Botschaft des Gemeinderates - zur Urnenabstimmung vom Sonntag, 14. Juni 2015 Sonderkredit Neubau Unterstufenzentrum mit Räumen für die Tagesstrukturen
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Botschaft des Gemeinderates zur Urnenabstimmung vom Sonntag, 14. Juni 2015 Sonderkredit Neubau Unterstufenzentrum mit Räumen für die Tagesstrukturen
Gemeinde Beromünster
Inhaltsverzeichnis
1. Für eilige Leserinnen und Leser 2
2. Bericht des Gemeinderates 4
3. Bericht der Baukommission 6
4. Bericht des Architekten 10
5. Terminplan 13
6. Kosten und Finanzierung 14
7. Empfehlung der Controllingkommission 16
8. Abstimmungsfrage 17
9. Anhang/Pläne 18
Die Akten zum Baukredit liegen im Sinne von § 22 Abs. 1 des Stimmrechts-
gesetzes des Kantons Luzern während zwei Wochen vor der Urnenabstim-
mung bei der Gemeindeverwaltung Beromünster zur Einsichtnahme auf. Die
Pläne und das Modell zum Bauprojekt werden im Foyer der Gemeindever-
waltung Beromünster während der ordentlichen Öffnungszeiten ausgestellt.
Die Botschaft wird zusammen mit den Abstimmungsunterlagen allen Stimm-
berechtigten zugestellt. Weitere Exemplare können bei der Gemeindever-
waltung bezogen werden.
Orientierungsversammlung
Der Gemeinderat und die Baukommission informieren über den Neubau
des Unterstufenzentrums mit Räumen für die Tagesstrukturen:
Mittwoch, 27. Mai 2015, 19.30 Uhr,
Mehrzweckhalle Beromünster
Alle Interessierten sind zu dieser Orientierungsversammlung eingeladen.
1Gemeinde Beromünster 1. Für eilige Leserinnen und Leser An der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember 2013 hat die Gemeinde- versammlung den Schulraumplanungsbericht zur Kenntnis genommen. Die- ser sieht unter anderem den Neubau eines Unterstufenzentrums vor. In der Zwischenzeit wurde in einem Studienauftragsverfahren in Zusammenarbeit mit einer Jury das Siegerprojekt auserkoren. Das Projekt «Memory» bietet genügend Raum, damit den zeitgemässen schulischen Anforderungen, dem voraussehbaren weiteren Wachstum der Gemeinde und den kommenden Veränderungen im Schulbetrieb, wie der Einführung des Zweijahreskinder- gartens, Rechnung getragen werden kann. Nebst Schulraum für die Unter- stufe werden Räume für die schulergänzenden Tagesstrukturen sowie Unter- richtszimmer für die Musikschule erstellt. Der Terminplan sieht vor, dass die Schule den Neubau des Unterstufenzent- rums auf das Schuljahr 2017/2018 nutzen kann. Der Gemeinderat und die Schulpflege gehen davon aus, dass mit dem Neubau des Unterstufenzent- rums für die nächsten 15 Jahre genügend Schulraum zur Verfügung stehen wird. Bei einer allfälligen Erweiterung könnte auf dem Areal St. Michael ein zweites identisches Schulhaus erstellt werden. In dieser Erweiterung be- gründet sich der Name des Projekts «Memory». Zudem wird der Neubau statisch und baulich so erstellt, dass auch eine Aufstockung um ein weiteres Stockwerk möglich wäre. Mit dem Neubau des Unterstufenzentrums mit Räumen für die Tagesstruktu- ren kann die Unterrichtsqualität der Schule Beromünster erhalten und wei- terentwickelt werden. Ausserdem werden mit diesen Investitionen die Stand- ortqualität und die Standortattraktivität der Gemeinde nachhaltig gefördert. Der Sonderkredit für den Neubau beziffert sich auf Fr. 6‘610‘000.00. Der Finanzplan der Gemeinde zeigt, dass diese Investition dank der guten Aus- gangslage tragbar ist. Das Pro-Kopf-Vermögen in der Gemeinde Beromüns- ter liegt 2014 bei Fr. 1‘285.00 / Einwohner. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinden beträgt im kantonalen Mittel dagegen Fr. 2‘440.00 / Einwoh- ner (2013). 2
Gemeinde Beromünster
An der Orientierungsversammlung vom Mittwoch, 27. Mai 2015, wird über
das Bauvorhaben ausführlich informiert.
