Feste feiern! Am Schlägler Ball - praktisch logisch biologisch Österreichs erste Fachschule für biologische Land- und Fostwirtschaft ...
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Absolventenzeitung 03 | 2020
Landwirtschaftsschule Schlägl
Ausgabe 03/2020
Feste feiern! Am Schlägler Ball
Ballmotto wurde als Torte versteigert.
Österreichs erste Fachschule für biologische Land- und Fostwirtschaft 1
praktisch • logisch • biologischAbsolventenzeitung 03 | 2020
Christian Schmid, Gewerbeklettern
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Aktuelles aus der Schule
Was gibt es Neues? Seminar:
von Dir. Ing. Johann Gaisberger
„Volle Kanne Biomilch“
Das neue Jahr zeigt sich durch hohe Umtriebigkeit in unserer Schule. Etliche neue Projek-
Grünland- und Milchviehmanagement (in
te sind zum Start vorbereitet. Die Investitionen der Landesgartenschau können wir im
Kooperation mit BioAustria, LK und Raum-
Schulbetrieb sinnvoll nachnutzen. Die „Versorgungshalle“ ist nun schon seit Schulbeginn
berg Gumpenstein)
zur Forstwerkstätte und Maschinenhalle bestens umfunktioniert. Die Stationen der
Wie produziere ich erfolgreich Biomilch?
sog. „Kreislaufwirtschaft“ (Bienenstand, Bodenprofil, Fruchtfolge, Grünland, Weide,...)
Dieser Frage geht ein mehrtägiges Seminar
werden auch für andere Schulen mit Führungen unseres Lehrpersonals im Rahmen eines
unserer Schule nach. Folgende Inhalte
„LEADER-Projektes“ (d.h. Co-Finanzierung aus Mitteln des EU-Budgets ) zur Verfügung
werden vermittelt:
stehen. Ziel dabei ist es, für Jugendliche aus Hauptschulen und Gymnasien die Lebens-
So rechnet sich die Biomilchviehhaltung
mittelproduktion erlebbar zu machen. Die Bäckerei-, Fleischerei- und Käsereiwerkstätten
Fütterung, Ration
vervollständigen die Produktionszyklen und ermöglichen einen Gesamtblick auf das
Weide
Thema landwirtschaftliche Produktion.
Abgestufter Wiesenbau
Technik und Heumilch
So entsteht wechselseitiges Verständnis zwischen KonsumentInnen und Landwirtschaft!
Das Seminar ist praxis – und kompetenzori-
Neben dem Wissen braucht es Kooperation zwischen den KonsumentInnen und Bauern.
entiert! Wir besuchen erfolgreiche Bio-
Gemeinsam Spannendes erleben, kann helfen, die Bedürfnisse des Gegenübers kennen-
milchviehbetriebe in der Region!
zulernen und besser zu verstehen.
Anmeldung: in der Schule, 0732 7720 34105,
Unsere Schule möchte hier Wegbereiter und Vorbild sein. Vielleicht können wir dadurch
info@bioschule.at
einen wertvollen Beitrag leisten. Es ist Zeit, nicht jemandem die Schuld an Missständen
zu geben, sondern daran zu arbeiten, wie die Zukunft aussehen soll. Frei nach dem Motto:
„Wie soll´s denn sein? Wie wollen wir es haben? Wie kommen wir ans Ziel?“
In diesem Sinne schlagen wir als Ort des Lernens Brücken um Hürden zu überwinden.
Robotertag:
Heuer wurde ein Aktionstag für das Spezialthema Robotereinsatz in der Milchviehhal-
tung in den Abschlussklassen abgehalten. Neben fachlichen Grundinformationen durch
den Fütterungsberater Franz Wolkerstorfer, besuchten wir landwirtschaftliche Betriebe
mit allen gängigen Robotermarken. Danke an die 3 Milchviehhalter in der Region für die
gespendete Zeit (Gahleitner Georg – Gerät Alfa, Gabriel Markus – Gerät GEA,
Dorfner Daniel – Gerät Lely A5)
Infoabende für die Abendschule
Landwirtschaft und die Bioakademie:
Mittwoch, 15. April 2020
Beginn: 19.30 Uhr
Die beiden Ausbildungen schließen mit dem
Landwirtschaftlichen Facharbeiterbrief ab.
Infoabend für Abendschule
Forstwirtschaft
Donnerstag, 23. April 2020
Beginn: 19.30 Uhr
Die Ausbildung schließt
mit dem Forstwirtschaftlichen
Facharbeiterbrief ab.
Robotertag, am Betrieb Gahleitner, Arnreit Anmeldungen: info@bioschule.at
oder 0732 7720 34105
3Absolventenzeitung 03 | 2020
Fachtagung: Innovative
Holzhausbausysteme
Der Absolventenverband konnte mit
dem namhaften Referenten Dr. Erwin
Thoma unseren Veranstaltungssaal
mehr als füllen. Viele Interessenten
mussten aus Platzmangel in den Turn-
saal – wohin der Vortrag direkt übertra-
gen worden ist – oder fanden überhaupt
keinen Platz mehr, den spannenden
Vortrag zu hören. Herr Thoma versteht
es, seine Vision von einem guten Leben
mit Holz als Baustoff dem Menschen
näher zu bringen.
Am Nachmittag fuhren die Teilnehmer Ein voller Saal mit Erwin Thoma
zur Fa. Reschbau in die Fertigungshalle
des sog. „Böhmerwaldhauses“.
Unser Lehrer für Forstwirtschaft Ing.
