Tagungen in der Praxis - Umweltgerechte und CO2-neutrale
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Umweltgerechte und CO2-neutrale
Tagungen in der Praxis
Handreichung zur Umsetzung des BMU/UBA-Leitfadens für
die umweltgerechte Organisation von Veranstaltungen
Am Beispiel der Preisverleihungsveranstaltung für den Wettbewerb „Büro & Umwelt“ 2008
gefördert durch:Verfasser:
Matthias Hilgers, IUBconsult, Hannover
Christian Sprute, Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE, Hannover
Umwelthinweis:
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Benutzerhinweis:
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Impressum:
Stiftung Arbeit und Umwelt
der Industriegewerkschaft
Bergbau, Chemie, Energie
Königsworther Platz 6
30167 Hannover
Telefon 0511/7631-433
Fax 0511/7631-782
Hannover, im Juni 2009
Exemplare erhalten Sie bei:
Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE
umweltstiftung@igbce.de
oder als Download im Internet unter www.arbeit-umwelt.de
-2-Vorwort
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, sagt das Sprichwort. Erfreulicherweise trifft
das nicht auf alle guten Vorsätze zu. Im Umweltschutz beispielsweise lohnen sie immer und man
kann jederzeit kleine und größere Schritte machen. Die hier vorgelegte Broschüre will helfen,
Veranstaltungen umweltverträglich zu organisieren.
Die Stiftung Arbeit und Umwelt der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE)
legt einen erfreulich handhabbaren, praktischen Leitfaden vor, der entlang von 10 Handlungsfel-
dern erklärt, wie nachhaltiges Veranstaltungsmanagement möglich ist. Entstanden ist die Hilfe in
Kooperation mit dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V.
(B.A.U.M.) und sie wurde durch die Hans-Böckler-Stiftung gefördert.
Mit vollmundigen Versprechungen sollte man besser vorsichtig sein, für die Hans-Böckler-Stiftung
steht aber fest, dass diese Handreichung zur Umsetzung des BMU/UBA-Leitfadens für die um-
weltgerechte Organisation von Veranstaltungen ab jetzt zur Orientierung genutzt werden wird.
Die Vorschläge der Stiftung Arbeit und Umwelt sind praxisnah und lassen sich – wie z. B. Tipps
zur Einschränkung der Papiernutzung – breit umsetzen.
Wir wünschen der Broschüre eine starke Verbreitung und Resonanz. Wir würden uns freuen,
wenn in Zukunft mehr und mehr Veranstaltungen umweltgerecht organisiert würden.
Nikolaus Simon
Sprecher der Geschäftsführung
der Hans-Böckler-Stiftung
-3-Vorwort
Deutschland gehört zur Spitzengruppe internationaler Tagungsorte, weil hier so viele Tagungen
stattfinden. Allein im Jahr 2007 nahmen 314 Millionen Personen an 2.8 Millionen Veranstaltungen
teil.
Dies war Anlass genug für die Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE das Thema „Nachhaltiges
Veranstaltungsmanagement“ aufzugreifen und diese Handreichung zu erstellen. Gemeinsam mit
dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.) wurde die
Preisverleihung des ersten Umweltwettbewerbs „Büro und Umwelt“ im August 2008 nach einer
Checkliste für „Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement“ organisiert und in der Hauptverwaltung
der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in Hannover durchgeführt.
Die IG BCE organisiert zahlreiche Veranstaltungen und hat eine besondere umweltpolitische
Verantwortung und Schlüsselfunktion.
Die Hauptverwaltung der IG BCE mit ihrem zentralen, behindertengerechten und kommunikati-
onsoffenen Gebäude ist für nachhaltige Veranstaltungen sehr gut geeignet. Im Gebäude und bei
den Möbeln wurde auf PCB- oder formaldehydhaltige Baustoffe verzichtet und tropische Hölzer
wurden nicht verwendet. Die notwendige Energie wird durch ein Blockheizkraftwerk und Fern-
wärme bereitgestellt.
Diese Handreichung soll anregen und helfen, damit künftig Gewerkschaften, Verbände, Vereine
und insbesondere Unternehmen ihr Veranstaltungs- und Konferenzmanagement anhand der
Checkliste „Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement“ des BMU/UBA umweltgerecht und klima-
neutral ausrichten.
Eine Filmdokumentation der Preisverleihung des Wettbewerbes „Büro und Umwelt 2008“ sowie
weitere Informationen sind auf unserer Homepage www.arbeit-umwelt.de zu erhalten.
Wir hoffen, dass diese Online-Publikation weit verbreitet wird und sind für Hinweise dankbar, die
uns helfen, die Checkliste „Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement“ zu verbessern.
Egbert Biermann
Vorstandsvorsitzender
der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE
-4-Inhalt
A Hintergrund dieser Handreichung 9
B Aufbau der Handreichung 13
1 Handlungsfeld 1: Mobilität 14
1.1 Die Herausforderung 14
1.2 Die Umsetzung 14
1.2.1 An- und Abreise der Teilnehmer/innen 14
1.2.2 Mobilität am Konferenzort 16
1.3 Unsere Erfahrungen 17
2 Handlungsfeld 2: Veranstaltungsort und Unterbringung 18
2.1 Die Herausforderung 18
2.2 Die Umsetzung 18
2.2.1 Auswahl des Veranstaltungsortes / Hotel / Gastronomie 18
2.2.2 Vermeidung von Verkehr 20
2.2.3 Bewerbung regionaler Besonderheiten 21
2.3 Unsere Erfahrungen 21
3 Handlungsfeld 3: Energie und Klima 23
3.1 Die Herausforderung 23
3.2 Die Umsetzung 23
3.2.1 Klimaneutrale Veranstaltungen 23
3.2.2 Gebäudeenergieverbrauch, Geräte und Armaturen 24
3.2.3 Mitarbeiterschulungen 25
3.3 Unsere Erfahrungen 25
4 Handlungsfeld 4: Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen 26
4.1 Die Herausforderung 26
4.2 Die Umsetzung 26
4.2.1 Umweltfreundliche Beschaffung 26
4.2.2 Papier 27
4.2.3 Reinigungsmittel 28
4.3 Unsere Erfahrungen 28
5 Handlungsfeld 5: Catering 30
5.1 Die Herausforderung 30
5.2 Die Umsetzung 30
5.2.1 Produktauswahl Catering und Getränke 30
5.2.2 Abfall und Recycling 31
5.3 Unsere Erfahrungen 32
6 Handlungsfeld 6: Abfallmanagement 33
-5-6.1 Die Herausforderung 33
6.2 Die Umsetzung 33
6.2.1 Abfall der Tagungsteilnehmer/innen 33
6.2.2 Abfall im Bereich Catering 33
6.2.3 Papier, Tagungsunterlagen etc. 34
6.3 Unsere Erfahrungen 34
7 Handlungsfeld 7: Umgang mit Wasser 36
7.1 Die Herausforderung 36
7.2 Die Umsetzung 36
7.2.1 Sanitäre Einrichtungen 36
7.2.2 Küche und Kantine 36
7.3 Unsere Erfahrungen 36
8 Handlungsfeld 8: Gastgeschenke 38
8.1 Die Herausforderung 38
8.2 Die Umsetzung 38
8.2.1 Produktauswahl und Verpackung 38
8.2.2 Blumen 38
8.3 Unsere Erfahrungen 39
9 Handlungsfeld 9: Kommunikation 40
9.1 Die Herausforderung 40
9.2 Die Umsetzung 40
9.2.1 Umweltgerechte Organisation 40
9.2.2 Kommunikation und Dokumentation 41
9.3 Unsere Erfahrungen 41
10 Handlungsfeld 10: Soziale Aspekte 42
10.1 Die Herausforderung 42
10.2 Die Umsetzung 42
10.2.1 Personen mit Handicap / Geschlechtergerechte Sprache 42
10.2.2 Weitere Aspekte zum Punkt Soziales 43
10.3 Unsere Erfahrungen 43
11 Zusammenfassung und Perspektive 44
12 Anhang 45
12.1. Checkliste 45
12.2 Einladung zur Tagung 57
12.3. Checkliste für die IG BCE Küche 59
12.4. Büffet und Getränkeauswahl 61
12.5. CO2-Kalkulation und Preisbestimmung für die Klimaneutralstellung 62
12.6. Literatur und weiterführende Web-Seiten 64
Fördererkreis der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE 65
-6-Fördererkreis der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE 66
Einzugsermächtigung 67
B.A.U.M. e. V. 68
Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE 69
Umweltgerechte und CO2-neutrale Tagungen in der Praxis 70
-7-A Hintergrund dieser Handreichung
Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte als Organisatoren zahlreicher Veran-
staltungen haben eine besondere umweltpolitische Verantwortung, umweltfreundli-
che Produkte und Dienstleistungen nachzufragen und ihr Veranstaltungs- und Kon-
ferenzmanagement nachhaltig zu gestalten. Dieses trifft insbesondere für Veran-
staltungen zu, die die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz behandeln.
