2x Rheinfelden - Stadt Rheinfelden
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2x Rheinfelden
Das Kultur- und Stadtmagazin beider Rheinfelden
58 | Mai/Juni 2018 | gratis erhältlich
SCHWERPUNKT
DIGITALE WELTEN
WIR BERICHTEN ÜBER
VIRTUAL REALITY
FILM-/VIDEOPRODUKTIONEN
EINE GAMERIN
UND SOCIAL MEDIA
MIT DEN VERANSTALTUNGSTIPPS
IM MAI UND JUNIAnzeige
t ä g li c h
So
et
g e öf f n
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er
Restaurant Schützen Rheinfelden
T 061 836 25 25, hotelschuetzen.ch
15.5.2018
Fotografiere Deinen Alltag
Mehr Informationen auf Seite 27
2Liebe Leserin, lieber Leser,
d
ie »Digitalen Welten« sind
Rheinfelden im Lokalen längst ange
Lebenswert. Liebenswert.
kommen; im Kino, im Fern
sehen und Computerspiel ist die
Welt längst digital.
IMPRESSUM »An den sozialen Netzwerken, an
Facebook, Twitter und Instagram
Herausgeber
kommen Sie nicht dran vorbei!« »Heute wird gebloggt, gestreamt,
Stadt Rheinfelden (Schweiz), Stadt Rheinfelden (Baden)
gefilmt, was das Zeug hält.« Sie kennen solche Sätze und wir haben
Redaktion Heft 58 uns umgesehen, was denn in den beiden Rheinfelden außerhalb
Claudius Beck, Stephanie Braun, Brigitte Brügger, unseres ach so veralteten Printmediums 2x Rheinfelden wirklich
Michelle Geser, Peter Löwe los ist.
Titelfoto by Eleni Kougionis, www.elenikougionis.com Viele Vereine, Firmen und Kulturveranstalter betreiben Facebook
Fotos Inhalt Autoren, wenn nicht anders vermerkt
seiten, das Rheinfelder Kino ist auf dieser Klaviatur besonders
aktiv. Aber auch Privatleute gründen Gruppen für Rheinfelden –
Realisation Peter Löwe, www.Loewe-Werbeagentur.com
es gibt auf beiden Seiten solche Communities, in denen Mitglieder
Auflage 6.000 Exemplare Nettigkeiten austauschen, Wohnungen suchen und Krempel zum
ISSN 1664-4778 Kauf anbieten. Oder sie werden halbtäglich mit dem Polizeibe
Verteilung richt konfrontiert, was die badische Rheinfeldengruppe besonders
Auslage in Gemeindeverwaltungen, Geschäften, aktiv betreibt.
Bibliotheken, Schulen und Kultureinrichtungen
Bezug im Abo möglich: Infos auf der vorletzten Seite Unsere Recherche führt uns zu einigen Filmemachern; Markus
Rheinfelden (Schweiz): Verteilung an Abonnenten
Straub arrangiert kurze Filme für das Marketing, die Gruppe in
der Neuen Fricktaler Zeitung
Minseln dreht Spielfilme im Horrorgenre. Pfiffig kommt der
Kontakt für Redaktion und Inserate in Rheinfelden/D
Tourismus Rheinfelden (CH) daher und feiert sein 125-Jahr-Jubiläum
Kulturamt der Stadt, Claudius Beck, mit einer virtuellen Reise in das 19. Jahrhundert, was ja so un
Rathaus, Kirchplatz 2, D-79618 Rheinfelden glaublich technisch aufwendig ist und viel Zeit und Hingabe
c.beck@rheinfelden-baden.de, Tel.: +49 7623 95-237 erfordert.
Kontakt Kalender Rheinfelden/D:
s.braun@rheinfelden-baden.de Übrigens: das nächste Thema ist »Spiel«. Vielleicht haben Sie
etwas Besonderes mitzuteilen.
Kontakt für Redaktion, Kalender in Rheinfelden/CH
Stadtbüro/Kulturbüro, Brigitte Brügger
Viel Vergnügen mit den lokalen Digitalen Welten wünscht
Rathaus, Marktgasse 16, CH-4310 Rheinfelden
2xrheinfelden@rheinfelden.ch, Tel.: +41 61 835 51 11
Kontakt für Inserate in Rheinfelden/CH Ihr Claudius Beck,,
Fricktaler Medien AG, Herr Roberto Pombar, Leiter des Kulturamts Rheinfelden (Baden)
Baslerstrasse 10, 4310 Rheinfelden
roberto.pombar@fricktalermedien.ch, Tel. +41 61 835 00 52
Inserate- und Redaktionsschluss für die Ausgabe
Juli/August: 31. Mai 2018
Print kompensiert Id-Nr. 1871776
www.bvdm-online.de
Schwerpunkt: Digitale Welten EDITORIAL 3Claus Pfisterer und Stéphanie Berthoud
Eintauchen ins ausgehende
begutachten die Ergebnisse am PC.
19. JAHRHUNDERT
Tourismus Rheinfelden feiert sein 125-Jahr-Jubiläum ganz speziell:
Mit virtueller Realität erwachen die Menschen von 1893 zu neuem Leben.
W
enn 64 Kameras gleichzeitig Schlips und Zylinder mitgebracht. Optisch und Frankreich in Solbädern entspannten
auf einen Menschen gerichtet soll er damit, seiner heutigen Funktion als und in Grand Hotels mit bisher unbekann-
sind, kann das schon Beklem- Stadtrat gemäss, in einen Bürger verwan- tem Komfort logierten. VR-Brille auf und
mungen auslösen. Wenn das noch in ei- delt werden, so wie er im Jahr 1893 durch schon kann die Zeitreise ins ausgehende
ner nur rund vier Quadratmeter grossen Rheinfeldens Marktgasse hätte flanieren 19. Jahrhundert beginnen. In dieser virtuel-
Kammer erfolgt, umso mehr. Die Leuchten können. len Welt verschwimmt die Marktgasse von
und die viele Technik heizen auch noch die heute und macht der von vor 125 Jahren
Luft auf und sorgen für glänzende Gesich- Platz. Häuserfassaden nehmen die Patina
«Wir wollten für unser
ter, gemischt auch mit ein wenig Angst- von Urgrossvaters-Zeiten an. Autos und an-
Jubiläum etwas ganz Besonderes
schweiss. Denn einen solchen Ort hat hier dere moderne Erfindungen verschwinden.
verwirklichen, was es so zuvor
noch niemand jemals zuvor betreten. «Ist Vornehme Damen stellen ihre ausladen-
nicht gegeben hat.»
ja voll Überwachung hier, Big Brother is den Kleider zur Schau. Bauersleute aus dem
watching you», sagt Dominik Burkhardt. Fricktal halten ihre Waren feil.
Er weiss: Das Gerät vermisst seinen Körper Denn in diesem Jahr wurde der Verschöne-
aus 64 unterschiedlichsten Blickwinkeln, rungs- und Kurverein gegründet. 125 Jahre Stéphanie Berthoud, Geschäftsführerin
kein Quadratzentimeter bleibt ausgespart. ist das inzwischen her. Das Jubiläum will von Tourismus Rheinfelden: «Wir wollten
«Zuerst machst du die T-Position, dann Tourismus Rheinfelden, der Nachfolgever- für unser Jubiläum etwas ganz Besonde-
hältst du die Arme etwas tiefer, dass es aus- ein, gebührend feiern. Mit einer Virtual-Re- res verwirklichen, was es so zuvor nicht
sieht wie ein A. Drücke bitte die vier Finger ality (VR)-Produktion soll, computerbasiert, gegeben hat. Wir wollten Geschichte mit
zusammen und spreize den Daumen et- die Gründerzeit wiederauferstehen, die den Techniken des 21. Jahrhunderts erleb-
was ab», instruiert ihn Projektleiter Claus Belle-Epoque, eine Zeit, in der das Städtli bar machen, wollten die Kombination aus
Pfisterer. Burkhardt hat als Outfit Frack, mondän war. Als Kurgäste aus Russland Historie und Zukunft.» Aber noch ist das
4 VIRTUAL REALITYProjektleiter Claus Pfisterer
ist begeister von VR.
um die Personen herumlief und auch viel Zeit, die anfangs noch statischen
so zu einer 360-Grad-Darstel- Figuren in Bewegung zu versetzen, ihnen
lung gelangte. Mit der grossen so Leben einzuhauchen, dass die Täu-
Zahl an Köpfen kann Pfisterer schung perfekt ist. Niemand konnte im
nun virtuell «jonglieren», für Vorfeld exakt beziffern, wie viele Stunden
den Bürger im Frack mal Burk- es dafür braucht – so experimentell ist die
hardts Haupt nehmen, mal das VR-Branche noch. Aber alle wussten: Das
Feld derer, die derlei Vorhaben umsetzen von jemand anderem. Um die «Kulisse» wird eine coole Sache. Die Personen, die
können, überschaubar. Glück, dass man je- in den Kasten zu bekommen, ist Pfisterer
manden fand, der auch noch einheimisch die Marktgasse mit einer Drohne abgeflo-
ist: Claus Pfisterer, ursprünglich Fotograf, gen und hat deren Bilder im Computer zu FRÜHLINGSERWACHEN
der sich schon seit rund einem Jahr dem einem dreidimensionalen Abbild zusam-
Dienstag, 1. Mai, 10 – 18 Uhr
Dreidimensionalen widmet. Stéphanie mengefügt.