Markus Wöß krönte die Veranstaltung
mit der Besichtigung seines in „Eigenre-
gie“ errichteten Holzhauses. Der 40 cm
starke Wandaufbau ist aus kreuzweise
mit Alunägel verbundenen Fichtenbret-
tern gefertigt. So können mit herkömm-
lichen Holzbearbeitungsmaschinen die
Wandabwicklungen (Fenster, Leitun-
gen,..) bearbeitet werden. Es bedarf bei
dieser innovativen Holzhausbaumetho-
de keiner weiteren Isolierungsmaßnah-
men.
Bei den Erklärungen im Holzhaus von Fam. Markus Wöß
Fahrsicherheitstraining
Durch den ÖAMTC können interessierte
SchülerInnen ein Fahrsicherheitstrai-
ning mit Traktoren durchführen. Die
großen Zugmaschinen transportieren
hohen Lasten auf unseren Straßen. Die
große Praxis zwischen 2. und 3. Jahrgang
erfordert hier großes Können, Wissen
und Verantwortung im Umgang mit
großen Traktoren.
Staplerführerschein
Heuer konnten durch das Engagement
von FL. Klaus Kobler, unsere Schüler
den Führerschein für Stapler erwerben.
Eine zusätzliche Kompetenz, welche im
weiteren Leben am Hof oder auch in der
Wirtschaft gut gebraucht werden kann.
Die stolzen neuen Besitzer des Staplerführer-
scheines
4Absolventenzeitung 03 | 2020
Erfolgreiche Forstfacharbeiterprüfung
der Schlägler Abendschule für Forstwirtschaft
Nach zweijähriger Ausbildung in der Bioschule Schlägl konnten alle TeilnehmerInnen den sog. „Forstfacharbeiter“ erfolgreich abschlie-
ßen. Die praktische Prüfung wurde extern durch die Forstliche Ausbildungsstätte Traunkirchen (ehemals Orth) abgewickelt.
Der Klassenvorstand Ing. Markus Wöß bereitete die „Forstfacharbeiter“ hervorragend auf die Prüfungen vor. Wir freuen uns alle ge-
meinsam über das ausgezeichnete Ergebnis und gratulieren sehr herzlich.
Ausgezeichneter Erfolg:
Thomas Barth, Markus Barth, Kurt
Humenberger, Andre Krenn (1,0!!), Martin
Franz Leitner, Severin Lindorfer, Robert
Reiter, Florian Scharinger, Andreas Franz
Schaubmayr
Guter Erfolg:
Jan Ackermeier, Martin Danner, Franz
Eilmannsberger, Patrick Gstöttenmayr,
Martin Höfler, Christian Höppe, Thomas
Kaiser, David Kepplinger, Martin Mager,
Thomas Mahringer, Lukas Neundlinger,
Florian Pernsteiner, Karl Pühringer,
Mathias Wiederseder, Michael Wiesinger.
Bestanden:
Die „Prüflinge“ mit der Prüfungskommission.
Stefan Flakner, Eva Klinser,
Andreas Hurnaus.
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5Absolventenzeitung 03 | 2020
Exkursionsgruppe der Technischen Universität München
zu Besuch in der Bioschule Schlägl
Am Freitag, 11. Oktober 2019 besuchte uns eine Gruppe Referendariats - StudentInnen
der TU München in der Bioschule Schlägl. Im Rahmen einer Exkursion wurden
verschiedene Stationen in Österreich besucht, unter anderem auch die Bioschule Schlägl.
Ziel war die Vorstellung des Blocksystems und die Kompetenzorientierung des Unterrichts.
In diesem Zusammenhang wurde das Interreg Projekt „Entwicklung und Etablierung
grenzüberschreitender Bildungsangebote im ökologischen Landbau (GÖL)“ vorgestellt
und die bereits erarbeiteten Lernaufgaben begutachtet.
Die Rückmeldung der angehenden Lehrkräfte aus Deutschland war durchwegs positiv,
besonders die Greifbarkeit und Praxisnähe dieser kompetenzorientierten Lernaufgaben
wurde hervorgehoben.
Eine Führung durch das Schulgebäude, durchgeführt von SchülerInnen des 2. Jahrgangs
brachte den BesucherInnen gute Einblicke in das Schulgeschehen. Hier konnten schon die
Angehende Landwirtschafts-LehrerInnen aus Schüler Jonas Kneidinger und Thomas Stallinger viele Fragen zum Schulalltag beantworten.
Bayern beim Durchblättern der kompetenz- Weiters spielten Yara Fromwald und Elias Neundlinger aus dem 3. Jahrgang einen Sketch
orientierten Lernaufgaben in Schlägl
über das Blocksystem, was sehr bravourös gemeistert wurde. Ein großer Dank den
engagierten SchülerInnen.
Offene Fragen seitens der interessierten, angehenden LehrerInnen rundeten den
Exkursionsbesuch ab und am Ende war es für die TeilnehmerInnen ein gelungener
Exkursionsabschluss in der Bioschule Schlägl.
Bildungsoffensive Grünland (BiGL)
von FL David Keplinger
Das Jahr 2020 steht im Zeichen einer großen Bildungsoffensive-Grünland (BiGl).
Unter der Führung von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich sind zahlreiche
weitere mitgestaltende Organisationen bei diesem Projekt beteiligt – so auch die
Bioschule Schlägl.
Ziel dieser Bildungsoffensive soll es sein, durch Weiterbildung, Bodenproben und
Analysieren des betriebseigenen Nährstoffmanagements, die teils durch Dürre
und Engerling geschädigten Grünlandbestände, widerstandsfähiger und fit für die
Zukunft zu machen.