Bei den Gewerkschaften, aber auch bei allen anderen Organisationen wie Betrie-
ben, Verbänden und Vereinen sind Tagungen und Konferenzen ein zentrales Mittel
zur Kommunikation, zum Kontakt- und Gedankenaustausch. Auch im Zeitalter zu-
nehmender Online-Kommunikation und Videokonferenzen werden vis-a-vis Ta-
gungen und Konferenzen auf absehbare Zeit ein zentrales Kommunikationsele-
ment bleiben.
Tagungen, Konferenzen und andere Veranstaltungen beeinflussen in sehr unter-
schiedlicher Weise die Umwelt, weshalb sowohl in die Planung als auch in der Or-
ganisation von Veranstaltungen frühzeitig Umweltbelange und Nachhaltigkeitskrite-
rien einbezogen und berücksichtigt werden sollten. Das betrifft sowohl die Reisetä-
tigkeit der Teilnehmer/innen als auch den Verbrauch an Papier für die Tagungsun-
terlagen, die Minimierung des Abfallaufkommens und die Umweltfreundlichkeit der
Essens- und Getränkeversorgung.
Die umweltgerechte Organisation und Durchführung von Veranstaltungen ist dabei
manchmal sogar kostengünstiger. So wäre es wünschenswert, wenn künftig mehr
Veranstaltungen mit dem Hinweis auf Klimaneutralität und Nachhaltigkeit bewor-
ben werden, denn Veranstaltungen sind ein zentrales Kommunikationsmittel mit
einem hohen Vervielfältigungspotential: sie erreichen sog. Multiplikatoren, Ent-
scheider und potentielle Vorbilder im gesellschaftlichen Leben, die die erlebte und
kommunizierte Nachhaltigkeitsausrichtung einer Veranstaltung in ihrem Wirkungs-
bereich weiterkommunizieren.
Die Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE möchte mit dieser Handreichung an-
hand eines konkreten Beispiels einer Tagung zeigen, dass selbst unter Zeitdruck in
einem praxisnahen Umfeld Nachhaltigkeitskriterien im Veranstaltungsmanagement
berücksichtigt werden können.
Oft stehen OrganisatorInnen von Konferenzen und Veranstaltungen unter Zeit-
druck, vor allem, wenn es sich dabei nicht um das eigentliche Kerngeschäft han-
delt und nicht hinreichende Mittel zur Verfügung stehen, um Agenturen mit der ge-
samten Vorbereitung und Durchführung zu beauftragen. Es sind plötzlich viele
Dinge auf einmal zu tun: Papiere organisieren, Hotellisten zusammenstellen, Ver-
handlungen mit LieferantInnen führen etc., so dass Umweltkriterien und Nachhal-
tigkeitsaspekte bei der Planung und Organisation ins Hintertreffen geraten können.
Nachhaltigkeit muss von Anfang an mitgedacht und gewollt werden. Das zeigte
sich auch hier. Dem oft gehörten Einwand: „Wir haben erst andere wichtige Vorbe-
reitungen zu treffen, die Nachhaltigkeit und den Umweltschutz berücksichtigen wir
bei der nachfolgenden Veranstaltung im nächsten Jahr“ konnte nur mit einem ent-
-9-schiedenen „Wann, wenn nicht jetzt, wer, wenn nicht wir?“ entgegengetreten wer-
den. Es zeigte sich, dass es möglich war, die Veranstaltungsvorbereitung in das
„Alltagsgeschäft“ der Stiftung zu integrieren und dabei mit einem vertretbaren
Mehraufwand eine mehr oder weniger weitgehende Ausrichtung an Nachhaltig-
keitsaspekten zu gewährleisten.
Am klimaneutralsten sind sicherlich Veranstaltungen, die erst gar nicht stattfinden.
So ist z.B. zu überlegen, ob anstatt einer Veranstaltung eine Videokonferenz
durchgeführt werden kann. Da dies oft nicht möglich oder inhaltlich nicht sinnvoll
ist, empfehlen wir ein dreistufiges Vorgehen, um das klimaschädliche Potenzial
von Veranstaltungen von den Ursachen her zu begrenzen:
1. Will man als Veranstalter/in Klimaneutralität erreichen, so ist es notwendig,
überall wo möglich, dafür zu sorgen, dass klimaschädliche Gase gar nicht
erst ausgestoßen werden. (Null-Option bzw. virtuelles Treffen)
2. Wo das nicht möglich ist, sollten Maßnahmen ergriffen werden, um deren
Ausstoß weitestgehend zu reduzieren. (Reduktionsmaßnahmen)
3. Für die verbleibenden Emissionen können mittlerweile durch die Finanzie-
rung von Projekten über unterschiedliche Anbieter anerkannte Kompensati-
onsmaßnahmen ergriffen werden. Die Kosten dieser Kompensationsmaß-
nahmen werden dann als Teil des Tagungsfinanzierungskonzeptes z.B. in
die Teilnehmergebühr eingerechnet. (Kompensationsmaßnahmen)
Kompensation sollte immer nur die letzte Wahl sein. Um die Kompensationskosten
möglichst gering zu halten, sollte eine systematische Prüfung von CO2-
Minderungsmaßnahmen bei der Organisation einer Veranstaltung im Mittelpunkt
stehen. Eine gute Grundlage dafür ist ein Leitfaden, der vom Bundesministerium
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und dem Umweltbundesamt
(UBA) gemeinsam herausgegeben wird.1
Dieser BMU -Leitfaden präsentiert als relevante Handlungsfelder für eine umwelt-
gerechte und sozial verträgliche Gestaltung von Konferenzen und Veranstaltun-
gen:
• Mobilität
• Veranstaltungsort und Unterbringung der Teilnehmer/innen
• Energie und Klima
• Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen
• Catering
• Abfallmanagement
• Umgang mit Wasser
• Gastgeschenke
• Kommunikation
• Soziale Aspekte
1
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit; Umweltbundesamt (Hrsg.): Leit-
faden für die umweltgerechte Organisation von Veranstaltungen, April 2008 (1. überarbeitete Auf-
lage), als download erhältlich über die Adresse: www.bmu.de/umweltgerechte-veranstaltungen
- 10 -Zu allen Handlungsfeldern werden im Leitfaden die wesentlichen zu beachtenden
Aspekte aufgelistet und Empfehlungen zur Umsetzung ausgesprochen. Zusam-
mengefasst sind sie zu Arbeitsblättern mit konkreten Maßnahmenvorschlägen und
einer ersten Priorisierung.
Darüber hinaus listet der Leitfaden Produktgruppen und Dienstleistungen auf, die
mit dem deutschen Umweltzeichen „Blauer Engel“ oder dem Europäischen Um-
weltzeichen gekennzeichnet sind. Deren Verwendung wird besonders empfohlen.