Nach Art. 21 Abs. 1 lit. b der Gemeindeordnung vom 7. Januar 2008 ist
über Kredite, die 25 Prozent des Gemeindesteuerertrags übersteigen, eine
Urnenabstimmung durchzuführen. Diese findet am 14. Juni 2015 statt.
3Gemeinde Beromünster 2. Bericht des Gemeinderates Ausgangslage In den letzten Jahren hat sich die Gemeinde Beromünster rege weiterentwi- ckelt. Neben dem stetigen Bevölkerungswachstum durch die hohe Bautätig- keit fanden auch die Fusionen mit den Gemeinden Schwarzenbach (2004), Gunzwil (2009) und Neudorf (2013) statt. Die Gemeinde Beromünster strebt mit dem Projekt Schulraumplanung einen nachhaltigen Ausbau der gemeindeeigenen Infrastruktur an. Investitionen in den Schulraum sind unter anderem geprägt vom Bevölke- rungswachstum und der damit verbundenen Entwicklung der Schülerzah- len. Weiter fordert das neue Volksschulbildungsgesetz die Einführung des Zweijahreskindergartens, das Angebot von schul- und familienergänzenden Tagesstrukturen sowie die Integration von Kindern mit einem höheren För- derungsbedarf. Um diesen vielseitigen Ansprüchen gerecht zu werden und langfristig über genügend Schulraum zu verfügen, hat der Gemeinderat eine Arbeitsgruppe Schulraumplanung eingesetzt. Diese wurde beauftragt, in einem Planungsbericht konkrete Realisierungsvorschläge zu erarbeiten. Dieser Schulraumplanungsbericht wurde am 11. Dezember 2013 durch die Gemeindeversammlung zur Kenntnis genommen. Er bildet die Basis für die baulichen Massnahmen. Für die Planung und Umsetzung dieser Massnah- men hat der Gemeinderat am 20. Februar 2014 eine Baukommission ein- gesetzt. Entwicklung der Gemeinde Beromünster Die Gemeinde Beromünster zählt 6‘266 Einwohner und Einwohnerinnen (Stand 31.12.2014), davon 771 schulpflichtige Kinder. Im Räumlichen Entwicklungskonzept (REK) wird ein Bevölkerungswachstum auf 7‘000 Ein- wohner und Einwohnerinnen im Jahr 2030 angestrebt. Es wird von einem prozentualen Anteil schulpflichtiger Kinder von 12,1 ausgegangen, was bedeutet, dass im Jahr 2030 etwa 850 Schüler und Schülerinnen in Bero- münster die Schule besuchen werden. Wird zudem berücksichtigt, dass ab dem Schuljahr 2016 / 2017 der Zweijahreskindergarten eingeführt werden muss, ist von einer noch höheren Schülerzahl auszugehen. 4
Gemeinde Beromünster
Studienauftrag
Der Gemeinderat hat im April 2014 beschlossen, für den Neubau des Un-
terstufenzentrums mit Räumen für die Tagesstrukturen ein Studienauftrags-
verfahren durchzuführen. In einem ersten Schritt wurden unter Berücksichti-
gung von zuvor festgelegten Kriterien sechs Architekturbüros selektioniert,
welche zur Ausarbeitung eines Projekts eingeladen wurden. Eine Jury hat
im November 2014 das Siegerprojekt dieses Studienauftrags erkoren. Das
ausgewählte Projekt «Memory» wurde durch das Büro Dorji Sigrist Archi-
tekten AG, Luzern, erarbeitet. Den Projektverfassern ist es gelungen, die
Anforderungen an den Neubau des Unterstufenzentrums mit Räumen für
die Tagesstruktur optimal zu erfüllen. Das Projekt wurde anschliessend in
Zusammenarbeit mit der Baukommission weiterbearbeitet und auf die expli-
ziten Bedürfnisse der Gemeinde Beromünster abgestimmt.
