Aktionsplan Wildbienen - Naturpark Schaffhausen
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Aktionspläne für gefährdete Tierarten im regionalen Naturpark Schaffhausen
© A. Rey
Aktionsplan Wildbienen
AP 2 RNPSHAktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
Herausgeber
Regionaler Naturpark Schaffhausen
Hauptstrasse 50
8217 Wilchingen
Dezember 2017
Autor
André Rey, Landschaftsarchitekt Ing. FH/SVU & Tierökologe
Langstrasse 62
8004 Zürich
Inhaltliche und redaktionelle Begleitung
Bernhard Egli, RNPSH
Titelbild: Megachile pilidens, Filzzahn-Mörtelbiene (Foto A. Rey)
Regionaler Naturpark Schaffhausen 2Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
INHALTSVERZEICHNIS
ZUSAMMENFASSUNG ................................................................................................... 4
1. EINLEITUNG ............................................................................................................ 4
2. ANGABEN ZU DEN ZIELARTEN .................................................................................. 6
2.1 Zielarten --------------------------------------------------------------------------------------- 6
2.2 Ökologie der Zielarten---------------------------------------------------------------------- 7
2.3 Gefährdungsursachen ------------------------------------------------------------------- 11
2.4 Bestandesentwicklung, Bestandessituation ---------------------------------------- 13
2.5 Gefährdung --------------------------------------------------------------------------------- 14
3. UMSETZUNG AKTIONSPLAN ................................................................................... 17
3.1 Ziele ------------------------------------------------------------------------------------------ 17
3.2 Erhaltungs- und Förderungsmassnahmen ------------------------------------------ 18
4. ERFOLGSKONTROLLE ............................................................................................ 21
4.1 Erfolgsbeurteilung bisheriger Massnahmen ---------------------------------------- 21
4.2 Erfolgskontrolle Aktionsplan ------------------------------------------------------------ 21
4.2.1 Methode -------------------------------------------------------------------------------------------- 21
4.2.2 Erfolgsbeurteilung-------------------------------------------------------------------------------- 21
5. LITERATUR ........................................................................................................... 22
ANHANG I: VERBREITUNGSKARTE ZIELARTEN ............................................................ 23
ANHANG II: ARTENPORTRAITS DER ZIELARTEN ........................................................... 23
Regionaler Naturpark Schaffhausen 3Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
ZUSAMMENFASSUNG
Der Kanton Schaffhausen trägt für zahlreiche der hier vorkommenden Tier- und
Pflanzenarten eine besondere Verantwortung für ihren Fortbestand in der Schweiz
– dies trifft in einem besonders hohen Mass auch auf Wildbienenarten zu.
Mit diesem Aktionsplan sollen sämtliche Wildbienenarten berücksichtigt werden,
welche im Kanton Schaffhausen schutzbedürftig sind und besondere
Fördermassnahmen benötigen.
59 Wildbienenarten gelten für den vorliegenden Aktionsplan als Zielarten und
bilden dessen Grundlage.
Im Aktionsplan werden Art und Umfang der Massnahmen, die zusätzlich zu den
allgemeinen Biotopschutzaktivitäten notwendig sind, zusammengestellt und grob
lokalisiert.
Die 59 Zielarten lassen sich in 9 verschiedene Lebensraumtypen gliedern. Sie
benötigen in ihren Lebensräumen besondere Blütenpflanzen (Z.B. Weidenarten,
Schmetterlingsblütler, Körbchenblütler usw.) welche über ihre gesamte Flugzeit
verfügbar sind, sowie bestimmte Strukturen für den Nestbau. Abiotische Strukturen
umfassen Abbruchkanten, schütter bewachsene Böschungen, Felsaufschlüsse,
Findlinge, Trockenmauern, sandige Bodenstellen. Weiter benötigen die Zielarten
besondere Strukturen in der Vegetation wie besonntes Totholz, mehrjährig
ungemähte Brombeerfluren und weitere Mehrjährige Stängelstrukturen von Karden
und Königskerzen, sowie Altschilfbestände.
Gefährdungsursachen sind der Verlust magerer, extensiv genutzter, blüten- und
strukturreicher Lebensräume welche im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft
oder durch Ersatzaufforstungen zerstört wurden. Zudem wirken systemische
Insektizide wie Neonicotinoide und Pyrethroide für Wildbienen tödlich und sind
mitverantwortlich für ihren Rückgang. Weitere Gründe für Gefährdung und
Populationsrückgänge sind Lebensraumverlust, Fragmentierung der Landschaft,
intensive Forstwirtschaft (v.a. Hoch- und Dauerwaldbewirtschaftung),
Gewässeruferverbauungen, Verlust von Kleinstrukturen und blütenreiche Wiesen,
Weiden und Ruderalfluren.
Die Verbreitung der 59 Zielarten ist auf der Karte im Anhang l ersichtlich, daraus
ergeben sich fünf Schwerpunktgebiete.
Die Massnahmen werden für jedes Schwerpunktgebiet anhand der ökologischen
Ansprüche der Zielarten hergeleitet. Die 59 Zielartenportraits mit allen
planungsrelevanten Informationen sind im Anhang ll zu finden.
