"Quo vadis" woher - wohin?
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„Quo vadis“ … woher - wohin?
Leitartikel ** Termine ** Wegweiser ** Behandlungswege ** Buchtipp
Gruppe für Cannabiskonsumenten ** 10 Jahre Fischer-HausZeitung ** Hunde in der Fachklinik
Ein neues Pferd ** Alles was uns bewegt ** Herzlichen Glückwunsch
Ausflugstipp ** Geistliches Wort
Ausgabe Juni 2018Liebe ehemalige und derzeitige Personelle Änderungen entnehmen Sie bitte den spä-
Rehabilitanden, Angehörige, Freunde und teren Berichten. Unsere Arbeit ist gekennzeichnet
durch insgesamt sehr viel Mitarbeiterkontinuität – da
Unterstützer der Fachklinik Fischer-Haus, sind Änderungen natürlich auch mal möglich und für
die Entwicklung der Arbeit auch konstruktiv.
in dieser neuen Ausgabe unserer Hauszeitung wollen Unsere Nachsorge in Rastatt läuft bedingt durch die
wir neben den Informationen über unsere Klinik die stabile und gute Betreuung (Frau Bahlke, Herr Salveri-
Thematik „Quo vadis“ ... woher - wohin? us, Herr Lach und Herrn Torzewski als Leiter) sehr gut
in die Mitte unseres Interesses rücken. – auch unser Engagement im Arbeitsprojekt „Step by
Step“ im Landkreis Rastatt und der Stadt Baden-Baden
Aber zunächst zu den In- zeigte 2017 wieder deutliche Erfolge im Bereich Wie-
formationen über das 1. dereingliederung in Arbeitsplätze. Wir sind dankbar
Halbjahr 2018. Unsere für die Chancen, die uns die Firma Piston mit ihren
letzte Hauszeitung wur- Märkten (EDEKA) zur Verfügung stellt.
de Ende November 2017
gedruckt und Mitte De- „Quo vadis“ ... woher - wohin?
zember an Sie verschickt.
Zum Jahreswechsel Stabilisierung und Neufindung in der Reha
2017/2018 konnten wir
auf ein gemischtes Jahr
Anfang 2018 (Sie wissen ja:
zurückschauen, in dem
nach dem Spiel ist vor dem
die Klinikbelegung im ersten Halbjahr eher schlecht
Spiel) haben wir uns gefragt,
war, aber gegen Ende (ab September 2017) sich gut ent-
mit welchem Thema wollen
wickelte und schließlich insgesamt ein befriedigendes
wir in dieses neue Jahr star-
Ergebnis erzielt werden konnte. Warum es solche Ent-
ten, dies in der Sommeraus-
wicklungen gibt, kann eigentlich niemand so genau
gabe unserer Hauszeitung
sagen. Mittlerweile hält die gute Nachfrage an, es gibt
darstellen und auch auf dem Ehemaligentreffen präsen-
genügend Rehabilitanden im Haus und auch entspre-
tieren!? Hier ist uns die Thematik Orientierung/Orientie-
chende Anmeldungen. Dies sicherlich auch, da das im
rungssuche, also die Frage der Entwicklungschancen und
August 2017 von der deutschen Rentenversicherung in-
der Suche nach Stabilität und Teilhabechancen als zentral
itiierte Nahtlosverfahren (direkt aus dem qualifizierten
für die Suchtrehabilitation in den Sinn gekommen. Das
Entzug in die stationäre Suchttherapie) mittlerweile an
Fragestellung Woher-Wohin beinhaltet zentrale Aspekte
vielen Standorten umgesetzt wird und wir als Klinik mit
der Suchtbehandlung und der Themen in der Suchthilfe
besonderer Indikation und hoher Flexibilität auch hier
insgesamt. Gleichzeitig ist es auch ein philosophisch –
gut nachgefragt sind. Ich selber bin jetzt 35 Jahre in der
spirituelles Thema (diesen Bereich würde ich erstmal den
Suchtrehabilitation tätig und kann Ihnen sagen: Zeiten
Seelsorgern überlassen, die hier sicher kompetenter sind).
ohne Krisen kenne ich eigentlich kaum und trotzdem
Menschen, die in die Suchthilfe kommen, halten meist
ging es immer mit neuen oder veränderten Ideen/Kon-
den „alten“ Zustand nicht mehr aus und suchen aufgrund
zepten weiter. Ich erinnere mich an dieser Stelle immer
von Leidensdruck, erlebten Misserfolgen und endlosen
wieder gerne an einen gefallen Satz bei einer bundes-
weiten Suchthilfetagung: „Die Lage ist hoffnungslos
– aber nicht ernst“ (hier wird also mit einem kleinen
Schmunzeln das Auf und Ab in unserem Betätigungs-
feld schön umschrieben).
Als kleine Einrichtung und engagierten Mitarbeitern
sind wir in jedem Fall gut aufgestellt. Insbesonde-
re unser eigenes Netzwerk (Klinik, Nachsorge, Ar-
beitsprojekt Step by Step, immer wieder neue Projekt-
ideen, Kooperationen mit den Suchtberatungsstellen in
Achern, Karlsruhe und Pforzheim, hohes Engagement
im Ehrenamt u.v.m.) zeigt die Flexibilität und Innova-
tion von uns allen.
2 • FISCHER-HAUSZEITUNG • Ausgabe Juni 2018ungünstigen Schädigungskreisläufen (sozial, psychisch, Liebe derzeitige und ehemalige Rehabili-
körperlich) Veränderung, Orientierung und Perspekti- tanden, liebe Freunde des Fischer-Hauses,
ven. Sie sind darauf angewiesen, dass ihnen respektvoll,
werte Leser dieser Ausgabe der Fischer-
wertschätzend, tolerant und offen begegnet wird. Sie sind
oft verunsichert in ihren Werten im Leben. Hier ein klei- Haus-Zeitung,
ner Auszug aus der Werteliste von Steve Pavlina: „Per-
sönlichkeitsentwicklung für schlaue Leute“. Werteliste:
bei der Bekanntgabe des Leitthemas für diese Ausgabe
Abenteuer, Abgeklärtheit, Abwechslung, Achtsamkeit,
wurde ich sofort an meine Zeit als Schüler erinnert. Es
Aggressivität, Ahnung, Akribie, Aktivität, Akzeptanz, Al-
war vor sage und schreibe 60 Jahren, dass ich meine
bernheit, Anerkennung, Angemessenheit, Angepasstheit,
Grundschulzeit, damals hieß es noch Volksschule, in
Anpassungsfähigkeit, Anstand, Antrieb, Anwendbarkeit,
einem kleinen Dorf im Kraichgau beendet hatte und die
Anziehungskraft, Aufgeschlossenheit, Aufmerksamkeit,
Entscheidung anstand, welche Schule ich anschließend
Aufopferung, Aufregung, Aufrichtigkeit, Ausbildung,
besuchen sollte. Als Sohn und 6. Kind eines selbstän-
Ausdauer, Ausdrucksfähigkeit, Ausgeglichenheit, Aus-
digen Handwerksmeisters war es für meine Eltern aller
gelassenheit, Bedachtsamkeit u.v.m. Seine Werteliste
Wahrscheinlichkeit nach selbstverständlich, dass ich für
hat 346 Beispiele und damit viele Chancen, aber auch
weitere vier Jahre die Volksschule besuchen werde, um
Bereiche, die einen scheitern lassen können. In einer
anschließend einen vernünftigen Handwerksberuf zu er-
Suchtbehandlung muss das –Woher-, also die Geschichte
lernen; das war zumindest damals der „normale“ Wer-
aufgearbeitet werden ohne Erwartung, dass diese damit
degang für die große Mehrheit. Doch es kam anders.
