Konjunktur im Handel Restart im I. Halbjahr 2021 - WKO

Die Seite wird erstellt Sam Blank
 
WEITER LESEN
Konjunktur im Handel Restart im I. Halbjahr 2021 - WKO
Konjunktur im Handel
    Restart im I. Halbjahr 2021
Konjunktur im Handel
                             Restart im I. Halbjahr 2021

                                               August 2021

Voithofer, Peter | Gittenberger, Ernst | Kleissner, Anna

                 Economica Institut für Wirtschaftsforschung
Economica Institut für Wirtschaftsforschung
Liniengasse 50‐52
1060 Wien
Österreich
T: +43 676 3200‐400
E: office@economica.at
W: www.economica.at
Inhaltsverzeichnis

1     Executive Summary zum „Handels‐Restart“ im I. Halbjahr 2021 ............................................. 5

2     Konjunkturelle Entwicklungen im I. Halbjahr 2021 ................................................................. 7

    2.1      Handelskonjunktur ................................................................................................................ 7

    2.2      Konjunktur im Einzelhandel................................................................................................. 10

    2.3      Einzelhandelskonjunktur im EU‐27‐Vergleich ..................................................................... 16

    2.4      Konjunktur im Großhandel .................................................................................................. 19

    2.5      Konjunktur in der Kfz‐Wirtschaft ......................................................................................... 22

3     Arbeitsmarkt im I. Halbjahr 2021 ......................................................................................... 24

    3.1      Unselbstständig Beschäftigte im Handel ............................................................................ 24

    3.2      Arbeitslosenzahlen und Kurzarbeit...................................................................................... 27

4     Regionale Entwicklungen im I. Halbjahr ............................................................................... 31

    4.1      Konjunkturentwicklungen in den Bundesländern................................................................ 31

    4.2      Beschäftigungsentwicklungen in den Bundesländern ......................................................... 33

5     Resümee I. Halbjahr 2021 und Ausblick Jahr 2021 ................................................................ 35

6     Methodische Anmerkungen ................................................................................................ 39
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                     5

1    Executive Summary zum „Handels‐Restart“ im
     I. Halbjahr 2021

Handelsumsätze deutlich über Vorjahres‐ und auch über Vorkrisenniveau,
wenngleich nicht in allen Branchen

In den ersten 5 Monaten 2021 kann der österreichische Handel Netto‐Umsätze in Höhe
von rd. € 114,2 Mrd. generieren und damit um (nominell) +11,8 % mehr als im
Vergleichszeitraum 2020 und um +0,8 % mehr als im Vorkrisenjahr 2019.

Im Einzelhandel liegen die Umsätze im I. Halbjahr 2021 bei rd. € 35,2 Mrd. Das
entspricht einem Wachstum von +6,4 % bzw. von rd. +€ 2,1 Mrd. (netto) gegenüber
2020 und von +4,3 % bzw. rd. +€ 1,4 Mrd. im Vergleich zu 2019. Damit können die
Lockdown‐bedingten Umsatzeinbrüche im Gesamtdurchschnitt mehr als wettgemacht
werden, wobei nicht alle Branchen das Vorkrisenniveau wieder erreichen. Vor allem
die modischen Branchen können im I. Halbjahr 2021 das ohnehin geringe
Umsatzniveau 2020 nicht erwirtschaften. Das Wachstum im Online‐Handel hält
hingegen weiter an, wenngleich sich die Wachstumsdynamik im I. Halbjahr 2021
abschwächt.

Auch der Großhandel kann mit einer Steigerungsrate zwischen Jänner und Mai 2021
von nominell +11,1% (gegenüber 2020) das Vorkrisenniveau übertreffen (+0,4 %
gegenüber 2019). In der Kfz‐Wirtschaft ist dies trotz hoher Umsatzzuwächse (+29,9 %
gegenüber 2020) noch nicht der Fall (‐1,6 % gegenüber dem Vorkrisenniveau 2019).

Arbeitsmarkt erholt sich deutlich, Kurzarbeit auf Rekordtief

Mit über 555.000 unselbständig Beschäftigten kann der Handel – durch
Beschäftigungszuwächse im Groß‐ und Einzelhandel – ein Beschäftigungsplus von
+2,3 % im ersten Halbjahr 2021 verzeichnen. Damit liegt der Handel mit 1,1 % bzw.
6.000 Beschäftigte über dem Vorkrisenniveau, der Einzelhandel überschreitet erstmals
die 300.000‐Marke. Weit überdurchschnittliche Wachstumsraten kann weiterhin der
Onlinehandel verzeichnen (+28,7 %).
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                       6

Mit dem Anstieg der Beschäftigung sinkt die Arbeitslosenquote ab dem zweiten
Quartal und liegt für das erste Halbjahr 2021 bei ‐9,6 %, wobei die Kfz‐Wirtschaft
besonders starke Rückgänge aufweist. Gleichzeitig steigt die Zahl der offenen Stellen
auf 13.250, davon 70 % im Einzelhandel.

Von den insgesamt mehr als 300.000 zur Kurzarbeit gemeldeten Personen seit März
2020 sind im Mai 2021 nur mehr weniger als 10 % zur Kurzarbeit gemeldet. In
Anspruch genommen wird sie im Wesentlichen von jenen Branchen, die das
Vorkrisenniveau noch nicht wiedererreicht haben.

Deutliches Umsatz‐Plus in allen Bundesländern, Arbeitsmarkt erholt sich

In allen Bundesländern entwickeln sich die Umsätze des Handels im ersten Halbjahr
positiv, wobei die Kfz‐Wirtschaft besonders hohe Wachstumsraten aufweist. Im Groß‐
und Einzelhandel zeigt sich, dass weniger tourismusabhängige Bundesländer sich
vergleichsweise rascher erholen, als jene, die vom nahezu kompletten Entfall der
Wintersaison besonders getroffen wurden.

Ebenfalls positiv, wenn auch mit deutlich geringeren Wachstumsraten, entwickelt sich
die Zahl der unselbständig Beschäftigten im Handel: sowohl im Groß‐ als auch
Einzelhandel können alle Bundesländer positive Wachstumsraten erreichen.

Prognosen lassen Umsatzzuwächse für das II. Halbjahr 2021 erwarten – aber Risiko
hinsichtlich des weiteren Infektionsgeschehens

Der Restart im österreichischen Handel wird sich auch im II. Halbjahr 2021 fortsetzen.
Dafür sprechen ein BIP‐Wachstum im Gesamtjahr von nominell +6,5 % (laut WIFO‐
Juni‐Prognose), steigende Konsumausgaben der privaten Haushalte (+7,4 %) sowie ein
Rückgang der Sparquote auf von 13,9 % im Jahr 2020 auf 10,2 % im Gesamtjahr 2021.
Im Handel wird für 2021 mit einer realen Steigerung der Bruttowertschöpfung von
+6,0 % gerechnet, die damit über dem realen BIP‐Wachstum (+4,0 %) liegen würde.

Das weitere Infektionsgeschehen (Delta‐Variante) könnte diese insgesamt positive
Erwartungshaltung negativ beeinträchtigen – je nachdem, ob bzw. welche
Maßnahmen im Herbst 2021 ergriffen werden müssen.
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                    7

2 Konjunkturelle Entwicklungen im I. Halbjahr 2021

2.1   Handelskonjunktur

Umsätze im Handel erreichen bzw. übersteigen Vorkrisenniveau

Der österreichische Handel hat in den ersten 5 Monaten 2021 Netto‐Umsätze in Höhe
von rd. € 114,2 Mrd. erwirtschaftet. Das sind um +11,8 % bzw. um rd. +€ 12,0 Mrd.
mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die im Langzeitvergleich hohe
Steigerungsrate ist jedoch nicht zuletzt auf das Lockdown‐bedingt geringe Umsatz‐
niveau 2020 zurückzuführen.

Im Vergleich zum Vorkrisenniveau 2019 hat der Handel zwischen Jänner und Mai 2021
um +0,8 % bzw. um rd. +€ 900 Mio. höhere Netto‐Umsätze erzielt. Das Umsatzniveau
Vor‐Corona konnte somit – trotz österreichweiten Lockdown im Jänner und Ost‐
Lockdown im April 2021 – bereits wieder erreicht bzw. sogar überschritten werden.

Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Preisentwicklung im Handel zwischen
Jänner und Mai 2021 (4,1 %) bedeutet das Umsatzwachstum von nominell +11,8 % ein
reales (preisbereinigtes) Konjunkturplus von +7,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Mit
einer Steigerungsrate von 4,1 % sind die Preise im Handel somit in den ersten
5 Monaten 2021 deutlich stärker angestiegen als in den Jahren 2019 (0,7 %) und 2020
(‐0,5 %), was primär auf steigende Großhandelspreise zurückzuführen ist.

