Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr - Zukunft statt Autobahn
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
„Lkw-Maut bewährt sich!“
Über 200 Tage Lkw-Maut in Österreich Wie beurteilen Sie als international tätiges Unter-
sprachen Peter Newole (Bild links) nehmen die Mautdiskussion auf europäischer
und Giuseppe Palma (Bild rechts), Ebene, wo ja verschiedene Systeme im Einsatz
die Geschäftsführer der EUROPPASS bzw. in Planung sind? Mit der EU-Erweiterung am
Lkw-Mautsystem GmbH, die für Planung, 1. Mai 2004 kamen zehn weitere Länder dazu –
Finanzierung, Errichtung und Betrieb des droht ein technisches Durcheinander?
Mautsystems verantwortlich zeichnet. Palma: Nein, es kommt zu einer immer stärkeren
Harmonisierung der Mautsysteme in Europa –
Mikrowellentechnologie hat sich derzeit in Europa
Seit über 200 Tagen gibt es die Lkw-Maut in als State-of-the-art-Technologie durchgesetzt.
Österreich. Ist alles so gelaufen, wie geplant, oder EUROPPASS, ein 100%iges Tochterunternehmen
gibt es Korrekturbedarf? der italienischen Autostrade, hat in Österreich das
Newole: Das System läuft von Beginn an nahezu europaweit erste Mautsystem realisiert, das mit
einwandfrei, es gab kaum „Kinderkrankheiten“. dem Mautsystem eines anderen Landes inter-
Jetzt geht es darum, Feinjustierungen vorzuneh- operabel ist – Schweizer Lkw- und Busfahrer
men. Für ein reibungsloses Funktionieren ist aber können mit ihrem Tripon-Gerät das Autobahnen-
auch entscheidend, dass die GO-Box – wie im und Schnellstraßensystem Österreichs benützen.
GO-Box Guide beschrieben – montiert wird. Auch mit Italien wird beidseitige Interoperabilität in
Ansonsten besteht die Gefahr, dass es zu keiner naher Zukunft realisiert werden. Der entscheidende
korrekten Mautabbuchung kommt. Vorteil des Mikrowellen-Systems liegt in der opti-
malen Kosten-Ertrags-Relation für den Auftrag-
Wie sieht es mit der Mautprellerquote aus? geber – in der Regel der Staat, in der kurzen
Newole: Die Mautprellerquote ist denkbar gering. Errichtungszeit (8 bis 12 Monate) sowie der maxi-
Allerdings kommt es immer wieder vor, dass bei malen Nutzerfreundlichkeit. In den nächsten 12 bis
Bezahlung im Pre-Pay Verfahren – trotz akustischer 15 Jahren werden neue Technologien so weit
Warnung – das aufgeladene Guthaben an Maut- entwickelt sein, dass ihre Einführung ernsthaft
werten verfahren wird. Wer dann keine Vertriebs- diskutiert werden kann. Uns als Betreiber ist jede
stelle anfährt, wird automatisch zum Mautpreller. Technologie recht, solange sie sicher und effizient
Wir können daher nur jedem empfehlen, auf ist.
Hochrangiges Post-Pay umzusteigen und die Maut einfach und
Autobahnen- und
bequem im Nachhinein zu bezahlen.
Schnellstraßennetz in Weitere Informationen im Internet:
Österreich
www.go-maut.at
sowie unter 0800/400 11 400
ANZEIGEvia donau ist Dienstleister für das bmvit, Know-how Träger und
Partner der Wirtschaft zur Entwicklung der Wasserstraße Donau
und zur Förderung der Verkehrstelematik
Donauschifffahrt
Telematik
Information & Kommunikation
Wissenstransfer
Projektsupport
via donau Entwicklungsgesellschaft mbH für Telematik und Donauschifffahrt
Donau-City-Straße 1 | 1220 Wien | Tel +43 1 595 48 96 | Fax +43 595 48 96 19
7IR 'EMEINDEBEDIENSTETEN
$AS ARBEITEN IN MEHR ALS
7ESENTLICHE "ERUFSGRUPPEN
AN 4AGEN
IM !UGE 3TUNDEN AM 4AG
BEHALTEN BEI JEDER 7ITTERUNG
F~R DIE ySTERREICHISCHE
"EVyLKERUNG
5ND SO SOLL ES AUCH BLEIBEN
7IR SCHAUEN AUF 3IE
'EWERKSCHAFT DER 'EMEINDEBEDIENSTETEN
7IEN -ARIA 4HERESIEN 3TRASSE M M GDG GDGOEGBORAT WWWGDGATDie Stadt gehört Dir. Unterwegs in
die Zukunft.
Gemeinsam mehr bewegen.
Ein gutes Team, die richtige Technik und Know-how sind die Bausteine des Erfolges. Als Full
Service Provider schaffen es die Wiener Linien, die verschiedenen Leistungsbereiche wie
Verkehrsmanagement, Fahrbetrieb und Infrastrukturerstellung miteinander zu vernetzen und zu
einem funktionierenden Ganzen zusammenzufügen. So wird das Streckennetz anhand eines
Gesamtkonzepts jährlich erweitert - eine Investition in die Zukunft und in mehr Lebensqualität
für alle WienerInnen.
Expansion auf der ganzen Linie:
• Steigerung des Leistungsangebotes der Wiener Linien seit 1993 um 24%.
• Derzeit über 300.000 Fahrgäste mit einer Jahreskarte.
• Für mehr als 80 Prozent aller Mobilitätsbedürfnisse der Wiener Bevölkerung besteht ein Angebot des
öffentlichen Verkehrs.
• Flächendeckender Betrieb Tag und Nacht, sieben Tage die Woche.
• Ständige Anpassung an neue Mobilitätsbedürfnisse, z.B. durch Betriebszeitverlängerungen, Erhöhung der
Intervalldichte und Einführung neuer oder Verlängerung bestehender Linien.
• Rund 410 Millionen Euro Investitionen im Jahr 2004, z.B. in den Ausbau der U1 und U2.
Wussten Sie schon, …
... dass mit den Wiener Linien pro Jahr 722 Millionen Fahrgäste unterwegs sind?
Mehr Informationen zum Thema unter www.wienerlinien.ator.at 24
.v 3
w ww 22 2
: 0
nline : 081
O line
Hot
20 Jahre VOR
20 Jahre Verkehrsverbund - das bedeutet für Sie:
20 Jahre ein einziges Ticket für alle Vekehrsmittel
20 Jahre einheitliche Fahrpreise
20 Jahre Schüler im VOR: Ein Antrag – Ein Ticket
20 Jahre Planung und Koordination von Verkehrsangebot und Fahrplänen
20 Jahre Information über Fahrplan und Tarif aus erster Hand
20 Jahre Innovation für bedarfsgerechten Verkehr wie AST, Rufbus, Park&Ride u.v.m.Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr 7
Impressum
Medieninhaber, Herausgeber und Verleger Layout
VCÖ A BISS Z PRODUCTIONS
Bräuhausgasse 7–9
1050 Wien Druck
T (01) 893 26 97 Just-print-it
F (01) 893 24 31 4020 Linz, Hafenstraße 1–3
E vcoe@vcoe.at
www.vcoe.at VCÖ (Hrsg.):
Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr
Redaktion Wissenschaft & Verkehr 3/2004
Martin Blum Wien 2004
Christian Gratzer ISBN 3-901204-42-3
Christoph Hörhan
Eva Holleschek
Willi Nowak
Markus Unterreiter
Übersetzungen
Daniela Beuren und
Sophie Magnand (phoenix Übersetzungen)
15 Jahre HL-AG – Enormer Fortschritt im Bahnbau
Rund 90 Kilometer Hochleistungsstrecke wurden der HL-AG Österreichs erstes Infrastrukturvorhaben dieses Umfangs, das
1989 mit der allerersten Übertragungsverordnung zum Bau dem damals neuen UVP-Gesetz unterzogen wurde. Die HL-
übertragen. Heute, 15 Jahre und 12 Übertragungsver- AG ließ dafür ein Bürgerbeteiligungsmodell entwickeln, das
ordnungen später, sind bereits knapp 114 Kilometer Hoch- auf die einzelnen Projekte abgestimmt werden kann. Seit den
leistungsstrecke zum Betrieb übergeben, 136 in Bau und frühen 90er-Jahren wird das „Ephesos-Modell“ bei UVP-Pro-
380 in Planung! jekten angewendet. Das 1997 mit der Staatspreisnominie-
rung ausgezeichnete Dialog- und Konfliktmanagement-
„Wir sind mit dem klaren Auftrag gegründet worden, den modell garantiert die direkte Kommunikation zwischen allen
Ausbau des Hochleistungsnetzes in Österreich zu forcieren – Beteiligten in so genannten Arbeitsforen. Darüber hinaus
und diesem Auftrag sind wir gerecht geworden“, bilanziert umfasst das Gesamtpaket für die Information der Öffentlich-
Vorstand DI Dr. Georg-Michael Vavrovsky. keit bei den Projekten die Bereitstellung von Unterlagen für
Wie viel die HL-AG in den letzten 15 Jahren im Auftrag des Bürgerinitiativen und Kommunen, Veranstaltungen, Informati-
Bundes für ein leistungsstarkes Schienennetz bewegt und onsbüros und Ausstellungen bis hin zu Baustellenführungen.