„erledigt“ sei. Mit dieser „geschichtlichen Erfahrung“
und einer gehörigen Portion Akzeptanz kann nun das Der zwischenzeitlich längst verstorbene und von mir
Wagnis –Wohin- angegangen werden; und zwar indivi- hoch geachtete evangelische Dorfpfarrer besuchte
duell und ohne allgemeingültige Rezepte und Lösungen meine Eltern und überzeugte sie, dass ich unbedingt
oder wie beschreibt das Anselm Grün: ein Gymnasium besuchen müsste. Sie ließen sich da-
rauf ein und so kam es, dass ich Schüler des humanis-
„Um einen Neuanfang zu machen, brauchen wir Mut,
tischen Schönborn-Gymnasiums in Bruchsal wurde.
Neugier und Offenheit. Dann werden wir mehr errei-
Hier machte ich dann die Bekanntschaft mit den klas-
chen, als wir gesucht haben, und manches verändern,
sischen Sprachen Latein und Altgriechisch.
was wir genau zu wissen glaubten!“
Auch wenn mein weiteres Leben in eine ganz andere
Im weiteren Verlauf dieser
Richtung verlief als es für die Schüler dieser Schule
Hauszeitung werden Sie noch
vorgesehen war, ist doch so manches hängen geblie-
mehr zu diesem spannenden
ben, unter anderem auch folgende Redewendungen:
Thema finden. Wenn Sie die-
se Zeitung in den Händen Alea iacta est.
halten, dann finden Sie auch Der Würfel ist gefallen (Caesar)
unsere Einladung zu unserem diesjährigen Ehemali- Carpe diem!
gentreffen am 7. Juli 2018. Nutze den Tag! (Horaz)
Wir wünschen Ihnen und Ihren Angehö- Errare humanum est.
rigen noch einen schönen Frühling und Irren ist menschlich. (Hieronymus)
Sommer, wünschen Ihnen Gottes Segen,
freuen uns auf Sie beim Ehemaligentref- Hannibal ante portas!
fen im Sommer und wissen gemeinsam, Hannibal steht vor den Toren. (Cicero)
dass es sich immer wieder lohnt im achtsamen Um- Nomen est omen.
gang mit unserer persönlichen Geschichte auch Neues Der Namen hat eine Vorbedeutung
und Ungewohntes zu versuchen. (Piautus)
Non scholae, sed vitae discimus.
Nicht für die Schule, sondern für das
Leben lernen wir. (Seneca)
Ubi bene, ibi patria.
Stephan Peter-Höner Wo es mir gut geht,
Leiter der Fachklinik da ist meine Heimat. (Cicero)
Ausgabe Juni 2018 • FISCHER-HAUSZEITUNG • 3Auch Quo vadis? ist eine lateinische Redewendung den haben, zur Lösung anstehender Probleme den
mit der Bedeutung „Wohin gehst du?“ Sie findet sich Alkohol als Problemlöser einzusetzen. Dabei haben
im Johannesevangelium 13, 36. Nach der Übersetzung wir alle die Erfahrung gemacht, dass er uns anfangs
von Hermann Menge heißt es dort: tatsächlich geholfen hat. Am Anfang benötigten wir
Da fragte ihn Simon Petrus: „Herr, wohin gehst du?“ seine Unterstützung noch nicht so oft, das änderte
Jesus antwortete ihm: „Wohin ich gehe, dahin kannst sich jedoch mit der Zeit. Doch irgendwann hat sich
du mir jetzt nicht folgen; du wirst mir aber später fol- das Blatt gewendet, wir konnten nur noch mit ihm
gen.· leben, er wurde zum Allheilmittel und er begann mit
seiner verheerenden Wirkung.
ln der heutigen Alltagssprache wird „Quo vadis“ im
Sinne von „Wohin soll das noch führen?“ oder „Wie Er löste keine Probleme mehr, er war plötzlich das
soll das weitergehen?“ gebraucht: Quo vadis Deutsch- Problem. Er machte aus uns allen Lügner. Ständig
land?“ Quo vadis KSC?“ Quo vadis mit deiner Trin- mussten wir lügen, um zu Alkohol zu kommen. Wir
kerei?“ mussten verheimlichen, wo wir uns herumtrieben und
was wir anstellten. Er ruinierte unsere Gesundheit, er
Wenn man gefragt wird, oder wenn man selber ande-
löste Arbeitsverhältnisse auf, brachte uns in finanzielle
re Menschen nach dem Wohin fragt, setzt das immer
Schwierigkeiten und zerstörte Ehen und Familien.
voraus, dass man zum Zeitpunkt der Frage sich gera-
de irgendwo aufhält. Auch die fürchterlichsten Kater mit flatternden Nerven,
zitternden Händen, kalten und heißen Schweißausbrü-
Zu diesem Ort wiederum bin ich gekommen, nach-
chen und die Scham über alles, was wir eventuell gesagt
dem ich vorher an einer anderen Stelle gewesen bin.
oder getan haben, hielten uns nicht vom Trinken ab. Es
Folgerichtig kann und muss die Frage nach dem Wo- war zum Zwang geworden, wir waren abhängig davon.
hin erweitert werden zu
Die meisten von uns haben während ihrer nassen Zeit
Unde venis, ubi es et quo vadis? immer wieder versucht, ohne Alkohol zu leben. Sie
(Woher kommst Du, wo bist Du und wohin gehst Du?) wollten sich und anderen beweisen, dass sie jeder-
Über diese Fragen denken die Menschen schon nach zeit mit dem Trinken aufhören könnten und sie keine
seit es sie gibt. Vor allem die großen griechischen Alkoholiker seien. Manchmal ging das einen Monat,
Philosophen, Theologen, aber auch berühmte Physi- mal eine Woche, vielleicht aber auch nur 2 Tage gut,
ker unserer Zeit wie Max Planck haben ausführlich dann kam der Alkohol wieder. Er kam immer wieder.
darüber geschrieben. Doch nach wie vor ist unser Er zeigte uns, wer der wirkliche „Herr im Hause ist“!
Leben hier auf der Erde ein großes Geheimnis. Es So oder so ähnlich sieht die Welt aus, in der ein Alkoho-
gibt unendlich viele ungelöste Rätsel, die allerdings liker lebt und in der er immer weiter leben wird, wenn
erst unser Leben spannend machen. Keiner von uns er nicht eines Tages, aus welchem Grund auch immer,
wurde gefragt, ob er in diese Welt kommen will und ernsthaft damit aufhören will und Hilfe sucht. Für mich
keiner von uns kann etwas dagegen tun, dass unser war es die Erkenntnis, dass meine Ehe und Familie end-
Leben eines Tages zu Ende gehen wird. Zwischen gültig zerstört werden würde, wenn ich nicht mit dem
Geburt und Tod ist jedoch viel Zeit, um unser Leben Trinken aufhöre. Was für mich die Therapie auf dem
so zu gestalten, dass es gut und schön ist. Ringgenhof war, ist für Euch derzeitige und war für
Irgendwo auf diesem Weg ist für uns Alkoholiker Euch ehemalige Rehabilitanden das Fischer-Haus.
einiges schief gelaufen. Ich rede ganz bewusst von Dieser geschützte Raum bietet die einmalige Gele-
„uns“, denn ich bin selbst Alkoholiker, seit vielen genheit, zurück zu schauen auf die Welt, aus der man
Jahren aber trocken und zufrieden. Ich weiß also, kommt. Mit Hilfe der Therapeuten können hier die
wovon ich rede und bin daher sicher, dass es bei der Weichen gestellt werden für das Wohin. Das Fischer-
Suche nach den Ursachen für unseren Alkoholismus Haus ist nicht das Ende einer Sackgasse, sondern eine
nicht darum geht, einen Schuldigen zu suchen. Kreuzung, von der aus man in verschiedene Rich-
Auch die Frage danach, was genetisch bedingt und tungen weitergehen kann. Welche die richtige ist, kann
was gelernt ist, ist meiner Meinung nach unerheblich. man bei intensiver Arbeit an sich selbst und mit der an-
Sicher ist, dass wir uns irgendwann in unserer Ver- gebotenen Hilfe erkennen. Mit Sicherheit der falsche
gangenheit bewusst oder unbewusst dafür entschie- Weg ist der zurück in die Welt aus der man kommt.
