ZIEL FOKUSSIEREN UND NIE DEN SPASS VERLIEREN

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ZIEL FOKUSSIEREN UND NIE DEN SPASS VERLIEREN
BILDUNGSZEITUNG
DER ZENTRALSCHWEIZ

                                                                                                 2020

                                                     «ZIEL
                                             FOKUSSIEREN
                                                  UND NIE
                                                DEN SPASS
                                               VERLIEREN»
                                                                           Vom Teilnehmer
                                                                             zum Experten.
                                                                          Daniel Kunz ist an
                                                                            den Swiss Skills
                                                                         der Schreiner/in an
                                                                         der Zebi engagiert.
                                                                                               Seite 6

                                                                                                          b i!
                                                                                                     Ze

                                                                                   Si                ie
                                                                                        che
                                                                                              r an d

                                                                          Alles zur
                                                                       enb
                                                                      ZA  traglse
                                                                                chswaegizetr
                                                                                          e
Familiensache. Die Familie Lussi Brückenbauerin. Ashti Hama-           Bildungsmess
weiss, worauf es beim Berufs-    Amin trägt viel zur Chancenge-                        23
                                                                         Seiten 21 bis
wahlprozess ankommt.             rechtigkeit in der Berufswahl bei.
Seite 8                           Seite 12
ZIEL FOKUSSIEREN UND NIE DEN SPASS VERLIEREN
EDITORIAL

                                                                                                                                     BERUFSWAHL
                                                                                                                                     IN EINER ZEIT
E„£ã½ć ^è½ 0ãļ½ć u½Ö
                                                                                                                                     DES UMBRUCHS
                                                                                                               ^è½
                                                                                                          £ã½ć
                                                                                                     ½ Ńŝ ½ļ €½™èÍ

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                                                                                                         „ć ²
                                                                                                                                     W
                                                                                                                                               ir waren schon vor Corona in einer Zeit des Umbruchs. Denn die
                                                                                                                                               Digitalisierung der Wirtschaft schreitet rasant voran. Nun kommen

E„£ã½ć ^è½ ²½ć „£ã½øĐļĩ ãŃøŝĩ£ãōć½ŝÖè½ļèÖ                                                                                           die Unsicherheiten aufgrund der wirtschaftlichen Krise dazu. Nebst der
                                                                                                                                     Frage nach den eigenen Interessen und Stärken fragen sich Jugendliche,
 ļ£ãèő½öőŝļ                         ø½öőļĐő½£ãćèö ŝć² 0ćÏĐļÄőèĐćŃç        =ŝćŃő Ž t½ļĂèőőøŝćÖ
                                                                                                                                     aber auch gestandene Berufsleute, zu Recht: Welcher Beruf hat Zukunft?
 ļőèÏè£è„ø 0ćő½øøèÖ½ć£½ Ž E„£ãèć½     ő½£ãćĐøĐÖè½                           E„Ń£ãèć½ćő½£ãćèö
   ?½„ļćèćÖ                          'èøĂ                                    E½²èŸèćő½£ãćèö                                          Welche Qualifikationen und Kompetenzen werden gefragt sein?
 „ŝèćÖ½ćè½ŝļŬ½Ń½ć                   (½™‰ŝ²½ő½£ãćèö › ć½ļÖè½                EЙèøèőŲ® „ő„ ^£è½ć£½ „ć² £ĐćĐĂè£Ń
 ø„ŃĂŝŃèö²èļ½öőèĐć                  -ĐŃģèő„øèőŲ E„ć„Ö½Ă½ćő ^-?              EŝŃèö
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                                                                                                                                     Deshalb ist die Zebi noch wichtiger geworden. Sie erlaubt es, sich innerhalb
 ŝŃèć½ŃŃ XŃŲ£ãĐøĐÖŲ                 0ćÏĐļÄőèĐć Ž Ų™½ļ ^½£ŝļèőŲ            XļĐ²ŝöőç ŝć² 0ć²ŝŃőļè½²½ŃèÖć
 èÖèő„ø ĐćŃőļŝ£őèĐć                0ćć½ć„ļ£ãèő½öőŝļ                        ^ĐŸè„ø½ ļ™½èő                                          von kurzer Zeit einen umfassenden Überblick über die Berufe und Schulen
 èÖèő„ø ćÖèć½½ļèćÖ                 0ćő½ļć„őèĐć„ø ŝŃèć½ŃŃ ²ĂèćèŃőļ„őèĐć   tèŃŝ½øø½ =ĐĂĂŝćèö„őèĐć                                                                                                                     Gaudenz Zemp
 èÖèő„ø 0²½„őèĐć                    0ćő½ļć„őèĐć„ø 0d E„ć„Ö½Ă½ćő             uèļőŃ£ã„ÏőŃèćÏĐļÄőèö                                                                  Ab gesag
                                                                                                                                     zu verschaffen. Aus- und Weiterbildungen   t sich miteinander verglei-
                                                                                                                                                                              lassen                                    Präsident Verein Berufsbildung Zentralschweiz
 ć½ļÖŲ „ć² ćūèļĐćĂ½ćő„ø ^ŲŃő½ĂŃ    =èļ£ã½ćĂŝŃèö                            uèļőŃ£ã„ÏőŃèćÖ½ćè½ŝļ › 0ććĐū„őèĐć                       chen. Fragen werden im persönlichen Gespräch individuell beantwortet.
   ćÖèć½½ļèćÖ
                                                                                                                                     Dabei werden wichtige Erkenntnisse gesammelt und der Entscheidungsprozess
                                                                                                                                                                                                                        IMPRESSUM
                                                                                                                                     schreitet auf einer soliden Basis voran.
                                                                                                                                                                                                                        Sonderbeilage in der «Luzerner Zeitung Gesamtausgabe –
                                                                                                                                                                                                                        Schweiz am Wochenende» und des «Boten der Urschweiz»
                                                                                                                                                                                                                        vom 31. Oktober 2020
                                                                                                                                     Dass die Zebi dieses Jahr überhaupt möglich ist, verdanken wir den vielen          Herausgeber: Verein Berufsbildung Zentralschweiz
                                                                                                                                     Ausstellern, die ihre Berufe und Weiterbildungsangebote unter den gege-            Beirat: Beat Schuler, Peter Häfliger, Tobias Lengen
                                                                                                                                                                                                                        Produktion: Messe Luzern AG
                                                                                                                                     benen Umständen präsentieren und erlebbar machen. So konnten wir den               Inserate: CH Regionalmedien AG und Messe Luzern AG
                                                                                                                                                                                                                        Druck und Vertrieb: LZ Print / NZZ Media Services AG
                                                                                                                                     Fokus bei der Organisation voll und ganz auf eine sichere Zebi setzen, wo
                                                                                                                                     sich die Jugendlichen und Erwachsenen informieren und inspirieren lassen            Hinweis: Wenige Stunden vor dem Druck musste
                                                                                                                                                                                                                         die Zebi 2020 aufgrund behördlicher Verordnung zur
                                                                                                                                     können.                                                                             Eindämmung des Coronavirus abgesagt werden.

                                                                                                                      I N S E R AT

                                                                                                                                                                                                  *DOOLNHU %HUXIVZHOW
                                                                                                                                                                                                          
                                                                                                                                                                                                                               
                                                                                                                                                                                                                     

                                                                                                                                                                                                                               %HVXFKH XQV DQ GHU =(%,

                                                                               /DXIEDKQ ß IHUWLJ ß ORV
                                                                                                                                                                                                                                                             upgrade          3
ZIEL FOKUSSIEREN UND NIE DEN SPASS VERLIEREN
INHALT

     6 – 13     Einstieg

    15 –16      Aufstieg                                                                                                                            F           Die Hochschule Luzern                      Vroni Stalder ist über ihren
                                                                                                                                                             ist mit neuen Studiengängen                   Schatten gesprungen und
    18– 19      Wiedereinstieg/                                                                                                                                  für die Digitalisierung                     wieder ins Berufsleben
                                                                                                                                                                        gerüstet.                                 eingestiegen.
                Umstieg
                                                                                                                                                                        Seite 15                                     Seite 18
    21– 23      Special

                        UNSER                                                                                          Höhere Berufsbildung

                                                                                                                                 Diplom HF                  Master
                                                                                                                                                                                     Hochschulen

                                                                                                                                                                                     Master
                                                                                                                                                                                                                  PhD/Doktorat
                                                                                                                                                                                                                  Master

                                                                                                                                                                                                                                                                   TERTIÄRSTUFE
                                                                                                       Eidg. Diplom

              BILDUNGSSYSTEM                                                                           Eidg. Fachausweis                                    Bachelor                 Bachelor                     Bachelor

                SCHREIBT VIELE

                                                                                                                                                                                                                                               WEITERBILDUNG
                                                                                  WEITERBILDUNG
                                                                                                      Berufs- und                Höhere Fachschulen         Fachhochschulen          Pädagogische                 Universitäten
                                                                                                      höhere Fachprüfungen                                                           Hochschulen                  ETH

                  GESCHICHTEN

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Möglicher Weg
                                                                                                                                                                                                                                               BERUFSORIENTIERTE
                                                                                  BERUFSORIENTIERTE
                           Das Bildungssystem ist durchlässig. Wer eine
                              Berufslehre abgeschlossen hat, dem stehen                                                                                      Berufsmaturität               Fachmaturität           Gymnasiale Maturität
                             alle Türen offen: der direkte Einstieg in den

                                                                                                                                                                                                                                                                   SEKUNDARSTUFE II
                                  Arbeitsmarkt, eine Weiterbildung oder                                                          Eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ)                        FMS-Ausweis

                              ein Studium an einer Fachhochschule oder                                Eidg. Berufsattest (EBA)

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Üblicher Weg
                            Universität. Kein Abschluss ohne Anschluss!                               Betriebe,
                                                                                                      Berufsfachschulen,         Betriebe, Berufsfachschulen,
                                               Das sind die Geschichten dazu:                         überbetriebliche           überbetriebliche Kurse                               Fachmittelschulen            Gymnasien
                                                                                                      Kurse

