Massenkommunikation 1964-2020: Mediennutzung im Langzeitvergleich - ARD-Werbung

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Media
              410      Perspektiven
                       7-8/2020

                       Ergebnisse der ARD/ZDF-Langzeitstudie
                       Massenkommunikation 1964-2020:
                       Mediennutzung im Langzeitvergleich
                       Von Christian Breunig*, Marlene Handel** und Bernhard Kessler***

       Dynamik im      Immer mehr Medienanbieter treten mit Fernsehen,          verteilt und vor allem, welche Entwicklungen sich im
Medienmarkt nimmt      Radio und Printtiteln in den Wettbewerb. Den Be-         langfristigen Vergleich ergeben.
         weiter zu     wegtbild-, Audio- und Printangeboten der klassischen
                       Medien stehen Streamingdienste wie Netflix, Amazon
                                                                                 Kurz und knapp
                       Prime Video, DAZN, Disney+ und Spotify oder Platt-
                       formen wie YouTube, Facebook und TikTok gegen-            • Der Umfang der Mediennutzung ist im Vergleich zu 2015 insgesamt
                       über. Die etablierten Medienunternehmen verfügen            stabil, bei den 14- bis 29-Jährigen weiter steigend.
                       über eigene digitale Angebote, wie etwa die Media­        • Der Wettbewerb um die Zeitbudgets der Menschen führt zu einer
                       theken von ARD und ZDF, die ARD Audiothek, Strea-           Verdichtung der Mediennutzung mit steigender Parallelnutzung,
                       mingdienste wie Joyn von ProSiebenSat.1 und Dis-            vor allem bei den Jüngeren.
                       covery und viele weitere. Im Wettbewerb kommen            • Der Anteil der Bewegtbildnutzung am gesamten Medienzeitbudget
                       neue Spielarten hinzu, bei denen Texte, Fotos und           ist gewachsen.
                       Bewegtbild Teil eines Multimedia-Kosmos werden,           • Die Mediennutzung über das Internet und damit das Bedürfnis nach
                       wie am Beispiel von Instagram- bzw. Facebook-               orts- und zeitsouveränem Medienkonsum nimmt zu.
                       Stories zu beobachten ist. Die Dynamik im Medien-         • Fernsehen und Radio sind in der Gesamtbevölkerung nach wie vor
                       markt nimmt weiter zu. Klassische Printunternehmen          die reichweitenstärksten und nutzungsintensivsten Angebote.
                       verlassen ihr angestammtes Metier und steigen in
                                                                                 • Streamingdienste und Videoportale haben an Bedeutung gewonnen.
                       die Bewegtbild- und Audioproduktion ein: BILD macht
                       Fernsehen, Der Spiegel, Die Zeit, Frankfurter Allge-
                       meine, Süddeutsche Zeitung und andere bieten Pod­        Dieser Aufgabe, die gesellschaftliche Entwicklung      Studie Massen­
                       casts an. Auch die Verbreitung von Fernsehinhalten       und den Medienwandel in Deutschland zu begleiten,      kommunikation
                       im Radio ist möglich: Die „Tagesschau“ ist auf Radio­    stellt sich die ARD/ZDF-Massenkommunikation Lang-      beobachtet Medien-
                       wellen und in der ARD Audiothek zu hören. Umge-          zeitstudie seit mehr als einem halben Jahrhundert.     nutzung im Wandel
                       kehrt werden Musiktitel auf dem Videoportal YouTube      Die zwölfte, im Frühjahr 2020 durchgeführte Befra-
                       gehört. Medieninhalte sind immer und überall ver-        gungswelle der Studie wurde erneut von der ARD/
                       fügbar. Die klassischen Medien haben sich den ak-        ZDF-Forschungskommission (ehemals Medienkom-
                       tuellen Erfordernissen angepasst und stellen ihrer-      mission) beauftragt. ARD und ZDF verfügen damit
                       seits ausgewählte Inhalte auf Onlineplattformen (z. B.   über eine einzigartige Untersuchung: Keine andere
                       funk, YouTube) zur Verfügung. Ein solcher Anpas-         Studie beobachtet derart differenziert die Medien-
                       sungsprozess ist keineswegs neu. Auch das Radio          nutzung und -bewertung der Bevölkerung über einen
                       musste nach dem Aufkommen des Fernsehens einen           so langen Zeitraum. Als Intermediastudie widmet
                       neuen Weg finden und wandelte sich in den 1970er         sich die Untersuchung einem breiten Tableau von
                       Jahren vom Abendmedium zum flexiblen Tages­              Medienangeboten.
                       begleiter.
                                                                                Als in der ersten Jahreshälfte 2019 die Weichen für    Corona-Pandemie
   Welche Medien­      Die enorme Ausweitung des Medienangebots in den          die zwölfte Erhebungswelle der ARD/ZDF-Massen-         brach mitten im
angebote profitieren   vergangenen Jahren ändert jedoch nichts an der           kommunikation Langzeitstudie 2020 gestellt wur-        Untersuchungszeit-
      oder verlieren   Ausgangssituation für die Rezipienten: Der Tag hat       den, konnte noch niemand ahnen, dass sich wäh-         raum aus
    im langfristigen   nach wie vor 24 Stunden und ist für die meisten          rend des Erhebungszeitraums im Frühjahr 2020
         Vergleich?    Menschen mit zahlreichen Verpflichtungen verbun-         eine weltweite Pandemie ereignen würde, die auch
                       den, sodass nur ein Teil des Zeitbudgets für die Me-     in Deutschland nicht nur wirtschaftliche und ge-
                       diennutzung verwendet werden kann. Umso span-            sellschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen,
                       nender ist es herauszufinden, wie sich die Medien-       sondern potenziell Auswirkungen auf die Medien-
                       nutzung in Deutschland auf die zahlreichen Angebote      nutzung haben würde. Der Ausbruch der Coro-
                                                                                na-Pandemie und die anschließenden Ausgangs-
                         *	Media Perspektiven,                                 und sonstigen Beschränkungen (im Folgenden mit
                            ARD/ZDF-Projektgruppe Massenkommunikation.          „Lockdown“ bezeichnet) ab Montag, den 16. März
                         **	WDR Medienforschung,                               2020 – also in der Mitte des zwölfwöchigen Erhe-
                            ARD/ZDF-Projektgruppe Massenkommunikation.          bungszeitraums (Ende Januar bis Ende April 2020)
                         ***	ZDF-Medienforschung,                              der Studie Massenkommunikation – zeigten deut-
                            ARD/ZDF-Projektgruppe Massenkommunikation.          lich spürbare Folgen für das gesellschaftliche Le-
Massenkommunikation 1964-2020: Mediennutzung im Langzeitvergleich
                                                                                                                                 Media
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                         ben in Deutschland (Schließung von Schulen und          Methode
                         öffentlichen Einrichtungen, Verlagerung vieler Bü-      Wie in den fünf Jahrzehnten zuvor strebt die Studie      Langzeitstudie strebt
                         rotätigkeiten ins Home­office, Absage von Veran-        Massenkommunikation eine Balance zwischen der            Balance zwischen
                         staltungen etc.). Gleichzeitig war der Beginn der       Fortschreibung der Daten im Zeitverlauf und der Be-      Fortschreibung und
                         Corona-Krise ein herausragendes Nachrichtener-          rücksichtigung aktueller technischer und medialer        Aktualität an
                         eignis, das zu einem Anstieg der Mediennutzung          Entwicklungen an. Dies stellt angesichts der Dynamik
                         geführt hat.                                            des Medienmarkts eine zunehmende Herausforde-
                                                                                 rung dar. Hier ist insbesondere auf die Vielzahl von
                         Da die Langzeitstudie Massenkommunikation den           medialen und nicht-medialen Onlineanwendungen
                         Anspruch erhebt, die Mediennutzung alle fünf Jahre      hinzuweisen, die angemessen zu berücksichtigen
                         repräsentativ abzubilden, ist die Prüfung der Aus-      sind. Neben der quantitativen Mediennutzung (Reich-
                         wirkungen dieses Ereignisses durchaus von Rele-         weite und Zeitaufwand) stehen die Erwartungen und
                         vanz. (1) Die ARD/ZDF-Projektgruppe Massenkom-          Bewertungen der Bevölkerung im Mittelpunkt der Stu-
                         munikation (2) hat entschieden, im vorliegenden         die Massenkommunikation. Ergebnisse zu Letzteren
                         Beitrag in einem ersten Schritt die Daten des ge-       werden in einem separaten Beitrag noch in diesem
                         samten Erhebungszeitraums en bloc vorzustellen          Jahr in Media Perspektiven publiziert.
                         und nach Bedarf eine Differenzierung vor dem und
                         während des Corona-Lockdowns vorzunehmen.               Die Mediennutzungsdaten in der Massenkommuni-            Neukonzeption
                         Eine vertiefende Analyse der Corona-bedingten           kation 2020 liefern im Rahmen der Langzeitstudie         der Studie Massen-
                         Veränderungen im Mediennutzungsverhalten folgt          die erste Berichterstattung innerhalb einer Neukon-      kommunikation
                         noch im weiteren Verlauf des Jahres in Media            zeption, die Ende 2015 von ARD und ZDF erarbeitet
                         Perspektiven.                                           und in den Massenkommunikation Trends 2017
                                                                                 erstmals umgesetzt wurde. (6) Auslöser für die Neu-
                         Ursprung und Forschungsgegenstand                       konzeption war zum einen der Wunsch, der Etablie-
                         der Studie Massenkommunikation                          rung und Allgegenwart des Internets im Bevölke-
         Wettbewerb      Die zunächst von der ARD beauftragte Studie Mas-        rungsalltag gerecht zu werden, und zum anderen,
    zwischen Tages­      senkommunikation wurde zum ersten Mal in den            ein neu entwickeltes modulares Studienkonzept von
zeitung, Hörfunk und     Jahren 1964/65 durchgeführt. (3) Anlass war die         ARD und ZDF anzuwenden, welches Grundlagenstu-
„neuem“ Medium TV        Etablierung des Fernsehens als „neues“ Medium           dien verschiedener Medien unter ein gemeinsames
                         Anfang der 1960er Jahre. Analysiert werden sollte,      Dach (Studienreihe Medien und ihr Publikum) führt.
                         inwieweit sich Fernsehen und Tageszeitung in einem      Die Neukonzeption der Studie Massenkommuni-
                         wirtschaftlichen und publizistischen Wettbewerbs-       kation berücksichtigt die Dynamik der veränderten
                         verhältnis befanden und ob es gar – wie von den         Rahmenbedingungen, ohne die Relevanz des Lang-
                         Zeitungsverlegern befürchtet – zu einem Verdrän-        zeitansatzes zu vernachlässigen. Jährlich werden
                         gungswettbewerb kommen könne. (4) Geklärt wer-          Trends der Massenkommunikation, das heißt Kern-
                         den sollte daher die Frage, wie sich das Fernsehen      daten zur Mediennutzung und -bewertung, erhoben
                         auf die Tageszeitung und den Hörfunk auswirkte,         und veröffentlicht. (7) Die Langzeitstudie Massen-
                         insbesondere hinsichtlich der Nutzung des politischen   kommunikation berichtet im Unterschied zu den
                         Informationsangebots. (5)                               MK-Trends alle fünf Jahre sehr differenziert über die
                                                                                 langfristigen Entwicklungen der Medienrezeption
    Internet wird seit   Bereits in den 1970er Jahren deuteten die Ergeb-        und -bewertung in der Bevölkerung.
      dem Jahr 2000      nisse der Studie darauf hin, dass das Fernsehen
  in Studie Massen-      die beiden anderen Massenmedien nicht ver-              Ausführendes Institut der bevölkerungsrepräsen-          Repräsentative
      kommunikation      drängte, sondern ergänzte. Eine ähnliche Diskussi-      tativen Befragung war 2020 das Institut GIM, Gesell-     Befragung der
       berücksichtigt    on kam mit der Etablierung des Internets auf, das       schaft für Innovative Marktforschung, das vom 27.        deutschsprachigen
                         in der Studie Massenkommunikation seit dem Jahr         Januar bis 27. April 2020 – repräsentativ für die        Bevölkerung ab
                         2000 berücksichtigt wird. Seit 2010 erhebt die          deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren – ins-         14 Jahren
                         Studie Fragen zum Internet unter Berücksichtigung       gesamt 3 003 Personen in Telefoninterviews (CATI)
                         von dessen komple­xen Strukturen sowohl als In-         befragte. (8)
                         halts- und Anwendungsmedium als auch als Ver-
                         breitungsplattform für klassische Medienange­           Das Fragenprogramm des Interviews besteht aus ei-        Tagesablauf ist Kern
                         bote. Das Internet hat die Medienzuwendung und          ner strukturierten Tagesablauferhebung und einem         der Erhebung
                         Rezeptionssituation bisher stärker beeinflusst als      quantitativ geschlossenen Frageszenario. Der Kern
                         alle neu entwickelten Medien in den Jahrzehnten         des Telefoninterviews ist der Tagesablauf der Befrag-
                         zuvor. Onlineangebote ergänzen und verändern            ten. Die Personen werden gebeten, sich anhand des
                         das klassische Fernsehen ebenso wie das Radio           gestrigen Tagesverlaufs in 15-Minutenintervallen an
                         (z. B. durch neue Angebotsformen). Zu einer voll-       ihre Aktivitäten zu erinnern, unter besonderer Berück-
                         ständigen Verdrängung ist es auch hier nicht ge-        sichtigung der Mediennutzung. Im Tagesablauf 2020
                         kommen.                                                 wurden – anders als es bis 2015 geschah – nicht in
Christian Breunig/Marlene Handel/Bernhard Kessler
                          Media
                412       Perspektiven
                          7-8/2020

