Zeit für Veränderung - Oxfam Shops

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Zeit für Veränderung - Oxfam Shops
eins
DAS MAGAZIN DER ENTWICKLUNGSORGANISATION OXFAM

Sommer 2021

Zeit für
Veränderung
Wirtschaft, Bildung, Landwirtschaft, Klima:
Wie das aktuelle System Mensch und Natur
ausbeutet und was sich ändern muss

Der wahre Preis
Warum wir ein anderes Wirtschaftssystem brauchen

ZERSTÖRERISCHER WOHLSTAND
Warum Klimagerechtigkeit zentral ist
Zeit für Veränderung - Oxfam Shops
© Aurelie Godet | Oxfam
                       Anne Pandjikpo füllt ihren
                       Kanister zum ersten Mal an
                       der neuen Wasserstelle in
                       Bimbo in der Zentralafrika-
                       nischen Republik.

Wasser
Rettet
LEBEN
Jahrelange gewalttätige Konflikte haben in der
Zentralafrikanischen Republik tiefe Spuren hinter-
lassen. Die Hälfte der Bevölkerung ist auf huma-
nitäre Hilfe angewiesen. Die Coronakrise hat die
Situation noch verschärft. Oxfam unterstützt wich-
tige Hygiene-Maßnahmen, damit die Menschen sich
vor dem Virus schützen können. Aber ohne Zugang
zu Trinkwasser ist es unmöglich, das Coronavirus
zu stoppen. Gemeinsam mit Partnerorganisationen
vor Ort errichten wir daher Wasserstellen in der
zentralafrikanischen Hauptstadt, die rund 100.000
Menschen versorgen sollen.

        www.oxfam.de/
        jetztspenden
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Liebe*r
Leser*in,
                                                                                                                                                                    Seite 4

                                                                                                                                                                    Den wahren Preis für billige Früchte in unseren Supermärkten zahlen die
                                                                                                                                                                    Arbeiter*innen, die sie anbauen. Und das ist nur ein Grund, warum sich
                                                                                                                                                                    das aktuelle Wirtschaftssystem ändern muss.

Klima des Wandels statt Klimawandel: Das Wortspiel des von                                                                                                                     INHALT
der Europäischen Union geförderten Projekts „End Climate
Change, Start Climate of Change“ könnte treffender nicht sein.                                                                                                         04 Der wahre PReis
Statt der Klimakrise und ihren vor allem für die Menschen in                                                                                                                   Warum wir ein anderes Wirtschaftssystem brauchen
wirtschaftlich weniger privilegierten Ländern verheerenden
Auswirkungen zuzusehen beziehungsweise sie weiter zu                                                                                                                   08 BILDUNG IST KEIN LUXUS
befeuern, gilt es, selbst aktiv zu werden. Es gilt, den Blick auf
                                                                                                                                                                               Warum Jugendliche eine Taskforce gründen
die Ursachen von Dürren, Überschwemmungen, ausfallenden
Ernten und ihre Folgen wie Hunger und Flucht zu lenken – und
auf Alternativen. Oder wie es dieser EINS-Titel sagt: Es ist Zeit                                                                                                      10 NACHHALTIGE REVOLUTION
für Veränderung – höchste Zeit.                                                                                                                                                Warum Agrarökologie Mensch und Natur hilft

Im Rahmen des Projekts ist auch Oxfams Studie „Towards a                                                                                                               12 ZERSTÖRERISCHER WOHLSTAND
Wellbeing Economy“ über das aktuelle Wirtschaftssystem                                                                                                                         Warum Klimagerechtigkeit zentral ist
und seine zerstörerischen Folgen entstanden. Warum wir eine
gerechtere, gemeinwohlorientierte Wirtschaft brauchen, lesen                                                                                                           14 FÜR GLÜCK, KLIMA UND GEMEINWOHL
Sie ab Seite 4 im Artikel „Der wahre Preis“.                                                                                                                                   Warum sich Engagement im Oxfam Shop lohnt

Den „wahren Preis“ bezahlen nicht wir an Europas Supermarkt-                                                                                                           15 EINE FRAGE, DREI MENSCHEN
kassen. Ihn bezahlt zum Beispiel die Textilarbeiterin Phu* in                                                                                                                  Wie möchten Sie arbeiten?
Vietnam. Ihre Geschichte und die anderer Menschen, die die
Leidtragenden eines Systems sind, das Mensch und Natur                                                                                                                 16 Letzte Seite
ausbeutet, erzählen beispielhaft die Bilder in dieser EINS. So                                                                                                                 Über Oxfam / Impressum
zeigt die Titelseite Amina Ibrahim, die ihre Heimat im Osten
Äthiopiens verlassen musste, weil veränderte klimatische
                                                                                                                                                                        #climateofchange
                                                                    Titelbild: © Pablo Tosco | Oxfam. Diese Seite: © iKlicK Fotostudio, © Tatiana Cardeal | Oxfam

Bedingungen ihre Lebensgrundlage zunichtemachten. Um
die Frage, warum es ohne Klimagerechtigkeit kein gerechtes                                                                                                              Was haben das Wirtschaftssystem und der Lebensstil der Menschen in
Wirtschaftssystem geben kann, geht es ab Seite 12.                                                                                                                      Europa mit der Klimakrise und ihren Auswirkungen auf die Menschen im
                                                                                                                                                                        Globalen Süden zu tun? Was muss sich ändern und wie? Das Projekt „End
                                                                                                                                                                        Climate Change, Start Climate of Change“ (#climateofchange) geht diesen
Wie die Oxfam Shops versuchen, die Idee des gemeinwohl-                                                                                                                 Fragen nach und soll vor allem junge Menschen für die menschengemach-
orientierten Wirtschaftens umzusetzen, lesen Sie auf Seite                                                                                                              ten Ursachen der Klimakrise sensibilisieren und sie mobilisieren, sich für
14. Wesentlich hierfür ist das Engagement der Ehrenamtlichen                                                                                                            einen politischen Wandel einzusetzen. Gemeinsam mit 15 weiteren Organi-
                                                                                                                                                                        sationen beteiligt sich Oxfam an diesem Projekt. Mitfinanziert wird es von
in den Shops, der Sachspender*innen und der Kund*innen.
                                                                                                                                                                        der Europäischen Kommission.
Wesentlich ist auch Ihr Beitrag zu einer gerechten Welt ohne
Armut. Indem Sie unsere Arbeit unterstützen, ermöglichen Sie                                                                                                                   JEtzt mehr erfahren:
Veränderung. Ich danke Ihnen herzlich hierfür und wünsche                                                                                                                      climateofchange.info/germany
eine anregende Lektüre.

Ihre

                                                                                                                                                                        Mit (*) markierte Namen wurden von der Redaktion geändert bzw. gekürzt. Oxfam setzt
Marion Lieser                                                                                                                                                           sich für Menschen in prekären Situationen ein – beispielsweise auf der Flucht vor Ver-
                                                                                                                                                                        folgung oder in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen. Wir sehen aus Respekt und zum
Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende,                                                                                                                                 Schutz der Menschen, zum Beispiel vor Repressionen oder Stigmatisierung, von der
Oxfam Deutschland e.V.                                                                                                                                                  Namensnennung ab.
                                                                                                                                                                                                                                                         3
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Akkord-Arbeit, ANGST
                         und brennende HauT

                         Melati* arbeitete in einer indone-
                         sischen Meeresfrüchtefabrik, wo sie
                         600 Garnelen in einer Stunde schälen
                         musste – eine alle sechs Sekunden.
                         Weil sie dies nicht schaffte, wurde sie
                         von den Vorgesetzten beschimpft und
                         hatte ständig Angst, ihr Zwei-Monats-
                         Vertrag würde nicht verlängert. Zudem
                         musste sie ohne Atemschutz und mit
                         viel zu kurzen Handschuhen in großen
                         Eimern mit Chlormischungen Reini-
                         gungstücher vorbereiten. „Meine Haut
                         brannte“, sagt sie, „und ich war außer
                               Atem wegen des starken Chlors,
                                     auch abends noch.“

                                                                   © Adrian Mulya |The Sustainable Seafood Alliance Indonesia.