Anzumerken bleibt, dass selbst wenn das reale Konjunkturplus von +7,7 % im Zeitraum
Jänner bis Mai 2021 dem Halbjahresergebnis 2021 entsprechen würde, auf Grund der
geringeren Ausgangsbasis 2020 nicht das reale Minus von ‐7,7 % vom I. Halbjahr 2020
(auf Basis des höheren Niveaus 2019) ausgleichen könnte.
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                        8

                       Nominelle Umsatzentwicklung im Handel ‐ I. Halbjahr 2019 bis Mai 2021
 20                                            (Veränderung in % zum Vorjahr)
  %
                                                                                                          11,8
 10

               1,0                     1,4
  0

                                                                                     ‐2,2
‐1 0
                                                               ‐8,2

‐2 0
        I. Halbjahr 2019         II. Halbjahr 2019        I. Halbjahr 2020      II. Halbjahr 2020   Jänner bis Mai 2021

                     Reale Entwicklung (Absatzvolumen) im Handel ‐ I. Halbjahr 2019 bis Mai 2021
 20                                            (Veränderung in % zum Vorjahr)
  %

 10                                                                                                        7,7

                                       1,3
  0
             ‐0,3
                                                                                     ‐1,9
‐1 0
                                                               ‐7,7

‐2 0
        I. Halbjahr 2019         II. Halbjahr 2019        I. Halbjahr 2020      II. Halbjahr 2020   Jänner bis Mai 2021

Abbildung 1:     Nominelle und reale Konjunkturentwicklung im Handel, I. Halbjahr 2019 bis Mai 2021
                 (in % gegenüber dem Vorjahr)

Datenbasis: Statistik Austria, Konjunkturstatistik
Anmerkung: noch keine Konjunkturdaten für Juni 2021 verfügbar
Berechnungen: Economica

Spiegelverkehrte Konjunkturentwicklung zum Vorjahr in den ersten Monaten 2021

Die Konjunkturentwicklung im Handel zeigt in den ersten 5 Monaten 2021 einen
nahezu spiegelverkehrten Verlauf zum Vorjahr. Der Lockdown‐bedingt geringe
Handelsumsatz im Jänner 2021 trifft so auf das hohe Ausgangsniveau 2020 (Vor‐
Corona), was sich im vergleichsweise hohen (nominellen) Umsatzrückgang
niederschlägt (‐15,6 %). Im Februar 2021 haben auch die Einzelhandelsgeschäfte im
Non‐Food‐Bereich wieder geöffnet und so kann das Umsatzniveau des Vorjahres
(ebenfalls noch Vor‐Corona) nahezu erreicht werden (‐0,2 %).
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                           9

Beginnend mit 16. März 2020 startete Lockdown #1, was deutlich geringere
Handelsumsätze als 2019 zur Folge hatte. Daher verwundert es nicht, dass ausgehend
vom geringen Umsatzniveau 2020 die Wachstumsraten im März und im April 2021
entsprechend hoch ausfallen (nominell +27,1 % bzw. +33,8 %).

Da Lockdown #1 mit Anfang Mai 2020 endete und die Umsätze im Vorjahr wieder
entsprechend anzogen, fällt die Steigerungsrate im Mai 2021 mit +17,3 % (nominell)
zwar noch zweistellig, aber nicht mehr so hoch wie in den zwei Monaten davor aus.

                           Nominelle Umsatzentwicklung im Handel ‐ Jänner bis Mai 2021
 50                                           (Veränderung in % zum Vorjahr)
  %
 40                                                                     33,8
                                                    27,1
 30                                                                                          Jän‐Mai 2021
                                                                                    17,3     zum Vorjahr :
 20
                                                                                             +11,8%
 10

  0
                                 ‐0,2                                                        Jän‐Mai 2021
‐10
                                                                                             zu Vor‐Krise
‐20                                                                                          2019: +0,8%
           ‐15,6
‐30
          Jänner               Februar              März                April        Mai

                         Reale Entwicklung (Absatzvolumen) im Handel ‐ Jänner bis Mai 2021
 50                                           (Veränderung in % zum Vorjahr)
  %
 40
                                                                        27,7
 30                                                 21,8
 20
                                                                                    10,3
 10

  0

‐10                              ‐2,1
‐20
           ‐16,5
‐30
          Jänner               Februar              März                April        Mai

Abbildung 2: Nominelle und reale Konjunkturentwicklung im Handel, I. Halbjahr 2021
                   (in % gegenüber dem Vorjahr)

Datenbasis: Statistik Austria, Konjunkturstatistik
Anmerkung: noch keine Konjunkturdaten für Juni 2021 verfügbar
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                      10

2.2     Konjunktur im Einzelhandel

Einzelhandelsumsätze liegen im I. Halbjahr 2021 um +6,4 % über dem Vorjahres‐
niveau (2020) bzw. um +4,3 % über dem Vorkrisenniveau (2019)

Der österreichische Einzelhandel kann im I. Halbjahr 2021 Netto‐Umsätze in Höhe von
rd. € 35,2 Mrd. generieren. Gegenüber dem geringen Vorjahresniveau bedeutet dies
ein nominelles Wachstum von +6,4 % bzw. von rd. +€ 2,1 Mrd. (netto).

Im Vergleich zum Vorkrisenniveau 2019 liegen die Halbjahresumsätze 2021 im
Einzelhandel um +4,3 % bzw. um rd. +€ 1,4 Mrd. höher. Das zeigt, dass im Einzelhandel
insgesamt die Lockdown‐bedingten Umsatzrückgänge im I. Halbjahr 2020 (knapp
‐€ 700 Mio. gegenüber 2019) mehr als wettgemacht werden konnten – wenngleich
dies nicht auf alle Einzelhandelsbranchen zutrifft.

Die Konjunkturentwicklung in den ersten 6 Monaten 2021 verläuft dabei nahezu
spiegelverkehrt zum Vorjahreszeitraum:

 Während der Einzelhandel im Jänner 2020 (Vor‐Corona) ein Umsatzwachstum von
      nominell +1,9 % (gegenüber 2019) erzielen konnte, bleibt der Non‐Food‐Sektor im
      Jänner 2021 geschlossen. Entsprechend hoch fallen die Umsatzrückgänge zu
      Beginn 2021 mit ‐18,5 % (gegenüber 2020) aus.

 Anfang Februar 2021 endet Lockdown #3 und der Einzelhandel erholt sich langsam
      und kann sogar das hohe Vorkrisenniveau von Februar 2020 übertreffen (+1,0 %).

 Die hohen Umsatzsteigerungen in den Folgemonaten März und April 2021
      (+25,3 % bzw. +21,4 % gegenüber 2020) sind primär auf das geringe Vorjahres‐
      niveau (‐11,1 % im März bzw. ‐15,7 % im April 2020 gegenüber 2019) zurückzu‐
      führen (Stichwort: Lockdown #1).

 Daher sind auch die Wachstumsraten im Mai und Juni 2021 (+4,0 % bzw. +7,4 %)
      geringer als im März und April 2021.

 Im Juni 2021 gewinnt die Einzelhandelskonjunktur wieder an Dynamik ( nominell
      +7,4 % im Vergleich zum Vorjahr).
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                       11

Mit Ausnahme von Jänner (Lockdown #3) bzw. beginnend mit Februar übertreffen die
Einzelhandelsumsätze im I. Halbjahr 2021 das Vorkrisenniveau von 2019. Am
deutlichsten zeigt sich dies im März und im Juni 2021. Der Restart des Einzelhandels
nach den Lockdowns 2020/2021 ist somit insgesamt gelungen; in einzelnen Branchen
liegt man vom Umsatz deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

                      Nominelle Umsatzentwicklung im Einzelhandel ‐ I. Halbjahr 2020 & 2021
                                           (Veränderung in % zum Vorjahr)

  50                                                                    "Ost"‐Lockdown #4
  %                                                                          31 Tage
  40                                                                        01.04.‐02.05.2021
           Lockdown #3
                                                25,3
  30
           38 Tage                                                 21,4
          01.01.‐07.02.2021
  20

                                8,1
                                                       2021
                                                                                                  7,4
  10                                                                                        4,0
            1,9
   0
                                                                                            3,9   3,6
                               1,0
 ‐10                                                         2020
                                             ‐11,1
 ‐20
                                                                   ‐15,7
           ‐18,5
 ‐30
                                                              Lockdown #1
 ‐40                                                           44 Tage
                                                             16.03.‐01.05.2020

 ‐50
          Jänner              Februar           März                April                  Mai    Juni

Abbildung 3: Nominelle Konjunkturentwicklung im Einzelhandel, I. Halbjahr 2020 und
             I. Halbjahr 2021 (in % gegenüber dem jeweiligen Vorjahr)
Datenbasis: Statistik Austria, Konjunkturstatistik
Anmerkung: vorläufige Daten für Juni 2021
Berechnungen: Economica

Die Preissteigerung im Einzelhandel fällt im I. Halbjahr 2021 mit 1,2 % höher als im Jahr
2020 (0,4 %) aus, wenngleich deutlich moderater als im Handel insgesamt
(Einzelhandel, Großhandel, Kfz‐Wirtschaft). Überdurchschnittliche Preisanstiege sind
im Mai und Juni festzustellen. Die Inflationsrate (VPI) fällt in diesen Monaten deutlich
höher als in den Vormonaten aus, was vor allem in höheren Preisen für Verkehr und
Wohnen begründet ist, die im Juni für mehr als die Hälfte der Inflationssteigerung
verantwortlich zeichnen. Das nominelle Umsatzplus im Einzelhandel von +6,4 % im
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                12

I. Halbjahr 2021 schlägt sich unter Berücksichtigung der Preisentwicklung (1,2 %) in
einem Anstieg des Absatzvolumens von +5,2 % (real) nieder.