Abbildung 1
Tägliches Zeitbudget für Medien 1964 bis 2020 – Gesamtbevölkerung
BRD gesamt1), Personen ab 14 Jahren2), Mo-So3), 5.00-24.00 Uhr4), in Std.:Min.

                                                                                        10:00
                                                                                                    9:43
                                                                                                              9:26       9:27
                                            ab 1980: 6 Medien,                                                                                 Alle abgefragten Medien
                                            ab 1985: 7 Medien                 8:22                                                             und Anwendungen brutto
                                                                                         9:15                                                  (ab 2000 inkl. Internet)
                                                                                                    8:53
        vor 1980: 3 Medien                                                                                    8:35
                                                                                                                         8:08                  Alle abgefragten Medien
        TV, Radio, Zeitung                               6:20      6:33       7:53                                                             und Anwendungen netto
                                   5:46       5:51                                                                                             (inkl. Internet)

                         4:36
              3:40                                                              ab 2000: 8 Medien                 2020:
     3:14                                                                                                   Video, Audio, Text
                                                                                  (mit Internet)

     1964     1970       1974      1980       1985      1990       1995       2000       2005       2010      2015       2020

Ab 1980: zusätzlich Tonträger, Bücher, Zeitschriften; ab 1985: zusätzlich Video; ab 2000: zusätzlich Internet; ab 2020: zahlreiche
Medienangebote aus den Gattungen Bewegtbild (Video), Audio und Text einschl. Onlineangeboten und klassischen Medien (lineares TV,
lineares Radio und Zeitungen/Zeitschriften) sowie nicht-mediales Internet (Onlineshopping, Kommunikation, Onlinespiele etc.).

1) Bis 1990 nur alte Bundesländer.
2) 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005 Deutsche; ab 2010 deutschspr. Bevölkerung.
3) Vor 1990: Mo-Sa.
4) 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr, 1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.

Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.

                          erster Linie die „tagesaktuellen“ Medien Fernsehen,         Internets in Deutschland neue Nutzungswege auch
                          Radio, Tageszeitung und Internet erfasst, sondern in        für vorhandene Medienangebote geschaffen. Das
                          einem neuen Konzept alle Medienangebote nach den            Nutzungsvolumen für alle berücksichtigten Medien­
                          Wahrnehmungsdimensionen Sehen (Bewegtbild/Vi-               gattungen lag als Bruttowert inklusive Internet im
                          deo), Hören (Audio) und Lesen (Text) erhoben. Auch          Jahr 2000 bei 502 Minuten (8:22 Std.) und stieg auf
                          der Konsum nicht-medialer Internetangebote wurde            600 Minuten (10:00 Std.) im Jahr 2005, der bisher
                          einbezogen. Aus dem Tagesablauf wurden wie bisher           höchste Wert seit Erfassung der Mediennutzung (vgl.
                          die Tagesreichweiten und Nutzungsdauern generiert.          Abbildung 1). Dieses Niveau wurde 2010 mit 583
                                                                                      Minuten (9:43 Std.) nicht mehr erreicht und lag auch
                          Entwicklung des Zeitbudgets                                 im Jahr 2015 mit 566 Minuten (9:26 Std.) niedriger.
                          für Mediennutzung                                           2020 befindet sich die tägliche Mediennutzungs-
     Mediennutzungs­      Bei jeder Tätigkeit wird in der Langzeitstudie Massen-      dauer (brutto) inklusive des Internets mitsamt all
     dauer brutto und     kommunikation mittels einer Rückfrage erfasst, ob           seinen Anwendungen für die deutschsprachige Be-
                netto     währenddessen eine Mediennutzung erfolgt ist. Wer-          völkerung mit 567 Minuten pro Tag (9:27 Std.) auf
                          den in einem Zeitintervall von 15 Minuten mehrere           einem stabil hohen Niveau. (9) Die Mediennutzung in
                          Medien angegeben, liegt eine parallele und gleichzei-       Deutschland ist somit, wie in den Jahren zuvor, ein
                          tige Nutzung vor. Mathematisch wird somit eine Brut-        sehr zeitintensiver und fester Bestandteil im Alltags-
                          to- und eine Netto-Mediennutzungsdauer ermittelt.           leben der Menschen und ein Bindeglied für die Ta-
                          Die Mediennutzung brutto summiert die Zeitvolumina.         gesstruktur im Alltag. Dies zeigt auch die Tages-
                          Die Mediennutzung netto bezieht sich auf die Zeit, die      reichweite für alle in der Studie abgefragten Me-
                          mit mindestens einem Medium verbracht wird. Im              dienangebote, die bei aktuell 99 Prozent liegt, das
                          Folgenden werden die mathematisch ermittelte Brut-          heißt, faktisch alle Befragten nutzten täglich min-
                          to- und Netto-Mediennutzung gegenübergestellt.              destens eines der abgefragten (Medien-)Angebote.

