Zeit für sprache - Haus für Poesie

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Zeit für sprache - Haus für Poesie
Endlich
        zeit
                                    für
14. —
20. 6.
2019                   sprache
Akademie der Künste | Hanseatenweg 10
haus-fuer-poesie.org
Zeit für sprache - Haus für Poesie
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ARTISTS
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CHOI                 PAULS
  ¨
GASTE
LITERATUR
2019

DAADGALERIE
ORANIENSTRASSE 161
BERLIN-KREUZBERG
Zeit für sprache - Haus für Poesie
Endlich Zeit für Sprache!

Sprache schafft Realitäten, Worten folgen Taten. Hass, Diskrimi-
nierendes und falsche Fakten dürfen in unserem Sprechen keinen
Raum finden. Zarathustras Dreisatz – „gute Gedanken, gute
Worte, gute Taten“ – behält seine Gültigkeit. Sprechen und
Schreiben beginnen mit dem Gedanken, der Kreation, der poiesis.

Die Kunstform der Sprache ist die Lyrik. Ihr Genauigkeitsanspruch
verwandelt Verstehen in Sprache. Wir als Lesende und Hörende
von Gedichten sind Teil dieser Weltaneignung, wir erleben, wie
                                                                    Thomas Wohlfahrt
Lyrik sprachliche Räume für kritisches und freies Denken offen-
hält. Endlich Zeit für Sprache!

Eröffnet wird das 20. poesiefestival berlin mit Weltklang – Nacht der Poesie. In sieben
Sprachen geben DichterInnen Beispiele ihrer poetischen Weltaneignung. Ein Forum diskutiert über
Diskursvergiftung, Vertrauensverlust und poetischen Widerstand. Die Ausstellung Aubergine mit
Scheibenwischer präsentiert erstmals umfänglich Oskar Pastiors „Zeichengebilde“, die mit seinem
dichterischen Werk korrespondieren. Poesiegespräche geben Einblicke in poetisch vielgestaltige
Werkstätten. Der argentinische Dichter Sergio Raimondi hält die Berliner Rede zur Poesie. Der
Kuba-Abend zeigt auf, wie Dichtung sich aus Musik und Tanz speist. Das 20. poesiefestival
berlin wirft einen Blick auf die Dichtkunst der USA, im Übersetzungsworkshop VERSschmuggel
übersetzen sich us-amerikanische und deutsche AutorInnen gegenseitig. Ein Spoken Word-
und Performance-Abend versammelt internationale Stars. Zwei Veranstaltungen widmen
sich queerem Schreiben, und anlässlich des 200. Geburtstags von Walt Whitman, dem für die
USA wichtigsten Dichter, erlebt sein Langgedicht Leaves of Grass eine szenische Inszenierung.
Lyrikline, das große Online-Lyrik-Archiv, feiert sein 20-jähriges Jubiläum – mit einer Late-Night-­
Poetry Show. Auf dem Lyrikmarkt präsentieren fast 40 Verlage und Zeitschriften ihre Publikationen,
flankiert von Lesungen und einem Programm für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Ich bedanke mich herzlich bei allen Partnern und Förderern, insbesondere beim Hauptstadtkultur-
fonds, dem Auswärtigen Amt und der Akademie der Künste, sowie bei meinem Team. Uns allen
wünsche ich ein inspirierendes Festival 2019 und den etwa 150 KünstlerInnen aus 25 Ländern
einen tollen Aufenthalt in Berlin.

Dr. Thomas Wohlfahrt
Leiter Haus für Poesie und poesiefestival berlin

                                                                                                3
Zeit für sprache - Haus für Poesie
Urlaub in Brandenburg
GCM Go City Media GmbH, Salzufer 11, 10587 Berlin • Foto: 2016 kallejipp / Photocase

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                                                                                                                                12 Radtouren
                                                                                                                                 im praktischen
                                                                                                                                    Booklet

Wer sich schon als Kind nach Bullerbü geträumt
hat, wird es im Brandenburg-Urlaub finden: wo
Eisvögel tauchen, Ponys schnauben und der
nächste Badesee nur ein paar Schritte entfernt
ist von der lauschigsten Unterkunft, die man sich
wünschen kann. Der Sommer kann kommen!
                                                                                                         Jetzt im Handel
                                                                                                                                                             Ed i t i o n v
                                                                                                                                                        ne                 o
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                                                                                           oder versandkostenfrei bestellen: tip-berlin.de/shop         8,90 €:
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                                                                                                                                                         lin          T
                                                                                       4                                                                       und ZI
Zeit für sprache - Haus für Poesie
auftakt
SO 9.6. – DO 20.6.            tgl. 11.00 – 19.00

   Aubergine mit Scheibenwischer –
   Die Zeichnungen von Oskar Pastior
                                                      Halle 3    4€

   Ausstellung

Eröffnung           SA 8.6.      15.00       Eintritt frei

   Mit Heidede Becker, Autorin des Buchs „Aubergine mit Scheibenwischer“
   Eröffnungsrede Herta Müller, Literaturnobelpreisträgerin
  „Wie lang dauert für immer“

                                                                        Mit außergewöhnlichen poe­
                                                                        tischen Konstruktionen und
                                                                        hintergründigen Wort- und
                                                                        Sprachschöpfungen hat sich
                                                                        Oskar Pastior nicht nur hier-
                                                                        zulande in die Köpfe der
    Oskar Pastior                                                       FreundInnen experimenteller
   Poesie gedichtet und gelesen. Hinter der Wertschätzung für den Dichter Oskar Pastior – er
   wurde mit zwanzig Literaturpreisen, darunter der ihm 2006 posthum verliehene Georg-Büchner-­
   Preis, geehrt – ist der Zeichner nahezu unbekannt geblieben. Die Ausstellung rückt nun die
  „Zeichengebilde“ von Oskar Pastior ins Blickfeld und zeigt, wie sie mit seinen „Wortgebilden“
   verbunden sind. Pastior skizzierte schubweise, parallel zu seinen Textprojekten, aber auch in
   den Phasen dazwischen. Sein umfangreiches grafisches Werk wirkt beim Betrachten wie eine
   Entdeckungsreise mit unbestimmtem Ziel. Seine Zeichnungen verführen zum Tagträumen in
   imaginierten Eigenwelten. Sinn kommt und geht durch die Hintertür, Bedeutung bleibt im
   Schwebezustand.

   Oskar Pastior (1927–2006) wurde im rumänischen Hermannstadt/Sibiu als Angehöriger der
   deutschen Minderheit geboren. Sein Deportationsschicksal in der Sowjetunion – er wurde 1945
   als 17-Jähriger zu vier Jahren Zwangsarbeit im Donbass verschleppt – ist in Herta Müllers Roman
  „Atemschaukel“ verarbeitet. Pastiors erster Gedichtband erschien 1964 in Bukarest. 1968 floh er
   in den Westen und lebte von 1969 an als freier Schriftsteller in Berlin.

               Kuration: Heidede Becker
               Projektleitung: Lutz Dittrich
                                                                                                   5
Zeit für sprache - Haus für Poesie
auftakt
DI 11.6.      ab 18.00        Eintritt frei

    Poets’ Corner: Lyrik in den Bezirken

    Poets’ Corner überzieht die Stadt mit Gedichten. Über 30 Berliner LyrikerInnen und ein Kollektiv
    lesen an einem Abend aus ihren Werken – in Bibliotheken, Galerien, Museen und Kulturzentren,
    unterstützt von Bezirken und Kulturinstitutionen. Überall ist Raum für Poesie!

    18.00 –20.00         Tempelhof-Schöneberg
    		 Schöneberg Museum • Hauptstraße 40/42 • S Schöneberg

    Mit Marica Bodrožić | Norbert Lange | Steffen Popp | Elisa Weinkötz
    Moderation: Ines Berwing

    18.30 –21.00         Mit te
    		Instituto Cervantes • Rosenstraße 18 • S Hackescher Markt

    Mit Timo Berger | Izaskun Gracia Quintana | Jorge Locane | Sonia Solarte mit SolArte
    Moderation: Laura Haber
    Die Veranstaltung findet auf Spanisch und Deutsch statt und wird gedolmetscht.

