Blick ins Kielwasser und zum Horizont - Seit 500 Tagen neue Offiziere auf der Brücke - ein Blick zurück und vor allem voraus
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Titelthema Interview mit der Führungsmannschaft von Health Services
Projekte
Veranstaltungen
Partner
Blick ins
Kielwasser und
zum Horizont
Seit 500 Tagen neue Offiziere
auf der Brücke – ein Blick zurück
und vor allem voraus
Ein Interview mit der Führungsmannschaft
von Health Services Deutschland der Siemens AG
12 inside:health IT SPECIAL | Mai 2014 | www.siemens.de/inside-health-it-specialTitelthema Interview mit der Führungsmannschaft von Health Services
Februar 2013
• Das Klinikum Arnsberg geht mit
medico in den Echtbetrieb
Dezember 2012
• Gewinn des Zuschlages für
die digitale Archivierung von
Patientenakten im Klinikum März 2013
Nürnberg
• Siemens Health Services
Referenzkundenworkshop in Weimar
Vor etwa 500 Tagen – am 1. Dezember 2012 – übernahm
die neue Führungsmannschaft von Health Services Deutsch-
land der Siemens AG das Ruder.
Im Rahmen eines ersten internen Workshops des neuen
Führungsteams definierten die Herren anhand eines Schiff-
modells ihre Rollen im Team.
Grund genug für die Redaktion von inside:health IT SPECIAL,
ein Interview mit Kapitän Arne Westphal (Leitung), Steuer-
mann Christian Köhl (Vertrieb), dem Mann im Ausguck,
Bernhard Calmer (Strategie), und dem Maschinisten Gerald
Exenberger (Implementierung und Service) zu führen.
Befragt wurde das Management zu verschiedenen mariti-
men Themenschwerpunkten.
Kurs Christian Köhl, Arne Westphal, Gerald Exenberger, Bernhard Calmer
(von links nach rechts)
Das vergangene Geschäftsjahr war trotz schwieriger
Rahmenbedingungen im deutschen Gesundheitswesen
sehr erfolgreich für Health Services Deutschland der
Siemens AG. Auch das laufende Jahr hat recht vielver
sprechend angefangen. Wie wollen Sie diesen Erfolg
aufrechterhalten, wo geht es hin? unterschiedliche strategische Ausrichtungen und damit
auch Anforderungen. Mit unseren drei KIS-Lösungen fin-
Arne Westphal: Viele Krankenhäuser kämpfen mit immer den wir immer die richtige Antwort für das individuelle
enger werdenden finanziellen Spielräumen. Gleichzeitig Kundenbedürfnis. So können wir die IT-Basis weitgehend
muss IT immer kompliziertere Abläufe abbilden. Die Erwar- standardisiert und trotzdem nah an den Kundenanforde-
tungshaltung an uns ist also, hochkomplexe, aber preis- rungen entwickeln und anbieten.
günstige IT anzubieten. Deswegen werden wir auch dem
vielfachen Kundenwunsch, weg von Individual- und hin zu Ergänzt werden diese Basissysteme dann durch verschie-
weitgehend standardisierten Lösungen, immer weiter folgen. dene Module, Add-ons und Services. Wir arbeiten hier
zusätzlich mit etablierten Partnern mit ausgezeichneter
Die Basis sind und bleiben unsere drei KIS-Linien medico®, und hochspezifischer Expertise zusammen, mit deren
i.s.h.med® und Soarian® Clinicals. Unsere Kunden haben Hilfe wir integrierte Gesamtlösungen anbieten können.
