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PRESS REVIEW
Schubert-Woche
im Pierre Boulez Saal
In Zusammenarbeit mit der Lied Akademie des Internationalen Liedzentrums
Heidelberg und der Hampsong Foundation
18.–24. Januar 2021TV / ARTS AND CULTURE A RT S A N D C U LT U R E Arts and Culture - Monday, January 25, 2021 On this edition with Robin Merrill: Baritone Thomas Hampson’s Schubert Week in Berlin; Juli Zeh’s dystopian novel “The Method” on “100 German Must- Reads”; and the optical illusion sculptures of Czech artist Patrik Proško.
TV / DER TAG D E R TA G Der Tag vom 25.01.2021 In Deutschland wächst die Sorge vor mutierten Coronaviren | Wenig Hoffnung zehn Jahre nach der Revolution in Ägypten | Oxfam-Studie beweist: Die Pandemie verstärkt die Ungleichheit in der Welt | Rund um Russlands Hauptstadt Moskau werden Müllberge zum Problem
Mittwoch, 27.01.2021 Suchen
Startseite Musikjournal „Ihr seid doch noch Künstler!“ 25.01.2021
Schubert-Woche im Pierre Boulez-Saal
„Ihr seid doch noch Künstler!“
Ja, in Berlin hat wirklich ein Live-Festival stattgefunden! Zum dritten
Schubert-Festival kamen namhafte Künstlerinnen und Künstler und
Nachwuchs. Alle traten zwar ohne Publikum auf, waren aber online
erlebbar. Ein Ereignis, das Kunst und Publikum guttat.
Von Julia Kaiser
Schubertforscher Thomas Hampson bei der Arbeit mit den jungen Künstlerinnen und
Künstlern während der Schubert-Woche 2021. (Peter Adamik)
MEHR ZUM THEMA
Sharvit: „Ich bin irgendwie aufgeregt wie vor einem echten Konzert.“
Die Mezzosopranistin Marie Seidler
[https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-
mezzosopranistin-marie-seidler-das-
schwierige-ist-dass.3889.de.html?
…sagt die Mezzosopranistin Hagar Sharvit, kurz vor ihrem Auftritt bei der dram:article_id=451931] „Das schwierige
ist, dass man es geschehen lässt“
Schubertwoche – auch wenn das Publikum nur per Livestream dabei ist. Sie wird für
ihr Konzert auf einer richtigen Bühne stehen, im Pierre-Boulez-Saal. Endlich wieder Liebesliederabend
Lampenfieber spüren! [https://www.deutschlandfunk.de/liebesliederabend-
besitze-ich-dich.1988.de.html?
dram:article_id=485555] Besitze ich Dich?
CD-Debüt Pia Davila
Sharvit: „Weil ich weiß, dass Leute es sehen, Leute, die ich kenne, die ich eingeladen [https://www.deutschlandfunk.de/cd-
habe. Ich hatte kleinere Konzerte, mit wenigen Leuten im September, aber dieses debuet-pia-davila-die-mystik-des-
mondes.727.de.html?
Gefühl hatte ich noch nicht in dieser Zeit. Diese Schmetterlinge, das ist ein Gefühl dram:article_id=490371] Die Mystik des
wie… wie früher!“ Mondes
Ein humanitäres Bildungsprojekt
Etwas erstaunlich Echtes und Unmittelbares haben die Live-Streams der Konzerte im
Boulezsaal, man darf sich ganz einlassen auf die Liebe zum Lied, die allen Liedduos in
die Gesichter geschrieben steht. Vor den Konzerten ohne Publikum geben sie kurze
Einführungen, beschäftigen sich auch mit Liedforschung. Der Initiator der
Schubertwoche, Thomas Hampson hat auch Musikwissenschaftler und
Schubertforscher eingeladen, zu diesem humanitären Bildungsprojekt, so nennt es der
Bariton.Hampson: „Ich begrüße sehr, dass ich mir jetzt, unter diesen Umständen, eine Akademie bauen kann. Ein Netzwerk war mein ursprünglicher Traum, als ich meine Stiftung gegründet habe, die Hampsong-Foundation. Ein Netzwerk, um das Leben dieser Epoche oder unserer Zeit durch Gedicht und Musik zu verstehen. Im Austausch, mit Verständnis, hoffentlich compassion und Toleranz.“ Mut zu Gefühlen aus der Pandemie-Situation Zu allen Zeiten haben sich Künstlerinnen und Künstler mit ihrer Lebenswirklichkeit auseinandergesetzt und sie zum Ausdruck gebracht. Mit Worten, bildkünstlerisch und eben musikalisch. So wie Franz Schubert. Thomas Hampson ermutigt die jungen Sängerinnen und Sänger, ihre Emotionen über die Pandemie-Situation in die Interpretationen seiner Lieder zu legen. Hampson: „Wir reden gar nicht erst über die momentane political scene, da werde ich zu aufgeregt als Amerikaner. Es ist verheerend! Ich glaube, dass ein Grundproblem unserer Politik in unserem Ausbildungsproblem liegt. Unserer Einstellung zu education, in der nur an Jobs und Geld gedacht wird, und nicht an Erfüllung und Wissen und Verbesserung des Lebens. Liberal Arts Education! Wir haben schon in allen Ländern einige Generationen, die nicht die Künste als eigentlichen Baustein ihrer Existenz erlernt haben. Warum ich das alles sage in Art eines Vortrags, ist, dass Schubert genau diese Griffe beinhaltet! Was ich so bewundere an Schubert, ist seine Begeisterung, menschliche Gedanken in Gedichtform in einer entwickelten Musiksprache zu erläutern. Er hörte in seinem Kopf und seiner Seele eine Musikausformung – und da haben wir diese Lieder! Und ich finde diese ganzen Zusammenhänge wahrzunehmen, das ist der aufregendste Teil der lebenden Künste!“ Die Rückbesinnung auf allumfassende freiheitlich-künstlerische Bildungswerte ist auch ein Ideal der Barenboim-Said-Akademie. Darum steht die jährliche Schubertwoche fest im Programm des Boulezsaales. Was die Zuschauer auch jeden Tag digital zurückkehren lässt, ist die Vielschichtigkeit des Austauschs. In der romantischen Welt der Blütendüfte und Mythengestalten tauschen sich die Künstlerinnen und Künstler darüber aus, wie es ihnen gerade geht, sagt die Mezzosopranistin Marie Seidler. Seidler: „Es ist wirklich unglaublich schwer, um ehrlich zu sein, es schwankt auch tagtäglich. Ich gewinne auch eine gefährliche Distanz zu meinem Beruf, wo ich draufschaue und sage: Die Verträge werden unfairer, es gibt eine Sorte Knebelverträge, man hört auch Sätze wie: ‚Soundso viele Sänger stehen hintan und würden Ihren Job gerne übernehmen. Wenn Sie diesen und diesen Dingen nicht folgen, dann werden wir eine andere Sängerin finden, die das tut.‘ Gerade jetzt in Coronazeiten wird man damit konfrontiert, guckt sich seinen Beruf auch nochmal aus einer anderen Perspektive an. Aber nichtsdestotrotz bleibt da dieser Ausdruckswillen, den man nicht abschalten kann. Ich schöpfe einfach Mut aus der direkten Auseinandersetzung mit den Komponisten, mit den Texten, mit der Musik. Es ist die direkte Auseinandersetzung mit dem, was wir lieben, die uns weitermachen lässt. Aber wie prekär die Situation auf dem Markt ist und auch immer mehr wird, das geht mich schon sehr an.“ Ein Netzwerk, das Halt gibt Diese Offenheit macht das Konzerterlebnis noch eindrücklicher. Oder die nachmittäglichen öffentlichen Workshops mit Thomas Hampson und erfahrenen
Liedpianisten. Viele junge Sängerinnen und Sänger waren schon in den beiden
Vorjahren bei der Schubertwoche, haben erst einen Workshop erlebt und dürfen nun
ein geteiltes oder ein ganzes Konzert singen. Diese Verflechtung hängt mit den
Partnern der Schubertwoche zusammen, der Heidelberger Lied-Akademie und der
Hampsong-Foundation. Thomas Hampson hat ein Netzwerk aus Liedbegeisterten
gegründet, das das ganze Jahr über aktiv ist. Ihr habe es in den letzten Monaten Halt
gegeben, sagt die Mezzosopranistin Ema Nikolovska.
