25 Jahre mobile Pflege und Betreuung - umsorgt gepflegt zu Hause
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Herausgeber: VITA MOBILE Verein für Pflege, Betreuung und Beratung Ferdinand-Hanusch-Straße 1 4400 Steyr Tel. 07252/ 86 999-0 Fax 07252/ 86 999-20 hilfe@vitamobile.at www.vitamobile.at Redaktionelle Begleitung und Interviews: Brigitta Spindler Layout und Druck: Gutenberg-Werbering, Linz Steyr, im Mai 2012 2
Leitbild
Als unabhängiger Verein erbringen wir Dienstleistun-
gen in gemeinnütziger Art. Wir setzen uns für Men-
schen ein, die aufgrund von altersbedingten und/oder
gesundheitlichen Beeinträchtigungen in ihrer Mobilität
eingeschränkt sind.
Unser breitgefächertes Angebot orientiert sich an den
individuellen Bedürfnissen der von uns betreuten
M enschen.
Mit unserem gesamten Leistungsspektrum ermöglichen
wir eine Verbesserung der persönlichen Lebensqualität
und unterstützen ein selbstbestimmtes Leben und
Altern in Würde.
Gesellschaftliche Veränderungen zu erkennen und die
Qualität unseres Angebotes stets weiter zu entwickeln,
sehen wir als Teil unserer Professionalität an.
Die Mittlerrolle zwischen den Generationen ist uns dabei
ein besonderes Anliegen.
325 Jahre generationenübergreifendes Engagement Mehr als 425.000 Menschen in Österreich brauchen Besonders zukunftsweisend finde ich die Projekte, mit ständig Pflege. Pflegebedürftigkeit hat sich von einem denen VITA MOBILE es schafft, generationenübergreifend eher individuellen Randphänomen zu einem Thema für zu agieren und Kinder und Jugendliche durch ehrenamt- alle Mitglieder der Gesellschaft entwickelt. liches Engagement einzubinden. Damit leisten Sie alle Die Menschen in unserem Lande werden immer älter, das einen wichtigen Beitrag zur Generationensolidarität und ist einerseits ermutigend und macht Hoffnung. Anderer- alle Beteiligten können nur davon profitieren. Denn auf seits werden viele Menschen im Alter pflegebedürftig und beiden Seiten werden durch Kennenlernen anderer sind auf die Hilfe anderer angewiesen. Lebenswelten Offenheit und Toleranz gefördert; vor allem Die meisten älteren Menschen wünschen sich, zuhause die Aktivitäten im VITA MOBILE SelbA-Club sehe ich als gepflegt zu werden. Wer macht es? vorbildhaft in der Schaffung von neuen sozialen Netzwer- Wir wissen: die Pflege ist weiblich. Mehr Frauen sind zu ken und in der Förderung von sozialen Kompetenzen. pflegen, sie pflegen Angehörige viel häufiger als Männer und stellen auch den Großteil des Pflegepersonals. Das belegen auch die Zahlen im Jahresbericht 2011 Ihres Herzliche Gratulation zu 25 Jahre VITA MOBILE und vor Vereins VITA MOBILE und daher möchte ich mich vor allem allem meine besten Wünsche für die Verwirklichung Ihrer bei all diesen Frauen bedanken und Ihnen zum 25-jähri- weiteren Visionen! gen Bestehen von VITA MOBILE gratulieren. Gegründet 1986 leistete der Verein damals Pionierarbeit in einem neu- Ihre en Dienstleistungsbereich und hat seitdem vielen pflege- bedürftigen Menschen Wertvolles ermöglicht: den Verbleib im vertrauten Umfeld, das Beibehalten des gewohnten Tagesablaufs und den möglichst langen Erhalt der persön- lichen Selbständigkeit. Und das alles getragen von maß- Nationalratspräsidentin Mag.a Barbara Prammer hat an- geblichen Prinzipien, nämlich der Wertschätzung des Alters lässlich des Bestandsjubiläums die Patronanz über den und der Achtung der Menschenwürde. Verein VITA MOBILE übernommen. 4
25 Jahre VITA MOBILE – ein Grund zum Feiern!
Der Verein VITA MOBILE steht seit 25 Jahren im Dienste gen, wurden aber beinahe zwei Drittel aller Plätze rund-
der Pflege älterer oder durch gesundheitliche Einschrän- erneuert. Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl
kungen beeinträchtigter Personen. Elfriede Salat hat der Einsatzstunden und Hausbesuche durch Mobile
1986 mit einigen Mitstreiterinnen den Verein ins Leben Dienste mehr als vervierfacht, die Zahl der Klientinnen
gerufen und wertvolle Pionierarbeit in der Pflege älterer und Klienten ist im gleichen Zeitraum um 220 Prozent
Menschen in deren eigenen vier Wänden geleistet. Heute gestiegen.
bewerkstelligt der Verein unter der Geschäftsführung von
Karin Salat mit 38 Pflegekräften mehr als 11.000 Einsatz- Ich danke den MitarbeiterInnen von VITA MOBILE für den
stunden alleine in der Hauskrankenpflege. Einsatz im letzten Vierteljahrhundert, wünsche alles Gute
zum Jubiläum und weiterhin viel Kraft und Einsatzfreude
Die Menschen werden immer älter, aber aufgrund der für die zukünftige gemeinsame Arbeit.
geänderten Lebensweisen und Umweltbedingungen
bleiben sie auch länger rüstig und bedürfen oft bis ins Ihr
hohe Alter nur kleiner Hilfen im Alltag – sie wollen dem-
entsprechend auch so lange wie möglich in den eigenen
vier Wänden wohnen bleiben.
Josef Ackerl
Das oberösterreichische Sozialressort hat darauf mit der Landeshauptmann-Stellvertreter
Strategie „mobil vor stationär“ reagiert. Während das
Angebot der Wohnplätze in Alten- und Pflegeheimen nur
geringfügig ausgebaut, aber viel in die Verbesserung der
baulichen Standards und der personellen Ausstattung
investiert wurde, wurde der Ausbau der Mobilen Dienste
besonders forciert. Mit Erfolg: In den letzten 17 Jahren ist
die Zahl der stationären Plätze nur geringfügig gestie-
5Mensch sein Schließlich sind es seit 25 Jahren die ehrenamtlichen
Vorstandsmitglieder, die für den Vereinsbetrieb ver-
für andere antwortlich zeichnen, getragen von Gestaltungswillen
und der Bereitschaft, adäquate Rahmenbedingungen
für die altersbedingten gesellschaftlichen Veränderungen
In Zeiten eines spürbaren gesellschaftlichen Wandels und zu schaffen.
erkennbarer Defizite im stationären Betreuungsangebot Um den Anforderungen eines zeitgemäßen Dienstleis-
hat der Verein Steyrer Heimhilfe und Hauskranken- tungsbetriebs zu entsprechen, werden im Geiste dieser
pflege als Vorgängerverein von VITA MOBILE das Ver- Verantwortung von VITA MOBILE ab dem 1. Jänner 2012 die
sorgungsangebot in der Mobilen Hilfe und Betreuung Dienste der mobilen Hilfe und Betreuung sowie der Haus-
sowie der sozialen Hauskrankenpflege in der Stadt Steyr krankenpflege von einer gemeinnützigen GmbH geführt.
etabliert. VITA MOBILE steht für 25 Jahre gelebte politische Kultur.