4   EINS | Sommer 2021
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© Sam Tarling | Oxfam
                                                                                          Fünf Euro Lohn am Tag
                                                                                          reichen nicht aus
Das aktuelle Wirtschaftssystem vernichtet die sozialen und                                „Ich habe zwei Kinder, einen
ökologischen Grundlagen unserer Existenz. Eine neue Oxfam-                                14-jährigen Sohn und eine fünf Jahre
Studie zeigt auf, was anders werden muss.                                                 alte Tochter. Der Ältere hat eine Blut-
                                                                                          krankheit. Im Krankenhaus sagten sie,
                                                                                          er brauche eine Transfusion, aber ich
                                                                                          kann die Behandlung nicht bezahlen“,
                                                                                          berichtet Phu*. Die 36-Jährige arbeitet
                                                                                          für umgerechnet fünf Euro am Tag in
                                                                                          einer großen Textilfabrik in Da Nang,
                                                                                          Vietnam. Ihre Kinder zieht sie allein auf.
  Steffen Küßner                                                                          Doch die Fabrik ist acht Busstunden
                                                                                          von ihrem Heimatort entfernt. Während
Ein Morgen wie jeder andere. Aufste-         sie sich gewerkschaftlich organisie-         sie arbeitet, können die Kinder nicht
hen, waschen, anziehen, ein Müsli mit        ren, riskieren sie die Kündigung oder        bei ihr wohnen, weshalb sie sie
frischen Südfrüchten, der erste Kaffee       Schlimmeres.                                 nur einmal in der Woche sieht. Und
oder Tee; dabei Nachrichten lesen auf                                                     dennoch: „Mein Lohn reicht nicht aus,
dem Smartphone: Noch bevor wir die           BEISPIELLOSE AUSBEUTUNG                      um alle Kosten zu decken“, sagt sie.
Wohnung verlassen, haben wir Kontakt         VON MENSCH UND NATUR
mit der ganzen Welt. Die Kleidung, die wir
tragen, die Früchte, die wir essen, der      Auch langfristige Schäden für Umwelt
Tee, den wir trinken, das Telefon, das wir   und Klima sehen wir den Produkten nicht
nutzen, all diese Dinge können wir dank      an. Die Herstellung von Kleidung für       synthetische Textilien wie Polyester
globaler Produktion und internationa-        Konsument*innen in der Europäischen        günstig herstellen lassen. Auch deshalb
ler Handelsbeziehungen in Deutschland        Union verbraucht zum Beispiel jedes Jahr   ist die Textilindustrie der fünftgrößte
kaufen. Ihren wahren Preis jedoch zahlen     durchschnittlich 1,3 Tonnen Rohstoffe      Treiber der Klimakrise, die vor allem jene
wir nicht.                                   pro EU-Bürger*in, sowie insgesamt 53       Länder trifft, die am wenigsten für sie
                                             Milliarden Kubikmeter Wasser. Fast drei    verantwortlich sind.
Die für uns unsichtbaren Kosten              Viertel aller Textilien landen auf Müll-
zahlen andere. Teepflücker*innen im          deponien oder werden verbrannt, unter      Wie sozial und ökologisch zerstörerisch
indischen Assam, Arbeiter*innen auf          anderem wegen des Trends zur schnellen     unser derzeitiges Wirtschaftssystem
südafrikanischen Weinplantagen oder          Wegwerf-Mode. Möglich wurde dieser         ist, veranschaulicht ein Modell, das die
Näher*innen in den Textilfabriken Asiens     Trend, weil in wirtschaftlich benachtei-   britische Wirtschaftswissenschaftle-
etwa können selten von ihrer Arbeit          ligten Ländern Menschen gezwungen          rin und ehemalige Oxfam-Mitarbeiterin
leben. Sie sind zudem häufig giftigen        sind, für einen Hungerlohn zu arbeiten,    Kate Raworth entwickelt hat. Es definiert
Chemikalien ausgesetzt, und wenn             und weil sich mittels fossiler Rohstoffe   einerseits Mindeststandards, die allen

                                                                                                             EINS | Sommer 2021                          5
Zeit für Veränderung - Oxfam Shops
Menschen zustehen – etwa ausreichend
                                                                                                             Essen und Trinken, ein Dach über dem
                                                                                                             Kopf, Bildung oder politische Teilhabe.
                                                                                                             Andererseits bezieht es die planetaren
                                                                                                             Grenzen bei der Nutzung von Ressourcen
                                                                                                             und Belastung der Umwelt ein.

                                                                                                             STRUKTURELLE PRIVILEGIEN UND
                                                                                                             NACHTEILE BESTEHEN FORT

                                                                                                             In Großbritannien haben Forscher*innen
                                                                                                             der Universität Leeds auf Grundlage
                                                                                                             dieses Modells 151 Volkswirtschaften

                                                                            © Tatiana Cardeal (2) | Oxfam.
                                                                                                             untersucht. Das Ergebnis: Die jeweiligen
                                                                                                             Länder sind entweder nicht in der Lage,
                                                                                                             soziale Grundbedürfnisse zu befriedi-
                                                                                                             gen oder sie überschreiten massiv die
                                                                                                             planetaren Grenzen – viele tun sogar
                                                                                                             beides. Was führt zu dieser beispiellosen
                                                                                                             Ausbeutung von Mensch und Natur?
                                                                                                             Oxfam hat sich dieser Frage gemein-
                                                                                                             sam mit dem Europäischen Umweltbüro
                                                           © Tatiana Cardeal | Oxfam

                                                                                                             (EEB) in der Studie „Towards a Wellbeing-
                                                                                                             Economy“ gewidmet.