Weitere Empfehlungen zum Nachhaltigen Einkauf und zur Nachhaltigen Beschaf-
fung liefert der „Nachhaltige Warenkorb“ des Rat für Nachhaltige Entwicklung der
Bundesregierung.2
Der Leitfaden des BMU zum Nachhaltigen Veranstaltungsmanagement ist sicher-
lich das zur Zeit grundlegendste Nachschlagewerk für Veranstalter/innen. Als eine
sinnvolle Ergänzung wurde der BMU-Leitfaden von B.A.U.M. e.V. und der Stiftung
Arbeit und Umwelt der IG BCE in einer überarbeiteten Checkliste zusammenge-
fasst, die über die Web-Seiten des UBA zur Verfügung gestellt wird.3
Die weiter entwickelte und auf die Preisverleihung des Wettbewerbs „Büro & Um-
welt“ erstmals angewendete Checkliste steht als Download auf der Website der
Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE unter Publikationen bereit.
Der BMU-Leitfaden und die daraus entwickelte Checkliste von B.A.U.M. e.V. und
Stiftung Arbeit und Umwelt bilden auch die Grundlage dieser Handreichung. Mit ihr
wird ein weiterer Schritt zur Konkretisierung unternommen. Sie stellt ein zusätzli-
ches Unterstützungsangebot für Veranstalter/innen dar. Konkretisierung insofern,
als anhand der durchgeführten Preisverleihungsveranstaltung aufgezeigt wird,
welche Fragen sich bei der Umsetzung in der Praxis ergeben und gleichzeitig Un-
terstützungsangebot, weil konkrete Tipps gegeben werden, wie auch Detailprob-
leme gelöst werden können und wer in welcher Art und Weise beteiligt werden soll-
te.
Die zugrunde gelegte Preisverleihungsveranstaltung bot sich auch wegen der the-
matischen Nähe an. Es handelt sich um die mit einer Fachtagung kombinierte
Preisverleihung des bundesweiten Wettbewerbs „Büro & Umwelt“ 2008“, bei der
die Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE als Kooperationspartner des B.A.U.M.
e.V. Gastgeber und Mitorganisator der Preisverleihung zuständig war. Sie fand am
21. August 2008 in den Räumen der Hauptverwaltung der IG BCE statt und bot
rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Fachausstellung, ausgewählte
Fachbeiträge zum Thema „Büro und Umwelt“ und die eigentliche Preisverleihung,
die von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel vorgenommen wurde.
Die Veranstalter/innen entschieden sich in der Planungsphase nicht etwa auf eine
große Verleihungsveranstaltung zu verzichten – was als „Null-Option“ unter CO2-
2
Aktuell ergänzt und in Überarbeitung, weitere Informationen unter:
http://www.nachhaltigkeitsrat.de/projekte/eigene-projekte/nachhaltiger-warenkorb/
3
Checkliste zur umweltgerechten Organisation von Veranstaltungen auf Basis des gleichnamigen
UBA/BMU-Leitfadens vom April 2008. Zum Download unter: www.beschaffung-
info.de/doks/checkliste_umweltgerechte_veranstaltungen.doc
- 11 -Minimierungsaspekten sicherlich eine sehr konsequente Entscheidung gewesen
wäre – sondern die Vorbildfunktion einer unter Nachhaltigkeitskriterien organisier-
ten Veranstaltung aktiv nach vorne zu stellen. Deshalb wurden alle durchgeführten
Maßnahmen zur Klimaneutralstellung der Tagung systematisch dokumentiert und
bei der Planung und während der Tagung aktiv kommuniziert. Bei den Maßnah-
men selbst sollten die Tagungsteilnehmer/innen möglichst weit einbezogen wer-
den. Einerseits sollten sie dafür sensibilisiert werden, selber auf ihren persönlichen
Beitrag zur CO2-Minimierung zu achten, andererseits sollte so auch erkundet wer-
den, welches Potential darin liegt, die Teilnehmer/innen mit einzubeziehen. Kurz
ausgedrückt, es sollte auch erprobt werden, wie weit die Teilnehmer/innen „mit-
spielen“ würden.
In den Mittelpunkt der Maßnahmenplanung wurde die o.a. Checkliste gestellt. Sie
wurde Punkt für Punkt auf ihre Anwendbarkeit überprüft und ergänzt, entsprechen-
de Maßnahmen wurden angewendet und während der Tagung kommuniziert, in-
dem die ausgefüllte und bewertete Checkliste ausgehängt wurde. Die komplette
bewertete Checkliste finden Sie im Anhang.
- 12 -B Aufbau der Handreichung
Diese Handreichung versteht sich als eine praxisorientierte Ergänzung des BMU-
Leitfadens und der darauf aufbauenden Checkliste. Von daher wird die Gliede-
rungsstruktur der zehn für die Organisation einer Veranstaltung relevanten Hand-
lungsfelder aus dem BMU-Leitfaden übernommen.
Es wird nicht der Anspruch erhoben, für alle zehn Handlungsfelder und alle darin
aufgeführten Einzelaspekte in gleicher Tiefe Hinweise für die Praxisumsetzung zu
geben. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Tipps für die praktische Umsetzung bei den
Aspekten, die sich bei der Vorbereitung der Preisverleihungsveranstaltung als be-
sonders wichtig erwiesen haben. Zu diesen sollten jedoch – unterstützt durch Bil-
der und Originalaussagen der Beteiligten – möglichst konkrete Praxistipps gege-
ben werden. Zu einigen Aspekten konnten keine weitergehenden Aussagen als in
dem zugrunde liegenden BMU-Leitfaden getroffen werden, weil sie im Fall dieser
Tagung nicht zutreffend waren.
Der grundsätzliche Aufbau in den einzelnen Handlungsfeldern orientiert sich an
dem Fragenraster:
1. Was ist besonders wichtig bei diesem Handlungsfeld? (Die Herausforde-
rung)
2. Wie geht man am besten bei der Umsetzung vor? (Die Umsetzung)
3. Worauf sollte man insbesondere achten? (Unsere Erfahrungen)
In diese Handreichung aufgenommen wurden Kopien von Originalunterlagen
wie z.B. Einladungstexte, die als Vorlage bei der Vorbereitung ähnlicher Veranstal-
tungen dienen können.
Die für die Tagung erstellte Bewertung der Checkliste „Nachhaltiges Veran-
staltungsmanagement“ ist als Anhang beigefügt und mit den einzelnen Kapi-
teln verlinkt, so dass ein einfaches Vor- und Zurückblättern ermöglicht wird
und detaillierte Formulierungen aus der Checkliste nicht mehr in den Text
übernommen werden mussten.
- 13 -1 Handlungsfeld 1: Mobilität
1.1 Die Herausforderung
Bei zentralen Veranstaltungen mit weiter Anreise ist davon auszugehen, dass die
Hauptbelastung der Umwelt durch die An- und Abreise und weitere Fahrten am
Tagungsort verursacht wird. Bei jeder Veranstaltung sollte von daher als erstes
geprüft werden, ob ein Treffen vor Ort in jedem Falle notwendig ist, oder ob der
Zweck der Veranstaltung auch durch eine Video- oder Telefonkonferenz erreicht
werden könnte.
Ein virtuelles Treffen hätte dem Charakter einer zentralen bundesweiten Preisver-
leihung widersprochen, von daher kam diese „Null-Option“ nicht in Frage.