inside:health IT SPECIAL | Mai 2014 | www.siemens.de/inside-health-it-special 13Titelthema Interview mit der Führungsmannschaft von Health Services
April 2013
Projekte
Veranstaltungen • Vertragsverlängerung über die
Partner Archivlösungen im Städtischen Mai 2013
Klinikum Brandenburg • medico Neuinstallation in einer
• Werra Meißner Kliniken in Eschwege Universitätsklinik im Ruhrgebiet
Witzenhausen entscheiden sich • Gewinn der Ausschreibung
für digitale Langzeitarchivierung der Gesundheitsdatenbank
mit Soarian Health Archive und der Niedersachsen mit sense
Scan-Dienstleistung von DMI
• Produktivstart von i.s.h.med
in einem Großklinikum in
April 2013 Thüringen
conhIT
Christian Köhl: Auch Planungssicherheit ist ein wichtiger Gerald Exenberger: Bei der Implementierung und im
Punkt. Als Anbieter bewegen wir uns in einem sehr volatilen Service geht es natürlich weniger um die Produkte oder
Markt – sowohl auf Kunden- wie auch auf Anbieterseite. Lösungen von morgen. Da geht es mehr um effizient
Das zeigen auch beispielsweise Marktbewegungen rund geleitete Projekte, eine gute Implementierbarkeit und den
um einige Mitbewerber während der letzten Monate. Und Service. Es geht also um Prozess und Methodenkompetenz.
das bedeutet, dass sich ein Geschäftsführer, der ein IT-
Wir wollen Kundenwünsche nicht einfach umsetzen, son-
System beschafft, fragen muss, welcher Anbieter ihn auch
dern verstehen, was der Kunde insgesamt erreichen will.
in zehn Jahren noch verlässlich unterstützen kann. Durch
Wenn wir das Bedürfnis hinter einer Anfrage verstanden
unsere Erfahrung und die breite Aufstellung von Siemens
haben, können wir eventuell etwas viel Besseres anbieten
im Healthcare-Geschäft bieten wir unseren Kunden die
als zum Beispiel den ursprünglich geforderten „Knopf
langfristige Planungssicherheit, die sie brauchen. Deswe-
links“. Diese Vorgehensweise hilft auch, mehr Standards
gen modernisieren wir unsere Krankenhausinformations
zu verwenden und Komplexität zu reduzieren.
systeme regelmäßig und stellen sie auf eine moderne
Architektur und Benutzeroberfläche um.
Unsere Kunden äußern immer mehr den Wunsch, von
unserem Know-how als einem der Marktführer im Bereich
Schatzinsel
Healthcare IT zu profitieren. Deshalb bringen wir die Der Markt in Deutschland ist heiß umkämpft, die
Erfahrung aus unserer Kundenbasis, bestehend aus 500 Krankenhäuser müssen ihre Investitionen genau
Krankenhäusern in Deutschland, in Form von standardi- priorisieren. Wie besteht man in einem solchen Umfeld
sierten Lösungen immer mehr mit ein. und generiert Kundennutzen?
Und das ist es, was uns ausmacht: Dass wir nicht nur Soft- Christian Köhl: Unsere Kunden und wir stehen vor der
ware, sondern übergreifende Lösungen anbieten. gleichen Frage: Welche Leistungen differenzieren uns vom
Wettbewerb?
Das überzeugt auch unsere Kunden – eine Auswahl des-
sen, was in den letzten 500 Tagen passiert ist, können Sie Wichtig ist dabei, dass wir nicht etwas erfinden, weil wir
der obigen Grafik entnehmen. es toll finden, sondern dass wir die Dinge tun, die der Markt
braucht. Deshalb müssen wir verstehen, was unsere Kun-
den umtreibt, wie sie sich ändern und wo wir sie unter-
stützen können. Große Themenfelder sind dabei Beratung
(„Zeige mir meine Potenziale und hilf mir, sie zu heben“),
14 inside:health IT SPECIAL | Mai 2014 | www.siemens.de/inside-health-it-specialTitelthema Interview mit der Führungsmannschaft von Health Services
Juni 2013
Sankt Wolfganger Krankenhaustage
Hauptstadtkongress
Juni 2013
• Das Klinikum Fulda entscheidet sich
erneut für die digitale Archivierung
von Patientenakten
• Einführung von KaPITO-DRG in
einer Reihe von Krankenhäusern
eines öffentlichen Trägers
Managed Services („Wie kann Siemens mir Arbeit
abnehmen“) und die konsequente Erweiterung unseres
Lösungsportfolios.