Regionaler Naturpark Schaffhausen 4Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
1. Einleitung
Das Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz verlangt, dass dem
Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzenarten durch die Erhaltung genügend
grosser Lebensräume (Biotope) und durch andere geeignete Massnahmen
entgegenzuwirken ist. Zahlreiche im Kanton Schaffhausen vorkommende Tier- und
Pflanzenarten gelten als stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Einige der
hier vorkommenden Wildbienenarten gelten gemäss der Roten Liste von 1994
sogar als schweizweit ausgestorben und wurden in den letzten Jahren im Kanton
Schaffhausen wiederentdeckt. Der Kanton Schaffhausen trägt somit für zahlreiche
der hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten eine besondere Verantwortung für
ihren Fortbestand in der Schweiz – dies trifft in einem besonders hohen Mass auch
auf Wildbienenarten zu.
Für Wildbienen sind bisher in der Schweiz erst wenige spezifisch ausgerichtete
Artenschutzprojekte durchgeführt worden. Im Kanton Schaffhausen werden bereits
seit einigen Jahren gezielt einzelne Wildbienenarten gefördert (z.B. Zaunrüben-
Sandbiene, Schwarze Mörtelbiene). Mit diesem Aktionsplan sollen nun sämtliche
Wildbienenarten berücksichtigt werden, welche im Kanton Schaffhausen
schutzbedürftig sind und besondere Fördermassnahmen benötigen.
59 Wildbienenarten gelten für den vorliegenden Aktionsplan als Zielarten und
bilden dessen Grundlage. Diese oft hoch spezialisierten Arten stehen
stellvertretend für die gesamte Wildbienenfauna. Durch die Förderung der Zielarten
werden auch die meisten übrigen Wildbienenarten, sowie viele andere typische
Tier- und Pflanzenarten der Lebensräume der Zielarten mitgefördert. Im
Aktionsplan werden Art und Umfang der Massnahmen, die zusätzlich zu den
allgemeinen Biotopschutzaktivitäten notwendig sind, zusammengestellt und grob
lokalisiert.
Die im Detail zu erarbeitenden Projekte sollen die konkrete Planung und
Ausführung, sowie die Erfolgskontrolle umfassen, sind jedoch nicht Bestandteile
des Aktionsplans.
Regionaler Naturpark Schaffhausen 5Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
2. ANGABEN ZU DEN ZIELARTEN
2.1 Zielarten
Die 59 Zielarten wurden in Zusammenarbeit mit Andreas Müller ausgewählt und
lassen sich folgenden 9 Lebensräumen zuordnen:
Fromentalwiesen
• Andrena fulvago, Pipau-Sandbiene
• Andrena hattorfiana, Rotband-Sandbiene
• Andrena roase, Bärenklau-Sandbiene
• Andrena wilkella, Grobpunktierte Kleesandbiene
• Eucera longicornis, Juni-Langhornbiene
Trespenwiesen
• Andrena curvungula, Braune Schuppensandbiene
• Andrena nana, Punktierte Zwergsandbiene
• Lasioglossum minutulum, Kleine Schmalbiene
• Lasioglossum xanthopus, Dünen-Schmalbiene
• Osmia ravouxi, Französische Felsen-Mauerbiene
• Osmia rufohirta, Rothaarige Schneckenbiene
Mosaiklandschaften / Waldrand, Hecken -Magerwiesenkomplexe
• Andrena bucephala, Weissdorn-Sandbiene
• Andrena combinata, Dichtpunktierte Körbchensandbiene
• Andrena lathyri, Zaunwicken-Sandbiene
• Andrena pandellei, Graue Schuppensandbiene
• Bombus ruderarius, Gras-Hummel
• Bombus subterraneus, Gruben-Hummel
• Bombus veteranus, Sand-Hummel
• Hyklaeus rinki, Wald-Maskenbiene
• Melitta haemorrhoidalis, Glockenblumen-Sägehornbiene
• Osmia gallarum, Gallen-Mauerbiene
• Osmia spinulosa, Bedornte Schneckenbiene
• Osmia xanthomelana, Hufeisenklee-Mauerbiene
• Trachusa byssina, Grosse Harzbiene
Flachmoor / Gewässerufer
• Hylaeus pectoralis, Schilfgallen-Maskenbiene
• Melitta nigricans Blutweiderich-Sägehornbiene
Lichter Wald
• Anthophora furcata, Wald-Pelzbiene
• Coelioxys rufescens, Rötliche Kegelbiene
• Megachile ligniseca, Holz-Blattschneiderbiene
• Osmia pilicornis, Lungenkraut-Mauerbiene
Regionaler Naturpark Schaffhausen 6Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
Ackerfluren, Buntbrachen
• Andrena agilissima, Senf-Blauschillersandbiene
• Andrena alfkenella, Alfkens Zwergsandbiene
• Andrena distinguenda, Glanzlose Riefensandbiene
• Andrena floricola, Senf-Zwergsandbiene