Bereits letztes Jahr starteten die Trainerschulungen, wo unter anderem drei Lehrer
der Bioschule teilnahmen, um sich die nötige Fachinformation für dieses Bildungs-
projekt anzueignen und um sich darüber hinaus mit den Fachexperten aus ganz
Österreich auszutauschen.
Die Auftakt- und Informationsveranstaltung am 13. Jänner 2020 beim Wildparkwirt in
Altenfelden zeigte, wie betroffen die Betriebe im Bezirk und über die Bezirksgrenzen
hinaus sind. Der Saal platzte mit über 350 anwesenden Landwirtinnen und Landwir-
ten aus allen Nähten.
Im Bezirk Rohrbach meldeten sich schließlich über 50 Betriebe, welche beim BiGl mit-
machen. Ende Jänner fand der erste Teil der vierreihigen Bildungsoffensive statt, bei
dem viel Information an die Betriebe weitergegeben wurde. Für die nächste Veran-
staltung im März, müssen die Betriebe nun ihr betriebliches Nährstoffmanagement,
in einem von der Bioschule mitentwickelten Excelprogramm, eintragen und Boden-
proben ihrer Grünlandböden ziehen. Gemeinsam mit den BiGl-Trainern werden die
einzelnen betrieblichen Situationen ausgewertet und mögliche Änderungsvorschlä-
ge ausgearbeitet – Stichwort Abgestufter Wiesenbau.
In diesem Sinne hoffen wir auf ein Jahr mit angepassten Niederschlägen und auf eine
spannende und fruchtende Bildungsreihe.
6Absolventenzeitung 03 | 2020
Biokompetenzzentrum:
Besichtigung des Zwischenfrüchte -Versuchs
Auf Initiative der Boden.Wasser.Schutz-Beratung und des
Biokompetenzzentrums Schlägl wurde am 20. August
2019 auf einer Stiftsfläche ein Zwischenfruchtversuch
angelegt. Ziel dabei ist, verschiedene Saatgutmischun-
gen auf ihre Eignung im rauen Klima des Oberen Mühl-
viertels zu prüfen. Dabei wurden neben winterharten
Mischungen mit Wickroggen, Peluschke und Landsber-
ger Gemenge auch abfrostende Saatgutmischungen mit
Buchweizen, Senf, Ölrettich, Sorghumhirse, Sudangras
und Phacelia angebaut. Die Versuchsstreifen konnten
sich trotz der späten Aussaat noch gut entwickeln.
Bei einer Feldbegehung mit Marion Gerstl und Sebastian
Friedl-Haubner von der Boden.Wasser.Schutz-Beratung
konnten sich auch die Schülerinnen und Schüler der
2. Klasse Bioschule ein Bild machen und somit einen
Theorie-Praxis-Bezug herstellen.
Bei einem Feldtag zur Zwischenfruchteinarbeitung soll
im Frühjahr die technische Umsetzung der Verarbeitung
der organischen Masse im Vordergrund stehen und dann
die Grundlage für den erfolgreichen Anbau der Haupt-
frucht für das Jahr 2020 darstellen. Bis dahin kann die
Versuchsfläche jederzeit in Baureith besichtigt werden.
7Absolventenzeitung 03 | 2020
Gemeinsam mit den Bayern bei den Biogesprächen
Das Biogespräch am Freitag,
17.1.2020 stand ganz un-
ter dem Thema „Huhn und
Schwein“. Der Veranstal-
tungstag mit zwei spannen-
den Vorträgen wurde durch
den Besuch des Standorts
Kringell mit der Besichti-
gung des neuen Ferkelauf-
zuchtstalles abgerundet.
Die beiden Vortragenden, Mag. Beate
Schuller und Dr. Werner Hagmüller
widmeten sich den Themen Gesundheit,
Wohlbefinden und Erfolg mit Tier (Huhn/
Schwein). Im ersten Vortrag von Hr.
Hagmüller wurden mögliche Stolper-
steine, wichtige Erfolgsfaktoren und Grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim 16. Schlägler Biogespräch
Innovationen angesprochen, welche in
der Schweinehaltung Thema sind.
Fr. Schuller ging auf Erkrankungen und
Parasiten beim Geflügel ein und gab
durch den Körperbau des Huhnes und
dessen anatomischen Besonderheiten
einen Überblick zur Gesunderhaltung
der Tiere.
Bei der Überleitung zum Nachmittags-
teil der Veranstaltung wurden das
gemeinsame Interreg Projekt „GÖL“ und
der Ausbildungsstandort Kringell kurz
vorgestellt.
Bei der Besichtigung des Ausbildungs-
standorts Kringell im Nachmittagteil
konnten die im Vortrag von Hr. Hagmül-
ler angesprochenen Themen praktisch
vertieft werden.
Matthias Lippl leitete die Führung und Besichtigung neuer Ferkelaufzuchtstall
gab den interessierten TeilnehmerIn-
nen einen umfassenden Einblick in den
Ausbildungsstandort in Kringell. Neben
einer Führung über das Gelände wurden
der neue Schweineaufzuchtstall und die Das nächste Biogespräch zum Thema „Gesunder Mensch“
Stallungen der Zuchtsauen besichtigt.
