ONSTAGE - ALTERSVORSORGE UND VER MÖGENS AUFBAU - CLEVER VON DIVIDENDEN PROFITIEREN - COMSTAGE, ETF
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OnStage
Das ETF-Magazin von ComStage
Ausgabe Q2 2019 | Werbemitteilung | www.onstage-magazin.de
ETFs für Jung und Alt
Altersvorsorge und
V
ermögensaufbau – Clever von
Dividenden profitieren
WISSEN PRAXIS MÄRKTE
ETF im Fokus: Short-ETFs – Interview mit China – Weitere Kurschancen
Möglichkeiten nutzen, wenn Dr. Franz-Josef Leven, stell- nach gutem Jahresstart?
die Märkte fallen vertretender Geschäftsführer
des Deutschen AktieninstitutsINHALT
NEUES
Seite 04 ComStage-Webinar: ETF-Sparpläne –
Unkompliziert und flexibel Vermögen aufbauen
Alles Wichtige zu DAX & Co. per WhatsApp
Seite 05 Neu aufgelegte Broschüre: Deutsche
vollreplizierende ETFs ohne Wertpapierleihe
Jetzt neu: Die neue App für ComStage ETFs
MÄRKTE
Seite 06 Märkte im Fokus: Weiteres Erholungspotenzial
an den Aktienmärkten? 08
Seite 22 Rohstoffe: Licht und Schatten
Seite 42 China: Weitere Kurschancen nach gutem 22
Jahresstart?
TITELTHEMA
Seite 08 ETFs für Jung und Alt:
Altersvorsorge und Vermögensaufbau –
Clever von Dividenden profitieren
PRAXIS
Seite 18 Sparpläne & Aktionen:
ETF-Sparplan oder Einmalanlage
Seite 34 Interview mit Dr. Franz-Josef Leven,
stellvertretender Geschäftsführer des
Deutschen Aktieninstituts
ETF-KOLUMNE
Seite 20 »Einmalanlage oder Sparplan?«
WISSEN
Seite 30 ETF im Fokus: Short-ETFs – Möglichkeiten
30
nutzen, wenn die Märkte fallen
Seite 38 ComStage ETFs auf Guidants
Seite 48 ETF-Sparplantest 2019: Banken können mit
Angeboten überzeugen
SERVICE
Seite 50 Service & Kontakt
Seite 51 Impressum/Disclaimer
Seite 52 Bestellkupon
Seite 53 ETF-Übersicht
2 OnStage | Q2 2019EDITORIAL
LAURA SCHWIERZECK
Chefredakteurin
Liebe Leser,
38 mit der Umstellung auf die Sommerzeit startet an der Börse
auch die spannende Zeit der Dividendenausschüttungen.
Bei den Aktionären ist daher der Frühling nicht nur wegen
des freundlicheren Wetters wohl die beliebteste Jahreszeit.
Vor allem beim Vermögensaufbau spielen laufende Erträge
wie Dividenden eine immer größer werdende Rolle. In der
Vergangenheit übernahm diese Aufgabe meist das Tages-
oder Termingeld. Doch jene Zeit ist lange vorbei und im
derzeitigen Niedrigzinsumfeld müssen sich Anleger nach
Alternativen umschauen. Dividendenstarke Aktien rücken
daher auf der Suche nach neuen Einkommensquellen immer
mehr in den Fokus.
Zum Start der heißen Phase der Dividendensaison gibt
Ihnen Andreas Hürkamp, Leiter Aktienmarktstrategie, einen
Ausblick zur DAX- und EURO STOXX 50-Dividendensaison
für das Geschäftsjahr 2018, der Sie bei der Ausrichtung
Ihrer Geldanlagen unterstützen soll. Erfahren Sie mehr über
42 die Dividendenrenditen und wie Sie ETFs sinnvoll für Ihren
Vermögensaufbau nutzen können.
48 Des Weiteren finden Sie in der aktuellen Ausgabe weitere
Beiträge unserer Analysten und ETF-Experten. Spannende
Themen wie »Rohstoffe: Licht und Schatten«, »China:
Weitere Kurschancen nach gutem Jahresstart?« und »ETF
im Fokus: Short-ETFs – Möglichkeiten nutzen, wenn die
Märkte fallen« warten auf Sie.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen der vorliegen-
den Ausgabe!
OnStage | Q2 2019 3NEUES
ComStage Webinar
»ETF-Sparpläne: Unkompliziert und flexibel Vermögen
aufbauen
Dass der Zinseszinseffekt das achte Wann: am 8. Mai 2019
Weltwunder sei, wird Albert Einstein um 18.00 Uhr
zugeschrieben. Der Ausspruch, dass Referent: Thomas Meyer zu Drewer,
gleich danach Sparpläne kämen, ist Geschäftsführer
zwar nicht eindeutig zuzuordnen, von ComStage
aber eine nicht von der Hand zu
weisende Aussage. Allein im ver
gangenen Jahr ist die Anzahl abgeschlossener ETF-Sparpläne
um nahezu 50 Prozent gestiegen. Kein Wunder, denn ETF-
Sparpläne erlauben bereits mit sehr geringen Summen, lang Sie haben Interesse an unseren Webinaren? Dann melden Sie
fristig Vermögen aufzubauen. Wie dies einfach und flexibel sich jetzt kostenlos an und Sie erhalten Neuigkeiten, Termine
mit ETFs funktioniert, beleuchtet dieses ComStage Webinar. und Wissenswertes bequem per E-Mail.
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»Alles Wichtige zu DAX, Gold & Co. per WhatsApp
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WhatsApp-Service bekommen Sie täglich frische News, Trends starke Kursbewegungen am Rohstoffmarkt –
und Analysen direkt aus dem Handelsraum der Commerzbank. Sie erhalten alle wichtigen Informationen
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Kapitalmarkt erwarten Sie zusätzlich wissenswerte Informatio-
nen zum Vermögensaufbau und der Altersvorsorge mit ETFs.
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4 OnStage | Q2 2019NEUES
Jetzt kostenlos bestellen
»Neue Auflage: Deutsche vollreplizierende ETFs
ohne Wertpapierleihe
ComStage hat in den vergangenen Jahren ständig die Produkt- heit der ETFs ist das
palette erweitert. Ziel ist es, Anlegern eine größtmögliche Domizilland. Die voll
Auswahl an ETFs für die unterschiedlichsten Anlagestrategien replizierenden ComStage 1
und Lösungswünsche zu bieten. Anleger, die Wert auf in ETFs sind in Deutschland
Deutschland aufgelegte, vollreplizierende ETFs legen, werden aufgelegt und unterliegen
bei ComStage 1 ETFs fündig. dem deutschen Fonds-
recht. Die einzelnen
Die vollreplizierenden ComStage 1 ETFs gehen zurück zu den Besonderheiten erfahren
Wurzeln der Indexfonds: Sie kaufen in der Regel genau die Sie in der Neuauflage
Werte, aus denen sich der Index zusammensetzt. Damit können dieser Broschüre.
Investoren jederzeit genau nachvollziehen, welche Wertpapiere
der ETF enthält. Die Wertpapierleihe wird explizit ausge- Jetzt kostenlos bestellen!
schlossen. Einmal jährlich werden Dividenden und sonstige Siehe Bestellkupon auf
Erträge an den Anleger ausgeschüttet. Eine weitere Besonder- Seite 52.
Jetzt neu
»Die neue App für ComStage ETFs
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neuen App für ComStage ETFs sind Sie immer gut informiert. Sie unter:
Die ComStage ETF-App bietet Ihnen jetzt die Möglichkeit, sich @ www.comstage.de/app «
auch mobil immer und überall umfassend zu Exchange Traded
Funds (ETFs) informieren zu können. Mit den Realtime-Indika
tionen der Commerzbank zu den wichtigsten Indizes, Aktien,
Edelmetallen, Währungen und Rohstoffen sind Sie auch unter-
wegs stets auf aktuellem Stand.
Die App bietet zudem eine komfortable Produktsuche, die
sich speichern lässt. So können Nutzer auch unterwegs schnell
und einfach auf die Produktsuche zugreifen. Über die Watch-
liste lässt sich dieser Überblick eigenständig konfigurieren.
OnStage | Q2 2019 5MÄRKTE | MÄRKTE IM FOKUS
Märkte im Fokus
Weiteres Erholungspotenzial an
den Aktienmärkten?
