Berufsmaturitäts-prüfungen im Jahre 2019 im Kanton Zürich

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Berufsmaturitäts-prüfungen im Jahre 2019 im Kanton Zürich
Kanton Zürich
Bildungsdirektion

Berufsmaturitäts-
Mittelschul- und Berufsbildungsamt

prüfungen im J
             ­ ahre
2019
im Kanton Zürich
Berufsmaturitäts-prüfungen im Jahre 2019 im Kanton Zürich
Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Präsidenten der kantonalen Berufs­maturitätskommission.................................. 3

Mitglieder der kantonalen ­Berufsmaturitätskommission.......................................................... 5

Berufsmaturitätsschule Zürich ................................................................................................ 6
– Technik, Architektur und Life Sciences
– Dienstleistungen
– Gestaltung und Kunst
– Gesundheit und Soziales

KV Zürich Abschlussfeier im Hallen­stadion............................................................................. 9

Berufsbildungsschule Winterthur BBW Abschlussfeier 2019................................................ 11

Berufsmaturitätsschule Strickhof........................................................................................... 14

Berufsfachschule Uster, ­Berufsmaturitätsfeiern 2019 Wirtschaft und Technik ..................... 16

Wirtschaftsschule KV Wetzikon (WKVW) ............................................................................... 19

Wirtschaftsschule KV Winterthur (WSKVW) .......................................................................... 21

Kantonsschule Büelrain Berufsmaturitätsfeier HMS.............................................................. 21

Bericht über die Berufsmaturitätsprüfungen 2019................................................................. 23

Resultate Berufsmaturitätsprüfungen.................................................................................... 24

Impressum 12/19
Redaktion:
Bildungsdirektion Kanton Zürich

Produktion:
Esther Züger, Eboplan GmbH

Herausgeberin:
Bildungsdirektion, Kantonale Berufsmaturitätskommission (KBMK)

Copyright:
Bildungsdirektion, Kantonale Berufsmaturitätskommission (KBMK)

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Berufsmaturitäts-prüfungen im Jahre 2019 im Kanton Zürich
Vorwort des Präsidenten
der kantonalen Berufs­
maturitätskommission

Die kantonale Berufsmaturitätskommission (KBMK) informiert in ihrem jährlichen Bericht je-
weils über ihre Tätigkeit im vergangenen Schuljahr. In erster Linie nimmt die Kommission die
Aufsicht über die Berufsmaturitätsprüfungen wahr und als weitere, wichtige Funktion am-
tet sie als Instanz, an die allfällige Einsprachen gegen die Qualifikationsentscheide gerichtet
werden. Ergänzt werden diese Informationen aus der Kommission, einer etablierten Tradition
folgend, mit den Berichten über die Berufsmaturitätsfeiern der einzelnen Schulen. Diese ge-
statten einen Einblick in den würdevollen Rahmen, in welchem die Berufsmaturitätsschulen
ihre erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen zelebrieren und in den nächsten Lebens-
abschnitt verabschieden. Dieser Gesamtrückblick wird nun bereits zum dritten Mal als PDF
beim Mittelschul- und Berufsschulamt aufgeschaltet und steht somit einer breiten, interes-
sierten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Aufgrund des Beginns der neuen Amtsperiode im vergangenen Herbst erwies sich 2019
insbesondere auch als ein Jahr des Umbruchs für die Kommission selbst: Die Amtszeitbe-
schränkung führte dazu, dass ein langjähriges Mitglied zurücktreten musste; ein weiteres Mit-
glied zog sich aus anderen Gründen aus der Kommission zurück, die zudem das letzte Jahr
der Amtsperiode als Ergebnis von zwei weiteren Rücktritten im Verlauf von 2018 in Unterbe-
setzung funktionierte. Der vorliegende Bericht kennt deshalb unterschiedliche Zuständigkei-
ten: Die Prüfungsbesuche wurden noch durch die Kommission in alter Zusammensetzung
verantwortet; das Behandeln der Einsprachen erfolgte dann grösstenteils bereits in neuer
Zusammensetzung.

Die zurückgetretenen Mitglieder wurden zu Beginn der neuen Amtsperiode anlässlich der ers-
ten Sitzung verabschiedet und ihr langjähriger Einsatz zugunsten der Berufsmaturität herzlich
verdankt. Es handelt sich dabei um Thomas Limacher, Vertreter der Handelsmittelschulen
(HMS) und der Informatikmittelschulen (IMS), und um Sébastien Papst, der vom Vorstand
des Kaufmännischen Verbands delegiert die Arbeitnehmervertretung wahrnahm. Die neuen
Mitglieder der KBMK sind Martin Bietenhader, Rektor der Kantonsschule Büelrain in Win-
terthur als Vertreter der HMS/IMS, Marcel Hinder, Rektor und Unternehmensleiter bei AKAD
College als Vertreter der Privatschulen, Patrick Hunn, Lehrer am KV Zürich, als Arbeitnehmer-
vertretung und Alex Weingart, Geschäftsführer des regionalen Ausbildungszentrums Au als
Arbeitgebervertretung. Als Präsident schätze ich mich äusserst glücklich, dass die Kommis-
sion wieder vollzählig ihre Aufgaben wahrnehmen und sich weiterhin breit abgestützt für die
Belange der Berufsmaturität einsetzen kann.

Die neue KBMK konstituierte sich anlässlich ihrer ersten Sitzung am 4. September 2019 und
behandelte insgesamt sieben Einsprachen gegen Qualifikationsentscheide (eine früher ein-
gegangene Einsprache wurde bereits in der Aprilsitzung behandelt und abgelehnt). Das Total
von acht Fällen, die von der Kommission im Verlauf von 2019 zu behandeln waren, entspricht
in etwa dem Durchschnitt im langjährigen Vergleich. Zudem wird deutlich, dass die Prüfungs-
session 2018 ohne eine einzige Einsprache, tatsächlich ein ausserordentlicher Sonderfall war.
In sechs der sieben Fälle konnte die Kommission der Argumentation der Schule folgen und
lehnte die Einsprache ab; eine Einsprache hingegen führte zu längeren Diskussionen und
Abklärungen – sie wurde letztendlich gutgeheissen. Neben diesen Rechtsfällen diskutierte die
Kommission im vergangenen Schuljahr folgende nennenswerte Geschäfte:

(1) Sie verfasste eine Stellungnahme zuhanden der Kommission Berufsmaturität des Kantons
    Zürich (KBM) betreffend Präsenzpflicht in den Ausbildungsgängen der BM 2;
(2) Sie genehmigte eine neue Wegleitung zu den Berufsmaturitätsprüfungen der Ausrichtung
    Wirtschaft und Dienstleistungen;
(3) Sie diskutierte diverse Aspekte der kantonalen schriftlichen Berufsmaturitätsprüfungen
    und
(4) Sie erliess Regelungen für zweisprachige schriftliche Berufsmaturitätsprüfungen ab 2020.

Zum ersten Punkt: Die KBMK hat den überdurchschnittlich grossen administrativen und pä-
dagogischen Aufwand für die Schulen aufgrund von Absenzen in den Lehrgängen der BM 2

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Berufsmaturitäts-prüfungen im Jahre 2019 im Kanton Zürich
zur Kenntnis genommen und unterstützt den Antrag der BM-Leitenden, das Berufsmaturi-
tätsreglement entsprechend anzupassen, damit diese Aufwendungen auf ein gesundes Mass
zurückgeführt werden können. Bei der neuen Wegleitung für die Berufsmaturitätsprüfungen
Typ Wirtschaft, dem zweiten erwähnten Punkt, wies die Kommission vor allem auf die eidge-
nössischen Regelungen zur Prüfungsdauer hin. Beim dritten Punkt, den kantonalen schrift-
lichen Berufsmaturitätsprüfungen, wurden diverse Anträge besprochen und Notenschlüssel
festgelegt bzw. genehmigt. Die Kommission hat beim letzten Punkt, den schriftlichen zwei-
sprachigen Berufsmaturitätsprüfungen, Anträge über die zugelassenen Hilfsmittel geprüft und
verabschiedet.

Das Fazit zu den Berufsmaturitätsprüfungen 2019 fällt auch im Rückblick auf dieses Jahr sehr
positiv aus. Die Kommissionsmitglieder konnten sich bei ihren Prüfungsbesuchen vergewis-
sern, dass die Prüfungen gewissenhaft geplant und präzise organisiert waren. Diese Besuche
können mit Stichproben verglichen werden und aufgrund dieser punktuellen Einblicke kann
die KBMK eine ordnungsgemässe Durchführung attestieren. Es wurden engagierte Prüfende
beobachtet, die mit aufmerksamen Expertinnen und Experten die einzelnen Prüfungen abhiel-
ten. Auf der anderen Seite waren einsatzfreudige Lernende zu sehen, die ihr Wissen und ihre
Kompetenzen in der Prüfungssituation darlegten. Als Präsident freut es mich besonders, an
dieser Stelle allen erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen im Namen der KBMK ganz
herzlich zur erfolgreich abgelegten Berufsmaturität gratulieren zu dürfen.