              Stabiler    Bis ins Jahr 2000 bestimmten die drei Leitmedien            Aktuell findet kein Zuwachs der Mediennutzungszeit          Sättigungsgrenze
       Medien­konsum      Fernsehen, Radio und Tageszeitung den Alltag zu-            statt, anders als es bis 2005 kontinuierlich und lang-      der täglichen
      von 9,5 Stunden     sammen mit Büchern, Zeitschriften, Tonträgern und           fristig geschehen ist. Der 2005 erreichte Höchstwert        Medienzuwendung
               pro Tag    Videos. Seit dem Jahr 2000 hat die Entwicklung des          von 10 Stunden täglich war offenbar eine (z. T. me-         scheint erreicht
Massenkommunikation 1964-2020: Mediennutzung im Langzeitvergleich
                                                                                                                                Media
                                                                                                                          Perspektiven   413
                                                                                                                             7-8/2020

                     thodisch bedingte) Ausnahme. Trotz universeller          Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass im Jahr 2020         Noch nie haben
                     Nutzungsmöglichkeiten und Zugänge kam es zu ei-          die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen im Altersgrup-          junge Menschen so
                     ner Stagnation von Nutzungsvolumina. Die Stabilität      penvergleich mit Abstand die höchste Brutto-Medien-        intensiv Medien
                     der Brutto-Mediennutzungsdauer 2020 (einschließ-         nutzungsdauer von 621 Minuten (10:21 Std.) erreicht        genutzt wie heute
                     lich nicht-medialer Internetnutzung) im Vergleich zu     (vgl. Abbildung 2). Das Zeitvolumen der 14- bis 29-
                     den Studienergebnissen 2015 könnte ein Indiz dafür       Jährigen von weit über zehn Stunden pro Tag ist der
                     sein, dass den Rezipienten trotz der Vielfalt und des    bisher höchste Wert seit Erhebung der Mediennut-
                     kontinuierlichen Wachstums von Angeboten mit             zung. Vor fünf Jahren lag dieser Wert noch um genau
                     multiplen Zugangswegen eine zeitliche Grenze im          eine Stunde niedriger (9:21 Std.). Jüngere Menschen
                     Alltagsleben gegenübersteht, und die Nutzungsvolu-       verhalten sich somit in ihren Nutzungsgewohnheiten
                     mina sich dieser angenähert haben. Eine Sättigungs-      deutlich medial zugewandter als die Gesamtbevöl-
                     grenze scheint erreicht.                                 kerung.

                     In der Nettobetrachtung verbringt die Gesamtbevöl-       Ein Vergleich der Brutto- und Nettowerte zur Me-
                     kerung täglich 488 Minuten mit Medienangeboten           diennutzungsdauer zeigt, dass die junge Generation
                     (8:08 Std.) (vgl. Abbildung 1). Der Nettowert ist seit   in ausgeprägter Weise einen parallelen Medienkon-
                     2005 von 555 Minuten (9:15 Std.), dem bisher             sum im Alltag lebt. Die parallele Mediennutzung der
                     höchsten Wert, kontinuierlich gesunken. Der Rück-        14- bis 29-Jährigen beträgt inzwischen exakt zwei
                     gang war bereits in den Jahren 2010 und 2015             Stunden pro Tag, und damit fast eine ganze Stunde
                     sichtbar und dauert an. Trotz der Vielfalt von Zu-       mehr als vor fünf Jahren (64 Min.). Zusatzanalysen
                     gangswegen, Angeboten und Geräten tritt der Effekt       haben ergeben, dass es vor allem zu einer Über-
                     einer zeitlichen Sättigung in der Nettobetrachtung       schneidung mit nicht-medialen Internetanwendun-
                     noch deutlicher hervor.                                  gen kommt, das heißt, die junge Generation inves-
                                                                              tiert während ihrer Mediennutzung ein vergleichs-
   Zunehmende        Die Differenz aus Brutto- und Nettowert (1:19 Std.)      weise großes Zeitvolumen in Kommunikation, Suche,
 Verdichtung der     beschreibt die von 2000 bis 2015 konstante (10),         Transaktion und Gaming. Insgesamt 201 Minuten
 Mediennutzung       inzwischen aber um fast eine halbe Stunde (28 Min.)      verbringen junge Menschen täglich mit der nicht-
                     gestiegene parallele Mediennutzung, wobei mediale        medialen Internetnutzung. Der rasante Anstieg in der
                     und nicht-mediale Internetanwendungen einbezo-           Brutto-Mediennutzungszeit bei konstantem Netto-
                     gen sind. Nach den aktuellen Ergebnissen der ARD/        volumen weist darauf hin, dass sich die Wettbe-
                     ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie befinden          werbssituation um die Zeitkontingente und die darin
                     sich Medien im Jahr 2020 in einer Wettbewerbssitua-      zu verteilende Aufmerksamkeit verschärft hat.
                     tion um zeitliche Kontingente, die von den Nutzern
                     eher zeitlich konzentriert als ausgebaut werden.         Die Netto-Mediennutzungsdauer, die mit mindes-
                     Mediennutzung wird nicht weniger, sie wird aber          tens einem Medium verbrachte Zeit, der 14- bis
                     zeitlich zunehmend verdichtet. In der jüngsten Alters-   29-Jährigen liegt 2020 bei 501 Minuten (8:21 Std.).
                     gruppe ist die Parallelnutzung allerdings höher als in   Auf einem ähnlichen Niveau lagen die Werte schon
                     der Gesamtbevölkerung. (11)                              in den Jahren 2010 und 2015.

Junge Generation     Im Langzeitvergleich ist der Blick auf die junge Al-     Bruttobetrachtung nach Altersgruppen
   ist Trendsetter   tersgruppe der 14- bis 29-Jährigen besonders pro-        Gerade mediale und nicht-mediale Internetanwen-            Nutzung von
                     gnoserelevant für zukünftige Mediennutzungssze-          dungen – flexibel nutzbar auf mobilen Endgeräten –         Medieninhalten über
                     narien. Diese Altersdekaden sind es, die sich wie in     führen dazu, dass sich Mediennutzung verdichtet            das Internet nimmt
                     den Jahrzehnten zuvor am stärksten auf neue Trends       und sich Angebotsumfelder verändern. Interessant           stark zu
                     der Nutzung konzentrieren und im weiteren Verlauf        ist daher, wie sich das Verhältnis nicht-medialer
                     breite Bevölkerungsgruppen zu neuen Nutzungs-            Internetnutzung im Verhältnis zu medialer Internet-
                     mustern inspirieren. In der Vergangenheit hat sich       nutzung und Mediennutzung ohne Verwendung des
                     diese Altersgruppe in der Langzeitbetrachtung im-        Internets entwickelt. Insgesamt zeigt sich, dass so-
                     mer wieder technologischen Neuerungen und neuen          wohl die mit nicht-medialen Internetanwendungen
                     Angeboten (z. B. Walkman, MP3-Player, Videoportale       als auch die mit medialer Internetnutzung verbrachte
                     wie YouTube) besonders intensiv zugewandt. Die           Zeit steigt (vgl. Abbildung 3). Gegenüber 2015 hat
                     große Vielfalt internetfähiger Endgeräte, die stets      sich die Zeit fast verfünffacht, die mit über das Inter-
                     einen mobilen Internetzugang ermöglichen, die Viel-      net ausgespielten Medieninhalten verbracht wird,
                     falt von Anwendungen und auch deren gesunkenes           und liegt nun bei 126 Minuten pro Tag (2:06 Std.).
                     Anschaffungsinvestment haben vor allem in den            Während sich von 2010 auf 2015 noch vergleichs-
                     jungen Altersgruppen Nutzungsmuster verändert.           weise wenig Dynamik zeigte, haben sich die Aus-
                     Der wichtigste Internetzugang ist heute gerade für       spielwege im Medienkonsum von 2015 auf 2020
                     die jungen Menschen das Smartphone. Es ist multi-        stärker verschoben. Die mit dem Internet verbrachte
                     funktional im Alltag.                                    Zeit verteilt sich 2020 etwa hälftig auf mediale und
Christian Breunig/Marlene Handel/Bernhard Kessler
                              Media
                     414      Perspektiven
                              7-8/2020

 Abbildung 2
 Tägliches Zeitbudget für Medien 1970 bis 2020 – junge Altersgruppe
 BRD gesamt1), Personen 14-29 Jahre2), Mo-So3), 5.00-24.00 Uhr4), in Std.:Min.