Die Erholung an den Aktienmärkten seit Jahresanfang hat die
Einschätzungen vieler Analysten bestätigt, dass die vorherigen
deutlichen Kursverluste eine Übertreibung darstellten. Wie weit
die Erholung noch laufen kann, ist allerdings eine Frage
der fundamentalen und auch der politischen Rahmen-
bedingungen. Getrieben wurde die Erholung unter Europa: EURO STOXX 50 +12,88 %
anderem von Makrodaten,
die zwar schwach, aber nicht
schwächer als befürchtet aus-
fielen, und den Kommentaren
der Notenbanken weltweit, die USA: S&P 500 +13,01 %
darauf schließen ließen, dass
Deutschland: DAX +10,40 %
die Sorge über eine zu restriktive
Geldpolitik ebenfalls zu stark
eingepreist war.
Emerging Markets: MSCI Emerging Markets +10,71 %
Veränderung der angegebenen Indizes im Betrachtungszeitraum
vom jeweiligen Jahresschlusskurs 2018 bis zum 18. März 2019
Deutschland: DAX +10,40 %
USA: S&P 500 +13,01 %
Europa: EURO STOXX 50 +12,88 %
Japan: Nikkei 225 +7,84 %
Emerging Markets: MSCI Emerging Markets +10,71 %
Stand: 18. März 2019; Quelle: Bloomberg
ROHSTOFFE SHORT-ETFS
Die Weltwirtschaft ist holprig ins Jahr 2019 gestartet. Dass Fallen die Märkte, fragen sich viele Anleger, wie sie mit ihren
zyklische Rohstoffe wie Energieträger und Industriemetalle Investments auch in solchen Phasen profitieren können. Eine
dennoch teurer sind als zu Jahresbeginn, ist den Hoffnungen Möglichkeit sind Short-ETFs. Diese bilden einen Index ab, der die
geschuldet, dass die Weltkonjunktur wieder Tritt fasst. Wir Marktentwicklung umgekehrt, also invers darstellt. Für welche
denken, dass dieser Optimismus gerechtfertigt ist und erwarten, Investoren der Einsatz von Short-ETFs geeignet ist und wie Short-
dass diese Rohstoffe ihre Gewinne verteidigen bzw. teilweise ETFs im Vergleich zu klassischen ETFs funktionieren, erfahren Sie
noch weiter zulegen werden. Mehr erfahren Sie ab Seite 22. ab Seite 30.
6 OnStage | Q2 2019MÄRKTE | MÄRKTE IM FOKUS
Veränderung*
Kurs in
Indizes Indexpunkten 1 Monat 1 Jahr 5 Jahre
DAX 11.657,06 3,16 % –5,91 % 26,12 %
MDAX 25.220,23 3,68 % –1,59 % 53,58 %
SDAX 10.913,82 1,91 % –10,31 % 53,46 %
EURO STOXX 50 3.387,94 4,53 % –1,44 % 10,22 %
STOXX Europe 600 382,11 3,57 % 1,16 % 16,52 %
Dow Jones 25.914,10 0,12 % 3,88 % 58,63 %
S&P 500 2.832,94 2,07 % 2,94 % 51,31 %
MSCI North America 2.850,47 2,09 % 2,86 % 46,60 %
Nasdaq 100 7.326,28 3,84 % 4,36 % 97,65 %
MSCI World 2.117,99 2,49 % –0,75 % 27,17 %
MSCI Emerging Markets 1.069,26 3,75 % –11,86 % 12,26 %
Nikkei 225 21.584,50 3,27 % –0,42 % 49,78 %
HSI (Hongkong Hang-
29.409,01 5,41 % –6,64 % 36,26 %
Seng Index)
NYSE Arca Exchange 167,33 –0,35 % –2,24 % –31,79 %
Gold BUGS™
Japan: Nikkei 225 +7,84 % Veränderung*
Rohstoffe Kurs 1 Monat 1 Jahr 5 Jahre
WTI-Öl Future 59,09 USD 6,30 % –5,21 % –40,73 %
Brent-Öl Future 67,54 USD 1,95 % 2,01 % –36,75 %
Gold 1.303,71 USD –1,42 % –0,80 % –3,84 %
Silber 15,35 USD –2,77 % –6,05 % –26,31 %
Veränderung*
Währungen
und Zinsen Kurs/Zinssatz 1 Monat 1 Jahr 5 Jahre
EUR/USD 1,1337 USD 0,36 % –7,75 % –18,64 %
EUR/JPY 126,3400 JPY 1,25 % –3,02 % –10,62 %
EUR/CHF 1,1353 CHF 0,00 % –2,98 % –6,69 %
Tagesgeldsatz EONIA –0,37 % 0,00 % 0,82 % –330,63 %
Bund-Future 164,27 % –1,32 % 3,84 % 14,67 %
CHINA
10Y U.S. Treasury Notes 122,84 % 0,41 % 2,08 % –1,31 %
2018 verloren chinesische Aktien rund 20 Prozent an Wert. Aus-
Zinsen 10-jährige 0,08 % –17,82 % –85,46 % –94,70 %
gelöst wurden die Verluste vor allem aufgrund der Sorge eines
Bundesanleihen
nachlassenden BIP-Wachstums in China und wegen des Handels-
Zinsen 10Y U.S. 2,60 % –2,23 % –8,48 % –2,58 %
streits zwischen den USA und China. Nach den kräftigen Kurs Treasury Bonds
rückgängen im vergangenen Jahr haben die chinesischen Aktien-
Stand: 18. März 2019; Quelle: Bloomberg, Commerzbank AG (eigene Berechnungen)
märkte seit Jahresbeginn wieder stark zugelegt. Mehr erfahren * Veränderung: 1 Monat = Veränderung seit dem 15. Februar 2019;
1 Jahr = Veränderung seit dem 18. März 2018;
Sie ab Seite 42. 5 Jahre = Veränderung seit dem 18. März 2014
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
OnStage | Q2 2019 7TITELTHEMA | CLEVER VON DIVIDENDEN PROFITIEREN
ETFs für Jung und Alt
Altersvorsorge und Vermögensaufbau –
Clever von Dividenden profitieren
Von einer Rendite in Höhe von 3,4 Prozent können auch tradi
tionelle Sparer nur träumen, die ihr Geld in Sparbuch, Fest
geld & Co. anlegen. Das beweist deutlich, dass es derzeit fast
ANDREAS HÜRKAMP unmöglich ist, ohne ein Investment in den Aktienmarkt Renditen
Leiter Aktienmarktstrategie, über der Inflation zu erzielen, geschweige denn, Vermögen
Commerzbank aufzubauen. Diese Tatsache scheint inzwischen auch bei den
deutschen Sparern angekommen zu sein. So stieg laut Deut-
schem Aktieninstitut 2018 die Zahl der Aktienbesitzer das vierte
Dieses Jahr kamen in Deutschland schon im Februar die ersten Jahr in Folge. Dennoch sind die Deutschen noch lange kein
Frühlingsgefühle auf. Bei Temperaturen von zum Teil über Volk von Aktionären – und das, obwohl die Anlageklasse
20 Grad wurden vielerorts über 100 Jahre alte Temperatur Aktien auf lange Sicht die beste Rendite bietet. Nicht zuletzt
rekorde gebrochen. Traditionell ist im Frühjahr nicht nur Zeit wegen der attraktiven Dividendenrenditen.
für das erste Eis im Park, sondern auch für die Hauptversamm
lungen der großen deutschen Konzerne. Das bedeutet für Während sich gut informierte Investoren teilweise auf den
Aktionäre: Dividendenausschüttungen. Und einiges spricht Kauf von dividendenstarken Einzelaktien spezialisieren, suchen
dafür, dass nicht nur bei den Temperaturen im Februar, Börseneinsteiger tendenziell nach mehr Diversifikation, um
sondern auch bei DAX-Dividenden in diesem Jahr ein neues nicht Gefahr zu laufen, mit Einzelaktien gegebenenfalls aufs
Allzeithoch markiert wird. falsche Pferd zu setzen. Börsengehandelte Indexfonds bieten
hier eine flexible und kostengünstige Art, solche breiter ge
Aktionäre von Infineon, thyssenkrupp und Siemens konnten streuten Dividendentitel in das Depot zu integrieren. Neben
sich schon über ihre Ausschüttung freuen. Die Hauptversamm- ETFs auf spezielle Dividendenindizes können aber auch Indizes
lungen der anderen 27 DAX-Unternehmen stehen noch aus. interessant sein, die nicht explizit auf eine Dividendenstrategie
Doch die DAX-Dividendensaison für das Geschäftsjahr 2018 ausgerichtet sind, sondern sich in den vergangenen Jahren
wird ein guter Dividendenjahrgang werden. 22 der 30 Unter- durch hohe Dividendenrenditen behauptet haben.
nehmen im DAX werden wahrscheinlich ihre Dividende an
heben, und die Dividendensumme könnte um 4 Prozent auf Zum Start der heißen Phase der Dividendensaison geben wir
das neue Allzeithoch von 38,6 Milliarden Euro steigen. Zudem Ihnen einen Ausblick zur DAX- und EURO STOXX 50-Dividen-
werden sechs DAX-Unternehmen wahrscheinlich eigene Aktien densaison für das Geschäftsjahr 2018, der Sie bei der Ausrich-
im Volumen von 7 Milliarden Euro zurückkaufen. Die Dividen- tung Ihrer Geldanlagen unterstützen soll. Erfahren Sie mehr
denrendite des DAX liegt mit 3,4 Prozent mehr als 300 Basis- über die Dividendenrenditen und wie Sie die ETFs sinnvoll für
punkte über der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe. Ihre Altersvorsorge und den Vermögensaufbau nutzen können.