Bereits im Vorjahr wurde festgehalten, dass die Zahlen bei der BM 1 zwar stagnieren, dass
aber das Wachstum der Zahl der Abschlüsse insgesamt erfreulich ist: 2019 haben insgesamt
2212 Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden im Kanton Zürich ihr Berufsmaturitäts-
zeugnis erhalten und diese Summe stellt einen neuen Rekord dar. Allerdings ist bei aller Freu-
de über diese Höchstzahl zu beachten, dass die Anzahl der Neueintritte in die BM 1 weiterhin
stagniert und in gewissen Ausrichtungen (z.B. Technik, Architektur und Life Sciences TALS
sowie Gesundheit und Soziales) sogar stark abgenommen hat. Die Steigerung der Abschlüs-
se beruht also lediglich auf dem starken Zuwachs der Eintritte in die BM 2. Der spürbare Trend
wird noch eindrücklicher und stimmt noch nachdenklicher, wenn er über die letzten fünf Jahre
hinweg betrachtet wird. Eine Erkenntnis ist, dass Lernende, aus unterschiedlichen Gründen,
die Berufsmaturität immer weniger häufig parallel zur Lehre absolvieren und diesen Ausbil-
dungsgang auf die Zeit danach verschieben. Es ist damit zu rechnen, dass die Gesamtzahlen
in Zukunft auch bei der BM 2 wieder sinken könnten. Eine derartige Entwicklung wäre im
Hinblick auf den Fachkräftemangel bedenklich, weil vor allem bei den dringend benötigten
Arbeitskräften mit einer erweiterten Allgemeinbildung, wie sie die Berufsmaturität bietet, die
Attraktivität und damit die Zahl der Abschlüsse sinkt. Es bedarf deshalb noch vermehrter
Anstrengungen von allen Seiten, um die Berufsmaturität weiterhin als attraktive Allgemeinbil-
dung für starke Lernende im Rahmen der Berufsbildung gedeihen zu lassen.

Alle, die sich Jahr für Jahr zugunsten der Berufsmaturität engagieren wie auch all diejenigen,
die während den Berufsmaturitätsprüfungen für eine effiziente Organisation besorgt sind, ver-
dienen einen grossen Dank für ihren engagierten Einsatz im vergangenen Jahr. In meiner Rolle
als Präsident der KBMK ist es mir zudem ein Anliegen, insbesondere den Mitarbeitenden des
Mittelschul- und Berufsschulamts und meinen Kollegen in der Kommission ebenfalls ganz
herzlich zu danken. Es ist nur dank dieser dienstleistungsorientierten und freundlichen Unter-
stützung überhaupt möglich, dass die Aufsicht über die Berufsmaturitätsprüfungen in diesem
Umfang erfolgen kann.

Im Namen der gesamten Kommission wünsche ich Ihnen eine angeregte Lektüre des Berichts
2019 und bin Ihnen für Ihr Interesse und, vor allem, für Ihre Unterstützung der Berufsmaturität
sehr verbunden.

Prof. Dr. Michael C. Prusse
Präsident der KBMK

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Berufsmaturitäts-prüfungen im Jahre 2019 im Kanton Zürich
Mitglieder der kantonalen
­Berufsmaturitätskommission
 (Amtsperiode 2015–2019)

Vertretungen Abnehmerschulen
Prof. Dr. Michael Prusse (Präsident), Abteilungsleiter Fachdidatktik Master
    der Pädagogischen Hochschule Zürich
Prof. Dr. Urs Mürset (Vizepräsident), Stv. Leiter Institut für Angewandte Simulation,
    Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Dr. Stefan Schuppisser, Leiter Studiengang Betriebsökonomie, Zürcher Hochschule
    für Angewandte Wissenschaften

Vertretungen Berufsmaturitätsschulen
Axel Buse, Prorektor und Leiter Grundbildung für Erwachsene (BM2/KV2), KV Zürich
Beat Deola, Leiter BM, Berufsbildungsschule Winterthur BBW
Thomas Limacher, Mittelschul-Lehrperson, Kantonsschule Enge
Dr. Stephan Meyer, Rektor, Berufsmaturitätsschule Zürich
Ronnie Sturzenegger, Rektor/Unternehmensleiter AKAD College (Austritt per 3.9.2018)

Arbeitgebervertretung
Michele Marchesi, Leiter Berufsbildung, Siemens Schweiz AG (Austritt per 18.7.2018)

Arbeitnehmervertretung
Sébastien Pabst, KV Zürich

Vertreter Mittelschul- und Berufsbildungsamt
Hans Stadelmann, Beauftragter Berufsmaturität

Sekretariat
Andrea Hunziker, Sachbearbeiterin Berufsmaturität

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Berufsmaturitäts-prüfungen im Jahre 2019 im Kanton Zürich
Berufsmaturitätsschule Zürich
                          – Technik, Architektur und Life
                             Sciences
                          – Dienstleistungen
                          – Gestaltung und Kunst
                          – Gesundheit und Soziales
    Text: Martin Brogle   Nachdem ursprünglich 1021 Lernende ihre Ausbildung an der Berufsmaturitätsschule Zürich
Fotos: Raphael Loretan    begonnen hatten, traten im Juni 2019 insgesamt 833 Lernende die Maturitätsprüfungen an.
                          82% aller Eintretenden absolvierten demnach die Schlussprüfungen und 99 % von ihnen, d.
                          h. 822 Lernende, erhielten das Berufsmaturitätszeugnis. Ausgezeichnete Leistungen erbrach-
                          ten die folgenden Maturandinnen und Maturanden:

                          BM 1
                          Louisa Hanhart, Medizinische Praxisassistentin EFZ: 5.8
                          Jan Villiger, Physiklaborant EFZ: 5.7
                          Simon Zinsli, Physiklaborant EFZ: 5.7
                          Samuel Bienz, Fachmann Gesundheit EFZ: 5.6
                          Adam Cook, Elektroinstallateur EFZ: 5.6
                          Fabio Kohler, Geomatiker EFZ amtliche Vermessung: 5.6
                          Delia Schüpbach, Physiklaborantin EFZ: 5.6
                          Livia Buratta, Polygrafin EFZ Printmedien: 5.6
                          Giulia Bosshard, Zeichnerin EFZ Fachrichtung Architektur: 5.6

                          BM 2
                          Gabriela Arnold, Köchin EFZ: 5.9
                          Regina Frei, Buchhändlerin EFZ: 5.8
                          Ladina Gross, Glasmalerin EFZ: 5.8
                          Rahel Brugger, Fachfrau Information und Dokumentation EFZ: 5.7
                          Pascal Haller, Landschaftsgärtner EFZ: 5.7
                          Martina Wilhelm, Restaurationsfachfrau EFZ: 5.7
                          Jasmin Bosshard, Orthopädistin EFZ: 5.6
                          Mansouria Forloul, Fachfrau Gesundheit EFZ: 5.6
                          Yannick Furrer, Zimmermann EFZ: 5.6
                          Nadine Grossmann, Zeichnerin EFZ Fachrichtung Architektur: 5.6
                          Anja Herrli, Detailhandelsfachfrau EFZ: 5.6
                          Lars Leuthold, Koch EFZ: 5.6
                          Marin Leonardo Maurer, Baumschulist EFZ: 5.6
                          Michael Scherrer, Automobil-Mechatroniker EFZ: 5.6
                          Fabian Türke, Fachangestellter Gesundheit EFZ: 5.6

                          Wir gratulieren allen Absolventinnen und Absolventen zu ihrer Berufsmaturität und wünschen
                          ihnen für ihre weitere berufliche Zukunft viel Erfolg. Einen grossen Dank richten wir an die

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Berufsmaturitäts-prüfungen im Jahre 2019 im Kanton Zürich
zahlreichen Expertinnen und Experten von Fachhochschulen, Gymnasien, anderen Berufs-
maturitätsschulen sowie aus der Privatwirtschaft, die uns während den Berufsmaturitätsprü-
fungen tatkräftig unterstützt haben. Ebenfalls danken wir allen Lehrerinnen und Lehrern, die
mit grossem Engagement die Prüfungen vorbereitet und durchgeführt haben. Die Prüfungen
liefen reibungslos ab, die Expertenberichte waren positiv und lobend.