Nikolovska: „Der Austausch, den ich in den letzten Monaten mit den verschiedensten
Freunden in dieser Lied-Gemeinschaft hatte, hat mir sehr geholfen, mich noch einmal
neu auf den Liedgesang zu fokussieren. Auch herausfordernde Fragen waren dabei, in
prekären Augenblicken, in denen wir uns gefragt haben: Was soll das Ganze? Wir
haben noch einmal geschärft, was uns der Liedgesang bedeutet, welchen Wert er für
uns darstellt und wie wir diese Kostbarkeit teilen können, indem wir unsere
Begeisterung teilen. Was machen wir als Interpreten, oder wir in der Klassikwelt
allgemein, nicht richtig – so dass es anderen schwer fällt, in diese Welt einzutreten?
Wo liegen unsere blinden Flecken? Diese Diskussionen haben uns angeregt, noch
mehr querzudenken, das Lied auf den Kopf zu stellen und zu überlegen, wie wir noch
mehr dafür tun können. Das war sehr stimulierend.“
„Deine Entwicklung ist in der Stille ebenso wichtig“
Den aktiven Austausch per Zoom oder in sozialen Netzwerken möchte auch Thomas
Hampson beibehalten. Das sei ein Erkenntnisgewinn aus der Pandemiesituation, sagt
er. Diskutieren und einander, selbst wenn nur von fern, dabei sehen, das habe ihm den
engen Kontakt zu den jungen Kolleginnen und Kollegen, wie er sie nennt, ganz neu
eröffnet!
Hampson: „Es war, als ob ich immer von einem dunklen Stern heruntergerufen hätte.
Ich sagte: Kommt, lasst uns am Freitag zusammenkommen, ich will wissen, wie es
Euch geht. Und plötzlich hatten wir 30 junge Künstler da sitzen mit genau diesem
Standpunkt – ‚I have no idea who I am! – Ich weiß nicht, wer ich bin.‘ Ich bin so
dankbar, dass ich diese noch nähere Verbindung gefunden habe, als Mentor, älterer
Kollege, wie ein geschätzter Onkel. (lacht) Es hat mir selbst viel gegeben, ihnen zu
sagen: ‚Kommt! Nur, weil ihr im Moment verstummt seid… Ihr seid doch noch Künstler!
Ob Du säuselst für drei Leute oder schreist für dreitausend oder singst für 300 – Du
bist ein Künstler! Und die Entwicklung Deiner Künstlerlaufbahn ist in der Stille ebenso
wichtig, wie vor Leuten.‘ Das war sicher für diese Leute, und ist es auch für diese
Generation, eine absolute Levite durch diese Krise. Was wir vor Leuten tun, ist nur in
dem Forum, in dem wir es hörbar machen. Aber mein Leben ist nicht abhängig davon,
dass Leute vor mir sitzen, die für eine Karte gezahlt haben. Das wäre desaströs!“
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Kultur Lesen · Hören · Sehen Berliner Morgenpost | 9
Top 10 Klassik Deutschlandradio
aus der Amazon-Bestseller-Liste
kündigt laufende
1
Alive - My Soundtrack (Del.)
David Garrett Tarifverträge
Polydor, 18,46 Euro
Alive - My Soundtrack Rundfunkbeitrag wird zunächst
2 David Garrett
Polydor, 9,99 Euro
nicht höher. Das hat erste Folgen
Budapest Concert
3 Keith Jarrett
Ecm Records, 21,95 Euro
Nach der von Sachsen-Anhalt blockier-
ten Erhöhung des Rundfunkbeitrags um
86 Cent auf 18,36 Euro gibt es beim öf-
Wien
4 Jonas Kaufmann
Sony Classical, 12,79 Euro
fentlich-rechtlichen Rundfunk erste
Konsequenzen. Das Deutschlandradio
hat von einem Sonderkündigungsrecht
It’s Christmas! der laufenden Tarifverträge Gebrauch
5 Jonas Kaufmann
Sony Classical, 13,68 Euro
gemacht, wie der öffentlich-rechtliche
Sender auf Anfrage bestätigte. Intendant
John Williams - Live in Vienna Stefan Raue sagte: „Die Kündigung des
6 Wiener Philh. & A.-S. Mutter
Dt. Grammophon, 24,83 Euro
laufenden Tarifvertrags ist für Deutsch-
landradio eine leider notwendige Maß-
Colors (Deluxe Edition) nahme, die den Mitarbeiterinnen und
7 Christopher von Deylen & Schiller
Masterworksm, 17,56 Euro
Mitarbeitern viel abverlangt.“
Der Deutsche Journalisten-Verband
Symphonia (DJV) kritisierte den Schritt. „Das könn-
8 Schiller
We Love Music, 18,99 Euro
te eine Vorreiterrolle mit sich bringen,
die zu einem Flächenbrand führt“, sagte
der Bundesvorsitzende Frank Überall.
Beethoven - Sämtliche Kla-
9 viersonaten 1-32
Igor Levit, Sony Class., 52,99 Euro
Im Dezember hatte die Regierung
Sachsen-Anhalts entgegen dem Willen
aller anderen Länder die Erhöhung des
Beethoven: The 9 Symphonies Rundfunkbeitrags auf monatlich 18,36
10 Berliner Philh. & Herbert von
Karajan, Dt. Gramm., 13,73 Euro
Euro zum 1. Januar 2021 blockiert. ARD,
ZDF und Deutschlandradio klagten um-
gehend vor dem Bundesverfassungsge-
Der amerikanische Opernsänger Thomas Hampson eröffnet am Montag seine dritte Schubert-Woche, die aber in diesem Jahr nur digital zugänglich ist. Foto: Reto Klar / FFs richt. Eil-Anträge wurden vor Jahresende
Nachrichten vom Gericht abgelehnt, in der Hauptsa-
che gibt es noch keine Entscheidung.
Chefdirigent
Simon Rattle hat deutsche
Staatsbürgerschaft beantragt
„Es geht um das Miteinander“ Konsequenzen für Ausbau
des DAB+-Sendernetzes
Durch die Kündigung der laufenden Ta-
Sir Simon Rattle (65) will deutscher
Der Bariton Thomas Hampson spricht über Trump, die Kulturkrise und seine Schubert-Woche im Boulez-Saal rifverträge wird es dem Deutschlandra-
dio zufolge vorerst nicht mehr zum April
Staatsbürger werden. Der Pass sei bean- zu einer Anhebung der Vergütung um
tragt, sagte der Wahl-Berliner wenige Volker Blech Livemusik wird durch digitale Möglich- ten Carl Loewe und finde es aufregend, Was ärgert Sie im Moment am meisten? 2,25 Prozent kommen. Die Tarifverträge
Tage nach seiner Kür zum Chefdirigen- keiten unterstützt und ergänzt. Das fin- dass Schubert und Loewe den „Erlkönig“ Ich denke, dass es sehr vielen Menschen haben eigentlich eine Laufzeit bis Ende
ten des Symphonieorchesters und Cho- Der amerikanische Bariton Thomas de ich sehr aufregend. Daher haben wir unabhängig voneinander vertont haben. einfach nicht gut geht; dass sie Seelennö- März 2022. Beim Deutschlandradio
res des Bayerischen Rundfunks in Mün- Hampson hat sich in seiner Karriere auch die Schubert-Woche aufs Digitale te haben, die nicht wahrgenommen wer- arbeiten 725 festangestellte Mitarbeiter
chen. Seine britische Staatsbürgerschaft durch die großen Opernhäuser der Welt umgestellt. Jeden Abend um 20 Uhr fin- Sie waren zeitlebens als reisender Opern- den. Wir müssen gemeinsam durch die in Voll- und Teilzeit – das entspricht 640
will er aber behalten. „Natürlich, das gesungen. Einen Namen hat sich der det ein Liederabend statt. Dazu kommen sänger in der Welt unterwegs. Was geht in Krise. Gerade jetzt wäre es wichtig, unse- Vollzeit-Stellen. Zudem gibt es 685
wäre sonst emotional unmöglich“, so Grammy-prämierte Sänger gerade auch öffentliche Workshops und Gespräche Ihnen vor, wenn Sie auf den global einge- re Mitmenschen stärker wahrzunehmen. arbeitnehmerähnliche Beschäftigungs-
Rattle, der zurzeit Musikdirektor beim als Liedgestalter gemacht. Im Boulez- mit Experten. Es ist eine eigene Digital- stellten Klassikbetrieb schauen? Es geht um das Miteinander. verhältnisse und zwischen 5000 und
London Symphony Orchestra ist. dpa Saal eröffnet der 65-Jährige am Montag welt, in der wir zugänglich bleiben. Unsere Industrie ist hart getroffen. Ir- 6000 freie Mitarbeiter auf Honorarbasis.