Durch gezielte Maßnahmen lassen sich die durch Mobilität hervorgerufenen Um-
weltbelastungen reduzieren. So ist bei einer bundesweiten Tagung zu überlegen,
ob sie an einem möglichst zentralen Ort stattfinden kann, der mit öffentlichen Ver-
kehrsmitteln, insbesondere der Bahn, gut zu erreichen ist. Auch die Festlegung der
Tagungszeit kann mobilitätsrelevant sein. Das betrifft sowohl die Dauer als auch
den Beginn und das Ende der Veranstaltung. Hier ist eine Abstimmung mit den
Fahrplänen sinnvoll, insbesondere dann, wenn schon vorher klar ist, woher die
Teilnehmer/innen einer Veranstaltung kommen. Ein wichtiges Moment ist in die-
sem Zusammenhang auch die „Aufklärung“ der Teilnehmenden zu den Anreise-
modalitäten. Dem wurde bei dieser Tagung besonders intensiv Rechnung getra-
gen, wie weiter unten ausgeführt wird.
Als zusätzliche Möglichkeit bietet es sich an, die Idee der klimaneutralen Mobilität
aufzugreifen und alle mit der Veranstaltung zusammenhängenden verkehrlichen
Maßnahmen, die zur Entstehung von Treibhausgasen beitragen, durch Aus-
gleichsmaßnahmen zu kompensieren. Dieser Weg wurde auch für diese Tagung in
Zusammenarbeit mit CO2OL.de beschritten.
1.2 Die Umsetzung
Eine Übersicht über alle Maßnahmen zu diesem Themenfeld mit einer Kurzbewer-
tung findet sich in der Checkliste „Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement“ im
Anhang.
Im Folgenden die wichtigsten Maßnahmen und wie sie umgesetzt wurden.
1.2.1 An- und Abreise der Teilnehmer/innen
Bereits bei der Einladung (Original im Anhang) wurden die Teilnehmenden darauf
hingewiesen, dass diese Tagung dem Thema entsprechend möglichst umweltge-
recht durchgeführt werden sollte. Deshalb wurde zur Mitarbeit aufgerufen:
- 14 -Bitte reisen Sie mit umweltverträglichen Verkehrsmitteln an, am besten mit der Aufruf zur Wahl
umweltverträgli-
Bahn und mit der U-Bahn direkt bis zum Tagungshaus (siehe Anreisebeschrei- cher Verkehrs-
mittel bereits in
bung). Ihre Tür-zu-Tür-Reiseverbindungen können Sie unter www.bahn.de (Rei- der Einladung
seauskunft) ermitteln. Für Ihre gewählten Verbindungen zeigt Ihnen der Umwelt-
MobilCheck (ebenfalls dort zu finden) die Umweltwirkungen verschiedener Ver-
kehrsmittel an.
Vom Hauptbahnhof können Sie umweltfreundlich per U-Bahn (für BahnCard-
Inhaber ist die U-Bahn-Nutzung bei der City-Option bereits im Fahrpreis enthalten),
per Erdgastaxi (schwarz), per Fahrradrikscha oder auch zu Fuß (ca. 15 Min.)
zum Tagungsort gelangen. Notfalls bilden Sie Fahrgemeinschaften. Beim Auto-
fahren denken Sie bitte an eine kraftstoffsparende Fahrweise (Eco-Fahrtrainings
können Sie bei B.A.U.M. buchen)! Nutzen Sie darüber hinaus die Möglichkeit, die
Emissionen Ihrer An-/Abreise auszugleichen (empfehlenswerte Kompensati-
onsanbieter können wir Ihnen benennen). Die Restemissionen werden dann über
B.A.U.M. ausgeglichen.
(Original-Ausschnitt aus der Tagungs-Einladung)
Um den Ausgleich der Restemissionen Abfrage der tat-
sächlichen Anrei-
möglichst weitgehend an der tatsächli- se mit Fragebo-
gen am Tagungs-
chen Verkehrsmittelwahl zu orientie- tag
ren, wurde allen Teilnehmenden be-
reits beim Einchecken ein kurzer Fra-
gebogen übergeben. Darin wurden sie
gefragt, woher sie kamen und welche
Verkehrsmittel für die An- und Abreise
gewählt wurden. Der Bitte, den ausge-
füllten Fragebogen noch während der
Tagung zurückzugeben, kamen so vie-
le nach, dass die Auswertung als Grundlage für den Restemissions-Ausgleich über
CO2OL.de diente. Darüber hinaus hatte die Befragung natürlich auch den Effekt,
dass die Frage der Anreise noch einmal thematisiert wurde. Es war zu beobach-
ten, dass viele Teilnehmer/innen bereits beim Ausfüllen der Fragebögen über die
Auswahl des gewählten Reisemittels ins Gespräch über das eigene möglichst um-
weltgerechte Handeln kamen.
- 15 -Auswertung der
Fragebögen als
Grundlage für den
Ausgleich der
mobilitätsbeding-
ten Emissionen
Die noch auszugleichende Menge CO2 belief sich letztlich auf rund 6,8 t.
1.2.2 Mobilität am Konferenzort
Sehr gute Er- Umweltbelastungen durch
reichbarkeit des
Tagungsortes mit Mobilität am Konferenzort
öffentlichen Ver-
kehrsmitteln waren bei dieser Veranstal-
tung eher von untergeord-
neter Bedeutung, da der Ta-
gungsort – die Hauptver-
waltung der IG BCE – sehr
gut mit öffentlichen Ver-
kehrsmitteln zu erreichen ist.
Ein U-Bahn Zugang befindet
sich direkt vor der Eingangs-
tür. Ein wichtiger Aspekt, um
zusätzlichen Verkehr am
Tagungsort zu vermeiden,
war die Auswahl von Hotels, die den Teilnehmenden vorgeschlagen wurden. Dabei
wurde darauf geachtet, dass diese in der Nähe des Tagungsortes liegen bzw. be-
sonders leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind. (siehe dazu auch
die Ausführungen zum Handlungsfeld 2, Veranstaltungsort und Unterbringung).
- 16 -1.3 Unsere Erfahrungen
Bei Tagungsveranstaltungen wird die genaue Terminfestlegung oft am Terminka-
lender von einzelnen Personen ausgerichtet, die besonders wichtig für den Erfolg
der Veranstaltung sind. Bei der Preisverleihungsveranstaltung konnte der Bundes-
umweltminister Sigmar Gabriel als Gastredner und für die Verleihung der Preise Absprachen zur
Koordination von
gewonnen werden. In Absprache mit dem Ministerbüro gelang eine Terminab- Terminen bei
wichtigen Gast-
stimmung mit einem anderen Termin in der Nähe von Hannover, so dass zusätzli- rednern
che Verkehrsleistungen vermieden werden konnten.
Das Thema Mobilität ist bei der IG
BCE nicht erstmalig im Rahmen
dieser Tagung angesprochen
worden, sondern schon seit
längerem integraler Bestandteil
der Umweltorientierung der
Organisation. Für Wege in der
Stadt steht den Mitarbeiter/innen
der IG BCE ein Fahrrad zur
Verfügung, für den Kauf von
Fahrzeugen für den Fuhrpark
werden auch ökologische Kriterien
herangezogen. Um die Sensibilität
für das Thema Mobilität zu erhöhen, wurde für alle Mitarbeiter/innen der Stiftung
Arbeit und Umwelt der IG BCE schon im Vorfeld der Tagung ein Eco-Fahrtraining
organisiert. Dabei zeigte sich, dass allein durch bewussteres Fahren eine deutliche
CO2-Reduzierung und Kosteneinsparung bei gleichzeitigem Zeitgewinn zu errei-
chen ist.4
4
Das Fahrtraining wurde durchgeführt von ECO-consult, einem Partner des B.A.U.M. e.V., weitere
Informationen unter www.ecofahr.com
- 17 -2 Handlungsfeld 2: Veranstaltungsort und Unterbrin-
gung
2.1 Die Herausforderung
Das Handlungsfeld „Veranstaltungsort und Unterbringung“ von Teilnehmer/innen
und Referent/innen wird im BMU-Leitfaden als Querschnittsthema bezeichnet, weil
bei der Auswahl der Hotels und Konferenzgebäude sowie der Durchführung von
Veranstaltungen Fragen des Abfallmanagements, der Beschaffung, des Energie-
verbrauchs, der Mobilität, der Versorgung und des Wasserverbrauchs eine wichti-
ge Rolle spielen. Wie beim BMU-Leitfaden werden diese Themen auch in dieser
Handreichung in den entsprechenden Kapiteln getrennt dargestellt.
