Gemeindebrief Nr. 116 - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord - Evangelische Kirchengemeinde ...

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Gemeindebrief Nr. 116 - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord - Evangelische Kirchengemeinde ...
Gemeindebrief
Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord
Nr. 116
                                                    Elias · Gethsemane · Paul Gerhardt · Segen
                                                                         Juni | Juli 2020
Gemeindebrief Nr. 116 - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord - Evangelische Kirchengemeinde ...
In dieser Ausgabe
Das Wort 					              3                                                             Gottesdienste					16 – 17
Gemeindekirchenrat					 4 + 6                                                             Stadtkloster					18 – 20
Das kam in die Tüte					    5                                                             Kinder, Kinder
Jubelkonfirmation					      5
Gemeindebüro geschlossen          		21
                                  Baumaßnahme			            		    22
		6                               80. & 90. Geburtstag					 23
Gemeinde in Corona-Zeiten				 8/9 Freiheit jetzt!					24 – 25
Ökumene		                         Gruppen & Kreise				       26 – 27
                                  Lückenfüller
		10
Dreifaches					                11 		 28 – 29
Fridays for Future Berlin         Orte & Ansprechpartner				     30
                                  Anzeigen				               31 – 32
		12 – 13
Vom anderen Ende der Welt

		14 – 115

Abholdienst für Senior*innen                                                              Titel
Haben Sie ein Auto und fahren damit gern andere Men­         Christiane Rosiny, Tütenaktion
schen herum? Oder backen Sie gerne Kuchen? Schmücken
Sie gern einen festlichen Kaffeetisch? Und sind Sie gern mit
älteren Menschen im Gespräch? Dann brauchen wir Sie als
Ehrenamtliche/r in der Seniorenarbeit unserer Gemeinde.
Bitte melden Sie sich für nähere Informationen und
Absprachen bei unserer Verantwortlichen für Senioren­
arbeit: Pfarrerin Almut Bellmann

Hinweis: Der Gemeindebrief erscheint als PDF-Download
auf der gemeinde­eigenen Homepage www.ekpn.de
Herausgegeben vom                              Redaktionsteam: Pfn. Jasmin El-Manhy,
Gemeindekirchenrat der Evangelischen           Mario Gugeler, Mattias Richter, Ingrid
Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord.          Volz, Dieter Wendland, Ilse Vahl und
Auflage: 2000                                  Katharina Pfuhl
Redaktionsanschrift:                           Die Artikel geben die Meinung der
Gemeindebüro der Ev. Kirchengemeinde           Verfasser wieder und nicht immer
Prenzlauer Berg Nord Gethsemanestr. 9,         die der Redaktion bzw. des Gemeinde­
10437 Berlin T.: 4 45 77 45, F.: 43 73 43 78   kirchenrates. Konzeption & Gestaltung:
gemeindebuero@ekpn.de · Für alle               Grafik-DesignBüro Dieter Wendland
Smartphonebesitzer: nebenstehender QR-         Redaktionsschluss für die nächste
Code zum schnellen Ansehen der Inter­          Ausgabe ist der 01. 06. 2020.
netseite www.ekpn.de

                                               Druck mit freundlicher Unterstützung von
Gemeindebrief Nr. 116 - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord - Evangelische Kirchengemeinde ...
Liebe Lesende, liebe Gemeinde,                            Es kamen die Familien, die sich vor die Kirche auf
                                                          die Treppenstufen setzten und Eis aßen. Eine kurze
»Kommt her alle, die ihr mühselig und beladen             Pause, keiner spricht, alle sind für einen Moment
seid, ich will euch erquicken.« Mt 11,28                  lang zufrieden mit Eis und Sonnenschein.
                                                          Es kam der Mann mit der Sonnenbrille, meistens
Würde ich heute ein Banner über die Gethsemane-           schon gegen zehn, als erster in die Kirche. Mit
kirche hängen, würde ich diesen Vers draufschrei-         schnellen Schritten ging er auf den Fürbittleuchter
ben. Ich würde ihn dem freundlich grüßenden               zu, zündete eine Kerze an, legte Kleingeld in den
Jesus, der auf dem Portal steht, in den Mund legen.       Kasten und ging. Ein kleines tägliches Ritual.
                                                          Es kam die junge Frau jeden Tag in den Kirchgarten.
Ich stelle mir vor, wie er diese Einladung lächelnd in    Sie hat keinen Balkon und sitzt mit ihren Lehrbü-
den Kiez hineinspricht: Kommt her, alle …                 chern und einer Kaffeekanne immer am gleichen
                                                          Ort in der Sonne.
Der Apostel Paulus schreibt, dass wir alle, die           Es kamen die Stillen, die manchmal lange für sich in
­Gläubigen, den Leib Christi bilden. Jeder einzelne       der Bank saßen und auf den Altar schauten.
 Mensch mit seinen Begabungen. Wenn jemand in             Und die, die nur mal gucken wollten, kamen auch.
 die Kirche kommt, dann begegnet er dort Menschen.
 Das Miteinander, die Art und Weise, wie wir unseren      Alle diese Menschen ruft Jesus zu sich. Und der Apo-
 Glauben leben, wie wir Gottesdienste feiern, was wir     stel Paulus schreibt, dass wir alle, die Gläubigen, der
 für den Kiez tun, trägt entscheidend dazu bei, ob sich   Leib Christi sind.
 andere eingeladen fühlen oder nicht. Eine Frau sagte
 kürzlich zu mir: Es ist leicht, hier Nähe zu finden,     »Kommt her alle, die ihr mühselig und beladen seid,
 wenn man das möchte.                                     ich will euch erquicken.«

In den vergangenen Wochen blieb die Kirche leer.      Ich erquicke euch an diesem Ort, der so gebaut ist,
Auch sonntags. Keine Gemeinde versammelte sich        dass ein Kind ins Staunen kommt. Denn mit dem
zum Gottesdienst.                                     Staunen über die Weite des Himmels fing einmal
Aber sie blieb offen. Und sie kamen.                  alles an.
                                                      Ich erquicke euch mit einem guten Wort, wenn ihr
Der Vater mit seinem kleinen Kind kam eine zeit-      danach sucht. Mit jemandem, der Zeit hat, um euch
lang, als es noch kalt draußen war, jeden Tag. Das    zuzuhören und der aushält, was ihr anvertraut.
Kind staunte über den Raum und wollte überallhin Ich erquicke euch mit einem Garten, der schöner
laufen und alles angucken. Natürlich auch auf die     sein könnte. Aber er hat eine Bank und kleine
Empore und dann von oben runterschauen. Bevor         ­sonnige Ecken, an denen du ausruhen kannst.
sie gingen, zündeten sie eine Kerze an und flüsterten Und die Vögel singen in den Bäumen und
dabei leise.                                           nachts kommt der Fuchs heraus.
                                                       Ich erquicke euch mit einem Licht, das leuchtet
                                                                                                           Das Wort

Es kamen Menschen, die jemanden zum Reden              für die, die ihr vermisst. Für das Helle in eurem
brauchten. Kurze Gespräche an der Sakristeitür,        Leben und für das Dunkle auch. Das Licht
­längere in den Kirchenbänken. Wie geht es zuhau-      könnt ihr selbst anzünden, dann fühlt ihr euch
 se? Was hast du für Sorgen? Tränen rauslassen. Und vielleicht nicht ganz so hilflos.
 manchmal ein gemeinsames Gebet am Fürbittleuch- Ich erquicke euch mit Stille und Weite. Einem
 ter sprechen. Und eine Kerze anzünden, die auch       Moment nur für euch. Eine Pause. Ein Gebet.
 noch brennt, wenn ich nicht mehr da und schon         Ausatmen. Einatmen.
 wieder zuhause bin.                                   Ich bin da. Kommt. Alle.    Pfr. J. El-Manhy