4 • FISCHER-HAUSZEITUNG • Ausgabe Juni 2018Ich vergleiche das Fischer-Haus und andere Fach- 8. Unsere Einstellung zum Leben und unsere Er-
kliniken auch gerne mit einem Bahnhof, in welchen wartungen werden sich ändern.
Züge aus allen möglichen Richtungen einlaufen. Der 9. Unser Egoismus wird dahinschmelzen.
Alkoholkranke sitzt in einem dieser Züge, der ihn aus
seiner alten Welt bringt. Hier heißt es für ihn jetzt aus- 10. Angst vor den Menschen und vor wirtschaftlicher
steigen und in einen anderen Zug in eine vollkommen Ungewissheit werden schwinden.
andere Richtung einzusteigen, auch wenn es in dem 11. Ohne lange nachzudenken werden wir jetzt mit
alten, gewohnten Zug noch so warm ist und er Angst Situationen fertig, die uns früher umgeworfen ha-
vor der neuen Richtung hat. ben.
„Ein Alkoholiker denkt um 180 Grad verkehrt“ rum, 12. Plötzlich wird uns bewusst, dass Gott für uns das
hat ein inzwischen verstorbener Freund aus meiner erledigt, wozu wir allein nicht in der Lage sind.
Selbsthilfegruppe immer wieder gesagt. Er meinte
damit, dass alles Denken und daraus resultierend al- Liebe derzeitige und ehemalige Rehabilitanden, ich
les Tun eines trockenen Alkoholikers genau das Ge- wünsche Euch allen die erforderliche Bereitschaft, den
genteil dessen sein sollte, was er in seiner nassen Zeit ernsthaften Willen und die Geduld, um aus der Freiheit
gedacht und getan hatte. Ein riesengroßer Anspruch, zum Trinken zu einer Freiheit vom Trinken und aus
der zeigt, dass es mit Sicherheit nicht leicht wird, sein einem Leben ohne Würde zu einem Leben mit Würde
Leben zu ändern. Die Frage nach dem quo vadis? zu kommen. Denkt bei allem was Ihr tut jedoch daran:
erwartet als Antwort ja auch nicht, dass ich gleich Ultra posse nemo obligatur
morgen irgendwo sein will, sondern dass ich mir ein (Unmögliches zu leisten ist niemand verpflichtet)
Ziel setze, das ich erreichen will und dem ich jeden
Tag ein Stückchen näher komme. Auch ein trockener
Alkoholiker tut gut daran, die Erwartungen an sich
und andere nicht all zu hoch zu setzen. Was über viele
Joachim (Jochen) Ockert
Jahre hinweg durch den Alkohol beschädigt oder gar
Mitglied des Verwaltungsrats
zerstört wurde, kann nicht von heute auf morgen ins
Ehrenamtlicher Mitarbeiter
Gegenteil verkehrt werden. Vertrauen braucht Zeit,
braucht entsprechende Erfahrungen in allen Bezie-
hungen, in denen wir lebten und leben.
Ich selbst halte als Antwort auf die Frage quo vadis?
die zwölf Versprechen der AA als gute Ziele:
1. Wir werden eine neue Freiheit und ein neues
Glück kennenlernen
2. Wir werden unsere Vergangenheit weder bekla-
gen noch die Tür hinter ihr zuwerfen. Termine
3. Wir werden verstehen, was das Wort Gelassen- in der Fachklinik Fischer-Haus
heit bedeutet.
4. Wir werden erfahren, was Frieden ist. Vollmondlauf Michelbach
5. Wie tief wir auch gesunken waren, wir werden 28.06.2018
merken, dass andere aus unseren Erfahrungen
Nutzen ziehen können. Ehemaligentreffen
07.07.2018
6. Das Gefühl der Nutzlosigkeit und des Selbstmit-
leides wird verschwinden.
7. Unsere Ich-Bezogenheit wird in den Hintergrund
treten, das Interesse an unseren Mitmenschen
Wir freuen uns auf ‘s
wird wachsen. Wiedersehen!
Ausgabe Juni 2018 • FISCHER-HAUSZEITUNG • 5Wegweiser der Fachklinik Fischer-Haus
für neue Rehabilitanden
Um das Ankommen im Fi-
scher-Haus zu erleichtern
und angenehm zu gestalten,
versenden wir vorab schon
unseren „Wegweiser“ an
zur Aufnahme angemeldete
Rehabilitanden. Dadurch
können Sie sich schon vorab ein Bild machen von
unseren verschiedenen Be-
reichen und Mitarbeitern,
was Ihnen ein Stück weit
Sicherheit am Ankunfts-
tag geben soll. Eine Reha
zu beginnen, ist immer zu-
nächst aufregend und kostet
auch Überwindung. Wir
sind stets für Sie da, Ihre
Fragen zu beantworten und Sie in den ersten Tagen
zu begleiten.
Lieber Rehabilitand!
Für Ihren Ankunftstag, damit Sie sich gut zurechtfin-
den, hier das Wichtigste in Kürze:
Finanzen
Kümmern Sie sich rechtzeitig im Vorfeld um die
Sicherstellung Ihrer finanziellen Leistungen für die
Dauer Ihrer Rehabehandlung.
Ihre vermittelnde (Beratungs-)Stelle kann Ihnen da-
bei behilflich sein. Gerne können Sie sich mit Ihren
Fragen auch an uns wenden.
1. Empfang
Ein herzliches Hier werden Sie als Erstes
Dankeschön gilt begrüßt, geben Ihr Gepäck
unserem Reha- ab und bekommen einen
bilitanden Herrn Laufzettel für den Aufnah-
Z., der mit Un- metag ausgehändigt.
terstützung von
Frau Hirth, diese 2. Medizin
wunderschöne Will- In der medizinischen Ab-
kommenstür für teilung findet die Aufnah-
unseren Eingangs- meuntersuchung statt.
bereich gestaltet Sie geben bitte Ihre medi-
hat. zinischen Unterlagen und
alle Medikamente ab, die
Sie dabei haben. Die Me-
6 • FISCHER-HAUSZEITUNG • Ausgabe Juni 2018dikamente werden jeden Tag für Sie gerichtet. Bei me- Therapiekarte. Diese ist verbindlich und muss vom
dizinischen Fragen ist unser medizinisches Team für Bereichstherapeuten der Maßnahmen abgezeichnet
Sie da, im Notfall über den Tagesdienst (Telefonnum- werden.
mer 22) immer erreichbar.
6. Arbeitsbezogene
3. Verwaltung Maßnahmen
Hier bekommen Sie die Sie befinden sich in ei-
Hausordnung, den Zim- ner Rehabilitationsmaß-
merschlüssel, Termine nahme, das heißt, dass den
für: Hausführung, Medizi- arbeitsbezogenen Maß-
nische Untersuchung, Ein- nahmen ein besonderer
zelgespräch, den Namen Stellenwert zukommt.
Ihres Ansprechpartners. Es Sie arbeiten daher an zwei Tagen (dienstags und don-
wird für Sie ein Rehabilitandenkonto eingerichtet, ger- nerstags) in der Woche in einem der Bereiche Schrei-
ne können Sie sich auch Geld überweisen lassen, die nerei, Hausmeisterei, Hauswirtschaft, Küche, Gärtne-
Bankverbindung lautet: rei. Sie haben einen Arbeitstherapeuten, der mit Ihnen
Sparkasse Baden-Baden-Gaggenau Ihre Arbeitsfähigkeit trainiert und für den Bereich der
IBAN: DE47 6625 0030 0050 0125 17 arbeitsbezogenen Maßnahmen zuständig ist.
BIC:SOLADES1BAD 7. Ansprechpartner - Hausführung - Plenum
Bitte geben Sie im Verwendungszweck Ihren Namen an. Der Ansprechpartner ist ein Rehabilitand, der bereits
4. Zimmerbelegung länger in unserer Fachklinik ist. Er kennt sich schon
Sie werden auf Ihr Zimmer begleitet, in Ihrem Bei- im Haus aus und steht Ihnen für alle Fragen zur Ver-
sein wird eine Gepäckkontrolle gemacht. Alkohol- fügung.
haltige u.a. nach unserer Hausordnung nicht erlaubte Eine Hausführung findet am nächsten Tag statt.