    19.00 –20.30         Lichtenberg
    		studio im hochhaus • Zingster Straße 25 • S Hohenschönhausen

    Mit Sandra Burkhardt | Tobias Herold | Ilia Ryvkin | Joel Scott
    Moderation: Peter Holland

    Alexandru Bulucz                  Sandra Gugić                     Anna Hetzer

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Zeit für sprache - Haus für Poesie
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    Max Czollek            Norbert Lange          Odile Kennel       Steffen Popp

    19.00 –21.00       Fr iedr ichsha in - K reuzb erg
    		 Pablo-Neruda-Bibliothek • Frankfurter Allee 14a • U Frankfurter Tor

    Mit Alexandru Bulucz | Mariola Grzyb | Alexander Kappe |
    Odile Kennel | Mati Shemoelof
    Moderation: Chris Möller

    19.00 –21.00       Treptow-Köpenick
    		NOVILLA • Hasselwerderstraße 22 • S Berlin-Schöneweide

    Mit Max Czollek | Julia Dorsch | Anna Hetzer | Simone Kornappel |
    Steve Mekoudja | Abdulkadir Musa
    Musik: Nikolaus Neuser, Trompete | Els Vandeweyer, Vibraphone
    Moderation: Vera Kurlenina

    19.30 –21.30       Pankow
    		Brotfabrik • Caligariplatz 1 • S Prenzlauer Allee

    Mit Cecília Erismann | Moritz Gause | Sandra Gugić | Adelaide Ivánova |
    Kevin Junk | Douglas Pompeu
    Moderation: Alexander Graeff

    20.00 – 21.30      Mit te
    		Neue Nachbarschaft // Moabit • Beusselstraße 26 • S Beusselstraße

    Mit Ruth Johanna Benrath | Bettina Hartz | Kollektiv Wiese (u.a. Nauras Ali,
    Marwa Younes Almokbel, Orsolya Kalász, Rahaf Gharzaddien, Kenan Khadaj)
    Moderation: Christian Filips

    ab 21.30 Come Together in der Neuen Nachbarschaft.

              Projektleitung: Felix Schiller | Saskia Warzecha
                                                                                    7
Zeit für sprache - Haus für Poesie
FR 14.6.         20.00     Studio             13/8 € inkl. Anthologie

    Weltklang – Nacht der Poesie

    Mit Yugen Blakrok     Südafrika
                                      | Patrizia Cavalli     Italien
                                                                        | Anja Golob   Slowenien
                                                                                                   |
    Rainer René Mueller     Deutschland
                                           | Eileen Myles         USA
                                                                        |
    Marion Poschmann       Deutschland
                                         | Fatemeh Shams            Iran/USA
                                                                               |
    Keston Sutherland     Großbritannien
                                           | Xi Chuan     China

    Moderation: Maren Jäger            Deutschland
                                                     Literaturwissenschaftlerin

    Weltklang – Nacht der Poesie ist die vielstimmige Eröffnung des poesiefestival berlin. D
                                                                                           ­ ichterInnen
    aus allen Teilen der Welt lesen, singen und performen in sieben verschiedenen Muttersprachen. Sie
    zeigen den Reichtum der Gegenwartslyrik, ihre Vielfalt, Ansätze und Stile. Exklusiv zur Veranstal-
    tung erscheint eine Anthologie mit den deutschen Übersetzungen zum Mit- und Nachlesen.

                               Yugen Blakrok (geb. 1984 in der Provinz Eastern Cape) gilt spätestens
                                mit dem Album „Anima Mysterium“ (I.O.T Records 2019) als Queen
                               des alternativen Rap Südafrikas. Ihre Texte sind futuristisch, virtuos
                                und komplex, stecken voll dichter Metaphern und altem Wissen. Ein
                                Song von ihr erschien auf dem Soundtrack des Marvel-Films „Black
                                Panther“: ein wichtiger Moment für die zeitgenössische südafrikanische
    Yugen Blakrok              Musik.

    Die Bücher und Lesungen von Patrizia Cavalli (geb. 1947 in Todi,
    Umbrien) genießen in ihrer Heimat Kultstatus. Ihre Gedichte, die aus
    der Perspektive einer Flaneurin geschrieben sind, oszillieren zwischen
    Epiphanie und Resignation. Es sind die Inszenierungen eines „immer
                               offenen Theaters“, auf dessen Bühne das Le-
                                                                                              Patrizia Cavalli
                                ben bei laufendem Taxameter inszeniert wird.

                               Anja Golob (geb. 1976 in Gradec) ist der Shootingstar der europäi-
                                schen Dichtung. Ihre Gedichte sind voller Risse, Scharten und Krümel.
                                Sie erzählt in einer Sprache, die äußerst beweglich ist in ihren Gelenken,
    Anja Golob
                               vom Anfang und Ende der Liebe, vom „Dortgestern und Hierheute“.

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Zeit für sprache - Haus für Poesie
Rainer René Muellers (geb. 1949 in Würzburg) Werk entsteht in der
Tradition Paul Celans. Seine Gedichte sind geschichtssatte Gebilde, in
denen das Grauen des vergangenen Jahrhunderts nachzittert. Auffällig
an ihnen ist die radikal-sprachliche Verkürzung, die mit Zitatfetzen und
Satzpartikeln arbeitet, die grafisch aus dem Text herauspräpariert werden.
Mueller liest u.a. aus seinem jüngsten Band „geschriebes. selbst mit stein“
(Edition a o u e y 2018).                                                     Rainer René Mueller

Eileen Myles (geb. 1949 in Cambridge, Massachusetts) ist so etwas wie ein Rockstar in der ame-
rikanischen Lyrikszene. Ihre ersten Lesungen gab sie im CBGB’s, dem berühmten Club im East
Village von Manhattan, wo auch die Ramones und Blondie auftraten. Sie liest Gedichte aus ihrem
jüngsten Band „Evolution“ (Grove Press 2018).

                             In den Gedichten von Marion Poschmann (geb. 1969 in Essen) geht
                             es genau und leise zu. Sie verbinden Wissenschaft mit Schönheit.
                             ­Poschmanns Lyrik, so die Jury des „Berliner Literaturpreises“ 2018,
                            „bewirkt eine ganz eigene Art von Entschleunigung. Folgt man ihr, er-
                             schließen sich neue Sprachwelten von barock üppiger und romantisch
Marion Poschmann            raumgreifender Vielfalt“.

Fatemeh Shams (geb. 1983 in Mashhad) wurde 2009 dazu gezwungen, ihr Land zu verlassen.
Nach Jahren in London lebt sie zurzeit im Exil in Philadelphia. Ihre Gedichte – bildstark, harsch
und elegant zugleich – sind auch im Politischen immer persönlich. Sie reflektieren die Brutalität von
Migration und Krieg, verbinden Trauer mit widerständiger Lust.

Der Dichter und Musiker Keston Sutherland (geb. 1976 in Bristol) ist
einer der herausragendsten Autoren der experimentellen britischen
Lyrik. In seinen Performances schickt er seine aggressiv-hochauflösenden
Texte durch alle Register. Sutherland liest Gedichte aus seinem jüngsten
Band „Whither Russia“ (Barque Press 2017).                                    Keston Sutherland

Xi Chuan (geb. 1963 in Xuzhou) ist einer der großen Dichter der Gegenwart. Weltgewandt, mit
lakonischem Humor schreibt er über leckende Wasserrohre, romantisch veranlagte korrupte
Beamte und über Nachrichten, die schon vor den Ereignissen da sind. „Alle seine Gedichte sind
Übungen im Denken, die dem Denken keine noch so kleine Selbstgefälligkeit durchgehen lassen“,
sagt Xis Übersetzerin Lea Schneider.

          Projektleitung: Alexander Gumz | Matthias Kniep
                                                                                                    9
Zeit für sprache - Haus für Poesie
SA 15.6.        17.00             Clubraum     6/4 €

     Poesiegespräch: Eileen Myles

     I’m A Poet, You Fool

     Eileen Myles   USA
                          Autorin im Gespräch mit
                                                                            Eileen Myles
     Odile Kennel   Deutschland
                                   Autorin und Übersetzerin
     Eileen Myles begann ihre Karriere als Dichterin im New York der 70er Jahre. Dort wurde sie von
     AutorInnen der zweiten Generation der New York School wie James Schuyler oder Alice Notley
     beeinflusst. Sich selbst bezeichnet Myles „als wütende, weiße Lesbe, die die brennenden Straßen
     durchwandert“ und nach New York kam, um für Aufsehen zu sorgen. Das ist ihr mit ihrem ty-
     pisch kurzzeiligen, lakonischen Stil und mittlerweile 20 Gedichtbänden auf unvergleichliche Weise
     gelungen. Eileen Myles spricht mit ihrer Übersetzerin Odile Kennel über ihr Leben und Werk.
     Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

               Projektleitung: Alexander Gumz | Matthias Kniep

SA 15.6.        18.00             Clubraum     6/4 €

     Poesiegespräch: Patrizia Cavalli

     Meine Gedichte werden die Welt nicht verändern

     Patrizia Cavalli   Italien
                                  Autorin im Gespräch mit Giorgio Agamben    Italien
                                                                                       Philosoph
     Patrizia Cavalli kam Ende der 60er Jahre aus der umbrischen Provinz nach Rom. Dort fand sie
     unter der Ägide der Schriftstellerin Elsa Morante zu ihrem eigenen Ton, der sich stark von den
     hermetischen Strömungen der Zeit abhob. Auf einer skizzierten Landkarte der Lyrik weist ihr der
     Philosoph Giorgio Agamben, der Cavallis Werk als die „vielleicht fließendste, konsistenteste“
     Dichtung des 20. Jahrhunderts rühmt, eine Ausnahmestellung zu. Ihre Gedichte vollbrächten das
     Wunder, einen Raum zu eröffnen, „wo das urzeitliche Reptil der Dichtung, das sein eigenes Aus-
     sterben überlebt hat, gedankenlos weidet“.
     Die Veranstaltung wird italienisch-deutsch gedolmetscht.