                                                                                                                 Berufliche       Grundbildung / Berufslehre                                     Allgemeinbildende Schulen
                                                                                                                                                BRÜCKENANGEBOTE

                                                                                                                                                OBLIGATORISCHE SCHULE

                                  Alle Geschichten mit
                                  zusätzlichen spannenden
                                  Inhalten gibt es auch online!                 Daniel Kunz war 2018 als                                     Die Familie Lussi geht
                                                                                Schreiner Teilnehmer der                                                                            Lea Gnos stellt das                           Ashti Hama-Amin
                                  zebi.ch/upgrade                                                                                             die Berufswahl offen                Pilotprojekt «BM SEK+»                         hilft, sprachliche und
                                                                                 Swiss Skills – und jetzt                                     und konsequent an.
                                                                                     ist er Experte.                                                                              des Kantons Luzern vor.                         kulturelle Brücken
                                                                                                                                                    Seite 8                               Seite 11                                    zu schlagen.
                                                                                         Seite 6
                                                                                                                                                                                                                                         Seite 12

4     upgrade                                                                                                                                                                                                                                                                                 upgrade   5
ZIEL FOKUSSIEREN UND NIE DEN SPASS VERLIEREN
EIN          STIEG
                                                                                                                                                                                             MEIN
            «ZIEL                                                                                                                                                                            WEG
                                                                                                                                                                                                                  im Wettbewerb «Massivholzschrei-
                                                                                                                                                                                                                  ner» je ein Werkstück, für beide hat-
                                                                                                                                                                                                                  ten wir zwei Tage Zeit. Das ist wirk-
                                                                                                                                                                                                                                                                  Teilnehmenden an den Sektionsmeisterschaften und trainierte ge-
                                                                                                                                                                                                                                                                  meinsam für die Regionalmeisterschaften. Die Talente haben es sehr
                                                                                                                                                                                                                                                                  geschätzt, dass sie von meinen Erfahrungen profitieren konnten. Es

    FOKUSSIEREN                                                                                                                                                                    Fertigungsspezialist VSSM      lich knapp. Selbst für das Planstudi-
                                                                                                                                                                                                                  um und die Planung des Arbeitsab-
                                                                                                                                                                                                                  laufs hat man nur eine halbe Stunde
                                                                                                                                                                                                                                                                  gab viele persönliche Fragen, die über das Fachliche hinausgingen.
                                                                                                                                                                                                                                                                  Auch als ich meine Wettbewerbsarbeiten mitbrachte, gab es staunen-
                                                                                                                                                                                                                                                                  de Blicke. Es war schön, die Freude und ein paar Tipps weitergeben

         UND NIE
                                                                                                                                                                                  Experte Swiss Skills 2020
                                                                                                                                                                                                                  Zeit.                                           zu können.

                                                                                                                                                                                 Teilnahme Swiss Skills 2018      Die Aufgaben haben Sie aber mit                 Von Ihren «Schützlingen» hat sich schliesslich niemand für

       DEN SPASS                                                                                                                                                                        Schreiner EFZ
                                                                                                                                                                                                                  Bravour gelöst: 2. Rang beim
                                                                                                                                                                                                                  Wettbewerb «Massivholzschreiner»
                                                                                                                                                                                                                  und 4. Rang beim Wettbewerb
                                                                                                                                                                                                                                                                  die Swiss Skills qualifiziert. Sind Sie enttäuscht?
                                                                                                                                                                                                                                                                  Natürlich hätte ich es ihnen gegönnt. Vor allem bei einem Teilneh-

      VERLIEREN»                                                                                                                                                                                                  «Möbelschreiner». Nur um wenige
                                                                                                                                                                                 Punkte hatten Sie den Einzug an die World Skills verpasst.
                                                                                                                                                                                                                                                                  mer war es sehr knapp. Es wäre auch für mich spannend gewesen, ihn
                                                                                                                                                                                                                                                                  weiterzucoachen und zu begleiten.

                                                                                                                                                                                 Wie blicken Sie darauf zurück?                                                   Stattdessen sind Sie für die nächste Stufe angefragt worden und werden
                                                                                                                                                                                 Es war wirklich haarscharf. Da Jérémie Droz bei beiden Wettbewer-                Experte an den Swiss Skills Championships der Schreiner/in an der Zebi.
                                                                                                                                                                                                                                                                  Freuen Sie sich auf diese Aufgabe?
    Der 22-jährige Schreiner Daniel Kunz erinnert sich                                                                                                                           ben den ersten Rang belegt hatte, musste der zweite Startplatz für die
                                                                                                                                                                                 World Skills unter uns Zweitplatzierten der beiden Wettbewerbe                   Absolut! Ich habe auch sofort zugesagt. Ich freue mich darauf, die Sei-
     gut an seine Teilnahme an den Swiss Skills 2018 –
                                                                                                                                                                                 ausgemacht werden. Beim Punktevergleich reichte es für mich um                   te zu wechseln sowie verfolgen und bewerten zu dürfen, was die Ta-
       ein unvergessliches Erlebnis. Heute, zwei Jahre                                                                                                                           wenige Punkte nicht und Samanta Kämpf hatte es geschafft. Ich habe               lente leisten. Es freut mich natürlich sehr, dass dies an der Zebi in Lu-
          später, ist er selbst Experte an den Schreiner-                                                                                                                        es ihr sehr gegönnt. Aber es hat mich zuerst natürlich gewurmt. Heu-             zern stattfindet.
                                                                                                                                                                                 te kann ich sagen: Ich konnte an den Swiss Skills so viel lernen und
                meisterschaften. Ein Gespräch über seine                                                                                                                         erleben – das hat sich bereits gelohnt.                                          Ein letzter Tipp für die Finalisten?
                                                                                      Daniel Kunz geht in
                        Erfahrungen und seine Motivation.                             der Schreinerarbeit                                                                                                                                                         Das Ziel fokussieren und nie den Spass verlieren. Das war auch im-
                                                                                      auf: hier im Aus-                                                                          Jetzt engagieren Sie sich für die Teilnehmenden der Swiss Skills 2020.           mer mein Motto.
                                                                                      und Weiterbildungs-                                                                        Sie leiteten vor den Regionalmeisterschaften die Trainings der
                                                                                                                                                                                                                                                                                    Abgesagt
                                                                                      zentrum der                                                Ein Video der Schreiner/in an                                                                                                 Täglich, Halle 3
                                                                                                                                                 den Swiss Skills 2018 unter     Luzerner Teilnehmenden.                                                                       Verfolgen Sie vor Ort die Swiss Skills Championships 2020
                  Text: Irene Reis / Bild: Pius Duss, Verband Luzerner Schreiner      Luzerner Schreiner
                                                                                      in Rothenburg.                                             zebi.ch/upgrade                 Genau, wie damals bei mir qualifizierte sich eine Gruppe von zehn
                                                                                                                                                                                                                                                                               der Schreiner/in.

                                                                                                                                                                                                                                                                    Das sagen die Mitglieder der Nationalmannschaft zum
                                                                                                                                                                                                                                                                    Schreinerberuf oder zur Teilnahme an den Swiss Skills (von links):
Die neun besten Schreiner kämpfen an den Swiss Skills Champion-                    Das tönt eher so, als wären Sie einfach durchspaziert.
                                                                                                                                                                                                                                                                    Jonas Bleiker (20), Guntershausen TG
ships an der Zebi um den Schweizermeistertitel. Vor zwei Jahren                    Wie haben Sie sich vorbereitet?                                                                                                                                                  «Am besten gefällt mir am Schreinerberuf die Arbeit mit Massivholz.»
waren Sie selbst an dieser Stelle. Woran erinnern Sie sich?                        Es war nicht nur ein Spaziergang. Aber wenn man etwas mit Freude                                                                                                                 Benoit Danz (19), La Heutte BE
                                                                                                                                                                                                                                                                    «Mich faszinieren die Vielseitigkeit und Genauigkeit, die gefragt sind,
Die Swiss Skills sind ein unvergleichliches Erlebnis. Diese vier Tage              macht, fällt es leicht, Zeit und Energie hineinzustecken. Bei mir ist                                                                                                            obwohl Holz arbeitet.»
sind überwältigend. Das Publikum, die Stimmung, die Bekanntschaf-                  alles sehr gut aufgegangen. Ich war nach dem Lehrabschluss einen                                                                                                                 Léa Coutaz (18), Saint-Maurice VS
ten, dass man seinen Beruf präsentieren darf. Aber auch das Drumhe-                Monat in der Schreinerei meines Bruders angestellt. Dadurch war ich                                                                                                              «Wenn meine Teilnahme andere junge Frauen für einen hand-

