Impulse - www.hcig.de Taubheit mit Gentherapie heilen HCIG Technikseminar Hörreise

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Hannoversche
                                Cochlea-Implantat-

Impulse
                                Gesellschaft e. V.

2/2019        Leben mit dem Cochlea-Implantat
ISSN: 2199-5222     und anderen Hörsystemen

            Taubheit mit Gentherapie heilen

                       HCIG Technikseminar

                                     Hörreise

        www.hcig.de
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Inhalt

                                 Fachbeitrag
3       Auditory Nerve Implant (ANI) – das Implantat direkt am Hörnerv
4-5     MHH-Forscher wollen Taubheit mit Gentherapie helfen
6       Cochlea-Implanat und Tauchsport – geht das zusammen?

                                News Hersteller
10-11   Kleine Erfinder mit großen Ideen
20-21   Gemeinsam Musik erleben – mit Cochlea Implantat
22      Advanced Bionics komplettiert Frühjahrsoffensive mit der Vorstellung eines   Liebe Leserinnen, liebe Leser,
        neuen Prozessors für ältere Implantate
25      Neues Gesicht für die Sparte Hörimplantate bei auric Hörsysteme
                                                                                     hört, hört, ob mit CI oder auf andere Weise.
                                                                                     Wege dahin werden schon lange gesucht,
                             ERFAHRUNGSBERICHT                                       viele auch gefunden und einige sind Thema
8       Der Cochlear Kanso CP950 Soundprozessor                                      dieser Ausgabe.
12-14   Jules neue Ohren
26      Taub mit CI: Musik wahrnehmen, tanzen und obendrein auch noch Führen         Geforscht wird an Gentherapie dazu in der
        lernen
                                                                                     MHH um mit Genfähren fehlende Proteine zu
36-37   Hinter dem Horizont geht´s weiter – Mein Weg aus der Stille (Teil 1)
                                                                                     ersetzen.
38      "Trotz meiner Taubheit kann ich heute – Dank moderner Innenohrimplantate –
                                                                                      Auch ein neues Hörsystem ist in Entwicklung,
        wieder hören
                                                                                     das Auditory Nerve Implant (ANI) welches
                                                                                     direkt am Hörnerv stimulieren soll, um zu-
                                ERlebniSBERICHT                                      künftig auch Menschen das (Wieder)hören
16-17   Stefanie Arnold – eine CI-Trägerin auf Hörreise im Saarland                  zu ermöglichen, welche heute z.B. wegen
                                                                                     verknöcherter Cochlea nicht implantiert wer-
                                       HCIG                                          den können. Ein weiteres System, das die
18-19   Selbsthilfegruppenleiter*innen Seminar der HCIG                              bisherigen Alternativen zum CI noch ergän-
28-29   Zuhören können                                                               zen wird, ist das neue AMI (Auditory Midbrain
                                                                                     Implant). Ihre Erfahrungen mit diesem neuen
                                    Reisen                                           Implantattyp, schildert eine Betroffene sehr
34-35   Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald – Biologischer Hotspot zwischen Kelten    anschaulich.
        und Römern                                                                   Auch die Eltern von Jule, wollten dass ihre
                                                                                     an Taubheit grenzend schwerhörige Toch-
                                                                                     ter ausreichend hören kann und schildern
                           Kinder und jugend
                                                                                     den Weg dahin in einem bewegenden Erfah-
40-41   Die Erderwärmung – warum kommt es zum Klimawandel und können wir noch
        was dagegen tun?                                                             rungsbericht.
                                                                                     Die Hörregion Hannover kündigt außerdem
                                                                                     zahlreiche interessante neue Angebote zum
                                     SHG                                             Thema Hören an.
43      SHG HörTreff Neustadt am Rübenberge und Umgebung
                                                                                     Viele Wege führen also nach Rom und zum
                                                                                     Hören. Last but not least findet auch das The-
                                                                                     ma Gebärden in einigen Fällen seinen Platz,
30-32   23. Generalversammlung und Sommerfest                                        um noch bestehende Barrieren in der Kom-
44      21. Hannoverscher Cochlea-Implantat-Kongress                                 munikation, trotz der guten technischen Ver-
45      11. CI-Tennisturnier                                                         sorgungsmöglichkeiten, abzubauen.
46      Termine
                                                                                     Große Ereignisse werfen ihre Schatten vo-
50      Beratungstermine Hannoversche Cochlea-Implantat-Gesellschaft e. V.
                                                                                     raus.
                                                                                     Jetzt geht es wieder in Riesenschritten auf
                                                                                     den sommerlichen Höhepunkt der HCIG zu.
47      Kontaktadressen für CI-Informationen                                         Wer sich noch nicht angemeldet hat, möge
48-49   CI-Selbsthilfegruppen                                                        das bitte rasch tun!
                                                                                     Wir hoffen auf ebenso schönes Wetter wie im
                                                                                     letzten Jahr mit vielen (Wieder)begegnungen,
2       Was ist ein Cochlea-Implantat (CI)?
                                                                                     Spaß und Musik.
24      Hörregion
33      Hörbuchkolumne von Matthias                                                  Also hört und lest.
42      Hörtour
51      Wir über uns / Impressum                                                     Herzliche Grüße
52      Anmeldeformulare                                                             Roswitha Rother