• Andrena lagopus, Zweizellige Sandbiene
Sandgruben
• Andrena barbilabris, Bärtige Sandbiene
• Andrena mitis, Auen-Lockensandbiene
• Halictus confusus, Verkannte Furchenbiene
• Halictus sexcinctus, Sechsbindige Furchenbiene
• Lasioglossum intermedium, Mittlere Schmalbiene
• Lasioglossum limbellum, Geriefte Steilwand-Schmalbiene
• Lasioglossum marginatum, Langlebige Schmalbiene
• Lasioglossum sexstrigatum, Grosse Salbei-Schmalbiene
Kiesgruben/Steinbrüche
• Anthidium punctatum, Weissfleckige Wollbiene
• Anthophora aestivalis, Gebänderte Pelzbiene
• Hylaeus cornutus, Gehörnte Maskenbiene
• Hylaeus taeniolatus, Bändchen-Maskenbiene
• Lasioglossum nitidiusculum, Glänzende Schmalbiene
• Lasioglossum parvulum, Dunkle Schmalbiene
• Lasioglossumj interruptum, Schwarzrote Schmalbiene
• Megachile parietina, Schwarze Mörtelbiene
• Megachile pilidens, Filzzahn-Blattschneiderbiene
Siedlungsgebiet
• Andrena florea, Zaurüben-Sanbiene
• Anthophora quadrimaculata, Vierfleck-Pelzbiene
• Hylaeus punculatissima, Lauch-Maskenbiene
• Megachile rotundata, Luzernen-Blattschneiderbiene
• Osmia brevicornis, Schöterich-Mauerbiene
• Xylocopa violacea, Blauschwarze Holzbiene
• Osmia tridentata, Dreizahn-Stängelbiene
Regionaler Naturpark Schaffhausen 7Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
2.2 Ökologie der Zielarten
Die Ökologie der einzelnen Zielarten wird in den Artenportraits im Anhang
aufgezeigt. Im Folgenden werden die relevanten Faktoren für die ökologischen
Gruppen besprochen.
Fromentalwiesen
• Andrena fulvago, Pipau-Sandbiene
• Andrena hattorfiana, Rotband-Sandbiene
• Andrena roase, Bärenklau-Sandbiene
• Andrena wilkella, Grobpunktierte Kleesandbiene
• Eucera longicornis, Juni-Langhornbiene
Die Arten der Fromentalwiesen sind auf eine blütenreiche lückige Vegetation
angewiesen. Das Blütenangebot muss über die ganze Saison gross und vielfältig
sein. Der Schnitt soll gestaffelt und teilweise spät erfolgen. Von den Zielarten
besonders benötigte Blütenpflanzen sind Doldenblütler, Schmetterlingsblütler,
Körbchenblütler darunter besonders Skabiosen und Knautien.
Trespenwiesen
• Andrena curvungula, Braune Schuppensandbiene
• Andrena nana, Punktierte Zwergsandbiene
• Lasioglossum minutulum, Kleine Schmalbiene
• Lasioglossum xanthopus, Dünen-Schmalbiene
• Osmia ravouxi, Französische Felsen-Mauerbiene
• Osmia rufohirta, Rothaarige Schneckenbiene
Die Arten der Trespenwiesen benötigen neben lückiger Vegetation auch besonnte
Felsaufschlüsse oder Trockenmauern, schütter bewachsene Böschungen, sowie
sandige Bodenstellen. Das Blütenangebot muss über die ganze Saison gross und
vielfältig sein. Der Schnitt soll gestaffelt und teilweise spät erfolgen. Von den
Zielarten besonders benötigte Blütenpflanzen sind Schmetterlingsblütler und
Glockenblumen.
Regionaler Naturpark Schaffhausen 8Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
Mosaiklandschaften / Waldrand,
Hecken -Magerwiesenkomplexe
• Andrena bucephala, Weissdorn-Sandbiene
• Andrena combinata, Dichtpunktierte Körbchensandbiene
• Andrena lathyri, Zaunwicken-Sandbiene
• Andrena pandellei, Graue Schuppensandbiene
• Bombus ruderarius, Gras-Hummel
• Bombus subterraneus, Gruben-Hummel
• Bombus veteranus, Sand-Hummel
• Hyklaeus rinki, Wald-Maskenbiene
• Melitta haemorrhoidalis, Glockenblumen-Sägehornbiene
• Osmia gallarum, Gallen-Mauerbiene
• Osmia spinulosa, Bedornte Schneckenbiene
• Osmia xanthomelana, Hufeisenklee-Mauerbiene
• Trachusa byssina, Grosse Harzbiene
Die Arten der Mosaiklandschaften, Waldränder und Magerwiesen-Hecken-
Komplexe benötigen neben den blütenreichen Wiesen besonnte Felsaufschlüsse
oder Trockenmauern, schütter bewachsene Bodenstellen, mehrjährige Himbeer-
und Brombeerfluren, sowie besonntes Totholz. Das Blütenangebot muss über die
ganze Saison gross und vielfältig sein. Der Schnitt soll gestaffelt und teilweise spät
erfolgen. Von den Zielarten besonders benötigte Blütenpflanzen sind Weidenarten,
Weissdorn, Schwarzdorn, Ahornarten, Glockenblumen, Zaunwicken, Schmetter-
lingsblütler und Körbchenblütler.