Empfehlung und Antrag des Gemeinderates
Aufgrund des ausgewiesenen Bedarfs an Schulraum für die Unterstufe und
Räumen für die Tagesstrukturen und im Hinblick auf das Wachstum der Ge-
meinde empfiehlt der Gemeinderat den Stimmberechtigten, dem Sonderkre-
dit für den Neubau des Unterstufenzentrums mit Räumen für die Tagesstruk-
tur zuzustimmen. Die notwendigen Mittel sind im Finanzplan der Gemeinde
Beromünster eingestellt. Die finanzielle Belastung wird vom Gemeinderat
als tragbar beurteilt. Die geplanten Investitionen sind ein wichtiger Beitrag
zur nachhaltigen Förderung der Attraktivität und Qualität der Schule und
Gemeinde Beromünster.
Der Gemeinderat beantragt, dem Sonderkredit von Fr. 6‘610‘000.00 für
den Neubau eines Unterstufenzentrums mit Räumen für die Tagesstrukturen
zuzustimmen.
5Gemeinde Beromünster 3. Bericht der Baukommission Für die Überarbeitung und detaillierte Weiterplanung des Projekts, die Er- stellung des Kostenvoranschlags und des Terminplans hat der Gemeinderat eine Baukommission eingesetzt. In dieser haben folgende Personen Einsitz: – Hanspeter Lang, Gemeinderat Ressort Bau und Finanzen (Präsident) – Susanne Grossen Furrer, Gemeinderätin Ressort Bildung (Vizepräsidentin) – Andreas Egli, Unternehmer – Michael Egli, CVP – Urs Jost, dipl. Architekt HTL, Bauamt Beromünster – Martin Kulli, Gesamtschulleiter Beromünster – Josef Sidler, SVP – Luzia Stocker, externe Lehrerin – Thomas Stocker, FDP Projektbeschreibung / Ausstattung Der Neubau ist als dreigeschossiger, quadratischer Baukörper geplant und wird in unmittelbarer Nähe zum Schulhaus St. Michael I auf dem gemein- deeigenen Land zu stehen kommen. Er gliedert sich gut ins Ortsbild ein und sorgt für eine harmonische Situation der gesamten Schulanlage St. Michael. Es ist vorgesehen, den Neubau nach neuzeitlichem Minergie-Standard ohne Zertifizierung zu erstellen. Das spätere Anbringen einer Fotovoltaikanlage soll möglich sein. Untergeschoss Das Gebäude wird entlang der südöstlichen Fassade unterkellert. Dank die- ser teilweisen Unterkellerung fügt sich das Gebäude ideal ins Gelände ein und auf Terrainaufschüttungen und eine tiefe Baugrube kann weitgehend verzichtet werden. Die Unterkellerung wirkt sich im Weiteren positiv auf die Fundation und Statik des Gebäudes aus und ermöglicht eine allfälli- ge spätere Aufstockung. Im Untergeschoss sind nebst den drei fensterlosen Technik-, Putz- und Lagerräumen vier Zimmer entlang der etwas zurückver- setzten Fassade vorgesehen. Mit der gewählten Gebäudekonstruktion ge- lingt es, diese vier Räume mit natürlichem Tageslicht zu erschliessen und so als zusätzlichen Schulraum zu nutzen. In erster Linie sind diese vier Räume als Unterrichtszimmer für die Musikschule vorgesehen und werden baulich 6
Gemeinde Beromünster
schalldämmend und akustisch für diesen Zweck ausgestattet. Grundsätzlich
bieten diese Räume aber auch die Möglichkeit, gesamthaft für die Schule
genutzt zu werden.
Im Schulraumplanungsbericht wurden die Musikschulräume im St. Michael II
geplant. Während der Umbauplanung musste jedoch festgestellt werden,
dass der Einbau von Musikschulräumen im Dachgeschoss des Schulhauses
St. Michael II unverhältnismässig grossen Aufwand verursachen würde. Ver-
schiedene Massnahmen im Bereich Statik und Brandschutz hätten erfordert,
den Dachstock anzuheben, was im Weiteren eine Fassadenrenovierung mit
sich gezogen hätte. Diese Aufstockung wäre mit einem erheblichen finan-
ziellen Aufwand verbunden gewesen. Im Verlaufe der weiteren Planung
wurde das Mieten externer Räume geprüft. Diese Variante wurde aus zwei
Gründen verworfen. Einerseits ist die Musikschule Teil der Volksschulbildung,
weshalb eine nähere örtliche Anbindung an die Schule Beromünster be-
grüsst wird. Andererseits haben Abklärungen ergeben, dass externe Räum-
lichkeiten baulich angepasst werden müssten (Schall und Akustik), was mit
hohen Kosten verbunden ist und doch nur eine Lösung auf Zeit darstellen
würde. Der Gemeinderat hat deshalb entschieden, die Musikschulräume im
Neubau zu integrieren, obwohl der Neubau ursprünglich ohne Unterkelle-
rung angedacht und berechnet wurde.