                                                                                                                      02/2019 | Seite 
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Fachbeitrag

Auditory Nerve Implant (ANI) –
das Implantat direkt am Hörnerv
Ein neuartiges Hörsystem entwickelt
derzeit die HNO-Klinik der Medizi-                äußeres Ohr                     Mittelohr      Innenohr
nischen Hochschule Hannover (MHH)
gemeinsam mit Forschern aus den
USA und Österreich - ein sogenann-
tes Auditory Nerve Implant (ANI), das
den Hörnerv direkt hinter dem Innen-
ohr stimuliert. Profitieren werden von
diesem System Patienten, deren Hör-                               Gehör-                              Hörnerv
vermögen aufgrund akut verknöcher-                              knöchelchen
ter Innenohren verloren gegangen ist,
sodass trotz intakten Hörnervs ein
Cochlea-Implantat (CI) nicht einge-
                                                             äußerer
setzt werden kann.                                          Gehörgang
      Alternative zum
   Hirnstamm-Implantat

„Bei dieser Art von Erkrankung konn-                                                                   Cochlea
te bisher nur auf ein Hirnstamm-Im-
                                                                       Trommelfell
plantat zurückgegriffen werden. Eine
Stimulation auf dem Hirnstamm ist
jedoch schwierig und stellt das Hör-
vermögen bei den meisten Patienten
nicht zufriedenstellend wieder her.
Das neuartige ANI wird die geschä-
digte Cochlea umgehen und direkt am
Hörnerv ansetzen“, erklärt HNO-Kli-
nikdirektor Prof. Prof. h.c. Dr. Thomas   gerfristig eingesetzt, um die Sicherheit,   angelegt ist. Neben den Experten der
Lenarz.                                   Zuverlässigkeit und Funktionalität zu       HNO-Klinik an der MHH sind außerdem
                                          zeigen. Des Weiteren soll schon bei die-    beteiligt die Universität Minnesota, die
   Erste Untersuchungen                   sen Patienten ein klinischer Erfolg mit     Universität von Utah, das Feinstein-
        finden statt                      Hör- und Sprachtests gezeigt werden.        Institut für medizinische Forschung als
                                                                                      Forschungszweig des Unternehmens
In einem ersten Schritt werden an der     Das Implantat fußt auf der bereits seit     Northwell Health mit Sitz im US-Bun-
MHH dazu zehn Patienten intraopera-       Jahrzehnten erprobten Technologie           desstaat New York, das International
tiv untersucht, um den chirurgischen      des Cochlea-Implantats, wird aber im        Neuroscience Institute (INI) in Hanno-
Zugang, die Größe des Elektroden-         Gegensatz zum diesem den Vorteil            ver, das Hannover Clinical Trial Center,
trägers sowie dessen Verkabelung          haben, dass es direkt am Hörnerv sitzt      das Unternehmen Blackrock Micro-
zu evaluieren. Zudem werden anato-        und daher eine deutlich bessere Elek-       systems LLC, ein Unternehmen für
mische Daten gesammelt sowie die          troden-Nerv-Schnittstelle    aufweist.      implantierbare neurotechnologische
Aktivität des Hirnstamms bei Stimu-       Dadurch versprechen sich unsere For-        Geräte in Salt Lake City (USA), sowie
lation des Hörnervs über den Elektro-     scher sehr gute Ergebnisse im Sprach-       MED-EL, ein weltweiter Hersteller von
denträger gemessen. Basierend auf         verstehen und in der Musikwahrneh-          Hörsystemen mit Sitz in Österreich.
den Daten wird dann das Systemde-         mung.