Produkte werden einbehalten. Alkoholhaltiges Ra- Im Plenum (=Hausversammlung) am Freitag 13.15
sierwasser und Parfüm erhalten Sie nach 2 Wochen Uhr stellen Sie sich vor.
wieder zurück.
8. Mahlzeiten
Tagesdienst, Nachtdienst und der diensthabende Mit-
arbeiter am Wochenende sind unter Telefonnummer Der Gong signalisiert, dass die Mahlzeit im Speise-
22 immer zu erreichen. saal eröffnet ist.
Die Teilnahme an den Mahlzeiten ist verbindlich.
5. Einzel- und Später bei Beurlaubungen muss Ihr Einzel- und
Gruppentherapie Gruppentherapeut Sie rechtzeitig von den Mahlzeiten
Der Einzel- und Grup- abmelden.
pentherapeut bespricht
mit Ihnen Ihre Anliegen, 9. Telefonische Erreichbarkeit
Fragen und Therapieziele. Sie können über den Telefondienst Mittwoch, Frei-
Zum Erstgespräch können tag und Sonntag 19.00-20.00 Uhr unter 07225-9744-
Sie gerne Ihre Angehörigen mitbringen. 0 angerufen werden. Den Telefondienst übernimmt
Die Gruppentherapie findet montags und freitags eine therapieältere Gruppe.
statt. Sie sind einer der Gruppen A, B, C, D oder E Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Behandlung!
(jeweils 11-13 Rehabilitanden) zugeteilt.
Merke: über personenbezogene Inhalte der Gruppen-
therapie besteht Schweigepflicht außerhalb der Grup-
pe für jeden Teilnehmer.
Ihre Behandlung besteht aus verschiedenen Baustei-
nen. Diese werden Ihnen im Aufnahmegespräch er-
läutert und die Zuteilung mit Ihnen besprochen. Sie
bekommen einen Therapieplan, einen Tag später eine
Ausgabe Juni 2018 • FISCHER-HAUSZEITUNG • 7Rezeptvorschläge fürs Grillfest.
Antipasti auf dem Blech Natürliche Dips:
Verschiedenes Gemüse (z.B. Curry - Dip:
Paprika, Zucchini, Aubergi-
1 EL Olivenöl
nen) waschen, putzen und in
große Würfel schneiden. 1 Zwiebel in Würfel gehackt
Alles auf einem Backofen- 1 TL Currypulver
blech verteilen und mit Salz 125 ml Mayonnaise
und Pfeffer würzen. 1 EL Aprikosenmarmelade
Petersilie von den Stängeln befreien und Basilikumblätter ab- 1 Prise Salz
zupfen. Beides mit dem Mixstab zusammen mit Knoblauch, 1 EL Essig
Oliven- und Chiliöl (oder auch geschrotetem Chili) pürieren
und über das Gemüse auf dem Blech gießen. Nun mit den Hän- Öl erhitzen und Zwiebeln braten bis sie durchsichtig und weich
den alles vorsichtig durchmengen. sind. Currypulver zugeben und für ein paar Minuten köcheln.
Vom Herd nehmen und restliche Zutaten zugeben und gut ver-
Für 20 - 25 Minuten bei 160 Grad Umluft in den Ofen geben, rühren.
das Gemüse mehrmals wenden.
Senf - Dip:
Fleisch marinieren
200 ml Dosenmilch
Marinieren lassen sich eigentlich alle Fleischsorten, egal ob
Rind, Schwein oder Geflügel. Bei einigen reicht eine Marinade 3 EL Dijon Senf
aus Olivenöl mit Knoblauch und einem Spritzer Zitrone und 1 Zwiebeln in Würfel gehackt
ein paar frischen Kräutern, bei anderen macht erst eine raffi- 2 TL Zucker
nierte Marinade das ganze zum richtigen Essvergnügen nach 1 Prise Salz
dem Grillen.
Alle Zutaten zusammen geben und gut durchmischen.
Fans vom selber marinierten Fleisch behaupten auch gerne,
wer solches schon einmal gekostet hat, wird keine fertig mari-
nierten Fleischstücke mehr auf den Grill werfen.
Zutaten für die einfache Grillmarinade
50 ml Sojasauce
2 bis 4 Knoblauchzehen
und wer mag kann noch Chili mit rein tun
Schnelle Würzmischungen
Schon mit einfach in Knoblauchöl eingelegtem Kotelett oder
Steak (gleich ob Schwein oder Rind) kann man sich einer Ver-
beugung der nicht geschundenen Geschmacksknospen seiner
Gäste sicher sein. Zu dem Öl, in das einfach einige grob zer-
drückte Knoblauchzehen kommen kann man nach Belieben
noch Oregano, Thymian oder Rosmarin mischen. Sehr lecker
zu Pute und anderem hellem Fleisch passt auch eine Mischung
aus Öl mit Chiliflocken oder grob geschnittenen Chilischoten.
8 • FISCHER-HAUSZEITUNG • Ausgabe Juni 2018(!'< &"',!."' / ',./+& >;!,(+ :?9 /' ,.'' /! (!'<
*%.4 0+ "' ,."&&.".'!&,!%/,,+!'%/' "'+
!$%"'"$ "& " '' .42+$ 4/+ +0 /' 9 " ".+'.2"$%/' /',+,
.+/.' (!'', $(''. / +/' "'+ +,!.8 " + ",!+Neu: Gruppe für Cannabiskonsumenten Beim CANDIS-Programm handelt es sich wie bei
vielen anderen Behandlungsangeboten zur Absti-
nenzförderung und Rückfallprophylaxe um ein ver-
Seit Februar 2018 bieten wir zusätzlich zu unseren
haltenstherapeutisches Behandlungsprogramm, das
bestehenden Behandlungsangeboten zur Abstinenz-
durch Elemente der motivierenden Gesprächsfüh-
förderung und Rückfallprophylaxe ein modular, also
rung ergänzt wird und damit grundsätzlich zunächst
nach bestimmten Themen und Inhalten aufgebautes
ein zieloffenes Gruppenangebot darstellt. In der am-
Behandlungsprogramm als Gruppenangebot für Can-
bulanten Praxis findet es ebenfalls Anwendung. Ziel-
nabiskonsumenten in Anlehnung an das sogenannte
gruppe sind erwachsene Konsumenten, die sich aus
„CANDIS-Programm“ (Hoch et al., Modulare Thera-
unterschiedlichen Gründen mit ihrem Cannabiskon-
pie von Cannabisstörungen, Hogrefe Verlag 2011) an.
sumverhalten auseinandersetzen möchten oder auch
Das Gruppenangebot beinhaltet umfassend aufberei- sollen.
tete Informationen zu Cannabis und Cannabiskon-
In unserer Fachklinik liegt die Erforderlichkeit, die-
sum. Neben der reinen Information und Aufklärung
ses Behandlungsangebot neu zu implementieren, auf
des Rehabilitanden in der Suchtbehandlung sollen
der Hand. Die Zahl der neben primär Alkohol auch
Problembewusstsein und Krankheitseinsicht des Re-
Cannabis konsumierenden Rehabilitanden hat in den
habilitanden verbessert sowie weiterführend Moti-
letzten Jahren stetig zugenommen. Die Bereitschaft
vationsaufbau und Motivationsklärung für eine Can-
(Motivation) und Fähigkeit zur Cannabisabstinenz
nabis-Abstinenz erreicht werden (Motivation durch
entspricht dabei erfahrungsgemäß nicht immer der im
Information). Dies erfolgt u.a. durch eine ausführliche
Bezug auf das Suchtmittel Alkohol. Vereinfacht ge-
Erhebung der Konsumentwicklung (Suchtanamnese)
sagt: Ein Rehabilitand, der eine glaubhafte Einsicht
sowie eine Auseinandersetzung mit und Gegenüber-
und Motivation zur Alkoholabstinenz entwickelt,
stellung von Vor- und Nachteilen des Konsums und
entwickelt diese nicht immer auch zwangsläufig oder
der Abstinenz.