seine dritte Schubert-Woche, die aber in gendwann wird es aber wieder losgehen. Das Miteinander ist ein Konfliktthema in Hauptstandorte sind Berlin und Köln.
diesem Jahr nur digital zugänglich ist. Wird aus dieser digitalen Entwicklung ein Man fragt sich nur, wie lange es noch dau- den USA. Die Amtsübergabe von Trump an Das Deutschlandradio hat noch wei-
Auszeichnung neuer Typus Künstler hervorgehen? ern wird. Ich glaube, Politiker überall wa- Biden sorgt für ungeahnte Gewaltexzesse. tere Folgen beschlossen. So soll zum Bei-
Berliner Morgenpost: Herr Hampson, Es gibt einen „long tail“ an Digitalpro- ren sehr überrascht, wie weit und tief die Was im Kapitol am 6. Januar passiert ist, spiel der Ausbau des DAB+-Sendernetzes
Hindemith-Preis 2021 für Corona, Einsamkeit und Schubert. Irgend- dukten, es werden schon lange mit dem Effekte der verstummten Klassikindust- dafür habe ich überhaupt kein Verständ- unterbrochen oder zeitlich verschoben
Komponist Mithatcan Öcal wie passt sein Liedgut in die Zeit? iPhone gemachte Mitschnitte auf You- rie reichen. Nicht nur in Europa, sondern nis. Das hätte nie geschehen dürfen. werden. Der Sender entschied sich nach
Thomas Hampson: Es gibt diese Facette tube gestellt. Ob die Pandemie andere auch in den USA. Dort ist die Situation eigenen Angaben für solche Stellschrau-
Der Hindemith-Preis 2021 geht an den bei Schubert, aber sein Leben und Werk Künstler hervorbringt, weiß ich nicht, sehr schlimm. Orchester wurden stillge- Wie viel Amerika steckt noch in Ihnen? ben, um mögliche Einschnitte im Pro-
türkischen Komponisten Mithatcan sind reicher an menschlichen Gefühlen aber auf jeden Fall andere Formate. Das legt. Mit einem 877 Milliarden Dollar Jah- In meiner Seele bin ich Amerikaner, gramm zu vermeiden und den betriebli-
Öcal. Die mit 20.000 Euro dotierte und Zuständen. Es gibt von jedem gro- Schöne an den digitalen Angeboten ist, resbudget für die Künste geht es auch um aber ich habe meine Familie und mein chen Ablauf zu sichern. Man habe sich
Auszeichnung werde beim Schleswig- ßen Liedkomponisten Werke über die dass wir damit auch ein erweitertes Re- die Existenz von sehr vielen Musikern. Wohlbefinden in Europa gefunden. Ich auf kurzfristig umsetzbare Maßnahmen
Holstein Musik Festivals vergeben, Einsamkeit. Gerade Schubert schrieb pertoire präsentieren können. Ich bin Der Beruf muss wieder eine Zukunft bie- fühle mich manchmal etwas schizo- fokussiert. Raue betonte, Priorität habe
teilten die Organisatoren mit. Der 28- mitunter seine heiterste Musik, wenn es sehr stolz darauf, dass wir in unserer ten und die kulturelle Substanz in allen phren, wenn ich auf die eine oder ande- gehabt, dass man bis zu einer Entschei-
Jährige habe mit besonderer musikali- ihm schlecht ging. Wir selbst erleben es Woche vom 18. bis 24. Januar mehr Schu- Bereichen darf nicht verloren gehen. re Seite schaue. Aber ich glaube an die dung des Bundesverfassungsgerichts im
scher Tiefe und Reife überzeugt. Er gerade auch in dieser schwierigen Zeit, bert-Lieder vorstellen können als überall enge Verbindung zwischen Europa und Hauptverfahren keine Schritte beschlie-
zeige in seinen Werken eine beeindru- dass wir uns eine hellere Zukunft herbei- sonst auf der Welt. Wird es zu Veränderungen im internationa- der sogenannten Neuen Welt. Unsere ßen wollte, „die den Programmauftrag
ckende klangliche Vielschichtigkeit, so sehnen. len Tournee-Betrieb führen? Kulturen müssen im ständigen Aus- maßgeblich beeinträchtigt hätten.“
Festival-Intendant Christian Kuhnt. dpa Sie selbst singen am 20. Januar Lieder von Tourneen werden wiederkommen. Aber tausch bleiben. Der DJV-Bundesvorsitzende Überall
Die Pandemie hat die Verbindung von Schubert, aber auch von Anna Amalia von ich denke, dass es anders sein wird. Vor betonte, dass die Entscheidung für große
Künstlern und Publikum unterbrochen. Sachsen-Weimar, Zumsteeg oder Reichardt. allem vorübergehend regionaler. Derzeit Sie sind erleichtert, wenn Biden sein Amt of- Verunsicherung sorge, sowohl bei den
Auktion Glauben Sie an die gute Macht der sozialen Brüskieren Sie nicht im direkten Vergleich denkt Berlin für Berlin, Hamburg für fiziell antritt? festen freien Mitarbeitern als auch bei
Medien, um die Nähe wieder herzustellen? die unbedeutenden Komponisten? Hamburg und Wien für Wien. Das ist nur Auf jeden Fall. Ich glaube an die goldene den festangestellten. Man befürchte,
„Tim und Struppi“-Zeichnung Wir, die das Publikum einladen wollen, Ich wollte ein Panorama aus Schuberts verständlich. Die Situation bietet aber Regel der amerikanischen Demokratie: dass die Sender „große Streichorgien“
für Rekordpreis versteigert denken zuerst an Liveauftritte vor Ort. Zeit anbieten. Es sind Lieder, die er viel- die Chance, dass unser Repertoire leben- agree to disagree. Wir können darüber vornehmen, „die sich negativ auf das
Aber insbesondere das Streaming eröff- leicht selbst gehört hat. Das Vorbild diger wird. Vieles wird davon abhängen, einig sein, verschiedene Auffassungen zu Programm und die Beschäftigten auswir-
Eine farbige Zeichnung des legendären net unglaubliche Möglichkeiten. Durch Goethe bleibt im Zentrum, er wird durch wann ein regulärer Spielbetrieb mit vie- haben. Mit seiner Polarisierung hat ken“. Konkrete Anzeichen für mögliche
belgischen Comic-Zeichners Hergé ist Lockdowns und Reisebeschränkungen die Augen der Zeitgenossen Schuberts len Menschen in einem Saal wieder mög- Trump diese Regel in seiner Amtszeit Stellenstreichungen hat der DJV aber
in Paris für den Rekordpreis von rund haben wir ein größeres Publikum dafür. gesehen. Ich bewundere den Komponis- lich sein wird. verletzt. nicht. dpa
3,2 Millionen Euro unter den Hammer
gekommen. Verkauft wurde ein Entwurf
für das Titelbild des Tim-und-Struppi-