sign optimiert und mehrere vollstän-                                                  Mehr Informationen (englisch) auf der
dige Implantate angefertigt.                   Zahlreiche Experten                    Webseite: http://tinyurl.com/auditory-
                                                    forschen                          nerve
 Implantat basiert auf der
   Technologie des CI‘s                   Mit rund 10 Millionen US Dollar unter-      Daniela Beyer (Text)
                                          stützt das US-amerikanische Gesund-         Öffentlichkeitsarbeit HNO-Klinik der
Anschließend werden die Implantate        heitsministerium dieses Forschungs-         MHH
einer kleinen Gruppe von Patienten län-   projekt, das zunächst auf fünf Jahre        HNO/MNHH (Foto)

                                                                                                             02/2019 | Seite 
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Fachbeitrag

MHH-Forscher wollen Taubheit
mit Gentherapie heilen
Professor Schambach erhält rund zwei
Millionen Euro von der Europäischen
Union für das Projekt „iHEAR“. Neue
Gentherapie soll Kinder und Erwach-
sene vor Taubheit schützen

Hohe Auszeichnung für einen For-
scher der Medizinischen Hochschule
Hannover (MHH): Professor Dr. Dr. Axel
Schambach hat von der Europäischen
Union die sehr begehrte Auszeich-
nung „Consolidator Grant“ des Euro-
päischen Forschungsrates „Europe-
an Research Council“ (ERC) erhalten.
Damit verbunden ist eine Förderung
seiner Wissenschaft in Höhe von rund
zwei Millionen Euro für die kommen-
den fünf Jahre.
                                         Professorin Dr. Hildegard Büning, Privatdozent Dr. Michael Morgan, Professor Dr. Dr. Axel
Der Leiter des MHH-Instituts für Ex-     Schambach, Dr. Juliane Schott und Privatdozentin Dr. Athanasia Warnecke (von links)
perimentelle Hämatologie nutzt die
Förderung für das Projekt „iHEAR“,
dessen langfristiges Ziel es ist, Kin-   liche Teilhabe sowie auf Bildungs-            Das „iHEAR“-Team will Taubheit mit
der und Erwachsene vor Taubheit zu       und Berufschancen beziehen. Derzeit           Gentherapie heilen. Dabei konzentriert
schützen.                                ist Gehörlosigkeit nicht heilbar. Beim        es sich auf Gene, die für die zum Hö-
                                         Ausfall des Innenohres kann sie aller-        ren notwendigen Haar- und Sinneszel-
Die Anzahl der Betroffenen ist groß:     dings mit einem Cochlea-Implantat             len im Innenohr verantwortlich sind.
Etwa zwei bis fünf von tausend Kin-      technisch überwunden werden, wo-              Das Ziel: sogenannte Genfähren (lenti-
dern werden taub geboren. Zudem          bei die Taubheit biologisch bestehen          virale und adenoassoziierte Virus-Vek-
erfahren im Laufe des Lebens rund        bleibt. Bei rund der Hälfte der taub          toren) ins Innenohr zu injizieren, die
20 Prozent der Bevölkerung eine Be-      geborenen Kinder liegt die Gehörlo-           mit der funktionierenden Version des
einträchtigung ihres Hörvermögens.       sigkeit daran, dass ein oder mehre-           Gens beladen sind. Die Fähren sollen
So sind in Deutschland rund 15 Mil-      re Gene nicht funktionieren. Derzeit          das Gen in die Haar- und Sinneszellen
lionen Menschen schwerhörig bis          sind rund 100 Gene bekannt, deren             bringen, damit das fehlende Protein
gehörlos. Sie müssen mit den Folgen      Fehlfunktionen zur Taubheit führen            gebildet werden kann und die Zellen
leben, die sich auch auf gesellschaft-   können.                                       wieder funktionieren.

