Sebastião Salgado, Genesis Paolo Woods, STATE Ausstellungen vom 20. September 2013 bis 5. Januar 2014

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Sebastião Salgado, Genesis Paolo Woods, STATE Ausstellungen vom 20. September 2013 bis 5. Januar 2014
Sebastião Salgado, Genesis
Paolo Woods, STATE
Ausstellungen vom 20. September 2013 bis 5. Januar 2014

                                             Mediendossier Sebastião Salgado
Sebastião Salgado, Genesis Paolo Woods, STATE Ausstellungen vom 20. September 2013 bis 5. Januar 2014
Salgado / Woods                                                                    Mediendossier                         2/19

Sebastião Salgado, Genesis
Paolo Woods, STATE
Vom 20. September 2013 bis 5. Januar 2014

Übersicht
Ausstellungspräsentation
• Ausstellung Genesis von Sebastião Salgado                                 3
• Ausstellungspartner Genesis                                               4
• Ausstellung STATE von Paolo Woods                                       5-8

Biografien
• Sebastião Salgado und Lélia Wanick Salgado                                 9
• Paolo Woods                                                               10

Ereignisse rund um die Ausstellungen
• Publikationen                                                             11
• Haitianischer Abend an der Nuit des musées                                11
• Konferenzen                                                               12
• Kunstvermittlung                                                          13

Nächste Ausstellungen                                                       14

Pressebilder
• Sebastião Salgado                                                     15-16
• Paolo Woods                                                              17

Das Musée de l’Elysée                                                       18

Praktische Informationen                                                    19

Medienkonferenz
Mittwoch, 18. September 2013, 10 Uhr

Ausstellungsvernissage
Donnerstag, 19. September 2013, 18 Uhr

Medienkontakt
Julie Maillard
+41 ( 0 ) 21 316 99 27
julie.maillard@vd.ch

Titelbild : Sebastião Salgado, Singsing-Teilnehmer von Mount Hagen, Provinz der Western Highlands. Papua-Neuguinea 2008
© Sebastião Salgado / Amazonas Images
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Sebastião Salgado, Genesis
Genesis ist eine fotografische Suche rund um die Welt. Der bra-
silianische Fotograf Sebastião Salgado entdeckt Orte und Völker
neu, welche bis jetzt vom Einfluss der modernen Gesellschaften
unberührt blieben. Seit 2004 hat er über dreissig Reisen bis in
die entferntesten Ecken der Welt unternommen. Er durchstreift
den Planeten, um ein umfassendes fotografisches Projekt über
die Umweltproblematik auf Schwarzweissfilm zu bannen. Er ist
über Ozeane gesegelt, hat Berge erklommen, Wüsten durchquert,
Tiere beobachtet und hat indigene Völker angetroffen, um ihre
Umgebungen und ihre Kulturen kennenzulernen. Unter oft sehr
schwierigen Umständen reiste Salgado bis ans Weltende, um die
Schönheit der Erde festzuhalten. Aber er zeigt auch die Notwendig-
keit den heute bedrohten Planeten und seine fragile Schönheit zu
bewahren.

„Mit Genesis habe ich den romantischen Traum geträumt, die
ursprüngliche Welt wiederzufinden – und zu teilen, welche zu oft
unerreichbar und unsichtbar bleibt“ vertraut uns Sebastião Sal-
gado an. „Ich wollte bloss die Natur und ihre Pracht so zeigen wie
ich sie überall finden konnte. Ich habe all dies in den unendlichen
Weiten einer grossartigen Biodiversität entdeckt. Die endlosen,
grösstenteils unerforschten Wüsten, die immensen Wälder der
Tropen oder der gemässigten Breiten und die eindrucksvollen
Bergketten bedecken – man vergisst es zu oft – rund die Hälfte
der Erdoberfläche. Diese noch intakte Welt zu entdecken, war eine
der bereicherndsten Lebenserfahrungen.“

Genesis ist auch eine Arbeit über die Beziehung des Menschen
zur Natur, von den weiten Wüsten bis zu den endlosen Ozeanen.
Nach La Main de l’homme (1993; im deutschsprachigen Raum
nicht veröffentlicht), schafft er Migranten (2000; Originaltitel
Exodes), eine Art von menschlicher Bilanz der wirtschaftlichen
und sozialen Veränderungen, die auf globalem Niveau ablaufen.
Genesis ist der dritte Band von Salgados Langzeiterforschung über
die globalen Brennpunkte und ist auch die dritte Ausstellung des
Fotografen im Musée de l’Elysée nach Autres Amériques / Sahel,
L’homme en détresse (1987) und La Main de l’homme (1994).

Die aus 240 Fotografien bestehende Ausstellung ist in fünf geo-
grafische Gruppen, eine Art von Spiegel der Funktionsweisen in
der Natur, unterteilt: der Süden des Planeten, die Naturheiligtümer,
Afrika, der Norden des Planeten und das Amazonasgebiet. Ein Teil
der Bilder wird in den Gärten des Elysée präsentiert.

Diese Ausstellung ist seit Frühjahr 2013 auf Wanderschaft. Sie wird
gleichzeitig im Musée de l’Elysée in Lausanne, in Paris und in São
Paulo gezeigt, nachdem sie in London, Toronto, Rom und Rio de
Janeiro haltgemacht hatte.

Ausstellungskuratorium
• Lélia Wanick Salgado
• Daniel Girardin, Kurator, Musée de l’Elysée

Sebastião Salgado, Eisberg zwischen der Insel Paulet und den südlichen Shetland-Inseln im Weddell-Meer. Antarktische Halbinsel, 2005
© Sebastião Salgado / Amazonas Images
Sebastião Salgado, Meerechse (Amblyrhynchus cristatus). Galápagos, Ecuador, 2004 © Sebastião Salgado / Amazonas Images
Sebastião Salgado, Genesis Paolo Woods, STATE Ausstellungen vom 20. September 2013 bis 5. Januar 2014
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Ausstellungspartner
Für die Ausstellung Genesis von Sebastião Salgado erhält das
Musée de l’Elysée die finanzielle Unterstützung von Ferring
Pharmaceuticals, Holdigaz AG, der Loterie Romande und
der PKB Privatbank.