                          Nominelle Umsatzentwicklung im Einzelhandel ‐ I. Halbjahr 2021
 50                                          (Veränderung in % zum Vorjahr)
  %
 40

 30                                         25,3                                                  Jän‐Jun 2021
                                                             21,4
                                                                                                  zum Vorjahr :
 20
                                                                                           7,4    +6,4%
 10                                                                           4,0
                            1,0
  0
                                                                                                  Jän‐Jun 2021
‐10                                                                                               zu Vor‐Krise
‐20                                                                                               2019 : +4,3%
         ‐18,1
‐30
         Jänner           Februar           März             April            Mai          Juni

                       Reale Entwicklung (Absatzvolumen) im Einzelhandel ‐ I. Halbjahr 2021
 50                                          (Veränderung in % zum Vorjahr)
  %
 40

 30                                         25,1
                                                             20,7
 20

 10                                                                                        5,0
                            1,3                                               1,5
  0

‐10

‐20
         ‐18,1
‐30
         Jänner           Februar           März             April            Mai          Juni

Abbildung 4: Nominelle und reale Konjunkturentwicklung im Einzelhandel, I. Halbjahr 2021
                  (in % gegenüber dem Vorjahr)

Datenbasis: Statistik Austria, Konjunkturstatistik
Anmerkung: vorläufige Daten für Juni 2021
Berechnungen: Economica

„Gegenläufige“ Konjunkturentwicklung zwischen Offline‐ & Online‐Einzelhandel

Der Internet‐ und Versandhandel schließt das I. Halbjahr 2021 mit einem Umsatzplus
von nominell +10,8 % (gegenüber dem Vorjahr) ab. Die Hauptgruppen im stationären
Non‐Food‐Einzelhandel erzielen ein geringfügiges Wachstum von +0,8 %. Während der
Online‐Handel somit die Umsatzzuwächse im Vergleich zum Vorkrisenniveau weiter
ausbauen kann (die Umsätze im I. Halbjahr 2021 liegen um +24,2 % über dem Niveau
2019), erreicht der Offline‐Handel (exkl. Food‐Segment) das Vorkrisenniveau von 2019
noch nicht (‐3,3 %). Die Detailanalyse zur Konjunktur im On‐ und Offline‐Handel zeigen
dabei zwei interessante, gegenläufige Entwicklungen:
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                            13

1)       Sowohl beim Offline‐ als auch beim Online‐Handel zeigen die Konjunkturverläufe
         2020 vs. 2021 eine gegenläufige Entwicklung. Noch deutlicher als im Online‐ ist
         dies im Offline‐Einzelhandel sichtbar. Die Umsätze sinken durch die Lockdowns in
         den Monaten März und April 2020 sehr stark, was dazu führt, dass 2021 –
         ausgehend vom geringen Niveau 2020 – die Umsätze in diesen Monaten
         überdurchschnittlich stark ansteigen.

2)       Darüber hinaus zeigt sich sowohl 2020 als auch 2021 eine diametrale
         Konjunkturentwicklung zwischen Offline und Online. Während der Lockdowns
         steigen die Online‐Umsätze stark an und die Offline‐Umsätze sinken. Nach Ende
         der Lockdowns ist die umgekehrte (Pendel‐)Bewegung festzustellen. Die Offline‐
         Umsätze steigen und Online‐Entwicklung verliert deutlich an Fahrt. Sobald also
         die Ladengeschäfte in den Non‐Food‐Hauptgruppen wieder öffneten, hat die
         Dynamik im Internet‐Handel deutlich nachgelassen.

             Nominelle Umsatzentwicklung im Online‐ & Offline‐Einzelhandel ‐ I. Halbjahr 2020 & 2021
                                           (Veränderung in % zum Vorjahr)
                                                73,3
 80
 %

 60                                                                47,6

 40                            32,5
             25,9                                                  26,7
                                                15,8                                 17,9              16,8
 20                                                                                                    14,1
                              5,2
              0,8                                                                    9,3
                              5,0                                                                      6,8
                                                13,6                                  1,4
     0
                               1,3                                                                     0,3
             ‐3,8                                                                    ‐4,2
 ‐20                                                                ‐9,7

 ‐40
                                               ‐35,7               ‐35,2
 ‐60
             ‐54,0

 ‐80

            Jänner           Februar           März                April             Mai               Juni

                     Online 2020           Online 2021                Offline 2020           Offline 2021

Abbildung 5: Nominelle Umsatzentwicklung im Online‐ und Offline‐Einzelhandel, I. Halbjahr 2020
             und I. Halbjahr 2021 (in % gegenüber dem Vorjahr)
Datenbasis: Statistik Austria, Konjunkturstatistik
Anmerkung:
   Online: Versand‐ und Internet‐Einzelhandel
   Offline: Hauptgruppen im stationären Non‐Food‐Einzelhandel (Mode, Sport, Elektro, Bau, Möbel,
   Bücher, etc. / exkl. Nonfood‐Kurzfristbedarf wie Drogerien, Apotheken, medizinische Produkte sowie
   exkl. Tankstellen)
   Vorläufige Daten für Juni 2021
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                         14

Hohe Zuwachsraten im Einzelhandel mit Bau‐ und Heimwerkerbedarf, Schmuck‐
sowie Blumeneinzelhandel im I. Halbjahr 2021

Die höchste Steigerungsrate kann im I. Halbjahr 2021 der Einzelhandel mit Bau‐ und
Heimwerkerbedarf (nominell: +20,5 %) realisieren. Die Branchenumsätze liegen damit
auch deutlich über dem Vorkrisenniveau von 2019 (+13,5 %). Zwar legen auch die
Umsätze im Schmuckeinzelhandel von Jänner bis Juni 2021 deutlich zu (+14,3 %
gegenüber dem Vorjahr), im Gegensatz zum Einzelhandel mit Bau‐ und Heimwerker‐
bedarf liegen die Halbjahresumsätze 2021 aber deutlich unter dem Vor‐Corona‐Niveau
(‐14,0 % gegenüber 2019). Der Konjunktureinbruch kann somit in dieser Branche noch
nicht wettgemacht werden.

Die Dynamik im Internet‐ und Versandeinzelhandel schwächt sich zwar nach Ende der
Lockdowns im stationären Non‐Food‐Einzelhandel ab, dennoch erzielt die Branche im
Durchschnitt ein zweistelliges Prozentwachstum (+10,8 % im I. Halbjahr 2021 gegen‐
über dem Vorjahr). Im Vergleich zu 2019 sind die Umsätze um +24,2 % angestiegen –
so hoch wie in keiner anderen Einzelhandelsbranche.

Der Lebensmitteleinzelhandel kann die Umsätze auch im I. Halbjahr 2021 weiter
steigern, wenngleich die Wachstumsrate – ausgehend vom hohen Vorjahresniveau –
mit +3,7 % deutlich geringer ausfällt. Im Vergleich zu Vor‐Corona (2019) erhöhen sich
die Halbjahresumsätze in dieser Branche um +13,4 %.

Ebenfalls    über    dem     Vorkrisenniveau         liegen   die   Branchenumsätze   im
Blumeneinzelhandel, im Elektroeinzelhandel in den Drogerien und Apotheken sowie
im Möbeleinzelhandel. Im Gegensatz dazu kann der Einzelhandel mit Zeitschriften,
Papier und Bürobedarf – neben dem Schmuckeinzelhandel –trotz Wachstums im
I. Halbjahr 2021 das Umsatzniveau 2019 (noch) nicht erreichen.

Die Einzelhandelsbranchen Buch, Sport, Spiel und vor allem Mode müssen auch im
I. Halbjahr 2021 Umsatzrückgänge hinnehmen. Im Bekleidungseinzelhandel liegen die
Umsätze um ‐21,7 % unter dem Vorkrisenniveau 2019, im Schuheinzelhandel um
‐26,1 %. Gerade die modischen Branchen können vom Restart der österreichischen
Wirtschaft nach dem Ende der Lockdowns nicht profitieren – im Gegenteil, die
Umsatzverluste werden sogar noch größer.
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                                            15

                  Nominelle Umsatzentwicklung in Einzelhandelsbranchen ‐ I. Halbjahr 2021
                             (Veränderung in % zum Vorjahr 2020 und zum Vorkrisenniveau 2019)

                       ‐30               ‐20           ‐10                   0                      10                   20          %   30

    Bau‐ und Heim‐
                                                                                                    13,1                      20,5
     werkerbedarf

           Schmuck                                  ‐14,0                                                         14,3

            Blumen                                                               2,7                            13,5

             Online                                                                                        10,8           24,2

             Elektro                                                                   6,4               10,1

         Drogerien/
                                                                                             10,0        10,0
         Apotheken

       Einzelhandel                                                              4,3           6,4

              Möbel                                                          1,7             4,6

       Lebensmittel                                                                      3,7        13,4