Als Pionierleistung ist neben dem Aufbau des Geschäfts- Einhergehend mit einer vertrauenswürdigen Politik im Hin-
betriebs insbesondere die Übernahme der finanziellen tergrund sind wir als etablierter Anbieter in der mobilen
Verantwortung durch die Gründergeneration der Ver- Hilfe auch in Zukunft verlässlicher Partner der Stadt Steyr
einsfunktionärInnen zu werten, ohne deren entschlosse- bei der Erfüllung der vertraglich vereinbarten Leistungen.
nes Engagement dieser Meilenstein am sozialen Dienst- In seiner Mittlerrolle zwischen Staat und Gesellschaft be-
leistungssektor nicht hätte gesetzt werden können. teiligt sich VITA MOBILE auch in Zukunft an der Regionalen
VITA MOBILE blickt zurück auf 25 Jahre Entwicklungs- und Sozialplanung für neue Lebens- und Betreuungsformen
Überzeugungsarbeit für einen würde- und respektvollen und bringt seine Ressourcen ein für die Weiterentwick-
Umgang mit den Menschen, die der Hilfe und Pflege lung einer sozialen Kommunalpolitik in der Stadt Steyr.
bedürfen. Darüber hinaus ist es erklärtes Ziel von VITA MOBILE,
Als Betrieb mit gesicherten Anstellungsverhältnissen die soziale Inklusion der Menschen in der besonderen
erbringt VITA MOBILE mit seinen bestens qualifizierten Lebenslage des Altseins zu fördern und ihnen in ihrer
und hoch motivierten MitarbeiterInnen einen wichtigen Individualität die Möglichkeit zu eröffnen, an der Gesell-
Beitrag zum sozialstaatlichen Gesamtgefüge. schaft Teil zu haben.
Unsere Mitglieder unterstützen die Vereinsarbeit, frei-
willige HelferInnen tragen mit ihren Aktivitäten dazu bei,
dass Projekte über den regulären Dienstleistungsbetrieb LAbg.a.D. Gertrude Schreiberhuber
hinaus ausgearbeitet und durchgeführt werden können. Vorsitzende
6Lob für hervorragende Pflege und Betreuung macht
VITA MOBILE erfolgreich
Interview mit Karin Salat, Geschäftsführerin
Was zeichnet VITA MOBILE heute aus? förderung. Die VITA MOBILE-
Wir haben bestens ausgebildete und motivierte Mitarbei- Führung legt ihre Sicht-
terInnen, die hervorragende Arbeit leisten und sich durch weisen in Gesprächen mit
viel Erfahrung und Menschlichkeit auszeichnen. Durch- Stadt
v ätern und anderen
wegs positive Rückmeldungen unserer KundInnen und Entscheidungsträgern immer
deren Angehörigen bestätigen dies. Der Erfolg zeigt sich wieder dar um wichtige sachpolitische Entscheidungen
auch in der Leistungsbilanz 2011. So wurden von zwölf herbeiführen zu können.
Diplomkrankenschwestern, einem diplomierten Pfleger,
20 Fachsozialbetreuerinnen Altenarbeit und fünf Heim- Welche Herausforderungen bringt die Zukunft?
helferinnen bei durchschnittlich 230 Kunden insgesamt Die Betreuung unserer Kunden wird immer intensiver. Der
30.211 Betreuungsstunden geleistet. Betreuungszeitraum, in welchem wir die Pflegebedürftigen
Zudem haben wir in unseren Projekten ganz besonderes daheim unterstützen, dauert oft nur eine kurze Zeit und
Augenmerk auf die Kommunikation und Zusammen die Auslastung unserer MitarbeiterInnen schwankt häufig.
arbeit zwischen Jung und Alt gelegt und das freiwillige Dazu ist vom Land geplant, ab dem kommenden Jahr
Engagement junger Menschen im VITA MOBILE SelbA- eine neue Form der Abrechnung für Mobile Dienste zu
Club gefördert. installieren. Dies bedeutet derzeit eine intensive Aus
einandersetzung mit dem Thema und entsprechend
Was hat Sie vor 14 Jahren bewogen, Geschäftsführerin umfangreiche Kalkulationen.
des größten Steyrer Anbieters im Bereich der Mobilen In die Zukunft sehen wir durchaus sehr optimistisch, nicht
Pflege zu werden? zuletzt aufgrund unserer hohen Professionalität, Mensch-
Ich habe gesehen, dass ein sozial sehr engagiertes lichkeit und der guten Leistungszahlen.
Team einen hervorragenden Verein aufgebaut hat und
das breite Arbeitsspektrum einer mobilen Hilfe und Was sind Ihre Wünsche für Ihre KundInnen und VITA
Betreuung viele Möglichkeiten zur Entfaltung und Ver- MOBILE?
besserung bietet. Zwei Schwerpunkte waren mir von Die Ausweitung der Betreuungszeiten, um unsere Kun-
Anfang an wichtig: die Weiterentwicklung der Professi- dInnen auch künftig bestmöglich, entsprechend dem
onalisierung des Verwaltungsbereiches und der Mobi- individuellen Bedarf, und so lange als möglich in ihrem
len Dienste. Weiters lege ich, wie meine Vorgängerin, Zuhause betreuen zu können und spezielle Wohnformen,
großes Augenmerk auf gute Arbeitsbedingungen, ein die es ermöglichen, auf die Bedürfnisse des einzelnen
gutes Arbeitsklima und die betriebliche Gesundheits- besser eingehen zu können.
7Der ehrenamtliche Vereinsvorstand im Jubiläumsjahr
1. Reihe sitzend, v.l.n.r.: Karin Salat (Geschäftsführerin), LAbg.a.D. Gertrude Schreiberhuber
(Vorsitzende), Maria Mayrhofer (Kassierin-Stv.),
2. Reihe stehend, v.l.n.r.: Dr. Josef Brandecker (Beirat), Karl Ratzinger (Rechnungsprüfer),
Dr. Wolfgang Loidl (Vorsitzende-Stv.), Vizebürgermeister Wilhelm Hauser (Beirat),
Roswitha Nöbauer (Kassierin), Ing. Gerhard Oeller (Rechnungsprüfer)
Nicht auf dem Bild: Dr. Manfred Rausch (Schriftführer), Mag.a Paula Steiner (Schriftführer-Stv.)