               Projektleitung: Alexander Gumz | Matthias Kniep

10
SA 15.6.      19.00         Clubraum            6/4 €

   Poesiegespräch: Keston Sutherland

   This Poetry Is Fucked

   Keston Sutherland       Großbritannien
                                            Autor
   im Gespräch mit Katharina Schultens               Deutschland
                                                                   Autorin
   Keston Sutherland ist der wichtigste Vertreter der zweiten Generation der sogenannten Cambridge
   School, einer modernistischen Bewegung, die sich radikal von einem traditionellen Poesiever-
   ständnis abkehrt. Wie sein Mentor J.H. Prynne ist Sutherland ein Marx-Exeget. Sein Langpoem
  “Hot White Andy” über das Begehren in Zeiten des Spätkapitalismus wurde als das „bemerkens-
   werteste englische Gedicht, das bisher in diesem Jahrhundert veröffentlich wurde“ (Jacket)
   gefeiert. Sutherland spricht mit seiner Übersetzerin Katharina Schultens und liest Gedichte, die er
   eigens für diese Veranstaltung geschrieben hat.
   Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

             Projektleitung: Alexander Gumz | Matthias Kniep

MO 17.6.       16.30          Clubraum              6/4 €

   Poesiegespräch: Xi Chuan

   Im Audi A6 Richtung Han-Dynastie

   Xi Chuan   China
                      Autor im Gespräch
                                                                             Xi Chuan
   mit Lea Schneider      Deutschland
                                        Autorin und Übersetzerin
   Xi Chuan gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Dichter Chinas. Neun Bände sind bislang
   von ihm erschienen. Xi Chuan nutzt in seiner Lyrik „ein konkurrenzlos tiefes historisches Wissen,
   um sich über die Eindimensionalität der Tradition lustig zu machen“, schreibt die Übersetzerin
   Lea Schneider. „Jeder Verweis auf Geschichte und Herkunft in seinen Texten ist dazu da, zu zeigen,
   wie kontingent die Grenzen und Normen von heute sind.“ Schneider spricht mit dem vielgereisten
   Dichter über sein bildungspralles, immer zugleich witziges Werk.
   Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

             Projektleitung: Alexander Gumz | Matthias Kniep

                                                                                                   11
MI 19.6.        17.00         Clubraum          6/4 €

     Poesiegespräch: Fatemeh Shams

     Als sie die Tür eintraten

     Fatemeh Shams      Iran/USA
                                   Autorin im Gespräch mit
                                                                               Fatemeh Shams
     Maryam Aras     Deutschland
                                   Iranistin und Literaturjournalistin

     Fatemeh Shams ist eine politische Geflüchtete, eine Dichterin im Exil. Doch auch in den USA ist
     die preisgekrönte Autorin politisch aktiv, engagiert sich in der iranischen Community. Shams Ge-
     dichte stellen persönliche, kunstvolle Reflektionen dieser Situation dar, die so viele im 21. Jahrhun-
     dert betreffen. Sie berichten von Menschen, für die Heimat nur noch „eine traurige Vergangenheit
     ohne Ende ist“, wie es in einer Zeile von Shams heißt. Bildstark kondensiert Shams erlebtes Leid
     in Texte, die in ihrer Schönheit darüber hinausweisen. Mit Maryam Aras spricht sie übers Dichten
     im Exil, über Poesie und Politik.
     Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

               Projektleitung: Alexander Gumz | Matthias Kniep

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 EIN PORTAL DES LITER ARISCHEN COLLOQUIUMS BERLIN & DES BR ANDENBURGISCHEN LITER ATURBÜROS.
                                                                                                                                                     AUTORENLEXIKON, PREISE & STIPENDIEN, LITERATURZEITSCHRIFTEN,
                                                                                                                                                                                                                    BERLINER LITERATURKALENDER, WRITERS@BERLIN, LITERATUR-
                                                                                                                                                                                                                                                                             LANDSCHAFT, LITERATOUREN UND BUCHEMPFEHLUNGEN ...
                                                                                                                    DER LITERATURHAFEN IM INTERNET
                                                                                                 LITERATURPORT.DE

12
SA 15.6.      20.00               Kl. Parkett           14/10 €

   superpowerpoetry

   Spoken Word meets Slam Poetry meets Hip-Hop

   Mit Yugen Blakrok          Südafrika
                                          MC | Sarah Kay      USA
                                                                    Dichterin |
   Francesca Beard         Malaysia/Großbritannien
                                                     Dichterin |
   Julian Heun      Deutschland
                                  Dichter
   Moderation: Julian Heun

    Yugen Blakrok                  Sarah Kay                        Francesca Beard   Julian Heun

  „superpowerpoetry“ ist die gesammelte Kraft von Spoken Word-HeldInnen von vier verschiedenen
   Kontinenten. Auf dem Weg vom Kopf bis zum Blatt geht beim Schreiben nicht selten ein Stück
   Energie verloren, so dass der Buchstabe auf dem Papier kraftlos erscheint. Genau hier kommt
  „superpowerpoetry“ zum Einsatz und verleiht den Worten mit Stimmen und Körpern neue Dyna-
   mik. Die Performer bespielen das Energiefeld mit Slam Poetry, Spoken Word und Hip-Hop.

   Sarah Kay, Spoken Word-Ikone aus New York, Francesca Beard, eine der aufregendsten und auf-
   strebenden Stimmen Großbritanniens, die Südafrikanerin Yugen Blakrok, die mit Hip-Hop und
   tranceartigen Klängen bezaubert, und Julian Heun, dreifacher deutschsprachiger Meister im
   Poetry Slam, präsentieren an diesem Abend ihre Texte – ob gereimt oder ungereimt, sozialkritisch
   oder intim, humoristisch oder den Tränen nah, kompromisslos oder zart. Hier wird mit lyrischem
   Magnetismus experimentiert und der Wortakku wieder aufgeladen. Poetry: On.
   Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.

             Kuration: Isabel Aguirre Siemer | Julian Heun
             Projektleitung: Isabel Aguirre Siemer

                                                                                                    13
POESIE TRIFFT LITERATUR
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             Zeitreisen ins 20. Jahrhundert # 4.2019
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      buecher-magazin.de/poesie
SA 15.6.        22.00           Studiofoyer               10/7 €

   Lyrikline Late Night                                                                        Jahre
                                                                                                    20

                                                                                                      Lyrikli
   Poetry Show

   Mit den DichterInnen Daniel Falb                 Deutschland
                                                                  |
                                                                                                     ne
   Cia Rinne     Schweden/Deutschland
                                        | Tom Van de Voorde           Belgien

   Musik: Maxi Pongratz            Deutschland

   Moderation: Marie Kaiser               Deutschland
                                                        Radiojournalistin |
   Ryan Van Winkle         Schottland
                                        Dichter

   Lyrikline wird 20! Seit 1999 fängt die Webseite die Stimmen der DichterInnen ein – inzwischen
   sind es fast 1.400 in 90 Sprachen.

   Wir laden alle FreundInnen der Poesie zu einer Geburtstags-Show ein, unvorhersehbar wie ein
   Poetry-Bingo in Svalbard, verspielt und vielsprachig. Ohne Showtreppe, dafür mit klasse DichterInnen
   und guter Musik!
   Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.

    Cia Rinne                                 Daniel Falb                       Tom Van de Voorde

                Projektleitung: Juliane Otto | Heiko Strunk

                                                                                                          15
SO 16.6.        11.00          Studio        10 / 7 €

      Forum: Hate, Fake, Rage.

      Über Vertrauensverlust, Diskursvergiftung
      und poetischen Widerstand

      Fake News, populistische Propaganda, Wut- und Hassbotschaften prägen zunehmend den öffent-
      lichen Diskurs. Sie kommen in einer verrohten, gewaltgeladenen Sprache zum Ausdruck, die
      Individualität und Ambivalenz tilgt. Zugleich schwindet das Vertrauen in Institutionen der Öffent-
      lichkeit wie Parteien und Medien. Die TeilnehmerInnen des Forums diskutieren, worin die Ursachen
      für diese Entwicklungen liegen und wie sich dagegen Widerstand leisten lässt – gesellschaftlich,
      politisch und poetisch.

11.00        Die kommende Sprache. Dialekt, Bilinguismus, Poesie
             Vortrag von Giorgio Agamben                 Italien
                                                                   Philosoph
             Einführung Asmus Trautsch                Deutschland
                                                                    Philosoph und Dichter
             Ein Vortrag zur Idee einer kommenden Sprache, in der das Vergangene angerufen wird,
             und über den für die italienische Lyrik konstitutiven Bilinguismus – eine Allianz und ein
             Konflikt zwischen der grammatikalisch geregelten Schriftsprache und dem Dialekt als dem
            „rein oralen Moment der Sprache“ (Pasolini).