                                                                                                                3
Gemeindebrief Nr. 116 - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord - Evangelische Kirchengemeinde ...
Gemeindekirchenrat                                         erkennbar macht, sondern neu und anders „rund“ ist.
           Gemeindekirchenrat in Coronazeiten: die allgemei-          Dementsprechend haben wir uns entschieden, nicht
           nen Regelungen haben auch dem Gemeindekirchen-             sofort zum erstmöglichen Termin mit analogen Got-
           rat neue Formen der Gremienarbeit beschert. Die            tesdiensten zu starten, sondern noch ein wenig die
           Aprilsitzung haben wir ausfallen lassen, Treffen in        Erfahrungen und Überlegungen anderer Gemeinden
           großer Runde waren ohnehin nicht erlaubt und es            zu beobachten und gleichzeitig gute eigene Ange-
           gab nichts besonders Eiliges zu beschließen, das sich      bote zu entwickeln. Auf Vorschlag des Gottesdienst-
           nicht ohnehin einfach aus einer Umsetzung der all-         teams wird es nun zunächst im Wechsel eine Kombi-
           gemeinen Vorgaben ergeben hätte. Informationen             nation aus digitalen und analogen Formaten geben.
           haben wir von Zeit zu Zeit per Email weitergegeben         Die bereits bewährten Videogottesdienste wer-
           und abgestimmt. Im Mai dann hat sich der Gemein-           den ergänzt um Telefongottesdienste, vor allem für
           dekirchenrat zu zwei Videokonferenzen verabredet.          Menschen ohne Internetanschluss, die ohne unmit-
                                                                      telbare Begegnungen mit uns Gottesdienst feiern
           Gottesdienste                                              wollen. Außerdem wird es wieder analoge Ange-
           Das Herunterfahren der Gottesdienste Mitte März            bote geben, an den Orten Elias und Paul-Gerhardt
           2020 folgte aus der Verordnung des Berliner Senats.        Predigtkurzgottesdienste, in Gethsemane einen Sta­
           Die Umsetzung war zwar zu Beginn etwas rucke-              tionengottesdienst in Kirche und Garten. Wir wollen
           lig, weil die Regelung Samstagabend bekannt wurde          eine bunte Mischung verschiedener kreativer Gottes-
           und ab sofort galt, d.h. auch für den unmittelbar fol-     dienstangebote ausprobieren, die für alle Menschen
           genden Sonntag, aber sie war eindeutig. In Win-            zugänglich sind. An welchem Sonntag im Juni wel-
           deseile entwickelte das Gottesdienstteam danach            che Angebote stattfinden, finden Sie auf den Gottes-
           das Onlineformat des »Gottesdienst am Frühstücks-          dienstseiten. Über das Angebot im Juli werden wir
           tisch«, das uns seitdem begleitet und in seiner viel-      mit Blick auf die weiteren Entwicklungen und Erfah-
                seitigen Kreativität erfreut. Denken Sie nur an       rungen noch beraten und rechtzeitig informieren.
                die Ostertüten! Eine entsprechende Anfrage
Gemeindenachrichten

                des rbb bescherte uns Palmsonntag außerdem            Konfirmation und Konfi-Zeit
                einen ökumenischen Fernsehgottesdienst aus            Folge der allgemeinen Regelungen mit ihren Begren-
                der Gethsemanekirche. Mit Lockerung der all-          zungen für Gottesdienste und Gruppenangebote war
                gemeinen Regelungen haben wir im Gemein-              auch, dass die für Pfingsten 2020 geplanten Kon-
                dekirchenrat im Mai ausgiebig beraten, wann           firmationen auf einen späteren Zeitpunkt verscho-
                und wie wir wieder mit analogen Gottesdiensten        ben werden mussten. Dementsprechend dauert die
                starten können. Dabei waren wir uns bewusst,          aktuelle Konfi-Zeit länger und wird sich der Start
                dass es nicht einfach wieder »normal« wie in          des neuen Jahrgangs verschieben. Wir möchten, dass
                Vor-Corona-Zeiten weitergehen kann. Rege-             der aktuelle Jahrgang seine Konfi-Zeit, die plötzlich
                lungen wie das Abstandsgebot, eine Beschrän-          unterbrochen wurde, zunächst fortsetzen und dann
                kung der Teilnehmenden auf gegenwärtig 50             feierlich beenden kann. Dafür braucht es Zeit, da auch
                Personen – die jedenfalls für Gottesdienste in        nach den Sommerferien sicherlich nicht alles wieder
                der Gethsemanekirche bedeutet, dass wir nicht         »normal« ist, sondern Lösungen für Abstandsgebote
                alle Menschen werden zulassen können – , eine         und große Gruppen gefunden werden müssen. Für
                Anwesenheitsliste und die dringende Empfeh-           den darauffolgenden Jahrgang bedeutet dies, dass
                lung, die Gemeinde nicht singen zu lassen, stel-      wir den Start voraussichtlich in das erste Quartal 2021
                len uns vor neue Herausforderungen. Sie mach-         verschieben werden. Konfis und ihre Eltern werden
                ten deutlich, das es wichtig ist, ein gutes anderes   über die Planungen im Einzelnen informiert.
                Format zu finden, dass unter den anderen Rah-
                menbedingungen nicht vor allem den Verzicht           weiter auf Seite 6          

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Gemeindebrief Nr. 116 - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord - Evangelische Kirchengemeinde ...
Das kam in die Tüte
Überraschung allenthalben – Freude, Erstaunen, Aktion. Wer eine Tüte bekom-
men hatte, staunte nicht schlecht, mit wieviel Liebe und Sorgsamkeit alles
zusammengestellt war. Hostie, Traubensaft, Gebete, Liedtexte. Mehr als 300
Tüten wurden zusammengestellt, gepackt, weitergegeben. Ostern in der Tüte.
Das hat es wirklich noch nicht gegeben. Abendmahl ohne Gemeinschaft. Geht
das? – elektronisch verbunden über Internet und Bildschirm, funktioniert das,
kann man das, darf man das, ist es nicht doch die Gemeinde, die man dazu
braucht – die Gemeinschaft? ... solche Gedanken bewegen. Selbst das regionale
Fernsehen, rbb-Abendschau, berichtete darüber. Ich vernahm auch dort die
Überraschung. Solo gesungene Lieder – zu Hause zum Mitsingen, am
Frühstücks­tisch. Eine Bilderpredigt, ein Gespräch über einen Text aus der Bibel.
Mitten im Leben, nicht in einem sakralen Raum – was macht das mit uns? Mir
fehlt dies, mir fehlt das, ja was fehlt uns noch, es ist doch ein großartiges Zeichen
von Hoffnung und Zuversicht, dass wir in diesen kleinen Schritten sehen, wie
wir auf verschiedenen Wegen aus dieser Situation herauskommen können,
­kleine Umwege machen, vielleicht auch irren, aber nicht stillstehen, bewe-
 gungs- und ideenlos. Für diese mannigfachen Anregungen, Initiativen, der
 Musik – dem Gesang, verschiedenste Instrumentalisten und Orgel. Es wird die
 Zeit des wieder miteinander Feierns kommen. Bestimmt. Noch brauchen wir
 diese wunderbaren Ideen und Aktionen. Gelebte Solidarität. Danke EUCH allen,
 die Ihr so vielfältig und interessant diese Arbeit leistet. D. Wendland

Jubelkonfirmation
Herzliche Einladung
Wurden Sie im Jahr 1995 oder 1970 oder 1960 konfir-
miert? In einer Kirche in unserer Gemeinde oder
anderswo? Dann gibt es in diesem Jahr etwas zu fei-
ern: Ihr 25., 50. oder 60. Konfirmationsjubiläum.
Gerne würden wir dieses Jubiläum mit Ihnen bege-
hen – mit einem festlichen Gottesdienst, mit Kaffee-
trinken, Gesprächen und gemeinsamen Blicken ins
Fotoalbum. Zur Zeit lässt sich so ein Fest schlecht
planen. Dennoch bitten wir Sie, wenn Sie mögen,
sich schon jetzt im Gemeindebüro zu melden und
dort Ihren Kontakt zu hinterlegen. Dann melden wir
uns bei Ihnen, sobald ein Datum für die nächste
Jubelkonfirmation feststeht.
Wenn Sie noch andere Menschen aus Ihrem Konfir-
mationsjahrgang kennen und Kontaktadressen
haben, geben Sie uns gern Bescheid.

                                                                                    5
Gemeindebrief Nr. 116 - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord - Evangelische Kirchengemeinde ...
Seit dem 25. März ist das Gemeindebüro für die Öffentlichkeit geschlossen.
                      Telefonisch und per E-Mail sind wir aber nach wie vor erreichbar. Küster Mario
                      Gugeler arbeitet aus dem Home-Office, Geschäftsführer Frank Esch hält die Stellung
                      im Büro, arbeitet aber seit Anfang Mai auch einen Tag pro Woche von zuhause aus.
                      Auch die Dienstberatungen der Mitarbeitenden finden seitdem auschließlich via
                      Videokon­ferenz statt (siehe Foto). Das klappt gut und alle haben sich daran gewöhnt.
Gemeindenachrichten

                      Aber es fehlt n
                                    ­ atürlich der ganz persönliche Austausch – und das
                      gemeinsame Singen zu Beginn jeder Dienstberatung.

                       Fortsetzung von Seite 4
                      Sommerrüsten
                      Die Sommerrüsten 2020 haben wir Anfang Mai absagen müssen. So schön und
                      wichtig sie für Kinder und Teamer*innen sind, so eindeutig war doch, dass wir mit
                      Abstandsregeln keine Fahrten großer Gruppen anbieten können. Ein wesentlicher
                      Teil dessen, was Sommerrüsten ausmacht, wäre nicht möglich gewesen, weshalb
                      die Teamer*innen um Antje Erdmann nach Alternativen im Rahmen des Machbaren
                      suchen und wir uns auf den nächsten Sommer freuen.
                      Ulrike Lemmel, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates

                      Aus der Tüte ...

