2013 / 2014 GEMEINWOHL-BERICHT - BODAN Großhandel für Naturkost GmbH - Die Gemeinwohl-Ökonomie

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GEMEINWOHL-
BERICHT
2013 / 2014
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Erich Kästner

                                       BODAN Großhandel für Naturkost GmbH
Tel. 07551 94 79 0                     Zum Degenhardt 26          www.bodan.de
Fax 07551 94 79 103                     88662 Überlingen          info@bodan.de
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Hinweis: Es wird darauf verzichtet, jeweils die männlichen und weiblichen Endungen aufzuführen.
         Die hier verwendeten männlichen Endungen repräsentieren jeweils beide Geschlechter.
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Inhaltsverzeichnis

Inhalt
Unternehmensvorstellung ___________________________________________________________ 2

Testat ____________________________________________________________________________ 4

A1 Ethisches Beschaffungsmanagement ________________________________________________ 5

B1 Ethisches Finanzmanagement _____________________________________________________ 13

C1 Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung _____________________________________________ 19

C2 Gerechte Verteilung der Erwerbstätigkeit ___________________________________________ 27

C3 Forderung und Förderung Ökologischen Verhaltens der Mitarbeiterinnen _________________ 29

C4 Gerechte Verteilung des Einkommens ______________________________________________ 32

C5 innerbetriebliche Demokratie und Transparenz _______________________________________ 35

D1 Ethisches Verkaufen ____________________________________________________________ 39

D2 Solidarität mit Mitunternehmen ___________________________________________________ 47

D3 Ökologische Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen ____________________________ 55

D4 Soziale Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen _________________________________ 61

D5 Erhöhung des sozialen und ökologischen Branchenstandards ___________________________ 65

E1 Sinn und gesellschaftliche Wirkung der Produkte / Dienstleistungen ______________________ 69

E2 Beitrag zum Gemeinwesen _______________________________________________________ 73

E3 Reduktion Ökologischer Auswirkungen ______________________________________________ 77

E4 Minimierung der Gewinnausschüttung an Externe ____________________________________ 86

E5 Gesellschaftliche Transparenz und Mitbestimmung ____________________________________ 88

Ausblick _________________________________________________________________________ 92

EU Konformität: Offenlegung von nicht-finanziellen Informationen (EU COM 2013/207) ________ 93

Beschreibung des Prozesses der Erstellung der Gemeinwohl-Bilanz _________________________ 96

Firmeninformationen ______________________________________________________________ 98

                                     Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH   Seite 1 von 99
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Unternehmensvorstellung

UNTERNEHMENSVORSTELLUNG
Allgemeine Infos
    •    Der Name des Unternehmens ist BODAN Großhandel für Naturkost GmbH
    •    Die Eigentums- und Rechtsform ist die einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
         Als Gesellschafter fungieren vier natürliche Personen und eine juristische Person.
    •    Die BODAN GmbH mit Sitz in Überlingen am Bodensee und Niederlassung in
         München - Garching beliefert täglich den selbständigen Naturkost-Facheinzelhandel
         in Süddeutschland und Vorarlberg mit einem Bio-Vollsortiment von derzeit über
         12.000 Artikeln. Mehr als 50% des Umsatzes von derzeit ca. 61 Mio. € entfällt auf
         Frischwaren und Molkereiprodukte. BODAN ist der Großhändler mit dem höchsten
         %-Anteil am Umsatz mit DEMETER–Produkten (z.Zt. 19%, s. D3), als Vollsortimenter
         in Deutschland.

Tab. 1: Verteilung der BODAN Umsätze in € und Menge auf die Hauptwarengruppen

    •    Anzahl der MitarbeiterInnen (gesamt, Vollzeitäquivalente sowie Saison- oder
         Zeitarbeiter): 185 (2013) / 205 (2014)
    •    Tochtergesellschaften/verbundene Unternehmen: keine, jedoch ist die GmbH bei
         einigen Unternehmen mit einer Minderheitsbeteiligung engagiert.
    •    Das Unternehmen ist in Überlingen am Bodensee ansässig.
    •    Homepage: www.bodan.de, www.facebook.de/bodan.gmbh .
    •    Berichtszeitraum: 01.01.2013 – 31.12.2014.

Tätigkeitsbereich
 Produkte/Dienstleistungen                                    Anteil am Umsatz
 Großhandel mit Naturkostprodukten                                     98 %
 Logistische Dienstleistungen und sonstiges                             2%
Tab. 2: Umsatzanteile Produkte und Dienstleistungen

Als Vergleichsrahmen dient jeweils der Großhandel mit Naturkostprodukten, in einigen
Fällen auch die Lebensmittelbranche als Ganzes.

                                                Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH   Seite 2 von 99
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Unternehmensvorstellung

„Selbst-     Das Unternehmen und die Gemeinwohlorientierung
             Die Intention des Unternehmens wurde schon vor mehr als 25 Jahren als „allgemeinnützig“
bestimmt     beschrieben. In 2013 konnte im Dialog mit dem im Beirat organisierten
statt        Unternehmensumfeld die Festschreibung der Gemeinwohlorientierung in der
fremd-       Unternehmenssatzung verankert werden.
bestimmt!“   Auszug aus dem Gesellschaftervertrag der BODAN GmbH § 2 Geschäftsgegenstand (1)+(2):

                „(1) Gegenstand des Unternehmens ist der Großhandel mit Lebensmitteln und
                    Naturwaren, die einer gesunden und naturgemäßen Lebensweise dienen und zur
                    Gesundung der Umwelt beitragen, vorrangig mit Produkten aus biologisch-
                    dynamischer Wirtschaftsweise.
                (2) Zweck der Gesellschaft ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung von
                    Erzeugern, Händlern und Verbrauchern. Sie tut dies durch die Koordinierung aller
                    Beteiligten unter Berücksichtigung der Grundsätze der GEMEINWOHL ÖKONOMIE
                    (Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und
                    demokratische Mitbestimmung & Transparenz). Als Entwicklungsinstrument dient
                    die Gemeinwohlbilanz auf der Basis der jeweils aktuellen Matrix.“

                •   Die Produkt- und Sortimentsauswahl von BODAN basiert auf Nachhaltigkeit,
                    Artenvielfalt und Gesundheit.
                •   Erzeuger/ Lieferanten: BODAN engagiert sich in der gegenseitigen wirtschaftlichen
                    Unterstützung seiner Handelspartner und bietet Maßnahmenpakete zur Förderung
                    der wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit an.
                    Einzelhandelskunden: Selbstbestimmt statt fremdbestimmt! Nur selbständige
                    Fachhändler zählen den Kunden der Firma, keine Discounter, keine Konzerne, keine
                    überregional agierenden Filialisten.
                •   Mitarbeiter: bei BODAN zählt die Förderung der persönlichen Entwicklung des
                    Kollegen im Rahmen einer lernenden Gemeinschaft! Für Mitarbeiter ist eine
                    Beteiligung als stille Gesellschafter in Form einer GbR möglich seit 2014.
                •   Kooperation: Sinnvolle Netzwerkgestaltung! Ohne die Priorisierung von Firmen –
                    Egoismen werden sinnvolle Kooperationen angestrebt und aufgebaut in
                    Süddeutschland und Vorarlberg.
                •   Engagement im sozialen Umfeld: die BODAN GmbH nimmt an verschiedenen
                    Veranstaltungen der Energiekreise am Bodensee teil und engagiert sich mit diversen
                    Vorträgen regional wie überregional bei der Thematisierung von Formen
                    gemeinwohlorientierten Wirtschaftens.
             Hauptansprechpartner für die Themen der Gemeinwohlorientierung sind in der
             Unternehmensleitung die beiden Geschäftsführer und in der Belegschaft die nach GWÖ-
             Themenfeldern gruppierten Arbeitskreise der Mitarbeiter.

                                                Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH   Seite 3 von 99
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Unternehmensvorstellung

TESTAT

Abb. 1: Testat der GWÖ-Auditoren Wiedemeyer und Rüther vom 29.09.2015

Hiermit bestätigt die Firma BODAN GmbH, dass sie keines der Negativkriterien erfüllt.

                                             Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH   Seite 4 von 99
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A1 Ethisches Beschaffungsmanagement

„Regional
ist         A1 ETHISCHES BESCHAFFUNGSMANAGEMENT
1. Wahl“
            Das Ziel, vorrangig gemeinwohlorientierte Zulieferer auszuwählen, war in 2014 mangels
            entsprechend ausgewiesener und in Frage kommender Anbieter noch nicht erreichbar. Der
            Ressourcenverbrauch wurde auf den Ebenen Energie und Verbrauchsstoffe weiter reduziert.
            Die Beziehungen zu den Partnern konnten im Sinne einer nachhaltigen und fairen
            Zusammenarbeit weiterentwickelt werden, wobei einzelne GWÖ-Aspekte so weit möglich
            und darstellbar, aktiv ins Gespräch gebracht wurden. Multi-Stakeholder-Initiativen wurden
            initiiert und weiterentwickelt. Der tatsächliche Bezug sozial und ökologisch höherwertiger
            Güter konnte im Rahmen verfügbarer Angebote weiter vorangebracht werden.