Berthoud und er fanden 2017 zueinander, Die Rheinfelder Altstadt hat für Sie geöffnet:
nachdem Pfisterer, basierend auf Weiterbil- • Modeschau auf Motorrädern
«Es brauchte viel Zeit, die
dungen an der FHNW in Basel, ein erstes • VW-Autoausstellung Grosspeter AG
anfangs noch statischen Figuren
VR-Projekt zeigen konnte und damit Be- • Ludothek – Töpfe bemalen und Blumen säen
in Bewegung zu versetzen.» • 125 Jahre Tourismus Rheinfelden mit Glücksrad,
geisterung weckte.
Virtual-Reality, Segway-Parcours uvm.
• Kostenlose Stadtführungen
Zurück im 64-Kamera-Aufnahmestudio. Der VR-Enthusiast: «Der Aufwand für das • Diverse kulinarische Angebote
Pfisterer muss seine Models nach Badisch- Scannen und Fotografieren hält sich noch
Rheinfelden bitten, weil nur dort die für die in Grenzen. Was wirklich Arbeit macht,
Aufnahmen nötige Technik steht. Hier, in ist die manuelle Bearbeitung des Mate- Pfisterer zum Mitmachen einlud, waren
den Firmenräumen der Targetmedia, ent- rials.» Aufwändig war es, die Gesichter gleich Feuer und Flamme für das Vorha-
stehen die für das Projekt nötigen Scans der gescannten Personen so auf die 3D- ben, begeistert von der Vorstellung, als
der Kostüme, zur Verfügung gestellt von Abbildungen ihrer Köpfe zu legen, dass Figuren des Fin-de-Siècle ein Stück weit
der Fricktaler Bühne. Die Protagonisten es echt wirkt. Und natürlich brauchte es unsterblich zu werden.
der VR-Produktion tragen
mehrere Outfits, um später Viel Zeit war nicht, das
ein möglichst buntes Bild Projekt auf die Beine
der damaligen Rheinfelder zu stellen. Drei Monate
Bevölkerung abgeben zu mussten ausreichen, den
können – vom Handwer- Premieren-Termin einzu-
ker bis zum städtischen halten, das «Frühlingser-
Würdenträger. wachen» am 1. Mai. Wenn
die Marktgasse des Jah-
Noch grösser wird die Aus- res 2018 dann mit echten
wahl an Gesichtern sein. Menschen belebt ist, sol-
Zwischen 40 und 50 Köpfe len diese die Möglichkeit
hat Pfisterer in seinem ei- haben, den computerge-
genen Studio in der Was- nerierten des Jahres 1893
sergasse digital erfasst. zu begegnen. Sie werden
Dafür genügte ihm die in dann wohl das Gefühl
einem Tablet-PC einge- nicht los: Irgendwie kom-
baute Kamera, mit der er men die mir sehr bekannt
vor.
Hans Christof Wagner
Dominik Burkhardt
lässt sich in Frack und
Zylinder scannen.
VIRTUAL REALITY 5…ABER BITTE MIT HORROR- UND
Minselner Filmtrio Andreas Tom, Atlanta und Achim Lützelschwab (v. l.)
hat bereits zwei Streifen auf den Markt gebracht
D
as Genre ist sicher nicht an den üblichen Stellen abgespielt wird, Möglichkeit ergab, eine professionelle Mi-
Jedermanns Sache. Keine hoffen die Drei auf noch deutlich mehr ni-Kamera auszuleihen, kam das Trio mit
Frage, Horror und Schre- Aufsehen. Vor dem offiziellen Release in der Filmerei deutlich voran. Inzwischen
cken im Film, da braucht diesem März ist „Hellstone“ bereits bei der hatten sie auch die Firma A3 Film Produk-
es schon die speziellen Los Angeles Horror Competition in den tion gegründet.
Liebhaber und Fans. „Uns macht es Spaß“, USA gelaufen, hat dort in der Sparte Bester
U
sagen unisono die Geschwister Andreas ausländischer Film sogar gewonnen. nd nicht nur bei Ausrüstung fürs
Tom, Achim und Atlanta Lützelschwab. Filmdrehen waren sie plötzlich
F
Und daher ist das Trio aus dem Rheinfel- ilme und Videos hatten es den Lützel- deutlich professioneller geworden. Auch
der Ortsteil Minseln auch mit Feuereifer schwabs schon immer angetan. Auch das ganze Umfeld wurde professioneller,
und Begeisterung dabei, wenn es darum Computerspiele waren schon immer vor allem, was Schauspieler und auch
geht, diesen Horror in Filme zu packen. ihr Ding, und zwar dies stets mit einem Maskenbildner betraf. „Wir haben ein
Hang zu Horror, Grusel und ganz beson- regelrechtes Casting veranstaltet“, er-
M it dem Erstlingsstreifen „F.P.S. (First
Person Shooter)“ aus dem Jahr 2015
haben sie sich in der in der Szene bereits
ders Zombies. Vom
Filmvirus zwar
»Hellstone gewann in der
zählt Achim Lüt-
zelschwab, der im
mächtig infiziert, normalen Leben
einen Namen gemacht, und das mit sehr,
Sparte Bester ausländischer
war aber in jün- als Steuerfachan-
sehr kleinem Budget von alles in allem
Film die Los Angeles
geren Jahren die gestellter arbei-
knapp 10.000 Euro. Und noch besser: Über
Horror Competition!«
Filmherstellung tet. Und so sind
den internationalen Vertrieb durch die n o c h d e ut l i c h sie auch auf den
Firma KSM in Wiesbaden, DVD- und Blue aufwendiger, weit vor der Entstehung Österr eicher Michael Glantschnig als
ray-Verkauf kam bislang in etwa das Geld des digitalen Kinos, wie etwa mit VHS- Hauptdarsteller gestoßen. „Der hat das
wieder herein, das für den Film aufgewen- Magnetbändern oder echtem analogem wirklich klasse gemacht“, lobt das Trio
det werden musste. Doch mit dem zwei- Filmmaterial. „Und es war auch alles zu auch im Nachhinein dessen Qualitäten.
ten Werk „Hellstone“, das nach mehr als teuer, für uns also unerschwinglich“, sagt Und auch die Zusammenarbeit mit der
einjähriger Nachbereitung nach dem ei- der Mittlere, der heute 33-jährige Andreas renommierten Maskenbildnerschule
gentlichen Dreh kürzlich fertig geworden Tom. Erst als sich im Zuge seines Studiums IMC von Klaus Börrnert in Waldshut hat
ist und jetzt auf dem Markt anläuft und der Medieninformatik in Furtwangen die sich bestens bewährt. Nicht, dass Atlanta
6 FILMPRODUKTIONERGRUSELFAKTOR
Der Streifen HELLSTONE mit
Michael Glantschnig in der Hauptrolle, ein
Creature-Horrorfilm im 80er Jahre Stil.
INFO
Die Hobbyfilmer Andreas
Tom, Achim und Atlanta
Lützelschwab wohnen
im Rheinfelder Ortsteil
Minseln. Im Genre Horror
wurden bislang die bei-
den etwa 80-minütigen
Filme „First Person Shoo-
ter“ und „Hellstone“ pro-
duziert. Mehr Infos unter:
info@a3film.de oder FB.
Lützelschwab in Sachen Maske und Gru-
selfaktoren keine gute Arbeit geleistet
hätte. „Doch mit Tim Scheidig, den wir
J etzt ist das Minselner Trio gespannt,
wie „Hellstone“ in der Szene ankommt.