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Gemeindebrief Nr. 116 - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord - Evangelische Kirchengemeinde ...
Chorprobe mal ganz anders ...

                                Christiane Rosiny erhält Auszeichnung!
                                Die Leiterin unserer Singschule, Christiane Rosiny, erhält in diesem Jahr
                                die Geschwister-Mendelssohn-Medaille! Diese wird in Anerkennung für
                                herausragende Verdienste für das Berliner Chorleben verliehen.
                                Sie wurde vom Chorverband Berlin gestiftet und wird in Kooperation mit
                                der Mendelssohn-Gesellschaft in Andenken an Felix Mendelssohn Barthol­
                                dy und Fanny Hensel verliehen.

                                Mit der Geschwister-Mendelssohn-Medaille werden Menschen ausgezeich­
                                net, die nachhaltig zur Bewahrung und Weiterentwicklung der Berliner
                                Chortradition beigetragen haben.

                                Wir sind sehr stolz und vor allem dankbar – für die wunderbare Arbeit in
                                unserer Gemeinde, die vielen schönen Konzerte und das Singen in den Got­
                                tesdiensten. Wie schön, dass diese Arbeit auch über unsere Gemeinde
                                hinaus bekannt wird und Anerkennung findet.

                                HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

                                                                                                       77
Gemeindebrief Nr. 116 - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord - Evangelische Kirchengemeinde ...
+ + + + Sonntag, der 15. März 2020 + + + +                 von überall her teilnehmen können. Auch ein Krab-
             In der Gethsemanekirche soll ein Gottesdienst mit          belgottesdienst zum Thema Schöpfung geht an die-
             Pfarrerin Bellmann stattfinden. Es sollte ein Gottes-      sem Sonntag online. Die Familien sind froh über die
             dienst mit zwei Taufen, mit Beteiligung des Jugend-        Kontaktaufnahme und über das Angebot, miteinan-
             vokalensembles und mit einem Fair-Trade-Basar              der zu Hause besondere Zeit gestalten zu können. Und
             werden. Nach und nach wurden zunächst die Tau-             einige nehmen dankbar die Einladung an, sich zu
             fen und dann die Chorbeteiligung abgesagt. Und             beteiligen, malen Bilder von der Schöpfung und schi-
             schließlich der ganze Gottesdienst, noch am Abend          cken Fotos und Videos von ihrem Familien-Krabbel-
             vorher aufgrund der neuesten Verordnungen. Viele           gottesdienst zu Hause.
             Leute aus der Gemeinde haben sich das schon so             + + + + Montag, der 30. März 2020 + + + +
             gedacht und kommen nicht. Diejenigen, die trotz-           In der Woche vor Ostern ist einiges los im Gemeinde-
             dem kommen, werden vor dem Eingang der Kirche              büro. Wir packen Ostern in die Tüte! Nachdem viele
             draußen auf dem Fußweg – mit Abstand – in Emp-             Menschen aus der Gemeinde, vor allem Kinder und
             fang genommen und angesprochen. In den Gesprä-             Jugendliche, die Tüten liebevoll bemalt haben, wer-
             chen gibt es viel Verständnis für die Entschei-            den sie nun gepackt. Mit Saft und Oblaten für Grün-
             dung, doch daneben natürlich auch Enttäuschung.            donnerstag, einem Kreuz für Karfreitag, einer Oster-
             Spontan entscheidet sich Pfarrerin Bellmann ihre           kerze für Ostersonntag, einer Geschichte für die Kin-
             Predigt als Tondokument aufzunehmen und auf                der und Blumensamen, damit etwas wachsen kann.
                     unsere Website zu stellen.                         Außerdem erscheint der neue Gemeindebrief. Ehren-
                     + + + + Mittwoch, der 18. März 2020 + + + +        amtliche Helfer*innen tragen ihn aus, damit alle
Gemeinde in Corona Zeiten

                     Die Passionsandacht wird von Martin zur Ned-       Gemeindeglieder über 75 Jahren einen nach Hause
                     den und Pfarrerin El-Manhy stellvertretend         bekommen. Viele Gespräche an Fenster und Woh-
                     in der Gethsemanekirche gefeiert. Zeitgleich       nungstür ergeben sich.
                     beten einige Menschen von zuhause aus mit,         + + + + Donnerstag, der 2. April 2020 + + + +
                     die sich vorher die Liturgie und die Lieder auf    Das Experiment »Christenlehre per Zoom« star-
                     unserer Website heruntergeladen haben.             tet. Antje Erdmann und Praktikantin Nora Küchler
                     + + + + Donnerstag, der 19. März 2020+ + + +       laden die Kinder zur Videokonferenz ein, erzählen
                     Die Lebensmittelausgabestelle für Bedürf-          Geschichten und spielen gemeinsam. Ungewohnt,
                     tige »Laib und Seele« muss schließen. Die          aber es funktioniert.
                     Kund*innen können sich schriftlich anmel-          Moment – Gemeindepraktikum ohne Gemeinde?
                     den und werden dann mit Lebensmitteltüten          Praktikantin Nora Küchler schreibt:
                     beliefert. Das übernimmt die Berliner Tafel,       »Kurz vor Ostern begann mein Praktikum hier in der
                     täglich werden bis zu 800 Tüten gepackt.           Gemeinde. Ohne Gemeinde. Aber das nur auf dem ersten
                     + + + + Sonntag Lätare, der 22. März 2020 + +      Blick! Bei den Ostertüten war ich dabei und habe Men-
                     Der erste Gottesdienst am Frühstückstisch          schen aus der Gemeinde kennengelernt, bei den Online-
                     geht online! Die Idee war schnell geboren und      gottesdiensten die Gemeinschaft gesehen und jetzt ken-
                     wir bekamen mit Tonmeister Martin Kautzsch         nen mich schon einige Christenlehrekinder: Ich bin Nora
                     die beste Unterstützung. Es ist seltsam, alleine   Küchler und auf dem letzten Weg der Diakonenausbil-
                     in der Kirche zu sein, ohne Gemeinde und mit-      dung am Wichern-Kolleg, die ich diesen September
                     ten unter der Woche. Aber seit diesem Sonn-        abschließe. Damit der praktische Anteil nicht zu kurz
                     tag schalten sich zwischen 100 – 120 Fami-         kommt, gehört das fünfmonatige Praktikum zu der Aus-
                     lien und Einzelpersonen ein, um den Gottes-        bildung, welches ich in Ihrer Gemeinde von April bis
                     dienst online gemeinsam zu feiern. Es macht        Ende August absolviere. Dabei lerne und erlebe ich jetzt,
                     dem Gottesdienstteam Freude, das neue For-         wie mit viel Kreativität und den nötigen Hilfsmitteln
                     mat auszuprobieren und auch, dass Menschen         Gemeinde über Distanzen hinweg trägt und stärken kann