            A1.1 Berücksichtigung regionaler, ökologischer und sozialer Aspekte
            bzw. höherwertiger Alternativen

                    Sub-        Erste Schritte     Fortgeschritten           Erfahren               Vorbildlich
                  Indikator        (0–10%)            (11–30%)               (31–60%)               (61–100%)

              Regionale,                                                   … bei einem                … allen
              ökologische                                                   Großteil an            wesentlichen,
              und soziale                                                wesentlichen P/D        zugekauften P/D
                               … punktuell bei
              Aspekte/höh                                                                                 …
                               Produkten mit                            + im Vergleich sehr
               erwertiger
                               negativen                                geringer Verbrauch         + innovative
              Alternativen                          … bei einigen
                               sozialen und/oder
                                                   wesentlichen P/D          bzw. klare            Lösungen zur
               werden …
                               ökologischen
                                                                           Reduktion bei           Vermeidung
              berücksichti
                               Auswirkungen                               kritischen Stoffe      kritischer Stoffe
                     gt
                               (Öko-Strom)                              ohne höherwertige               ohne
                  Relevanz:                                              Alternative (siehe        höherwertige
                    hoch                                                       FAQ)                 Alternative

            Die Aufgabenstellung der Beschaffung und des Beschaffungsmanagements muss bei der
            Betrachtung der Aktivitäten der BODAN GmbH als Großhandel für Produkte aus ökologischer
            Erzeugung unter zwei zentralen Gesichtspunkten betrachtet werden:

              •     •         Beschaffung von Handelsware
              •     •         Beschaffung von Dienstleistungen, Verbrauchs- und Investitionsgütern
            Im Jahr 2014 wurde insgesamt Handelsware im Wert von 48,7 Mio € beschafft. Der Anteil
            der Produkte aus zertifiziert ökologischer Erzeugung betrug 99%.

            Hierbei wurden mit den zehn wichtigsten Handelspartnern mehr als 30% des
            Einkaufsvolumens abgewickelt.

                                                   Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH   Seite 5 von 99
2013 / 2014 GEMEINWOHL-BERICHT - BODAN Großhandel für Naturkost GmbH - Die Gemeinwohl-Ökonomie
A1 Ethisches Beschaffungsmanagement

    Name Keditor                                              Eins. Anteil Ges.            Eins. Ant. Kum.
    Naturkost Schramm GmbH                                         6,00%                          6,00%
    Naturkost Ernst Weber GmbH                                     4,84%                          10,84%
    Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG                    3,67%                          14,50%
    Andechser Molkerei Scheitz GmbH                                3,35%                          17,86%
    ÖMA Beer GmbH                                                  3,37%                          21,22%
    Allos Hof-Manufaktur GmbH                                      2,63%                          23,85%
    Naturata AG                                                    2,16%                          26,01%
    Isana GmbH.&CO KG                                              1,95%                          27,96%
    Davert GmbH                                                    1,92%                          29,88%
    Ulrich Walter GmbH                                             1,97%                          31,85%
Tab. 4: Auflistung der zehn wichtigsten Lieferanten von Handelsware nach Einkaufsvolumen

Der Anteil der aus den regionalen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern
bezogenen Waren betrug 35%, der Anteil der in Deutschland produzierten Waren belief sich
auf 56%.

                                                       2013            2014

    Herkunft der Handelsware nach Lieferant    Ums. Anteil      Entw. Ums.        Ums. Anteil

    Regional (50 KM)                                   11,05%          5,92%            11,11%

    Baden-Württemberg                                  15,63%          4,98%            15,58%

    Bayern                                              8,58%          8,72%              8,85%

    Deutschland National                               20,85%          5,32%            20,84%

    Umsatzergebnis Deutschland                         56,10%          5,86%            56,38%

    Umsatzergebnis Europa+Welt                         43,90%          4,65%            43,62%

 Umsatzergebnis Gesamt                           100,00%               5,33%           100,00%
Tab. 5: Aufschlüsselung des Umsatzes nach Herkunft

Der Anteil der Waren, die zusätzlich (über BIO hinaus) mit einem international als seriös
anerkannten Label gekennzeichnet waren, welches u.a. Auskunft über die sozialen
Bedingungen der Urproduktion gibt, betrug >39 %.

                                                                                          2013                 2014
    Qualität                                                                  Ant. Ums.            Ant. Ums.
    BS                              BioSuisse approved1                                   0,39%                0,37%
    DB                              Bioland2                                            13,86%              13,47%
    DD                              Demeter Deutschland3                                14,17%              14,20%
    DG                              Gäa4                                                  0,04%                0,11%
    DK                              Biokreis Ostbayern5                                   1,65%                1,55%

1   http://www.bio-suisse.ch/de/richtlinienweisungen.php
2
    http://www.bioland.de/ueber-uns/richtlinien.html
3   http://www.demeter.de/verbraucher/ueber-uns/richtlinien
4   http://www.gaea.de/index.php?seite=qualitaet.html
5   http://www.biokreis.de/richtlinien.php
                                                  Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH                 Seite 6 von 99
2013 / 2014 GEMEINWOHL-BERICHT - BODAN Großhandel für Naturkost GmbH - Die Gemeinwohl-Ökonomie
A1 Ethisches Beschaffungsmanagement
    DN                                 Naturland6                                            4,58%             4,61%
                                                7
    DW                                 Ecovin                                                0,04%             0,03%
    IA                                 IFOAM Akkreditierung89                                0,44%             0,36%
    ID                                 International Demeter10                               4,73%             4,56%
    Gesamtumsatz Verbands-Bio                                                              39,89%            39,26%
    EG, C%, Wild, S#, u.a.             Sonstige Kürzel                                     60,11%            60,74%
 Gesamtergebnis Umsatz                                                                    100,00%           100,00%
Tab. 6: Aufschlüsselung des Umsatzes nach BNN-Qualitätskürzel

Durch diese Zahlen wird schnell deutlich, in welch außerordentlich hohem Umfang die
BODAN GmbH Ihrem Anspruch, die gehandelten Bio-Produkte bevorzugt so regional wie
möglich zu beschaffen und wo immer möglich, Produkten aus sozial verantwortlichen
Zusammenhängen den Vorzug zu geben, gerecht geworden ist.
Dies gilt gleichermaßen für den Aspekt der praktizierten Vorzüglichkeit höherwertiger
Alternativen: Wo immer möglich wurden Produkte mit Verbandszertifizierung
(…insbesondere DEMETER und im weiteren BIOLAND, Naturland sowie weitere
Verbandsqualitäten…) bevorzugt bzw. zusätzlich zur EU-Bio-Qualität angeboten (s. D 3.1).

     Ausgabenposten + % der Ausgaben                Erläuterung und (soziale, ökologische, regionale) Bewertung

     Investitionen (34%)                            Kühltechnik, Photovoltaikanlage, Fahrzeuge, diverse Betriebs- und
                                                    Geschäftsausstattung

     Sonstige Dienstleistungen (24%)                z. B. Werbe- und Beratungskosten, Versicherungen, Instandhaltung und
                                                    Reparaturen

     Transportdienstleistungen (16%)                z. B. Miete Fahrzeuge, Mautgebühren, Ausgangsfrachten

     Kraftstoff (16%)                               Diesel und Bioerdgas

     Energie/Strom (5%)                             100 % Ökostrom von Solar und Wasserkraft

     Büromaterial (5%)                              z. B. umweltfreundliches UWS-Papier
Tab. 7: Ausgabenposten 2014 in %

Einschränkende Voraussetzung für die Umsetzung bzw. Umsetzbarkeit war jeweils die
grundsätzliche Verfügbarkeit entsprechender Produkte. Für die Beschaffung von
Dienstleistungen, Verbrauchs- und Investitionsgütern wurde im Jahr 2014 ein Betrag von
4,6 Mio € aufgewendet. Für eine nach wie vor große Anzahl von zu beschaffenden
Produkten und Dienstleistungen gab es weiterhin keine geeigneten Zertifizierungen oder
Gütesiegel, die eine Orientierung oder Vorzüglichkeit bei der Beschaffung im Sinne einer
Berücksichtigung ökologischer, regionaler und sozialer Aspekte in hinreichendem Umfang
hätten ermöglichen können. Insofern konnten auch 2014 noch keine explizit und konsistent