12.30        Fake News, Bullshit, Lüge.
             Über Mittel der Manipulation und Wege der Aufklärung
             Mit Patrick Gensing Deutschland Journalist, Redakteur beim faktenfinder |
             Johannes Hillje Deutschland Politikberater | Philipp Hübl Deutschland Philosoph
             Moderation: Asmus Trautsch
             Der Aufstieg populistischer Parteien und Gruppierungen ist ohne den Einsatz von digitaler
             Propaganda kaum denkbar. Lügen und fahrlässiger Umgang mit Wahrheit erodieren die
             Formen und Normen der demokratischen Öffentlichkeit. Die Podiumsdiskussion beleuch-
             tet Hintergründe dieser Phänomene und fragt, wie man ihnen effektiv begegnen kann.

13.45        Dichten im Diskurs und gegen ihn.
             Sprachvergiftung und poetischer Widerstand
             Lesung und Gespräch mit Dagmara Kraus                             Deutschland
                                                                                             Dichterin |
             Márió Z. Nemes       Ungarn
                                           Dichter | Nilay Özer       Türkei
                                                                               Dichterin
             Moderation: Tanja Dückers           Deutschland
                                                               Dichterin und Journalistin
             Wie geht Dichtung mit der Verrohung des öffentlichen Diskurses um? Worin liegt ihre
             Widerstandskraft begründet? Ein poetischer Austausch zur Sprachveränderung in Gesell-
             schaft und Politik im digitalen Zeitalter.

 16
Nilay Özer                       Giorgio Agamben                   Tanja Dückers

Márió Z. Nemes                   Asmus Trautsch                    Dagmara Kraus

Patrick Gensing                  Philipp Hübl                      Johannes Hillje

Das Forum wird italienisch-deutsch und englisch-deutsch gedolmetscht.

             Kuration: Asmus Trautsch
             Projektleitung: Hendrik Schnittker

                                                                                     17
SO 16.6.       14.00 –19.00       Eintritt frei

     Lyrikmarkt

     Am Sonntag wird die Akademie der Künste zum poetischen Wimmelbild. Im Studiofoyer präsen-
     tieren fast 40 Verlage und Zeitschriften ihr Programm, flankiert von Lesungen im Buchengarten
     und einem Programm für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Gräsergarten.

Studiofoyer          Büchermarkt:
 Vorplatz            Schmökern und Shoppen

                     U.a. mit außer.dem | backbonebooks | BELLA triste |
                     Bücherbunker Berlin | Distillery Press | Edition Rugerup | Elif Verlag |
                     Gutleut Verlag | Haymon Verlag | hochroth Verlag | KLAK Verlag |
                     KOOKbooks | Limbus Verlag | Märkischer Verlag Wilhelmshorst |
                     mosaik | Nord Verlag | parasitenpresse | Poetenladen Verlag |
                     Propeller Books | Randnummer Literaturhefte | Reinecke & Voß |
                     roughbooks | [SIC] Literaturverlag | SINN UND FORM | Sommergras |
                     Sujet Verlag | SUKULTUR | vauvau-verlag für interaktive Lyrik |
                     Verlag Hans Schiler | Verlag Peter Engstler | Wallstein Verlag |
                     zero sharp

Buchengarten         Lesungen

                     Mit den DichterInnen Maja-Maria Becker | Ines Berwing | Kyle Dacuyan |
                     Dmitri Dragilew | Özlem Özgül Dündar | Christian Filips |
                     Johannes CS Frank | Angelíca Freitas | Orsolya Kalász & Peter Holland |
                     Adrian Kasnitz | István Kemény | Thilo Krause & Gäste des
                     internationalen Treffens von Lyrikübersetzern JUNIVERS |
                     Clemens Kuhnert | Tristan Marquardt | Lee Mokobe | Márió Z. Nemes |
                     Malte Persson & Mareen Bruns | Verena Stauffer |
                     Christel Steigenberger | Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki &
                     Michael Zgodzay | Saskia Warzecha
                     Moderation: Aurélie Maurin, Übersetzerin und Herausgeberin |
                     Alexander Filyuta, Übersetzer

              Projektleitung: Matthias Kniep | Felix Schiller

18
14.00 –18.00       Gräsergarten

   Lyrikmarkt für Kinder,
   Jugendliche und junge Erwachsene

   Poetry Yoga
   Mit Shannon Sullivan
   Atem. Bewegung. Klang. Sprache. Poesie als Ganzkörpererfahrung.
   Mit Textauszügen von Walt Whitman, Emily Dickinson und Audre Lorde.

                         Hybride Kalligrafien
                          Mit Ella Ponizovsky Bergelson
                          Die Poesie der Buchstaben. Tusche, Federn, Schablonen und edle Papiere.
                         Alle Schriften sind willkommen.

   Poetry Retreat Table
   Mit Patricia Helena Nash
   Schreiben, Tapen, Stenceln, Collagieren und Buttons herstellen.
   Eine ruhige Oase im Festivalgeschehen.

   Hände hoch! Mein optimiertes Jahrzehnt
   Abschlusslesung junger DichterInnen
   der Schreibwerkstätten open und young poems

               unter der Leitung von Dagmara Kraus und Birgit Kreipe
   Mit Cheikh Anta Belle Kum | Laura Baertle | Josephine Baetz | Momo Bera |
   Josephine Berkholz | Gesche Beyer | Julia Brüggemann | Anastasia Chaguidouline |
   Julia Deutsch | Caoimhe Donnelly | Julia Dorsch | Anja Engst | Carlotta Frei |
   Rira Hilna | Johanna Hühn | Melanie Irmey | Luise John | Jelena Kern |
   Kierán Meinhardt | Ani Mrelashvili | Patricia Helena Nash | Victoria Popow |
   Dean Ruddock | Greta Schmerberg | Hannah Schraven | Lisa Starogatzki |
   Sophie Stroux | Valerie Tomasov | Anna Wimmer | Kasia Wojcik

     Die Veranstaltungen finden auf Deutsch und Englisch statt.

               Projektleitung: Karla Montasser
                                                                                               19
SO 16.6.         19.30       Kl. Parkett       6/4 €

     Berliner Rede zur Poesie 2019: Sergio Raimondi

     Probleme beim Schreiben einer Ode an den Pazifischen Ozean

                                                        Sergio Raimondi (geb. 1968 in Bahía Blanca,
                                                        Argentinien) gilt seit Erscheinen seines ersten
                                                        Gedichtbandes „Poesía civil“ im Jahre 2001
                                                        („Zivilpoesie“, Reinecke & Voß 2017, über-
                                                        setzt von Timo Berger) als Erneuerer der argen-
                                                        tinischen Poesie. Der Dichter Arturo Carrera
                                                        rühmte die Zivilpoesie, weil sie in absolutem
                                                        Kontakt zur Realität stehe und die Sprache
                                                        unserer Zeit reinwasche. Raimondis Texte sind
                                                        immer in einem empathischen Sinne politisch.
                                                        In nur wenigen Versen vermag er es, die Grund-
                                                        satzfragen der politischen Ökonomie auf eine
                                                        Scheibe Kastenbrot runterzubrechen. Dabei geht
                                                        er stets von seiner Heimatstadt Bahía Blanca
                                                        mit ihrem wichtigen Exporthafen aus. Seit fast
      Sergio Raimondi
                                                        zwei Jahrzehnten arbeitet Raimondi an seinem
     zweiten Band, ein gewaltiges enzyklopädisches Projekt, das kurz vor seiner Vollendung steht und
     den Titel „Für ein kommentiertes Wörterbuch“ tragen wird. Eine Auswahl ist bereits unter glei-
     chem Titel 2012 im Berenberg Verlag erschienen. Sergio Raimondi war 2018 Gast im Berliner
     Künstlerprogramm des DAAD.

     In seiner Berliner Rede geht Raimondi auf Adornos Forderung nach einer Poesie auf der Höhe des
     Kapitalismus ein. Er weist diese Forderung in einer für ihn typischen gedanklichen Volte als maß-
     los zurück, da der Kapitalismus seinem Wesen nach mit all seinen globalen Strategien selbst
     maßlos sei. Muss der Dichter also mit Karten und Statistiken operieren, um angemessen poetisch
     reagieren zu können? Die Beantwortung dieser Frage, die Raimondi in seiner Rede unternimmt,
     stellt die Forderung Adornos vom Kopf auf ihre Füße und macht einen ebenso maßlosen Vorteil
     auf Seiten des Dichters deutlich: Der Kapitalismus ist niemals auf der Höhe der Poesie.