       Zeitschriften                                                ‐1,9               1,3

             Bücher                                            ‐1,7 ‐0,3

               Sport                                         ‐2,7 ‐1,6

               Spiel                                  ‐4,9   ‐1,9

         Bekleidung                      ‐21,7                  ‐2,7

             Schuhe              ‐26,1                  ‐6,1

                       ‐30               ‐20           ‐10                   0                      10                   20          %   30

                                  I.Halbjahr 2021 zu 2020                  I.Halbjahr 2021 zu 2019

Abbildung 6: Nominelle Konjunkturentwicklung in ausgewählten Einzelhandelsbranchen, I:
             Halbjahr 2021 (in % gegenüber dem Vorjahr und gegenüber dem Vorkrisenniveau 2019)
Datenbasis: Statistik Austria, Konjunkturstatistik
Anmerkung: vorläufige Daten
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                        16

2.3   Einzelhandelskonjunktur im EU-27-Vergleich

Einzelhandelsumsätze liegen im EU‐27‐Durchschnitt von Jänner bis Mai 2021
deutlich über dem Niveau 2020 und auch über dem Vorkrisenniveau 2019

Im EU‐27‐Durchschnitt fährt der Einzelhandel von Jänner bis Mai 2021 ein reales (preis‐
und kalenderbereinigtes) Konjunkturplus von +7,4 % ein. Nach den (vor allem
Lockdown‐bedingten) Rückgängen von Jänner bis Mai 2020 (‐4,4 %) bedeutet dies,
dass die Einzelhandelsumsätze real das Vorkrisenniveau wieder erreicht bzw.
übertroffen haben. Im Vergleich zu Jänner bis Mai 2019 fällt das Absatzvolumen im
europäischen Einzelhandel in den ersten 5 Monaten 2021 bereits um +2,6 % (preis‐
und kalenderbereinigt) höher aus.

Sehr ähnlich stellt sich die Situation in Österreich dar. Mit einem Anstieg des
Absatzvolumens um +6,4 % liegt die Wachstumsrate von Jänner bis Mai 2021
(gegenüber dem Vorjahr) zwar unter dem EU‐Durchschnitt, das Konjunkturminus ist
aber auch von Jänner bis Mai 2020 (‐3,6 %) geringer ausgefallen. Im Vergleich zum
Vorkrisenniveau 2019 weist der österreichische Einzelhandel ein reales Plus von +2,5 %
auf. Damit liegt der Restart des Einzelhandels in Österreich von Jänner bis Mai 2021 –
im Vergleich zu Vor‐Corona – nahezu exakt auf EU‐27‐Niveau (+2,6 %).

Generell müssen die Steigerungsraten in den ersten 5 Monaten 2021 (auch) unter dem
Blickwinkel der Umsatzrückgänge im vergleichbaren Vorjahreszeitraum gesehen und
mit dem Vorkrisenniveau 2019 verglichen werden. In Spanien, Italien und Slowenien
erwirtschaftet der Einzelhandel zwar zwischen Jänner und Mai 2021 zum Teil hohe
Wachstumsraten gegenüber dem Vorjahr, das Konjunkturplus reicht jedoch nicht aus
das Vorkrisenniveau 2019 wieder zu erreichen. Zu stark ausgeprägt war der
Konjunktureinbruch in den ersten 5 Monaten 2020 im Einzelhandel in diesen Ländern.

Zwar verzeichneten Malta und Portugal von Jänner bis Mai 2020 geringere
Umsatzrückgänge als die o.a. Länder, die Wachstumsraten 2021 sind aber auch hier zu
gering, um die Umsätze 2019 zu erreichen. Einen „Sonderfall“ stellt der Einzelhandel
in der Slowakei dar, der in den ersten 5 Monaten 2021 als einziges EU‐Land nicht in
Schwung kommt und ein reales Konjunkturminus von ‐1,9 % gegenüber dem (Corona‐
bedingt ohnehin niedrigem) Niveau 2020 hinnehmen muss.
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                     17

Die höchsten Steigerungsraten von Jänner bis Mai 2021 zeigt der Einzelhandel in
Luxemburg (+16,0 %, preis‐ und kalenderbereinigt) gefolgt von Frankreich (+15,1 %).
Diese beiden Länder haben im Vergleich zu Österreich bzw. zum EU‐Durchschnitt
jedoch im Vorjahreszeitraum deutlich höhere Rückgänge des Absatzvolumens im
Einzelhandel hinnehmen müssen, sodass die höheren Wachstumsraten 2021 nicht
überraschen.

Am „besten“ durch die Covid‐19‐Krise ist im Vergleich zum Vorkrisenniveau 2019 der
Einzelhandel in Rumänien gekommen. Nach geringen Umsatzrückgängen von Jänner
bis Mai 2020 fällt die Wachstumsrate 2021 real (preisbereinigt) mit +13,9 %
überdurchschnittlich hoch aus. Danach folgen die baltischen Staaten Estland und
Litauen, wenngleich die hohen Zuwächse im Einzelhandel 2021 – nicht auf einem
Umsatzminus wie in Rumänien sondern – auf einem geringen Plus 2020 aufbauen.

Im deutschen Einzelhandel fallen die Wachstumsraten von Jänner bis Mai 2021
deutlich geringer als in Österreich aus. Das ist wiederum bedingt durch
unterschiedliche Ausgangsniveaus 2020. Während der Einzelhandel in Deutschland die
ersten 5 Monate 2020 mit einem Konjunkturplus abgeschlossen hat, verzeichnete der
österreichische Einzelhandel ein Minus. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau 2019 hat
sich jedoch Deutschland stabiler entwickelt bzw. liegen die Einzelhandelsumsätze von
Jänner bis Mai 2021 mit +3,3 % (preis‐ und kalenderbereinigt) über dem vergleich‐
baren Konjunkturwachstum 2019/2021 in Österreich (+2,5 %).

Vor allem die nordeuropäischen Länder und Rumänien sind „gut“ durch die Covid‐19‐
Krise mit all ihren Begleiterscheinungen (Stichwort Lockdowns) gekommen. Allen
voran Estland und Litauen, aber auch Finnland, Dänemark und Schweden konnten in
den ersten 5 Monaten 2021 die Absatzvolumina im Einzelhandel zwar nicht so deutlich
steigern wie z.B. die südeuropäischen Länder Kroatien, Bulgarien, Slowenien und
Italien, das Einzelhandelswachstum 2021 basiert jedoch auf stabilen bzw. steigenden
Umsätzen 2020 (und nicht wie in Südeuropa auf deutlichen Rückgängen 2020). Daher
fallen auch die Umsatzsteigerungen im nordeuropäischen Einzelhandel in den ersten
5 Monaten 2021 im Vergleich zum Vorkrisenniveau 2019 höher als im
südeuropäischen Einzelhandel aus. Österreich liegt im Umsatzvergleich 2019/2021
nahe am EU‐27‐Durchschnitt.
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                                                       18

                              Deflationierter Umsatzindex im EU‐27‐Einzelhandel ‐ Jänner bis Mai 2021
               (Veränderung in % zum Vorjahr 2020 und zum Vorkrisenniveau 2019, preisbereinigt und kalenderbereinigt)

                       ‐10                   ‐5                 0                       5                     10                  15            %   20

        Luxemburg                                                           3,9                                                          16,0
         Frankreich                                                               4,9                                                  15,1
            Litauen                                                                                       11,2                 13,9
         Rumänien                                                                                                     13,6     13,9
           Kroatien                                                                 5,7                                    12,3
          Bulgarien                                                 0,1                                                 11,8
            Belgien                                                                                 9,3               11,1
            Estland                                                                                                  10,7 11,5
         Slowenien                                       ‐1,2                                                       10,5
             Italien                  ‐4,6                                                                          10,2
            Zypern                                                                5,0                          9,4
      Griechenland                                                         3,5                                8,8
           Spanien                     ‐4,2                                                               8,4
             Irland                                                       3,2                             8,3
             EU 27                                                   2,6                                7,4
              Polen                                                                                 7,1       7,5

         Dänemark                                                                           7,2    6,8
         Schweden                                                                       6,4       6,4
         Österreich                                                  2,5                          6,4
           Finnland                                                                               6,1         8,8

             Malta                                       ‐1,4                             4,5
           Portugal                               ‐2,6                           2,5
        Tschechien                                                  0,6          2,3
       Niederlande                                                               2,2 2,9
       Deutschland                                                         1,7      3,3

           Lettland                                                 0,7    1,4
            Ungarn                                                         1,2 2,1
          Slowakei             ‐6,8                ‐1,9
                       ‐10                   ‐5                 0                       5                     10                  15          %     20

                             Jänner bis Mai 2021 zu 2020                           Jänner bis Mai 2021 zu 2019

Abbildung 7: Deflationierter Umsatzindex im EU‐27‐Einzelhandel, Jänner bis Mai 2021
               (in % gegenüber dem Vorjahr)

Datenbasis: Eurostat (für Österreich auf Basis Statistik Austria)
Anmerkungen:
  Im Unterschied zur realen Konjunkturentwicklung im Einzelhandel in Österreich (von Statistik Austria)
  werden die (preisbereinigten) Konjunkturdaten auf Europaebene (von Eurostat) zusätzlich noch
  kalenderbereinigt.
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                            19

2.4     Konjunktur im Großhandel

Großhandelsumsätze liegen in den ersten 5 Monaten 2021 über dem
Vorjahresniveau – aber nicht in allen Branchen

Mit einem nominellen Umsatzplus von Jänner bis Mai in Höhe von +11,1 % startet der
Großhandel ins Jahr 2021. Damit erreichen bzw. übersteigen die Umsätze auch das
Vorkrisenniveau von 2019 (+0,4 %). Die einzelnen Monate entwickeln sich Lockdown‐
bedingt unterschiedlich von ‐13,5 % im Jänner bis +31,8 % im Mai.