„automatisch“ für seinen Cannabiskonsum, wenn-
In einem weiteren Schritt geht es um das konkrete Er- gleich dies bei einem Großteil unserer Rehabilitanden
lernen und Erkennen individueller Konsum-Auslöser indiziert ist.
und (Rückfall-)Risikofaktoren. Dabei sollen Rehabi-
Die bisherigen Erfahrungen zeigen bei unseren Can-
litanden ein grundsätzliches Rückfallrisiko für sich
nabis konsumierenden Rehabilitanden eine sehr große
akzeptieren und ein individuelles „Frühwarnsystem“
Bandbreite an unterschiedlichen Konsummustern
für drohende Rückfälle entwickeln.
(von Missbrauch bis Abhängigkeit), entsprechend
Darauf aufbauend erarbeiten wir (Rückfall-)Bewälti- unterschiedlichem Problembewusstsein (von „kein
gungsstrategien, (Verhaltens-)Alternativen zum Can- Problem“ über „schon auch ein Problem“ bis hin zu
nabis-Konsum und grundsätzliche Schutzfaktoren. „großes Problem“) und extrem divergierenden Ein-
Rehabilitanden erhalten zu den jeweiligen Themen stellungen zur Frage der Abstinenzmotivation (von
Arbeits- und Informationsblätter zur weiterführen- weiter, weniger bis hin zu nicht mehr konsumieren).
den Auseinandersetzung zwischen den Gruppensit- Unser Anliegen und Ziel ist es, auch bei diesem The-
zungen. Im fortgeschrittenen Gruppenverlauf möch- ma unseren Rehabilitanden einen gesonderten Raum
ten wir auf der Grundlage der zuvor vermittelten zur Auseinandersetzung und damit auch zur Orientie-
Inhalte und therapeutischen Auseinandersetzungen rung anzubieten.
durch die Methode des sogenannten Problemlösetrai-
nings mit den Rehabilitanden Wege erarbeiten, psy-
chische und soziale Probleme - oft Auslöser für wie
auch Folge des Cannabiskonsums – (wieder) adäquat
und effizient ohne Cannabiskonsum zu lösen.
Das Programm ist wegen der Möglichkeit des in- Alexander Torzewski
haltlichen Austauschs unter den Cannabis konsumie- Leitender Sozialtherapeut
renden Rehabilitanden als Gruppentraining konzi-
piert, einzelne Bausteine können aber durchaus auch
im Rahmen der Einzel- und Bezugstherapie aufge-
griffen bzw. vertieft werden.
Ausgabe Juni 2018 • FISCHER-HAUSZEITUNG • 11Nach 10 Jahren Fischer-HausZeitung können wir auf eine Vielfalt ansprechender Titelbilder zurückblicken. Immer wieder setzt sich das Zeitungsteam in wechselnder Besetzung zusammen und entwickelt neue Ideen und aktuelle Themen, um die HausZeitung interessant und abwechslungsreich zu gestalten 12 • FISCHER-HAUSZEITUNG • Ausgabe Juni 2018
Aktuelles Redaktionsteam und frühere Mitwirkende:
Sandra Becker, Petra Knapp, Janet Maltempo, Stephan Peter-Höner, Birgit Seiser, Erwin Seiser,
Helena Sostaric, Alexander Torzewski, Rüdiger Wenz
Ausgabe Juni 2018 • FISCHER-HAUSZEITUNG • 13Hunde in der Fachklinik Fischer-Haus ner einen kleinen Rundweg oberhalb der Gärtnerei
laufen und Sie haben von Anfang an ein Einzelzim-
mer.
Warum soll der Weg in eine Fachklinik mit Hund
erlaubt sein? Das werden Sie sich evtl. fragen.
Hunde gelten ja als „die besten Freunde“ des Men-
schen. Oft ist das auch so. In Zeiten der Krise bleibt
der Hund treu an der Seite des Menschen. Er verur-
Bei therapeutisch begleiteten Spaziergängen dürfen
teilt nicht und er rechnet nicht auf.
die Hunde oft mitgenommen werden, an der Leine
Wir haben 5 Plätze (Einzelzimmer), die wir dafür zur versteht sich, so dass keine unnötige Unruhe in der
Verfügung stellen. Die Zimmer liegen am Rande der Gruppe aufkommt. Wir machen immer wieder die Er-
Klinikgebäude, so dass Sie mit dem Hund gut von au- fahrung, dass andere Rehabilitanden auch Freude an
ßen erreichbar sind. Die Hunde dürfen natürlich nicht der Anwesenheit eines Hundes haben und die Tiere
in die Häuser, einmal aus Hygienegründen und zum für eine gesunde Lebendigkeit sorgen. Vorausgesetzt,
anderen gibt es auch Menschen, die Angst vor Hun- ihr Herrchen ist dazu bereit, sich an die Hausregeln
den haben – die sollen geschützt sein. zu halten!
Die Zimmer sind meist mit einer kleinen Terrasse Gibt es Schwierigkeiten mit der Erziehung Ihres
ausgestattet, so dass die Tiere auch an die frische Luft Hundes, so bieten wir Ihnen eine hausinterne Hun-
können. Außerdem stellen wir noch einen Zwinger deschule/Beratung an. Diese soll Ihnen helfen, sich
zur Verfügung, der in ruhiger Lage dem Hund die problemloser in den Klinikalltag mit Ihrem Hund zu
Möglichkeit bietet, tagsüber ohne Herrchen draußen integrieren.
zu sein. Die Nutzung ist freiwillig und obliegt der
Bei der Besorgung von Futter oder dem Vereinbaren
Entscheidung des Hundebesitzers.
von Tierarztterminen sind wir Ihnen gerne behilflich.
Wenn Sie Ihren Hund hierher mitbringen, so wird Wir unterstützen Sie, da wir wissen, dass Ihr Hund
auch Ihr Tier indirekt am therapeutischen Prozess auch mehr Zeitaufwand im Alltag für Sie bedeutet und
teilnehmen. Er wird uns Therapeuten spiegeln, wie es Sie sollen wie alle anderen die Möglichkeit haben, an
Ihnen heute geht. Die Stimmungen des Bezugsmen- allen therapeutischen Angeboten teilzunehmen.
schen übertragen sich auf das Tier.
Wenn Sie zusammen mit ihrem Hund zu uns kom-
men, bringen Sie etwas Vertrautes mit, das Ihnen
hilft, bei uns leichter anzukommen und evtl. auch
besser durchzuhalten, wenn es mal schwierig wird.
Wie fing das mit den Hunden an?
Wie vieles im Leben haben wir es einfach mal aus-
probiert. Die Anfrage kam, ob wir jemanden mit
Hund aufnehmen würden, weil er sonst keine Mög-
lichkeit für eine stationäre Therapie habe. Da wir ja
In den ersten beiden Therapiewochen, in denen Sie schon seit vielen Jahren selbst Tiere für die Thera-
keinen Ausgang haben, dürfen Sie mit ihrem Vierbei- pie halten, ließen wir uns darauf ein und es hat gut
14 • FISCHER-HAUSZEITUNG • Ausgabe Juni 2018funktioniert. Also taten wir es wieder. Mit der Zeit Ein neues Pferd
sprach sich dieses Angebot bei den Beratungsstellen
herum und die Anfrage nahm zu, so dass wir allmäh-
Guten Tag!
lich auf bis zu drei Plätzen erweiterten. Wir machten
Erfahrungen, lernten daraus, legten eigene Vorurteile Ich möchte mich in dieser HausZeitung als neuer
und Befürchtungen ab, stellten aber auch zusehends Mitarbeiter der Fachklinik Fischer-Haus vorstellen.
klarere Regeln auf, die wir als unerlässlich für das Ich wurde 2010 in der Nähe von Berlin geboren und
Gelingen dieses Projektes ansahen. habe meine Ausbildung im Schwarzwald absolviert.