Wobei die Betonung insgesamt auf „Lösungen“ liegt.
Unser neuer Consultingbereich ist dafür ein gutes Beispiel.
Wir bieten hier Beratungsleistungen rund um die Kranken-
haus-IT an – übrigens nicht nur für eigene, sondern auch
für Fremdsysteme. Dabei geht es nicht um die klassische
Unternehmensberatung, sondern um sehr spezifische Bera-
tungsdienstleistungen. Dadurch, dass wir nah am Kunden
und der Praxis sind, selbst IT entwickeln und uns dement-
sprechend eben auch mit Prozessen intensiv beschäftigen,
können wir hier Leistungen anbieten, die dem Kunden im
Sinne von ROI-Betrachtungen wirklich etwas bringen.
Ein anderer Punkt ist der Ausbau des Service-Geschäfts:
Immer komplexere Systeme erfordern Fachkräfte mit
immer spezifischerem Wissen. Das vorzuhalten ist für viele
Kunden nicht möglich oder schlicht unökonomisch. Hier
unterstützen wir mit unseren Service-Angeboten: Dadurch,
dass wir viele Kunden betreuen, lohnt es sich für uns,
„Das persönliche Gespräch und der Dialog Mitarbeiter mit diesem Spezialwissen an Bord zu haben.
mit unseren Kunden stehen für uns im Der Kunde zahlt nur, was er wirklich braucht. Und auch
hier reden wir nicht nur von Spezialisten für unsere eigenen
Vordergrund. Das ist wichtig, damit wir
Produkte, sondern können auch Häusern mit Fremd
die individuellen Herausforderungen systemen viel bieten – zum Beispiel beim Management
unserer Kunden verstehen, um die richti- von Infrastrukturrisiken.
gen Maßnahmen und Konzepte anbieten
zu können.“
Arne Westphal
inside:health IT SPECIAL | Mai 2014 | www.siemens.de/inside-health-it-special 15Titelthema Interview mit der Führungsmannschaft von Health Services
Projekte September 2013
Veranstaltungen
• i.c.m.health-Auftrag im
Partner
Alfried Krupp Krankenhaus
Essen gewonnen
• Vertragsabschluss Business
Juli 2013 Intelligence in einem
• Soarian Health Archive-Projekt 800-Betten-Haus in Thüringen
in der Sozialstiftung Bamberg
gewonnen
Bernhard Calmer: Wir passen auch unser bestehendes
Portfolio an neue Trends an und entwickeln neue Lösungen.
Unser Konzept „Unified Information Management“ ist
dafür ein gutes Beispiel: Ausgangspunkt sind bestehende
Produkte aus Vernetzung und Archivierung, die jeweils
eigenständig entwickelt wurden. Intersektorale Kommuni-
kation und Archivierung wachsen aber immer mehr zusam-
men, man benötigt umfassendere Lösungen für Daten
management im und ums Krankenhaus. Also haben wir
die Produkte mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten
in einem ersten Schritt zu einem Portfolio zusammenge-
fasst und können sie so einfach zu individuellen Lösungen
für die Ansprüche der Kunden kombinieren. Mittel- bis
langfristig wollen wir diese Komponenten so aneinander
anpassen, dass sie noch besser miteinander interagieren
und die Anforderungen an ein modernes Datenmanage-
ment noch besser abbilden.
Geschwindigkeit
„Unsere Kunden profitieren von unseren Siemens wird ja immer wieder vorgeworfen,
ein träger Tanker zu sein. Wie sehen Sie das?
Erfahrungen aus einer sehr breiten
Kundenbasis: Immer häufiger lautet die Arne Westphal: In rauer See ist die Größe eines Schiffes
Anforderung ,Sagt ihr mir doch, wie durchaus ein Vorteil, da sie die notwendige Stabilität mit
ich es machen soll. Wie machen es denn sich bringt. Daneben spielt in einigen Situationen auch
die Wendigkeit eine große Rolle und genau dafür haben
die 500 anderen Krankenhäuser mit
wir bereits Initiativen umgesetzt. Um schneller reagieren
Healthcare IT von Siemens?‘“ zu können, haben wir beispielsweise unsere Prozesse stark
Christian Köhl vereinfacht und in diesem Zusammenhang unsere internen
Arbeitsanweisungen um die Hälfte reduziert.
