finden sich in Mobiltelefonen fast 20 verschie-
dene Kunststoffe. Die für die Handyproduktion benötigten Stoffe werden in verschiedenen
Ländern abgebaut, daher über weite Strecken transportiert und schlussendlich in den Einzel-
teilen des Mobiltelefons verbaut. Die Einzelteile (ein Handy besteht aus rund 200 Einzelkom-
ponenten) werden ebenfalls in verschiedenen Ländern hergestellt, zum nächsten Ort trans-
portiert und zusammengebaut, so dass Teile des Handys vom Abbau bis zum fertigen Bauteil
rund 40.000 km (einmal um die Erde) zurückgelegt haben können.

                                             27
28
Seite 11 - Aufgabe Ernährung

Aufgabe 1

Lösung 1-3: Individuell

   1. Schau dir deine persönliche Auswertung zur Ernährung genau an
      («So ernährst du dich»).
   2. Ist deine Umweltbelastung im Bereich Ernährung grösser oder klei-
      ner als der Schweizer Durchschnitt?
   3. In welchem Bereich hast du die grösste Umweltbelastung?
   4. Wieso ist gerade in diesem Bereich die Umweltbelastung so gross?

   Lösung: verschiedene Antworten möglich. Z.B. hoher Fleischkonsum,
   viele Milchprodukte, etc. Besonders tierische Produkte haben einen grossen Einfluss auf
   die Umweltbelastung im Bereich Ernährung.

   5. Was könnte mit dem grauen Block «Weitere Nahrungsmittel» gemeint sein?

   Lösung: Damit der Fragebogen nicht zu lange wird und weil viele Besuchende nicht aus-
   wendig wissen, wie viel sie mengenmässig von den verschiedenen Nahrungsmitteln kon-
   sumieren, werden nur die bedeutendsten Nahrungsmittel abgefragt. Nicht abgefragt
   werden zum Beispiel: Gemüse & Früchte, Getreideprodukte, Pflanzliche Eiweisse, Fette &
   Öle. Diese verursachen natürlich auch Umweltauswirkungen und werden als «Weitere
   Lebensmittel» bezeichnet. Sie sind auch deshalb wichtig, weil sonst eine Person, die sich
   vegan ernährt, kein Wein und keinen Kaffee trinkt, in der Ausstellung keine Umweltaus-
   wirkungen durch die Ernährung hätte, was natürlich keinen Sinn ergeben würde.

Weitere Hinweise:

Warum sind Milch & Joghurt und Käse & Quark separat abgefragt und aufgeführt?
Antwort: Die Menge der Milch, die für die Produkte benötigt werden, ist für die Umweltaus-
wirkung ausschlaggebend. Während bei Joghurt und Milch ein Kilogramm Rohmilch etwa ein
Kilogramm Produkt ergeben, sind es bei Quark mehr als vier Liter Milch pro Kilogramm, bei
Weich- oder Hartkäse sieben bis zwölf Liter pro Kilogramm. Für die Umrechnung ist die Art
der Milchprodukte also relevant.

Hintergrundinformationen zur Berechnung von Foodwaste
Antwort: Der durchschnittliche Foodwaste zu Hause ist 19.1 % laut Beretta et al*.
* Beretta, C., Stucki, M., & Hellweg, S. (2017). Environmental Impacts and Hotspots of Food
Losses: Value Chain Analysis of Swiss Food Consumption. Environmental science & techno-
logy, 51(19), 11165-11173.

                                             29
Aufgabe 2: Dein Ernährungsstil

1. Schau dir die Abbildung mit den verschiedenen Ernährungsstilen an.
      a. Welchen Ernährungsstil hast du?

       Lösung: Individuell

       b. Bei welchem Ernährungsstil ist die Umweltbelastung am grössten?

       Lösung: Beim «Fleischvernichter» und beim «Protein-Junkie». Bei diesen Ernäh-
       rungsstilen ist der Konsum von Fleisch, Eiern und Milchprodukten extrem hoch.

2. Lies nun den Text auf der anderen Seite.
       a. Was überrascht dich?
       b. Im Text wird der durchschnittliche Fleischkonsum erwähnt. Wie viel Fleisch
          isst du durchschnittlich pro Woche?