Die Auswahl des Tagungsgebäudes fiel im Falle dieser Veranstaltung leicht, da ei-
ner der Gastgeber und Mitveranstalter, die Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE,
in der Hauptverwaltung der IG BCE untergebracht ist. Dieses Gebäude wurde An-
fang der 90er Jahre weitestgehend unter ökologischen Gesichtspunkten errichtet
und wird regelmäßig für Tagungen genutzt. Vor allem auch für die begleitende
Ausstellung zum Thema „umweltgerechtes Musterbüro“ bot sich ein Gebäude an,
dessen Hauptzweck die Nutzung als Bürogebäude ist und das gleichzeitig weitge-
hend publikumsoffen konzipiert ist.
Für die Unterbringung der Teilnehmer/innen wurden Hotels ausgesucht, die mög-
lichst in der Nähe lagen, um die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu er-
leichtern. Die Umweltfreundlichkeit der Hotels wurde abgefragt, die im BMU-
Leitfaden ausgesprochene Empfehlung von EMAS5- oder Viabono6-
Registrierungen war dabei aber nicht obligatorisch für die Auswahl. Das Kriterium
der räumlichen Nähe überwog eine EMAS-Registrierung.
2.2 Die Umsetzung
Eine Übersicht über alle Maßnahmen zu diesem Themenfeld mit einer Kurzbewer-
tung findet sich in der Checkliste zu diesem Thema im Anhang.
Im Folgenden die wichtigsten Maßnahmen und wie sie umgesetzt wurden.
2.2.1 Auswahl des Veranstaltungsortes / Hotel / Gastronomie
Tagungsort mit Die Auswahl des Veranstaltungsortes fiel in diesem Fall nicht schwer, da die Stif-
bauökologischem
Vorbildcharakter tung Arbeit und Umwelt im Gebäude der IG BCE untergebracht ist und die Stiftung
dieses mit Unterstützung der IG BCE für Tagungszwecke nutzen kann. Das Ge-
5
EMAS ist die Abkürzung für Eco Management and Audit Scheme, das oft auch kurz als Öko-Audit
bezeichnete europäische Umweltmanagment- und Umweltbetriebsprüfungssystem . Nähere Infor-
mationen erhalten Sie unter www.emas.de
6
Viabono ist eine eingetragene Marke des Viabono Trägervereins, in dem sich wichtige Interessen-
gruppen für eine nachhaltige Tourismusentwicklung in Deutschland zusammengeschlossen ha-
ben. Nähere Informationen erhalten Sie unter www.viabono.de
- 18 -bäude ist gerade für Tagungen mit ökologischen Fragestellungen besonders gut
geeignet, weil es in mehrfacher Hinsicht einen Vorbildcharakter hat:
• Integration eines bestehenden älte- Mehrfachnutzung
als Büro- und Ta-
ren Gebäudes in ein innovatives of- gungsgebäude
fenes Gesamtkonzept mit viel Glas
und großen Freiräumen
• Bau nach ökologischen und baubio-
logischen Grundsätzen, völliger Ver-
zicht auf PCB- oder formaldehyd-
haltigen Baustoffen
• Keine Verwendung von tropischen
Hölzern
• Behindertengerechte Gestaltung
aller Zugänge
• Dachbegrünung mit Moos, Flechten
und Gräsern
• Blockheizkraftwerk (künftig Fern-
wärmeversorgung) und Wärmerück
gewinnungsanlagen
• Ausgewogene Raumtemperaturen in Sommer und Winter aufgrund der
Bauweise, was zu geringen Heizkosten im Vergleich zu ähnlichen Büroge-
bäuden führt
• Klimaanlagen sind aufgrund der Bauweise für die Büroräume nicht nötig,
nur einigen Konferenzräume können klimatisiert werden und IT-
Serverräume und Kühlräume der Betriebskantine werden gekühlt.
Der Vorbildcharakter bezieht sich aber nicht nur auf die Gebäudeausstattung. Auch
beim Betrieb des Gebäudes werden ökologische Aspekte in den Vordergrund ge-
stellt. Eine konzeptionelle Grundlage ist die Mehrfachnutzung als Büro- und Ta-
gungsgebäude mit möglichst weitgehend öffentlichem Zugang auch nach Büro-
schluss – z.B. für Kulturveranstaltungen.
Als Vorbild für die ökologische Musterbüro als
Dauereinrichtung
Ausstattung von Büros wurde ein Mus- (konnte während
der Tagung be-
terbüro „Büro und Umwelt“ eingerichtet sichtigt werden)
und in der Küche wird weitestgehend
mit Zutaten aus der Region gekocht.
So konnte für das Catering während
der Tagung auf das Küchenteam aus
dem Hause der IG BCE
zurückgegriffen werden. (Weitere
Angaben zum Catering finden Sie im
Handlungsfeld 5). Das Musterbüro
- 19 -wurde interessierten Teilnehmer/innen während der Tagung vorgestellt. Ausführli-
che Informationen zum Musterbüro bietet die Website der Stiftung Arbeit und Um-
welt der IG BCE (www.arbeit-umwelt.de).
Die durch die Tagung angefallenen anteiligen Klimabelastungen des Gebäudes
wurden über CO2OL.de ausgeglichen. Sie machten den geringsten Anteil von allen
Faktoren aus, die in die Ausgleichsberechnung einbezogen wurden.
Ausgleich der Ge-
bäude-
Emissionen
Ausgleich der Durch die günstige terminliche Gestaltung der Tagung konnte erreicht werden,
durch Übernach-
tungen angefalle- dass – obwohl es sich um eine Veranstaltung mit bundesweitem Charakter handel-
nen Emissionen
te – nur 15 Teilnehmer/innen eine Übernachtung benötigten. Die zusätzlichen Kli-
mabelastungen, die sich durch die Hotelübernachtungen ergaben, wurden eben-
falls über CO2OL.de ausgeglichen
2.2.2 Vermeidung von Verkehr
Veranstaltungsort Als Veranstaltungsort für bundesweite Tagungen bietet sich Hannover an, da es
zu Fuß vom Bahn-
hof erreichbar sehr zentral in Deutschland liegt und – im Schnittpunkt der wichtigsten West-Ost-
und Nord-Süd-Achsen – sehr gut mit den ICE-Verbindungen der Deutschen Bahn
AG zu erreichen ist. Vor diesem Hintergrund und durch die Wahl des Tagungszeit-
raums konnten auch Tagungsteilnehmer/innen, die von weither kamen, mit der
Bahn anreisen.
Das Gebäude der IG BCE liegt sehr zentral in Hannover am Königsworther Platz.
Dieser ist vom Bahnhof mit zwei U-Bahn Linien in ca. 6 Minuten Fahrtzeit oder in
15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Der U-Bahn Anschluss liegt direkt vor der Tür.
- 20 -Bei der Auswahl der Hotels zur Unterbringung der Teilnehmer/innen wurde das Kri-
terium „Nähe zum Veranstaltungsort“ mit höchster Priorität bewertet, um zusätzli-
che Verkehrsleistungen zu vermeiden.