„In ca. einem Jahr können wir wohl mit
ren möchte und muss schlussendlich
selbst die Unterwelt betreten, um die Aus-
breitung dunkler Mächte zu verhindern...
dann von der Maskenbildnerschule ver- der ersten Abrechnung planen“, sagt An-
U
pflichten konnten, war das nochmals dreas Tom Lützelschwab. Und die Hoff- nd was kommt als Nächstes? Keine
eine ganz andere Nummer“, schwärmt nung, dass durchaus mehr eingespielt Frage, die Planungen laufen schon.
Andreas Tom Lützelschwab. Und letztlich wird als das Budget verbrauchte, ist alle- Noch in diesem Sommer soll der nächste
hatte das Trio auch mit einem halb verfal- mal berechtigt. Film in Angriff genommen werden. „Die
lenen alten Klinikum in Vöhrenbach die Idee ist schon da, ist aber noch nicht ganz
Z
perfekte Location für ihren Gruselfilm, ein u den Inhalten der beiden Filme: ausgereift“, verraten die drei Minselner.
sogenannter Creature-Horrorfilm im Stile „F.P.S.“ erzählt die Geschichte eines Dass sie insgesamt mit der Hobbyfilme-
der 80er Jahre, wie sie selbst den neuen namenlosen Mannes, dessen schwangere rei weitermachen, steht für sie ohnehin
80-minütigen Streifen einschätzen, ge- Frau in einem Krankenhaus arbeitet, in fest. Und das, obwohl gerade das Hor-
funden. Dem Ganzen die Krone aufgesetzt dem eine verhee- ror-Genre einen
hat dem aufwändigen Dreh noch die per- rende Zombieseu- schweren Stand in
fekte Musik. Die Band „Shardless“ mach-
»Noch in diesem Sommer
che ihren Anfang Deutschland und
te es möglich. Die Metal-Formation aus
soll der nächste Film in Angriff
nimmt. Der Held im deutschspra-
Lahr hat eigens für das Setting des Films
genommen werden. „Die
macht sich natür- chigen Raum hat.
in den 80er Jahren typische Synthesizer-
Idee ist schon da,…“«
lich auf, seine Frau „Es existieren viele
Klänge neu in ihre Stücke gemischt und zu retten – und das Vorurteile, und es
damit überzeugt. Und schließlich noch wird eine blutige Angelegenheit. Die Ge- ist schwer reinzukommen“, wissen alle
ein besonderes Zuckerl: Krimi-Autor und schichte in „Hellstone“ handelt von einem Drei. Aber jetzt, da sie bereits einen Fuß
BZ-Redakteur Ralf Dorweiler hat in einer mysteriösen Stein aus der Hölle, der ein in der Tür der Szene haben, wird nicht ans
kurzen Sequenz spontan mitgemacht. Portal in die Unterwelt öffnen kann. Die Aufhören gedacht. „Und solange es Spaß
Er spielte einen Jäger, der aber mit einer Hauptfigur Ben gerät durch unglückliche macht, sowieso nicht“, heißt das Credo.
abgesägten Flinte ruck-zuck abgemurkst Umstände in das Fadenkreuz eines alten Und alle Drei betonen: „Uns macht’s einen
wurde. satanistischen Kults, welcher die buch- Mords-Spaß.“
stäbliche Hölle auf Erden heraufbeschwö- Gerd Lustig
FILMPRODUKTIONER 7Vom AUTOMECH zum FILMEMACHER
Markus Raub ist auf ungewöhnliche Weise zum Videoproduzenten geworden. Bei seinen Arbeiten setzt er auf
Nähe und Emotionen. Social media ist für ihn Herausforderung und Chance zugleich. Sein Credo: In professionell
gemachte Bewegtbilder zu investieren, lohnt sich auch für KMU und Ladenbesitzer. Und es muss nicht teuer sein.
Auch über die neue Segway-Stadtrundfahrt durch Rheinfelden hat Raub ein Video gedreht
Markus Raub sagt: «Nur der reine Text Filme auch mal drei Minuten lang sein, Raub ist als Quereinsteiger zu seinem
schafft heute keine Aufmerksamkeit heute maximal noch die Hälfte. Und Metier gekommen. Gelernt hat er ur-
mehr. Mit Fotos dazu wird er schon eher höchstens 30 Sekunden fürs Internet». sprünglich Automechaniker. Zehn Jahre
wahrgenommen. Aber mit einem Video Gerade einmal acht Sekunden könne sich lang war er mit einer eigenen Werkstatt
ein Betrachter noch auf eine Einstellung in Basel selbstständig. «Dann wurde mir
konzentrieren. Dauere sie länger, schweife langweilig und ich verkaufte alles. Sozi-
«Gerade einmal acht Sekunden er schon ab – Tendenz weiter fallend. «Das aler Bereich oder Informatik waren mei-
könne sich ein Betrachter noch auf ist zum einen traurig und schade, aber es ne Alternativen.» Er wählte letzteres und
eine Einstellung konzentrieren.» macht meine Arbeit auch spannend und kam ums Jahr 2000 als IT-Supporter zu
zur Herausforderung, die Aufmerksamkeit Feldschlösschen. Dort kam er auch mit
trotzdem zu fesseln.» Schon in den ersten der Filmbranche in Berührung, produzier-
findet er am meisten Beachtung.» Und 1,7 Sekunden müsse ein Video heutzutage te bald die ersten eigenen PR- und Image-
Markus Raub produziert Videos, profes- überzeugen. Andernfalls zappt der User filme für die Brauerei, die er bis heute zu
sionell. Vor rund 15 Jahren hat er damit weg, der nächste Clip liegt ja nur einen seinen treuen Kunden zählt.
angefangen. Er sagt: «Früher durften die Mausklick entfernt.
8 VIDEOPRODUKTIONEr kann in aller Regel alleine produktion unver- er so macht, auch
produzieren und so die Bud- zichtbar. Bei Raubs via eigenen Blog.
gets vergleichsweise niedrig Film über die Feld- Doch Selbstläufer
halten. In gewisser Weise schlösschen Be- Markus Raub setzt bei seiner Arbeit viel Technik ein. seien die sozia-
macht er aus der Not eine triebsfeue rw ehr len Medien auch
Tugend: Sind in seinen Pro- wird das augen- keine. Raub: «Die
duktionen statt Schauspieler fällig. Ohne Ton wirken die Szenen matt, Erwartungshaltung an social media ist
mit Gage die Auftraggeber die Dramaturgie entsteht erst aus der rich- oft zu hoch.» Man müsse immer wieder
doch meist selbst die Prota- tigen Wahl der Musik und wenn deren nachliefern und mit dem User in Dialog
gonisten. Auch lässt er diese Takte mit dem Filmschnitt eins werden. treten. Zwei bis drei Mal pro Woche min-
möglichst immer selbst zu Auch hier gibt es so manche Falltür: Wer- destens. Andernfalls gerate man schnell
Wort kommen, um so auf den bei der Auswahl beispielsweise Urhe- in Vergessenheit.
Profi-Sprecher verzichten zu berrechte missachtet, kann es passieren,
können. Er weiss: Authenti- Thema Drohne: Vor fünf bis sechs Jahren
zität ist Trumpf. Sehen die habe es darum einen Hype gegeben, der
«Drohnenflüge sind für social me-
Leute den Ladenbesitzer im aber inzwischen wieder abgeflacht sei.
dia eigentlich schon zu langatmig,
Video so wie später in echt Raub schätzt die neuen Möglichkeiten
sagt er. Daher seine Devise: Nicht
und leibhaftig, weckt das ei- der unbemannten Flugapparate, die neue
übertreiben, alles in Massen.»
nen Wiedererkennungseffekt Einstellungen und Sichtweisen ermög-
und Emotionalität. Raubs Fra- lichten, er weiss aber auch um ihre Gren-
gen an seine Kunden lauten: dass Youtube und Facebook die Filmmusik zen. «Drohnenflüge sind für social media
Was möchten Sie in Ihrem einfach abschalten. Dann laufe nur noch eigentlich schon zu langatmig», sagt er.
Film transportieren? Für das nackte Video. Daher seine Devise: Nicht übertreiben, al-
was steht Ihr Unternehmen? les in Massen.