Das Projekt Genesis geniesst die besondere Unterstützung von
Vale, vom Chistensen Fund, von Susie Tompkins Buell und vom
Wallace Global Fund.

24heures ist der Mediapartner der Ausstellung Genesis
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Paolo Woods, STATE
Im November 2010 lässt sich Paolo Woods in Les Cayes, einer
Stadt im Süden von Haiti, nieder. STATE wurde die Ausstellung
genannt, die dieses Inselerlebnis dokumentiert. Sein sowohl poe-
tisch wie journalistisch motivierter Ehrgeiz zeigt den universellen
Anteil eines nationalen Abenteuers, welches uns mehr betrifft als
wir es annehmen.

Der kanadisch-holländische Fotograf arbeitet oft mit Langzeitpro-
jekten über Themen, die sowohl die lokale Industrie als auch die
verzögerten Aktionen der Nichtregierungsorganisationen (NGO
– Non-Gouvernmental-Organization), die überaus reiche Welt des
Radios, sowie den Erfolgszug des amerikanischen Protestantis-
mus. Im Laufe seiner Recherchen setzte sich die Zerbrechlichkeit
des haitianischen Nationalstaates als roter Faden dieses Ausstel-
lungsprojektes durch.

Haiti ist ein Widerspruch in sich selbst. Eine Nation, die besonders
stolz ist auf seine einzigartige Geschichte, seine Sprache und
seine spezifische Kultur. Und trotzdem – oder gerade eben – ist da
ein oft abwesender oder zumeist nicht funktioneller Staat. STATE
geht diesen fundamentalen Fragestellungen nach: Was passiert
mit einer Gesellschaft deren Regierung ineffizient ist, deren Staat
es nicht schafft, den notwendigen Grundbedürfnissen seiner Be-
völkerung nachzukommen? Welches Selbstverständnis konstruiert
ein Volk trotz dieser anhaltenden Fehlschläge?

STATE bricht mit der gewohnten Ikonographie der Katastrophe,
auf welche meist zurückgegriffen wird, um von diesem Land zu
sprechen. Die Ausstellung basiert viel mehr auf Bildern, die von
der Ordnung und weniger vom Chaos, mehr von Humor als von
Tragischem sprechen; z.B. von den reichen Haitianern, der lang-
sam aufkommenden Mittelklasse oder von den verschiedenen
Alternativformen der Organisation. Zusammen mit dem Schweizer
Schriftsteller und Journalisten Arnaud Robert beschreibt Paolo
Woods die verschiedenen dynamischen Formen, wie sie in jedem
Entwicklungsland erlebbar sind. Internationale Organisationen
gegen lokale Regierung. Zivilgesellschaft gegen gesetzgebende
Gewalt. Privatgeld gegen öffentliche Finanzen.

Die vom Musée de l’Elysée zusammengestellte Ausstellung zeigt
als Avantpremiere fünfzig Bilder, die zwischen 2010 und 2013 reali-
siert wurden.

Ausstellungskuratorium
• Lydia Dorner, Assistenz-Kuratorin, Musée de l’Elysée

Paolo Woods, Radio Men Kontre, 95.5 FM. Katholische Radiostation der Diozöse Les Cayes. Schwester Mélianise Gabreus moderiert eine Sendung mit Alltagsratschlägen,
wo sie die Zuschauerfragen beantwortet. Les Cayes, 2013 © Paolo Woods / Institute
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Die Ausstellung STATE ist in fünf Themen
unterteilt, welche die verschiedenen
Facetten von Paolo Woods Arbeit in Haiti
aufzeigen.
Präsidenten
Da in Haiti der Zivilstaat unvollständig ist, errechnete man sein
Geburtsdatum mit Hilfe des zum Zeit-punkt Präsidenten. Diese
Referenz erwies sich als ziemlich präzise, da die Staatsoberhäupter
normalerweise nicht lange an der Macht waren, weil es einen
Staatsstreich gab, oder weil sie eines gewaltsamen Totes dahin-
schieden.
Die lange Porträtreihe von Präsidenten im Musée du Panthéon steht
für die nationale Erinnerung. Es gibt den wütenden Zweispitz von
Kaiser Dessalines, die total absurde Krone von Soulouque, die
Revolutionsräte, der in den verschiedenen Komitees des Ge-
meinwohlwesens verstreute Staatsapparat, den Sohn Duvalier, ein
dickes Baby von neunzehn Jahren und Martelly in einer übertriebe-
nen Farbigkeit.
Über den Präsidentenfotografien befinden sich Heiligenrelikte: der
Hut von Papa Doc, sein kleines Gewehr, das blau-rote Staatswap-
pen, dass er schwarz-rot übermalt hat. Man sagt über die Haitianer,
dass sie alle den Wunsch hegen Präsident zu werden. Die Politik ist
die einzige soziale Aufstiegsmöglichkeit, die auf dieser Insel, wo die
Stockwerke nicht miteinander verbunden sind, noch funktioniert.
Da der Staat ein einziger Schwachpunkt, eine gestikulierende Mario-
nette ist, stellt das Präsidentenamt die einzige wirklich anstreben-
swerte Funktion dar. Jedes Mal werden die Präsidenten in einer
grossen Euphorie und mit geballten Fäusten gewählt. Als ob das
Land nur durch dieses Haupt gerettet werden könnte.
Die Macht des Präsidenten erklärt sich durch seine Ersatzfunktion für
den Monarchen. Er heilt. Er schenkt Motorfahrräder und Reis. Er ist
der provisorische Messias, dessen mystische Aura schwindet, wenn
das Volk verstanden hat, dass auch er nur einer der Ihren ist.