     „Probleme beim Schreiben einer Ode an den Pazifischen Ozean“ erscheint zur Veranstaltung auf
     Spanisch und Deutsch (übersetzt von Timo Berger) im Wallstein Verlag (13,90 €).
     Die Rede wird auf Spanisch gehalten, die Übersetzungen liegen auf Deutsch vor.

                Projektleitung: Matthias Kniep

20
SO 16.6.          21.00           Kl. Parkett         6/4 €

   Nahost trifft Europa.

   Übersetzungsworkshop: Arabisch-Deutsch

   Mit den DichterInnen Noor Kanj                 Syrien/Deutschland
                                                                       & Sandra Burkhardt    Deutschland
                                                                                                           |
   Golan Haji      Syrien/Frankreich
                                       & Sonja vom Brocke        Deutschland

   Moderation: Christian Filips             Deutschland
                                                          Dichter

   Übersetzen ist eine abenteuerliche Reise voller Wunder durch die Meere der Sprachen. Vier mutige
   DichterInnen aus Syrien und Deutschland wagen das Abenteuer. Drei Tage lang treffen sie sich
   während des poesiefestival berlin und übersetzen gegenseitig ihre Gedichte. Die Ergebnisse dieses
   arabisch-deutschen VERSschmuggels werden an diesem Abend in einer zweisprachigen Lesung
   vorgestellt.

   Unter Mitwirkung der SprachmittlerInnen Leila Chammaa | Günther Orth
                 Projektleitung: Kenan Khadaj

    Noor Kanj                                                                      Christian Filips

    Golan Haji                               Sandra Burkhardt                      Sonja vom Brocke

                                                                                                               21
MO 17.6.          19.30         Kl. Parkett           10/7 €              13/8 € Kombiticket inkl. Poesiegespräch

     Queer Poets. Queer Voices – 50 Jahre Stonewall

      Lesung und Gespräch

      Mit den Autor*innen Angélica Freitas                Brasilien
                                                                      | Lee Mokobe   Südafrika
                                                                                                 |
      Urayoán Noel    Puerto Rico/USA
                                        | Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki           Polen

      Moderation: Matthias Frings           Deutschland
                                                          Journalist und Autor

     Vor 50 Jahren, in der Nacht des 27. Juni 1969, hatten sie genug: Die Besucher*innen der Szenebar
     „Stonewall Inn“ in der New Yorker Christopher Street setzten sich gegen die willkürlichen Polizei-
      razzien zur Wehr. Der zweitägige Aufstand markiert den Beginn der homosexuellen Bürgerrechts-
      bewegung. Seitdem wird dieser mit Christopher-Street-Day-Paraden weit über die Grenzen der
      USA hinaus gefeiert. Doch nicht überall sind Gleichberechtigung und gesellschaftliche Akzeptanz
      von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* (LGBT) selbstverständlich. Diskriminierung, Aus-
      grenzung bis hin zu anti-homosexueller Gewalt nehmen wieder zu.

     Wie erleben Dichter*innen in verschiedenen Ländern die Situation der LGBT-Community? Wie
      reflektieren sie die Veränderungen, wie Liebe, Sexualität und Identität in ihrer Lyrik?

      Der junge südafrikanische Slam-Poetry-Star Lee Mokobe reflektiert in mitreißenden Performances
      seine Identitätsfindung als Transgender. Angélica Freitas erlebt, wie mit Präsident Jair Bolsonaro
     die Homosexuellenfeindlichkeit in Brasilien zur Staatsräson wird. Als Kind puerto-ricanischer Ein-
      wanderer bedeutet für Urayoán Noel die queere Identität auch, sich als Autor frei zwischen den
      Sprachen zu bewegen. Und Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki, eine der großen unverwechselbaren
      Stimmen der europäischen Poesie, beschwört in seinen Gedichten die Erinnerung an Geliebte,
      verstorbenen Freunde und die Traumata mehrfachen Außenseitertums.
      Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht. Die Texte liegen auf Deutsch vor.

                Projektleitung: Matthias Kniep | Axel Schock

22
MO 17.6.        17.30           Clubraum              6/4 €         13/8 € Kombiticket inkl. Lesung

   Stonewall was a riot!

   Podiumsgespräch zum 50. Jahrestag
   des New Yorker Homosexuellenaufstands

   Mit den Autor*innen Edmund White                    USA
                                                             | Eileen Myles   USA
                                                                                    | Jericho Brown   USA

   Moderation: Peter Rehberg            Deutschland
                                                      Kultur- und Medienwissenschaftler

  „Wir sind Teil einer gewaltigen Rebellion aller Unterdrückten“ – So empfand Edmund White die
   Ereignisse in der Christopher Street, die er miterlebte und die sein literarisches Schaffen nachhaltig
   prägten. Welche Bedeutung hatte Stonewall für ihn und die LGBT-Autor*innen der nachfolgenden
   Generationen? Was ist vom Geist dieser Revolte geblieben?
   Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

             Projektleitung: Matthias Kniep | Axel Schock

   Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki   Angélica Freitas                Lee Mokobe                  Urayoán Noel

   Jericho Brown                Edmund White                    Twin City Pride Parade Minneapolis 2013

                                                                                                            23
MO 17.6.         21.30              Studiofoyer          10/7 €

     Dichterabend #6:

     Freily ausgefranst. Translingual Poetics

     Performance
     Mit den AutorInnen Don Mee Choi                 Südkorea/USA
                                                                    | LaTasha N. Nevada Diggs         USA
                                                                                                            |
     Johannes Göransson            Schweden/USA
                                                  | Sawako Nakayasu          Japan/USA
                                                                                         | Urayoán Noel   Puerto Rico/USA

     Konzept und Moderation: Christian Hawkey                        USA
                                                                           Dichter und
     Uljana Wolf     Deutschland
                                   Dichterin

     Don Mee Choi                   Johannes Göransson              LaTasha N. Nevada Diggs     Sawako Nakayasu

     Was macht translinguales Schreiben mit unserem Wahrnehmen und Verstehen? Welche Räume des
     Nicht- und Unverstehens öffnet es und was passiert dort? Ist es überhaupt übersetzbar? Uljana
     Wolf und Christian Hawkey haben fünf AutorInnen eingeladen, die für die eigene schriftstelleri-
     sche und übersetzerische Ko-Praxis seit Jahren inspirierend wirken – nun präsentieren sie ihre
     Texte: als Klanginstallation, Performance, Lesung oder Collage. Gemeinsame Bezugspunkte der
     fünf DichterInnen sind die USA und die englische Sprach-Macht. Alle fünf befragen und perforieren
     deren Dominanzsysteme mit der Strahlkraft freifransender Vektoren aus der ganzen Welt – bis das
     Englische seine babylonischen Reservoire öffnet, sich auf das Spanische, Schwedische, Koreanische,
     Japanische, Maori, Hindi und Swaheli einlässt. Die einzelnen Sprachen stehen so nicht als un-
     kritisches Globabel und in sich gefestigt nebeneinander, sondern durchqueren sich gegenseitig im
     Spannungsfeld multipler Un(zu)gehörigkeiten. Translingualität wird gedacht als politische Geste
     des Widerstands, als abgelauschter Sprachmix, als dauernd wiederholter Übersetzungsvorgang, als
     Spracharchipel, als mediale Öffnung und als Textereignisse, die „unstatements“ produzieren.
     Was passiert im Raum, wenn alle irgendetwas nicht verstehen? An diesem Abend lässt es sich
     herausfinden.
     Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt und wird nicht gedolmetscht.
     Zur Veranstaltung erscheint ein Chapbook mit Statements, Texten und Übersetzungen
     im Verlag hochroth, das vor Ort für 8 € erhältlich ist.

               Projektleitung: Felix Schiller
24
DI 18.6.      16.30             Clubraum           6/4 €

          Poesiegespräch:
          Freily ausgefranst. Translingual Poetics

          Mit den AutorInnen Don Mee Choi                Südkorea/USA
                                                                        | LaTasha N. Nevada Diggs        USA
                                                                                                               |
          Johannes Göransson           Schweden/USA
                                                      | Sawako Nakayasu         Japan/USA
                                                                                            | Urayoán Noel   Puerto Rico/USA

          Konzept und Moderation: Christian Hawkey                      USA
                                                                              Dichter und
          Uljana Wolf   Deutschland
                                      Dichterin

          Übers Mehrsprachige sprechen! Fünf AutorInnen diskutieren mit Uljana Wolf und Christian
          Hawkey über translinguale Poesie in Theorie und Praxis. Wie wird die Vielsprache zur Mehr-
          sprache, welche unterschiedlichen Poetiken zeigen sich aus der Arbeit mit Übergängen und ihrem
          Verfließen? Es wird mit Sicherheit in vielen Zungen gesprochen.
          Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

                    Projektleitung: Felix Schiller

Projekt1_Layout 1 16.04.19 14:45 Seite 1

     Berlins queeres
             Stadtmagazin

    Von Berghain
    bis Deutsche Oper.
    Wir wissen,
    wo Kultur
    gemacht wird.

                     siegessäule.de
DI 18.6.        19.30           Kl. Parkett           10/7 €             13/8 € Kombiticket inkl. Poesiegespräch

     VERSschmuggel USA – Deutschland – reVERSible

     Mit den DichterInnen Jericho Brown                  USA
                                                               & Georg Leß        Deutschland
                                                                                                |
     Mario Chard     USA
                           & Ronya Othmann           Deutschland
                                                                   | Linda Gregerson USA & Ulrich Koch Deutschland |
     Ilya Kaminsky USA & Dagmara Kraus Deutschland | Sandra Meek USA &
     Yevgeniy Breyger Deutschland | Brenda Shaughnessy                   USA
                                                                               & Anja Kampmann                 Deutschland

     Moderation: Karolina Golimowska               Deutschland
                                                                   Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin

     Drei Tage lang treffen sechs US-amerikanische und sechs deutsche DichterInnen paarweise auf-
     einander und „schmuggeln“ Verse über sprachliche und kulturelle Grenzen. Mithilfe interlinearer
     Übersetzungen und SprachmittlerInnen übersetzen sie die Gedichte der Partnerin/des Partners.