16 inside:health IT SPECIAL | Mai 2014 | www.siemens.de/inside-health-it-specialTitelthema Interview mit der Führungsmannschaft von Health Services
November 2013
• Eine der größten deutschen Universitätskliniken ver
längert den IT-Pflegevertrag mit i.s.h.med für 10 Jahre
November 2013
i.s.h.med live 2014
Soarian Health Archive Anwenderforum
November 2013
• CGM Lab wird neuer Partner
zum Thema Labordiagnostik
Darüber hinaus arbeiten wir in Form von Partnerlösungen Dazu gehört etwa, dass wir im letzten Jahr auch die
mit einer kleinen Flotte von weiteren Booten, um auch über Vertriebsverantwortung für andere Produktlinien wie
unser eigenes Portfolio hinaus handlungsfähig zu sein. syngo®.plaza oder syngo®.share übernommen haben.
Gerade bei dem letztgenannten Produkt zeigt sich, dass es
Gerald Exenberger: Wir stehen in der Healthcare IT im
hier auch um mehr geht als nur um eine Verlagerung des
Wettbewerb mit mittelständisch agierenden Firmen. Unsere
Vertriebs: syngo.share ist eine Infrastruktur für den Infor-
besser aufgestellte Organisation, gepaart mit einer Fokus-
mationsaustausch rund ums Krankenhaus. Wir binden das
sierung auf Kundenzufriedenheit, ist ein wichtiger Schritt
in unser Konzept „Unified Information Management“ ein,
in die richtige Richtung. Diese Schnelligkeit und Flexibilität
um daraus einen neuen Ansatz für einen verbesserten
im Service sind ein Punkt, an dem wir arbeiten. Aber auch
Informationsaustausch zu schaffen. Die Anforderungen
die subjektive Zufriedenheit mit unserem Service, das Feed-
im Markt verändern sich und wir verändern uns, um uns
back des Kunden müssen wir mehr in den Fokus nehmen.
diesen Gegebenheiten anzupassen – so wie es sein soll.
Das beginnt mit Kleinigkeiten: zum Beispiel dem Anruf
eines Supporters beim Kunden, ob die gestern besprochene Wie unser Ergebnis im letzten Jahr und auch der Beginn
Fragestellung nachhaltig zu seiner Zufriedenheit gelöst des laufenden Geschäftsjahres zeigen, sind wir damit
worden ist. Das sind kleine Dinge mit großer Wirkung. auf einem sehr guten Weg. Wir zählen einen Großteil der
deutschen Unikliniken und die größten Krankenhaus-
ketten zu unserem Kundenstamm und auch viele kleine
Riffe und mittlere Häuser vertrauen uns seit vielen Jahren.
Gerade erst haben einige unserer Kunden wieder langfris-
Auf dem Markt gibt es bei den Anbietern ja wieder tig laufende Verträge – teils über ein partnerschaftliches
etwas Bewegung. Ein Mitbewerber wurde innerhalb Commitment – für 10 Jahre mit uns abgeschlossen. Wir
eines knappen Jahres zweimal verkauft. Wo liegen freuen uns sehr über das Vertrauen, das uns hier entge-
die gefährlichen Gewässer und wie wollen Sie diese gengebracht wird.
umschiffen?