                     Mit langsam gesprochenen Nachrichten das Sprachverstehen trainieren

                        Die Deutsche Welle hat in ihrem Internetangebot tagesaktuelle Nachrichten „langsam und ver-
                        ständlich gesprochen“. Die Nachrichten, die ursprünglich zum Deutsch lernen gedacht sind, las-
                        sen sich sehr gut zum Trainieren des Sprachverstehens nutzen. Die täglich wechselnden Nach-
                        richten als Audio-Datei zum Herunterladen (MP3) werden im Originaltempo und als langsam
                        gesprochene Version angeboten. Darüber hinaus gibt es auf der Webseite auch den vollstän-
                           digen Text zum Mitlesen.
                           Das Angebot der Deutschen Welle ist kostenlos und
                           kann über die Seite http://www.dw.de/deutsch-lernen/
                          nachrichten/s-8030 aufgerufen werden.
                        Fabian Hüper (Text), Redaktion

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Fachbeitrag

Cochlea-Implantat und Tauchsport
– geht das zusammen?
Um dieses Frage zu beantworten,
muss ich eine bisschen ausholen: Alle
Patienten, die ein Cochlea-Implantat
erhalten, sind „Innenohr-krank“. Das
bedeutet, dass ich die Frage nach
dem Tauchen zunächst aus Sicht der
Erkrankung beleuchte.
Innenohrerkrankungen können ver-
schiedene Ursachen haben. Angebo-
ren, also seit Geburt, kann durchaus in
vielen Fällen bedeuten, dass es nicht
„nur“ zu einem schlichten Haarzell-
schaden in der Hörschnecke gekom-
men ist, sondern eine Fehlbildung des
Innenohres ursächlich für die Ertau-
bung ist. Eine solche Fehlbildung kann
die Schädelbasis und/oder die Ab-
grenzung zum Mittelohr betreffen. Das
Gleiche gilt bei einer Verunfallung mit
Bruch durch den Hörknochen – auch
hier kann die Abgrenzung zum Innen-       jedem Ohr-Patienten berichtet wer-      Tiefe aus? Das kann und muss alleine
ohr ungenügend sein. Auch kann eine       den muss, wenn der HNO-Arzt oder        der Hersteller für jeden Patienten indi-
kleine Fehlbildung nur an den abgren-     die HNO-Ärztin befragt wird.            viduell beantworten. Dafür sollten wir
zenden Membranen des Innenohres                                                   ärztlicherseits nicht die Verantwor-
vorliegen, die ungenügend schützt.        Bei einem Cochlea-Implantat ist die     tung der Informationsübermittlung
Somit wäre bei dem Betreffenden zu        Abgrenzung zwischen Mittelohr und       übernehmen.
beachten – völlig unabhängig vom CI       Innenohr und/oder Hirnhaut / Hirn-      Wir Ärzte sollten die medizinische
an sich – ob durch den notwendigen        häuten dauerhaft „künstlich“ durch      Aufklärung durchführen (wie oben
Druckausgleich UND die steigenden         das CI unterbrochen. Somit muss eine    erläutert) mit der spezifischen Aufklä-
Druckverhältnisse beim Tauchen            solche Aufklärung auch dahingehend      rung der Tauchmedizin UND auf den
nicht eine höheres Risiko für das Erle-   stattfinden, dass das Risiko der oben   Hersteller zwingend verweisen. Diese
ben eines Barotraumas (also eine ty-      genannten Verletzungsmöglichkeiten      Informationen sind aus meiner Per-
pische Tauchererkrankung ) UND den        gegenüber einem nicht-implantierten     spektive unsere Pflicht.
Übertritt von krankheitsauslösenden       Menschen höher ist.
Keimen aus dem Mittelohr in das In-                                               Prof. Dr. med. Anke Lesinski-
nenohr und/oder Hirnhäuten/Hirn be-       Meist wird bei der Frage „CI und Tau-   Schiedat (Text) Ärztliche Leiterin
steht. Dies ist eine grundsätzlich me-    chen“ nur das Produkt technisch be-     Deutsches HörZentrum der HNO-Kli-
dizinisch-ärztliche Aufklärung, die aus   trachtet: Hält mein CI-System den       nik an der MHH
meiner HNO-ärztlichen Perspektive         Druck des Tauchens bis zu welcher       Skeeze Pixabay (Foto)