Flachmoor / Gewässerufer
• Hylaeus pectoralis, Schilfgallen-Maskenbiene
• Melitta nigricans Blutweiderich-Sägehornbiene
Die Arten der Flachmoore und Gewässerufer benötigen mehrjähriges Altschilf,
sowie spät gemähte Hochstaudenfluren mit viel Blutweiderich.
Lichter Wald
• Anthophora furcata, Wald-Pelzbiene
• Coelioxys rufescens, Rötliche Kegelbiene
• Megachile ligniseca, Holz-Blattschneiderbiene
• Osmia pilicornis, Lungenkraut-Mauerbiene
Die Arten des lichten Waldes benötigen eine lichte Baumschicht (max. 50%
Deckung der Baumschicht) und viel besonntes Totholz (liegende und stehende
Stämme, Wurzelstöcke). Das Blütenangebot muss über die ganze Saison gross
und vielfältig sein. Der Schnitt von Mähflächen im Waldareal wie Waldwegeränder
soll gestaffelt und teilweise spät erfolgen. Von den Zielarten besonders benötigte
Blütenpflanzen sind Lungenkraut, Ziestarten, Lippenblütler und Disteln. Am besten
als Lebensraum geeignet sind schwach wüchsige Waldstandorte wie trockene
Buchenwald- oder Föhrenwaldstandorte.
Regionaler Naturpark Schaffhausen 9Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
Ackerfluren, Buntbrachen
• Andrena agilissima, Senf-Blauschillersandbiene
• Andrena alfkenella, Alfkens Zwergsandbiene
• Andrena distinguenda, Glanzlose
Riefensandbiene
• Andrena floricola, Senf-Zwergsandbiene
Die Arten der Ackerfluren und Buntbrachen benötigen verschiedene grossblumige
Kreuzblütler wie Leindotter (Camelina sativa), Rübsamen (Brassica rapa),
Schwarzer Senf (Brassica nigra), Brauner Senf (Brassica juncea), Weisser Senf
(Sinapis alba), Ackersenf (Sinapis arvensis), sowie Reseden. Zudem benötigen
diese Wildbienenarten Abbruchkanten von mindestens 1 m Höhe, oder auch
Trockenmauern mit Kalkmörtelfugen.
Sandgruben
• Andrena barbilabris, Bärtige Sandbiene
• Andrena mitis, Auen-Lockensandbiene
• Halictus confusus, Verkannte Furchenbiene
• Halictus sexcinctus, Sechsbindige Furchenbiene
• Lasioglossum intermedium, Mittlere Schmalbiene
• Lasioglossum limbellum, Geriefte Steilwand-Schmalbiene
• Lasioglossum marginatum, Langlebige Schmalbiene
• Lasioglossum sexstrigatum, Grosse Salbei-Schmalbiene
Die Arten der Sandgruben benötigen blütenreiche sandige Ruderalflächen und
schütter bewachsene Böschungen, Steilwände und Abbruchkanten. Von den
Zielarten besonders benötigte Blütenpflanzen sind Weidenarten (S. caprea, S.
purpurea, S. viminalis, S. triandra, S.pentrandra,), Liguster, Ahorn und
Heckenrose.
Regionaler Naturpark Schaffhausen 10Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
Kiesgruben/Steinbrüche
• Anthidium punctatum, Weissfleckige Wollbiene
• Anthophora aestivalis, Gebänderte Pelzbiene
• Hylaeus cornutus, Gehörnte Maskenbiene
• Hylaeus taeniolatus, Bändchen-Maskenbiene
• Lasioglossum nitidiusculum, Glänzende Schmalbiene
• Lasioglossum parvulum, Dunkle Schmalbiene
• Lasioglossumj interruptum, Schwarzrote Schmalbiene
• Megachile parietina, Schwarze Mörtelbiene
• Megachile pilidens, Filzzahn-Blattschneiderbiene
Die Arten der Kiesgruben und Steinbrüche benötigen blütenreiche Ruderalflächen,
besonnte Felsaufschlüsse, Trockenmauern und Findlinge, sowie Abbruchkanten
und Böschungen. Weiter brauchen diese Arten besonntes Totholz und mehrjährige
Brombeerfluren und andere Stängelstrukturen (v.a. Königskerze und Karde). Von
den Zielarten besonders benötigte Blütenpflanzen sind zudem
Schmetterlingsblütler, Natterkopf und Reseden.