Christian Köhl: Der Markt in Deutschland ist sehr eng und
man kann nur bestehen, wenn man einerseits effizient ist
und andererseits ein breites Portfolio anbietet. Dazu muss
man flexibel und bereit sein, ständig auf neue Herausfor-
derungen zu reagieren – zum Beispiel mit einer Erweite-
rung des Portfolios.
inside:health IT SPECIAL | Mai 2014 | www.siemens.de/inside-health-it-special 17Titelthema Interview mit der Führungsmannschaft von Health Services
Projekte Dezember 2013
Veranstaltungen
Partner • Gewinn des syngo.plaza-Auftrags im Klinikum des Landkreises Bamberg
• Das Städtische Klinikum Görlitz geht mit medico live
• Marienkrankenhaus Hamburg entscheidet sich für KaPITO-Beratung
• Das St. Josefs-Hospital Wiesbaden wird mit medico als Neukunde gewonnen
• Eine der größten Klinikketten in Deutschland erweitert ihre Logistik
mit SAP MM (Materialwirtschaft)
• syngo.plaza-Projekt im Klinikum Chemnitz erfolgreich abgeschlossen
• Ein weiterer namenhafter Kunde verlängert seinen Rahmenvertrag
mit i.s.h.med für weitere 6 Jahre
Bernhard Calmer: Mit den Mitbewerbern ist das so eine und Mitarbeiter, die die Kundenprojekte zur höchstmögli-
Sache: Sie sind mitunter „lästig“ – helfen aber auch, selbst chen Zufriedenheit der Kunden umsetzen. Gut ist, dass
besser zu werden, denn wir wollen wettbewerbsfähig sein wir als Siemens den Mitarbeitern Entwicklungsperspektiven
und bleiben. aufzeigen können. Deshalb fällt es uns etwas leichter,
„people excellence“ zu leben. Für Auftragsspitzen oder
Grundsätzlich haben wir aber auch Gemeinsamkeiten,
Spezialwissen bewährt sich auch unser auf Nachhaltigkeit
die wir z. B. im Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) der
ausgelegtes Partnerkonzept. Mit diesem Mix können wir
Hersteller von IT im Gesundheitswesen bündeln. Wir als
auf Veränderungen im Markt zeitnah reagieren.
Siemens engagieren uns hier in vielen Arbeitsgruppen
und der Führung des Verbandes. Das ist kein Selbstzweck, Wir haben Grund, stolz auf unsere Mannschaft zu sein.
sondern dient insbesondere auch unseren Kunden. Denn Wir haben in den letzten 500 Tagen viel erreicht und mit
der bvitg ist die gemeinsame Stimme der IT-Hersteller, unserem Schiff viele Meilen zurückgelegt. In dieser Zeit
die beispielsweise neue Gesetzentwürfe kritisch begleitet, haben wir insgesamt rund 25 neue Kolleginnen und Kolle-
Lösungen für die Umsetzung sucht, Standardisierung gen eingestellt. Und auch jetzt planen wir unsere Mann-
vorantreibt und in der politischen Arbeit rund um die schaft aufzustocken. Auf der conhIT wird deswegen das
Organe der Selbstverwaltung und der Regierung aufzeigt, Thema Personalakquise eine große Rolle spielen. Wir wer-
wie komplexe Situationen z. B. mit IT-Unterstützung gelöst den potenziellen neuen Mitarbeitern vor Ort aufzeigen,
werden können. was es für sie für Möglichkeiten gibt, mit an Bord zu
kommen.
Gerald Exenberger: Ein Wechsel in der Führung ist auch
Besatzung immer ein Wechsel im Blickwinkel: Es fallen einem Dinge
Ihre Crew besteht ja im Wesentlichen aus erfahrenen auf, die man nur schwer erkennt, wenn man mit der Orga-
und bewährten Fahrensleuten. Wie hat sich Ihr Anfang nisation gewachsen ist. Als ich vor einem guten Jahr die
mit der neuen Mannschaft gestaltet und wie entwickelt Organisation Enterprise Services übernehmen durfte, habe
sich Ihre Mannschaft? ich eine fachlich sehr gut ausgebildete Mannschaft vorge-
funden. In diesen Teams liegt die gesamte Verantwortung
Bernhard Calmer: Nach wie vor gilt immer noch „IT is a vom Projektmanagement über die Implementierung bis
People Business“. Die Kompetenz, die Erfahrung und nicht hin zum technischen Support. Die Erfahrung dieser Men-
zuletzt die Motivation unserer Mannschaft sind unsere schen ist die Grundlage für qualitativ hochwertige Arbeit.