6   http://www.naturland.de/de/naturland/richtlinien.html
7   http://www.ecovin.de/wissen/richtlinien
8
    http://www.ifoam.bio/en/ifoam-norms
9                                                     http://kmu.kompass-nachhaltigkeit.de/standardsuche/standard-
detail/std/165/IFOAM_Standard.html?L=0&cHash=709b51564b14ce1da643c915d57fad9f
10   http://www.demeter.net/certification/standards
                                                          Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH          Seite 7 von 99
2013 / 2014 GEMEINWOHL-BERICHT - BODAN Großhandel für Naturkost GmbH - Die Gemeinwohl-Ökonomie
A1 Ethisches Beschaffungsmanagement
ausformulierten Beschaffungsregeln aufgestellt werden, die von betreffenden Mitarbeitern
zu berücksichtigen gewesen wären.
Ungeachtet dessen wurde insbesondere bei der Beschaffung von Kraftfahrzeugen weiterhin
der allergrößte Wert auf die größtmögliche Umweltverträglichkeit gelegt. (sh. unter E3)
Der Stromverbrauch veränderte sich gegenüber dem Vorjahr um +36,7%., hierfür
ausschlaggebend war vor allem der in Betrieb genommene Bauabschnitt II. Es wurde
ausschließlich Eigenstrom solaren Ursprungs sowie zugekaufter Ökostrom von regionalen
und seriösen Anbietern verbraucht. Ein Teil der Dachfläche ist weiterhin an die Stadtwerke
Konstanz für den Betrieb einer Photovoltaikanlage vermietet - Investor ist die regionale und
sozial wie ökologisch engagierte Bürgergesellschaft Solarcomplex11.
Durch den Betrieb einer Geothermie-Anlage wurden auch 2014 wieder 144 Tonnen CO2
jährlich eingespart. Dafür könnten im Äquivalent ca. 55.000 Liter Dieselkraftstoff
klimaneutral verbraucht werden. Diese Menge entsprach dem Kraftstoffverbrauch für die
Warenauslieferung über einen Zeitraum von fünf Wochen. Die Bewässerung der
Grünanlagen auf dem Betriebsgelände sowie die WC-Spülung im Betriebsgebäude erfolgten
durch in geeigneten Zisternen gesammeltes Regenwasser, wodurch auch 2014 wieder eine
erhebliche Menge an Trinkwasser eingespart werden konnte.
Ebenfalls erwähnenswert sind der bevorzugte Einsatz von UWS-Papier und der weitest
gehende Verzicht von farbigen Ausdrucken als Maßnahme der Ressourcenschonung. Darüber
hinaus wurden ausschließlich ökologische Wasch, Putz- und Reinigungsmittel eingesetzt und
es konnten in vielen Bereichen des Lagers bestehende Leuchtmittel durch
umweltfreundlichere Produkte (z.B. LED) ersetzt werden.
Im Bereich EDV-Ausstattung und –Zubehör, Büroartikel, technische Produkte,
Verpackungsmaterial und Dienstleistungen aller Art wurde noch Potenzial zur weiteren
Optimierung der Beschaffungsprozesse unter GWÖ-Gesichtspunkten ermittelt.

Aufstellung der Regionalisierung bei den Dienstleistungsangeboten.
                                                                                                   Überlingen
                                     vorher                                     nachher                                       Änderung ab:
Schädlingsbekämpfung:                Rentokil Niederlassung Stuttgart           Gerhard Scherer Schädlingsbekämpfung Salem       01.01.2014
Reinigung Schmutzfangmatten          Initial Hygiene Trossingen                 Textilreinigung Weber GmbH, Friedrichshafen      01.01.2013
Wartung Blitzschutzanlage            Fautz und Partner Villingendorf            Lösch Blitzschutzbau Überlingen                  01.01.2013
Klima, Geothermie und Kältetechnik   Zent-Frenger Heppenheim                    Hafner-Muschler Balingen                         01.01.2013
Sanitär                              Zent-Frenger Heppenheim                    Sanitär Keller Lippertsreute                     01.01.2013
Wartung Schnelllauftore              ITV Service Wolfegg                        Kettnacker&Selig Betzenweiler                    01.01.2014
Wachdienst, Aufschaltung EMA         Wach und Sicherheits-Compagnie Rosenfeld   Knoll Security Stockach                          01.01.2013
Sicherheitstechnik                   Total Walther Stuttgart                    Protect Sicherheitstechnik Neukirch              01.01.2011
Tab. 8: Regionalisierung von Dienstleistungsangeboten

11
     http://www.solarcomplex.de/
                                                        Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH               Seite 8 von 99
A1 Ethisches Beschaffungsmanagement

A1.2 Aktive Auseinandersetzung mit den Risiken zugekaufter P/D und
Prozesse zur Sicherstellung
                         Erste Schritte        Fortgeschritten              Erfahren                 Vorbildlich
      Sub-Indikator
                            (0–10%)                (11–30%)                (31–60%)                  (61–100%)

                             Interne
         Aktive                                                          Regelmäßige
                        Auseinandersetz
 Auseinandersetz                               Internes Audit bei         Evaluierung
                            ung durch
      ung mit den                                 Risiken und         sozialer/ökologisch
                        aktives Einholen                                                                 Multi-
     Auswirkungen                                 wichtigsten          er Auswirkungen
                               von                                                                  Stakeholder-
     zugekaufter P/D                              Lieferanten           und Alternativen
                        Informationen zu                                                           Initiative (z.B.:
      und Prozesse
                          der Thematik            Schulungen             Sicherstellung                   mit
           zur
                                                                                                   Marktpartnern,
                                                  (Seminare,                  durch
     Sicherstellung        Integration                                                               NGOs etc.)
                                                  Workshops,             unabhängiges
     sowie Ausmaß         sozialer und
                                                Zeitbudgets für         Audit (z.B.: nach            hinsichtlich
      und Form der        ökologischer
                                              ExpertInnengesprä            soz./ökol.               sozialer und
     Nachweisführun      Aspekte in das                                                             ökologischer
                                                   che) aller             Gütesiegeln
            g            Vertragswesen                                                                 Aspekte
                                                 Mitarbeiter im         zertifizierte P/D,
                            (Code of
        Relevanz:                              Einkaufsprozess          Kooperation mit
                         Conduct/ Ethik-
     durchschnittlich                                                        NGOs)
                             Kodex)

Impulsfragen
 Welche sozialen und ökologischen Risiken werden in der gesamten Supply Chain
  systematisch evaluiert? Welche sozialen und ökologischen Kriterien werden für die
  Auswahl angewandt? Wie erfolgt die Erhebung und Überprüfung dieser Kriterien? Gibt
  es Kooperationsprogramme mit Lieferanten, welche soziale und ökologische Aspekte
  beinhalten?
 Welcher Anteil der Güter und Dienstleistungen erfolgt unter Berücksichtigung welcher
  sozialer / ökologischer Kriterien? In welchem Ausmaß wird auf welche Label mit sozial-
  und / oder ökologisch-orientierten Inhalten oder vergleichbare externe Zertifizierungen
  zurückgegriffen? Existieren höherwertige Alternativen? Wenn ja, welche?

Gemäß den EU-Bestimmungen zum ökologischen Landbau wurde die BODAN GmbH auch
2014 durch die alljährliche Durchführung der vorgeschriebenen EU-Kontrolle12 evaluiert,
wofür unter anderem die lückenlose Zertifizierung unserer Warenlieferanten Voraussetzung
war.

12                      https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Nachhaltige-Landnutzung/Oekolandbau/_Texte/EG-Oeko-
VerordnungFolgerecht.html
                                            Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH         Seite 9 von 99
A1 Ethisches Beschaffungsmanagement

 Name                            Zertifikatsnr.   Zertifikate Kontrollstelle   Zertifikate Kontrollstelle Name         Gültig bis
 Naturkost Schramm
 GmbH                            EG-KONTR         DE-BW-024-00294-BC           Ecoccert Deutchland                     31.12.2015
 Naturkost Ernst Weber
 GmbH                            EG-KONTR         DE-BY-001-6576-BCD           BCS Öko-Garantie GmbH                   31.03.2016
 Milchwerke
 Berchtesgadener Land
 Chiemgau eG                     EG-KONTR         DE-BY-037-81900-B            ÖKOP - Zertifizierungs GmbH             31.12.2015
 Andechser Molkerei
 Scheitz GmbH                    EG-KONTR         DE-BY-001-6492-BCD           BCS Öko-Garantie GmbH                   31.03.2016
 ÖMA Beer GmbH
                                 EG-KONTR         D-BW-006-12899-BCD           ABCERT GmbH                             31.12.2015
 Allos Hof-Manufaktur
 GmbH                            EG-KONTR         DE-HB-001-22148-D            BCS Öko - Garantie GmbH                 30.09.2015
 Naturata AG
                                 EG-KONTR         D-BW-007-05177-BCD                                                   31.01.2016
 Isana GmbH.&CO KG
                                 EG-KONTR         D-BY-M-005-00011-BCD         Institut für Marktökologie GmbH         31.01.2016
 Davert GmbH
                                 EG-KONTR         D-NW-001-7754-BCDE           BCS Öko-Garantie GmbH                   29.02.2016
 Ulrich Walter GmbH
                               EG-KONTR           DE-NI-001-6002-BCD           BCS Öko-Garantie GmbH                   31.01.2016
Tab. 9: EG-Kontrollzertifikate der zehn nach Einkaufsvolumen wichtigsten Lieferanten