Erdgeschoss
Kernstück des Projekts ist ein zentraler, zweigeschossiger Innenraum. Im
Erdgeschoss ist dieser «Innenhof» als Foyer und Lernlandschaft konzipiert.
Jeweils seitlich des Innenhofs sind die Räume für die Tagesstrukturen und
drei Kindergärten inklusive Gruppenräume oder Räume für drei Basisstufen
vorgesehen. Nach welchem System unterrichtet wird, ist zum heutigen Zeit-
punkt noch offen. Der Raumbedarf für Kindergärten gestaltet sich jedoch
vergleichbar mit demjenigen für die Basisstufe. Die geschickte Raumdispo-
sition ermöglicht vielseitige Unterrichtsvarianten. Diesem Punkt kommt unter
den aktuellen pädagogischen Gesichtspunkten besonders grosse Bedeu-
tung zu.
Das revidierte Gesetz über die Volksschulbildung verlangt, dass schul- und
familienergänzende Tagesstrukturen angeboten werden. Diese beinhalten
7Gemeinde Beromünster die Betreuung am Morgen vor dem Unterricht (7.00 bis 8.00 Uhr), die Mittagsverpflegung mit Betreuung / Ruhezeit / Bewegungszeit (11.30 bis 13.30 Uhr), Hausaufgaben- und Lernbegleitung für jene Schülerinnen und Schüler, die am Nachmittag keinen Unterricht haben (13.30 bis 15.15 Uhr) und Zvieri, Hausaufgaben- und Lernbegleitung und Freizeitgestaltung (15.15 bis 18.00 Uhr). In den Schulen Beromünster, Linden und Büel fehlt ein flexibles, gut ausgebautes schul- und familienergänzendes Angebot vom Schuleintrittsalter bis Ende der Sekundarschule. Dieses soll nun im Unterstu- fenzentrum erstellt werden. Im Betriebskonzept ist vorgesehen, die Mahlzeiten aus pädagogischen Gründen selber zu kochen. Die Küche wird im Foyer erstellt und ist als räumlich abtrennbare Insel geplant. Die Gemeindeversammlung vom 11. Dezember 2013 hat zum Schulraum- planungsbericht bemerkt, dass das Tagesschulangebot in Schwarzenbach zu prüfen ist, wenn im Ortszentrum Beromünster / Gunzwil ein umfassendes familien- und schulergänzendes Angebot eingeführt wird. Das in Bearbei- tung stehende Konzept «Tagesstrukturen» der Gemeinde Beromünster sieht vor, dass die schul- und familienergänzenden Tagesstrukturen in Schwarzen- bach in angepasster Form weitergeführt werden. Das künftige Angebot und Weiterbestehen wird jedoch von den Nutzerzahlen abhängig sein. Obergeschoss Im Obergeschoss ist eine sehr ähnliche Raumaufteilung wie im Erdgeschoss geplant. Auch hier soll ein zentraler, multifunktionaler Raum entstehen, so- wie vier Klassenräume für die Primarschule, welche mit Gruppenräumen miteinander verbunden sind. Schiebewände ermöglichen zudem verschie- dene Raumkombinationen unter Einbezug der Gruppenräume und des zen- tralen Raums. Die sich wiederholende Raumstruktur auf beiden Etagen erlaubt ausserdem eine ökonomische Tragstruktur in Massivbauweise. Umgebung Der Neubau soll auf dem Hartplatz hinter der Schulanlage St. Michael I er- stellt werden. Es werden zusätzlich zum Hartbelag Spiel- und Rasenflächen gestaltet. Der Aushub des Neubaus soll genutzt werden, um den Übergang 8
Gemeinde Beromünster
zur bereits bestehenden Böschung fliessender zu gestalten und dem Höhen-
unterschied entgegenzuwirken. Die Böschung soll als Naturwiese kultiviert
werden, welche dem Schulunterricht von Nutzen sein wird.