Siedlungsgebiet
• Andrena florea, Zaurüben-Sanbiene
• Anthophora quadrimaculata, Vierfleck-Pelzbiene
• Hylaeus punculatissima, Lauch-Maskenbiene
• Megachile rotundata, Luzernen-Blattschneiderbiene
• Osmia brevicornis, Schöterich-Mauerbiene
• Xylocopa violacea, Blauschwarze Holzbiene
• Osmia tridentata, Dreizahn-Stängelbiene
• Andrena florea, Zaurüben-Sanbiene
Die Arten welche im Siedlungsgebiet gefördert werden können, benötigen
blütenreiche Magerwiesen und Ruderalflächen welche an einheimische Hecken
grenzen. Weiter brauchen diese Arten besonntes Totholz (t.w. morsch) und
mehrjährige Brombeerfluren und andere Stängelstrukturen (v.a. Königskerze und
Karde). Von den Zielarten besonders benötigte Blütenpflanzen sind zudem
Zaunrübe (sonniger Gehölzrand), Kreuzblütler, Schmetterlingsblütler besonders
Luzerne, Lippenblütler und Lauchgewächse.
Regionaler Naturpark Schaffhausen 11Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
2.3 Gefährdungsursachen
Viele magere, extensiv genutzte, blüten- und strukturreiche Lebensräume wurden
im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft oder durch Ersatzaufforstungen
zerstört. Durch Nutzungsaufgabe verbrachen und verwalden
Grenzertragsstandorte. Der Einsatz von Mineraldüngern und Herbiziden und der
Wechsel von Heu- zur Silagenutzung führten zu blütenarmen, ausgeräumten
Landschaften. Zudem wirken systemische Insektizide wie Neonicotinoide und
Pyrethroide für Wildbienen tödlich und sind mitverantwortlich für ihren Rückgang.
Weitere Gründe für Gefährdung und Populationsrückgänge sind
Lebensraumverlust, Fragmentierung der Landschaft, intensive Forstwirtschaft (v.a.
Hoch- und Dauerwaldbewirtschaftung), Gewässeruferverbauungen, Verlust von
Kleinstrukturen wie Abbruchkanten, Böschungen, Sukzessionsflächen,
Brombeerfluren, Krautsäume, Altgrasflächen, Ast- und Holzhaufen, Totholzbäume
sowie blütenreiche Wiesen, Weiden und Ruderalfluren. Durch den Verlust an
Lebensräumen und die Verinselung der verbleibenden wertvollen Flächen wird die
Flugdistanz zwischen Nahrungs- und Nisthabitat für Wildbienen immer grösser.
Damit können pro Zeiteinheit weniger Brutzellen versorgt werden, die Bienen altern
schneller bei erhöhter Flugaktivität und sterben früher. Zudem bleiben die (offenen)
Nester länger unbeaufsichtigt, was die Prädation erhöht und den Parasitenbefall
begünstigt.
Regionaler Naturpark Schaffhausen 12Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
2.4 Bestandesentwicklung, Bestandessituation
Bisher erfolgten im Kanton Schaffhausen erst in jüngerer Zeit und in nur wenigen
Gebieten systematische Wildbienen-Kartierungen. Dementsprechend können über
die Bestandesentwicklung und die aktuelle Bestandessituation der Zielarten im
Kanton Schaffhausen keine detaillierten Aussagen gemacht werden.
Es kann lediglich der aktuelle Wissensstand zur Verbreitung der Zielarten
aufgezeigt werden (Siehe Verbreitungskarte Zielarten im Anhang l).
Auf dieser Karte sind die Verbreitungsschwerpunkte der Zielarten erkennbar, diese
Gebiete sind für die Wildbienenfauna im ‘Regionalen Naturpark Schaffhausen’ von
zentraler Bedeutung:
• Ackerfluren des Klettgaus
• Magerwiesen, Waldränder und lichte Wälder im Randen
• Kies- und Sandgruben, Steinbrüche und Deponien im ganzen Kanton
• Siedlungsgebiet Schaffhausen-Neuhausen
• Rheinprallhänge in Rüdlingen, Nack D
Regionaler Naturpark Schaffhausen 13Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
2.5 Gefährdung
Die Rote Liste der Wildbienen aus dem Jahr 1994 ist veraltet, die Aktualisierung ist
zurzeit in Bearbeitung, erscheint aber wohl nicht vor 2020. Gemäss der
bestehenden Roten Liste der Schweiz sind rund 45% der Wildbienenarten
gefährdet. Es ist davon auszugehen, dass sich die Situation seit der Erstellung der
Roten Listen (1994) weiter verschlechtert hat.
Gemäss der Liste von 1994 ist die Gefährdung der 59 Zielarten der ‘Aktionsplans
Wildbienen’ des ‘Regionalen Naturpark Schaffhausen’ recht unterschiedlich.
Während etwa 1/3 der Zielarten (21 Arten) als ‘ungefährdet’ eingestuft wurde, gilt
ein weiterer Drittel der Zielarten (22 Arten) als ‘gefährdet’ und 1/6 der Zielarten (10
Arten) als ‘stark gefährdet’. Je weitere 5% der Zielarten (3 Arten) gelten als ‘vom
Aussterben bedroht’ oder ‘ausgestorben’.
Alle drei als ausgestorben taxierte Zielarten, sowie eine ‘stark gefährdete’ Art
kommen heute in den Ackerfluren des Klettgaus vor.