Leider war der Alltag eines Turnierpferdes für mich
so stressig, dass meine Trainer beschlossen haben,
Mit dem Kostenträger wurde das Ganze abgestimmt.
einen ruhigeren Job für mich zu finden. Hier im Fi-
Es wurden Fragen gestellt, Hygienevorschriften erör-
scher-Haus werde ich nun als Co-Therapeut in der
tert und eine Besichtigung fand zwischendurch auch
Pferdegestützten Therapie arbeiten, meine Aufgabe
statt. Mit viel Interesse und Wohlwollen wurden die
wird es sein, geduldig mit allen Menschen klarzu-
Tiere im Fischer-Haus betrachtet und für hilfreich
kommen, die sich um mich kümmern. Die Reitthera-
und gut bewertet. Mittlerweile haben wir 5 Plätze für
peutinnen habe ich schon kennengelernt: sie machen
Hundebesitzer und die reichen oft nicht aus, da die
einen verständnisvollen Eindruck auf mich!
Nachfrage sehr groß ist.
Meine Mitbewohner in der 3er-WG haben mich
Inzwischen hat es sich die Nachfrage in Fachkreisen
freundlich aufgenommen, darüber bin ich sehr er-
herumgesprochen und andere Kliniken bieten ein
leichtert. Überhaupt finde ich meine neue Umgebung
ähnliches Konzept an. Nicht alle sind jedoch dazu
sehr angenehm, ich kann mich frei bewegen und mir
bereit, die Hunde auch mit in die Zimmer der Reha-
jederzeit aussuchen, ob ich im Schatten, in der Sonne
bilitanden zu nehmen, vereinzelt gibt es daher nur
oder auch mal im Regen stehen möchte. Und es gibt
Zwingerhaltung. Wir gehen davon aus, dass Ihr Hund
den ganzen Tag was zu essen… ich bin im Pferde-
Ihnen so wichtig ist, dass Sie ihn auch bei sich haben
Paradies!
wollen und bieten daher ein Einzelzimmer für Mann
mit Hund an. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen
Menschen, die ich in der Fachklinik Fischer-Haus
Wie Sie aus den Schilderungen entnehmen können,
kennenlernen darf.
ist das Projekt „Hunde in der Fachklinik“ langsam
gewachsen, es ist sensibel und basiert darauf, dass
sich alle an die Regeln halten, da ein gutes Miteinan- Herzlichst,
der in der Fachklinik sonst nicht möglich ist. Euer Smauri
(das bedeutet übrigens „Kleeblatt“
auf isländisch)
Daniela Laubel
Psycholog. Psychotherapeutin
Leitende Psychologin
Ausgabe Juni 2018 • FISCHER-HAUSZEITUNG • 15„Alles was uns bewegt oder: geblieben sind. Bei der Metamorphose des Hotels in eine
Alles was sich bei uns bewegt“ Fachklinik assistierte ich im Bauausschuss dem Archi-
tekten Prof. Rudolf Kleine aus Karlsruhe. Ich suchte mit
Geschwister und Mitstreiter im Fischer-Haus, Pfarrer Daniel Schmidt nach Geldgebern für das Projekt
liebe Rehabilitanden, und versuchte mit ihm die Stadt- und Ortschaftsräte vom
Segen eines solchen Werks zu überzeugen. Ich durfte mit-
auch das Fischer-Haus hat ein „woher“ und „Quo helfen bei der Auswahl der Leiter und Therapeuten der er-
vadis“ „wohin?“ sten Stunde. Ich durfte die Jubiläumsfestschrift „25 Jahre
Fischer-Haus“ formulieren und mitgestalten. Einige Jah-
re wirkte ich im Verwaltungsrat und bis heute als Autor
eines Artikels in der Fischer-Hauszeitung mit.
Über das „woher“ resümiere ich: Dieses Glaubenswerk
wurde gesegnet. Zu allen Zeiten bekamen wir fähige
Leiter und Therapeuten, gute zuverlässige Mitarbeiter,
Spender, Sponsoren und tüchtige Finanzfachleute als
Helfer und Berater. Vorhandene Gebäulichkeiten wur-
den erweitert, renoviert und dem Zeitgeist entsprechend
Da war in den frühen 70er Jahren ein kleines Team, be- modernisiert, andere kamen hinzu. Das derzeitige Mitar-
stehend aus Ingenieuren, Handwerksmeistern und Kauf- beiterteam, Stephan Peter-Höner als Klinikchef und Er-
leuten. Es bekam im Gebet die Aufgabe eine Institution win Seiser als Verwaltungsleiter, Frau Josko als ärztliche
zur Genesung suchtkranker Männer zu schaffen, die Ein- Leiterin, Frau Laubel als leitende Psychologin und Herr
richtungen dieser Art waren in der Bundesrepublik noch Torzewski als leitender Sozialtherapeut – sie alle sind ge-
nicht ausreichend vorhanden. Eine Bank bot dem Team meinsam mit den engagierten MitarbeiterInnen für unsere
ein bebautes Grundstück in Michelbach zum Kaufpreis Fachklinik „maßgeschneidert“. Sie navigieren das Schiff
von über einer halben Million an. Diesen Preis konnte das Fischer-Haus, erkennen heraufziehende Stürme und fi-
finanziell „schmalbrüstige“ Häuflein nicht stemmen, sein nanzielle Eintrübungen. Ein guter Geist herrscht unter der
Limit lag bei 140 000 DM. „Herr, wenn es Dein Wille Besatzung, die auch für sie durchs Feuer geht. Alle aber
ist, dann gebe uns das bebaute Grundstück zum genann- wissen um die kostbare Fracht, die sie an Bord haben,
ten erschwinglichen Preis!“ Einige Wochen vergingen sind besorgt, dass keiner von Bord geht oder über Bord
und die Bank veräußerte uns die Immobilie zu diesem gespült wird, um zu ertrinken. Und diese „Passagiere“
Preis. Der Herr war auf unseren Deal eingegangen, wir wissen, dass sie sich nicht auf einem „Traumschiff“ be-
waren jetzt am Zuge den Gehorsamsschritt zu wagen. finden, aber dennoch viele zeitvertreibende Hobbys und
Zahlreiche Fragen bewegten uns: Können wir das herun- eine hervorragende Bordküche genießen dürfen. Ihr aller
tergekommene Hotel „Michelbacher Hof“ in eine Klinik Ziel ist das „trockene“ Ufer. „Lass nun ruhig los das Ru-
verwandeln, müssen wir aufstocken, können wir bei der der!“ heißt es für mich. So Gott will, feiere ich dieses Jahr
vorhandenen Topografie erweitern und wie können wir meinen 78.Geburtstag und wir, meine Frau und ich, sind
das Ganze finanzieren? Wo finden wir gläubige und qua- gesundheitlich angeschlagen. Ich fühle mich daher einer
lifizierte Leiter, Ärzte und Therapeuten und wie können weiteren Mitarbeit bei der Erstellung der Hauszeitschrift
wir diese bezahlen? Sind uns die Mandatsträger, ist die nicht mehr gewachsen. Dem Fischer-Haus möchten mei-
Bevölkerung Michelbachs unserem Vorhaben gewogen? ne Frau und ich weiterhin verbunden bleiben und für das
In der Angst vor der eigenen Courage stärkte uns u.a. ein „wohin“ beten wir vertrauensvoll weiter.