OnStage | Q2 2019 9TITELTHEMA | CLEVER
ETFS FÜR
VON
JUNG
DIVIDENDEN
UND ALT PROFITIEREN
DAX-Dividenden markieren neues Allzeithoch
Die DAX-Dividendensaison für das Geschäftsjahr 2018 wird Tabelle 1: Fünf positive und vier negative DAX-Dividenden
ein guter Dividendenjahrgang werden. 22 der 30 Unterneh- überraschungen
men im DAX werden wahrscheinlich ihre Dividende anheben, Markterwartungen Angekündigte
in Euro Dividende in Euro
und die Dividendensumme könnte um 4 Prozent auf das neue
Allzeithoch von 38,6 Milliarden Euro steigen. Zudem werden Über den Erwartungen 5
sechs DAX-Unternehmen wahrscheinlich eigene Aktien im Allianz 8,77 9,00
Volumen von 7 Milliarden Euro zurückkaufen. Die Dividen- Continental 4,50 4,75
denrendite des DAX liegt mit 3,4 Prozent mehr als 300 Basis- Deutsche Börse 2,64 2,70
punkte über der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe. Münchener Rück 9,14 9,25
Wir erwarten für den DAX einen sehr volatilen Seitwärtstrend SAP 1,44 1,50
im Börsenjahr 2019. Steigende Dividenden und attraktive
Innerhalb der Erwartungen 15
Dividendenrenditen sind für uns ein wichtiger Trend, warum
BASF 3,210 3,20
das Börsenjahr 2019 schließlich eine positive DAX-Perfor-
Bayer 2,840 2,80
mance bringen wird.
Covestro 2,330 2,40
Deutsche Bank 0,120 0,11
In unserem DAX-Jahresausblick für 2019 hatten wir 20 DAX-
Deutsche Post 1,170 1,15
Dividendenerhöhungen und eine um 3 Prozent steigende
Deutsche Telekom 0,700 0,70
DAX-Dividendensumme prognostiziert. Bis Mitte März haben
nun 24 DAX-Unternehmen ihre Dividende angekündigt (siehe Beiersdorf 0,710 0,70
Tabelle 1), und die Dividendensaison läuft etwas besser als Fresenius 0,790 0,80
erwartet. Mittlerweile er Fresenius Medical Care 1,170 1,17
warten wir 22 Dividenden Infineon 0,270 0,27
erhöhungen im DAX, und die Linde (erstes Quartal) 0,875 0,875
»Bis Mitte März haben
DAX-Dividendensumme sollte Merck 1,280 1,25
24 DAX-Unternehmen
um 4 Prozent auf das neue RWE 0,700 0,70
ihre Dividende angekün-
Allzeithoch von 38,6 Milliar- Siemens 3,820 3,80
digt, und die Dividen-
den Euro steigen. Vonovia 1,440 1,44
densaison läuft etwas
besser als erwartet.« Unter den Erwartungen 4
Wir gehen davon aus,
Daimler 3,42 3,25
dass schließlich insgesamt
Henkel Vz. 1,88 1,85
22 DAX-Unternehmen ihre
Dividende anheben werden (Vorjahr 23), während mit thyssenkrupp 0,18 0,15
Daimler nur ein Unternehmen die Dividende senken wird Volkswagen Vz. 5,23 4,86
(Vorjahr ebenfalls 1). Sieben DAX-Unternehmen (Vorjahr 6) Stand: 11. März 2019; Quelle: FactSet Markterwartungen, Commerzbank AG
werden eine unveränderte Dividende zahlen (siehe Tabelle 2). Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.
10 OnStage | Q2 2019TITELTHEMA | CLEVER VON DIVIDENDEN PROFITIEREN
Tabelle 2: Insgesamt 22 DAX-Dividendenerhöhungen wahrscheinlich
Kurs Dividende in Euro GJ 2018 HV-Termin
in Euro 2019
GJ 2012 GJ 2013 GJ 2014 GJ 2015 GJ 2016 GJ 2017 In Euro Rendite in %
adidas 212,60 1,35 1,50 1,50 1,60 2,00 2,60 3,20 1,51 9. Mai
Allianz 196,80 4,50 5,30 6,85 7,30 7,60 8,00 9,00 4,57 8. Mai
BASF 66,90 2,60 2,70 2,80 2,90 3,00 3,10 3,20 4,79 8. Mai
BMW 73,20 2,50 2,60 2,90 3,20 3,50 4,00 4,00 5,47 16. Mai
Bayer 68,40 1,90 2,10 2,25 2,50 2,70 2,80 2,80 4,09 26. April
Beiersdorf 85,00 0,70 0,70 0,70 0,70 0,70 0,70 0,70 0,82 17. April
Continental 139,70 2,25 2,50 3,25 3,75 4,25 4,50 4,75 3,40 26. April
Covestro 48,70 NA NA NA 0,70 1,35 2,20 2,40 4,93 12. April
Daimler 50,80 2,20 2,25 2,45 3,25 3,25 3,65 3,25 6,40 22. Mai
Deutsche Bank 8,10 0,75 0,75 0,75 0,00 0,19 0,11 0,11 1,36 23. Mai
Deutsche Börse 113,10 2,10 2,10 2,10 2,25 2,35 2,45 2,70 2,39 8. Mai
Deutsche Post 28,10 0,70 0,80 0,85 0,85 1,05 1,15 1,15 4,10 15. Mai
Deutsche Telekom 15,00 0,70 0,50 0,50 0,55 0,60 0,65 0,70 4,68 28. März
E.ON 9,80 1,10 0,60 0,50 0,50 0,21 0,30 0,43 4,37 14. Mai
Fresenius 48,20 0,37 0,42 0,44 0,55 0,62 0,75 0,80 1,66 17. Mai
Fresenius Medical Care 67,10 0,75 0,77 0,78 0,80 0,96 1,06 1,17 1,74 16. Mai
HeidelbergCement 63,90 0,47 0,60 0,75 1,30 1,60 1,90 2,20 3,44 9. Mai
Henkel Vz. 89,20 0,95 1,22 1,31 1,47 1,62 1,79 1,85 2,07 8. April
Infineon 19,30 0,12 0,12 0,18 0,20 0,22 0,25 0,27 1,40 21. Februar
Linde 151,90 2,70 3,00 3,15 3,45 3,70 3,90/3,10 3,05 2,70 26. April
Lufthansa 22,50 0,00 0,45 0,00 0,50 0,50 0,80 0,85 3,78 7. Mai
Merck 97,40 0,85 0,95 1,00 1,05 1,20 1,25 1,25 1,28 26. April
Münchener Rück 209,00 7,00 7,25 7,75 8,25 8,60 8,60 9,25 4,43 30. April
RWE 21,70 2,00 1,00 1,00 0,00 0,00 0,50/1,00 0,70 3,23 3. Mai
SAP 95,80 0,85 1,00 1,10 1,15 1,25 1,40 1,50 1,57 15. Mai
Siemens 95,80 3,00 3,00 3,30 3,50 3,60 3,70 3,80 3,97 30. Januar
thyssenkrupp 12,30 0,00 0,00 0,11 0,15 0,15 0,15 0,15 1,22 1. Februar
Volkswagen Vz. 146,70 3,56 4,06 4,86 0,17 2,06 3,96 4,86 3,31 14. Mai
Vonovia 45,80 0,70 0,70 0,78 0,94 1,12 1,32 1,44 3,15 16. Mai
Wirecard 133,40 0,11 0,12 0,13 0,14 0,16 0,18 0,20 0,15 18. Juni
Stand: 11. März 2019; Quelle: DAX-Geschäftsberichte, Datastream, Commerzbank Schätzungen. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.
Fett: Das Unternehmen hat bereits bis zum 12. März 2019 die Dividende für das Geschäftsjahr 2018 angekündigt.