Fragen der TeilnehmerInnen zu verschie-
findet am Freitag, 8.Mai 2020 statt.
densten Themen der Schweinehaltung
konnten besprochen werden. Anmeldung erwünscht:
info@bioschule.at od. 0732 7720 34105
8Absolventenzeitung 03 | 2020
Holzbearbeitungswettbewerb:
Zwei Stockerlplätze für die Bioschule
Dass die Bioschule Schlägl nicht nur eine landwirtschaftliche Fachausbildung bietet,
„Learning by doing“:
sondern Jugendliche für den Berufseinstieg im handwerklichen Bereich praxisorien-
tiert vorbereitet, konnte kürzlich eindrucksvoll beim 1. Holzbearbeitungswettbewerb Vier Jahrgangsprodukte
demonstriert werden. an der Bioschule
„Nicht für die Schule, sondern für das
Zum ersten Mal waren dabei Schüler der landwirtschaftlichen Fachschulen Oberöster- Leben lernen wir!“, lautet ein geflügeltes
reichs eingeladen, an der Berufsschule für Tischler in Kremsmünster ihre fachlichen Sprichwort. Dass Schulunterricht kein
theoretischen und praktischen Kenntnisse im Bereich Holzbearbeitung einer versierten Selbstzweck ist, sondern auf das spätere
Jury zu präsentieren. Insgesamt 15 Schüler wurden von ihren jeweiligen Schulen für Leben vorbereiten soll, zeigt der Unter-
den Wettbewerb nominiert und mussten nicht nur das Erkennen heimischer Holzarten richt im Bereich Produktentwicklung
meistern, sondern auch einen Schemel als Werkstück herstellen und dabei ihre erlernten an der Bioschule Schlägl. Ziel dabei ist,
Kompetenzen unter Beweis stellen. „Bewertet wurde in erster Linie die Maßgenauigkeit, dass die Schülerinnen und Schüler des
Sauberkeit und Qualität des Werkstückes“, berichtet Fachlehrer Günter Pernsteiner. Abschlussjahrgangs eigene Produkte
„Hier konnten insbesondere Xaver Nimmervoll und Simon Gahleitner punkten und so kreieren und den Produktentwicklungs-
den Sieg und den dritten Platz nach Schlägl holen.“ prozess von der Idee bis zum Verkauf des
Produktes selbst in die Hand nehmen.
Zwei Stockerlplätze für die Bioschule spiegeln die Qualität des Praxisunterrichts in Dabei hilft, dass knapp ein Drittel der
der Holzbearbeitungswerkstätte wider und geben den Schülern wie auch den Lehrern gesamten Unterrichtszeit in der Bioschule
Grund, stolz auf diesen Erfolg zu sein. unter dem Motto „learning by doing“ steht
und Praxisschwerpunkten wie etwa der
Erzeugung und Vermarktung von regiona-
len Lebensmitteln gewidmet ist.
Im heurigen Schuljahr 2019/2020 waren
die Schülerinnen und Schüler der 3. Klas-
sen besonders kreativ und haben sogar
vier verschiedene Jahrgangsprodukte zum
Leben erweckt: Bio-Pizza, Schinken mit
Honigkruste, Jagdwurst aus Wildschwein
und Gams sowie „Muluna“, eine Molke mit
Erdbeer-Banane bzw. Erdbeer Geschmack.
Selbstverständlich wurden alle Produkte
in Bio-Qualität von den Schülerinnen und
Schülern hergestellt und anschließend bei
mehreren Veranstaltungen sowie im Biola-
den der Schule erfolgreich verkauft.
Was die Schülerinnen und Schüler
Bild: So sehen Sieger aus: 2.v.l.n.r: LSI Johann Plakolm, Stefan Hofmann (4.Platz) Xaver dabei für ihr späteres Leben mitnehmen,
Nimmervoll (1. Platz), Simon Gahleitner (3. Platz), FL Günter Pernsteiner beschreiben sie selbst in den folgenden
Texten:
„Die Produktion eines Getränks für jung
und alt, erfrischend, bester Geschmack!
Dies waren die Gedanken für unser Jahr-
gangsprodukt der 3. Klasse der Bioschule
Schlägl. „Muluna“ weckt mit ihrem fruch-
tigen und erfrischenden Aroma alle Sinne.
Sie ist ein Molkeprodukt der Superlative.
Biologisch und nachhaltig erzeugt und
produziert. Durch verschiedene Ge-
schmackexperimente haben wir schließ-
lich neben Erdbeer-Geschmack auch die
Erdbeere- Banane kreiert, die es nirgend-
wo sonst im Handel zu kaufen gibt.
9Absolventenzeitung 03 | 2020
Wir Schüler entwickelten und produzieren selbstständig unser Produkt und durften
dadurch viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Durch sorgfältige Vorbereitung bei der
Produktion und den Veranstaltungen versuchen wir, unser erlerntes Wissen aus dem
Unterricht praktisch umzusetzen.
Am Tag der offenen Tür der Bioschule verkauften wir mit großem Erfolg die ersten
Flaschen. Im Moment bereiteten wir auf unser zweites Projekt, einen Lehrfilm, vor und
hoffen auf weitere positive Rückmeldungen.
Von: Julia Holzmann, Yara Fromwald, Sebastian Gierlinger, Sebastian Manzenreiter, Patrick Gangl,
Klemens Neumüller, Elias Neundlinger, Mathias Hofer, Daniel Sonnberger, David Lanzersdorfer,
Florian Breuer“
„Auch dieses Jahr musste der Abschlussjahrgang im Rahmen des Unterrichts ein Jahr-
gangsprodukt kreiren. Die Schüler mussten selber ein passendes Produkt finden und
sich Gedanken über Werbung, Vermarktung, Veranstaltungen und Produktion machen.
Wir haben uns für eine Jagdwurst aus Gamsfleisch und Wildschwein entschieden, da
eine Mischung aus Gams und Wildschweinfleisch ein besonderes Alleinstellungsmerk-
mal ist und so das Interesse an diesem Produkt geweckt wird. Die Schule stellte für die
Produktion unseres Produktes den Fleischverarbeitungsraum zur Verfügung. Unser
Fleischverarbeitungslehrer, Franz Kislinger, half uns bei der Herstellung der Jagdwurst.