     Ilya Kaminsky                 Linda Gregerson                   Ronya Othmann                       Ulrich Koch

     Die Ergebnisse dieses intensiven poetischen Austausches werden an diesem Abend in einer zwei-
     sprachigen Lesung präsentiert. Die Anthologie dazu erscheint im Frühjahr 2020 im Verlag Das
     Wunderhorn.

     Zusammen mit den Versen wird ein Reichtum an kulturellen Traditionen „geschmuggelt“, und es
     werden Einblicke in die gegenwärtige gesellschaftliche und politische Stimmung auf beiden Seiten
     des Atlantiks gewährt. Die hier entstandenen Nachdichtungen vermitteln einfühlsam zwischen
     beiden Ufern, wo Sensibilität in der öffentlichen Debatte immer seltener vorkommt. Dieser Beitrag
     zur gegenseitigen Verständigung jenseits der großen Politik zeigt Lyrik als einen Seismografen, der
     schnell und direkt die wichtigsten gesellschaftlichen Signale auffängt.

     Unter Mitwirkung der SprachmittlerInnen Irina Bondas                              Deutschland
                                                                                                     |
     Catherine Hales       Großbritannien
                                            | Magdalena Kotzurek           Deutschland
                                                                                         |
     Anneke Lubkowitz         Deutschland
                                            | Lilian Maria Pithan        Deutschland
                                                                                       | Joel Scott        Australien

               Kuration: Jericho Brown | Karolina Golimowska |
               Alexander Gumz | Ilya Kaminsky
               Projektleitung: Karolina Golimowska | Alma Magdalene Knispel (Assistenz)

26
DI 18.6.      18.00            Clubraum      6/4 €              13/8 € Kombiticket inkl. VERSschmuggel

   Poesiegespräch: A Peaceful Country

   Mit den DichterInnen Linda Gregerson             USA
                                                          | Ilya Kaminsky     USA
                                                                                    |
   Ulrich Koch   Deutschland
                                | Ronya Othmann   Deutschland

   Moderation: Karolina Golimowska Deutschland Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin

   Wie wird poetisch gefasst, was politisch aktuell turbulent ist in den USA? In Zeiten von Ausnahme-
   zuständen beziehen auch DichterInnen klare Positionen. AutorInnen des diesjährigen VERS-
   schmuggel sprechen darüber, wie durch Nachdichtungen eine transatlantische Brücke entsteht,
   über die gesellschaftliche Stimmung und gegenseitige Empfindlichkeiten transportiert werden
   können.
    Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

             Projektleitung: Karolina Golimowska | Alma Magdalene Knispel (Assistenz)

DI 18.6.      21.30            Clubraum      10/7 €

   datenschemen & zeichensprachen

   Ein Abend mit Digitaler Poesie
                                                                                            Jörg Piringer

   Lesung und Performance
   Mit Heike Fiedler     Schweiz
                                   Bild- und Lautpoetin | Sabine Maier         Österreich
                                                                                            MACHFELD |
   Jörg Piringer   Österreich
                                Dichter | Hanne Römer      Österreich
                                                                        .aufzeichnensysteme

   In drei Akten untersuchen die AutorInnen und KünstlerInnen Sprache als Herrschaftstechnik im
   Informationszeitalter, Sprachvielfalt als Strategie gedanklichen Widerstands und grundlegende
   Zweifel als Aneignung der Zersplitterung von Wirklichkeitskonstruktionen. Mit Hilfe künstlicher
   Intelligenz, scheinbar obsoleten Mediengeräten und audiovisueller Poesie werden Machtstrukturen
   in Frage gestellt, und Sprache wird neu erlebbar.

             Kuration: Jörg Piringer
             Projektleitung: Hendrik Schnittker

                                                                                                            27
MI 19.6.       19.30        Studio            13/8 € inkl. Poesiegespräch

     Walt Whitman: Grasblätter – Eine Inszenierung

     Regie: Leopold von Verschuer
     DarstellerInnen: Tony De Maeyer | Matthias Rheinheimer |
     Leopold von Verschuer | Jutta Wachowiak
     Übersetzung: Jürgen Brôcan
     Gesang: Sarah van der Kemp | Klavier: Adrian Heger
     Musik: George Crumb | Paul Hindemith | Franz Schreker | Kurt Weill

                                         Vor dem Wohnwagen eines amerikanischen Trailerparks ver-
                                         sammelt sich eine heterogene Gesellschaft. Jung und alt,
                                         redend und singend, holen sie aus einer Pappschachtel nach
                                         und nach die Blätter eines überbordenden Versgewebes. Kalei­
                                         doskopisch entfalten sie Walt Whitmans kraftvolle Dichtung
                                         als Reise in Worten durch die Landschaften der Vereinigten
                                         Staaten. Mit ihnen erleben wir diese „Grasblätter“ als den
                                         Aufbruch und die ständige Grenzüberschreitung, die sie für
                                         die moderne Dichtung Amerikas bedeuten.

                                          „Er ist Amerika“, sagte Ezra Pound über den Dichter Walt
     Walt Whitman                        Whitman (1819–1892), den Begründer der modernen ame-
     rikanischen Dichtung. In seinen “Leaves of Grass” („Grasblätter“) besingt er den Aufbruch der
     USA nach dem Bürgerkrieg. In seiner Dichtung vereint Whitman Ideen aus Kultur, Gesellschaft,
     Politik, Wissenschaft und Mystik seiner Zeit. Seine Gesänge sind Abbild und Vision einer moder-
     nen Nation der „Vereinigten Staaten“, die Spaltungen überwinden und allen Menschen Freiheit
     und Demokratie bringen sollen.

     Die Whitman-Vertonungen von Paul Hindemith, Franz Schreker, George Crumb und Kurt Weill
     machen dabei hörbar, wie vielgestaltig diese Dichtung bis heute nachwirkt. Nach „Fredy Neptune“
     des Australiers Les Murray (2009), „Dunckler Enthusiasmo“ des Italieners Pier Paolo Pasolini
     (2011) und dem Langpoem „Prosa meiner Heimatstraße“ des Büchner-Preisträgers Wolfgang Hilbig
     (2013) inszenierte der Regisseur, Übersetzer und Schauspieler Leopold von Verschuer in diesem
     Jahr das zentrale Werk der amerikanischen Literatur. Ihm zur Seite stehen herausragende Dar-
     stellerInnen wie Jutta Wachowiak, Matthias Rheinheimer, die Mezzo-Sopranistin Sarah van der
     Kemp sowie der flämische Schauspieler Tony de Maeyer. Die musikalische Leitung und Begleitung
     hat der Pianist, Dirigent und Neue Musik-Spezialist Adrian Heger.

              Projektleitung: Andreas Conrad

28
MI 19.6.      18.00          Clubraum               6/4 €       13/8 € inkl. Inszenierung

   Poesiegespräch: Walt Whitman – Grasblätter

   Kyle Dacuyan      USA
                           The Poetry Project New York |
   Leopold von Verschuer            Deutschland
                                                  Regisseur im Gespräch mit
   Ulla Haselstein    Deutschland
                                    John F. Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin

   An Walt Whitman, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt, kommt nicht vorbei,
   wer die Mentalität der US-Amerikaner wie deren Lyrik zu verstehen sucht. “Leaves of Grass”
   („Grasblätter“) ist sein Hauptwerk: „das Schatzkästlein Amerikas“. Dank der Übersetzung des
   Lyrikers Jürgen Brôcan liegt es in Gänze auf Deutsch vor und ist beim poesiefestival berlin in
   theatraler Bearbeitung zu erleben. Das Poesiegespräch ergründet, wie Whitman und seine „Gras-
   blätter“ die heutigen USA und Europa befragen.
   Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

              Projektleitung: Hendrik Schnittker

    Adrian Heger               Jutta Wachowiak               Matthias Rheinheimer   Sarah van der Kemp

    Tony De Maeyer             Kyle Dacuyan                  Ulla Haselstein        Leopold von Verschuer

                                                                                                            29
MI 19.6.         21.30          Studio      6/4 €

      ZEBRA-Poesiefilmclub: Sprachgewalt

      Moderation: Alexander Gumz           Berlin
                                                    Dichter |
      Thomas Zandegiacomo Del Bel          Berlin
                                                    künstlerischer Leiter des ZEBRA Poetry Film Festival

                                                                                   Die Macht der Sprache,
                                                                                   Manipulation und Diskri-
                                                                                   minierung sind die Themen
                                                                                   dieses Poesiefilmclubs. Die
                                                                                   ausgewählten Poesiefilme
                                                                                   nehmen Gegenpositionen
                                                                                   ein und stellen kritische
      Project Mistaken Muslim                                                      Fragen. Mit Gedichten von
     Anida Yoeu Ali, Yehuda Amichai, W. H. Auden, Paul Bogaert, Natalie Diaz, Neil Gaiman, Nora
      Gomringer, Louis MacNeice und Danez Smith.