größten Erfolgsfaktoren. Wir müssen nicht nur die richtigen
Lösungen im Gepäck haben, sondern Mitarbeiterinnen
18 inside:health IT SPECIAL | Mai 2014 | www.siemens.de/inside-health-it-specialTitelthema Interview mit der Führungsmannschaft von Health Services
Januar 2014
• Die zwei Sana-Häuser Hameln
und Duisburg migrieren erfolgreich zu
i.s.h.med
• KaPITO-DRG-Auftrag mit dem
Klinikum Rosenheim abgeschlossen
• KaPITO gewinnt den M&K Award 2014
Meine Aufgabe bestand im Grunde lediglich darin, die
Organisation und die Kommunikation untereinander zusam-
men mit meinen Mitarbeitern weiter zu verbessern. Und
ich denke, das ist uns gelungen.
Um ein Beispiel zu nennen: Wir müssen verschiedene Tech-
nologien in unseren Produktlinien – insbesondere unseren
drei KIS-Linien – beherrschen. Dabei entstehen Ideen in
den verschiedenen Teams, von denen sie gegenseitig pro-
fitieren können. Das letzte Geschäftsjahr hat gezeigt, dass
es uns gut gelungen ist, aus den verschiedenen Implemen-
tierungs- und Serviceansätzen durch Abstraktion vonein-
ander zu lernen und dadurch die Produktivität und Kun-
denzufriedenheit zu steigern.
Funkverkehr
Der Kontakt zum Kunden hat bei Siemens ja eine
hohe Priorität. Wie wollen Sie diesen Kontakt zukünf-
tig aufrechterhalten?
Arne Westphal: Die größte Gefahr ist, dass wir zu weit
„Wir wollen Kundenwünsche nicht einfach von unseren Kunden, den täglichen Entscheidungen und
umsetzen, sondern verstehen, was der Entscheidungsträgern weg sind. Das persönliche Gespräch
Kunde insgesamt erreichen will. Wenn wir und der Dialog mit unseren Kunden stehen für uns des-
das Bedürfnis hinter einer Anfrage verstan- halb Vordergrund. Das ist wichtig, damit wir die individu-
den haben, können wir eventuell etwas ellen Herausforderungen unserer Kunden verstehen, um
viel Besseres anbieten als zum Beispiel den die richtigen Maßnahmen und Konzepte für sie anbieten
zu können. Allerdings stellen wir fest, dass wir die an sich
ursprünglich geforderten „Knopf links“.
schon gut strukturierte Kommunikation unseren Kunden
Gerald Exenberger gegenüber noch verbessern können. Dafür gibt es auch
bereits erste Ansätze.
inside:health IT SPECIAL | Mai 2014 | www.siemens.de/inside-health-it-special 19Titelthema Interview mit der Führungsmannschaft von Health Services
Projekte
Veranstaltungen
Partner
Februar 2014
• gematik-Auftrag über die Systemsparte der Telekom T-Systems
als Generalunternehmer gewonnen
• Klinikum Balingen in Zollernalb entscheidet sich für i.s.h.med und
Soarian Health Archive
• syngo.plaza-Auftrag in der JVA Kassel gewonnen
• Erfolgreiche Servermigration und Releasewechsel der Sana Kliniken in Biberach
Christian Köhl: Die conhIT ist und bleibt natürlich unsere
zentrale Veranstaltung, auf der wir uns mit unseren Kunden
treffen. Bislang gab es dazwischen auch immer wieder
Kundenveranstaltungen wie die Krankenhaustage in
St. Wolfgang und verschiedene andere Anwendertreffen.
Diese Veranstaltungen wollen wir jetzt bündeln. In diesem
Jahr gibt es erstmalig ein zentrales Treffen für alle Anwen-
der in Deutschland. Dieses große Event für Entscheider
in der Healthcare IT wird dann alle zwei Jahre im Wechsel
mit den bereits bekannten produktspezifischen Anwender-
veranstaltungen stattfinden. Die Idee dahinter ist, auch
einmal verschiedene Kunden an einen Tisch zu bringen,
sodass auch übergreifende Themen diskutiert und andere
Sichtweisen erschlossen werden. Wir erhoffen uns davon
für unsere Kunden und uns Synergieeffekte und neue Ideen.