Albums „Le Lotus bleu“ („Der Blaue
Letzte Folge von „Kommissarin Heller“
Lotus“), wie das Auktionshaus Artcurial
mitteilte. Es sei der höchste Preis, der je
für ein Werk von Hergé bei einer Ver-
steigerung bezahlt worden sei. dpa
Gerade starb ein „Tatort“-Kommissar, jetzt kommt ein weiterer Abschied, diesmal von einer ZDF-Polizistin. Warum Darstellerin Lisa Wagner aufhört
TV-Quoten
Es ist der Abschied von einer beliebten zwingt junge Mädchen mithilfe von lich spielen auch wieder Goldfische, Hel- ben, und auch mit diesem teilweise ab- aber mit dem Promi-Status hält es sich
Krimi „Nord bei Nordwest“ ZDF-Kommissarin: Lisa Wagner wird am Männern, die sie als Loverboy umgar- lers eigenwillige Kommunikation und gründigen Humor. Das Problem ist, dass noch in Grenzen. „Ich werde ab und zu
stellt Zuschauerrekord auf Sonnabendabend ab 20.15 Uhr nach sie- nen, zur Prostitution. Ein Loverboy Therapeutin Dr. Jacobi (Lena Stolze) es dann anfängt, sich zu wiederholen“, mal angesprochen, aber eigentlich we-
ben Jahren zum letzten Mal als Ermittle- stirbt. Für Winnie Heller bekommt der eine Rolle. Das Ende ist ziemlich absurd. sagte die 41-Jährige. Also Aufhören, nig“, sagt Wagner. „Vielleicht hängt das
Der Regionalkrimi „Nord bei Nordwest“ rin Winnie Heller zu sehen sein. Wird sie Fall eine persönliche Note, als die Toch- Warum Lisa Wagner jetzt aufhört? wenn es am schönsten ist, auch wenn sie von den Münchnern ab oder ich bekom-
hat am Donnerstagabend einen Zu- wie gerade „Tatort“-Fahnder Christian ter ihres langjährigen Kollegen Hendrik „Diese Figur funktioniert nur, wenn sie dafür auf die Gage verzichtet? „Ja, ganz me das nicht so mit. Einmal wurde ich in
schauerrekord erzielt. Die Folge „Conny Ulmen vor der Kamera sterben? Oder Verhoeven (Hans-Jochen Wagner) in die so düster ist, wie sie ist - mit aller Komik, genau. Das Geld sollte nicht ausschlag- einem Drogeriemarkt angesprochen von
& Maik“ schalteten 8,55 Millionen wird es ein anderes Ende für die spröde Fänge von Kriminellen gerät. Und natür- die wir immer wieder eingeflochten ha- gebend sein, weil dann die Filme tatsäch- einer Frau, die dort gearbeitet hat. Sie
(Marktanteil 24,9 Prozent) im Ersten Kriminalistin mit Goldfisch-Faible ge- lich irgendwann schwächer werden. Für sagte, sie guckt immer zusammen mit
ein. Die ZDF-Heimatserie „Der Berg- ben? Dazu will die Hauptdarstellerin mich ist das nicht die richtige Entschei- ihrer 15-jährigen Tochter „Kommissarin
doktor“ erreichte 6,94 Millionen (20,2 nichts verraten. „Ich mag es gerne, dass dung, auf Nummer sicher zu gehen.“ Heller". Das hat mich total gefreut.“
Prozent), die RTL-Dramedyserie „Der es etwas Unvorhergesehenes ist, das Hat am Sonn- Lisa Wagner kommt aus der Thea- Dass nun der Abschied kommt, hat
Lehrer“ 2,09 Millionen. Die US-Komö- quasi aus heiterem Himmel kommt“, abend ihren terecke, sie war beim Einstieg als Kom- sie noch nicht richtig kapiert, sagt Wag-
die „R.E.D. 2 - Noch Älter. Härter. Bes- sagt Wagner. „Das hat so etwas Magi- letzten Einsatz: missarin mit 34 die Jüngste unter den ner. „Ich weiß gar nicht, ob ich mir das
ser.“ auf Vox sahen 1,71 Millionen. dpa sches.“ Das Ende sei eine Idee von Regis- Lisa Wagner als ZDF-Ermittlern. Zwischenzeitlich war überhaupt an dem Abend angucken wer-
seurin Christiane Balthasar gewesen. ZDF-Kommissa- sie im „Tatort“ aus München als Fallana- de. Wenn ja, dann mit viel Alkohol,
„Kommissarin Heller: Panik“ ist das rin Winnie lytikerin im Einsatz. Außerdem spielte einem schönen Gin Tonic.“ Das Team sei
zehnte und letzte Kapitel einer der er- Heller jagt die Grimmepreisträgerin in der ARD-Er- unglaublich rührend gewesen. „Wir alle
folgreichen Sonnabendkrimireihen im einen Mädchen- folgsserie „Weissensee“ mit und war in haben an einem Strang gezogen. Es war
Kultur-Redaktion: 030-8872 77 887 ZDF. Für die Wiesbadener Ermittlerin händlerring. dem ZDF-Dokudrama „Letzte Ausfahrt einfach ganz besonders, dass alle woll-
Telefax: 030-8872 77 967 geht es im Finale um Menschenhandel Foto: Hannes Gera“ als Beate Zschäpe zu sehen. Mitt- ten, dass es möglichst gut wird.“ Das ge-
E-Mail: berlin@morgenpost.de und Prostitution. Ein Zuhälterring Hubach / zdf/ dpa lerweile hat sie ein Millionenpublikum, hen zu lassen, sei nicht ganz einfach. dpaSWR > SWR2 > Klassik
MUSIKTHEMA
Endlich wieder Lampenfieber! Schubert
Lieder live im Boulez-Saal Berlin
VON JULIA KAISER
Ein Live-Festival findet ab heute in Berlin statt - das allein schon ist eine
Meldung wert. Der Boulez-Saal der Barenboim-Said-Academy widmet
diese Woche Franz Schubert und seiner Musik. Zum dritten Mal hat der
Bariton Thomas Hampson namhafte Künstlerinnen und Künstler, aber
auch Nachwuchs-Sängerinnen und -Sänger eingeladen, das Schubert
Lied ins Zentrum von Konzerten, Vorträgen und Workshops zu stellen.
Ohne Publikum, aber komplett online erlebbar. Julia Kaiser hat einige
Sängerinnen und Sänger der vorab gesprochen.
in der Sendung von
heute 10:05 Uhr, SWR2 Treffpunkt Klassik, SWR2
STAND: 18.1.2021, 9:55 Uhr
AUTOR/IN: Julia KaiserWDR3 Tonart
18.1.2020
Bericht Schubert-Woche
https://drive.google.com/file/d/1qT-YXrZ2nFF_u8p1QqHnJf19JJ0kGnqI/view?usp=sharingy p ; B Beitrag hören
27.1.2021 Katharina Konradi, Sopranistin | rbbKultur
rbbKultur > Programmübersicht > Sendeschema > Der Tag
Fr 22.01.2021 | 17:10 | Der Tag
Katharina Konradi, Sopranistin
... ist am 24.01. per Stream im Pierre Boulez Saal zu erleben
Beitrag hören
Ihre Stimme: glasklar, warm und voll. Scheinbar mühelos wechselt sie
IM NETZ vom zeitgenössischen Lied zur Romantik. Katharina Konradi, die erste
Sopranistin aus Kirgisistan, ist seit ihrem 15. Lebensjahr in
Norddeutschland zu Hause, tourt aber inzwischen weltweit als Lied-,
Pierre Boulez Saal
Konzert- und Opernsängerin.