OnStage | Q2 2019 11TITELTHEMA | CLEVER
ETFS FÜR
VON
JUNG
DIVIDENDEN
UND ALT PROFITIEREN
Mit dem Rückenwind der 22 Dividendenerhöhungen wird die (380 Millionen Euro), E.ON (280 Millionen Euro), Deutsche
DAX-Dividendensumme um 1.500 Millionen Euro bzw. 4 Pro- Telekom (240 Millionen Euro) und Bayer (210 Millionen Euro)
zent auf das neue Allzeithoch von 38,6 Milliarden Euro steigen werden fünf DAX-Unternehmen ihre Dividendenausschüttung
(siehe Grafik 1). Mit Volkswagen (450 Millionen Euro), Allianz um jeweils mehr als 200 Millionen Euro anheben.
Tabelle 3: DAX-Autosektor zahlt 24,6 Prozent der gesamten DAX-Dividenden
Dividendensumme in Millionen Euro
GJ 2009 GJ 2010 GJ 2011 GJ 2012 GJ 2013 GJ 2014 GJ 2015 GJ 2016 GJ 2017 GJ 2018e
DAX-Dividendensumme in Millionen Euro 20.015 25.928 27.507 27.661 26.859 29.481 29.226 31.688 37.056 38.595
DAX-AUTOMOBILE (BMW, Continental, Daimler, Volkswagen)
Dividendensumme in Millionen Euro 951 3.857 5.260 6.078 6.485 7.469 6.397 7.642 9.402 9.475
Anteil Automobilaktien in Prozent 4,8 14,9 19,1 22,0 24,1 25,3 21,9 24,1 25,4 24,6
DAX-VERSICHERUNGEN (Allianz, Münchener Rück)
Dividendensumme in Millionen Euro 2.922 3.142 3.147 3.294 3.659 4.405 4.649 4.748 4.714 5.154
Anteil Versicherungsaktien in Prozent 14,6 12,1 11,4 11,9 13,6 14,9 15,9 15,0 12,7 13,4
DAX-ENERGIEVERSORGER (E.ON, RWE)
Dividendensumme in Millionen Euro 4.725 4.725 3.134 3.326 1.760 1.581 981 415 1.572 1.393
Anteil Versorgeraktien in Prozent 23,6 18,2 11,4 12,0 6,6 5,4 3,4 1,3 4,2 3,6
Stand: 11. März 2019; Quelle: Commerzbank Schätzungen; e = erwartet. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.
12 OnStage | Q2 2019TITELTHEMA | CLEVER VON DIVIDENDEN PROFITIEREN
Die Dividendensumme der deutschen Autobauer BMW, Daimler dendenszenario mit 38,6 Milliarden Euro DAX-Dividenden
und Volkswagen und des Autozulieferers Continental wird bedeutet damit eine DAX-Dividendenrendite von attraktiven
leicht von 9,4 Milliarden Euro auf 9,5 Milliarden Euro steigen. 3,3 Prozent für das Geschäftsjahr 2018. Die DAX-Dividenden-
Die Dividendensenkung von Daimler wird mehr als ausge rendite liegt damit weiterhin deutlich sowohl über der Rendite
glichen durch eine höhere Dividende von Volkswagen und der zehnjährigen Bundesanleihe von 0,1 Prozent als auch über
Continental. Der Autosektor der Rendite europäischer Unternehmensanleihen mit einem
zahlt damit weiterhin rund BBB-Rating und einer Laufzeit zwischen vier und sechs Jahren
ein Viertel der gesamten von 1,3 Prozent (siehe Grafik 2).
»Die 30 DAX-Unternehmen
DAX-Dividenden (siehe
bringen derzeit eine
Tabelle 3). Die Dividenden Die Aussichten für die DAX-Dividenden in den kommenden
Marktkapitalisierung von
summe der beiden Ver Jahren sind jedoch sehr unsicher, da Investoren im Dunkeln
1.160 Milliarden Euro auf
sicherungen Allianz und tappen, wie sich Risikofakto-
die Waage.«
Münchener Rück steigt ren wie der Handelskrieg,
von 4,7 Milliarden Euro auf der Brexit oder die Wachs- »Die Aussichten für die
5,1 Milliarden Euro, sodass tumsabschwächung in China DAX-Dividenden in den
beide Unternehmen 13 Prozent der DAX-Dividendensumme mittelfristig auf die Unter- kommenden Jahren sind
zahlen. Der Anteil der DAX-Dividenden aus dem DAX-Ver nehmensgewinne und damit jedoch sehr unsicher,
sorgersektor sinkt dagegen wieder auf unter 4 Prozent. Für auch auf die Dividenden da Investoren im Dunkeln
das Geschäftsjahr 2009 lag ihr Anteil noch bei bemerkenswert auswirken werden. So bietet tappen.«
hohen 24 Prozent. Seitdem ist die Dividendensumme der DAX- die BASF-Aktie derzeit eine
Versorger jedoch um 70 Prozent eingebrochen. attraktive Dividendenrendite
von 4,8 Prozent, da viele Investoren daran zweifeln, ob das
Die 30 DAX-Unternehmen bringen derzeit eine Marktkapitali- Unternehmen auch für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende
sierung von 1.160 Milliarden Euro auf die Waage. Unser Divi- von 3,20 Euro zahlen kann. Die noch fünf Jahre laufende
Grafik 1: DAX-Dividendensumme verbessert sich weiter auf Grafik 2: DAX-Dividenden bieten derzeit die höchsten Renditen
38,6 Milliarden Euro
in Mrd. Euro in Prozent
40 38,6 8,0
37,1
35
31,7
29,5 29,2 6,0
30 28,1 27,5 27,7 26,9
25,9
25 23,6 23,0 4,0
20,0
20 18,6
15,8 14,8
15 2,0
11,6
10,2 10,6
10
0
5
0 –2,0
00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12
16 17 18e13 14 15 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018
e = erwartet Dividenden DAX Unternehmensanleihen (Euroraum, BBB)
Stand: 12. März 2019; Quelle: DAX-Geschäftsberichte, Commerzbank Schätzungen Staatsanleihen Deutschland Geldmarkt drei Monate
Frühere Wertentwicklungen und Prognosen sind kein Indikator für die künftige Stand: 12. März 2019; Quelle: FactSet, Datastream, Commerzbank AG
Wertentwicklung. Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
OnStage | Q2 2019 13TITELTHEMA | CLEVER
ETFS FÜR
VON
JUNG
DIVIDENDEN
UND ALT PROFITIEREN
Unternehmensanleihe bietet dagegen derzeit nur noch eine Autobauer erzielen werden, wenn Elektroautos stetig Markt
Rendite von 0,3 Prozent pro Jahr (siehe Tabelle 4). anteile gewinnen werden. So bietet die Daimler-Aktie der
zeit eine Dividendenrendite von 6,4 Prozent, während dem
Noch größer ist die Unsicherheit im Autosektor, da Investoren Investor in die viereinhalb Jahre laufende Unternehmensanleihe
rätseln, welche Gewinne und damit Dividenden die deutschen von Daimler nur eine jährliche Rendite von 0,8 Prozent winkt.
Tabelle 4: Aktien bieten höhere (aber auch unsichere) Renditen als Unternehmensanleihen
Dividende in Euro Rendite in % Anleihe Rating
Unternehmen Kurs GJ 2015 GJ 2016 GJ 2017 GJ 2018e GJ 2017 GJ 2018e Rendite in % Moody’s Fitch Laufzeit
BASF 66,90 2,90 3,00 3,10 3,20 4,64 4,79 0,33 A1 A+u 22.01.2024
BMW 73,20 3,20 3,50 4,00 4,00 5,47 5,47 0,80 A1 NA 21.01.2025
Bayer 68,40 2,50 2,70 2,80 2,80 4,09 4,09 0,25 WR WD 25.01.2021
Continental 139,70 3,75 4,25 4,50 4,75 3,22 3,40 0,11 Baa1u BBB+ 09.09.2020
Daimler 50,80 3,25 3,25 3,65 3,25 7,19 6,40 0,85 A2 A– 07.08.2024
Deutsche Post 28,10 0,85 1,05 1,15 1,15 4,10 4,10 0,50 A3 BBB+ 22.04.2025
Deutsche Telekom 15,00 0,55 0,60 0,65 0,70 4,34 4,68 0,96 Baa1 BBB+ 21.02.2023
E.ON 9,80 0,50 0,21 0,30 0,43 3,05 4,37 0,32 Baa2 A–u*– 31.01.2020
Fresenius 48,20 0,55 0,62 0,75 0,80 1,56 1,66 1,24 Baa3 BBB– 03.06.2024
HeidelbergCement 63,90 1,30 1,60 1,90 2,20 2,97 3,44 1,16 Baa3 BBB–u 13.09.2022
Henkel Vz. 89,20 1,47 1,62 1,79 1,85 2,01 2,07 0,07 A2 Au 10.03.2022
Infineon 19,30 0,20 0,22 0,25 0,27 1,30 1,40 0,40 NA NA 22.05.2024
Linde 151,90 3,45 3,70 3,90/3,10 3,05 4,61 2,01 0,35 A2 NA 12.09.2019
SAP 95,80 1,15 1,25 1,40 1,50 1,46 1,57 0,18 A2 NA 20.02.2023
Siemens 95,80 3,50 3,60 3,70 3,80 3,86 3,97 –0,05 A1 Au 12.03.2021
thyssenkrupp 12,30 0,15 0,15 0,15 0,15 1,22 1,22 2,02 WR NR 04.04.2022
Volkswagen Vz. 146,70 0,17 2,06 3,96 4,86 2,70 3,31 0,93 A3 BBB+u 16.01.2023
Vonovia 45,80 0,94 1,12 1,32 1,44 2,88 3,15 0,56 NA NA 09.07.2022
Stand: 11. März 2019; Quelle: Commerzbank Dividendenprognosen, Datastream; e = erwartet. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.