                                                                                                                                   10:21
                                                                                                     9:55                                         Alle abgefragten Medien
                                                       ab 1980: 6 Medien,                                      9:23                               und Anwendungen brutto
                                                                                                                         9:21
                                                       ab 1985: 7 Medien                                                                          (ab 2000 inkl. Internet)
                                                                                           8:23
             vor 1980: 3 Medien                                                                      9:02                                         Alle abgefragten Medien
             TV, Radio, Zeitung                                                                                8:20      8:17      8:21           und Anwendungen netto
                                                               6:27          6:18          7:52                                                   (inkl. Internet)
                                  5:47          5:32

                    4:17
                                                                                           ab 2000: 8 Medien                   2020:
          3:27
                                                                                             (mit Internet)              Video, Audio, Text

          1970      1974          1980       1985              1990          1995          2000      2005      2010     2015        2020

     Ab 1980: zusätzlich Tonträger, Bücher, Zeitschriften; ab 1985: zusätzlich Video; ab 2000: zusätzlich Internet; ab 2020: zahlreiche
     Medienangebote aus den Gattungen Bewegtbild (Video), Audio und Text einschl. Onlineangeboten und klassischen Medien (lineares TV,
     lineares Radio und Zeitungen/Zeitschriften) sowie nicht-mediales Internet (Onlineshopping, Kommunikation, Onlinespiele etc.).

     1) Bis 1990 nur alte Bundesländer.
     2) 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005 Deutsche; ab 2010 deutschspr. Bevölkerung.
     3) Vor 1990: Mo-Sa.
     4) 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr, 1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.

     Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.

 Abbildung 3
 Tägliches Zeitbudget für Medien 1964 bis 2020 – Gesamtbevölkerung
 BRD gesamt1), Personen ab 14 Jahren2), Mo-So3), 5.00-24.00 Uhr4), in Std.:Min.
                                                                                                       10:00
                                                                                                                 9:43
                                                                                                                          9:26      9:27             Alle abgefragten Medien
                                                       ab 1980: 6 Medien,                                                                            und Anwendungen
                                                       ab 1985: 7 Medien                      8:22              8:44
                                                                                                                                                     brutto (ab 2000 inkl.
                                                                                                       9:16               8:05                       Internet)
             vor 1980: 3 Medien                                                                                                            7:31      Mediennutzung gesamt
                                                                                              8:09               8:18
             TV, Radio, Zeitung                                                     6:33                                 7:39                        brutto (inkl. mediales
                                                                      6:20                                                                           Internet)
                                         5:46           5:51
                                                                                                                                                     Abgefragte Medien ohne
                           4:36                                                                                                            5:25      Internet brutto (ab 2000)

                  3:40                                                                     ab 2000: 8 Medien
      3:14
                                                                                             (mit Internet)
                                                                                                                              2020:
                                                                                                                        Video, Audio, Text

     1964        1970      1974          1980           1985          1990      1995          2000     2005     2010      2015      2020

Ab 1980: zusätzlich Tonträger, Bücher, Zeitschriften; ab 1985: zusätzlich Video; ab 2000: zusätzlich Internet; ab 2020: zahlreiche
Medienangebote aus den Gattungen Bewegtbild (Video), Audio und Text einschl. Onlineangeboten und klassischen Medien (lineares TV,
lineares Radio und Zeitungen/Zeitschriften) sowie nicht-mediales Internet (Onlineshopping, Kommunikation, Onlinespiele etc.).

1) Bis 1990 nur alte Bundesländer.
2) 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005 Deutsche; ab 2010 deutschspr. Bevölkerung.
3) Vor 1990: Mo-Sa.
4) 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr, 1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.

Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.
Massenkommunikation 1964-2020: Mediennutzung im Langzeitvergleich
                                                                                                                                 Media
                                                                                                                           Perspektiven   415
                                                                                                                              7-8/2020

                         nicht-mediale Anwendungen. Die Mediennutzung            diengattungen. Dies gilt für die Hauptvertreter der
                         ohne Internetanwendungen liegt dagegen bei 325          audiovisuellen Medien – Fernsehen und Radio –
                         Minuten (5:25 h) und macht noch rund 57 Prozent         schon seit 1970, als das Fernsehen erstmals die bis
                         des gesamten Medienkonsums aus.                         dahin führenden Medien Hörfunk und Tageszeitung
                                                                                 überholte (vgl. Abbildung 5 und Tabellen 1 bis 3). Bis
  14- bis 29-Jährige     Deutlicher wird diese Entwicklung bei 14- bis 29-       2005 stieg die Tagesreichweite des Fernsehens kon-
       nutzen täglich    Jährigen. Die Bedeutung des nicht-medialen Inter-       tinuierlich an: Während Anfang der 1960er Jahre noch
4,5 Stunden mediale      nets wurde bereits ausgeführt. Viel stärker als ins-    längst nicht in jedem Haushalt ein Fernsehgerät vor-
     Inhalte über das    gesamt zeigt sich in dieser Altersgruppe aber auch      handen war und dieses „neue“ Medium täglich we-
              Internet   die Bedeutung des Internets als Träger für Medienin-    niger als die Hälfte der Bevölkerung (1964: 47 %)
                         halte. Mit 276 Minuten (4:36 Std.) medialer Internet-   erreichte, waren es 1970 schon mehr als zwei Drittel
                         nutzung spielt das Internet für die Mediennutzung       (71 %). In den 1990er Jahren führte die Einführung
                         eine größere Rolle als für nicht-mediale Anwendun-      des privaten Fernsehens und die damit verbundene
                         gen. Auf Mediennutzung ohne Internetkontext entfal-     höhere Programmanzahl zu einer erhöhten Fernseh-
                         len nur noch 145 Minuten (2:25 h) (vgl. Abbildung 4).   nutzung. Hinzu kam die Schließung der Programm-
                         Waren es 2015 noch 66 Prozent der gesamten Me-          lücken („Sendepausen“) und die Einführung von 24-
                         diennutzung, die bei den 14- bis 29-Jährigen ohne       Stunden-Programmen. Der Spitzenwert wurde 2005
                         das Internet stattfand, sind es 2020 nur noch 23        mit einer Tagesreichweite von 89 Prozent der Bundes-
                         Prozent. Es findet eine deutlich sichtbare Verschie-    bürger ab 14 Jahren erreicht. Im Jahr 2010 waren es
                         bung der Ausspielplattform von Medieninhalten           86 Prozent, und 2015 sahen vier von fünf Personen
                         statt: Physische Datenträger, wie CDs, DVDs, Bücher     ab 14 Jahren täglich fern (80 %). Im Jahr 2020 ist
                         und Zeitungen treten ebenso wie das lineare Fern-       das Fernsehen gemeinsam mit dem Radio trotz ge-
                         sehprogramm in den Hintergrund. Die Mediennutzung       sunkener Reichweiten nach wie vor das stärkste
                         der 14- bis 29-Jährigen findet immer mehr über das      Medienangebot. Mehr als zwei Drittel der Bevölke-
                         Internet statt. Für Medienanbieter bedeutet das,        rung ab 14 Jahren (jeweils 70 %) werden von jedem
                         dass ihre Inhalte zunehmend auf Endgeräten konsu-       dieser beiden Angebote täglich erreicht.
                         miert werden, auf denen klassische Mediennutzung
                         nur eine Option unter mehreren ist. Zudem sind die      Damit hat die Tagesreichweite des Fernsehens nach        Corona-Krise führte
                         Markteintrittsbarrieren für neue Anbieter über inter-   den Befragungsergebnissen der Studie im Vergleich        zu höherer
                         netbasierte Ausspielwege vergleichsweise gering.        zu vor fünf Jahren zwar 10 Prozentpunkte einge-          TV-Tagesreichweite
                                                                                 büßt. (12) Teilweise ausgeglichen wurden die Verluste
                         Ähnlich, aber nicht ganz so stark ausgeprägt, ist die   des linearen Fernsehens (2020: 65 %) durch die
                         Entwicklung bei 30- bis 49- Jährigen. Auch hier hat     TV-Nutzung per Livestream oder online auf Abruf
                         die Entwicklung von 2015 auf 2020 deutlich an Dy-       (z. B. in Mediatheken). Auch die Corona-Krise und
                         namik gewonnen und macht die mediale Internet-          deren Thematisierung hat sich – bezogen auf die
                         nutzung inzwischen etwas mehr aus als die nicht-        Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren – offenbar auf die
                         mediale Internetnutzung. Die Brutto-Mediennutzung       Tagesreichweite des Fernsehens ausgewirkt (+4 %-
                         ohne Verwendung des Internets liegt noch bei 247        Punkte Unterschied während der Ausgangsbeschrän-
                         Minuten (4:07 Std.) und stellt damit nur noch etwas     kungen gegenüber vorher). Bei den 30- bis 49-Jäh-
                         weniger als die Hälfte der gesamten Mediennutzung.      rigen (+6 %-Punkte) und den ab 70-Jährigen (+8 %-
                                                                                 Punkte) war der Zuwachs noch etwas höher.
    Ältere nutzen das    Einzig die Gruppe der ab 50-Jährigen verwendet nur
Internet über­wiegend    einen vergleichsweise geringen Anteil ihrer Medien-     Die Reichweitenentwicklung von Online-Bewegtbild­        Bedürfnis nach
    für nicht-mediale    zeit auf das mediale Internet. Auch wenn mit dem        angeboten weist auf einen Wandel im Mediennut-           Zeitsouveränität
              Zwecke     medialen Internet täglich erst 55 Minuten verbracht     zungsverhalten hin, der auf das Bedürfnis nach           verändert Medien-
                         werden, bedeutet dies im Vergleich zu 2015 mehr als     zeitsouveräner Verfügbarkeit von Inhalten zurückzu-      nutzungsverhalten
                         eine Vervierfachung. Die nicht-medialen Möglichkei-     führen ist. Dieses Bedürfnis zeigte sich in Ansätzen
                         ten des Internets werden mit 70 Minuten jedoch 2020     bereits in der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massen-
                         immer noch etwas länger genutzt. Die klassischen        kommunikation 2010, als erstmals eine Differenzie-
                         Ausspielkanäle nehmen mit 445 Minuten (7:25 Std.)       rung medialer und nicht-medialer Internetnutzung
                         weiterhin fast vier Fünftel des Medienzeitbudgets der   vorgenommen wurde und nachgewiesen werden
                         älteren Menschen in Deutschland ein.                    konnte, dass ein (damals noch geringer) Teil der
                                                                                 Fernseh- (und Radio-)Nutzung über das Internet er-
                         Tagesreichweiten und Nutzungsdauern                     folgte und auf Abrufdienste zurückgegriffen wurde.
                         der Medienangebote – Bewegtbildnutzung
      Fernsehen und      Bewegtbild- und Audioangebote weisen im Lang-           Hinzu kommt ein kontinuierlicher Nutzungsanstieg         Videoportale und
          Radio sind     zeitvergleich eine stabile Tagesreichweite („gestern    bei Streamingdiensten wie Netflix und Amazon Prime       Streamingdienste
 reichweitenstärkste     genutzt“) auf und sind weit vor Textangeboten die       Video, die 2020 eine Tagesreichweite von 17 Pro-         werden zunehmend
    Medienangebote       reichweitenstärksten (und nutzungsintensivsten) Me-     zent aufweisen. Daneben steigt auch der Konsum           nachgefragt
Christian Breunig/Marlene Handel/Bernhard Kessler
                           Media
                 416       Perspektiven
                           7-8/2020