8Darum engagieren wir uns für VITA MOBILE
Karl Ratzinger, Steuerberater/Wirtschaftsprüfer Maria Mayrhofer
VITA MOBILE seit der Pionierzeit der Hauskrankenpflege Während meiner Tätigkeit in der Buchhaltung des Vereins
in Steyr mit meinen Fachkenntnissen unterstützen und lernte ich die wirklich hervorragenden Leistungen und
begleiten zu können, ist mein Beitrag zu Erfüllung der be- den Einsatz der KollegInnen im Pflegedienst kennen und
deutenden sozialen Aufgaben des Vereins. überaus schätzen. Das bewog mich, auch seit meiner
Pensionierung mich für den Verein ehrenamtlich im Vor-
Ing. Gerhard Oeller stand und speziell beim Bücherflohmarkt zu engagieren.
Da meine Gattin Hildegard Oeller die ersten Gehversuche Besonders hervorheben möchte ich die ausgezeichnete
mit Elfriede Salat in der mobilen Altenbetreuung unter- Zusammenarbeit der angestellten und der ehren
nommen und mehr als 10 Jahre mit Freude Klienten be- amtlichen MitarbeiterInnen mit dem Vorstand und der
treut hat, war und ist es auch mir ein Anliegen, diesen Geschäftsführung.
einmaligen Verein begleiten zu dürfen.
Roswitha Nöbauer
Dr. Wolfgang Loidl, Arzt für Allgemeinmedizin Mit meiner Mitarbeit beim Verein VITA MOBILE möchte ich
Bei allen Bemühungen um VITA MOBILE sollten wir nie auch weiterhin das professionell arbeitende Team unter-
vergessen, dass der Patient/Klient immer unser größtes stützen, damit auch in Zukunft hilfs- und betreuungs
Anliegen sein sollte. bedürftige Menschen so lange wie möglich in ihrer
gewohnten Umgebung bleiben können.
Mag.a Paula Steiner, Selbstständige
Meinen Beitrag sehe ich darin, Rah- Dr. Manfred Rausch, Arzt für Allgemeinmedizin
menbedingungen mit zu ermöglichen, Politik ist für mich auch die Betreuung
um die konsequente Weiterentwicklung des älter werdenden Menschen in
von VITA MOBILE als Antwort auf gesell- seiner häuslichen Umgebung, fernab
schaftspolitische Herausforderungen parteipolitischer Macht.
und zum Wohle seiner MitarbeiterInnen Diese schmale Gratwanderung ist dem
und KundInnen zu gewährleisten. Verein VITA MOBILE gut gelungen, nicht
zuletzt auch mit dem Facettenreichtum
seiner Angebote.
9Die Stadt kann sich mit VITA MOBILE glücklich schätzen
Bürgermeister Gerald Hackl, anlässlich der Festveranstaltung im Oktober 2011
VITA MOBILE ist der größte Anbieter im Bereich der mobi- anliegen dieser Stadt sein muss. Deshalb ist es keine
len Dienste in Steyr. Die Stadt kann sich glücklich schät- Frage, dass der Schwerpunkt auf der perfekten Betreu-
zen, so einen Verein zu haben mit so vielen engagierten ung unserer älteren, pflegebedürftigen Mitbürgerinnen
MitarbeiterInnen. und Mitbürger liegt.
Ich habe das große Glück gehabt, das durch die Betreu- Auch in Phasen, in denen das Geld knapp ist, investieren
ung meiner Mutter selbst zu erleben. Aus eigener Erfah- wir in die Modernisierung und den Neubau von Alten-
rung kann ich also sagen, welche Hilfe und welche Un- und Pflegeheimen in Münichholz, auf der Ennsleite und
terstützung das tatsächlich ist und wie menschlich alles am Tabor unheimlich viel Geld, wir wollen letztlich den
abläuft, welches Herzblut von den Betreuerinnen und besten Standard in der Altenpflege.
Betreuern an den Tag gelegt wird.
Die mobile Betreuung als wichtige Säule werden wir in
Alle, die bei VITA MOBILE arbeiten, sehen das nicht nur Zukunft mit Hilfe des Landes und der Sozialabteilung wei-
als Job, sondern vor allem als Dienst am Nächsten. Das ter ausbauen. Wir müssen deshalb auch dafür mehr Geld
spüren die Menschen, die betreut werden. Das hilft aber ausgeben, denn wir wollen professionelle Fachkräfte und
auch den Angehörigen, die sehen, mit welcher Liebe und die beste Betreuung.
mit welchem Engagement ihre Eltern, ihre Nächsten ge-
pflegt und professionell betreut werden. Dieses Angebot
weiter zu führen und auszubauen in dieser Professiona-
lität und Qualität, ist ganz wichtig für die Menschen un- Gerald Hackl
serer Stadt.
Ich bin sehr froh, dass sich in Steyr seit Jahrzehnten alle
Politiker über die Parteigrenzen hinweg einig sind, dass
das lebenswerte Miteinander aller Generationen Haupt-
10Heranführen der Jugend an das Ehrenamt ist wichtig
Zweite Landtagspräsidentin Gerda Weichsler-Hauer,
anlässlich der Festveranstaltung im Oktober 2011
VITA MOBILE ist seit 25 Jahren ein fixer Bestandteil der Bei VITA MOBILE gibt es seit mehr als zehn Jahren eine
Altenbetreuung und Hauskrankenpflege der Stadt. Auch Zusammenarbeit mit Jugendlichen, gerade die Haupt-
die Besucheranzahl heute Abend zeigt, wie wichtig diese schülerInnen am Tabor mit ihren Lehrern sind hier sehr
Sozialeinrichtung ist und wie sehr sie geschätzt wird. Ein aktiv. Das Heranführen unserer Jugend an das Ehrenamt
großer Teil der Pflege und Betreuung wird durch Freiwilli- ist wichtig, weil damit unsere Gesellschaft weiterhin trag-
genarbeit in den Familien abgedeckt, was beweist, dass fähig bleibt.
diese unverzichtbar ist. Oft ist diese familiäre Betreuung
aber nicht möglich, hier muss Hilfe von außen kommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir jemals in einer
Gesellschaft ohne Ehrenamt und Freiwilligenarbeit leben.
Wir haben deshalb vom Land her und in unserer Stadt Das Älterwerden und Mitgehen mit der älteren Generati-
mehrere Standbeine, gerade was die Altenbetreuung on wird heute durch die Veränderungen unserer Gesell-
betrifft: die stationäre Form in Alten- und Pflegeheimen, schaft und der Familienstrukturen vielfach nicht mehr er-
wir haben Betreubares Wohnen, Betreutes Wohnen und lebt. Die Möglichkeit, durch VITA MOBILE einen sinnvollen
natürlich die mobile Hilfe. Ein Verein wie VITA MOBILE ist Beitrag zur Freizeitgestaltung für ältere Menschen zu
mir daher ein ganz wichtiges Anliegen, weil er die Mög- leisten, kann bei den Jugendlichen auch bewirken, dass
lichkeit bietet, dass ältere Menschen so lange wie möglich diese später selbst keine Angst vor dem Alter haben.
in ihren eigenen Wänden bleiben können.