erzielt hat, lässt sich auch anhand der Investitionszahlen Im Einklang mit dem künftigen Betreiber entwickelte die HL-
dokumentieren: AG auch neue technische Standards im Eisenbahnbau, unter
Allein seit 1997 ist der Mitteleinsatz von damals 153 Millio- anderem in den Bereichen Tunnelsicherheit, Schallschutz,
nen Euro im Jahr auf für 2004 prognostizierte 500 Millionen beim Lärm- und Erschütterungsschutz.
angestiegen. Straffe Personalpolitik und sparsame wirtschaft-
liche Gebarung waren von Anbeginn Eckpfeiler der Firmen-
philosophie.
Meilensteine hat die HL-AG in den vergangenen eineinhalb
Jahrzehnten nicht nur im baulichen Bereich gesetzt. 1995
betrat die HL-AG mit dem Projekt Wien – St. Pölten Neuland: EISENBAHN - HOCHLEISTUNGSSTRECKEN AG
Wissenschaft & Verkehr 3/2004Wirtschaftlichkeit braucht Fortschritt
MASSGESCHNEIDERTE
LÖSUNGEN.
Die urbane Bahn stellt als zuverlässiges,
sicheres und umweltverträgliches
Verkehrsmittel einen wichtigen Teil
unseres Gesamtverkehrssystems dar.
Hierfür bietet Plasser & Theurer ein voll-
ständiges Maschinen- und Gerätepro-
gramm für alle Bereiche des Gleisbaus
und der Gleisinstandhaltung. Im urba-
nen Bereich, wo oft eingeschränkte
Platz- und Zeitverhältnisse vorherrschen,
bildet modernste Gleisbautechnologie
von Plasser & Theurer einen unverzicht-
baren Teil der innovativen Gleisinstand-
haltung.
Plasser & Theurer
Export von Bahnbaumaschinen Gesellschaft m.b.H.
A-1010 Wien · Johannesgasse 3 · Tel. (+43) 1 515 72 - 0 · Telefax (+43) 1 513 18 01
Wir verbinden
Österreich.
Wir Eisenbahner verbinden Österreich – sicher, schnell und zuverlässig.
Jeden Tag.
Weitere Informationen unter: Telefon (01) 54641-0 oder www.eisenbahner.atWirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr 9
Dank
Der VCÖ dankt allen, die die Herausgabe dieser
Publikation finanziell unterstützt haben.
Gewerkschaft der
Gemeindebediensteten
VCÖ-Publikationen dienen der fachlich fundier-
ten Erforschung und Aufbereitung beziehungs-
weise Diskussion von Themen im Bereich
Mobilität, Transport und Verkehr.
Die Art der Behandlung der Inhalte und die
erarbeiteten Ergebnisse müssen nicht mit der
Meinung der unterstützenden Institutionen
übereinstimmen.
Wissenschaft & Verkehr 3/2004Mobilität für Wien
Innovation für die ganze Welt
Siemens Transportation Systems fertigt in Österreich
Metros und Schienenfahrzeuge für die Welt.
> Straßenbahnen - davon bisher über 130 ULFs,
die Straßenbahn mit der weltweit niedrigsten Einstiegshöhe
> Silberpfeile für die U-Bahn seit über 30 Jahren
> Die neue U-Bahn-Generation
> Fahrwerke für alle Schienenfahrzeuge
> Elektrifizierung und Sicherungstechnik
www.siemens.at/transportationWirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr 11 Vorwort Österreich erlebt im Jahr 2004 einigermaßen im europäi- schen Gleichklang eine Arbeitslosigkeit, wie schon viele Jahre nicht mehr. Auch der Konjunktur-Aufschwung kommt bislang nicht. Jedes normale Unternehmen, aber auch eine Volkswirtschaft, gerät in so einer Phase unwei- gerlich in eine Entscheidungssituation. Denn „Weiter wie bisher“ führt zu ernsthaften Problemen. Was also tun: „Neuer Aufbruch“ oder „Konzentrieren auf das Kern- geschäft“ oder eben beides? Österreich könnte sich zumindest im Verkehrssektor auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Und dieses „Stärken ver- stärken“ heißt beim Verkehr hierzulande „Öffentlichen Ver- kehr und Schienen-Güterverkehr ausbauen“. Denn bei der Gütertransportleistung der Bahn je Person und Jahr sind innerhalb der EU nur die baltischen Staaten besser als Ös- terreich. Beim Personenverkehr gemessen in Kilometern je Person und Jahr hat Österreich sogar in der gesamten EU die Spitzenposition. Doch nicht nur das. Unternehmen aus Österreich sind im Schienensektor in vielen Bereichen Weltmarktführer, von Gleisbaumaschinen angefangen bis hin zur Weichenproduktion. Auch die Handelsbilanz kann sich sehen lassen: Der Schienenverkehrssektor erzielt einen jährlichen Überschuss von 770 Millionen Euro. Dagegen belastet der Straßenverkehrssektor trotz Auto- und Kfz-Zu- lieferexporten durch Import von Treibstoffen und Fahrzeu- gen die Handelsbilanz Österreich jährlich netto mit 1,9 Milliarden Euro. Über 170.000 Menschen gibt der Öffent- liche Verkehr in Österreich Arbeit. Mit einer Wertschöp- fung von 9 Milliarden Euro jährlich ist der Öffentliche Ver- kehr auch fast doppelt so hoch am Brutto-Inland-Produkt beteiligt wie beispielsweise die Landwirtschaft. Österreich versteht also etwas vom Öffentlichen Verkehr und lebt diesen Wirtschaftsfaktor auch, indem hier entwi- ckelte Technologie im eigenen Land auch eingesetzt wird. Der Öffentliche Verkehr mit allen involvierten unter- schiedlichen Zulieferbereichen ist ein Motor für die Wirt- schaft Österreichs. Die VCÖ-Publikation „Wirtschaftsfak- tor Öffentlicher Verkehr“ holt diesen Sachverhalt vor den Vorhang. Nur so kann der Öffentliche Verkehr die ent- sprechende Position und adäquate Beachtung in der öf- fentlichen Diskussion erlangen. Für die Politik und die Verkehrspolitik im Speziellen ist die Botschaft eine einfache: Schlachtet nicht die Kuh, die ihr melkt und die euch ernährt. Investieren statt sparen ist in Österreich im Öffentlichen Verkehr dringend angesagt. Dr. Willi Nowak VCÖ-Geschäftsführung
Mobile Kommunikation
bewegt uns
Mobilität war im Lauf der Geschichte immer Motor der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung -
ohne Bewegung gibt es keinen Fortschritt. »Einkaufen mit dem Handy« ist ein solcher Fortschritt.
mobilkom austria öffnet neue Dimensionen im M-Commerce.
mobilkom austria steht seit
1996 für Mobilität und Fort-
zu fördern. mobilkom austria
setzt bereits seit einigen
mobilkom austria eine neue
Dimension im M-Commerce –
Mehr Mobilität
schritt. Österreichs führender Jahren auf M-Commerce und übernimmt damit einmal durch das Handy
Mobilfunk-Betreiber hat dafür Anwendungen wie das ÖBB mehr eine technologische
gesorgt, dass das mobile MOBILE TICKET: ein SMS Vorreiterrolle in der Mobil-
Telefonieren und das mobile genügt und das Handy dient funkbranche.