Was sind die Zielgruppen Als Raub vor rund 15 Jahren mit dem Fil-
Ihres Produkts, Ihrer Dienst- men begann, dienten DVD als Speicher. Raub muss bei Kunden oft für seine Preis-
leistung? Deren Alter muss Das Internet hatte seinerzeit noch längst vorstellungen kämpfen, die Auftraggeber
er schon beim Dreh wissen, nicht die heutigen Bandbreiten. Facebook, davon überzeugen, dass er sein Geld wert
spätestens aber beim Schnitt. Youtube und Instagram gab es noch nicht. ist: Dass auch bei einem 20-Sekunden-Clip
«Längere Einstellungen sind Handys taugten nur zum Telefonieren Aufwand dahintersteckt, dass dieser nur
für ein älteres Publikum bes- und zum SMS verschicken. Heute sind die mit einem geschulten Auge und professi-
ser. Da kann ich die Schnitte sozialen Medien, wie der Überbegriff für oneller Technik für Bild und Ton zu einem
bei 8 bis 10 Sekunden halten. derlei Portale lautet, für Filmschaffende guten Produkt werden kann. Manche ak-
Für 20-Jährige nehme ich wie er die Hauptkanäle, für die ganz eige- zeptierten das erst, nachdem sie merkten,
lieber nur 2 bis 3 Sekunden.» ne Spielregeln gelten. Welche Fluch und dass ihre Do it yourself-Filmchen nicht die
Das sieht man beispielsweise Segen sind. Fluch – weil die permanente gewünschte Wirkung zeitigen. Schliess-
an seinem Film über den «Tag des Schwei- Verfügbarkeit von kostenlosem Filmma- lich bietet er auf Wunsch das Komplett-
zer Bieres» bei Feldschlösschen umgesetzt. terial auf Smartphones und Tablet-PC paket an, richtet dem Kunden die nötigen
Im Stakkato wechseln die Szenen und alle (heute die Hauptgeräte bei der Nutzung Konten im Internet ein und betreut diese
haben eines gemeinsam: Sie zeigen emoti- des Internets) die Reizschwelle immer technisch wie inhaltlich.
onale Momente, lachende Gesichter, Men- höherschraubt und alles schnelllebiger
schen in Gemeinschaft. Für sich alleine macht. Fluch – weil Youtube die Bot- In welchem Online-Kanal ist der Film am
genommen sind die Bilder nichtssagend, schaft ausstrahlt: Auch du kannst filmen, besten aufgehoben? «Ist ein Unterneh-
im Zusammenschnitt und unterlegt mit brauchst keinen Profi dazu. Segen – weil men zum Beispiel auf Lehrlingssuche,
der passenden Musik aber sagen sie aus: die sozialen Medien bislang unbekannte sollte man das Video besser bei Instagram
Es war ein toller Anlass. Und beim Betrach- Reichweiten versprechen, auch für kleine posten. Bei Facebook erreicht man die un-
ter bleibt hängen: Da gehe ich das nächste Ladenbesitzer, KMU oder Handwerker. Se- ter 25 schon nicht mehr. Dort tummeln
Mal auch hin. gen – weil nicht zuletzt Raub selbst auch sich eher deren Eltern.» www.rmp-media-
davon profitiert. Kann er die entsprechen- production.ch
Apropos Musik: Um die gewünschte Wir- den Kanäle doch auch für Werbung in ei- Hans Christof Wagner
kung zu erzielen, ist sie bei der Video gener Sache nutzen, dort allen zeigen, was
VIDEOPRODUKTION 9Soziale Medien für die Nicht-Zeitungsleser
RHEINFLIMMERN
in Rheinfelden
»Wir stellen vermehrt fest, dass
Jugendliche teilweise Facebook
gar nicht mehr nutzen.«
D
as ehemalige Ali-Kino-Cen- Bernd Gschöpf (links), Kinobetreiber, hatte bereits in sei- Kassenbereichs und der Süßwarentheke
ner Jugendzeit die Liebe zum Kino entdeckt. Vorpremie-
ter hatte Bernd Gschöpf im ren wie hier „Shades of Grey“ (oben) oder „Red Sparrow
sind auch schon in Planung. „Das kommt
Oktober 2014 übernommen & Game Night“ finden großen Anklang. aber vielleicht erst 2019“, so Gschöpf.
und als Kino Rheinflimmern
wieder belebt. Jüngst hat er Der 52jährige Gschöpf wohnt in Neuenburg
den Pachtvertrag für fünf Jahre bis 2028 und hatte schon früh seine Liebe zum Kino
verlängert. In das Kino hat er schon einige entdeckt. Mit 20 Jahren bekam er zufällig
Arbeit und Geld gesteckt: Zu Beginn gleich Kontakt zum Kinoleiter in seinem Heimat-
die Filmvorführung digitalisiert, ein Jahr ort Heidenheim. Ursprünglich hatte er eine
später die Bestuhlung erneuert. 2016 gab Lehre zum Maschinenschlosser gemacht,
es eine neue Klimaanlage und in allen Sä- den Vorteil, dass die 3D-Brillen mehrfach aber hängte dann die Ausbildung zum
len eine Aufrüstung im Tonbereich. Viele nutzbar sind, also umweltschonender.“ Die Filmtheaterkaufmann dran und arbeitete
Filme laufen schon seit der Übernahme in bisherigen Brillen zerkratzen sehr schnell derweil schon parallel im Kino. Insgesamt
3D und noch dieses Jahr will Gschöpf vom und werden kaum wiederverwendet. hat er den Betrieb schon in sieben Kinos
normalen auf das Dolby3D-Filtersystem Inklusive des neuen Schildes ‚Rheinflim- erlebt und vom Toilettenputzen über Film-
umstellen. „Von der Qualität her ist die Ka- mern‘ über dem Eingang hat der Pächter vorführer und Kasse bis zur Geschäftsfüh-
naltrennung besser, da gibt es kein Ghos- schon 400.000 Euro ins Kino gesteckt. rung jeden Job ausgeführt. Der eigene Chef
ting mehr, was alle anderen Filtersysteme Schönheitsreparaturen im Sanitärbereich, ist Gschöpf erstmals im Rheinflimmern,
leider haben“, erklärt Gschöpf. „Und es hat Malerarbeiten im Foyer und ein Umbau des wo er bei Hochbetrieb schon mal sechs bis
10 SOCIAL MEDIA,
rogramm
t io n e n zu Kinop n e -K artenka
uf
fo rm a d O n li
In ng un n.de
eservieru einfelde
sieben Mitarbeiter einbinden muss, aber er Karten-R w w.kino-rh
nte r w
packt immer noch gerne selbst mit an und gibt es u Dreh am Glücksrad können die Besucherin-
oft sieht man ihn hinter der Kasse sitzen. nen auch Tageseintritte oder Monatspässe
für Mrs. Sporty gewinnen.
Die sozialen Medien spielen für das Rhein-
flimmern eine große Rolle und Gschöpf Das Rheinflimmern hat natürlich auch mo-
nutzt sie sehr aktiv. „Am Anfang der Kino- natlich eine ‚Men‘s World‘ für das männ-
zeit war es noch herrlich einfach, da hat liche Publikum im Programm. „Das sind
man eine Anzeige in der Zeitung mit den Filme, die nicht in unserem regulären
Filmen vor Ort aufgegeben. Heutzutage Programm laufen, die wir aber gezielt für
wird diese Anzeige nicht mehr so richtig Frauen oder Männer anbieten“, erläutert
gelesen“, meint Gschöpf. Neben der typi- Gschöpf das Konzept. „Das ist ähnlich wie
schen Pressearbeit eines Kinos versucht bei ‚Unser Film‘. Es lohnt sich nicht die
er das Kinopublikum auch über die eigene Filme für drei Wochen ins Programm zu
Webseite sowie Facebook, Google+, Insta- nehmen, aber eine einzelne Vorstellung
gram, Twitter und WhatsApp zu erreichen. an einem Tag wollen wir unserer Kund-
Dabei hat Gschöpf vor allem Jugendliche schaft dann doch anbieten.“ Das müssen
und jüngere Erwachsene, die nicht mehr Email-Newsletter anmelden können. „Da nicht immer neue Filme sein und natür-
Zeitung lesen, im Blick. „Das Problem ist, kommt nur einmal die Woche unser Pro- lich können auch Männer zu einer Ladies‘
dass dabei eine Riesenmasse an Informa- gramm und keine Werbung“, hält er fest. World kommen oder Frauen zu einer Men‘s
tionen zusammengestellt werden muss“, World. Oftmals zeigt das Rheinflimmern
weist er auf die Vielfalt der sozialen Medi- „Wir zeigen eigentlich die normale kom- auch Filme vor dem bundesweiten Kino-
en hin. Etwa ein langer Ankündigungstext merzielle Ware. Unser Schwerpunkt sind start, das wird dann aber als ‚Ladies‘ World
funktioniert nicht auf Twitter mit seiner Kinder und Jugendliche. Wir sind kein Vorpremiere‘ oder ‚Men‘s World Vorpremie-
beschränkten Zeichenzahl oder auf Face- Kunstfilmhaus“, sagt Gschöpf. Zusammen re‘ beworben. Unabhängig davon, ob es die
mit dem Verein Stadtkino zeigt er aber monatliche Reihe oder eine Vorpremiere
auch ausgefallenere Filme in der gemein- ist, lädt das Rheinflimmern die Frauen zu
samen Film-Reihe ‚Unser Film‘. „Im Grun- einem Glas Sekt und die Männer zu einer
»‚Ladies World‘ und ,Men‘s World‘
de bestimmt der Verein den Film und ich Flasche Freiburger ein.