Aufgrund der immer größeren Anzahl des Schwarzwildes im Bezirk steigen auch die
damit verbundenen Probleme wie Schäden im Grünland oder Ackerbau. Auf diese
Problematik bezog sich auch der Vortrag „Wildschweine im Bezirk Rohrbach“, welcher Eine Jagdwurst aus Wildschwein und Gams
verzaubert nicht nur den Gaumen der Schüler
von uns Schülern organisiert wurde. Im Vortrag sprachen Bezirksjägermeister Martin
Eischiel über die allgemeine Lage des Schwarzwildes im Bezirk und über die Wildbret-
bereitung. Weiters sprach David Keplinger als Vertreter der Gemeindejagd Lichtenau
darüber, wie man Wildschweine im „Zaum“ halten kann und Erwin Hainzl von der BBK
Rohrbach referierte über den Nutzen von Wildschweinen in der Landwirtschaft. Nach
der Veranstaltung wurden die von uns selbst erzeugten Würste verkostet und verkauft.
Wir konnten Erfahrungen in der Vermarktung, der Verarbeitung und dem Veranstalten
eines Events gewinnen und freuen uns, diese im späteren Alltag einsetzen zu können.
Von: Philipp Enzenhofer, Ferdinand Aichinger, Franz Czernin-Kinsky, Fabian Anzinger, Niklas Geiger,
Lukas Kainberger, Andreas Jäger, Gerhard Peinbauer, Lorenz Jodlbauer“
Muluna, die Molke mit Erdbeer bzw.
Erbeer-Banane Geschmack entsteht
10Absolventenzeitung 03 | 2020
Biokompetenzzentrum: Maisanbau im Biolandbau
Dürreperioden, Engerlingplage, in einem 3-jährigen Forschungsprojekt Erosion wird durch den dichten Be-
Borkenkäferfraß, Starkregener- intensiv mit der Thematik auseinander. wuchs minimiert. Was Mais an Beikraut-
eignisse. Der Klimawandel bringt „Mais wird unter anderem aus Gründen unterdrückung fehlt, macht die Sonnen-
für die heimische Landwirtschaft der Beikrautbekämpfung als Hackfrucht blume mit ihren großen Blättern wieder
große Herausforderungen mit. in Reihen angebaut. In Hanglagen hat wett. Der bis zu 3,5 m hoch wachsenden
Speziell im Grünland mussten die Wassererosion da leichtes Spiel“, so Hirse fehlt es in Reinsaat an Standfes-
Bauern in den Jahren 2018 und 2019 mit der Projektverantwortliche Johannes tigkeit, Mais und Sonnenblume dienen
großen Ertragsausfällen durch die über Schürz. Alternative Anbauverfahren wie hier als Stütze. Sonnenblume allein ist
die Sommermonate anhaltende Dürre Direkt- oder Mulchsaat, Untersaaten als Futter für Rinder nicht geeignet, im
zurechtkommen. Dazu kamen vor allem oder auch reduzierte Bodenbearbeitung Gemenge peppt sie die Futterration
im Bezirk Rohrbach bzw. im Almtal und beispielsweise mittels Ackerfräse stehen auf. Wie es um den Futterwert dieser
in Teilen des Salzkammergutes massive im Fokus der Forschung. interessanten Alternative genau bestellt
Schäden der Grasnarbe durch den Befall ist, das wird sich im Herbst bei der Ernte
mit Mai- und Junikäfer-Engerlingen. In Alternative zur Hackfrucht und Analyse im Biokompetenzzentrum
Folge dessen fehlte es im Stall an der „Bei unseren Recherchen sind wir dann zeigen.
wichtigen Futtergrundlage. Um diese auf eine weitere spannende Alternative
Ertragseinbußen im Grünland zu kom- zum herkömmlichen Maisanbau gesto- Weitere Infos zum Projekt unter:
pensieren, setzten bereits im letzten Jahr ßen“, sagt Schürz. Mais im Gemenge mit www.biokompetenzzentrum.at und
viele Landwirte verstärkt auf den Anbau Sonnenblume und Silohirse in Breitsaat. 0732/7720-34123
von Silomais. Dieser ist auch bei wenig Die Idee stammt von einem Bauern
Niederschlag in der Lage, große Mengen aus Pregarten. Dort kultiviert er diese
an hochwertiger Futtermasse für die Rin- Mischung bereits seit 15 Jahren, und das
derfütterung zu produzieren. Ein Thema, mit Erfolg. Mit einer Grubbersämaschine
das durch Wetterextreme der letzten Jah- bringt er das Gemenge in einem Verhält-
re durchaus noch stärker zum Problem nis von 40 % Mais, 30 % Sonnenblume
geworden ist, ist jedoch die Bodenerosi- und 30 % Silohirse in den Boden. Wichtig
on durch Wasser im Maisanbau. Daher ist, dass die Sorten von der Abreife zu-
setzt sich auch das Biokompetenzzent- sammenpassen. Die drei Komponenten
rum Schlägl seit Mai 2019 gemeinsam mit ergänzen sich dabei gegenseitig.
Partnerbetrieben, allesamt Absolventen
der Bioschule Schlägl,
11Absolventenzeitung 03 | 2020
Die Saatenfliege
Im vergangenen Jahr verursachte die Saatenfliege in einigen Regionen Österreichs große Schäden bei Mais, Sojabohne und Kürbis. Der
hohe Schaddruck war vor allem auch durch die kühlen und feuchten Witterungsbedingungen im vergangen Frühjahr bedingt.