Versenden von Daten unseren als Fahrschein in ganz Nähere Infos unter:
Alltag erleichtert. Die Innova- Österreich. Mit dem grenz- www.A1.net/xborder
tionen von mobilkom austria übergreifenden Handyticket
sollen auch in Zukunft den hat mobilkom austria nun So muss auch in der U-Bahn
Bedürfnissen der Menschen den ersten interoperablen oder Straßenbahn längst
entsprechen – praktische M-Commerce Service der nicht mehr am Schalter oder
Lösungen, die Arbeit erspa- Welt auf den Markt ge- Automaten ein Ticket gelöst
ren und etwas von der Zeit bracht: Per Handy werden werden: Mit dem »Mobilen
zurückgeben, die uns das Tickets nun auch für Fahrten Fahrschein« wird der Kauf
moderne Leben abverlangt. von Österreich nach von Tagestickets für die
M-Commerce Lösungen Deutschland oder umgekehrt Benützer öffentlicher
Verkehrsmittel einfach
und bequem.
Aber auch für Autofahrer
Hannes Ametsreiter,
hat mobilkom austria eine Vorstand Marketing, Vertrieb,
zeitsparende Alternative – Customer Service
flexibler mit m-parking:
Anstatt die nächste Trafik Wir wollen Alltägliches leich-
zu suchen, um Parkscheine ter machen und mit unseren
zu kaufen, wird die Kurz- Lösungen den Menschen
parkgebühr mit dem Handy mehr Mobilität geben. Wer
bezahlt. Ob mit Auto oder aktiv am Geschehen teilneh-
öffentlichem Verkehrsmittel men will, muss immer in
unterwegs – der Fahr- oder Bewegung bleiben.
Parkschein wird per SMS
Der Kundennutzen steht im
bestellt und bezahlt. Kunden
Mittelpunkt unserer
aller Netze können die Services Anwendungen, die einfach
mit der Paybox nutzen. und bedienerfreundlich sind –
egal wo, egal wann.
Orts- und zeitunabhängig
bekommen in der Mobilfunk- gebucht und bezahlt. kann vieles erledigt werden, Die Unkompliziertheit und
Branche einen immer höheren In Zusammenarbeit mit was bisher zuviel Zeit gekostet Zeitersparnis sind für unsere
Stellenwert. »Einkaufen mit Vodafone Deutschland, den hat. mobilkom austria zeigt Kunden wichtig, darum sind
dem Handy« hilft, Zeit zu ÖBB und der CityNightLine, mit diesen Lösungen deutlich unsere Services auch ein
sparen und die persönliche einem Tochterunternehmen den Nutzen mobiler Techno- Erfolg.
Beweglichkeit und Flexibilität der Deutschen Bahn, öffnet logie für jeden Einzelnen.
Ein Innovationsführer wie
mobilkom austria bestimmt
in seinem Markt selbst den
Auch im vergangenen Jahr konnte die Anzahl der mobilkom austria Kunden um mehr als Rhythmus der Veränderung.
5% auf knapp 3,2 Mio. erhöht werden. 90,7% der ÖsterreicherInnen haben im ersten Die Zukunft ist mobil.
Bleiben Sie mit uns dran.
Quartal 2004 mit dem Handy telefoniert.
mobilkom austria AG & Co KG ist mit einem Marktanteil von 42,9% der führende
Mobilfunkbetreiber Österreichs. Das Unternehmen mit Sitz in Wien erwirtschaftete im
Geschäftsjahr 2003 einen Umsatz von ¤ 1.617 Mio.Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr 13 Inhaltsverzeichnis Wertschöpfung und Beschäftigung durch Öffentlichen Verkehr in Österreich 15 Bahn- und Busverkehr halten Kaufkraft im Inland 17 Unternehmen der Schienenverkehrsbranche 19 Die ÖBB als Arbeitgeber 24 Was Öffentlicher Verkehr und Schienen-Güterverkehr leisten 26 Öffentlicher Verkehr und Schienen-Güterverkehr nützen der Wirtschaft 30 Strukturwandel im öffentlichen Personenverkehr Österreichs 34 Strukturwandel im Bahn-Güterverkehr 37 Kunden und Partner des Öffentlichen Verkehrs 39 Literatur, Quellen 43 Anmerkungen 44 VCÖ-Schriftenreihe Wissenschaft & Verkehr 48
Bahn wirkt.
Die SparSchiene der ÖBB: ab 29 Euro* nach Hamburg.
Infos über weitere Destinationen unter 05-1717,
im BahnBuch und auf www.oebb.at
*Solange der Vorrat reicht.
Übernachten in Hamburg: ab 28 Euro. Info und Buchungen in allen Reisebüros.Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr 15
Wertschöpfung und Beschäftigung
durch Öffentlichen Verkehr in Österreich
Der Öffentlichen Verkehr ist ein bedeutender
Wirtschaftsfaktor Österreichs. In der Öffentlich-
keit wird das im Vergleich zu anderen Sektoren
kaum wahrgenommen. Der direkte Beitrag des
Öffentlichen Verkehrs zur österreichischen Wert-
schöpfung besteht im Wert der Güter- und
Dienstleistungen, die von den Verkehrsunterneh-
men produziert werden, abzüglich der notwendi-
gen Vorleistungen. Der indirekte Betrag besteht
in der Wertschöpfung jener Betriebe, die die
Vorleistungen für den Bus- und Bahnverkehr Mehr als 170.000 Men-
Foto: Maria Hötzmanseder
produzieren. Das sind zum Beispiel Bauteile-, schen finden in Öster-
reich Arbeit durch die
Komponenten und Fahrzeughersteller. Leistungen des Öffent-
Rund neun Milliarden Euro57 der insgesamt lichen Verkehrs und
201 Milliarden Euro an Wertschöpfung stamm- seiner Zulieferindustrie.
ten im Jahr 2001 aus dem Sektor des Öffent-
lichen Verkehrs.53 Der Sektor trägt damit 4,4 der Beitrag des Sektors Landwirtschaft.43 Die
Prozent zum Brutto-Inland-Produkt Österreichs Bahn (Personenverkehr und Güterverkehr) er-
bei, das ist beispielsweise fast doppelt so hoch wie reicht fast zwei Drittel (62 Prozent) der direkten
und indirekten Wertschöpfung des österreichi-
schen Bus- und Bahnverkehrs.
Die gesamte Wert-
schöpfung besteht aus
der Wertschöpfung, die Die Bahn schafft die höchste Wertschöpfung
direkt von Bus-, Bahn- innerhalb des Öffentlichen Verkehrs
und Taxiunternehmen
erbracht wird, und aus Der direkte Wertschöpfungsbeitrag des Öffent-
jener, die die Produktion lichen Verkehrs in Österreich beträgt 3,99 Milli-
von Vorleistungen, wie arden Euro für das Jahr 2001.47
etwa von Fahrzeugen,
Die Bahn (Güterverkehr und Personenverkehr
einbringt.
kumuliert) erwirtschaftete einen gesamten Wert-
schöpfungsbeitrag in der Höhe von 4,84 Milliar-
Öffentlicher Verkehr den Euro. Davon entfallen 2,47 Milliarden Euro
schafft 9 Mrd. Euro Wertschöpfung auf direkte und der Rest von 2,37 Milliarden
Bahn Bus Taxi Export Euro auf indirekte Wertschöpfungseffekte.
10
9,00 Busse leisten insgesamt einen Wertschöpfungs-
Wertschöpfungsbeitrag in Mrd. Euro/Jahr
1,23 beitrag in Höhe von 2,62 Milliarden Euro, davon
8 0,31 1,37 Milliarden Euro aus direkten und 1,25
2,62 Milliarden Euro aus indirekten Effekten.
Quelle: VCÖ 20042 Grafik: VCÖ 2004
6
3,99 Der Betrieb von Taxis und Mietwagen mit
0,15
4 Fahrer leistet insgesamt einen Wertschöpfungs-
1,37 4,84
beitrag in der Höhe von 312,85 Millionen Euro,
2
2,47 wobei 157,88 Millionen Euro aus direkten Wert-
0 schöpfungseffekten stammen und 154,97 Millio-
direkte Wertschöpfung gesamte Wertschöpfung
nen Euro aus indirekten Effekten.
Wissenschaft & Verkehr 3/200416 Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr
Der Betrieb von Taxis und Mietwagen mit
Öffentlicher Verkehr Fahrer leistet einen Beschäftigungsbeitrag von
13.727 Arbeitsplätzen, wobei die Beschäftigung
sichert 172.000 Arbeitsplätze
von 11.333 Personen aus direkten und 2.394 Ar-
Bahn Bus Taxi Export
200.000 beitsplätze aus indirekten Effekten stammen.