Die Preissteigerungen im Großhandel fallen in den ersten 5 Monaten 2021 mit 6,6 %
höher als im Handel insgesamt (4,1 %) und auch höher als im Jahr 2019 (0,3 %) und
2020 (‐1,8 %) aus. Unter Berücksichtigung der Preisentwicklung bedeutet das
nominelle Umsatzplus von Jänner bis Mai 2021 (+11,1 %) ein reales Konjunktur‐
wachstum von +4,5 %.

                         Nominelle Umsatzentwicklung im Großhandel ‐ Jänner bis Mai 2021
 50                                           (Veränderung in % zum Vorjahr)
  %
 40                                                                     31,8
 30                                                                                24,1       Jän‐Mai 2021
                                                    16,9                                      zum Vorjahr :
 20
                                                                                              +11,1%
 10

  0

                                 ‐1,6                                                         Jän‐Mai 2021
‐10
                                                                                              zu Vor‐Krise
‐20        ‐13,5                                                                              2019: +0,4%
‐30
          Jänner               Februar              März                April       Mai

                      Reale Entwicklung (Absatzvolumen) im Großhandel ‐ Jänner bis Mai 2021
 50                                           (Veränderung in % zum Vorjahr)
  %
 40

 30                                                                     22,0
 20                                                                                12,4
                                                    9,2
 10

  0

‐10
                                 ‐4,7
‐20
           ‐14,7
‐30
          Jänner               Februar              März                April       Mai

Abbildung 8: Nominelle und reale Konjunkturentwicklung im Großhandel, I. Halbjahr 2021
                   (in % gegenüber dem Vorjahr)

Datenbasis: Statistik Austria, Konjunkturstatistik
Anmerkung: noch keine Konjunkturdaten für Juni 2021 verfügbar
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                      20

Konjunkturaufschwung im Großhandel mit Nahrungsmittel lässt weiter auf sich
warten

Im Vergleich der drei umsatzstärksten Branchen zeigen sich deutliche Konjunktur‐
unterschiede im Restart des österreichischen Großhandels. Während der Fachgroß‐
handel (Großhandel mit Erzen, Metallen, Baustoffen, chemischen Erzeugnissen etc.)
von Jänner bis März 2021 ein zweistelliges Umsatzplus erzielen kann (+17,9 %
gegenüber dem Vorjahreszeitraum) und der Großhandel mit Gebrauchs‐ und
Verbrauchsgütern (Bekleidung, Elektro, Erzeugnisse, Möbel etc.) ein nominelles
Wachstum von +7,6 % erwirtschaftet, bleibt der Konjunkturaufschwung im
Großhandel mit Nahrungsmitteln (noch) aus. Zurückzuführen ist der Umsatzrückgang
von nominell ‐4,0 % vor allem auf die in den ersten Monaten 2021 geschlossene
Gastronomie und Hotellerie und dem nur langsam in Fahrt kommenden Tourismus
(vor allem vor dem Hintergrund noch ausbleibender ausländischer Gäste). Im I. Quartal
2021 musste der österreichische Tourismus Umsatzrückgänge in Höhe von ‐78,9 %
hinnehmen.

Der Großhandel mit Gebrauchs‐ und Verbrauchsgütern kann das Vorkrisenniveau
übertreffen (nominell +0,4 % von Jänner bis Mai 2021 gegenüber Jänner bis Mai 2019).
Der Fachgroßhandel (‐2,7 % gegenüber 2019) erreicht trotz Konjunkturplus 2021 das
(hohe) Umsatzniveau 2019 (noch) nicht. Die Umsätze im Großhandel mit
Nahrungsmitteln liegen nach Rückgängen 2020 und 2021 deutlich unter dem Vor‐
Corona‐Niveau (‐8,8 % gegenüber 2019).
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                           21

                        Nominelle Umsatzentwicklung in Großhandelsbranchen ‐ Jänner bis Mai 2021
                                   (Veränderung in % zum Vorjahr und zum Vorkrisenniveau 2019)

                                        ‐10          ‐5             0               5            10         15      %   20

                  GH‐Fachgroßhandel                          ‐2,7                                            17,9

                Großhandel (gesamt)                                     0,4                   11,1

GH‐Gebrauchs‐ und Verbrauchsgüter                                             5,3       7,6

                  GH‐Nahrungsmittel           ‐8,8        ‐4,0

                                        ‐10          ‐5             0               5            10         15      %   20

                                      Jänner bis Mai 2021 zu 2020                       Jänner bis Mai 2021 zu 2019

Abbildung 9: Nominelle Konjunkturentwicklung in ausgewählten Großhandelsbranchen, Jänner
             bis Mai 2021 (in % gegenüber dem Vorjahr)
Datenbasis: Statistik Austria, Konjunkturstatistik
Anmerkungen: umsatzstärkste Großhandelsbranchen nach ÖNACE:
    Großhandel mit Gebrauchs‐ und Verbrauchsgütern: (ÖNACE 46.4: Bekleidung, Elektro, kosmetischen
    Erzeugnissen, Schmuck, Möbel, etc.)
    Großhandel mit Nahrungsmittel (ÖNACE 46.3: Nahrungsmittel, Getränke, Fleisch, Obst, etc.
    Fachgroßhandel (ÖNACE 46.7, Sonstiger Großhandel mit Erzen, Metallen, Baustoffen, chemischen
    Erzeugnissen, etc.)
    Anmerkung: noch keine Daten für Juni 2021 verfügbar
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                 22

2.5     Konjunktur in der Kfz-Wirtschaft

Umsätze in der Kfz‐Wirtschaft steigen von Jänner bis Mai deutlich an – liegen aber
(noch) unter dem Vor‐Corona‐Niveau

Mit +29,9 % steigen die Umsätze in der Kfz‐Wirtschaft in den ersten 5 Monaten 2021
gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich stärker als in den Sektoren Einzelhandel und
Großhandel an, der Konjunktureinbruch 2020 kann jedoch (noch) nicht ausgeglichen
werden. Im Vergleich zu 2019 fallen die Umsätze von Jänner bis Mai 2021 geringer aus
(nominell ‐1,6 %).

Besonders hohe Umsatzsteigerungen sind für März (+89,4 %) und April (+82,8 %)
festzustellen, wobei hier das sehr geringe Ausgangsniveau 2020 (Lockdown #1) durch‐
schlägt. Da die Preise in der Kfz‐Wirtschaft in den ersten 5 Monaten durchschnittlich
um 2,4 % steigen, führt das nominelle Umsatzplus von +29,9 % zu einem realen
Konjunkturwachstum von +27,5 %.

                      Nominelle Umsatzentwicklung in der Kfz‐Wirtschaft ‐ Jänner bis Mai 2021
140                                           (Veränderung in % zum Vorjahr)
  %
120

100                                                 89,4                82,8
 80                                                                                                Jän‐Mai 2021
 60                                                                                                zum Vorjahr :
                                                                                     27,9          +29,9%
 40
 20                              2,0
  0
‐20                                                                                                Jän‐Mai 2021
‐40        ‐18,7                                                                                   zu Vor‐Krise
          Jänner               Februar              März                April         Mai          2019: ‐1,6%

                   Reale Entwicklung (Absatzvolumen) in der Kfz‐Wirtschaft ‐ Jänner bis Mai 2021
140                                           (Veränderung in % zum Vorjahr)
  %
120

100                                                 86,2
                                                                        78,7
 80

 60
 40

 20                                                                                  10,3
                                 0,5
  0
‐20

‐40        ‐20,2
          Jänner               Februar              März                April         Mai

Abbildung 10: Nominelle und reale Konjunkturentwicklung in der Kfz‐Wirtschaft, I. Halbjahr 2021
                   (in % gegenüber dem Vorjahr)

Datenbasis: Statistik Austria, Konjunkturstatistik
Anmerkung: noch keine Konjunkturdaten für Juni 2021 verfügbar
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                             23

Kraftfahrzeug‐Zulassungen steigen im I. Halbjahr 2021 deutlich an

Der Restart in der Kfz‐Wirtschaft setzt im März 2021 nahezu „explosionsartig“ ein. Die
Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen steigen – ausgehend vom geringen Niveau 2020
– im März um +165,9 %, die Gebrauchtzulassungen um +139,6 %. Auch im April
werden noch überdurchschnittlich hohe Steigerungsraten erzielt, während in den
Folgemonaten die Wachstumsdynamik erwartungsgemäß wieder abnimmt (da das
Ausgangsniveau 2020 nach Lockdown #1 wiederum höher ausgefallen ist).