                                                                                                                                                                                                                                                     Bild: VSSM
                                                                                                                                                                                                                                                                    werklichen Beruf motiviert, ist das noch ein Bonus.»
rum: So fand ich mich plötzlich im Medieninteresse wieder und gab                  sehr flexibel und hatte genügend Zeit, mich vorzubereiten, zu trainie-
Jann Billeter oder Cornelia Boesch vom SRF Fernsehinterviews.                      ren sowie die Werkzeuge und Maschinen einzurichten. Eine gute                                                                                                                    Hugo Pinto Paulo (19), Châtelaine GE
                                                                                                                                                                                                                                                                    «Ich erhoffe mir vom Wettbewerb, dass der Beste an den World Skills
                                                                                   Vorbereitung, insbesondere                                                                                                                                                       eine Medaille gewinnt.»
Die Teilnehmenden berichten immer wieder, dass auch der Weg                        der Werkzeuge, ist enorm               Daniel Kunz ...                                                                                                                           Romain Mingard (18), Couvet NE
dahin eine grosse Erfahrung sei. Wie war das bei Ihnen?                            wichtig. Es wäre doch schade,                                                                                                                                                    «Von der Schreiner-Nationalmannschaft erhoffe ich mir, dass sie mir
                                                                                                                      ... ist 22 Jahre alt, wohnt in Egolzwil und                                                                                                   neue Lebenserfahrungen beschert.»
Ich habe unglaublich viel gelernt. Ich habe mir angewöhnt, schnell                 wenn man durch schlecht be-        arbeitet in der Produktion bei Schaerholzbau,
                                                                                                                                                                                                                                                                    Severin Bichsel (20), Frauenfeld TG
und gleichzeitig qualitativ gut zu arbeiten. Ich konnte meine Leis-                reitgelegte Werkzeuge Zeit
tung steigern, sammelte fachliche Erfahrungen und wurde viel                       oder Punkte verliert.
                                                                                                                      Altbüron, wo er schon seine Lehre gemacht
                                                                                                                      hat. Die elterliche Schreinerei in Melchnau                DIE SCHREINER-                                                                     «Ich mag am Schreinerberuf das Arbeiten mit den vielen
                                                                                                                                                                                                                                                                    verschiedenen Materialien und die Bearbeitungsmöglichkeiten.»
belastbarer. Die Liste ist lang.
                                                                                   All diese Erfahrungen und
                                                                                                                          BE hat seine Kindheit geprägt – und seine
                                                                                                                          Berufswahl. Auch heute «werkt» er oft in der           NATIONALMANNSCHAFT                                                                 Brian Thomi (19), Vordemwald AG
                                                                                                                                                                                                                                                                    «Am Schreinerberuf mag ich vor allem, dass man am Abend sieht,
         Erste Erfahrungen sammelte ich bereits in den Qualifikati-                                                        Familien-Schreinerei, die sein ältester Bruder
                                                                                                                                                                                                                                                                    was man gemacht hat.»
onsrunden. Ende 2017 belegte ich an den Sektionsmeisterschaften –                  die Vorbereitungen konnten             übernommen hat. «Meine ganze Wohnungs-                 Über die Sektionsmeisterschaften sowie die Regio-
                                                                                   Sie beim Wettbewerb sicher             einrichtung besteht aus eigenen Möbeln»,                                                                                                  Linus Linder (20), Worb BE
ich war an der Luzerner Sektion in Rothenburg – den ersten Rang.
                                                                                                                          sagt er stolz. Diesen Herbst hat Daniel Kunz
                                                                                                                                                                                 nalmeisterschaften qualifizierten sich neun für die                                «Ich mag das Designen von Möbeln und deren Umsetzung sowie
Dann qualifizierte ich mich für die Regionalmeisterschaft im Früh-                  gut gebrauchen.                                                                                                                                                                  das Arbeiten in einem motivierten Team.»
                                                                                                                          die Weiterbildung als Fertigungsspezialist             Schreiner-Nationalmannschaft. Sie kämpfen an
ling 2018 und wurde dort ebenfalls Erster. So kam ich in die National-             Auf jeden Fall. Wir erhielten          VSSM begonnen, an welche er den Projekt-
                                                                                                                                                                                 der Zebi 2020 um den Schweizermeistertitel und                                     Marcel Wagner (20), Niederbüren SG
                                                                                                                          leiter VSSM anhängen will. Als nächstes Ziel                                                                                              «In der Nationalmannschaft erhoffe ich mir den Austausch mit
mannschaft. Dann ging alles sehr schnell. Wir hatten drei Vorwett-                 die Aufgaben erst am Wett-
                                                                                                                          hat er bereits den dipl. Techniker HF oder             die Teilnahme an den World Skills 2021 in Shanghai.                                anderen Schreinern, um mich weiterentwickeln zu können.»
kämpfe sowie diverse Trainings. Gleichzeitig schloss ich im Sommer                 kampftag. Es gab im Wettbe-            den Schreinermeister ins Auge gefasst.
2018 die Lehre ab. Es war eine spannende, aber intensive Zeit.                     werb «Möbelschreiner» und

6     upgrade                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  upgrade        7
ZIEL FOKUSSIEREN UND NIE DEN SPASS VERLIEREN
EIN         STIEG

ALS TEAM                                                                                                                                                                                          Für Daniela, Beat,
                                                                                                                                                                                             Elena und Lorena (von
                                                                                                                                                                                              links) war und ist die
                                                                                                                                                                                                     Berufswahl ein
                                                                                                                                                                                                  Prozess, den man
                                                                                                                                                                                                                               Lehrstelle als Fachfrau Gesundheit hat Lorena in der Schule Vollgas
                                                                                                                                                                                                                               gegeben und in Mathe den Sprung in das Niveau A geschafft.

                                                                                                                                                                                                                               Ein Plus für die Praxis

ZUM                                                                                                                                                                                                     gemeinsam
                                                                                                                                                                                                         durchläuft.           Dass Lorena ihren Traumberuf gefunden hat, sei auch dem Schnup-
                                                                                                                                                                                                                               pern zu verdanken, ist Beat Lussi überzeugt. Der Einbezug der Praxis
                                                                                                                                                                                                                               war den Lussis sehr wichtig. «Ich konnte mir ein Bild vom Beruf ma-

WUNSCH-                                                                                                                                                                                                                        chen und dieses mit meinen Stärken abgleichen», bestätigt Lorena.
                                                                                                                                                                                                                               Jedoch nimmt das Schnuppern viel Zeit ein – besonders im Fall von
                                                                                                                                                                                                                               Lorena. So mussten die Lussis in dieser Zeit auf Familienferien
                                                                                                                                                                                                                               verzichten. «Die Berufswahl muss einfach Priorität haben», sagt

BERUF                                                                                                                                                                                                                          Daniela. Hilfreich war auch der Zebi-Besuch, wie Lorena sagt: «Ich
                                                                                                                                                                                                                               konnte mit Lernenden sprechen und habe viel über den Arbeits-
                                                                                                                                                                                                                               alltag erfahren. Und bei den Schreinern konnte ich einen Natelhal-
                                                                                                                                                                                                                               ter selber herstellen. Daraufhin wollte ich diesen Beruf unbedingt
                                                                                                                                                                                                                               schnuppern», sprudelt es aus ihr heraus.
Die Berufswahl ist ein Prozess mit Hochs und Tiefs.
                                                                                                                                                                                                                               Bewerben als nächste Phase
Das Umfeld ist dabei eine wichtige Stütze, wie die                                                                                                                                                                             Hat man sich dann für einen Beruf entschieden, beginnt die Lehr-
Geschichte der Familie Lussi zeigt. Ein Porträt                                                                                                                                                                                stellensuche. Lorena wünschte sich eine Stelle in einem Spital. «Ich
                                                                                                                                                                                                                               war sehr traurig, als ich die erste Absage bekam», erinnert sie sich.
einer Familie, welche die Berufswahl mit Offenheit,
                                                                                                                                                                                                                               Auch da war es wichtig, dass die Eltern unterstützend zur Seite stan-
Feingefühl und der nötigen Konsequenz in Angriff                                                                                                                                                                               den und aufzeigten, dass dies in einem laufenden Prozess normal ist.
                                                                                                                                                                                  Weitere Infos zur Berufswahl unter
nimmt.                                                                                                                                                                            zebi.ch/upgrade                              Doch Lorena musste nicht lange enttäuscht sein. Wenig später be-
                                                                                                                                                                                                                               kam sie die Zusage von Luzern und ist voll des Lobes. Mit
                                                                                                                                                                                                                               einem Strahlen sagt sie: «Ich arbeite in einem tollen Team und es
                                                                                                                                                                                                                               macht mega Spass.»
Text: Daniela Imsand / Bild: Christoph Arnet