14 OnStage | Q2 2019TITELTHEMA | CLEVER VON DIVIDENDEN PROFITIEREN
In Europa sollen die 50 Unternehmen im EURO STOXX 50 STOXX 50 bietet demnach eine erwartete Dividendenrendite
auf Basis der aktuellen Markterwartungen 105 Milliarden Euro von 3,6 Prozent für das Geschäftsjahr 2018. Die Hälfte der
an Dividenden für das Geschäftsjahr 2018 ausschütten. Die Unternehmen im EURO STOXX 50 lockt Investoren sogar mit
Unternehmen im EURO STOXX 50 haben derzeit eine Markt einer erwarteten Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent
kapitalisierung von ungefähr 2.900 Milliarden Euro. Der EURO (siehe Tabelle 5).
Tabelle 5: Die Hälfte der Unternehmen im EURO STOXX 50 lockt Investoren mit einer Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent
Rendite Rendite
Kurs 2018 Kurs 2018
Aktie in Euro GJ 15 GJ 16 GJ 17e GJ 18e in % Aktie in Euro GJ 15 GJ 16 GJ 17 GJ 18e in %
adidas 212,60 1,60 2,00 2,60 3,20 1,5 Iberdrola 7,60 0,28 0,31 0,32 0,35 4,6
Ahold 22,30 0,52 0,57 0,63 0,70 3,1 Inditex 26,40 0,60 0,68 0,75 0,80 3,0
Air Liquide 111,50 2,30 2,36 2,65 2,65 2,4 ING 10,70 0,65 0,66 0,67 0,68 6,3
Airbus 113,00 1,30 1,35 1,50 1,65 1,5 Intesa 2,10 0,14 0,18 0,20 0,20 9,4
Allianz 196,80 7,30 7,60 8,00 9,00 4,6 Kering 487,50 4,00 4,60 6,00 10,50 2,2
Amadeus IT 66,10 0,78 0,94 1,14 1,16 1,8 Linde 151,90 3,45 3,70 3,90 3,05 2,0
Anheuser-Busch 71,70 3,63 3,61 3,34 1,80 2,5 L'Oréal 227,30 3,10 3,30 3,55 3,85 1,7
ASML 161,20 0,80 1,19 1,40 1,61 1,0 LVMH 306,40 3,55 4,00 5,00 6,00 2,0
AXA 22,20 1,10 1,16 1,26 1,34 6,0 Münchener Rück 209,00 8,25 8,60 8,60 9,25 4,4
Banco Santander 4,10 0,20 0,21 0,22 0,23 5,6 Nokia 5,40 0,26 0,17 0,19 0,20 3,7
BASF 66,90 2,90 3,00 3,10 3,20 4,8 Orange 13,60 0,60 0,60 0,65 0,70 5,1
Bayer 68,40 2,50 2,70 2,80 2,80 4,1 Philips 35,40 0,80 0,80 0,80 0,85 2,4
BBVA 5,20 0,33 0,37 0,24 0,26 5,0 Safran 117,60 1,38 1,52 1,60 1,82 1,5
BMW 73,20 3,20 3,50 4,00 4,00 5,5 Sanofi 77,00 2,93 2,96 3,03 3,07 4,0
BNP Paribas 43,30 2,31 2,70 3,02 3,02 7,0 SAP 95,80 1,15 1,25 1,40 1,50 1,6
CRH 27,80 0,63 0,65 0,68 0,72 2,6 Schneider Electric 68,80 2,00 2,04 2,20 2,35 3,4
Daimler 50,80 3,25 3,25 3,65 3,25 6,4 Siemens 95,80 3,50 3,60 3,70 3,80 4,0
Danone 67,90 1,60 1,70 1,90 1,94 2,9 Société Générale 26,40 2,00 2,20 2,20 2,20 8,3
Deutsche Post 28,10 0,85 1,05 1,15 1,15 4,1 Telefónica 7,60 0,75 0,55 0,40 0,40 5,2
Deutsche Telekom 15,00 0,55 0,60 0,65 0,70 4,7 Total 50,80 2,44 2,45 2,31 2,65 5,2
Enel 5,50 0,16 0,18 0,24 0,28 5,1 Unibail-Rodamco 146,00 9,70 10,20 10,80 11,34 7,8
ENGIE 13,30 1,00 1,00 0,70 0,75 5,6 Unilever 48,30 1,21 1,28 1,43 1,55 3,2
Eni 15,10 0,80 0,80 0,80 0,83 5,5 VINCI 84,80 1,84 2,10 2,45 2,67 3,1
Essilor 103,70 1,11 1,50 1,53 2,04 2,0 Vivendi 25,60 2,00 0,40 0,45 0,50 2,0
Fresenius 48,20 0,55 0,62 0,75 0,80 1,7 Volkswagen Vz. 146,70 0,17 2,06 3,96 4,86 3,3
Stand: 11. März 2019; Quelle: FactSet Markterwartungen; e = erwartet. Prognosen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.
OnStage | Q2 2019 15TITELTHEMA | CLEVER VON DIVIDENDEN PROFITIEREN
Anlageidee: ETF auf Dividendenindizes sowie Indizes mit hohen Dividendenrenditen
Eine Möglichkeit, gezielt auf viele dividendenstarke Titel zu gerichtete Indizes haben in den vergangenen zwölf Monaten
setzen, bieten ETFs auf spezielle Dividenden-Indizes. So etwa mit hohen Dividendenrenditen glänzen können. So konnte bei-
der DivDAX Performance-Index. Er wird von der Deutschen spielsweise der STOXX Europe 600 Telecommunications Index
Börse berechnet und enthält die 15 Unternehmen aus dem eine Dividendenrendite von 5,76 Prozent erzielen und führt
DAX mit der höchsten Dividendenrendite. Während der damit die Rangliste der dividendenstärksten Indizes in den
DivDAX sich regional auf Deutschland beschränkt, bietet vergangenen zwölf Monaten an. Weitere Indizes mit vergleichs-
der EURO STOXX Select Dividend 30 Anlegern die Möglich- weise hohen Dividendenrenditen finden Sie im Folgenden.
keit, auch im Euroraum zu investieren. Der Performanceindex
besteht aus 30 Aktien und deckt die renditestärksten Titel im Weitere Informationen sowie ein Überblick über das gesamte
Verhältnis zu ihrem Heimatmarkt in der Eurozone ab. Aber Angebot an ComStage ETFs stehen Ihnen im Internet unter
auch einige nicht explizit auf eine Dividendenstrategie aus www.comstage.de zur Verfügung.
DIVIDENDE UND DIVIDENDENRENDITE
Die Dividende ist der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschüttet. Die Höhe der Dividende orientiert sich
am Gewinn des Unternehmens, wobei in der Regel ein Teil des Gewinns einbehalten und den Rücklagen zugeführt wird, um beispielsweise
Investitionen zu finanzieren.
Die Dividendenrendite ist die Dividende, ausgedrückt als prozentualer Anteil am Aktienkurs. Sie gibt somit die »Verzinsung« des investierten
Aktienkapitals je Aktie an und dient daher als klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie.