sind Filme, die nicht in unserem
stelle die Räumlichkeiten zur Verfügung“,
regulären Programm laufen, die
erklärt Gschöpf die Kooperation, bei der je- Das Angebot auszuweiten, plant Gschöpf
wir aber gezielt für Frauen und
den dritten Dienstag im Monat Filme aus derzeit nicht. „Ich will nicht die Kinobe-
Männer anbieten.«
dem Kunstbereich oder solche mit lokalen sucher aus anderen Städten abziehen. Es
Geschichten gezeigt werden. Bei ausge- geht darum, Besucher wieder ins Kino zu
suchten Filmen in der eigenen Film-Reihe zurück zu holen, die nicht mehr gehen.
book, wo Fotos erwartet werden. Die Infor- ‚Ladies‘ World‘ für das weibliche Publikum Davon gibt es massenhaft in der Region“,
mationen müssen den Nutzern angepasst kooperiert das Rheinflimmern mit dem meint Gschöpf, daher nimmt er auch an
werden. Frauen-Fitness-Studio Mrs. Sporty aus der bundes- oder landesweiten Kinderange-
Rheinfelder Innenstadt, dessen Mitarbeite- boten wie dem Disney-Mitmach-Kino und
„Und die Kunden müssen das auch verar- rinnen beim Ausschank des Begrüßungs- den Schulkinowochen teil.
beiten. Wir sind nicht die einzigen, die das sekts helfen und rund um das Fitness-
machen. Und wir stellen vermehrt fest, Angebot des Studios informieren. Mit dem Horatio Gollin
dass Jugendliche unter 18 Jahren teilweise
Facebook gar nicht mehr nutzen, weil ihre
Eltern das nicht mögen“, berichtet Gschöpf.
Bei WhatsApp hat das Rheinflimmern
immerhin 40 Follower und auf Facebook
schon 640 Likes und 632 Abonnenten. „Was
für ein Kino ganz gut ist“, sagt Gschöpf und
erzählt, dass das Rheinflimmern auch im
Google-Ranking etwas besser als vergleich-
bare Firmen dastehe. „An für sich sind wir
aus meiner Sicht gut aufgestellt, aber ich
weiß nicht, ob das die Ideallösung ist, um
die Kunden zu erreichen“, meint der Kino-
betreiber und verweist auf die eigene Web-
seite, wo sich die Kunden auch für einen
SOCIAL MEDIA 11„Ich lasse mich von Games auch für die Arbeit inspirieren.“
COMPUTERSPIELE als Hobby
D
ie selbständige Graphikdesi- lösen muss. Auch mit dem zweiten gros- Besitzerin ihrer eigenen Graphikagen-
gnerin Melanie Schwegler ist sen Vorurteil räumt Schwegler gleich auf: tur „Honigfluss“ am Obertor; mit ihrem
passionierte Gamerin, also „World of Warcraft“ gefällt ihr gar nicht; Freund Yannick Hohler, ebenfalls leiden-
eine Spielerin von Computer- Graphik und Design seien nicht nach ih- schaftlicher Gamer, wohnt sie auf dem
spielen. Mit den Vorurteilen rem Geschmack, die zu lösenden Aufga- Ehingerschen Landgut in Augst in einer
über ihre Szene hat sich so gar nichts ge- ben zu kleinteilig. Ging es den Kritikern ehemaligen Betriebswohnung des Kraft-
mein – und sie sieht die Schweiz „auf dem nicht um die Verrohung durch Gewalt- werks Augst, Hohlers Arbeitsgeber. An
Weg zur Besserung“. spiele, führten sie den Suchtfaktor von den hohen Wänden hängen keine Games-
MMORPG (Massively Multiplayer Online Poster; Schwegler hat sich auch noch nie als
Auf den Zusammenhang von „Counter Role-Playing Games, Massen-Mehrspieler- Elbin oder Orkfrau verkleidet. Nach langem
Strike“ und Winnenden angespro-
chen, muss Melanie Schwegler kurz
überlegen. Als nach dem Schulamo-
klauf in der schwäbischen Kleinstadt
am 11. März 2009 die kontroverse und
emotionale Diskussion über ein Ver-
bot von „Ballerspielen“ begann, die
der Täter ausgiebig gespielt hatte,
war Schwegler noch keine 18 Jahre
alt. Tatsächlich spielte sie damals
erst seit einem Jahr Games, also PC-,
Video- und Konsolenspiele, weil ihre
Mutter ihr es zuvor verboten hatte.
Und von den über 200 Spielen, die
sie seither ausprobiert hat, waren
die wenigsten „Ballerspiele“, die in
Fachkreisen auch eher „Ego-Shooter“
genannt werden – nicht, weil deren
Spieler so von sich selbst überzeugt
wären, sondern weil das Spiel aus
der Perspektive der Spielfigur wahr-
genommen wird. „Counter Strike“
ist trotz des grossen Aufschreis von
damals heute kein Thema mehr: Mit
Vorurteilen gegenüber Gamern wird
Schwegler aber heute noch genauso
konfrontiert.
„Leute, die nichts damit zu tun haben,
denken immer, dass es nur Spiele
gibt, wo man jemanden umbringen DVDs und Plastikcover werden aussterben: Melanie Schwegler hat noch einige wenige Nostalgiespiele in der Schublade.
muss“, berichtet die heute 27jähri-
ge aus eigener Erfahrung. Die Vorurteile Online-Rollenspiele), bei denen Dutzende Suchen hat sie für das Gespräch noch eine
gebe es in jedem Alter: Auch mit ihren von Spielern im selben Spiel mitspielen, Karte gefunden, die die Phantasiewelt ei-
Freundinnen hat sie diese Diskussionen an. nes Spiels darstellt. „Spielen ist für mich ei-
schon geführt. „Civilization“ heisst eines ne Freizeitbeschäftigung“, sagt Schwegler;
von Schweglers Lieblingsspielen, bei dem Vom typischen Bild eines Nerds ist Schweg- „wenn wir zum Beispiel im Urlaub sind,
die Spieler ganze Staaten und Kulturen ler jedoch weit entfernt: Die zierliche Frau habe ich kein Verlangen danach.“ Bei schö-
errichten, „The Secret of Monkey Island“ mit Stupsnase und Piercing unterhalb nem Wetter unternehme sie lieber draus-
ein anderes, bei dem man vor allem Rätsel des rechten Mundwinkels ist erfolgreiche sen etwas, zum Beispiel mit ihrem Pferd in
12 COMPUTERSPIELEMelanie Schwegler geniesst es an verreg-
neten Wochenenden, mit ihrem Freund
Yannick Hohler Computerspiele zu spielen.