Alternativ zu einem internen Supply-Chain-Management, nahm die BODAN GmbH auch 2014
weiterhin am Obst & Gemüse-Monitoring13 des BNN e.V. (Bundesverband Naturkost &
Naturwaren) teil, um sich gegen das Risiko der Nichtkonformität mit den Regeln der EU-Bio-
VO so weit wie möglich abzusichern.
Bei der Anbahnung von neuen Geschäftsbeziehungen wurden bei den Bewerbern auch
relevante soziale und ökologische Indikatoren (Eigentumsverhältnisse / Ertragsverwendung
/ Unternehmens-ziele / Qualitätsansprüche / Rohstoffursprung) abgefragt und bei der
Entscheidungsfindung berücksichtigt. Bestehende Geschäftsbeziehungen wurden aufgrund
von Eigentümerwechsel und veränderter Unternehmensausrichtung, falls notwendig,
beendet. Sortimentsentscheidungen wurden zunehmend von dem in 2014 neu geschaffenen
Gremium „Listungskonferenz”, in der verschiedene interne Interessensgruppen beteiligt
wurden, getroffen. Hierbei sind auch die von den Unternehmen verfassten
Nachhaltigkeitsberichte (z.B. von Weleda14 und Lebensbaum15) oder GWÖ-Berichte (z.B. von
Sonnentor16 und Ökofrost17) von Interesse.
Darüber hinaus werden die Bestimmungen des ökologischen Anbaus durch viele Anbieter um
weitere Dimensionen wie „FAIR“ ergänzt18. Des Weiteren setzen sich viele Partner für die
Weiterentwicklung und Ausweitung der bestehenden Standards ein, um
Nachhaltigkeitsaspekte noch besser zu integrieren. Aktives Beispiel sind Akteure wie z.B.
Follow Fish19.

13
     http://www.n-bnn.de/monitoring/bnn-monitoring-fuer-obst-und-gemuese; https://de.wikipedia.org/wiki/Monitoring-
System_f%C3%BCr_Obst_und_Gem%C3%BCse_im_Naturkosthandel ; http://www.n-bnn.de/bnn-monitoring
14   http://socialmedia.weleda.de/media/2013/de/index.html
15   http://www.lebensbaum.de/nachhaltigkeitsbericht/
16
     https://www.sonnentor.com/news_community/Blog/Bei-uns-daheim/gemeinwohlbilanz
17   http://xn--kofrost-80a.de/gemeinwohl-bilanz.php
18
     http://www.bio-liebt-fair.de/bio-und-fair
19   http://www.followfish.de/
                                                   Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH          Seite 10 von 99
A1 Ethisches Beschaffungsmanagement
Zur Erweiterung der reinen Abfrage von Kennzahlen und Indikatoren im Verhältnis zu den
Lieferanten wird die Entwicklung eines Verfahrens aktiv durch Mitarbeit im Rahmen des
Demeter e.V. mit unterstützt, welches die „Qualität der Zusammenarbeit“ kommunizierbar
und erlebbar machen soll2021. Dieses wurde in 2013+2014 entwickelt und soll in 2015 getestet
werden.
Auf der Ebene der DIE REGIONALEN gibt es einen intensivierten Austausch mit der
Herstellergruppe der sog. WERTEMARKEN22, einem Zusammenschluss werteorientierter
Herstellerunternehmer aus der Naturkostbranche. Ein erstes Ergebnis in 2014 war eine
Marketingaktion im Rahmen von ECHT BIO mit den Produkten der jeweiligen Hersteller.

A1.3 Strukturelle Rahmenbedingungen zur fairen Preisbildung
                              Erste Schritte         Fortgeschritten           Erfahren                Vorbildlich
      Sub-Indikator
                                  (0–10%)               (11–30%)               (31–60%)                (61–100%)

                             Verzicht auf rein
                                                                           Evaluierung des             Innovative
                              preisgetriebene                               Verhaltens der            Strukturen im
                             Beschaffungspro                               Einkäufer durch          Beschaffungswe
                                -zesse (u.a.           Langfristige,
       Strukturelle                                                          regelmäßige                sen (z.B.:
                                  Auktionen,           kooperative
Rahmenbedingun-                                                           Mitarbeitergesprä         Partizipation an
                             Ausschreibungs-            Beziehung
      gen zur fairen                                                      che mit Fokus auf         Alternativwährun
                                  verfahren)             werden
      Preisbildung                                                                 die                gskonzepten,
                                                      wechselnden,
                                  Kein vom                                Herausforderunge            ökonomische
                                                     kostenorientierte
     Relevanz: niedrig                                                     n, die sich durch          Ansätze der
                               Einkaufspreis          n vorgezogen
                                                                             eine ethische           Solidarischen
                                abhängiges
                                                                             Beschaffung             Landwirtschaft
                             Bonussystem für
                                  Einkäufer                                     ergeben                    etc.)

Impulsfragen
         Bei welchen Beschaffungspositionen werden höherwertige Alternativen gewählt?
         Welchen Anteil am Beschaffungsvolumen macht dies aus?
         Wie werden Spielräume geschaffen um höherwertige Beschaffung zu ermöglichen?

Durch verschiedene regelmäßig zusammenkommende Kommunikationsorgane (z.B. Beiräte)
wurden diverse interne und externe Stakeholder (Mitarbeiter/Lieferanten/Kunden
/Verbände/benachbarte Großhandelskollegen) in Informationsflüsse und Entscheidungs-
prozesse wirkungsvoll integriert (Multi-Stakeholder-Initiative).

20   http://orgprints.org/27010/2/27010_wecker.pdf
21   http://www.themen-der-zeit.de/content/Demeter_Qualitaetsfragen_im_Mittelpunkt.1727.0.html
22   http://www.wertemarken.de/
                                                 Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH        Seite 11 von 99
A1 Ethisches Beschaffungsmanagement
Die auf Nachhaltigkeit (Langfristigkeit) und Gegenseitigkeit (Fairness) angelegte
Zusammenarbeit mit den Partnern kennzeichnete wie in den Jahren davor die
Beziehungskultur zu den Lieferanten der Firma BODAN. Die langjährig bestehenden
Kooperationsstrukturen mit Landwirten und Gärtnern in der Region, welche bereits seit
vielen Jahren auf einer gemeinsamen Anbauplanung und transparenten Preisen beruhen,
konnten aktuell durch innovative gemeinsame Projekte (z.B. WIR. Bio-Power vom
Bodensee23) neu impulsiert werden. Mit mehr als 80% der regionalen Erzeuger verbinden
sich geschäftliche Beziehungen mit über 10 Jahren Dauer.
Nach Möglichkeit werden Spielräume zur Entwicklung alternativer Konzepte durch
Regionalwährungen oder andere Initiativen unterstützt. In 2013 wurden mit den Firmen St.
Leonhardt und Andechser Molkerei Clearing-Verfahren im Rahmen des „Chiemgauer“
durchgeführt. Eingeschränkt werden diese Bemühungen durch den entstehenden Aufwand
im Rahmen der Buchhaltung, da das Vertriebsgebiet des Unternehmens sich über ca. 10
Initiativen erstreckt, die sich im Bereich alternative Währungskonzepte engagieren.
Preisbildungsprozesse wurden von BODAN wie in den Jahren zuvor im Rahmen der
marktbedingten      Spielräume      und      getragen    vom   Respekt    vor    den
Wertschöpfungsbedürfnissen der Partner sowie der eigenen wirtschaftlichen
Notwendigkeiten begleitet. Aktiv beteiligt wurde die BODAN GmbH im Rahmen von Runden
Tischen bei den Getreidemarktgesprächen der Naturata AG24 oder Aktivitäten der
Spielberger Mühle25.
Auf Langfristigkeit angelegte Partnerschaften mit den Zulieferern kennzeichnen seit jeher die
Beziehungslandschaft. Da die Zielsetzungen des Unternehmens grundsätzlich bereits ethisch
orientiert sind, liegt der Fokus der Lieferantengespräche im Einkauf auf den
Herausforderungen, die sich daraus ergeben, nicht nur Gutes gut zu tun, sondern dabei auch
die Zufriedenheit unserer Kunden und die Wirtschaftlichkeit des eigenen Handelns im Auge
zu behalten.