Maturitätsfeier BM 2
Bedingt durch die Grösse unserer Schule fanden die Berufsmaturitätsfeiern der Bildungs-
gänge BM 1 und BM 2 auch dieses Jahr getrennt statt. Im Volkshaus strömten am frühen
Nachmittag rund 900 Gäste zur Berufsmaturitätsfeier BM 2 zusammen.
In festlicher Kleidung, fröhlich gestimmt und in erwartungsvoller Spannung lauschte das Pub-
likum zur Eröffnung der Feier den Irish-Folk-Musikklängen der Band SANYSAIDAP.
Nach diesem munteren Auftakt begrüsste der Rektor, Dr. Stephan Meyer, die Gäste und gratu-
lierte den Maturandinnen und Maturanden zu ihrem Prüfungserfolg. In seiner Rede erklärte er
dem Publikum, wie wichtig es sei, sich mit unserer Gesellschaft, der Wirtschaft und dem Staat
auseinanderzusetzen. Die Schweiz lebe von der gemeinsamen Diskussion, vom Gespräch
über die Partei-, Sprach- und Generationengrenzen hinweg. Das ausführliche Miteinanderre-
den hätten die Eidgenossen bereits zur Zeit der Tagsatzung gepflegt. Lösungen kamen nur
langsam und im fortwährenden Dialog der Eliten aus den einzelnen Orten zustande. Und wer
sich heute in der Stadt Zürich einbürgern lassen will, müsse in einem Gespräch zeigen, dass
er oder sie den Inhalt einer 60-seitigen Broschüre verstanden habe.
Kurz: Wer aktiv teilnehmen will, wer für eine Sache kämpft, der müsse Kenntnisse haben und
diese einbringen, so der Rektor. Das passive Konsumieren reiche dabei nicht, es brauche
produktives und kreatives Engagement. Der Rektor forderte daher die Maturandinnen und
Maturanden auf, sich mit ihrem erworbenen Wissen einzubringen: «Reisen Sie, schauen Sie
genau hin, mischen Sie sich ein, werden Sie laut!» Sei das am Frauenstreik, im Militär, bei
der Friedensbewegung oder durch die Teilnahme an Abstimmungen und Wahlen. «Seien Sie
zuversichtlich, bleiben Sie aktiv», gab der Rektor den Maturandinnen und Maturanden mit auf
den Weg.
Im Anschluss an die mit grossem Applaus bedachte Rede ergriff Herr Sven Schenk, BM-
2-Absolvent der Ausrichtung Technik, Architektur, Life Sciences, das Mikrophon. Er liess das
erfolgreich abgeschlossene Schuljahr Revue passieren und pflückte einzelne Highlights her-
aus: den Besuch des Theaterspektakels, das aufwändige Verfassen der Berufsmaturitätsar-
beit und das Zusammenwachsen der Klasse zu einem Lern-Team. Gespickt mit persönlichen
Pointen aus dem Leben eines BM-Lernenden zeigte er sich hocherfreut darüber, dass er nun
am Ziel angelangt war.
Nach einem weiteren musikalischen Zwischenspiel bat der Leiter BM 2, Dr. Lukas Meier, all
jene Maturandinnen und Maturanden auf die Bühne, die mit einem Gesamtnotenschnitt von
5.6 und mehr einen ausgezeichneten Abschluss erzielten. Insgesamt 15 Lernenden konnte
der Leiter BM 2 unter tosendem Applaus zu ihren herausragenden Leistungen gratulieren.
Nachdem alle Zeugnisse verteilt waren, durfte beim Apéro auf den erfolgreichen Abschluss
angestossen werden.

Maturitätsfeier BM 1
In nicht minder festlichem Rahmen und vor ebenfalls voll besetzten Rängen durften um 17.00
Uhr die Gäste zur Berufsmaturitätsfeier BM 1 begrüsst werden. Mit ihrem dreistimmigen

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Berufsmaturitäts-prüfungen im Jahre 2019 im Kanton Zürich
Gesang untermalt mit Violine, Gitarre, Akkordeon und Kontrabass stimmte die Band SANY-
SAIDAP den Saal auf die Feier ein.
Der Rektor, Dr. Stephan Meyer, verband seine Begrüssung mit einer herzlichen Gratulation an
alle Maturandinnen und Maturanden. In seiner Ansprache führte er aus, wie wir Fakten und
Fiktion auseinanderhalten können. Das gehe – so der Rektor – nur durch das Sammeln von
eigener Erfahrung. Die Drehbuchautorin der jüngsten «Heidi» Verfilmung, Petra Volpe, hätte
zuerst nichts zu tun haben wollen mit diesem vermeintlichen Kitsch. Erst durch das Lesen
der beiden Heidi-Bücher von Johanna Spyri wäre sie schliesslich fasziniert gewesen vom
Realitätsgehalt und dem sozialen Sprengstoff der Geschichte. Ebenso erging es dem Rektor
selber: Während seiner 10-jährigen Beschäftigung mit der Aussenpolitik der Eidgenossen-
schaft in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts las er an die 30 000 Handschriften, was sein
bisheriges Bild über die Epoche völlig verändert hätte. Er machte sich durch eigene Erfahrung
und eigene Arbeit zum Experten. Nur so können Fakten und Fiktion unterschieden werden,
denn nicht dadurch, dass wir konsumieren, sondern dadurch, was wir produzieren, schöpfen
wir nachhaltige Erfahrung. So riet der Rektor den Maturandinnen und Maturanden: «Machen
Sie sich zum Experten oder zur Expertin, das gibt Vertrauen in die eigene Erfahrung.»
Nach einem musikalischen Intermezzo meldeten sich Herr Oliver Bieri und Herr Robin Meier
aus der Ausrichtung Technik, Architektur, Life Sciences im Namen der Absolventinnen und
Absolventen zu Wort. Sie verglichen in einem humoristischen Dialog die Sicht eines Neulings
am ersten Schultag mit den Erfahrungen eines BM-Lernenden am letzten Schultag. Das Pub-
likum verdankte ihren Auftritt mit einem anerkennenden Applaus.
Eine weitere musikalische Einlage stimmte die Gäste auf die anstehenden Ehrungen ein: Der
Leiter BM 1, Martin Brogle, bat zuerst die zwei Augenoptikerinnen, Lisa Brönnimann und Se-
lina Frey, auf die Bühne. Die beiden Jungforscherinnen wurden für ihre Berufsmaturitätsarbeit
mit dem Titel «Die recycelte PET-Flaschen-Brille» am Nationalen Wettbewerb von Schwei-
zer Jugend forscht mit dem höchsten Prädikat «hervorragend» ausgezeichnet. Das Publikum
zollte den beiden Absolventinnen mit rhythmischem Klatschen grössten Respekt für diese
ausserordentliche Leistung.
Zu ihnen gesellten sich diejenigen neun Lernenden auf die Bühne, die mit einem Gesamtno-
tenschnitt von 5.6 oder mehr herausragende Leistungen erbrachten. Zusammen mit seiner
Gratulation überreichte Martin Brogle den Geehrten nebst dem Maturazeugnis einen Bücher-
gutschein. Das Publikum würdigte diese ausgezeichneten Leistungen mit einem kräftigen
Applaus.
Nach der Zeugnisübergabe folgte der Apéro. Jetzt durften sich die erfolgreichen Absolventin-
nen und Absolventen gebührend feiern lassen.

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Berufsmaturitäts-prüfungen im Jahre 2019 im Kanton Zürich
KV Zürich

1374 junge Kaufleute starten ins Berufsleben                                                                          Andreas Bischoff,
9. Juli 2019: 1374 erfolgreiche Absolvierende der Wirtschaftsschule KV Zürich durften im Hal-                         Prorektor M-Profil
lenstadion Zürich ihr Abschlusszeugnis entgegennehmen. Die Auszeichnung für den besten
KV-Abschluss ging an Nina Brüngger aus Effretikon. Sie brillierte mit einer Gesamtnote von 5.7
im eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ). Insgesamt erzielten 50 junge Kaufleute – darunter
neun, die ihre Ausbildung bilingual in Englisch und Deutsch absolviert haben – einen Noten-
durchschnitt von mindestens 5.3 und damit eine Platzierung im eidgenössischen Rang.

Von insgesamt 1450 Kandidatinnen und Kandidaten, die dieses Jahr zur kaufmännischen Lehr-
abschlussprüfung angetreten sind, haben 1374 das Qualifikationsverfahren (QV) bestanden.
Dies entspricht einer Bestehensquote von nahezu 95 Prozent.
In der Berufsmaturität BM1 (während der Lehre zu absolvieren) und BM2 (nach der Lehre zu
absolvieren) sind die Erfolgsquoten ebenfalls sehr hoch: In der BM1: 97% in der BM2:
sensationelle 98.5%!

50 Kaufleute mit Gesamtnote 5.3 oder mehr
Die Auszeichnung für den besten Abschluss ging an Nina Brüngger. Mit einer Gesamtnote von
5.7 im eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) und einem Notendurchschnitt von 5.6 im Be-
rufsmaturitätszeugnis erreichte die Kauffrau, die ihre Lehre bei der Halter AG absolviert hat,
ein Spitzenresultat. Ebenfalls ein Topergebnis erzielt haben Soliana Mulugieta (libs Industrielle
Berufslehren Schweiz) aus Zürich, Gian-Franco Suter (Zürcher Kantonalbank) aus Würenlos
sowie Janina Zbinden (SRF Schweizer Radio und Fernsehen) aus Männedorf – sie alle mit einer
Gesamtnote von 5.6 im EFZ.