Grunbesitzer
Der 12. Januar 2010 hat der Welt eines der Hauptprobleme Haitis vor-
geführt: die Inexistenz eines Grundbuches. Seit der Unabhängigkeit
ist der Landbesitz die kulturelle und administrative Kernfrage eines
Staates, der sich genauso auf die Aufrechterhaltung des Kolonial-
modells sowie auf dessen Ablehnung beruft. Auf der einen Seite die
neuen Herren, welche die Grande Plantation (Plantagenwirtschaft)
beibehalten wollen, auf der anderen die ehemaligen Sklaven, welche
dieses System gesprengt sehen wollen.
Dieses Teilstück der Karibikinsel besteht also aus einem Patchwork
von abwesenden Besitzern, Landwirten ohne Rechte, Land-
flüchtigen, welche verlassenes Land in Beschlag nehmen, bis dass
sie verjagt werden und von niemals enden wollenden Prozessen mit
einer Justiz, die sich dem Meistbietenden verkauft. Zwischen den
Mächtigen und den Schwachen wird seit zweihundert Jahren wieder
und wieder die Sklaverei-Rhetorik durchgespielt. Durch sämtliche
Gesellschaftsstufen hindurch besitzt jeder den andern. Der restavek,
der Kinderdiener einer armen Herrschaft, wird zum schmerzlichen
Sinnbild einer Gesellschaft, die ihre Geschichte nicht hinterfragen
konnte.
Am anderen Ende der Kette vermehrt sich die ökonomische Elite,
sie importiert mehr als sie produziert. Sie beklagt sich über die

Paolo Woods, Einsetzungszeremonie von Michel Joseph Martelly, dem 56. Präsidenten von Haiti. Inmitten der Menge ist ein auf einem Pferd stehender Mann als Jean-
Jacques Dessalines (1758-1806), der Anführer der haitianischen Revolution und der erste Staatschef des Landes, verkleidet. 14. Mai 2011, Port-au-Prince, 2013 © Paolo Woods
/ Institute
Paolo Woods, Im Hotel Karibe auf den Anhöhen von Port-au-Prince lassen sich zwei Tänzerinnen ein gebratenes Hühnchen schmecken, nachdem sie während Stunden am
Rande eines Konzerts des lokalen Sängers J Perry getanzt haben. Juvénat, Pétion-Ville, 2013 © Paolo Woods / Institute
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Regierenden und ersetzt sie ab und zu. Die Reichen sagen, dass
sie dieselben Übel erleiden wie ihre Angestellten, und dies trotz des
Abgrundes, der erstere von den zwei Dritteln der Bevölkerung trennt,
die mit weniger als einem Dollar pro Tag überleben. Sie fühlen sich
belagert. Die Berge, auf denen sie leben werden Stück für Stück
von jenen Mitbürgern besiedelt, die es auf ihre Wohlstandskrümel
abgesehen haben.
Auf diesem winzigen Gebiet begegnen sie sich immer wieder. Die
Ghettos auf den beiden Seiten halten den Lärm der andern nicht auf.
Sie hören dieselbe Musik, bewundern dieselbe Revolution, holen
ihren Zement auf denselben Hügeln und kosten dieselben Mangos.
Der haitianische Staat erfindet sich in diesem ständigen Kompro-
miss der Gegensätze.

Léta („l’Etat“ – der Staat in Kreol)
Kommissar Béton ist ein Nationalheld. Er stellt sich immer an
derselben Strassenkreuzung von Port-au-Prince auf und trägt sein
falsches Polizeikostüm, welches seine Frau ihm angefertigt hat. Er
regelt den Verkehr, macht Gebrauch von seiner Trillerpfeife, verteilt
Bussen, welche die Automobilisten mit einem Lächeln bezahlen. Er
nimmt seine Aufgabe sehr ernst und auch wenn der Staat niemals
etwas von ihm verlangt hat, wurde er für seine Dienstleistungen am
Vaterland ausgezeichnet.
In Haiti herrscht eine Vorliebe für das Protokoll, die Maskierung und
die Uniformen. So spazieren denn auch unzählige Kinder am natio-
nalen Flaggen-Feiertag in Kaki und mit Dienstabzeichen versehen
in den Strassen herum. Sie marschieren im Gleichschritt und legen
ihre Hand auf ihr Herz, wenn die Nationalhymne ertönt. Dies ist nicht
einfach eine Parodie. Es verkörpert in einem von seiner Entstehung,
seinen Mythen und seiner triumphierenden Armee besessenen
Land auch die Nostalgie nach den Ursprüngen.
Indessen nimmt da, wo die Wirklichkeit mehr und mehr enttäuscht,
das Ritual seinen Platz ein. Die Diplomverleihungen – seien sie
auch noch so unbedeutend – gleichen Aufnahmezeremonien ins
Panthéon. Die Neueröffnung einer Schule ist ein fein ausgeklügeltes
Ballett von Würdenträgern – einer offizieller als der andere – welche
sich stets auf Toussaint Louverture und auf Jean-Jacques Dessa-
lines berufen, bevor sie die Banderole durchschneiden.
Die Inszenierung des Staates ist in diesem Land eine pompöse
Antwort auf den Staatsbankrott. In jedem Refrain jedes Musikers
wird der Stolz des Haitianers bis zur Benommenheit beschworen.
Als ob diese Nation, deren in Ruinen liegender Präsidentenpalast
von einer ausländischen Nichtregierungsorganisation nieder-
gewalzt wurde, eine Fantasie-Republik errichten würde, und zwar
ungeachtet aller Tatsachen.