Die drei vom Aussterben bedrohten Zielarten kommen in den Trespenwiesen des
Schaffhauser Randen (Andrena curvungula), in der Deponie Brand (Lasioglossum
marginatum), resp. in verschienenen Kiesgruben, Steinbrüchen und dem
Siedlungsgebiet der Stadt Schaffhausen vor (Osmia tridentata).
Die ‘stark gefährdeten’ Zielarten sind in allen Lebensraumtypen zu finden, wobei
hier die Sandgruben und Steinbrüche von besonderer Bedeutung sind (Deponie
Brand, Steinbruch Wippel). Die verbleibenden ‘gefährdeten’ Zielarten sind in allen
Lebensräumen gleichermassen vertreten.
Somit besitzen im Regionalen Naturpark Schaffhausen die Ackerfluren des
Klettgaus eine herausragende Bedeutung für die Wildbienenfauna. Weiter sind die
Kies- und Sandgruben, Steinbrüche und Deponien im ganzen Kanton, sowie die
von Trockenmauern und Felsaufschlüssen durchsetze und gestaffelt gemähten
Trespenwiesen im Schaffhauser Randen, sowie das Siedlungsgebiet der Stadt
Schaffhausen von besonders grosser Bedeutung für die Wildbienenfauna.
Weitere bedeutsame Lebensräume für Wildbienen im Regionalen Naturpark
Schaffhausen sind gestaffelt und teilweise spät gemähte Fromentalwiesen,
Mosaiklandschaften/Waldränder resp. Magerwiesen-Hecken-Komplexe, lichte
Wälder und Flachmoore/Gewässerufer.
Regionaler Naturpark Schaffhausen 14Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
Gefährdungskategorien der Zielarten gemäss der Roten Liste von 1994:
0, ausgestorben:
• Andrena alfkenella, Alfkens Zwergsandbiene
• Andrena distinguenda, Glanzlose Riefensandbiene
• Andrena floricola, Senf-Zwergsandbiene
1, vom Aussterben bedroht:
• Andrena curvungula, Braune Schuppensandbiene
• Lasioglossum marginatum, Langlebige Schmalbiene
• Osmia tridentata, Dreizahn-Stängelbiene
2, stark gefährdet:
• Andrena agilissima, Senf-Blauschillersandbiene
• Andrena florea, Zaunrüben-Sandbiene
• Andrena pandellei, Graue Schuppensandbiene
• Andrena rosae, Bärenklau-Sandbiene
• Bombus subterraneus Gruben-Hummel
• Coelioxys rufescens, Rötliche Kegelbiene
• Halictus confusus, Verkannte Furchenbiene
• Halictus sexcinctus, Sechsbindige Furchenbiene
• Melitta nigricans, Blutweiderich-Sägehornbiene
• Xylocopa violacea, Blauschwarze Holzbiene
3, gefährdet:
• Andrena barbilabris, Bärtige Sandbiene
• Andrena bucephala, Weissdorn-Sandbiene
• Andrena combinata, Dichtpunktierte Körbchensandbiene
• Andrena mitis, Auen-Lockensandbiene
• Andrena nana, Punktierte Zwergsandbiene
• Andrena wilkella, Grobpunktierte Kleesandbiene
• Anthidium punctatum, Weissfleckige Wollbiene
Regionaler Naturpark Schaffhausen 15Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
• Anthophora aestivalis, Gebänderte Pelzbiene
• Bombus veteranus, Sand-Hummel
• Hylaeus cornutus, Gehörnte Maskenbiene
• Hylaeus pectoralis, Schilfgallen-Maskenbiene
• Hylaeus punctulatissima, Lauch-Maskenbiene
• Lasioglossum limbellum, Geriefte Steilwand-Schmalbiene
• Lasioglossum minutulum, Kleine Schmalbiene
• Lasioglossum xanthopus, Dünen-Schmalbiene
• Megachile partetina, Schwarze Mörtelbiene
• Megachile pilidens, Filzzahn-Blattschneiderbiene
• Megachile rotundata, Luzernen-Blattschneiderbiene
• Osmia brevicornis, Schöterich-Mauerbiene
• Osmia gallarum, Gallen-Mauerbiene
• Osmia pilicornis, Lungenkraut-Mauerbiene
• Osmia rufohirta, Rothaarige Schneckenbiene
Regionaler Naturpark Schaffhausen 16Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
3. UMSETZUNG AKTIONSPLAN
3.1 Ziele
1. Die Gefährdung der 6 Arten welche als ‘ausgestorben’ oder als ‘vom
Aussterben bedroht’ gelten, nimmt auf ‘stark gefährdet’ ab.
2. Von den 10 Arten welche als ‘stark gefährdet’ gelten, nimmt die
Gefährdung von mindestens 5 Arten innerhalb von 10 Jahren auf ‘gefährdet’
ab.
Zielwert Vorkommen
Es bestehen mindestens je 4 aktuelle Vorkommen von den 6 Arten welche als
‘ausgestorben’ oder als ‘vom Aussterben bedroht’ gelten.