Abbildung 4
Tägliches Zeitbudget für Medien 1970 bis 2020 – Bruttobetrachtung nach Altersgruppen
BRD gesamt¹), Mo-So2), 5.00-24.00 Uhr3), in Std.:Min.

14-29 Jahre
                                                                                                                            10:21
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     1970      1974        1980           1985     1990        1995        2000         2005        2010        2015        2020

30 bis 49 Jahre                                                                         9:48        9:51
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                                                                                                                 7:38                    Medien und
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                                                                                                               7:07
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                                                                                                                              4:07       brutto (ab 2010 inkl.
                                                                                                                                         mediales Internet)

                                                                                                                                         Abgefragte Medien
     1970      1974        1980           1985     1990        1995        2000         2005        2010        2015        2020
                                                                                                                                         ohne Internet brutto

 Ab 50 Jahren                                                                           10:10       10:04
                                                                                                                 9:38        9:29
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                                                                            8:23                                  8:48
                                                                                        9:49                                  8:19
                                                                                                     9:26
                                                                6:47                                             8:36
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               4:39
     3:39

     1970      1974        1980           1985     1990        1995         2000        2005        2010        2015        2020

Ab 1980: außer TV, Radio, Tageszeitung zusätzlich Tonträger, Bücher, Zeitschriften.
Ab 1985: zusätzlich Video.
Ab 2000-2015: zusätzlich Internet.
Ab 2020: Zahlreiche Medienangebote aus den Gattungen Bewegtbild (Video), Audio und Text einschl. Onlineangeboten und der
klassischen Medien (lineares Fernsehen, lineares Radio und Zeitungen/Zeitschriften) sowie in der jeweils obersten Kurve nicht-mediales
Internet (Onlineshopping, Kommunikation, Onlinespiele etc.).

1) Bis 1990 nur alte Bundesländer. 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005 Deutsche, ab 2010 deutschspr. Bevölkerung.
2) Vor 1990: Mo-Sa.
3) 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr, 1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.

Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.
Massenkommunikation 1964-2020: Mediennutzung im Langzeitvergleich
                                                                                                                                        Media
                                                                                                                                  Perspektiven   417
                                                                                                                                     7-8/2020

Abbildung 5
Tagesreichweite ausgewählter Medienangebote 1964 bis 2020 - Gesamtbevölkerung
Personen ab 14 Jahren, Mediennutzung "gestern", 5.00-24.00 Uhr, in %

100

90                                                                                                                                                Bewegtbild/Video
                                                                                                                                  86              gesamt (netto)
                                                                                                                                  82
80
                                                                                                                                                  Audio gesamt (netto)
                                                                                                                                70
70
                                                                                                                                70
                                                                                                                                                  Fernsehen/Fernseh-
                                                                                                                                                  sendungen ansehen
60                                                                                                                                                gesamt (netto)
                                                                                                                                                  Radio hören gesamt
50                                                                                                                                                (netto)
                                                                                                                                47
                                                                                                                                                  Text gesamt (netto)
40

30                                                                                                                                                Tageszeitung lesen

                                                                                                                                  22
20
                                                                                                                                                  Gedruckte Zeitungen
                                                                                                                                                  oder Zeitschriften
10                                                                                                                                                lesen (netto)
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 0
       1964       1970      1974       1980       1985      1990       1995       2000      2005      2010       2015      2020

 Bis 1990: nur alte Bundesländer; 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005: Deutsche, ab 2010 deutschspr. Bevölkerung; vor 1990:
 Mo-Sa; 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr, 1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.

 Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.

                          auf Videoportalen wie YouTube (Tagesreichweite             (vgl. Abbildung 6). Gewinner dieser Entwicklung sind
                          2020: 10 %) sowie die Nachfrage nach Fernsehin-            Videos auf Portalen wie YouTube (2015: 17 %, 2020:
                          halten in Mediatheken der Sender (Tagesreichweite          28 %) und vor allem Streamingdienste wie Netflix,
                          2020: 5 %). (13) Auch auf Facebook und in anderen          Amazon Prime Video und andere, die 2020 eine
                          sozialen Medien werden Videos angeschaut (4 %).            Tagesreichweite in der jungen Altersgruppe von 42
                          Im Ergebnis erzielt die Gattung Bewegtbild im Jahr         Prozent erzielen, deutlich mehr als lineares Fern-
                          2020 eine Tagesreichweite in der Gesamtbevölke-            sehen. Die Corona-Epidemie hat diesen Effekt vor
                          rung ab 14 Jahren von 86 Prozent (netto), 4 Prozent-       allem in der jüngsten Zielgruppe verstärkt (+5 %-
                          punkte mehr als fünf Jahre zuvor, aber etwas weni-         Punkte), was unter anderem damit zusammenhän-
                          ger als in den Jahren 2005 (90 %) und 2010 (88 %).         gen dürfte, dass junge Menschen aufgrund des Lock-
                                                                                     downs weniger Zeit außer Haus verbracht haben.
                          Die Offlinemedien Video/DVD bzw. Blu-ray, die ohne-
                          hin seit ihrer Berücksichtigung in der Studie Massen-      Aber schon bei der nächst älteren Gruppe, den 30-           Ab 50-Jährige
                          kommunikation im Jahr 1985 keine große Rolle spiel-        bis 49-Jährigen, haben noch fast zwei Drittel (62 %)        bleiben dem linearen
                          ten, haben weiter an Bedeutung verloren (Tages-            täglichen Kontakt mit dem Fernsehen (2015: 75 %).           Fernsehen treu
                          reichweite 2020: 2 %).                                     Bei den ab 50-Jährigen ist der tägliche Kontakt mit
                                                                                     dem Fernsehen völlig stabil (2015: 88 %, 2020: 87 %).
  Immer mehr junge        Die zunehmende Hinwendung zu Online-Bewegtbil-
   Menschen nutzen        dangeboten ist am deutlichsten in der Altersgruppe         Neben der Tagesreichweite ist die tägliche Nut-             Fernsehen und Radio
 Bewegtbildangebote       der 14- bis 29-Jährigen zu beobachten: Bei jungen          zungsdauer ein Indikator für die Einbindung der Me-         werden am
         im Internet      Menschen ist die Tagesreichweite der Gattung Be-           dien in den Alltag. Bewegtbild- und Audioangebote,          intensivsten genutzt
                          wegtbild von 71 Prozent im Jahr 2015 auf 86 Prozent        und hier insbesondere Fernsehen und Radio, sind
                          im Jahr 2020 angestiegen und hat mit der Audionut-         nicht nur die reichweitenstärksten, sondern seit Be-
                          zung gleichgezogen, während im gleichen Zeitraum           ginn der Studie Massenkommunikation im Jahr 1964
                          die Reichweite des Fernsehens von 67 Prozent auf           auch die nutzungsintensivsten Medien(gattungen)
                          38 Prozent (lineares Fernsehen: 32 %) gesunken ist         (vgl. Abbildung 7 und Tabellen 4 bis 6). (14) Die täg-
Christian Breunig/Marlene Handel/Bernhard Kessler
                         Media
               418       Perspektiven
                         7-8/2020