1374 Absolvierende der Wirtschaftsschule KV Zürich erhielten im Hallenstadion vor 4340 Gästen ihr Abschlusszeugnis.
(Bild KV Zürich / Flussreif.ch)

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Berufsmaturitäts-prüfungen im Jahre 2019 im Kanton Zürich
Mut zur Entscheidung und Engagement für die Gesellschaft
Die jungen Kaufleute erhielten ihre Zeugnisse vor vollen Rängen im Zürcher Hallenstadion. Ins-
gesamt nahmen 4340 Gäste, darunter Familienangehörige und Freunde, Lehrpersonen sowie
Berufs- und Praxisbildnerinnen am Festakt teil. Gratulationen von höchster Stelle überbrachte
der Gastreferent, Ständerat Daniel Jositsch. Der Präsident des Kaufmännischen Verbandes rief
die jungen Kaufleute dazu auf, mutig zu sein und Entscheidungen zu treffen, auch wenn man
vorher nicht immer genau das Ergebnis kennt. Am wichtigsten jedoch sei, dass sie sich dazu
entschieden, in der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen – im Beruf, in der Politik oder
bei anderen Engagements.

M-Profil (EFZ)
Zbinden Janina, Männedorf (5.6)
Bregenzer Marcel, Wettswil (5.5)
Halabak Sinem, Regensdorf (5.4)
Schibli Vanessa, Adliswil (5.4)
De Carlo Alessia Carina, Stäfa (5.3)
Isler Andrea, Bäretswil (5.3)
Leu Marc, Forch (5.3)
Meier Andrea, Oberhasli (5.3)
Mezzatesta Melina Marie, Stadel b. Niederglatt (5.3)
Schilliger Leonie, Hedingen (5.3)
Seelig Anastassija, Zug (5.3)
Sulzer Mattia, Zollikon (5.3)
Weilenmann Damiano, Arni AG (5.3)

M-Profil (Berufsmaturität)
Brüngger Nina, Effretikon (5.6, EFZ 5.7)
Suter Gian-Franco, Würenlos (5.6, EFZ 5.6)
Hunziker Marc, Langnau am Albis (5.4, EFZ 5.3)
Kägi Cayla, Ebmatingen (5.4)
Müller Jennifer, Embrach (5.4, EFZ 5.5)
Salb Fadri, Uster (5.4, EFZ 5.3)
Biner Nina, Dällikon (5.3)
Neubert Ladina, Zürich (5.3, EFZ 5.4)
Ziltener Nadine, Lachen SZ, (5.3, EFZ 5.5)

Berufsmaturität für Erwachsene
Eicher Roman, Uitikon Waldegg (5.4)
Schnellmann Valentin, Wangen SZ (5.4)
Bérard Julienne, Aesch ZH (5.3)

                                                               10
Berufsbildungsschule
­Winterthur BBW
 Abschlussfeier 2019

Zum ersten Mal neue Diplome (BM1 flex)                                                              Manuel Klaus,
Am 5. Juli 2019 nahmen 287 Lernende der Berufsmaturitätsschule Winterthur (BBW) ihr Dip-            Delegierter Schulleitung
lom entgegen. Zum ersten Mal schlossen unter anderem Laborant/innen ab, die in einem fle-
xiblen Ausbildungsmodell eine dreijährige Lehre mit einer vierjährigen BMS verknüpfen (BM1
flex). Bei der Entwicklung solcher Ausbildungsmodelle nimmt die BMS Winterthur schweiz-
weit eine Pionierrolle ein.

Die Erfolgsquoten im Detail:
Lehrbegleitende Klassen
                         Zur Abschlussprü-                       Erfolgsquote   Erfolgsquote
Eingetreten              fung angetreten
                                                 Bestanden
                                                                 Eintritte      BM-Prüfung
225                      144                     138             64%            96%

Jahreskurse und Repetierende
                         Zur Abschlussprü-                       Erfolgsquote   Erfolgsquote
Eingetreten              fung angetreten
                                                 Bestanden
                                                                 Eintritte      BM-Prüfung
177                      158                     149             89%            94%

BMS-Feier 2019 mit RR Dr. Silvia Steiner
BMS-Leiter Beat Deola gratulierte den Absolvierenden und wies sie darauf hin, dass Bildung
unabhängig mache. Am Tag zuvor hätten die US-Amerikaner ihren Unabhängigkeitstag ge-
feiert. Der 5. Juli 2019 sei nun hingegen der Unabhängigkeitstag der BMS-Lernenden. Mit

Bis zum letzten Platz gefüllt: Die Aula des Anton-Graff-Hauses

                                                                                               11
BMS-Leiter Beat Deola                                    Festrednerin RR Dr. Silvia Steiner

der Unabhängigkeit gehe aber auch eine Verantwortung einher, sich mit den Kompetenzen,
dem Potential und den Begabungen für die Gesellschaft einzusetzen. Flexibilität brauche
es gemäss Deola nicht nur bei den Ausbildungsmodellen, sondern auch in der persönli-
chen Entwicklung, wie er gegenüber den Absolvierenden festhielt: «Nutzen Sie die Ihnen
mit dem BM-Diplom gebotenen Chancen. Stellen Sie sich den Herausforderungen Ihrer
Zeit: Vor der Türe stehen grosse Umwälzungen in der Arbeitswelt. Viele Standardprozes-
se werden von Routineprogrammen übernommen werden. Dies öffnet die Türen für neue
Entwicklungsfelder. Von ihrer Seite braucht es Flexibilität, Innovation und Kreativität, aber
auch Hartnäckigkeit bei der Verfolgung Ihrer Ziele – und vergessen Sie Ihre Herkunft nicht.
Bleiben Sie Leistungsträger und -trägerin mit Bodenhaftung – mit Bezug zur Praxis, damit
Sie eine erfolgreiche Zukunft haben.»
Auch Regierungsrätin Dr. Silvia Steiner bestätigte dies in ihrer Festrede und sprach die guten
Chancen an, die man mit der Berufsmaturität auf dem Arbeitsmarkt habe. Die Bildungsdirek-
torin hielt in dieser Hinsicht fest: «Der Weg, den Sie und Ihre Vorgängerinnen und Vorgänger in
den letzten 25 Jahren eingeschlagen haben, eröffnet Möglichkeiten in nahezu jede Richtung.
Sie können wählen, ob Sie direkt in die Berufspraxis einsteigen oder mit dem Maturitätszeug-
nis eine Fachhochschule besuchen möchten. Sie haben mit Ihrem Weg eine ausgezeichnete
Wahl getroffen. Das zeigt auch ein Blick in die Zahlen. Die Berufsmatura wird immer beliebter:
Vor 25 Jahren wurden an Ihre Vorgängerinnen und Vorgänger schweizweit noch 242 Zeug-
nisse ausgeteilt. Inzwischen hat sich die Zahl etwa verzehnfacht. Im Kanton Zürich erhalten
jährlich rund 2‘400 Personen ein Berufsmaturitätszeugnis.»

Preisträger ZHAW-Award School of Engineering mit Dr. Thomas Sauter-Servaes

                                                                             12
Gleichzeitig betonte die Festrednerin aber auch, dass man dann am besten für die Zukunft
gewappnet sei, wenn man sich stetig weiterbilde: «Egal, in welche Richtung Sie gerade
schauen, mit Ihrer Ausbildung haben Sie erst einen Teil Ihres Wegs geschafft. Und so möchte
ich Ihnen empfehlen: Wenn Sie nach diesem heutigen Fest dieses Schulgebäude verlassen,
bleiben Sie nicht stehen. Die Formel vom lebenslangen Lernen ist keine Leerformel, sondern
Notwendigkeit. Nutzen Sie die Chance, auf Ihrem Weg weiter voranzugehen, zeigen Sie wei-
terhin Einsatz und Fleiss, so wie in den vergangenen Wochen.»
Höhepunkt der Feier war die Verleihung von Preisen für die besten BMS-Abschlüsse. Den
ZHAW-Award der School of Engineering erhielten Patrick Furrer (Schnitt 5.9), Manuel Wepfer
(5.6), Flavio Bachmann (5.4), Yannis Bolliger (5.4), Patrick Koller (Schnitt 5.4), Tim Müller
(5.4) und Luca Osta (5.4). Den ZHAW-Award der School of Health erhielten Antonia Keller
(Schnitt 5.8), Anna Baumann (5.7), Fabienne Maya Jacomet (5.7), Fiona Bischofberger (5.6)
und Nathalie Fröhlich (5.6). Ein grosses Lob an die Lehrerschaft und die Angehörigen richtete
schliesslich Absolvent Ismet Bakiji in seiner Rede. In seinem Rückblick auf seine Zeit an der
BBW liess er den Schulalltag Revue passieren und hielt fest, dass er sich die BMS für immer
ins Herz eintätowiert hätte.