23
     www.wir-bodensee.bio
24   http://issuu.com/demeter.de/docs/dem10156_dj_handel_2012_rrz_es
25   http://www.bio123.de/node/286889
                                               Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH   Seite 12 von 99
B1 Ethisches Finanzmanagement

Verant-
wortung für   B1 ETHISCHES FINANZMANAGEMENT
die Region
              Die BODAN GmbH arbeitet bevorzugt mit ethisch, nachhaltigen Finanzinstituten, sowie mit
bedeutet      Partnern des Wertschätzungskreislaufes (Lieferanten und Kunden) zusammen.
darüber
              B1.1 Institutionalisierung
hinaus, die                               Erste Schritte         Fortgeschritten          Erfahren                 Vorbildlich
                  Sub-Indikator
Zukunft                                    (1 bis 10 %)            (11 bis 30 %)        (31 bis 60 %)            (61 bis 100 %)

mitzuge-                                                          Umsetzung des
                                                                                       Umsetzung des
                                                                                                                 Umsetzung des
                                         Verankerung des                                  ethischen
stalten.                                ethischen Finanz-
                                                                     ethischen
                                                                                      Finanzmanagemen
                                                                                                                    ethischen
                Institutionalisierung                           Finanzmanagemen                                Finanzmanagemen
                                        managements im                                ts in einer Vielzahl
                      (mittel)                                    ts in einzelnen                                   ts in allen
                                        Unternehmensleitbi                                    von
                                                                Unternehmensaktiv                              Unternehmensaktiv
                                                ld                                    Unternehmensaktiv
                                                                       itäten                                         itäten
                                                                                             itäten

              Impulsfragen

                  Inwieweit ist ethisches Finanzmanagement in unserem Unternehmen verankert
                   und umgesetzt? Seit wann und wie?

              Im Gesellschaftervertrag der BODAN GmbH ist das soziale und ethische wirtschaftliche
              Handeln verankert, unter Verweis auf die Gemeinwohlökonomie seit 2014. Eine explizite
              Auslobung in Bezug auf das nachhaltige Finanzmanagement findet institutionalisiert nicht
              statt, wird aber in diesem Sinne immanent gehandhabt.

              B1.2 Ethisch-nachhaltige Qualität des Finanzdienstleisters
                                          Erste Schritte           Fortgeschritten          Erfahren                 Vorbildlich
                  Sub-Indikator
                                            (1 bis 10 %)            (11 bis 30 %)         (31 bis 60 %)             (61 bis 100 %)
                                          Konventionelle
                                         Bank mit eigenen          Konventionelle
                                              ethisch-              Bank mit einer       Mehrheitlich auf
                Ethisch-nachhaltige
                                           nachhaltigen             breiten Palette    ethisch-nachhaltige          Ausschließlich
                    Qualität des
                                        Finanzprodukten (<            ethischer        Finanzdienstleistun       ethisch-nachhaltiger
                Finanzdienstleisters
                                        5 % am Kredit- bzw.      Finanzprodukte (>5     gen spezialisierte       Finanzdienstleister
                      (niedrig)
                                           Sparvolumen)           % am Kredit- bzw.            Bank
                                         Keine Involvierung         Sparvolumen)
                                        in kritische Projekte

              Impulsfragen/ Kennzahlen (zur Orientierung, nachher löschen)

                  Mit welchen Banken und welcher Vorsorgekasse arbeiten wir zusammen?
                   (ungefähre prozentuale Verteilung des Bankgeschäftes bei mehreren Institutionen)

                  Inwieweit sind diese Institutionen ausschließlich auf ethisch nachhaltige
                   Finanzdienstleistungen spezialisiert?

                                                              Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH       Seite 13 von 99
B1 Ethisches Finanzmanagement
      Abwicklung über folgenden Finanzdienstleister              Ausrichtung

      Sparkasse Bodensee                                        Öffentlich rechtliche Einrichtung mit Gemeinwohl-
                                                                Orientierung und Nachhaltigkeitsmanagement

      GLS Bank Bochum                                           ethisch-nachhaltig orientierte Bank

      Internationales Bankhaus Bodensee                         regionale Bank vom Bodensee mit Engagement im
                                                                Nachhaltigkeitssektor
Tab. 10: Übersicht zu den Bankpartnern der BODAN GmbH

Die Sparkasse Bodensee dient dem Unternehmen als Partner zur Abwicklung der täglichen
Geldgeschäfte und Transaktionen im Geschäftsalltag und der Finanzierung von Investitionen.
Der Gründungsgedanke der Sparkassen als öffentlich-rechtliche Geldinstitute verpflichtet sie
dazu, der Region und den Menschen, die in ihr leben, zu dienen. Anders als bei weltweit
tätigen Finanzinstituten fließen Ersparnisse von Kunden nicht in internationale Finanzmärkte,
sondern in den regionalen Wirtschaftskreislauf.26 Der Sparkassen-Verbund erstellt einen
Nachhaltigkeitsbericht, ausgerichtet nach eigenen „Leitsätzen zur Nachhaltigkeit“27.
Die GLS-Bank mit Sitz in Bochum ist Partner der BODAN GmbH für die Finanzierung des
inzwischen fertiggestellten Erweiterungsbaus zusammen mit der Sparkasse Bodensee.
Zusätzlich gewährt die GLS-Bank Darlehen für Investitionen bevorzugt im
Nachhaltigkeitssektor28. Als erste sozial-ökologische Universalbank zielt die Bank darauf ab,
nachhaltige, individuelle und gesellschaftliche Entwicklung zu ermöglichen. Als Pionier sozial-
ökologischer Bankarbeit investiert sie das angelegte Geld sinnstiftend und transparent.29
Kredite werden insbesondere in den Bereichen Energie, Wohnen, Ernährung, Bildung und
Gesundheit vergeben. Die Bank erstellt einen Nachhaltigkeitsbericht nach GRI-Standard30 31.
Das „Internationale Bankhaus Bodensee“ (IBB) dient der BODAN GmbH als weiterer
regionaler Finanzdienstleister vom Bodensee in Bezug auf Investitionsdarlehen. Die Bank
wurde 1996 unter Führung der Landeskreditbank Baden-Württemberg und der Vorarlberger
Landes- und Hypothekenbank gegründet. Aufgrund der Neuausrichtung der LBBW durch die
Integration der BW-Bank verkaufte die LBBW in den Jahren 2005 und 2006 ihre Anteile an
die Würth-Gruppe (90 %)32. Ein dezidierter Nachhaltigkeitsbericht wird nicht erstellt.

26
     www.sparkasse-bodensee.de „Engagement für die Region“:
27   https://www.sparkasse.de/s_finanzgruppe/bericht-an-die-gesellschaft.html
28   www.gls.de
29   www.gls.de/privatkunden/aktuelles/bankspiegel/
30   https://www.gls.de/privatkunden/ueber-die-gls-bank/nachhaltigkeit-werte-und-auszeichnungen/gls-nachhaltigkeitsbericht/
31   https://www.gls.de/download/?file=6297&cHash=442946870e1249e72a9e6246077301de
32   http://www.ibb-ag.de/files/gescha__ftsbericht_2014.pdf

                                                   Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH           Seite 14 von 99
B1 Ethisches Finanzmanagement

B1.3 Gemeinwohlorientierte Veranlagung
                            Erste Schritte          Fortgeschritten           Erfahren                Vorbildlich
       Sub-Indikator
                             (1 bis 10 %)            (11 bis 30 %)         (31 bis 60 %)            (61 bis 100 %)
                                                                                                    Ausschließliche
                                                     Mehrheitliche        Ausschließliche           Veranlagung in
                               Teilweise
                                                    Veranlagung in         Veranlagung in         ethisch-nachhaltige
                            Veranlagung in
                                                  ethisch-nachhaltige    ethisch-nachhaltige           Projekte
                          ethisch-nachhaltige
     Gemeinwohlorientie                                Projekte34             Projekte               Shareholder
                           Projekte, jedoch
     rte Veranlagung33                              Negativkriterien      Negativkriterien             Advocacy
                            nicht nach dem
           (hoch)                                  + Verwendung von       + teilweiser Zins-        + vollständiger
                            Best-in-Class-
                                                   Kapitalerträgen für        und/oder              Zins- und/oder
                                Ansatz
                                                  soziale/ökologische    Dividendenverzicht       Dividendenverzicht
                                                      Investitionen      bei Veranlagungen            im Fall von
                                                                                                    Veranlagungen

Impulsfragen
Wie legen wir unsere Rücklagen / Geldvermögen an? Sind es ausschließlich ethisch-
nachhaltige Projekte mit ganzem / teilweisem Zinsverzicht?

Die Rücklagen der BODAN GmbH werden zum Teil für die Finanzierung der Investitionen
verwendet (z.B. Photovoltaikanlage auf dem Dach des Erweiterungsbaus in 2014 in Höhe von
285.000 €). Ein weiterer Teil (jährl. 136 T€) dient als Rücklage für die zukünftige Ablösung der
Standort-Immobilie in Überlingen.
Des Weiteren vergibt die BODAN GmbH Kredite an Kunden zur Standortentwicklung und für
Neugründungen. Diese Kredite kommen in vollem Umfang der Entwicklung der ökologischen
Lebensmittelgesellschaft zu Gute, da hiermit weitere Standorte für die Distribution der
Produkte aus nachhaltiger Herstellung und Erzeugung ermöglicht werden. Die Darlehen
werden mit einem an den Refinanzierungskosten angelehnten Zinssatz (in 2014 i.d.R. 5%)
ausgelobt. In Einzelfällen können besonders unterstützungswertige oder –bedürftige
Projekte auch durch teilweisen Zinsverzicht flankiert werden.
Die BODAN GmbH beteiligte sich in 2014 mit ca. 210.000 € an ethisch ökologischen
Unternehmen und Verbänden.
Ebenso unterstützt die BODAN GmbH gemeinsam mit der Regionalen GmbH Kunden seit
2010 mit Bürgschaften für die Umstellung auf umweltfreundliche Kühlgeräte.