Lift
Im Schulraumplanungsbericht wurde der Lift als optional in den Kosten auf-
gelistet. Abklärungen beim Amt für behindertengerechtes Bauen haben er-
geben, dass ein öffentlicher Neubau zwingend mit einem Lift ausgestattet
werden muss. Dieser erschliesst das Gebäude vom Untergeschoss bis ins
Obergeschoss.
Ausstattung
Im beantragten Sonderkredit ist die Anschaffung des Schulmobiliars enthal-
ten. Die Schulräume werden mit zeitgemässen Geräten wie Beamer, Lein-
wand, Wandtafel und PC ausgerüstet.
9Gemeinde Beromünster 4. Bericht des Architekten Situation Der Neubau, ein dreigeschossiger Baukörper, wird präzis zwischen dem Schulhaus St. Michael I und der Geländemulde gesetzt. Es entsteht ein Ab- schluss zum Sportplatz hin und gleichzeitig kann der Neubau auch als Auftakt der Anlage gelesen werden. Der Pausenplatz wird zum Subzentrum der neuen Schulanlage und die Eingangsebene ist mit der bestehenden Aussenanlage logisch verknüpft. Die Unterstufe im Obergeschoss wird rück- seitig über die bestehende Erschliessung oder über den Fussweg auf der Ostseite erschlossen. Neubau Die Grundrisse entsprechen einer pädagogischen, zeitgenössischen Schu- le mit multifunktionalen und frei bespielbaren Lernlandschaften. Im Ein- gangsgeschoss befinden sich die drei Kindergärten sowie die Räume für die Tagesstrukturen. Im Zentrum ist der Begegnungsraum, der nicht nur als Erschliessung dient, sondern Teil der Garderobenzone und Treffpunkt für alle ist. Die Räume für die Tagesstrukturen lassen sich mit Schiebeelemen- ten einfach unterteilen. So können ruhige Lesezimmer, offene Spielräume, sowie Räume für die Hausaufgaben- und Lernbegleitung entstehen. Über die Treppenanlagen oder den Lift werden die Räumlichkeiten in den Ober- geschossen erschlossen. Durch die Massnahme, dass diese Erschliessungs- bereiche temporär abgeschlossen werden können, wird die Mitte freige- spielt. Das Zentrum kann dadurch frei möbliert werden und dient somit ebenfalls als Lernlandschaft, welche je nach Bedürfnis in den Unterricht eingebunden werden kann. Die Qualität wird durch einen vertikalen Licht- hof mit Oberlicht gesteigert. Zudem entstehen vielfältige horizontale und vertikale Beziehungen. Die Klassenzimmer sind zweiseitig belichtet und mit je einem Gruppenraum verbunden. Aus den einzelnen Gruppenräumen können durch Schiebewände zusätzliche Klassenzimmer erstellt werden. Mittels Verbindungstüren kann über die Gruppenräume der zentrale Raum in den Klassenunterricht miteinbezogen werden, somit entsteht eine grosse Aula, die für die Basisstufe eine ideale Raumkonstellation ergibt. Im Unter- geschoss befinden sich vier Zimmer für den Musikunterricht sowie Räume für die Haustechnik. 10
Gemeinde Beromünster
Materialisierungskonzept
Die strukturierte, klar gegliederte Fassadenerscheinung wird gestalterisch
vom Bestehenden abgeleitet. Das niedrige Volumen zeichnet sich durch
seine horizontale Gliederung aus. Die raumhohen Verglasungen bilden ei-
nerseits die Klimagrenze und schaffen andererseits fliessende Übergänge
zwischen innen und aussen. Die Lüftungsflügel sind zusätzlich mit Lamellen-
verkleidung ausgestattet. Die Holzmetallfenster und die Markisen geben
dem Haus, zusammen mit dem natürlichen Ton der Betonelemente, einen
warmen Ausdruck. Im Inneren dominieren an den Wänden und Decken
natürliche Materialien. Der Bodenbelag soll aus pflegeleichtem Industrie-
parkett erstellt werden. Den Abschluss bildet die extensive Begrünung auf
der Dachfläche.