Wegenstetten. Aber gerade in der Winter- Ballerspiele im Kopf haben. Die Situation nung nach vorher schon einen Knacks.“
zeit sei es schön, es sich daheim gemütlich ist aber auf dem Weg der Besserung“, sagt Und ihr Freund Hohler fügt hinzu: „Bei dem
zu machen: „Dann können wir durchaus Schwegler. So gebe es seit 2014 in Zürich ei- Erfolg, den ‚Counter Strike‘ damals hatte,
ein ganzes Wochenende von Freitag- bis ne Schulung für 3D-Animationsdesign und wäre die halbe Welt heute voller Terroris-
Sonntagabend bis zu fünf Stunden oder Programmierung sowie die „Game Show“, ten.“ Ego-Shooter spielen beide aber durch-
mehr am Tag durchspielen.“ eine Fachmesse für Videospiele. Auch Spie- aus, „PlayerUnknown’s Battlegrounds“ (Die
len als Broterwerb, der „E-Sport“, sei bisher Schlachtfelder von SpielerUnbekannt) zum
Graphikdesignerin und Gamerin – das ist nur im Ausland, vor allem in Südkorea, Beispiel, bei dem rund 100 menschliche
– um doch nochmal ein Vorurteil zu be- möglich, wo ähnlich wie bei der Formel 1 Mitspieler aus der ganzen Welt online ge-
dienen – keine seltene Kombination. Tat- verschiedene Sponsoren Teams finanzie- geneinander antreten. „Solche Spiele, bei
ren, die in Wettbewerben gegenein- denen man nicht viel denken muss, spiele
ander antreten. Von einem Schweizer, ich am liebsten werktags abends, damit ich
der dort mitmachte, hat Schwegler abschalten kann“, sagt Schwegler. Fürs Wo-
noch nie gehört. chenende bevorzuge sie anspruchsvollere
Spiele wie das Strategiespiel „Star Craft 2“,
„99 Stunden, Wahnsinn!“ ruft Schweg- bei dem es in einer Science-Fiction-Welt da-
ler aus, als sie ein weiteres Lieblings- rum geht, eine eigene Wirtschafts- und Mi-
spiel, das Rollenspiel „ELEX“, vor- litärmacht aufzubauen. „Wenn man unter
führen will. Wie bei Filmen und der Zeitdruck bauen muss, kann einem ganz
Musik sind auch in der Games-Welt schön der Kopf rauchen. Dann muss ich
die Zeit der DVD/CD-Scheiben und mal das Spiel wechseln“, lacht Schwegler.
Plastikcover angezählt: Von wenigen
nostalgischen Spielen besitzt Schweg- Der intellektuelle Anspruch eines Spiels
ler noch solche; alle anderen Spiele mache sich auch bei den Mitspielern be-
verwaltet sie auf Online-Plattformen, merkbar, von denen Schwegler keinen je
wo sie sie direkt im Internet kauft persönlich kennengelernt hat. Kommuni-
und spielt – und kation über Mikrophon
auch Statistiken ist aber durchaus üb-
über ihr Spielver- «Spielen ist für mich lich: Wenn sie sich über
halten bekommt. eine Freizeitbeschäftigung.» ihre Stimme als Frau zu
„Kein Spiel ist erkennen gegeben ha-
wie das andere“, be, müsse sie zum Bei-
sagt Schwegler, noch immer erstaunt: spiel bei „PlayerUnknown’s Battlegrounds“
„So lange brauchte ich, um das Spiel durchaus mit mehr oder weniger ernstge-
einmal durchzuspielen.“ Ein durch- meinten Anmachsprüchen und Beleidi-
schnittliches Spiel verlangt dafür gungen rechnen. Ihr Freund fügt an, dass es
höchstens zehn Stunden. Das dysto- noch viele Ressentiments in der Spielewelt
pische Rollenspiel „ELEX“, bei dem gebe: „Viele Männer haben ein Problem da-
es um einen Planeten nach dem Ein- mit, einen weiblichen Charakter zu spielen.“
schlag eines Meteoriten und dessen Schwegler und Hohler gehen aber auch da-
ausserirdischen Materials geht, pack- von aus, dass viele der Spieler verbotener-
te Schwegler jedoch vor allem wegen weise noch minderjährig sind: „Bei einigen
sächlich würde sich Schwegler zutrauen, der grossen, spielübergreifenden Geschich- haben wir das Gefühl, die schwätzten wie
selbst ein Spiel zu kreieren: „Ich lasse mich te, „bei der man immer wieder ins Staunen Zehnjährige daher.“ Ihr sei das egal, sagt
umgekehrt auch von ihnen für meine Ar- kommt“. Schwegler, „solange das Spiel Spass macht“.
beit inspirieren.“ In der Schweiz waren die Anfangs koste es aber schon Mühe, gibt sie
Möglichkeiten dafür bisher gering – „aus- „Dem Spiel die Schuld zu geben“, sagt dann zu, nicht alles persönlich zu nehmen.
ser Landwirtschaftssimulationen“, wie Schwegler nochmals über Winnenden, „ist „Eigentlich ist es wie früher auf dem Spiel-
Hohler spöttisch einwirft. „Man merkt in ein Witz. Filme können genauso gewalttä- platz“, sagt Hohler.
der Schweiz schon extrem, dass alle nur die tig sein. Und der Täter hatte meiner Mei- Boris Burkhardt
COMPUTERSPIELE 13Andrea Roth gründete vor vier Jahren eine
Facebook-Gruppe für Rheinfelden
«Man spürt die
VERBUNDENHEIT
MIT RHEINFELDEN»
Die Facebook-Gruppe «Du bisch vo Rhyfälde, wenn …»
hat derzeit knapp 2500 Mitglieder. Die Gruppe bietet für
Rheinfelder und Heimweh-Rheinfelder die Möglichkeit,
sich zu vernetzen und auszutauschen.
«Du bisch vo Rhyfälde, wenn Du Di do drü- ganz klein angefan-
ber au freusch», heisst es auf einem Face- gen», erinnert sie
book-Beitrag. Auf dem Bild ist die Buvette sich. «Zuerst waren
im Stadtpark abgebildet. Es ist der Artikel Schulfreunde und
der Neuen Fricktaler Zeitung, der gepostet ein paar Kollegen
wurde, mit dem Inhalt, dass die rechtliche aus Rheinfelden in
Situation nun geklärt sei. Katja Zeindler der Gruppe. Im Laufe
werde diesen Sommer ihre Gäste an zwei der Zeit kamen immer mehr Mitglieder da- Andrea Roth,Gründerin und Administratorin der
Facebook-Gruppe «Du bisch vo Rhyfälde, wenn …»,
Buvetten im Stadtpark bedienen. «D Bu- zu, und ich erhalte auch heute noch jeden
vette isch echt super» oder «Das finde ich Tag Anfragen von Leuten, die der Gruppe «Ich wollte wissen, was in
echt Klasse. Die Parks sind wie geschaffen beitreten möchten.» Derzeit besteht die Rheinfelden läuft.»
dafür» sind Kommentare, die beim Beitrag Gruppe aus knapp 2500 Mitgliedern.
über die Buvette zu lesen sind.
Andrea Roth ist in Rheinfelden aufgewach- Als Inhaberin einer Marketingagentur
«Ja, über die Buvette wurde in der Face- sen. Während elf Jahren wohnte sie in Kai- bewegt sich Andrea Roth auch auf Insta-
book-Gruppe immer spannend disku- seraugst und ist zwischenzeitlich wieder gram und Snapchat. Weshalb gibt es die
tiert», erklärt Andrea Roth, die Adminis- nach Rheinfelden gezogen. Als die heute Rheinfelder Gruppe nicht auf diesen Platt-
tratorin der Gruppe. 45-Jährige die Grup- formen? «Ich denke, die Personen, die in
«Es ist eine aktive und pe gründete, war sie Rheinfelden aktiv sind, sind zwischen 30
Weiter wurde zum positive Gruppe, die postet, noch in Kaiseraugst und 50 Jahre alt. Und diese Generation ist
Beispiel ein Grup- um Freude zu teilen, und nicht wohnhaft. «Ich woll- auch die Kernzielgruppe von Facebook»,
penfoto einer Kon- um Frust loszuwerden.» te wissen, was in meint Andrea Roth. Auch wenn die Ziel-
firmationsreise vom Rheinfelden läuft», gruppe von Instagram jünger sei, überle-
30. März 1958 gepostet. Einige Rheinfelder erklärt sie den Beweggrund ihrer Initiative. ge sie sich, die Facebook-Gruppe auch auf
und Rheinfelderinnen haben sich auf die- Sie freute sich, dass sie durch die Facebook- Instagram zu übertragen.
sem Foto erkannt, und es wurden Erinne- Gruppe zu vielen Bekannten aus Rheinfel-
rungen wach, die über Facebook ausge- den wieder Kontakt gefunden hatte. «Das Wie funktioniert die «Etikette» in der
tauscht wurden. ist total witzig und spannend. Und die Ver- Facebook-Gruppe? Laut Andrea Roth gab
netzung der Menschen ist ja auch die Idee es bisher keine Probleme mit dem Um-
Ebenfalls wird die Facebook-Gruppe ge- dahinter», betont sie. gangston. Es werde respektvoll mitein-
nutzt, sich nach speziellen Angeboten zu ander umgegangen. «Wer postet, ist nicht
erkundigen oder Veranstaltungen, die ei- Andrea Roth machte mit der Gruppe sehr anonym, und in einem Städtli wie Rhein-
nen Bezug zu Rheinfelden haben, bekannt gute Erfahrungen. «Es ist eine aktive und felden kann man sich jederzeit wieder
zu machen. positive Gruppe, und man spürt die Ver- persönlich begegnen.»
bundenheit der Mitglieder mit Rheinfel- Janine Tschopp
Die Administratorin Andrea Roth gründete den. Meistens wird gepostet, um Freude zu
die Facebook Gruppe «Du bisch vo Rhyfäl- teilen, und nicht um Frust loszuwerden»,
de, wenn…» vor vier Jahren. «Wir haben erklärt Andrea Roth.