Dividendenrendite = (Dividende/Aktienkurs) x 100
16 OnStage | Q2 2019TITELTHEMA | CLEVER VON DIVIDENDEN PROFITIEREN
ComStage UCITS ETF auf WKN Pauschalgebühr p.a. Ertragsverwendung Historische 12-Monats- Geld-/Briefkurs
Dividendenrendite
(Stand: 25.01.2019)
Dividenden
DivDAX ETF 003 0,25 % Ausschüttend 4,10 % 27,40/27,41 EUR
EURO STOXX Select Dividend 30 ETF 051 0,25 % Ausschüttend 5,56 % 40,12/40,15 EUR
Branchen
STOXX Europe 600 Telecommunications ETF 077 0,25 % Ausschüttend 5,51 % 62,96/63,03 EUR
STOXX Europe 600 Basic Resources ETF 063 0,25 % Ausschüttend 6,43 % 95,85/95,97 EUR
STOXX Europe 600 Banks ETF 062 0,25 % Ausschüttend 5,25 % 32,57/32,60 EUR
STOXX Europe 600 Utilities ETF 079 0,25 % Ausschüttend 4,87 % 89,53/89,66 EUR
STOXX Europe 600 Insurance ETF 070 0,25 % Ausschüttend 4,67 % 59,88/59,95 EUR
STOXX Europe 600 Oil & Gas ETF 072 0,25 % Ausschüttend 4,61 % 82,32/82,46 EUR
Länder und Regionen
MSCI EM Eastern Europe ETF 116 0,60 % Ausschüttend 4,84 % 35,81/35,85 EUR
MSCI Taiwan ETF 119 0,60 % Ausschüttend 4,38 % 23,92/23,99 EUR
MSCI Pacific ex Japan ETF 115 0,45 % Ausschüttend 4,32 % 52,77/52,83 EUR
MSCI Europe ETF 111 0,25 % Ausschüttend 3,78 % 54,64/54,68 EUR
Hang-Seng China Enterprises ETF 023 0,55 % Ausschüttend 3,54 % 14,56/14,60 EUR
STOXX Europe 600 ETF 060 0,20 % Ausschüttend 3,66 % 76,92/76,95 EUR
EURO STOXX 50 ETF 050 0,08 % Ausschüttend 3,55 % 66,97/66,98 EUR
Stand: 25. März 2019; Quelle: Commerzbank AG
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.
OnStage | Q2 2019 17PRAXIS | SPARPLÄNE & AKTIONEN
Sparpläne & Aktionen
ETF-Sparplan oder Einmalanlage
Sowohl für den Vermögensaufbau als auch für die Altersvor- Betrag legen Anleger ihr Geld quasi zu einem Durchschnitts
sorge bieten ETFs eine effiziente und kostengünstige Anlage- preis an (Cost-Average-Effekt).
möglichkeit. Anleger können beim Investieren entscheiden, ob
sie sofort einen hohen Einmalbetrag investieren möchten oder Erfahren Sie mehr darüber, wo und zu welchen Konditionen Sie
mit einem Sparplan monatlich kleine Beträge einzahlen wollen. ComStage ETFs günstig kaufen oder besparen können. Die
folgenden Tabellen geben Ihnen einen Überblick über aktuelle
Bei einem Sofort-Investment können Anleger unmittelbar und Kooperationen sowie über die Lieblinge der ComStage
im vollen Umfang von ihrer Anlage profitieren. Allerdings steht ETF-Sparplananleger.
der Anleger vor einer zentralen Herausforderung: Wann ist der
günstigste Zeitpunkt, um sein Geld anzulegen? Ein monatlicher Weitere Informationen zu sparplanfähigen ComStage ETFs
ETF-Sparplan hingegen ist ein gutes Mittel, um sich gegen stehen Ihnen im Internet zur Verfügung:
die »Timing-Herausforderung« mit dem Cost-Average-Effekt
abzusichern. Denn mit einem monatlich fixen und konstanten @ www.comstage.de/sparplan «
»ETF-Sparpläne im Überblick
Partner Aktion im ETF- bzw. Wertpapier-Sparplan* ETFs im Angebot Sparrate
Kauf im ETF-Sparplan ohne Ausführungsgebühr in den ersten 24 Monaten
101 ausgewählte ETFs min. 50 EUR
bis zum 31. Dezember 2019
1,50 % des Ordervolumens pro Transaktion und ETF 84 ausgewählte ETFs min. 25 EUR
1,50 % vom Sparbetrag je Ausführung 65 ausgewählte ETFs min. 25 EUR
min. 50 EUR;
Kauf ohne Transaktionskosten 109 ausgewählte ETFs
max. 500 EUR
1,75 % Orderprovision vom Kurswert 4 ausgewählte ETFs min. 50 EUR
Kauf ohne Transaktionskosten 18 ausgewählte ETFs min. 50 EUR
Kauf ohne Transaktionskosten 57 ausgewählte ETFs min. 50 EUR
Kauf ohne Transaktionskosten 97 ausgewählte ETFs bis max. 500 EUR
Stand: März 2019
* Die maßgeblichen Konditionen der entsprechenden Aktionen finden Sie auf den Internetseiten der jeweiligen Partner.
18 OnStage | Q2 2019PRAXIS | SPARPLÄNE & AKTIONEN
»Die ComStage ETF-Sparplanlieblinge
Rang WKN Zugrunde liegender Index Ertragsverwendung Thema
1 ETF 110 MSCI World Ausschüttend Aktien Global
2 ETF 001 DAX Ausschüttend Aktien Deutschland
3 ETF 060 STOXX Europe 600 Ausschüttend Aktien Europa
4 ETF 011 Nasdaq 100 Ausschüttend Technologieaktien USA
5 ETF 500 iBoxx € Liquid Sovereigns Diversified Overall Ausschüttend Renten Eurozone
6 ETF 127 MSCI Emerging Markets Ausschüttend Aktien Global
7 ETF 012 S&P 500 Ausschüttend Aktien USA
8 ETF 050 EURO STOXX 50 Ausschüttend Aktien Eurozone
9 ETF 701 ComStage Vermögensstrategie Ausschüttend Multi-Asset
10 ETF 007 MDAX Ausschüttend Aktien Deutschland
11 ETF 091 NYSE Arca Gold BUGS™ Ausschüttend Goldminenaktien
12 ETF 090 Commerzbank Commodity ex-Agriculture EW Index Ausschüttend Rohstoffe
13 ETF 010 Dow Jones Industrial Ausschüttend Aktien USA
14 ETF 051 EURO STOXX Select Dividend 30 Ausschüttend Dividendenaktien Eurozone
15 ETF 901 DAX Ausschüttend Aktien Deutschland
16 ETF 123 S&P Small Cap 600 Ausschüttend Aktien USA
17 ETF 003 DivDAX Ausschüttend Dividendenaktien Deutschland
18 ETF 908 TecDAX Ausschüttend Technologieaktien Deutschland
19 ETF 907 MDAX Ausschüttend Aktien Deutschland
20 ETF 006 F.A.Z. Ausschüttend Aktien Deutschland
Stand: März 2019; Quelle: Commerzbank AG
»Der ComStage DivDAX-ETF bietet Anlegern die Möglichkeit, gezielt auf viele dividendenstarke Titel zu setzen. Der
DivDAX wird von der Deutschen Börse berechnet und enthält die 15 Unternehmen aus dem DAX mit der höchsten Divi-
dendenrendite. Im Titelthema auf den Seiten 8 bis 17 erfahren Sie mehr über die aktuelle Dividendensaison und wie Sie
ETFs sinnvoll für Ihren Vermögensaufbau nutzen können.«
OnStage | Q2 2019 19ETF-KOLUMNE
ETF-Kolumne
»Einmalanlage oder Sparplan?«
»Wie sollte ich am besten mein Geld anlegen: Als Einmal zwar über die nächsten 20 Jahre. Was passiert? Es wäre sehr
anlage oder über einen Sparplan?« Diese Frage wurde mir ungewöhnlich und widerspräche jeglicher Erfahrung, wenn
in den vergangenen Wochen und Monaten häufiger gestellt. die Märkte in diesem Zeitraum nicht schwanken würden. Mal
Kein Wunder nach den Marktturbulenzen im vergangenen steigen sie und verschaffen Ihnen gute Laune, mal fallen sie
Jahr und zu Beginn des Jahres 2019. Denn für viele von Ihnen und Sie ärgern sich. Glücklich, wer sich selbst vorher einen
stellt sich natürlich die Frage, ob die Marktkorrektur einen Plan zurechtgelegt hat und somit auch in schlechten Phasen
Einstieg nahelegt oder doch eher zu weiterer Vorsicht mahnt. durchhält. Was übrigens auch bedeutet, dass eine Anlage
der eigenen Risikotoleranz entsprechen sollte. Anders aus
Generell betrachtet geht an der Aktie nach wie vor kein Weg gedrückt: Sie müssen das Auf und Ab aushalten können. Der
vorbei. Das Zinsniveau ist niedrig, und es sieht auch nicht Lohn: eine bessere Wertentwicklung als bei einer Anlage
gerade so aus, als ob sich dies auf absehbare Zeit ändern wird. mittels eines Sparplans.