Die Populationsgrössen von mindestens 5 der 10 als ‘stark gefährdet’ geltenden
Arten verdoppeln sich.
Zwischenziel 5 Jahre: die 6 Arten welche als ‘ausgestorben’ oder als ‘vom
Aussterben bedroht’ gelten, sterben nicht aus
Zielwert Vorkommen
Es bestehen mindestens je 2 aktuelle Vorkommen von den 6 Arten welche als
‘ausgestorben’ oder als ‘vom Aussterben bedroht’ gelten.
Die Populationsgrössen von mindestens 2 der 10 als ‘stark gefährdet’ geltenden
Arten verdoppeln sich.
Begründung: Das Aussterberisiko der Arten verkleinert sich, mit zunehmender
Grösse ihrer Verbreitungsgebiete und steigenden Polulationsgrössen.
Regionaler Naturpark Schaffhausen 17Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
3.2 Erhaltungs- und Förderungsmassnahmen
Vorrangig sollen die relevanten Lebensräume in den bestehenden
Verbreitungsgebieten der 16 am stärksten gefährdeten Zielarten qualitativ und
quantitativ aufgewertet werden. Bei der Ausarbeitung der Massnahmen werden
jedoch die Ansprüche aller Zielarten des jeweiligen Lebensraumes berücksichtigt:
Ackerfluren des Klettgaus
• Buntbrachen anlegen
• In Flächen ohne Rapsanbau (Kohlhernie) spät blühende Senfarten
ansähen, jedoch auch spontane Flora ermöglichen, indem ein Streifen bei
der Ansaat frei gelassen wird
• vegetationslose, leicht überhängende Hangkanten und Böschungen von
mindestens 1 m Höhe erhalten und freilegen
Magerwiesen, Waldränder und lichte Wälder im Randen
• Besonnte Felsformationen und Trockenmauern fördern
• Besonntes Totholz fördern
• Nur alle 2 Jahre (alternierend jährlich 50%) gemähte Krautsäume entlang
von Gehölzen und Gewässern ausscheiden
• Lückige Bodenstellen auf sandigen Böden schaffen
• Bei Magerwiesen am Waldrand Sukzessionsflächen schaffen
• Wiesen gestaffelt Mähen, teilweise spät
• 10-20 % Altgras belassen
• Mehrjährige Himbeer- und Brombeerfluren fördern und etappenweise
Pflegen
• Ansaaten mit Körbchenblütlern (v.a. Knautien, Skabiosen, Pipau),
Schmetterlingsblütlern, Doldenblütlern, Glockenblumen und
Glockenblumen
• Förderung von Weidenarten, Weissdorn, Schwarzdorn und Ahornarten
• Auf Buchenwaldstandorten an Magerwiesen angrenzende lichte Wälder
schaffen mit viel Lungenkraut, Ziestarten, Disteln, Lippenblütlern und
Totholz
• Waldwegränder spät und gestaffelt mähen
Regionaler Naturpark Schaffhausen 18Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
Kies- und Sandgruben, Steinbrüche und Deponien im ganzen Kanton
• Blütenreiche Ruderalfluren auf Sandböden fördern
• Ansaat von Schmetterlingsblütlern, Natterkopf, Reseden und Königskerzen
• Vegetationslose Böschungen und Abbruchkanten fördern und freilegen
• Besonnte Felsformationen, Trockenmauern, Schotter und Findlinge fördern
• Mehrjährige Stängelstrukturen fördern: Brombeerfluren, Königskerzen,
Karden
• Liguster, Ahorn, Heckenrose und Weidenarten fördern: S. caprea, S.
purpurea, S. viminalis, S. triandra, S.pentrandra,
Siedlungsgebiet Schaffhausen-Neuhausen
• Besonntes Totholz fördern, auch morsches
• Mehrjährige Stängelstrukturen fördern: Brombeerfluren, Königskerzen,
Karden
• Blütenreiche Ruderalfluren und Magerwiesen fördern
• Ansaat von Schmetterlingsblütlern (viel Luzerne), Lippenblütler,
Lauchgewächsen, Königskerzen und Karden
• Kreuzblütler, Schmetterlingsblütler, Lauchgewächse und Königskerzen
fördern
• Heckenkrautsäume mit Zaunwicken und Zaunrüben fördern
Regionaler Naturpark Schaffhausen 19Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
Rheinprallhänge in Rüdlingen, Nack D
• Auf Buchenwaldstandorten an Magerwiesen angrenzende lichte Wälder
schaffen mit viel Lungenkraut, Ziestarten, Disteln, Lippenblütlern
• Weidenarten fördern: S. caprea, S. purpurea, S. viminalis, S. triandra,
S.pentrandra,
• Förderung von Weissdorn, Schwarzdorn und Ahornarten
• Besonnte Felsformationen und Trockenmauern fördern
• Besonntes Totholz fördern
• Nur alle 2 Jahre (alternierend jährlich 50%) gemähte Krautsäume entlang
von Gehölzen und Gewässern ausscheiden
• Lückige Bodenstellen auf sandigen Böden schaffen
• Bei Magerwiesen am Waldrand Sukzessionsflächen schaffen
• Wiesen gestaffelt Mähen, teilweise spät
• 10-20 % Altgras belassen
• Mehrjährige Himbeer- und Brombeerfluren fördern und kontinuierlich
etappenweise Pflegen
• Ansaaten mit Körbchenblütlern (v.a. Knautien, Skabiosen, Pipau),
Schmetterlingsblütlern, Doldenblütlern, Glockenblumen und
Glockenblumen
Regionaler Naturpark Schaffhausen 20Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
4. ERFOLGSKONTROLLE
4.1 Erfolgsbeurteilung bisheriger Massnahmen
Diverse Erfolgskontrollen von Fördermassnahmen für Wildbienen in der Schweiz
belegen, dass Wildbienen eine Tiergruppe sind, die vergleichsweise einfach und
erfolgsversprechend gefördert werden kann. Dabei können viele hochspezialisierte
Arten ebenfalls und teilweise auch besonders gut im urbanen Raum gefördert
werden. Wenn man Wildbienen die benötigten Blütenpflanzen und Niststrukturen
anbietet, kann man davon ausgehen, dass sie auch einwandern, sofern sie in der
Umgebung vorkommen.