              8
Gemeindebrief Nr. 116 - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord - Evangelische Kirchengemeinde ...
und dass bei dem großen Wunsch, sich wieder persönlich      + + + + Dienstag, der 28. April 2020 + + + +
zu begegnen, gleichzeitig eine Verbundenheit ermöglicht     Die ersten Onlineproben von Kinderkantorei, Jugend-
wird!«                                                      kantorei und Jugendvokalsensemble finden statt.
+ + + + Palmsonntag, der 05. April 2020 + + + +             60 Teilnehmer*innen bei den ersten Proben-Events!
Der rbb sendet einen ökumenischen Gottesdienst aus          + + + + Donnerstag, der 07. Mai 2020 + + + +
der Gethsemanekirche. Beteiligt ist auch die syrisch-       Teilweise Öffnung unserer »Laib und Seele«-Ausga-
orthodoxe Gemeinde Berlin, der Gottesdienst ist             bestelle. Die Tüten werden jetzt vom Team im Elias-
zweisprachig auf aramäisch und deutsch. Drei Sän-           Kuppelsaal selbst gepackt und dann von Fahrrad­
gerinnen der Singschule unter Leitung von Christia-         kurieren an die Kund*innen ausgeliefert.
ne Rosiny sind ebenfalls beteiligt. Der zweite Krabbel-     + + + + Montag, der 18. Mai 2020 + + + +
gottesdienst geht online. Darin kommen all die Bilder       Der Gemeindekirchenrat tagt per Videokonferenz
und Videos vor, die Familien vorher an Pfarrerin Bell-      und beschließt, nicht sofort wieder mit den Präsenz-
mann geschickt hatten. Sie schreibt:                        gottesdiensten zu beginnen, sondern noch ein paar
»Mich hat es selber sehr berührt, so zu erleben, dass wir   Wochen abzuwarten. Die hygienebedingten Vor-
verbunden sind – trotz der Distanz. Tausend Dank an die     sichtsmaßnahmen lassen nicht mehr als 50 Personen
Familien, die etwas geschickt haben!!!«                     für den Gottesdienst zu. Und es darf nicht gesungen
+ + + + Ostern – in der Tüte! + + + +                       werden!
Wir haben ganz viele Rückmeldungen bekommen zu              Moment mal – was macht eigentlich die Kirchen­
diesem besonderen Osterfest. Bilder, Emails, Fotos,         musik? Kantor Vogt schreibt:
Briefe und Karten, Blumen und viele liebe Worte. Es         »Kirchenmusik in Coronazeiten heißt leider, auf die
hat sicher vielen wehgetan, dieses Osterfest nicht wie      geliebten Chorproben und analogen Gottesdienste zu ver-
gewohnt feiern zu können. Und auch für uns war es           zichten. Viele andere Dinge haben in den letzten Wochen
nicht so einfach, die Osterkerze mitten in der Karwo-       mehr Aufmerksamkeit erfordert, wie die Herstellung der
che zu entzünden, um den Videogottesdienst auf-             Onlinegottesdienste. Die Musik einspielen für Krabbel-
nehmen zu können. Aber so viele Menschen konnten            gottesdienst, Impuls aus dem Stadtkloster Segen, die CD
online dabei sein und auch die, die keinen Internet-        in der Seniorenpost oder auch umfangreiche Lied- und
anschluss haben, konnten zeitgleich mit uns feiern.         Musikdateien im Zeichen der Ökumene für unsere Nach-
Wir haben eine starke Gemeinschaft erlebt und sind          bargemeinde ZOAR, die keinen eigenen Kirchenmusiker
sehr dankbar dafür. #ihrseidda. Wir danken beson-           hat. Im Moment finde ich Zeit, Dinge zu tun, die sonst zu
ders allen Helfer*innen, die gepackt und verteilt und       kurz kommen. Notenarchive sichten und sortieren, viel
die Gottesdienste mitgestaltet haben! Unsere Vikarin        Kommunikation mit Musikern und Chormitgliedern.
Amelie Renz beginnt ihr Vikariat Anfang März und            Gerade die freischaffenden Musiker hat es wirklich
das bedeutet auch – ohne den gewohnten Gottes-              schwer mit Einkommenseinbußen getroffen, und wir
dienst. Sie schreibt:                                       ­versuchen hier, mit kleinen Engagements zu helfen.
»Mein Vikariat hat nahezu zeitgleich zum Lockdown            Orchestermaterial und Partituren vorbereiten für den
angefangen. Daher ist das Ungewöhliche schon nahezu          Zeitpunkt, wenn es wieder losgeht, neues Notenmaterial
das Gewöhliche geworden. Sogar das Predigerseminar           sichten und auch mal in Ruhe alle Instrumente zu warten
hat seinen Modus umgestellt: Wir haben uns in den            und zu stimmen. Bei vier Orgeln und etlichen tausend
­virtuellen Raum begeben, online zusammen gelernt,           Pfeifen eine mehrtägige Arbeit. Das alles ersetzt aber
 gesungen und gebetet. Andachten kamen per SMS und           nicht den Kontakt zu den vielen Musizierenden in unserer
 die Fachgespräche über den Bildschirm. Obwohl ich die       Gemeinde, und ich freue mich, wenn es wieder losgeht. In
 gemeinsame Zeit und den persönlichen Austausch in           welcher Form auch immer.«
 Wittenberg vermisst habe, ist es eine gelungene Zeit        Mittwoch, der 13. Mai 2020
 gewesen, die viele neue kreative Räume geöffnet hat.«       Auch die Kinderchöre 2 & 3 machen ihre erste Online-
                                                             Chorprobe.

                                                                                                                   9
Gemeindebrief Nr. 116 - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord - Evangelische Kirchengemeinde ...
In diesem Jahr müssen wir mit der
    schönen Tradition, zum Pfingstmontag
                             einen großen
             gemeinsamen ökumenischen
                     Gottesdienst auf dem
                                                                               N G
                     Arnimplatz zu feiern,

                                                                  GA
                         einmal aussetzen.

                                                                IER
                                                               AZ
                                                           - SP
                                                           ST
                                                          EN
   Im ökumenischen Pfarrkonvent haben wir

                                                      ES
                                                   DI

   eine Idee gefunden, wie wir dennoch
   ökumenisch unterwegs sein können                                 Wie unser Pfingstgottes-
   an diesem Tag:

                      S T G O T T                                   dienstspaziergang genau

                    G
                                                                    aussehen wird, erfahrt
                                                                    ihr auf den ­Plakaten,
                            Gemeinsam auf dem Weg,                  die dann
        PFI N

                              ohne große gleichzeitige              aushängen werden.
                          Versammlung, durch einen                  Also haltet die Augen
                      individuellen Kirchspaziergang                offen und merkt euch
                         im Kiez. Verbinden wird uns                den Pfingstmontag für
     dabei der Bibelvers, der uns in dieser Zeit beson-             einen Spaziergang
    ders begleitet und auf Bannern an der Gethsema-                 zwischen den Kirchen
       nekirche, dem Gemeindezentrum Zoar und an                    vor – in eurem eigenen
          der Kirche zur Heiligen Familie zu lesen ist.             Tempo. Die Kirchen der
                                                                    Gemeinden EKPN,
Ökumene

                        Gott hat uns nicht gegeben                  Heilige Familie und Zoar
            den Geist der Furcht, sondern der Kraft                 werden voraussichtlich
                                     und der Liebe                  von etwa 11 bis 14 Uhr
                            und der Besonnenheit.                   für Besuchende geöffnet
                                           (2. Tim 1)               sein.

                                                                    Genauere Infos findet
                                                                    ihr auf den Aushängen.

   10
Dreifaches
Die   3 gehört zu uns:
Der Mensch:
Körper, Geist, Seele. Sein Dasein: Geburt, Leben, Tod.
Sein Umfeld: Länge, Breite, Höhe.
Die Künste: Musik, Malerei, Schriftkunst.
Das Böse: Denken, Sagen, Tun.
Die gute Fee: Drei Wünsche!!
Beim Eid vor Gericht schwört man mit erhobenen drei Fingern,
ein Hinweis auf die Dreieinigkeit Gottes: »Im Namen Gottes,
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes: Ich lüge nicht!«

Gott schenkt uns mit den Planeten und ihren Umlaufbahnen
eine vierte Dimension: Die Zeit.
Die ist für uns Menschen auf Erden begrenzt.
Nutzen wir sie für Gutes, d.h. Unterlassen des Bösen,
Pflegen der Erde, Helfen, nämlich den Mitmenschen,
Tieren, Pflanzen.

Auch Gott selbst ist nicht einfach dreifach (Vater, Sohn, Heiliger Geist).
Seine vierte Dimension ist die Liebe. Ach, Gott lässt sich nicht von uns begrenzen,
fein säuberlich in eine Schublade packen: »Kenn ich, wird katalogisiert und abgehakt.«
Nur das, was wir exakt beschreiben können, haben wir im Griff.
Wir möchten unsere Umwelt ›begreifen‹.
Manfred Hausmann ließ in den Erzählungen um seinen Sohn Martin
den Kleinen antworten auf die Frage, warum er denn immer wieder versuche,
die am Boden pickende Amsel aufzuscheuchen: »Ich will ihr doch bloß anfassen,
damit ich ihr besser kenne.«

Am liebsten möchten wir auch Gott anfassen,
besser kennenlernen. Aber dazu sind wir zu einfältig.
Was wissen wir kleinen Besserwisser schon
von der Vielfältigkeit und Größe Gottes?
Denken wir nur an seine Schöpferkraft,
seine Fantasie, den Humor, die Geduld, seine unaufhörliche Liebe!
Woher ich wissen will, dass Gott solche Eigenschaften besitzt?
Na, hätten wir sonst ein klein wenig davon abbekommen
bei der Schöpfung? Zum klugen Gebrauch! Üben, üben, üben!