                                                                                                                                                                                                                               Wieder mitten im Berufswahlprozess
Fotografin, Polizistin, Schreinerin oder doch Rettungssanitäterin?        macht.» Und Daniela bringt es auf den Punkt: «Mir ist wichtig, dass                Ich habe überhaupt nicht                                           Für die Familie Lussi geht es weiter: Denn jetzt ist Elena mitten in
Lorena Lussi hatte unzählige Vorstellungen, welches Berufsziel sie       Jugendliche auf ihr Herz hören und sich nicht vom Umfeld beein-                                                                                       der Berufswahl. Die 8.-Klässlerin setzt sich momentan in der Schule
                                                                                                                                                       gewusst, was ich machen oder
anpeilen könnte. «Typisch», meint sie lachend, «ich habe immer           flussen lassen. Wir Eltern sollen aber unterstützen.»                                                                                                  intensiv mit dem Thema auseinander. Sie schätzt die Unterstützung
tausend Ideen im Kopf.» Doch für die Berufswahl sei dies nicht hilf-                                                                                   wo ich anfangen soll.                                                   ihres Lehrers sowie auch die Arbeit mit dem Berufswahltagebuch.
reich gewesen. Weil sie vieles gerne mache, habe sie sich anfangs        Da sein und ermutigen                                                                                                                                 «Es hilft mir, meine Stärken und Schwächen sowie all die Möglich-
                                                                                                                                                       Lorena Lussi
überfordert gefühlt: «Ich habe überhaupt nicht gewusst, was ich ma-      So war es Beat und Daniela Lussi wichtig, die Berufswahl am Fami-                                                                                     keiten besser kennenzulernen.» Aber auch der Berufswahlprozess
chen oder wo ich anfangen soll.»                                         lientisch zum Thema zu machen: Interesse zeigen, nachfragen und                                                                                       ihrer Schwester sei für sie «inspirierend gewesen» und sie sei um die
         Heute ist Lorena im zweiten Lehrjahr als Fachfrau Gesund-       begleiten. «Wir haben Lorena geholfen, nötige Informationen zu                                                                                        Unterstützung der Familie froh. Diese bleibt auf jeden Fall ihrem
heit beim Kantonsspital Luzern und sehr glücklich. Mit viel Freude       sammeln oder nächste Schritte zu besprechen», erzählt Daniela.                sagt sofort: «Oh doch!» Daniela Lussi ist selber in der Gesundheits-    Weg treu: Die ersten Schnuppertermine für Elena sind nämlich
und leuchtenden Augen erzählt sie von ihrer Lehrstelle. Bis dahin        Diese musste Lorena dann aber selber ausführen, zum Beispiel                  branche tätig und wusste aus Erfahrung, dass solche Schnupperstel-      vereinbart – und so verzichtet die Familie auch diesen Herbst wieder
war es aber ein langer Weg, auf dem die 17-jährige Nidwaldnerin          Schnuppertage per Telefon organisieren. «Ach, das war schreck-                len frühzeitig organisiert werden müssen. Sie wies Lorena bereits       auf gemeinsame Ferien.
wertvolle Unterstützung erhalten hat. Nebst dem Lehrer in der            lich», bemerkt Lorena mit verzerrtem Gesicht. Sie sei vor den Tele-           Ende der 7. Klasse darauf hin, die dafür aber kein Gehör hatte und
Oberstufe Oberdorf war die Familie ihr wichtigster Begleiter.            fonaten immer unglaublich nervös gewesen. So hat Daniela mit ihr              der Ansicht war, dass ihr Mami unnötig stresse. Rückblickend ist Lo-    Das Dankeschön an die Familie
                                                                         die Gespräche geübt, während Beat für seine Tochter einen etwas               rena dankbar, dass ihre Mutter etwas Dampf machte: «Sonst hätte         Bei Elena geht es also gerade erst richtig los und Lorena blickt voller
Das «Team Lussi»                                                         pragmatischeren Tipp hatte: «Zweimal einatmen und den Hörer in                ich gar nicht genügend Zeit gehabt, alles kennenzulernen.»              Motivation in die Zukunft. Ihr Traum, Rettungssanitäterin zu wer-
Sprechen wir von der Familie Lussi, dann sind das Vater Beat, Mut-       die Hand nehmen.»                                                                       Zu Unsicherheit haben auch die Schulnoten geführt. Lore-      den, der schlummert nämlich immer noch in ihr. «Ich muss ja
ter Daniela und die jüngere Schwester Elena. Die vier halten zusam-                                                                                    na und ihre Eltern mussten die Erfahrung machen, dass die Noten         schliesslich ein Ziel haben», sagt sie ganz selbstverständlich. Und
                                                                         Rückschläge gehören dazu
men, das spürt man sofort. Von Anfang an haben sie ihre älteste                                           Berufswahlfahrplan                           manchmal über die Bedürfnisse der Jugendlichen gestellt wurden.         werden Ziele erreicht, dann wird das bei den Lussis auch kräftig
Tochter bei der Berufswahl unterstützt. «Gerade weil sie so viele        Mit ihrer offenen und herzli-                                                 Lorena war damals im Niveau B der Oberstufe. «Ich hatte das Ge-         gefeiert. Mit ihrem ersten Lohn hat Lorena die ganze Familie zum
                                                                                                          Wie sieht der Berufswahlprozess aus?
Interessen hatte, haben wir sie ermutigt, in unterschiedlichste Berei-   chen Art haben die Lussis den    Jeder Kanton hat einen Berufswahlfahrplan
                                                                                                                                                       fühl, dass ich nicht gut genug bin und die Ansprüche nicht erfülle»,    Nachtessen eingeladen. Beat Lussi stupst seine jüngste Tochter
che zu schauen», erklärt Daniela Lussi. So schnupperte Lorena als        Berufswahlprozess sehr gut       erstellt, in dem die Berufswahlaktivitäten   blickt sie zurück. Bei der Familie Lussi ging es aber immer zuerst um   Elena an und sagt: «Jetzt weisst du, was du zu tun hast.»
Tierarztgehilfin, als Schreinerin, als Fotografin oder als Fachfrau        gemeistert. Auf die Frage, ob    von der 7. bis zur 9. Klasse im zeitlichen   Lorena als Mensch, um ihre Interessen und Stärken. «Wir haben                        8. November 2020, 10.00 bis 12.00 Uhr, Foyer Halle 1
                                                                                                          Ablauf festgehalten sind.
                                                                                                                                                                                                                                                  Abgesagt
Gesundheit. Die Eltern haben Lorena freie Hand gelassen, wie Beat        es denn nicht auch Konflikte                                                   Lorena ermutigt, sich nicht von ihrem Weg abhalten zu lassen und                     Bei den «Tischgesprächen für Familien» erhalten Sie individuelle
                                                                                                          Infos unter zebi.ch/upgrade                                                                                                       Auskunft zu allgemeinen Fragen der Berufswahl und der Lehre.
Lussi sagt: «Es ist ihr Leben. Sie muss Freude haben an dem, was sie     gab, lachen sie und Daniela                                                   ihre Ziele zu verfolgen», betont Daniela. Und mit dem Ziel für eine

8     upgrade                                                                                                                                                                                                                                                                               upgrade       9
ZIEL FOKUSSIEREN UND NIE DEN SPASS VERLIEREN
EIN       STIEG

                                                                             EIN PLUS FÜR                                                                 Lea Gnos, was ist die Idee von «BM SEK+»?
                                                                                                                                                          Die «BM SEK+» ist ein Projekt der Dienststelle Berufs- und Weiter-

                                                                             DIE BERUFS-                                                                  bildung und der Sekundarschule. Gemeinsam wollen wir eine Brücke
                                                                                                                                                          schlagen zwischen der Volksschule und der Arbeitswelt, um Jugend-
                                                                                                                                                          lichen diesen Übergang zu erleichtern und ihre Stärken zu fördern.

                                                                             MATURITÄT                                                                    Wie wird das möglich gemacht?
                                                                                                                                                          Wie die allgemeine BM richtet sich auch die «BM SEK+» an Jugend-
                                                                             Um leistungsstarke Jugendliche zu fördern, soll                              liche mit guten Noten. Sie werden bereits in der 3. Sekundarstufe ein-
                                                                                                                                                          mal in der Woche in den BM-Unterricht gehen und besuchen dort
                                                                             ihnen der Übergang in die Berufswelt erleichtert
                                                                                                                                                          Fächer wie Mathematik, Französisch, Englisch sowie Geschichte
                                                                             werden. Dafür lancieren die Sekundarschule und                               und Politik. Dazu gibt es spezifischen BM-Stoff. Nach Abschluss der
                                                                             die Berufsbildung des Kantons Luzern das Projekt                             Sekundarstufe starten die Jugendlichen mit der Lehre und besuchen
                                                                                                                                            weiterhin an einem Tag pro Woche den BM-Unterricht. Dann wer-
                                                                             «BM SEK+» – ein Gewinn für Jugendliche und
                          
                                                                                                                                                den die Fächer mit einem grösseren Bezug zum Beruf vermittelt.
                                                                Lehrbetriebe.
                                                                                                                                                          Welche Vorteile bringt dieser vorzeitige BM-Start?
                                                                                                                                                          Für Jugendliche, die einen Lehrvertrag unterschrieben haben, bleibt
                                                                             Text: Daniela Imsand / Bild: Christoph Arnet                                 die Motivation auch im letzten Schuljahr hoch. Sie sind während des
                                                                                                                                                          Lehrstarts bereits gut in ihre BM-Klasse integriert, was sie entlastet.
                                                                             «Zwei in einem» – das gibt es mit der Berufsmaturität (BM): Nach             Bei vierjährigen Lehren sind sie zudem im 3. Schuljahr mit der BM
                                           dem BM-Abschluss haben Jugendliche einen Beruf erlernt sowie das             fertig und können sich stärker im Betrieb einbringen und einen Top-
                                         Eintrittsticket für ein Studium an einer Fachhochschule erworben.            Abschluss hinlegen.
                                                                             Um den Übergang von der Sekundarstufe in die Berufswelt optimal
                                                            zu gestalten, startet nächsten Sommer im Kanton Luzern das neue              Müssen die Jugendlichen einen Lehrvertrag haben, um
                                                                             Projekt «BM SEK+». Warum das Pionierprojekt ein echter Gewinn                die «BM SEK+» besuchen zu können?
                                                                             ist, erklärt Lea Gnos, Leiterin Berufsmaturität, Dienststelle Berufs-        Nein, denn eine «BM SEK+»-Teilnahme hilft bei der Stellensuche.
                                                                             und Weiterbildung.                                                           Die Lehrbetriebe wissen, dass sie mit diesen Lernenden eine
                                                                                                                                                          schulisch starke Person mit hohen Selbstkompetenzen rekrutieren.
                                                            Die Berufsmaturität                                                          Kombiniert mit dem Interesse und der Begabung für den Beruf, sind
                                                                                                                                                          diese Schülerinnen und Schüler ein Gewinn für jeden Betrieb.
                                                                             (BM)
                                                           Die BM gilt als Ausbildungsweg für
                                                                             besonders ambitionierte Jugendliche,
                                                                                                                                                          Welche Fähigkeiten müssen Jugendliche für die
                                                                                                                                                          «BM SEK+» mitbringen?
                                                                             die nebst theoretischen auch prakti-
                                                                             sche Kenntnisse erwerben möchten.                                            Sie müssen schulisch stark sein. Aber auch Selbstständigkeit und
                                                                             So wird die berufliche Grundbildung                                          Organisationsfähigkeit sind wichtig. Den Jugendlichen und ihren
                                                                             mit einer erweiterten Allgemein-
                                                                                                                                                          Eltern oder Erziehungsberechtigten muss klar sein, dass die BM
                                                                             bildung kombiniert. Jugendliche
                                                                             können nach der BM direkt in den                                             sowie die «BM SEK+» hohe Ansprüche stellen. Nicht alle haben
                                                                             Arbeitsmarkt einsteigen oder sie                                             Lust darauf – und das ist okay, denn die BM kann man auch mit Lehr-
                                                                             beginnen ein Studium auf dem                                                 beginn oder nach der Lehre starten.
                                                                             tertiären Bildungsweg.

                                                                                                                                                          Was sind die nächsten Schritte des Projekts «BM SEK+»?
                                                                                                                                                          Das Projekt ist schweizweit einzigartig. Um erste Erfahrungen zu
                                                                                                                                                          sammeln, starten wir mit technischen und handwerklichen Berufen,

                                                                Lea Gnos ist überzeugt,
                                                                             dass die «BM SEK+» einen
                                                                                   echten Mehrwert für
                                                                                                                                                          weil wir damit einen Beitrag zur MINT-Förderung leisten können.
                                                                                                                                                          Die Jugendlichen mit anderen Berufswünschen können die BM vor-
                                                                                       Jugendliche und                                                    derhand erst mit Lehrbeginn starten. Wird die «BM SEK+» ein Er-
                                                                                    Lehrbetriebe bietet.                                                  folg, können wir uns gut vorstellen, dieses Modell auch in anderen
                                                                                                                                                          Berufsfeldern und Kantonen umzusetzen.