                                                                                                             „Die heutigen Ungleichheitsverhältnisse
                                                                                                             auf der Welt sind nicht zu verstehen,
                                                                                                             ohne die Unterwerfung und Ausbeutung
                                                                                                             der Länder des Globalen Südens durch
                                                                                                             europäische und andere Kolonialmäch-
                         Düngemittel                                                                         te zu berücksichtigen“, sagt Barbara
                                                                                                             Sennholz-Weinhardt, Wirtschaftsexpertin
                         Machen krank                                                                        bei Oxfam Deutschland und Mitautorin der
                                                                                                             Studie. „Der Kolonialismus ist zwar formal
                         Carlos* ist 58 Jahre alt und hat fast
                                                                                                             beendet, aber strukturelle Privilegien auf
                         20 Jahre lang auf Fruchtplantagen in
                                                                                                             der einen und Nachteile auf der anderen
                         der Region Vale do São Francisco im
                                                                                                             Seite bestehen fort. Sie werden unter
                         Westen Brasiliens gearbeitet. Nach-
                                                                                                             anderem durch ungerechte Handelsver-
                         dem er zuletzt als Traktorfahrer für die
                                                                                                             träge, Verschuldung oder Vorgaben zur
                         Düngung der Felder zuständig war, litt
                                                                                                             Deregulierung von Volkswirtschaften
                         er unter juckenden, offenen Wunden
                                                                                                             aufrechterhalten, die vor allem Unterneh-
                         und Flecken am ganzen Körper. Die
                                                                                                             men im Globalen Norden sowie einer klei-
                         Beschwerden führt er auf Düngemit-
                                                                                                             nen Elite in Ländern des Globalen Südens
                         tel und Pestizide zurück. Die Ärzte,
                                                                                                             nutzen.“ Auf diese Weise fließen jährlich
                         bei denen er war, sagen, dass er nicht
                                                                                                             mindestens 1,4 Billionen US-Dollar aus
                         mehr auf den Feldern arbeiten darf,
                                                                                                             Ländern mit niedrigem Einkommen in
                         doch einen ursächlichen Zusammen-
                                                                                                             wirtschaftlich privilegierte Länder. Zum
                         hang zwischen den Chemikalien und
                                                                                                             Vergleich: Die weltweiten Ausgaben für
                         seiner Hauterkrankung wollen sie ihm
                                                                                                             Entwicklungszusammenarbeit liegen bei
                         nicht bescheinigen. Deshalb gilt sein
                                                                                                             rund 150 Milliarden US-Dollar.
                         Leiden nicht als Arbeitsunfall und
                         Carlos erhält bislang kein Krankengeld.
                                                                                                             Auch die extreme Ungleichheit von
                                                                                                             Vermögen und Einkommen trägt dazu bei,

6   EINS | Sommer 2021
Zeit für Veränderung - Oxfam Shops
Fünf Thesen für eine
ausbeuterische Strukturen in Politik und   sozial und ökologisch
                                           gerechte Wirtschaft
Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Oxfam-
Berechnungen zufolge besaßen im Jahr
2019 die gut 2.000 Milliardär*innen
weltweit mehr Vermögen als 4,6 Milliar-
den Menschen zusammen. Dabei gibt es
einen engen Zusammenhang zwischen
wirtschaftlicher und politischer Macht:
Die ohnehin schon Reichen und Mäch-
tigen können überproportional großen
Einfluss auf Gesetze nehmen, durch die
sie dann finanziell noch mehr profitie-
ren. Demgegenüber hat die Mehrheit
                                            Barabara Sennholz-Weinhardt
der Menschen weniger Zugang zu wirt-
schaftlichen Ressourcen und Bildung,
                                           1 Wir müssen an den Ursachen                 von Unternehmensentscheidungen
und auch deshalb weniger Einfluss auf
                                             ansetzen, statt uns an Symptomen           Betroffenen berücksichtigt werden.
politische Entscheidungen. Dies erhält
                                             abzuarbeiten.                              Einzelne marktmächtige Unterneh-
Strukturen, die wenigen nützen und
                                             Im Kampf gegen Windmühlen ist              men dürfen nicht das wirtschaftliche
vielen schaden, so die Studie.
                                             nichts zu gewinnen. Es geht darum,         Geschehen bestimmen oder die Politik
                                             ausbeuterische Strukturen, Machtkon-       in ihrem Sinne beeinflussen.
Und schließlich gilt vielen ständiges
                                             zentration und Wachstumszwang zu
Wirtschaftswachstum immer noch als           überwinden – oder positiv formuliert:    4 Die Wirtschaft muss ein gutes Leben
wichtigstes wirtschaftspolitisches Ziel.     eine lokal wie global gerechte, demo-      für alle ermöglichen, egal ob sie
Für eine humane und umweltverträgliche       kratische und wachstumsunabhängige         wächst oder nicht.
Wirtschaft müssen wir jedoch deut-           Wirtschaft aufzubauen.                     Wir brauchen eine neue Definition von
lich weniger Ressourcen verbrauchen.                                                    Wohlstand, die berücksichtigt, welche
„Studien zeigen immer deutlicher, dass     2 Für eine gerechte Weltwirtschaft           Kosten und Nutzen unser Wirtschaften
sich Wachstum und Ressourcenver-             müssen wir neokoloniale Abhängig-          sozial und ökologisch hat. Statt auf
brauch nicht schnell genug voneinan-         keiten überwinden.                         Wachstum muss die Wirtschaftspolitik
der entkoppeln lassen“, erklärt Barbara      Dies erfordert unter anderem, wirt-        darauf ausgerichtet sein, ökologische
Sennholz-Weinhardt. „Die sozial-ökolo-       schaftlich benachteiligten Ländern         und soziale Ziele zu erreichen.
gische Wende wird nicht gelingen, ohne       weitreichend Schulden zu erlassen
unsere Wirtschaft und die Sozialsysteme      und sie für vergangenes und gegen-       5 Um die Gesellschaft zu verändern,
unabhängig vom Wachstum zu gestal-           wärtiges Unrecht zu entschädigen.          braucht es soziale Bewegungen.
ten. Das ist machbar. Allerdings nicht,      Zudem gilt es, die Handelspolitik          Die oben beschriebenen Verände-
ohne sich mit mächtigen Interessen-          grundlegend zu reformieren, sodass         rungen sind im Kern politisch und
gruppen anzulegen.“                          lokale und regionale Märkte florie-        damit selbst eine Frage der Macht.
                                             ren können und Menschenrechte              Sie betreffen Eigentumsfragen und
                                             geschützt werden. Ferner müssen alle       Privilegien – Dinge, die Menschen nur
Die Mehrheit der Bevölkerung ist für
                                             Menschen die Möglichkeit haben, dort       selten freiwillig hergegeben. Es geht
einen grundsätzlichen Wandel offen:
                                             zu leben und zu arbeiten, wo sie es        also nicht nur um das richtige Argu-
Laut einer Umfrage des Marktfor-
                                             wünschen – durch eine Migrationspo-        ment, sondern auch darum, ein Gegen-
schungsinstituts Splendid Research im
                                             litik, die die Menschenrechte achtet.      gewicht zum Status Quo zu schaffen.
Auftrag von Oxfam halten hierzulande
                                                                                        Dazu braucht es die Zivilgesellschaft,
nur 21 Prozent der Menschen das Wirt-      3 Macht und Reichtum gehören in              Aktivist*innen und Bürger*innen, die
schaftssystem für sozial gerecht. 56         viele statt in wenige Hände.               dieses Ziel gemeinsam verfolgen. Es
Prozent sind der Meinung, dass kleine        Um dies zu ermöglichen, müssen wir         braucht Organisationen, die in Bünd-
Veränderungen nicht ausreichen, um zu        die Wirtschaft demokratisch gestalten.     nissen zusammenarbeiten, starke
mehr sozialer Gerechtigkeit zu kommen,       Hierfür brauchen alle Menschen einen       Bewegungen, die den Boden für Verän-
sondern die Wirtschaft umfassend refor-      gleichberechtigteren Zugang zu natür-      derungen bereiten, und Menschen, die
miert werden muss.                           lichen Ressourcen, Land, Technolo-         dies unterstützen. Und wir müssen
                                             gien, Wissen und Ideen. Unternehmen        uns kollektiv fragen: Welche Politik
     JEtzt mehr erfahren:                    müssen so reguliert werden, dass das       brauchen wir, um die nötigen Verände-
     www.oxfam.de/gerechte-wirtschaft        Gemeinwohl und die Interessen aller        rungen zu bewirken?

                                                                                                      EINS | Sommer 2021         7
Zeit für Veränderung - Oxfam Shops
Mehr denn je wird nach der Pandemie der Aufbau von öffentlichen Bildungssystemen
    entscheidend für die Zukunft von Millionen Kindern weltweit sein. Dafür setzen sich
    Oxfam und junge Aktivist*innen gleichermaßen ein.