Im Vergleich zum I. Halbjahr 2020 sind die Zulassungszahlen von Jänner bis Juni 2021
bei den Neu‐Kraftfahrzeugen um +28,2 % und bei den Gebraucht‐Kraftfahrzeugen um
+17,7 % angestiegen. Das bedeutet im Vergleich zum Vorkrisenniveau 2019 bei den
Neuzulassungen einen Rückgang um ‐12,0 % und bei den Gebrauchtzulassungen ein
Wachstum von +6,5 %.

In Summe sind in Österreich im I. Halbjahr rd. 209.000 Kraftfahrzeuge neu zugelassen
worden – um rd. +46.000 mehr als im Vorjahreszeitraum, aber um rd. ‐29.000 weniger
als vor der Krise. Bei den Gebrauchtzulassungen zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier
wurden rd. 581.000 Kraftfahrzeuge zugelassen – um rd. +88.000 mehr als im Vorjahr.
Im Gegensatz zu den Neuzulassungen übersteigen die Gebrauchtzulassungen aber das
Vorkrisenniveau. Im Vergleich zum I. Halbjahr 2019 sind von Jänner bis Juni 2021 um
knapp +36.000 gebrauchte Kraftfahrzeuge mehr zugelassen worden.

                       Neu‐ und Gebraucht‐Kraftfahrzeugzulassungen (gesamt) ‐ I. Halbjahr 2021
                                                  (Veränderung in % zum Vorjahr)
200
      %                                      165,9

150
                                            139,6

100                                                           82,9

 50
                                                                               14,8       16,0   Neu‐
                            8,7                               47,2                               zulassungen
  0
          ‐18,2
                            0,1                                                    ‐0,7          Gebraucht‐
                                                                                          ‐5,6
                                                                                                 zulassungen
‐5 0
          ‐33,8
          Jänner          Februar          März               April            Mai        Juni

Abbildung 11: Kraftfahrzeug‐Neu‐& ‐Gebrauchtzulassungen (gesamt), I. Halbjahr 2021
                   (in % gegenüber dem Vorjahr)

Datenbasis: Statistik Austria, Kfz‐Statistik
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                                         24

3 Arbeitsmarkt im I. Halbjahr 2021

3.1    Unselbstständig Beschäftigte im Handel

Arbeitsmarkt im Handel erholt sich deutlich und übersteigt Vorkrisenniveau

Durchschnittlich 555.153 Personen sind im ersten Halbjahr 2021 als unselbständig
Erwerbstätige im Handel gemeldet. Erstmalig seit Corona schließt der Handel damit
wieder mit einem deutlichen Beschäftigungsplus bei den Beschäftigten (+2,3 %) ab.
Besonders im Einzelhandel mit +2,7 % und dem Großhandel mit +2,6 % fällt das Plus
deutlich aus. In der Kfz‐Wirtschaft bleibt es vorerst noch bei einer schwarzen Null.

Damit sind knapp 6.000 Personen mehr im Handel beschäftigt als im
Vergleichszeitraum 2019 (Vor‐Corona), was einem Plus von 1,1 % entspricht.
Gemessen an der Zahl der Köpfe weist der Einzelhandel mit +4.000 Beschäftigten
(+1,4 % zum Vorkrisenniveau) das größte Plus auf, relativ betrachtet kann jedoch der
Großhandel mit +2 % das größte Beschäftigungswachstum verzeichnen (+3.699
Beschäftigte).

                         Beschäftigungsentwicklung im Handel ‐ I. Halbjahr 2019 bis I. Halbjahr 2021
                                                      (Veränderung zum Vorjahr in %)

 4,0
  %
 3,0                                                                2,7                              2,6
                                2,3
                                                                                                           1,8
 2,0                                                                        1,5
                                                                                  1,2
        1,0 0,9
 1,0                                        0,6 0,7                                                              0,6
                                                                                               0,0                                   0,0
 0,0

‐1,0                     ‐0,6                                ‐0,5                       ‐0,6
                  ‐1,2                                ‐1,3
‐2,0

                                                                                                                              ‐2,3
‐3,0                                                                                                                   ‐2,5

‐4,0
         Handel (gesamt)                       Einzelhandel                       Großhandel                 Kfz‐Wirtschaft

        1. Halbjahr 2019              2. Halbjahr 2019         1. Halbjahr 2020     2. Halbjahr 2020       1. Halbjahr 2021

Abbildung 12: Entwicklung der unselbständig Beschäftigten im österreichischen Handel, I. Halbjahr
              2019 bis I. Halbjahr 2021 (in % gegenüber dem Vorjahr)
Datenbasis: BaliWeb
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                        25

Die Kfz‐Wirtschaft liegt mit einem Minus von 1.751 Beschäftigten bzw. ‐2,5 % noch
deutlich hinter dem Vorkrisen‐Niveau zurück, kann seit März 2021 aber ebenfalls
kontinuierliche – wenn auch geringe – Anstiege verzeichnen.

Mit 562.045 unselbständig Beschäftigten erreicht der Handel im Juni 2021 ein neues
Rekordhoch, insbesondere der Einzelhandel kann mit 301.050 erstmalig die
300.000er‐Marke knacken.

Beschäftigungsentwicklung im Einzelhandel Branchen‐abhängig

Das Plus im Einzelhandel von 2,7 % im 1. Halbjahr 2021 fällt für die einzelnen Branchen
unterschiedlich aus: mit einem Plus von 28,7 % kann der Online‐Handel das größte
Wachstum im 1. Halbjahr 2021 (verglichen mit dem 1. Halbjahr 2020) verzeichnen. In
absoluten Zahlen entspricht dies einem Anstieg um +1.187 Beschäftigte auf 5.328 im
ersten Halbjahr, Tendenz steigend (Juni 2021: 5.552 unselbständig Beschäftigte).

Es folgen der Bau‐ und Heimwerkerbedarf mit +7,2 % (+1.127 Beschäftigte) sowie
Schmuck und Uhren mit +5 % (+168 Beschäftigte), die damit das Vorkrisenniveau aber
noch nicht wieder erreichen können. Ebenfalls überdurchschnittlich entwickelt sich die
Zahl der Beschäftigten bei Blumen (+4,8 %), Food (+4,2 %), Möbel (4,2 %) und
Zeitschriften (+3,8 %).

Hingegen noch unterdurchschnittlich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 liegen
Schuhe (‐6,5 %) und Bekleidung (‐2,9 %), Bücher (‐0,9 %), Sport (‐4,7 %) und Spiel
(‐5,5 %), wobei für den Sportartikeleinzelhandel das erste Quartal mit dem Wegfall
einer gesamten Wintertourismus‐Saison und einer ausgezeichneten Saison 2019/20
besonders negativ zu Buche schlägt, sich die Beschäftigtenzahlen seit April jedoch
wieder deutlich verbessern und im April wieder über Vorjahresniveau liegen.
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                    26

                          Beschäftigungsentwicklung in Einzelhandelsbranchen ‐ I. Halbjahr 2021
                                                          (Veränderung in % zum Vorjahr)

          Online                                                                                               28,7
 Bau‐ und Heim‐
                                                                                 7,2
  werkerbedarf
       Schmuck                                                             5,0

         Blumen                                                            4,8

           Food                                                           4,2

          Möbel                                                           4,2

    Zeitschriften                                                     3,8

    Einzelhandel                                                    2,7

         Elektro                                              1,3
     Drogerien/
                                                           0,4
     Apotheken
         Bücher                                ‐0,9

     Bekleidung                         ‐2,9

           Sport                 ‐4,7

            Spiel            ‐5,5

         Schuhe           ‐6,5

                    ‐10                 ‐5            0               5                10   15   20   25   %    30

Abbildung 13: Entwicklung der unselbständig Beschäftigten im österreichischen Einzelhandel,
              I. Halbjahr 2021 (in % gegenüber dem Vorjahr)
Datenbasis: BaliWeb
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                     27

3.2    Arbeitslosenzahlen und Kurzarbeit

Sprunghafter Rückgang der Arbeitslosenquote

Auch wenn im ersten Quartal 2021 noch Zuwächse an Arbeitslosen zu verzeichnen
sind, verbessert sich die Lage mit April sprunghaft und führt im Handel zu einem
deutlichen Minus im Halbjahresvergleich: so können 9,6 % weniger Arbeitslose als im
Vergleichszeitraum 2020 verzeichnet werden, wobei das Minus in der Kfz‐Wirtschaft
besonders deutlich ausfällt. Mit insgesamt 45.638 Arbeitslosen im Handel kann im Juni
2021 die niedrigste Zahl an Arbeitslosen seit 2020 verzeichnet werden.