                                                                                                               Vollständiges Interview und
                                                                                                                            weitere Infos zur BM unter
                                                                                                                                                                      Täglich, Foyer Halle 2
                                                                                                                                                                      Auf dem Berufsmaturitäts-Parcours erfahren Jugendliche die
                                                                                                                            zebi.ch/upgrade                                Abgesagt
                                                                                                                                                                      Vorteile einer lehr- oder schulbegleitenden BM und haben die

                                                        
                                                                                                                                                                      Möglichkeit, sich persönlich mit Fachpersonen auszutauschen.

                                                                                                                                                                                                                     upgrade   11
ZIEL FOKUSSIEREN UND NIE DEN SPASS VERLIEREN
EIN       STIEG

     BRÜCKEN-
                                                                                                                               Weitere Infos zur beruflichen
                                                                                                                               Integration unter
                                                                                                                               zebi.ch/upgrade
                                                                                                                                                                    aber eine Überforderung, weil zum Beispiel noch sprachliche Schwie-      nis schienen mir eine unüberwindbare Hürde. Deshalb war für mich

     BAUERIN                                                                                                                     Als interkulturelle Vermittlerin
                                                                                                                                hilft Ashti Hama-Amin sprach-
                                                                                                                                 liche Barrieren und kulturelle
                                                                                                                                                                    rigkeiten vorhanden sind, erzählt Ashti weiter. Genau in solchen
                                                                                                                                                                    Situationen kann sie helfen. Im Gespräch erläutert sie, warum Druck
                                                                                                                                                                    ausgeübt wird und wo es Missverständnisse gibt. «Oft genügt es, wenn
                                                                                                                                                                                                                                             klar: Wenn ich Dolmetscherin werde, dann kann ich helfen. Und ich
                                                                                                                                                                                                                                             wusste, wie wichtig das ist.»

     ZWISCHEN                                                                                                                    Grenzen zu überwinden: «Wir
                                                                                                                              können fast immer zu Lösungen
                                                                                                                               verhelfen, die jedoch jedes Mal
                                                                                                                                 anders aussehen. Denn jeder
                                                                                                                                                                    die Lehrperson nochmals das Bildungssystem erklärt», sagt Ashti und
                                                                                                                                                                    ergänzt, «dass beispielsweise nach einer Lehre mit Berufsmatura noch
                                                                                                                                                                    studiert werden kann, ist selbstverständlich vielen nicht klar.»
                                                                                                                                                                                                                                             Von der Dolmetscherin zur Vermittlerin
                                                                                                                                                                                                                                             So fing Ashti 2002 beim Dolmetschdienst der Caritas Luzern an und
                                                                                                                                                                                                                                             absolvierte den Grundkurs zur interkulturellen Dolmetscherin. Seit-

     KULTUREN                                                                                                                               Mensch ist anders.»
                                                                                                                                                                    Der Mensch steht im Zentrum
                                                                                                                                                                    Dass Ashti jahrelange Erfahrung im Dolmetschen und besonders im
                                                                                                                                                                                                                                             her hat sie sich intensiv weitergebildet, drei Interpret-Zertifikate sowie
                                                                                                                                                                                                                                             vor drei Jahren den eidgenössischen Fachausweis fürs interkulturelle
                                                                                                                                                                                                                                             Dolmetschen und Vermitteln erlangt. «Das Schicksal meinte es gut
                                                                                                                                                                    interkulturellen Vermitteln hat, merkt man im Gespräch mit ihr sehr      mit mir. Ich bin so froh und dankbar, dass wir nach Luzern gekommen
                                                                                                                                                                    schnell. Sie ist eine sehr gute und geduldige Zuhörerin, spricht klar    sind und ich jetzt diesen Beruf ausüben darf», sagt sie stolz. Ihre Arbeit
                                                                                                                                                                    und bedacht. «Das Wichtigste für mich ist der Respekt gegenüber je-      bereite ihr viel Freude, weil sie unterstützen und Verständnis schaffen
                                                                                                                                                                    dem Menschen», betont sie. Nebst einer genauen Arbeitsweise und ei-      könne. Aber gerade im Bildungsbereich gibt es noch viel Potenzial, wie
                                                                                                                                                                    ner langen Konzentrationsfähigkeit müssen interkulturelle Vermit-        sie anmerkt: «Chancengerechtigkeit gibt es noch viel zu wenig. Es ist
                                                                                                                                                                    telnde eine hohe Sozialkompetenz und viel Einfühlungsvermögen ha-        wichtig, dass wir vermehrt darüber sprechen.»
                                                                                                                                                                    ben. Dies sei aber auch ein Balanceakt, wie Ashti sagt: «Ich muss mich
                                                                                                                                                                    bei meiner Arbeit abgrenzen. Ich darf mich nicht zu stark hineingeben    Äusserst wertvolle Arbeit
                                                                                                                                                                    und eine Beziehung zu den Personen aufbauen.» Denn gerade im             Dies kann Nicole Wagner bestätigen. Die Fachmitarbeiterin von Fabia,
                                                                                                                                                                    Rechts- oder Asylwesen wird Ashti mit schwerwiegenden und trauma-        Kompetenzzentrum Migration in Luzern, erklärt, dass interkulturelle
                                                                                                                                                                    tisierenden Kriegsgeschichten konfrontiert.                              Vermittelnde helfen, Schritt für Schritt eine Chancengerechtigkeit in

                                                                                                                                                                                                     Luzern als Schicksal
                                                                                                                                                                                                                                                        Man muss sich hohe Ziele
                                                                                                                                                                                                     Neutral zu bleiben war für Ashti zu
Als interkulturelle Vermittlerin trägt Ashti Hama-                        Bildung als positives Arbeitsfeld                                                                                          Beginn ihrer Arbeit sehr schwierig.           setzen, aber sie sollen realistisch sein.
Amin massgeblich dazu bei, Chancengerechtigkeit                           «Durch meine Arbeit bin ich praktisch mit allen Lebensbereichen kon-                                                       Sie hat am eigenen Leib erfahren,             Ashti Hama-Amin, interkulturelle Vermittlerin
                                                                          frontiert, was äusserst spannend und auch für mich sehr lehrreich ist»,                                                    was eine Flucht aus einem Kriegsge-
zu ermöglichen. Ein Einblick in eine vielseitige
                                                                          sagt die gebürtige Kurdin. Ashti spricht sechs Sprachen sowie etliche                                                      biet bedeutet. Im März 1988 war ihre    der Bildung herzustellen. «Das Berufsbild der interkulturellen Vermit-
und anspruchsvolle Arbeit, bei welcher der Mensch                         Dialekte fliessend. Besonders ihre Kenntnisse in Farsi und Kurdisch ma-                                                     Heimatstadt Halabdscha Schauplatz       telnden gibt es seit ungefähr zehn Jahren und hat sich mittlerweile etab-
                                                                          chen sie zu einer gefragten Person in der Zentralschweiz. Sie ist täglich                                                  eines Giftgasangriffs. Die damals 28-   liert», sagt Nicole Wagner. Fabia koordiniert die interkulturellen Ver-
im Zentrum steht.
                                                                          unterwegs: in Spitälern und Psychiatrien, in Schulen und Heilstätten, in                                                   jährige Ashti überlebte die tagelange   mittelnden des Kantons Luzern. Dies alleine sind schon 84 Personen.
                                                                          Asylzentren, im Gericht oder auf dem Standesamt. Obwohl sie diese Ab-                                                      Flucht in den Iran. Mit dem Ziel,       Hinzu kommt der Dolmetschdienst der Caritas Luzern, der interkultu-
Text: Daniela Imsand / Bild: Christoph Arnet                              wechslung schätzt, ist sie am liebsten im Bildungsbereich tätig: «Die Bil-
                                                                          dung ist ein sehr positives Gebiet. Selten erlebe ich Gespräche, die direkt
                                                                                                                                                                                MEIN                 nach Schweden zu gelangen, floh
                                                                                                                                                                                                     Ashti zusammen mit ihrem heutigen
                                                                                                                                                                                                                                             relle Dolmetschende und Vermittelnde in rund 50 Sprachen und für alle
                                                                                                                                                                                                                                             Lebensbereiche vermittelt. Nicole Wagner bezeichnet die Arbeit der in-
                                                                          mit einem Kriegs- oder Fluchttrauma zusammenhängen.» Vielmehr                                         WEG                  Mann über die Türkei nach Grie-         terkulturellen Vermittelnden als äusserst wertvoll: «Es ist nicht nur eine
                                                                          könne sie sich über Fortschritte der Jugendlichen und Eltern freuen oder                                                   chenland und kam 1998 in die            Entlastung für die Migrationsbevölkerung, sondern auch für die Fach-
Am Morgen früh zu einem Kaiserschnitt, vier Stunden später zum Ge-        aktiv einen Schritt dazu beitragen. Ashti fügt an: «Sehr viele sind moti-                 Fachfrau für interkulturelles    Schweiz. Nach zehn Tagen im Asyl-       personen. Nur so können wir gemeinsam Barrieren überwinden.»
                                                                                                                                                                    Dolmetschen und Vermitteln
richt, anschliessend zu einem Integrationsgespräch und am Abend an        viert, etwas zu leisten oder sich in den Arbeitsprozess einzubringen.»                                                     zentrum Chiasso wurde sie nach Lu-
einen Elternabend: Wer kann von sich behaupten, dass seine Arbeits-                                                                                                                                  zern verlegt. «Es war ganz schreck-     Führungen für Fremdsprachige an der Zebi
                                                                                                                                                                        Weiterbildungen zur
tage so vielseitig sind? Ashti Hama-Amin kann das – als interkulturelle   Druck der Eltern als Herausforderung                                                            Dolmetscherin              lich. Alles war fremd hier», erinnert   Auch die Zebi hilft, Brücken zu schlagen und Verständnis zu schaffen –
Dolmetscherin und Vermittlerin.                                           Seit 2002 ist Ashti im Bildungswesen tätig. Sie übersetzt und vermittelt                                                   sie sich, «aber ich hatte keine Kraft   zum Beispiel mit den Führungen für Fremdsprachige. Auch Ashti hat
                                                                          bei Elterngesprächen oder -abenden, bei Standortbestimmungen oder                                Grundkurs zur             mehr, um weiterzugehen.» Sie ent-       schon interessierte Eltern durch die Zebi geführt und ist voll des
Beraten, begleiten und moderieren                                                                                                                                         interkulturellen
                                                                          Fördermassnahmen, in der Logopädie und Psychomotorik oder bei                                    Dolmetscherin             schieden sich, in der Innerschweiz zu   Lobes: «Es ist eine sehr gute Gelegenheit, um einerseits die Berufe
Als interkulturelle Vermittlerin ist Ashti Hama-Amin dann gefragt,        allgemeinen Problemen und Verständnisschwierigkeiten. Inzwischen                                                           bleiben. Um rasch Anschluss zu fin-      näher kennenzulernen und anderseits um direkt Fragen zu stellen.
wenn das reine Übersetzen, also das Dolmetschen, nicht ausreicht. Ih-     kennt sie die Herausforderungen und Missverständnisse: «Die Einstu-                           Grundkurs Deutsch            den, ging Ashti in Vereine, nahm an     Nur so können Unklarheiten beseitigt werden.» Zudem zeige die Zebi
re Aufgabe ist es, nicht nur sinngemäss und verständnisorientiert zu      fung der Kinder ist das Hauptthema», sagt sie. Tagtäglich sei sie damit                                                    diversen Programmen teil und lernte     die Vielfalt unserer Bildungslandschaft auf, was gerade für Migrantin-
übersetzen, sondern auch auf die verschiedenen Lebenswelten der           konfrontiert, dass Eltern Druck machen und ihre Kinder zu etwas                                 Ausbildung zur             schnell Deutsch. Über eine Kollegin     nen und Migranten sehr wichtig sei, ergänzt Ashti. Und dann hat sie
fremdsprachigen Menschen mit Migrationshintergrund einzugehen.            drängen. Ashti präzisiert: «Gerade für Personen aus Syrien, dem Irak                           Schneiderin (Iran)          erfuhr sie vom Beruf der Dolmet-        noch einen Tipp für die Jugendlichen: «Man muss sich hohe Ziele
In Gesprächen nimmt sie eine aktive Rolle ein, zeigt kulturelle Hinter-   oder Iran ist eine hohe Bildung wichtig. Doch aufgrund der Kriege                                                          scherin und war begeistert. Sie er-     setzen, aber sie sollen realistisch sein.»
                                                                                                                                                                      Ausbildung in Pädagogik
gründe auf, klärt Missverständnisse und bietet Lösungsansätze. Somit      wurde das vielen verwehrt. Hier in der Schweiz eröffnet sich ihren Kin-                       und Didaktik (Iran)          klärt: «Als ich in die Schweiz kam,                  7. und 8. November 2020, 13.30 Uhr, Messeeingang