172.000
20.000
Zusätzliche Beschäftigung durch
Beschäftigte in Österreich
Bus-, Bahn- und Taxi- 150.000 13.700
verkehr samt den zuge- Zulieferexporte
Quelle: VCÖ 20042 Grafik: VCÖ 2004
hörigen Vorleistungen 51.300
100.000 91.000 Neben der Wirkung der inländischen Nachfrage
sichern Beschäftigung 11.300
für etwa 152.000 Men- nach inländischen Zulieferprodukten für den
31.200 87.000
schen in Österreich. Da- 50.000
Bahn- und Busverkehr bewirken Exporte zusätz-
zu sind weitere 20.000 liche Beschäftigung und Wertschöpfung. Allein
48.500
Beschäftigte durch Ex-
porte der Bahnzuliefer- 0
die Exporte der Bahnzulieferindustrie Österreichs
direkte Beschäftigte Beschäftigte gesamt
industrie zu zählen. ergeben eine zusätzliche Wertschöpfung von
1,23 Milliarden Euro33 pro Jahr und sichern in
Hoher Beschäftigungsbeitrag des Öffentlichen Österreich etwa 20.000 Arbeitsplätze.48
Verkehrs in Österreich
Der Öffentliche Verkehr schafft in Österreich
insgesamt allein durch seine direkte Beschäfti- Öffentlicher Verkehr schafft
gungswirkung 91.035 Arbeitsplätze.47,53
Der Öffentliche Verkehr sorgt unter dem Ge- Wohlstand und Beschäftigung
sichtspunkt der direkten und indirekten Beschäf-
tigungseffekte69 insgesamt für 152.138 Arbeits- Direkte Wirkungen
plätze. Dies sind 4,84 Prozent der 3.148 Millio- direkte Wertschöpfung Öffentlicher Verkehr
nen unselbständig Beschäftigten Österreichs. Bahn 2,47 Milliarden Euro
Die Bahn (Güterverkehr und Personenverkehr Bus 1,37 Milliarden Euro
kumuliert) gibt 87.108 Menschen Arbeit. Davon Taxi 0,15 Milliarden Euro
sind 48.542 auf direkte und 38.566 Arbeitsplät- Summe 3,99 Millarden Euro
ze, auf indirekte Effekte zurückzuführen. direkte Beschäftigung Öffentlicher Verkehr
Busse leisten einen Beschäftigungsbeitrag von Bahn 48.542 Personen
51.303 Arbeitsplätzen für Österreich, wobei Bus 31.160 Personen
31.160 Arbeitsplätze aus direkten und 20.143 Taxi 11.333 Personen
aus indirekten Effekten stammen. Summe 91.035 Personen
Gesamtwirkung (direkt und indirekt)
gesamte Wertschöpfung Öffentlicher Verkehr
Bahn 4,84 Milliarden Euro
Bus 2,62 Milliarden Euro
Taxi 0,31 Milliarden Euro
Summe 7,77 Millarden Euro
gesamte Beschäftigung Öffentlicher Verkehr
Bahn 87.108 Personen
Bus 51.303 Personen
Taxi 13.727 Personen
13.700 Menschen ha- Summe 152.138 Personen
ben in Österreich durch
Taxi und Mietwagen mit
Foto: Maria Hötzmanseder
Quelle: VCÖ 20042,33,48
Fahrer Arbeit. Das sind Wirkung von Exporten der Bahn-Zulieferindustrie
acht Prozent der insge- Wertschöpfung durch Exporte 1,23 Milliarden Euro
samt etwa 170.000 Be- Beschäftigung durch Exporte 20.000 Personen
schäftigten des Sektors
Öffentlicher Verkehr.
Wissenschaft & Verkehr 3/2004Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr 17
Bahn- und Busverkehr halten
Kaufkraft im Inland
Importe sind in einer international verflochtenen
Wirtschaft sinnvoll und notwendig. Allerdings 9 Milliarden Euro an Importen nach
fällt jeder Euro, der für Importe ausgegeben wird,
für die inländische Nachfrage und Beschäftigung
Österreich für Personen- und Güterverkehr pro Jahr
Fahrzeuge Energie und Treibstoff Fahrzeugteile und Zubehör
aus. Er muss erst wieder durch Exporte verdient 8
werden. Gelingt das nicht ausreichend, konnte 7
früher der Außenwert der Währung angepasst
Milliarden Euro pro Jahr 6,03
6 0,53
werden. Heute, innerhalb des Euro-Raumes, be- 0,72
5
wirkt ein dauerndes Handelsbilanz-Defizit eines
Quelle: VCÖ49,50 Grafik: VCÖ 2004
4 4,78
Mitgliedstaates steigende Arbeitslosigkeit und er- 2,58
3
höhten Druck auf das Lohnniveau. 0,31
2 0,87
1 0,26 0,40 0,03
Verkehr erfordert Importe von 9,28 Milliarden 1,40
0,24 0,02 0,33 0,04
0
Euro pro Jahr Lkw-Verkehr Bahn-Güter-Verkehr Pkw-Verkehr Öffentlicher Verkehr
Wie stark der Verkehr die Handelsbilanz belastet,
hängt von den Gütern und Dienstleistungen ab, kehrs ist also etwa sechsmal so hoch wie jene des In Summe erforderte
der Verkehrssektor in
die im Zusammenhang mit dem Betrieb der ein- Öffentlichen Verkehrs und des Schienen-Güter- Österreich im Jahr 2003
zelnen Verkehrsarten importiert werden müssen. verkehrs. Importe von Fahrzeugen,
Das sind in Österreich in erster Linie Fahrzeuge, Rohöl und Treibstoffen
sowie Zubehör- und Er-
Rohöl und Treibstoffe sowie Zubehör- und 1,93 Milliarden Euro Handelsbilanz-Defizit des satzteilen von insgesamt
Ersatzteile. Auf den Lkw-Verkehr entfielen im Straßenverkehrs 9,23 Milliarden Euro.
Jahr 2003 Importe von insgesamt knapp 2,6 Für die Exporte der Auto- und Auto-Zuliefer-
Milliarden Euro. Beim Pkw-Verkehr erreichten industrie Österreichs ist es weitgehend belanglos,
die Importe 6 Milliarden Euro, beim Öffent- wie viele Autos in den kleinen österreichischen
lichen Verkehr auf Straße und Schiene etwa Markt importiert und hier verkauft werden.66
0,40 Milliarden Euro und beim Schienen-Güter- Trotzdem wird der Vergleich von Importen und
verkehr 0,26 Milliarden Euro.49,50 In Summe Exporten im Bezug auf den Autosektor immer
erforderte der Verkehrssektor im Jahr 2003 wieder angestellt.
Importe von 9,3 Milliarden Euro.
Lkw und Pkw sind sechsmal so „importlastig“ Lkw und Pkw sind 6-mal
wie Bus und Bahn importlastiger als Bahn und Bus
Interessanter als die absoluten Zahlen ist die Hö- 120
1.000 Personenkilometer/Tonnenkilometer
he der Importe für die einzelnen Verkehrsmittel
Importe Österreichs in Euro pro
100
gemessen an ihrer Verkehrsleistung. Hier verur- 102
96
sacht der Pkw-Verkehr 102 Euro pro 1.000 Per- 80
sonenkilometer an Importen, der Öffentliche
60
Verkehr dagegen nur 16,5 Euro pro 1.000 Perso-
Quelle: VCÖ44 Grafik: VCÖ 2004
Gemessen an der Ver-
nenkilometer Verkehrsleistung. Beim Güterver- 40 kehrsleistung muss für
kehr liegt der Lkw mit Importen von 96 Euro Pkw- und Lkw-Verkehr
20
16 16
etwa sechsmal so viel
pro 1.000 Tonnenkilometer weit vor dem Güter- für Importe ausgegeben
0
zug mit 15,6 Euro pro 1.000 Tonnenkilometer. Pkw- Lkw- Bahn-Güter- Öffentlicher
werden wie für Bus-
Verkehr Verkehr Verkehr Verkehr
Die „Importlastigkeit“ des Lkw- und Pkw-Ver- und Bahnverkehr.