      Annika Zieske

    Dass Schulen und Kitas während der                                                          eben das Fehlen dieses Zugangs – hängt
    Corona-Pandemie schließen mussten,                    Gewinnorientierte                     die Zukunft von Kindern unmittelbar
    traf viele Familien weltweit schwer.            Schulen nützen Kindern                      und maßgeblich ab. Nach der Pandemie
    Besonders Kinder aus einkommens-                                                            müssten Regierungen daher eigent-
    schwächeren Ländern und Schichten
                                                   aus wirtschaftlich benach-                   lich alles daransetzen, Kindern weltweit
    zahlen einen hohen Preis. In den finanziell      teiligten Familien und                     Zugang zu öffentlicher Bildung zu garan-
    benachteiligten Ländern der Welt konnten          besonders Mädchen                         tieren. Doch es gibt Hürden, wie Oxfams
    Kinder im Schnitt fast vier Monate nicht                                                    Bildungsexpertin Sandra Dworack erklärt:
    zur Schule gehen; zum Teil wurde das                    kaum.                               „In vielen Ländern mit niedrigen oder mitt-
    komplette Schuljahr gestrichen. Für Milli-                                                  leren Einkommen sind in Folge der Pande-
    onen von Kindern – vor allem Mädchen –                    SANDRA DWORACK                    mie Haushaltskürzungen im Bildungssektor
    bedeutet dies das endgültige Ende ihres                                                     zu befürchten. Viele dieser Länder hatten
    Bildungswegs. Sie werden auch nach der        Allein letztere werden infolge der größeren   schon vorher damit zu kämpfen, ein gutes
    Pandemie nicht an eine Schule zurück-         Armut in den kommenden Jahren schät-          öffentliches Bildungssystem zu finan-
    kehren. Stattdessen: prekäre Arbeitsbe-       zungsweise um 13 Millionen zunehmen.          zieren.“ Dass solche Länder oft auf einen
    dingungen für Minderjährige, ungewollte       Was in der Pandemie deutlicher denn je        vermeintlich schnelleren und billigeren
    Schwangerschaften und Kinderehen.             wurde: vom Zugang zu Bildung – oder           Weg zu qualitativ hochwertiger Bildung

8     EINS | Sommer 2021
Zeit für Veränderung - Oxfam Shops
UNterricht aus
                                                                            mitgegründeten Globalen Bildungskam-
                                                                            pagne (GBK) hat sich im vergangenen Jahr      KURZ NOTIERT
                                                                            eine eigene „Jugendtaskforce“ aus jungen
                                 dem Radio                                  Aktivist*innen gegründet. Auch sie wollen     Meilenstein: GericHt erkennt
                                                                            Bildung zu einem frei zugänglichen öffent-    ASTAC IN ECUADOR ALS BRANCHEN-
                                Benedita Matias lernt vor dem Haus          lichen Gut machen – und zwar überall auf      GEWERKSCHAFT AN
                                ihrer Familie bei Mocuba in Mosambik.       der Welt. Dafür machen die Aktivist*innen     Großer Erfolg für Oxfams Partner ASTAC in
                                Als wegen der Corona-Pandemie die           Druck auf die Politik. Zwei von ihnen sind    Ecuador: Ein Gericht hat die Organisation,
                                Schulen geschlossen wurden, gab es          Ronja Backhaus und Johanna Lichtschlag.       die sich für die Rechte der Arbeiter*innen
                                Ersatzunterricht aus dem Radio. „Ich        „Es ist wichtig, dass Jugendliche und         im Bananensektor stark macht, als Bran-
                                war sehr unglücklich, als wir nach          junge Menschen aus einem privilegierten       chengewerkschaft anerkannt – die erste im
                                Hause geschickt wurden. Ich bin in          Land wie Deutschland mit einem guten          ganzen Land. Bislang waren in Ecuador nur
                                der siebten Klasse und will Kranken-        Bildungssystem, sich dafür einsetzen,         Betriebsgewerkschaften erlaubt – und wer
                                schwester werden, dafür muss ich            dass das auf der ganzen Welt möglich          sich hier engagierte, musste mit Repressa-
© Jeremias Benjamin | Oxfam

                                einen Schulabschluss machen. In             wird“, erklärt Johanna Lichtschlag.           lien rechnen: So wurden immer wieder ge-
                                den ersten Wochen gab es gar keinen                                                       werkschaftlich organisierte Arbeiter*innen
                                Unterricht und ich habe mir große           „UNSERE GENERATION HAT                        entlassen, sobald dem Unternehmen die
                                Sorgen gemacht", sagt die Schülerin.        IHRE MACHT ENTDECKT“                          Namen bekannt gemacht wurden. ASTAC
                                                                                                                          hatte mehrfach ihre Zulassung als Branchen-
                                Viele Kinder in Mosambik leben              Die Gruppe hatte es zu Anfang nicht leicht.   gewerkschaft beantragt, was vom ecuadori-
                                außerhalb der Städte. Ihre Eltern           Da sie sich ausgerechnet im Corona-Jahr       anischen Arbeitsministerium regelmäßig
                                können sich keinen Fernseher oder           2020 zusammenfand, muss der Groß-             abgelehnt wurde. Das Gerichtsurteil
                                Internetzugang leisten, darum hat           teil der Kommunikation und Organisation       verpflichtet das Ministerium, seine Entschei-
                                Oxfam gemeinsam mit Partnerorga-            online ablaufen. Als erstes verfassten die    dung zu revidieren und sich für das Fehl-
                                nisationen den Unterricht via Radio         Aktivist*innen ein gemeinsames Papier,        verhalten öffentlich zu entschuldigen.
                                aufgebaut.                                  das ihre Forderungen auflistet. Nun sollen    „Das ist ein Ergebnis des Kampfes der ver-
                                                                            Aktionen folgen. „Wir wollen, dass jede*r     gangenen 14 Jahre“, sagt Jorge Acosta,
                                                                            unabhängig von Geschlecht, Herkunft und       Koordinator von ASTAC. „Es ist ein Meilenstein
                                                                            Wohnort die Möglichkeit hat, gute Bildung     für die Gewerkschaftsbewegung in Ecuador,
                                                                            zu bekommen. Dafür muss die Politik jetzt     dass sich die Arbeiterinnen und Arbeiter nun
                                                                            die Grundlagen schaffen“, sagt Ronja          in Branchen-Gewerkschaften organisieren
                                                                            Backhaus. „Deutschland muss sich dafür        können.“
                                                                            finanziell, aber auch moralisch auf allen
                              in Form kommerzieller privater Anbieter                                                          Jetzt Mehr erfahren:
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                              setzen, sieht Sandra Dworack kritisch:                                                           www.oxfam.de/astac
                                                                            schlag. Mut gibt den jungen Aktivist*innen
                              „Diese gewinnorientierten Schulen nützen
                                                                            auch die Klimabewegung: „Ich glaube,
                              Kindern aus wirtschaftlich benachteiligten
                                                                            unsere Generation hat ihre Macht              BERLINER Halbmarathon:
                              Familien und besonders Mädchen kaum.“
                                                                            entdeckt“, meint Johanna Lichtschlag.         Laufen für eine gerechte
                              Denn sie setzen oft schlecht qualifizierte
                                                                            „Wir sind auch Wähler*innen und dieses        Welt ohne Armut
                              unterbezahlte Lehrer*innen ein, um Kosten
                                                                            Thema ist uns wichtig. Wir haben verstan-     Am 22. August 2021 geht das Oxfam Running-
                              zu sparen; ihre Praktiken sind wenig trans-
                                                                            den: Wenn wir laut sind und gute Argu-        Team beim 40. Generali Berliner Halbmara-
                              parent. Trotzdem erhalten kommerzielle
                                                                            mente mitbringen, gehen Politiker*innen       thon an den Start. Die 100 Läufer*innen
                              Anbieter im Bildungsbereich über Koope-
                                                                            auch auf uns ein.“ Aktuell arbeitet die       laufen für den guten Zweck und sammeln
                              rationsprojekte von Staat und Privat-
                                                                            Jugendtaskforce an einer großen E-Mail-       Spenden für ihre sportliche Leistung. 250
                              wirtschaft, sogenannte Public-Private
                                                                            Aktion. „Politiker*innen können unter-        Euro für Oxfams Arbeit sollen mindestens
                              Partnerships, sogar Mittel für Entwick-
                                                                            schreiben und zeigen, dass sie für unser      pro Läufer*in zusammenkommen. Oxfam
                              lungszusammenarbeit. „Für Oxfam ein
                                                                            Anliegen einstehen. Dafür bekommen            übernimmt für alle Sportler*innen das
                              No-Go, weil Bildung ein Menschenrecht
                                                                            sie eine Art Zertifikat“, erklärt Ronja       Startgeld und unterstützt die Läufer*innen
                              ist und eine der wichtigsten Vorraus-
                                                                            Backhaus. Der ehrgeizige Plan: Bis zur        vor Ort. Außerdem gibt Einblicke hinter die
                              setzungen für persönliches und wirt-
                                                                            Bundestagswahl wollen sie alle Bundes-        Kulissen von Oxfams Arbeit, ein T-Shirt für
                              schaftliches Weiterkommen überhaupt“,
                                                                            tagsabgeordneten aus den Wahlkreisen,         den Lauf und eine Urkunde für die Teilnahme.
                              sagt Sandra Dworack.
                                                                            in denen sie leben, mindestens einmal mit     Der Anmeldeschluss wurde verlängert:
                                                                            ihren Forderungen kontaktiert haben.          Wer dabei sein will, kann sich noch bis
                              Das Thema beschäftigt auch diejenigen,
                                                                                                                          Ende Juli anmelden.
                              die aktuell noch voll im Bildungssystem
                              stecken: die Generation der 18- bis Mitte-         JEtzt mehr erfahren:                          Jetzt dabei sein:
                              20-Jährigen. Im Rahmen der von Oxfam               www.oxfam.de/bildung                          www.oxfam.de/halbmarathon