Jedes Jahr besiedeln unzählige Saatenfliegen unsere Äcker, Schäden an den
Kulturpflanzen entstehen allerdings nur bei kühler Witterung bei der Aussaat und
Keimung. Im Boden ernähren sich die Larven der Saatenfliege in erster Linie von or-
ganischen Substanzen, zu deren Abbau sie einen wichtigen Beitrag leisten. Sie sind
daher keine primären Pflanzenschädlinge. Da sich aber bei ungünstigen Keimungs-
bedingungen durch feuchtes und kühles Wetter fäulnisbewohnende Mikroorganis-
men am Keimling entwickeln, wird auch dieser zur beliebten Nahrungsquelle.
Die Saatenfliege (Delia platura) ähnelt der Stubenfliege, nur ist sie in etwa halb so
groß und hat drei dunkle Streifen auf der Brustoberseite. Sie schlüpft ab März aus
einer überwinterten Tönnchenpuppe im Boden und legt nach kurzer Zeit ihre 1
mm kleinen, weißen und stiftförmigen Eier an keimenden Wirtspflanzen oder auf
unverrotteten Pflanzenresten ab. Frisch gepflügte Felder, mit Stallmist gedüngte
Felder, Felder nach Grünland- oder Zwischenfruchtumbruch werden von der Fliege
bevorzugt für die Eiablage ausgesucht. Nach ein paar Tagen schlüpfen die Larven
Die Saatenfliege
und dringen auf Nahrungssuche in den Boden wo sie keimenden Kulturpflanzen
wie Mais, Kürbis, Bohnen aber auch Spinat, Spargel, Gurke und Zucchini befallen.
Die Larven sind walzenförmig, bis zu 6,5 mm lang und weißlich gefärbt. Sichtbar
wird der Schaden meist an zufällig verteilten, fehlenden Pflanzen im Bestand und
bei genauerem Betrachten an den ausgehöhlten Körnern sowie abgefressenen Wur-
zeln und Bohrgängen in Wurzelhals, Stängel und Keimblatt.
Maßnahmen I Präventive Maßnahmen sind aufgrund des unvorhersehbaren Auftre-
tens von Schäden durch die Fliege schwierig. Generell ist eine eher frühe Aussaat
bei warmer Witterung mit wenig Niederschlag günstig, damit die Saat rasch keimt
und wächst. Bei wärmeliebenden Kulturen wie Mais sollte die Aussaat eher spät
erfolgen, auf jeden Fall bei ausreichend hohen Bodentemperaturen (mind. 8-10° C).
Das begünstigt wiederum die rasche Keimung.
Das Einarbeiten von wenig verrotteten Pflanzenmaterial oder unreifem Kompost
in den Boden soll vermieden und wenn nötig sorgfältig und nur bei kühlem Wetter
durchgeführt werden. Vorteilhaft sind abfrierende Winterzwischenfrüchte, da die
Begrünung sonst den Befall im Frühjahr begünstigt. Festmist soll nicht kurz vor der
Kulturpflanzenaussaat ausgebracht werden, sondern im besten Fall schon bei der
Vorfrucht aufs Feld kommen. Auch der Vorjahresbefall soll beachtet und bei der
Fruchtfolge auf nicht anfällige Pflanzen wie Zuckerrüben, Raps oder Sonnenblume
zurückgegriffen werden.
Am Korn fressende Larven
Das Biokompetenzzentrum Schlägl beschäftigt sich aktuell in einem dreijährigen
Forschungsprojekt mit Erosionsschutz und Ressourcenschonung im Bio-Maisan-
bau. Praxisorientierte Lösungen stehen dabei im Fokus der Forschung.
www.biokompetenzzentrum.at
Quellen:
www.ages.at I www.pioneer.com I www.saatbaulinz.at I www.der-pflanzenarzt.at
Bildquellen:
www.ages.at I www.der-pflanzenarzt.at I www.pioneer.com
12Absolventenzeitung 03 | 2020
Wintergewitter legt Lifte lahm
Schülergruppe mit Pistengeräten evakuiert
In der letzten Jännerwoche vom 27. bis
31. Jänner verbrachten 21 Schüler und 2
Schülerinnen der 1.Klasse eine aufregende
Wintersportwoche in Spital am Pyhrn.
Schon der Start in diese Woche begann
äußerst erfreulich. Am Montag begrüßte
uns Sonnenschein und bei besten Pisten-
verhältnissen konnten wir das Schigebiet
auf der Wurzeralm erkunden. Gleich am
ersten Tag genossen wir die traumhaften
Bedingungen am Frauenkar / Wurzeralm.
Dichter Schneefall verwandelte dann
am Dienstag die „Wurzer“ in eine tolle
Winterlandschaft. Am Abend gab es sogar
ein Wintergewitter. Die Lifte mussten und der Pulverschnee der weiteren Tage Karten- und anderer Spiele sowie das
wegen der Blitze abgeschaltet werden ließen das Schilaufen zum Genuss für alle Kennenlernen der anderen Schüler und
und wir saßen auf der Bärenhütte fest. Beteiligten werden. Auch die Anfänger auf Schülerinnen im JUFA machten die Aben-
Nach einiger Zeit war klar: Die Lifte werden Schi und Snowboard machten rasche Fort- de sehr kurzweilig. Diese Wintersport-
heute nicht mehr fahren. So wurden wir schritte und am Ende kamen alle ins Tal. woche ging ohne gröbere Verletzungen
dann mit Pistengeräten und Schidoos von und viel zu schnell vorbei. Wir freuen
dort evakuiert. Abseits der Piste wurden am Abend uns bereits jetzt auf neue gemeinsame
Die Evakuierung mit den Schidoos machte die vielseitigen Möglichkeiten in Spital Aktivitäten.
die Wintersportwoche zu einem Abenteu- genutzt. Ein Besuch im Hallenbad, Schi-
erurlaub. Der strahlende Sonnenschein service in der Unterkunft, viele Runden
Messe Bio Österreich in Wieselburg
Die Messe Bio Österreich fand am 17. und 18. November 2019 in der Messe Wieselburg,
Niederösterreich statt.