Ach ja, noch was:
Das Lächeln haben wir geschenkt bekommen, um es zu benutzen!
Ilse Vahl

                                                                                         11
D
              er 24. 4. wurde seit langem geplant, wir     die Vorbereitungen für den Stream auf Hochtouren, es
              waren kurz davor, in die heiße Phase der     sollte aus Berlin moderiert und dazu sollten verschie-
              Vorbereitung zu starten. Doch dann kam       denste Beiträge aus ganz Deutschland hinzu geschal-
              uns Corona in die Quere und alle bis dahin   tet werden. Die aufregendste Idee wurde als letztes in
              gemachten Pläne mussten über den Hau-        die Tat umgesetzt. Das war die der Kunstaktion: dabei
              fen geschmissen werden. Die politischen      sollten Demoplakate vor dem Bundestag ausgelegt
Entscheidungen waren gerechtfertigt und absolut not-       werden, um zu demonstrieren, wie viele wir sind,
wendig, um das Virus gut, gemäß dem Hashtsg #flat-         auch trotz Corona. Dafür sollten mehrere tausend De-
tenthecurve, eindämmen zu können. Uns stellte sich         moschilder gemalt und anschließend in ganz Berlin,
jedoch die Frage, wie wir weiterhin politisch aktiv sein   an sogenannten Sammelstellen dezentral gesammelt
konnten, da die Aktionsform, die wir bis dahin prak-       werden. Diese Sammelstellen waren meist in Läden
tizierten, das Streiken jeden Freitag, nicht mehr mög-
lich war. Nach einer kurzen Zeit des Unwissens kam
uns eine andere Idee, wie wir unseren Forderungen,
der des Einhaltens des Pariser Klimaabkommens und
das Kämpfen für Klimagerechtigkeit, eine Stimme ge-
ben konnten. Das war zuallererst der Netzstreik jeden
Freitag, aber vor allem der Livestream, welcher für den
24.  4. organisiert werden sollte. Ab Ende März liefen

12
und wurden von Aktivistinnen betreut. Insgesamt gab         bildes, zu nähen. An dieser Stelle wollen wir der Haus-
es über 70 Stück in ganz Berlin. Sie waren vom 14. 4. bis   gemeinschaft von PG ein weiteres Mal für ihre Ruhe
zum 21. 4. geöffnet, da die Schilder danach in Quaran-      und Offenheit danken!Die Kunstaktion war ein voller
täne kamen und noch von uns sortiert werden muss-           Erfolg und nur dank Ihnen ist sie möglich gewesen.
ten. An diesem Punkt kam die EKPN, insbesondere die         Außerdem hatten wir mit über 200 000 Teilnehmen-
Paul-Gerhardt-Kirche, ins Spiel, welche wir als Vorbe-      den am Livestream den größten je da gewesenen On-
reitungsort für unsere Aktion nutzen durften. Es waren      linestreik stattfinden lassen. So konnten wir zeigen,
Teile der Jungen Gemeinde und Fridays for Future in-        dass politisches Engagement auch trotz dieser Lage
volviert. Wir nutzten die Räumlichkeiten, um die abge-      weiterhin möglich ist! Wir hoffen, auch in der Zukunft
gebenen Plakate zu sortieren und den Schriftzug ›Fight      mit der Gemeinde zusammenarbeiten zu können.
Every Crisis‹ , ein wesentlicher Bestandteil des Aktions-   Fridays for Future Berlin

                                                                                                            Protest

                                                                                                                13
Vom anderen Ende der Welt
Neuseeland – mein Traumland, seit ich das erste Mal »Herr der Ringe« gesehen
habe! Nach meinem Bachelorstudium ging es dann im Oktober '19 für mich und
meine engste Freundin Lisa endlich los – 9 Monate waren geplant. Von Frank-
furt über Kuala Lumpur nach Auckland. Ohne konkrete Vorstellungen, Pläne
oder Reiserouten – nur mit einem Work&Travel-Visum und unbedingtem Ver-
trauen in uns und Gott. Schon nach ein paar Tagen bewarben wir uns im Inter-
net auf Jobs auf der Südinsel (laut Einheimischen das ›wahre‹ Neuseeland) und
bekamen auch ziemlich schnell eine Zusage aus der Kleinstadt Blenheim. Die
nächsten zwei Wochen reisten wir also mit unseren Riesenrucksäcken Stück für
Stück Richtung Süden, geleitet durch das Streckennetz des Fernbusses. Unter-
wegs erlebten wir auf zahlreichen Wanderungen und kleineren Ausflügen die
unvergleichlich schönen Landschaften, die ich davor nur aus meinen viiielen
Neuseeland-Kalendern kannte. Immer wieder sprachlos und überwältigt von
dieser wunderbaren Schöpfung, wurde unser häufigster Ausruf bald zum Reise-
motto: "»Gott hat's echt drauf!«
Anfang November landeten wir in Blenheim, welches uns für ganze vier Monate
zum Zuhause wurde – hier fand ich zu meiner groooßen Freude einen Chor und
dann auch endlich in einer äußerst warmherzigen, anglikanischen Gemeinde,
eine Kirche und eine Art von Gottesdienst, in der ich zur Ruhe kommen und
Kraft tanken konnte! Und Kraft brauchte ich auch, da die tägliche Arbeit auf
dem Weinfeld (Vineyard) durch seine Eintönigkeit ziemlich anstrengend war.
Nichtsdestotrotz erlebte ich inmitten der 44000 Weinpflänzchen wunderschöne
Stunden – dank meiner Chefin Josie, die für mich im Laufe der Wochen zu mei-
ner NZ-Mum wurde und mich für die Kultur ihres Volkes, der Māori (Neusee-
lands Ureinwohner), begeisterte. Und da meine Gehirnzellen auf Arbeit perma-
nent unterfordert waren, begann sie, mir die Sprache (Te Reo Māori) beizubrin-
gen – eine Beschäftigung, die ich mithilfe eines wunderbaren Arbeitsbuches bis
heute fortführe. Auch habe ich mir mittlerweile eine traditionelle Tätowierung
stechen lassen, in welcher jedes Motiv einen Teil meines Lebens repräsentiert –
sooo schön!
Anfang März reisten wir zwei weiter, mit dem Ziel, erst die Südinsel komplett zu
erkunden und dann nach einem weiteren Job Ausschau zu halten. Aber dann
kam Corona ... Es dauerte lange, bis der erste Fall im Land gemeldet wurde,
aber dann ging alles relativ schnell – ein landesweiter 4-Stufen-Plan wurde ent-
wickelt, die Einschränkungen wuchsen ... und meine Freundin musste nach
Hause. Gemeinsam fuhren wir nach Christchurch, von wo sie am 25. März viel
zu früh abflog und mich zu einer Alleinreisenden machte. Noch am selben Tag
stufte Neuseeland die Coronagefahr auf Level 4 ein: häuslicher Lockdown, kein
Fernverkehr und abgeriegelte Hostels – zum Glück hatte ich mir schon vorher
eines gebucht.
Und dort bin ich immer noch. Seit sechseinhalb Wochen sitze ich nun mit ca. 25
Anderen in diesem Hostel, welches ironischerweise ein ehemaliges Gefängnis

14
und mich sogar getraut, mir die Haare abzurasie-
                                                        ren. Mein Höhepunkt der Woche ist jedes Mal der
                                                        übertragene Gottesdienst aus Gethsemane, der in
                                                        mir das Vertrauen auf einen wohlwollenden Gott
                                                        und eine leichtere Zeit schafft. Schließlich gibt es
                                                        noch so viel, was ich hier lernen, sehen und erle-
                                                        ben will ...

                                                        Kia kaha! Mā te Atua koutou e manaaki, e tiaki
                                                        hoki. Amine
                                                        Bleibt stark! Der Herr segne euch und er behüte
                                                        euch. Amen
                                                        –
                                                        Ko Ihowā tōku mārama, tōku whakaoranga; kia
                                                        wehi ahau i a wai?
                                                        Ko Ihowā te kaha o tōku ora; ko wai e mataku ai
                                                        ahau?

                                                        The Lord is my light and my salvation; whom
                                                        shall I fear?
                                                        The Lord is the strength of my life; of whom shall I
                                                        be afraid?
                                                        Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem
ist, fest, kann weder reisen noch arbeiten und sehe     sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines
mein Erspartes in großen Sprüngen vom Konto ren-        Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?
nen. Dafür telefoniere ich fast täglich mit meiner      (Ps 27,1)
Familie und habe in internationalem Kreis Ostern        Ada-Julie Görne
gefeiert, Spieleabende und große Buffets veranstaltet

                                                                                                               15
Gottesdienste                                                                                      Bitte informieren
                                                                                                      oder über ekpn.d
                                                                                                                         Sie sic
                                                                                                                       e zu den

                                             Elias-Kuppelsaal                                            Gethsemane
                                             Göhrener Str. 11                                            Stargarder Str. 77

     24. 5. 20             11:00 Videogottesdienst, www.ekpn.de für alle Orte
     Sonntag Exaudi

     31. 5. 20             10:00 Telefongottesdienst
     Pfingstsonntag        11:00 Videogottesdienst, www.ekpn.de mit dem Team der Konfizeit, für alle Orte

     1. 6. 20              11 – 14:00 Ökumenischer Gottesdienstspaziergang mit Stationen in
     Pfingstmontag                     Augustinus, Heilige Familie und Zoar sowie in Elias, Paul-
                                       Gerhardt und Gethsemane (bitte Masken tragen)

     7. 6. 20              10 – 12:00 Stationengottesdienst in Kirche und Garten Gethsemane (bitte Masken tragen)
     Trinitatis            11:00 Videoandacht, www.ekpn.de, für alle Orte

     14. 6. 20             09:30 Andacht in Elias (Dauer ca. 30 Minuten, beschränkt auf 50 Personen,
     1. Sonntag                   kein Gemeindegesang, bitte Masken tragen)
     nach Trinitatis       10:00 Telefongottesdienst
                           11:00 Videogottesdiens, www.ekpn.de, für alle Orte

     21. 6. 20             10 – 12:00 Stationengottesdienst in Kirche und Garten Gethsemane (bitte Masken tragen)
     2. Sonntag            11:00 Videoandacht, www.ekpn.de, für alle Orte
     nach Trinitatis