Wort aus dem Philipperbrief (Phil, 2, 12 und 13): „Liebe
Brüder, ich freue mich, dass ihr immer gehorsam wart, Liebe Grüße!
nun seid es weiter und tut mit Furcht und Zittern alles Rüdiger und Marianne Wenz
für eure Errettung, da Gott es ist, der nach seinem Wohl-
gefallen in euch das Wollen und das Vollenden wirkt.“
Welch eine (Un)Logik, welch eine Proportion, Gott wirkt
Wollen und Vollbringen, aber wir sind höchst aktiv betei-
ligt? Ich gehörte mit meiner Frau Marianne von Anfang
an dem Gründerteam an, von dem heute noch Winfried Rüdiger Wenz
Bischoff, Eugen Stockinger, Gotthilf und Ilse Uhle übrig- Ehrenamtlicher Mitarbeiter
16 • FISCHER-HAUSZEITUNG • Ausgabe Juni 2018Suchthilfe im Wandel – auch für die MitarbeiterInnen… und auch mitentschieden hat. Nun studiere ich seit 2015
August 1999. Der Wechsel vom Jugendzentrum (zu- Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt „Gesundheitswe-
rück) zur Suchthilfe ins kleine beschauliche Michelbach. sen“ an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg am
Nachts war im Nachbarort im Elsass ein Mann in seinem Standort Stuttgart. Als Ausbildungspartner habe ich die
Auto verbrannt. Einer, der den Weg ins Fischer-Haus Fachklinik Fischer-Haus, in der ich das theoretisch Er-
nicht gefunden hatte. Polizei und Sirenen hatten mir ein lernte in die Praxis umsetzen kann. Neben der Gruppen-
wenig den Schlaf geraubt. Jetzt fasse ich mich mal ultra- und Einzeltherapie bin ich sowohl in der Sozialberatung,
kurz: ich denke in der Suchthilfe geht es um Leben und als auch in verschiedenen indikativen Gruppen wie zum
Tod, manchmal ging es stattdessen leider um die Teilnah- Beispiel dem Gruppentraining sozialer Kompetenzen und
me oder Nicht- Teilnahme am Frühsport. Aber das gehört der Reha-Ziele Gruppe sowie bei sportlichen Angeboten
eben auch dazu. Unseren schönen, heimeliger Sozialraum wie dem Schwimmen oder dem Hallensport tätig. Schon
im Erdgeschoss – ein tolles Team und viel Freiheit, sich seit Beginn des Studiums erfahre ich viel Unterstützung
zu entwickeln fand ich im Fischer-Haus. Nebenbei er- vom gesamten Team und genieße großes Vertrauen bei
lebte ich tolle Therapien und Entwicklungsverläufe und eigenständigem Arbeiten. Auch Wochenenddienste gehö-
auch wenn man Patienten mehr als 2x trifft: sie bleiben ren seit Anfang des Studiums zu dem Aufgabenbereich.
dran, arbeiten mit, eigentlich die schönste Arbeit die Gerade an Wochenenden kommt man mit Rehabilitanden
man sich vorstellen kann (auch wenn sie den Frühsport intensiver in Kontakt bei Gesprächen im Empfang oder
schwänzten…damals 7.15 Uhr) – jedenfalls besser als der am Esstisch, was mich persönlich, aber auch beruflich
Unfalltote in Forstfeld im Elsass. Dennoch wechsle ich voranbringt. Die Arbeit mit den Rehabilitanden bereitet
am 1.5.2018 nach vielen langen und kurzen Ausflügen in mir große Freude, auch wenn es nicht immer einfach ist.
verschiedene Beratungsstellen (Achern und Karlsruhe) Dennoch hat die Zeit im Fischer-Haus meine berufliche
nun in die Beratungsstelle nach Rastatt. Die Arbeit an Be- Zukunft mitbestimmt und mich darin bekräftigt im Such-
ratungsstellen ist für mich einfach bunter und ich liebe das bereich arbeiten zu wollen. Nun neigen sich die 3 Jahre
Bunte. Man erlebt dort mehr das davor und danach einer Studium dem Ende hinzu und ich bin der Leitung sowie
stationären Suchtbehandlung und hat mittlerweile man- dem ganzen Team sehr dankbar, dass ich die Chance be-
nigfaltige ambulante Möglichkeiten der Hilfe zur Verfü- kommen habe, den nächsten Schritt in meiner beruflichen
gung. Ich kann dort Projekte wie Kindergruppen für Kin- Laufbahn zu absolvieren. Nun stellt sich die Frage „quo
der aus suchtbelasteten Familien noch besser umsetzen, vadis“ – wohin gehe ich? Zunächst schreibe ich meine
was ich übrigens auch weiterhin an der Beratungsstelle in Bachelorarbeit, bevor im Oktober das „echte“ Arbeitsle-
Karlsruhe (Kindergruppen Regenbogen) tun werde. Ganz ben auf mich wartet, nachdem das Studium beendet ist.
überwiegend wird man mich nun aber in Rastatt und Ba- Wie eben dieses Arbeitsleben ab Oktober aussehen wird,
den-Baden antreffen: in der Fachstelle Sucht des BWLV. bleibt noch zu klären und abzuwarten.
Jedenfalls hoffe jetzt schon auf die vielen Momente Ich wünsche allen LeserInnen einen schönen, gesunden
und Schnittstellen des Wiedersehens mit allen die Sommer und alles Gute!
mich (noch) kennen.
Nico Schmidt
Dualer Student – Soziale Arbeit
Dr. Martina Rapp
Psycholog. Psychotherapeutin
Mut, Neugier, Offenheit
„Um einen Neuanfang zu machen, brauchen wir Mut,
Neugier und Offenheit. Dann werden wir mehr errei-
chen, als wir gesucht haben und manches verändern,
Liebe LeserInnen, was wir genau zu wissen glaubten!“
mein Name ist Nico Schmidt und ich arbeite seit Septem- Diesen treffenden Satz unseres Klinikleiters von Sei-
ber 2014 in der Fachklinik Fischer-Haus. Angefangen te 3 musste ich einfach aufgreifen. Er beschreibt es
hat alles mit dem Bundesfreiwilligendienst, welcher, wie so schön und wahrheitsgetreu, wie es uns allen in
sich später herausstellte, meinen Berufsweg vorbereitet verschiedenen Lebensbereichen geht. Als ich im Ok-
Ausgabe Juni 2018 • FISCHER-HAUSZEITUNG • 17tober 2015 in der Fachklinik Fischer-Haus meinen Hallo, mein Name ist Monja Hacanik. Ich werde Annet-
Dienst im medizinischen Schreibdienst antrat wusste te Bahlke, in der Nachsorge des Fischer- Hauses in Ra-
ich auch nicht, was mich hier alles erwarten würde. statt, bis Ende Oktober vertreten.
Woher: Ich komme aus einer chirurgischen und sport- Im März 2018 habe ich die Ausbildung zur Ergothera-
medizinischen Praxis in Gaggenau, in der ich meine peutin erfolgreich beendet. Im Rahmen dieser Ausbil-
Ausbildung absolviert, mir umfangreiches Fachwissen dung absolvierte ich ein Praktikum in der Fachklinik
angeeignet und mich in vielen Bereichen fast unver- Fischer-Haus. Vom 28. August bis zum 08. November
zichtbar gemacht hatte. Nach 11 Jahren schied ich durch 2017 war ich in einem Bereich der Arbeitstherapie, in
meine erste Schwangerschaft bei diesem Arzt aus. der Schreinerei. Die Zusammenarbeit mit Herrn Merkel
Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass mir ein an- und den Rehabilitanden der Schreinerei hat mir sehr viel
derer Beruf jemals so viel Freude bereiten könnte, wie Spaß gemacht. Auch aus anderen Bereichen, die ich in
damals das Arbeiten direkt am Patient. Bei Operationen dieser Zeit kennenlernen durfte, konnte ich für meine
zu assistieren, zu röntgen und Verbände anzulegen war zukünftige Arbeit viel lernen und mitnehmen.
einfach meine Passion. Mit der Elternzeit gewann ich Ich freue mich auf die kommende Zeit und hoffe, dass es
einen ungewöhnlichen Abstand zu meiner Arbeit. Es auch weiterhin so viel Spaß macht wie bisher.
dauerte 5 Jahre bis ich verstand, dass ich mit zwei klei-
nen Kindern nicht wieder in der Unfallchirurgie arbeiten
kann. Die Arbeitszeiten und die Kinderbetreuungszeiten
ließen sich einfach nicht miteinander vereinbaren.