Wissenschaft & Verkehr 3/200418 Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr
1,9 Milliarden Euro Handelsbilanz-Defizit
im Straßenverkehr
15
Erdöl und -erzeugnisse
Milliarden Euro pro Jahr in Österreich
12,50
12 Kfz-Motoren
1,65 10,58 Kfz-Teile und Zubehör 770 Millionen Euro Handelsbilanz-Überschuss
1,60
Zweiräder und Sonstiges
Quelle: VCÖ33,49,50,76 Grafik: VCÖ 2004
9 3,00
2,58 Busse im Bahnsektor
0,33
6 0,16
2,29
0,38 Lkw, Sattelschlepper, Anhänger Die Nachfrage, die durch Auto- und Treibstoff-
1,40
1,56 0,05 Pkw + Kombi importe ins Ausland abfließt, muss durch erfolg-
3 4,78 reiche Exportindustrien wie zum Beispiel die
3,30
Bahn-Zulieferindustrie wieder ins Land geholt
0
Einfuhr Ausfuhr werden. Im Jahr 2003 wurden Schienenfahrzeu-
ge, Schienen und Oberbaumaterial für 0,46
Auch wenn alle Exporte Das Aufrechnen dieser Exporte gegen Kfz- und Milliarden Euro ein- und für 1,23 Milliarden Eu-
der Kfz-Zulieferer gegen Treibstoffimporte liefert allerdings bis heute kei- ro ausgeführt. Sogar bei der Antriebs-Energie er-
Fahrzeug- und Treib- ne positive Handelsbilanz für den Straßenver- gibt sich eine positive Handelsbilanz, weil wert-
stoffimporte aufgerech-
net werden, verbleibt ein
kehr. Im Jahr 2003 wurden in Österreich Kraft- volle Spitzenleistung aus Kraftwerken der ÖBB
Handelsbilanz-Defizit fahrzeuge, Kfz-Teile und Zubehör sowie Kfz-Mo- ins Ausland exportiert und durch preisgünstige
des Straßenverkehrs toren für 10,86 Milliarden Euro ein- und für Importe von Grundlast ersetzt wird.60 Der jährli-
von 1,93 Milliarden Euro
10,58 Milliarden Euro ausgeführt.33,76 Die Kfz- che Handelsbilanz-Überschuss des Schienenver-
pro Jahr.
Handelsbilanz ist also mit 280 Millionen Euro kehrssektors beträgt 0,77 Milliarden Euro.33,76
im Minus. Dazu kommen anteilige Importe von Den größten Anteil an diesem Überschuss haben
Rohöl und Treibstoffen im Wert von 1,65 Milli- die Erzeuger von Schienenfahrzeugen. Sie haben
arden Euro.50 Auch wenn alle Exporte der Kfz- im Jahr 2003 für mehr als eine Milliarde Euro
Zulieferer berücksichtigt werden, verbleibt ein exportiert. Für weitere 190 Millionen Euro wur-
Handelsbilanz-Defizit des Straßenverkehrs von den Schienen, Weichen und sonstiges Oberbau-
1,9 Milliarden Euro pro Jahr.100 material exportiert.33,76
Der jährliche Handels-
bilanz-Überschuss des
Schienenverkehrssektors
beträgt in Österreich
0,77 Milliarden Euro.
Allein die Erzeuger von
Schienenfahrzeugen ha-
ben im Jahr 2003 für
mehr als eine Milliarde
Die Beschäftigungswir- Euro exportiert.
kung des Öffentlichen
Verkehrs ist enorm und
erreicht in Summe von
direkt Beschäftigten der
770 Millionen Euro
Verkehrsunternehmen Handelsbilanz-Überschuss
Foto: Maria Hötzmanseder
indirekten Effekten
1,5
durch Zulieferindustrie 1,23 Elektrische Energie
Milliarden Euro pro Jahr in Österreich
und Exporten über 0,03 und Treibstoffe
1,2 Schienenfahrzeuge
170.000 Arbeitsplätze in
Österreich Schienen,
0,9 Oberbaumaterial
Quelle: VCÖ33,76 Grafik: VCÖ 2004
1,01
0,6 0,46
0,02
0,3
0,42
0,02 0,19
0,0
Einfuhr Ausfuhr
Wissenschaft & Verkehr 3/2004Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr 19
Unternehmen der Schienen-
verkehrsbranche
Der Öffentliche Verkehr schafft Synergieeffekte Industrieunternehmen
zwischen Umweltentlastung, Lösungen von Ver- Österreichs haben im
Bereich Öffentlicher
kehrsproblemen und neuer industrieller Wert- Verkehr und Schienen-
schöpfung. Die Verflechtung des Öffentlichen Güterverkehr zum Teil
Verkehrs mit wichtigen Akteuren der verschiede- Weltmarktführung.
nen Zulieferindustrie-Bereiche ist groß. Bei ver-
kehrspolitischen und wirtschaftspolitischen Ent-
scheidungen sollte dieser enge Zusammenhang
stärker berücksichtigt werden.
Nachfrage nach Schienenfahrzeugen
Foto: Maria Hötzmanseder
nimmt zu
Weltweit sind rund 81.000 Diesellokomotiven
(inklusive Rangierlokomotiven), 36.000 elektri-
sche Lokomotiven, 4,1 Millionen Güterwagen,
150.000 Reisezugwagen, 12.500 Dieseltriebwa- der Light Rail Vehicles und im Nahverkehrs-
gen, 60.000 elektrische Triebwagen (inklusive segment sowie im Güterverkehr.
U-Bahntriebwagen), 1.500 Trieb- oder Trieb- Im asiatischen Raum existieren gerade in den
kopfzüge im Hochgeschwindigkeitsverkehr Metropolen teilweise erhebliche Verkehrsproble-
(HGV) und 49.000 Light Rail Vehicles (LRV) in me, die den Bau schienengebundener Verkehrs-
Bestand. Allerdings sind nicht alle Fahrzeuge mittel überlegenswert machen. Allein in China
auch in Betrieb, vielfach bilden sie den Reserve- soll jede der 53 Millionenstädte gemäß Regie-
pool für Ersatzteile und technische Reserven. rungsbeschluss langfristig ein schienengebunde-
Bezogen auf einzelne Kontinente ist Westeuro- nes Verkehrssystem erhalten – der Ausbau der
pa mit einem jährlichen Beschaffungsvolumen Metro-Systeme ist in vollem Gang, zum Beispiel
von fast 8 Milliarden Euro der größte Markt in Shanghai, Guangshou und Peking.28
weltweit. Für die Zukunft wird weltweit mit ei-
nem Wachstum des Marktes für Schienenfahr-
zeuge in einer Größenordnung zwischen drei und
vier Prozent gerechnet.29 Der Grund für dieses
Westeuropa dominiert den Bedarf auf dem
Wachstum ist in den Industrieländern vor allem weltweiten Markt der Schienenfahrzeugindustrie
8
das steigende Verkehrsaufkommen, das schienen-
7,5
weltweites Marktvolumen pro Jahr in der
gebundene Alternativen attraktiv macht. 7
Schienenfahrzeugindustrie in Mrd. Euro
In anderen Regionen, vor allem im asiatischen 6 6,3
Raum, ist jedoch auch ein „Nachholbedarf“ in 5
Bezug auf schienengebundene Verkehrslösungen 4
zu erkennen. Dies gilt insbesondere im Segment
3 3,2 3,1
Quelle: SCI29 Grafik: VCÖ 2004
2
Der weltweite Bedarf 1,9
(Marktvolumen) für 1 0,4
Schienenfahrzeuge 0,7 0,5
0
beträgt durchschnittlich West- Asien GUS Nord- Ost- Afrika Australien Süd-
23,6 Milliarden Euro europa amerika europa und Naher und Neu- und Mittel-
Osten seeland amerika
pro Jahr.
Wissenschaft & Verkehr 3/200420 Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr
Dachorganisationen der heimischen nen und wird vom Bundesministerium für Ver-
Die international Industrie kehr, Innovation und Technologie unterstützt.
wichtigsten Wachs- Österreich hat gute Chancen, sich international
tumsbereiche im als Top-Nation für schienenverkehrstechnologi- Austria Rail Engineering – ARE ist der nomi-
Öffentlichen Verkehr: sche Lösungen zu positionieren. Um die Ent- nierte Koordinator für internationale Aktivitäten
• Streckenplanung wicklung dieses Zieles zu unterstützen, wurde der des Bahn-Exportsektor in Österreich, wobei be-
• Strecken- und Rail Technology Cluster Austria (RTCA) ge- währtes heimisches Know-How und bewährte
Gleisbau gründet. Der RTCA baut ein Entwicklungs- und Bahntechnologie transferiert werden.
• Signal-, Steue- Forschungsnetzwerk für Zukunftstechnologien ARE wurde 1979 mit dem Ziel, den Transfer
rungs- und Infor- im Schienenverkehr auf. An der Netzwerkplatt- der österreichischen Bahntechnologie auf eine
mationstechnik form beteiligen sich Großindustrie, Klein- und Organisation zu bündeln, gegründet.
• Lokomotiven- und Mittelbetriebe, Betreiber-Unternehmen sowie Weiters fungiert ARE als Managementplatt-
Waggonbau universitäre und außeruniversitäre Forschungs- form und Projektkoordinator in mehr als 20
• Reparatur und einrichtungen. internationalen Bahnkooperationen.