2.2.3 Bewerbung regionaler Besonderheiten
Vor allem beim Catering ist dieser Punkt berücksichtigt worden. Es wurden über-
Infotisch zur Her-
wiegend regionale Produkte verwendet. Diese wurden besonders gekennzeichnet, kunft der verwen-
um auch an diesem Punkt die ökologische Ausrichtung der Tagungsgestaltung deten Produkte
sichtbar zu präsentieren (siehe dazu die Darstellung im Handlungsfeld 5, Cate-
ring). Es wurde ein Infotisch aufgestellt, auf dem die Hersteller und Biolandbauern
aus der Region Informationsmaterial zu ihren Produkten und Produktionsweisen
auslegen konnten. Für die Tagungsteilnehmer/innen eine Anregung, um bei eige-
nen Veranstaltungen künftig auf ökologische Produkte aus der Region zurückzu-
greifen. Die Verwendung von Produkten lokaler Anbieter vermindert insbesondere
die oftmals nicht bedachten indirekten Verkehrsleistungen für die Anlieferung.
Auch die Präsentation der Firma Christmann Informationstechnik im Musterbüro
„Büro und Umwelt“ kann als ein Beitrag zur Förderung der regionalen Wirtschaft
angesehen werden. Die Firma hat ihren Sitz in der Nähe von Hannover, die Unter-
stützung der Einführung des energiesparenden Serversystems durch das Muster-
büro (siehe dazu die Beschreibung unter „Unsere Erfahrungen“) wird als ein Bei-
trag zur Förderung und Bewerbung von energieeffizienten Innovationen der regio-
nalen Wirtschaft angesehen.
2.3 Unsere Erfahrungen
Mit der Durchführung der Veranstaltung in den Räumen der IG BCE konnte ein
hohes Maß an authentischer Vermittlung des Nachhaltigkeitsgedankens erreicht
werden. Vor allem die Präsentation des Musterbüros der Stiftung Arbeit und Um-
welt der IG BCE trug dazu bei, weil deutlich wurde, dass es sich um eine dauerhaf-
te Einrichtung handelt, die sich wirklich im Alltag bewähren muss.
Das Musterbüro ist mit Büromöbeln aus gepressten recycelten Tetra Paks ausges-
tattet sowie mit Büroartikeln der Firma memo. Zur Ausstattung gehört u.a. auch ein
Drucker Epson ec 01, der erste Drucker bei dessen Kauf ein ökologisch ausgerich-
tetes Recyclingsystem mit Pfand integriert ist, das Epson Eco-Back System. Wenn
die Tinte verbraucht ist, gibt der Kunde den Drucker zurück und erhält eine Vergü-
tung in Höhe von 50 Euro. Anschließend recycelt Epson den Drucker. Dieses
Konzept des vollständigen Recyclings reduziert effektiv Abfall und Verschwen-
dung. Auch das unlackierte Gehäuse sorgt für eine umweltverträgliche Aufberei-
tung. Der ec-01 enthält fest installierte Tintenpatronen mit einer Reichweite von bis
zu 8.000 Seiten. Je nach Verbrauch reicht das einige Jahre.
- 21 -Die Bildschirme sind energieeffiziente 22‘‘ Monitore der Firma Samsung und ver-
brauchen weniger als 30 Watt. Im Standby-Modus sinkt die Leistungsaufnahme
unter 1 W. Mit einer Helligkeit von 250 cd/m² und einem dynamischen Kontrast von
20.000:1 sowie einer Reaktionszeit von 5 ms ermöglichen sie angenehmes Arbei-
ten.
Seit dem Jahr 2008 ist das Musterbüro – genau so wie alle Büros der Stiftung Ar-
beit und Umwelt – mit dem besonders energieeffizienten TEO-Server und Thin-
Clients der Firma Christmann ausgestattet. Es handelt sich dabei um ein Server-
system mit dem bis zu 90% des bisherigen Stromverbrauchs eingespart werden
können. Der Server, der in etwa die Größe eines DIN-A4-Blatts und eine Höhe von
6 cm hat, benötigt gerade mal 30 bis 50 Watt Energie und kann mit bis zu 40 Ar-
beitsplätzen vernetzt werden. Die Arbeitsplätze der Stiftung Arbeit und Umwelt sind
mit kleinen, ebenfalls extrem sparsamen Mini-PCs „Teo-X“ ausgestattet. Diese
verbrauchen nur sieben bis acht Watt (zum Vergleich: ein normaler PC Arbeitplatz
verbraucht 120 bis 150 Watt).
Christian Sprute, Geschäftsführer der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE:
„Das Musterbüro „Büro und Umwelt“ ist ein wichtiger Bestandteil unseres öffentli-
chen Auftrages und Teil unseres Kommunikationskonzeptes. Für uns als Stiftung
einer großen Industriegewerkschaft ist es wichtig, mit gutem Beispiel voran zu ge-
hen. Als öffentliche Stiftung wollen wir unsere Gäste und die Öffentlichkeit neutral
und Hersteller unabhängig über innovative Technologien und Dienstleistungen in-
formieren. Nur mit energieeffizienten Innovationen sichern wir in Deutschland
nachhaltig die Beschäftigung und leisten einen Beitrag zur Erreichung des 2° C-
Welt-Klimaziels der Vereinten Nationen.“
- 22 -3 Handlungsfeld 3: Energie und Klima
3.1 Die Herausforderung
Das Handlungsfeld Energie und Klima ist einer der zentralen Punkte in der Vorbe-
reitung und Durchführung einer Veranstaltung. Klimabeeinflussender Energie-
verbrauch entsteht direkt:
• bei den Teilnehmer/innen durch die An- und Abreise und die Mobilität am
Konferenzort
• bei den Veranstalter/innen durch die Beheizung oder Kühlung des Ta-
gungsortes, die Beleuchtung und den Einsatz von Konferenztechnik.
Es entstehen aber auch indirekt klimabeeinflussende Energieverbräuche, auf die
vor allem im Vorfeld bzw. in der Planungsphase Einfluss genommen werden kann:
• durch die Auswahl eines Tagungsortes, der mehr oder weniger verkehrs-
günstig liegt,
• durch die Auswahl von Tagungsstätten und Hotels, die möglichst unter öko-
logischen und baubiologischen Aspekten gebaut und betrieben werden und
dieses - z.B. durch eine EMAS-Zertifizierung oder Ökoprofit-Zertifizierung7
nachgewiesen haben.
Die hier aufgeführten Maßnahmen haben einen engen Bezug zu den Handlungs-
feldern 1 (Mobilität) und 2 (Veranstaltungsort und Unterbringung). Für die Durch-
führung einer Tagung kann oft nur auf die gegebenen, freien Tagungsmöglichkei-
ten zurückgegriffen werden. Auch die An- und Abreise der Teilnehmer/innen kann
nur wenig beeinflusst werden. Zwei zentrale Punkte bei der Klimaneutralstellung
einer Veranstaltung durch Kompensationsmaßnahmen sind daher die Auswahl des
Tagungsortes und die Tagungsräumlichkeiten.
3.2 Die Umsetzung
Eine Übersicht über alle Maßnahmen zu diesem Themenfeld mit einer Kurzbewer-
tung findet sich in der Checkliste zu diesem Thema im Anhang.
Im Folgenden die wichtigsten Maßnahmen und wie sie umgesetzt wurden.
3.2.1 Klimaneutrale Veranstaltungen
Den größten Anteil am Energieverbrauch und der damit einhergehenden Klimare- An- und Abreise
als zentrales
levanz hat bei Tagungen das Handlungsfeld 1, Mobilität mit der An- und Abreise Handlungsfeld
der Teilnehmer/innen. Für die hier beschriebene Tagung mit einem bundesweiten
7
Die Stadt und die Region Hannover unterstützen mit ÖKOPROFIT Unternehmen bei der Verbesse-
rung des betrieblichen Umweltschutzes. Mit kompetenter externer Unterstützung erarbeiten die
Betriebe praxistaugliche Maßnahmen, die die Umwelt entlasten. Zugleich verbessern sie ihre be-
triebswirtschaftliche Situation durch Einsparungen bei Energie, Wasser, Abwasser, Abfall, Emissi-
onen, Roh-, und Betriebsstoffen.