Zusätzlich gibt es dann noch kleine lokale Hausmessen zu
bestimmten Schwerpunktthemen.
Wichtig ist nicht nur, den Funkverkehr an sich aufrecht
zuerhalten, sondern miteinander zu kommunizieren. Das
ist auch eine Frage von Verbindlichkeit und Verlässlichkeit.
„Nach wie vor gilt: ,IT is a People Business‘. Das heißt: Der Kunde als Partner weiß, was wann auf ihn
Die Kompetenz, die Erfahrung und nicht zukommt. Er soll sich auf Vereinbarungen verlassen können
zuletzt die Motivation unserer Mannschaft und sie vor allem auch sauber kommuniziert bekommen.
sind unsere größten Erfolgsfaktoren. Wir In wenigen Fällen hat das noch nicht so funktioniert, wie
müssen nicht nur die richtigen Lösungen ich mir das vorstelle. Mein Ziel ist es, unser Ohr beim und
unsere Stimme zum Kunden hin noch zu verbessern.
im Gepäck haben, sondern Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, die die Kundenprojekte
zur höchstmöglichen Zufriedenheit der
Kunden umsetzen.“
Bernhard Calmer
20 inside:health IT SPECIAL | Mai 2014 | www.siemens.de/inside-health-it-specialTitelthema Interview mit der Führungsmannschaft von Health Services
März 2014
• Ein großer regionaler Krankenhaus-
verbund in Brandenburg schließt
einen 10-Jahres-Vertrag über
syngo.plaza und syngo.share ab
Arne Westphal: Das ist ganz klar eine Priorität in unserer Bernhard Calmer: Auch ich kann die Finger nicht vom
Unternehmenskommunikation. Sicher gehört auch Klap- Wasser lassen: Liebend gerne paddle ich mit dem Kanadier
pern zum Handwerk. Viel wichtiger als schillernde Meldun- über die Flüsse in Bayern; aber auch Mecklenburg und
gen über Vertriebserfolge sind uns aber erfolgreich abge- Brandenburg habe ich mir so mit meinem Sohn erschlossen.
schlossene Projekte und vor allem zufriedene Kunden. Zeit zum Kochen und Essen in der Familie, ein gutes Glas
Darüber berichten wir dann auch gerne – zum Beispiel Rotwein, eine Pfeife und ein spannendes Buch – so komme
hier in diesem Heft. ich „runter“ und entspanne.
Gerald Exenberger: Bei vier Kindern dreht sich natürlich
sehr viel um die Familie. Als gebürtiger, naturverbundener
Landgang Österreicher versuche ich, soweit es die Zeit zulässt, in
Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade mit Siemens den Bergen zu wandern, Ski zu fahren oder mit dem Gleit-
auf See sind? schirm die Welt aus der Vogelperspektive zu genießen.
Etwas körperliche Aktion ist somit der Ausgleich zur beruf-
Arne Westphal: Ich versuche, mir regelmäßig Zeit zu lichen Kopfarbeit.
nehmen und diese dann auch wirklich zu genießen. Ganz
wichtig ist mir meine Familie. Deswegen verbringe ich in
meiner Freizeit möglichst viel Zeit mit meiner Frau und
meinen zwei Töchtern. Als Ausgleich zur Arbeit am Schreib-
tisch halte ich mich mit Sport fit: z. B. mit Fußball, Golf
oder beim Skifahren.
Christian Köhl: Zurzeit bin ich neben den beruflichen
Herausforderungen vor allem stolzer Ehemann und Vater.
Gemeinsam mit meiner Familie bin ich außerdem begeis-
terter Weltenumsegler. Je weiter weg, je mehr fremde
Kulturen, desto besser, denn den Horizont erweitern kann
nie schaden.
inside:health IT SPECIAL | Mai 2014 | www.siemens.de/inside-health-it-special 21Sie können auch lesen