                                                                                                                                                                    9
Zeit für Veränderung - Oxfam Shops
Ökosysteme pflegen und erhalten, statt die Natur auszubeuten und zerstört zurückzulassen:
     Die nachhaltigen Methoden der Agrarökologie haben Potenzial, die Landwirtschaft zu
     revolutionieren. Viele Partnerorganisationen von Oxfam wenden sie bereits erfolgreich an.

       Julia Jahnz

     Ackerbau, Tierhaltung und Fischerei ver-                                                     Aber ist es überhaupt möglich, sozial
     sorgen weltweit Menschen mit Nahrung.                Internationale                          und ökologisch gerecht fast acht Milli-
     Paradoxerweise zerstören sie gleich-                                                         arden Menschen satt zu bekommen?
     zeitig unsere Lebensgrundlagen. In ihrer      Unternehmen profitieren                        Ja, sagt Oxfams Ernährungsexpertin:
     Maßlosigkeit verantwortet die industrielle
     Landwirtschaft einen Großteil des welt-
                                                      immens von einer                            „Die Agrarökologie bietet Lösungen für
                                                                                                  Probleme wie Armut, Ungleichheit und
     weiten Süßwasserverbrauchs und ver-             Landwirtschaft, die                          Hunger. Diesen ganzheitlichen Ansatz
     ursacht bis zu 30 Prozent der Treibhaus-                                                     haben ländliche soziale Bewegungen
     gase. Leergefischte Meere, abgeholzte            auf die chemische                           entwickelt, größtenteils in wirtschaft-
     Wälder, Monokulturen und Chemikalien, die         Keule setzt.                               lich benachteiligten Ländern. Grund-
     massiv zum Artensterben beitragen, zeich-                                                    lage sind ökologische Prinzipien und
     nen ein düsteres Bild von der Zukunft.                                                       das Menschenrecht auf Nahrung.“
                                                             MARITA WIGGERTHALE
     Eine Dystopie, die für Kleinbäuer*innen                                                      Oxfams burundische Partnerorganisation
     und Landarbeiter*innen in wirtschaftlich                                                     ADISCO* ist überzeugt von diesem Ansatz.
     benachteiligten Ländern längst Realität                                                      Gemeinsam mit Kleinbäuer*innen vor Ort
     ist: „An vielen Orten fehlt den Menschen                                                     entwickelt und verbreitet ADISCO agrar-
     Wasser zum Trinken, Waschen oder              Übermächtige Konzerne dagegen verdie-          ökologische Anbaumethoden. In Feld-
     Kochen“, so Marita Wiggerthale, Oxfams        nen sich auf dem Lebensmittelmarkt             versuchen testen sie unter anderem
     Expertin für Welternährung. „Giftige Pesti-   eine goldene Nase. Platz Eins und Zwei         verschiedene natürliche Pflanzenschutz-
     zide gefährden nicht nur die Gesundheit       der reichsten Personen in Deutschland          mittel oder die Gewinnung von ökologi-
     von Feldarbeiter*innen, sondern auch von      nehmen die Eigentümer der Discounterket-       schem Dünger. Die so gefundenen Lösun-
     Familien, die in der Nähe der Anbauflächen    te Aldi und Dieter Schwarz ein, dem unter      gen passen perfekt zu den lokalen Gege-
     leben. Und immer mehr Bäuer*innen gera-       anderem der Rivale Lidl gehört. Doch nicht     benheiten und sorgen für gute Ernten,
     ten in Abhängigkeit von teuren Pestiziden     nur Supermarktketten machen Gewinne            ganz ohne teure Chemikalien – und ohne
     und Kunstdünger – viele müssen sich des-      mit Ausbeutung und Leid, erklärt Marita        Abhängigkeit von Agrarkonzernen.
     wegen verschulden.“                           Wiggerthale: „Auch internationale Agro-
                                                   chemie- und Saatgutunternehmen profi-          DÜNGER UND STEINWÄLLE
     GROSSKONZERNE VERSUS                          tieren immens von einer Landwirtschaft,        STEIGERN ERTRÄGE
     KLEINBÄUER*INNEN                              die auf die chemische Keule setzt. Sie
                                                   nutzen ihre Macht, um sich einen Großteil      Häufig entstehen sogar neue Arbeitsplätze.
     Massenproduktion von Nahrungsmitteln          der Gewinne zu sichern, während diejeni-       Stanislas Ndabirorere aus der Kommune
     auf der einen, Hunger auf der anderen         gen, die die Nahrungsmittel produzieren,       Ngozi etwa hat sich zur Herstellung von
     Seite: Mindestens drei Milliarden Menschen    zu ruinösen Preisen oder Hungerlöhnen          Dünger die Methode der Schnellkompost-
     können sich nach neuesten Schätzungen         schuften müssen. Gleichzeitig üben die         ierung angeeignet. „Die Technik erfordert
     keine gesunde Ernährung leisten, konsta-      Konzerne großen Einfluss auf die Politik       keinen großen Aufwand und die Zerset-
     tiert der von Oxfam mitveröffentlichte Be-    aus, um eine gerechtere und nachhalti-         zung geschieht sehr schnell“, berichtet
     richt „Towards a Wellbeing Economy“.          gere Landwirtschaft zu blockieren.“            der Kleinbauer. „Jetzt verkaufe ich den