Statisches Konzept
Das Schulgebäude gliedert sich optimal in die natürliche Hanglage ein und
kann mit örtlichen Verstärkungen flach fundiert werden. Das symmetrische
Gebäude weist eine weitgehend vertikal durchgehende Tragstruktur auf. Die
Auskragung der Südostfassade wird geschossweise abgefangen. Dadurch
ist eine spätere Aufstockung mit geringen Mehraufwendungen möglich. Im
Erd- und Obergeschoss sind die tragenden Kern- und Korridorwände in
Beton vorgesehen, während der Deckenrand auf Stützen gelagert wird.
Die Gebäudestabilität bei Erdbeben und Wind werden ebenfalls durch die
Kern- und Korridorwände sicher in den Baugrund abgetragen.
Haustechnik
Es besteht die Möglichkeit, den Neubau dem Fernwärmeverbund Beromüns-
ter mit Ganzjahresbetrieb für Heizung und Warmwasser anzuschliessen.
Alternativen werden noch geprüft. Die Wärmeverteilung erfolgt über eine
Fussbodenheizung (Kunststoff-Metallverbundrohr). Die einzelnen Zimmer
werden mittels elektrischen Raumthermostaten automatisch reguliert.
Umgebung
Die neue Freiraumgestaltung wird grundsätzlich aus der bestehenden Situa-
tion heraus entwickelt und neu interpretiert. So dient der Hartplatz als Basis
für den Neubau, als Spiel- und Pausenplatz. Durch die Setzung des Neubaus
entstehen zwei klar definierte Aussenräume, die als Spielplätze gedacht
11Gemeinde Beromünster sind. Die Zugänge zur Schulanlage sollen beibehalten werden. Entlang dem Corneliweg, mit der schönen Baumallee, soll der neue Hauptzugang zum Kindergarten erfolgen. Ein wichtiger Beitrag für die aussenräumliche Qualität der Anlage bildet die Umgestaltung der neu definierten Vorplätze mit mehreren Baumgruppen und Sitzgelegenheiten zu einem übersichtlichen Aufenthaltsbereich für den Kindergarten und die Tagesstruktur. Die wichtige zentrale Verbindung durch das Schulareal und der bestehende Teich bleiben erhalten. In diesem Sinne bleibt die gesamte Schulanlage als Einheit bestehen. 12
Gemeinde Beromünster
5. Terminplan
Informationsveranstaltung Mittwoch, 27. Mai 2015
Urnenabstimmung Sonntag, 14. Juni 2015
Baubeginn Januar 2016
Bauende Juni 2017
Bezug August 2017
13Gemeinde Beromünster
6. Kosten und Finanzierung
Kostenberechnung
BKP Bezeichnung in Fr. inkl. MwSt.
0 Grundstück 43‘000.00
1 Vorbereitungsarbeiten 251‘000.00
2 Gebäude 5‘392‘000.00
4 Umgebung 438‘000.00
5 Baunebenkosten 208‘000.00
6 Reserve, Teuerung 215‘000.00
9 Ausstattung 413‘000.00
Total Gesamtkosten 6‘960‘000.00
Abzüglich Projektierungskosten - 350‘000.00
Beantragter Sonderkredit 6‘610‘000.00
Der Projektierungskredit von Fr. 350‘000.00 für den Neubau des Unterstu-
fenzentrums wurde bereits an der Gemeindeversammlung vom 15. Dezember
2014 im Rahmen des Voranschlags der Investitionsrechnung 2015 bewilligt.
Als Vergleichswert dient der Kubikmeterpreis Gebäude BKP 2 / m3. Dieser
beträgt Fr. 695.00 und liegt somit im unteren Drittel mit vergleichbaren
Schulanlagen.
Das Unterstufenzentrum war im Schulraumplanungsbericht ohne Unterge-
schoss vorgesehen. Aus den vorerwähnten Gründen (Gebäudestatik, Fundati-
on, Musikschulräume und Technikräume) haben Gemeinderat und Baukommis-
sion beschlossen, ein solches zu erstellen. Die geschätzten Mehrkosten dafür
betragen rund Fr. 565‘000.00.