Monja Hacanik
Voller Motivation, mein Wissen auch im Schreibdienst
Ergotherapeutin
nutzen zu können, bewarb ich mich im Herbst 2015 in
der Fachklinik Fischer-Haus. Die Arbeit hier ist zwar
etwas ganz anderes, da ich hauptsächlich Schreibtä-
tigkeiten erledige, aber sie bereitet mir dennoch große Herzlichen Glückwunsch!
Freude. Ein sehr gutes Verhältnis zum Kollegium ge- Im ersten Halbjahr 2018 durften
staltet die Zusammenarbeit stets angenehm. Ich lerne wir gratulieren…
durch das Bearbeiten der Entlassungsberichte viel Zum 50. Geburtstag
Verständnis für unsere Rehabilitanden aufzubringen.
Denn als Schreibdienstmitarbeiterin habe ich -zumin- Marion Striebich,
dest schriftliche- Einblicke in die therapeutische und PC- und Deutschkurse, Töpfern
medizinische Arbeit der Therapeuten und Ärzte. Umso Andreas Cermak, Nachtdienst
mehr freue ich mich beim Abschlussbericht schreiben
Zum 60. Geburtstag
zu dürfen: Der Rehabilitand ist mit der stattgehabten
Rehabilitationsmaßnahme in unserer Klinik sehr zu- Fred Paske
frieden! Seit ich nun hier arbeite sind mir viele Dinge Masseur und medizinischer Bademeister
bewusst geworden: Es kann wirklich funktionieren Fa- Zum 70. Geburtstag
milie und Beruf miteinander zu vereinbaren!
Karl Banhardt, Mitglied des Beirats
Wohin: Ich lasse mich überraschen! Meine Kinder
werden älter und selbstständiger. Das öffnet mir selbst- Zum 15-jährigen Dienstjubiläum
verständlich auch neue Möglichkeiten. Ich freue mich, Annette Bahlke
wenn ich weiterhin mit meiner Schreibdienst-Kollegin Übungswerkstatt – Betreutes Wohnen
so toll und produktiv zusammenarbeiten kann, jedoch
bleibe ich neugierig für andere Bereiche und bin ge- Zum 35-jährigen Dienstjubiläum
spannt, was die Zukunft für mich bereithält. Stephan Peter-Höner, Klinikleiter
Zu allen Anlässen gratulieren
wir sehr herzlich und
wünschen Ihnen von
Simone Müller Herzen Gottes Segen!
Medizinischer Schreibdienst
18 • FISCHER-HAUSZEITUNG • Ausgabe Juni 2018Geistliches Wort
Dampfzugfahrten
ins Murgtal Quo vadis liebe/r Lesende/r?
Wohin geht Dein/Ihr eigener Weg? – fragt mancher
Mehrmals im Sommer veranstaltet der Verein der Ulmer
im Fischer-Haus – aber auch sonst im Leben: Wohin
Eisenbahnfreunde eine Dampfzugfahrt von Karlsruhe geht dein Weg - Quo vadis?
über Rastatt nach Baiersbronn durch das wildroman- Die Worte stammen aus der Bibel: Petrus, einer der
tische Murgtal. Die liebevoll restaurierten Loks und Freunde Jesu fragt so: Jesus, wo gehst du hin? Quo
Waggons sind beliebt bei Jung und Alt.
vadis? Und Jesus deutet ihm an, dass sein Lebensweg
ins Leiden führt. Jesus nahm diesen Weg als den von
Gott bestimmten auf sich
Quo vadis – wohin geht mein Weg?
Da können wir Jesu Wort für uns hören:
Ich bin der gute Hirte. Und er endet mit den Worten:
und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Wohin geht mein Weg:
Klar manchmal können wir Stationen benennen: Adap-
tion, nach Hause, ein neuer oder der alte Arbeitsplatz –
die alte Familie oder ganz neu beginnen. Aber über diese
Stationen hinaus kann man ja schwer sehen. Vor allem
Beginn der Fahrt ist im Karlsruher Hauptbahnhof um sehen wir nicht wie unser Weg dort ausgeht: Geht unser
9.07 Uhr. Von dort geht die Fahrt zunächst nach Ra-
Weg gut weiter, schaffen wir es „trocken“ zu bleiben?
statt. Nach einem kurzen Halt geht es um 9.44 Uhr in
das Murgtal. Entlang des breiten Flussbettes geht es im Was ist, wenn Krisen kommen auf der Arbeit, in Be-
flotten Tempo über Kuppenheim nach Gaggenau. Nach- ziehungen zu Anderen, im Mut zu leben?
dem der Dampfzug die Unimogstadt hinter sich gelassen
hat, kämpft sich die Dampflokomotive über viele Brü-
Hier im Haus lernt man ja auch ein Stück weit, wie
cken und durch einige Tunnel durch das immer enger man in Krisen nicht einbrechen muss und doch kann
werdende Tal der Murg über Gernsbach und Forbach bis auch ein Rückfall ja mal eintreten – ohne dass dies
hinauf zum Kurort Baiersbronn. Hier wird der Dampfzug das Lebensende bedeutet.
um 12.10 Uhr eintreffen. Unterwegs gibt es mehrmals
die Möglichkeit, sich das Dampfross näher zu betrach-
Wohin gehst du – gleich wie unser Weg im Einzelnen aus-
ten. Für die Urlauber im Schwarzwald besteht ab Baiers- sieht, das Wort Jesu „Ich bin der gute Hirte“ heißt ja zu-
bronn um 14.47 Uhr die Chance, mit dem Dampfzug eine erst: Wir sind geleitet und begleitet. Im berühmten Psalm
Pendelfahrt zunächst ein Stück das Murgtal hinunter bis 23 sagt jemand betend: Und ob ich schon wanderte im
nach Raumünzach, um von dort mitzuerleben, wie die finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, Du bist bei mir,
alte Dampfmaschine wieder das Tal hinauf nach Baiers-
bronn arbeiten muss.
Dein Stecken und Stab trösten mich. Der gute Hirte hat
Gezogen wird der historische Zug aus den 50er-Jahren
meinen eigenen Leidensweg selbst erlebt, sogar den Tod.
von der Dampflokomotive 58 311, welche 1921 bei der Wohin ich auch gehe – ich kann meinen Weg gehen mit
Maschinenbaufabrik in Karlsruhe gebaut wurde. dem Vertrauen: Da geht einer mit mir – Jesus.
Im Dampfzug befindet sich standesgemäß auch der be- Und er verspricht mir ein Leben, das vom Tod nicht zer-
liebte UEF-Speisewagen, auch die Fahrradmitnahme ist stört wird. Ewiges Leben und das beginnt schon jetzt.
im Dampfzug möglich und ist hier kostenlos.
Gleich wohin ihr Weg Sie führt, dass sie ihn mit die-
Verkehrstage 2018: sem Vertrauen gehen: Mir ist ewiges Leben verspro-
03.06. • 08.07. • 05.08. • 02.09. • 07.10. chen und es beginnt heute!
Das wünsche ich Ihnen.
Anfragen und Information
Informations- und Service-Telefon der Dampfnostalgie
Karlsruhe (von 10.00 bis 20.00 Uhr)
07243-7159686
Ralf Velimsky
Pfr.i.R.
Ausgabe Juni 2018 • FISCHER-HAUSZEITUNG • 19Mönchkopfstr. 21 Träger: Fischer-Haus e.V.
76571 Gaggenau Gaggenau-Michelbach
Telefon 07225/9744-0 Geschäftsführender Vorstand:
Fax 07225/9744-88 Dipl.-Soz. Päd. Stephan Peter-Höner
www.fischer-haus.de Dipl.-Math. oec. Erwin Seiser
mail@fischer-haus.de
Bankverbindung
Sparkasse Baden-Baden Gaggenau
IBAN: DE47 6625 0030 0050 0125 17 • BIC: SOLADES1BAD
Mitglied im
Diakonischen Werk Bundesverband für Gesamtverband für Sucht-
der evangelischen stationäre Sucht- krankenhilfe im Diakonischen
Landeskirche in krankenhilfe e.V. Werk der evangelischen
Baden e.V. Kirche in Deutschland e.V.
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