Preisträgerinnen ZHAW-Award School of Health mit Prof. Dr. Katharina Fierz, Institutsleiterin Institut Pflege, ZHAW

                                                                                                                      13
Natur, Landschaft und
                                      ­Lebensmittel
                                       Abschlussfeier am Strickhof
                                       in Lindau

                   Text und Fotos:    «Bleiben Sie lernwillig und begeistert»
Öffentlichkeits­arbeit am Strickhof
                Brigitte Weidmann     Am Strickhof haben 42 Lernende die BMS Natur, Landschaft und Lebensmittel erfolgreich ab-
                                      solviert. Regierungsrat Martin Neukom betonte an der Maturitätsfeier vom 3. Juli 2019 die Wich-
                                      tigkeit der Naturwissenschaften.
                                      Vom Bäcker über die Kauffrau bis hin zum Gärtner: Insgesamt 17 verschiedene Berufsrichtungen
                                      vereinten die 42 Berufsmaturandinnen und -maturanden, die am 3. Juli 2019 am Strickhof in
                                      Lindau ihr BMS-Zeugnis in Empfang nehmen durften. Sie alle verband: Das Interesse an natur-
                                      wissenschaftlichen Fächern wie Biologie, Chemie und Physik. Deshalb haben sie am Strickhof
                                      die BMS Natur, Landschaft und Lebensmittel absolviert. 17 Personen besuchten die Lehrgänge
                                      Vollzeit, 10 berufsbegleitend und 15 lehrbegleitend. «Theorie bildet den Hauptbestandteil der
                                      Ausbildung. Wir versuchen aber so oft wie möglich, die Brücke zur Praxis zu schlagen», sagte
                                      Corinne Maurer, Leiterin BMS am Strickhof, an der Schlussfeier.

                                      Zentrale Themen
                                      Regierungsrat Martin Neukom betonte, dass die BMS Natur, Landschaft und Lebensmittel The-
                                      men behandle, die zu den zentralsten unserer Zeit gehörten. Früher sei es darum gegangen, mit
                                      Technologien die Natur unter Kontrolle zu bringen. Heute gehe es darum, die Natur zu schützen.
                                      Er erinnerte an die schrumpfende Biodiversität und den Verlust von Kulturland. Die Rolle der
                                      Wissenschaft sei im Zeitalter von «Fake News» wichtiger denn je, erklärte der Baudirektor.
                                      Klein sei die BMS am Strickhof, dafür mit ihrem naturwissenschaftlichen Profil umso exklusiver,
                                      sagte Strickhof-Direktor Ueli Voegeli. Interdisziplinarität und Vernetzung seien Alleinstellungs-
                                      merkmale des Strickhofs. «Bleiben Sie lernwillig und fasziniert von ihrem Beruf, bleiben Sie be-
                                      geistert, in allem, was Sie anpacken», sagte Ueli Voegeli zu den Absolventinnen und Absolventen.

                                      Ausbildung mit Karrierepotenzial
                                      Von der Lehre als Gemüsegärtner über die BMS bis zum Doktor in Biologie: Philippe Fuchs hat
                                      vor neun Jahren sein Berufsmaturitäts-Zeugnis am Strickhof erhalten und danach in Deutsch-
                                      land studiert und doktoriert. An der Abschlussfeier blickte er als Gastredner auf seinen Werde-
                                      gang zurück und machte den frisch gebackenen Berufsmaturandinnen und -maturanden Mut

                                                                                                       14
für die nächste berufliche Etappe. «Nehmt Eure Neugierde und Euren Enthusiasmus mit, sie
können Euch noch viele Türen öffnen und viel Freude bereiten.» Der Antrieb, über den Tellerrand
hinauszuschauen, Eigeninitiative zu ergreifen und sich neuen Herausforderungen zu stellen – das
zeichne die BMS-Absolventinnen und -Absolventen aus, betonte Philippe Fuchs.
Am Schluss der Feier richteten BMS-Absolventinnen und –Absolventen das Wort an das Pub-
likum. Luc Häberli betonte etwa, dass die BMS eine riesige Chance sei – für alle, die neugierig
seien, die mehr erfahren und sich weiterentwickeln möchten. Die BMS fungiere als Brücke zwi-
schen Theorie und Praxis – einer der grossen Trümpfe der BMS.

                                                                                                  Die erfolgreichen und glücklichen Berufs-
                                                                                                  maturandinnen und -maturanden

                                                                                           15
Berufsfachschule Uster,
                                            ­Berufsmaturitätsfeiern 2019
                                             Wirtschaft und Technik

     Walter Bartlomé, Abteilungs­           Abteilung Wirtschaft
 leiter Berufsmaturität Wirtschaft
                      und Technik           BM2Go (BM 2 Typ Wirtschaft): BM-2-Abschluss mit nur drei Präsenztagen kom-
                                            biniert mit selbständigem, eigenverantwortlichem Lernen
                                            Neben unseren erfolgreichen Absolvent*innen in den bewährten Angeboten – BM 1 Typ Wirt-
                                            schaft, BM 2 Typ Wirtschaft sowie BM 2 Typ Dienstleistungen – konnten dieses Jahr auch
                                            die ersten Absolvent*innen des Blended-Learning-Lehrgangs den Berufsmaturitätsausweis
                                            entgegennehmen. Wir freuen uns sehr, dass dieses von der PHZH (Professor Claudio Caduff)
                                            wissenschaftlich begleitete Projekt so erfolgreich abgeschlossen werden konnte (Bestehens-
                                            quote BM2Go: 100%). Eines der Erfolgsrezepte: die Schulung der involvierten Lehrpersonen
                                            im Bereich Blended Learning fand bereits im Schuljahr vor dem eigentlichen Beginn des 2-se-
                                            mestrigen Lehrgangs statt.
                                            Am 4. Juli 2019 konnten die erfolgreichen Absolvent*innen der BM 2 Wirtschaft und Dienst-
                                            leistungen ihr BM-Zeugnis entgegennehmen, am Abend des gleichen Tages fand die Feier für
                                            die Kaufleute der drei Profile B, E und M statt.
                                            Erstmals wurde der Anlass im Neubau des Bildungszentrums durchgeführt, den wir am 6. Mai
                                            2019 in Betrieb genommen hatten. Den musikalischen Auftakt machten Lovis & Band mit dem
                                            Song «This Feeling».

Enormer Andrang bei der erstmaligen Durchführung der Feier im Neubau des BZU.                          Reine Vorfreude: Walter Bartlomé, Abteilungsleiter
                                                                                                       Berufsmaturität Technik und Wirtschaft, und Uwe
                                                                                                       Böhm, Abteilungsleiter Berufslehre Wirtschaft.

Gastgeber Otto Schlosser begrüsst zur ersten gros-   Gastredner Fabio Molina war sichtlich in seinem   Tanja Willi, die überzeugende Frontsängerin von
sen Feier im Neubau.                                 Element.                                          Lovis & Band.

                                                                                                                    16
Rundum strahlende Gesichter bei den erfolgreichen Absolvent*innen der BM2Go und ihrem Klassenlehrer Tan Birlesik.

                                             Nach der herzlichen Begrüssung durch Rektor Otto Schlosser führten die beiden Abteilungs-
                                             leiter Walter Bartlomé (Profil M) und Uwe Böhm (Profile B und E) gewohnt routiniert durch
                                             den Festakt.
                                             Gastredner Fabio Molina, Nationalrat SP, betonte in seiner Rede wie wichtig es sei, einen
                                             gesunden Ausgleich zu finden.
                                             Philipp Vontobel, Präsident der Prüfungskommission 361, zeigte sich sehr erfreut über die
                                             hohen Bestehensquoten und wünschte den Absolvent*innen auf ihrem weiteren beruflichen
                                             und privaten Weg viel Erfolg.
                                             Rektor Otto Schlosser übernahm die Verleihung der KV-Awards, die vom kaufmännischen
                                             Verband Uster gestiftet wurden. Die prämierten Absolvent*innen konnten ihre Geschenkgut-
                                             scheine und ihre Blumensträusse im Wissen entgegennehmen, weit Überdurchschnittliches
                                             geleistet zu haben.
                                             Wiederum hatten die kurzen Videobeiträge, in denen sich die Klassen vorstellten, einen ho-
                                             hen Unterhaltungswert und trugen zur ausgezeichneten Stimmung in der vollen Mehrzweck-
                                             halle des Bildungszentrums Uster bei.
                                             Der perfekt getimte Anlass und der anschliessende Apéro wurden sehr geschätzt.