33
   Z.B. durch transparente Finanzierungspolitik der Bank, Definition klarer Ausschlusskriterien etwa anhand des
Frankfurt-Hohenheimer-Leitfadens, Mitunternehmen, KundInnnen, LieferantInnnen, keine Verwendung spekulativer
Finanzderivate etc.
34
  Z.B. Kredite für ethisch-ökologische Projekte, Investition in erneuerbare Energien, thermische Sanierung,
gemeinwohlorientierte Forschung und Entwicklung,

                                                Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH       Seite 15 von 99
B1 Ethisches Finanzmanagement
Der BODAN Wertschätzungskreislauf spiegelt das vertrauensvolle Für- und Miteinander auch
im Bereich Finanzdienstleistungen (s. E1.2), da sich auch hier das Interesse füreinander nicht
nur immateriell, sondern bis in die Finanzströme hinein manifestiert.
Die BODAN GmbH unterstützt aktiv durch ihr Engagement und Öffentlichkeitsarbeit
Initiativen zur Gestaltung alternativer Finanzkreisläufe in regionalen Strukturen wie die
Regionalwert AG oder die Tagwerk eG. In 2014 beteiligte sich das Unternehmen mit einem
Beitrag an dem Buchprojekt von Christian Hiß35 „Mit Bürgeraktien die regionale Ökonomie
stärken. Ein Handbuch mit praktischen Hinweisen zu Gründung, Beteiligung und Umsetzung“
im Herder Verlag. Weiterhin wurde die Bekanntmachung zur Emission von neuen
Bürgeraktien der Regionalwert AG durch Beklebung einer LKW-Rückseite unterstützt.
Bei Informationsveranstaltungen im Rahmen von Genussrechts-Finanzierungen von
Einzelhandels-Kunden konnten die Vertreter der BODAN GmbH wichtige Informationen zum
Hintergrund des vernetzten Wirtschaftens an die Interessenten weitergeben36.

B1.4 Gemeinwohlorientierte Finanzierung
                                 Erste Schritte          Fortgeschritten              Erfahren                  Vorbildlich
        Sub-Indikator
                                   (1 bis 10 %)            (11 bis 30 %)            (31 bis 60 %)              (61 bis 100 %)
                                                                                                                 Zinsfreie
                                                            Versuch der             Erfolgreicher
                                                                                                               Finanzierung
                                       Keine            Finanzierung über            Beginn der
      Gemeinwohlorienti                                                                                         überwiegend
                               Eigenkapitalfinanzi      Berührungsgruppe         Finanzierung über
              erte                                                                                              mithilfe von
                                   erung über              n38 oder aus          Berührungsgruppe
        Unternehmens-                                                                                        Berührungsgruppen
                               Kapitalgeber ohne          Bankkredit aus              n oder aus
          finanzierung                                                                                       oder Bankkrediten,
                                   Mitarbeit im            nicht gewinn-          Bankkrediten, die
            (niedrig)                                                                                          die zu keinen
                                 Unternehmen37            ausschüttender          zu teilverzichteten
                                                                                                              Sparzinsen mehr
                                                                Bank                Zinsen führen
                                                                                                                  führen

Impulsfragen/ Kennzahlen
   - Woher kommt unser Fremdkapital (%uale Aufschlüsselung)? Wie hoch ist unsere
        Eigenkapitalquote?
   - Wie finanzieren wir uns? Wie hoch sind die Zinsen und inwieweit finanzieren wir
        uns über unsere Berührungsgruppen?

      Bilanzielle Eigenkapitalquotel                                   %-Anteil am Gesamtkapital
      Eigenkapital 2013                                                         15,6%

      Eigenkapital 2014                                                         16,9%
Tab. 11: Eigenkapitalquote

35   http://www.herder.de/buecher/gesellschaft_politik/detailseiten/Regionalwert-AG.33453.html?sort=3&query_start=&tb=0
36              http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/friedrichshafen/Zu-wenig-Platz-fuer-frische-
Produkte;art372474,6197073
37
   Z.B. Begebung von handelbaren Aktien, Beteiligung stiller GesellschafterInnen mit Intention der Vorbereitung einer
Aktienemission.
38   Mitarbeiter- und Bürgerbeteiligung (z.B. lokale Bürgerbeteiligungen im Bereich nachhaltiger Energie).

                                                     Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH           Seite 16 von 99
B1 Ethisches Finanzmanagement
Die bilanzielle Eigenkapitalquote beläuft sich in 2014 auf 16,9%. Rechnet man aber die
verbundenen und langfristig ausgelobten Beteiligungen der stillen Gesellschafter hinzu,
ergibt sich eine Quote über 20%.

Auflistung/Aufteilung der Finanzierungsformen/ Fremdkapitals
   Verteilung der Bankgeschäfte         Giro                    Investitionen Bau           Sonstige Investitionen
      Sparkasse                         98%                     1. Bauabschnitt 100%                    64%
                                                                2. Bauabschnitt 44%
            GLS                         2%                      1. Bauabschnitt 0%                      13%
                                                                2. Bauabschnitt 56%
            IBB                         0%                                 0%                           23%
Tab. 12: Aufteilung der Bankgeschäfte

In 2013 erhielt die BODAN GmbH Darlehen für Investitionen von der Sparkasse Bodensee in
Höhe von 310.000 € in 2014 von der IBB in Höhe von 600.000 €.
Die langfristige Finanzierung für den Erweiterungsbau der BODAN GmbH wird von der GLS
mit 2.950.000 € und der Sparkasse Bodensee mit 2.250.000 € getragen.
Des Weiteren wurde der Fremdfinanzierungsanteil für die Betriebsvorrichtungen des
Erweiterungsbaus in Höhe von 500.000 € je zur Hälfte von der GLS Bank und der Sparkasse
Bodensee finanziert.
Ebenso erhielt die BODAN GmbH einen Förderungszuschuss für Errichtung der gewerblichen
Kälteanlage im Rahmen des Erweiterungsbaus aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Höhe von ca. 174.000,00€ wegen der
besonderen Umweltverträglichkeit der eingesetzten Technologie.
Weitere Finanzierungsinitiativen:
   Berührungsgruppen                                             Finanzierungsinstrumente
   Mitarbeiter                                                   Beteiligung, Genussscheine, Darlehen

   Lieferanten                                                   Beteiligungen, Genussscheine, Darlehen

   Kunden                                                        Beteiligungen, Genussscheine, Darlehen
Tab. 13: Finanzierungsformen und Finanzierungsinitiativen mit Berührungsgruppen

Ab 2009 wurden von der BODAN GmbH stille Gesellschafter aus dem
Wertschätzungskreislauf (Lieferanten, Erzeuger, Mitarbeiter, Kunden und Verbände) mit
einem Stammkapital von 350.000 € aufgenommen, die durch ihre Einlage die Kapitaldecke
stärken.
Im Bereich der Stillen Gesellschafterverhältnisse sind in 2014 Veränderungen eingetreten.
Die beiden Mitarbeiter, die jetzt auch Geschäftsführer sind, haben Ihren Status vom „Stillen
Gesellschafter“ zum Vollgesellschafter geändert. Des Weiteren wurde aus dem
Mitarbeiterkreis heraus eine Mitarbeiter GbR gegründet, die nun als Stiller Gesellschafter
fungiert.
In 2014 wurden von der BODAN GmbH Genussrechte in Höhe von 100.000 € an Mitarbeiter,
Kunden und Lieferanten ausgegeben (ebenso geplant in 2015).
Lieferanten gewähren der BODAN GmbH seit 2009 Darlehen mit einer Gesamtsumme von
290.000 €, die jährlich verlängert werden können. Das hier generierte Kapital wird zur

                                               Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH        Seite 17 von 99
B1 Ethisches Finanzmanagement
weiteren Förderung von Strukturen im ökologischen Lebensmittelhandel eingesetzt, was die
BODAN GmbH als besonders sinnvoll ansieht.
Das Unternehmen befördert aktiv diese Formen der gegenseitigen Zuwendung im
Wirtschaften durch gegenseitige Beteiligung, da sich hierdurch eine andere Qualität des
Miteinander ausdrückt und praktisch erlebbar wird. Auch ist es hierdurch möglich,
Wertschöpfungsanteile praktisch zu verteilen und so eine Partizipation aller Beteiligten zu
ermöglichen.