Stellvertreter
Es wird behauptet, dass die Natur Angst vor der Leere hat. Anstelle
des Staatsapparates, der unfähig ist die elementarsten Aufträge
wahrzunehmen, treten tausend Organisationen, tausend Einzelin-
teressen, tausend frisch-fröhliche Retter. Diese parallelen Kräfte
sind derart erfolgreich auf der Insel, dass sie den Staat zusätzlich
schwächen, anstatt ihn zu unterstützen.
Seit mindestens fünfundzwanzig Jahren ist Haiti eines der meistun-
terstützten Länder der Erde. Nach dem Erdbeben von 2010 wurden
im Namen der Katastrophe fünf Milliarden Dollar gespendet. Elf
Milliarden wurden von hilfsbereiten Staaten versprochen. Niemand
weiss genau, wohin diese Gelder geflossen sind, noch welches die
Paolo Woods, Lager der Obdachlosen auf einem Fussballfeld, das einer Kirche gehört. Nach dem Erdbeben haben manchmal Bewohner der informellen Wohnquartiere (Jalou-
sie im Hintergrund) ihre Zelte in den Lagern bezogen, um in den Genuss der Hilfe von NGOs (Non-Gouvernmental-Organization) zu kommen. Die sichtbarsten Lagerstätten
auf den öffentlichen Plätzen wurden seitdem aufgelöst. Pétion-Ville, 2013 © Paolo Woods / Institute
Paolo Woods, Ein Borlette-Spielkiosk. Zwei Milliarden Dollar werden jedes Jahr von den Haitianern in diese Privatloterien investiert, das entspricht rund einem Viertel des
nationalen BIP. Sie werden oft „Bank“ genannt, weil die weniger Privilegierten ihr Geld in dieses Spiel investieren. Camp Perrin, 2013 © Paolo Woods / Institute
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Entscheidungskriterien für ihre Vergabe sind. Haiti ist zu einer Art
endlosen Rohrleitung verkommen, durch welche die internationa-
len Gelder fliessen, ohne dass sie dauerhaft im Land verbleiben.
Die religiösen Bewegungen, die nach der Katastrophe geschaffenen
Nichtregierungsorganisationen und die Privatunternehmen, welche
ihren Kriterien folgend die Verantwortung des Staates übernehmen
und die Myriaden von widersprüchlichen Initiativen bestätigen so
diese Nation in ihrer identitären und gesellschaftlichen Verzettelung.
Die Haitianer sind keine Bürger mehr, sie sind Nutzniesser, welche
in der öffentlichen Gewalt nichts anderes mehr sehen als einen vom
Ausland künstlich am Leben erhaltenen Kadaver.
Der Staat, die Korruption, das Fehlen einer Vision und das bestän-
dige Scheitern werden oft kritisiert. In einem Land jedoch, wo die
wenigen im Land verbliebenen Diplomierten von den ausländischen
Organisationen angestellt werden scheint der Bankrott vorprogram-
miert. Einige fragen sich gar, ob das Hilfssystem nicht seine Selbste-
rhaltung zum einzigen Zweck hat.

Götter
Dieser junge Mann betrachtet den Zug der Protestanten, welche
die Vodoo-Anhänger während des Totenfestes beschimpfen. "Ayiti
se zakolit", murmelt er. Haiti, das sind Komplizen; eine eigenartige
Redewendung, die gleichzeitig die Vernetzung und die Aufteilung,
die Einheit und die Spaltung bezeichnet. Die Religion gibt diesem
Paradox den geeigneten hysterischen Raum.
Eine katholische Kirche – koloniale Hochburg – ohne Einverständ-
nis des Vatikans erbaut und erst durch ein späteres Konkordat in
den ehrwürdigen Kreis aufgenommen. Der Voodoo – verboten und
verschrien – ist eine Originalschöpfung einer Insel der Kreuzungs-
punkte, in welcher afrikanische und indianische Geister von Grund
auf revolutionär sind. Und schliesslich der jüngste Ankömmling; der
amerikanische Protestantismus, der stärker als je zuvor, aber auch
in tausenden von festungsähnlichen Kirchen verbreitet ist.
Nun könnte man glauben, dass alles klar sei, dass der Forts-
chritt der Evangelikalen den gleichen Plänen folgt wie in allen
Entwicklungsländer. Aber die kulturelle Zerstückelung Haitis hat
seine ganz eigenen inneren Kräfte. Sie geht unter anderem auf die
Philosophie der Sklavenflucht und auf die gesprengte Identität des
lakou (ein autonomes, bäuerliches Gericht, welches seit 1804 der
Plantagenwirtschaft die Stirn bietet) zurück.
Die Religion sagt vieles über Haiti aus, weil sie wie verschiedene
Sippen mit ihren provisorischen Verbindungen funktioniert. Es exis-
tiert keine einzelne Zentralkraft, keine staatliche Kontrolle, trotz der
Bemühungen der wechselnden Präsidenten, die Karte der Religion
zu spielen. Sie räumt auch den kannibalistischen Veränderun-
gen, dem die katholischen Heiligen anbetenden Voodoo und den
Pfingstgemeindemitgliedern, welche Zug für Zug die animistische
Inszenierung übernehmen, ihren Platz ein.
Die Götter präsentieren sich hier – wie alles – bloss maskiert. Die
perfekten Kostüme der Gläubigen bleiben schliesslich das grösste
Zeugnis der Staatsbürgerschaft.

Originaltexte von Arnaud Robert aus dem die Ausstellung beglei-
tenden Buch.

Paolo Woods, Erol Josué, Sänger, Tänzer, Leiter des Amts für Nationale Völkerkunde und Houngan-Priester des Voodoo. Er hat die meiste Zeit seines Erwachsenenlebens in
Frankreich und dann in den USA verbracht. In seinem Peristyle (Voodoo-Tempel) von Martissant, Port-au-Prince, 2013 © Paolo Woods / Institute
Sebastião Salgado, Genesis Paolo Woods, STATE Ausstellungen vom 20. September 2013 bis 5. Januar 2014
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Biografien von Sebastião Salgado
und Lélia Wanick Salgado
Sebastião Salgado wurde am 8. Februar 1944 in Aimorés (Minas
Gerais) in Brasilien geboren. Er ist mit Lélia Deluiz Wanick
verheiratet und hat zwei Söhne und lebt in Paris, Frankreich.
Vorerst Wirtschaftsspezialist beginnt Salgado seine Karriere
als professioneller Fotograf 1973 in Paris. Er arbeitet bis 1994
nacheinander für die Agenturen Sygma, Gamma und Magnum
Photos. In diesem Jahr gründet er zusammen mit Lélia Wanick
Salgado Amazonas Images, das sich exklusiv seiner fotografischen
Arbeit widmet.