             !
 Neuer Termin
              S mmerfest und
            Generalversammlung
              am 29. Juni 2019
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Hersteller

Kleine Erfinder mit großen Ideen
Die neun Gewinner des internationalen Kinder-Erfinder-Wettbewerbs „idas4ears“ stehen fest: Aus Deutschland konnten
besonders zwei Mädchen mit ihrer Erfindung die Jury von sich überzeugen

Kreativität, die vielleicht die Welt ver-
ändern kann: Am Welterfinder-Tag
startete die zweite Auflage des globa-
len Kinder-Erfinder-Wettbewerb „idea-
s4ears“ von MED-EL, dem führenden
Hersteller von implantierbaren Hörlö-
sungen. Rund zwei Monate konnten
Kinder aus der ganzen Welt im Alter
von 6-12 Jahren ihre Ideen einreichen,
wie die Lebensqualität von Menschen
mit Hörverlust verbessert werden
könnte. Unter allen weltweiten Ein-
sendungen wurden nun die besten
neun Erfindungen ausgewählt.

Insgesamt 341 kreative und clevere
Köpfchen aus 19 Nationen nahmen an
diesem internationalen Kinderwett-
bewerb teil. Die zahlreichen Einsen-          Die deutschen Gewinnerkinder Sophie und Eva-Maria © Natalie Reichle
dungen erreichten die Jury in Form
von Videos, detaillierten Zeichnungen,        Deutschland kamen viele tolle Erfin-       bestrahlt. Auf diese Weise richten sich
bunten Gemälden und sogar lebens-             dungen und zwei Gewinnerinnen:             die geschädigten Hörhärchen wieder
echten Prototypen. Dem Einfalls-                                                         auf“, erklären die Grundschülerinnen
reichtum waren dabei keine Grenzen                  Die deutschen                        aus Andechs. Doch Vorsicht: „Die
gesetzt, egal ob es sich um die Wei-             Gewinnerinnen heißen                    Härchen fallen nach wenigen Tagen
terentwicklung eines bestehenden                 Sophie und Eva-Maria                    wieder um, weshalb ein regelmäßiges
Produkts handelte oder um eine völlig                                                    Schlafen im Laserbett nötig ist.“
neue Idee: „Ideas4ears ermutigt jun-          Ein spezielles Bett, in dem während        Eine tolle Erfindung, das fand auch die
ge Teilnehmer dazu, sich auf kreative         des Schlafens die Haarzellen in der        Jury und ernannte Sophie und Eva-
Weise mit dem Thema Hörverlust und            Cochlea mittels Laserbehandlung            Maria als zwei von insgesamt neun
den Wegen der Bewältigung ausein-             wiederhergestellt werden können, so        weltweiten Gewinnern, die im Juni
anderzusetzen. Gleichzeitig möchten           lautet die Idee, die hinter der cleveren   nach Innsbruck in die Firmenzentrale
wir auch einem breiten Publikum vor           Erfindung von Sophie und Eva-Maria         von MED-EL fahren dürfen und dort
Augen führen, welche Herausforde-             (beide 8 Jahre) steht. Damit die Be-       auf waschechte Erfinder, wie Geoffrey
rungen schwerhörige Menschen im               handlungsmethode auch erfolgreich          Ball treffen: „Man ist nie zu jung zum
täglichen Leben meistern müssen und           ist, müssen die Betroffenen genau          Erfinden. Das weiß ich aus eigener Er-
wie nutzbringend es ist, etwas gegen          zwei Mal die Woche, nämlich montags        finder-Erfahrung. Die Ideen der Kinder
Hörverlust zu unternehmen“, erklärt           und mittwochs, ihre Nacht im Laser-        zeugen nicht nur von einer regen Fan-
Gregor Dittrich, Geschäftsführer der          bett verbringen. „Im Laserbett werden      tasie, sondern von einem echten Pro-
MED-EL Deutschland GmbH. Auch aus             die Ohren über Nacht mit zwei Lasern       blembewusstsein für die praktischen