     28. 6. 20             10:00 Telefongottesdienst
     3. Sonntag            11:00 Videogottesdienst, www.ekpn.de, für alle Orte
     nach Trinitatis

                                     ie A u sh  ä n g e a n unseren Kirchen
                   Sie sich über   d
Bitte informieren           e zu d e n G o tt e sdiensten im Juli
                                                                   !
         oder über ekpn  .d
                                                                St. Elisabeth-Stift
                                                                Andachten in der Kapelle: mittwochs 9:30
                                                                Gottesdienste in der Kapelle:

                                                                Pfingstsonntag 31. 05. 10:30 Gottesdienst mit Pfn. Gogol
                                                                So               07. 06. 10:30 Gottesdienst mit Pfr. Seidenschnur
                                                                Fr               12. 06 . 10:30 Gottesdienst mit Pfn. Bellmann
                                                                So               21. 06. 16:00 Gebet mit St’Egidio
                                                                So               28. 06 . 10:30 Gottesdienst mit Past. Gerber
                                                                Für den Monat Juli bitte im St. Elisabeth-Stift nachfragen, wegen der
                                                                aktuellen Situation lagen bis Redaktionsschluß keine Angaben vor.
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en
     b e r d ie A u sh  ä n g e an unseren Kirch
ch ü                                               n!
        e  sd ie n st e n u n d anderen Angebote
n Gott

                                         Paul Gerhardt                                 Stadtkloster Segen
                                         Wisbyer Str. 7                                Schönhauser Allee 161

 24. 5. 20         09:30 Predigtkurzgottesdienst in Paul-Gerhardt                          20:30 Abendbesinnung
 Sonntag Exaudi           mit Pfn. El-Manhy (Dauer ca. 30 Minuten, beschränkt auf
                          50 Personen, kein Gemeindegesang, bitte Masken tragen)

 31. 5. 20         10:00 Telefongottesdienst                                                20:30 Abendbesinnung
 Pfingstsonntag    11:00 Videogottesdienst, www.ekpn.de mit dem Team der Konfizeit,
                          für alle Orte

 1. 6. 20          11 – 14:00 Ökumenischer Gottesdienstspaziergang mit Stationen in        15 – 18:30 Offene Kirche
 Pfingstmontag                 Augustinus, Heilige Familie und Zoar sowie in Elias, Paul-   15 – 18:00 Ökumenischer Weg
                               Gerhardt und Gethsemane (bitte Masken tragen)                18:30 Pfingstliches Abendgebet

 7. 6. 20          10 – 12:00 Stationengottesdienst in Kirche und Garten Gethsemane        20:30 Abendbesinnung
 Trinitatis                    (bitte Masken tragen) 11:00 Videoandacht, www.ekpn.de,
                               für alle Orte

 14. 6. 20         10:00 Telefongottesdienst                                                20:30 Abendbesinnung
 1. Sonntag        11:00 Videogottesdienst auf www.ekpn.de, für alle Orte
 nach Trinitatis

 21. 6. 20         11:00 Videoandacht, www.ekpn.de, für alle Orte                           20:30 Abendbesinnung
 2. Sonntag
 nach Trinitatis

 28. 6. 20         09:30 Andacht in Paul-Gerhardt                                          20:30 Abendbesinnung
 3. Sonntag               (Dauer ca. 30 Minuten, beschränkt auf 50 Personen,                                        Gottesdienste
 nach Trinitatis          kein Gemeindegesang, bitte Masken tragen)

 »Telefongottesdienste«:
 Wegen der Kurzfristigkeit: Nummer bitte im Gemeindebüro erfragen!
         Bestattungen

                                                                                                                        17
Gott nimmt uns,
so wie wir sind
Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger fol-
gen, den Jesus lieb hatte, der auch beim Abendessen
an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer
ist‘s, der dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht
er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem? Jesus
spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich
komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! Da
kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger
stirbt nicht. Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er
stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis
ich komme, was geht es dich an?
Dies ist der Jünger, der das bezeugt und aufgeschrie-
ben hat, und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr             los. Jesus verzweifelt zwischendurch an ihnen. Petrus
ist. Es sind noch viele andere Dinge, die Jesus getan       ist ein Hitzkopf, der Jesus verrät. Paulus verfolgte
hat. Wenn aber eins nach dem andern aufgeschrie-            die junge Gemeinde und war stolz darauf, viele ins
ben werden sollte, so würde, meine ich, die Welt            Gefängnis geworfen zu haben.
die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.            Jakob, dessen Geschichte am Anfang der Bibel erzählt
Johannes 21, 20–25                                          wird, hat ziemlich viel betrogen. Im Stammbaum von
                                                            Jesus, den Matthäus berichtet, wird Rut genannt, eine
Petrus hatte eine intensive Begegnung mit Jesus. Der        Fremde aus Moab. David verführte Batseba, die Frau
fragte ihn dreimal: Liebst du mich? Dreimal antwor-         des Urija, ihr gemeinsamer Sohn ist Salomo, der auch
tet Petrus mit »Ja, Herr, ich liebe dich«. Das letzte Mal   im Stammbaum von Jesus genannt wird (Mt 1, 1–17).
kommt allerdings etwas Unsicherheit auf: »Herr, du          Nein, die Bibel glättet nicht und beschönigt nicht. Sie
weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe.«       ist kein Buch für schönes Wetter und gute Laune. Sie
Und dann bekommt Petrus einen Auftrag – auch den            ist alltagstauglich.
bekommt er dreimal: »Weide meine Schafe!« und die
Aufforderung: »Folge mir nach!«                             In 21. Kapitel des Johannesevangeliums spielen Pe-
Stellen Sie sich das vor. Der Herr des Lebens, aufer-       trus und Johannes eine besondere Rolle. Johannes
standen von den Toten, gibt Petrus persönlich einen         erkennt zuerst, dass es der Herr ist, der da am Ufer
Auftrag. Und Petrus?                                        steht (Vers 7) und Petrus wirft sich ins Wasser, um
Der dreht sich um und sieht Johannes, den Jünger,           etwas schneller bei Jesus zu sein.
von dem das Johannes-Evangelium immer wieder                War Petrus etwa eifersüchtig auf den Jünger, den
sagt, dass Jesus ihn besonders liebte. Und Petrus fragt     Jesus lieb hatte? Wie war das für Johannes, zu erle-
Jesus: »Und, was geschieht mit ihm?«                        ben, wie intensiv Jesus sich mit Petrus da am See
Es ist eine der Geschichten, die mir die Bibel so lie-      unterhält?
benswert und lesenswert machen. Die Bibel glorifi-          Und dann fragt Petrus: Was ist mit dem da?
ziert nicht! Es wird keine idealisierte Heiligenbiogra-     Eine harmlose Frage, etwas neugierig vielleicht, aber
phie von Petrus geschrieben. Es sind Menschen, von          unter Freunden? Und Jesus gibt eine ziemlich schrof-
denen die Bibel erzählt. Die Jünger sind nicht fehler-      fe Antwort: Was geht dich das an? Du, folge mir nach!

18
Jesus weist Petrus auf die entscheidende Sache hin:    Anregungen:
Jede:r hat eine ganz eigene Beziehung zu Gott. Meine   Schreiben Sie eine Geschichte auf, die Sie mit Jesus
Aufgabe ist es im Hier und Heute meinen Weg der        erlebt haben. Vielleicht ist Ihnen Jesus nicht so ver-
Nachfolge zu gehen. Mein Weg ist nicht der glei-       traut, dann überlegen Sie eine Begebenheit, die Sie
che wie der meiner Partnerin, meines Partners. Mein    Gott zuschreiben. Schreiben Sie Ihre kleine Fußno-
Weg ist nicht der gleiche wie der meiner Eltern oder   te zum Johannesevangelium, eines von den vielen
Geschwister. »Du, folge mir nach!« Das ist und bleibt  anderen Dingen, die Jesus getan hat.
der Grundauftrag jedes Menschen.                       Was macht Ihnen die Bibel liebens- und lesenswert?
                                                       Welche Geschichten sind Ihnen besonders wichtig?
Der Autor des Evangeliums räumt dann noch mit Georg Schubert

                                                                                                      Stadtkloster Segen
einer Geschichte auf, die offenbar in der frühen
Gemeinde kursierte: Dieser Jünger stirbt nicht, bis
der Herr kommt. Und es ist ihm wichtig, dass Jesus das Spenden
so nicht gesagt hatte. Das Evangelium schließt mit der Das Gästehaus des Stadtklosters ist geschlossen
Versicherung, dass man noch viel schreiben könnte und es finden keine Veranstaltungen statt.
über das Wirken von Jesus. Das ist wahr. Würde man Damit brechen dem Stadtkloster die
weiter schreiben, kämen auch wir vor. Sie und ich, Einnahmequellen weg. Wenn es Ihnen
wir sind Nachfolger dieses einen Christus. Durch alle möglich ist, dem Stadtkloster Geld zu spenden,
Jahrhunderte hindurch haben sich Frauen und Män- wäre das sehr hilfreich für unser
ner anstecken lassen und rufen lassen von dem Herrn weiteres Wirken:
des Lebens, der den Tod überwunden hat und aufer-
standen ist. Wollte man alle diese Geschichten schrei- Don Camillo Stadtkloster e.V.
ben, so würde, meine ich, die Welt die Bücher nicht KD-Bank Dortmund
fassen, die zu schreiben wären. (Vers 25)              IBAN: DE65350601900000333000