Instandhaltungs- Der RTCA unterstützt Technologien zur Stei- Die Schwerpunkte der ARE-Aktivitäten konzen-
arbeiten gerung der Attraktivität und Leistungsfähigkeit trieren sich auf den Balkan, die nordafrikanischen
der Bahnkorridore. Länder und den Nahen Osten sowie auf Asien.
Die Schienenverkehrsindustrie beschäftigt di-
rekt etwa 16.500 Menschen und setzt mit einem
Forschungsvolumen von jährlich 75 Millionen
Euro und einer Forschungsquote von über vier
Prozent einen österreichweiten Maßstab.
Der RTCA kooperiert auf europäischer Ebene
mit der Netzwerkplattform ERRAC (European Diese Firmen hatten
im Jahr 2003 einen
Rail Research Advisory Council). Der Rail Tech- Umsatz von rund
nology Cluster Austria finanziert sich aus Beiträ- 2,4 Milliarden Euro.
gen der beteiligten Unternehmen und Institutio- Sie gaben etwa
10.300 Menschen
Arbeit.
Überblick über Unternehmen der Schienentransport-
mittel und -systeme
Unternehmen Produkt Umsatz Beschäf- Export F&E**
Mio. € tigte in % in %
Quelle: Homepages und Geschäftsberichte sowie Industriellenvereinigung Tabelle: VCÖ 2004
voestalpine Bahnsysteme Schienen, Weichen, Services 1.300,4 3.813 61 0,7
Siemens Transportation Schienenfahrzeuge für den
Systems GmbH&Co KG Nah- und Fernverkehr, Fahrwerke 779,9 1.874 50 7,4
Siemens AG Österreich Betriebsführungssysteme für
Bereich Transportation den Nah- und Fernverkehr,
Systems Bahnstromversorgung 59,0 145 28 9,0
Bombardier Transportation Schienenfahrzeuge, Antriebs-
Austria und Steuerungstechnik, Service 168,0 600 80 4,0
Voith Turbo Antriebstechnik 36,2 130 83 k.A.
ELIN EGB Traction Antriebsausrüstung 35,2 150 36 3,3
Getzner Werkstoffe Bahnoberbau, Gebäudelagerung, 20,1 112 79 k.A.
Werkstoffe
Traktionssysteme Austria* Antriebsausrüstung 25,0 140 80 3,0
Bahnbau Wels Gleisbau 11,3 75 17 k.A.
* Zahlen aus dem Jahr 2002
** Forschung und Entwicklung
Wissenschaft & Verkehr 3/2004Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr 21
Die Unternehmen im Detail sowie von hydraulischen Umstellsystemen und
Einige der Unternehmen Österreichs im Ge- elektronischen Überwachungssystemen für Wei-
schäftsbereich der Schienentechnologie sind chen und auch für Räder beziehungsweise Brem-
heute weltweit die führenden Produzenten von sen von Schienenfahrzeugen.
Schienenverkehrsprodukten. Die VAE Eisenbahnsysteme erwirtschaftete im
Jahr 2002 mit etwa 530 Beschäftigten einen Um-
Der Stahlverarbeitungsbetrieb voestalpine Bahn- satz von etwa 79 Millionen Euro.20
systeme erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2003/ Das Gesamtunternehmen VAE beschäftigt der-
2004 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro zeit einen Stab von 475 Mitarbeiterinnen und
weltweit und beschäftigte in dieser Sparte 3.813 Mitarbeitern in der Produktionshauptstätte in
Menschen in Österreich.40 Die Kunden kommen Zeltweg und 3.200 Mitarbeiterinnen und Mit-
mit 63 Prozent zum größten Teil aus dem Bahn- arbeiter weltweit. Im Jahr 2002 betrug der Ge-
wesen und den kommunalen Verkehrsträgern. Im samtumsatz 388,1 Millionen Euro.21
Werk Donawitz, das besonders für das Linz-Do-
Traktionssysteme
nawitz-Verfahren84 bekannt ist, werden 350.000 Austria
Foto: www.traktionssysteme.at
Tonnen an Schienen pro Jahr hergestellt. Damit
ist Donawitz die weltweit größte Produktions-
stätte von Schienen. Die Produkte werden zu ei-
nem hohen Prozentsatz nach Deutschland und in
die Schweiz exportiert. Die Herstellung von
Schienen macht in Donawitz 66 Prozent der Pro- Traktionssysteme Austria ist in Europa ein wichti-
duktion aus. ger Anbieter von Antriebsausrüstungen für schie-
Der Jahresumsatz der voestalpine Schiene, eine nengebundene Fahrzeuge (z.B. flüssigkeits- und
Division der voestalpine Bahnsysteme (26 Pro- luftgekühlte Traktionsmotoren) sowohl im städti-
zent des Gesamtumsatzes) betrug 218 Millionen schen Nahverkehrsbereich als auch im Vollbahn-
Euro für das Jahr 2002, wobei 80 Prozent davon bereich und ist mit Führungsmotoren auf dem
Exportanteil sind; die Belegschaft zählte 435 Markt vertreten.
Mitarbeitende. Gegenwärtig werden zwei Drittel
des Jahresumsatzes im europäischen Markt durch ELIN EGB Traction ist ein Tochterunternehmen der
High-Tech-Schienen erzielt. Traktionssysteme Austria und des größten Tech-
nologiekonzerns Österreichs, der VA Tech, mit
VAE AG in Zeltweg in der Steiermark hat neben rund 18.000 Beschäftigten. Die 150 Mitarbeiter-
dem Hauptsitz in Zeltweg weitere 21 Produk- innen und Mitarbeiter der ELIN EGB Traction
tionsstätten weltweit. VAE ist heute weltweit füh- sind Systemanbieter, die in den Geschäftsfeldern
render Produzent von Weichen für Schienenwege Entwicklung, Konstruktion und Projektierung
und weichenbauspezifische Oberbaumaterialien der Antriebssysteme für Triebzüge und Lokomo-
tiven im Vollbahnbereich und für Sonderfahr-
Ein für Österreich zeuge im Grubenlokomotivenbereich und deren
typischer Standort: einzelnen Komponenten wie Stromrichter und
Zeltweg ist Hauptsitz
der VAE AG
Leitgeräte arbeiten.
Die Bahnindustrie in Österreich
Quelle: RTCA 2004 Grafik: VCÖ 2004
Firmen Umsatz Export Beschäf-
Mio. € in % tigte
Infrastrukturausrüster 5 525 74,2 3.100
Baufirmen 4 640 49,0 9.400
Foto: Internet20
Systemhersteller und Rollmaterialproduktion 12 584 34,7 4.000
gesamt 21 1.749 55,0 16.500
Wissenschaft & Verkehr 3/200422 Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr
Bombardiers54 Zentrum für leichte Schienenfahr- Waagner Biro und MCE Voest sind Spezialisten im
zeuge ist in Wien situiert. Bombardier Transpor- Bereich Bahn-Stahlbrücken. Es werden aber auch
tation Austria ist heute spezialisiert auf die Ent- Streckenmaterial aus Beton-Kreuzungsschwellen,
wicklung und Produktion von Straßen- und oberirdische Leitungsmasten und Bahnsteig-
Stadtbahnen für den europäischen Markt. Die elemente hergestellt. Weiters werden mit neuen
Exportquote der in Wien gefertigten Fahrzeuge Ideen Fortschritte erzielt, wie etwa die Verringe-
liegt bei über 80 Prozent. In den Jahren 2002 rung der Schüttungen für Schienen in Tunnels
und 2003 wurden in Wien-Floridsdorf insgesamt oder die verbesserte Schüttungsschiene, unter der
mehr als 220 Fahrzeuge gefertigt. Mit der Akqui- Kurzbezeichnung „Rahmen-Schwellen-Gleis“.
sition der DaimlerChrysler Rail Systems (Ad-
tranz) im Jahr 2001 kam der Standort Wiener Siemens Transportation Systems besitzt weltweit
Neudorf zu Bombardier Transportation. Insge- neun Standorte, an denen 17.700 Mitarbeiter ei-
samt sind in Österreich etwa 600 Beschäftigte für nen Umsatz von 4,7 Mrd. Euro erwirtschaften.