                                                   * Appui au Développement Intégral et à la Solidarité sur les Collines
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Arbeit fällt auf
                                                                                                                       fruchtbaren Boden

                                                                                                                       Wenn im malischen Landkreis Kita
                                                                                                                       die Regenzeit beginnt, können die
                                                                                                                       ausgetrockneten Böden das Wasser
                                                                                                                       kaum aufnehmen. Es fließt von den
                                                                                                                       Feldern und spült dabei wertvolle
                                                                                                                       Nährstoffe fort. Die Steinwälle, die
                                                                                                                       Fanèké Coulibaly auf sein Bohnen-
                                                                                                                       feld gesetzt hat, halten das kost-
                                                                                                                       bare Nass auf. Auf dem Weg bergab
Fanèké Coulibaly | Oxfam

                                                                                                                       passiert es viele der kleinen Dämme,
                                                                                                                       die parallel zu den Höhenlinien auf
                                                                                                                       dem Feld verlaufen. Gelöste Nähr-
                                                                                                                       stoffe bleiben so am nächsten
                                                                                                                       Steinwall wieder hängen. Die Boden-
                                                                                                                       fruchtbarkeit wächst dadurch
                                                                                                                       schnell – und damit auch die Ernten.

                           überschüssigen Dünger hier in Ngozi.“ Vom    Länge noch einmal verdoppeln. Denn die      hat, wurde deutlich, warum: Für ihre Arbeit
                           Gewinn bezahlt er nicht nur das Schulgeld    bessere Durchfeuchtung hat auch posi-       wichtige Informationen kamen einfach
                           für seine Kinder, sondern konnte auch        tive Wirkungen auf die Bodeneigenschaf-     nicht bei diesen Stellen an. Zudem stehen
                           Leute anstellen, die seine Felder pflügen.   ten: „Den Unterschied sieht man auf der     den Kommissionen schon seit Jahren
                                                                        einen und der anderen Seite des Stein-      Gelder zu, die sie nun einfordern werden.
                           In der malischen Sahel-Sudanzone             walls“, demonstriert er. „Wenn man auf
                           wendet Oxfams Partnerorganisation STOP-      der geschützten Seite ein bisschen gräbt,   Wissen austauschen, sich vernet-
                           SAHEL mit den Kleinbäuer*innen andere        erkennt man gleich an der Farbe, dass       zen und Rechte gemeinsam durch-
                           Lösungen an: Sie errichten lange Stein-      hier viel mehr Nährstoffe im Boden sind.“   setzen: Auch das ist ein wichtiges
                           wälle, um dem Regenwasser die nötige                                                     Prinzip der Agrarökologie. So können
                           Zeit zum Versickern zu geben. Fanèké         INFORMATION, AUSTAUSCH                      ländliche Gemeinschaften dauerhaft
                           Coulibaly aus der Kommune Badia hatte        UND VERNETZUNG                              die Kontrolle über ihre Ressourcen und
                           die Methode bereits früher ausprobiert –                                                 Lebensgrundlagen zurückgewinnen.
                           allerdings ohne den gewünschten Erfolg.      Die mühevolle Arbeit lohnt sich nur, wenn
                           Heute weiß er es besser: „Durch das          die Menschen ihre Parzellen dauerhaft
                           Projekt haben wir gelernt, Höhenlinien zu    nutzen können. Doch flächenintensive
                           vermessen und beim Bau der Steinwälle        Landwirtschaft, Bergbau und Urbanisierung     Jetzt spenden:
                           zu berücksichtigen“, erklärt der Landwirt.   vertreiben immer mehr Kleinbäuer*innen        In vielen Ländern des Globalen
                           Denn besonders zu Anfang der Regen-          von ihrem Land. Gesetze zu ihrem Schutz       Südens setzt Oxfam gemeinsam
                           zeit, wenn der Boden trocken ist, können     finden häufig keine Anwendung, obwohl         mit Kleinbäuer*innen auf agar-
                           sich schon bei kleinen Höhenunterschie-      die malische Regierung lokale Kommissi-       ökologische Anbauprinzipien als
                           den wahre Sturzbäche bilden. Nur exakt       onen eingesetzt hat, die in Landrechts-       nachhaltiger Weg aus der Armut.
                           an den Höhenlinien entlang platzierte        fragen beraten sollen.                        Unterstützen Sie unsere Arbeit!
                           Steine bremsen die Fluten zuverlässig.
                                                                        Bei einem Workshop, zu dem STOP-SAHEL
                           118 Meter Steinwälle hat Fanèké Coulibaly    Verwaltungs- und Kommissionsmitglieder               www.oxfam.de/jetztspenden
                           bereits gelegt, nächstes Jahr will er die    sowie Bauernvertreter*innen eingeladen

                                                                                                                                         EINS | Sommer 2021       11
Stark in der
Klimakrise
Menschen, denen die Klimakrise die
Lebensgrundlage raubt, unterstützt
Oxfam dabei, sich an die klimatischen
Bedingungen anzupassen. Machen Sie                                      Ein gerechtes Wirtschaftssystem kann es ohne Klimagerechtigkeit
mit:                                                                    nicht geben. Warum das so ist und was zu tun ist, erklärt Oxfams
                                                                        Klimaexperte Jan Kowalzig.
                                          © Stop-Sahel

                            10€
                                                                          Interview Franziska Rötzsch

                                                                        Wieso ist die Klimakrise ein                 unseres Planeten bleibt und sicherstellt,
                                                                        Thema für Oxfam?                             dass alle Menschen gleichermaßen durch
                                                                        Die reichsten zehn Prozent der Welt-         die Nutzung der begrenzten Ressourcen
                                                                        bevölkerung, und dazu gehören immer-         ihr Recht auf ein Leben in Würde und frei
                                                                        hin knapp die Hälfte aller Deutschen,        von Armut wahrnehmen können. Eine klei-
                                                                        sind für mehr als die Hälfte der globalen    ne Minderheit darf ihren zerstörerischen
 Mit 10 Euro finanzieren Sie zehn junge
                                                                        Treibhausgasemissionen verantwortlich.       Wohlstand nicht auf Kosten anderer bean-
 Bäume, die in Mali Erosion vermeiden
                                                                        Auswirkungen der Erderhitzung sind zum       spruchen. Das gilt auch für die begrenzte
 helfen und Schatten spenden.
                                                                        Beispiel heftigere Stürme, Überschwem-       Menge an Treibhausgasen, die die Atmo-
                                                                        mungen, extremere Dürren, Ernteausfälle      sphäre aufnehmen kann, ohne dass die
                                                                        oder der steigende Meeresspiegel. Sie        Erderhitzung katastrophale Ausmaße an-
                                                                        verschärfen Hunger und Armut vor allem       nimmt. Weil dieses Budget nahezu aufge-
                                          © Soenabou Sawadogo | Oxfam