Jede und jeder sagt, zu Hause in der gewohnten
Umgebung und bei den geliebten Menschen möchte Gerda Weichsler-Hauer
er alt werden, das sei das Allerschönste. VITA MOBILE
leistet mit seinen engagierten MitarbeiterInnen dazu
einen unverzichtbaren Beitrag. Und natürlich auch was
das Vordenken beispielsweise in punkto Freiwilligen-
arbeit betrifft.
11SCHICKSAL
WÄHREND DER STILLE
IM RAUSCH DES LEBENS
VERSINKEN
IN DER UNENDLICHKEIT SCHWIMMEN
DEN GEDANKEN
ENTFLIEHEN UND WARTEN –
BIS SICH MELANCHOLIE
IN TRÄNEN AUFLÖST
UND ICH DARIN ERTRINKE –
FÜR IMMER
IN IHNEN DURCH
DAS LEBEN
ZU TREIBEN.
BESTIMMT UM
VON DER REALITÄT
UNTERZUTAUCHEN
UND MIT DEN STERNEN
IN DUNKELHEIT
DER FURCHT ZU ERLIEGEN
DIE MEINEN KOPF
REGLOS FESSELT:
WORTE DRINGEN
DURCH MICH HINDURCH
UND ZERFALLEN IN
ASCHE
DIE DURCH MEINE ADERN
FLIESST
UND MEIN LEBEN
AUFFRISST.
DIE STERNE
VERGLÜHEN IM
ABSTRAKTEN
DIE TRÄNEN
FRIEREN –
MEINE HÜLLE
WEICHT
UND ICH VERSCHMELZE
MIT DER UNENDLICHKEIT
IN DER ICH
Gedanken von Tanja, 15 Jahre
FÜR IMMER entstanden bei der Begleitung
UNTERGEHE. einer 92-jährigen Frau (Besuchsdienst 1999)
12Das Verwaltungs-Team von VITA MOBILE
DGKS Karin Mayrhuber, Einsatzleiterin DGKS Beate Grafinger, Einsatzleiterin
Gabriele Haslinger, Buchhaltung/Lohnverrechnung Mag.a Carola Kimbacher, MBA, Projektleiterin
Wir sehen unsere Arbeit als Dienstleistung nach innen und außen, Verlässlichkeit und ein respektvoller Umgang mit-
einander sind dabei unsere Prämissen.
13Das multiprofessionelle Team von VITA MOBILE
Motivierte und bestens qualifizierte MitarbeiterInnen aus verschiedenen Berufsgruppen sind die Basis für unser breites Dienst
leistungsangebot, ständige Weiterbildung nach aktuellen Standards ist für uns selbstverständlich.
Die Hauskrankenpflege umfasst die Pflege, Betreuung
und Beratung eines Menschen bei akuten oder chroni-
schen Erkrankungen in der gewohnten Umgebung.
Sie wird auf Veranlassung des behandelnden Arztes oder
eines Krankenhauses von diplomiertem Pflegepersonal
durchgeführt.
Typische Tätigkeiten sind:
• Wundversorgung
• Blutzuckerkontrolle, Insulinverabreichung
• Medikamenteneinnahme
• Inkontinez- und Stomaversorgung
• Sondenernährung, Palliativpflege
14Die Mobile Betreuung bietet eine ganzheitliche Hilfe
stellung bei Angelegenheiten des täglichen Lebens,
damit der Erhalt der Selbstständigkeit gefördert und der
Verbleib in der gewohnten Umgebung ermöglicht wird.
Unsere FachsozialbetreuerInnen für Altenarbeit sind für
folgende Tätigkeiten im Einsatz:
• Hilfe beim An- und Auskleiden
• Unterstützung bei Körperpflege und
Einnahme der Mahlzeiten
• Inkontinenzversorgung
• Mobilisation
Die Mobile Hilfe dient der Unterstützung von betreu-
ungsbedürftigen Menschen zur Aufrechterhaltung ihrer
Lebensführung daheim, sie ergänzt die Betreuung durch
Angehörige und Freunde.
Unsere Heimhelferinnen bieten unseren KundInnen:
• Unterstützung bei den Aktivitäten des täglichen Lebens
• Wäschepflege
• Begleitung bei Einkäufen, Besorgungen etc.
• Spaziergänge
15Projekt zur Betrieblichen Gesundheitsförderung
wir
vital gesund arbeiten und
mobil führen bei VITA MOBILE
Im Rahmen eines 2-jährigen Projektes zur Betrieblichen
Gesundheitsförderung werden bis Herbst 2012 Aktivitä-
ten und Maßnahmen zu folgenden Themenbereichen
umgesetzt:
• Gesundheit fördern
• Motivation erhalten
• Teamgeist stärken
• Eigenverantwortung wahrnehmen
Kick off 14. Oktober 2010
Betriebliche Gesundheitsförderung wird auch in Zukunft
ein fester Bestandteil unserer Arbeits- und Führungskultur
sein.
Unser Ziel ist die Erlangung des BGF-Gütesiegels, denn
nur gesunde, zufriedene und motivierte MitarbeiterIn-
nen sind in der Lage, unsere KundInnen bestmöglich zu
betreuen.
Gesundheitstag 2010
Gesundheitszirkel 2011
16Der VITA MOBILE Bücherflohmarkt
Im Frühling 2004 wurde von der damaligen Mitarbeiterin Seit Oktober 2009 findet nunmehr der Verkauf der ge-
Rosa Wieser die Idee an die Geschäftsführung heran spendeten Bücher in den Räumlichkeiten des Jugend-
getragen, Bücherflohmärkte zur Finanzierung der Projek- und Kulturzentrums Tabor statt.
te Jung mit Alt zu veranstalten.
Über die vergangenen Jahre haben uns unter Anleitung
Und so wurde bereits im Mai der erste Bücherflohmarkt der beiden Bibliothekarinnen Maria Mayrhofer und Ilse
abgehalten – damals in den Räumlichkeiten von VITA Panholzer, welche seit Beginn der Initiative mitwirken,
MOBILE, was nicht viele HelferInnen bei
nur vieler helfender der Organisation,
Hände, sondern al- dem Vorbereiten,
len MitarbeiterInnen Aufstellen und dem
in der Verwaltung Verkauf der Bücher
auch eine enorme or- unterstützt.
ganisatorische Leis-
tung abverlangte, da Unser Dank gilt allen
vormittags noch der SpenderInnen, der
normale Geschäfts ständig steigenden
betrieb in den Räu- Käuferschar und na-
men stattfinden türlich im Besonde-
musste. ren unseren vielen
freiwilligen HelferIn-
Da bereits der erste nen. Sie begrüßen
Bücherflohmarkt einen nicht nur mit viel
sehr guten Erfolg Freude und Humor
erzielte, begaben die Flohmarktbesu-
wir uns auf die cherInnen und un-
Suche nach geeigne- terstützen sie bei
ten Räumlichkeiten, der S uche nach Lek-
die wir im Freizeit- Das Bücher-Team: v.l.n.r. Beate Grafinger, Karin Salat, Maria Mayrhofer, türe, sondern sie
und Kulturzentrum Ilse Panholzer, Roswitha Nöbauer nehmen auch viele
Münichholz fanden. Stunden die körper-
Dort konnte bis April 2009 zweimal jährlich stets eine lich sehr schwere Arbeit bei der Vor- und Nachberei-
große Auswahl an Romanen, Taschenbüchern, Sach tung der bisher 16 Bücherflohmärkte für den Verein auf
büchern, Spielen etc. angeboten werden. sich.