Tabelle 1
Tagesreichweite von Bewegtbild-/Videoangeboten 1964 bis 2020
Personen ab 14 Jahren, Mediennutzung „gestern“, 5.00-24.00 Uhr, in %

                                                                    1964     1970    1974    1980    1985    1990     1995    2000    2005    2010     2015     2020
Bewegtbild/Video gesamt (netto)                                      –        –       –       –       –        –       –       –      90      88       82       86
  Fernsehen/Fernsehsendungen ansehen gesamt (netto)                 47       71      78      77      72      79       83      85      89      86       80       70
		 Fernsehsendungen zum Zeitpunkt der Ausstrahlung ansehen1)        47       71      78      77      72      79       83      85      89      86       80       65
		 Selbst aufgenommene Fernsehsendungen ansehen         2)
                                                                     –        –       –       –       –        –       –       –       –        –       –        3
		Fernsehsendungen z. B. bei Mediatheken oder YouTube
   zeitversetzt im Internet ansehen3)                                –        –       –       –       –        –       –       –       –        2       3        5
			 Fernsehsendungen oder Videos in Mediatheken ansehen              –        –       –       –       –        –       –       –       –        –       –        3
			Fernsehsendungen auf YouTube ansehen                              –        –       –       –       –        –       –       –       –        –       –        2
  (Andere) Videos auf YouTube ansehen   4)
                                                                     –        –       –       –       –        –       –       –       –        5       6       10
	Videos bei Netflix, Amazon Prime Video oder anderen
  Streamingdiensten ansehen                                          –        –       –       –       –        –       –       –       –        –       –       17
	Videos auf Facebook, Instagram oder anderen sozialen Medien
  ansehen                                                            –        –       –       –       –        –       –       –       –        –       –        4
	Videos bei anderen Anbietern im Internet ansehen,
  z. B. auf Nachrichtenportalen                                      –        –       –       –       –        –       –       –       –        –       –        1
  Video/DVD oder Blu-ray ansehen                                     –        –       –       –       2        4       3       5       4        4       4        2
Bis 1990: nur alte Bundesländer; 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005: Deutsche, ab 2010 deutschspr. Bevölkerung; vor 1990: Mo-Sa; 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr,
1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.
1) 1964-2015: „Fernsehen“; 2020: „Fernsehen, also Fernsehsendungen zum Zeitpunkt der Ausstrahlung ansehen.“
2) „Selbst aufgenommene Fernsehsendungen ansehen“ („Selbst“ kann der Befragte oder jemand anderes im Haushalt sein).
3) 2010/2015: Bewegtbildnutzung im Internet: „Fernsehsendungen zu einem späteren Zeitpunkt gesehen, ganz oder teilweise“.
4) 2010/2015: Bewegtbildnutzung im Internet: „Videodateien angesehen“.
Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.

Tabelle 2
Tagesreichweite von Audioangeboten 1964 bis 2020
Personen ab 14 Jahren, Mediennutzung „gestern“, 5.00-24.00 Uhr, in %

                                                                    1964     1970    1974    1980    1985    1990     1995    2000    2005    2010     2015     2020
Audio gesamt (netto)                                                 –        –       –       –       –        –       –       –      90       86       80      82
  Radio hören gesamt (netto)                                        68       67      69      69      76      76       74      85      84       79       74      70
		Radio hören1)                                                     68       67      69      69      76      76       74      85      84       79       74      70
		Radiosendungen oder Beiträge aus Radiosendungen auf Abruf
   im Internet hören                                                 –        –       –       –       –        –       –       –       –        –           –    1
		Podcasts hören                                                     –        –       –       –       –        –       –       –       –        –           –    2
		Podcasts hören oder Radiosendungen zeitversetzt
   im Internet hören2)                                               –        –       –       –       –        –       –       –       –      0,5      0,25      3
  Musik über YouTube/Streamingdienste hören (netto)                  –        –       –       –       –        –       –       –       –        –           –   20
		 Musik über YouTube hören                                          –        –       –       –       –        –       –       –       –        –           –    5
		Musik über Spotify, Amazon Music oder andere
   Streamingdienste hören                                            –        –       –       –       –        –       –       –       –        –           –   16
  Musik über CDs, Schallplatte, MP3 oder Download hören3)            –        –       –      15      14      15       14      21      28       25       16       6
	Hörbücher oder Hörspiele über CDs, Schallplatte, MP3 oder
  Download hören                                                     –        –       –       –       –        –       –       –       –        –           –    3
Bis 1990: nur alte Bundesländer; 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005: Deutsche, ab 2010 deutschspr. Bevölkerung; vor 1990: Mo-Sa; 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr,
1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.
1) 1964-2015: „Radio hören“; 2020: „Radio hören (Das ist das, was man hört, wenn man einen Radiosender einschaltet oder Live-Streams nutzt)“.
2) 2010/2015: Audionutzung im Internet: „Podcasts von Radiosendungen gehört“; 2020: Radiosendungen/Beiträge aus Radiosendungen auf Abruf/Podcast (netto).
3) 1980-2015: „Musik hören: (MP3)/CD Kassette/(Schallplatte)“, ab 2010 Nutzungsdauern einschl. Musikdateien im Internet.
Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.
Massenkommunikation 1964-2020: Mediennutzung im Langzeitvergleich
                                                                                                                                           Media
                                                                                                                                     Perspektiven    419
                                                                                                                                        7-8/2020

Tabelle 3
Tagesreichweite von Textangeboten 1964 bis 2020
Personen ab 14 Jahren, Mediennutzung „gestern“, 5.00-24.00 Uhr, in %

                                                                       1964     1970    1974     1980     1985    1990     1995    2000     2005     2010    2015     2020
Text gesamt (netto)1)                                                   –        –        –       –        –        –       –        –      69       69      60       47
  (Gedruckte) Zeitungen oder Zeitschriften lesen                        –        –        –       –        –        –       –        –      60       50      37       22
		Tageszeitung lesen                                                   69       64      67       64       61      50       53      54       51       44      33        –
		Zeitschriften lesen                                                   –        –        –      19       17      19       20      16       17       11        6       –
  Artikel/Berichte digital im Internet lesen (netto)                    –        –        –       –        –        –       –        –       –       22      23       17
		Artikel/Berichte auf Websites oder in Apps von Zeitungen
   und Zeitschriften lesen2)                                            –        –        –       –        –        –       –        –       –        9      13        8
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   oder Radiosendern lesen3)                                            –        –        –       –        –        –       –        –       –        3        2       1
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   sozialen Medien lesen                                                –        –        –       –        –        –       –        –       –        –        –       7
		Artikel/Berichte auf Websites oder in Apps von anderen
   Anbietern im Internet lesen4)                                        –        –        –       –        –        –       –        –       –       13      10        3
  (Gedruckte) Bücher lesen                                              –        –        –      20       18      20       19      18       23       21      18       15
  E-Books lesen                                                         –        –        –       –        –        –       –        –       –        –        –       3
Bis 1990: nur alte Bundesländer; 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005: Deutsche, ab 2010 deutschspr. Bevölkerung; vor 1990: Mo-Sa; 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr,
1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.
1) Bis 2005 nur gedruckte Texte.
2) 2010-2015: Nettowert aus: „Aktuelle Nachrichten auf einer Homepage einer Tageszeitung, wie z. B. FAZ, Süddeutsche oder einer regionalen Tageszeitung gelesen“ und
    „Aktuelle Nachrichten bei bei einem Nachrichtenmagazin, wie z. B. Spiegel-Online, Focus-Online gelesen“.
3) 2010-2015: „Aktuelle Nachrichten (im Internet) bei einem TV-Sender gelesen“.
4) 2010-2015: Nettowert aus: „Aktuelle Nachrichten bei einem Internet- oder E-Mail-Provider, z. B. t-online, web.de, gmx.de/bei einer Suchmaschine, z. B. Google, Yahoo/
    woanders im Internet gelesen“.
Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.