Bombardier Transportation tätig. Das Produkt- In Österreich bilden Wien (Schienenfahrzeuge
angebot umfasst Schienenfahrzeuge für den Per- und Bahninfrastruktur) und Graz (Drehgestelle)
sonenverkehr, komplette Schienenverkehrssyste- zwei wichtige Eckpfeiler. Beispielsweise werden
me, Lokomotiven, Güterwagen, Drehgestelle, die Drehgestelle für die neuesten deutschen ICE-
Antriebstechnik und Zugsteuerung sowie Bahn- Züge in Graz hergestellt.
steuerungssysteme. Als Teil des Gesamtkonzerns Das Leistungsspektrum in Österreich umfasst
Bombardier erwirtschaftete Bombardier Trans- Sicherungs- und Leitsysteme für den Nah- und
portation im Geschäftsjahr 2003/2004 einen Fernverkehr, Anlagen für die Bahnstromversor-
Umsatz von mehr als 5,9 Milliarden Euro. gung, Fahrzeuge für den Nah- und Fernverkehr
sowie Lauf- und Motordrehgestelle.
Stadtbahninnovation aus Wien Die Siemens Transportation Systems GmbH & Co KG,
Die Erfolgsgeschichte moderner Niederflur-Stadtbah- eine 100 %-Tochter der Siemens AG Österreich,
nen begann in Wien. Bombardier Transportation entwi- besitzt in der Niederlassung Wien einen der welt-
ckelte für die Wiener Linien eine Stadtbahn. Insgesamt weit modernsten Fertigungsstandorte für Schie-
wurden 78 Fahrzeuge für die Linie U6 gefertigt. Die nenfahrzeuge mit den Schwerpunkten U-Bah-
Wiener Lokalbahnen bestellten adaptierte Stadtbah- nen, Triebwagen, Reisezugwagen und der Nieder-
nen für die Badner Bahn. Basierend auf dem Nieder- flurstraßenbahn ULF. Jährlich können hier bis zu
flur-Konzept der Wiener Fahrzeuge entwickelt und 450 Fahrzeuge an Kunden in alle Welt geliefert
produziert Bombardier Transportation Stadtbahnen für werden.
Köln, Bonn, London-Croydon, Stockholm, Istanbul und In Graz befindet sich das Weltkompetenzzen-
die Niederlande sowie Zweisystem-Fahrzeuge für trum für Fahrwerke (Bogies) der Siemens AG, der
Saarbrücken. weltweit größte Produzent von High-Tech-Fahr-
Eine weitere Innovation aus dem Wiener Werk sind die werken für den Nah- und Fernverkehr. Pro Jahr
100 Prozent Niederflur-Straßenbahnen, die erstmalig verlassen rund 2.500 Fahrwerke das Grazer Werk.
an die Grazer Verkehrsbetriebe geliefert wurden.
TS Rail Automation & Power, ein eigenständiger Ge-
Knorr-Bremse betreibt einen Verkaufs- und Ent- schäftsbereich der Siemens AG Österreich, hat
wicklungsstandort in Mödling nahe Wien und ist die Regionalverantwortung für die Länder Öster-
mit vielen innovativen Produkten, wie z. B. reich, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien-
Bremssysteme für Schienenfahrzeuge, erfolgreich Herzegowina, Serbien, Montenegro, Rumänien
und erwirtschaftete im Jahr 2003 weltweit 891 und Bulgarien (ab 1. Oktober 2004) sowie zu-
Millionen Euro im Bereich Systeme für Schie- sätzlich die Vertriebsverantwortung für Marokko,
nenfahrzeuge bei Ausgaben für Forschung und Tunesien, Algerien und die Tschechische Repu-
Entwicklung von 2,5 Prozent. Der Scheibenwi- blik. Die Produktpalette reicht von Betriebsfüh-
scher für den deutschen Hochgeschwindigkeits- rungssystemen für den Nah- und Fernverkehr bis
zug ICE 3 ist nur eines von vielen Beispielen. zu elektrotechnischen Anlagen für die Bahn-
Wissenschaft & Verkehr 3/2004Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr 23
stromversorgung. Zu den Hauptkunden zählen schäftigtenzahl von 168. Die Exportquote belief
die Wiener Linien, die Slowenische, Slowakische, sich auf 3,4 Prozent, Forschung- und Entwick-
Serbische und Rumänische Bahn sowie die Ös- lungsausgaben erreichten 8,4 Millionen Euro.
terreichischen Bundesbahnen.
Frequentis baut Kommunikations- und Informa-
Plasser & Theurer ist ein Konsortium aus 18 tionssysteme für sicherheitskritische Lösungen in
Zweigunternehmen weltweit und hat Produk- den Bereichen Bahn und öffentlicher Personen-
Foto: www,nce-ag.com
tionsstätten in zehn Ländern. Hergestellt werden nahverkehr. Das Unternehmen mit 553 Beschäf-
vor allem Maschinen für Bau, Instandhaltung tigten erwirtschaftete im Jahr 2003 einen Umsatz
und Messung des Fahrweges. Sie sind bei bedeu- von 85,1 Millionen Euro, bei einer Forschungs-
tenden Bahnverwaltungen im Einsatz. Zusätzlich und Entwicklungsquote von 12 Prozent. Das
werden seit über zwei Jahrzehnten Maschinen für Unternehmen stellt Produkte für Betriebsfern- Mit seinen zwei Kanälen
– 100 beziehungsweise
die mechanisierte Fahrleitungsinstandhaltung melde- und GSM-R-Systeme (Global System for 31 Meter lang – ist die
und den Umbau produziert. Es wurden bereits Mobile Communications-Rail) für den Bahn- Wiener Anlage der welt-
mehr als 12.700 Großmaschinen in 103 Länder markt her. Deutschland, Finnland, Großbritan- größte Klimawindkanal.
geliefert. Der Beschäftigtenstand liegt in Öster- nien und die Schweiz bauen auf eine Frequentis
reich bei 1.300 und weltweit bei 3.000 Mitarbei- GSM-R-Infrastruktur. Die Exportquote liegt bei
terinnen und Mitarbeitern. 90 Prozent.
Getzner Werkstoffe ist ein international tätiges Un- Das Vienna-Arsenal Technologiezentrum operiert als
ternehmen – Umsatz 20,1 Millionen Euro – mit Testeinrichtung für Gleiskomponenten und hat
112 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am öster- den weltweit größten und modernsten klimati-
reichischen Produktionsstandort in Bürs/Vorarl- schen Windkanal für Bahn-Fahrzeuge und be-
berg und 22 Beschäftigten an den Verkaufsnie- treibt diesen als kommerzielles Service seit dem
derlassungen in Berlin, München, Tokyo und Jahr 2003 in Wien, wo auch Simulationen von
Amman/Jordanien. Als Spezialist zur Reduktion klimatischen Extremen durchgeführt werden
von Schwingungen erwirtschaftet das Unterneh- können. Die Anlage wird von allen europäischen
men 79 Prozent seines Umsatzes im Ausland, vor Bahn-Fahrzeugherstellern verwendet.
allem im Bereich Bahnoberbau. Die Rhomberg Bahntechnik übernimmt als Total-
unternehmer sämtliche Arbeiten rund um den
Semperit AG Holding ist in Europa seit vielen Jahr- Bahn- und Gleisbau.
zehnten für seine Gummiprodukte bekannt. Die
Division Semperform ist im Bereich Waggon- und
Bahnoberbau tätig und hat seinen Hauptsitz in Siemens liefert weltweit
Wimpassing. Im Jahr 2003 betrug der Umsatz
Für die Wiener Linien läuft im Werk Wien der Siemens Transportation Systems die
der 703 Beschäftigten 85,5 Millionen Euro. Die
Produktion von 25 sechsteiligen U-Bahn-Garnituren V-Wagen. Die Fertigung von
Exportquote lag bei 85 Prozent.
insgesamt 300 Niederflurstraßenbahnen ULF läuft auf Hochtouren. Darüber hinaus
gibt es im europäischen Metro-Markt Aufträge aus Oslo und Nürnberg. Für die
Gmundner „Fertigteile GesmbH“ produziert die
Pearl Line 2 in Shanghai besteht ein Auftrag über 28 sechsteilige Metrozüge. Nach
BODAN-Straßen-Schienen-Schwelle. Diese
Boston (USA) gehen 94 Fahrzeuge. 19 dreiteilige U-Bahn-Garnituren wurden in die
Patentlösung aus speziellem Beton für Niveau-
thailändische Hauptstadt Bangkok geliefert. Zusätzlich zum Metro-Geschäft sind
Kreuzungen wird großteils in Österreich, aber
Aufträge über 382 Hochleistungslokomotiven TAURUS für die ÖBB und 20 Drei-
auch in anderen Ländern Europas verwendet.