Infos zur Veranstaltung
Am kommenden Sonntag, dem 24. Januar, tritt sie im Pierre Boulez Saal
auf. Vorher ist sie auf rbbKultur zu hören: mit Frank Schmid im Gespräch
Katharina Konradi über ihr Herkunftsland, über Trost und Zuversicht in der Musik und über
Website der Sängerin die Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme und Darstellungskunst auf der
Opernbühne.
https://www.rbb-online.de/rbbkultur/radio/programm/schema/sendungen/der_tag/archiv/20210122_1600/gast_im_studio_1810.html 1/119.1.2021 https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474177/20-21
Mittwoch, 20.01.2021, Tagesspiegel / Kultur
So fern, doch auch so nah
Die digitale Schubert- Woche im Boulez Saal
Von Udo Badelt
Nur leere Sitze hören zu. Die Abwesenheit des Publikums, sie wirkt wie
ein stummer Schrei. Immerhin, eine Handvoll Menschen, darunter der
getestete Berichterstatter, dürfen im Pierre Boulez Saal sitzen zur
Eröffnung dieser vierten den Liedern von Franz Schubert gewidmeten
Woche. Alle mit FFP2-Masken, der Boulez Saal war da
gesamtgesellschaftlicher Vorreiter, schon im vergangene Herbst galt hier
Selbstgehäkeltes als zu virenfreundlich.
Trotz und Zuversicht strahlt dieser Montagabend aus: Die Woche, sie
findet ja statt, auf höchstem digitaltechnischem Niveau kommt sie online
nach Hause. Moderatorin Susanne Stähr spricht mit dem Liedsänger,
Lehrer und künstlerischem Leiter der Schubert-Woche, Thomas
Hampson. Und mit Friedrich Dieckmann, Autor des Buches „Franz
Schubert. Eine Annäherung“. Der ganze Kosmos Schubert wird in dieser
ersten Stunde zumindest angerissen, jenes unfassbare Werk aus über 600
Liedern, die – so das von Daniel Barenboim ausgegebene Ziel – im Laufe
mehrerer Jahre alle zumindest einmal im Boulez Saal erklungen sein
sollen. Jenes „Theater der Intimität“, mit dem Schubert die Unbehaustheit
des modernen Menschen in noch nie dagewesener Dichte in schlichte
Liedform gegossen hat. Hampson beschreibt das Neue, den
Quantensprung, der mit Schubert in die Musik kam, so: „Er hat entdeckt,
dass er kleine Welten erschaffen kann. Nie zuvor hat jemand, auch nicht
Mozart, solch eine Symbiose von Dichtung und Klang erreicht. Nach
Schubert waren Lieder viel mehr als einfach nur ,schön’.“ Dieckmann
beleuchtet die sonst weniger beachteten Einflüsse der politische
https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474177/20-21 1/219.1.2021 https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474177/20-21
Entwicklung im Deutschen Bund, etwa die Karlsbader Beschlüsse, auf
Schuberts Komponieren. Ohne offen politisch zu sein, reflektiert seine
Musik doch eine Epoche äußerer Ohnmacht des Individuums, in der die
Möglichkeiten zur Entfaltung sehr begrenzt waren – ein Gefühl, dass wir
in den Pandemiejahren 2020 und 2021 vielleicht erstmals seit langer Zeit
wieder annähernd nachvollziehen können.
Dann: Musik, live gesungen von zwei „Young Singers“. Sie gehören zu
jenen, die, so Hampson, „die Flamme weitertragen“ – und deren
Berufsaussichten so düster sind wie nie. Marie Seidler etwa kann man nur
das Beste wünschen. Kraft, Wärme, Optimismus strahlt ihr Mezzo aus,
mit dem die Bonnerin unter anderem „Der blinde Knabe“ (D 833), „An
mein Herz“ (D 860) oder zwei Faust-Vertonungen singt, geschmeidig
meistert sie im Passagio die Höhenwechsel. Wolfram Rieger begleitet sie
am Klavier und kitzelt die spezielle Schubertsche Dramatik dieser Stücke
mit klarem und brillantem Anschlag noch zusätzlich heraus. Frederic Jost
wiederum hat Lieder herausgesucht, die Schubert original für Bass
geschrieben hat – teils auf Italienisch, teils als Mythenvertonung wie
„Prometheus“ (D 674). Gestaltwandler ist auch Jost selbst, mit lebhafter,
verschmitzter Mimik und hüpfenden Augenbrauen schwingt er sich auf in
ätherische, jünglingshafte Höhen, steigt gleich danach herab in
ehrfurchtgebietende, opernwuchtige Bass-Tiefen. Tolle Talente, die
unverdient ohne Applaus den Saal verlassen müssen. Harte Zeiten. Udo
Badelt
Die gesamte Schubert-Woche (noch bis 24. Januar) digital auf
boulezsaal.de, alle Auftritte sind dort archiviert.
https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474177/20-21 2/2y p ; B
19.1.2021 Konzertkritik: Auftakt der Schubert-Woche | Inforadio Startseite > Programm > Kultur Di 19.01.2021 | 06:55 | Kultur Konzertkritik: Auftakt der Schubert-Woche Mit einem Livestream aus dem Pierre-Boulez-Saal hat in Berlin die "Schubert-Woche" begonnen. Im Konzert war zuerst die Mezzosopranistin Marie Seidler, danach der Bass Frederic Jost zu erleben, beide begleitet von Wolfram Rieger am Klavier. Von Hans Ackermann Stand vom 19.01.2021 Beitrag hören https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/kultur/202101/19/513091.html 1/1
Thomas Hampson gives an outstanding recital in the
Pierre Boulez Saal's Schubert Week
Von Linda Holt, 21 Januar 2021
Berlin’s Schubert Week, an opportunity to study and celebrate the great composer’s songs, is
enjoying its third annual array of concerts, workshops and other programs thanks to the
collaboration of the Pierre Boulez Saal, Hampsong Foundation (named after American baritone,
Thomas Hampson) and the Lied Akademie of Internationales Liedzentrum Heidelberg. During the “well crafted and
festivities, I was fortunate enough to catch a live-streamed recital of twenty songs – twelve by
satisfying in every
Franz Schubert, eight by his contemporaries – performed by Hampson and Wolfram Rieger on
piano. As to be expected, the songs in this collection expressed early Romantic tropes on topics
conceivable way”
such as unrequited love, death, terror and desertion, but under Schubert’s touch, each musical Rezensierte Veranstaltung: Pierre
nugget gleams like a multi-faceted gem. Boulez Saal, Berlin, am 20 Januar
2021
PROGRAMM
Schubert, Der Sänger, D.149
Anna Amalia von Sachsen-Weimar, Auf
dem Land und in der Stadt
Zumsteeg, Das Blümlein Wunderschön
Wenzel Johann Tomaschek, Schäfers
Klagelied
Zelter, Um Mitternacht
Beethoven, Maigesang, Op.52 no.4
Reichardt, Beherzigung
Loewe, Erlkönig, Op.1 no.3
Wolfram Rieger and Thomas Hampson Loewe, Der du von dem Himmel bist
© Pierre Boulez Saal (Wandrers Nachtlied II), Op.9
The first half of the program began with Schubert’s Der Sänger, based on the story of a Schubert, Erlkönig (Goethe), D. 328
wandering minstrel’s fondness for good wine. But then the program shifted suddenly to non-
Schubert, Der Wanderer an den Mond
Schubertian strains, including Um Mitternacht by Carl Friedrich Zelter, which describes a poet’s (Seidl), D.870feelings during a moonlit, midnight assignation. Hampson sang this lovely song with feeling, but Schubert, Das Zügenglöcklein (Seidl),
what I most recall was the exquisite delicacy of a leap of a tenth near the end, from a breathy low D.871
G to a high B. Absolutely divine.