Für seine fotografischen Projekte reiste er bereits in über hundert
Länder, Projekte, die über die Publikationen in der Presse hinaus,
später auch häufig in Buchform präsentiert wurden, so etwa
Workers – Arbeiter, Zur Archäologie des Industriezeitalters (1993),
Terra (1997), Migranten und Kinder der Migranten (2000) und Afrika
(2007). Verschiedene Wanderausstellungen zu diesen Arbeiten
werden immer noch rund um die Welt gezeigt.                             Fotografiebüchern. Sie hat eine Reihe von Büchern für Sebastião
                                                                        Salgado realisiert, darunter Autres Amériques; die gleichnamige
2004 beginnt Sebastião Salgado das Projekt Genesis: eine Serie          Ausstellung erhält im Ausstellungsjahr selbst (1986) den „Prix du
von Landschaftsaufnahmen, Fotografien der Fauna, Flora und              Public“ während der Veranstaltung: Mois de La Photografie in Paris.
von Gesellschaften, die noch nach ihren uralten Traditionen und
Kulturen leben. Diese Arbeit ist als eine Forschungsarbeit über die     Die zahlreichen von ihr kuratierten Ausstellungen werden in
Natur in ihrem „ursprünglichen“ Zustand zu verstehen. Es wird vom       Museen und Galerien auf der ganzen Welt gezeigt. Sie hat auch
Taschen-Verlag in Form von zwei Büchern präsentiert und einer           die folgenden Bücher entworfen: La Main de l’Homme (1993), Terra
Ausstellung die ihre Tournee im Frühjahr 2013 gestartet hat.            (1997), Exodes (dt. Titel Migranten) und Les Enfants de l’Exode (dt.
                                                                        Titel Die Kinder der Migranten) (2000), für welche sie den Preis
                                                                        Prémio Jabuti 2001 in Brasilien erhalten hat, und das Buch Africa
Seit 1990 arbeiten Sebastião und Lélia zusammen an der
                                                                        (2007).
Wiederaufwertung von einem kleinen Stück Mata Atlântica in
Brasilien. Sie haben der Natur eine kleine Parzelle von ihrer Erde
                                                                        Seit 1994 ist Lélia Wanick Salgado die Direktorin von Amazonas
überlassen. 1998 haben sie dies Stück Land in ein Naturreservat         Images, das sie zusammen mit Sebastião Salgado gegründet hat.
umgewandelt und das Instituto Terra gegründet, welches sich             Sie ist auch die Präsidentin des Instituto Terra, welches die beiden
die Wiederaufforstung und die Umwelterziehung zur Mission               1998 eröffnet haben. Für Genesis hat Lélia Wanick Salgado die
gemacht hat.                                                            Bücher des Taschen-Verlags konzipiert. Sie ist auch die Kuratorin
                                                                        der in verschiedenen Ländern gleichzeitig gezeigten Ausstellung.
Salgado und Lélia erhalten 2012 für ihre Arbeit mit dem Instituto
Terra von UNESCO Brasil und dem Gemeinderat von Rio einen
Preis, sowie den „Personalidade Ambiental“-Preis vom WWF
Brasilien. Sebastião Salgado wurde mit zahlreichen Preisen
ausgezeichnet, er ist auch UNICEF-Botschafter und Ehrenmitglied
der Academy of Arts and Science in den Vereinigten Staaten.

Lélia Wanick Salgado wurde in Vitória (Espírito Santo) in Brasilien
geboren. Sie hat Architektur an der Nationalen Hochschule der
Künste studiert und Urbanismus an der Universität Paris VIII, wo
sie ihr Lizenziat und ihren Mastertitel bekommen hat. Ihr Interesse
für die Fotografie hegt sie seit den 1970er-Jahren. In den 1980er-
Jahren arbeitet sie für Photo Revue und Longue Vue, beides
Fotozeitschriften. In den Jahren 1985-86 ist sie die Leiterin der
Galerie Magnum in Paris.

1987 schafft Lélia Wanick Salgado ihre eigene Struktur für
die Organisation von Ausstellungen und die Konzeption von

Sebastião und Lélia Wanick Salgado (Institute Terra) © Ricardo Beliel
Sebastião Salgado, Genesis Paolo Woods, STATE Ausstellungen vom 20. September 2013 bis 5. Januar 2014
Salgado / Woods                                                       Mediendossier   10/19

Biographie von Paolo Woods
Paolo Woods hat kanadische und holländische Elternteile. Er
ist in Italien aufgewachsen, hat in Paris gelebt und hat sich nun
in Haiti niedergelassen. In Florenz (Italien) hat er sich um ein
Fotolabor und eine Galerie für Fotografie gekümmert, bevor er
sich selbst der Dokumentarfotografie verschrieben hat. Er wendet
sich vor allem Langzeitprojekten zu, welche Fotografie und
Investigationsjournalismus verbinden.

Mit dem Autor Serge Michel, dem Preisträger mehrerer Preise,
hat er 2003 das Buch A Crude World (Ein Rohwelt) veröffentlicht.
Um sich an das Thema der Erdölindustrie zu machen, hat er in
zwölf verschiedenen Ländern gearbeitet, darunter in Angola,
Russland, Kasachstan, Texas und im Irak.

2004 hat er American Chaos eine detaillierte Reportage über das
Scheitern des Westens in Afghanistan und im Irak geschaffen.
Die beiden Bücher sind in Frankreich und in Italien veröffentlicht
worden und die Reportage schaffte es in über zehn Ländern in
die Presse.

Den Aufstieg der Chinesen in Afrika hat er in den Jahren 2007
und 2008 dokumentiert und zusammen mit Serge Michel
das Buch Chinafrica in Frankreich auf den Markt gebracht. Es
wurde bereits in elf Sprachen darunter Englisch, Spanisch und
Chinesisch übersetzt. Diese Arbeit gilt als die tiefgreifendste
zu diesem Phänomen und bietet Anlass für ein beispielhaftes
Zusammentreffen von Kunst- und Dokumentarfotografie. Das
Werk ist ein wahrer Verkaufsschlager, mit über 40’000 verkauften
Exemplaren – und dies allein in Frankreich.

Das 2010 realisierte Projekt Walk on my Eyes ist ein intimes Bildnis
der iranischen Gesellschaft. Das in Frankreich entstandene Buch
wurde ins Deutsche, Spanische und ins Persische übersetzt. Die
Ausstellung wurde das erste Mal an den Rencontres d’Arles in
Frankreich gezeigt und wandert derzeit immer noch durch die Welt.

Seine Arbeiten werden regelmässig von den wichtigsten
internationalen Publikationsorganen veröffentlicht. Sie wurden in
Einzelausstellungen unter anderem in Frankreich, den USA, Italien,
China, Spanien, Deutschland und Holland, sowie in mehreren
Gruppenausstellungen rund um die Welt gezeigt. Seine Abzüge
haben in private und öffentliche Sammlungen Einzug gefunden,
wie der FNAC, den Sammlungen von Scheich Saud Al-Thani und
von Servais. Er hat zahlreiche Preise bekommen, darunter zwei
World Press Photo Awards, den Alstom-Preis für Fotojournalismus
und den GRIN-Preis in Italien, sowie jenen von Magnum Fund.