14 SOCIAL MEDIARheinfelder Erlebnistipps
für den Frühling www.tourismus
gstipps
Mehr Frühlin nfelden.ch
-rhei
Wenn die Tage länger und wärmer werden, zieht es einen wieder nach Schlechtwetter-Tipp
Draussen. Tourismus Rheinfelden hat die besten Erlebnistipps für
Sonnenhungrige und aktive Frühlingsmenschen zusammengestellt. Und sollte es doch einmal regnen oder gar
zu heiss sein, bieten die kühlen Mauern des
Die Sonnenstrahlen mehren sich, die Blu- tet auch geführte Wanderungen und sport-
Fricktaler Museums eine spannende Reise
men blühen in ihrer vollen Pracht und liche Aktivitäten. Info-Broschüren sind im
zurück in Rheinfeldens Vergangenheit.
das saftige Grün der Bäume schmückt die Tourismusbüro erhältlich.
Öffnungszeiten: Di, Sa und So: 14 – 17 Uhr
Landschaften und Städte. Darum gilt: Raus Wer die Altstadt erkunden möchte, geht
www.fricktaler-museum.ch
aus dem Haus und rein in die Natur! Dabei mit einem Stadtführer auf einen Rundgang
muss man gar nicht weit reisen: Rheinfel- und lernt mehr über die verwinkelten Gäss-
den hat auch im Frühling einiges zu bieten. chen, die farbenfrohen Häuser mit ihren Gerüstet fürs Regenwetter
Der Rheinufer-Rundweg lädt zum Erkun- Namen und Rheinfeldens reiche Vergan-
Mit dem farbenfrohen Rheinfelder Schirm
den des Frühlings ein: Was da alles blüht, genheit.
dem schlechten Wetter trotzen. Jetzt im
zischt und fliesst! Neugierige entdecken die Geübte Schwimmer zieht es bereits im
Tourismusbüro erhältlich.
Rundtour mit der Rheinufer-Rallye. Auf der Frühling wieder in den Rhein. Wer sich im
Schnitzeljagd müssen 15 Fragen rund um kühlen Nass erfrischen möchte, steigt am
die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke besten bei der Rheintreppe im Stadtpark
beantwortet werden. Ost ein und lässt sich bis ins Schwimm-
Weitere interessante Themenwege füh- bad treiben. Ständiger Begleiter der Rhein-
ren durch Rheinfelden, wie beispielsweise schwimmer ist der praktische Wickelfisch.
zum Thema „Hopfen und Malz“ oder zur Der bunte Schwimmsack hat nicht nur Platz
„Sole“. Die gemeinnützige Stiftung „Ge- für Kleider und Wertsachen, sondern dient
sundheitsforum Rheinfelden“ hat diese in auch dem Auftrieb. Schwimmweste tragen
einer Broschüre zusammengefasst und bie- wird dennoch empfohlen.
EDEN, Schützen oder Schiff –
in Rheinfelden finden Sie
für Ihr Fest den richtigen Platz.
Planen Sie jetzt!
T 061 836 25 05
Hotel EDEN im Park **** Hotel Schützen Rheinfelden *** Hotel Schiff am Rhein ***
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TOURISMUS 15VERANSTALTUNGEN Programm | Mai/Juni 2018
Rheinfelden/CH Rheinfelden (Baden)
© aTuan Photography
Europäisches
Jugendchorfestival
Do, 10. Mai , 17 Uhr Bahnhofsaal
Tickets: CHF 30, Tickets red.: CHF 15
Weitere Infos unter www.ejcf.ch
Das Europäische Jugendchorfestival ist ei-
ne Konzert- und Begegnungsplattform für
höchstqualifizierte Kinder- und Jugend-
chöre. Es nimmt in dieser Rolle weltweit
einen Spitzenplatz ein. 26‘000 Zuhörer/
innen besuchen in der Regel die meist aus-
verkauften Konzerte. Es sieht seine Auf-
gabe aber auch darin, Menschen über alle
Grenzen hinweg zusammenzuführen und
gemeinsam neue Horizonte zu entdecken.
Die Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst
ist stolz, Gastgeberin des Mädchenchores
aus Tel Tel Aviv (Israel) sein zu dürfen!
Neue Konzertreihe in Rheinfelden
Die junge Cellistin Natalia Dauer initiiert So, 6. Mai 17 Uhr
und organisiert eine neue Konzertreihe, die „Cello meets Cello“
im Schlosshotel Beuggen stattfindet. Die Werke u.a. von J.B. Barriere, A. Piazzolla
Konzertreihe Junge Klassik ist eine Erwei- und Eigenkompositionen.
terung des Festivals Junge Klassik in Lau- Natalia Dauer (Cello), Nathan Zürcher (Cello)
fenburg. „Der Wunsch kam auf, dass unse-
re junge Generation auf Schloss Beuggen So, 13. Mai 17 Uhr
musiziert, da dort schon immer auf hohem Kammermusik mit Harfe
Niveau konzertiert wurde“, betont Natalia Werke u.a. von C. Debussy, H. Villa-Lobos,
Dauer. Der Schwerpunkt der Musik liegt G. Fauré
auf der Romantik bis zur Jahrhundertwen- Natalia Dauer (Cello), Gregor Hänssler (Vi-
de und es werden u.a. auch Eigenkomposi- oline), Mirjam Wagner (Klavier), Iliyana 3. Karsauer Orgelkonzert
tionen gespielt. In der erweiterten Konzert- Kazakova (Viola), Anna-Lena Rupp (Quer- So, 13. Mai, 17 Uhr
reihe Junge Klassik in Rheinfelden werden flöte), Marie Noirjean (Harfe) Aussegnungshalle Waldfriedhof Karsau
neben den talentierten Preisträgern vom Eintritt frei, Spenden erbeten
Hochrhein auch junge Musiker aus ver- Eintritt frei, Kollekte
schiedenen Nationen zusammenkommen. Rainer Marbach (Orgel)
In diesem Jahr spielen junge Musiker u.a. www.nataliadauer.com Frank Amrein (Trompete)
aus Rumänien, Bulgarien, Frankreich, Grie- www.festivaljungeklassik.de
chenland und der Schweiz. Das nun dritte Karsauer Orgelkonzert findet
unter der Mitwirkung des Trompeters Frank
Amrein statt. In Kooperation mit dem Bür-
gerbüro und der Ortsverwaltung Karsau.
16 KLASSIKCAPRICCIO BAROCKORCHESTER
«r(h)ein musikalisch»
So, 27. Mai, 18 Uhr, Stadtkirche St. Martin
Ticketpreise: 1. Kat. CHF 42.- / 2. Kat. CHF 28.-
KONZERT 1 DER BLÜTHNER-REIHE
In seinem Programm «r(h)ein musikalisch» begrüsst Ca-
Liederabend „Erwartung“ priccio den international bekannten Solisten Francesco
So, 6. Mai, 17 Uhr, Christuskirche Spendolini (Klarinette und Chalumeau), den die Presse
20 3, ermäßigt: 10 3 (nur Abendkasse!) begeistert als Musiker mit perfekter Beherrschung der
Instrumentaltechnik und besonderem Feingefühl lobt.
Sibylla Rubens, Sopran Musikalisch folgt das Orchester für einmal dem Rhein
Carl-Martin Buttgereit, Klavier nach Norden, zu Telemanns Ouvertüre und zum Klarinet-
Diesen Titel trägt auch die CD, die Si- tenkonzert des Karlsruher Komponisten Johann Melchi-
bylla Rubens und Carl-Martin Buttgereit or Molter. Die drei übrigen Komponisten dagegen lebten
mit Liedern bekannter und unbekannter alle mehrere Jahre an einem Fluss, der für die Schweiz
romantischer Komponisten im Januar nicht weniger wichtig ist, an der Elbe: Bach und Händel
2018 in Koproduktion mit dem Hessi- in Hamburg, Fasch in Zerbst.
schen Rundfunk aufgenommen haben.