17Hausa
ufgabe
n vergle
ichen!
2010
erfest Beim SelbA-Kurs – Holladriå
Somm
då san ma ålle Montag då.
Mia keman dånn ganz g’scheit nach Haus’
und låchn ålle andern aus!
Mia wern då prüft auf Herz und Niern
ob nu intakt is unser Hirn.
Beim Turna dan de Boana weh,
dafür gibt’s Kuch’n und Kaffee.
Mia håm a an Gesångsverein,
då stimman ålle fröhlich ein
und nächsten Montag - Holladriå
då san ma wieder alle då!
0
ns 201
er Cli ni Clow Verfasst von Margarete Kögl (91)
Be such d Teilnehmerin im VITA MOBILE SelbA-Club
18Fit bis ins hohe Alter durch Gedächtnistraining
Gespräch mit den SelbA-Trainerinnen Monika Baumgartner und Anneliese Arthofer
Viel gelacht, geübt und geplaudert wird jeden Montag- wechslung. „Unser Programm stimmen wir auf Jahres-
nachmittag im VITA MOBILE SelbA-Club im Alten- und zeiten und Schwerpunkte wie Fasching, Valentinstag ab.
Pflegeheim Tabor. Eine gesellige Gruppe von 70- bis Es gibt auch Vorträge z.B. über Sturzvorbeugung, Erste
90-Jährigen nimmt regelmäßig an dem von VITA M OBILE Hilfe, Zahngesundheit oder Ernährung. Wichtig ist, dass
initiierten Gedächtnistraining teil. Die SeniorInnen zei- alles interessant und unterhaltsam ist und der Humor
gen große Freude an den Wortfindungsspielen, Konzen- nicht zu kurz kommt“, so Baumgartner. Die Aufwen-
trationsübungen und dem Bewegungsprogramm der dungen für den VITA MOBILE SelbA-Club werden durch
SelbA-Trainerinnen Monika Baumgartner und Anneliese Veranstaltungen wie den Bücherflohmarkt und Spenden
Arthofer, die stets von drei Jugendlichen der Hauptschule finanziert. „Schön wäre, wenn mehr Menschen etwas für
Tabor unterstützt werden. Das von Rosa Wieser vor rund ihre geistige und körperliche Fitness tun“, wünschen sich
fünf Jahren initiierte Projekt hat ein großes Ziel: Alten die Trainerinnen für die Zukunft.
Menschen zu helfen, körperlich und geistig fit und selbst-
ständig zu bleiben. Einige der derzeit 15 TeilnehmerInnen
sind seit dem Start dabei.
Der Erfolg ihres Engagements wird den beiden Trainerin-
nen und Fachsozialbetreuerinnen täglich vor Augen ge-
führt. „Es ist eine große Bestätigung zu sehen, wie frisch
und flexibel viele durch regelmäßiges SelbA-Training wer-
den. Durch die gemeinsamen Club-Nachmittage können
wir zudem die Beziehung zu unseren KundInnen vertie-
fen. Wir ermuntern deshalb bei unseren Hausbesuchen
immer wieder zur Teilnahme“, erzählt Anneliese Arthofer.
Im VITA MOBILE SelbA-Club ist jede/r Interessierte herz-
lich willkommen. 8 Euro werden als Unkostenbeitrag ein-
gehoben, dazu gehört auch eine Kaffeepause. Monika Spaß muss sein!
Baumgartner und Anneliese Arthofer achten auf Ab- Anneliese Arthofer (links), Monika Baumgarter (rechts)
191986
Steyrer Heimhilfe und Hauskrankenpflege
VITA MOBILE Verein für Pflege, Betreuung und Beratung 2011
25 Jahre Vereinsgeschichte
1986
• offizielle Gründung des Vereines Steyrer Heimhilfe und Hauskrankenpflege mit
der Vorsitzenden Elfriede Salat am 28. November
• im ersten Vereinsjahr werden von 40 freien Mitarbeitern 74 KundInnen betreut
und 8520 Einsatzstunden (4260 Stunden Pflege) aufgewendet
1987
• Eröffnung von Büro und Einatzleitung in der Redtenbachergasse 3 am 1. März
• Spende des ersten Kleinbusses durch den Lions Club St. Ulrich
• die Zahl der Betreuten steigt auf 149, der Betreuungsumfang beträgt 12.981 Stun-
den
1988
Spende eines Kleinbusses • 13 Mitarbeiterinnen absolvieren die berufsbegleitende,
durch die Lions St. Ulrich 1987
zweijährige Ausbildung zur Altenhelferin
• Erweiterung des Betreuungsgebietes in die benachbarten Gemeinden
• die Goldhaubengruppe Steyr übergibt eine Geldspende für die dringend notwendige
Anschaffung von Pflegebehelfsmitteln
• Anstellung von Elfriede Salat als Geschäftsführerin
1989
• erste Dienstverträge für acht Angestellte am 15. März
• Subventionen von der Stadt Steyr, nahe liegenden Gemeinden, dem Land Oberösterreich
und dem KRAZAF sowie Spenden der Firmen Hartlauer und BMW Steyr sichern den Betrieb
• für 169 KundInnen werden 18.891 Einsatzstunden aufgewendet
1990
• neue Büroräumlichkeiten in der Ferdinand-Hanusch-Straße 1 im Tiefparterre des Alters
heimes in den Räumen der ehemaligen Jugendherberge; die Adaptierungskosten trägt die Mitwirkung beim Steyrer
Stadt Steyr Stadtfest 1989
20• der Verein bekommt vom Land OÖ zwei Einsatzfahrzeuge
• der zweite Ausbildungskurs zur Altenhelferin startet mit neun Mitarbeiterinnen
• acht Mitarbeiterinnen beginnen ihre Ausbildung zur Altenbetreuerin
1991
• Abschluss eines Vertrages mit der Stadt Steyr, der Or-
ganisation und Durchführung der Altenbetreuung in
der Stadt regelt
• aktive Mitarbeit bei der Entstehung einer Fachschule
für Altendienste und Pflegehilfe in Steyr
• das auf 21 Mitarbeiterinnen angewachsene Team be-
steht aus zwölf Altenhelferinnen, vier Krankenschwes-
tern, zwei Heimhelferinnen und drei Bürokräften; zu-
sätzlich stehen 77 Honorarkräfte zur Verfügung
• der Großteil der 41.000 geleisteten Betreuungs-Stun-
den umfasst die medizinische Pflege, drei Viertel der
Betreuten sind über 70 Jahre alt
1993
Übergabe von zwei Einsatzfahrzeugen