Paolo Woods, 2013 © Gabriele Galimberti
Salgado / Woods                                                                  Mediendossier   11/19

Ereignisse rund um die Ausstellung
•    Publikationen

          - Sebastião Salgado, Genesis
Ein 520-Seiten umfassendes Buch, das von Lélia Wanick Salgado
herausgegeben und vom Taschen-Verlag veröffentlicht wurde,
begleitet die Ausstellung.
Gebunden mit 17 auffaltbaren Seiten, erhältlich in der Bücherei des
Musée de l’Elysée zum Preis von CHF 69.90.
          - Paolo Woods und Arnaud Robert, ÉTAT / STATE und Pèpè
Aus Anlass der Ausstellung werden zwei Bücher von Paolo Woods
und Arnaud Robert veröffentlicht: ÉTAT/STATE (248 Seiten, Fran-
zösisch und Englisch) mit Texten von Arnaud Robert und einem
Vorwort des haitianischen Schriftstellers Dany Laferrière, erschie-
nen im Verlag Photosynthèses/Musée de l’Elysée. Die Werke sind
in der Museumsbücherei sowie auf der Internetseite des Museums
erhältlich.
          - Signierstunde
Am Abend der Vernissage, am Donnerstag, dem 19. September,
signiert Paolo Woods seine Bücher in der Museumsbücherei.

•    Haitianischer Abend an der Nuit des musées

Aus Anlass der Ausstellung von Paolo Woods organisiert das Musée
de l’Elysée einen Abend ganz in den Farben Haitis, am Samstag, den
21. September während der Nuit des musées. Auf dem Programm
stehen:

         - Von Arnaud Robert ausgewählte Filmprojektionen
über Haiti. Der in Lausanne stationierte Journalist, Regisseur und
Schriftsteller Arnaud Robert berichtet seit zehn Jahren über Haiti.
Er bekam für seinen Film Bondyé Bon über die Religionen Haitis
einen Preis am Festival Vues d’Afrique von Montreal. Es werden
die Filme Deported von Chantal Régnaut und Rachel Magloire,
6 femmes d’exception von Arnold Antonin und Mario Benjamin von
Irène
Lichtenstein vorgeführt.
         - Ein Konzert mit haitianischer Musik
         - Stände mit haitianischen Spezialitäten damit Sie
Acras, Lambis, ti-punch und vieles mehr degustieren können.

          Weiter präsentiert das Musée de l’Elysée im Rahmen des
Projekts Accès-cible Comme dans un livre ouvert (Wie in einem
offenen Buch). Das Musée de l’Elysée lädt die Patienten und das
Pflegepersonal des psychiatrischen Spitals von Cery ein, ihre Ein-
drücke der Ausstellung Genesis von Sebastião Salgado kundzutun.
Diese kollektivteilnehmende Aktivität, die in einem Buch festge-
halten wird, lädt die Besucher der Nuit des musées dazu ein, die
Schreibtätigkeit fortzuführen – bis ins Unendliche falls dies erwün-
scht ist. Comme dans un livre ouvert wird ein Gästebuch,
wo alle Stimmen Platz finden und ihre Eindrücke festhalten können.
Zwei Momente der Standesaufnahme werden organisiert, wo das
Publikum selbst die Lesung des Geschriebenen übernimmt. In
Zusammenarbeit mit der psychiatrischen Abteilung des CHUV.
Buchumschlag von Sebastião Salgado, erschienen im Taschen-Verlag
Buchumschlag von Paolo Woods und Arnaud Robert, erschienen im Verlag Photosynthèses
Salgado / Woods                                                     Mediendossier   12/19

Ereignisse rund um die Ausstellung
•    Konferenzen

Aufgrund der Ausstellungen Genesis von Sebastião Salgado
und STATE von Paolo Woods möchte das Musée de l’Elysée zum
Nachdenken über den Zustand der Welt – sowohl im globalen wie
im lokalen – anregen.

Zwei grosse Konferenzen werden zu diesem Anlass organisiert: der
Wirtschaftswissenschaftler Jacques Attali und der Politiker Daniel
Cohn-Bendit werden dem Publikum ihre Sicht der sich verändern-
den Welt, ihre Ideen und ihre Weltanschauung darlegen.

          - Konferenz von Daniel Cohn-Bendit
          Oktober 2013
          (das genaue Datum wird später bekanntgegeben)

          - Konferenz von Jacques Attali
          Dezember 2013
          (das genaue Datum wird später bekanntgegeben)

Diese beiden grossen Konferenzen finden in der Aula des Collège
de l’Elysée in der Avenue de l’Elysée 6 statt. Die Anmeldung ist
obligatorisch, da die Plätze beschränkt sind.

Daniel Cohn-Bendit © Joelle Doelle
Jacques Attali
Salgado / Woods                                                        Mediendossier   13/19

Ereignisse rund um die Ausstellung
Kulturelle Vermittlung

•    Rencontres (Treffen) im Elysée
Im Rahmen der Rencontres mit verschiedenen Akteuren der Welt
der Fotografie, welche von Radu Stern moderiert werden, schlägt das
Musée de l’Elysée diesmal vor: Diskussion mit Philippe Bazin und
Yves Leresche, zwei engagierte Fotografen.
Donnerstag, den 21. November, 18.30 Uhr, Salle Lumière

•    Konferenzen von Radu Stern
Zyklus « L’histoire de la photographie en dix leçons »
Manipulations I : Sonntag, den 3. November, 16 Uhr
Manipulations II : Sonntag, den 17. November, 16 Uhr
Manipulations III : Sonntag, den 1. Dezember, 16 Uhr
Die Eintrittskarte gibt Ihnen das Anrecht an der Teilnahme der Konfe-
renzen. Carte Elysée: freier Eintritt. Salle Lumière

•   La photographie en questions (Die Befragung der Bilder)
Samstag, 5. Oktobrer, 2. November, 7. Dezember
Die Besucher können ihre Fragen zur Ausstellung oder zur Fotografie
im Allgemeinen an den anwesenden Verantwortlichen der pädago-
gischen Aktivitäten stellen.