Stadtkloster Segen:
mittwochs, donnerstags und freitags Offene Kirche von 16:30 bis 18:00
                                                                                                            19
Zeiten des Aufatmens kommen
Dieser Titel mag etwas provokativ erscheinen ange-       bung eurer Sünden, damit vom Angesicht des Herrn
sichts der anhaltenden Corona-Krise. Wann kom-           her Zeiten des Aufatmens kommen.« Wenn Petrus
men sie denn, diese »Zeiten des Aufatmens«? Nach         recht hat, dann kommen diese Zeiten also, wenn wir
dem Pfingstereignis hält Petrus mehrere Reden und        uns darauf ausrichten, dass uns vergeben wird. Es tut
in einer davon sagt er: »Kehrt also um und richtet       mir gut, wenn ich mir klar mache: Vor allen Fehlent-
euch aus auf die Vergebung eurer Sünden, damit           scheidungen bin ich geliebt von Gott; mir wird ver-
vom Angesicht des Herrn her Zeiten des Aufatmens         geben.
kommen und er den Gesalbten sende, den er für            Petrus sagt das kurz nach Pfingsten, als der Heili-
euch bestimmt hat: Jesus.« (Apg 3, 19–20) In der         ge Geist auf die Jünger gekommen ist. Mit Pfing-
Luther- und Zürcher Bibel sind es »Zeiten der Erqui-     sten kommt eine neue Art des Hoffens in die Welt:
ckung«, die BasisBibel spricht von der »Heilszeit« und   Vorher bezog sich das biblische Hoffen meist auf
in der Einheitsübersetzung heißt es »Zeiten des Auf-     eine Haltung der Offenheit für eine Erfüllung in der
atmens«.                                                 Zukunft. Bruder John aus Taizé schreibt dazu: »Die
Viele von uns sehnen sich nach anderen Zeiten, nach      biblische Hoffnung, die durch das gesamte Alte Testa-
einem Ende der Corona-Pandemie. Es wird sicher ein       ment durchscheint, verschwindet mit dem Kommen
angenehmes Aufatmen sein, wenn wir uns wieder            Jesu und dem endgültigen Ausgießen des Heiligen
die Hand geben oder umarmen dürfen und in gro-           Geistes nicht, sondern sie verändert ihren Charak-
ßer Runde Gottesdienste und Feste feiern. Doch es        ter. Sie wird stärker und gewisser; gleichzeitig jedoch
ich völlig unklar, wann das wieder so sein wird. Ich     verlagert sich auch ihr Schwerpunkt von der Zukunft
wünsche mir auch vorher schon »Zeiten des Aufat-         in die Gegenwart. Auf diese Weise offenbart sie ihren
mens«. Für manche ist die Corona-Zeit ein Aufatmen:      göttlichen Charakter und erscheint doch gleichzeitig
Endlich Entschleunigung, mehr Zeit haben für mich,       für den menschlichen Verstand immer mehr als eine
raus aus dem Hamsterrad. Die Neue Genfer Überset-        paradoxe, widersprüchliche Realität.« (Ein Gott der
zung nennt die »Zeiten des Aufatmens« übrigens »die      Überraschungen, 1996, S. 144)
ersehnte Zeit der Ruhe«. Die, denen es jetzt gut geht,   Gott stillt also unsere Hoffnung immer schon ein
brauchen sich ihrer Freude nicht zu schämen.             Stück weit – im Hoffen selbst steckt bereits ein erstes
Für andere herrscht der pure Stress zwischen home        Aufatmen. Unser Leben befindet sich zwischen
office und home schooling – oder die Einsamkeit          »schon jetzt« und »noch nicht«. Gott sagt den Lei-
macht sich breit. Hinzu kommen die vielen Kranken        denden zu »Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr wer-
und die nicht wenigen Toten und die Trauernden.          det satt werden.« (Lk 6, 21) Aber er sagt den Fröhlichen
Und die wirtschaftlichen Probleme, die wir auch im       auch: »Wer mich genießt, den wird wieder hungern.«
Stadtkloster zu spüren bekommen. Nein, an der Coro-      (Sir 24, 21) So dürfen wir immer wieder aufatmen –
na-Krise ist nichts schönzureden.                        auch vor dem Ende der Corona-Zeit – und werden
»Kehrt also um und richtet euch aus auf die Verge-       doch nicht satt und träge. Carsten Albrecht

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Keiner da – alles leer – Elias ist im Coronaschlaf! … nicht ganz!
Denn nach allen Regeln der Hygiene und des                  2. Das Rätsel: Wo ist Esther? (siehe Einleger)
Kontaktverbotes wird gefilmt, verpackt,                     Esther und einige andere haben sich im Buchstaben-
geschrieben, aufgenommen, gemalt, gebastelt,                gewirr versteckt. Findet ihr sie alle? Diese Wörter
gezoomt, gespielt, gesegnet …                               alle sind versteckt: Ahasversos · Waschti · Mordachei ·
Denn wir machen Christenlehre:                              Festung · Esther · Susa · Haman · Koenig · Koenigin
Entweder man hört oder sieht sich die Geschichten
an. Jede Woche kommt eine Neue – schaut nach auf            3. Habt ihr mal wieder Lust, etwas zu backen?
unserer Internetseite – oder man zoomt mit                  Hier das Rezept für Hamantaschen:
– schickt eine mail an a.erdmann@ekpn.de – dann             Haman ist ein wichtiger Berater des Königs in der
gibt es eine Einladung. Beides ist möglich.                 Geschichte. Allerdings führt er Böses im Schilde, daher
                                                            vertilgt man ihn auch gern,
Auch wer schon groß ist, kann die Geschichte ken-           wenn auch nur symbolisch.
nenlernen, einfach in der Bibel nachlesen – Buch            Wobei die Hamantaschen

                                                                                       Foto:www.hazeltons.ca
Esther – denn es geht um die mutige Königin Esther,         an den Hut von Haman
eine sehr sehr alte Geschichte aus dem Alten Testa-         erinnern sollen.
ment: Es ist das Jahr 480 v. Chr. Der mächtigste Mann
der Welt ist der persische König Ahasveros. Zu seinem
Reich gehören 127 Länder und er befiehlt über ein rie-      Ihr braucht dafür:       Für die Füllung:
siges Heer von gefürchteten Soldaten. Niemand traut sich,   375 g Mehl               Entweder Marmelade oder
ihm zu widersprechen. Doch eines Tages wagt es die          225 g Zucker             160 g Mohn, gemahlener
Königin Waschti, einem seiner Befehle nicht zu gehor-       175 g Margarine          60 g Zucker
chen … Damit nimmt die ruhmreiche Geschichte                1 großes Ei(er)          3 EL Honig
und der kometenhafte Aufstieg von Esther ihren              ½ dl Orangensaft         1 Zitrone(n), der Saft und die
Anfang. Doch was zunächst wie die Erfüllung eines           1 TL Vanillezucker       abgeriebene Schale davon
Traums aussieht, wird schon bald von einer töd-             1 TL, Backpulver         100 ml Wasser oder Apfelsaft
lichen Bedrohung überschattet. Wird es Esther und           ½ TL Salz                2 EL Rosinen
ihren Verbündeten gelingen, das drohende Unheil             Die Margarine mit dem Zucker und Vanillezucker
abzuwenden? Oder werden am Ende alle sterben?               schaumig rühren. Das Ei und den Orangensaft dazu
Auf diese alttestamentarische Geschichte geht das           geben. Das Mehl und das Salz nebst Backpulver
Purimfest der Juden zurück. Zu Purim wird die               zufügen. Den Teig ca. 1 – 2 Stunden im Kühl-       Kinder, Kinder
Esther-Rolle gelesen, es wird sich verkleidet, Krach        schrank ruhen lassen. Den Backofen auf 175°C
gemacht und ausgelassen gefeiert. Bedürftigen wird          Umluft vorheizen. Marmelade bereitstellen
Essen oder Geld gespendet. … und es werden Haman­           (z. B. Pflaumenmus oder Aprikosenkonfitüre)
Taschen gebacken.                                           oder die Zutaten für die Füllung miteinander
Da nicht alle bei der Zoom-Christenlehre dabei sein         vermengen. Den Teig auf einer bemehlten
können und ihr vielleicht noch Spaß habt rund um            Unterlage ausrollen und Kreise von 7 – 10 cm
die Geschichte von Esther noch etwas zu machen,             Durchmesser ausstechen. Jeweils 1 TL Füllung
hier noch drei Ideen:                                       in die Mitte der Kreise geben, die Seiten nach
1. Das Ausmalbild – Die Königin Esther und den              oben klappen und festdrücken, so dass eine
Palast von Susa – findet ihr in unserem Gemeinde-           Art Dreieck entsteht. Auf ein mit Backpapier
brief als Einlegeblatt oder wenn es schon fehlt, auf        ausgelegtes Blech geben. In den heißen Back-
unserer Internetseite zum Herunterladen.                    ofen schieben und ca. 15 Minuten backen.