Schubert, Am Fenster (Seidl), D.878
Fascinating was Carl Loewe’s musical interpretation of Goethe’s Erlkönig, a very worthy telling of Schubert, Im Freien (Seidl), D.880
a horror story in music, with menacing trills in the piano, and Hampson playing all three roles –
Schubert, Das Fischermädchen, D.957j
father, son and demon – with distinct personalities. The thin, whiny blandishments of the elf king
have an almost liturgical rhythm, adding to the ambient sense of malaise. Schubert, Die Stadt, D.957k
Schubert, Am Meer, D.957l
Following a sweet reading of Loewe’s Wanderer’s Nightsong, the program was Schubert all the
way, including two of my favorites: Schubert’s celebrated setting of Erlkönig, and one of the most Schubert, Der Doppelgänger, D.957m
terrifying works in the classical repertoire, Der Doppelgänger, a setting of a poem by Heinrich Schubert, Ihr Bild, D.957i
Heine.
Schubert, Der Atlas, D.957h
Hampson’s extensive background on the opera stage may well have prepared him for the DARSTELLER
complexities of Schubert's Erlkönig, one of the greatest classical songs of all time. Hampson Thomas Hampson, Bariton
deftly juggled the three voices, each a different character with a distinctive mood, while
Wolfram Rieger, Klavier
maintaining a flowing artistic partnership with Rieger. Few works of art can pack such an
emotional punch in so short a time.
As for Der Doppelgänger, both Hampson’s evocative phrasing and Rieger’s unfailing instinct for
tone and shading yielded a musical experience of great power and impact. The unstable
harmonies, the relentless trudging of imagined footsteps, and singing as forlorn as a human voice
can be, left an impression of a hopelessness that is not of this earth, and, indeed, was composed
in the year of the composer’s death.
Though there were roses and sunlit meadows as well in this program, it was the darker moments
that lingered, disturbed and, ultimately, enraptured. A universe of everything it means to be
human was encapsulated in this sampling of Schubert songs, and the others weren't bad, either.
Thank you, gentlemen, for a program well crafted and satisfying in every conceivable way.
This performance was reviewed from the Boulez Saal's live video streamy p ; B
26.1.2021 El fantasma en las teclas - LA NACION
LA NACION | OPINIÓN | MANUSCRITO
El fantasma en las teclas
Pablo Gianera
LA NACION
26 de diciembre de 2020 • 00:05
A mediados enero del año que viene, para ser más precisos el lunes 13, la Pierre
Boulez Saal de Berlín volverá a hacer la Schubert-Woche, es decir, la "semana
Schubert". La preparación de ese festival está a cargo, como otros años, del barítono
Thomas Hampson, y acaso por eso todos los recitales, que podrán verse en online en la
página de la sala, están dedicados al Lied, la canción de cámara alemana. Van a cantar
también Angelika Kirschlager y Christina Landshamer. Como sea, Schubert no inventó
históricamente el Lied, pero el Lied fue su patria.
Ya hablamos alguna vez de la presunción de Daniel Barenboim, muy cierta por lo
demás, de que una parte de la oeuvre de algunos compositores, sino de todos, admite
escucharse como un diario personal o íntimo. En el caso de Mozart, las óperas con
Lorenzo Da Ponte y los conciertos para piano; en el de Beethoven, las sonatas para
piano, y en el de Schubert (como en el de Brahms) las canciones. Considerados de este
modo, los más de 450 Lieder de Schubert serían semejantes a los diarios de Franz
Kafka, André Gide o Thomas Mann.
Schubert escribió "Hagars Klage", su primera canción (en realidad, más escena lírica
que canción) en 1811. Tenía 14 años. Cuando murió, en 1828, estaba corregiendo las
pruebas de imprenta de sus últimos ciclos de Lieder y había concluido su última
canción, "Taubenpost". Dice una estrofa del poema de Johann Gabriel Seidl que es la
base de ese Lied: "No necesito ya escribir cartas/ Le doy las lágrimas mismas/ Seguro
que no las aguanta/ pero me sirve con empeño". La tercera persona es la paloma. Las
cartas son un correlato público del diario, y puede ser también diario y correspondencia
se confundan. Carta o diario, no hay duda de que esos diecisiete años entre el principio y
el final son el registro de una vida. Hay, con todo, una diferencia radical con los diarios
https://www.lanacion.com.ar/opinion/el-fantasma-teclas-nid2551409 1/326.1.2021 El fantasma en las teclas - LA NACION
entendidos como meros diarios: el registro personal conquista aquí la objetividad de la
obra de arte.
Entre esas canciones últimas están las del ciclo Viaje de invierno. Precisamente con esa
pieza iniciará Hampson el festival de la Pierre Boulez Saal, y lo hará con el pianista
Wolfram Rieger.
Recordamos a Hampson por una versión del Winterreise editada hacia 1997 con
Wolfgang Sawallisch al piano. Tal vez sea la versión más lograda de Hampson. No lo
sabemos; habrá que escuchar la del 13 enero, aunque de todos modos en artistas como
él una versión nueva no anula nunca las precedentes. Sin embargo, es claro que
Sawallisch, director fuera de serie además de pianista, había llegado antes más lejos. Me
refiero ahora a su registro de 1972 con el barítono Hermann Prey.
No hay nada que contradiga más violentamente al Lied que el espectáculo. Un recital de
Lieder es estático (un hombre de pie al lado de un piano), y su progresión dramática,
cuando existe, transcurre interiormente. De ahí se deriva la dificultad de un cantante
acostumbrado a la ópera para aclimatarse a la canción de cámara. Varios lo lograron:
Dietrich Fischer-Dieskau, claro está, pero también Hans Hotter, Lotte Lehmann, el
propio Hampson, y tantísimos otros. Prey está entre ellos. Con todo, el protagonista de
esa grabación es Sawallish. ¿Por qué? Porque el piano tiene una intimidad que no da
respiro, o bien que nos asfixia.
La palabra "intimidad" no se refiere solamente a su relación con la voz. Ya sabemos que
la voz del Lied es una voz que no es ni la del canto ni la del piano; es una voz nueva, sin
fisuras, hecha de esas otras dos. Pero no es eso (o no únicamente eso). Sawallisch
consigue que no le prestemos atención a Prey (una verdadera falta de respeto), y lo logra
porque la ejecución depara la certeza ilusoria, y el mérito ambiguo, de que la voz entera
es innecesaria porque está cifrada en el piano. Sawallisch no se hace notar. Se impone
con la misma autoridad de esas personas que hablan en voz baja. Cuenta, sin las
palabras de Wilhelm Müller, el itinerario del desengaño (y con él de la renuncia) a la
muerte. La anécdota amorosa es circunstancial. Winterreise dice toda muerte, la muerte
con mayúsculas. El piano, que parece morir aunque sigue hablando, la cuenta en una
lengua que nos podemos traducir.
https://www.lanacion.com.ar/opinion/el-fantasma-teclas-nid2551409 2/326.1.2021 El fantasma en las teclas - LA NACION
No le diría a nadie que corra a escuchar esa versión. Habrá quien prefiera otras, y yo
mismo prefiero otras que no viene al caso enumerar ahora. Sólo sé que no conozco otro
registro, ni escuché nunca otro en concierto, con ese fantasma en las teclas. Es el
fantasma completo de la obra que toma cuerpo en las teclas. Sawallisch hace del Viaje
de invierno una variedad inusitada de la canción sin palabras.
Por: Pablo Gianera
Conforme a los criterios de
https://www.lanacion.com.ar/opinion/el-fantasma-teclas-nid2551409 3/313.1.2021 https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474039/18-19
Mittwoch, 13.01.2021, Tagesspiegel / Kultur
NACHRICHTEN
Digitale Schubert-Woche
im Pierre Boulez Saal
Unter der Leitung von Star-Bariton Thomas Hampson werden sich junge
Sängerinnen und Sänger vom 18. bis 24. Januar gemeinsam mit ihren
Pianistinnen und Pianisten im Pierre Boulez Saal dem Liedschaffen von
Franz Schubert widmen. Publikum ist vor Ort nicht zugelassen, aber
Interessierte können das vollständige Programm mit täglichen
Konzerten, Workshops und Gesprächen kostenfrei per Livestream
verfolgen. Hampson selber gibt ein Konzert am 20. Januar, weitere
Interpretinnen und Interpreten sind Marie Seidler, Frederic Jost,
Seeyoung Lim, Hagar Sharvit, Susan Zarrabi, Jussi Juola, Manuel Walser,
Ema Nokolovska und Katharina Konradi. Die Schubert–Woche findet
bereits zum dritten Mal im Boulez Saal statt. Tsp
https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474039/18-19 1/125.1.2021 https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474269/18-19
Samstag, 23.01.2021, Tagesspiegel / Kultur
WOCHNIKS Wochenende
48 Stunden Berlin
Samstagmorgen:Wild geht es zu in der Hauptstadt-Kulturwelt. Wie jedes Jahr konkurrieren
auch in diesem Januar zahlreiche Festivals um die Publikumsgunst, sodass der völlige
Rundumschlag eigentlich niemandem möglich ist. Nur dass heute keiner dafür den
heimischen Ohrensessel verlassen muss, es ist schließlich immer noch Lockdown.