- 23 -Charakter (bei der allerdings ein relativ großer Anteil der Teilnehmer/innen mit öf-
fentlichen Verkehrsmitteln angereist ist) liegt der von CO2OL errechnete Anteil der
Mobilität am Gesamtausstoß von CO2 bei rund 75 %. Dies ist sicherlich auch dar-
auf zurück zu führen, dass es relativ wenige Übernachtungen (nur ca. 1/8 der Teil-
nehmer/innen) gab und durch die Auswahl des Tagungsortes und des ökologisch
ausgerichteten Caterings in den anderen relevanten Bereichen unterdurchschnitt-
lich wenig klimarelevanter Energieverbrauch anfiel.
Klimaneutralstel- Durch den Einsatz von energiesparender Gebäudetechnik und den bewussten
lung durch Finan-
zierung von Auf- Einsatz von energieeffizienten Geräten im Gebäude der IG BCE wird ein wichtiger
forstungsprojek-
ten Beitrag geleistet, um die Klimaauswirkungen möglichst weitgehend zu reduzieren.
Da sie jedoch – genau wie die Verkehrsleistungen durch die An- und Abreise der
Teilnehmer/innen – nicht vollständig vermieden werden können, wurden Aus-
gleichsmaßnahmen zur Klimaneutralstellung der Veranstaltung durchgeführt. Zu-
rückgegriffen wurde dafür auf den anerkannten Anbieter CO2OL (siehe
www.co2ol.de) ein geprüfter Partner des B.A.U.M. e.V. Für die Klimaneutralstel-
lung wird die Höhe des CO2-Ausstosses differenziert für alle relevanten Bereiche
erhoben und durch internationale Klimaschutzprojekte kompensiert, die von
CO2OL selbst durchgeführt werden. Dabei handelt es sich vor allem um Auffors-
tungsprojekte, z.B. in Panama. Für die Klimaneutralstellung berechnet dieser An-
bieter etwa 20 Euro pro Tonne CO2. Die Abrechnung der gesamten CO2-
Kalkulation und die Preisbestimmung befindet sich im Anhang.
3.2.2 Gebäudeenergieverbrauch, Geräte und Armaturen
Energieerzeugung Das als Veranstaltungsort gewählte
durch gebäudeei-
gene KWK-Anlage Gebäude zeichnet sich durch einen
besonders niedrigen Energieverbrauch
und die Ausstattung mit energie- bzw.
wassersparenden Armaturen aus. Die
Energie wird teilweise aus einer haus-
eigenen Kraft-Wärme-Kopplungs-
anlage, demnächst hauptsächlich aus
Fernwärme, gewonnen.
Darüber hinaus ist durch die installierte
Gebäudeleittechnik eine effiziente Lüf-
tung und Wärmeverteilung gesichert. Durch automatische Nachtabsenkung und
die Beheizung von Tagungsräumen nur dann, wenn sie auch tatsächlich für Ta-
gungen verwendet werden, wird ein zusätzliches Einsparungspotential erzielt.
Durch die Verwendung von viel Glas ist weniger künstliche Beleuchtung notwen-
dig. Darüber hinaus ist, um eine tageslichtabhängige Beleuchtung gewährleisten
zu können, eine Ausstattung mit entsprechender Mess- und Regeltechnik vorhan-
den.
- 24 -3.2.3 Mitarbeiterschulungen
Durch die Schulung der Mitarbeiter/innen und die Beteiligung bei der Umsetzung
lassen sich oft ohne großen Investitionsaufwand viel Energie und Ressourcen ein-
sparen. Dies gilt insbesondere im Dienstleistungsbereich. Hier haben viele Prozes-
se einen geringen Standardisierungs- und Automatisierungsgrad und können in
geringerem Maße als in Produktionsbereichen durch technische Maßnahmen op-
timiert werden. Sowohl fachliches Wissen als auch die Bereitschaft und Motivation
zur Mitwirkung bei allen Mitarbeiter/innen sind deshalb im Dienstleistungsbereich
besonders wichtig.
3.3 Unsere Erfahrungen
Um die Mitarbeiter/innen der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE für Energieef- Projektgespräch
zum nachhaltigen
fizienz zu sensibilisieren wurde ein Öko-Fahrtraining durchgeführt (siehe auch: Veranstaltungs-
management
Handlungsfeld 1, Mobilität). In Vorbereitung der Preisverleihungsveranstaltung
wurde ein Projektgespräch mit allen Beteiligten zum nachhaltigen Veranstaltungs-
management durchgeführt, in dem die für jeden Bereich spezifischen Handlungs-
möglichkeiten für eine stärkere Nachhaltigkeitsausrichtung erarbeitet wurden. Da-
bei konnte an die vielfältigen Erfahrungen des IG BCE-Teams angeknüpft werden
(siehe dazu auch die Hinweise im Handlungsfeld 5, Catering).
Manfred Baumöller, Leiter des Gebäudemanagements der IG BCE:
„Unser Gebäude hat einen für das Errichtungsjahr 1994 guten Energiestandard.
Darüber hinaus schulen wir regelmäßig unsere Bauingenieure, Hausmeister und
Gebäudemanager in Energieeffizienz und Energieeinsparungsmaßnahmen. Mit
der Umstellung von Kraft-Wärme-Kopplung auf die Fernwärmeversorgung erreicht
das Gebäude ein noch höheres CO2-Einsparpotential. Im Haus haben wir von der
Medientechnik bis zum Catering eine hervorragende Infrastruktur zum Ausrichten
von Veranstaltungen und kleinen Indoor-Messen. So bleibt die IG BCE auch künf-
tig ein attraktiver und zentraler Ort zur Kommunikation und für Veranstaltungen der
IG BCE, der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE und externer Partnerorganisa-
tionen. Um uns weiter zu verbessern nehmen wir in 2009/2010 an dem Ökoprofit
Programm der Region Hannover teil.“
- 25 -4 Handlungsfeld 4: Beschaffung von Produkten und
Dienstleistungen
4.1 Die Herausforderung
Die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen ist bei Tagungen und Veran-
staltungen unter zwei Gesichtspunkten zu betrachten. Erstens wird durch die be-
wusste Beschaffung von umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen die
Nachfrage nach solchen Produkten angekurbelt. Zweitens haben gerade Tagun-
gen eine Signal- und Multiplikatorenwirkung, wenn den Teilnehmenden gegenüber
diese Entscheidung auch offensiv kommuniziert wird.
Bei der hier zugrunde liegenden Tagung hatte dieser Punkt noch eine viel weiter-
gehende Bedeutung, da es sich auch um ein Kriterium für die Verleihung des Prei-
ses beim Wettbewerb „Büro und Umwelt“ handelte. Bei der Preisverleihung sollten
gerade diejenigen Unternehmen berücksichtigt werden, die für ihren Bürobetrieb
möglichst umweltfreundliche Produkte einsetzten bzw. einsetzen. Ein zentraler As-
pekt der Preisverleihungsveranstaltung war es, zu zeigen, was heute im Bereich
Energie- und Ressourceneffizienz im Büro möglich ist. Sowohl auf der Seite der
Produzenten als auch auf Seiten der Konsumenten. Deshalb wurde an die Preis-
verleihung eine Ausstellung angebunden, bei der sich Hersteller von besonders
umweltfreundlichen Büroprodukten und –dienstleistungen mit Informationsständen
präsentieren konnten.
4.2 Die Umsetzung
Eine Übersicht über alle Maßnahmen zu diesem Themenfeld mit einer Kurzbewer-
tung findet sich in der Checkliste zu diesem Thema im Anhang.
Im Folgenden die wichtigsten Maßnahmen und wie sie umgesetzt wurden.
4.2.1 Umweltfreundliche Beschaffung
Das Thema „Umweltfreundliche Beschaffung“ war eines der zentralen Themen
beim Wettbewerb Büro und Umwelt und vor diesem Hintergrund auch ein Prüfstein
für die Tagungsorganisation. Bei allen verwendeten Materialien wurde die Herkunft
und die Umweltfreundlichkeit kritisch hinterfragt.