       Lösungen 2a-2b: Individuell

                                        30
Seite 13 – Zusatzaufgabe Proteine und Fleisch
Aufgaben
   1. Notiere deinen persönlichen Proteinbedarf pro Tag. Geh dabei von 0.9 g Protein / kg
      Körpergewicht aus. Eine 60 kg schwere Person benötigt zum Beispiel 60 x 0.9 = 54 g
      Protein pro Tag.
   2. Im Beispiel unten sind Kalorien und Gramm Protein für Frühstück, Zvieri und Znacht
      bereits gegeben. Wie viel Gramm Protein und wie viele Kalorien sollte dein Zmittag
      enthalten, damit du deinen Tagesbedarf deckst? Hinweis: Eine Frau braucht ca. 2000
      kcal, ein Mann ca. 2500 kcal pro Tag.
   3. Plane nun deinen Zmittag mit ausreichend Protein und Kalorien einmal vegetarisch
      und einmal mit Fleisch.
   4. Kommst du so auf deinen täglichen Kalorien- und Proteinbedarf? Wenn nicht – was
      könntest du noch ändern? Welche vegetarischen Lebensmittel liefern viel Protein?

Lösungen:
1. und 2. Individuelle Antwort je nach Körpergewicht. Hier ein Beispiel für eine Frau und ei-
nen Mann:

Frau, 55 kg
Protein Tagesbedarf: 50-83 g Protein (je nach Aktivitätslevel)
Kalorien Tagesbedarf: 2000 kcal
Es fehlen mit gegebenem Frühstück, Zvieri und Znacht noch ca. 576 kcal und mind. 20 g Pro-
tein.

Mann, 75 kg
Protein Tagesbedarf: 60-113 g Protein (je nach Aktivitätslevel)
Kalorien Tagesbedarf: 2500 kcal
Es fehlen mit gegebenem Frühstück, Zvieri und Znacht noch ca. 1076 kcal und mind. 30 g
Protein.

3. Vorschlag für verschiedene Menüs zum Zmittag:

Vegetarisches Zmittag
Salat und Brot
„Spaghetti Bolognese“ mit Sojahack

Kopfsalat mit Karotten       39 kcal        1.7 g Protein
halbe Scheibe Vollkornbrot   56 kcal        2.3 g Protein
Spaghetti                    320 kcal       10.4 g Protein
Sojahack                     180 kcal       25 g Protein
Rahm                         293 kcal       4.2 g Protein
3 Portionen Tomate           66 kcal        3.3 g Protein

Total                        954 kcal       46.9 g Protein

                                              31
Vorschlag Zmittag Fleisch
Salat und Brot
Reis mit Kokosmilch, Poulet und Bohnen

Kopfsalat mit Karotten       39 kcal      1.7 g Protein
halbe Scheibe Vollkornbrot   56 kcal      2.3 g Protein
Reis                         198 kcal     3 g Protein
Kokosmilch                   200 kcal     2.3 g Protein
Poulet                       100 kcal     20.8 g Protein
Bohnen                       70 kcal      5 g Protein

Total                        663 kcal     35.1 g Protein

4. und 5. Falls ihr euren Proteinbedarf mit dem geplanten Menü nicht deckt, könnt ihr mehr
Produkte essen, die einen hohen Proteinbedarf haben. Diese vegetarischen Produkte haben
besonders viel Protein:

   Linsen, Kichererbsen, Käse, Tofu, Quorn, Sojahack, Mais, Bohnen, …

                                            32
Seite 15 – Aufgabe Mobilität
Aufgabe 1
Lösungen 1-3: Individuell
   1. Schau dir deine persönliche Auswertung zur Mobilität genau an («So
      bist du unterwegs»).
   2. Ist deine Umweltbelastung im Bereich Mobilität grösser oder kleiner
      als der Schweizer Durchschnitt?
   3. In welchem Bereich hast du die grösste Umweltbelastung?
   4. Wieso ist gerade in diesem Bereich die Umweltbelastung so gross?
   Lösung: Flugreisen beeinflussen die Ökobilanz in diesem Bereich am
   meisten. Auch Fahrten mit dem Auto (Benzin, Diesel) haben einen be-
   deutenden Einfluss.

Aufgabe 2

Probiere den Mobilitätsrechner von der Seite nebenan aus. Berechne für eine bestimmte
Strecke die Umweltbelastung von zwei verschiedenen Verkehrsmitteln.