Durchhaltevermögen ist angesagt, dabei hilft der gute Wildsau Kaffee von
roastmarket.de/wildkaffee-wildsau-espresso.html
Samstagmittag:Einen adäquaten Start bietet die Online-Ausstellung von Isa Melsheimer
„False Ruins and Lost Innocence“ in der Galerie Esther Schipper. Je nach Koffein-Pegel kann
man hektisch durchscrollen oder dem Auge eine gemütliche Wanderung durch Bilder und
Texte gewähren – während der Körper alles, auch das Koffein, verarbeitet. Passenderweise
beziehen sich die Arbeiten der Künstlerin unter anderem auf die aus Japan stammende
Metabolistische Architektur der Nachkriegszeit, die genau den Kräfte-Austausch zwischen
Innen und Außen, Organismus und Umwelt reflektiert, der sich hier auch im Ohrensessel
ereignet. www.estherschipper.com
Samstagabend:Was tun, wenn der Lockdown die Proben eines Theaterensembles jäh
unterbricht, man die Aufführung aber nicht verschieben will und kann? Die Unterbrechung
https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474269/18-19 1/325.1.2021 https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474269/18-19
selbst zum Stoff machen natürlich und damit jeden Klassiker direkt in die Gegenwart
katapultieren. Einer bietet sich dafür sowieso an: Büchners Woyzeck handelt von der
gewaltsamen Unterbrechung des Lebens einer Frau und liegt selbst nur fragmentiert vor, da
vom Tod des Autors unterbrochen. Dieser Originalstoff findet
in der Inszenierung von Mahin Sadri
und Amir Reza Koohestani Einzug in
einen Haushalt im Lockdown, in dem ein Paar im Zustand unterbrochener
Partnerschaft (Beziehungsstatus: kompliziert) mit sich und der Geschichte Büchners
eingesperrt ist. Woyzeck Interrupted startet um 20 Uhr im Stream
des Deutschen Theaters, enthält englische Untertitel und kostet 10 Euro.
dringeblieben.de
Sonntagmorgen:Der kommende Mittwoch, der 27. Januar, ist der Internationale Tag des
Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Zum 76. Mal jährt sich dann die Befreiung des
Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Schon heute um
11 Uhr veranstaltet das Auschwitz-Komitee ein Konzert mit dem nicht nur für seine
Beethoven-Einspielungen, sondern auch für seinen Einsatz gegen Rassismus und
Judenfeindlichkeit ausgezeichneten Pianisten Igor Levit, der eine von Holocaust-
Überlebenden erstellte Musikauswahl vorträgt. auschwitz-komitee.de
Sonntagmittag:Die Salonmusik kommt vom Salon – und passt schon damit eigentlich ohne
Weiteres zu Zeiten intensiven Wohnens, in denen man das Haus nicht verlässt. Wer sich
schon über die mangelnde Differenzierung zwischen Salon- und Hausmusik empört,
bedenke, dass im Boulez-Saal gerade die Schubert-Woche fremd wieder auszieht, die das
Publikum ausschließlich von zu Hause, beziehungsweise der eigenen Kammer aus,
mitverfolgt hat. Womit man eigentlich auch noch von Kammermusik sprechen müsste. Eine
ganze Woche voller Workshops zu und Aufführungen von Schubertliedern findet ihren
Höhepunkt im heutigen Abschlusskonzert um 15 Uhr sowie der finalen Darbietung der
Sopranistin Katharina Konradi und des Pianisten Eric Schneider um 20 Uhr. Alle
Streams sind kostenfrei. boulezsaal.de/de/schubert-week
Sonntagabend:Wer nach dermaßen viel geballter Romantik eine zeitgenössische Abkühlung
braucht, bekommt sie beim Ultraschall-Festival, das ebenfalls heute zu Ende geht. Und das,
im Gegensatz zu all den Streams, ganz klassisch im Radio erklingt, sodass man es sich beim
Hören auch gut in der Badewanne oder jeder beliebigen Yoga-Pose (un-)bequem machen
kann. Der RBB Kulturradio überträgt ab 20 Uhr eine Aufzeichnung von diesem Freitag aus
dem Neuköllner Heimathafen. Auf der Bühne sind Trio Catch, gleich danach die Cellistin
https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474269/18-19 2/325.1.2021 https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474269/18-19
Séverine Ballon. Dass man das alles schon mal gehört habe, kann niemand behaupten, die
Konzerte enthalten nämlich gleich vier Uraufführungen. ultraschallberlin.de
Thomas Wochniks Tipps lesen Sie
in voller Länge jeden Samstag unter
checkpoint.tagesspiegel.de.
https://epaper.tagesspiegel.de//webreader-v3/index.html#/474269/18-19 3/315.1.2021 Unübersehbar #35 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 15.1. bis zum 21.1.2021 | nmz - neue musikzeitung
Unübersehbar #35 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 15.1. bis zum
21.1.2021
Szene
(nmz) - Kleine Fluchten, und wenn’s auch nur bis zur virtuellen Hotelbar reicht: Lassen Sie sich
musikalisch à la Satie aufmöbeln, von Lehár umschmeicheln, von Schubert umsingen, von Debussy
symbolistisch betören und klischeefrei in andere Kulturkreise entführen. Es ist unübersehbar Winter.
Leise rieselt der Stream.
14.01.2021 - Von Dirk Wieschollek, Joachim Lange, Juan Martin Koch, Juana Zimmermann, Martin
Hufner, Roland H. Dippel
15. Januar
Music for Hotel Bars – INTERIOUR SOUND DESIGN (Maritim Hotel Darmstadt)
Freitag, 15.1.2021, 20:00 Uhr
Live-Videostream als Zoom-Event; siehe auch die Website
Die Music für Hotelbars geht weiter, jetzt online. Ist schon komisch, ausgerechnet die Orte der Begegnung von
manchmal mehr oder weniger Bekannten und Unbekannten sind jetzt regelmäßig ziemlich still. Kontakte gilt es
zu vermeiden. Gar nicht schlecht da die Idee der Band Les Trucs, Erik Saties Konzept einer „Musique
d’ameublement“ aufzunehmen. Die Veranstalter dazu: „Hierfür kreieren sie in ihrem Keller eine Hausbar mit
illustren Gästen und überraschenden Momenten, an dem das Home Bar-Publikum per Video- und Tonschalte
teilnehmen kann. Es beginnt ein ätherumgreifendes Spiel mit Synthesizern und Aufmerksamkeiten.“ Mit von
der Partie sind Charlotte Simon, Frankfurt (Komposition, Performance), Toben Piel, Frankfurt (Komposition,
Performance), Florian Mania, Frankfurt (Performance), Daniel Degeest, Frankfurt (Performance)…
Traditionell wird dazu ein sogenannter „Signature Drink“ gefertigt. Er trägt den Titel „Der letzte Drink“. Den
kann man sich, vorausgesetzt man hat die Zutaten (1 Teil Havana Club, 3 Teile Limettensaft, Eis, Zitrone, mit
Apfelsaft aufgefüllt, umgerührt und ausgetrunken), dann daheim nachbauen und im sicherlich hochinteraktiven
und -expressiven Zoom-Event verknuspern. Historischer Ort: Das ehemalige Maritim Hotel Darmstadt ist
nebenbei wohl auch das ehemalige (?) Festival-Hotel der Darmstädter Ferienkurse. Cheerio Miss Sophie.