Begleitende Aus- Herstellern von Artikeln mit besonders umweltfreundlichen innovativen Lösungen
stellung
aus dem Bürobereich wurde die Gelegenheit gegeben, sich bei der Preisver-
leihungsveranstaltung im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren. Den Teil-
nehmer/innen bot sich so die Gelegenheit an Ständen aus den Bereichen Büro-
maschinen / Computer / Drucker, Büromöbel und Papier gezielte Informationen zu
erhalten. Einer der führenden Versandhandel von ökologischen Büroartikeln, die
memo AG (www.memo.de) , konnte als Sponsor für die Preisträger und Mitveran-
stalter der Tagung gewonnen werden.
- 26 -Der BITCOM (www.bitcom.de)
präsentierte ein Musterbüro
GREEN IT, das aus einem
Arbeitsplatz mit Geräteausstat-
tung von 2002 und einem Ar-
beitsplatz mit energieeffizienter
Technik aus dem Jahr 2008 be-
steht. Zwei Mitarbeiterinnen der
Stiftung Arbeit und Umwelt der
IG BCE arbeiteten während der
Veranstaltung an den beiden Arbeitsplätzen und die Teilnehmer/innen konnten auf
zwei Displays die dabei anfallenden Energieverbräuche beobachten, die bei glei-
cher Arbeitstätigkeit stark voneinander abwichen.
4.2.2 Papier
Papier war ebenfalls ein zentrales Thema im Ausschließliche
Nutzung von Re-
Wettbewerb „Büro und Umwelt“. Sowohl bei cyclingpapier
den begleitenden Fachvorträgen als auch in der
Ausstellung wurde das Thema Recyclingpapier
und Papierverbrauch durch mehrere Beiträge
aufgegriffen. Dort wo für die Vorbereitung und
Vollständiger Ver-
Durchführung der Veranstaltung die Verwen- zicht auf Ta-
gungsmappen
dung von Papier notwendig war, wurde konse-
quent auf Recyclingpapier zurückgegriffen. Der
konsequenteste Beitrag zur Minimierung des
Papierverbrauchs war jedoch der Verzicht auf
Tagungsmappen und die papierlose Darstel-
lung von Änderungen im Tagungsablauf über
ein innovatives Informationsdisplay (Digitales
Schwarzes Brett) der Firma heineking media.
Bereits im Vorfeld der Tagung wurde versucht, Papierlose An-
meldung
Papierverbrauch dadurch zu reduzieren, dass für die Ankündigung der Veranstal-
tung und den notwendigen Kontakt zu Preisträgern und potentiellen Besuchern
weitestgehend auf elektronische Medien zurückgegriffen wurde. Bereits in der Ein-
ladung erhielten die Teilnehmer/innen einen Hinweis auf den ausschließlich papier-
losen Kontakt durch die Veranstalter/innen und die Aufforderung auch selber mög-
lichst nur auf elektronischem Weg zu kommunizieren.
Während der Veranstaltung konnten die Teilnehmer/innen selber entscheiden,
welche der an Ständen ausgelegten Werbeunterlagen sie mitnehmen würden. In
einer Präsenttasche (aus Jute!) erhielten alle Teilnehmer/innen eine Auswahl von
ökologisch orientierten Büroprodukten wie z.B. Proben von Recyclingpapier. Diese
Proben sowie das Papier für alle zu druckenden Unterlagen wurden von Antalis
(www.antalis.de), einem der Partner des Wettbewerbs, zur Verfügung gestellt.
Auch die Urkunden der Preisträger wurden auf hochwertigem Recyclingkarton ge-
druckt.
- 27 -Trotz der vielfältigen Maßnahmen zur Eindämmung des Papierverbrauchs wurde
noch ein zusätzlicher Papierverbrauch von 2 kg pro Teilnehmer/in bei der von
CO2OL.de durchgeführten Klimaneutralstellung der Veranstaltung veranschlagt.
4.2.3 Reinigungsmittel
Zur Reinigung der Räume werden nicht ausschließlich als ökologisch gekenn-
Einsatz von pro-
fessionellen Rei- zeichnete Reinigungsmitteln verwendet, sondern milde, für die professionelle Rei-
nigungsmitteln nigung entwickelte Mittel der Firmen Henkel und Kiel verwendet, die alle gängigen
Normen einhalten. Besonderer Wert wird auf die Qualifizierung des Reinigungs-
personals und somit auf die fachgerechte Anwendung gelegt. Beauftragt mit der
Reinigung ist eine in der direkten Nachbarschaft angesiedelte Firma, die ihre Mit-
arbeiter/innen fest einstellt und tarifangebunden entlohnt.
4.3 Unsere Erfahrungen
Für die Teilnehmenden besonders auffällig und als „Stolperstein“ gleich zu Beginn
der Tagung wirkte die Entscheidung, keine Tagungsmappen auszugeben. Vielfach
wird in solchen Mappen alles das noch einmal eingelegt, was schon versandt wur-
de, oder was die Teilnehmer/innen ohnehin ausgedruckt bei sich haben. Auch wird
oftmals Informationsmaterial von Sponsoren eingelegt, das von den meisten Teil-
nehmer/innen relativ schnell im Papierkorb entsorgt wird. Wirklich aktuelle Ta-
gungsmappen bedeuten darüber hinaus einen großen logistischen Aufwand, da
meist – teilweise mit zusätzlichem Personal – kurzfristige Programmänderungen
eingelegt werden müssen. Hier stellte die Präsentation des aktuellen Programmab-
laufs auf einem digitalen Informationsdisplay der Firma Heineking media
(www.digitales-schwarzes-brett.de) vor dem Tagungsraum eine Innovation dar, die
nicht nur den Aufwand minimierte, sondern von den meisten Teilnehmer/innen
sehr positiv kommentiert wurde. Durch das teilbare Display besteht die Möglichkeit,
unterschiedliche Inhalte auf den Bildschirmsegmenten darzustellen und damit z.B.
Grundinformationen und Werbung um aktuelle Informationen zu ergänzen.
Weiterführende Für die Beschaffung von ökologischen Produkten und Dienstleistungen sind die
Hinweise auf Pro-
dukte und Dienst- Hinweise im Anhang des BMU-Leitfadens hilfreich. Dort finden sich auch Hinweise
leistungen
auf weiterführende Webportale wie z.B. www.ecotopten.de
- 28 -Für die Beschaffung von Dienstleistungen für die Preisverleihungsveranstaltung,
die ökologischen und sozialen Kriterien genügten, siehe auch die Ausführungen
zum Handlungsfeld 10, Soziale Aspekte.
Günther Reiner, Hausmeister in der Hauptverwaltung der IG BCE:
„Bei den Reinigungsmitteln hat die IG BCE Hauptverwaltung bereits in der Vergan-
genheit verschiedene ökologische Produkte getestet. Dabei haben wir die Erfah-
rung gemacht, dass die notwendige Reinigungsintensität oftmals nicht erreicht
werden konnte, weswegen auf vollständig biologisch abbaubare Reinigungsmittel
verzichtet wird. Wir bieten den Reinigungskräften aber die Verwendung solcher
Reinigungsmittel im Rahmen des Arbeits- und Allergieschutzes an. Für die Reini-
gung der Tische beziehen wir z.B. ein Öko-Reinigungsmittel, das vollständig biolo-
gisch abbaubar ist. Das Reinigungspersonal nutzt dieses aber kaum, weil es
Schlieren auf den Tischen hinterlässt, schwer trocknet und zu einem zusätzlichen
Mehraufwand bei der Büroreinigung führt. Wir händigen das Reinigungsmittel di-
rekt aus und jeder kann entscheiden, ob er es nutzt oder nicht.“
- 29 -Sie können auch lesen