durch Ing. Hermann Reichl, Land OÖ, 1990 • Ausbau des Büros und Abschluss eines Mietvertrages
mit der Stadt Steyr
1994
• Zweiter Vertrag mit dem Sozialhilfeverband der Stadt Steyr
und dem Land OÖ über die Hauskrankenpflege
1997
• Überreichung der Humanitätsmedaille des Landes OÖ an
Elfriede Salat in Würdigung ihrer Verdienste im Sozialwesen
am 31. Oktober
1998
• Landtagsabgeordnete Gertrude Schreiberhuber wird zur
Vorsitzenden des Vereines
• Karin Salat wird als Geschäftsführerin bestellt Abschluss der Altenhelferausbildung 1990
211998 bis 2007
Durchführung diverser Projekte Jung mit Alt, ins Leben
•
gerufen von Frau Rosa Wieser als Verbindung zwischen den
Generationen, sinnvolle soziale Freizeitaktivität für Jugend
liche und gegen die Vereinsamung älterer Menschen
• Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendorganisationen
in Steyr und Umlandgemeinden
1999
• Preis für die Unterstützung von Angehörigen im Rahmen
der Aktion Helfen beim Helfen
• Anerkennungspreis des Landes OÖ für Innovative Jugend-
arbeit
Projekt-PartnerInnen Jung & Alt 2009, • Silbernes Verdienstzeichen des Landes OÖ für Elfriede
rechts mit Blumenstrauß: Rosa Wieser Salat
2001
• Landesfamilienpreis Ideen und Initiativen zur Steigerung der Lebensqualität von Familien
mit Kindern für die Projekte Jung mit Alt
• Namensänderung in VITA MOBILE Verein für Pflege, Betreuung und Beratung
2002
• Integrationspreis der Stadt Steyr als Anerkennung für das Bemühen zur Verständigung
zwischen Jung und Alt
• Auszeichnung des Bundesministeriums für Soziales im Rahmen des SchülerInnen- und
Jugendwettbewerbes … und ich tu es auch für das Projekt Ein Besuchsdienst der beson-
deren Art
2003
• Ehrenpreis für unsere Jugend-Projekte bei der Aktion Helfen beim Helfen der OÖ Spar
kassen und der OÖ Krone
2007
• Vorplanungen für die Sozialstation VITA MOBILE und ein Tageszentrum im künftigen Alten-
und Pflegeheim Tabor Weihnachtsfeier für
• V ereinbarung mit der Stadt über die Zuständigkeit der drei Steyrer Betreuungsorgani- KundInnen in der Kantine
sationen von SKF 2003
22• Preis des Lions Clubs International Nachhaltiges Generationsleben für den
VITA MOBILE SelbA-Club
2008
• Sieg beim Ideenwettbewerb Gema – Gemeinsam aktiv und Förderung
durch das ULF (Unabhängiges LandesFreiwilligenzentrum) für den VITA
MOBILE SelbA-Club
2010
• Start eines 2-jährigen Projekts zur Betrieblichen Gesundheitsförderung
(BGF), finanzielle Beteiligung durch den Fonds Gesundes Österreich
• Preis des Lions Clubs International Nachhaltiges Generationsleben für den
VITA MOBILE SelbA-Club
2011
Sinnstifter-Award 2010 für Sabine Salat • VITA MOBILE ist der größte Anbieter im Bereich der M obilen Dienste in
Steyr. Beschäftigt werden zwölf Dipl. Gesundheits- und Krankenschwes-
tern und ein Pfleger, 20 Fachsozialbetreuerinnen Altenarbeit, fünf Heim-
helferinnen und fünf Mitarbeiterinnen in der V
erwaltung. 38 MitarbeiterIn-
nen betreuen 237 KundInnen.
• Der VITA MOBILE SelbA-Club ist fixer Bestandteil u
nseres Dienstleistungsangebotes; Förderung durch die Sozialabtei-
lung des Landes OÖ und das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Lions Nachhaltigkeitspreis 2010 Land OÖ
23Pflegebedürftige müssen ihren Betreuern
bedingungslos vertrauen können
Gespräch mit Vereinsgründerin, ehem. Vorsitzende und Geschäftsführerin Elfriede Salat
Die Dienstleistungen von VITA MOBILE Verein für Pflege, Der Plan, eine Hauskrankenpflege über eine bestehende
Betreuung und Beratung sind in den vergangenen 25 Organisation aufzubauen, zerschlug sich. Im November
Jahren unverzichtbar für die soziale und gesundheitliche 1986 kam es zur privaten Vereinsgründung, Elfriede Salat
Versorgung der Menschen im Raum Steyr geworden. stellte sich als erste Vereinsvorsitzende zur Verfügung. In
Dass sich der ursprünglich Steyrer Heimhilfe und Haus- der Aufbauphase war neben dem enormen Einsatz der
krankenpflege genannte Verein rasch zur größten priva- Heimhelferinnen und Heimpflegerinnen viel Über
ten Betreuungsorganisation der Stadt entwickeln würde, zeugungsarbeit notwendig, um den Betrieb finanziell ab-
hätten sich Initiatorin Elfriede Salat und ihre Mitstreiterin- zusichern. „Der Lions-Club St. Ulrich, die Steyrer Gold
nen 1986 nicht träumen lassen. haubenfrauen und der Unternehmer Hartlauer waren
unsere ersten Sponsoren“, blickt Salat dankbar zurück.
Begonnen hatte das Sozialprojekt schon zwei Jahre Auch Landesrat Reichl war als Sozialreferent des Landes
zuvor. Elfriede Salat, damals freiberuflich beim Roten rasch zu überzeugen, dass die bis dato fast ausschließ-
Kreuz tätig, war nach Spitalstransporten oft bedrückt. lich von Familienangehörigen erbrachte Altenbetreuung
„Viele ältere Menschen oder Schwerkranke waren und Krankenpflege Unterstützung braucht und bot finan-
nach ihrer Entlassung hilflos und unfähig, sich selbst zielle Förderung. Die Stadt Steyr stellte 1987 Büro
und den Haushalt zur versorgen. Aus Mitleid haben räumlichkeiten im Keller des Amtshauses Redtenbacher-
ich und einige Gleichgesinnte Hilfe geleistet“, erinnert gasse zur Verfügung.
sie sich.