                                    Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH   Seite 18 von 99
C1 Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung

Nach 3 – 6
Monaten         C1 ARBEITSPLATZQUALITÄT UND GLEICHSTELLUNG
Betriebszu-
                Besonders die C-Gruppe hat sich mit sieben Personen regelmäßig jeden Monat getroffen,
gehörigkeit     um aktuelle Themen bezüglich Mitarbeiter betreffend zu diskutieren. Hier entstand auch die
erhalten neue   Schaffung des Gesundheitsjahres für 2015, welches mit kostenlosen Massagen für alle
                Mitarbeiter in Verbindung mit einer Rückenschulung begann.
Mitarbeiter
eine                                                                  2013                                  2014

dreistündige     Anzahl aller Beschäftigen                             185                                       205

„Bodan-Basic-    Aufteilung Mitarbeiter nach Geschlecht       46 weiblich (24,86 %)                 51 weiblich (24,88 %)

                                                              139 männlich (75,14 %)                154 männlich (75,12 %)
Schulung“, in
                 Beschäftigungsverhältnis                     148 Vollzeitarbeitsverträge           148 Vollzeitarbeitsverträge
der Informa-     (Art des Arbeitsvertrages)
                                                              12 Teilzeitarbeitsverträge            16 Teilzeitarbeitsverträge
tionen über                                                   35 geringfügig Beschäftigte           41 geringfügig Beschäftigte
das Unter-       Fehlzeiten                                   2.811 Tage                            2.457 Tage
nehmen, die      (Elternzeit, Krank mit Entgeltfortzahlung,
                 Krank mit Krankengeld, Kinderkranken-
Ziele und        Betreuung, Mutterschutz m.Beschäftigungs-
                 verbot, Mutterschutz, unentschuldigtes
Motivationen,    Fehlen)
                 Hierarchieebenen                             Leitende Positionen: Ges. 10 MA       Leitende Positionen: Ges. 10 MA
das Umfeld       (Anzahl MA pro Hierarchieebene +
                                                              Hiervon weiblich: 1 Main              Hiervon weiblich: 1 MAin
                 Frauenquote/Behindertenquote)
und den                                                       Hiervon behindert: kein MA            Hiervon behindert: kein MA
Markt weiter-   Tab. 14: Allgemeine Kennzahlen
gegeben
werden.
                C1.1 Mitarbeiter Orientierte Organisationskultur und -strukturen
                                          Erste Schritte      Fortgeschritten                  Erfahren                     Vorbildlich
                  Sub-Indikator
                                               (0–10 %)           (11–30 %)                    (31–60 %)                    (61–100 %)

                                                  Erste                                    Gesamtmaßnahmen                Durch Evaluation
                                                                Umsetzung der
                                              Maßnahmen;                                    sind etabliert und             abgesichertes
                mitarbeiterorientier                          Gesamtmaßnahmen;
                                         Planung weiterer                                       werden in                Gesamtkonzept ist
                         te                                        deutliche
                                              Maßnahmen                                      Umsetzung und                   vollständig
                Organisationskultu                             Maßnahmen zur
                                         (ideal: Einbettung                                 Wirkung evaluiert;             umgesetzt und
                r und -strukturen39                             Anpassung von
                                                  in ein                                   Evaluationsergebnis          strukturell verankert,
                                                                  Strukturen,
                                          Gesamtkonzept)                                       se werden                 alle FK leben eine
                       mittel                                   Prozessen und
                                              mit konkretem                                 eingearbeitet und              MA-orientierte
                                                                Haltung der FK
                                         Umsetzungsplan                                        umgesetzt                Organisationskultur

                Impulsfragen
                 Wie werden MitarbeiterInnen bei internem Wechsel oder Neueinstieg eingeschult?

                                                              Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH                 Seite 19 von 99
C1 Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung
 Inwiefern können die MitarbeiterInnen bei Belangen der täglichen Arbeit mitbestimmen?
  Welche Entscheidungsbefugnisse haben sie? Wie hoch ist der Grad der
  Selbstorganisation? Was können die MitarbeiterInnen selbst entscheiden?
 Wie sieht die Beziehung zwischen MitarbeiterInnen und deren Vorgesetzen im
  Unternehmen idealtypisch aus?
 Welche Angebote gibt es für MitarbeiterInnen im Hinblick auf gezielte berufliche
  Weiterbildung einerseits und allgemeine berufliche Weiterentwicklung (z.B.
  Karriereentwicklungsprogramme, Mentoring etc.) andererseits?
 Welche Aus- und Weiterbildungsprogramme (einschließlich Lehrlingsausbildung) gibt es
  im Unternehmen und wodurch zeichnen sie sich aus?
 Haben MitarbeiterInnen die Möglichkeit, ihre Situation im Unternehmen, ihre
  Entwicklungsmöglichkeiten etc. zu besprechen, Feedback zu geben und zu bekommen
  (z.B. in Form von Mitarbeitergesprächen)?
 Wie hierarchisch ist das Unternehmen strukturiert? Wie ist die Führungsstruktur?
  Welche Möglichkeiten haben MitarbeiterInnen, ihre Anliegen, Wünsche und
  Beschwerden im Unternehmen einzubringen?
 Gibt es Mitarbeiterbefragungen? Wie und durch wen werden diese organisiert und
  durchgeführt? Wie und nach welchen Kriterien wird mit den Ergebnissen verfahren?
 Wie ist der Ablauf, wenn Probleme auftreten? Welche vertraulichen Anlaufstellen gibt
  es? Welche Beratungsmöglichkeiten wie Supervision, Mediation und Coaching gibt es?
 Wie sieht die interne Kommunikationsstruktur und Informationspolitik aus?

                                           2013                           2014

 Durchschnittlich in Anspruch genommene    Gesamt 7 Teilnehmer,           Gesamt 29 Teilnehmer,
 Fortbildungszeit                          durchschnittliche              durchschnittliche Fortbildungszeit
 (nach Geschlecht aufgeteilt)              Fortbildungszeit pro MA = 21   pro MA = 96,90 Stunden
                                           Stunden
                                           1 Tln weiblich                 6 Tln weiblich

                                           6 Tln männlich                 23 Tln männlich

Tab. 15: Fortbildungszeit Mitarbeiter

 •    Bei der Schulung neuer Mitarbeiter gibt es unterschiedlich lange Einarbeitungsphasen
      durch benannte Coaches, bis die notwendige Sicherheit der eigenverantwortlichen
      Tätigkeit gegeben ist.
 •    Nach 3-6- Monaten dreistündige „Bodan-Basic-Schulung“, in der Informationen über das
      Unternehmen, die Ziele und Motivationen, das Umfeld und den Markt weitergegeben
      werden. Bei Interesse wird zu einem späteren Zeitpunkt eine Schulung für
      Fortgeschrittene angeboten.
 •    Mitarbeitergespräche wurden in 2013 nur nach Bedarf und im Jahr 2014 bei 60 % aller
      Mitarbeiter tatsächlich durchgeführt.
 •    Eine Mitarbeiterin wurde in 2014 über Binako zur Fachberaterin für Naturkost
      Reformwaren (IHK) ausgebildet.
 •    Eine Qualifizierungsmaßnahme für ungelernte Beschäftigte mit 11 Mitarbeitern begann
      im Nov. 2013. Ziel war der Ausbildungsabschluss als Fachlagerist, der von allen
      Teilnehmern erreicht wurde. Sieben ungelernte MitarbeiterInnen konnten einen

                                          Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH    Seite 20 von 99
C1 Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung
    Ausbildungsabschluss als Fachlagerist Ende 2014/Anfang 2015 erwerben. Beide
    Maßnahmen waren getragen von der BODAN GmbH und der Agentur für Arbeit. Der
    Anteil war jeweils 50 %.
•   22 Mitarbeiter besuchten in 2014 einen Kurs für Führungskräfte, der in 2 Gruppen
    unterteilt war und über einen Zeitraum von 9 Monaten andauerte. Ausgehend von
    einem KODE-Kompetenz-Test, welcher mit jedem Mitarbeiter zu Beginn durchgeführt
    und besprochen wurde, wurden Themen wie „welche persönlichen Kompetenzbereiche
    machen mich zu einer Führungskraft“ und davon ausgehend „welches sind meine
    persönlichen Lernfelder für ein Wachstum in der Führungsrolle?“ behandelt. Zudem ging
    es um Kommunikation, Kooperation/Teamentwicklung und Umgang mit Konflikten. Es
    wurden insgesamt 10 Seminartermine und 2 Outdoorveranstaltungen mit Elementen
    wie „Brücke bauen“ und „Bogenschießen“ sowie einer Abschlussveranstaltung
    durchgeführt.
•   Unsere Auszubildenden erhalten eine wöchentliche Unterweisung von 1,5 Stunden
    durch unsere Ausbilder. Bei Bedarf ist ebenfalls Nachhilfeunterricht möglich.
•   Es finden im Betrieb seit 2014 Deutschkurse durch Inlingua statt, die von ausländischen
    Mitarbeitern    mit     unzureichenden     Deutschkenntnissen       besucht     werden.
    Gesamtstundenanzahl hierfür war für 6 Mitarbeiter insgesamt 76,5 Std.
•   Die Mitarbeiter haben je nach Abteilung Möglichkeiten ihre Dienstpläne mitzugestalten.
    Es fanden regelmäßige Abteilungs- bzw. Mitarbeitergespräche statt, z.B. Arbeitskreis
    Logistik, Einkaufsbesprechung, Verkaufsbesprechung
•   Die Zuständigkeiten innerhalb der BODAN GmbH sind in einem Organigramm
    festgehalten (s. Folgeseite).
•   Aktuell wichtige Informationen sowie die Protokolle der Geschäftsleitungs-konferenzen
    werden am weißen Brett ausgehängt
•   Die Mitarbeiter bei der BODAN GmbH wählen alle zwei Jahre zwei Personen als
    Mitarbeitervertreter. Diese sind aktiv an allen im Unternehmen wichtigen
    Entscheidungen beteiligt. Diese Form wird als gut gelebte Form der
    Mitarbeiterbeteiligung und Artikulation von Arbeitnehmer-Interessen angesehen, die
    sich in den letzten Jahren bewährt hat.
•   In 2014 wurde, maßgeblich angeregt durch die Arbeit der GWÖ-C-Gruppe, eine
    Mitarbeiterbefragung zum Thema Gesundheitsjahr durchgeführt.