Und selbst wenn die Europäische Zentralbank ihren seit 2008
eingeschlagenen Kurs ändert, was viele Analysten nicht vor »Ist ein Sparplan also doch keine so gute Idee?«, werden
Ende 2019, ja eher 2020 erwarten, so wird dies kaum heißen, Sie nun fragen. »Nein, auf keinen Fall!«, ist meine Antwort.
dass die Zinsen mit einem Mal nach oben schießen. Viel wahr- Beginnen wir bei der Anlagesumme: Ich habe bewusst zuvor
scheinlicher ist es anzunehmen, dass das Zinsniveau moderat die 24.000 Euro der Einmalanlage gewählt. Denn für viele
bleiben wird und der langfristig einen Kapitalzuwachs erwar- Privatinvestoren ist eine Summe von 100 Euro pro Monat
tende und benötigende Investor Aktien in seinem Portfolio über 20 Jahre eine leicht anzusparende Summe. Macht bei
braucht. Womit sich die Eingangsfrage nach der Rentierlichkeit 12 Sparplanausführungen pro Jahr und 20 Jahren Laufzeit
einer Einmalanlage oder eines Sparplans stellt. 24.000 Euro, die man erst einmal haben muss, aber vielleicht
nicht ad hoc hat. Ein entscheidender Vorteil für den Sparplan
Die Einmalanlage erfordert von Investoren zweierlei: eine auf dem Weg zum Vermögensaufbau. Denn den gibt es schon
größere Geldsumme zu Beginn und gute Nerven während des ab einer Anlagesumme von 25 Euro pro Monat sehr kosten-
Anlagezeitraums. Eine höhere Hürde für den Anlagebetrag günstig, vielfach sogar ohne jegliche Transaktionskosten.
leitet sich allein schon dadurch ab, dass beim Investieren
Gebühren anfallen – die Transaktionskosten, die von der Bank Und nun kommt ein weiterer Zusatzeffekt hinzu: der Durch-
Ihres Vertrauens erhoben werden und die von Institut zu Insti- schnittskosteneffekt – den Sie auch unter Cost Average Effect
tut schwanken. Der Lohn ist eine nahezu immer bessere Wert im Internet finden. Da Sie in unserem Beispiel jeden Monat
entwicklung bei der Einmalanlage. Zumindest, wenn Sie die 100 Euro investieren, kaufen Sie mal mehr und mal weniger
Vergangenheit zugrunde legen, was die einzige verlässliche Anteile. Erlauben Sie mir, an dieser Stelle doch auf die zuvor
Quelle für Vergleiche ist, ist doch die Zukunft unsicher. Natür- verschmähte Modellrechnung einzugehen. Denn dann würde
lich können Sie Modellrechnungen so anlegen, dass dies anders sich zeigen, dass idealerweise zu Beginn der Ansparphase
aussieht und sich ein anderes Ergebnis einstellt. Aber deshalb die Märkte nur fallen und Sie somit sehr viele Anteile erwerben.
heißen Modellrechnungen auch Modellrechnungen. Uns inter- Wenn dann nach zum Beispiel der Hälfte der Zeit die Kurse
essiert aber das reale Anlegerleben. Nehmen wir an, Sie haben langsam und danach immer stärker anziehen, können Sie
eine Summe von 24.000 Euro, die Sie anlegen möchten, und sehr gut in die Nähe der Wertentwicklung einer Einmalanlage
20 OnStage | Q2 2019ETF-KOLUMNE
Thomas Meyer zu Drewer,
Geschäftsführer ComStage
COMSTAGE ETF-AKADEMIE
Sie haben noch Fragen? Dann schreiben Sie uns oder nutzen Sie die Möglichkeit, sich die Aufzeichnungen
vergangener Webinare, wie beispielsweise der fünfteiligen ComStage ETF-Akademie, anzuschauen.
Fragen per E-Mail an: Aufzeichnungen der Webinare unter:
info@comstage.de www.comstage-webinar.de/aufzeichnungen
kommen. Und das deutlich nervenschonender, denn es sind ja die 24.000 Euro heute. Sollten Sie das Geld dann an einem Tag
immer »nur« 100 Euro, die Sie investieren und die vom Gefühl anlegen oder doch auf zwei, drei oder gar vier Tage aufteilen?
her im Feuer stehen. Schlecht ist ein Sparplan nicht, betrachten Da niemand ernsthaft mit großer Treffergenauigkeit die Kurse
Sie nicht nur die reine Wertentwicklung, sondern schauen Sie des nächsten Tages oder auch der nächsten Woche vorher
auf das Gesamtpaket. sagen kann, beruhigt ein solches Vorgehen eher das Gefühl,
nicht den richtigen Einstiegszeitpunkt erwischt zu haben,
Noch ein Argument spricht für den Sparplan: Sie können die als dass es über einen Zeitraum von 20 Jahren einen wirklich
100 Euro in unserem Beispiel jeden zweiten oder dritten Monat nennenswerten Einfluss auf die Wertentwicklung hat. Weder
auf ein anderes Anlagethema verteilen und so ein sehr breites positiv noch negativ.
Anlageuniversum aufbauen. Außerdem können Sie die Beträge
aufstocken, wenn Sie mehr Geld zur Verfügung haben. Bei der Wie immer wünschen wir Ihnen viel Erfolg mit Ihren Anlagen!
Einmalanlage mussten Sie sich ganz am Anfang festlegen. Eine
Zusatzfrage bleibt aber jetzt noch offen: Unterstellt, Sie hätten Bitte bleiben Sie ComStage ETFs gewogen.
OnStage | Q2 2019 21MÄRKTE | ROHSTOFFE 22 OnStage | Q2 2019
MÄRKTE | ROHSTOFFE
Rohstoffe
Licht und Schatten
BARBARA LAMBRECHT
DANIEL BRIESEMANN
CARSTEN FRITSCH
Rohstoffanalyse, Commerzbank
Die Weltwirtschaft ist holprig ins Jahr 2019 gestartet. Die langsamere Nachfragewachstum in China wiederum die
Stimmungsindikatoren haben sich deutlich eingetrübt. Dass Exportdynamik, während Probleme mit einem neuen Emissi-
zyklische Rohstoffe wie Energieträger und Industriemetalle onsprüfverfahren die Automobilindustrie ausbremsten.
dennoch teurer sind als zu Jahresbeginn, ist den Hoffnungen
geschuldet, dass die Weltkonjunktur wieder Tritt fasst. Wir
denken, dass dieser Optimismus gerechtfertigt ist, und er
warten daher, dass diese Rohstoffe ihre Gewinne verteidigen Grafik 1: Zyklische Rohstoffe seit Jahresbeginn wieder im Aufwind
S&P GSCI-Spotindizes, 1. Januar 2018 = 100
bzw. teilweise noch weiter zulegen werden. Auch Gold sollte in Prozent
in diesem Jahr wieder glänzen. 130
120
Das Jahr 2019 begann, wie 2018 endete: mit hoher Volatilität.
Doch mittlerweile haben die Preise für zyklische Rohstoffe per 110
saldo deutliche Gewinne aufgebaut (siehe Grafik 1). Ein Barrel
100
Brent-Öl ist fast 25 Prozent teurer als zu Jahresbeginn, der
Index der Londoner Metallbörse notiert immerhin gut 8 Prozent 90
höher. Das überrascht umso mehr, als dass zeitgleich die Kon-
80
junkturprognosen weltweit nach unten korrigiert wurden. Zu
holprig war der Übergang ins Jahr 2019 vor allem in China und 70
Jan 18 Apr 18 Jul 18 Okt 18 Jan 19
Europa. In China hat der Handelsstreit mit den USA Spuren Energie Industriemetalle Edelmetalle
hinterlassen. Hinzu kommt das hausgemachte Problem einer Stand: 11. März 2019; Quelle: GSCI, Bloomberg, Commerzbank Research
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
hohen Verschuldung der Unternehmen. In Europa dämpfte das
OnStage | Q2 2019 23MÄRKTE | ROHSTOFFE
Dass zyklische Rohstoffe dennoch mehr kosten als zu Jahres einem erwarteten BIP-Wachstum von knapp 1 Prozent in
beginn, ist vor allem der Hoffnung geschuldet, dass die Welt- diesem Jahr das Sorgenkind unter den wichtigsten Wirt-
wirtschaft nur temporär ins Stottern geraten ist und allmählich schaftsräumen. In den USA bleibt die Konjunktur dagegen
wieder besser Tritt fassen wird. Wir meinen, dass dieser robust (+2,5 Prozent), obwohl sie sich auch dort etwas
Optimismus gerechtfertigt ist. Positiv stimmen uns vor allem abschwächen wird, da es dieses Jahr keinen Fiskalimpuls gibt.