                                                                                                                                                                                                                                                                Abgesagt
verfügt Ashti neben sprachlichen Qualifikationen auch über fundierte       dern diese Chance, und so sehen viele Eltern ihre Tochter oder ihren                                                       gab es niemanden, der mir half. Die                  Interkulturelle Vermittlerinnen und Vermittler führen Sie
                                                                                                                                                                                                                                                          durch die Messe und beantworten Ihre Fragen rund um die
Kenntnisse im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich.                  Sohn im Gymnasium oder an der Uni.» Oftmals sei dies für die Kinder                                                        Sprache und das kulturelle Verständ-                 Berufswahl. Anmeldung unter info@fabialuzern.ch

12    upgrade                                                                                                                                                                                                                                                                                            upgrade      13
ZIEL FOKUSSIEREN UND NIE DEN SPASS VERLIEREN
AUF           STIEG

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                                                                                                                                                                                                                                  der HSLU kann man
                                                                                                                                                                                                                                   in die digitale Welt
                                                                                                                                                                                                                                           eintauchen.
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                                                      |JOLFK
                                                              |JOLFK
                                                                                                        GERÜSTET
                                                                                                        FÜR DIE
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                                                                                                                                                                                                                           Studiengängen unter
                                                                                                                                                                                                                           zebi.ch/upgrade

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  X                                                                                                  Homeoffice, Co-Working Spaces, Video-Calls:
                                                                                                     Wir stecken schon mittendrin in der Arbeitswelt 4.0.
                                                                                                     Die Hochschule Luzern wird mit neuen Weiter-
                                                                                                     bildungsangeboten der Veränderung in unserer
                                                                                                     Berufswelt gerecht.
                                                                                                                                                                             che die Potenziale und Stärken der einzelnen Mitarbeitenden be-
                                                                                                                                                                             rücksichtigen und diese in hoch leistungsfähigen Teams vernetzen.
                                                                                                                                                                             Ein Stichwort dazu ist «Creative Leadership», also die Gestaltung
                                                                                                                                                                             zukunftsfähiger, kreativer Modelle von Organisationsentwicklung
                                                                                                                                                                             und wertschätzender Führung. Zu nennen sind etwa das hierarchie-
                                                                                                                                                                             lose Zusammenarbeiten «auf Augenhöhe» oder die stärkere Ge-
                                                                                                                                                                             wichtung von Eigeninitiative – zweifellos positive Aspekte der Digi-
                                                                                                                                                                             talisierung.

                                                                                                     Text: Petra Meyer / Bild: Christoph Arnet                               Chancen und Risiken der Digitalisierung
                                                                                                                                                                             Auch die Veränderung der Arbeitsbedingungen bringt Vorteile: Es
                                                                                                                                                                             ist egal, ob die Teampartnerin in Køpenhagen im Homeoffice sitzt
                                                                                                                                                                             oder der Forschungskollege an einem neuseeländischen Strand sei-
                                                                                                     Im Oktober haben an der Hochschule Luzern (HSLU) vier neue,             nen Laptop aufklappt – Distanzen spielen im virtuellen Büro keine
                                                                                                     zum Teil departementsübergreifende Studienangebote mit der Ver-         Rolle mehr. Das hat Prof. Dr. Kaudela-Baum mit ihrem eigenen
                                                                                                     tiefung Digitalisierung gestartet, ein weiteres wird ab nächstem Stu-   Team selbst erfahren und schätzen gelernt. Diese individuellen Frei-
                                                                                                     dienjahr lanciert (siehe Box). Bei allen Aus- und Weiterbildungen an    heiten, die Orts- und Zeitunabhängigkeit von beruflicher Tätigkeit
                                                                                                     der HSLU läuft auch die Förderung von Soft Skills für den Umgang        und weniger direkte Kontroll-
                                                                                                     mit den organisationalen und gesamtgesellschaftlichen Veränderun-       möglichkeiten durch Vorge-           Neue Studiengänge
                                                                                                     gen als Folgen der Digitalisierung ständig mit.                         setzte oder Projektmitglieder
                                                                                                                                                                                                                  der Hochschule Luzern
                                                                                                                                                                             haben aber auch Kehrseiten:
                                                                                                     Kreativität als Schlüssel für die Zukunft                               Zu nennen sind etwa drohen-       Departement Technik & Architektur
                                                                                                                                                                                                               Bachelor-Studiengänge «Digital Construc-
                                                                                                     Prof. Dr. Stephanie Kaudela-Baum stellte in ihrer Forschungs- und       de Vereinsamung, dauernde         tion» und «Digital Engineering»
                                                                                                     Lehrtätigkeit an der Hochschule Luzern fest, dass sich aufgrund der     Erreichbarkeit und die damit     —
                                                                           Covid-19-Pandemie die Veränderungen in der Arbeitswelt extrem           verbundenen Folgen für die        Departement Kunst & Design

                                                                                     beschleunigt haben: Unternehmen und Organisationen mussten              Gesundheit oder die enorm ge-
                                                                                                                                                                                                               Vertiefung «Data Design & Art» im Bachelor
                                                                                                                                                                                                               Visuelle Kommunikation
                                                                                                     rasch und flexibel auf die neuartige Situation reagieren, viele führ-    stiegenen Anforderungen an       —
  "' #% %   &++ " " "##% "( %)"%# %
'#'#%" " %" #)*                                                                 ten quasi über Nacht Arbeitsmodelle wie Homeoffice oder Video-           das Selbstmanagement. He-         Departemente Informatik,
                                                                                                                                                                                                               Technik & Architektur und Wirtschaft
                                                                                                     Calls ein. Doch was bedeutet die Transformation unserer Arbeits-        rausforderungen wie diesen zu
  " % "  (%# "'  #   ) )" %  "% '#"                                                                                                                Bachelor-Studiengang «Mobility, Data Sci-
                                                                                                     welt über die rein technischen – sozusagen die «Hardware» – Inno-       begegnen, ist eines der Ziele     ence and Economics»
"% )"  "% '  " #'## (" ' #% %("% '  #% '#% ' 
#  "!   )"  '  #%    % ''%                            vationen und Errungenschaften hinaus? «Wir befinden uns neu in           der Hochschule Luzern. Die       —
                                                                                                     einem Zeitalter, in dem vor allem Kreativität und Unternehmergeist      Ausbildung und Förderung          Departement Soziale Arbeit
                                                                                                                                                                                                               Vertiefung «Digitalisierung und Soziale
  '    " '
                                                                                                     gefragt sind», ist Prof. Dr. Kaudela-Baum überzeugt. Dazu gehören       der nötigen digitalen Kompe-      Arbeit» (ab Studienjahr 2021/2022)
                                                                                  zum Beispiel neue – auch experimentelle – Führungspraktiken, wel-       tenzen auf allen Ebenen ist des-