                            21€                                         in wirtschaftlich benachteiligten Ländern,
                                                                        wo die Menschen kaum oder gar nichts
                                                                                                                     braucht ist, ist ein Wirtschaftssystem erst
                                                                                                                     dann gerecht, wenn es in zwanzig Jahren
                                                                        zu der Klimakrise beigetragen haben. Das     unterm Strich keine Treibhausgase mehr
                                                                        verschärft bestehende Ungerechtigkeiten      verursacht.
                                                                        weiter. Wenn die Bundesregierung beim
                                                                        Klimaschutz bremst, nimmt sie dabei          Wie ist das zu schaffen?
                                                                        wissend in Kauf, dass sie damit anders-      Klimagerechtigkeit erfordert, dass alle
                                                                        wo Lebensgrundlagen zerstört. Und auch       Menschen oder Länder zur Bewältigung der
                                                                        aus ihrer Verantwortung, die Länder mit      Klimakrise beitragen, und zwar abhängig
 Mit 21 Euro kann ein*e Kleinbäuer*in                                   geringem Einkommen bei Klimaschutz und       von ihrer Verantwortung für das Entste-
 in Burkina Faso an einer Schulung zur                                  Anpassung an die klimatischen Verän-         hen dieser Krise und von ihren jeweiligen
 Nutzung von natürlichem Kompost zur                                    derungen ausreichend zu unterstützen,        Möglichkeiten. Die wirtschaftlich privile-
 Ertragssteigerung teilnehmen.                                          stiehlt sich die Bundesregierung immer       gierten Länder müssen ihre Emissionen
                                                                        wieder davon.                                also deutlich schneller auf null reduzie-
                                                                                                                     ren, damit einkommensschwache Länder
                                          © Lisa Murray | Oxfam

                            96€
                                                                        Warum ist ein gerechtes Wirtschafts-         mehr Flexibilität haben, insgesamt aber
                                                                        system ohne Klimagerechtigkeit nicht         die globale Erwärmung nicht die wichtige
                                                                        denkbar?                                     1,5°C-Schwelle übersteigt. Es bedeutet
                                                                        Einer der Grundpfeiler unseres gegen-        aber auch, dass wirtschaftlich privilegier-
                                                                        wärtigen Wirtschaftssystems sind Produk-     te Länder einkommensschwache Länder
                                                                        tion und Konsum auf Kosten von Menschen      bei der Bewältigung der Klimakrise finan-
                                                                        anderswo und von zukünftigen Generatio-      ziell angemessen unterstützen müssen.
                                                                        nen. Das gilt für die Ausbeutung und Zer-    Auch beim Klimaschutz in Deutschland
                                                                        störung von Ökosystemen allgemein,           ist unverzichtbar, dass die Transformati-
 Mit 96 Euro finanzieren sie 100 Kilo-                                  insbesondere aber auch für das Weltklima.    on hin zu null Emissionen sozial gerecht
 gramm verbessertes und natürliches                                     Es bringt also nichts, die ökonomischen      abläuft. In Deutschland sind die reichsten
 Bohnen-Saatgut für Menschen in                                         Ungerechtigkeiten unseres Wirtschafts-       zehn Prozent der Menschen für fünfzehn-
 Burundi.                                                               systems zu beseitigen, wenn wir dabei        mal mehr Treibhausgase pro Kopf und
                                                                        trotzdem den Planeten verbrennen. Ein        Jahr verantwortlich als die ärmsten zehn
        Jetzt spenden:                                                  Wirtschaftssystem ist nur gerecht, wenn      Prozent. Das zeigt deutlich, wo man
        www.oxfam.de/jetztspenden                                       es innerhalb der ökologischen Grenzen        ansetzen muss.

12
© Pablo Tosco | Oxfam

                        Klimakrise treibt
                        Menschen in die Flucht

                        „Der Regen wurde immer weniger
                        und weniger, und es ist jetzt viel
                        heißer als früher“, sagt Amina Ibrahim.
                        Bis 2017 lebte die Mutter von zwölf
                        Kindern in Qararo im Osten Äthiopiens.
                        150 Schafe und 15 Kamele gehörten
                        zum Viehbestand der Familie. „Wir
                        haben Tiere aufgezogen, sie verkauft,
                        um davon das zu kaufen, was wir
                        brauchten. Wir hatten auch Wasser.
                        Uns hat es an nichts gemangelt“,
                        erinnert sie sich. Mit der lang anhal-
                        tenden Dürre 2017 wurde alle anders.
                        Amina Ibrahims Tiere starben, die
                        Familie musste fliehen. Heute lebt
                        sie in der äthiopischen Zone Jarar,
                        wo Oxfam die Menschen mit Essen,
                        Trinkwasser und Hygienemaßnahmen
                        unterstützt. Dort versucht sie, sich
                        ein neues Leben aufzubauen.

                                                                  13
In 55 Oxfam Shops wird gerechteres Wirtschaften bereits praktiziert; das
     Gemeinwohl ist ihr Unternehmenszweck. Das ist gut für Mensch und Natur.

        Andrea Frey

                                                                         Schön!                                            !
                                                                                                                       Tollke !
                                                                                                                       Dan

     FROHES SPENDEN                                GEBRAUCHT SCHONT DAS KLIMA                    ENGAGIERT EUCH!
     Omas Kaffeeservice, der schon längst          Der Trend geht zum Secondhand-                Eine 2020 in den USA veröffentlichte Unter-
     ausgelesene Roman, die zu enge Jeans:         Shoppen – speziell bei Kleidung. Laut einer   suchung belegt, dass Menschen mit Ehren-
     Was uns nicht mehr lieb und teuer ist,        Studie des Marktforschungsinstituts Kantar    amt gesünder sind und länger leben als
     muss nicht weggeworfen werden. Als            haben 56 Prozent der Deutschen 2020           diejenigen, die sich nicht engagieren. Das
     Fundstück in einem der 55 Oxfam Shops         Kleidung aus zweiter Hand gekauft. Das        Ehrenamt stiftet, so die Studie, Sinn, die
     findet es eine*n neue*n Besitzer*in.          bremst nicht nur die immer rasanteren         Kontakte beugen Depression und Einsam-
     So wird Gebrauchtes im Warenkreislauf         Zyklen der Fast Fashion, sondern ist auch     keit vor. Das wissen auch die 3.400 Ehren-
     gehalten, Müll vermieden und die Umwelt       gut für die Klimabilanz. Alles kommt und      amtlichen zu schätzen, die sich in den
     geschont. Die Ware kommt noch dazu            geht auf kurzen Wegen: Die Sachspenden        Oxfam Shops engagieren – oft seit Jahren
     unverpackt in die Secondhand-Läden, das       stammen von Menschen aus der Umgebung         oder Jahrzehnten. Mitmachen kann jede*r.
     reduziert Plastikverpackungen. Einer Studie   und auch die Kund*innen sind meist aus        Einzige Voraussetzung ist, dass sie*er fünf
     des Deutschen Fundraising Verbands von        der Nachbarschaft. Im Vergleich zu den        Stunden pro Woche Zeit für das Ehrenamt
     2019 zufolge macht Spenden außerdem           langen Transportwegen der Neuware sind        und Lust auf die Arbeit vor und hinter den
     glücklich!                                    das klimafreundliche Katzensprünge!           Kulissen des Ladens hat.