die entschlossenen Maßnahmen der chinesischen Regierung: Da die US-Notenbank Fed aber ihren Zinserhöhungszyklus
Sie hat zwar ihr Wachstumsziel für das laufende Jahr mit 6 wohl bereits beendet hat, gibt es von dieser Seite keinen
bis 6,5 Prozent etwas Gegenwind mehr für die US-Wirtschaft.
niedriger gesteckt als
im Vorjahr, aber mit Alles in allem wird sich also unseres Erachtens das Wachstums
»Europa dürfte von Chinas
einem Steuersenkungs- tempo wohl »nur« verlangsamen, ein Abrutschen der Welt
Stabilität profitieren, zumal
paket von historischem wirtschaft in eine Rezession sehen wir nicht. Die zyklische
eine weiterhin locker aus
Ausmaß wird sie wohl Nachfrage nach Rohstoffen sollte folglich robust bleiben, was
gerichtete Geldpolitik der EZB
eine massive Konjunk- die Rohstoffpreise unterstützen dürfte. Vom Belastungsfaktor
die Binnennachfrage im
turabschwächung ver- zur Triebfeder mutiert wohl im Jahresverlauf auch die US-
Euroraum anschiebt.«
hindern. Hoffnungen Währung, die mit dem Ende des Fed-Zinserhöhungszyklus
auf mehr Schwung allmählich an Stärke einbüßen sollte (siehe Grafik 2).
machen auch die ver-
längerten Handelsgespräche zwischen den USA und China. Letztlich maßgeblich für die Preisentwicklung ist jedoch immer
Vorerst zumindest wurde eine weitere Erhöhung der Zollsätze das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Und hier
bzw. die Besteuerung aller Importe aus China abgewendet, ist der Blick auf die einzelnen Märkte bzw. Sektoren zu richten:
so wie es US-Präsident Donald Trump angedroht hatte. Europa
dürfte von Chinas Stabilität profitieren, zumal eine weiterhin Am Ölmarkt bleibt es für das (neue) Produktionskonsortium
locker ausgerichtete Geldpolitik der EZB die Binnennachfrage aus OPEC und einigen Nicht-OPEC-Ländern wie Russland
im Euroraum anschiebt. Dennoch bleibt der Euroraum mit (»OPEC+«) ein schwieriger Balanceakt, für Ausgleich zwischen
Nachfrage und Angebot zu sorgen. Der entschlossenen Pro-
duktionskürzung ist es zu verdanken, dass der Markt im Winter
nicht »übergelaufen« ist. Saudi-Arabien allein hat seine Produk-
Grafik 2: US-Dollar – aus Gegenwind wird Rückenwind tion seit November um rund 1 Million Barrel pro Tag reduziert.
Bloomberg-Rohstoffindex ohne Agrar, handelsgewichteter US-Dollar-Index, invers
Zudem hat es angekündigt, sein Exportangebot vorerst knapp
120 88 zu halten. Der Ölpreis hat infolgedessen seit Mitte Dezember
um 15 US-Dollar je Barrel zugelegt. Auch im weiteren Verlauf
115 90
des Jahres wird das Konsortium »OPEC+« wachsam bleiben
110 92 müssen. Auf der Nachfrageseite droht die momentane Kon-
junkturverlangsamung Spuren zu hinterlassen. Bislang haben
105 94
die zunehmenden Konjunktursorgen zwar nur zur leichten
100 96 Absenkungen der Nachfrageprognosen geführt. Doch noch
immer soll die globale Ölnachfrage laut Einschätzung der Inter-
95 98
nationalen Energieagentur IEA 2019 um 1,4 Millionen Barrel
90 100 pro Tag steigen. Das wäre sogar ein etwas stärkeres Nachfrage-
Jan 18 Apr 18 Jul 18 Okt 18 Jan 19
Bloomberg-Rohstoffindex, links US-Dollar-Index, rechts wachstum als im vergangenen Jahr, als steigende Preise bis in
Stand: 11. März 2019; Quelle: Bloomberg, Commerzbank Research den Herbst gebremst hatten. Doch die Nervosität am Markt ist
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
groß. Schließlich stellen die USA und China zusammen etwa
24 OnStage | Q2 2019MÄRKTE | ROHSTOFFE
ein Drittel der weltweiten Ölnachfrage. China allein verantwor- zu decken. Der Bedarf an OPEC-Öl ist sogar niedriger als im
tet fast ein Drittel des erwarteten globalen Nachfrageanstiegs. Vorjahr. Die OPEC hat ihre Produktion in den vergangenen
Monaten angepasst
Auch auf der Angebotsseite drohen einige Störfeuer, die (siehe Grafik 3). Wir
den Preis in die eine oder andere Richtung schieben könnten. gehen davon aus, dass »Wir gehen davon aus, dass
Kurzfristig drohen vor allem weitere Ausfälle in Venezuela: sie weiterhin bereit ist, die OPEC weiterhin bereit ist,
Denn die aktuellen Stromausfälle könnten die Produktion im Bedarfsfall Markt im Bedarfsfall Marktanteile
ebenso einschränken wie weitere Sanktionen der USA. Auch anteile aufzugeben, um aufzugeben, um den Ölpreis
im Iran könnte die Produktion durch eine Verschärfung der den Ölpreis auf hohem auf hohem Niveau zu sichern.«
US-Ölsanktionen gebremst werden. Die US-Regierung hatte Niveau zu sichern: Wir
nach deren Inkrafttreten Anfang November überraschend erwarten folglich einen
erlaubt, dass die wichtigsten Abnehmerländer für 180 Tage im ausgeglichenen Markt und einen Preisanstieg bei Brent-Öl
begrenzten Umfang weiterhin Öl aus dem Iran importieren auf 70 US-Dollar je Barrel bis Ende 2019.
dürfen. Fraglich ist, ob diese Erlaubnis nach Ablauf der Frist
im Mai nochmals verlängert wird, denn die US-Regierung Nach der massiven Verteuerung zu Beginn des Winters ist der
strebt laut Aussagen von Regierungsvertretern weiterhin an, Preis für US-Gas der Sorte Henry Hub wieder merklich unter
die iranischen Ölexporte auf null zu drücken. 3 US-Dollar je mmBtu gefallen. Dort sollte er vorerst verharren.
Denn die US-Gasproduktion eilt weiter mit hohem Tempo von
Als (Preis-)Belastungsfaktor könnte sich dagegen abermals Rekord zu Rekord. Triebfeder bleibt die Schiefergasproduktion.
die Ölproduktion in den USA entpuppen, die bereits im ver Demgegenüber dürfte sich das Wachstum der US-Nachfrage
gangenen Jahr deutlich unterschätzt wurde. Auch für dieses abflachen. Damit wird sich die Schere zwischen Produktion
Jahr hat die US-Energiebehörde ihre Prognose deutlich nach und heimischem Verbrauch weiter öffnen.
oben angepasst: Sie erwartet nun einen weiteren Anstieg der
US-Ölproduktion um fast 1,5 Millionen auf durchschnittlich Dass das »Überangebot« nicht stärker auf den Preis drückt, ist
knapp 12,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Damit werden die der Erschließung neuer Absatzmärkte im Ausland zu verdanken.
USA ihre Rolle als welt-
größter Ölproduzent
»Auch für dieses Jahr hat die wohl weiter ausbauen.
US-Energiebehörde ihre Außerhalb der USA Grafik 3: Die OPEC hat ihre Produktion zuletzt entsprechend dem
geringeren Bedarf gekürzt
Prognose deutlich nach oben dürfte zwar das Nicht- in Millionen Barrel
angepasst.« OPEC-Ölangebot kaum 34
weiter steigen. Russland
33
sind wegen seiner
Beteiligung am neuen Kürzungsabkommen mit der OPEC 32
Fesseln angelegt. Gleiches gilt für die ebenfalls am Kürzungs
31
abkommen beteiligten Nicht-OPEC-Länder Mexiko, Kasachstan,
Aserbaidschan und Oman. In China wäre es schon ein Erfolg, 30
würde die Ölproduktion nicht mehr weiter fallen. Ein nennens
29
wertes Produktionsplus ist wohl nur in Brasilien zu erwarten.
28
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Alles in allem geht die IEA davon aus, dass dank der Produk
OPEC-Öl-Produktion von IEA geschätzter Bedarf an OPEC-Öl
tionserfolge in den USA das Angebotswachstum außerhalb
Stand: 1. März 2019; Quelle: Reuters, IEA, Commerzbank Research
der OPEC (mindestens) ausreicht, das Nachfragewachstum
OnStage | Q2 2019 25Sie können auch lesen