                                             Abteilung Technik

                                             Am 11. Juli 2019 war es auch für die erfolgreichen Absolvent*innen der Berufsmaturität Tech-
                                             nik (BM 1 und BM 2) soweit: sie konnten die verdienten Früchte ihrer Anstrengungen ernten,
                                             die Abschlusszeugnisse in der Mehrzweckhalle des BZU in Empfang nehmen.
                                             Die Begrüssung durch Rektor Otto Schlosser und Walter Bartlomé, Abteilungsleiter Berufs-
                                             maturität Wirtschaft und Technik, stimmte die Anwesenden auf einen bestens organisierten
                                             Event ein, der wie am Schnürchen ablief. Für die musikalische Umrahmung der Feierlichkei-
                                             ten sorgten wie schon in der Vorwoche Lovis & Band mit Cover-Songs und Eigenkomposi-
                                             tionen.

Gery Colombo fesselte und überzeugte in seiner Gastrede auf äusserst unterhalt-      Raymond Schneider und eine Preisträgerin des Prix Reishauer.
same Weise.

                                                                                                                  17
Der Gastredner Dr. Gery Colombo, CEO von Hocoma, zeigte anhand seines eigenen Werde-
                                         gangs auf, wie aus einer Idee Realität werden kann, wie Eigeninitiative, Durchhaltevermögen
                                         und Teamgeist zum internationalen Erfolg führen können.
                                         Stephan Bühlmann (Maturrede BM 1) und Benjamin Bossart (Maturrede BM 2) beleuchteten
                                         – jeder auf seine Art – die an der Berufsfachschule Uster verbrachte Zeit.
                                         Die Vorstellung der Abschlussklassen und die Vergabe der Preise für die Besten der Bes-
                                         ten bildeten einen der Höhepunkte der Veranstaltung. Der Prix Reishauer für die besten
                                         Absolvent*innen der BM 1 wurde durch Raymond Schneider, Fachbereichsleiter Berufsbildung
                                         der Reishauer AG, übergeben. Hans-Dieter Lang prämierte die Besten BM-2-Absolvent*innen
                                         mit dem HSR Award der Hochschule für Technik Rapperswil.
                                         Beim Apéro-Buffet bot sich die Gelegenheit, die erreichten Resultate nochmals ausgiebig und
                                         detailliert zu besprechen und zu würdigen.
                                         Toll, wie die Mitarbeitenden der Verwaltung in der Vorbereitung und an der Veranstaltung zum
                                         guten Gelingen beitrugen. Nach der Feier ist vor der Feier: nächster Termin ist der 9. Juli 2020.

Vom Dienst ans Rednerpult: Stephan Bühlmann.                        Nicht die jüngste Absolventin, aber wer weiss…?

                                         Im Zentrum des Anlasses: die erfolgreichen Absolvent*innen.

                                                                                                                      18
Wirtschaftsschule KV Wetzikon
(WKVW)

Eine Erfolgsquote wie noch nie an der wkvw!
99,3% als Erfolgsquote und aus jedem Profil mindestens eine Person «im Rang». Kein Wun-
der, dass an der Abschlussfeier der Wirtschaftsschule KV Wetzikon Lob, Stolz und Zufrieden-
heit dominierte.
Wie immer war die Abschlussfeier der wkvw ein gesellschaftliches Gross-Event fürs obere
Zürcher Oberland. Mehrere Hundert gut gelaunte Menschen warteten am 3. Juli 2019, in den
zur Festhalle umfunktionierten Sportstätten der Berufsschulen, auf die finale Bewertung der
Ausbildung.
Der Rektor, Dr. Jürg Haefelin, verzichtete für einmal auf ein symbolisches Zeichen zur Eröff-
nung seiner Rede und liess dafür sichtlich stolz die Wortbombe platzen. Eine Bestehensquote
von 99,3% habe er in seiner ganzen Amtszeit noch nie verkünden dürfen und auch dass 7,6%
der Abschliessenden im Rang klassiert seien, meinte er, zeuge von einem ausserordentlichen
Jahrgang.

Die vier Berufsmaturandinnen im Rang umrahmt von Rektor Dr. Jürg Haefelin, Philipp Vontobel,   Präsidentenkonferenz: Jörg Kündig, Schulrat und Philipp Vontobel,
Präsident Trägerverein, Prorektor Markus Hengartner                                            Trägerverein

Die Abschlussfeier ist ein gesellschaftliches Gross-Ereignis im oberen Oberland                Musikalische Umrahmung mit Summer Rain und BM 2 – Absolventin
                                                                                               Priscilla Zürcher als Lead-Sängerin

                                                                                                                  19
Als politisches Schwergewicht weitete der Schulratspräsident, Jörg Kündig, den Blick aufs
Ganze. «Lernen ist wie rudern gegen den Strom» war der erste Schwerpunkt seiner Rede,
der für die stete Weiterbildung warb. Ein Hoch auf das duale Bildungssystem folgte, verbun-
den mit dem Wunsch, dass gymnasiale und Berufsbildung nicht gegen einander ausgespielt
werden sollten. Zum Dritten erging ein herzlicher Dank an die Lehrbetriebe, die den jungen
Menschen mit beträchtlichem Aufwand den erfolgreichen Start ins Berufsleben ermöglichen.
«Summer Rain» tröpfelte und stürmte vor und nach den Reden in die Ohren der Festgesell-
schaft. «Where do we go?» oder «I want to break free» hiessen sinnigerweise Titel, die die
einheimische Musikband performte. Sonderapplaus erntete dafür die Lead-Sängerin, Priscilla
Zürcher, die erfolgreich die BM 2 abgeschlossen hatte.
Insgesamt 11 Absolventinnen und Absolventen hatten die Ausbildung mit einem Schnitt von
5.3 oder mehr - und damit «im Rang» - abgeschlossen. Darunter waren vier Berufsmaturan-
dinnen, die von Prorektor Markus Hengartner, unter tosendem Applaus des Publikums, das
Zeugnis auf der Bühne überreicht bekamen.
Die Schlussrede hielt Philipp Vontobel, Präsident des Trägervereins und der Prüfungskommis-
sion. Aus eigener Erfahrung fasste er in seiner launigen Rede die Lehre unter den Stichworten
«lernen, kämpfen, feiern» zusammen und gab den Erfolgreichen drei Merkpunkte mit auf den
Weg: Steht zu eurer eigenen Persönlichkeit! Bleibt offen und neugierig! Geniesst das Leben!
Mit Letzterem konnte sogleich begonnen werden, denn der Apéro wartete.

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Wirtschaftsschule KV
­Winterthur (WSKVW)

Mut zur Improvisation                                                                        Anna Robinig
Am 3. Juli feierten die Absolventinnen und Absolventen der Wirtschaftsschule KV Winterthur Lehrperson WSKVW
(WSKVW) im Theater Winterthur ihren Abschluss.
«Wir brauchen ein Gefühl», fordert die Moderatorin das Publikum auf. Auf der Bühne wird
Improvisationstheater gespielt, da darf das Publikum nicht nur zuschauen, sondern auch mit-
bestimmen. Ein Gefühl also: «Prüfungsangst», ruft jemand, «Stress, Erleichterung», rufen an-
dere. «Ihr seid ja noch ganz in der Stimmung der Abschlussprüfungen», stellt die Moderatorin
fest. Und: «Wir sind Fans von euch, weil ihr so gut abgeschlossen habt.»
Das haben sie, die Absolventinnen und Absolventen der Wirtschaftsschule KV Winterthur: 162
Lernende haben das EFZ in den Profilen B und E erhalten, 53 Lernende im Profil M. 155 junge
Erwachsene haben das Berufsmaturitätszeugnis erhalten. Die Erfolgsquoten liegen deutlich
über 90%, im Profil B waren es dieses Jahr sogar 100%. Das kann sich sehen lassen. Aus-
serdem gab es insgesamt 17 Auszeichnungen für Bestnoten (Durchschnitt 5.2 oder höher)
sowie noch einmal 17 Auszeichnungen für hervorragende selbständige Arbeiten (SA) oder
interdisziplinäre Projektarbeiten (IDPA).
Rektor Christian Beck-Müller und Daniela Näf Bürgi, Prorektorin der WSKVW, sind stolz. Die
erworbenen Zeugnisse belegen nicht nur das Wissen und die Kompetenzen, die sich die
Absolventinnen und Absolventen angeeignet haben, sondern sind auch Türöffner für die Be-
rufswelt und das Feld der schier unbegrenzten Weiterbildungsmöglichkeiten.