Im Rheinfelder Konzert werden sie Aus- Konzertprogramm:
schnitte daraus präsentieren, u.a. erklin- Georg Friedrich Händel, Ouvertüre zu «Il Parnasso in Festa»
gen Lieder von Franz Liszt und als beson- Johann Friedrich Fasch, Konzert für Chalumeau, Streicher und B.c. B-Dur, FaWV L: B1
dere Rarität auch die hochromantischen Carl Philipp Emanuel Bach, Sinfonie B-Dur für Streicher und B.c., Wq 182 Nr. 2
Lieder des wiederentdeckten Frankfurter Johann Melchior Molter, Klarinettenkonzert A-Dur
Komponisten Anton Urspruch, dem auch Georg Philipp Telemann, Ouvertüre in B-Dur für 2 Oboen, Fagott, Streicher und B.C., TWV 55:B1
ein Großteil der CD gewidmet ist.
Solist: Francesco Spendolini, Klarinette und Chalumeau
KONZERT 2 DER BLÜTHNER-REIHE Vorverkauf:www.capriccio-barock.ch oder
Entdeckungsreisen Tourismus Rheinfelden, Stadtbüro, Marktgasse, T 061 835 52 00
So, 17. Juni, 20 Uhr, Christuskirche Tageskasse: ab 17.15 Uhr
(wegen Fußball verschoben!) Weitere Informationen: Capriccio Barockorchester, Marktgasse 16, CH-4310 Rheinfelden,
20 3, ermäßigt: 10 3 (nur Abendkasse!) T 061 813 34 13, www.capriccio-barock.ch
Cyprian Ensemble Freiburg; Kammermu-
sik für Streicher, Bläser und Klavier SCHLOSSKONZERTE BEUGGEN
Wieder einmal haben die Musiker des Cello Ensemble Cellissimo
CYPRIAN ENSEMBLE spannende Kammer- So, 3. Juni, 17 Uhr
musikraritäten aufgespürt. Angefangen Eintritt frei, Kollekte!
mit der farbigen Ouvertüre über hebräi-
sche Themen von S. Prokofieff, über das Es spielen Studierende der Hochschule für Musik Genf und der Hochschule der Künste
dramatisch bewegte Klavierquintett des Bern. Das Cello-Ensemble der Hochschule für Musik Genf, bestehend aus talentierten
Polen Ph. Scharwenka bis zum spielfreu- jungen Musikerinnen und Musikern aus Frankreich, Lettland, Weissrussland, China,
digen Oktett des erst 17-jährigen J. Kro- Polen, Kasachstan und Ukraine
gulkski, einem ebenfalls polnischen, sehr spielt unter der künstlerischen
früh verstorbenen Zeitgenossen von F. Leitung von Professor Denis Se-
Chopin, erwartet die Zuhörer ein weiteres verin im Rittersaal Werke von
abwechslungsreiches Programm des für Haydn, Vivaldi, Tschaikovskij u.a.
seine Entdeckerfreude bekannten CYPRI- Denis Severin ist Professor für
AN ENSEMBLE FREIBURG. Violoncello an der Hochschule
Dem Ensemble gehören Mitglieder des für Musik Genf-Neuchâtel und
SWR-Symphonie-Orchesters sowie Solo- an der Hochschule der Künste
bläser des Philharmonischen Orchesters Bern. Mehrfacher Preisträger internationaler Wettbewerbe wurde er u.a. mit dem ECHO
Freiburg an. Leitung hat Carl-Martin Butt- KLASSIK Preis 2015 und dem GRAMMY AWARD 2007 ausgezeichnet. Als Solist und Kam-
gereit mermusiker tritt er in namhaften Konzertsälen auf. Er ist Jurymitglied bei mehreren in-
ternationalen Wettbewerben und ist Präsident des Vereins „Kunst ohne Grenzen Basel“.
Anlässlich des neu erworbenen Flügels Blüthner (Bau-
jahr 1912) gibt es die Konzertreihe Blüthner-Reihe 2018 Veranstalter: Kulturamt
mit freundlicher Unterstützung der Evangelischen
Kirchengemeinde Rheinfelden, Förderkreis für Kir-
chenmusik Rheinfelden e.V., Kulturamt der Stadt
Rheinfelden (Baden).
KLASSIK 17Der Orchesterverein Rheinfelden unter
der Leitung von Lukas Merkelbach ent-
2. Musical Night
führt Sie über den Atlantik und spielt
Fr, 11. Mai, 20 Uhr
Musik amerikanischer Komponisten des
(Saalöffnung und Catering 18.30 Uhr)
20. Jahrhunderts. Das sinfonisch besetze
Sa, 12. Mai, 20 Uhr
Orchester spielt ein breites Spektrum ver-
(Saalöffnung und Catering 18.30 Uhr)
schiedener musikalischer Stilrichtungen:
So, 13. Mai, 17 Uhr
von moderner Ballett- und Theatermusik
(Saalöffnung und Catering 16.00 Uhr)
über Filmmusik bis zum Musical.
Bürgersaal Rheinfelden
VV: 21 3, erm.: 14 3, Kinder bis 12 Jahre 7 3
Frühjahrskonzert des Orche- Ergänzt wird dieser Abend durch zwei mu-
stervereins beider Rhein- sikmalerische, englische Kompositionen,
Musikverein Degerfelden mit Projekt-
chor und den Stargästen Aisata Black-
felden „aus der Neuen Welt“ die beide Vogelstimmen verarbeiten („on
So, 10. Juni, 17 Uhr Hearing the first Cuckoo in Spring“ von
man und Emanuele Caserta
Musiksaal Kurbrunnenanlage Frederick Delius sowie „The Lark Ascen-
Eintritt: Fr. 25,- (Auszubildende Fr. 15,-) ding“ von Ralph Vaughan Williams)
Vorverkauf: Touristinfo, Buch Merkel,
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre gratis
Reservix, Presse Löffler Herten, Birlin-
Mühle Degerfelden und Kultura mt
Rheinfelden Klappstuhl Serenade
Fr, 22. Juni, ab 20 Uhr im Städtli
Nach dem großen Erfolg der 1. Musical
Night wird die zweite Auflage purer Mu- Zum Sommeranfang – ein Konzert der
sical Emotionen präsentiert, wofür bereits besonderen Art auf ausgewählt schö-
einige hundert Tickets verkauft wurden. nen Plätzen im Städtli. Der Geiger Daniel
Das 53-köpfige symphonische Blasor- Hauptmann und die Cellistin Stéphanie
chester des Musikvereins interpretiert Meyer spielen und erzählen in ihrem Pro-
eigens für diese Konzerte geschriebene gramm „Bach Balkan“ eine Begegnung der
Arrangements, ergänzt von einer Combo Musik Johann Sebastian Bachs mit den
sowie dem Projektchor, bestehend aus Klängen des Balkans, vertreten durch fol-
den NoLimits aus Herten und den Sän- kloristische geprägte Kompositionen von
gern der ehemaligen Liederlichen Feel- Bela Bartok und Zoltan Kodaly.
harmonikern. Bitte – ganz wichtig! – KLAPPSTUHL MIT-
BRINGEN! Die Serenade nimmt ihren
Anfang an der Kapuzinerkirche (wo sie
im Falle von nichtsommerlichem Wetter
auch stattfinden wird).
Für das musikalische i-Tüpfelchen sor- 13. Solsberg Festival 2018
© Mario Borgreve
gen die professionellen Musical-Darstel- 24. Juni, 11.30 Uhr Stadtkirche St. Martin
ler: Emanuele Caserta, Publikumsliebling
der ersten Muscial Night, aktuell König Mit einem wahren Highlight endet das
der Löwen Hamburg; Aisata Blackman, Solsberg Festival in Rheinfelden: Dort
aktuell in der Hauptrolle in Bodyguard treten das Kammerorchester Basel unter
Stuttgart, davor in der Hauptrolle von Heinz Holliger und die Cellistin Sol Ga-
Sister Act Berlin. betta auf. Holliger setzt sich seit vielen
Jahren mit Schuberts Musik auseinander
und stellt seine Sicht auf die Sinfonien
des Wiener Meisters vor. Gabetta spielt
zwischen den beiden Sinfonien Nr. 5 B-
Dur, D 485 und Nr. 1 D-Dur, D 82 Haydns
C-Dur Cellokonzert Nr. 1 und erinnert auf
sehr musikalische Weise, wie stark sich
Schubert auf das Werk des zwei Genera-
tionen älteren Haydn stützte. Infos unter:
www.solsberg.ch
18 KLASSIKSie können auch lesen