                           liche Dauer der Bewegtbildnutzung ist bis zum Jahr           hinzugewonnen, und zwar vor allem Streaming-
                           2010 aufgrund der Erfolgsgeschichte des Fernse-              dienste (2020: 31 Min. pro Tag), die in der Befragung
                           hens immer weiter angestiegen (229 Min. brutto),             2015 noch keine Rolle spielten, und Videoportale
                           betrug 2015 noch 220 Minuten und hat sich seitdem            (2010 und 2015: jeweils 3 Min., 2020: 12 Min.). Aber
                           auf 216 Minuten (brutto) stabilisiert. Die tägliche          auch das Anschauen von Fernsehsendungen in Me-
                           Fernsehdauer der Bevölkerung ab 14 Jahren hat sich           diatheken oder auf YouTube (Steigerung von täglich
                           im Zeitraum von 1970 (15) bis 2010 nahezu verdop-            insgesamt 1 Min. 2010 auf 6 Min. 2020) sowie Videos
                           pelt, von 112 Minuten auf 221 Minuten, ehe sie 2015          in sozialen Medien (2020: 4 Min.) haben zugelegt.
                           etwas nachließ (211 Min.) und sich bis zum Jahr              Während der Corona-Krise hat sich auch bei den
                           2020 auf 165 Minuten pro Tag (brutto) verringerte.           Streamingdiensten (+9 Min.) und Videoportalen (+4
                           Die Fernsehnutzungsdauer liegt aktuell über dem              Min.) eine intensivere Nutzung ergeben.
                           Niveau von 1995 (158 Min.), aber deutlich unter den
                           Rekordjahren 2005 und 2010 (220 bzw. 221 Min.).              Wie in der Gesamtbevölkerung erhöhten sich von               Jüngere nutzen
                                                                                        1985 bis 2010 auch bei den 14- bis 29-Jährigen               2020 mehr
Lineares Fernsehen         Die Corona-Pandemie führte bei Personen ab 14 Jah-           die Tagesreichweite und Nutzungsdauer des Fern-              Streamingdienste
     profitierte von       ren aufgrund der vermehrt zu Hause verbrachten Zeit          sehens (Abbildung 8). Seit 2015 sehen junge Men-             als Fernsehen
      Corona-Krise         und wegen des hohen Interesses an medialen Infor-            schen tendenziell weniger fern, während die Be-
                           mationen zur Corona-Krise zu einer Steigerung der            wegtbildnutzung insgesamt ansteigt. Mit einer
                           Nutzung des klassischen, linearen Fernsehens um              täglichen Nutzungsdauer der 14- bis 29-Jährigen
                           täglich 14 Minuten. Bei den 30- bis 49-Jährigen              im Jahr 2020 von 195 Minuten (brutto) wurden
                           (+20 Min.) und den ab 70-Jährigen (+31 Min.) war             erstmals die Audio­angebote (183 Min.) übertroffen.
                           der Zuwachs noch höher.                                      Der Höchststand aus dem Jahr 2005 mit 202 Mi-
                                                                                        nuten wurde fast erreicht. Von den aktuell 195 Mi-
Diversifizierung der       Da sich die Fernsehnutzungsdauer in den vergange-            nuten Bewegtbildnutzung werden aber anders als
Bewegtbildnutzung          nen fünf Jahren bei annähernder Stabilität der ge-           2015 (147 Min.) nur noch 65 Minuten pro Tag mit
                           samten Bewegtbildnutzung verringert hat, weist dies          Fernsehangeboten verbracht (lineares Fernsehen:
                           auf eine Diversifizierung der Bewegtbildnutzung hin:         54 Min.). An erster Stelle stehen Streamingdienste
                           Andere Bewegtbildangebote haben Nutzungsdauer                wie Netflix (77 Min.), auch Videos auf YouTube (34
Christian Breunig/Marlene Handel/Bernhard Kessler
                         Media
               420       Perspektiven
                         7-8/2020

Abbildung 6
Tagesreichweite ausgewählter Medienangebote 1970 bis 2020 - junge Altersgruppe
Personen 14 bis 29 Jahre, Mediennutzung "gestern", 5.00-24.00 Uhr, in %

100

                                                                                                                                              Bewegtbild/Video
 90                                                                                                                            86             gesamt (netto)
                                                                                                                               86
 80                                                                                                                                           Audio gesamt (netto)

 70
                                                                                                                                              Fernsehen/Fernseh-
                                                                                                                                              sendungen ansehen
 60                                                                                                                                           gesamt (netto)
                                                                                                                                              Radio hören gesamt
 50                                                                                                                            51             (netto)

                                                                                                                                              Text gesamt (netto)
 40                                                                                                                            38
                                                                                                                               37
 30                                                                                                                                           Gedruckte Zeitungen
                                                                                                                                              oder Zeitschriften lesen
 20
                                                                                                                                              Tageszeitung lesen

 10
                                                                                                                               6              Zeitschriften lesen
  0
        1970        1974       1980       1985        1990       1995        2000       2005        2010       2015        2020

Bis 1990: nur alte Bundesländer; 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005: Deutsche, ab 2010 deutschspr. Bevölkerung; vor 1990:
Mo-Sa; 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr, 1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.

Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.

                         Min.) sowie Videos in sozialen Medien (14 Min.)            verfolgt werden können. Gab es bei der Tagesreich-
                         erfreuen sich steigender Beliebtheit. Die Coro-            weite vor 56 Jahren noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen
                         na-Pandemie hat diese Entwicklung noch ver-                zwischen der Tageszeitung und dem Radio, entwi-
                         stärkt. Der Konsum von Streamingdiensten wie               ckelten sich beide Angebote in den folgenden Jahr-
                         Netflix hat sich nach dem Lockdown um 22 Minu-             zehnten stetig auseinander: Das Radio wurde von
                         ten erhöht.                                                immer mehr Menschen erreicht, die Tageszeitung von
                                                                                    immer weniger.
    Mit steigendem       Mit steigendem Alter nimmt die Fernsehnutzung zu,
        Alter nimmt      während Streamingdiensten und Videoportalen we-            Mit dem neuen Medium Fernsehen und später mit           In Konkurrenz­
 Fernsehnutzung zu       niger Zeit gewidmet wird: 30- bis 49-Jährige sehen         den elektronischen Speichermedien (Kassettenrecor-      situation entwickelte
                         täglich 101 Minuten lineares Fernsehen, 40 Minuten         der, Walkman, MP3-Player etc.) sowie der Verbrei-       sich das Radio
                         Streamingdienste und 12 Minuten Videoportale. Bei          tung des Internets sah sich das Radio schon mehr-       zum flexiblen
                         den ab 50-Jährigen stehen einer täglichen Fernseh-         fach einer Konkurrenz ausgesetzt, die seiner Reich-     Tagesbegleiter
                         nutzung von 229 Minuten nur 6 Minuten Streaming-           weite nachhaltig hätte schaden können. Aber es
                         dienste und 4 Minuten Videoportale gegenüber.              kam anders: Seit 1990 liegt der Hörfunk hinsichtlich
                                                                                    der Anzahl täglich erreichter Menschen auf Rang 2
                         Audionutzung                                               der reichweitenstärksten Medienangebote. Das Radio
         Radio bleibt    Audioangebote erreichen 2020 eine Tagesreichweite          behauptete sich als flexibler Tagesbegleiter. 70 Pro-
reichweitenstärkstes     von 82 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren, ge-           zent der ab 14-Jährigen schalten 2020 täglich das
      Audioangebot       ringfügig mehr als vor fünf Jahren (80 %) und etwas        Radio ein. Damit hat der Hörfunk ähnlich dem
                         weniger als in den Befragungswellen 2010 (86 %)            Fernsehen im Vergleich zum Jahr 2000 (85 %) an
                         und 2005 (90 %) (vgl. Tabelle 2 und Abbildung 5). (16)     Reichweite eingebüßt. Diese Entwicklung ist in den
                         Wichtigstes Audioangebot ist nach wie vor das Radio        vergangenen fünf Jahren vor allem auf den Wett-
                         (70 %), dessen Nutzungsdaten – ebenso wie jene des         bewerb mit Musik-Streamingplattformen und Video-
                         Fernsehens und der Tageszeitung – in der Studie            portalen zurückzuführen, die zusammen eine Tages-
                         Massenkommunikation bis ins Jahr 1964 zurück-              reichweite (für Musikangebote) von 20 Prozent er-
Massenkommunikation 1964-2020: Mediennutzung im Langzeitvergleich
                                                                                                                                          Media
                                                                                                                                    Perspektiven   421
                                                                                                                                       7-8/2020

Abbildung 7
Nutzungsdauer von Medienangeboten 1964 bis 2020 - Gesamtbevölkerung
Personen ab 14 Jahren, Mediennutzung "gestern", 5.00-24.00 Uhr, in Min.
300

                                                                                                                                                    Bewegtbild/Video
                                                                                                                                                    gesamt (brutto)
250
                                                                                                                                                    Audio gesamt (brutto)

                                                                                                                               216
                                                                                                                                                    Fernsehen/Fernseh-
200                                                                                                                                                 sendungen ansehen
                                                                                                                                                    gesamt (brutto)
                                                                                                                               181                  Radio hören gesamt
                                                                                                                               165                  (brutto)
150                                                                                                                                                 Text gesamt (brutto)
                                                                                                                               136

                                                                                                                                                    Tageszeitung lesen
100
                                                                                                                                                    Gedruckte Zeitungen
                                                                                                                                                    oder Zeitschriften lesen
                                                                                                                                                    (brutto)
 50                                                                                                                            54                   Artikel/Berichte digital
                                                                                                                                                    im Internet lesen (brutto)
                                                                                                                               22
                                                                                                                                                    Zeitschriften lesen
                                                                                                                               15
  0
        1964      1970      1974      1980      1985       1990      1995      2000       2005      2010      2015      2020

Bis 1990: nur alte Bundesländer; 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005: Deutsche, ab 2010 deutschspr. Bevölkerung;
vor 1990: Mo-Sa; 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr, 1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.

Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.

                         reichen (vgl. Tabelle 2). Auch hier zeigt das Radio          Im Vergleich zur Tagesreichweite unterlag die täg­           Radio bleibt mit
                         aber offensichtlich seine Flexibilität, wie an zahlrei-      liche Nutzungsdauer des Radios im Verlauf der ver-           Abstand nutzungs­
                         chen On-demand- bzw. Podcastangeboten öffent-                gangenen mehr als fünf Jahrzehnte stärkeren                  intensivstes Audio-
                         lich-rechtlicher und privater Radiosender zu erken-          Schwankungen. Der kontinuierliche Anstieg der Hör-           angebot
                         nen ist.                                                     dauer von den 1980er bis zu den beginnenden
                                                                                      2000er Jahren (täglich mehr als 200 Min.) war über-
        Gattung Audio    In der jüngsten Altersgruppe sind Audio- und vor al-         wiegend durch die größere Programmvielfalt und
       mit 86 Prozent    lem Musikangebote seit jeher reichweitenstark. Die           den Umbau von Programmen in Tagesbegleitwellen
      Tagesreichweite    Gattung Audio hat im Jahr 2020 bei 14- bis 29-Jäh-           bedingt. Im Jahr 2015 wurden täglich 175 Minuten
         bei Jüngeren    rigen eine Tagesreichweite von 86 Prozent (2015:             mit Radiohören über die verschiedenen Verbreitungs-
                         76 %) und befindet sich damit gleichauf mit den              wege verbracht, 2020 weisen die Ergebnisse der
                         Bewegtbildangeboten (vgl. Abbildung 6). An erster            Studie Massenkommunikation 136 Minuten (brutto)
                         Stelle der Audioangebote liegt trotz Verlusten in den        aus. Damit bleibt Radio trotz Verlusten das mit Ab-
                         vergangenen Jahren immer noch das Radio mit einer            stand nutzungsintensivste Audioangebot.
                         Tagesreichweite von 51 Prozent, gefolgt von Strea-
                         mingdiensten wie Spotify (Tagesreichweite: 48 %)             Ein weiterer Effekt hat das Radio in dieser Unter­           Radionutzung erhöhte
                         und Videoportalen zum Musikhören wie YouTube                 suchung getroffen: die Corona-Krise. Während die             sich während der
                         (14 %).                                                      Tagesreichweite praktisch auf unverändertem Niveau           Corona-Krise nicht
                                                                                      blieb (–1 %-Punkt), hat sich die tägliche Hördauer
  30- bis 69-Jährige     Die radioaffinsten Altersgruppen sind seit vielen            nach dem Lockdown in der Gesamtbevölkerung um
  hören am meisten       Jahren die 30- bis 49-Jährigen und die 50- bis               täglich 8 Minuten verringert, bei den 50- bis 69-Jäh-
               Radio     69-Jährigen. Radio hören ist im Jahr 2020 für 72             rigen sogar um 17 Minuten. Der Lockdown hatte
                         bzw. 80 Prozent dieser Altersgruppen in den Alltag           unter anderem Auswirkungen auf die Radionutzung
                         integriert. Dies entspricht ungefähr dem Niveau von          im Auto, die normalerweise auf der Fahrt zum/vom
                         vor fünf Jahren.                                             Arbeitsplatz zum Alltag gehört. (17)
Christian Breunig/Marlene Handel/Bernhard Kessler
                         Media
               422       Perspektiven
                         7-8/2020

Tabelle 4
Nutzungsdauer von Bewegtbild-/Videoangeboten 1964 bis 2020
Personen ab 14 Jahren, Mediennutzung „gestern“, 5.00-24.00 Uhr, in Min.

                                                                    1964     1970     1974   1980    1985    1990     1995    2000    2005    2010     2015     2020
Bewegtbild/Video gesamt (brutto)                                    70       112      125    125     123      139     161     189     225     229      220      216
  Fernsehen / Fernsehsendungen ansehen gesamt (brutto)              70       112      125    125     121      135     158     185     220     221      211      165
		Fernsehsendungen zum Zeitpunkt der Ausstrahlung ansehen1)        70       112      125    125     121      135     158     185     220     220      209      155
   (brutto)
		Selbst aufgenommene Fernsehsendungen ansehen2)                    –            –     –      –        –       –       –       –        –       –       –        3
		Fernsehsendungen z.B. bei Mediatheken oder YouTube
   zeitversetzt im Internet ansehen3)                                –            –     –      –        –       –       –       –        –       1       2        6
			Fernsehsendungen oder Videos in Mediatheken ansehen              –            –     –      –        –       –       –       –        –       –       –        4
			Fernsehsendungen auf YouTube ansehen                             –            –     –      –        –       –       –       –        –       –       –        2
  (Andere) Videos auf YouTube ansehen4)                              –            –     –      –        –       –       –       –        –       3       3       12
	Videos bei Netflix, Amazon Prime Video oder anderen
  Streamingdiensten ansehen                                          –            –     –      –        –       –       –       –        –       –       –       31
	Videos auf Facebook, Instagram oder anderen sozialen Medien
  ansehen                                                            –            –     –      –        –       –       –       –        –       –       –        4
	Videos bei anderen Anbietern im Internet ansehen,
  z. B. auf Nachrichtenportalen                                      –            –     –      –        –       –       –       –        –       –       –        2
  Video/DVD oder Bluray ansehen                                      –            –     –      –        2       4       3       4        5       5       6        2
Bis 1990: nur alte Bundesländer; 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005: Deutsche, ab 2010 deutschspr. Bevölkerung; vor 1990: Mo-Sa; 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr,
1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.
Rundungsdifferenzen möglich.
1) 1964-2015: „Fernsehen“; 2020: „Fernsehen, also Fernsehsendungen zum Zeitpunkt der Ausstrahlung ansehen.“
2) „Selbst aufgenommene Fernsehsendungen ansehen“ („Selbst“ kann der Befragte oder jemand anderes im Haushalt sein).
3) 2010/2015: Bewegtbildnutzung im Internet: „Fernsehsendungen zu einem späteren Zeitpunkt gesehen, ganz oder teilweise“.
4) 2010/2015: Bewegtbildnutzung im Internet: „Videodateien angesehen“.
Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.

Tabelle 5
Nutzungsdauer von Audioangeboten 1964 bis 2020
Personen ab 14 Jahren, Mediennutzung „gestern“, 5.00-24.00 Uhr, in Min.

Medienangebote                                                      1964     1970     1974   1980    1985    1990     1995    2000    2005    2010     2015     2020
Audio gesamt (brutto)                                                –        –         –    150     168      184     176     242     266     229      202      181
  Radio hören gesamt (brutto)                                       89       73       113    135     154      170     162     206     221     190      175      136
		Radio hören1)                                                     89       73       113    135     154      170     162     206     221     190      175      135
		Radiosendungen oder Beiträge aus Radiosendungen auf Abruf
   im Internet hören                                                 –        –         –      –        –       –       –       –        –       –       –        1
		Podcasts hören                                                     –        –         –      –        –       –       –       –        –       –       –        2
		Podcasts hören oder Radiosendungen zeitversetzt
   im Internet hören2)                                               –        –         –       -       –       –       –       –        –     0,5     0,2        3
  Musik über YouTube/Streamingdienste hören (netto)                  –        –         –      –        –       –       –       –        –       –       –       33
		 Musik über YouTube hören                                          –        –         –      –        –       –       –       –        –       –       –        7
		Musik über Spotify, Amazon Music oder andere
   Streamingdienste hören                                            –        –         –      –        –       –       –       –        –       –       –       26
  Musik über CDs, Schallplatte, MP3 oder Download hören3)            –        –         –     15       14      14      14      36      45       39      27        7
	Hörbücher oder Hörspiele über CDs, Schallplatte, MP3 oder
  Download hören                                                     –        –         –      –        –       –       –       –        –       –       –        3
Bis 1990: nur alte Bundesländer; 1964: Personen ab 15 Jahren; bis 2005: Deutsche, ab 2010 deutschspr. Bevölkerung; vor 1990: Mo-Sa; 1964/1970: 5.00-1.00 Uhr,
1974-1985: 5.30-24.00 Uhr.
Rundungsdifferenzen möglich.
1) 1964-2015: „Radio hören“; 2020: „Radio hören (Das ist das, was man hört, wenn man einen Radiosender einschaltet oder Live-Streams nutzt)“.
2) 2010/2015: Audionutzung im Internet: „Podcasts von Radiosendungen gehört“; 2020: Radiosendungen/Beiträge aus Radiosendungen auf Abruf/Podcast (netto).
3) 1980-2015: „Musik hören: (MP3)/CD Kassette/(Schallplatte)“, ab 2010 Nutzungsdauern einschl. Musikdateien im Internet.
Quelle: ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie.
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