Am Montag, 18. November wurde im Zuge der Messe im Areal der Bio Region Mühlvier- Bei Gesprächen mit BesucherInnen wur-
tel das Interreg Projekt der beiden Projektpartner vorgestellt. Am Stand der Bioschule de auf das grenzüberschreitende Projekt
Schlägl wurde das Projekt mittels Plakat, ausgedruckten Lernaufgaben und Gesprä- „Entwicklung und Etablierung grenz-
chen für interessierte BesucherInnen beworben. überschreitender Bildungsangebote im
ökologischen Landbau (GÖL)“ hingewie-
sen, wenn zeitlich möglich und Interesse
vorhanden war, konnten die bereits
erarbeiteten Lernaufgaben begutachtet
werden.
Die BesucherInnen waren positiv über-
rascht, dass ein solches Projekt zwischen
zwei Schulen umgesetzt wird. Weiters
fanden sie es gut, dass die Schulstand-
orte Schlägl und Kringell somit enger
verbunden sind.
Die Präsenz auf der Messe Bio Österreich
in Wieselburg war ein gelungener Auf-
tritt, der das Projekt für die Öffentlichkeit
sichtbar machte.
Stand auf der Bio Österreich, Vorstellung des Interreg Projekts und der kompetenzorientierten Lernaufgaben
13Absolventenzeitung 03 | 2020
Bindeglied Biologische Landwirtschaft -
grenzüberschreitender Praxisunterricht
Beim Praxisunterricht am 8. Jänner 2020 Geteilt in 2 Gruppen wurden zuerst die Ergänzung zur Komplettierung der Ausbil-
konnten die SchülerInnen der 3. Klasse am Betrieb vorhanden Grundfuttermittel dungsinhalte an der Bioschule Schlägl dar.
Einblicke in die Schweinehaltung bekom- betrachtet und beurteilt, danach wurde Im Gegenzug möchte das LVFZ Kringell von
men und weitere Praxiserfahrung zum getauscht und 30 verschiedene Kraftfut- der Kompetenz der Bioschule im Bereich
Thema Rinder sammeln. Am Staatsgut termittel besprochen. der Getreide-, Milch- und Fleischverarbei-
(LVFZ) Kringell in Bayern wurde der Unter- Nach der Mittagspause stellten Matthias tung und dem Schulungs-Vermarktungs-
richt zum Thema Schwein und Futterbe- Lippl und Veronika Maier im Nachmit- raum profitieren.
urteilung abgehalten. tagsteil des Tages die Stallungen vor. Die
SchülerInnen bekamen einen Einblick in Die Praxiseinheit der 3. Klasse in Kringell
Im Vormittag gab Direktor Helmut Rames- laufende Forschungsprojekte am Stand- stellt ein Beispiel für diesen grenzüber-
berger den SchülerInnen und Fachlehrern ort Kringell. Bei den praktischen Arbeiten schreitenden Wissenstransfer dar, der als
einen Überblick über die Lehrstätte und waren die SchülerInnen dann hautnah Teil des Interreg-Projekts „Entwicklung
die Geschichte des Lehrgutes: mit dabei. Es wurden die Themen Kühe, und Etablierung grenzüberschreitender
Kälber, Kälberaufzucht, Haltungsformen Bildungsangebote im ökologischen Land-
Von der Entstehung im Jahr 1911 bis heute behandelt. Im Schweinestall konnten bau“ von den beiden Projektmitarbeitern
liegt die Grundlage von Kringell in der die SchülerInnen beim Impfen der Ferkel Magdalena Breuer und Dr. Daniel Oelbauer
Landwirtschaft. Zuerst mit der Aufzucht mithelfen, ebenfalls konnte der neue noch weiter forciert wird.
von Jungvieh danach als Viehhaltungs- Ferkelaufzuchtstall begutachtet werden.
schule und in Form einer Melkerschule Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des
hat sich der Standort hin zum heutigen Die SchülerInnen fanden den Praxisunter- Strukturförderungsprogramm INTERREG
ökologischen Fachzentrum entwickelt. richt in Kringell sehr spannend, infor- der Europäischen Union sowie des Land
Die bewirtschaftete, landwirtschaftliche mativ und konnten neue Erfahrungen Oberösterreich und des Freistaats Bayern.
Fläche beläuft sich derzeit auf rund 160 sammeln.
Hektar, es werden 70 Milchkühe plus Der Wissensaustausch ist wichtiger Be-
Nachzucht und rund 40 Zuchtsauen mit standteil des laufenden Interreg Projekts.
Ferkelaufzucht am Standort gehalten. Das Wissen im Bereich der biologischen
Eine Führung durch das Areal ergänzte Schweinehaltung und der Weidehaltung
die Vorstellung des Staatsguts. des Standorts Kringell stellt die ideale
Im neuen Aufzuchtstall (Kringell/Huthurm)
14Absolventenzeitung 03 | 2020
Mein Praktikum in Island
von Julia Holzmann 3a Klasse Bioschule
Island – das Land von Feuer und Eis! Die
atemberaubenden Gegensätze dieser
103.000 km² großen Insel spiegeln sich
in den bedrohlichen Vulkanen und den
heiß sprudelnden Geysiren einerseits
sowie den Gletschern und spektakulären
Wasserfällen andererseits wider: All das
ist Island!