                                             Schon gewusst?
                                 HCIG-Mitglieder können alle Ausgaben der
                               Ci-Impulse noch einmal im Mitgliederbereich
                                            der HCIG- Homepage nachlesen.

                                                www.hcig.de

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Erlebnisbericht

Stefanie Arnold – eine CI-Trägerin
auf Hörreise im Saarland
Ein paar Tage verreisen? Für Menschen
mit Hörbehinderung ist das oft eine
Herausforderung. Eine breite Bevölke-
rungsgruppe ist von Hörverlust betrof-
fen. Damit einher geht oft ein Rückzug
aus dem gesellschaftlichen Leben,
reisen wird zu einer Herausforderung.
Im Saarland entwickelt sich seit 2015
das Netzwerk Hören. Barrierefreies
Reisen für hörgeschädigte Menschen
wird damit möglich. Gemeinsam mit
Partnern aus Medizin und Hörakustik
setzt das Netzwerk sich dafür ein,
dass Hörgesundheit stärker in den ge-
sellschaftlichen Fokus rückt und eine
optimale Hörversorgung Betroffener
gewährleistet ist. Doch um einen un-
beschwerten Urlaub erleben zu kön-
nen, bedarf es mehr. Deshalb hat es
sich das Netzwerk Hören zur Haupt-       werden kann.                           werden bei Museums- und Stadtfüh-
aufgabe gemacht, ein Freizeit- und       Im Saarland stehen seit einiger Zeit   rungen oder auch bei Wanderungen
Tourismusangebot aufzubauen, das         etliche Angebote mit Hörkomfort zur    eingesetzt. Unterkünfte sind mit hö-
ohne Hörbarrieren wahrgenommen           Verfügung. Moderne FM-Anlagen          runterstützender Technik auf den Zim-
                                                                                mern und am Empfang ausgestattet
                                                                                und auch Touristinformationen sorgen
                                                                                für gutes Verstehen durch Induktions-
                                                                                anlagen. Das Qualitätssiegel „Hören
                                                                                mit Herz“ zeigt, welche Betriebe und
                                                                                Angebote besonders auf Menschen
                                                                                mit Hörschädigung ausgerichtet sind.
                                                                                Stefanie Arnold, selbst CI-Trägerin und
                                                                                Hörpatin bei Chochlear Deutschland,
                                                                                wollte wissen, wie es sich im Saarland
                                                                                mit Höreinschränkung reisen lässt. Auf
                                                                                ihrer dreitägigen Reise wurde sie von
                                                                                einem Filmteam begleitet. Entstanden
                                                                                ist eine abwechslungsreiche Tour, bei
                                                                                der Stefanie viele Eindrücke mit Hör-
                                                                                komfort sammeln konnte.
                                                                                Die Anreise mit dem Zug nach Saar-
                                                                                louis lief reibungslos und die wenigen
                                                                                Schritte zum Victor‘s Residenz Hotel
                                                                                waren schnell getan. Beim Check-in
                                                                                fällt Stefanie die induktive Höranlage
                                                                                ins Auge, mit der das Verstehen bei
                                                                                der Anmeldung viel einfacher wird.
                                                                                Die Rezeptionistin lässt sie wissen,
                                                                                dass das Hotel gerade frisch mit dem
                                                                                Qualitätssiegel „Hören mit Herz“ aus-
                                                                                gezeichnet wurde und auch zwei Gä-
                                                                                stezimmer mit hörunterstützender
                                                                                Technik ausgestattet wurden. Stefa-
                                                                                nie kann ihren Aufenthalt damit ganz