System-Lokomotiven für die Slowenischen Eisenbahnen erwähnenswert. Im Jahr
2003 wurden insgesamt 250 elektrische Triebfahrzeuge, Straßenbahnen und
Kapsch TrafficCom, ein Unternehmen der Kapsch-
Metrofahrzeuge ausgeliefert. Die Drehgestelle für alle oben genannten Fahrzeuge
Gruppe, hat sich im Geschäftsbereich Verkehrs-
kommen aus dem Siemens-Kompetenzzentrum für Fahrwerke in Graz. 2004 erhielt
telematik, Betreiber von Bahn- (GSM-R, Zug-
Graz den ersten Auftrag aus Italien über die Lieferung von 300 Fahrwerken für 150
funk, Zugleitfunk, Kommandosysteme) und
Doppelstockgarnituren an Trenitalia. Insgesamt werden hier rund 2.500 Fahrwerke
Straßennetzen, situiert. Der Umsatz im Jahr 2003
pro Jahr produziert.
belief sich auf 193 Millionen Euro, bei einer Be-
Wissenschaft & Verkehr 3/200424 Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr
Die ÖBB als Arbeitgeber
Die ÖBB, das sind 10.000 Kilometer Schienen, Im Nahverkehr sind die ÖBB mit der Bahn-
1.500 Lokomotiven und 23.000 Waggons. Und Bus-Flotte tätig. Im Jahr 2003 beförderte der
die ÖBB geben rund 47.500 Menschen Arbeit. BahnBus insgesamt rund 93 Millionen Fahrgäste.
Die ÖBB, das sind aber auch pro Jahr 25.000 Die Umsätze betrugen 108 Millionen Euro.
Tonnen Stahl und 872 Millionen Euro Investitio-
nen. Und die ÖBB bilden laufend etwa 1.300 Beschäftigung
Lehrlinge aus. Die rund 1.550 Lokomotiven und Um den Fuhrpark der ÖBB in Bewegung zu hal-
Triebwagen der ÖBB legen jährlich rund 170 ten, arbeiten rund um die Uhr 5.248 Lokomotiv-
Millionen Kilometer zurück – das sind mehr als führer. Im Hintergrund werken 968 Beschäftigte
4.000 Erdumkreisungen.17 des Technischen Wagendienstes und 1.152 Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter des Technischen
278 Millionen Fahrgäste jährlich Wagen- und Remisendienstes, um die Loks und
Insgesamt bewegen sich pro Jahr Fahrgäste 278 Waggons in Schuss zu halten. 596 Beschäftigte
Millionen Mal auf dem Streckennetz der ÖBB, sorgen für die Planung und Steuerung der Ab-
davon nutzen auf der Schiene rund 182 Millio- läufe und erledigen die nötige Verwaltungsarbeit.
nen Fahrgäste das Angebot der ÖBB. Der Ge- Im Personenverkehr arbeiten rund 6.200
samtumsatz im Personenverkehr beträgt 1,05 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, während im
Milliarden Euro.22 Allein in den Jahren 2002 Güterbereich bei Rail Cargo Austria etwa 3.300
und 2003 haben die ÖBB 140 Doppelstockwag- Menschen beschäftigt sind.
Die weit verbreitete Mei- gons, 170 einstöckige City Shuttles sowie 200
nung, dass die Bahn Busse für den Personenverkehr angekauft.
minderwertigere Güter
befördert als der Lkw, ist
ein Irrglaube.
Trendunterstützende
Maßnahmen für eine
positive Aufkommensent-
Die Bahn transportiert immer mehr wicklung im Schienen-
hochwertige Güter in Österreich verkehr sind nötig, um
eine positive Entwicklung
1994 2003 zu gewährleisten.
35
30,4
nach Warengruppen (in Millionen Tonnen)
30
Stetig steigende
Güter-Aufkommen in Wagenladungen
25 Aufkommensentwicklung im SGV*
19,9
20 100
gesamt
Millionen Tonnen ohne Kraftwagendienst
15 12,6 80
9,9
Quelle: Rail Cargo Austria 2004 Grafik: VCÖ 2004
Quelle: RailCargo Austria 2004 Grafik: VCÖ 2004
10
7,0 7,5 7,1
5,2 4,8 5,4 5,5 6,5 4,4
5,6 60
5 3,9 3,6 konventioneller Verkehr
1,7 1,6 1,0 0,7
40
0
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 kombinierter Ladungsverkehr
1 Land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse 6 Eisen, Stahl und Nichteisen-Metalle 20
2 Nahrungs- und Futtermittel 7 Steine, Erden und Baustoffe Express Cargo
3 Feste mineralische Brennstoffe 8 Düngemittel 0
4 Erdöl, Mineralölerzeugnisse 9 Chemische Erzeugnisse
1993 1995 2000 2003
5 Erze und Metallabfälle 10 Fahrzeuge, Maschinen, Sonstiges * Schienengüterverkehr
Wissenschaft & Verkehr 3/2004Wirtschaftsfaktor Öffentlicher Verkehr 25
Im internationalen Vergleich
im Spitzenfeld
Die Deutsche Bahn, die mit einer Bevölkerung
von 80 Millionen zehnmal so viele Menschen zu
Nirgendwo sonst in der
versorgen hat, transportiert nur annähernd vier- EU wird so viel Bahn
mal so viel wie die ÖBB, die italienische Staats- gefahren wie in Öster-
Foto: Maria Hötzmanseder
bahn befördert für die 57 Millionen Menschen in reich. Das erhöht auch
Italien sogar weniger als die ÖBB aus dem acht die Erwartungen an die
48.500 Beschäftigten
Millionen Menschen zählenden Österreich. der Bahnen in Öster-
Die absolute Spitzenposition nimmt „Rail reich.
Cargo Austria“ beim internationalen Vergleich
der „beförderten Tonnen pro Einwohner“ ein, wo Infrastruktur Services – Planung & Engineering
der ÖBB-Güterverkehr mit 10,5 Tonnen pro Der Geschäftsbereich Planung & Engineering er-
Einwohner europaweit an erster Stelle liegt. Bei brachte im Jahr 2002 bei Infrastrukturprojekten
der absoluten Gütertransportleistung liegt „Rail Investitionen von 415 Millionen Euro.
Cargo Austria“ im europäischen Vergleich vor der In den Verantwortungsbereich des Geschäfts-
wesentlich größeren italienischen Staatsbahn an bereichs Fahrweg fällt die Erhaltung und Erneue-
vierter Stelle hinter Deutschland, Frankreich und rung von 10.700 km durchgehenden Gleisanla-
Großbritannien mit 87 Millionen beförderten gen samt Ober- und Unterbau, 17.000 Weichen,
Tonnen.22 In Österreich ist der nationale Markt- rund 6.200 nicht technisch gesicherten Bahn-
anteil der Schiene mehr als doppelt so hoch wie kreuzungen, etwa 6.000 Eisenbahnbrücken und
in Deutschland, Frankreich oder Belgien. Viadukten sowie 260 Tunnels und Galerien.
Energienetz und Anlagen
Dieser Geschäftsbereich versorgt die ÖBB mit
City Air Terminal (CAT) leitungsgebundener Energie.
Seit dem Jahr 2003 ist auch der City Air Terminal Neben ihren 10.700 km Gleisanlagen verfügen
(CAT) in Wien mit direkter Verbindung von der Innen- die ÖBB noch über rund 12.500 Immobilien in
stadt zum Flughafen Schwechat in Betrieb. Das In- ganz Österreich – Bahnhöfe, Güterbahnhöfe,
vestitionsvolumen des City Air Terminal belief sich Werkstätten, sonstige Gebäude. 3.500 Mitarbei-
auf 16,2 Millionen Euro, davon 12 Millionen Euro für terinnen und Mitarbeiter der Gebäude und Anla-
Züge und der Restbetrag für Umbauten und Adaptie- gen Services sind hier beschäftigt – von der War-
rungen der Bahnsteige sowie Bau des Bahnhofs- tung und Reparatur der Fassaden und Dächer bis
gebäudes, Einbau Gepäckförderungsanlage und die zur Störungsbehebung der Rolltreppen, Aufzüge,
Errichtung der Check-In Counter. Im ersten halben Heizungs-, Klima-, Lüftungs- und Sanitäranla-
Jahr transportierte der CAT bereits sechs Prozent gen, vom denkmalschutz-adäquaten Austausch
aller Transporte zum Flughafen Schwechat. historischer Fenster bis zur Reinigung der Fuß-
böden.
Wissenschaft & Verkehr 3/2004Sie können auch lesen