•   Ausstellungsführungen
Sonntag, 29. September, 27. Oktober, 10. November, 24. November, 8.
Dezember, jeweils um 16 Uhr
Durch einen Ausstellungsführer des Museums, dieses Angebot ist
im Eintrittspreis inbegriffen.

•    Mit der Familie ins Museum
Sonntag, 29. September, 27. Oktober, 10. November, 24. November,
8. Dezember, jeweils um 16 Uhr
Während die Eltern die Ausstellung besuchen, entdecken die Kin-
der dieselbe anhand von spielerischen Tätigkeiten. Dieses Angebot
ist gratis und entspricht Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren.

•    Atelier für die Kinder
« Jeux d’image – Une introduction ludique à l’image
photographique »
Dienstag bis Donnerstag, 15.-17. Oktober, jeweils von 14 – 17 Uhr
Diese Aktivitäten rund um die Fotografie werden über drei Tage von
jungen Fotografen geleitet und sind für 6- bis 12-jährige Kinder
geeignet. Preis: CHF 10.-
Nur mit Anmeldung bei: radu.stern@vd.ch

Bild einer Atelieraktivität für Kinder
Salgado / Woods                                                                       Mediendossier   14/19

Nächste Ausstellungen
Vom 29. Januar bis 11. Mai 2014
Philippe Halsman, Astonish me!

Das Musée de l’Elysée präsentiert zusammen mit den Halsman-
Archiven eine Retrospektive des Werks von Philippe Halsman
(1906-1979). Der durch seine 101 Titelbilder für die Zeitschrift Life
und seine lange und fruchtbare Zusammenarbeit mit Salvador
Dalí bekannte Fotograf zeichnet sich durch die Vielfältigkeit seines
Werkes aus. Die Ausstellung besteht aus über 300 Ausstellungss-
tücken (Originalabzügen, Kontaktabzügen und Publikationsvor-
schlägen) und umfasst seinen kreativen Prozess von den Anfängen
der 1930er-Jahre in Paris bis zu den Erfolgen mit seinem New
Yorker Studio von den 1940ern bis in die 1970er-Jahre.

Halsman bleibt während seiner ganzen Karriere ein stetiger Erfor-
scher des Mediums – sowohl was die technischen wie auch die
formellen Aspekte betrifft. Er tut sich durch sein eigenes Verständ-
nis des Fotoporträts hervor und realisierte eine der wichtigsten Por-
trätgalerien von Persönlichkeiten seiner Zeit. Seine persönlichen
Arbeiten wie beispielsweise „talking picture books“, die „Jumpo-
logy“ (Porträts von in die Luft springenden Persönlichkeiten) und vor
allem seine zahlreichen Kollektivwerke mit Dalí zeugen von einem
besonderen Interesse für die fotografische Performance.

Philippe Halsman springt mit Marilyn Monroe in die Luft, 1959 © 2013 Philippe Halsman Archive
Sebastiao Salgado                                                                            Dossier de presse                                15/19

Die folgenden Fotografien stehen den Medien zur Verfügung:                                    Besondere Bedingungen:
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Bild-Credit: © Sebastião Salgado / Amazonas Images

An südlichen Grenzen. Eisberg zwischen der Insel Paulet und den Shetland-Inseln im Weddell-   An südlichen Grenzen. Südkaper-Wale (Eubalaena australis), die von der Halbinsel Valdés und
Meer. Antarktische Halbinsel, 2005                                                            dem Schutz seiner zwei Buchten San José und der Nuevo-Bucht angelockt werden, heben beim
                                                                                              Schwimmen oft die Schwanzflosse aus dem Wasser. Halbinsel Valdés, Argentinien, 2004

An südlichen Grenzen. Zügelpinguine (Pygoscelis antarctica) auf einem Eisberg zwischen den    Naturschutzgebiet. Meerechse (Amblyrhynchus cristatus). Galápagos-Inseln, Ecuador, 2004
Inseln Zavodovski und Visokoi. Südliche Sandwich-Inseln, 2009

Naturschutzgebiet. Teureum, Sikeirei und Chef eines Mentawai-Clans. Dieser Schamane stellt    Afrika. Grosse Dünen zwischen Albrg und Tin Merzouga, Tadrart, Süden von Djanet, Algerien,
eine Matte aus den Blättern der Sagopalme (Metroxylon sagu) für die Sago-Zubereitung her.     2009
Insel Siberut, West-Sumatra, Indonesien, 2008
Sebastiao Salgado                                                                                Dossier de presse                                16/19

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Bild-Credit: © Sebastião Salgado / Amazonas Images

Afrika. In Sambia haben die Elefanten (Loxodonta africana), welche von Wilderern gejagt werden,   Afrika. Mursi- und Surma-Frauen sind die letzten Frauen auf der Welt mit Lippendeckeln. In
Angst vor den Menschen und ihren Fahrzeugen. Sobald sie ein Fahrzeug sich nähern sehen,           einem Mursi-Dorf von Dargui im Nationalpark von Mago, in der Nähe von Jinka, Äthiopien, 2007
flüchten sie und verbergen sich im Bush. Nationalpark von Kafue, Sambia, 2010

Nordregionen. Blick auf den Zusammenfluss des Colorado und des Kleinen Colorado, aufge-           Nordregionen. Bei besonders lebensfeindlichen Klimabedingungen bleiben die Nénèstes mit
nommen in einem Navajo Territorium. Der Nationalpark des Grand Canyon beginnt unweit von          ihren Herden während mehreren Tagen am selben Ort. Am nördlichen Ob, arktischer Polarkreis,
hier. Arizona, Vereinigte Staaten, 2010                                                           Halbinsel Yamal, Sibirien, Russland, 2011

Amazonasgebiet und Pantanal. In der Region des Ober-Xingu fischt eine Gruppe von Waura-           Amazonasgebiet und Pantanal. Die Zo’é-Frauen von Towari Ypy haben die Angewohnheit sich
Indianern im Piyulagasee neben ihrem Dorf. Das Becken des Ober-Xingu beheimatet eine sehr         den Körper mit dem Saft einer roten Beere, der Urucum oder auch Roucou (Bixa orellana)
vielfältige Bevölkerung. Mato Grosso, Brasilien, 2005                                             einzufärben, diese dient übrigens auch in der lokalen Küche. Pará, Brasilien, 2009
Sebastiao Salgado                                                                                Dossier de presse                               17/19