Für mich war Island schon immer ein
faszinierendes und magisches Land,
nicht zuletzt wegen den für Pferdefreun-
de wohl bekanntesten Einwohnern – den
Islandpferden. Vor meinem Praktikum
hatte ich schon viel über Island gehört,
kannte aber nur wenige Personen, die das
Land tatsächlich schon einmal bereist Meine Islandpferde
hatten. Diejenigen, die schon einmal auf
der Insel gewesen waren, hatten meist ihren 228 Schafen einen individuellen Na-
die Hauptstadt Reykjavik besucht. Im men gibt, liebt Viddar „seine“ Pferde über
Gegenzug dazu wollte ich die einmalige alles. Insgesamt 18 Islandpferde, darunter
Chance nutzen, die Hälfte des insgesamt 9 Hengste und 7 Fohlen leben derzeit auf
12-wöchigen Praktikums im Rahmen der dem Hof und wurden bis vor kurzem von
Ausbildung an der Bioschule im Süden Viddar und Sigga selbst trainiert. Ihre Julia
Islands zu absolvieren. Ich hatte die Stelle Isländer sind weltbekannt und haben Holzmann
in Island
in einer Praktikumsbörse entdeckt und große Chancen bei Wettbewerben und in
freute mich umso mehr, als auf meine der Zucht, weshalb sie bei Züchtern oder
Bewerbung im Herbst schon bald die Turnierreitern sehr begehrt sind.
Zusage im Winter folgte. Der Großteil des Familieneinkommens
Meine Gastgeber für die 6 Wochen in Is- stammt aber aus dem Verkauf von Schaff-
land waren der 61-jährige Viddar Hastein leisch. Da dieser Betriebszweig aber in den
Steinarsson und seine 58-jährige Frau letzten Jahren immer unrentabler wurde,
Sigridur Helga Geidmundsdottir, kurz beschlossen Viddar und Sigga, ihre zwei
Sigga genannt. leerstehenden Häuschen zu vermieten zu Pferd, heiße Quellen, spannende
Der Bauernhof der Familie umfasst und vier Zimmer im alten Kuhstall einzu- Ausflüge zum Vukan „Hekla“, Wasserfäl-
insgesamt 730 Hektar sowie 400 Hektar richten. Aktuell wird daher einerseits ein le und Geysire – die Insel brachte mich
Pachtflächen für die Sommerweiden der helles Häuschen namens Phingskalar, das immer wieder aufs Neue zum Staunen!
Schafe. Rund 80 Hektar der Flächen wer- Platz für 5 Personen bietet, sowie das so Als Fazit kann ich nur sagen, dass ich
den als Mähwiese genutzt, 530 Hektar als genannte „Oldhouse“, in dem Sigga aufge- diese Zeit vermisse. Im Allgemeinen
Weiden für Schafe bzw. Pferde, während wachsen ist, vermietet. Zusätzlich können haben die Isländer einen sehr freundli-
etwa 130 Hektar auf Waldflächen ent- in den vier umgebauten Zimmern, dem so chen Eindruck bei mir hinterlassen. Ich
fallen. Gerade diese Waldflächen liegen genannten „Countryhome“, 13 Personen wurde in die Familie miteingebunden
der Familie besonders am Herzen, da in nächtigen. und wir hatten viel Spaß. Der Duft des
Island kaum Wald vorhanden ist. Viele In meiner spannenden und lehrreichen guten Essens liegt mir immer noch in
Landwirte, so auch Viddar und Sigga, Praktikumszeit durfte ich tiefe Einblicke der Nase und ich durfte bei der Arbeit
pflanzen daher nun großflächig Bäume, in das Leben einer isländischen Familie viel mitentscheiden. Viddar und Sigga
um Windschutz zu erzeugen und den bekommen. Die Tage auf dem wunder- waren darüber hinaus offen für Neues
Boden etwas fruchtbarer zu machen. schönen Hof verliefen wie im Flug. Viddar und gaben mir viel Freizeit, um das Land
Viddar und Sigga besitzen 220 Mutter- und Sigga sind sehr freundlich und haben und die atemberaubende Landschaft
schafe und 8 Widder, die den Sommer auf viel Humor. Egal ob bei den täglichen zu entdecken. Das Beste an meinem
den großflächigen Weiden verbringen. Im Arbeiten wie Putzen, Abwaschen, Staub Praktikum in Island für mich persönlich
Herbst werden die Tiere mittels Pferden, saugen, Betten beziehen oder bei unseren ist aber mein Lohn – ein eigenes, junges
Autos und den vielen freiwilligen Helfern Ausflügen zu den Schafen wurde es nie Islandpferd.
zusammengetrieben und die Lämmer langweilig und ich fühlte mich sehr wohl.
geschlachtet. Während die Schafhaltung Meine Praktikumszeit war außerdem sehr Takk ferde – DANKE
das Steckenpferd von Sigga ist, die all abwechslungsreich: Schafe treiben hoch Julia Holzmann, 3A
15Absolventenzeitung 03 | 2020
Landwirtschaftschule Schlägl
p.b.b. - verlagspostamt: 4160 aigen - erscheinungsort: schlägl/GZ03Z034883S
www.studiom.at
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16 Fachschule für biologische Land- und Forstwirtschaft
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