Wie groß der Bedarf ist, zeigte sich innerhalb kürzes-
Bald stießen die Frauen mit ihrem Engagement jedoch an ter Zeit. Die Steyrer Heimhilfe und Hauskrankenpflege
ihre Grenzen. „Immer mehr Patienten und Pflege etablierte sich in der Stadt und sogar in den Umland-
bedürftige haben erfahren, dass wir Unterstützung bie- gemeinden. Ein Jahr nach Vereinsgründung wurden
ten. Mit dem Zeitaufwand stiegen auch die Ausgaben. für die Pflege und Betreuung von 149 Menschen schon
Wir finanzierten die Fahrten mit Privatautos und ver- knapp 13.000 Stunden aufgewendet. Die Arbeit leis-
schenkten sogar Pflegebehelfe“, so Salat. teten Krankenschwestern, Stationsgehilfinnen sowie
24Frauen mit ähnlichen medizinischen Berufen oder Lebenslage, brauchen kontinuierliche Betreuung und
p rivater Pflegeerfahrung. Die 59 Mitarbeiterinnen wur- müssen sich ihren Betreuern bedingungslos anvertrau-
den auf Honorarbasis entlohnt. Der Leistungskatalog en können. Dass die gute Versorgung unserer Kundin-
war entsprechend den vielfältigen Bedürfnissen der nen und Kunden gewährleistet bleibt und die Mitarbei-
KundInnen von Anfang an sehr vielfältig. terInnen ihre Fähigkeiten bestmöglich nutzen können,
das wünsche ich unserem Verein für die Zukunft.“
Um bestmögliche Betreuung zu gewährleisten, wurde
auf die Qualifikation der MitarbeiterInnen größter Wert
gelegt. Zwei Jahre nach Vereinsgründung starteten 13
Betreuerinnen mit ihrer zweijährigen, berufsbegleiten-
den Ausbildung zur Altenhelferin. 1990 ließen sich acht
Kursteilnehmerinnen zur Altenbetreuerin ausbilden.
Heute ist für die MitarbeiterInnen stete Weiterbildung
selbstverständlich.
Trotz des großen Engagements aller musste der Verein
jahrelang um die Bestandssicherung bangen. Salat:
„Ich hab nie gedacht, dass ich so gut um Unterstüt-
zung b etteln kann.“ Die ersten fünf Altenbetreuerinnen
wurden 1989 eingestellt. 1990 wurden die lang ersehn-
ten Landesrichtlinien zur Förderung der mobilen Alten-
hilfe und des sozialen Betreuungsdienstes in Oberös-
terreich geschaffen. Im Sommer 1991 erteilte die Stadt Gründungsmitglieder von 1986:
dem Verein den Auftrag über die mobile Altenhilfe und Heike Aicher
Hauskrankenpflege in Steyr. Dr. Peter Graf
Hiltrud Grasberger
Nach dem erfolgreichen Ringen um öffentliche und Karl Holub
f inanzielle Anerkennung konzentrierte sich die Vereins- Marianne Huber
vorsitzende und Geschäftsführerin Elfriede Salat bis zu Dr. Gunter Kleinberger
ihrem Ausscheiden 1997 darauf, eine gute Zusammen- Lions Club St. Ulrich
arbeit zwischen Hauskrankenpflege, Altenarbeit und Hermine Obergottsberger
Heimhilfe und eine zeitsparende Büroorganisation zu Hilde Oeller
entwickeln. Dr. Christoph Pfaffenwimmer
Karl Ratzinger
Im Rückblick sagt sie: „Meine MitarbeiterInnen und Elfriede Salat
ich versuchten stets, auf gesellschaftliche und sozia- Gertrude Schreiberhuber
le Entwicklungen und neue Bedürfnisse einzugehen. Katharina Wickgruber
Pflegebedürftige Menschen sind in einer schwierigen Dr. Günter Wider
25Eine Mitarbeiterin der ersten Stunde
Gespräch mit Diplomkrankenschwester Marianne Huber
Engagement für pflegebedürftige Menschen ist nur dann Pflege deutlich miterleben. „Besonders schön für mich
erfolgreich und befriedigend, wenn eine gute Bezie- war, wenn meine Patienten nach schweren Operatio-
hung zwischen Kundin und Betreuerin besteht. Marianne nen oder Erkrankungen mit meiner Unterstützung wieder
Huber (60) hat dies während ihrer 25-jährigen Tätigkeit ganz gesund geworden sind. Das ging natürlich nicht
bei VITA MOBILE viele Male erleben dürfen. Vor kurzem immer. Vielfach war es für mich schon positiv, wenn ich
ist die Diplomkrankenschwester in den wohlverdienten mithelfen konnte, dass der Gesundheitszustand eines
Ruhestand getreten. Patienten stabil bleibt und er sich gut betreut fühlt“, sagt
sie. Zur Familie ihrer ersten Kundin, einer Diabetes-Pati-
Marianne Huber war Mitarbeiterin der ersten Stunde. entin, hatte sie bis zu ihrer Pensionierung Kontakt.
Nach der Vereinsgründung der Steyrer Heimhilfe und
Hauskrankenpflege 1986 wurde die engagierte Steyrerin
zunächst als Honorarkraft eingesetzt. Ab 1991 wurde sie
Teilzeitangestellte in der Hauskrankenpflege und konnte
dadurch Beruf und Familie gut vereinen.
„Ich habe von meiner beruflichen Ausbildung her und
durch die Pflege meines Schwiegervaters bis zu dessen
Tod einen guten Zugang zu meiner neuen Aufgabe ge-
habt. Die Arbeit war von Anfang an sehr erfüllend, weil
ich Patienten oft jahrelang betreuen durfte, ihre Sorgen
und Nöte kennen gelernt habe und sich dadurch freund-
schaftliche Beziehungen entwickelt haben“, betont sie.
Im Gegensatz zu ihrer früheren Tätigkeit im Krankenhaus,
konnte sie bei VITA MOBILE die Erfolge einer langfristigen Frau Huber mit Kundin bei einer Weihnachtsfeier
26Ich fühle mich wohl, weil ich gut betreut werde
Gespräch mit Gertrude Matschi, seit zwölf Jahren betreut von VITA MOBILE
Die 61-jährige Gertrude Matschi, die sich so zufrieden Rollstuhlfahrerin ins Freie zu gelangen. Gemeinsam kann
über die Betreuung durch VITA MOBILE äußert, lebt seit das Ehepaar Spaziergänge im Wohnviertel auf der Enns-
vier Jahrzehnten mit Multipler Sklerose. leite, Fahrten zum Friseur und Ausflüge mit dem Auto un-
ternehmen.
1972, als junge Mutter, war die Krankheit ausgebrochen.
Viele Jahre kam die Steyrerin dank der großartigen Un-
terstützung durch Ehemann Rudolf (69) ohne fremde Hilfe
zurecht. Vor zwölf Jahren, als sie durch ihre Erkrankung
bewegungsunfähig wurde und Rudolf Matschi einige
Zeit selbst schwer erkrankte, übernahm VITA MOBILE die
Pflege und medizinische Versorgung der Frau.
Mehrmals in der Woche benötigt die Patientin eine Kran-
kenschwester, zwei Mal täglich kommen abwechselnd
die Altenfachbetreuerinnen Johanna und Doris ins Haus.
Mit ihnen ist Gertrude Matschi im Laufe der Jahre eng
zusammengewachsen. „Wir haben ein sehr gutes Ver
hältnis, nehmen uns gegenseitig mit Schmäh. Ich bin
wirklich sehr froh, dass VITA MOBILE zu mir kommt und
ich dadurch in meinen eigenen vier Wänden bleiben
kann“, betont die Patientin.