4.2 Erfolgskontrolle Aktionsplan
Die nachfolgend beschriebene Erfolgskontrolle bezieht sich auf das Zwischenziel 5
Jahre.
4.2.1 Methode
Bestandeskontrolle
• Intervall: alle 2 Jahre die bekannten Vorkommen der 16 Arten (vergl. Ziele)
kontrollieren.
• Vorgehen: 4-5 stichprobeartige Kartierungen in jedem Schwerpunktgebiet
Wirkungskontrolle bei aufgewerteten oder neu geschaffenen Lebensräumen
• Intervall: alle 2 Jahre die bekannten Vorkommen der 16 Arten (vergl. Ziele)
kontrollieren.
• Vorgehen: 4-5 stichprobeartige Kartierungen in jedem Schwerpunktgebiet
4.2.2 Erfolgsbeurteilung
Guter Erfolg
Die 6 ‘ausgestorbenen’ Arten kommen weiterhin vor
Misserfolg, Fehlentwicklungen
Es bleiben nur vier oder fünf Arten erhalten
Beurteilung Bestandesentwicklung
Aussage pro Art nach folgenden Kriterien:
stabil: gleich viele Nachweise wie im Rahmen der Voruntersuchung
zunehmend: mehr Nachweise wie in der Voruntersuchung
abnehmend: weniger Nachweise wie in der Voruntersuchung
unsichere Entwicklung: von Fall zu Fall zu beurteilen
Regionaler Naturpark Schaffhausen 21Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
5. LITERATUR
Amiet F., et al. (2007). Apidae 5 - Ammobates, Ammobatoides, Anthophora,
Biastes, Ceratina, Dasypoda, Epeoloides, Epeolus, Eucera, Macropis, Melecta,
Melitta, Nomada, Pasites, Tetralonia, Thyreus, Xylocopa. Fauna Helvetica 20.
Amiet F., et al. (2010). Apidae 6 - Andrena, Melitturga, Panurginus, Panurgus.
Fauna Helvetica 26
Amiet, F. & Krebs, A. (2012). Bienen Mitteleuropas. Gattungen, Lebensweise,
Beobachtung. Bern, Haupt Verlag.
Amiet, F. (1996). Apidae 1; Allgemeiner Teil, Gattungsschlüssel, die Gattungen
Apis, Bombus und Psithyrus. Insecta Helvetica Fauna 12.
Amiet, F., et al. (1999). Apidae 2 - Colletes, Dufourea, Hylaeus, Nomia,
Nomioides, Rhophitoides, Rophites, Sphecodes, Systropha. Fauna Helvetica
4.
Amiet, F., et al. (2001). Apidae 3 - Halictus, Lasioglossum. Fauna Helvetica 6.
Amiet, F., et al. (2004). Apidae 4 - Anthidium, Chelostoma, Coelioxys, Dioxys,
Heriades, Lithurgus, Megachile, Osmia, Stelis. Fauna Helvetica 9.
Westrich, P. (1990): Die Wildbienen Baden-Württembergs. E. Ulmer, Stuttgart.
2 Bände, Vergriffen.
Westrich, P. (2015). Wildbienen – Die anderen Bienen. Verlag Dr. F. Pfeil,
München.
Zurbuchen, A. & Müller A. (2012). Wildbienenschutz - von der Wissenschaft
zur Praxis. Bern, Haupt Verlag. Bristol-Schriftenreihe 33.
Regionaler Naturpark Schaffhausen 22Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
ANHANG I: VERBREITUNGSKARTE ZIELARTEN
Regionaler Naturpark Schaffhausen 23Aktionsplan Wildbienen RNPSH Dezember 2017
ANHANG II: ARTENPORTRAITS DER ZIELARTEN
Regionaler Naturpark Schaffhausen 24Sie können auch lesen