Seite 16 | 02/2019
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HCIG

Selbsthilfegruppenleiter*innen
Seminar der HCIG
Am Samstag, den 09.02.2019, fand im
schönen Leonardo Hotel am Tiergar-
ten in Hannover das Selbsthilfegruppe
nleiter*innen Seminar statt. Prima or-
ganisiert hatte es Hellmuth Scheems.
 Am Freitag Nachmittag war die Anrei-
se mit dem Einchecken und zur Stär-
kung gab es ein leckeres Abendessen.
Anschließend war genug Zeit, die an-
deren Teilnehmer*innen schon mal
kennenzulernen, die aus dem Bereich
CI-SHG-Leiter bzw. aus dem Beratung-
steam der HCIG kamen.

Um 9:30 Uhr ging es am Samstag los
mit der Begrüßung und der Vorstel-
lung der Teilnehmer*innen.

Ulrich Rauter, ein CI-Mann und Exper-
te im Sozialrecht, begann, einige be-    ese sahen manchmal keinen Bedarf,       bei der Antragstellung gegenüber
sonders prägnante Fälle aus seinem       sich mit ihrer Schwerhörigkeit selber   Ämtern. Atteste sollten besser von
langjährigen Erfahrungsschatz vor-       auseinanderzusetzen. Dies sehen         Fachärzten oder Fachkliniken ausge-
zutragen. Besonders interessant war      eher die mit betroffenen Familienmit-   stellt werden statt vom Hausarzt und
auch, mit welchen Tricks er arbeiten     glieder. Denn nicht nur der „Patient“   maximal ein halbes Jahr alt sein. Und
musste, um mit Schwerhörigen über-       ist wichtig bei der Beratung sondern    darin sollten die Maßnahmen nicht
haupt in Kontakt zu kommen - also        auch sein Umfeld. Ulrich berichtete     als Empfehlung, sondern als unbe-
der Gesprächsanbahnung. Denn di-         über besondere Hinweise zu Fehlern      dingt erforderlich angegeben werden.

Seite 18 | 02/2019
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29. Juni 2019

Freitag, 28.06.19
                                           Kosten für Verpflegung sind selbst zu tragen (14,00 Euro vor Ort zu zahlen) plus Getränke

Samstag, 29.06.19 10.30 -13.00 Uhr        Generalversammlung der HCIG e.V.
                                          Vorstandswahlen Tagungsräume Mercure Hotel
                                          (Bitte denken Sie an die Anschlusskabel für die FM-Anlage)
                        ca. 11.30 Uhr     Kaffeepause
                            13.00 Uhr     Mittagsbuffet
                            14.30 Uhr     Sommerfest mit Kaffee und Keksen (ab 22 Uhr geht es im Innenbereich weiter)
                            16.00 Uhr     Präsentation der Firmen
                        ca. 18.00 Uhr     Abendbuffet

NEU: Parallelprogramm für Kinder!         Nur bei genügend Anmeldungen!