Dank der professionellen Hilfe bleibt Gertrude Matschi
und ihrem Gatten auch Zeit für gemeinsame Freizeit
aktivitäten. Der Treppenlift im Haus ermöglicht es der Frau Matschi mit Altenfachbetreuerin Johanna
2725 Jahre VITA MOBILE – herzlichen Glückwunsch!
Eine Landesförderung zur richtigen Zeit für einen jungen Möge VITA MOBILE auch künftighin viel soziale Wärme
Verein mit zielstrebigen Funktionärinnen kann den Start den betreuten Menschen vermitteln.
erleichtern und zu weiteren Aktivitäten ermutigen.
Vor 25 Jahren hat der Verein Steyrer Heimhilfe und Haus-
krankenpflege diese Herausforderung angenommen und
sich als VITA MOBILE in Steyr zu einem nicht mehr weg- Ing. Hermann Reichl
zudenkenden Sozialverein entwickelt. Soziallandesrat a.D.
In den 1980er Jahren stand die Landes-Sozialpolitik,
wenn auch nicht so ausgeprägt, vor den gleichen Auf-
gaben wie heute. Die Lebenserwartung stieg, die Betreu-
ungsfälle im Alter nahmen zu und allgemein bestand der
Wunsch so lange wie möglich zu Hause gepflegt zu
werden. Neben sozialen Diensten wie Essen auf Rädern,
Telefon-Notrufhilfe und dem Einsatz ehrenamtlicher
Helfer, war es dringend erforderlich, professionelle
Dienstleistungen anzubieten. VITA MOBILE hat auf die-
sem Gebiet hervorragend gearbeitet.
Ehrenmitglieder des Vereins VITA MOBILE:
Ein Danke für die Hilfe für gesundheitlich beeinträchtigte Primar Univ. Prof. Dr. Gunter Kleinberger
Menschen, aber auch Dank dafür, dass durch die Leis- Landesrat a.D. Hermann Reichl
tungen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viele Auf- Elfriede Salat
enthaltstage im Krankenhaus oder im Alten- und Pflege- Altbürgermeister Heinrich Schwarz
heim erspart werden. Isabella Viertler
28Pionierarbeit für ein unverzichtbares soziales Angebot
Vor der Gründung der damaligen Steyrer Heimhilfe und Frauen, die sie nach landläufiger Meinung nicht extra
Hauskrankenpflege war die Landschaft der Unterstüt- lernen mussten.
zungsmöglichkeiten für alte Menschen, die ihren Alltag Energie, Vorausblick und Zähigkeit – mit diesen Eigen-
ohne fremde Hilfe nicht mehr meistern konnten, äußerst schaften fand Frau Salat Gehör und konnte potentiel-
schütter. le Förderer/Förderinnen gewinnen, die dann auch die
Es war Elfriede Salat, die sich damals tatkräftig der Anlie- nötigen organisatorischen und rechtlichen Rahmen-
gen der alten Frauen und Männer und der sie begleiten- bedingungen schafften.
den Familienangehörigen annahm und versuchte, mit Die Begleitung alternder Menschen, die in ihrem Alltag
der Organisation Steyrer Heimhilfe und Hauskranken- Unterstützung benötigen, ist bei VITA MOBILE in guten und
pflege regelmäßige Unterstützungsleistungen mit ge- professionellen Händen. Die prognostizierten Entwicklun-
schulten MitarbeiterInnen anzubieten. Es sollten nicht gen, nämlich die große Anzahl hochaltriger und allein
nur jene Personen, die zufällig im Einzugsgebiet einer stehender/allein lebender Menschen, die über keinerlei
privaten Initiative lebten, Entlastung und Assistenz be- soziales Netz verfügen und/oder durch demenzielle Ver-
kommen, sondern möglichst alle, die alleine nicht mehr änderungen in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt
zurecht kamen. sind, bilden die neuen Herausforderungen.
Es war anfangs gar nicht so einfach, von den öffentli- Neue Wege zu gehen und innovative Lösungen zu finden,
chen Stellen Gehör und Verständnis für die Notwendig- wird für VITA MOBILE nicht nur bis zum nächsten Jubiläum
keit eines solchen Angebotes zu bekommen. Ich erinnere selbstverständlicher Auftrag sein.
mich, dass immer argumentiert werden musste, dass
diese Dienstleistungen die Familien weder zerstören noch
ersetzen wollten, sondern dass sie als Unterstützung
gedacht waren. Dr. Margit Scholta,
Auch das Bestreben nach Schulung und Ausbildung der Konsulentin für Soziales des Landes OÖ
Mitarbeiterinnen wurde anfangs eher mit Skepsis gese-
hen, war doch Betreuen und Pflegen eine Uraufgabe der
2925 Jahre VITA MOBILE
Festveranstaltung am 14. Okt. 2011 im Museum Arbeitswelt Steyr
Ein Fest für MitarbeiterInnen und PartnerInnen aus Poli-
tik, Wirtschaft und dem Sozial- und Gesundheitswesen:
Mehr als 200 Besucherinnen und Besucher folgten der
Einladung und verbrachten einen unterhaltsamen Abend.
Die Goldhaubengruppe Steyr stellte sich mit einem be-
sonderen Geschenk ein: Obfrau Christine Gabath über-
reichte einen Scheck über 1000.– Euro.
Beifallsstürme erntete das Ballaststofforchester Salzburg
für Unterhaltungsmusik der 20er & 30er Jahre. © Kain
rath
© Kainrath
inr ath
© Ka
© Kainrath
© Hamm © Kainrath
30Wir danken unseren Sponsoren und Förderern
Landeshauptmann-Stv. Josef Ackerl • L. Baar Orthopädietechnik GmbH. • Bundesministerium für
Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz • BFI OÖ • BMD SYSTEMHAUS GmbH • BMW Steyr •
Notariat Dr. Josef Brandecker • comp//nets.go • Goldhaubengruppe Steyr-Stadt • Paul Hamm
GmbH. Meisterfotograf • Hartlauer Handelsges.m.b.H • Vizebürgermeister Wilhelm Hauser •
Bandagist Heindl GmbH. • Landesrat Dr. Hermann Kepplinger • Laure Werbeartikel • Lions Club
St. Ulrich • Magistrat Steyr, Fachabteilung für Jugendhilfe und Soziale Dienste • Oberbank Steyr •
Autohaus Öllinger • Weinhandlung Purkhart • Ratzinger, Gstöttner & Partner Steuer- und Unter-
nehmensberatungs GmbH. • SIVAG Sicherheit in Versicherungsangelegenheiten GmbH • SKF Steyr
• SPÖ-Stadtsenatsfraktion • Stadtrat Markus Spöck • Stadtbetriebe Steyr GmbH • Reifen Stummer
• Zweite Präsidentin des Oö Landtags Gerda Weichsler-Hauer • Wiener Städtische Allgemeine
Versicherung AG • Autohaus Wieser • Stadtrat Dr. Helmut Zöttl
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