     GEWINNE FÜRS GEMEINWOHL                       GLOBAL VERÄNDERN                              FÜR EINE WELT OHNE ARMUT
     Die Gewinne aus den Verkäufen der             Das trägt tausende Kilometer weit weg         Sachen spenden, Shoppen, Mitarbeiten:
     gespendeten Dinge kommen der Arbeit von       Früchte – im Wortsinn, wenn es um             Die Finanzmittel aus den solidarisch
     Oxfam zugute. Vor Pandemiebeginn waren        Projekte mit Kleinbäuer*innen geht, im        wirtschaftenden Shops sind für Oxfams
     es mehr als 2,4 Millionen Euro jährlich,      übertragenen Sinne in der Nothilfe, aber      Arbeit enorm wichtig. Sie helfen dabei,
     die Sachspender*innen, Kund*innen und         auch in Deutschland, beispielsweise in        dem Ziel einer gerechten und nachhaltigen
     Ehrenamtliche zusammen erwirtschaftet         Oxfams Kampagnen für Menschenrechte           Welt ohne Armut ein Stück näher zu
     haben.                                        in Lieferketten.                              kommen.

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                                                     EINKAUFEN, SACHEN SPENDEN, MITMACHEN www.oxfam-shops.de
LILIAN MERCADO
                                                                                                                     CO-DIREKTORIN FÜR STRATEGIE UND
                                                                                                                     FEMINISMUS BEI OXFAM INTERNATIONAL

                                                                                                                             Ich möchte eine Arbeit, die mit      dazu beitrage, Stück für Stück den Weg zu
                                                                                                                             meinen Werten und Prinzipien         diesem Ziel zu ebnen, ist für mich Ansporn
                                                                                                                     übereinstimmt und mir erlaubt, mich          genug. Als ich jung war, wollte ich schnel-
                                                                                                                     selbst zu verwirklichen, weil sie zu einer   le Veränderungen. Heute weiß ich, dass
                                                                                                                     Gesellschaft beiträgt, die fürsorgend,       Veränderungen oft schrittweise erfolgen.
                                                                                                                     freundlich, gerecht und friedlich ist. Ich   Als Individuen und in unserer eigenen
                                                                                                                     weiß, dass diese Vision vielleicht nicht     Arbeit tragen wir zu diesem Prozess des
                                                                                                                     zu meinen Lebzeiten vollständig verwirk-     gesellschaftlichen Fortschritts bei, was wir
                                                                                                                     licht wird, aber das Wissen, dass ich        können.

                                                                        EINE FRAGE, DREI MENSCHEN

                                                                        DR. COLETTE SOLOMON
                                                                        GESCHÄFTSFÜHRERIN VON WOMEN ON FARMS PROJECT IN SÜDAFRIKA

                                                                                Frauen brauchen Arbeit, die es       Neben der Sicherung des Existenzmini-        das stark exportorientiert, von großen
                                                                                ihnen ermöglicht, über ihr Leben     mums brauchen die Arbeiterinnen auf den      Unternehmen dominiert und wasser-,
                                                                        selbst zu bestimmen. Ein unabhängi-          Weinplantagen sichere und würdevolle         pestizid- und kapitalintensiv ist. Dieses
                                                                        ges Einkommen gibt ihnen eine andere         Arbeitsbedingungen. Dazu gehört, dass        Wirtschaftsmodell ist nicht in der Lage,
                                                                        Stellung, nicht nur im eigenen Haushalt      die Frauen keinen gefährlichen Pestiziden    für eine sichere Versorgung eines großen
                                                                        sondern auch in der Gemeinschaft. Dies ist   ausgesetzt sind und dass sie während der     Teils der Bevölkerung zu sorgen, auch
                                                                        besonders wichtig in einem gesellschaft-     Arbeit Zugang zu Toiletten haben.            nicht der Plantagenarbeiter*innen. Es ist
                                                                        lichen Umfeld, in dem wie in Südafrika                                                    eine Schande, dass Arbeiter*innen, die
                                                                        Gewalt gegen Frauen weitverbreitet ist:      Damit die Plantagenarbeiterinnen in          die Nahrungsmittel des Landes produzie-
                                                                        Wirtschaftliche Unabhängigkeit ermöglicht    Südafrika ein würdevolles Leben führen       ren, oft nicht genug zu essen haben.
                                                                        es Frauen, ein Leben unabhängig von          können, muss das vorherrschende Land-
                                                                        Männern zu führen, wenn sie das möchten.     wirtschaftsmodell verändert werden,
Max Lindert | © Oxfam, © Nina Harder | Oxfam © Lilian Mercado | Oxfam

                                                                                                                     MAX LINDERT
                                                                                                                     STUDENTISCHER MITARBEITER IN DER
                                                                                                                     PRESSESTELLE VON OXFAM DEUTSCHLAND

                                                                                                                             Geld zu verdienen ist der Haupt-     nis von gegenseitiger Wertschätzung und
                                                                                                                             grund für mich, neben dem Studium    Vertrauen geprägt sein. Denn erfolgreiche
                                                                                                                     zu arbeiten. Ohne Geld kann ich Semester-    Arbeit kann ich nur dort leisten, wo ich
                                                                                                                     beitrag und Miete nicht bezahlen. Dennoch    mich selbst wohlfühle. Ich möchte mich als
                                                                                                                     habe ich das Privileg, meinen Arbeitsplatz   Teil eines Teams und einer Gemeinschaft
                                                                                                                     frei wählen zu können. Für mich zählt in     fühlen, in der ich mich weiterentwickeln
                                                                                                                     erster Linie die Identifikation mit meinem   kann und meine Kolleg*innen von mir profi-
                                                                                                                     Arbeitgeber – einer, der freiheitliche und   tieren. Auch Abwechslung ist mir wichtig,
                                                                                                                     multikulturelle Werte ebenso vertritt wie    so dass ich meine Rolle immer wieder neu
                                                                                                                     ich. Außerdem sollte das Berufsverhält-      definieren kann.

                                                                                                                                                                                       EINS | Sommer 2021        15
EinZiegartige
                                                                             ür a l le
                                                                     Liebe f
Hochzeitsgeschenke

                                                                                                                Ziegenpaare
                                                                                                               als Grußkarte
                                                                                                             inkl. Magneten

 Jetzt online auf:

WAS IST OXFAM?
Oxfam vereint Menschen in aller Welt, die sich nicht damit
abfinden wollen, dass es Armut und extreme Ungleichheit gibt.                            IMPRESSUM
                                                                                         Herausgeber: Oxfam Deutschland e. V.
Als internationale Nothilfe- und Entwick-   mit Partnerorganisationen, der Bevölkerung
                                                                                         Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin
lungsorganisation unterstützen wir          vor Ort – und Ihnen – arbeiten wir für ein
Menschen in armen Ländern dabei, sich       großes Ziel: Die Armut weltweit abzuschaf-   Tel: (030) 45 30 69 - 0
eine bessere Zukunft zu schaffen.           fen.                                         V.i.S.d.P.: Marion Lieser
                                                                                         Chefredakteur: Steffen Küßner
Bei Krisen und Katastrophen retten wir      Zur Finanzierung dieser Arbeit tragen rund
                                                                                         Redaktion: Franziska Rötzsch
Leben und helfen, Existenzen wieder         3.400 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in     Gestaltung: martinbrombacher.de
aufzubauen. Gemeinsam mit Menschen          derzeit 55 Oxfam Shops bei. Diese werden
                                                                                         Druck: Oktoberdruck, Berlin
in Nord und Süd erheben wir unsere          von der Oxfam Deutschland Shops gGmbH
Stimmen, um eine Politik zu fordern,        betrieben, einem hundertprozentigen Toch-    Gedruckt auf 100% Recyclingpapier.
von der alle profitieren. Seite an Seite    terunternehmen des Oxfam Deutschland e.V.    www.oxfam.de/eins
                                                                                         www.twitter.com/oxfam_de
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                                                                                         Bank für Sozialwirtschaft
                                                                                         Konto: 80 90 500                     Deutscher
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