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Im letzten Jahr wurde unser Riesenprojekt Sanie-
               rung der Außenfassade der Gethsemanekirche nach
               längerer Bauzeit planmäßig abgeschlossen. Viele
               kleinere und größere Bauprojekte werden uns in
               der Gemeinde aber auch weiterhin beschäftigen.

               Bei der letzten Begehung hat der Bezirksschorn-
               steinfegermeister gerügt, dass unsere Kamine auf
               dem Dach des Gemeindehauses einer Instandset-
               zung bedürfen und dringender Handlungsbedarf
               bestehe.

               Alle Hausfassaden rund um die Gethsemanekirche
                    stehen unter Denkmalschutz, auch unsere doch
Baumaßnahmen in der Gemeinde

                    ziemlich ›olle‹ Hausfassade. Dies bedeutet, dass
                    alles, was im sichtbaren Bereich passiert (auch
                    Schornsteine kann man sehen) einer denkmal-
                    rechtlichen Genehmigung durch die Untere
                    Denkmalschutzbehörde (Bezirksamt Pankow)
                    bedarf. Die Gemeinde hat einen Antrag gestellt
                    und diesen in der letzten Woche genehmigt
                    bekommen. Bei diesem Antrag wurden die
                    Bauunterlagen von damals (also von vor über
                    100 Jahren) herausgesucht. Spannend zu
                    sehen, wie das Haus damals aussah. Mit Türm-
                    chen auf dem Erker und einem entsprechenden         was eine 5-stellige Summe kosten wird. Ob und
                    Abschluss unten. Betrachten Sie mal die Tür.        wann die Gemeinde das Geld haben wird, um die
                    Man sah sofort, dass es ein kirchliches Haus war.   denkmalgerechte Fassade zu sanieren, ist leider
                    Wir sanieren jetzt erst mal die Schornsteine,       Zukunftsmusik. Frank Esch

                               PAUSE FÜR DICH                                   Seelsorge für Jugendliche

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Annemarie Bayer 90                                     Gudrun Bosem 80
Glück- und Segenswün­                                  Herzlichen Glückwunsch
sche zum 90. für Kanto­                                zum 80., Gudrun Bosem!
rin i. R. Annemarie
Bayer!                                                 Frau Bosem ist eine der
Von 1970 bis 1996 war sie                              guten Seelen in der
Kantorin an der Gethse-                                Gemeinde. Ob Alte oder
manekirche. Die bekannt                                Mittelalte, Christenlehre-
gewordenen Friedensgebete 1989 fielen in ihre          kinder oder Eltern, Bedürftige oder Helfende – viele,
Amtszeit. Sie leitete die ­Kantorei. Auch den Orgel-   viele kennen sie. Manche sprechen sie noch immer
neubau hat sie miterlebt und mitgestaltet. Frau        als »Schwester Gudrun« an, weil sie lange als
Bayers Name ist fest mit der Geschichte der Gethse-    Gemeindeschwester in der Gemeinde gearbeitet hat.
manekirche verbunden. Namhafte Organisten der          Sie ist eine, die gern und viel Verantwortung über-
DDR holte sie damals in die Gethsemanekirche. Oft      nimmt, mit Menschen in Kontakt ist und sich viel
wurden diese Konzerte von Jugendlichen besucht, in     einbringt. Am 12. Juli denken wir an Sie, liebe Frau
den 80er Jahren kamen die Jugendlichen sogar »zu       Bosem, und wünschen Ihnen einen schönen Tag
Hunderten«, wie Pfarrer Fr.-Wilhelm Hünerbein          und viel Glück und Segen! Pfarrerin A. Bellmann
berichtet. Behörden der DDR versuchten, diese Kon-
zerte zu unterbinden. Darauf wurden sie zu »Gottes-
diensten« gemacht, in dem ein Segenswort oder ein
Gebet gesprochen wurde. Denn Gottesdienste zu
­feiern, war nicht verboten. Wir wünschen ihr voller
 Dankbarkeit von Herzen Gottes reichen Segen!
 Der Gemeindekirchenrat

Wenn es dir so geht,
dass alles ein bisschen zu viel ist.
Der Kopf voll und das Herz schwer.
Wenn du Sorgen hast oder einfach mal etwas loswerden möchtest.
Dann nimm dir eine Pause.                                                          Pfarrerin
Für dich.                                                                          Jasmin El-Manhy
Wir sind da.                                                                       0163-8 63 75 53
Für dich.
Wir haben ein offenes Ohr für deine Fragen und Probleme.
Egal, um was es geht.
Schule, Beziehung, Familie oder Gott. Was auch immer.
Als Seelsorger*innen haben wir eine Schweigepflicht.
Das bedeutet, das Gespräch ist vertraulich. Darauf kannst du dich verlassen.       Pfarrer
Du kannst anrufen oder uns eine Email schreiben unter pause@ekpn.de                Tobias Kuske
                                                                                   0160-7 17 31 44
Hoffungsvolle Selbstverwaltung
Die kurdische Region Afrîn in Nordwest Syrien
war mit ihren ca. 500.000 – 600.000 einheimischen
kurdischen Bewohner/innen und zusätzlich Hun-
derttausenden Inlandsflüchtlingen aus Aleppo und
anderen Orten Syriens ein Hort der Ruhe und des
Friedens inmitten des Syrischen Bürgerkrieges. Trotz
Embargo durch die Türkei und umzingelt von
­Islamisten gestaltete die Selbstverwaltung ein viel-
 fältiges ziviles, tolerantes Leben der multireligiösen
 Bevölkerung. So lebten in Afrîn (Stadt und viele
 ­Dörfer) Sunniten, Aleviten, Yeziden (ca. 35.000),
  neue Christen (seit 2013 waren ca. 1000 Menschen
  Christen geworden) und Areligiöse friedlich zusam-
  men und bauten ihre Region auf. In der Selbstver-
  waltung in Afrîn engagierten sich besonders viele
  Frauen.

Von Januar bis März 2018 führte die Türkei einen
blutigen Eroberungskrieg gegen die Region Afrîn
und nahm am 18. März 2018 die Stadt Afrîn gemein-
sam mit djihadistischen Terrorbanden ein. 350.000
Kurden gelang die Flucht aus Afrîn, aber sie fanden
keinen sicheren Ort, da eine Familie, wenn sie nach
Aleppo hinein wollte, hohe Bestechungssummen
zahlen musste. Besonders die Menschen mit dem
»Geburtsort Afrîn« (= Kurden) im Ausweispapier
wurden an der Einreise nach Aleppo gehindert.             ausgesetzt sind und außerdem aus feuergefähr-
                                                          lichem Material bestehen. Es gibt nur ein Kranken-
Die Region Shehba, in der die Menschen strandeten,        haus in der gesamten Region Shehba, das von geflo-
war kriegszerstört und vermint. Bis heute halten          henen ÄrztInnen und Schwestern aus dem ehema-
sich etwa 200.000 Vertriebene aus Afrîn in der            ligen Krankenhaus Afrîn eingerichtet wurde. Der
Region Shehba außerhalb von Aleppo (ca. ½ Auto-           Kurdische Rote Halbmond bemüht sich unermüd-
stunde) auf. Und es werden immer wieder neu               lich um eine vorbeugende und Notversorgung der
­Menschen durch Terror und Gewalt der Besatzungs-         vertriebenen Menschen.
 truppen (z.B. Kidnapping, Erpressung, Raub, Folter
 und Mord) gegen Kurden aus Afrîn vertrieben. Auch        Im Mai 2018 konnte ich, Pastorin Daniela Nischik,
 in Shehba gibt es immer wieder Angriffe durch            mit drei anderen Europäerinnen auf Einladung
 Djihadisten oder die türkische Armee, so wurden im       einer kurdisch-syrischen Frauenorganisation die
 Dezember 2019 mehrere Kinder vor einer Schule            Region Shehba für drei Tage (zwei Nächte) besuchen
 durch Beschuss getötet. Die meisten der Vertrie-         und die prekäre Situation der Menschen vor Ort ken-
 benen leben in Ruinendörfern, ca. 15.000 Menschen        nenlernen. Damals knüpfte ich Kontakte und daraus
 leben in Zelten, die im Winter der Kälte und Nässe       ist die Arbeit von »SOS Afrîn« erwachsen.

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