                                                                                   21
Um erfolgreich zu sein braucht es neben Wissen und Kompetenzen aber auch den Mut zur
Improvisation, hält Daniela Näf Bürgi fest. Ihr Improvisationstalent hätten die Absolventinnen
und Absolventen sicherlich manchmal bei den Prüfungen gebraucht. Aber, stellt Christian
Beck-Müller fest, Improvisation gelingt nur, wenn sie auf gesammeltes Wissen, auf Erfahrung
und auf Übung zurückgreifen kann, und wenn man die Fähigkeit hat, sich aufs Wesentliche
zu konzentrieren.
Wie geht es nach dem Abschluss weiter? Auch Festrednerin Chantal Galladé spricht von
Mut. Sie bittet die jungen Erwachsenen um den Mut, sich gesellschaftlich zu engagieren, und
ermuntert sie, stets ihren eigenen Weg zu gehen. Die Durchlässigkeit des Bildungssystems
erlaube es, neue Wege einzuschlagen, und es sei wichtig, immer wieder Neues auszuprobie-
ren, sei dies auf Reisen, im Beruf oder mit Weiterbildungen.
Neues hat dieses Jahr also die Theatergruppe der WSKVW unter der Leitung von Sara Dorigo
ausprobiert: Dreimal stellt sich die Gruppe auf der Bühne den Inputs aus dem Publikum und
verwandelt diese in Szenen zwischen Realität, Piratenschiff oder Märchenwald. Am Schluss
greift sie sogar noch auf, was vorher auf der Bühne passiert ist.
Der Pianist André Desponds unterstützt gekonnt nicht nur die Theatergruppe, sondern beglei-
tet auch die Reden, Ehrungen und Pausen mit Musikstücken und musikalischen Kommenta-
ren und entlässt die Absolventinnen und Absolventen mit einem akrobatisch-musikalischen
Schlusskunststück in einen wohl verdienten Apéro.

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Kantonsschule Büelrain
Berufsmaturitätsfeier HMS
und IMS

Gutes Wetter – gute Stimmung – gute Leistungen                                              Martin Bietenhader, Rektor
Manchmal stimmt im Leben (fast) alles zusammen; so ein Tag war der 5. Juli 2019, als die ­Kantonsschule Büelrain Winterthur
Kantonsschule Büelrain Winterthur ihre Berufsmaturanden und –maturandinnen der Handels-
und Informatikmittelschule verabschieden durfte. Bei schönstem Sommerwetter fanden sich
die erfolgreichen Schulabgänger, zusammen mit Freunden, Eltern und den (ehemaligen) Lehr-
personen voller Vorfreude zur Feier ein. Und sie wurden nicht enttäuscht. Der schuleigene
Bandworkshop stimmte die Besucher mit musikalischen Leckerbissen von Sting ein. Die lau-
nigen Interviews der Abteilungsleiter HMS, Hansjörg Gehrig, und Erwin Eugster (IMS), wurden
mit Lachern und Applaus quittiert, als die frischgebackenen Berufsmaturanden von diversen
Anekdoten aus dem Praxisjahr erzählten. Von den insgesamt 49 Kandidatinnen und Kandida-
ten bestanden deren 47. Die Jahrgangsbesten waren: Frau Carry Tang, Glattbrugg (HMS) mit
dem Gesamtdurchschnitt von 5,5 und in der IMS Herr Fabian Ulrich, Rikon, mit 5,4.

Die Klasse 4aH der KS Büelrain Winterthur mit Klassenlehrer Matthias Oeschger (links, stehend)

                                                                                                 23
Bericht über die
Berufsmaturitätsprüfungen
2019

Die Berufsmaturitätsprüfungen 2019 wurden durch die Mitglieder der Kommission gemäss
gegenseitiger Absprache in der Frühjahrssitzung besucht und begutachtet. Insgesamt erleb-
ten die Kommissionsmitglieder 69 mündliche Berufsmaturitätsprüfungen und sahen somit
69 verschiedene Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden im Einsatz. Die Kommission
ist sich bewusst, dass ihre Aufsichtstätigkeit ihr nur einen beschränkten Einblick erlaubt und
dass somit die dabei gemachten Beobachtungen lediglich für diese Stichproben Gültigkeit
haben und keinesfalls von genereller repräsentativer Natur sind.

Abhängig von der zur Verfügung stehenden Zeit nehmen die Kommissionsmitglieder Einblick
in die schriftlichen Prüfungen und können somit Beobachtungen zur Art der Korrekturen und
zum Vorgehen bei ungenügenden Prüfungen festhalten. Anlässlich der mündlichen Prüfungen
ergeben sich zahlreiche Gespräche und Möglichkeiten zum Austausch mit Examinatorinnen
und Examinatoren, mit Expertinnen und Experten sowie mit den verschiedenen Personen, die
für die Durchführung der Prüfungen verantwortlich zeichnen: Prüfungsleitungen, Prüfungsauf-
sichtspersonen, Prüfungssekretariate. Die Summe dieser Eindrücke rundet das Bild über die
Berufsmaturitätsprüfungen und die dabei herrschende Atmosphäre in einer Schule ab. Nach
Möglichkeit – und diese sind in Anbetracht der prall gefüllten Agenden der Kommissionsmit-
glieder beschränkt – werden auch Notenkonvente und Abschlussfeiern besucht.

Die Rückmeldungen zu den erlebten Prüfungen werden anlässlich der Herbstsitzung KBMK
besprochen und gewürdigt. Es ist ausserordentlich erfreulich, dass die KBMK auch 2019
konstatieren kann, dass die Berufsmaturitätsprüfungen praktisch ausschliesslich ordnungs-
gemäss und in ruhiger, angenehmer Atmosphäre abliefen. Die untenstehende Tabelle gibt
darüber Auskunft, welche Berufsmaturitätsprüfung an welchem Datum, in welchem Fach,
durch welches Kommissionsmitglied und in welcher Schule inspiziert wurde. In den nüchter-
nen Zahlen fehlt selbstverständlich der Kontext von sommerlich warmen Unterrichtsräumen,
von ruhigen und wohlwollenden Prüfenden sowie von engagierten aber teilweise auch sehr
nervösen Lernenden.

Die Besuchsstatisik ergibt ein ähnliches Bild wie in den Vorjahren. Deutschprüfungen sind mit 30
Besuchen am häufigsten beobachtet worden. Englisch folgt mit insgesamt 20 Prüfungsbesuchen
auf Rang 2 und das dritte Sprachfach, Französisch, mit insgesamt 15 Besuchen auf Rang 3. Im
letzten Rang folgt das einzige nichtsprachliche Fach, Sozialwissenschaften, mit insgesamt 3 be-
suchten Prüfungen. Gemäss Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität wird das Fach Gestaltung,
Kunst, Kultur ebenfalls mündlich geprüft: allerdings fand in diesem Fach in der Prüfungssession
2019 kein Besuch statt. Schriftliche Prüfungen wurden an zwei Schulen begutachtet.

Prüfungsorganisation
Die Kommissionsmitglieder konnten sich einmal mehr vergewissern, dass die Prüfungsorga-
nisation professionell erfolgte und dass somit die Prüfungen zu fairen Bedingungen für die
Lernenden durchgeführt werden konnten. Die Prüfungspläne erwiesen sich als übersichtlich
gestaltet und gestatteten es, sich in den verschiedenen Schulhäusern rasch zurechtzufinden.
Hervorzuheben ist dabei sicher die von aussen wenig sichtbare Arbeit im Hintergrund und
darum möchte die Kommission an dieser Stelle die Arbeit der Prüfungsekretariate besonders
loben.

Beobachtungen anlässlich der Prüfungssession 2019
Die Kommissionsmitglieder nehmen zu jedem Prüfungsbesuch ein Formular mit, auf welchem
sie im Verlauf ihrer Visite ihre Beobachtungen zur Organisation der Prüfungen (siehe oben), zur
allfälligen Durchsicht von schritlichen Prüfungen und zu den mündlichen Prüfungen festhal-
ten. Zu jedem dieser Punkte existiert eine Anzahl von Kriterien, die auf einer Skala von «trifft
zu» über «trifft eher zu», «triff eher nicht zu» bis zu «trifft nicht zu» bewertet werden. Zusätzlich
gibt es auf dem Formular Raum für individuelle Kommentare. Diese erlauben es, neben der
generellen Rückmeldung zu den verschiedenen Kriterien, einzelne Aspekte besonders hervor-
zuheben. Die folgenden Beobachtungen sind eine Zusammenfassung der von den Kommissi-
onsmitgliedern in diesen Rubriken gesammelten Punkte.