[Martin Hufner]
15. und 20. Januar
Outernational: Transtraditional Concerts
Freitag, 15.1.2021, und Mittwoch, 20.1.2021, jeweils 19:00 Uhr
Konzertfilm bzw. Livestream via www.radialsystem.de
Eine „zeitgenössische, hybride, globale Musik, die sich aus unterschiedlichen Musiksprachen zusammensetzt“
steht im Fokus der von Elisa Erkelenz kuratierten Konzertreihe Outernational: Transtraditional Concerts. Die
versteht das vielbeanspruchte Präfix „trans“ sowohl räumlich (zwischen den Kulturen) als auch zeitlich
(zwischen Tradition und Gegenwart) und möchte Allgemeinplätze interkultureller Wahrnehmung zugunsten
wirklicher Begegnungsräume auflösen. „Wie klingt eine Kunstmusik, die sich in Exil und Diaspora ihren
multiplen, hybriden Einflüssen stellt? Wie lösen wir hörend Vorstellungen vom Eigenen und Fremden auf? Wie
spiegeln Konzertprogramme eine offene Gesellschaft in ihrer Vielstimmigkeit?“ So und ähnlich lauten die
Fragen, die im zweiten Konzert der Reihe von der palästinensischen Sängerin und Oudspielerin Kamilya Jubran
und dem Schweizer Trompeter Werner Hasler (mit ihrem aktuellen Duo-Projekt „WA“) sowie dem aus Istanbul
stammenden Musikers Cevdet Erek, ein Meister der arabischen Bass-Trommel Davul, aufgeworfen werden.
Das ursprünglich für den 15. Dezember geplante Live-Programm wird nun am 15. Januar als Konzertfilm
präsentiert und verspricht, Rhythmen aus dem nahen und mittleren Osten, technoide Beats und Renaissance-
und Barock-Klänge zu fusionieren. Wie dies ohne schale Exotismen und Crossover-Klischees abgehen kann,
wird die besonders zu erörternde Frage sein.
Die transkulturelle Konzertreihe wird diskursiv flankiert von den sogenannten Listening-Sessions, in denen
politische, soziale und postkoloniale Fragestellungen live diskutiert werden. Am 20. Januar erörtern Prof. Dr.
Naika Foroutan (Direktorin und Leiterin der Abteilung „Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik“ am
https://www.nmz.de/online/unuebersehbar-35-nmz-streaming-empfehlungen-vom-151-bis-zum-2112021 1/515.1.2021 Unübersehbar #35 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 15.1. bis zum 21.1.2021 | nmz - neue musikzeitung
Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung) und die Sozialwissenschaftlerin Esra
Küçük (Geschäftsführerin der Allianz Kulturstiftung) Fragen der postmigrantischen Gesellschaft.
[Dirk Wieschollek]
16. Januar
Ensemble Recherche: „Spotted: Hongkong“
Sonntag, 16.1.2021, 20:00 Uhr
Live-Videostream via Facebook
Die „Spotted“-Reihe des ensemble recherche geht weiter mit einem Blick nach Hongkong. Kuratiert wird das
Konzert von dem Hongkong-chinesischen Komponisten Charles Kwong, der im Interview mit Clemens Thomas
Auskunft gibt. Dort führt er unter anderem aus: „In diesem Programm versuche ich nicht, einen Überblick über
die ‚zeitgenössische Musik Hongkongs‘ zu geben – weil das schlicht unmöglich ist. Ich stelle mehrere junge
Komponist*innen aus meiner Generation vor, die meiner Meinung nach hohe künstlerische Qualitäten haben.
Sie haben in ihrer jeweiligen Biographie eine unterschiedlich starke Verbindung zu Hongkong. Ich möchte
daher nicht einen einheitlichen musikalischen Eindruck von Hongkong heraufbeschwören, sondern im
Programm, so hoffe ich, die unverwechselbaren Persönlichkeiten vorstellen, die eine ähnliche Herkunft teilen.
Daher ist weder eine ‚süßsauer-Pentatonik‘ noch eine orientalische Textur zu befürchten, stattdessen kann
Hongkong vielfältig und einfallsreich gehört werden.“
Das Programm im einzelnen:
Hui Tak-Cheung: Water Album #2 On the petal (für Flöte, Klarinette, Percussion, Violine und Cello)
Daniel Lo: Forking Paths (Uraufführung) (für Bläsertrio, written for Ensemble Recherche)
Tonia Ko: Highwire (für Oboe und Elektronik)
Charles Kwong: Forest gazes into you (für Piano trio, Uraufführung der überarbeiteten Version 2020)
DJ Sniff feat. Klaus Steffes-Holländer und Christian Dierstein: The safest place in Hongkong and three letters
for Freiburg – Improvisation zu einer Vinyl Disc von DJ Sniff
[Juan Martin Koch]
Ab 18. Januar
Oper Genf: Claude Debussy – „Pélleas et Mélisande“
Live-Videostream am Montag, 18.1.2021, 19:30 Uhr, über die Theaterwebseite; später als Video on demand via
OperaVision und RTS Fernsehen
Jeder Intendant nimmt seine Vorlieben mit, wenn er an ein anderes Haus geht. Wenn es sich machen lässt, vor
allem besonders gelungene Inszenierungen. Der Intendant des Grand Théâtre de Genève Aviel Cahn hat da
nicht nur etliche Produktionen aus seinem Jahrzehnt als Chef der Flämischen Oper zur Auswahl, sondern schon
als Koproduktionen „im Kasten“. Die Inszenierung von Debussys „Pelléas et Mélisande“, für die er vor zwei
Jahren Sidi Larbi Cherkaoui und Damien Jalet mit der Allroundkünstlerin Marina Abramović in Antwerpen
zusammengespannt hat, war ohnehin eine Koproduktion mit Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, L’Opéra
national du Rhin Strasbourg, GöteborgsOperan & Grand Théâtre de Genève. Auch den Spielplan in Genf hätte
dieses gelungene Gesamtkunstwerk der besonderen Art geziert.
In Antwerpen war Alejo Pérez der Dirigent. In Genf wird Jonathan Nott den Orchesterpart übernehmen und am
18. Januar, dem Tag der eigentlich geplanten Premiere den Taktstock heben. Diese Vorstellung ohne Zuschauer
im Saal wird zunächst live auf GTG Digital und RTS Play übertragen und ist dann ab 19. Februar auf der
Streaming-Plattform Opera Vision abrufbar.
Wie schon in Antwerpen werden die Norwegerin Mari Eriksmoen und der Südafrikaner Jacques Imbrailo die
Titelpartien Mélisande und Pelléas übernehmen und der Brite Leigh Melrose Golaud interpretieren. Sie dürften
nicht nur ihre Erfahrung, sondern auch den Geist der eindrucksvollen Premiere mit in die Schweiz bringen.
Es ist eine Produktion, bei der nicht nur die prominenten Namen funkeln, sondern das Gesamtresultat auch den
damit verbundenen Erwartungen entspricht. Sowohl der belgische Starchoreograph mit marokkanischen
Wurzeln Sidi Larbi Cherkaoui, als auch die international renommierte Performance-Koryphäe Marina
Abramović und die in Belgien ziemlich prominente Modeschöpferin Iris van Herpen waren nicht nur in
Hochform, sondern erwiesen sich als Teamplayer. Hinzu kommt an der Seite von Cherkaoui Damien Jalet ist für
Regie und Choreographie.
In Verbindung mit der Raumgestaltung von Abramović liefern auch die Videos von Marco Brasilia ihren
https://www.nmz.de/online/unuebersehbar-35-nmz-streaming-empfehlungen-vom-151-bis-zum-2112021 2/5Sie können auch lesen