Im Finanz- und Aufgabenplan 2015 – 2021 sind die nötigen Investitionen
und Betriebsaufwände für den Neubau bereits eingeflossen. Die Finanzpla-
nung zeigt auf, dass die Nettoverschuldung pro Einwohner in den kommen-
den Jahren vorübergehend zunimmt, längerfristig aber wieder abnehmen
wird. Das Nettovermögen pro Einwohner liegt 2014 bei Fr. 1‘285.00 / Ein-
wohner. Das kantonale Mittel der Nettoverschuldung dagegen liegt bei
Fr. 2‘440.00 / Einwohner (2013).
14Gemeinde Beromünster
Jährliche Kapital- und Betriebskosten
Die zusätzlichen Kapitalkosten (Abschreibung, Verzinsung) werden auf
Fr. 360‘000.00, die Betriebskosten (Verwaltung, Gebäudeunterhalt, Ge-
bäudenebenkosten) auf Fr. 80‘000.00 bis Fr. 100‘000.00 geschätzt.
Bei der Erarbeitung des Schulraumplanungsberichts wurde festgehalten,
dass der Kindergarten Schützefeld zu klein ist und baulich einem Provisori-
um entspricht. Die Gebäudesubstanz und die Dämmung sind ungenügend.
Der Kindergarten weist einen hohen Sanierungsbedarf auf. Mit der Inbe-
triebnahme des neuen Unterstufenzentrums soll der Kindergarten Schütze-
feld aufgegeben werden. Die Betriebskosten für diesen Standort werden
somit entfallen. Es ist vorgesehen, die Parzelle zu einem späteren Zeitpunkt
für Wohnnutzung zu veräussern.
15Gemeinde Beromünster 7. Empfehlung der Controllingkommission Die Controllingkommission hat die Prozessabläufe im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Unterstufenzentrums geprüft und kommt zu folgenden Ergebnissen: – Das vorliegende Projekt entspricht dem an der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember 2013 zur Kenntnis genommenen Schulraumplanungsbericht. – Das Projekt «Memory» wurde in einem transparenten Studienauftragsver- fahren als Siegerprojekt auserkoren und erfüllt die definierten Voraussetzun- gen. – Die breit abgestützte Baukommission hat sich eingehend mit dem Projekt auseinandergesetzt und verschiedene Optimierungen erarbeitet. – Die nachträglich vorgeschlagene Unterkellerung ist langfristig richtig und kann kostengünstig realisiert werden. – Die Baukosten und die jährlichen Kapital- und Betriebskosten entsprechen dem Finanzplan und sind für die Gemeinde tragbar. Gestützt auf diese Feststellungen empfiehlt die Controllingkommission dem Projekt und dem dafür notwendigen Sonderkredit von Fr. 6‘610‘000.00 zu- zustimmen. 16
Gemeinde Beromünster
8. Abstimmungsfrage
Die Abstimmungsfrage lautet:
Stimmen Sie dem Sonderkredit in der Höhe von Fr. 6‘610‘000.00 für den
Neubau des Unterstufenzentrums mit Räumen für die Tagesstrukturen zu ?
Empfehlung an die Stimmberechtigten
Gestützt auf die vorliegenden Erläuterungen empfiehlt der Gemeinderat
Beromünster dem Sonderkredit in der Höhe von Fr. 6‘610‘000.00 für den
Neubau des Unterstufenzentrums mit Räumen für die Tagesstruktur zuzustim-
men.
17Gemeinde Beromünster 9. Anhang / Pläne 18
Gemeinde Beromünster
Musikzimmer
48.50 m2
Lager Musikzimmer
27.50 m2 23.50 m2
Putzraum Musikzimmer
20.50 m2 23.50 m2
Technik Musikzimmer
43.00 m2 48.50 m2
Grundriss Untergeschoss
0 1 5 10
19Gemeinde Beromünster
Tagesstrukturen
Tagesstrukturen
Tagesstrukturen
20Gemeinde Beromünster
21Gemeinde Beromünster 22
Gemeinde Beromünster
23Gemeinde Beromünster Notizen 24
Botschaft des Gemeinderates zur Urnenabstimmung vom Sonntag, 14. Juni 2015 Sonderkredit Neubau Unterstufenzentrum mit Räumen für die Tagesstrukturen
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