HCIG-Mitglied/Begleitpersonen je…. 25,- € Alle Getränke (auch nicht-alkoholische) müssen von den Teilnehmern direkt
Nicht-Mitglieder…………………….. 35,- € bezahlt werden (Wasser frei) ; es wird ggf. sofort von der Bedienung abkassiert.

                                                                  bitten wir um frühzeitige schriftliche Anmeldung
und Überweisung des Teilnahmebetrages auf folgendes Konto:

 Übernachtung im begrenzten Kontigent (der vergünstigte Zimmerpreis gilt nur bei Buchungen bis zum 6. Juni, danach
 Normalpreis!) unter Stichwort „HCIG” kostengünstiger möglich:
 • im Mercure Hotel: EZ 64 €, DZ 79 € incl. Frühstück. Telefon/Fax: 0511/9566-299; 0511/9566-333, E-Mail: h1631-rd@accor.com
 • im IBIS: EZ 54 €, DZ 64 €. Telefon/Fax: 0511/95670; 0511/9567140, E-Mail: h1632@accor.com
 Postanschrift für Mercure und IBIS: Feodor-Lynen-Str. 1, 30625 Hannover.
 Preise nur bis 7.6.2019!

Roswitha Rother
1. Vorsitzende der HCIG e.V.
Hannoversche Cochlea-Implantat-Gesellschaft e. V.

Wir möchten Sie über die Möglichkeiten der Selbsthilfe informieren. Als CI-Tragende kennen wir
die Probleme, die eine Hörschädigung mit sich bringt. Durch unsere langjährigen Erfahrungen
können wir Sie unterstützen und Ihnen wichtige Hinweise geben. Nutzen Sie unser Angebot zu
einem persönlichen Gespräch und tauschen Sie sich mit uns aus!
                                                    Sie finden uns im
             woch
Jeden Mitt                                          Deutschen HörZentrum Hannover
             0 Uhr und
10:00 - 12:0
                                                    Karl-Wiechert-Allee 3 · 1. Etage
             0 Uhr                                  Seminarraum 1165
13:00 - 14:3                                        Wir empfehlen vorherige Terminvereinbarung!

Ihre Ansprechpartner – Betroffene für Betroffene

                 Roswitha Rother                       Susanne Herms                     Hellmuth Scheems
              roswitha.rother@hcig.de              susanne.herms@hcig.de              Hellmuth.Scheems@hcig.de
                Telefon 05205/71097                   Telefon 05841/6792                  Mobil: 0179 4645324
                                                     Telefax 05841/974434

   Ebba Morgner-Thomas                  Andree Schmitzius               Anette Spichala                Achim Neumann
 ebba.morgner-thomas@hcig.de         andree.schmitzius@hcig.de       anette.spichala@hcig.de       achim.neumann@hcig.de
      Telefon 02304/72631               Telefon 05149/987444           Mobil: bitte nur SMS!
    Telefax 02304/9685095                                                 0173 1655678

Jeden Mittwoch 10 bis 12 Uhr und 13 bis 14.30 Uhr. Ab 14.30 Uhr nach Vereinbarung.

                                Informationstermine Mai bis August 2019
 22.05.2019 Susanne Herms                    26.06.2019 Hellmuth Scheems              31.07.2019 Hellmuth Scheems
 29.05.2019 Hellmuth Scheems                 03.07.2019 Achim Neumann                 07.08.2019 Anette Spichala
 05.06.2019 Achim Neumann                    10.07.2019 Hellmuth Scheems              14.08.2019 Roswitha Rother
 12.06.2019 Andree Schmitzius                17.07.2019   Susanne Herms               21.08.2019 Hellmuth Scheems
 19.06.2019 Susanne Herms                    24.07.2019 Ebba Morgner-Thomas 28.08.2019 Anette Spichala

                Hannoversche                                     Hannoversche                              Hannoversche
                Cochlea-Implantat-                               Cochlea-Implantat-                        Cochlea-Implantat-
                Gesellschaft e. V.                               Gesellschaft e. V.                        Gesellschaft e. V.
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