Lösungen 1-3: Individuell

   1. Scanne den QR-Code. Damit kommst du auf den Mobilitätsrechner der Seite Energie-
      Umwelt.
   2. Gib deine Wohnadresse und die Adresse deiner Schule ein. Vergleiche die Umweltbe-
      lastung von «zu Fuss» und «mit dem Auto». Wie viel Energie kannst du einsparen?
      a) Unter «Route» kannst du auf der Karte überprüfen, ob der Rechner die richtige
          Strecke ausgewählt hat.
      b) Unter «Energie» notierst du die verbrauchte Energiemenge und was dieser Ener-
          giemenge entspricht.
      c) Unter «Abgase» kannst du die verschiedenen Abgase und ihre Menge notieren.

   3. Was überrascht dich bei diesen Ergebnissen?

   Die Angaben sind hier zu finden:

                                           33
Seite 17 - Aufgabe Wohnen

Aufgabe 1

Lösungen 1-3: Individuell

   1. Schau dir deine persönliche Auswertung zum Wohnen genau
      an («So wohnst du»).
   2. Ist deine Umweltbelastung im Bereich Wohnen grösser oder
      kleiner als der Schweizer Durchschnitt?
   3. Was denkst du, macht den grössten Teil deiner Umweltbelas-
      tung in diesem Bereich aus?

Aufgabe 2 Wie wohnen wir in Zukunft?

Lösungen 1-3b: Individuell

   1. Wie wohnst du heute?
   2. Wie stellst du dir vor, dass wir in Zukunft wohnen? Notiere hier deine Vorstellungen.
   3. Lies nun den Artikel von Zukunftsforschenden auf der linken Seite.
      a. Was findest du interessant? Was denkst du ist realistisch und was eher nicht?
      b. Könntest du dir vorstellen, so zu wohnen? Wieso ja, wieso nein?
      c. Du weisst nun viel über Ökobilanzen. Welcher dieser Wohntrends wäre deiner
          Meinung nach die umweltfreundlichste Variante? Begründe warum.
       Lösung:

       Wer wohnt braucht Energie. Je grösser die Wohnung ist, desto mehr Fläche muss be-
       heizt werden. Am schonendsten für die Umwelt ist es, wenn in kleinen, modernen
       Gebäuden gewohnt wird, welche dem Minergie-Standard entsprechen und anstelle
       von fossilen Energien wie Gas oder Öl erneuerbare Energie zum Heizen verwenden.
       Umweltfreundlich ist es somit, wenn die Wohnfläche reduziert wird, indem z.B. in ei-
       ner Wohngemeinschaft die Küche und das Wohnzimmer geteilt werden.

       Wenn das Quartier an Bedeutung gewinnt und dort auch alle wichtigen Einkäufe erle-
       digt werden können, verringern sich Transportwege.

       Technologien können helfen, den Energieverbrauch beim Wohnen zu senken. So gibt
       es beispielsweise Systeme, die den aktuellen Stromverbrauch in der Wohnung anzei-
       gen und Stromfresser ausfindig gemacht werden können.

                                            34
Seite 18 - Tipps zum guten Leben
Wie wir uns im Alltag entscheiden, wie wir essen, wohnen und un-
terwegs sind, hat einen grossen Einfluss auf das eigene Wohlbefin-
den und auf die Umwelt.
Durch die Ausstellung und die Aufgaben in diesem Dossier hast du
gelernt, wie wir unsere Ökobilanz verbessern können. Es ist wichtig,
dass alle ihren Beitrag dazu leisten. Gemeinsam können wir viel er-
reichen.
Die «Tipps zum guten Leben» sollen dir helfen, dein Leben umwelt-
freundlicher zu gestalten.
Aufgabe

   1. Geh zurück auf Seite 5 und schau deine persönlichen Tipps von Aufgabe 5 an.
   2. Welcher von diesen Tipps setzt du bereits um?
   3. Welche Tipps möchtest du in Zukunft umsetzen?
   4. Was gibt es für weitere Tipps, die du umsetzen könntest, um deine Ökobilanz zu ver-
      bessern?
   5. Entscheide, welchen Tipp du in den nächsten zwei Wochen umsetzen möchtest. Was
      musst du tun, damit dir dies gelingt?
Lösungen 1-5: Individuell

Hinweis: In der Ausstellung liegt der Fokus bewusst auf den Alltagsbereichen Ernährung, Mo-
bilität und Wohnen. Es gibt selbstverständlich zahlreiche weitere Bereiche, bei welchen das
Verhalten einen Einfluss auf die Umweltbelastung hat. Hier einige Beispiele:

   -    Kauf von Kleidern
   -    Nutzung und besonders Neukauf von Handy, Laptop, weitere elektronische Geräte
   -    Waschen von Kleidern
   -    …

                                             35
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