                                   Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH   Seite 21 von 99
C1 Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung

Tab. 16: Organigramm der BODAN GmbH, Stand Mai 2015

                                            Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH   Seite 22 von 99
C1 Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung

C1.2 Faire Beschäftigungs- und Entgeltpolitik
                    Erste Schritte         Fortgeschritten               Erfahren               Vorbildlich
 Sub-Indikator
                       (0–10 %)                (11–30 %)                 (31–60 %)              (61–100 %)

                                                                                                 nachhaltige
                                                                                            Beschäftigungsange
                        Prekäre                Die Möglichkeit einer für den/die AN
                                                                                             bote/-perspektiven
                   Beschäftigungsver       besseren Vertragsform wird geprüft (interne
                                                                                              für alle MA, z.B.
                       hältnisse            Prüfroutine) und es gibt ein umgesetztes
                                                                                                    durch
                    bestehen nur bei             Konzept zur nachhaltig positiven
                                                                                              überbetriebliche
                    nachweislicher          Arbeitsplatzgestaltung für Arbeitskräfte in
                                                                                               Kooperationen
                      betrieblicher                     Kurzzeitverträgen
      Faire          Notwendigkeit                                                           Chancengleichheit
                                               Gesamtkonzept zur Integration aller
Beschäftigungs-                                                                                   bezüglich
                   vorausschauende,       Beschäftigtengruppen im Unternehmen (z.B.
      und                                                                                    Möglichkeiten zur
                     transparente           gleiche Rechte auf freiwillige betriebliche
  Entgeltpolitik                                                                              aktiven Teilhabe,
                   Personalplanung             Sozialleistungen und Förderungen,
                                                                                                 Rechte auf
                   in Abstimmung mit          Abstimmung von Abläufen, Terminen,
      mittel                                                                                unternehmensintern
                          BR                         Kommunikationswegen)
                                                                                             e Sozialleistungen
                                                                                                     etc.

                                                                                            Gehalt wird von den
                          Transparentes, verbindliches Gehaltsschema, das im                     MA als fair
                   Unternehmen unter Einbeziehung der MitarbeiterInnen (oder deren            empfunden und
                                       VertreterInnen) festgelegt wird                        sichert ein gutes
                                                                                                   Leben

Impulsfragen
 Gibt es ein transparentes, verbindliches Entgeltschema? Wie kommt dieses zustande? (In
  welcher Form) werden ArbeitnehmervertreterInnen bei der Festlegung des Entgelts
  eingebunden?
 Von welchen Leitlinien ist die Beschäftigungspolitik des Unternehmens geprägt? Welche
  Rolle spielt die interne Qualifizierung von MitarbeiterInnen (Lehrlinge, Facharbeiter, aber
  auch Aufstiegsmöglichkeiten)?
 Wird die Personalplanung des Unternehmens an die MitarbeiterInnen kommuniziert?
  Welche Maßnahmen sind im Falle einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation
  des Unternehmens vorgesehen, insbesondere im Hinblick auf die Beschäftigten?
 Welche freiwilligen Sozialleistungen gibt es im Unternehmen? Stehen diese allen
  ArbeitnehmerInnen         gleichermaßen,      unabhängig      von     der     Art     ihres
  Beschäftigungsverhältnisses und ihrer Tätigkeit im Unternehmen, zur Verfügung?

Aufgrund der GWÖ-Bilanz 2011 wurde ein neuer Angestellten-Arbeitsvertrag entworfen, der
diese Verhältnisse neu regelt. Die alten Verträge werden nach Wunsch umgestellt, neue
werden nur nach dem neuen Modell abgeschlossen.
Kostenzuschüsse zu Kinderbetreuungskosten, zu vermögenswirksamen Leistungen, zu
Fahrtkosten, zur betrieblichen Altersvorsorge, Verpflegungszuschüsse, Zuschüsse für
Fortbildungen usw., eine gesunde Ernährung über die Betriebskantine und kostenfreies
Mineralwasser während der Arbeitszeit sind weitere soziale Leistungen der BODAN GmbH.

                                          Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH        Seite 23 von 99
C1 Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung

C1.3 Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung einschließlich Work-
Life-Balance/ flexible Arbeitszeiten
                     Erste Schritte       Fortgeschritten               Erfahren                  Vorbildlich
  Sub-Indikator
                       (0–10 %)               (11–30 %)                (31–60 %)                  (61–100 %)

                                                                                             BGF ist vollständig im
                                                                                                 Unternehmen
                                                                     Umsetzung des
                     Erstellung eines                                                         verankert und in die
                                            Umsetzung des          Gesamtkonzepts zur
                     Gesamtkonzepts                                                              Strukturen und
                                         Gesamtkonzepts zur         BGF bis zu 75 %,
                      zur BGF inkl.                                                               Abläufe des
                                         BGF in wesentlichen       und Einführung von
                     Umsetzungsplan                                                              Unternehmens
  Arbeitsschutz                          Teilen (zu mind. 50%)     Qualitätssicherungsm
                                                                                                    integriert;
       und                               MA können konkrete             aßnahmen;
                    Verfügbarkeit von                                                           Führungskräfte
 Gesundheitsförd                               Angebote            MA können vielfältige
                        flexiblen                                                                  agieren als
                                             wahrnehmen               und innovative
      erung         Arbeitszeiten und                                                            Multiplikatoren
                                                                         Angebote
  einschließlich     Teilzeitmodellen
                                           Inanspruchnahme             wahrnehmen
                    zur Unterstützung                                                        Die unterschiedlichen
    Work-Life-                           flexibler Arbeitszeiten
                     einer gesunden                                                           Arbeitszeitangebote
 Balance/flexible                         und Teilzeitmodelle,     Flexible Arbeitszeiten
                    Work-Life-Balance                                                            sind strukturell
  Arbeitszeiten                          die zur Unterstützung      und Teilzeitmodelle
                         der MA                                                              integriert und kulturell
                                            der Work-Life-          für alle MA möglich
                                                                                                 akzeptiert, die
      mittel          Ergonomische
                                            Balance der MA            und strukturell
                                                                                               organisationsweite
                                         beitragen können, für          unterstützt,
                      Arbeitsplätze,                                                           Nutzung (auch in
                                          mind. 50 % der MA        Homeoffice wird nach
                      Erfüllung des                                                          hierarchisch höheren
                                                möglich                 Möglichkeit
                     Arbeitsschutzes                                                          Positionen, auch bei
                                                                        unterstützt
                                                                                                 Männern) wird
                                                                                                   unterstützt

Impulsfragen
 Wie werden die Arbeitszeiten eingeteilt? Gibt es flexible Arbeitszeitmodelle? Welche?
  Wer entscheidet, wann und wie viel er/sie arbeitet? Wie hoch ist der Grad der
  Selbstorganisation? Besteht die Möglichkeit zur Nutzung von Home Office?
 Wie viele Tage pro Mitarbeiter pro Jahr können zur psychischen und physischen
  Gesundheitsvorsorge genutzt werden? Welche Angebote stehen zur Auswahl?
 Wie sicher und ergonomisch sind die Arbeitsplätze gestaltet? Durch welche Maßnahmen
  und Abläufe wird die Erreichung und Erhaltung optimaler Arbeitsplatzsicherheit und -
  ergonomie gesichert?
 Sind die Arbeitsplätze barrierefrei zugänglich?
 Gibt es zusätzliche Entspannungsräume für die MitarbeiterInnen?
 Welche Maßnahmen zur physischen Gesundheit gibt es? Gibt es ein Programm zur
  betrieblichen Gesundheitsvorsorge und was umfasst es?

Die Geschäftsräume der BODAN GmbH sind behindertengerecht und mit Kantine und
Ruheräumen, Grünflächen und Sitzgelegenheit im Freien ausgestattet. Teilzeitmodelle (von
50-75%), Vaterkarenz (in 2013: 3 Mitarbeiter und in 2014: 4 Mitarbeiter in Elternzeit) und die

                                        Gemeinwohlbericht 2013 / 2014 BODAN GmbH        Seite 24 von 99
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