                           Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Handel ‐ I. Halbjahr 2021
 10                                            (Veränderung zum Vorjahr in %)
 %
 5

  0

 ‐5

‐10
             ‐9,6                       ‐8,6                         ‐9,3
‐15

‐20                                                                                       ‐16,8
        Handel (gesamt)             Einzelhandel                 Großhandel           Kfz‐Wirtschaft

Abbildung 14: Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Handel, I. Halbjahr 2021
              (in % gegenüber dem Vorjahr)

Datenbasis: BaliWeb, AMS
Berechnungen: Economica

Verglichen mit den Höchstwerten an gemeldeten Arbeitslosen (im April 2020)
entsprechen die Juni 2021‐Zahlen einem Rückgang von ‐43,2 % (‐3.119 Arbeitslose) in
der Kfz‐Wirtschaft, minus 33,9 % im Einzelhandel (‐15.524 Arbeitslose) und ‐33,5 % im
Großhandel (‐5.700 Arbeitslose).

Zahl der offenen Stellen kontinuierlich ansteigend

Seit Jänner 2021 ist ein stetiger Anstieg der Zahl offener Stellen im Handel zu
verzeichnen: Im Durchschnitt sind im ersten Halbjahr 2021 13.250 Stellen nicht
besetzt, davon rund 70 % (9.220 offene Stellen) im Einzelhandel. Damit liegt die Zahl
offener Stellen im Halbjahresvergleich +19,5 % über dem Vorjahreswert. Mit einem
Anstieg von +38,0 % fällt die Steigerung im Großhandel besonders hoch aus.
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                          28

                            Entwicklung der offenen Stellen im Handel ‐ I. Halbjahr 2021
 50
  %

 40
                                                                   38,0

 30                                                                                            25,0
               19,5
 20
                                        14,1

 10

  0
         Handel (gesamt)            Einzelhandel                Großhandel                 Kfz‐Wirtschaft

Abbildung 15: Entwicklung der offenen Stellen im Handel, I. Halbjahr 2021 (in % gegenüber dem Vorjahr)
Datenbasis: BaliWeb
Berechnungen: Economica

Erholung am Arbeitsmarkt reduziert Zahl der zur Kurzarbeit Gemeldeten massiv

Die Erholung am Arbeitsmarkt wird auch in den zur Kurzarbeit gemeldeten Personen
deutlich: so sind im Mai 2021 von den insgesamt knapp 306.300 Personen, die seit
März 2020 zur Kurzarbeit angemeldet wurden, nur mehr 9,5 %, d.h. 29.193 Personen,
in Kurzarbeit. Mehr als jede/r Zweite im Handel Beschäftigte (56 %) war somit irgend‐
wann im Zeitraum März 2020 bis Mai 2021 zur Kurzarbeit angemeldet, wobei der Wert
für die Kfz‐Wirtschaft mit über 80 % besonders hoch ausfällt.

Im zeitlichen Verlauf hängt die Zahl der zur Kurzarbeit Gemeldeten stark mit den
Lockdowns zusammen: so findet sich der höchste Ausschlag in Lockdown #1 im April
2020: insgesamt 258.520 Personen sind hier im Handel (davon knapp die Hälfte im
Einzelhandel) in Kurzarbeit. Diese Zahlen sinken danach deutlich, bis zu einem
Minimum von 18.253 zur Kurzarbeit Gemeldeten im Oktober 2020. Danach folgt ein
sprunghafter Anstieg mit Lockdown #2, der im Jänner 2021 zwar einen neuen
Höhepunkt erreicht (118.768 Personen), damit aber nicht einmal halb so stark ausfällt,
wie im April 2020.
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                                         29

                                     Entwicklung des Bestands an Personen in Kurzarbeit
  300000                                               (Mai 2020 bis März 2021)

  250000

  200000

  150000

  100000

   50000

        0
             03/2020 04/2020 05/2020 06/2020 07/2020 08/2020 09/2020 10/2020 11/2020 12/2020 01/2021 02/2021 03/2021 04/2021 05/2021

                          Handel                 Einzelhandel                 Großhandel                      Kfz‐Wirtschaft

Abbildung 16: Entwicklung des Bestands von Personen in Kurzarbeit, I. Halbjahr 2021
Datenbasis: AMS (vorläufige Zahlen)
Berechnungen: Economica

Der zeitliche Verlauf und die Inanspruchnahme der Kurzarbeit können mit Hilfe einer
sogenannten Heat‐Map besonders gut dargestellt werden: die Werte in den Zellen
bezeichnen dabei den Anteil der im jeweiligen Monat zur Kurzarbeit Gemeldeten am
Gesamtbestand zur Kurzarbeit Gemeldeter (d.h. jemals im Zeitraum seit März 2020 zur
Kurzarbeit gemeldete Personen).

                    01/    02/    03/    04/    05/    06/    07/    08/    09/    10/    11/    12/    01/     02/    03/    04/    05/
                   2020   2020   2020   2020   2020   2020   2020   2020   2020   2020   2020   2020   2021    2021   2021   2021   2021
Handel (gesamt)    0%     0%     51%    84%    63%    29%    17%    15%    9%     6%     32%    31%    39%     33%    21%    16%    10%
Einzelhandel       0%     0%     56%    81%    59%    28%    18%    15%    9%     7%     46%    41%    49%     40%    23%    20%    11%
Großhandel         0%     0%     38%    87%    70%    38%    20%    17%    11%    6%     22%    22%    29%     27%    22%    16%    9%
Kfz-Wirtschaft     0%     0%     61%    90%    61%    18%    10%    9%     5%     3%     15%    24%    29%     29%    17%    8%     6%

Abbildung 17: Kurzarbeit gemeldeter Personen nach Monat an Gesamtbestand zur Kurzarbeit
              Gemeldeter, Jänner 2020 bis Mai 2021 (in %)
Datenbasis: AMS (vorläufige Zahlen)
Berechnungen: Economica

Bei einem detaillierten Blick auf die Zahl im Mai 2021 noch zur Kurzarbeit gemeldeten
Personen zeigt sich, dass die Kurzarbeit vor allem in jenen Branchen, die auch in der
Zahl der unselbständig Beschäftigten noch negative Entwicklungen aufweisen
(Bekleidung, Schuhe, Sport, Schmuck), noch besonders in Anspruch genommen wird.
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                  30

                                                           Top-10                                          Mai.21
4771 Einzelhandel mit Bekleidung                                                                           4 095
4520 Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen                                                           1 546
4764 Einzelhandel mit Fahrrädern, Sport- und Campingartikeln                                               1 328
4639 Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren, ohne ausgeprägten Schwerpunkt   1 326
4772 Einzelhandel mit Schuhen und Lederwaren                                                               1 268
4511 Handel mit Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger                                  1 229
4730 Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen)                                                    1 169
4634 Großhandel mit Getränken                                                                              1 042
4777 Einzelhandel mit Uhren und Schmuck                                                                     997
4669 Großhandel mit sonstigen Maschinen und Ausrüstungen                                                    923

Tabelle 1: Top‐10 Handels‐Branchen, gemessen an der Zahl zur Kurzarbeit Gemeldeter im Mai 2021
Datenbasis: AMS (vorläufige Zahlen)
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                             31

4 Regionale Entwicklungen im I. Halbjahr

4.1    Konjunkturentwicklungen in den Bundesländern

Deutliches Umsatzwachstum in allen Bundesländern

Nach Umsatzrückgängen zu Beginn des Jahres 2021 können bis Mai (bzw. Juni für den
Einzelhandel) in allen Bundesländern sowohl der Einzelhandel, Großhandel als auch
die Kfz‐Wirtschaft – und damit auch der Handel insgesamt – mit einem deutlichen Plus
abschließen. Für den Handel insgesamt können Niederösterreich mit +14,0 %, Kärnten
(+12,3 %), die Steiermark und Oberösterreich (je +12,2 %) im österreichweiten
Vergleich ein überdurchschnittliches Wachstum vorweisen. Vor allem tourismus‐
abhängige Bundesländer wie Tirol (+9,9 %), Salzburg (+10,5 %), Vorarlberg (+10,5 %)
und Wien (+10,6 %) können diese hohen Wachstumsraten noch nicht erreichen,
erholen sich – verglichen mit dem Vorjahr – aber deutlich. Ein ähnliches Bild zeigt sich
für die Bundesländer auch im Groß‐ und Einzelhandel. In der Kfz‐Wirtschaft führen die
Nova‐bedingten Vorzieheffekte und die hohe Zahl an Neuzulassungen in allen Bundes‐
ländern dazu, dass die Kfz‐Wirtschaft mit +28 % bis +31 % besonders stark wächst.