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Bild-Credit: © Paolo Woods / Institute

Ein Borlette-Spielkiosk. Zwei Milliarden Dollar werden jedes Jahr von den Haitianern in diese     Lager der Obdachlosen auf einem Fussballfeld, das einer Kirche gehört. Nach dem Erdbeben
Privatloterien investiert, das entspricht rund einem Viertel des nationalen BIP. Sie werden oft   haben manchmal Bewohner der informellen Wohnquartiere (Jalousie im Hintergrund) ihre
„Banken“ genannt, weil die weniger Privilegierten ihr Geld in dieses Spiel investieren. Camp      Zelte in den Lagern bezogen, um in den Genuss der Hilfe von Nichtregierungs-organisationen
Perrin, 2013                                                                                      (NGO – Non-Gouvernmental Organization) zu kommen. Die sichtbarsten Lagerstätten auf den
                                                                                                  öffentlichen Plätzen wurden seitdem aufgelöst. Pétion-Ville, 2013

Einsetzungszeremonie von Michel Joseph Martelly, dem 56. Präsidenten von Haiti. Inmitten der      Im Hotel Karibe auf den Anhöhen von Port-au-Prince lassen sich zwei Tänzerinnen ein
Menge ist ein auf einem Pferd stehender Mann als Jean-Jacques Dessalines (1758-1806), der         gebratenes Hühnchen schmecken, nachdem sie während Stunden am Rande eines Konzerts
Anführer der haitianischen Revolution und der erste Staatschef des Landes, verkleidet. 14. Mai    des lokalen Sängers J Perry getanzt haben. Juvénat, Pétion-Ville, 2013
2011, Port-au-Prince, 2013

Radio Men Kontre, 95.5 FM. In der katholischen Station der Diözese Les Cayes präsentiert          Rémi Orsier, ein französischer Angestellter der schweizerischen NGO Terre des Hommes,
Schwester Mélianise Gabreus eine Sendung mit Ratschlägen zum Alltag. Sie antwortet vor            welche ein Programm gegen Unterernährung im Süden von Haiti betreibt. Das Land weist mehr
allem auf die Fragen der Zuhörer. Les Cayes, 2013                                                 Nichtregierungs-organisationen pro Bewohner auf als irgendein anders Land der Erde. Les
                                                                                                  Cayes, 2013
Salgado / Woods                                                        Mediendossier   18/19

Das Musée de l’Elysée
Mission
Das auf internationaler Ebene anerkannte Musée de l’Elysée ist
eines der wichtigsten Museen, das sich voll und ganz der Fotogra-
fie verschrieben hat. Seit seiner Entstehung 1985 wird die Fotogra-
fie hinterfragt und bekannt gemacht durch Referenzwerke, innova-
tive Ausstellungen und Veranstaltungen für ein breites Publikum.
Als Zentrum herausragender Qualität im Bereich der Konservation
und der Aufwertung des visuellen Kulturguts besitzt das Museum
eine einzigartige Sammlung von über 100’000 Fotografien und
mehrere fotografische Archive darunter jene von Charlie Chaplin,
René Burri und Nicolas Bouvier. Indem das Musée de l‘Elysée das
junge Kunstschaffen unterstützt, neue Blickwinkel auf die grossen
Meister eröffnet und die Fotografie anderen Kunstformen gegenü-
berstellt, experimentiert die Institution mit den Bildern.
Das schweizerische Museum zeigt jedes Jahr vier umfangreiche
Ausstellung in Lausanne und rund fünfzehn Ausstellungen in
Museen und auf angesehenen Festivals in der ganzen Welt. Mit
regionalem Charakter und internationaler Ausstrahlung ist das
Musée de l’Elysée auf der ständigen Suche nach neuen und
interessanten Mitteln mit seinem Publikum zu interagieren und mit
anderen Institutionen zusammenzuarbeiten.

Kulturvermittlung
Das Musée de l’Elysée investiert in die Kulturvermittlung, um einen
Zugang zur Geschichte der Fotografie zu schaffen und um die Lei-
denschaft für Fotografie weiterzugeben. Mehrere Begegnungen für
die verschiedensten Zielgruppen werden im Verlauf eines Jahres
organisiert.
Für die Schule bestimmte Einführungskurse rund um die Foto-
grafie und praktische Ateliers empfangen Kinder zwischen 6 und
12 Jahren. Konferenzzyklen über die Geschichte der Fotografie,
Begegnungen mit Künstlern und Kolloquien werden regelmässig
vorgeschlagen.

Buchhandlung und Café Elise
Mit über 800 Werken zur Fotografie und zur Kunst ist die
Buchhandlung des Museums wohl eine der komplettesten ihres
spezifischen Fachbereichs der Schweiz. Das Café Elise empfängt
die Besucher für einen Augenblick der Begegnung und des gemüt-
lichen Austauschs über Kunst.

Carte Elysée
Die Carte Elysée bietet ihren Mitgliedern zahlreiche Vorteile. Darun-
ter zum Beispiel: gratis Eintritte in weltweit über 20 Institutionen,
die sich der Fotografie verschrieben haben.

Aussenansicht des Musée de l’Elysée @ Yves André
Salgado / Woods                                                  Mediendossier   19/19

Praktische Informationen
Adresse vom Musée de l’Elysée
18, avenue de l’Elysée
CH - 1014 Lausanne
T + 41 21 316 99 11
F + 41 21 316 99 12
www.elysee.ch

Das Musée de l’Elysée hat ein Profil auf Facebook und Twitter.

Öffnungszeiten
Di-So, von 11 bis 18 Uhr
Montags geschlossen, ausser an den Feiertagen
Am 25. Dezember 2013 und am 1. Januar 2014 geschlossen

Preise
Erwachsene CHF 8.00
AHV-Bezüger CHF 6.00
Studenten / Lehrlinge/ Erwerbslose / IV-Bezüger CHF 4.00
Kinder bis 16 Jahre: freier Eintritt
Freier Eintritt jeden ersten Samstag des Monats
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