                                                                                                                                                                                                                                         upgrade      15
ZIEL FOKUSSIEREN UND NIE DEN SPASS VERLIEREN
AUF           STIEG                        $  %           '''
                                                                                                                                                                                        $" ) )      )) ) $ ( $(. -0($  
                                                                                                                                                                                                  
                                                                                                                                                                                        % , " )
                                                                                                                                                                                                      $"))-"$ - 0/ )&( 
halb bereits in praktisch sämtlichen Studiengängen integriert. Denn,           sozialen, methodischen und fachlichen Kompetenzen der Professio-                                                       $" )*-,) -$ # , (-)
                                                                                                                                                                                                 -
wie Prof. Dr. Kaudela-Baum es auf den Punkt bringt: «Es gibt keine             nellen der Sozialen Arbeit sowie von der Akzeptanz und vom einfa-                                      %-( )#         #,-( ,,  ,'
                                                                                                                                                                                                       &(4)" 0) 0" "
non-digitale Arbeitswelt mehr.»                                                chen Zugang für die Zielgruppen. Weniger Bedeutung habe dabei                                                          " "(2 " ))0 " " 
                                                                                                                                                                                                      -- " "5-&(-0! 0" 1(-
Dem digitalen Wandel in der Sozialen Arbeit begegnen                                                                                                                                                  " . (" 5 - 50! ' 
                                                                                                                                                                                                      -)50") 0(0+ 0!""'
Etwas anders fassbar ist die fortschreitende Digitalisierung in den Be-                                                                                                                                 (" $""" 0 53
rufsfeldern der Sozialen Arbeit. Sie sind unter anderem von Empathie
                                                                                          Es gibt keine non-digitale                                                                                  )&( + 0" !- (0)!-0(--
                                                                                                                                                                                                      )# 2(- 3("'
getragen und leben geradezu von der Begegnung und der persönlichen                   Arbeitswelt mehr.                                                                                                 !##  #
Interaktion. Wie kann also sichergestellt werden, dass diese Grundhal-                                                                                                                                 !#
                                                                                     Prof. Dr. Stephanie Kaudela-Baum, Hochschule Luzern – Wirtschaft
tung in der anonymen Umgebung digitaler «Dates und Daten» nicht                                                                                                                                          # 
                                                                                                                                                                                                       !!#  ! !
verloren geht bzw. dass das Beste aus ihren Vorteilen rausgeholt wird?                                                                                                                                   #
Lucas Haack und Isabelle Odermatt vom Departement Soziale Arbeit               die technologische Unterstützung – die von den einen als «kühl»                                                         ! # !#! ! 
                                                                                                                                                                                                       #    # 
entwickeln derzeit die Vertiefung «Digitalisierung und Soziale Arbeit»,        und von den anderen als angenehm empfunden wird: «Beispielswei-
die ab dem Studienjahr 2021/2022 angeboten wird. Sie richtet sich an           se schätzen Jugendliche Partizipationsmöglichkeiten via Smartpho-                                                      $%$")) # , %,""(  - ))

                                                                                                                                                                                   
                                                                                                                                                                                                      (-#(- # %,"
Bachelor- und Weiterbildungs-Studierende der Sozialen Arbeit, die              ne oder ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Mög-                                                         ")- %*' #2!( /6/6
sich darin spezifisches Wissen aneignen, wie sie die digitale Transfor-         lichkeiten von Video-Beratung genauso, wie es umgekehrt der Fall                                                       %'.6  /6'66 (
mation in der Praxis aktiv angehen und mitgestalten können. Aufgegrif-
fen werden Themen wie der kompetente Umgang mit digitalen Daten,
                                                                               sein kann. Zudem sind in den verschiedenen Arbeitsfeldern der So-
                                                                               zialen Arbeit, wie der Sonderpädagogik, digitale Hilfsmittel bereits                                                ))#"  0 #-
                                                                                                                                                                                                       (#"- "-( 05("
                                                                                                                                                                                                      ,0, !%),$"%) $#"$
                                                                                                                                                                                                                                               F„¥òÆĜ _ùÆ ĖùŨ ŵĜŚ >„őőùÆőÆ
                                                                                                                                                                                                                                               0LW HLQHU DQHUNDQQWHQ XQG SUD[LVQDKHQ :HLWHUELOGXQJ LQ
                                                                                                                                                                                                      333'(0#- )-(#'+"          HLQHP GHU UXQG  /HKUJlQJH XQG .XUVH LQ GHQ %HUHL

                                                                                                                                                                                  
Methoden und Verfahren sowie Ethik und Recht in der digitalisierten            seit vielen Jahren akzeptiert und unverzichtbar, etwa in der Unter-
                                                                                                                                                                                                                                               FKHQ )LQDQ]HQ 0DUNHWLQJ )KUXQJ 3HUVRQDO ,QIRUPDWLN
Welt und die Digitalisierung von Organisationen der Sozialen Arbeit.           stützung von Menschen mit Beeinträchtigung», wie Isabelle Oder-                                                         "(2 05("
                                                                                                                                                                                                      # !   $ " " "          XQG 6SUDFKHQ
         Odermatt und Haack betonen: «Soziale Interaktion kann                 matt und Lucas Haack ausführen.
heute in verschiedenen Formaten erfolgen und gelingen – synchron
oder asynchron, in der realen wie auch in der virtuellen Welt.»
                                                                                           Halle 2, Stand C 2051
                                                                                                       Abgesagt
                                                                                           Informieren Sie sich bei der Hochschule Luzern über die
                                                                                           neuen Studiengänge.
                                                                                                                                                                                                                             
                                                                                                                                                                                                                                               uÆùŨÆőšùċ¸ŵĜä ÙŹő ÆőŵÙŚċÆŵŨÆ
                                                                                                                                                                                                                                               ƎƎƎĿĈƍċŵĿ¥ò
Inwiefern dabei Empathie entstehe, sei vor allem abhängig von den

I N S E R AT

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                                         ƚĞ ƌĞ ƐƐĞĂŶĞ  ŝŶĞ
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                                                                 ůůĞŝŵ
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                                                             ƌͲƵ ŶĚ

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                
                                        D ĞƚĂůůď ĂƵ ͍

                                                                                                                                                                                                                                                 $872%(58)(

                                                                                                                                                                       
                                        ĞŝƵ  ŶƐď ŝƐƚĚƵŐĞ ŶĂƵƌŝĐŚƟ Ő͊

                                        D
                                        ĞƚĂ
                                          ůůď
                                            ĂƵƌͬŝŶ
                                              Ğ   &                                                                                                                                                                                              +$%(1 =8.81)7
                                        D
                                        ĞƚĂ
                                          ůůď
                                            ĂƵƉ
                                              ƌĂŬ
                                                Ɵ Ŭ
                                                  ĞƌͬŝŶ
                                                        

                                        &
                                        ĂƐƐĂ
                                           Ě Ğ
                                             Ŷ ď
                                               ĂƵĞ
                                                 ƌͬŝŶ
                                                     &

                                        &
                                        ĂƐƐĂ
                                           Ě Ğ
                                             Ŷ ď
                                               ĂƵƉ
                                                 ƌĂŬ
                                                   Ɵ Ŭ
                                                     ĞƌͬŝŶ
                                                           
                                                                                    * /, -! 1--!,*")!,), ),)! ,,
                                                                                    *  -1)!) *0,) *  -*-!*$),!)!
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                                        ĞƚĂ
                                          ůůď
                                            ĂƵŬ
                                              Ž Ŷ
                                                ƐƚƌƵ
                                                   ŬƚĞ
                                                     Ƶ ƌͬŝŶ
                                                           &
                                                                                    .) !! $)*"!! *-!, %& -!
                                                                                      $)*"!!  !'
                                        hŶƐĐŚůƺ
                                              ƐƐŝŐ͍ ĞŶƂƟŐƐƚĚ ƵŶŽĐŚ
                                        /Ŷ
                                         ĨŽƐĂƵƐĞ ƌƐƚĞƌ,ĂŶ
                                                        Ě ͗
                                                                                                                                                                                     
                                        ŚĂƩĞŵ ŝƚƵ ŶƐǀŝĂt ŚĂƚƐƉ
                                                               Ɖ͊
                                                                                                                                                                                
                                                                                                                                ,                                                              
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  
                                                                                          *            ) )     '                                        )                                                                                                                            
                                                                                                                                                                                                                                                                                                   
                                                                                                              *                            ,
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    
                                                                                                                   )                                
                                                                                                                                                                                 0¶FKWHQ 6LH
                                                                                                             (                              )                   
                                                                                                                                                                                                                        
                                                                                                                                                      )
                                                                                                                                                                                 /HKUHULQ RGHU                        
                                                                                                                                                                                                                           
                                                                                                                                                                                                                            
                                                                                                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                                                                                          

                                            :K^&D   zZ^ƚĂŚ  ůƵŶĚD Ğ
                                                                     ƚĂůů '
                                                                                                                                                                   /HKUHU ZHUGHQ"                                                                       #

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                                                              ϱ ͕ϲϬϯϮŵŵ  ĞŶ                     
                                                                ϬϰϭϮϲϵϰ ϰϰ ϰ                                                                                                                                             
                                           ŝŶĨŽ
                                              Λ ũŽƐĞ Ĩŵ ĞLJĞƌ͘ĐŚ͕ũŽ
                                                                 ƐĞĨŵĞLJĞƌ͘ĐŚ                                                                                                                                                     
                                                                                                                                                                                                                                
                                                                                                                                                                                                                                                                                              
                                                                                                                                                                                                                                