                         Nominelle Umsatzentwicklung im Handel nach Bundesländern ‐ Jänner bis Mai 2021
                                                        (Veränderung zum Vorjahr in %)

 Niederösterreich                                              14,0

          Kärnten                                        12,3

       Steiermark                                        12,2

   Oberösterreich                                        12,2

       Österreich                                       11,8

      Burgenland                                       11,3

            Wien                                  10,6

         Salzburg                                 10,5

       Vorarlberg                                 10,5

             Tirol                               9,9
                     0                      10                           20              30           %   40

Abbildung 18: Nominelle Konjunkturentwicklung im Handel nach Bundesländern, Jänner bis Mai
              2021 (in % gegenüber dem Vorjahr)
Datenbasis: Konjunkturdaten Statistik Austria, Leistungs‐ und Strukturerhebung Statistik Austria
Anmerkung: Zeitraum Jänner bis Mai 2021 (vorläufige Daten, für Juni liegen noch keine Konjunkturdaten
vor)
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                 32

                Nominelle Umsatzentwicklung im Einzelhandel nach Bundesländern ‐ I. Halbjahr 2021
                                                    (Veränderung zum Vorjahr in %)

 NÖ                              8,2
 OÖ                         7,3
  K                        6,6
  B                        6,6
  Ö                      6,4
 ST                      6,2
  S                  5,6
 W                   5,5
  V                  5,3
  T                4,6
      0                              10                              20                    30             %   40

                Nominelle Umsatzentwicklung im Großhandel nach Bundesländern ‐ Jänner bis Mai 2021
                                                        (Veränderung zum Vorjahr in %)

 NÖ                                                           16,7
 ST                                                 13,6
  K                                              12,4
  Ö                                         11,1
 OÖ                                       10,2
 W                                8,5
  S                              8,1
  V                            7,6
  T                            7,4
  B                        6,6
      0                              10                              20                    30             %   40

            Nominelle Umsatzentwicklung in der Kfz‐Wirtschaft nach Bundesländern ‐ Jänner bis Mai 2021
                                                    (Veränderung zum Vorjahr in %)

 ST                                                                                                31,1
  K                                                                                                31,0
 NÖ                                                                                                31,0
  B                                                                                               30,8
  T                                                                                              30,4
  Ö                                                                                             29,9
 OÖ                                                                                         29,4
  S                                                                                       28,7
  V                                                                                       28,5
 W                                                                                       28,0
      0                              10                              20                    30             %   40

Abbildung 19: Nominelle Umsatzentwicklung im Einzel‐, Großhandel und Kfz‐Wirtschaft nach
              Bundesländern, I. Halbjahr 2021 (in % gegenüber dem Vorjahr)
Datenbasis: Konjunkturdaten Statistik Austria, Leistungs‐ und Strukturerhebung Statistik Austria
Handel, Großhandel, Kfz‐Wirtschaft: Jänner bis Mai 2021 (vorläufige Daten)
Einzelhandel: Jänner bis Juni 2021 (vorläufige Daten)
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                        33

4.2    Beschäftigungsentwicklungen in den Bundesländern

Handel erholt sich in allen Bundesländern, Kfz‐Wirtschaft hinkt noch nach

Ein Blick auf die Beschäftigungsentwicklung im Handel auf Bundesländerebene zeigt,
dass sich im ersten Halbjahr 2021 in allen Bundesländern eine positive Entwicklung
verzeichnen lässt, wobei die stark Wintertourismus‐geprägten Bundesländer wie Tirol
(+0,9 %), Vorarlberg (+1,1 %) und Salzburg (+1,3 %) sowie Wien mit dem Wegfall des
Städte‐ und Kongresstourismus (+1,4 %) die geringsten Steigerungen in der
Beschäftigung aufweisen. Das höchste Plus im Handel weisen Niederösterreich
(+4,2 %), Kärnten (+2,7 %) und die Steiermark (+2,6 %) auf.

                     Beschäftigungsentwicklung im Handel nach Bundesländern ‐ I. Halbjahr 2021
                                            (Veränderung zum Vorjahr in %)

 Niederösterreich                                                     4,2

         Kärnten                                            2,7

      Steiermark                                            2,6

   Oberösterreich                                         2,4

       Österreich                                         2,3

      Burgenland                                    1,8

            Wien                                 1,4

         Salzburg                             1,3

       Vorarlberg                           1,1

            Tirol                          0,9
                                                                                                 %
                    ‐2            0                 2             4           6             8        10

Abbildung 20:       Entwicklung der unselbständig Beschäftigten im Handel nach Bundesländern,
                    I. Halbjahr 2021 (in % gegenüber dem Vorjahr)
Datenbasis: BaliWeb
Berechnungen: Economica

In etwa gleich hohe Wachstumsraten (im österreichweiten Durchschnitt) verzeichnen
der Einzelhandel sowie der Großhandel, wobei das Plus im Großhandel in
Niederösterreich mit +5,4 % besonders deutlich und mehr als doppelt so hoch wie
österreichweit ausfällt. Noch kein Beschäftigungsplus ist in der Kfz‐Wirtschaft zu
verzeichnen, in einzelnen Bundesländern (Vorarlberg, Salzburg, Wien und
Oberösterreich) muss hier für das erste Halbjahr 2021 sogar noch ein Minus
verzeichnet werden.
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                         34

                     Beschäftigungsentwicklung im Einzelhandel nach Bundesländern ‐ I. Halbjahr 2021
                                                             (Veränderung zum Vorjahr in %)

NÖ                                                                                          4,3
OÖ                                                                                3,5
  K                                                                       2,8
  B                                                                       2,8
  Ö                                                                    2,7
 ST                                                                 2,4
  S                                                          2,0
 W                                                       1,8
  V                                                      1,7
  T                                          0,9
      ‐2                     0                           2                            4                   6   8   %   10

                     Beschäftigungsentwicklung im Großhandel nach Bundesländern ‐ I. Halbjahr 2021
                                                             (Veränderung zum Vorjahr in %)

NÖ                                                                                                  5,4
 ST                                                                                   3,8
  K                                                                             3,2
  Ö                                                                   2,6
OÖ                                                           1,9
 W                                                 1,3
  S                                                1,3
  T                                            1,2
  V                                          1,0
  B                                0,3
      ‐2                     0                           2                            4                   6   8   %   10

                     Beschäftigungsentwicklung in der Kfz‐Wirtschaft nach Bundesländern ‐ I. Halbjahr 2021
                                                                   (Veränderung zum Vorjahr in %)

NÖ                                           1,0
 ST                                          0,9
  K                                          0,9
  B                                    0,5
  T                               0,2
  Ö                              0,0
OÖ                ‐0,5
 W         ‐1,1
  S        ‐1,1
  V        ‐1,1
      ‐2                     0                           2                            4                   6   8   %   10

Abbildung 21:            Entwicklung der unselbständig Beschäftigten im Einzel‐, Großhandel und Kfz‐
                         Wirtschaft nach Bundesländern, I. Halbjahr 2021 (in % gegenüber dem Vorjahr)
Datenbasis: BaliWeb
Berechnungen: Economica
Konjunktur im Handel – Restart im I. Halbjahr 2021                                                                   35

5 Resümee I. Halbjahr 2021 und Ausblick Jahr 2021

Restart im Handel pusht Umsätze über Vorkrisenniveau, aber nicht in allen Branchen

Der österreichische Handel erzielt in den ersten 5 Monaten 2021 nicht nur deutlich
höhere Umsätze als im Vorjahr (was angesichts der Lockdowns 2020 zu erwarten war),
sondern auch Umsatzsteigerungen im Vergleich zu Vor‐Corona. Die trifft sowohl auf
den Handel (insgesamt) als auch auf die Sektoren Einzelhandel und Großhandel zu.
Insbesondere der (stationäre) Non‐Food‐Einzelhandel hat sich schneller als erwartet
erholt – was jedoch nicht auf alle Branchen zutrifft. Gerade die modischen Branchen
kämpfen weiterhin mit rückläufigen Umsatzzahlen, während viele Einzelhandels‐
branchen (z.B. Elektroeinzelhandel, Möbeleinzelhandel, Einzelhandel mit Bau‐ und
Heimwerkerbedarf) das Vorkrisenniveau deutlich übertreffen. Der Internet‐ und
Versandhandel sowie der Lebensmitteleinzelhandel steigern ihre Umsätze weiter,
wenngleich sich die Wachstumsdynamik im I. Halbjahr 2021 abschwächt. Die Kfz‐
Wirtschaft stellt die Ausnahme dar. Zwar „explodieren“ die Kraftfahrzeugzulassungen
im März und April 2021 regelrecht, die damit verbundenen hohen Umsatzsteigerungen
können jedoch den Konjunktureinbruch 2020 (noch) nicht ausgleichen.

            Vergleich 2020 / 2021                                            Vergleich 2019 / 2021
 40         Nominelle Umsatzentwicklung                            40        Nominelle Umsatzentwicklung
  %                                                                 %
            im Handel ‐ I. Halbjahr 2021                                     im Handel ‐ I. Halbjahr 2021
                                              29,9
 30                                                                30

 20                                                                20

         11,8                    11,1
 10                   6,4                                          10

                                                                                     2,9
                                                                           0,8                 0,4
 0                                                                  0

                                                                                                            ‐1,6
‐10                                                                ‐10
         Handel      Einzel‐     Groß‐         Kfz‐                       Handel    Einzel‐   Groß‐        Kfz‐
        (gesamt)     handel      handel     Wirtschaft                   (gesamt)   handel    handel    Wirtschaft

Abbildung 22: Nominelle Konjunkturentwicklung im Handel, I. Halbjahr 2021
                   (in % gegenüber 2020 und in % gegenüber 2019)

Datenbasis: Statistik Austria, Konjunkturstatistik
* Anmerkungen:
      Handel, Großhandel, Kfz‐Wirtschaft: Analysezeiträume jeweils für Jänner bis Mai
      Einzelhandel: Analysezeiträume jeweils für Jänner bis Juni
Berechnungen: Economica
Sie können auch lesen