      Das ZEBRA Poetry Film Festival wurde 2002 vom Haus für Poesie gegründet. Es ist bis heute die
      größte internationale Plattform für Kurzfilme, die auf Gedichten basieren – den Poesiefilmen. Das
      nächste ZEBRA Poetry Film Festival findet vom 5. bis 8. Dezember 2019 in Berlin statt.

                Projektleitung: Thomas Zandegiacomo Del Bel

DO 20.6.          14.00         Clubraum            Eintritt frei

      Preisverleihung: Bundeswettbewerb lyrix

     „wenn es raus muss – with a rhythm“•

      Moderation: Josefine Berkholz          USA/Deutschland
                                                               Autorin

      lyrix feiert! Im Rahmen des 20. poesiefestival berlin zeichnet der Lyrikwettbewerb für Jugendliche
      zwischen 10 und 20 Jahren die zwölf JahrespreisträgerInnen der elften Wettbewerbsrunde aus.
      Mit ihren Gewinner-Texten gibt es reichlich junge Lyrik zu hören.

     • Dalibor Marković aus: „wenn ich deutsch rede, dann bemerkt man meinen deutschen Akzent gar nicht so sehr“
                bundeswettbewerb-lyrix.de
30
DO 20.6.       19.30           Studiofoyer         10/7 €

   Kuba: Die Poesie der Rumba

   Lesung und Performance
   Mit Luz de Cuba      Kuba
                               Autorin und Performerin | Omar Pérez López             Kuba
                                                                                             Dichter |
   Legna Rodríguez Iglesias         Kuba/USA
                                               Dichterin | Víctor Rodríguez Núñez       Kuba/USA
                                                                                                   Dichter
   Moderation: Isabel Aguirre Siemer             Deutschland
                                                               Literaturwissenschaftlerin |
   Víctor Rodríguez Núñez          USA
                                         Kenyon College

   Ob gesungen, gesprochen, gerappt oder gesummt: Die Dichtkunst auf Kuba ist kritischer, viel-
   fältiger und attraktiver denn je. Sie hat Ausdrucksformen entwickelt, die sich zwischen Umgangs-
   sprache und Hermetik, Ethik und Ästhetik, Schönheit und Gewalt bewegen. Typisch für Dichtung
   aus der Karibik ist, dass sie alle anderen Künste traditionell wie aktuell einbindet.

   Legna Rodríguez Iglesias     Luz de Cuba                    Omar Pérez López      Víctor Rodríguez Núñez

   Die vier AutorInnen Legna Rodríguez Iglesias, Víctor Rodríguez Núñez, Omar Pérez López und
   Luz de Cuba spielen mit Worten, Rhythmen und Musik. Legna Rodríguez Iglesias ist Vertreterin
   der „Generation Zero“. In ihren Gedichten beschreibt sie das Alltägliche, klar, unverblümt,
   melodisch. Ihr Werk zeichnet sich durch absurden Humor und verspielte, sexualisierte Beobach-
   tungen des täglichen Lebens in Kuba und Miami aus. Víctor Rodríguez Núñez doziert derzeit am
   Kenyon College in Ohio. Er ist eine von Kubas berühmtesten Stimmen und hat bereits mehr als 30
   Bände in Lateinamerika und Europa herausgebracht sowie zahlreiche renommierte Preise erhalten.
   Er findet Intimität in der Ferne, Gewohnheit im stetigen unausweichlichen Vergessen. Omar Pérez
   López setzt sich in seiner Poesie mit allerlei Kuriosem auseinander. Er lässt das Wort mit den
   Melodien und Rhythmen der Rumba verschmelzen. Immer wieder thematisiert er in seiner Poesie
   den Mythos um die Erinnerung an seinen Vater Ché Guevara. Luz de Cuba stimmt ihre Worte auf
   elektronische Musik ein, sie selbst nennt es „PoeDance“: die Poesie der Vielsprachigkeit zwischen
   Spanisch, Englisch und Yoruba, Worten, Rhythmen, Beats und Percussion, immer im Einklang mit
   der spirituellen afrokubanischen Identität einer Frau von Welt.
   Die Texte zu dieser Veranstaltung liegen auf Deutsch vor.

             Projektleitung: Isabel Aguirre Siemer
                                                                                                              31
DO 20.6.         21.30      Studio            28 € inkl. Poesiegespräch

     Raúl Paz: Das Konzert

                                                  Raúl Paz ist einer der wichtigsten Singer-Songwriter
                                                  Kubas. Mit seinem Stil gilt er als musikalischer Revo-
                                                  lutionär des 21. Jahrhunderts und Vertreter der soge-
                                                  nannten „neuen kubanischen Musik“. Er hat sie mit
                                                  Elementen des Hip-Hop, Dub und Rock zu einer
                                                  Fusion aus Salsa, Jazz und Elektropop weiterent-
                                                  wickelt. Der internationale Durchbruch gelang Paz
                                                  mit dem 2003 erschienen Album „Mulata“. Seine
                                                 Arbeit ist vielseitig und kreativ: Er schrieb Songs
                                                  für Viktor Lazlo, Bühnenmusik für Tanz und Theater,
                                                 TV-Soundtracks und vieles mehr. Paz wurde Mitte
                                                  der neunziger Jahre einer der Protagonisten der New
                                                  Cuban Wave, gründete zusammen mit zwei Kolle-
                                                  gen die international erfolgreiche kubanische Band
     Raúl Paz
                                                 „Orishas“ und teilte bereits die Bühne mit Celia Cruz,
     Marc Anthony und Rubén Blades. Seine Texte blitzen vor Ironie und feinem Sprachwitz. Er er-
     zählt Geschichten von Liebe, Trennung, revolutionärem Drang und Alltag.

     Sein aktuelles Album „Vidas“ (2018) ist eine Reflexion über die Zeit, die Launen, die Distanz,
     Freundschaft und die Vergänglichkeit des Lebens und der Liebe. Das Album bildet den Soundtrack
     der kubanischen Telenovela „Vidas“. Im Konzert spielt er aktuelle Songs und ein Best-of seines
     gesamten Werkes.

                Projektleitung: Isabel Aguirre Siemer | Daniel Allen Oberto

32
DO 20.6.       18.00       Clubraum         6/4 €           28 € inkl. Konzert

     Poesiegespräch: Raúl Paz

    Ein Stück von dir

     Raúl Paz Kuba Sänger im Gespräch mit Alejandra López           Berlin
                                                                             Journalistin, Radio Cosmo

     Kubanische Identität, die Musik der Telenovela, die Telenovela als Spiegel des kubanischen Alltags
    und die Überzeugung, jeden Tag so zu leben, als wäre er der letzte – darüber spricht der kubanische
     Singer-Songwriter Raúl Paz mit Alejandra López.

    Raúl Paz gilt als bedeutender Vertreter der „neuen kubanischen Musik“. Seit seinem musikalischen
     Durchbruch mit „Mulata“ im Jahr 2003 brachte er neun Alben heraus. Er lebte von 1996 bis
    2008 in Frankreich, inzwischen ist er nach Kuba zurückgekehrt.
     Die Veranstaltung wird spanisch-deutsch gedolmetscht.