16       upgrade
ZIEL FOKUSSIEREN UND NIE DEN SPASS VERLIEREN
WIEDER              EINSTIEG/UMSTIEG
                                                                                                                                Vroni Stadler ist seit
                                                                                                                                                                      MEIN
                                                                                                                              ihrem Wiedereinstieg                    WEG                  an die ihr noch fremden Krank-
                                                                                                                                                                                           heitsbilder gewöhnen? Würde sie
                                                                                                                                                                                                                                   sie mit einem Schmunzeln. Inzwischen kann sie neue Mitarbeitende
                                                                                                                                                                                                                                   einarbeiten – und schon dort auf solche Themen eingehen. «Es ist
                                                                                                                                 ins Berufsleben vor
                                                                                                                                                           Kurs für Wiedereinstieg
                                                                                                                                 fünf Jahren bei der       in die Pflege der Spitex        die Teamarbeit, wie sie es aus dem      ein gutes Gefühl, andere auf ihrem Weg zu unterstützen.»
                                                                                                                             Spitex Nidwalden tätig.              Nidwalden                Spital kannte, zu sehr vermissen?
                                                                                                                                                                                           Es kam der Tag, an dem sie über ih-     Für den Wiedereinstieg

                                                                                                                                                            Hausfrau und Mutter            ren Schatten sprang und den Tele-       Der Spitex-Kurs ist kein Einzelfall. Xund (Bildung Gesundheit Zen-
                                                                                                                                                                                           fonhörer in die Hand nahm.              tralschweiz) hat etwa die Plattform wiedereinsteigen.ch ins Leben
                                                                                                                                                                                                                                   gerufen mit dem Ziel, potentielle Wiedereinsteigerinnen zur Rück-
                                                                                                                                                          Kinderkrankenschwester           Besonders bei der Gesundheit            kehr in ihren Beruf zu motivieren und dabei zu unterstützen. Darü-
                                                                                                                                                                                         Der Weg von Vroni Stadler sei ein         ber hinaus bieten weitere Branchen oder Unternehmen Program-
                                                                                                                                                         Paradebeispiel, erklärt Helga Hotz, Berufs-, Studien- und Laufbahn-       me, die einen Wiedereinstieg fördern – auch am BIZ gibt es dafür
                                                                                                                                                         beraterin beim BIZ (Beratungs- und Informationszentrum für Bil-           branchenübergreifende Workshops. Beraterin Helga Hotz: «Ein
                                                                                                                                                         dung und Beruf) Luzern. «In der Gesundheitsbranche gibt es sehr vie-      erster Schritt sollte immer sein, sich mit seinen eigenen Bedürfnis-
                                                                                                                                                         le Wiedereinstiege», so die Expertin. Einerseits, weil dort viel Perso-   sen, den Rahmenbedingungen und Stärken auseinanderzusetzen so-
                                                                                                                                                         nal benötigt werde und es auch viel ehemaliges gelerntes Personal         wie bestehende Aufgaben gemeinsam mit der Familie zu regeln.»
                                                                                                                                                         gebe. Anderseits, weil man während der Familienzeit viele soziale         Eine Laufbahnberatung im BIZ biete die Möglichkeit, gemeinsam
                                                                                                                                                         Kompetenzen erwerbe, die in dieser Branche zentral seien.                 mit einer Fachperson den Wiedereinstieg gemäss der persönlichen
                                                                                                                                                                  Auch die Zweifel und Bedenken der Wiedereinsteigerin-            Situation und den eigenen Interessen und Fähigkeiten zu planen.
                                                                                                                                                         nen kennt Helga Hotz. Und sie macht Mut: «Es ist enorm wichtig,           Spezifische Online-Berufs-Datenbanken wie mama-jobs.ch oder
                                                                                                                                                         sich seiner Kompetenzen bewusst zu sein und sich selbst realistisch       ähnliche können helfen, eine passende Stelle zu finden. Zudem rät
                                                                                                                                                         einzuschätzen.» Wie Vroni Stadler seien viele Frauen zudem ehren-         die Expertin, bereits in der Familienpause durch private Kontakte
                                                                                                                         Ein Video von Vroni Stadlers    amtlich engagiert. «Diese Aufgaben haben einen enorm grossen              oder soziale Netzwerke den Kontakt zu ehemaligen Arbeitskollegin-
                                                                                                                         Wiedereinstieg unter            Wert und sollen bei einer Bewerbung unbedingt vorgewiesen wer-            nen und -kollegen aufrechtzuerhalten. Heute liege der Trend aber
                                                                                                                         zebi.ch/upgrade                 den», so Helga Hotz.                                                      sowieso darin, in einem Teilzeitpensum weiterzuarbeiten, bestätigt
                                                                                                                                                                                                                                   Helga Hotz. «Vier von fünf Frauen bleiben im Arbeitsmarkt.»

                                                                                                                                                                                                                                   Feierabend

MUT, ÜBER DEN EIGENEN                                                                                                                                                                   Es ist enorm wichtig,
                                                                                                                                                                                  sich seiner Kompetenzen
                                                                                                                                                                                                                                   Für Vroni Stadler war ihr Weg der richtige. «Es hat für mich damals
                                                                                                                                                                                                                                   gestimmt, ganz für die Familie da zu sein. Ich kann mir nichts anderes
                                                                                                                                                                                  bewusst zu sein.
SCHATTEN ZU SPRINGEN
                                                                                                                                                                                                                                   vorstellen.» So wie heute: Es ist nach 23 Uhr. Der Abendeinsatz von
                                                                                                                                                                                                                                   Vroni Stadler ist beendet und sie macht sich mit dem Spitex-Auto von
                                                                                                                                                                                  Helga Hotz, Berufs-, Studien- und Laufbahn-
                                                                                                                                                                                  beraterin beim BIZ Luzern                        ihrer letzten Station zurück zum Stützpunkt, wo sie bereits den Einsatz
                                                                                                                                                                                                                                   vom nächsten Tag vorbereitet.
                                                                                                                                                                                                                                                  Halle 2, Stand B 2031
Vroni Stadler arbeitet nach ihrer Familienzeit seit fünf               Berufung Kinderkrankenschwester – und Mutter                                      Mut zum Wiedereinstieg                                                                   Lassen Sie sich bei den Berufs-, Studien- und Laufbahn-

                                                                                                                                                                                                                                                  Abgesagt
                                                                                                                                                                                                                                                  beratungen der Zentralschweiz zum Wiedereinstieg beraten.
Jahren Teilzeit bei der Spitex Nidwalden. Ihr Wieder-                  Vroni Stadler liess sich zur Kinderkrankenschwester, heute genannt                Vroni Stadler ging diesen Schritt und wurde Spitex-Mitarbeiterin.
                                                                       Pflegefachfrau Schwerpunkt Kinder, ausbilden und arbeitete meh-                    Sie erinnert sich gut: «Ich bin ins kalte Wasser gesprungen.» Das Un-                    Halle 2, Stand A 2001
einstieg ins Berufsleben war für sie eine Heraus-                      rere Jahre im Kantonsspital Nidwalden in der Gynäkologie und                      bekannte war für sie eine grosse Herausforderung. Doch sie ist
                                                                                                                                                                                                                                                  Lernen Sie bei Xund die Möglichkeiten zum Wiedereinstieg
                                                                                                                                                                                                                                                  in die Gesundheitsbranche kennen.
forderung – diese anzupacken, hat sich gelohnt.                        Geburtshilfe. Als ihre beiden Töchter zur Welt kamen, reduzierte                  drangeblieben – und bemerkte allmählich, dass viel von ihrem Wis-         I N S E R AT
                                                                       Vroni Stadler das Pensum. Später stieg sie für die Kinder und den                 sen noch da ist und ihr die Lebenserfahrung sehr zugute kommt.
                                                                       Haushalt ganz aus dem Beruf aus. Daneben gab sie Muki-Turnen,                     Auch erhielt sie sehr viel Unterstützung von der Pflegedienstleiterin
Text: Irene Reis / Bild: Xund                                          Yogastunden, war Tagesmutter ihres Neffen und betreute zusam-                     und im Austausch mit ihren Teamkolleginnen. Auch wenn der Alltag              #',# #'2#0 '*"3,% +'2 3)3,$2J #"'8',2#!&,')#0o',
                                                                       men mit der Spitex ihre Mutter. Vroni Stadler schätzte ihre Aufga-                immer mal wieder eine persönliche Hürde bereithält, sagt Vroni
                                                                       ben: «Mein Alltag war ausgefüllt und sehr erfüllend.»                             Stadler: «Ich bin stolz, dass ich diesen Weg geschafft habe. Und wie-
                                                                                                                                                         der in der Pflege arbeiten zu können, macht mir sehr grosse Freude.»
Es ist 17 Uhr. Nach der Vorbereitung im Stützpunkt fährt Vroni         Die Entscheidung war ein Prozess
Stadler mit dem Spitex-Auto zum ersten Einsatz des Abends. Wun-        Als ihre Töchter älter und selbstständiger wurden, häuften sich die               Den Weg ebnen
den versorgen, Infusionen richten, Blutdruck überprüfen oder           Gedanken zu einem Wiedereinstieg ins Berufsleben. Gerne wäre sie                  Vor drei Jahren lancierte die Spitex Nidwalden den Kurs für Wie-
Klienten bei der Abendpflege unterstützen – rund zehn Einsätze          auf ihren gelernten Beruf und die bekannte Umgebung im Spital zu-                 dereinsteigerinnen. In diesem wird nicht nur das Wissen der Teil-
warten heute auf sie. Die 53-jährige Oberdorferin arbeitet seit fünf   rückgekehrt – doch das geforderte Mindestpensum war ihr zu viel.                  nehmenden auf den aktuellen Stand gebracht, sondern auch
                                                                                                                                                                                                                                        555G+#"'8',2#!&,')L&$G!&
Jahren in einem 30-Prozent-Pensum im Abenddienst bei der Spitex        Ein passendes Pensum und explizit eine Stelle für Wiedereinsteige-                deren Selbstbewusstsein gestärkt und die Vereinbarkeit von Wieder-
Nidwalden. Davor war sie während zwölf Jahren 100 Prozent Haus-        rinnen bot dagegen die Spitex Nidwalden: «Ich habe viele Inserate                 einstieg und Familienleben thematisiert. Vroni Stadler besuchte                 ,$- #,"J -G :9G ,30 :B:9I 9AG;B &0 ', 0,#,I 
frau und Mutter. Doch von vorne.                                       gesammelt, aber lange gezögert», blickt sie zurück. Würde sie sich                den Kurs nachträglich: «Den hätte ich gerne früher absolviert», sagt

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