                                                                   24
Schule                                   Datum des       Fächer                                           Mitglied KBMK
                                         Besuchs

AKAD Oerlikon                            März 2019       Deutsch (Einsicht in schriftliche Prüfungen)     Axel Buse

Berufsbildungsschule Winterthur BBW      5. Juni 2019    Deutsch mündlich (drei Prüfungen)                Axel Buse

Berufsmaturitätsschule Zürich BMZ        26. Juni 2019   Englisch mündlich (drei Prüfungen)               Michael Prusse
                                                         Sozialwissenschaften mündlich (drei Prüfungen)

Berufsschule Bülach                      13. Juni 2019   Deutsch mündlich (zwei Prüfungen)                Hans Stadelmann

Berufsschule für Lernende mit Hör- und   2019            Nicht besucht                                    KBMK-Mitglied
­Kommunikationsbehinderung Zürich                                                                         ­verhindert

Berufsfachschule Uster                   2019            Nicht besucht                                    KBMK-Mitglied
                                                                                                          ­verhindert

Bildungszentrum Zürichsee BZZ            13. Juni 2019   Deutsch mündlich (zwei Prüfungen)                Michael Prusse
                                                         Französisch mündlich (zwei Prüfungen)

HMS/IMS Kantonsschule Hottingen          21. Juni 2019   Englisch mündlich (sechs Prüfungen)              Stefan Schuppisser

HMS/IMS Kantonsschule Büelrain           19. Juni 2019   Deutsch mündlich (sechs Prüfungen)               Stefan Schuppisser
                                                         Englisch mündlich (sechs Prüfungen)

HMS Kantonsschule Enge Zürich            18. Juni 2019   Deutsch mündlich (drei Prüfungen)                Axel Buse

HSO Oerlikon                             4. Juni 2019    Deutsch mündlich (vier Prüfungen)                Thomas Limacher

Institut Minerva Zürich                  13. Juni 2019   Deutsch mündlich (drei Prüfungen)                Stephan Meyer

Juventus Schulen Zürich                  14. Juni 2019   Englisch mündlich (drei Prüfungen)               Stephan Meyer

KV Zürich                                14. Juni 2019   Deutsch mündlich (zwei Prüfungen)                Hans Stadelmann
                                                         Englisch mündlich (zwei Prüfungen)

N-BMS Strickhof                          25. Juni 2019   Französisch mündlich (sechs Prüfungen)           Sébastien Papst

Wirtschaftsschule KV Wetzikon            14. Juni 2019   Französisch mündlich (vier Prüfungen)            Beat Deola

Wirtschaftsschule KV Winterthur          11. Juni 2019   Französisch mündlich (drei Prüfungen)            Beat Deola

Ein Kommissionsmitglied berichtet positiv über die gute Zusammenarbeit der beiden prüfen-
den Lehrpersonen; er lobt die sorgfältige Vorbereitung der Lehrpersonen mittels eines trans-
parenten Fragekatalogs, der den Schülerinnen und Schülern während der Textvorbereitung
abgegeben wird. In einer anderen Berufsmaturitätsschule wurde die professionelle Prüfungs-
durchführung hervorgestrichen, die auf einer intensiven und sorgfältigen Vorbereitung durch
die Examinatorin beruhe. Die Möglichkeit, vorbereitete Notizen mitzunehmen, entlastet die
Geprüften und gibt ihnen Sicherheit für den ersten Prüfungsteil. In einer weiteren Schule wur-
de zustimmend festgestellt, dass sich der Examinator und die Expertin viel Zeit für die Bewer-
tung der erbrachten Leistungen nahmen.

Eine weitere Rückmeldung vermerkt bei der Einsichtnahme in die schriftlichen Prüfungen,
dass der Eindruck einer sehr professionellen Prüfung vorherrscht. Gleichzeitig wünscht sich
dieser Besucher aber bei ungenügenden Prüfungen vertiefte Kommentare, um die Bewer-
tung besser nachvollziehen zu können und um, im Falle eines Rekurses, gut dokumentiert zu
sein. Bei einer weiteren Visite wurde die Zweitkorrektur der schriftlichen Prüfungen in einem
gemeinsamen Schulzimmer herausgestrichen: dies ermögliche es den Korrigierenden, sich
untereinander abzustimmen, damit Lösungen im Graubereich mit einem einheitlichen Mas-
stab beurteilt würden.

                                                                                                 25
Die zentrale Vorbereitung der mündlichen Prüfungen an einer Berufsmaturitätsschule wird als
vorbildlich geschildert; daraus resultiere eine ruhige Prüfungsatmosphäre. Ebenfalls positiv
vermerkt wird der Einbezug neu eingestellter Lehrerinnen und Lehrer in die Korrektur der
schriftichen Abschlussprüfungen; mit dieser Massnahme wissen sie erstens, was ihre Schü-
lerinnen und Schüler am Ende des Berufsmaturitätsunterrichts können sollten, und zweitens,
sind sie in den schriftlichen Teil der Prüfungen bereits eingearbeitet.

Bei einem weiteren Besuch wurden die thematischen Bezüge zwischen den einzelnen Tei-
len der mündlichen Prüfung positiv gewürdigt; die angenehme, wohlwollende Atmosphäre
führte dazu, dass Schülerinnen und Schüler eigenständig Auskunft geben konnten. Mehrere
Besucher stellten erfreut fest, dass die Prüfenden ein kriteriengestütztes Beurteilungsraster
einsetzten. Der Einsatz eines derartigen einfachen Rasters ermögliche eine gut dokumentierte
und nachvollziehbare Notengebung. Das gleiche gilt auch für einen anderen Besucher, der
sich folgendermassen äussert: Die Bewertung der mündlichen Abschlussprüfungen basiert
auf einem an Kriterien orientierten Beurteilungsblatt, das jeweils in der ganzen Fachschaft
einheitlich ist.

Zum Schluss noch eine positive Feststellung, die von mehreren Mitgliedern der KBMK zu-
rückgemeldet wurde: Sie beobachteten gleichwertige Prüfungsanforderungen und -abläufe
für alle Kandidatinnen und Kandidaten, die sie während ihres Besuchs in der Prüfungssitua-
tion erleben durften.

In der grossen Anzahl von Prüfungen ergibt sich selbstverständlich auch die eine oder andere
kritische Rückmeldung. Eine Beobachtung bezog sich darauf, dass ein erfahrener Examinator
und ein erfahrener Experte die Prüfung zwar tadellos durchführten, dass sie aber kein Krite-
rienraster verwendeten. Der Mangel eines solchen wird auch von einem weiteren Besucher
festgehalten: er stellte fest, dass die Gewichtung der einzelnen Aspekte (Sprache und Inhalt)
unklar für den Beobachter blieb und auch nach mehreren Prüfungen nicht transparent wurde.
Ein weiterer Eindruck aus einer anderen Schule bezog sich ebenfalls auf Prüfungen ohne Kri-
terienraster: die Benotung sei zwar fair (nach Einschätzung des Besuchers), aber für Aussent-
stehende nicht nachvollziehbar. In einer weiteren Schule wurde zwar ein Raster eingesetzt,
doch führten Examinatorin und Expertin zunächst ein Beurteilungsgespräch, bei dem sie sich
gegenseitig beeinflussten, und füllten im Nachgang das Raster gemeinsam aus, indem sie es
an die beschlossene Note anpassten. Die Vertretung der KBMK hat dieses Vorgehen in ihrem
Bericht als nicht professionell moniert.

Den Prüfungsablauf von 3x15 Minuten und im Anschluss 15 Minuten Zeit zur Bewertung der
drei Prüfungen erachtet ein Besucher als kritisch und fragt sich, ob es nicht sinnvoller wäre,
nach jedem Kandidaten bzw. jeder Kandidatin 5 Minuten einzusetzen und die Prüflinge direkt
und unmittelbar nach der Erbringung der Prüfungsleistung zu bewerten.

Bei einer Prüfungsvisite beobachtete das Kommissionsmitglied, dass schulinterne Expertin-
nen und Experten eingesetzt wurden. Zwar verliefen die Prüfungen aus Sicht des Besuchers
einfwandfrei und professionell ab. In einem allfälligen Einspracheverfahren könnte sich diese
Konstellation jedoch als problematisch erweisen.

Ein Beobachter stellte schliesslich fest, dass der Examinator sowohl mit der Organisation von
Prüfungsunterlagen für die einzelnen Kandidatinnen wie auch bei der Prüfung selbst stark
eingespannt war. Der Besucher fragte sich, ob der Experte in solchen Konstellationen als
Unterstützung eingesetzt werden könnte.

Best Practice
Die Praxis, an dieser Stelle immer wieder Beispiele vorzulegen, die darlegen sollen, wie Prü-
fungen idealerweise gestaltet werden können, droht in ein repetitives Muster zu verfallen,
insbesondere wenn interessierte Leserinnen und Leser diesen Bericht über mehrere Jahre
verfolgen. Zudem kann nach mehreren Jahren an Erfahrung durch Besuche bei Berufsmatu-
ritätsprüfungen hier festgehalten werden, dass alle Beteiligten sich mit hoher Professionalität
und nach bestem Wissen und Gewissen auf die Prüfungen vorbereiten. Selbstverständlich
passieren Fehler und es entstehen Situationen, in denen nicht alles rund läuft. Grundsätzlich
gilt es jedoch festzuhalten, dass die Kommission dieses Jahr bewusst auf eine Rückmeldung
zu Best Practice verzichtet und stattdessen den Prüfenden, den Expertinnen und Experten,
den Prüfungsleitenden und den Prüfungsekretariaten hier ein Kränzchen winden möchte, und
zwar dafür, dass sie sich jedes Jahr mit hoher Professionalität und ebensolchem Einsatz der
Berufsmaturitätsprüfungen annehmen.

                                                               26
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