               Projektleitung: Isabel Aguirre Siemer

Fahren Wir mit Thelma and
Louise All Through The
Night und du erzählst mir
A Ghost Story?
Guter Plan.
taz Plan für Musik, Kino, Bühne und Kultur.
16 Seiten Kultur & Programm für Berlin immer donnerstags in der taz.
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taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Friedrichtraße 21, 10969 Berlin                                     33
20. poesiefestival berlin für Kinder, Jugendliche,
       junge Erwachsene und Lehrende

DO 6.6. – DO 19.6.        8.00–12.00        verschiedene Orte        3 €, Begleitpersonen frei

       Workshops für Kinder, Jugendliche und
       junge Erwachsene von 4–28 Jahren

       Mit Francesca Beard, Spoken Word Artist | Udo Betz, Kontrabassist |
       Dorothée Billard, Grafikerin | Tanja Dückers, Dichterin |
       Julia Kapelle, Filmemacherin | Franziska Khan, Kinderphilosophin |
       Sylvia Krupicka, Literaturvermittlerin | Kevin Nagel, Sound und Rap |
       Tobias Ribitzki, Regisseur | Lisa Werhahn, Musikvermittlerin und Geigerin

       Das poesiefestival berlin lädt zum Mitmachen ein! Gedichte denken, filmen, samplen, tanzen oder
       zeichnen? Poesie und Inspiration für Kitagruppen und Schulklassen, vom Alphabetgedicht bis zum
       Poetry-Yoga.

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DO 6.6.      9.30 –17.00       Haus für Poesie       18 € inkl. Materialien keine Vorkenntnisse erforderlich

   Fortbildung für Lehrende und LyrikvermittlerInnen:

   Bisschen tuscheln/lass mich wuscheln –
   über Ungeheuerliches, Kioskmums und
   einander liebkosende Gartenroboter
   von und mit Martina Hefter

   Mit Martina Hefter, Lyrikerin und Performerin |

   Für Lyrik begeistern! Aber wie? Die Fortbildung bietet LyrikvermittlerInnen sowie Lehrenden
   (Klasse 8–12) die Möglichkeit, sich aktiv mit aktuellen Verfahren der Analyse und Vermittlung
   von Gegenwartslyrik vertraut zu machen. Der erste Teil erkundet das Werk von Martina Hefter.
   Im zweiten Teil wird die Analyse und Produktion von lyrischen Texten erprobt. Zur Wahl stehen
   die anwendungsorientierte Werkstatt „Zeitgenössische Dichtung zwischen Text und Raum“ sowie
   ein Workshop zur medialen Transformation per Film oder Fotografie.

MO 17.6.      16.00 –19.00        Akademie der Künste • Halle 1

   Workshop in englischer Sprache

   SelbstVERSuche goes festival:
   Zwischen Post-Truth-Apokalypse
   und Konfabulation

   Mit Francesca Beard

   Die britische „Queen of performance poetry“ (London Metro) Francesca Beard führt in diesem
   Workshop ins Festivalthema ein und bietet die Gelegenheit, eigenen Ausdruck für die Sprachkunst
   der Clubs zu finden.

      Weitere Infos zu den Workshops und Fortbildungen unter: haus-fuer-poesie.org
      Anmeldungen unter: mitmachen@haus-fuer-poesie.org

            Projektleitung: Karla Montasser
                                                                                                          35
Foto: Daniel Horn

Bild: Delphi Filmpalast am Zo0
Geschlossene Veranstaltungen

FR 14.6.     12.00        Clubraum

     Internationales Partnertreffen

     Im Jahr 1999 initiierte das Haus für Poesie das Online-Portal für zeitgenössische Dichtung
     Lyrikline. Inzwischen sind fast 1.400 DichterInnen in 90 Originalsprachen vertont. Über 12.000
     Gedichte sind zu hören, zu lesen und anhand von 18.000 Übersetzungen in 80 Sprachen zu verstehen.
     Dazu tragen viele internationale Partnerorganisationen bei, die auch im Jubiläumsjahr zum jähr-
     lichen Arbeitstreffen des Netzwerks auf dem poesiefestival berlin zusammenkommen. Am 15.6.
     um 22.00 Uhr wird der 20. Geburtstag des Projekts bei Lyrikline Late Night gemeinsam gefeiert.

               Projektleitung: Juliane Otto | Heiko Strunk

SA 15.6.     11.00        Clubraum

     Treffen der FestivalmacherInnen

     Auf dem poesiefestival berlin treffen sich auch in diesem Jahr VeranstalterInnen von Poesiefestivals
     aus aller Welt zum Austausch über aktuelle Themen. Das Treffen dient als Plattform, um sich über
     erfolgreiche Formate, Strukturen und Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte mit Bezug zur
     Poetischen Bildung auszutauschen, und um regionale Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu
     untersuchen.

               Projektleitung: Hendrik Schnittker

                                                                                                      37
Unsere Partner und Sponsoren

     Das 20. poesiefestival berlin ist ein Projekt des Hauses für Poesie in Kooperation mit der Akademie der Künste.
     Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und des Auswärtigen Amts, mit freundlicher Unterstützung
     durch das Maritim proArte Hotel Berlin. Präsentiert von taz, BÜCHERmagazin, tip Berlin, ASK HELMUT und
     Deutschlandfunk Kultur.

     Die Ausstellung Aubergine mit Scheibenwischer – Die Zeichnungen von Oskar Pastior wird freundlich unterstützt durch
     die Oskar Pastior Stiftung, das Deutsche Literaturarchiv Marbach und die Botschaft von Rumänien in der Bundesrepublik
     Deutschland.

     Poets’ Corner: Lyrik in den Bezirken wird freundlich unterstützt durch das Bezirksamt Treptow-Köpenick, Fachbereich
     Kultur und Museum, die moving poets Berlin gGmbH. Internationales Zentrum für Kunst, Kreativität und Begegnung,
     das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, die Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda, das Instituto Cervantes Berlin, das
     Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst, Kultur, Museen, Museen Tempelhof-
     Schöneberg, das Bezirksamt Lichtenberg, Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst und Kultur, das studio im
     HOCHHAUS, das Bezirksamt Pankow, Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst und Kultur (Bezirkskulturfonds
     der Senatsverwaltung für Kultur und Europa), die Brotfabrik Berlin, die Brasilianische Botschaft in Berlin, das Bezirksamt Mitte,
     Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst und Kultur und Neue Nachbarschaft // Moabit.

     Weltklang – Nacht der Poesie wird freundlich unterstützt durch das Auswärtige Amt, The Mandala Hotel, das British
     Council, das Slowenische Kulturzentrum Berlin, das Italienische Kulturinstitut Berlin.

     Das Poesiegespräch: Eileen Myles – I‘m A Poet, You Fool wird freundlich unterstützt durch das Auswärtige Amt und
     ECHOO Konferenzdolmetschen.

     Das Poesiegespräch: Patrizia Cavalli – Meine Gedichte werden die Welt nicht verändern wird freundlich unterstützt
     durch das Auswärtige Amt, das Italienische Kulturinstitut Berlin und ECHOO Konferenzdolmetschen.

     Das Poesiegespräch: Keston Sutherland – This Poetry Is Fucked wird freundlich unterstützt durch das Auswärtige Amt,
     das British Council und ECHOO Konferenzdolmetschen.

     Das Poesiegespräch: Xi Chuan – Im Audi A6 Richtung Han-Dynastie wird freundlich unterstützt durch das Auswärtige
     Amt und ECHOO Konferenzdolmetschen.

     Das Poesiegespräch: Fatemeh Shams – Als sie die Tür eintraten wird freundlich unterstützt durch das Auswärtige Amt
     und ECHOO Konferenzdolmetschen.

     Die Veranstaltung superpowerpoetry wird freundlich unterstützt durch das Auswärtige Amt.

     Die Poetry Show Lyrikline Late Night wird freundlich unterstützt durch das Auswärtige Amt, das British Council und
     Flanders Literature.

     Das Forum: Hate, Fake, Rage. Über Vertrauensverlust, Diskursvergiftung und poetischen Widerstand wird
     freundlich unterstützt durch die Bundeszentrale für politische Bildung, das Italienische Kulturinstitut Berlin, das Collegium
     Hungaricum Berlin und ECHOO Konferenzdolmetschen.

     Die Lesungen im Buchengarten von Thilo Krause und István Kemény im Rahmen des Lyrikmarktes werden freundlich
     unterstützt vom Collegium Hungaricum Berlin und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

     Die Berliner Rede zur Poesie 2019: Sergio Raimondi – Probleme beim Schreiben einer Ode an den Pazifischen
     Ozean wird freundlich unterstützt durch das Auswärtige Amt und das Berliner Künstlerprogramm des DAAD.

     Der Übersetzungsworkshop: Arabisch-Deutsch – Nahost trifft Europa wird organisiert in Zusammenarbeit mit
     Literature Across Frontiers sowie Literary Europe Live und wird freundlich unterstützt durch das Programm Creative Europe
     der Europäischen Union, das Moabit Mountain College, Amal Berlin und ECHOO Konferenzdolmetschen.

     Die Veranstaltung Queer Poets. Queer Voices – 50 Jahre Stonewall wird freundlich unterstützt durch die Friedrich-Ebert-
     Stiftung und ECHOO Konferenzdolmetschen, präsentiert von SIEGESSÄULE.

     Das Podiumsgespräch Stonewall was a riot! wird freundlich unterstützt durch die Friedrich-Ebert-Stiftung, ECHOO
     Konferenzdolmetschen und das Studio r des Maxim Gorki Theaters, präsentiert von SIEGESSÄULE.

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